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Über Gott und die WWWelt

Piraten, die auf keine Kuhhaut mehr gehen

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Zerstritten, menschlich mies und ein Grund zum Fremdschämen: Es wäre leicht, die Piraten totzuschreiben. Aber nach dem Austritt ihrer Radauprominenz hat die Partei zum ersten Mal eine echte, seriöse Chance.

Mir wird nach meinen Beiträgen an dieser Stelle mitunter vorgeworfen, ich hätte die Piratenpartei sehr frühzeitig schlecht gemacht, runtergeschrieben und auch nach ihrem Absturz in der Wählerguntst noch übel schikaniert. Meine Berichterstattung war nicht gerade nett, das gebe ich zu, aber Trolle dreilagig extraweich abwischen ist nicht die Aufgabe der Presse, und natürlich könnte ich nun in den Chor derer einstimmen, die behaupten, die Piratenpartei sei nach „prominenten“ Austritten erledigt, und mich wieder Miesbacher Fleckviehinhalten zuwenden.

Nun ist das mit Parteiaustritten ja immer so eine Sache. Den Medien erscheinen sie wegen des Konfliktpotentials als saftiges Fressen, meist geht es rund, und Menschen geben Anlass zum fremdschämen und klicken. Und wenn der Abgang von Wolfgang Clement an eine Folge von Denver Clan erinnerte, dann waren die letzten Tage in den Taten der Austretenden alle Folgen von „Berlin – Tag und Nacht“ auf einmal. Für so ein Mass der persönlichen Anfeindung einer ehemaligen politischen Heimat muss das Verhältnis wirklich total zerrüttet sein, und der Wähler klickt zwar solche Peinlichkeiten, aber er will davon nicht regiert werden. Während ich das hier schreibe, werden in Nordrhein-Westfalen weitere Angeordnete auf die mieseste aller Arten zur Partei Lebeunwohl sagen, und in Berlin wird die Fraktion spätestens dann auseinanderbrechen, wenn die Peergroup der Ausgetretenen eine neue Partei gegründet hat. Bei der Schlammschlacht wurde übrigens von vielen Ex-Piraten erneut gefordert, mich zu entlassen, und so mag meine Meinung erstaunen, aber:

Ich beschäftige mich mit denen ja schon länger, und man macht meines Erachtens einen Fehler, die Piraten für ein totes Pferd zu halten. Und dafür habe ich einige Gründe.

1. Die Piraten haben eine weitgehend intakte Struktur. Das klingt vergleichsweise banal, ist es aber nicht. Es gibt neben den lauten Kreischern, die nun das Weite suchen, immer noch Tausende von arbeits- und beteiligungswilligen Parteimitgliedern, die inzwischen mehrere Jahre Erfahrung mit Wahlkämpfen, Organisation und Verwaltung haben. Es mag schwer sein, den „typischen“ Piraten zu definieren, aber getragen wurde und wird die Partei gerade nicht von der Radauprominenz, die das Bild bei Twitter und damit in den Medien beherrscht. Diese Aussenwirkung einer kaputten Partei ist nur teilweise ein Versagen der Partei – sie ist auch ein Versagen der Medien, oder schlicht Gefälligkeitsjournalismus, der die Pöbler hofiert.

2. Die Piratenpartei wird dadurch gerade schlagartig die meisten grösseren Personalquerelen los. Nachdem sich der Berliner Abgeordnete Christopher Lauer über Monate aufgeführt hatte, als hätten seine Freunde die Macht in der Bundespartei, trat er nun angeblich unabhängig von der gegen ihn angestrengten Ordnungsmassnahme aus. In Lauers Kielwasser der Affronts gegen den Bund hatten sich andere gut eingerichtet, und versucht, mit der progressiven Plattform eine eigene, gegen den Bund gerichtete Strömung zu schaffen. Diese Gruppe erlitt mit ihren linken Projekten bei der Landtagswahl in Sachsen eine brutale Niederlage. Der ebenfalls linksorientierte Vorstand der Hansestadt Bremen überlebte seinen Versuch nicht, dem Bundesvorstand ein Hausverbot zu erteilen. Es war das erste Mal überhaupt, dass sich ein Bundesvorstand aktiv gegen die dauernden Zumutungen und Anfeindungen aus Berlin wehrte – und dieses eine Mal hat gereicht, um die Fraktion der Lauten in sich zusammen fallen zu lassen. Alle weiteren Einlassungen dieser Gruppe, alle weiteren Vorschläge von der geistigen Brillanz eines Weltraumaufzugs und die übelsten Altlasten können nun nicht mehr den Piraten nachgesagt werden. Durch die Austritte gibt es keine linksbizarren Mehrheiten in der Programmarbeit mehr, irrwitzige Anträge wie Zeitreisen sind damit obsolet.

3. Es gibt kein ernsthaftes Risiko einer neuen Konkurrenzpartei. Die Ausgetretenen sind sehr heterogen und waren bislang nur durch den Kampf gegen die liberalen Kräfte rund um den Vorsitzenden Stefan Körner in der Partei zusammen gehalten Draussen sind Antifa-Anhänger, Gender-Aktivistinnen, Polizeimitfeuertöter, Ausschreitungsversteher. Linksdogmatiker, K-Gruppen-Stilfreunde, und netterweise sogar besonders peinliche Fälle von Mitarbeiterbeischlaf. Draussen sind auch die meisten Anhänger der Datenschutzkritik, die eigentlich in so einer Partei nichts verloren haben, und durch die Erfolge dennoch hochgespült wurden. Und ebenso draussen sind bekannte Befürworter von Liquid Democracy und der Ständigen Mitgliederversammlung im Internet, einer Idee, über die man vermutlich ohne Abmahnrisiko sagen kann, dass die Piraten dafür angesichts der linken Klüngelgruppen nicht reif waren. Oh, und die notorischen Abmahnfreunde und Redefreiheitsbekämpfer sind nun auch draussen, wie die sie unterstützenden Frauenquotenforderinnen, die immer besonders laut wurden, wenn sie nicht die gewünschten Listenplätze bekamen. Dieses Konglomerat der egozentrischen Häuptlinge möchte nun eine neue Partei gründen und sucht dafür noch schuftende Basisindianer.

4. „Diese Bubis können mal schön ihre Mandate zurückgeben“ – so sagte einst der jetzige AGH-Sesselbehalter Christopher Lauer über andere Mandatsinhaber, die früher die Partei verlassen haben. Doppelmoral mögen die Wähler nicht, aber die letzten Monate haben gezeigt, dass auch bei den Piraten so etwas wie ein Lerneffekt einsetzt. Haarsträubende Fehlbesetzungen oder egomane Trittbrettfahrer, Vertreter von Partikularinteressen wie Johannes Ponader und Julia Schramm, die quasi im Alleingang die Partei in den Abgrund reissen, wurden nicht mehr gewählt. Linke neigen dazu, das als Säuberung von Visionären zu bezeichnen – tatsächlich hat die Partei jetzt zum ersten Mal die Chance, sich mit schlankeren Strukturen zu professionalisieren. Das wird ein, zwei Jahre dauern. Aber es sind genug Leute da, die diese Arbeit machen wollen.

5. Und wenn wir über Lernfähigkeit reden: Man will ja keinem zu nahe treten, aber für die junge, internetfreudige Generation sind inzwischen politisch Leute wie Öttinger, Dobrindt, Maass und Gabriel zuständig, mit Kernthemen wie Überwachung, Kontrolle, Verboten, Benachteiligung der Nutzer zugunsten von Firmen, Anwälten und Behörden, und Totschweigen des NSA-Skandals. Haben Sie mal die Datenschutzbeauftragte dieser Regierung gesehen? Die Politik macht jetzt so weiter, wie sie es vor dem Aufstieg der Piraten gehalten hat. Und wieder stehen so gut wie alle meiner Freunde vor der Frage: Was wähle ich und was ist dabei das allergeringste Übel für meine persönlichen Interessen. Ich kenne so gut wie niemanden, der noch wählt, weil er von einer Partei überzeugt ist. Ich sehe auch nicht, dass die Grünen versuchen, zu einer echten Freiheitspartei zu werden – die laufen gerade Gefahr, eine dogmatische Verbotspartei zu sein. Und alle möglichen Leute klagen, dass man dringend wieder eine liberale Partei bräuchte, nur halt nicht die FDP, sondern wirklich liberal und offen und in der Lage, das 21. Jahrhundert unideologisch zu betrachten. Da ist eine riesige Bresche im Wahlvolk, und dass neue, offene Strömungen von unten diese Breschen nutzen können, sieht man gerade bei NEOS in Osterreich. Jahrelang lagen die Liberalen in Agonie, bis man sich etwas Neues mit Bürgerbeteiligung ausdachte, durch das die traditionellen Parteien schlagartig alt aussahen.

