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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Die Rechnung für Griechenland, bitte

| 135 Lesermeinungen

Rückstellungen sind in der Buchhaltung zumeist ein enorm unerfreuliches Thema. Aber nötig, wenn man überleben will.

Der mir bekannte, lockere Internetunternehmer J. etwa hat zwei Firmen mehr oder weniger vor die Wand gefahren, und zwar beide Male nach dem gleichen System: Er hat sie gegründet, gross gemacht, Gewinne ausgeschüttet und darauf verzichtet, Rückstellungen zu bilden, etwa für anfallende Risiken aus Prozessen und Ärger mit den Kunden. Es gibt zwar eine Unmenge Literatur über die Problematik, Berechnung und Bewertung solcher Rückstellungen für „ungewisse Verbindlichkeiten“ und „Drohverluste“, aber der J. war eben lockerer Internetunternehmer und erfuhr davon erst, als er die Rückstellungen hätte brauchen können. Da war es aber schon zu spät.

grexia

Umgekehrt weiss ich aus der Old Economy, wieviel Kopfzerbrechen solche Rückstellungen bei der Buchhaltung machen können, wie schwer es ist, sie zu berechnen, und wie ungern darüber gesprochen wird – belegen solche Rückstellungen doch, dass alte Geschäfte nicht ideal gelaufen sind, und sich anders entwickelten, als die ursprünglichen Berechnungen versprachen. Die Deutsche Bank etwa macht Rückstellungen für den Kirchprozess und die diversen Bankenskandale, und all die schönen, reservierten Millionen sagen eigentlich nur, dass man sich früher mit dem eigenen Treiben viel zu sicher war. Beim Startup-Gründer war das Thema tödlich, bei der Deutschen Bank ist es ein Makel, aber es gibt wenigstens Abteilungen, die sich damit auseinander setzen und grob einschätzen können, was da an Unbill auf die Bank zukommt. Schön ist es nicht, aber so ist die Wirtschaft, und die Aktionäre verstehen das – weil es zeigt, dass die Firma Probleme erkennt und angeht.

Wähler sind nicht ganz so nachsichtig, die ärgern sich schnell und wählen dann vielleicht die falsche Partei, wenn die Politik anfängt, Geld für unerwartete Vorkommnisse zurückzuhalten, statt es an die Bürger zurück zu geben. So erkläre ich mir auch auch den Umstand, dass momentan keine emsigen Beamten in Berlin durch das Finanzministerium eilen und Modelle für die Griechenlandkrise entwerfen, und deren Kosten dann veröffentlichen. Gleichwohl wäre es möglich und angeraten – es wäre eine komplexe Formel mit sehr vielen wackligen Variablen, angefangen bei den Kosten eines griechischen Bankenzusammenbruchs, über die Staatspleite bishin zur Aussenwirkung des Spektakels, das wir im Moment sehen. Jede Firma würde für die sich abzeichnende Pleite eines Geschäftsbereich Rückstellungen machen und jede Firma wäre gut beraten, Reserven zu haben, wenn sich das Management wie die Kesselflicker streitet, und zwar in aller Öffentlichkeit unter Beobachtung der Weltpresse – und dann auch noch über das Kernprodukt.

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Alles, was im Euroraum produziert wird, wird in Euro gemessen und versteuert. Man sollte eigentlich meinen, dass daher alle Beteiligten aufpassen, dass dieses Kernprodukt so gut wie möglich dasteht. Zumindest sollte es halbwegs stabil und als von allen getragen wirken – im Moment sieht es aber eher so aus, als würden sich die Partner des Projekts gegenseitig die Pest an den Hals wünschen. Das war so natürlich nicht gedacht, der Euro sollte alle stabilisieren und überall fette, reiche, geliebte Regierungen an die Macht bringen, die den Kapitalismus walten lassen. Krawattenlose Punks wie Gianis „V wie“ Varoufakis und Alexis Tsipras hätte es nie geben dürfen. Jetzt sind sie da, sie sind nicht handzahm und bislang nicht so korrupt wie ihre Vorgänger, und sie kommen nicht in Kotau-Haltung: Das vorläufige Scheitern der Verhandlungen des gestrigen Abends ist teuer für die Gemeinschaftswährung. Und wenn Griechenland austreten muss – wie würde man in der Wirtschaft das Versagen des Managements bewerten, eine tragbare und vorzeigbare Lösung zu finden?

Der Euro ist eben nicht nur ein Anlageprodukt, dessen Risiken sich berechnen lassen. Er ist aktuell das Ergebnis einer gescheiterten Fusion. Es gibt ein massives Managementproblem in einem Konglomerat diverser letztlich immer noch volkseigener Betriebe, genau an der Stelle, da eigentlich eine starke und stabile Gemeinschaft verkauft werden sollte. Man liefert dem Weltmarkt ein ganz anderes Produkt als eigentlich versprochen, und fairerweise müsste man wirklich auch einmal darüber reden, was das Misstrauen in Produkt und Konstrukt kostet. Und ob es nicht insgesamt gesehen billiger wäre, Griechenland, Italien, Spanien und Portugal vom Haken der Schulden zu lassen, wenn man partout der Währung nicht entsagen will – oder als Exportnation und Profiteur nicht entsagen kann.

grexic

Könnte ein stabilisiertes Griechenland nicht besser privatisieren, würde ein nicht von la Crisi zerrissenes Italien stabilere Hauspreise und weniger Privatpleiten sehen, gäbe es in Spanien nicht mehr Investitionen, wenn da eine Aussicht auf ein Ende der Jugendarbeitslosigkeit existierte und der Konsum in Schwung käme, und welche positiven Auswirkungen hätte es auf die von Niedrigzinsen enteigneten, deutschen Sparer – das alles könnte man hierzulande mal durch- und mit den eventuell erlassenen Schulden gegenrechnen. Es gab so etwas nämlich schon einmal für ein ruiniertes Land in einer schweren Wirtschaftskrise. Das Land hiess Deutschland, und erlebte 1931 den Zusammenbruch seines Bankensystems in Folge des Weltkriegs, der Weltwirtschaftskrise und einer völlig verfehlten Bankenpolitik, die sehr an unsere eigene grosse Bankenkrise der letzten Jahre erinnert.

Damals gab es immerhin das gnädige Hoover-Moratorium für zwischenstaatliche Schulden, weil man sich in Amerika genau diese umfassenden Gedanken über die Auswirkungen eines Zusammenbruchs auf das amerikanische Kapital in Deutschland gemacht hatte. Es gab einen Ausschuss, der sich aus Spezialisten zusammensetzte und rational überlegte, was die beste Losung für alle wäre. Und im Jahr darauf die folgte die Konferenz von Lausanne, die de facto das Ende der Reparationszahlungen der Deutschen an die Alliierten bedeutete. Wie wir alle wissen, kam diese Einsicht zu spät, um den Aufstieg Hitlers zu verhindern. Aber zumindest setzte sich damals der gesunde Menschenverstand durch, dass man insgesamt durch den drohenden Zusammenbruch der deutschen Republik erheblich mehr als nur die Reparationen verlieren würde. Wenn man schon die Wahl zwischen diversen unangenehmen Rückstellungen in der Bilanz hat, sollte man eben nachrechnen und überlegen, was unter Berücksichtigung aller Risiken unerfreulicher ist – und dann die kleinere Buchhaltungskröte schlucken und daran denken, wie gross, glitschig und bitter erst die andere Kröte wäre. Das hat man in Lausanne zugunsten von Deutschland gemacht. Heute setzen wir Ultimaten bis zum Freitag.

grexid

Jeder nicht ganz von allen guten Geistern verlassene Grosskonzern würde jetzt ein paar Volkswirtschaftler beauftragen, solche Berechnungen zu machen und zu überlegen, welches Resultat insgesamt für alle am besten ist, und mit den Teilhabern – hier den Völkern – offen reden. Den schleichenden Bank Run in Griechenland bitte nicht vergessen, den Umstand, dass die Griechen über das Target-System dieses Geld aus Europa bekommen, das Ansehen der Politiker berücksichtigen und vielleicht auch noch mit einbeziehen, dass man bei der nächsten EU-Subvention, bei Flüchtlingsströmen und der Ukraine wieder miteinander wird reden müssen, und auch jedes Revanchefoul – man denke an Maggie Thatcher – teuer werden kann. „Wir hatten zwar etwas anderes vereinbart, aber zusammen angesichts der Entwicklungen nachgedacht, das alles neu berechnet und sind nun zu dieser für keinen voll befriedigenden, aber tragbaren Lösung gekommen“ – das zu beschliessen und daheim zu vermitteln, war 1932 in Lausanne trotz der Erinnerungen an den Weltkrieg möglich. Damals zugunsten von Deutschland, und ich bezweifle, dass es uns heute schlechter gehen würde, wenn jemand in Griechenland nicht stirbt, wenn er sich den Arzt nicht leisten kann, in Italien nicht aus der Mülltonne essen muss oder in Spanien nicht die Koffer packt, um hier bei uns auf den Arbeitsstrich zu gehen.

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135 Lesermeinungen

  1. Wenn die Wirtschaftsredaktion so was nicht kann/darf/will...
    … muss es eben der Don machen.
    Sehr gut auf den Punkt gebracht. Geradezu alternativlos.
    Danke!

  2. Wieder muss sich die USA
    etwas einfallen lassen.

    Meine mich zu erinnern, dass
    eine US-Pensionsfondsverwalterin
    bekundete Europa sei für die
    USA die Weide des 21.Jahrhdt.

    Viel Glück, den US-Pensionsfonds.

  3. Bravo!
    Ein schöner Artikel, in der Tat. Vergleichbares zu dem Thema habe ich eigentlich nur bei Münchau auf SPON gefunden (das war jetzt als Kompliment gemeint). Ihre Vorgehensweise würde allerdings bedeuten, dass sich die Verantwortlichen hierzulande hinstellen müssten und zugeben, dass
    1. die Bankenrisiken die letzten 3 Jahre auf Steuerzahlerkosten privatisiert worden sind und
    2. dass die Summen, die zur Aufrechterhaltung der Illusion hin und her geschoben wurden, jetzt als tatsächliche Verluste abgeschrieben werden müssen.
    Ich riskiere mal einen Blick in die Zukunft: wird nicht passieren. Im Moment würde ich auf einen faulen Kompromiss tippen, der das Problem noch ein paar Jährchen weiter verschiebt.

    • Titel eingeben
      „wird nicht passieren“ trifft zu. siehe dazu die Textvorlage, wonach alle schulden auch rueckzahlbar sein muessen. Dies ist allein gegen die Steuerzahler gerichtet. Ob die nun in Finnland oder sonstwo sitzen.

      Die Offenheit und ehrlichkeit des Y.V. ist toll. Bitte hoert auf zu Mogeln („Steuerzahlerbund: 70 Milliarden“) und zu luegen und zu betruegen. Rechnet ELA und TARGET 2 mit hinein und schenkt erstmals reinen Wein ein.

      Zeit „erkaufen“ und derweil weitere xx Milliarden verbrennen? Nein Danke!

    • Wo ist das Problem?
      Abschreibungen gibt es überall auf der Welt, und was die FED in den USA macht, könnte man auch in einem „gemeinsamen“ Europa machen. Aber eigentlich hätten die sog. „Experten“ doch wissen müssen oder wussten es schon von Anfang an:“ Es ging nie um ein gemeinsames Europa“ Das dämmert wohl mittlerweile auch den Rest der Welt.

  4. Don, möglicherweise haben sie Recht.
    Und sehr wahrscheinlich haben Sie Unrecht. Darf ich freundlich daran erinnern, dass es für Griechenland bereits zwei Schuldenschnitte in mehrstelliger Milliardenhöhe gab, es für seine Kredite effektiv keine Zinsen mehr zahlt und die Rückzahlung ins Nirvana verschoben wurde, alles heute schon?

    Was also soll es nützen, das jetzt zu wiederholen? Hat Griechenland, das sich in den Euroraum betrogen hat, damit morgen eine wettbewerbsfähige Wirtschaft, eine leistungsfähige Verwaltung und eine korruptionsarme Politik? Oder erneut nur den Spielraum, seine Schulden bis zum nächsten Untragbarkeitspunkt zu erhöhen?

    Und vor allem gibt es ja durchaus funktionierende Gegenbeispiele in den baltischen Staaten. Die sind wieder aus dem Gröbsten raus, ohne dabei wie die Griechen Monopoly ohne Strassenbesitz gespielt zu haben. Es geht also anders, qed.

    Weshalb ich die Vorschläge wie den historischen Vergleich nicht verstehe. Lausanne war schon, was die Griechen jetzt wollen, ist eine Kette von Lausannes alle 5 Jahre. Ich erspare mir ausführliche Gedanken zu dem Unterschied einer vollständig selbstgemachten Überschuldungskrise und einer solchen durch Kriegsreparationen in einem – ahemm – wenig durchdachten VersklavungsFriedensvertrag.

