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Gesellschaftliche Profite aus dem Bitcoin-Debakel

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Die Bitcoin-Erkenntnis kostete viele Millionen: Nur weil eine Währung "krypto" ist, ist sie noch lange nicht sicher. Digitales Geld ist für Kunden und Firmen hochriskant und vorerst ohne Zukunft.

Nicht immer wiederholt sich die Geschichte als Farce:, manchmal geht die Farce auch den Drama voran: 2006 verkündete die Frau hinter „Anshe Chung„, einem Avatar beim Rollenspiel „Second Life“, im Spiel den Gegenwert einer Million Doller erwirtschaftet zu haben. Es begann ein sagenhafter Hype, die Firma der frischgebackenen Millionärin verkündete Prognosen, sie wolle in 5 Jahren zu den Fortune 500 gehören, das Spiel und der Avatar schafften es in die Medien. Bis dann 2007 Ginko Financial, eine Art Bank innerhalb von Second Life, spektakulär zusammenbrach und die virtuellen Währung des Spiels – die Linden Dollar – mitsamt dem Wirtschaftssystem diskreditierte. Damit war dann auch der Medienzirkus um Second Life vorbei. Kurz darauf brach zudem die allgemeine Finanzkrise aus, und das mag erklären, wieso so wenig von Linden Dollars die Rede ist, wenn momentan wieder über eine andere virtuelle Währung gesprochen wird: Bitcoins.

Dabei ähneln sich beide Währungen in ihrer Geschichte. Lange Zeit waren sie nur etwas für Insider, die Masse der Kunden erfuhr davon erst, wie man im 19. Jahrhundert von den Goldräuschen erfuhr: Als die ersten Millionäre die Titelseiten zierten, und Texte erschienen, die darin durchaus lohnende Investitionsmöglichkeiten sahen. Besonderes Schmankerl: 2007 durfte der CEO von „Anshe Chung Studios“ seine Visionen beim DLD in München verkünden, jetzt, 2014, war es der Gründer der Bitcoin Exchange Berlin, der schon anderweitig bekannt gewordene Aaron König – Zyniker würden sagen: Kommt ein Trend nach München, weiss man, er ist vorbei. Solche Auftritte sind Kontraindikatoren, dass der Hype seinen Höhepunkt schon überschritten hat, und sich unter den Füssen der Investoren das blanke Nichts auftut. Und tatsächlich kenne ich einige Leute, die bei der 371 Millionen Euro schweren Insolvenz der Bitcoin-Bank Mt.Gox echtes Geld verloren haben; mal mehr, mal weniger, aber immer ärgerlich.

Dass Bitcoins trotz der zu Tage getretenen Schwächen und der volatilen Kursentwicklung noch nicht in einem virtuellen Bank Run zugrunde gegangen sind, mag an Stützungskäufen liegen – tatsächlich sollte jeder Hacker, der eine Bitcoinbank ausgenommen hat, das gegenläufige Interesse haben und alles dafür tun, dass sein frisch geraubtes Geld nicht gleich wieder wertlos ist. Es mag auch daran liegen, dass manche nach Preiskorrekturen sofort wieder in solche spekulativen Anlagen einsteigen, oder auch daran, dass angesichts immer neuer Enthüllungen über Währungs- und Zinsmanipulationen das Vertrauen in „echtes Geld“ bei den echten Fans dieser Währung trotz aller Probleme immer noch gross ist. Belegen kann man solche Vermutungen nicht, de facto sind Bitcoins eine Form des unregulierten, grauen Kapitalmarktes, und die Kombination aus scheinbar absoluter Sicherheit durch Computerberechnung der Währung und Intransparenz der eigentlichen Vorgänge macht für viele auch den Reiz der Zockerei aus.