6. Das kurze Hirn des Internets mit seiner perversen Aufmerksamkeitsökonomie. Das hat aufgrund seiner Offenheit massgeblich zum Niedergang der Piraten beigetragen – einerseits, weil die Spinner es befeuerten, andererseits, weil sich die Natur der Bindung und Begeisterung ändert, weg von der Sympathie hin zu einer Art opportunistischen, bipolaren Störung. Ich bin weiss Gott kein Freund der Wankelmütigkeit und der brüchigen Beziehungen, die das Netz mit sich bringt, des katalogartigen Auswählen von Geschlechtspartnern bei okcupid und der Gier nach dem günstigsten Preis, egal unter welchen Bedingungen das Zeug hergestellt wurde, und danach wollen sie unbedingt eine Mietpreisbreme und Nudel-BGE für alle – aber das ist so. Es kommt darauf an, gute Angebote zu machen, dann ist die Vergangenheit schnell vergessen. In Bayern gehen die Piraten jetzt vor Gericht gegen die Störerhaftung vor, die andere Parteien festschreiben möchten. Es gibt immer noch den Wunsch nach Vorratsdatenspeicherung und Leistungsschutzrechten und Zwangs-DRM und weniger direkter Demokratie und Geheimverhandlungen und unbewegliche Ämter, die sich das Wählscheibentelefon zurück wünschen. Die Brüche in dieser Gesellschaft sind weiterhin da, und sie stellen alle Parteien vor die Frage, was sie bieten. Die Piraten können da als einzige grössere, funktionierende Parteistruktur vergleichsweise unbefangen und ohne Risiko herangehen, und das Ende der festen Beziehungen auch verstanden haben.

Insofern: Ja, die Fehler dieser Partei gehen auf keine Kuhhaut und nein, ich möchte von einem Herrn Lauer keinesfalls lieber als von einem Herrn Berlusconi regiert werden, und bevor ich das Buch von Anke Domscheit-Berg lese, bestelle ich mir die gesammelten Reden von Maggie Thatcher – aber die sind draussen. Da gab es ganz schreckliche Leute, die nie hätten nach oben kommen dürfen. Aber es gab auch massiven Druck auf die anderen Parteien, sich endlich der Gegenwart zu stellen und nicht nur die Altersheime zu besuchen, und in meinem Umfeld wird die Partei, sofern sie inhaltlich arbeitet, zumindest noch als wünschenswertes Drohpotential gesehen. Ob daraus wieder eine wählbare Partei im Sinne eines kleinsten Übels wird, weiss ich natürlich auch nicht. Aber auch das nächste Mal wird man in der Wahlkabine alternativ wieder einen Dobrindt oder Gabriel ankreuzen können.

HINWEIS:

Siehe auch Kommentarblog

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60 Lesermeinungen

  1. Dieses Pony schnauft noch
    Eine Interessenvertretung der Angestellten fehlt in der deutschen Parteienlandschaft. Die Stimme der Dreißiger und Vierziger ist kaum zu hören. Warum nicht orange.
    Doch biite, bitte ändert etwas am Branding. Pirat ist eben nicht nur Capt. Jack, es ist ach Sambossa und Somalia und westafrika und übler Verbrecher.

  2. Treffend zusammengefasst
    k/t

  3. Und dann ist auch gleich noch aus der http://blogs.faz.net/ -Auflistung der
    vorige Deus ex Machina Beitrag verschwunden:

    http://blogs.faz.net/deus/2014/09/21/der-richtige-kampf-gegen-stalking-mit-falschen-waffen-2164/

    Deus ex Machina

    Der richtige Kampf gegen Stalking mit falschen Waffen

    Mit der grossen Keule gegen das wachsende Problem Stalking: Eine emotioale Petition drängt auf eine drastische Strafrechtsverschärfung, die selbst monströse Züge trägt.

    Mehr

    Letzter Beitrag 21.09.2014, 17:30 Uhr von DON ALPHONSO 21 29 51 8192

    • In dieser Übersicht ist pro Blog immer nur der neueste Beitrag gelistet. Das Aktualisieren kann (wie beim Kasten auf der Startseite auch) manchmal ein klein wenig dauern, kein Grund, nach dem THW oder Katastrophenschutz zu rufen.

  4. Die Thatcher-Speeches brauchen Sie sich doch nicht zu bestellen, die gibt's ganz
    einfach hier:

    http://www.margaretthatcher.org/speeches/

  5. Fleckviehinhalte?
    Dob – RIND – t beispielsweise, gelle?!

  6. Link zum Kommentarblog geht nicht
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  7. Widerspruch
    Man soll den jungen Leuten hier keine Illusionen machen. Die Marke ist verbrannt, alles was der Wähler noch mit „Piraten“ verbindet, ist irgendein Gezänk und Gestänker auf Twitter, und das grundsätzliche Scheitern direktdemokratischer Ansätze. Gratulation. Es war ja auch mal anders. Das Dumpfprotest-Klientel ist nun längst zur viel ordentlicheren AfD weitergezogen, und ganz ohne es wäre es auch bei guter Sacharbeit spätestens im Bund schwierig mit der 5%-Hürde geworden, aber die tolle Sacharbeit gab es ja nicht mal bei den angeblichen „Kernthemen“, die der Partei auf dem Silbertablett präsentiert wurden. Stattdessen nur öde Machtkämpfe. Und nun? Eine programmatisch schmal aufgestellte Heise-Newsticker-Partei, der die GEZ ein größeres Übel ist als der hilflose Umgang der großen Parteien mit der Digitalisierung und ihren Folgen für die Arbeitswelt, oder die sozialen Verwerfungen des Neoliberalismus. Man will sich auf irgendwie modische Internetthemen beschränken, die unter Nerds wenig umstritten sind, niemand mag ja die Zensursula udn alle wollen was downloaden dürfen. Ein paar kleine politische Korrekturen, für Gamer und Sharer, ein paar neue Meme und „witzige Aktionen“. Damit sagt man „wir wollen gar nicht regieren“. Denn auch schon in einer Länderregierung kommen ganz andere Fragen auf einen zu. Und: Mit diesem Konzept waren die Piraten ja schon mal gestartet. Erfolg damals: um die 1,5 bis 2%. Nun sind sie eben wieder dort angelangt, „back to the roots“. Vielleicht fühlen sie sich dort ja auch viel wohler. In ihrer kleinen kuscheligen Nische. Wo sie unter sich sind.

    Im Grunde war es schon alles klar nach dieser Farce, bei der die „Netz“- und Nerdpartei sich nicht einmal zu Liquid Feedback/Liquid Democracy bekennen wollte, und stattdessen alle internen visionären Versuche und Protagonisten in üblich hasserfüllter Weise noch sabotierte, um am Ende nun mit einer Briefwahl um die Ecke zu kommen. Überholt von der SPD. Geht es noch trauriger? Ansonsten hat ihnen Twitter und die eigene Geschwätzigkeit das Genick gebrochen, neben den mangelnden Umgangsformen und dem eigenen Unwillen zur Weiterbildung über den Nerd-Admin-Netz-Tellerrand hinaus. Kein Mensch wird die landes- oder bundesweit nochmal wählen, höchstens lokal und kommunal da, wo sie ja wirklich an einigen Stellen gute Arbeit leisten und auch erfolgreich kommunizieren. Aber das reicht eben nicht, denn das öffentliche Bild haben nun andere geprägt – ausgerechnet auf fremdbestimmten und ausspionierten kommerziellen Netzplattformen wie Twitter oder Facebook. Die Berliner nehme ich da auch nicht aus, aber dort waren sicher auch eher die Leute mit den interessanteren Ideen beheimatet. Der jetzige Vorsitzende und sein Süd-Klüngel wirken auf mich völlig uninspirierend, seine „Vision“ einer Internet-FDP, bei der man das Erbe der genannten antritt, haben ansonsten ja auch sowohl AfD als auch Grüne bereits gehabt, und beide sind dabei wesentlich erfolgreicher. Das Wählerpotential ist damit bereits abgeschöpft. LQFB und BGE dagegen waren Marktlücken, mit denen man sicher nicht gewöhnliche CDU- und SPD-Wähler ansprach, wohl aber eben die Anhänger solcher Ideen, die zuvor keinerlei politische Heimat mehr hatten, seit dem Wandel der Grünen zu einer konventionellen Wohlstandspartei. Das war wirklich mal was Neues. Am schwersten aber wiegt: Wer intern so miteinander umgeht, dem will man doch keine Verantwortung für ein Gemeinwesen anvertrauen. Ich hätte diese Wut aufeinander gerne mal lieber gegen SPD und CDU und deren Politik gerichtet gesehen, die uns seit Jahren regieren, davon merkte man aber nicht viel, bei dem ganzen Gestänker gings ja eigentlich immer nur um „Parteifreunde“. Letztlich haben beide Flügel nicht erkannt, was sie aneinander haben und wo der eigentliche Gegner steht, nun hat sich eben der dümmlichere am Ende durchgesetzt, eine bundespolitische Relevanz hat das alles aber nicht mehr. Ich finds als Wähler ja auch durchaus schade, aber das Thema ist nun wirklich gegessen und durch.