    Wäre ich Unternehmen, würde ich mit Griechenland jetzt meine Verluste realisieren (das Geld ist eh weg) und aussteigen. Aka griechischer Staatsbankrott und Rückkehr zur Drachme. Nein, die Menschen können nichts dafür, das sind tatsächlich jetzt grösstenteils arme Schweine. Doch, die Menschen können was dafür, Griechenland ist nämlich eine Demokratie.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Wieso denn "Wiederholung"?
      Bei diesem Schuldenschnitt werden erstmals auch die öffentlichen Gläubiger bluten müssen.
      Und nur mal so am Rande, die Deutschen wären in dem Fall mit ca. 40-50 Mrd. Euro dabei. Das sind dann doch etwas andere Dimensionen als bei der Krise im Baltikum. Damals ging es (insgesamt) um lett äh… läppische 10 Mrd. Euro, wenn ich mich recht entsinne.

    • Sehr gut
      Hervorragende Herleitung, locker auf den Punkt gebracht, besser geht´s nicht. Kompliment.

    • Titel eingeben
      Das System hat die Eigenschaft,nur um zu funktionieren…
      Só das der Mensch oder Laender zu Teilchen einer Machine mutieren.
      Die EU dient doch nur dazu noch mehr Geld und Maerkte zu schaffen,wobei Reiche Maechtige nur Gewinne machen wollen.Wuensche den Griechen den Mut aus der EU auszusteigen ob sie jetzt Vertraege einhalten oder nicht ist voellig belanglos{sind sowieso Pleite).Die Kruemmung der Bebo e Éden quer mar ist nur widerlich.Abschreiben.
      Viel Glueck bei der vermeintlichen Freiheit….

    • Titel eingeben
      Eigentlich sollte genau dieser text anstatt des artikels oben stehen!

    • Titel eingeben
      Thorsten Haupts hat mit seinem Kommentar den Nagel auf den Kopf getroffen. Marode Unternehmen ohne Erfolgsperspektiven werden in der freien Wirtschaft geschlossen, saniert oder verkauft. Sanieren lassen wollen sich die Griechen nicht, schließen kann man das Land nicht, also bleibt nur der Verkauf, sprich: Austritt aus dem Euro. Mich würde noch interessieren, was der Autor mit „Man liefert dem Weltmarkt ein ganz anderes Produkt als eigentlich versprochen“ meint? Die Maastrichter und Lissabonner Verträge basieren auf dem Grundsatz, dass jedes Land für seine eigenen Schulden und seine eigene Fiskalpolitik verantwortlich ist.

    • Punktlandung
      Ihre Meinung ist hier unpopulär, aber nicht weniger richtig. Sie haben die Analyse gemacht die DonAlfonso einfordert, aber nicht wahr haben will.

  5. Titel eingeben
    In der Tat: bitte weniger emotionale Stimmungsmache bei den Schreibern aus dem FAZ-Wirtschaftsteil. Und stattdessen, wie der Don zu Recht anmahnt, mehr seriöse Kosten-Nutzen-Analysen. Die Angst vor populistischen Parolen/Parteien und den nächsten Wahlen darf doch nicht den europäischen Weitblick trüben!

    • Warum keine Stimmung machen?
      Was spricht dagegen?

    • Wenn man sich erinnert...
      wie die Griechen Europa belogen haben, um den Euro zu bekommen (den grössten Posten des Haushalts, Militärausgaben, ausgegliedert, Einnahmen vorweg gebucht, Ausgaben verschoben), wie sie sich von Goldman Sachs haben helfen lassen, Zahlen zu fälschen, und das alles mit einer Finanzverwaltung ohne Computer, grossteils mit handschriftlicher Buchhaltung, dann kann man sich vorstellen, wie sie jetzt wieder vorgehen. Und dann gibt es Leute, die reden tatsächlich davon, die Banken hätten die bisherigen Hilfsprogramme bekommen. Die Schulden haben aber die Griechen selbst aufgenommen. Ich erspare mir die Aufzählung von Skandalen, wie frühen Renten an Unberechtigte etc.
      Nein, das Geld der Hilfsprogramme sollte die Zahlungsunfähigkeit verhindern, nicht dazu dienen, den alten Schlendrian fortzusetzen. Und die Summen lassen keine beschönigenden Erklärungen zu. Sie hatten nie die Absicht, etwas an ihren Gewohnheiten zu ändern, es war immer beabsichtigt, an die Fleischtöpfe der „reichen“ Länder zu gelangen. Jetzt sollen sie zum ersten Mal Zusagen machen und einhalten, aber sie denken nicht daran. Nochmal: nein, das Geld, das heute die Schulden Griechenlands beziffert, haben nicht die Banken bekommen! Sie hatten es vorher geliehen.

  6. Nein Danke Don
    Nein Danke, ich will mir diesen Schuh nicht anziehen.
    Ich bin nicht verantwortlich wenn in Griechenland ein Kind stirbt. Ich bin nicht verantwortlich wenn in Italien jemand aus der Tonne ißt.

    Schuldenerlaß? Ich stimme dafür, die Schulden als uneinbringlich auszubuchen. Doch ist das Problem der Griechen damit nicht gelöst. Was kann ich dafür, daß Griechenland wie Kosovo wirtschaftet und wie Belgien leben will? Griechenland möchte schon wieder neues Geld. Ein Grieche hungert nicht wegen der niedrigen Zinsen oder der weitgehend ausgesetzen Tilgung.
    Die Mensch dort haben es zugelassen, daß über 10% der Bevölkerung im Staatsdienst waren. Dazu Renten und Pensionen und Lizenzen…
    Hätten wir das Land vor sieben Jahren Pleite gehen lassen, könnten wir mit wenigen Milliarden Hilfe gut dastehen.

    Ich als Deutscher zahle von Januar bis Dezember auf jedes Einkommen Steuer und Sozialabgaben. Bei jeder Ausgabe zahle ich Mehrwertsteuer. Beim Lichteinschalten Ökosteuer. Beim Kauf eines Grundstückes Grunderwerbsteuer und für die Brandversicherung Versicherungsteuer. Ja, auf die Mineralölsteuer und die Ökosteuer auch noch MWSt obendrauf. Das Steuersubstrat in D ist ziemlich gut erfaßt und wird recht weit ausgebeutet.

    Wissen Sie, warum in Griechenland seit vierzig Jahren generell aus den dreiviertel verputzten Häuser noch Moniereisen ragen? Erst das fertige Haus müßte versteuert werden.
    Und die Italiener sind nicht viel besser beim Steuerzahlen. Sie erinnern sich an die jüngsten Gags von Steuerprüfern in Cortina d´Ampezzo: Ferraristi mit 30.000 im Jahr steuerpflichtiges Einkommen.
    Sie gehen doch Essen in Italia? Sie kennen die hohen Preise und die „Quittung“ auf der Papierserviette? Kennen Sie Immobilienpreise in italienischen Westvierteln?
    Die Umverteilung sollte Binnenaufgabe der betroffenen Länder sein. Meine Solidaridät erschöpft sich in Familie, Sippe, Gemeinde und Stadt. Schon Berlin ist emotional weit weg. Der Libanese in Bremen? Es schmerzt mich, ihn zu finanzieren.

  7. Geld ist nur bedrucktes Papier...wertlose Münzen...Zahlen...
    Vernunft schützt vor Lebensenergieausbeutung durch Andere.

    Gruß
    W.H.

  8. Moralischer Mehrwert
    Und bei Gott, es ist vernünftig so. Denn es gibt kein Wirtschaftswachstum und keinen materiellen Vorteil, der dem deutschen Michel mehr Genuss bereiten könnte als diese mindertüchtigen Südvölker mal ihrer verdienten Strafe zugeführt zu sehen.
    .
    Auch das müssen Schäubmerkle einpreisen.

  9. Griechen gegen Spekulanten
    Just zu dem Zeitpunkt an dem sich die griechische Staatsverschuldung durch Spekulation verzehntfacht hat, konnte man in dieser Zeitung Tipps lesen wie man gegen Griechenland spekuliert. Dieselben Leute jammern jetzt das Ihnen Ihre Spekulation in Form von Steuern auf die Füße fällt.
    Griechenland selber hätte niemals Kredite in dieser Höhe erhalten.

  10. Bitte HIER oben (in der Übersicht http://blogs.faz.net/deus/ ist's in Ordnung)
    die Verknüpfung unter „erlebte 1931 den Zusammenbruch seines Bankensystems“ von

    http://blogs.faz.net/deus/2015/02/17/die-rechnung-fuer-griechenland-bitte-2419/de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Bankenkrise

    zu

    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Bankenkrise

    kürzen. Danke!

  11. Stimmt. Das Dumme ist:
    Politik ist leider keine Wirtschaftswissenschaft, sie ist weder BWL noch VWL. Was erwarten wir eigentlich von Politikern.
    (Besser nix)

    Aber doch, endlich wieder ein guter Artikel vom Don.

    Wobei mir beim Lesen die Begriffe „Reparationszahlungen“ und „Dolchstoßlegende“, angelegentlich auch „Vertrag von Versailles“ anlässlich des ersten Weltkrieges und damit D als doppelter Weltkriegsverlierer sofort durch den Kopf schwirrten.

    Obwohl man weiß, dass sich Geschichte nie in der gleichen Art wiederholt – nur anders herum, kann man einfach nicht verhindern, daran zu denken.

    Was ist, wenn Griechenland – diesmal als Forderer von Zahlungen, der benachteiligt wuirde, sich radikalisiert. Am Ende hat es das schon, siehe Wahlergebnis, das ich auf emotionaler Ebene verstehe. Und sich genau erstmal D als Enemy vornimmt. D, diesen erlesenen global-neoliberalen Export-Höllenvorreiter einer europäischen Gesamt-Crisi (z. B. Eu-unterstützte Billig-Hühnchen-Exporte in Europa hinein bis nach Afrika runter, um die Wirtschaften dort nachhaltig zu ruinieren – egal, was sie machen, irgendwann dominiert D das Geschehen in Europa mit aggressivem Verhalten merkwürdigerweise immer wieder…).

    Der moderne Krieg ist nicht der mit Schrapnellen, sondern mit „Wirtschaft“.

    Es gibt diskussionsfähige Altlasten aus D zugunsten Griechenland. Ist in groben Zügen nachvollziehbar, was Griechenland will (D soll zahlen) und wie es denkt, die Obdachlosen und hungernde griechische Kinder sind nicht wegzuleugnen.

    Nur der Kontext im Unterschied zur Weimarer Zeit ist verändert: Griechenland bekommt nach seiner Ansicht Zahlungen von D. aus dem 2. Weltkrieg.

    Vermutlich sogar zu Recht.
    Ist aber nie geschehen.

    D hingegen hatte als Kriegsverlierer des ersten Weltkriegs was zu erbringen im Rahmen des Versailler Vertrags. Und zahlte auch erst mal – sich dumm und dappig. Damals war es anscheinend wirklich hart, man erfand in der grimmigen OHL sogar wohlfeile Verschwörungstheorien – doch heute würde es gehen, Griechenland zu entschädigen. Warum? Wir sind reich wie Sau.

    D will nur nicht.

    Mir sagt es, dass Reiche noch weniger gerne zahlen als Arme.

    @ sambossa

    Kosten-Nutzen-Analysen sind löblich. Aber nur das eine. Politische Befindlichkeiten sind jedoch wesentlich komplizierter. Doch auch ich schaue ähnlich wie Sie und viele andere, mit mindestens einem entzündeten Auge auf Europa.

  12. Vergleiche
    Wenn wir hier schon in Analogien sprechen, dann ist Griechenland der mittlere Manager, der seiner materiell unersättlichen Geliebten auf Firmenkosten einen Ferrari, eine Yacht und eine Villa am Meer geschenkt hat. Was würde ein normales Unternehmen mit so einem Angestellten anstellen, wenn er aufflöge?

    Raus aus der Analogie! Wie Schäuble schon öfter betont hat, sind das Problem nicht die Schulden. Jedem ist klar, dass die Schulden uneinbringlich sind – deshalb ist es an den Börsen zur Zeit auch so ruhig. Die griechischen Schulden sind de facto längst abgeschrieben, alle Verluste schon eingepreist.

    Es geht um frisches Geld. Und das will die EU nur herausrücken, wenn Griechenland ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickelt – was Tsipras & Co. nicht tun. In der ‚New Economy‘ war auch Schluss, als die Anleger hinter den märchenhaften Charakter der meisten Geschäftsmodelle kamen.

  13. Titel eingeben
    Hallo Zusammen,

    in meine Augen geht es immer wieder beim Euro um zwei falsche Grundannahmen.

    1. Alle Menschen weltweit werden auf Dauer die gleichen Werte haben.

    2. Verschiedene Volkswirtschaften können in einer einzigen Währung zusammengeführt werden.

    Letzteres hat mit der DDR schon nicht geklappt und ersteres sieht man wenn man sich die Krisenregionen der Welt anschaut bzw den arabischen Frühling.
    Ich denke man hat gewaltig unterschätzt, was alles notwendig ist um eine Währungsunion zu erzeugen. Das alle Länder im Euro sich auf die gleiche Politik einigen können, halte ich für unwahrscheinlich.

    Nur weil ich etwas gegen den Euro habe, heißt es noch lange nicht, dass man die EU abschaffen sollte oder Deutschland nicht notleidenen Ländern helfen sollte. Ebenso ist ein Europa notwendig als geeigneter Rahmen oder eben als einheitlicher Ansprechpartner in Krisenzeiten. All dies ist auch ohne Euro möglich.

    Wenn man einmal verstanden hat, dass der Euro nicht funktionieren wird, sollte man sich überlegen wie man in schwierigeren Zeiten auflösen kann. Hab von den großen Öknomen in dieser Richtung bisher nichts gehört, aber gut.