Der besondere Reiz der Bitcoins – und sicher auch ein Grund für 6500% „Wert“-Zuwachs im Jahr 2013 – waren jedoch die Erfahrungen mit anderen Anlageformen, auf die Anhänger der Währung gern verweisen: Lehman-Zertifikate, Bankkonten in Zypern, die zur Bankenrettung verpfändeten Rentenansprüche in Irland, gewisse Dubai-Fonds, die plötzlich nicht mehr gedeckt waren, Bernie Maddoff, die Aktien diverser Solarfirmen und einige der zwischenzeitlich so beliebten Mittelstandsanleihen, auch sie haben sich trotz Banken oder gar Staaten im Hintergrund als nicht sicher erwiesen. Im Deutschen fällt von Bitcoin-Befürwortern oft der Begiff „Scheingeld“ oder gar „Betrugsgeld“ angesichts des Umstandes, dass Geld in unseren Zeiten nur noch zu geringem Teil mit Gold und ansonsten vor allem mit Vertrauen hinterlegt ist; ein Vertrauen, das sich nicht fundamental von jenem unterscheidet, das anhand von schönen Begriffen wie „Cryptowährung“ auch nach den Bankenpleiten wächst.

Bekanntlich ist aber kein Gaul so tot, dass man ihn nicht weiter reiten könnte, und viele, die noch vor Kurzem Bitcoins hochschrieben, raunen heute, dass bald mit Unterstützung grosser Internetfirmen der nächste Versuch unternommen werden könnte. Ein Beispiel dafür sind die jüngst auch in Europa eingeführten Amazon Coins. Die geben zwar vor, eine Währung zu sein, sind aber vom Kurs her fest an den Dollar geknüpft und entsprechen in ihrer Funktionsweise eindeutig einer Guthabenkarte – wobei Amazon erhebliche Transaktionsgebühren verlangt und nicht verwendete Coins auch nicht in echte Währung zurücktauscht. Der Verdacht liegt nicht ganz fern, dass Amazon hier einfach auf den Bitcoin-Hype aufspringen wollte, ohne die Risiken und Regularien einer echten Parallelwährung zu tragen. Eine ähnlich traditionelle Idee hatte schon Microsoft für seine Spieleplattform – und dann bald mit der Einstellung der „Währung“ zugegeben, dass der Mehrwert für die Nutzer nicht erkennbar ist.

Bliebe noch das oft genannte Google, eine Firma, die mit ihrem Wert, ihren Einnahmen und ihrer globalen Bedeutung tatsächlich das Potenzial hätte, eine virtuelle Währung auf breiter Basis durchzusetzen. Im Gegensatz zu Bitcoins könnte Google zumindest den Schwachpunkt der fehlenden Einlagensicherung umgehen, und generell erscheint der Konzern vertrauenswürdiger als die Legenden, die sich um die Entstehung von Bitcoins ranken. Allein – Google hatte diese Idee schon, und hat auch eine ähnliche Währung wie Bitcoins entwickelt, nur um dann schon vor über zwei Jahren festzustellen, dass die rechtlichen Hürden viel zu hoch sind. Bitcoins sind eine Abmachung zwischen anonymen Personen ohne Zentrale, die man rechtlich einfach belangen könnte. Google dagegen ist eine Firma, die sich damit in hochsensible Bereiche und eigentlich staatliche Aufgaben einmischen würde, ohne damit mehr als das wenig lukrative Geschäft mit dem Zahlungsverkehr zu erhalten. Und ob Google wirklich noch die paar Daten zur Geschäftsabwicklung braucht, wenn es ohnehin schon weiss, was wir morgen zu welchem Preis kaufen werden, kann man auch dahingestellt sein lassen.

Aber selbst wenn sich Google in das Haifischbecken der Banken wagen würde: Das bestechend Schöne am Bitcoin-Ansatz ist für die libertären Freunde der Cryptowährung die Entkoppelung von den Volkswirtschaften, die in ihren Augen oft genug sozialistische und dem Untergang geweihte Planwirtschaften sind. Jede organisierende Instanz wäre dem Einfluss dieser Staaten und ihrer Entwicklung ausgesetzt, angefangen bei der Steuer über die gesetzlich vorgeschriebene Aufsicht bis hin zu jenen brutalen Eingriffen mit Notenpresse und kalter Enteignung, mit denen sich real realsozialistische Staaten nun mal zu retten belieben, wenn es ihnen geraten scheint.