    • Wähler sind nicht dumm
      Die Piraten haben sich mit Pauken und Trompeten verabschiedet, gerade als den Wählern Konzepte präsentiert wurden, die nie durchgerechnet waren. BGE ist ja schön und gut, aber es war eben dumm das im Wahlkampf so zu verkaufen, dass eine Enquete Kommission erst die Machbarkeit überprüfen sollte.

      Wähler merken sehr schnell, ob da Spinner unterwegs sind, die nur heiße Luft verkaufen.

      Als dann noch einige anfingen von Demokratie als Brückentechnologie, zivilem Ungehorsam und Anarchie zu faseln war es ganz vorbei. Da bekamen die Piraten endgültig den Stempel linksradikaler Sektierer und eben auch das entsprechende Wahlergebnis.

      Es hat sich für die Piraten definitiv nicht ausgezahlt, dass diejeneigen, die nun die Partei verlassen haben, alle und jeden die auch nur leise Kritik am „neuen“ Gesellschaftsentwurf a la Höfinghoff äußerten als Nazi oder zumindest rechtsradikal darzustellen.

      Hinzu kamen Skandale und Dummheiten von anderen die die Umfragen auf 1% drückten.

      Komischerweise hört man von denen die gegangen sind, nie Kritik am eigenen Anteil am Verlust der Prozente….aber Einsicht ist von egozentrischen, überheblichen Selbstdarstellern auch nie zu erwarten.

    • sehe ich anders
      Ich sehe das anders und bevor ich fort fahre…Guter Artikel! Ich sehe das deshalb anders als Sie Herr/Frau @WähldenWal, weil m.E. die derzeit etablierten Parteien viel zu homogen geworden sind. Die Streit bzw. Austrittsrede von Lauer fand ich amüsant und bezeichnend für politische Diskussionen. Ich würde auch die Piraten wieder wählen, weil es doch gar nicht schlimmer werden kann als unter Merkels Politik. Was wurde denn von den derzeitigen aktuellen Parteien erreicht? Die Menschen werden belogen von der Politik, die Mehrheit will scheinbar auch nicht die Wahrheit hören und watschelt munter weiter unterstützt durch eine fadenscheinige und oftmals zumindest gefühlten vordiktierten Journalismus. Europa zieht gerade in den Krieg. Wurde ein Hr. Köhler noch zum Rücktritt bewegt, hat es nun der Freiheitsredner und Bürgerrechtler Gauck geschafft, dass der Kauf und Export von Waffen Salon fähig wird…achja die SPD regiert ja auch jetzt mit und die Grünen würden auch so gerne regieren…Kurzerhand die Nato zieht in zwei Kriege, einmal gen Osten (Ukraine) und gen Nahen Osten, Syrien und Irak. Die Kritiker, ein Netzwerk aus Parteien, NGOs, Gewerkschaften etc. die gegen TTIP demonstrieren wollen und Unterschriften sammeln, werden einfach „platt“ gemacht aufgrund eines angeblichen Form Fehlers. Google fährt mit seinem Automobil durch Deutschland und dann kommt raus, huch die haben nicht nur Bilder gemacht sondern auch gleichzeitig ausspioniert, wer alles ein offenes W-Lan Netzwerk hat. Die örtliche Kölner Telefongesellschaft NetCologne gibt zu, Ihre Systeme überprüft zu haben aber nicht das Eingangstor der NSA gefunden zu haben und somit nicht weiß, wie die es geschafft haben Net Cologne auszuspionieren. Andere=Fremde wissen mitlerweile besser bescheid über unsere Daten als wir selbst und was macht die hiesige Politik? Sie bescheinigt, dass das Internet Neuland ist. Soll ich noch weiter schreiben? Bravo.
      Fazit: Wir brauchen die Piraten, wir brauchen diejenigen die Ahnung haben und unsere Daten schützen, was impliziert, dass es Menschen geben muss, die das ganze auf ein breites Podium stellen und das dieses Thema öffentlich debattiert wird. Auf friedliche Aktionen hört doch mitllerweile kein Mensch mehr oder werden Kriege oder Gesetzes Verstöße verhindert, wen man sagt das sei verboten. Die Firmen von Google bis Amazon scheren sich darum doch einen feuchten Kericht. Und wenn es linke Kritiker sind, werden sie halt weg gesperrt oder mit Wasserwerfern vertrieben, wobei ja mitlerweile alles als Linke Kritik bezeichnet wird, wenn es Kritik an der Bundesregierung gibt oder anderen Institutionen. Zack, elender Weltverbesserer oder Gutmensch. Mir ist das zu einfach. Und wenn ich wählen gehen werde, werde ich nur noch kleine Parteien wählen, wie die Piraten, wie die Tierschutzpartei oder Die Partei. Wenn schon für dumm verkauft werden dann richtig oder satirisch.

    • Die ersten Erfolge
      Ich mag mich täuschen, aber es waren doch die vielgescholtenen „Berliner“ und ihr „linksutopisches“ Programm, die landesweit den ersten richtig großen Wahlerfolg einfuhren und völlig unerwartet mit allen Kandidaten ins Berliner Parlament einzogen, oder? Was wardas für ein Wahlabend, ich habe die Freude geteilt. Wobei das sicher auch den speziellen Berliner Verhältnissen geschuldet war. Der Schwung brachte dann im selben Jahr noch weitere Erfolge anderswo mit sich, mit einem „Kerniprogramm“ hatte man zuvor aber jahrelang nirgendwo viel gerissen. Von daher wundert mich diese Euphorie jetzt doch etwas – das alles hatte man doch so schon bereits einmal probiert. Reaktion von Medien und Gesellschaft war damals, ich kann mich noch gut erinnern: „Ihr könnt nicht nur mit „Internet“ antreten, die Menschen bewegen ganz andere anstehende Fragen“. So kam es dann doch erst zu einer breiteren thematischen Aufstellung, zum Teil durchaus gelungen und so noch nie dagewesen, teils auch amateurhaft-unbeholfen. Aber das gestand man euch auch noch zu. Die Hauptsache war doch, dass da ganz viele neue Ideen waren. Wo sind die hin?

    • Zugespitzt und treffend
      Das Problem ist nur: Wer so denkt und schreibt, muss ein gewisses intellektuelles Potential aufweisen, und eher selbstlos sein. Die Leute, denen es nur um ihre Karriere in der Politik und auf einen Sitz im Landtag ankommt, sind in der Mehrheit. Vieles, was ich hier lese, hat einen höheren literarischen Wert. Leider haben die Intellektuellen die Welt lediglich brilliant erklärt, aber nicht verändert. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, schlimmer ist es, wenn sie einem langsam abhanden kommt, denn der Wahnsinn hat System, s.o.

    • Eine gute Analyse...
      … basierend auf Ihren Informationsquellen.
      Hier sind die öden Machtkämpfe:
      http://www.zeit.de/suche/index?q=Piratenpartei
      (Ja FAZ, ich bin brav und verweise bei negativen Dingen auf die Konkurrenz)


      Und hier ist die tolle Sacharbeit zu den Kernthemen:
      https://www.youtube.com/watch?v=F62jg13zFaA&list=UU4FClKsSljWhL8FqwV44nwQ
      https://www.youtube.com/watch?v=KqTN2OHl30k
      https://www.youtube.com/watch?v=YRAHMUwKu_c

      Fällt Ihnen etwas auf wenn Sie die Quellen vergleichen?
      OK, auf Youtube finden Sie auch Streitereien aber eine Tendenz sollte erkennbar sein.