    (Sidenote: Sind die Vorteile für Deutschland wirklich so hoch? Scheint sich ja zumindest nicht im BIP niederzuschlagen. In Relation zu anderen Ländern im Euro sicherlich, aber sonst eher nicht)

    Hier mehr:
    https://www.youtube.com/watch?v=5yNHzUl5184

    Grüße Felix

  14. Sumpf
    Griechenland ist ein Sumpf. Keine funktionierende Verwaltung und kein Bewußtsein, daß man nur ausgeben kann, was man auch erwirtschaftet (das kapieren die Sozis auch nicht, wohl aber Frau Thatcher). Es hat sich bisher auch nichts geändert, und ich glaube, die Leute wollen keine Reformen. Da ändert sich etwas erst, wenn sie tatsächlich pleite sind und nichts mehr geht. Ich befürchte, das ist in Deutschland genauso. Vieles ist schon so wie in GR, und es wird immer schlimmer.

  15. Letzter Satz
    Bei Ihrem letzten Satz kam mir spontan ein Bild vor Augen. Eines, dass ich jeden Tag in unserer geliebten bajuwarischen Hauptstadt sehe. Ältere Damen und Herren, welche die Mülltonnen durchsuchen. Jeder mit einer prallvollen Plastiktüte voller Pfandflaschen. Davon scheinen hier, im Herzen Bayerns, und somit zwangsläufig auch im Herzen Deutschlands, gefühlt Hunderte zu leben. Genau, wie die Dame, die ich kürzlich am Abfallcontainer des Supermarktes gesehen habe – auf der Suche nach eigentlich noch Essbarem.
    Das von Ihnen gezeichnete Bild gibt es nicht nur in Südeuropa – nein, es ist mitten unter uns zu sehen. Man muss es nur sehen wollen.

  16. Ein guter Artikel, der leider nicht herausgearbeitet hat was stört! Erstens das arrogante,
    selbstgefällige Auftreten von Tsipras & Co.; die Art, sofort mit dem Vorschlaghammer auf Geldgeber einzuprügeln und deren Repräsentanten zu verunglimpfen (Merkel, Schäuble) sowie die Geschwätzigkeit und das „Wetterfähnchenverhalten“ von Schulz und Juncker. Die ersteren, Tsipras & Co. hätten vielleicht zuerst ihre Hausaufgaben machen sollen bevor sie durch die Gegend reisten und Porzellan zerschlugen und die beiden letztgenannten, Schulz und Juncker hätten eigentlich mehr Staatsmänner sein müssen. Ob der propagierte deutsche (hysterische, von Inflationsangst geprägte Weg) der richtige ist oder man vielleicht auch Richtung angelsächsischer Vorgehensweise hätte schauen sollen, könnte man bestimmt tagelang ohne Ergebnis „zu Tode diskutieren“!

  17. "Krawattenlose Punks wie Gianis „V wie“ Varoufakis und Alexis Tsipras" MUSS es
    ZWINGEND geben, denn das ist die unausweichliche Konsequenz dessen, daß krawattentragende seriöse Herren, trotz zahlreicher Hinweise auf das Problem (z.B. curch Starbatty), und mehr aus ideologischen Gründen Griechenland in die Eurozone aufgenommen haben.

    Das wäre ebenso, wie wenn ich (als notgedrungen krawattentragender) Schreibtischtäter mich erdreistete, mit dem Weltmeister im Ironman mitlaufen zu wollen. Es funktioniert aus fundamentalen Erwägungen (keine Kondition) eben nicht.

    Alle Versuche, die Situation „gesundzubeten“ sei es in meinem Fall oder im Fall Griechenlands (durch Merkel, Juncker, das EU-Parlament und CDUCSUSPDFDPGRÜNE) helfen nicht, und unser Geld sehen wir eh nie wieder; ähnlich wie im Fall Argentiniens, da war das meiste Geld das ich in Arg. Staatsanleihen hatte auch weg. Daher sollte man die Kohle abschreiben und das tun was die schwäbische Hausfrau und der gute Kaufmann machen: schlechtem Geld (dem was wir bisher gezahlt haben) kein Gutes hinterherwerfen.

    Der Versuch war es wert, aber es hat eben nicht sein sollen. Die Griechen, die das Griechenland-Rettungsgeld ja nie gesehen haben, sondern dieses direkt an die Fonds-Investoren von Goldmann-Sachs (Mario Draghi war der Europa-Chef dieser ehrenwerten Bank) weitergeleitet wurden, leiden noch viel brutaler darunter und das ist m.E. auch der Grund warum Tsipras Ministerpräsident wurde, und dieser nicht mehr von den Parteien gestellt wird, die sich mit der Bilanzfälschung vor 15 Jahren in den Euro hineingemogelt haben — auf Kosten ihrer Bürger.

    Wenn Gr im Euro bleibt werden wir weiter bezahlen, nach dem Master-Plan von Varoufakis (als PDF; gogoolen: Varoufakis Modest Proposal). Da steht drin wie alles mit Schulden wieder gut wird und einfach die bestehenden Schuld so umbennant werden, daß die Haushalte wieder Maastricht konform werden. Wohl bekomms.

    Daher (GR|D)Exit!

  18. Schon Fontane wusste das...
    Schon Theodor Fontane schrieb 1895 in „Der Stechlin“ (35.Kapitel): „wäre man nicht so nachsichtig mit den lieben, nie zahlenden Griechen verfahren….“

    • Schon Dostojewski wusste das...
      „Es gibt fuer den Deutschen kein groesseres Verbrechen, als ohne Geld zu sein und nicht puenktlich zu zahlen“ (Brief an Polina Suslova) ;-)
      (Zitatschlacht Ende, verzeihen Sie, ich konnte es mir nicht verkneifen)

  19. Launige Bauchanalyse. Fakten? Fehlanzeige.
    1. Das Ende deutscher Reparationszahlungen für den 1. WK lag im Jahr 2010.
    2. Deutschland hat nicht „die“ Schulden des 1. WK erlassen bekommen, sondern hat riesige Gebiete an andere Staaten verloren. Don Alphonso möge analog bitte dafür sorgen, dass Mallorca, Kreta und die Algarve Deutschland übertragen werden.
    3. Der deutsche Steuerzahler hat bereits über 500 Mrd. für die „Rettung“ des Euros im Feuer oder verschenkt. Der Marshall-Plan ist damit längst überholt, vermutlich auch die Reparationszahlungen des 1. WK. Die USA haben vom 1. WK massiv profitiert. Vom 2. WK sogar noch mehr. Konzerne vom Euro, der deutsche Bürger jedoch sicher nicht so sehr wie die Peripherie.
    4. Wieviel „Appeasement“ möchte Don Alphonso noch? Nach GR kommen I, E, P. Wann beißt Merkel/Schäuble endlich in den sauren Apfel des Endes des Appeasements? Der Eintritt in den 2. WK fiel England auch nicht leicht. Hitler brach Verträge, die EU bricht Verträge. Der Rechtsstaat sollte uns fast jedes Opfer wert sein.

  20. Man kann über alles reden
    aber zuerst muss Griechenland aus dem Euro. Alle Beispiele zeigen nur eins, Helfen kann eine Nation nur sich selbst. Im Euro ist das Spiel nicht aus und GR kann sich nie freischwimmen. In allen aufgeführten Beispielen gibt es kein Beispiel, wie ein Staat sich mit einer fremden Währung retten kann. Deutschland hatte die DM und nicht den Dollar. Wir konnten uns anpassen. In den letzten 10 Jahren hat GR eine Währung benutzt zu super Konditionen und hat aber auch gar nichts erreicht. Warum soll man GR alle Schulden erlassen, damit sie in 5 Jahren wieder 100 Milliarden Euro verbraten haben und dann, wieder Schuldenschnitt? Wer glaubt wirklich, dass GR diese Schulden bezahlen können, gell. Raus aus dem Euro und dann kann sich der Rest die Wunden lecken und erst dann sollte man über die Realisierung der Ausfälle Gedanken machen. Es ist wie mit Aktien, erst nach dem Verkauf kann man die Schlussrechnung machen.

  21. Annahme Griechenland aendert sich von alleine
    Ich bin nun leider kein Wirtschaftsprofi aber das gelesene scheint fuer mich nur auf den ersten Blick logisch. Auf den zweiten Blick scheint die ganze These fuer mich auf einer falschen Annahme zu beruhen. Aber vielleicht kann mich ja jemand eines Besseren belehren:

    Die erwaehnte Loesung geht davon aus, Griechenland sei aehnlich einem gesunden Unternehmen ernsthaft daran interessiert mit Wissen, Logik und ehrlicher Betrachtung etwas zum besseren zu aendern. Nun ist das Land doch erst in diese Situation gekommen, weil es genau das eben nicht getan hat. Der Staatsfuehrung war doch schon lange klar wohin das Boot schwimmt, aber unternommen wurde aus vielen Gruenden nichts. Und auch die neuen Regierenden scheinen erstmal viel zu reden um dann als ersten Schritt einen unnoetig aufgeblaehten Beamtenkreis wieder einzustellen. Deutliches Zeichen, dass auch hier wieder nicht das Noetige unternommen wird (von den vielen eher lustigen Wahlversprechen mal ganz abgesehen.

    Ich bin ganz fuer die Kosten-Nutzen-Analyse, aber die „wackeligen Variablen“ scheinen hier doch sehr leicht durch Gesinnung in die passende Richtung gedrueckt zu werden. Die Herren Spezialisten koennen sich ja bis bis jetzt nichtmal einigen ob sparen hilft (trotz der Beispiele Irland oder auch Spanien) oder ob man mehr Schulden machen muss um weniger Schulden zu haben . . . fragt man den einen gibt es nur einein Ausweg und der ist links, fragt man den anderen gibt es nur einen Ausweg und der ist rechts.

  22. Anders beschrieben, aber nicht neu.
    Es war auch nicht die AfD, die die Argumente als erste vorgetragen hat. Seit ca. 1995 hat eine ganze Heerschar die Entwicklung vorausgesagt – und kein Gehör gefunden. Und das ist die eigentlich interessante Frage: Warum nicht? Ein Spiegel -Interrview (ca. 1995) mit R. Dahrendorf trug den Titel „Alle Eier in einem Korb“. Gröhe (als CDU-General) vor ca. einem Jahr: „Aus Rührei kann man kein Ei machen“. Das war wohl die Antwort auf Dahrendorf. Bleiben wir also bei den Eiern, die keiner hat, um fatale Konstruktionsfehler zuzugeben. Der ökonomische: Chronische Überschussländer und chronische Defizitländer passen nur rechnerisch gut zusammen. Der politische: Es ist ein Axiom, dass der Nationalstaat etwas rückständisches ist, etwas historisch überlebtes. Wer das bezweifelt, ist mind. dumm, vermutlich sogar etwas mit rechts…radikal. …popul etc. So wie Famile etwas ist, das völlig rückständig ist, niemals eine kleine Gegenmacht, niemals ein Sehnsuchtsort. Ich wollte immer das Europa der Vaterländer, der freien Assoziationen, den Wettbewerb der sozialen Ideen, der gegenseitigen Hilfe und Solidarität. Das alles hat der Euro, nein,der egoistische Ehrgeiz einer kleinen Clique beschädigt.

  23. Man sollte meinen...
    …das alle diese Ueberlegungen bereits von unseren Politikern bzw. deren Fachleute angestellt wurden!
    Mich wundert ohnehin schon seit langem, dass fuer diese Laender kein Marschall plan erstellt wurde. Dadurch wuerde in den Laendern investiert, die Arbeitslosigkeit ginge zurueck, vor allem bei den Jugendlichen, und der Lebensstandard wuerde steigen, was die Leute vom linken und rechten Rand der Parteien fernhalten wuerde.
    Aber in unserer Welt wird immer nur aufdie Banken geachtet, dass die ihre Gewinne machen und deren Manager entsprechend verdienen. Schade, eine grosse Chance wurde wieder vertan!

  24. "Da capo" mit Rückgriff auf die Geschichte ?
    Sehr geehrter Herr Mayer,

    im letzten Beitrag von Don Alphonso „Pornoskandal im feinsten Lehel“ ist mir ein, wohl abfällig gemeinter, Satz eines Kommentarschreibers, der seinen Namen nicht wollen wollte, in Erinnerung, der mich noch länger beschäftigte: „Theorien von Kunsthistorikern, die einen soziologischen Drall haben und über die alten Meister uns die gesamte spinnerte heutige Welt erklären.“

    Zum einen erscheint mir dieser Satz symptomatisch für die sich neu bildendende Gesellschaft, wie auch zum anderen, daß es sich um eine Bemerkung zu handeln scheint, welche zum Ausdruck bringt sich nicht mit Geschichte auseinandersetzen zu müssen vielleicht, weil der schulische Weg bereits abgefahren, und die „NullBock“ Mentalität schon zum Lebensinhalt wurde.

    Zu Ihrem heutigen Thema zurückkehrend und die eingangs von Ihnen angesprochene Rücklagenbildung aufgreifend, erschiene es erneut erheiternd, wie lehrreich es ist wieder einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, welche mir heute zweifellos von größerer Ehrbarkeit und Aufrichtigkeit getragen schien als die heutige Zeit.

    Vielleicht ein Zufall, vielleicht auch nicht, doch ob im Rückgriff auf die Vergangenheit oder bei der Betrachtung der Gegenwart sind es „Italiener“, die die Dinge in Bewegung brachten.