Möglicherweise schaffen die Bitcoins darüber doch einen gesellschaftlichen Mehrwert: Die ideologisch bewegten Propagandisten einer Parallelwährung ohne Staat können ihren Traum noch eine Weile leben, solange die verbliebenen Beteiligten Anstrengungen erkennen lassen, die in die Krise geratene Währung zu stabilisieren. Viele Spekulanten und Journalisten haben sich angesichts der horrenden Verluste die Finger verbrannt, weshalb die Währung so schnell medial beerdigt wird, wie seinerzeit die Geschäftsmodelle in Second Life. Und für die grosse Masse der normalen Kunden tut sich nach dem Debakel so schnell kein zweiter Versuch eines derartigen Crypto-Ponzi-Shemes auf, weder libertär ohne Zentralgewalt noch durch eine bekannte Firma, die sehr genau zwischen Nutzen und Risiken derartiger Projekte unterscheiden muss.

Meine Prognose ist, dass all die grossen Netzkonzerne und Banken nach der NSA- und Finanzkrise zu viele eigene Probleme mit den Staaten haben, als dass sie für die lausigen Pfennige des kleinen Zahlungsverkehrs im absoluten Kernbereich der Währungspolitik einen weiteren Kriegsschauplatz eröffnen wollen. Einfach, weil es sich nicht rentiert, und die Nachfrage nach dem Bitcoin-Debakel zu klein ist.

HINWEIS:

Es gibt auch eine nicht debakulöse Version des Beitrags im Kommentarblog.

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24 Lesermeinungen

  1. Unterschiede zwischen Bitcoin / Lindendollar etc.
    Ein Vergleich von mit einer zentralen, von einer Firma kontrollierter Gutschein-Währung mit einer völlig dezentralen Zahlungsmittel, was der ursprüngliche Sinn des Bitcoin ist, ist noch unpassender als der Vergleich von Äpfel mit Birnen.

    Hinter dem Bitcoin steckt neben der Technologie eine komplett andere Philosophie als hinter den Gutschein-Währungen. Auch unsere derzeitige Hauptwährung Euro hat einen ganz anderen Ansatz als der des Bitcoin.

    Wenn man aber Bitcoin nur aus den Augen der Schuldgeldsysteme sieht, dann ist es natürlich verständlich das der Autor völlig am der Realität vorbei schreibt. ;-)

    • Mir ist klar, dass Libertäre einen ganz anderen Blick auf die Sache haben, aber der normale Leser kommt nun mal von der anderen Seite. Das wäre dann nochmal ein ganz eigenes und langes Thema. Aber: In der Konsequenz wird es wohl so schnell nichts mit der breit genutzten, staatsfreien Alternativwährung. Oder? Ich bin da auch nicht ganz schlüssig, ich sehe es halt nicht.

    • Der normale Leser?
      Jetzt muss ich mich aber doch wundern: was hätte ein normaler Leser denn gerade hier bei Dir zu suchen?
      Da scheint mir ein Zielgruppenkonflikt vorzuliegen.

      Oder es liegt an der Definition von normal.

    • Ich denke, die Entscheidung sollte man mir überlassen. Es ist nun mal so, dass Bitcoins nun mal nicht ein übliches Zahlungsmittel sind.

  2. Nun ja...
    Werter Don,

    meiner Meinung nach verwechselst du den Begriff „Geburtswehen“ und „Desaster“ (was sich hier auf das begrüßenswerte Sterben von Mt. Gox bezieht). Bitcoin an sich ist sicher. Es gab/gibt ein Problem mit Gemeinschaftswallets wie sie Exchanges einsetzen. Da werden also alle Coins von allen Usern in einem Wallet gelagert und das war der Angriffspunkt. Wie das aber so ist bei OpenSource: Es wird schon daran gearbeitet.

    Ich selbst halte Bitcoin am ehesten für ein Pionierprojekt. Weitere folgen längst wie zB. AuroraCoin für Island (s. heise) oder Reddcoin für Social Media. Es fließt derzeit auch viel Kapital in diese wirklich nutzbaren Projekte, weshalb Bitcoin tendentiell immer uninteressanter wird.