  8. Neues Spiel
    Die Marke „Piraten“ ist verbrannt, da können auch gute „Medienkrieger“ nichts mehr geradebiegen oder herbeitwittern. Das vom Wähler geliehene Vertrauen, es „anders“ als die etablierten Parteien zu machen, ist wie eine Seifenblase zerplatzt.

    Es wäre wohl sinnvoller, mit einer neuen Plattform zu starten, unter Einschluss ehemaliger Bürgerrechtler aus dem FDP-Umfeld. Und bitte nicht mehr diese dämlichen iPhone-Spielereien in Talkshows und anderswo. Wurde früher das Ticket für die Fahrt zur Revolution am Schalter gekauft, so laufen heute alle Ideen und Pläne über die Tools der IT-Industrie (gut gefiltert und ausgewertet) und deren Verbündeten.

    Ach ja, wenn wir schon bei den Marken sind, was machen eigentlich die Krautreporter?

    • Ergänzung
      Das eigentlich Traurige an diesem Piraten-Debakel: die AfD kann jetzt aus deren Fehlern lernen und alle unschlüssigen Denkzettel-Wähler einsacken; ein Neustart dürfte also schwierig werden.

  9. Guter Beitrag
    Super Beitrag.
    Ich bin ja einer der von Lauer genannten Bubis der nach Austritt sein Mandat zu einer anderen Partei mitgenommen hat und musste selber so lachen, als ich aus der Presse erfahren habe, er ist ausgetreten aber behält sein Mandat. Da zeigt sich absolut die Doppelmoral der Personen die von Anfang an der Partei geschadet haben.

    • Lauer
      Ich habe nun oft gelesen, dass Lauer als jemand, der sich selber oft und gerne extrovertiert in die Öffentlichkeit begab, in Teilen der Partei sehr verhasst war. Allerdings ging es da doch eher um die Person. Andere, wie Weisband, exponierten sich ja auch ähnlich, wurden aber weitaus weniger angefeindet. Und inhaltlich ging es bei Lauer doch nur um Pipifax, oder gibt es Belege für diesen „Schaden“? Selbst wenn, publicitymäßig stand dem doch ein größerer Nutzen gegenüber, weil Lauer Medieninteresse wecken und bedienen konnte, sich ausücken konnte, Inhalte vermittelte, und kluge Beobachtungen oder Ideen schilderte, wie zuletzt in seinem Austritts-Interview. Sowas ist doch für eine Partei wichtig. Was Themen statt Köpfe angeht – was wurde denn da von ihm verlangt? „Verschwinde aus den Medien, die Leute sollen lieber unsere PMs lesen mit den Themen“? Das sprach mich als Wähler schon etwas mehr an als die üblichen gefühlstriefend-kitschigen Durchhalteparolen auf Twitter, oder irgendein hohles „Freiheits“-Pathos, das in der Praxis oft nur meinte „auch Rechtsradikale können doch ruhig mitmachen, sonst ist es nicht Freiheit“. Mir scheint da auch viel Neid im Spiel auf jemanden, der sich vielleicht etwas besser verkaufen konnte, obwohl ich auch nicht alle seine Ansichten etwa zur Proessionalisierung völlig teilte. Aber bei diesem Hass ging es doch nicht um wirklich konkretes, inhaltlichen Streit, den man ggf. ja auch zivil und eben politisch hätte austragen können. Es war doch eher egal, was der erzählt hat und ob er damit vieleicht recht hatte, das war eben der doofe Lauer aus Berlin. Eine Hassfigur wie der doofe Ponader, als Gegensatz zum „ordentlichen Schwiegersohn“ Körner. Lauers Feinde waren nach meiner Beobachtung oft stänkernde anonyme Comicfiguren auf Twitter, hnter denen wahrscheinlich erwachsene Männer steckten, obwohl das Niveo oft des eines 12-jährigen war. Solche Leute sind mir viel unangenehmer, und wenn das die Piraten-Basis sein soll, dann gute Nacht.

  10. Delius fehlt noch
    Für einen echten und möglichst skandalfreien Neustart bedarf es in Berlin noch des Austritts von Herrn Delius.

    • Delius
      Auch an dieser Stelle nochmal die Frage: Was hat denn nun dieser Delius so schlimmes angestellt, dass er austreten soll? Ich habe ihn eher als unaufgeregten, ausgleichenden und sehr professionell agierenden Politiker erlebt, also eine Art Volltreffer für den Job, den er macht. Sicher einer der besten der exponierteren Piraten mit Amt. Was genau ist Ihre Kritik an ihm?

    • Der NSDAP Vergleich
      Herr Delius schaffte es als ersten mit einem wirklich dämlichen „wir Piraten sind so aufgestiegen wie die NSDAP in den 1920ern“ Vergleich die Marke zu beschädigen. Das brachte den ersten messbaren Niedergang der Prozente.

      Fortan glänzte er mehr oder weniger durch wenig Sachkunde aber einem unbeschreiblich großen Ego.

      Aus der großen Chance des BER Untersuchungsausschusses hat er wenig bis nichts gemacht.

    • Titel eingeben
      Ich hab das mit dem BER-Ausschuss als nicht-Berliner wie manches andere nicht weiter verfolgt, las aber gestern irgendwo in der Presse, dass ihm sebst Parlamentarier anderer Parteien da gute Arbeit bescheinigten. Die NSDAP-Nummer damals war sicher ein unnötiger Griff ins Klo. Persönlich würde ich es unter „schwarzem Humor“ abheften, aber den versteht oder teilt bekanntlich nicht jeder. Aber wenn jeder Politiker, der mal was dummes sagt, gehen müsste, hätten wir bald leere Parlamente. Mir gingen da vom „linken“ Flügel eher andere Leute auf den Geist, wenn sie der PP so einen typisch Berliner Linksradikalismus einfach 1:1 überstülpen wollten, obwohl da ja offensichtlich auch ganz andere Leute (kulturell) in der Partei waren, die damit wenig am Hut hatten und haben wollten. Das war einfach respektlos und genausowenig von Empathie getragen. Ich hätte es schön gefunden, wenn die verschiedenen Flügel zu einer inhaltlichen Synthese gefunden hätten mit Kompromissen auf allen Seiten. Manchma war das so, und es kamen gute Sachen dabei heraus. Viele der „Linken“ wollten ihre eigenen Ansichten aber gar nicht hinterfragen, sondern verlangen das nur von der anderen Seite. Manchmal vielleicht zurecht, aber so geht es natürlich auch nicht. Delius ist mir in der Hinsicht aber nie negativ aufgefallen, nach meiner Beobachtung hielt er eher den Laden zusammen, was sicher auch nicht einfach war und Talent verlangt, das nicht viele (Piraten) zu besitzen scheinen.

    • Titel eingeben
      der tritt nicht aus/zurück der passt sich an.

  11. Die Piraten waren eine Totgeburt
    Einen dämlicheren Namen als „die Piraten“ kann man einer Partei in einer vor Regularien, Normen, Gesetzten und Verordnungen strotzenden, zivilisierten Republik gar nicht geben. Man stelle sich de Vorstellung eines Politkers im Ausland mal vor: „And this is Mrs. X, newly elected member of The Pirates!“ Lächerlich hoch 3 und missverständlich obendrein. Ansonsten sind die Piraten auch nur eine weitere Partei links aussen. Im Linken Spektrum tummelt sich aber schon der CDU-SPD-Grünen-Linke Einheitsbrei. Da wird den Bürgern reichlich buntes feilgeboten. Hungrig greifen SIe jedoch zur AfD die sich auf die Fahnen schreibt den Bürgern des Landes zu dienen und dies mit Ihren Programmen auch nachvollziehbar macht.

  12. Titel eingeben
    Es gibt ganz offenkundig eine Bereinigung. Darunter sind auch Piraten, die in bestimmten Bereichen kompetent sind oder solche, die sich für die Piratenpartei im Wahlkampf sehr eingesetzt haben. Von vielleicht rund 10.000 (oder 8.000 who knows) wirklich aktiven Piraten haben jetzt 300 (und bald wohl rund 500) die Partei verlassen.

    Das ist einerseits ein Verlust – und zugleich ein Klärungsprozess. Wir erinnern uns: Die Grünen haben in ihrer Geschichte ganz ähnliche Prozesse durchgemacht. Sie sind dabei etwas normaler und bürgerlicher geworden (für meinen Geschmack inzwischen zu sehr). Die buntesten Vögel sind gegangen, aber insgesamt war das gut für die Grünen. Sie hatten in der Folge deutlich weniger innere Konflikte, und, last but not least, sie wurden wählbarer.

