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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Armageddon allenthalben

| 15 Lesermeinungen

Keine Woche ohne neue Endschlacht im ewigen Ringen von Gut und Böse. Wenn es um die eigenen Belange und Wehwehchen geht, ist die Netzgemeinde (TM) nie um Dramatisierungen verlegen.

Ich möchte zur Einstimmung ein paar Bilder zeigen.

 

Die Kirche hier ist mitten aus einem Gebäude heraus aufgenommen. Welches Gebäude, werden Sie fragen – na das, von dem der Gasanschluss noch in die Luft ragt. Der ist noch da.

Das hier war mal ein Bad. Es ist etwas unordentlich, was peinlich ist, denn man kann es von der Strasse aus betreten – es hat nur noch eine Rückwand.

Dieses Grundstück ist zu verkaufen, und wie Sie sehen, muss man da gar nicht mehr fundamentieren. Ein paar Steinreihen sind noch da.

Wie unschwer zu erkennen ist, war das hier einmal ein Balkon.

Und das hier war bis vor zwei Jahren eine Bar.

Das ist hier bei uns, in Mitteleuropa, und wer vielleicht jetzt erst in Urlaub fährt, sollte in Italien ruhig einmal die Autobahn in Mantua verlassen und auf beliebigen Strassen Richtung Modena oder Ferrara fahren. Am besten über die ganz kleinen Landstrassen. Nehmen Sie auf jeden Fall aber Concordia sulla Secchia mit, und besuchen Sie dort im vom Erdbeben zerstörten Stadtzentrum die gerade neu eröffnete Bar Tiffany. Das ist im Moment einer der surrealsten Plätze des Planeten in einer Geisterstadt, die bis vor ziemlich genau zwei Jahren eine entzückende kleine Landstadt war. Vielleicht kennen Sie sie aus der FAZ, ich war seitdem ein paar Mal unten und habe darüber geschrieben, dass es kaum etwas über die Rekonstruktion zu schreiben gibt, denn Italien ist pleite und vieles sieht bis auf die inzwischen meterhohen Unkrautstauden so aus, wie ich es vor zwei Jahren nach einigen wirklich harten Tagen verlassen habe. Bei einer Flut kann man davonlaufen und ein Feuer kann man löschen, aber ein Erdbeben? Passiert und ist schnell wieder vergessen. Ausser bei denen, die hier seit zwei Jahren ausharren und sicher auch nächstes Jahr um diese Zeit Probleme haben, von denen man sich hier keine Vorstellung macht, und gemeinsam darum kämpfen, dass es besser wird.

Momentan werde ich hier im Internet von allen Seiten bestürmt, doch an das Gemeinsame zu denken. Das Verbindende. Das absolut Bedeutende und Wichtige, was wir als Netzgemeinde an den Tastaturen erreichen müssen. Man berichtet ja über uns, also müssen wir wichtig sein, denn nichts kommt heute ohne die Meinung der Netzgemeinde aus. Ich soll also mit der Masse gehen und mich einreihen, oder wenigstens den Mund halten, wenn ich Kritik vorzubringen habe, um anderen die Chancen nicht zu verbauen. Es geht ja um die gute Sache. Ich fahre 200 Kilometer durch die Zona Rossa, wo immer noch die Wohnwägen in den Gärten stehen, und die Fabriken nach Rumänien gingen. und die Häuser mit Drahtseilen vor dem Zerplatzen gesichert sind, ich komme aus einer Region mit absoluten Erfahrungen, in der auch ich ein paar mal so schnell aus wackelnden Häusern und Ruinen gerannt bin, als wären drei Teufel hinter mir her. Ich komme aus einem Gebiet, wo die Menschen in allen Vereinen versuchen, Geld zuammenzukratzen, Ich komme aus einem Gebiet, in dem bei allen Abhebungen darum gebeten wird, etwas für diese in seinen Grundfesten erschütterte Kulturlandschaft zu tun, und in dem jetzt brutal entschieden wird, was man vielleicht an Heimat noch retten kann, und was weggeschoben werden muss, weil kein Geld da ist.