    Hier ein Artikel aus meiner Feder zu den grundlegenden Fragen in dieser Angelegenheit (Bitcoin, Quark & Co: Beenden wir die Macht der Banken – freitag.de):

    https://www.freitag.de/autoren/the-babyshambler/beenden-wir-die-macht-der-banken

    • Pionierprojekt
      Was steckt hinter Bitcoin?
      Richard Gendal Brown hat es in einem seiner brillanten Blogbeiträge auf folgenden Punkt gebracht: die Bitcoin-Inovation, die auch Marc Andreesen spannend findet, sind nicht die arbeitslosen Chartanalysten, die an Stelle von Subprimeloansuperfundanteilen nun Cryptowährungsschwankungen mit 51% Wahrscheinlichkeit total genau voraussagen, sondern die Realisierung von Digital Scarcity. Als ebenso inhärentes Modell wie die unendliche Kopierbarkeit digitaler Dateien.
      Das klingt jetzt nicht so lustig wie „Bitcoin ist doof“. Hat dafür aber auch mehr Folgen als die digitale Stammtischlufthoheit.

  3. Kritik geht am Kern vorbei
    Lieber Autor,

    da haben Sie aber so einiges durcheinander gebracht. Den Bitcoin auf eine Stufe mit dem Lindon Dollar oder gar Amazon Coins zu stellen ist für mich noch unterhaltsamer als Kabarett. Ich musste schmunzeln als ich las wie Sie die Stärken des Bitcoins, wie Dezentralisierung in Schwächen umwandeln und ernsthaft behaupten jene würde den Bitcoin rechtlich leichter angreifbar machen.

    Wirklich erstaunlich wie Sie die Unterschiede vergangener digitaler Modelle zu den neuen Kryptocoins nicht erkennen und sich im gleichem Artikel zudem auch noch anmaßen Lösungen für nicht vorhandene Probleme wie die „fehlende Einlagensicherung“ vorzustellen, die einen wesentlichen Kernvorteil der neuen Technologie gekonnt in eine Vertrauensabhängigkeit gegenüber Großkonzernen abwandeln würde.

    Herzlichen Glückwunsch für die lächerlichste Erkenntnis über Bitcoins die ich bisher lesen durfte.

    • Mir ist vollkommen bewusst, dass meine Aussensicht der Dinge (da wo die meisten sind) denen nicht gefällt, die meinen, eine Innenansicht zu haben. Und so muss man natürlich auch nicht gross darüber reden.

  4. An den Autor:
    Wenn Sie den [editiert, wer hier unbedoingt weiter stänkern will, wird nicht freigeschaltet. Don]

    • Ja klar, ich werde zu einer Propagandaseite gehen und das aufschreiben, was Bitcoinsüchtige mir an ewigen Wahrheiten über Falschgeld erzählen. Und über die Freuden von 6500% Kursplus.

      Tut mir leid, aber Medien funktionieren nun mal anders und daran ändrn auch solche kryptogeldgetriebenen Kommentare nichts.

  5. Vielleicht nicht Bitcoin...
    … dann aber wahrscheinlich etwas vergleichbares auf ähnlicher Technologie.
    Was in der ganzen Diskussion um BTC erst langsam zu Tage tritt sind die technischen Möglichkeiten. Bitcoin ist eine Anwendung auf einem P2P-Protokoll, was bisher nur im Ansatz verstanden ist. BTC ermöglichen Micropayments in einer Form, die bisher mangels Technologie nicht umsetzbar war. Die Scripting-Möglichkeiten eröffnen ein noch weiteres Feld….

    Der Vergleich mit Linden Dollars klemmt von vorne bis hinten und wenn die Medien das so vereinfachen müssen, dann sehe ich darin eher den Grund für die Kritik an unbelegten Journalismus.
    Sorry aber bisher höre ich immer wieder die gleichen langweiligen Argumente, die sich einfach durch den Chart des BTC seit 2011 widerlegen lassen. Das waren also alles Stützungkäufe?!?

    und überhaupt: Das letzte Jahrzehnt hat gezeigt, dass P2P sich nicht verbieten oder auch nur totschreiben lässt.
    Warten wir es ab, niemaend muss in BTC investieren und wer in dieser frühen Phase seine BTC nicht im Paperwallet unter dem Kopfkissen hat lebt halt gefährlich. Wir reden doch die ganze Zeit vom Wilden Westen, oder? …und welcher Staat hat sich aus dieser Zeit des Postkutsch-Raubs entwickelt?