    In Thüringen haben „progressive“ (also linksaußen stehende) Piraten die Richtung vorgegeben. Mit einem Haufen extremer politischer Forderungen wurde Wahlkampf gemacht: 100.000 Flüchtlinge zusätzlich, für ein kleines Bundesland. Vielleicht keine ganz so schlechte Idee, aber in der Größenordnung schlicht wahnsinnig. Eine Seilbahn bis nach Prag. Was für ein Scheiß! Ein Weltraumaufzug, jetzt und sofort. Völlig irre.

    Das ist einfach nicht wählbar, und die Wähler haben das mit einem Wahlergebnis noch unter einem Prozent sehr deutlich gemacht. Zugleich läuft es für die Piraten zur Zeit insgesamt schlecht. Wurden sie 2011 von „den“ Medien massiv hochgeschrieben, so ist die Tendenz im Moment eher gegenläufig. Etwas oder sogar massiv unfaire Berichterstattung dominiert im Moment die Berichterstattung über die Piraten.

    Sie haben aber immer noch ihre Chance. Es gibt immer noch etwas für diese Partei zu tun, es gibt immer noch eine unbesetzte politische Lücke, in der sich zur Zeit die hochgespülte AfD tummelt (mit einem erstaunlich hohen Anteil ehemaliger Linksparteiwähler gewählt).

    Aber auch die AfD wird noch erleben, trotz einer Art „Zentralsteuerung“ durch die Clique rund um Lucke, dass sie Krisen und Formungsprozesse durchmachen wird, und sich die erste Begeisterung der Wähler auf diesem Wege verschleißen wird.

    Die „Protestwähler“ und jene, die sich bei CDUSPDGRÜN nicht gut aufgehoben fühlen, ohne dabei mörderisch reaktionär oder hinterwäldlerisch zu sein, die sind immer noch auf der Suche nach einer Partei, die sie wählen mögen. Wenn sich die Piraten konsolidieren und sich auf Sacharbeit konzentrieren, wenn sie eine gute Öffentlichkeitsarbeit und Oppositionsarbeit betreiben, dann werden sie wieder ihre Chance bekommen.

    Falls nicht, werden die „Neuen Liberalen“ oder die „Sozial-liberale Partei“ (SLP) das Rennen machen.

    • Naja, aber eines sollte man nicht vergessen...
      nachgewiesener Weise gibt es nicht mehr die typische Stammwählerschaft von eins…In Island hätte auch Niemand gedacht, dass die dortige Spaß Partei mal die Regierung nehmen würde und mit der sozialdemokratischen Partei, unter der Bedingung dass deren Chef sich die ersten 4 Staffeln von „The Wire“ anschaut, eine Regierung bildet. Also eine Partei aus ehem. Punkern und Heavy Metal Musikern. Es wurde von der Anarcho Partei geschrieben und viele Medien haben Panik Mache betrieben und wo steht Island heute? Nun sind wir in Deutschland und nicht in Island und Deutschland ist zugegebenerweise im Verhältnis zu Island gut durch die Krise gekommen. Was solls, ob die Piraten überleben werden, who knows? Ob die AfD die ersten Legislatur Periode überleben wird? Who knows… de facto ist da Platz für mehrere neue Parteien, denn die derzeit größte Partei, ist die der Nichtwähler oder will hier Jemand behaupten, Wahlbeteiligungen von unter 50 % wären ein Grund drauf stolz zu sein? Will Jemand behaupten, es gäbe eine Partei, die sich für die sich für die 25 bis 40ig Jährigen einsetzt? CDU, SPD, Grüne jedenfalls nicht, die Linke? Na, nicht wirklich.

    • Sachsen, Thüringen etc.
      Was den Piraten Thüringens zugeschrieben wird, ist in Wahrheit in Sachsen geschehen. Es wurde außerdem keine Seilbahn, sondern eine Magnetschwebebahn gefordert. Und die Forderung lautete auf eine Million Menschen … In Thüringen waren vergleichsweise vernünftige Piraten am Werk.

    • Titel eingeben
      Sachsen bitte nicht mit Thüringen verwechseln!

  13. Titel eingeben
    Ich sehe in dieser (berliner) Austrittswelle folgendes: Es besteht die Möglichkeit von Neuwahlen in Berlin, wie bitte soll diese Partei Wahlkampf machen bzw. wissen sie wohl selber, dass sie auch hier in Berlin keinen Hauch einer Chance haben, wiedergewählt zu werden. Ganz einfach.

  14. Partei der Gartenzwerge
    Es gibt noch ein Reihe weiterer exotischer Gruppierungen die als Parteien registriert sind, z.B. die Hundeliebhaber Partei. Wann kann ich mal ueber diese Partei interessantes in der FAZ lesen.

  15. Piraten
    Schönes Gespräch mit Christopher Lauer.
    http://www.wrint.de/2014/09/19/wr344-lauers-bueroraker/

  16. Oder doch eher eine ÖDP?
    So sehr ich mir wünschen würde, dass die Piraten die sozialliberale und ideologiefreie Lücke im Parteienspektrum füllen könnten, so wenig glaube ich daran. Die Marke ist total im Eimer. Und wenn du einmal ein Image weg hast, hast du das weg. Ich glaube z.B. auch nicht, dass die FDP noch mal zurück kommt.

    Die Piraten sind IMHO nicht mehr kampagnenfähig, schon bei der letzten Wahl hingen hier in Oberhausen exakt Null Plakate von den Piraten. In einer 200.000 Einwohner-Stadt findet sich nicht ein Parteimitglied, das mal ein Plakat aufhängen mag. Nach der Austrittswelle dürfte es vielen Ortsverbänden ähnlich gehen.

    Die zwischenzeitliche linke Übernahme/Unterwanderung hat den Piraten am Ende gleich zwei mal geschadet: Bei den Eintritten und bei den Austritten. Dass sich bei den Eintritten auch bereits eine Menge Leute abgewendet haben, wird heute gerne vergessen. Ich weiss nicht, ob die Piraten die zurückgewinnen können.

    Außerdem fehlt den „Sozialliberalen“ die Rampensau, irgendjemand mit Charisma, den man in Interviews oder Talk Shows setzen könnte. Afelia wird das wohl kaum noch mal machen (wenn sie nicht eh bald austritt).

    Und ebenfalls gegen ein Comeback der Piraten spricht die Neugründung einer sozialliberalen Partei, siehe http://stephandoerner.tumblr.com/post/96251700222/das-hat-uns-noch-gefehlt-eine-fdp-abspaltung

    Und das vierte Problem: Die Piraten werden an den >10% Wahlergebnissen gemessen. Darin waren aber 5 bis 7 Prozentpunkte reine Protestwähler. Ein Piratenpartei, die sich um die Kernthemen kümmert, dürfte selbst bei voller Ausschöpfung des Wählerpotenzials mit der 5%-Hürde kämpfen.

  17. Jetzt will ich mal die Namen der guten Leute haben.
    Je nun, Don!

    Wer sind denn dann die guten Leute, die noch da sind. Wie heißen die? Ohne Namen tue ich mich da ganz schwer, wen ich mir merken soll und wen vergessen.

    Man erfährt – via Don als auch via Medien – nur über die Arschlöcher bei den Piraten und man erfährt die Namen der Arschlöcher. Die guten Leute sind so gut wie meist namenlos. Eine amorphe Masse. Ghört des so? Warum hört man von ihnen selten was? Wieso schaffen sie es nicht, sich Gehör zu verschafffen? Fehlt ihnen etwa das Talent zum Arschloch? Zur Rampensau?
    (Kann sein, oddr?)

    Jetzt will ich mal die Namen der guten Leute haben.
    Sonst gebe ich der Partei „Die Piraten“ (eh schon merkwürdig polarisierendes Naming) wirklich keine Chance mehr.

    Denn wenn der Name der Organisation, der Company verbrannt ist, und das ist er deutlich, bleiben ja nur noch die Leutnamen übrig. Mit denen könnte (Konjunktiv!) man dann was aufbauen. Von mir aus. Wenn diese Namen aber ebenfalls fehlen, keinerlei positive Bekanntheit da ist, dann werd des nix.