Und dann sagt mir ein Typ, der gerade eine Hasstirade gegen einen Internetkritiker bei SPON schrieb, wie sehr er unbedingt zu einem Kongress nach Amerika will, um dort von Postprivacy zu erzählen. Für den Flug ist aber kein Geld da, das sollen wir ihm finanzieren. Einfach mal eben so. Die Krautreporterfreunde lassen mich wissen, dass es an mir hängt, ob das gute Projekt lebt oder stirbt und ich dann mit schuld bin, wenn man die Internetszene auslacht. Es gibt bei Twitter einen Hashtag namens „Yesallwomen“, der mir möglichst laut davon berichten soll, was DIE und ALLE Frauen von uns Männern zu befürchten haben, auch wenn der Anlass ein einziger, geistig kranker Amokläufer in den USA war. Andere Meinungen sind da erst gar nicht gefragt, es sind ja Alle, die es so sehen. Ich komme aus einer Region, in der die Menschen ihre Heimat verloren haben und in ständiger Furcht vor dem nächsten Knirschen der Erde leben, ich habe das Theater meiner Freunde in Trümmern gesehen und die Balken, die die Bühne durchschlagen haben und keiner, niemand, mit dem ich sprach, wollte etwas von mir. Aber hier muss ich ganz vorsichtig sein, wenn ich einmal darauf hinweise, dass einem Crowdfunding für ein Buch dasselbe auch zeitnah zu folgen habe. Ich könnte ja einen Autoren, der es mit Hilfe der Netzgemeinde gegen das System der bösen Verlagswelt mit unseren Themen geschafft hat, unter Druck setzen. Hier soll ich mal besser für die Webseite eines Politikberaters und Agenturbesitzers zur Netzpolitik spenden, sonst bin ich ein Verräter der gemeinsamen Sache, auch wenn der Berater mit einem anderen eher so dahin gestümperten Vereinsversuch viel Schaden angerichtet hat. Darf ich überhaupt noch erwähnen, dass auch das Open Data Network aus dem gleichen Umfeld eher tot aussieht?

Oh pardon, und ich darf natürlich auch nicht meinungsfreiheitlich Unschönes über die Piraten schreiben, denn wer sonst schützt mich vor dem Freihandelsabkommen und meine Daten, wenn er denn bei Wahlen mehr als lumpige 1,4% nach linksradikalen Querelen bekäme. Ich muss ja an das Verbindende denken – oder ich habe eine Agenda, die Partei zu zerstören. Ich sollte auch dringend für deren Steckenpferde wie von der Antifa veranstaltete Flüchtlingscamps spenden, um unser Asylsystem in die Knie zu zwingen. Immer schön den Mund halten und die Geldbörse für Macher öffnen, sonst wird man ganz schnell ein Rassist, ein Querulant, ein Fremdenfeind, ein Masku, oder wie das unter der blauschwarzen, internetdorfdumpfen Regierung in Österreich hiess, ein Vernaderer. Und wenn ich statt der nächsten Ruine hier einen Screenshot aus einem geschlossenen Forum anhängen würde, in dem eine bekannte deutsche Netzaktivistin nach einem vergeigten Wahlkampf, den sie für Buchwerbung benutzt hat, ihre Unlust für eine weitere Amtszeit verkündet, wäre das auch ganz gemein. Man müsste doch sehen, was sie für Open Data und Open Gouverment geleistet hat.