    Italienische Kaufleute hatten im Mittelalter ein, natürlich auch zum eigenen Vorteil eingerichtetes, Rücklagenkonto mit dem freundlichen Namen „il conto di messer Domenedio“. ( Für Geschichtsverweigerer wie jenen oben erwähnten Kommentarschreiber, wäre dieses Rücklagenkonto übersetzt als „Gotteskonto“ zu übersetzen.)

    In guten Zeiten wurde die Dividende an den Kontoinhaber ausgezahlt, aber auch für wohltätige Zwecke und der Kunstförderung verwendet.

    Doch scheinen diese netten und auch sinnvollen Einrichtungen dem Vergessen preisgegeben, ebenso wie der Gedanke des ehrbaren Kaufmanns im Kleinen, wie im Großen.

    Heute ist es der Chef der EZB, wieder ein Italiener, welcher mit dem Segen der Politik Geld drucken läßt und das Vermögen der Bürger vorsätzlich vernichtet, sie in die Armut, oder gar in den Tod treibt, um einer Ideologie willen, die längst von neuen Gegebenheiten überholt wurde.

    Ich würde ja noch unterstellen, daß Herrn M.Draghi der Name seines Landsmannes Francesco Datini bekannt sein wird, wie dessen Gepflogenheit jede seiner Geschäftsabschlüsse mit : „cho’l nome di Dio e di ghuadagno“ zu unterzeichnen, was Herr Draghi reinen Gewissens nicht mehr tun kann.

    Bedauerlicherweise scheint diese Ehrbarkeit schon einige Zeit keine Geltung mehr zu haben.

    Von einem Theo Waigel, welcher den Deutschen den Euro schmackhaft machte mit dem Slogan: Sie können dann in Italien und Griechenland am Strand mit demselben Geld wie zu Hause bezahlen und brauchen nicht mehr umrechnen, hätte ich eine solche auch nicht erwartet.

    Ich habe große Zweifel, ob sich die Ehrbarkeit in naher Zukunft wieder einstellen könnte und daher,

    ja, man sollte dieses unglückselige Geldzwangsgemeinschaft aufgeben nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken ( denn es wird für alle bitter) als ein Schrecken ohne Ende.

    Und, wenn ich mich zwischen Geld und Menschenwürde entscheiden müßte, so wähle ich letzteres.

    Mit freundlichem Gruß
    B.Klingenberger

  25. Ein guter Artikel
    Der Umgang mit kriselnden Unternehmen und die Akzeptanz von Insolvenzen in der privaten Wirtschaft sollte stärker Vorbild für diese Angelegenheit sein.

    Der Politik- und Wirtschafts-Teil der FAZ trägt derzeit leider zur populistischen Meinungsmache bei. Ebenso wie die Springer-Medien scheinen hier die Herausgeber Ideologie vor Vernunft zu setzen.

    Ebenso bleibt zu berücksichtigen, dass kein Land/Volk in der Geschichte freiwillig über einen Zeitraum von Generationen Raparationen gezahlt hat oder einen erdrückenden Schuldenberg abgetragen hat, es sei denn mit Waffengewalt.

    Frankreich und Deutschland haben zu Beginn der Krise ihre Banken gerettet, die bei einem Bankrott Griechenlands in Schwierigkeiten geraten wären. Dabei haben sie eine Konstruktion gewählt mit einer tickenden Zeitbombe (zwischenstaatliche Kredite). Dies gilt es zu korrigieren.

  26. Endlich!
    Endlich vernünftige Gedanken in einer unvernünftigen Politik des Beharrens auf alten Rezepten und der Angst vor den Wählern.
    Es wäre gut, wenn sich die „unvernünftige“ Frische der „wilden Jungen“
    Griechenlands wenigstens teilweise auf die verknöcherte Garde der EU und Deutschlands mitteilen könnte.
    Was wir brauchen, ist der Blick auf die Menschen und nicht nur auf die Bürokratenzahlen, denn nehmen wir die Menschen nicht mit, lässt sich keine Zukunft gestalten.
    Wir haben heute jedoch die Situation, dass Politik uns aus Gründen des Machterhalts die Gegenwart als Zukunft verkaufen will.

  27. Mut
    Das Beste wäre es zwar, jedoch fehlt unseren Politikern dazu m.E. der Mut.

  28. Viele Worte
    Sehr viele Worte und ein sehr emotionaler Abschluss zu einer Sache, die doch offenkundig ist: „Die Griechen“ (der griechische Staat, die griech. Administration, die Reichen in Grld. etc.) haben viele Jahre über ihre Verhältnisse und damit eine große Illusion gelebt. Die Griechen wussten das, die Vertreter der EU-Institutionen wussten das, also ist es mit der „Schuld“ nicht so einfach, zugleich ist aber auch offenkundig, dass sich in Griechenland strukturell so schnell nichts ändern wird. Geben wir also die Illusion der Währungs-Gemeinschaft (!) auf und bleiben freundschaftliche Partner in der Europäischen Union.

  29. mehr davon!!
    Herz-erfrischender Artikel!!!!!

  30. Titel eingeben
    Es bleibt die Tatsache, dass es auch hier bei uns Menschen gibt, die für ihr Essen in Mülltonnen wühlen müssen. Sicher, hier gibt es Sozialhilfe, aber wenn Rentner ihre Miete und/oder die Heizkostenrechnung nicht mehr bezahlen können, gehen nicht alle zum Sozialamt. Ich wäre auch dafür, den Griechen (dem griechischen Volk) Schulden zu erlassen – nur sollten erst einmal (ich weiß, abgedroschen) reiche bis multireiche Griechen zur Verantwortung gezogen werden, dann die reichen bis multireichen Europäer – aber was würde, was wird passieren? Richtig, es wird eher ein neuer Soli geschaffen, den dann wieder wer bedient? Richtig, die untere Mittelschicht bei uns in D. Aber wenn die einmal die steigenden Mieten bei uns nicht mehr bezahlen kann – unterstützen uns dann die Südländer, die eine wesentlich höhere Wohneigentumsquote haben als wir? Irgendwie falsch bzw. einseitig verstandene Solidarität wird hier gefordert. Während hier die Renten weiter gekürzt werden, Rentner ihre Wohnung verlassen müssen, weil die Miete schneller steigt als die Rente – beziehen in GR Menschen Renten von Verwandten, die bereits verstorben sind. Nein, das ist keine üble Nachrede.

  31. "mehr seriöse Kosten-Nutzen-Analysen"
    Die kann es kaum geben, da in diesen Analysen viele leicht veränderliche Faktoren einfließen oder mit anderen Worten, zwei Analysten bedeutet zwei verschiendene Ergebnisse, in denen in erster Linie das steht, was die Auftraggeber lesen wollen.

    Jetzt den Griechen mehr Staats-Ausgaben zu genehmigen, wäre der komplett falsche Weg! Ähnlich wie bei einem Alkoholiker auf Entzug in der schlimmsten Phase, dem Gebettel und Gewimmer darf man einfach nicht nachgeben, sonst kommt der nicht nur nie von der Pulle los, sondern ruiniert sich Geist und Gesundheit irreversibel.

    Außerdem wäre das ein arger Zynismus gegenüber jenen, die die Schuldenorgie unfreiwillig bezahlen! Wir leben hier immer noch im Kapitalismus, wo jeder Euro hart erarbeitet wird. Das ist den meisten Politikern bei ihrem sozialen oder juristischen Werdegang leider nicht bewusst.

    Vor der nächsten Hilfsorgie sollten alle Politiker einmal für 8 Wochen in der Privatwirtschaft und dort nicht im Büro arbeiten, das würde viele von denen nachhaltig heilen!

    Und ich verspüre immer noch wenig Mitleid mit Menschen, die aus persönlicher Habgier ihr Land in eine derart ausweglose Lage gebracht haben.

    Bislang ist in der Eurozone der Ehrliche und Fleißige der Dumme, so entstehen ganz große Kulturen…

  32. Titel eingeben
    So ganz einfach ist es wohl doch nicht. Es beginnt mit den griechischen Medien, die ihre Einnahmen aus der Werbung zu über 70% direkt von den Parteien oder den Parteien nahestehende Unternehmen generieren. Es ist nun einmal so: Wes Brot ich eß… Daraus leite ich einen großen Teil der Uninformiertheit innerhalb der Bevölkerung ab. Desweiteren ist Griechenland wirtschaftlich äußerst schwach auf der Brust und besitzt praktisch keine nennenswert produzierende Industrie. Das ist einer der ganz großen Schwachpunkte des Landes. Das ganze Gerede: Wir müssen in Wachstum investieren – ist unter diesen Umständen doch barer Unsinn bzw. Makulatur, denn es gibt einfach kaum etwas, in das man investieren könnte. Es müßten vollkommen neue Wirtschaftsbereiche aufgebaut werden, für die es nicht einmal Fachkräfte gibt. Wer wollte das leisten, wer dieses Risiko unter den gegebenen Umständen überhaupt eingehen? Die Griechen werden wohl oder übel lernen müssen, mit dem auszukommen, was in der Kasse ist. Da ist schon die Frage erlaubt: Wie haben die das denn vor dem EU-Beitritt gemacht? Hat die gesamte Bevölkerung in diesen Zeiten in absoluter Armut gelebt? Bestimmt nicht.

    Das, was Zsipras und Konsorten mit ihren Versprechungen im letzten Wahlkampf angerichtet haben, kann man getrost als kriminell bezeichnen. Denn niemand wird mir glaubhaft versichern können, daß dieser Ökonomie-Professor und jetzige Finanzminister nicht genau wußte, daß nichts von dem zu erfüllen ist. Er hat ja nicht einmal einen Plan oder eine realistische Idee, wie es weiter gehen könnte. Jetzt so zu tun, als seien die Geschädigten die eigentlichen Täter, ist schon reichlich an der Spur vorbei. Von ernsthaften Politikern kann ich mehr erwarten.

  33. Er scheint von der Materie zu wenig Ahnung zu haben, daher
    auch dieser vergleichsweise nette und teils ein wenig auch naiv wirkende Vortrag?

    .. und müsste auch noch die „psycholigische Betragsrechnung“ beherrschen. In einem Anstrengungsspektrum der bandbreite von minus eins bis plus eins, machte es genauso viel Mühe sich von -0,8 auf -0,3 hochzuarbeiten, wie von +0,2 auf + 0,7.

    oder jeder verzicht auf betrag 0,5 wäre immer gleich unangenehm. zumal wenn alle für sich dem gewohnten gefühl gefröhnt hätten, dass sie hart wie immer und „an der grenze zur persönlichen leistungsfähigkeit gearbeitet hätten“. klar, „faul oder vorteilsnehmer waren immer nur die anderen“.

    und welcher arbeiter in der bmw-motorradproduktion wollte schon ermessen können, wie gefühlt anstrengend das arbeitsleben eines griechischen schäfers mit herde auf wanderschaft wäre, „bei all der unsicherheit“. oder umgekehrt der schäfer, bzgl. der laufenden qualitätssicherungsfortbildungen, die der bmw-arbeiter absolvierte, von denen er, der schäfer, für sich vielleicht überhaupt nie eine wollte? zumal kenntnisse und bedeutungen des technischen und qs-englisch voraussetzend?

    das geld als ausgleichendes system schon gut. und ggfls. auch austritte, den griechen die drachme entspräche, so gesehen, auch dem prinzip der subsidiarität.

    und berlin und der euro arbeiten mit allen kräften seid monaten hinter den kulissen hart daran, eine für alle gerechte und nicht zu schmerzhafte lösung zu finden. berlin hat eine klare linie sich erarbeitet und exekutiert die, und die griechen hangeln sich daran entlang. das griechische verhalten zeigt die von uns gezogenen wie geplanten grenzen glasklar auf, man müsste nur sehen können?

    und die bilder von agrigent sind schön, man erkannte der ort bereits ganz oben auf dem ersten.

    firmen und volkswirtschaften sind etwas ganz anderes. und währungsräume und soldatenbeherrschte empires/kaiserreiche nebst vasallenstaaaten noch etwas anderes. (1)

    das erste foto zeigt sehr schön, dass agrigent sogar mit hilfe der holzdübelmethode erdbebensicher gebaut war. und doch irgendwann später einstürzte, da waren die erbauermenschen-enkel und -urenkel aber alle längst fort.

    (1 – seat und skoda sind vw-töchter. für wann hat man in wolfsburg noch mal geplant, dass man in tschechien und spanien höhere löhne mit mehr urlaub zahlte, als in wolfsburg?)

    … und berlin und andere leisteten nebenher noch ein anderes. sie würden ja einen präzedenzfall schaffen, dessen hürden daher zumindest so hoch zu sein hätten, dass der rest der schäfchenherde besser lieber drin bliebe und sich harten, härteren anpassungsmassnahmen zu unterziehen, statt billig davonzulaufen, nicht?

    und der „euro als europäischer wirtschaftskit des restes“, welcher eben in weltmärkten gehandelt würde, preise für deutsche autos und siemens-radar-mrt-zahnstühle in aller welt machte – es ginge fast gar nicht um griechenland im grunde? aber um den ruf des euro in der welt, also in zeit und raum?

  34. super
    die einzig gangbare und faire Lösung!! Bravo!