    Gruß
    Der Marken-Kater
    von elend langer Markenbildung und rascher -zerstörung auch schon mal was gehört habend (Understatement)
    dank langer Jahre in gewisser lustiger Branche, die interessanterweise ihre eigenen Marken selbst net gscheid pflegt – aber ihren Kunden draufdrücken …

    • Next generation
      Es werden da aktuell, glaube ich, u.a. Namen wie Dennis Plagge, bzw. „Zuse Crew“ als kommende wichtige Player gehandelt. Von anderen Meinungsführern kennt man den Namen bisher leider gar nicht, es gibt da nur ein Comicbild auf Twitter, das redet, aber sehr meinungsstark und viel retweeted. Ein neuer Stil, nun mal etwas „rustikaler“ – aber warum nicht! Und natürlich gibt es das neue Führungsteam auf Bundesebene, das sich in dieser „Nacht der langen Messer“ so vielsagend schweigt. Ansonsten wird auf Twitter (#piraten) gerade auch Adenauer zitiert, es geht also wohl bereits aufwärts.

  18. Vielleicht funktioniert das nicht, was die Piraten versucht haben
    Menschen und Macht funktionieren nach gewissen Gesetzen, die in unsere DNA eingebrannt sind.
    Ein paar Nerds dachten, sie könnten das mal so eben vom Tisch wischen?!

    • Titel eingeben
      Gesetze gibt es nur für den Gläubigen.
      Oder aber sie sind alternativ ein Gott, bzw ein Roboter und wissen etwas über das UNVERÄNDERLICHE.

      Die DNA, die sich nicht merh verändert ist nicht existent. Ich will Sie in Ihrem tiefen Glauben jedoch nciht weiter irritieren.

      In einem geschlossenen Weltbild ist Wissen gänzlich Überflüssig, denn der Gläubige ist bereits im Besitz der einzig wahren Wahrheit.

    • Warum soll das nicht funktionieren?
      Hatten wir in DE schon immer repräsentative Demokratie?
      Menschen lebten mal in Höhlen…
      vielleicht sind diese gewissen Gesetze ja nur in unsere Köpfe eingebrannt, anstatt in die DNA.

  19. Aber nicht als Partei
    Als Lobbygruppe alla Naturschutzbund oder Ähnliches kann ich mir die Piraten noch vorstellen. Zu einer Partei gehört eine generelle Ausrichtung. Die Ausrichtung der Piraten unterscheidet sich momentan zu wenig von SPD, Grünen und Linken. Wenn die Piraten das Thema Basisdemokatie ernst genommen hätten, dann hätten sie sich auch der Diskussion über liberale oder konservative Ansichten öffnen müssen. Dazu gab es keine Bereitschaft. Basisdemokratie nur als linke Basisdemokratie zu sehen, ist ein zu starker Widerspruch. Dadurch sind sie als Partei gescheitert. In einem anderen Kontext kann ihre Arbeit aber durchaus Sinn machen.

  20. Lasst uns tuen, was wir können
    Zunächst einmal super Artikel!
    Ich finde wir sollten uns zurückbesinnen auf das, was die Piraten immer ausgemacht hat. WIR können die Spezialisten in Bezug auf den „Cyberspace“ sein. Man kann nicht innerhalb weniger Jahre langjährigen Parteien das Wasser reichen und alles gleichzeitig aufbauen. Viele Piraten haben in Wirklichkeit an der Basis grosses geschaffen. Jetzt muss konsilidiert werden und dann wird weitergemacht, aber bitte mit einem kleinen übersichtlichen Programm zum Thema IT-Technologie und vielleicht noch Elektromagnetische Strahlung. Das passt zusammen und würde vor allem am Ende viele Menschen schützen!!!

    • mal im Ernst....und wie bereits gesagt
      Es gibt viele Themen die sich die Piraten annehmen könnten und @Saskia hat wohl recht, besinnt Euch auf Eure Expertise. Den Kritikern (und halten Sie mich bitte nicht für ein Mitglied oder Aktiven der Piraten), kann ich nur entgegen halten, trotz der ganzen Austritte, was haben nun die Piraten eigentlich aus einiger Charaktere verbockt? Haben die Piraten ein Milliarden Grab geöffnet á la SPD? Haben Sie den Bau in zu einem Milliarden Projekt verschändelt wie die Hamburger CDU mit der ELB Philharmonie? Haben die Piraten das ebenfalls von der SPD geschaffene Milliarden Projekt „Nürburg Ring“ in den Sand gesetzt oder wie die CDU in Baden Würtemberg Stuttgart 21? Haben die Piraten illegale Waffen Geschäfte unterschrieben? Illegale Immobilien Geschäfte gemacht wie die FDP? Sind sie in den Krieg gen Kosovo gezogen, wie die Grünen? Haben Sie zugelassen, dass wir die Bürger in Deutschland für Offshore Technologie Milliarden bezahlen ohne etwas davon zu haben? Haben die Piraten…? Also ganz im Ernst liebe Leut, sicherlich gibt es einiges zu kritisieren, so wie es das immer gibt aber ich bitte Euch, die SPD, die CDU, die FDP, die Grünen, Die Linke haben noch einiges mehr verbockt, es sind noch mehr Austritte gewesen, gerade bei der SPD, sei es in den 80iger nach Befürwortung der NATO Abwehr Raketen Aufstellung, sei nach den Hartz IV Reformen…, die Piraten stecken doch in den Anfängen, dann gibt es jetzt halt 500 Austritte, na und? Fußballvereine steigen auch auf und ab und spielen dann nach ein paar Jahre wieder um die europäische Spitze mit siehe M’Gladbach. Verloren hat nur der, der sich selbst aufgibt. Aber um mit den großen Parteien mitspielen zu können, muss noch einiges mehr an Wasser an Spree, Elbe und Rhein entlang fließen…mal ganz im Ernst

    • Titel eingeben
      So weit, irgendwelche Großprojekte zu betreiben, sind die doch gar nicht erst gekommen (würden sie auch erst nach über 10 Jahren) – ist doch albern, einen Fußkranken dafür zu loben, daß er seine Schuhsohlen nicht abläuft.

  21. Überraschend
    Wusste ja gar nicht, dass so viele ausgetreten sind, als dass die Piraten nun inhaltlich überzeugen könnten. Mal abwarten, wie die sich entwickeln.

    BTW
    Was immer wieder auffällt:
    http://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/doppel-s-und-scharfes-s

  22. Zeitreisen
    Mal als heftige Kritik: Die Sache mit den Zeitreisen war für mich ein einschneidendes Erlebnis wie selbst angesehenste Medien einen schlechten Job machen.

    Die Piraten haben sicher viel Mist gebaut, aber ausgerechnet hier wurden sie völlig unberechtigt niedergemacht. In dem damaligen Antrag ging es jemanden darum, daß wenn man nicht in der Zeit zurückreisen könne, um alte Fehler zu korrigieren, irgendwann die Suche nach Schuldigen für das Chaos bleiben laasen sollte und sich statt dessen wieder auf die zukünftigen Aufgaben konzentrieren solle.

    Also eigentlich ein ganz vernünftiger Diskussionsbeitrag – wenn auch mit einem gewissen Sarkasmus. Nur selbst seriöseste medien haben daraus einen Antrag für Zeitreisen gemacht und den Antragsteller unberechtigtigterweise ins Lächerliche gezogen. Auch die FAZ. Ein Moment in dem ich viel über Medien gelernt habe.

  23. Der Verlust von AD-Honks ist kein Verlust
    Ein kleines Rechercheergebnis: Mehrere Dutzend der jetzt ausgetretenen („Austrittswelle“) Piraten scheinen tatsächlich aus dem Sumpf antideutsch dominierter „autonomer Jugendzentren“ entstiegen zu sein. Die kannten z.B. so Sachen wie das „Conne Islands“ (etc.), die man eigentlich fast nur kennt, wenn man sich intensiv mit AD-Ideologie auseinander gesetzt hat.

    Mit anderen Worten: Der Verlust von AD-Honks ist kein Verlust. Auch nicht für die Piratenpartei.

  24. Schade
    Ich finde es traurig das die alle ausgetreten sind. Als Partei nicht ernstzunehmen, aber dafür im Unterhaltungswert ganz vorne dabei. Was habe ich gelacht über die Schramms, Höfinghoffs und co.. RIP.

  25. Danke
    Danke für den Artikel. Wir haben ca. 405 Kommunalmandate plus ca. Mindestens 30 Landtagspolitiker. Wir Arbeiten für die Piraten.

    Bis dann
    LG von Jürgen Hey
    Regionsabgeordneter
    Piratenpartei

    • noch nen Dank
      Auch mein Dank an den Don, fuer die Analyse, bei der ich sehr weit mit gehe.