    Irgenjemand hat geschrieben BTC ist sowas wie Myspace, lasst uns auf Facebook warten

  6. Man ist besser informiert als vorher -
    so soll es sein, wunderbar.

    Ein netter Gedanke wäre es immerhin, wenn es eine allgemein, gleiche und Supramnationale Währung des Internets irgendwann gebebn würde. Von daher wird die Sache vermutlich nie tot sein, da sie nun einmal in den Köpfen ist.

    Und wer Nutznießer sein solte: alle – stünde fest, und wer sich in Konkurrenz sehen würde: Die Summe nahezu aller Nationalstaaten – wäre auch klar.

    Von daher gälte vermutlich die guten alten Weisheit von den Wegen zum Abituraufsatzes: „Das ist kein Kampf der Kraft mit der Kraft, den fürcht‘ ich nicht…!

    Oder anders: Endlich könnten die USA eine erfolgreiche Parallelwährung des Internets erst dann wirklich tolerieren, wenn sie des US-Dollar als Welthegemonwährung sicher wären, nachdem sich also zumindest Euro und Renminbi hinreichend marginalisiert sähen. (Der Euro durch Vergemeinschaftung der europäischen Schulden, welches sowohl den Euro als auch speziell Deutschland innerhalb des Euroverbundes genug schwächte, sowie der sich ergebende Fortfall des Renminbi, nachdem der kommunistsiche Kunststaat Rotchina nach Überwindung des Kommunismus in 4-5 Einzelstaaten zwrfallen wäre.)

    Wobei die Immoblienbesitzer unter den Internetnutzern es höchstwahrscheinlich vorläufig endlich auch noch gut nötig hätten, dass beim immer wieder auflebenden Versuch eine Internetkunstwährung einzuführen, sich jede Menge Leute in Dummheit selbst enteigneten – gradso wie mit Solaraktien usw..

    Herr Alphons machte uns also hier anläßlich der Internetwährungen, was der „Finanzanalytiker aus Reutlingen“ an anderer Stelle auch schon mal machte: Die Kommentare zeigten also einmal mehr lediglich in welche Richtung der Einzelne eh tendierte, wer nun einmal Konsumkredite gut fände und schnellen Gewinn auf schwankendem Boden lieber anstrebte, der bliebe in aller Regel unbelehrbar, und würde auch weiterhin vermutlich versuchen auf Bitcoins seine Neuen Imperien zu errichten.

    @fefe – wahrscheinlich hatten die Dienste schon bei beim Niedergang von „“Anshe Chung“/Avatar/Rollenspiel/“Second Life” die Hände im Spiel, so ganz nach dem Motto „wehret den Anfängen“ – „noch“, *g*.

    … wenn die Dienste also gut drauf wären – was sie nicht sind, denen fehlen ja Intelligenz und Führung – dann würden sie heute schon, in strategischer Absicht Chinas vorraussichtlichen weiteren Aufstieg subversiver Weise zu verlangsamen, das Land zu destabilisieren, danach trachen, eine Renminbi schwächende Internet-Untergundwährung zu etablieren? (Ok die gibts schon, sie heißt auch US-Dollar – Nein falsch, es müsste ein zusätzlicher Schauplatz her, schon für noch mehr Verwirrung. Also abwarten, fast nichts erscheint hier mehr vollkommen ausgeschlossen.)

  7. Bitcoins haben keinen echten "Wert"
    Endlich mal jemand der gegen den Bitcoinhype anschreibt. Das ist nichts als ein Schneeballsystem und wenn irgendwann niemand mehr einzahlt dann platzt die Blase. Interessant auch was einer der (Erfolg)reichsten dazu sagt: http://www.cnbc.com/id/101494937 …Es ist eine Fata Morgana! Bleiben Sie weg! …& Recht hat er!!!

    • Ich sehe natürlich auch, dass es gegen „echtes Geld“ begründetes Misstrauen gibt, aber ich kaufe statt dessen Silberkannen. Wenn alles schief geht, kann man immer noch daraus Tee trinken!

    • Tee
      Dann aber vorher noch genug Tee hamstern!