Das hier war mal eine kleine Fabrik und sie wird nie mehr wiederkommen. Wie viele andere. Ich muss in Mantua nur das Haus verlassen und 100 Meter gehen, dann kommt ein Schild, das ein Jahr Protest gegen die Verlagerung des grössten Arbeitgebers des Ortes feiert. Ich komme zurück und lese Forderungen nach mehr Förderung für netzbasierte Kunstaktionen, nach Awareness-Teams, die sich um jede Form möglicher seelenverletzender Diskriminierung kümmern sollen, und Kampagnen für genderneutrale Schreibweisen, die mir klarmachen sollen, wie viel noch zu tun ist, und dass ich besser den Mund halte und den Aktivisten mit ihren rabiaten und für die gute Sache menschenverachtenden Twitteraccounts nicht im Weg stehe, wenn sie Politik und Gesellschaft anmaulen. Man soll das Leid der einen nicht gegen die Probleme der anderen aufrechnen, aber auch mein Spendenkonto, meine Bereitschaft, mich finanziell für dieses Netz der Selbstbereichernden und moralischen Klingelbeutelhinhalter zu engagieren, und im Zweifelsfall bei Fehlentwicklungen den Mund zu halten, ist begrenzt. Es gibt mehr als Terremoto, es gibt Obdachlosenhilfe, Frauenhäuser, Kinderhospize, die Bergwacht, den Vogelschutzbund und von mir aus auch den Verein der historischen Rosenzüchter, die mehr tun als eine Website hochschalten und winseln, wenn das nicht das gewünschte Ergebnis gibt, und mit dem Finger auf jene zu zeigen, die sich dem aktuellen Mainstream des alleinigen Netzgutundrichtigseins verschliessen.

Ich habe diesmal nur rund 500 Bilder gemacht, und hinter jedem einzelnen steht ein Leid von indiviuellen, namenlosen Menschen ohne Stimme im Netz, so viel grösser und schwerer als das, was hier im Internet als wichtige Aufgaben der Netzgemeinde von anderen Individuen so rumgetrötet wird. Individuen, die mir sagen, was die Netzgemeinde ist und was ich dafür tun soll. Es gehört in dieser Gemeinde schon einiges an Mut dazu zu sagen, dass ich das anders sehe. Und dass die inzwischen offensichtliche Schwäche dieser Gemeinde vielleicht genau darin begründet ist, dass sie nicht wirklich anpackt, sondern nur metafaselt von dem, was getan werden muss, moralischen Druck aufbaut, sich einen Flug bezahlen lassen möchte. Die Gemeinde versteht nicht, dass man diesem Druck durchaus elegant ausweichen kann, indem man diese Leute ignoriert und die Netzgemeinde zu dem hysterischen Sumpf der moralisch Überlegenen eindampfen lässt, die sie in weiten Teilen schon ist.

Concordia sulla Secchia wird noch Jahre brauchen, um wieder eine hübsche Landstadt zu werden, aber es gibt dort wieder eine Bar als ersten Ort der Kommunikation. Weil Individuen dort etwas tun, statt nur zu reden.

HINWEIS:

Wer in Kommentaren reden will, kann es im Kommentarblog auch tun.

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15 Lesermeinungen

  1. Crowdfunding
    für das Brüsseler ‚Europa Projekt‘ ist auch so einer Sache. Weniger Palaver und Konferenzen, mehr anpacken könnte großartig auspacken.

    • Acta non verba
      Der Lkw einer Baufirma. den ich letztens hier vor einem Baugerüst sah, hatte den Firmennamen dran: „Acta non verba“. Das gefiel mir sehr, weil es passt. Für vieles.

  2. Gut gebrüllt Löwe.
    Nur wer gegen den Strom, tief tauchend, schwimmt(tief denkt), der kommt zur Quelle der Quellen;
    wird „Frei-schwimmer-taucher“(Frei-Tief-Denker) und ist, angekommen in der Quelle tief:=),
    „Frei-Sein“.
    Das, wovon alle nur reden und träumen, das „Freisein“ against all odds.
    Beachtenswerter Beitrag.

    Gruß,
    W.H.