      Aber auch an Pirat Jürgen ( @PiratenBurgdorf ) meinen Dank für die Arbeit da draußen.
      Es sind oft die Leisen, die die Arbeit machen. Da fallen mir sofort die Bundes/ Landes ITen ein oder die Orgas, die AGen besonders ihre Koordinatoren, die SGen und mindestens 200 Piraten (gen. Mask.) die ich sofort ohne Luft zu holen nennen könnte. Es sind aber viel, viel mehr. Ich habe nur noch nicht selber mit allen zusammengearbeitet. Es sind zu viele um sie alle persönlich zu kennen.

      Kola Colman
      Kreisvorstand Teltow-Fläming

  26. It`s a trap!
    Linksbizarre Spinner und Spezial-Demokraten gibt es immer noch zu Genüge in der Partei. Entweder die Piraten finden in nächster Zeit eine charismatische Führungspersönlichkeit, die der Partei ein neues Profil in der Öffentlichkeit geben kann, oder sie sind zum Scheitern verurteilt.

    • glaubwürdiger Repräsentant oder Führungspersönlichkeit
      Wenn es wirklich so sein sollte, dass die Piraten untergehen weil sie keine Führungspersönlichkeit beibringen können, so kann ich darin nur einen Wunsch nach einem Heilsbringer erkennen welcher sie retten soll. Dann haben es die intern diktatorisch strukturierten Parteien mit ihrer Top-Down Führungsstruktur es endgültig geschafft den Großteil der Bevölkerung in ihr eigenes Verderben zu treiben. Wenn unreflektiertes Fanverhalten das kritische Hinterfragen von politischen Einstellungen und Entscheidungen ablösen kann, dann sind die Menschen nicht zur Demokratie fähig. Weder innerhalb einer Partei, noch in der Gesellschaft. Die deutschen Parteien sollen politische Willensbildung der Bürger fördern; dafür erhalten sie einen Haufen Geld. Dies bedeutet aber auch nicht bezahlte Arbeit für jeden Bürger der sich politisch informieren sollte. Unsere Mainstreamparteien pressen mit ihren Entscheidungen aber die Menschen, selbst die Erwerbsarbeitslosen, in Hamsterräder die sie immer schneller zu drehen haben, damit sie keine Muße zur Bildung einer eigenen Meinung mehr finden können. Das in Verbindung mit dem Angebot der Parteien, „Vertraut uns, Mutti/Vati wird das schon richten“ hat den Zweck den deutschen Michel einzuschläfern. Dass die Demokratie ein probates Mittel ist, faschistoide Entscheidungsstrukturen zu etablieren, sollte in Deutschland hinlänglich bekannt sein.
      Das interessiert aber keinen und es werden Forderungen nach einer Führungspersönlichkeit bei den Piraten gestellt. Offensichtlich hat die Konditionierung gewirkt und viele Menschen können sich etwas anderes als den real existierenden Mehrparteienselbstbedienungsfaschismus, aka Mehrparteienselbstbedienungsdiktatur nicht mehr vorstellen. Das ist es aber was die Piraten als etwas besonderes herausragen lässt. Sie wollen keine Führungspersönlichkeit! Jeder Pirat macht das was er für richtig hält, in Absprache mit anderen Piraten. Das ist zwar nicht effektiv, wie in unserer Leistungsgesellschaft gefordert wird, bindet aber alle Piraten ein. Wie einfältig die jetzt ausgetretenen, „Führungspersönlichkeiten“ wie Domscheid-Berg, Lauer, Höffinghoff und Co sind, kann man daran sehen wie lange sie gebraucht haben zu erkennen, wie sinnlos es war den Piraten ihren jederzeit präsent gewesenen Führungsanspruch überstülpen zu wollen. Das erinnert mich irgendwie alles an einen Werner Herzog Film mit Klaus Kinski http://de.wikipedia.org/wiki/Aguirre,_der_Zorn_Gottes Was sie Piraten aber jetzt dringender brauchen denn je, ist ein glaubwürdiger Repräsentant für ihre inkludierenden basisdemokratischen Werte. Eine Form der Demokratie bei der eben nicht eine kleinstmögliche Mehrheit eine größtmögliche Minderheit beherrscht. Der jetzige Vorsitzende Sekor, aka Stefan Körner, hat das passende Format, allerdings ohne den engelsgleichen Charme einer Marina Weissband. Wir Piraten schauen einmal ergebnisoffen was er daraus macht und ob sich nicht doch noch ein geeigneterer Mensch für diese Aufgabe findet.
      Aarrr

    • Parteisoldaten
      „Dass die Demokratie ein probates Mittel ist, faschistoide Entscheidungsstrukturen zu etablieren, sollte in Deutschland hinlänglich bekannt sein.“

      Sorry, mit solchen Aussagen schießen sie sich selbst ins Abseits. Sollen etwa die verwirrenden „Entscheidungsstrukturen“ der Piraten beispielhaft für ein demokratisches Gemeinwesen sein? Alle Macht der Schwarmintelligenz? Und wenn eine Person glaubhaft Positionen und Ideen in den Medien vertritt, wird sie dann von den grauen Parteisoldaten wieder abgeschossen? Nein, mit solchen Ansichten ist kein Staat zu machen, hier und anderswo.

    • Titel eingeben
      Sie vermengen geschaffene Realität mit Wirklichkeit.
      Es ist völlig gleichgültig, wieviele Ahnungslose abstimmen können, denn das Problem der Ahnungslosigkeit wird dadurch glücklicherweise nicht berührt. Ein Glück für den Missionar.
      Innerhalb eines geschlossenen Weltbildes, gibt es nichts zu lernen, den Lernen setzt Offenheit voraus. Daraus folgt: Wissen entsteht nur durch Offenheit.

      Ein Staat, ein soziokulturelles Konstrukt, ist ein NICHT-ORT, der nur in einem Tempel, Synagoge, Kirche, Moschee, (oder einem anderen Platz ihrer Wahl, für kultische Handlungen) seinen wahren Platz findet.

    • Neben den von Don gerne aufgespiessten antideutschen, pseudofeministischen AntiFa-Idioten
      haben Sie mit Ihrem Beitrag einmal mehr deutlich gemacht, warum es die Piraten vermutlich doch nicht schaffen werden, wenn man unterstellt, dass Ihre Meinung dort durchaus zustimmungsfähig wäre (was ich nach einer twitter-„Recherche“ vor einigen Monaten tue).

      Der Wunsch nach glaubwürdigen, medientauglichen und professionellen Vertretern innerparteilich gefundener Positionen = direkter Weg in den Faschismus. Bitte, es ist Ihre Meinung, soweit kein Problem. Ich habe den Blödsinn in anderer Verpackung bereits Mitte der achtziger an deutschen Hochschulen gehört, er kam auch von Leuten, die die Menschheit zu (beliebiges einsetzen) umerziehen wollten und sich auch deshalb als Splittergruppe einfach wunderbar fühlten – die anderen waren eben zu doof (anal erzogen, faschistisch konditioniert, blablabla), um ihre Wahrheit zu erkennen.

      Damals habe ich den Quark noch ernstgenommen, inzwischen kaufe ich mir bei sowas Popcorn. Menschen wollen nicht wissen, ob man auch brav alle eingebunden hat, sie verlangen tatsächlich Effizienz. Nur deshalb funktioniert unsere Gesellschaft so leidlich. Und deshalb werden die Piraten weiter scheitern, was nur beweist, dass das politische System noch funktioniert.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  27. Titel eingeben
    Ich weiß nicht, die ersten Forderungen, weiterzumachen, wie bisher, sind längst wieder in den Kommunikationskanälen, denn schließlich stehen die nächsten Wahlen für den gemeinen Ahnungslosen an.
    Ich habe nicht den Eindruck, daß überhaupt sonderlich viele in der Lage sind Konsequenzen ihres eigenen Verhaltens zu erkennen.
    Offenheit bedingt das Ablehnen jeglicher Ideologie. Deshalb ist Liberalismus als Ideologie ebenso abzulehnen. Ansonsten ist es nur Beliebigkeit, Willkür, aber keine Offenheit. Lernen bedingt Offenheit.

    Die einzig wahre Wahrheit ist für den Gläubigen reserviert, für diesen ist Wissen nur eine Behinderung.