  35. Beruf ? Studium ? Ich heiße idiot.
    Was soll in GR passieren ? Frau Ekel ist wegen unsrer nie tilgbaren Schuld angehalten, “ allen zu helfen “ trotz des Maastricht- Lissabon- Vertrages. Es ist wie Knecht Ruprecht: die Guten werden geprügelt, die bösen läßt man laufen. Wo Korruption seit Jahrtausenden in den Genen verankert ist, was soll dann EU-nichtmoral bewirken. Pack schlägt sich, versteht sich, verträgt sich, ist kongruent. Wie hieß es doch wie in Alices Wunderland ? Der Teuro ist sicher…. Ja, solange die Investhaie genug zu fressen finden (dürfen). Und das dürfen die i m m e r. Man hat zu vergessen, dass D. zu knebeln d a s Konzept für unser Jahrhundert bestimmt war. Man darf doch als Nation zu stark auf dem Kontinent sein, das ewige Lied und Leid aus zumindest britischer Sicht. Und dies läuft wie und als geplanter Film….

  36. Titel eingeben
    Was wäre, wenn das Land auch einige Reformen durchführen würde? Wenn man diese Geschichte anschaut, dann sind wir Esten doch richtig blöd, daß wir es nicht auch so machen.

  37. Was dem eehnen sin Uhl, is dem aanan sin Nachtigal...
    In Hochdeutsch: „Was dem einen eine Eule bedeutet, sieht der andere als seine Nachtigal an.“ Es ist schon erstaunlich, mit wie vielen unterschiedlichen Maßen in einer eigentlich homogen erscheinenden Zeitung wie der FAZ gearbeitet wird. Gerade hat man den Artikel gelesen, in dem sich der Autor bitter beklagt, bei drangvoller Fülle in einem ICE nicht kostenlos in die erste Klasse eingelassen zu werden und findet die Hauptschuldige in einer ICE-Begleiterin und beschwert sich en passent mal eben über die Servicewüste Deutschland. Und Sie, lieber Don Alphonso wünschen nun gute Freundschaft und strenge Rechnung in unserer lieben Vielvölkernation Europa. Was denn nun, Preußen, bis zur totalen Selbstaufgabe oder „vernünftige“ Lockerheit. Oder immer nur das passende Rosinchen, getreu dem Wort: „Wen jeder an sich denkt, ist an alle gedacht?“ Man muss schon einen Kurs vertreten: Man kann nicht von der Bahn und Post fordern und Kulanz verlangen und die vermutlich 98% Griechen, die vom Kuchen nichts abbekommen haben, nun zum hungern verdammen, aber sich über die Immobilienkäufe der 2% reichen Griechen in Deutschen Großstädten freuen. Die Bankkonten von Putins Freunden konnte man auch international sperren, wieso geht das bei Griechen-Milliardären nicht? Die ganze Diskussion ist wohlfeil. Natürlich muss man seine Schulden zurückzahlen, aber wer hat den jetzt das Geld?

  38. Deutsche Geschichte und griechische
    Der Don kennt sich offenbar in der deutschen Geschichte etwas aus. Wenn man die griechische Geschichte nur etwas kennt, wird einem allerdings schnell klar, dass es ok ist, den Griechen die Schulden zu erlassen. Haben wir ja faktisch schon längst getan. Aber sie müssen aus dem Euro raus. Die die Geschichte Griechenlands ist Geschichte von „Wie ziehe ich meine Partner, Herrscher, was auch immer, am besten über den Tisch. Wie lebe ich als Volk auf Kosten anderer Völker.“

  39. Dr. (Rechtsanwalt, wie gesagt nicht veröffentlichen bitte!)
    O.k. „Don“. Mit Dir kann man offensichtlich Klartext reden:

    Wer hat Deiner Auffassung nach bis Freitag was zu tun? Konkrete Handlungsvorschläge, keine Allgemeimplätze bitte. (Andere haben schon genug – zuviel -schwadroniert.) „GR braucht nichts tun“ läuft nicht.

    Welchen subtsantiellen Beitrag haben die Kredit-Rückversicherer zu leisten? Alles die EU zahlen lassen läuft nicht, da helfen auch keine Statements von Nobelpreisträgern.

    Was, wenn einer partout nicht mitspielen will? Es gibt nun einmal Schuldner, die muss man erst gegen die Wand laufen lassen, bis sie merken, in welcher Lage sie wirklich sind, weil sie erst dann in der Lage sind, vernünftige Entscheidungen für sich und andere zu treffen. Das ist nun einmal so und das muss man immer einkalkulieren. GR scheint so ein Fall zu sein.

    (Wer´s nicht glaubt, hat bisher nur Wirtschaftskolumnen und „Kommentare“ geschrieben und noch nie in der Realität Schulden eingetrieben. Ohne Vollstreckungsdruck geht es häufig nicht und manchmal muss man das auch konsequent durchziehen, bis sich etwas bewegt. Wer das nicht kann, kann es von vornherein sein lassen. Falsche Rücksichtnahme ist da gänzlich fehl am Platz. Es gibt nun einmal Typen, die erst in das Weiße des Auge des Gerichtsvollziehers sehen müssen, bis von ihnen wieder etwas kommt. Dann erst merken sie, dass nun Schluss ist mit „Spielen“ und den entsprechenden „Theorien“. Herr Schäuble weiß das, schließlich hat er effektive Vollstreckungsstrecken. Diesen Klammersatz können Sie übrigens sehr, sehr gerne herausstreichen- oder von mir aus das ganze Posting.)

    Also Butter bei die Fische!

  40. Chapeau
    Endlich mal eine vernünftige Analyse des Problems.
    Anstatt auf die Einhaltung unsinniger EU-Regeln zu pochen, sollte Europa und allen voran Deutschland mal an das soziale Elend denken, das die „Rettungspolitik“, welcha ja nur Banken rettet, bislang angerichtet hat. Valoufakis hat da durchaus recht. Die Rettungspolitik der EU/Merkel ist Teil und nicht Lösung des Problems. Daher kann man nur hoffen, dass sich die neue griechische Regierung nicht von der EU weiter mit Ultimaten erpressen lässt, während in Athen die Leute im Elend verrecken.

    • Vollkommen einverstanden. Wirklich.
      Dann braucht Griechenland ja auch keine weiteren Kreditbürgschaften und kommt hervorragend alleine klar? Denn die waren ja Teil des Problems, nach Ihrer Auffassung.

      Ich bin schon lange sehr dafür, den Griechen ihren Willen zu lassen, jeder soll nach seiner Fasson selig werden. Ohne „Ultimaten“ werden die Griechen sich nur noch neue Schulden zu zweistelligen Zinssätzen leisten können, das wird zu der Umbaugeschwindigkeit Griechenlands erheblich beitragen.

      Also sind wir uns einig? Fein.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  41. Was für eine Grabrede
    auf den europäischen Gedanken. Ein Freibrief für alle in der Gemeinschaft Schaden anzurichten, bis es besser ist für alle aufzuhören und das kleinere Übel in Kauf zu nehmen. Wer vor dem Beispiel noch für die EU als Wertegeméinschaft und Verträge eintritt, wird von den Wählern abgestraft.

  42. Wenn ich mein Geld in der Schweiz hätte,
    könnt ich auch so cool die dummen Deutschen auffordern ihre Lebensersparnisse den Griechen zu opfern. Wir sind am Ar… !

  43. Staaten kann man mit Unternehmen nicht vergleichen
    Der Artikel berücksichtigt nicht, dass Staaten nicht mit Unternehmen gleichzusetzen sind. Das ist vielleicht auch gut so, dann in Unternehmen würde man nicht rentable Mitarbeiter (sozial schwache) einfach „liquidieren“. Das gleiche wäre wohl auch bereits mit Griechenland passiert. Da die EU aber kein Unternehmen ist, gab man Griechenland weiterhin eine Chance und hat es nicht ausgeschlossen. Auf der anderen Seite, kann man einem Staat auch nicht so leicht Vorgaben wie etwa Unternehmensabteilungen machen. Die Regierungen des Staates sind von einer Mehrheit gewählt, die Sie für Ihre versprechungen geählt hat (ob Erfüllbar oder nicht). Im Unternehmen gibt es keine Demokratier sondern nur Gewinnmaximierung.

  44. In Slowakien, Estonien oder Bulgarien sind die Menschen armer.
    Wenn es darum geht Menschen im Not innerhalb der EU zu helfen, dann bitte lieber dorthin.
    Und auf der Welt gibt es auch viele Menschen die im Not sind.
    Es gibt kein Grund es den Griechen Vorzug zu geben.

  45. "Die Rechnung für Griechenland, bitte" klänge in verantwortlichen Weltmärkten
    evtl. natürlich auch noch ein bißchen „dumm“? Also ggfls. sogar „sehr dumm“, jung, unerfahren, unverantwortet bzgl. des Eigenen – und – gegen eigenen Willen? – germanisch-unverschämt?

    Denn das hörte sich, so gesehen, halt ggfls., von außen gehört, auch so an, als ob der „Teutsche Hunne“ „Griechenland“ „auf der Speisekarte seines persönlichen Mittagsmenues gehabt hätte“, und Griechenland hätte ihm – leider wieder Erwarten und aller verantwortungslosen Selbstanpreisungen der Speise nebst Kneipe zum Trotze – leider doch nicht hochbekömmlich gemundet. „Böse Enttäuschung, leider“.

    Und daher hätte er nun das Recht, den Teller, Menue und Kneipe brüsk zurückzuschieben – und eben hoch enttäuscht die Rechnung zu verlangen?

    Ja, so dumm und ungeschickt, wären sie endlich bereits unbemerkt wieder einmal, bis immer noch, unsere lieben, netten Deutschen? Und wir hätten z.B. der US-Army und anderen zu danken, für ausdauerndes, übersichtiges, geduldiges, verzeihliches Hierbleiben, und zwar, noch mehr dankenswerter weise, auch weiterhin?

    Nun denn. Ein Agrigenturlaub machte vermutlich noch keinen Sommer.

    Und Kreta hätte auch Tempel von damals und noch früher. Immerhin die würden bald billiger. Für Westviertel z.B., die klug wenig bis keine Steuern zahlten, aber trotzdem auch vom Euro und Deutschland auch mit gerettet würden?

    Und auch ohne allzu kritisch sein zu wollen.

  46. Schrecklich
    Nein, nein, nein. „Schuld“ und Schulden: Da verwechselt der Herr Sambossa etwas. Das ist keine moralische Frage. Lesen Sie mal David Graebers Buch darüber. Die Griechen sagen es doch jetzt ganz richtig: Wir, die neue, nicht korrupte Regierung, wir wollen kein neues Geld von Euch. Das will man ihnen aufdrängen, so wie man aus Europa die vorherigen Milliarden da reingeschüttet hat ohne dass sie etwas gebracht hätten. Man will sie weiter abhängig halten von Systemen, die dem Land nichts bringen. Die wollen neu anfangen. Das werden sie, so oder so. Ich wünsche ihnen Glück dabei. Lesen Sie mal was man in der New York Times über die sturen Deutschen und Holländer schreibt. Nur Don Alfonso hat’s kapiert!

  47. Das Leben
    Wenn man sich hier die Argumente so ansieht, kann man doch eigentlich immer sein Geld aus dem Fenster werfen, dann zum Nachbarn gehen und dem Nachbarn sagen, dass man wieder Geld braucht!!!! So verhalten sich die „Partner“ in der EU. Ich möchte den sehen, der dann die Brieftasche öffnet und sagt: „Hier hast Du wieder EURO´S kannst Du auch wieder zum Fenster rauswerfen“. Genau darüber sollten die werten Herren mal nachdenken!!!

  48. Euro retten, koste was es wolle
    müsste die Überschrift nicht möglicherweise so lauten?

  49. Naja, Don...
    … mit historischen Vergleichen ist das ja so eine Sache. Warum ausgerechnet Lausanne 1931? Klar, da ging’s auch um Schuldenschnitt – aber sonst war’s zur heutigen Situation ziemlich verschieden. Der damalige Schuldner Deutschland verhielt sich nämlich spätestens seit Locarno, 1924, gegenüber den Allierten sehr kooperativ. Die Amis hatten das durch großzügige Kredite schon lange vor Lausanne längst gewürdigt. Dass Locarno so spät (wahrscheinlich zu spät) kam, lag vor allem an den Animositäten der Franzosen. Wenn schon historische Parallele, würde ich eher auf München 1938 verweisen. Dass passt zwar auch nicht 100%ig, aber kommt der Sache schon näher. Das damalige Hitlerdeutschland war nämlich überhaupt nicht mehr kooperativ, sondern äußerst provokativ und fordernd – kommt uns das bekannt vor? Dass Chamberlain Hitler damals nachgegeben hat (was Hitler ironischerweise überhaupt nicht recht war), wurde ihm noch lange zum Vorwurf gemacht und hat durch die verzögerte Aufrüstung Englands das Ausmaß des Krieges wahrscheinlich vergrößert. Erst Churchill konterte Hitlers Provokation in der Weise, die sich im Nachhinein als die einzig richtige herausstellte. Wohlgemerkt: Ich möchte jetzt niemanden auf eine Stufe mit Hitler stellen. Aber zur politischen Klugheit sollte durchaus gehören, zwischen Kooperationsbereitschaft und Provokation zu unterscheiden. Im Augenblick überwiegt eindeutig die Letztere.