  3. Es gibt
    Vermutlich gute Gründe warum die Verlagsbranche so drauf ist wie sie es ist.
    Da werden auch andere- welche anderen Autoren ? – nichts helfen.
    Crowdfunding hin oder her.

  4. Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es.
    Bravo, Don! So ist es.
    Erlauben Sie mir einen kleinen Schwenk an die mich durch die Bilder erinnernde Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Man kann ja von Atomkraft halten, was man will, die Befürworter werden auch icht müde, den Untergang durch die sogenannten Erneuerbaren Energien zu predigen, die Fananzapokalypse daduch, mangelnde Grundlastfähigkeit etc.etc. Was sie aber zu tun gedenken, den stetig wachsenden Atommüll überhaupt irgendwo zu lagern,wissen sie nicht. Und das da auch schon 300Mia. subventioniert sind, auch nicht. Rückbau auf Steuerzahler abwälzen. Jedem diese Ihre Bilder auf den Frühstückstisch gelegt und das Haus der Meckerheinis daneben projeziert mitsamt der Endlagerstätte. Bin gespannt. An reiner Kraftwerksleistung sind bereits 70 GW Wind und Sonne installiert. – Ca 60AKWs, die zugegebenermaßen grundlastfähig sind. Diese Netzheines sollten sich darüber Gedanken machen oder einfach einen Handwerksberuf lernen, daran ist derzeit extremer Mangel.

  5. Korrektur
    …die zugegebenermaßen NICHT grundlastfähig sind.

  6. Danke, jedes Wort wahr und zutreffend, darum jeder-
    zeit gerne mehr. Die alte Leier: Demagogen vertragen keine und wollen nicht mit der Realität in Kontakt kommen, er wird vermutlich einmal mehr vergeblich argumentiert haben.

    Und könnte auch noch viel über „Möglichkeiten und Grenzen geschlechtsspezischer Erfahrungsapparate“ aka „Männern und Frauen unter dem Einfluss ihres jeweiligen Hauotandrogens“ zu sagen – und zwar aus genau so praktischer Erfahrung.

    Und klar würde man vermutlich zu konstatieren haben, dass es sich vermutlich bei vielen lediglich um eine bloß sogenannte Emanzipation handelte, jedenfalls von außen gesehen.

    Und dass in intakten familien aufgewachsene Söhne z.b. sehr wohl ind er Lage wären sich Emanzipation des mannes vom vater abzuschauen, und zwar gerne.

    das aber gleichzeitig anscheined eine strukturele unfähigkeit innerhalb der links-queer-feministischen Welt bestünde, dass die jungen lesbische emanze auf dem weg zu sich selbst von den 65 jährigen ebensolchen genauso leicht und klug lernen könnte, wollte, oder sollte; zumal, falls es sich um „die eher männliche, also ernährungstechnisch der welt zugeqndte hälfte eier slchen hadeln würde. vor deren neurotisch-narzistischer weibskind-unreife-wut kapitulierte auch die ältere ebensolche, erfahrne frau. und überließe diese jungen uns allen, also dem rest der gesellschaft. also denen „nein, halt, anders, falsch“ zu sagen.

    und ein großteil der frauen wären ihrer natur nach nun einmal vor allem beziehungsexpertinnen – ihre beziehungen machen soviel, wenn nicht alles für sie, darum auch die wichtige und aufopferungsvolle pflege von beziehungen, wenn der doofe mann oder die doofe welt sie nur ließen! – darum auch käme geld bei vielen eher aus beziehungsarbeit, nicht aus sonstiger arbeit.

    und wenns gut geht bezahlen mir meine beziehungen auch interkontinentalflüge – und falls nicht, muss die beziehungs als grundsätzlich vermutlich sozial negativ gebramdmarkt werden – und aus dem individuellen beziehungskanon 8dieser frauengruppe) ausgeschlossen werden. klönntem ja so0nst noch frauen vergeblich versuchen soziale honig draus zu saugen – was aber zeitverschwendung.