  28. Teilweise treffend
    Eine Partei die so heterogen ist wie die Piraten, braucht Führungskräfte die integrieren können und nicht noch mehr spalten. Lauer mag seine Talente haben, aber er war kein Integrator. Du kritisierst wie auch viele andere, auch ehemalige Mitglieder die vielen „Linken“. Und in gleicher Weise kritisieren diese die vielen „Konservativen“ in der Piratenpartei. Wenn die Piraten aber nicht lernen mit Andersdenkenden klar zu kommen, wird sich die Partei nur um sich selbst drehen und aus den Augen verlieren wozu sie eigentlich angetreten ist. Frau Domscheid-Berg hat das Weite gesucht, weil sie nachvollziehbar ihre Ziele besser ohne die Piraten forcieren kann. Ich persönlich glaube das die Piraten nur dann eine Chance haben, wenn sie ihre Diversität als Stärke begreifen. Man sollte den Fehler Namens Parteiprogramm ersatzlos streichen. Ein jedes Programm das den Anspruch hat für alle Piraten zu sprechen lügt. In Wirklichkeit schafft es eine künstliche Grenze zwischen Konformisten und Andersdenkenden. Jede Grenze grenzt eine Minderheit aus bis der Kern nur noch die Größe eines Witzes hat. Wenn man die Diversität es Stärke ausspielen will müsste man eine Parallelität von verschiedenen Gruppen mit konträren Positionen forcieren und stärken. Statt eines Programmes müsste es viele verschiedene Positionspapiere mit unterschiedlichsten Perspektiven geben. Perspektiven die nicht mehr Schwamm reden müssten um von möglichst vielen Mitgliedern akzeptierbar zu sein, sondern Perspektiven die in klarer Sprache ausdrücken dürfen mit welchen Prämissen man zu einem bestimmten Standpunkt gelangt sei er konservativ, links, liberal oder technokratisch. Popularität eines Standpunktes wäre irrelevant weil es dadurch keine politische Macht mehr zu gewinnen gäbe.

  29. FDP-Schwemme
    Die Grünen versuchen es jetzt mal als Öko-FDP. Die Piraten möchten nun die Internet-FDP sein. Die Afd feiert Erfolge als rechtspopulistisch-neoliberale D-Mark-FDP, die „Neuen Liberalen“ gründen sich derweil als neue alte Sozialliberal-FDP. Und die FDP, na, die tritt auch wieder an, als FDP 2.0. Meinetwegen ja alles gerne, aber dann ist es auch mal genug. Bitte jetzt nicht noch weitere Ersatz-FDPs, das sollte ja nun wirklich genügend Auswahl für den wählenden FDP-Freund sein. Es gibt nicht nur FDP-Wähler in diesem Land, genaugenommen ist das alles nur ein sehr kleiner Bruchteil des Parteienspektrums.

  30. Ich ähh mag diese Kühe.
    Wo kann man die denn finden? Ist alles so friedlich.

  31. Pingback: Wiedereintrittswelle | Piratenpartei Miesbach

  32. Guter Artikel...
    Danke für diesen Artikel.
    Es ist echt frustrierend weiterzumachen, während die Presse einen totredet.
    Ja, ich bin Mitglied der Partei… nein, keine Angst, es folgt kein Shitstorm.



    Nur eine klitzekleine Sache noch, die Sie nicht persönlich nehmen brauchen.
    Ein … Streithahn bringt sich nicht von alleine in die Presse…
    Wenn ich irgendetwas wichtiges sagen will, kann ich nicht einfach zu einem Nachrichtenmagazin rennen und sagen: „Druckt das mal ab“….
    Die Presse hat mehr Einfluss auf das Innere der Piratenpartei, als ihr vielleicht bewusst ist.
    Es ist normal, dass eine Partei auf Presseberichte reagieren möchte… Konsequenzen ziehen… nach Lösungen suchen. Und weil es für die Presse offenbar oft interessanter ist, die Masse zu entertainen als sie sachlich über Relevantes zu unterrichten… wurde sich als Reaktion in der Partei auch weniger mit wirklich relevanten Dingen beschäftigt. Und das Ganze hat sich hochgeschaukelt. Feindbilder, weil es ein paar Köpfe anscheinend verbockt haben, bis hin zu Flügelbildung und verhärteten Fronten. Die aus den Medien bekannten Piraten wurden teilweise verantwortlich gemacht für die Umfragewerte. Aber es wäre doch egal gewesen wen wir da hingestellt hätten, die Presse hätte sich auf Streiteren konzentriert. Denn in der ganzen Phase, in der die Piratenpartei kaputtgeredet wurde, wurde auch in der Partei sachlich gearbeitet, wurden Demo’s, Flashmobs, Infostände, etc. organisiert. Auf der Freiheit statt Angst waren wir, zu TTIP hatten wir schon früh sehr viel zu sagen, auch auf der Hanfparade waren wir vertreten, was die NSA-Affäre betrifft waren wir sehr aktiv. Es gibt nach wie vor, wie im Artikel bereits erwähnt, viele Piraten die einfach nur im Stillen die Struktur nutzen um Programmpunkte zu beschließen.

    Und da jetzt der Kollaps geschehen ist, ein paar Entertainer raus sind und jetzt der prozentuale Anteil der Mitglieder in der Partei, die einfach nur Programmpunkte beschließen und diese dann bewerben wollen gestiegen ist… könnte vielleicht auch die Presse mit frischem Wind sich das Programm nochmal anschauen und Abstimmungen auf Parteitagen inhaltlich verfolgen. Denn sterben wird die Partei so schnell nicht. Einmal, weil sie einer internationale Bewegung entspringt, auf einer Blaupause basiert, quasi… und dann ist da halt noch die basisdemokratische Struktur. Tot ist die Partei, wenn von den Mitgliedern keine Programmpunkte mehr beschlossen werden können und das wird in naher Zukunft, sehr wahrscheinlich, nicht passieren.

  33. Pirat
    Liebe Gemeinde,
    ein guten meiner Meinung in großen Teilen treffender Blog. Nun fragt ihr nach den Arbeitsbienen bei den Piraten, den Leuten die nicht im Rampenlicht stehen, deren Namen man höchstens mal in der Lokalpresse findet und meistens nicht einmal dort. Ich bin so einer, ich führe einen Kreisverband, ich sitze im Stadtrat einer kreisfreien Großstadt, ich bestze alleine 5 Ausschüsse, ich arbeite als Vorstand einer KPV um nur einige Ämter zu benennen. Das alles ehrenamtlich. Und ich tue das gern. Auch ich hatte schon meinen Krieg, auch ich hatte meinen „Lauer“ im kleinen, hier in meiner Stadt und auch ich hatte ein Gate was sehr viel Aufsehen erregt hat. Aber was ich nie verloren habe ist meinen Glauben an diese junge Partei. Warum mache ich weiter? Ich verstehe mich als Pirat mit Lebenserfahrung, in einer Riege von jungen Leuten, als Steine-weg-Räumer, als Fundamentbetonierer. Ich tue dies für meine Enkelkinder, damit diese einmal nicht vor solchen Problemen stehen müssen wie dem NSA Skandal.
    Als selbständiger Handwerksmeister und ehemaliger poltischer Häftling der DDR habe ich mir Aufklährung als eines meiner Hauptziele auf die Fahne geschrieben. Dies tue ich nun unbeirrt seit 3 Jahren, mit meinem eigenen Weg und diese Piratenpartei gibt mir die Möglichkeit dazu. Dafür bin ich dankbar und rackere mich ab, stecke jede Menge Hohn und Spott im Stadtparlament ein, bekomme kein Bein auf die Erde, eine Berichterstattung in den örtlichen Medien hinzubekommen. Ärgere mich in jeder Ratssitzung über die Arroganz der “ großen “ Parteien und der damit verbundenen “ Basta-Politik“ Aber ich gebe nicht auf, ich mache weiter solange ich noch gesundheitlich kann mit einem sehr kleinen Kreis Gleichgesinnter. Ich finde das ist es, wovon diese Partei lebt. Nicht von den „Lauers und Afelias “ sie lebt von den kleinen Leuten die nicht den absoluten Drag haben in Talk-Shows zu gelangen oder auf Titelblätter von WAZ und FAZ. Die nicht den Drang haben an die Tröge des großen Geldes zu kommen wie so manche MdL Leute in dieser Partei. Die aber immer da sind, die wenn sie gerufen werden ohne großes Aufsehen zu machen ihre Parteiarbeit tun. Davon leben wir. Dies ist meine bescheidene Meinung und ich bin kein Intellektueller und kein Politikwissenschaftler, ich bin nur ein kleiner Handwerksmeister ganz weit unten an der Basis.

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