  50. Sizilien
    Ist es gut, einen Artikel über Griechenland mit Bildern aus Sizilien (Agrigent etc.) zu illustrieren? Die griechische Besiedlung Siziliens ist doch schon recht lange her!

  51. Mr
    Der In diesem Artikel gezogene Vergleich mit Lausanne hinkt wie Captain Ahab mit geknicktem Holzbein. Der Autor klingt wie der Casinochef des EU-Spielbank, der fröhlich die neuen ausgefinkelten Regeln verkündet:
    1. Reinmogeln, durchmogeln, rausmogeln
    2. Jeder darf mitmachen. Spielfeld gibt’s gratis bei der EZB
    3. Wer als Letzter noch am Tisch sitzt zahlt die Zeche
    4. Bürgen müssen die (deutschen) Bürger, daher auch der Name, oder?

    • Das mit de, Reinmogeln war eine andere Regierung und das mit dem Spielgeld auch. Jetzt sind Neue da. Da kann man doch mal nachdenken, ob die nicht auch ein paar kluge Punkte haben,

  52. Traumwelten
    Man stelle sich vor, man geht zu seiner Bank und erklärt ihr, man sei pleite und benötige weitere Kredite um sich vor Hartz IV zu bewahren. Immerhin müsse man ja Auto fahren, sich ein Haus leisten und alle Wohltaten, die so dazu gehören. Klar wolle man sparen, aber nur an dem, was leicht ist, was nicht weh tut. Auf die Frage, warum man denn nicht zB. seine Einnahmen erhöhe, in dem man zusätzliche Einnahmequellen erschließt, lehnt man dies als Einmischung in die eigene Lebensführung mit wüsten Beschimpfungen und Beleidigungen der Gegenüber entrüstet ab. Ich gehe davon aus, dass der Bankdirektor, der einen solchen Kredit befürworten würde, sich bei dem sicheren Totalverlust dann der vorsätzlichen Untreue gegen seinen Arbeitgeber verantworten müsste.

    Zurück zu Griechenland. Seit der Mitgliedschaft in der EU hat das 11 Millionen-Volk über 160 Mrd € verlorene Zuschüsse und mehr als 300 Mrd. „verlorene“ Kredite erhalten. Mehr als jedes andere Land in der EU. Thorsten Haupts ist zuzustimmen, es gab bereits mehrere Moratorien mit Schuldenschnitt und faktischen Verzicht (oder wie soll man es bezeichnen, dass ein Land mit 240 Mrd € EU_Schulden nicht einmal 1 Mrd € Zins- und Tilgung im Jahr berappen muss?

    Der Auffassung des/der Gutmenschen, die verzeihen und entschulden wollen ist entgegenzuhalten, dass es weltweit die einzige als erfolgreich anerkannte Therapie zur Behandlung von Suchtkranken ist, sie durch Verzicht zu entwöhnen. Dieser Therapie unterziehen sich große Länder wie Spanien und Italien und kleine Länder wie Portugal, Irland und Zypern in bemerkenswert erfolgreicher Weise. Aus welchem Grund sollen gerade die Griechen, die seit 7 Jahren beratungsresistent gegen alle Versuche, die eigenen Einnahmen zu erhöhen und die Steuern sozial zu verteilen, deren Zahlenwerk stets nach dem gewünschten Ergebnis manipuliert wird und die – weil dies durch die Prüfungen der Troika nicht mehr so einfach geht, nun auf Biegen und Brechen diese Kontrolle verweigern wollen, aus welchem Grund sollte dieses Volk, weitere Konsumkredite erhalten, die – ähnlich wie Chavez in Venezuela – der eigenen Klientel der Regierungspartei dienen und das Land weiter und weiter ruinieren. Nein. Im Übrigen: Jedes Volk wählt die Regierung, die ihm gefällt. So auch Griechenland, so auch Venezuela. Es steht uns nicht an, dies zu kritisieren oder es zu bemitleiden.

    Es ist bemerkenswert, wie einfach die Vertreter der Gutmenschen über die Entscheidungen und wirtschaftlichen Interessen der Bürger der die Schulden zu erlassenden Länder hinweg gehen, deren Altersversorgung sich halbiert hat, deren Zukunftsperspektiven sich durch höhere Steuern und Abgaben der zusätzlichen Staatsverschuldung deutlich reduziert und die sich durch eine Politik des lockeren Umgangs mit dem Privatvermögen der Bürger durch den Staat betrogen werden.

    Selbstverständlich haben wir in der EU eine Pflicht, dem Mitglied zu helfen, dies ist unbestritten. Diese Pflicht gilt jedoch nur im Rahmen der getroffenen Vereinbarungen und nur, solange und soweit das Mitglied alle ihm zuzumutenden Anstrengungen zur Selbsthilfe unternimmt. Diese Auflagen erfüllen die restlichen Länder teils vorbildlich teils zögernd. Nur Griechenland nicht. Spanien forderte deutsche Steuerbeamte als Berater für ein neues effektives System zur Steuervereinnahmung an, Griechenland hat es als Einmischung abgelehnt. Als ihr 2010 aus den durch Hehlerei bekannt gewordenen Steuerdaten eine Liste von mehr als 2000 Helenen mit großen Auslandsvermögen übergeben wurde, wurden bisher nicht einmal 200 davon befragt. Warum gibt es kein Kataster in Griechenland, interessiert es den Staat nicht, wer welches Immobilienvermögen besitzt, welche Gewinne bei Transaktionen gemacht werden und ob davon vielleicht auch der Staat etwas erhalten sollte. Ganz offenbar nicht. Ich will die, wenn es nicht so traurig wäre, teilweise lustigen Betrügereien der „kleinen“ Griechen, wie etwa die Rente für Tote, das Blindengeld für Fahrschullehrer, etc. nicht weiter anprangern, aber es symptomatisch für die Gesellschaft, in der sich jeder bedient und sein mehr oder weniger großes Stück nimmt, ohne zu bezahlen. Die Rechnung liegt nun auf dem Tisch. Doch auch dafür haben die Verantwortlichen eine Lösung parat. Sie heißt: Schuldenerlass und neues frisches Geld für diejenigen, die diesmal an den Töpfen stehen.

    Der als auch mir liegt es fern, die Lebensweise der Griechen ändern zu wollen, solange diese sich selbst finanzieren. Aber selbstverständlich muss derjenige, dessen Solidarität eingefordert wird, ein Mitspracherecht über die Verwendung und der Kontrolle der Mittel haben. Wer dies nicht nachvollziehen kann, der lebt wie die Griechen in einer Traumwelt. Auch wenn es noch so hart sein mag, Realitäten müssen erkannt werden und einem Junkie ist nur durch den Entzug zu helfen.

    Gruss
    J. W. Bartsch

  53. Und was passiert dann
    Dann melden sich zurecht Italien, Spanien, Portugal usw. Und wollen ihre Schulden auch gestrichen haben. Dann ist es aber keine Eurokrise mehr, sondern die nächste Weltwirtschaftskrise.

  54. Titel eingeben
    Don Alphonsos Vergleich mit Lausanne hinkt wie Captain Ahab mi gesplittertem Holzbein. Schon gruselig abstrus. Der Don klingt wie der Vorstand des EU-Spielcasinos der fröhlich dem interessierten Zuhörer die neuen Spielregeln verkündet:
    1. Reinmogeln, Durchmogeln, Rausmogeln!
    2. Jeder darf mitspielen, Spielgeld gibt’s gratis bei der EZB
    3. Wer als letzter am Tisch sitzt zahlt die Zeche
    4. Bürgen muss der (deutsche) Bürger, daher der Name, oder?
    Und jetzt viel Spaß beim Zocken….

  55. Rückstellungen
    Firmen haben es leichter Rückstellungen zu bilden. Sie haben nicht mit Glaubwürdigkeit bei der Risikoanalyse zu kämpfen.
    Dies ist bei Griechenland leider der Fall. Schulden kann man in diesem Fall eben auch nur gegen Bedingungen erlassen.

  56. Pointe
    Zum Hoover-Moratorium von 1931 fehlt die Pointe. Alle europäischen Staaten waren glücklich über die dringendst nötige Atempause inmitten der Weltwirtschaftskrise und den Aufschub der Zahlungsverpflichtungen. Alle Länder? Nein… Der griechische Ministerpräsident Eleftherios Venizelos (1864-1936) erklärte im Parlament: „Wir mußten dem Präsidenten Hoover erklären, daß das von uns unmöglich angenommen werden könnte. Es geht nicht an, daß die internationalen Abmachungen wie Papierfetzen betrachtet werden.“
    Erst später gab Griechenland seinen heldenhaften Widerstand auf.

  57. griechland hat seine chance vertan
    nun dem don kann man zustimmen: natürlich sollte man sich gewissen haft auf den grexit vorbereiten. und mit einiger zuversicht denke ich auch, dass das hinter den kulissen getan wird.

    zur problemlösung hätte sicher auch beigetragen den vermögenden in griechenland etwas mehr steuern abzuknöpfen. statt dessen wurde der einfache bürger geknechtet bis er in der verzweiflung syriza und co. wählte.

    bisher hat sich auf diesem feld allerdings noch nichts getan. statt dessen sucht man polemisch die schuld bei allen anderen.

    nur so kann das (hoffentlich) nichts werden. im sinne des gesamtgebildes europa muss es auch mal einen platzverweis geben für wiederholtes foulspiel. die zeit ist überreif!

  58. vergleichen, was vergleichbar ist
    Gut daß dieser Kommentar im Feuilleton steht, da erwartet man nicht soviel. Denn bei GR geht es nicht darum, daß die Schulden nicht zurückbezahlbar sind, sondern daß die Griechen es nicht wollen, weil das viel zu viel Arbeit bedeutet. Sie wollen tagsüber auf gemütlichen Beamtensesseln sitzen, ein üppiges Gehalt garniert mit wohltuenden Privilegien und großzügigen Pensionen beziehen und nachmittags zum Strand gehen. Verwöhnt von Vetternwirtschaft und Aber-EU-Milliarden, können sie sich schon gar nicht mehr vorstellen, daß man für Geld auch arbeiten muß. Daß es soweit kam u nicht nur die Griechen mittlerweile glauben, daß es auch funktioniert, dafür hat auch ein versifftes EU-Subventionssystem gesorgt, das von hart arbeitenden Bürgern am Leben erhalten wird, weil es angeblich dem Frieden in EU dient u in dem sich die Beamten ähnlich komfortabel eingerichtet haben. Wie lange wollen die Menschen diesem Betrugsystem noch glauben.

  59. Wäre es nur Griechenland...
    …, ließe sich vielleicht die Kröte schlucken. Doch neben jenem europäischen Urstaat, in dem sich drei Familien seit einem halben Jahrhundert an der Macht abwechseln, für ihre Klientel beliebig viele Staatsposten schaffen, der über keine Steuerverwaltung verfügt, die diesen Namen verdient (die offiziellen Steueraussenstände liegen zwischen 70-80 Mrd. EUR), auch kein Kataster- und Liegenschaftswesen, das über Immobilienbesitz genauere Auskunft geben könnte und obendrein die Reeder als wichtigsten Wirtschaftsfaktor verfassungsmässig abgeabenfrei stellt (warum eigentlich nicht gleiches für Autoindustrie und Maschinenbau hierzulande fordern?), warten ein halbes Dutzend EU-Mitglieder darauf, dass künftig andere ihre Rechnungen begleichen. Der Vorschlag, Athen auf Dauer zu alimentieren, könnte von Don Camillo stammen, aber von Don Alphonso…?

  60. Auch die USA sind nicht das, was sie mal waren ...
    Vor ein paar Jahren im US-Wahlkampf. Es wird bei einem Townhall Meeting der Republikaner über die von den Demokraten geplante Gesundheitsreform (heute bekannt als Obamacare) diskutiert.

    Jemand wirft die Frage in den Raum, was man denn nun mit einem Schwerstkranken machen sollte, der keine Versicherung abgeschlossen und auch sonst nicht vorgesorgt hat.

    Daraufhin grölt der Saal: LET HIM DIE!

    Parallelen zur aktuellen Diskussion bezüglich Griechenland sind natürlich rein zufällig.

  61. nun ja.............
    das abkommen von lausanne mit einen anstehenden verhandelten schuldenschnitt für griechenland zu vergleichen ist schon tollkühn, schliesslich hat deutschland am sehr unglücklichen friedensvertrag nach dem 1. weltkrieg wohl real nicht mitverhandelt und in den jahren bis 1932 auch nicht milliardenkredite bekommen, sondern wohl in lausanne den ablass aus einem ökonomisch, politisch und moralisch unsinnigen rachediktat (die folgen sind weitgehend bekannt).
    und wir sollen all dies nicht jetzt politisch oder euro-philosophisch überbewerten und tranzendieren: ein austritt aus der eurozone tut den griechen gut, sie sind herr im eigenen haus und wir sollten uns heraushalten, ob sie korrupition bekämpfen oder nicht oder ihre reichen nun besteuern oder nicht…………..geld ist jedenfalls wohl im land ausreichend vorhanden, die frage ist, in wessen händen es ist.
    der eu schadet ein euro-austritt nicht, zu klein die wirtschaftliche und auch die politische bedeutung.
    jeder weitere alimentation griechenlands schafft ungerechtigkeiten, warum nur haben die tapferen portugiesen ihr land energisch saniert und werden zukünftig besser dastehen denn je………..oder die iren, es wäre ja irre all diese guten beispiele zu vergessen.
    also: griechenland die eigenen wege gehen lassen, keine zwangsbekehrungen.