  8. Gepokert und verloren
    Lustig.

    Geld wie Heu. Aus dem Nichts. Und das wird dann von Einigen propagiert. Weil sie die Early Adopter sind und früh dabei waren. Und nun auf einem Berg nutzlosem Digit-Müll sitzen, der angeblich Tausende wert sein soll.

    Bitcoin-Fans sind dasselbe wie Windkraftanlagen-Fans. Sie haben gepokert. Und verloren.

    • Naja, aus sich heraus sind Bitcoin natürlich stimmig und logisch und solange es mehr Leute gibt, die das auch so sehen, desto weiter steigt der Kurs.

      Eine Netzwitzfigur hat das als positive Seite der menschlichen Gier verkauft, hat sein Geld aber leider nicht in Bitcoin umgetauscht, sonst hätten wir was zu lachen.

  9. Herscher des Selbstes
    Bis dann 2007 Ginko Financial, eine Art Bank innerhalb von Second Life, spektakulär zusammenbrach und die virtuellen Währung des Spiels – die Linden Dollar – mitsamt dem Wirtschaftssystem diskreditierte

    Das stimmt so nicht, den Linden Dollar ließ es kalt und zusammengebrochen ist nix dadurch.
    Er erfreut sich bester Gesundheit, genauso wie das „Spiel“ Second Life.

    • Nun, Second Life musste eingreifen, Banken verbieten und als Millionärsschmiede gilt es schon lange nicht mehr.

  10. Bitcoin polarisiert...
    Und deshalb werde ich mich auch nicht an den durchaus emotionalen Diskussionen hier beteiligen. Aber festzuhalten gilt, dass Sie mit diesem Artikel eine interessante Überzeugung vom Scheitern des Bitcoin ausgedrückt haben und sich damit gerade im internationalen Pressespiegel alleine auf weiter Flur befinden. Ein riskanter aber mutiger Schritt. Ich hoffe, dass der Artikel hier bestehen bleibt, damit ich Sie in ein bis zwei Jahren einmal an ihn erinnern darf. Dann werden wir ja sehen, ob Sie Recht hatten.

  11. Was ist mit dem Bitcoin-Netzwerk?
    Leider klappte eben beim Abschicken des Kommentares etwas nicht, bitte den Beitrag vor diesem löschen. Danke!

    Man kann zum gegenwärtigen und zukünftigen Wert der Währungseinheit stehen wie man will, aber was ist mit dem eigentlich revolutionären Teil der Idee – dem Rechnernetzwerk das hinter Bitcoin steht? Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit gab es ein Cluster mit auch nur annähernd vergleichbarer Rechenleistung: http://bitcoinwisdom.com/bitcoin/difficulty Diese Rechenleistung dient ausschliesslich dazu, Bitcoin-Transaktionen zu verifizieren und unfälschbar zu machen. Die Leistung dieses Netzwerkes steigt und steigt, vollkommen unbeeindruckt von allen hier geschilderten Problemen mit Exchanges. Kein anderes alternatives Zahlungssystem konnte jemals oder kann gegenwärtig eine ähnliche Sicherheit vorweisen wie Bitcoin, und die Nutzung als Währung ist dabei lediglich eine von zahlreichen bahnbrechenden Anwendungen. Spätestens hier hinkt dann auch der Vergleich mit Lindendollars oder auch jeder anderen der inzwischen zahlreich vorhandenen alternativen Kryptowährungen, weil deren Sicherheit direkt von der Verifizierung bzw. Falschbarkeit von Transaktionen abhängt. Bei einem zentral gesteueren Zahlungssystem oder einem dezentralen, aber „schwachen“ Netzwerk sind Angriffe möglich und realistisch, bei einem starken dezentralen Netzwerk wie es Bitcoin zunehmend besitzt ist eine unbemerkte oder offene Manipulation nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeit praktisch ausgeschlossen.
    Wieviel ein Bitcoin in Dollar oder Euro kostet ist dafür nicht wirklich interessant, auch wenn der Preis eines Bitcoin entgegen des Tenors im Artikel eben nicht fällt sondern bei über 600 Dollar steht und vor allem sehr viel weniger volatil ist als noch vor einem oder zwei Jahren. Die Idee und das Netzwerk „Bitcoin“ funktioniert tatsächlich seit Februar 2009 ohne nennenswerte Probleme, aber auch die beste Softwaregrundlage kann nicht verhindern dass einzelne Implementierungen durch Dritte (MtGox) fehlerhaft sind und scheitern. Das war aber kein Fehler des Protokolls, ebenso wie eine Bankenpleite durch gescheiterte Spekulation nicht automatisch gegen die zur Spekulation benutzte Währung spricht. Ich halte die Möglichkeit Werte online, praktisch kostenfrei und in Echtzeit ohne Mittelsmann von einer Partei zu einer beliebigen anderen zu übertragen nach wie vor für einen historischen Durchbruch, der aber wahrscheinlich in Europa mit seinem mehr oder weniger gut funktionieren Bankensystem von vielen noch nicht wirklich erkannt wurde. Andere Regionen sind sind uns da „voraus“.
    Disclosure: Ich habe 2011, 2012 und 2013 jeweils einige Bitcoins gekauft und so wie im Protokoll vorgesehen im eigenen Wallet mit Backup statt in einer Onlinebörse gelagert. Mir ist noch nicht ein einziger Satoshi durch Diebstahl, Programmierfehler oder Hardwareprobleme abhanden gekommen. Ich habe aber heute sehr viel mehr Möglichkeiten, Bitcoin für Dinge auszugeben die mir wünschenswert erscheinen. Ich könnte selbst Gold und Silber damit kaufen, halte beides aber für keine sinnvolle Anlagealternative im Vergleich zu Bitcoin. Bitcoin funktioniert genau so wie es soll wenn man sich die Mühe macht sich damit zu beschäftigen und das System zu lernen. Und genau das sehe ich das wahre Problem. Menschen sind bequem, und es ist für manche offenbar leichter sein bestehendes Weltbild zu verteidigen als etwas dazuzulernen…