    männer aber die keine beziehungen zu frauen suchen oder sich gestalten lassen, bei dene sie für sozial kluge und überlegene frauen bezahlten – wozu wären die also nötigh, nütze, hilfreich? offensichtlich fpür nichts.

    und am ende käme man recht bald zu der feststellung, dass es fast kaum eine emanzipation gäbe.

    männer oder das leben oder die aufgaben gehörten durch attraktivität beindruckt – und erledigten sich dann fast von alleine. und zwar je attraktiver desto besser.

    und überhaupt bekäme frau kinder am besten und sichersten ortsfest. also bei sich selbst und nicht weit weg bei anderen leuten. und zwar schon garnicht weit weg bei an deren leuten mit problemen. denn probleme ätten wir hier auch so schon genug. also mit männern, die nicht zuhören könntebn ud nicht machen wollten, was ihre frauen ihnen sagten oder von ihnen wollten.

    und da wüsste jeder gute mutterinstinkt anteilig zum glück auch, dass das elend weit weg vom möglich glück hier aber auch stark abzulenken verstünde. und dann kämen doofe und gemeine männer daher und sagten, dass solidarität der leidenden frauen untereinander und über regionen hinweg unmöglich wäre, weil wenns hart auf hart käme, auch jede kluge emanzipierte frau gleich hier bei sich an ort und stelle durch öffentlich lautes jammern und wehklagen aufmerksamkeit erregte – und energiezufuhr durch vorhandene energien oder m,änner suchte, erhoffte, wünschte, triebhaft beabsichtigte zu erhalte – und zwar sehr wohl teils ohne über sich selbst übersicht zu erringen in der lage zu sein.

    genau das jahrtausende alte weibsprinzip also von siehe oben – und welche bilder für ein sozialkollektiv am besten handlungsleitend wären, das wüssten usere frauen sowieso schon immer je und je am besten – und würden in ihrwer emanzipation oder in ihren emanzipationsunfähigen grundfesten schwer erschüttert – laut aufheulen wollen, wenn ein mann das stattdessen für sie übernähme?

    schließlich haben die frauen in italien mit den kaputten häusern doch auch männer, warum kriegen die also das nicht selbst hin, dass ihre männern ihnen die schn ell mal eben widder aufbautenß und dann könnten wir doch hinterher um so0 leichter über unsere emanzipation reden, von all diesen und solchen dummen problemen der realen welt endlich einmal wieder unbelastet. worüber frau sich alles auch nioch gedanken machen soll, so was wie kaputte häuswer woanders, wo wie doch hier schon so viele probleme haben, z.b. mit all den männern hier, die scheinbar ganz einfach neuerdings machen, was sie wollen, anstatt zuzuhören und das zu machen was sie solen? also z.b. frauwen auf händen zu trgten, egal ob dies verdient haben oder nicht. und zwar für immer und aus liebe.

    „männer reden über die welt – frauen stehen am dorfplatz des internet und reden über die männer“, das ist die emanzipation der frau. und wenn sie pech haben mit einer eigenen arbeitstelle bis zur eigenen rente.

    und wenn du zum weibe gehst, vergiß die peitsche nicht. sie tut dir sonst gift ins essen, sobald sie kann, weil sie schwäche verachten muss. und jeder mann ist schwach. und wenn er nicht schwach ist, dann ist er eh eine frau. die neue emanzipation der berg-, see- oder italienfahrer.

    und frau dr. merkel kann nicht mitreden, denn erstens ist sie keine mutter, und zweiten hat sie einen guten, echten mann. also schon zwei nachteile, die ihr wahres gutes urteil trübten.