  62. Interessante These
    …von Don Alphonso, leider jedoch nicht zu Ende gedacht.

    Der Vergleich mit Deutschland und der Deutschen Bank hinkt.
    Voraussetzung für die Gesundung eines Staates oder eines Unternehmens ist eine gesunde und effiziente Verwaltung. Kein Unternehmen und auch kein Staat kann überleben, wenn die Buchhaltung nicht stimmt, wenn Bilanzen gefälscht werden oder Mitarbeiter und Management korrupt sind. Daran krankt aus meiner Sicht das System Griechenland und deshalb bringen ein weiterer Schuldenschnitt oder eine verlängerte Tilgung nichts. Unternehmen mit ineffizienten Strukturen stehen ein paar Monate nach einem Schuldenschnitt erneut vor dem Insolvenzrichter. Staaten sollten dies auch, tun sie jedoch nicht.

    Daher sehe ich den Ansatz der Europäer als absolut richtig an: Reformen, Reformen, Reformen im Austausch für finanzielle Unterstützung.
    Ja, das ist eine bittere Medizin und ja, die Menschen tun mir sehr leid. Aber wenn Europa hier nachlässt, werden wir uns auch in 10 Jahren noch mit versprochenen aber nicht gehaltenen Reformen in Griechenland beschäftigen.

    Dies ist auch der Unterschied zu Deutschland in den 1920er Jahren und 1953: Die beiden Schuldenschnitte hatten Erfolg und brachten eine wirtschaftliche Erholung, weil 1. die Menschen sich als Verursacher begriffen, 2. die staatlichen Strukturen stimmten, um eine Lösung herbeizuführen und 3. die Bürger die Lasten schulterten und anpackten.

    In der heutigen Zeit habe ich jedoch das Gefühl, dass die Worte „Einsicht“, „Konsequenz“ und „anpacken“ im Sprachschatz aussortiert wurden. Ein Problem, welches übrigens nicht nur Griechenland hat…

  63. Ortskenntnisse
    Was soll man von ökonomischen Ausführungen halten, die von einem Autor stammen, der örtlich desorientiert ist: die von ihm ausgesuchten Bilder stammen aus Italien, nach dem Motto ausgewählt, Hauptsache ist, es sind Säulen drauf.

  64. Irrtum Don Alfonso
    So sehr ich Ihren Blog schätze, hier irren Sie gewaltig und vermengen Dinge miteinander, die nicht zusammengehören. Dam ir nur wenig Platz zustehe in aller Kürze:
    1) Lausanne war eine komplett andere Situation: grob gepsorchen wurde dort das Ergebnis eines wirtschaftlich unsinnigen, selbstmörderischen Friedensvertrages korrigiert, zu spät und nur einmalig!
    2) Die Situation Griechenlands ist im wesentlich selbst verschuldet. Ohne Korruption und Steuerbetrug im eigenen Land(!) wäre es nie soweit gekommen. Schätzungen (hier in der FAZ publiziert) gehen daon aus, dass alleine Steuerehrlichkeit, das Problem weitgehend lösen würde.
    3) Mit Ihren Forderungen unterstützen Sie die Mulitmillionäre und -milliardäre Griechenlands, die Steuerflucht begehen, und die einfachen, europäischen Steuerzahler sollen jetzt zahlen. Hier könnte man Ihnen Egoismus vorwerfen, sind doch diese Superreichen Grundlage für Ihren Blog ;).
    4) In den Südländern ist Korruption und Steuerhinterziehung nach wie vor sehr verbreitet, dabei stinkt der Fisch vom Kopf her (Berlusconi) bzw. von der Krone her (Spanien).

    Ich bin gerne bereit mit meinen Steuern zu helfen, wenn alle steuern zahlen. Ich bin nicht bereit für den Betruf der Superreichen aufzukommen. Die ‚Frontlinie‘ läuft ganz woanders, als dort wo Sie sie verorten. Ich empfehle die Karrikatur von Greser&Lenz in dieser FAZ.

  65. Die Diagnose stimmt, die Behandlung nicht so
    Wenn die Diagnose „eine gescheiterte Fusion“ und ein „Misstrauen in Produkt und Konstrukt“ lautet, dann besteht die zukunftsweisende Lösung darin das Produkt so zu ändern, dass es Chancen am Markt hat – und nicht darin, den Verlustbringer quer zu subventionieren. Dann muss die Fusion auch auf den Prüfstand, und für die Betriebe die nicht mehr zum Produkt-Portfolio passen ein anderes Konstrukt gefunden werden.

    Um den Menschen zu helfen die in den nicht produktiven „volkseigenen Betrieben“ leiden hilft nur eins: für diese Betriebe ein anderes Geschäftsmodell zu finden. Das bisherige ist so grandios gescheitert, da helfen auch keine Rückstellungen über den Berg.

  66. Titel eingeben
    Thorsten Haupts sieht die Situation so wie sie wirklich ist, ohne Schoenmacherei. Es ist an der Zeit, den Schwindlern zu zeigen, wo sie hingehoeren: nicht in den Euroraum. Ja, ich glaube es waere fuer alle Beteiligten besser gewesen, die Griechen vor 3 Jahren rauszuwerfen, aber diese Moeglichkeit haben wir eben verpasst. Don Alphonso hat keine Ahnung wie man eine Firma leitet: ein Verlustgeschaeft soll man moeglichst schnell abbrechen, nicht jahrelang hinhalten.

  67. Zweifel, ob Alonso Lehren aus der Geschichte gezogen Hat
    Eine Einheitswährung hat es schon vor dem ersten Weltkrieg gegeben. Der sogenannten lateinischen Münzunion, auch damals von Frankreich aus Besorgnis vor dem wachsenden Deutschland initiiert, gehörten neben Frankreich auch Belgien, Italien, die Schweiz und Griechenland an. Auch damals scheiterte Griechenlands Mitgliedschaft an der vergleichsweise viel zu geringen Disziplin und Wirtschaftskraft.
    Vor über hundert Jahren schrieb Henry Parker Willis:
    In keinem Fall ist Griechenland ein wünschenswertes Mitglied der Währungsunion. Das Land ist ineinem bemitleidenswerten Zustand: Wirtschaftlich unseriös, von politischen Streitereien gelähmt und finanziell verrottet.
    Ein Reset wäre im Fall Griechenlands wohl wenig erfolgversprechend.

  68. Danke Don
    Danke für den hervorragenden Kommentar.
    Die EU Politiker scheinen völlig ahnungslos und planlos zu sein. Ein Grexit wird das Ansehen der EU, das Ansehen des Euro, das Ansehen der Deutschen bei den Griechen und Südstaaten massiv beschädigen (von den fundamentalen Risiken, Bankrun etc. ganz zu schweigen).
    Die EU tut so als sei sie eine Bank und Griechenland der Schuldner. „Zahlt bis Freitag, sonst is over!“ Als wäre die EU nur eine reine Wirtschaftsgemeinschaft. Es ist am Ende viel billiger den Griechen zu helfen. Und aus D-Sicht sowieso extrem angeraten – wegen der deutschen Greueltaten im 2. Weltkrieg, und weil D wirtschaftlich stark profitiert von der EU.

    Das Verhalten von Schäuble sieht extrem kaltschnäuzig und arrogant aus.

    Die Argumente von Varoufakis haben viel für sich – kein Wunder, ist er doch studierter Ökonom und Professor, und weiss wovon er spricht. Die meisten EU Finanzminister haben nicht mal Wirtschaft studiert?!

  69. Don liegt falsch
    Thorsten Haupts hat es vollkommen richtig beschrieben.

    Griechenland hat bereits einen echten Schuldenschnitt und weitere faktische Schuldenschnitte bekommen. Nun der nächste.

    Hier geht es nicht um Kriegsreparationen sondern freundliche Nullzinskredite an einen Schuldner,dem niemand mehr Geld leiht.

    In Spanien bessert sich im Übrigen die Lage,genauso wie bis vor wenigen Monaten auch in Griechenland,wenn auch nur langsam.

    Was wäre eigentlich gewesen,wenn die anderen 1933 ff. mal gegenüber Hitler auf Einhaltung der Verträge bestanden hätten?Und ihn nicht jedes Jahr weiter wahllos Verträge hätten brechen lassen? Der Welt wäre vieles erspart geblieben…

    • „Hier geht es nicht um Kriegsreparationen sondern freundliche Nullzinskredite an einen Schuldner,dem niemand mehr Geld leiht.“

      Na um so leichter sollte es uns doch fallen.

  70. Naive Ansichten
    Diese romantische und herzergreifende Herangehensweise habe ich in letzter Zeit öfter lesen dürfen: Drücken wir doch bei den Griechen ein paar Hühneraugen zu und morgen wird die Welt eine bessere sein. Das ist die Problemlösungsversion für Träumer und -ja sorry- „Gutmenschen“.

    Zwei Gründe warum dieser Ansatz in der Realität nicht klappt:

    1. Bei dem Nachkriegs-Deutschland stellte sich die Situation doch ganz anders dar. Einfach ausgedrückt, vor dem Weltkrieg gab es in Deutschland Strukturen, Gesetze und Errungenschaften, die grundlegend waren für eine erfolgreiche politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Nach der Stunde 0 konnte man davon ausgehen bzw. es wurde dafür gesorgt, dass Deutschland auf seinen alten und erfolgreichen Weg zurückkehrt.
    Griechenland ist damit überhaupt nicht vergleichbar. In GRE herrscht doch mehr oder weniger immernoch wilder Westen. Wie sieht es denn dort mit Vetternwirtschaft, Korruption, Steuerzahlungsmoral, Verschwendung,…aus? Nicht mal mit der Pistole auf der Brust (Troika) konnte man dort etwas ändern.
    Schön, stellen wir uns doch mal vor wir erlassen Griechenland sämtliche Schulden und lassen ihnen freie Hand. In 50 Jahren würde Griechenland doch wieder an genau dem gleichen Punkt angekommen sein und Hilfe benötigen. Klar, Transferzahlungen, gemeinsame Sozial-, Arbeitslosen und Rentensysteme usw. können Griechenland auf immer und ewig über Wasser halten aber ich als deutscher würde mir dabei verarscht vorkommen.

    2. Jeder Student der Wirtschaftswissenschaften lernt das Folgende gleich im ersten Semester: Ob ein Land im globalen Handel erfolgreich ist, hängt von dem Verhältnis Produktivität zu Kosten ab. Griechenlands Produktivität ist weit geringer als die deutsche, holländische oder französische. Also kann Griechenland nur über die Kosten Vorteile erlangen. Die Löhne in Griechenland sind nur leider in den letzten Jahren stark gestiegen. Das wird gerade wieder zum Teil rückgängig gemacht, was den Griechen natürlich gar nicht gefällt. Das große Problem ist aber der EUR. Mit EUR keine Abwertung und damit kein Stellen an der Kostenschraube. Jetzt sagen einige vielleicht „Alter, der EUR ist doch auf dem besten Weg zur Weichwährung…“. Ja, ABER das Problem ist nunmal, dass Länder wie Deutschland in der gleichen Währungsunion hocken. Deutschland war sogar so nett, die vereinbarten 2% Inflation im Euroraum dauerhaft zu unterlaufen (anders als die braven Franzosen). D.h. dank Kollege Schröder und Hartz IV steht Griechenland ohne starke Deflation mit der Zeit immer schlechter dar. Diese Deflation versucht aber gerade die EZB in seiner unendlichen Weisheit mit Unmengen an Kohle zu verhindern. Merkt einer was?

    Also was soll nochmal ein Schuldenerlass bringen?

    Achja, dass die griechischen Schulden von privaten zu öffentlichen Gläubigern umgeschichtet wurden, sollte mittlerweile jedes Kind wissen.

    P.S. Wer liebevoll angehäufte Rechtschreibfehler findet, kann sie behalten.

    • Ganz so als wäre Deutschland nicht ein moralisch brankrottes System nach dem Krieg gewesen…

      Natürlich geht es in Griechenland drunter und drüber, aber eine weniger korrupte Regierung wird man nicht kriegen. So. Das ist der Stand der Dinge und damit muss man eine Lösung finden. Oder wir warten, bis die Faschisten das Land übernehmen, und erlassen denen die schulden – was de facto in Ungarn passiert ist.

    • Verhandlungssache
      Ach wissen Sie, das sind so Nationen-Stereotype ( „wilder Westen“, „..in 50 Jahren wieder pleite..“ ) die ich nicht sehr hilfreich im politischen Umgang zwischen Nationen halte. Das erinnert mich an die Griechen, die sagen: „Deutsche? In den letzten 100 Jahren haben sie entweder versucht , Europa zu beherrschen, entweder mit Knobelbecher oder mit den Euro, oder sie winseln rum.“ Das verletzt mich auch, aber offenbar ist der Hang zu Stereotypen überall gleich. Da weiss jeder was über den anderen zu sagen…

      Zum akuten Versagen der Verhandler sagt Norbert Häring, „dass Moscovici einen Text vorgeschlagen hatte, nach dem die griechische Regierung eine Verlängerung der Finanzhilfen um einige Monate nachsucht und dafür geeignete Bedingungen erfüllt und Versicherungen abgibt. Die griechische Regierung hätte mit der Umsetzung ihrer Absichten gewartet, soweit diese Geld kosten, nichts getan, was die Finanzplanung aus dem Ruder laufen Ließe und nichts, was nach Ansicht der EZB die Finanzstabilität gefährden würde“.