  12. Umgekehrt wird ein Stiefel draus
    „Banken böse – Bitcoins gut“

    Das war die – typisch linke – Denke vor dem Crash.

  13. Es gibt kein "besichertes Geld"
    Mir gefällt der Artikel.

    Nur möchte ich ergänzen, dass es keine „mit Wert hinterlegte Sicherung“ für irgendein Geldsystem „sicher“ geben kann.

    Zunächst gibt es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Geld und Waren.
    Geld ist auch nur ein „Ding“ – was zwar allgemein als einheitliches Tauschmittel genutzt wird, aber das sind Briefmarken und Gutscheine für Pommes auch.
    Eine „mit Wert hintersicherte Währung“ kann es aber nur geben, wenn man einem „Versprechen“ glaubt … aber dazu braucht es kein besonders geartetes Versprechen.

    BiCoins sind somit nur eine neu erfundene digitale Ware – wenn da die Leute glauben, morgen mehr Geld als Rücktausch zu bekommen … dann tauchen sie.
    Glauben sie das Gegenteil, stoßen sie diese Ware ab.
    Ein innerer Wert ist darin nicht enthalten. Aber auch in Gold ist kein „Wert“ enthalten.

    Ein „Wert“ eines Gegenstands – oder auch jeder Art von Geldschein, Münze, digitaler Währung, etc. … ist immer nur zu einem einzigen Zeitpunkt mit einem gültigen „Messwert“ bezifferbar:

    Der Moment des Tausches gegen eine bestimmte Art von Ware oder Geld.

    Im nächsten Moment kann das alles wieder ganz anders aussehen – bei häufig gehandelten „Geldscheinen“ ist das normalerweise selten der Fall, dass sich da was ändert … aber man denke nur an den Bankrun … den gibt es nun mal.

    Geldsysteme sind somit niemals „werthaltig“ – sie können nur funktionieren, so lange es alle Teilnehmer im Markt so akzeptieren.

  14. Wiedervorlage
    Danke für diesen schönen Blogbeitrag. Der kommt bei mir in die Wiedervorlage für den 16.03.2017. Ich denke spätestens dann wird auch der Schreiber eingestehen müssen, dass viele seiner Thesen absolut haltlos sind. Solchen Sachen muss man jetzt schon seit 2011 immer wieder lesen.

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