  7. .. in der Tat ...
    … ist das, was in der veröffentlichten Meinung mittlerweile als „Netzöffentlichkeit“ daherkommt, wohl im Grunde der Faulheit der Redaktionen zu verdanken. Querulanten, Egomanen, Neurotiker et. al. haben im Internet die ideale Plattform gefunden, um verquere, undurchdachte Positionen öffentlich zu machen – als Vehikel nutzt man gerne das latent schlechte Gewissen der von alt-68er Idealen geprägten Medienschaffenden … voilà, ein Thema ist gesetzt, die schnelle Verfügbarkeit der Inhalte erleichtert das Weiterverbreiten, ohne dass sich ein Redakteur die Mühe der Recherche zu machen bräuchte, geschweige denn der Reflektion …
    Glücklicherweise sind die grosse Mehrzahl dieser Diskussionen so substanzlos, dass schon in wenigen Wochen das Thema sanft ins Nirwana verschoben wird … schade nur um die Lebenszeit, die die Rezeption verschlungen hat (und die physikalische Energie, die konsumiert wurde!

  8. Aus der Seele gesprochen.
    Ja. Man darf und muss das alles mal sagen.
    Auch mir geht das „metagefasele“ darüber was zu tun wäre gegen den Strich. Ich erlebe das nicht nur bei sogenannten Netzaktivisten, sondern auch be vielen Facebook-Freunden. Den ganzen Tag werden schlimme Dinge zitiert und das Gendergeheule der gebildeten Damen ist da besonders daneben. Nicht das auch da Änderrungsbedarf bestünde. Aber die Maßstäbe sind irgendwie verschoben. Auch denke ich da an die unzähligen geretteten und noch zu rettenden Hunde. Damit lässt sich trefflich Quote machen. Und es ist völlig correct.
    Was diese Leute verbindet ist genau das, was wir immer am Stammtischpolitiker kritisiert haben.
    Facebook-Posterr, Hashtag-Queens, Netzaktivisten und Hunderetter sind am Ende alles nur das analoge zum Greenwasher der Industrie im Gutmenschbereich.
    P.S. Ich erlaube mir das hier zu schreiben, weil ich auch im wirklichen Leben noch einiges mache.

  9. Netzaffine Deutsche....
    .. sind leider vor allem sentimental. Netzaffine Macher findet man vor allem in den USA. Ich frage mich schon länger warum dies so ist:

    http://ernstwilhelm.wordpress.com/2014/01/31/die-sentimentalitat-netzaffiner-deutscher/

    Und noch ein Unterschied. Netzaffine Meinungsmacher in Deutschland sind in der Regel Versager, was Unternehmensführung angeht. Womit wir bei dem wären, was der Deutsche an seinen Polikern schätzt. Und siehe da, der Kreis ist geschlossen!

    • Sehe ich ähnlich, die wenigsten können wirklich was und machen lieber Traumtänzerei. Ein Subgenre eines allgenein übersubventionieten Kulturbetriebs, dem die Halbierung der Mittel nicht zwigend schaden würde. Qualität muss sich halt nicht mehr durchsetzen.

    • Gerade stehen, bitte.
      Entschuldigen Sie, das ich Sie hier photographisch stramm stehen lasse.
      Ich möchte nur darauf hinweisen, was Sie da gerade alles wegrationalisieren möchten.

      Niveau: erstes Semester in einer Photoklasse in irgendeiner Kunsthochschule
      frecherweise unterstelltes Thema: na, es wird wohl um die photographische Ortsbeschreibung der Kulturlandschaft gehen

      1. Bild – es geht um den Gashahn? Nö. Zumindest nicht in dem Photo. Da legt man dann mindestens die Schärfe drauf. Geht in die Hocke, legt sich auf den Boden, arbeitet den bildnerisch heraus.
      2. Bild – uch, Schärfe. Die nicht vorhandene, meine ich.
      3. Bild – vielleicht kann die Kamera auch gar nicht scharf?
      4. Bild – oh, doch, scharf geht. n Schritt zurück hätte aber noch gehen sollen, weil es keinen Grund gibt, das die Blumen da oben über den Bildrand gehen. So was gehört mit in’s Bild eingebunden oder man hat nen guten Grund, es nicht zu tun. (Gibt’s hier nicht).
      5. Bild – in den Lichtern viel zu hell. So was ist nienienie weiß. Könnte man eventuell mit vernünftiger Bearbeitung noch rauskitzeln. Kompositorisch könnt’s dann vielleicht zumindest ordentlich sein.
      6. Bild – nich bloß gerade sitzen. Beim Photographieren steht man auch gerade. Senkrechte Linien haben gefälligst senkrecht zu sein – oder nen guten Grund, das nicht zu sein. Den gibt’s hier nicht.
      7. Bild – wenn das in normaler Auflösung scharf ist, (beim klein rechnen geht schon mal was verloren)
      würde ich es tatsächlich erst mal stehen lassen.
      8. Bild – öh – erschließt sich überhaupt gar kein bißchen. Keine Daseinsberechtigung in der Reihe.
      (wie warum man so was machen kann, würde hier zu weit führen)
      9. Bild – gerade stehen, bitte! Die senkrechten Linien…
      10. Bild – könnten auch irgendwo in Deutschland irgendwelche Baumaßnahmen sein.
      Würde es hier ernsthaft um ne Reihe gehen, würde ich sagen, vielleicht noch nicht komplett rausschmeißen, sondern auf den „eventuell“ – Stapel legen.

      In höheren Semestern würde man bloß noch auf die Bilder gucken, sich fragen, was man denn da bloß
      für nen Murks gebaut hat. Und ganz schnell wieder hinfahren.
      Im ersten oder zweiten Semester bekommt man so etwas noch erklärt.
      (Wobei, Schärfe? Das ist doch allgemein bekannt, dachte ich.)
      So, wie die Bilder jetzt da sind, ist das allerhöchstens ein Ansatz. Eine Idee für eine Arbeit.

      Und das sind nur Grundlagen, die ich hier ‚runterschreibe.
      Basiswissen. Die Technik, die man so dermaßen intus hat, das man beim Photographieren gar nicht mehr daran denken muss.
      Damit man beim Photographieren vernünftig an die wichtigen Sachen denken kann.
      Aber das dauert, dazu braucht man Erfahrung. Und jemanden, der einem erklärt, was man wieder alles falsch gemacht hat.

      So was an Wissen und Können möchten Sie ernsthaft wegrationalisieren?
      Ich fände es wirklich richtig schade drum.
      Gut, es wird n bißchen schwierig, n ganzes Studium runterzuschreiben.
      Es gibt noch sehr viel mehr, über das man nachdenken müsste. (Bei den Photos, sollte es ne Reihe werden)

      Aber vielleicht wird über diesen recht strengen Weg ja Ihre Meinung noch mal überdacht.

    • Netzaffine Meinungsmacher = Versager, was Unternehmensführung angeht.
      …und fefe? was ist mit fefe? richtet er sein Unternehmen zu Grunde?

  10. Gut getrötet ...
    … aber das wird gänzlich skrupellose und ich-kreisende Typen wie die Julias, Kattas und Marinas und andere Gendertanten nicht einmal einen Wimpernschlag beeindrucken … Und bald kommt wieder ein Buch der Tanten heraus über „Internet-Refugees und practical Global Resistance. Warum das Patriarchiat Krisen herbeiredet“ z. B. Bitte bei Titelplagiaten (c) Sirisee 2014 nicht vergessen. Einnahmen spende ich nach Mantua…

  11. Ich leide mit !
    Schoener Kommentar werter Don Alponso. Machte mich nachdenklich.
    Wegen mangelhaften Kenntnis der Sprache versinke ich in mein gelaeufiges Denglissh mit:
    „They sow the wind and reap the whirlwind.“
    Pax vobiscum

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