      Hört sich jetzt im Kontext der aktuellen Situation brauchbar an. Aber: „Der Vorschlag der Kommission sei wenige Minuten vor Beginn der Sitzung zurückgezogen und durch die Forderung ersetzt worden, die griechische Regierung müsse sich vor weiteren Verhandlungen bis spätestens Freitag bedingungslos zur Fortführung des bisherigen Anpassungsprogramms verpflichten. Da diese Regierung im Wahlkampf mit der Forderung angetreten war, genau dieses als untauglich gebrandmarkte Programm zu beenden, war das ein offenkundig unannehmbares Ultimatum. Es soll vor allem auf Druck Berlins zustande gekommen sein.“

      Meine Meinung: Schäuble kann nicht verhandeln, wenn er nicht in der Position des Stärkeren ist, schon mit Verhandlung auf Augenhöhe ist er überfordert. Denn Verhandlung ist Kompromissbereitschaft, ausserdem hat er die Eurogruppe düpiert, denn dort wurde schon daran gearbeitet, die „geeigneten Bedingungen“ zu konkretisieren.

    • wilder westen
      ich halte das für eine unglückliche metapher.
      mir scheint die griechen fühlen sich noch immer als türkische kolonie und verpflichtet ihren staat möglichst kräftig zu bescheißen…

  71. Es würde sich absolut nichts ändern. Und sie, lieber Don, wissen das ganz genau
    Grundsätzlich stimme ich zu, wenn es darum geht, in Not geratenen zu helfen. Leider ist eine solche Nothilfe im Falle Griechenlands zu einer dauerhaften Alimentierung verkommen, auf die sich die Griechen in den letzten 20 Jahren eingestellt haben und jetzt zeter und mordio schreien, wenn der Geldstrom versiegt.

    Ist wie mit den ewigen Studenten, die erst wach werden, wenn man den Geldhahn abdreht.

    Natürlich sehe auch ich die Notwendigkeit einer Lösung. Und dennoch wird sich durch eine erneute Entschuldung absolut garnichts ändern, solange immer wieder neues Geld nach Athen überwiesen wird – damit(!) dort niemand stirbt, weil er sich den Arzt nicht leisten kann.

    • Nun, wir sehen doch, wohin uns die bisherige „Lösung“ gebracht hat. Ist es da wirklih schlimm zu sagen, wir rechnen das mal alles zusammen und dann überlegen wir, womit wir am besten fahren?

  72. Donald Duck der Superdeutsche, HEIL!
    genauso platt wie deine faschistische Einleitung.

  73. Don, wie lange lassen Sie saeumige Mieter mietfrei weiterwohnen? Und bezahlen...
    ihnen auch noch die Nebenkosten? Wie lange? Wahrscheinlich laenger, als Ihnen lieb ist, denn die Raeumungsklagen koennen dauern, aber irgendwann, gell?

    Systematisch: Die Ursachen fuer Lausanne waren die – von den Franzosen so verlangten, mit Absicht verkrueppelnden Reparationslasten von Versailles. Vor deren drastischer Ueberhoehung und den ev. Konsequenzen hatte Maynard Keynes (derselbe), damals in Versailles anwesend, schon 1919/20 gewarnt, auch die Ami’s waren dagegen, nur die Franzosen waren selber so pleite, und wollten – nach eigener Aussage, historisch belegt – das Deutsche Reich „auf ewig“ wirtschaftlich schwaechen. Deutschland hat nicht so wie Griechenland in den letzten 30 Jahren massiv ueber seine Verhaeltnisse gelebt, sondern hatte aus ganz anderen Gruenden so hohe Schulden. (dieses ist uebrigens auch der Grund fuer das grosse Entgegenkommen bei der Londoner Schuldenkonferenz von 1953 gewesen, weil klar war, dass – abgesehen von der dt. Teilung und mit der begrenzten Leistungsfaehigkeit des ziemlich zerstoerten Westdeutschlands diese „Ueberschulden“ nicht haetten beglichen werden koennen. Dazu kam noch, dass durch die Bretton Woods Vereinbarungen die Verhaeltnisse der Waehrungen sich zueinander verschoben hatten, und auch die Siegermaechte haben dem beim Schuldenschnitt Rechnung getragen). Es macht moralisch einen gewaltigen Unterschied, woher die Schulden kommen, die da erlassen werden sollen.

    DER AUSLOESER fuer die Bankenrise von 1931 war die Kreditanstalt AUSTria, die sich aufeinmal mit einem Batzen faelllig gestellter Schulden konfrontiert sah, womit nicht zu rechnen war. Was war passiert – Deutschland und Oestereich wollten eine Zollunion gruenden, dieses war lt. Versailler Vertrag verboten, und die Schulden faellig gestellt haben die Franzosen. Wenn die eurogruppe die EZB heute dazu veranlassen wuerde, den Griechen ELA/Target zu streichen, waere der euro morgen in GR perdu – insofern verhaelt sich die EZB „netter“ als es die Nachbarn damals waren. Und H. von Schacht hat genausowenig gut reguliert und auf die Banken aufgepasst wie das BaFin heute (wie auch, wenn die Banken fuer die Gegenposition das drei-bis vierfache Jahresgehalt bezahlen), insoweit haben Sie Recht, die dt. Banken waren in einem schlechten Zustand. Aber das aendert nichts daran, dass die EZB die Griechen im Moment „zwischenfinanziert“ – ohne Reformauflagen, ohne Sicherheiten und der eur. Steuerzahler fuer haftet.
    Illusion, der euro wuerde unsere „Exportsituation“ verbessern – nichts koennte weiter von der Realitaet entfernt sein. Wir exportieren seit Euroeinfuehrung „weniger“ in die EZ Staaten, und relativ viel mehr nach China etc. Wenn wir den euro behalten, koennen wir die BMW’s auch gleich der Periph schenken, am Ende kommt das auf dasselbe heraus. Ich werde hier meine Litanei, warum der euro nicht funktionieren kann, nicht nocheinmal wiederholen (bitte Don Alphonso Blog Spaetalterliche Maenner im April 12 dortige Kommentare, ausfuehrlich nachzulesen). Der euro wird im Moment zwanghaft erhalten, u.a. damit Merkel und Schaeuble nicht zugeben muessen, wie verfehlt die ganze Retterei ist, und vor allem Dingen den wirtschaftlich eingetretenen Verlust diverser Rettungsmilliarden vor dem Michel bewusst verheimlichen koennen. [eine andere unbeliebte Buchhaltungsdiskussion, ob denn die Vermoegensgegenstaende, aka Forderungen denn „werthaltig“ sein, aka mit dem Geldeingang jemals, oder doch zumindest vor dem St. Nimmerleinstag zu rechnen sei – diese Buchungsschritte stehen bei den Rettungsmilliarden aus]. Und weil dann die duenne Patina der EU Grundlagen zerbrechen wuerden, denn die EU funktioniert vor allem, weil die Deutschen am Ende immer einen gr. Teil der Rechnung uebernehmen. Und alle anderen haben sich sosehr dran gewoehnt, dass die Begehrlichkeiten – langsam die Zahlungsfaehigkeit der dt. Kreditkarte uebersteigen. Don, es geht den Deutschen schon schlechter, Sie moegen davon nix mitbekommen, aber von Schiersteiner Bruecke bis Schlangen in den Arztpraxen…. der Lebensstandard in D ist seit euroEinfuehrung gesunken, und die Tatsache, dass die dt. Vermoegen im Durchschnitt niedriger sind als in GR, Spanien etc lassen wir am Besten ganz aussen vor. Und nun zu GR. Die Rettungmilliarden (wenn nicht gerade frz. dt Banken gerettet werden) finanzieren ein korruptes Oligarchennest, in dem jeder jeden beschei…..t; der Staat die Buerger und umgekehrt – und in dem Samaras im Sonner 14 einen erfahrenen Auslandsgriechen, bis dahin Leiter der Steuerbehoerde, entlassen hat, weil dieser sich zu sehr fuer die Steuerangelegenheiten von 300 reichen Griechen interessiert hatte, und Oh Gott, da Steurern eintreiben wollte. Eine gemeinsame Waehrung setzt auch gemeinsame Werte und eine funktionierende Verwaltung voraus, beides ist in Athen nicht der Fall. Und last -but not least – die Traenendruese: erst heute schrieb Hr. Piller, dass es die WAHL der gr. Regierungen seit 2010 war, so stark bei den „einfachen“ Leuten zu sparen, weil die wahren Strukturreformen vermieden wurden – nicht von der Troika, sondern von den gewaehlten Leuten in GR. Und keine gr. Regierung ist bisher die Oligarchen angegangen. Die Griechen erpressen uns, um weiterhin auf unsere Kosten zu leben, oft besser als in Teilen der EZ, die auch dafuer blechen sollen. Nein Don, Ihren heutigen Beitrag kann ich nicht nachvollziehen. Aber vielleicht eine Perspektiven „erweitern“. Vielen Dank fuer die Gelegenheit.

    • das ist eine
      fast messerscharfe analyse und zusammenfassung der situation, nur leider wohl kaum von den regierenden gelesen und noch weniger begriffen. wir werden wohl weiter in der ard oder im zdf aus athen mit tränenrührenden einzelschicksalen konfrontiert. die aber, das könnten die anstalten endlich reisekosten sparen, gibt es auch in görlitz, stralsund, glücksburg oder pirmasens, oder soll ich duisburg auch noch erwähnen, eine stadt, die mir sehr am herzen liegt, aber deren zustand erbarmenswürdig ist und das schimanski-image das elend übertüncht.

    • @ djangohatnemonatskarte - Danke fuer die Blumen
      Dann verteilen Sie das gute Stueck weiter, oher „sharen“ es, wenn Sie wollen, ich habe nix dagegen. Wenn es hilft, etwas Vernunft und Sinn fuer das machbare in diese heillos verfahrene Situation zu bringen; nur teile ich Ihre Befuerchtung, dass es – weil die wirklich Ursachenbekaempfenden Massnahmen – ob Aufgabe der WU zw. D und F, sowie einmal Ende Insolvenzverschleppung – von keinem Politiker kontempliert werden wird. Aber wenn es nur dem einen oder anderen Deutschen helfen wuerde, die Situation besser zu verstehen, und dementsprechend zu handeln….. waere das schon schoen.

  74. Guten Morgen
    Guten Morgen Herr Don,

    sind Sie grad aus dem Kryo-Schlaf aufgewacht?
    Die Kriese existiert seit ~6 Jahren, die ersten 2 Jahre wurden genau die von Ihnen geforderten Dinge getan, die Financial Times (RIP) hat wunderbare Beiträge darüber geschrieben. Als Ergebnis wurden Vorkehrungen gegen eine Bank-Run getroffen, Banken (einschließlich Deutscher) haben ihre Systeme auf die Wiedereinführung einer griechischen Währung vorbereitet, griechische Schulden wurden in gewissem Umfang erlassen, billigste Kredite wurden weiterhin gegeben,….
    Bitte wachen Sie auf!! Die Griechen haben ihre Mentalität bis jetzt nicht dem gewünschten Wohlstand angepasst, und es wird auch in Zukunft nicht passieren, wenn wir jetzt nicht hart bleiben.

  75. Vergangene Zeiten
    Kosten-Nutzen Analyse und dies in der FAZ, das ist lange her. Nun geht es nur noch um linke Denkansätze.
    Liberale oder gar konservative Denkansätze gehen da nicht.

  76. Sehr guter Beitrag, Herr Haupts
    ich finde auch, dass jetzt die Verluste, die durch falsche „Geschäftspolitik“ entstanden sind, „realisiert“ werden müssen. Allein das „Management“ (= GroKo) und insbesondere die Union, fürchten sich davor, den „Aktionären“ mit so einer katastrophalen Bilanz Rechenschaft geben zu müssen. Da steht zu befürchten, dass weiter getrickst wird und die nötige grundsätzliche Neuausrichtung des Unternehmens weiter verzögert werden wird. Letzendlich kann dies aber zum Konkurs führen ….

  77. lateinische münzunion
    … Diese Regelungslücke nutzten Italien und Griechenland, um den Papiergeldumlauf zu steigern, für den keine Edelmetall-Deckung mehr bestand. Griechenland wurde für dieses Vorgehen abgestraft und 1908 ausgeschlossen …

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lateinische_M%C3%BCnzunion

    wahrschinlich war da Hadschi Halef Omar schuld, keinesfalls selbstverschuldete Großmannssucht…

  78. Es können halt nicht alle Länder Exportweltmeister sein
    Auch die Menschen, die in weniger produktivitätsbesessenen Gesellschaften leben, müssen doch — trotz anhaltend niedrigerer Produktivität — irgendeine Chance haben auf ein normales Leben mit einem normalen Beruf inklusive Heizung und Krankenversicherung?
    .
    Eine Ordnung, die darauf beruht, das immer jeweils unproduktivsten Drittel mit Präkarisierung und Asozialität zu bedrohen, und die so erzeugte Angst zur Produktivitätssteigerung benutzt, ist einfach nur menschenverachtend.
    .
    Erschreckend die Besessenheit, mit der so viele Leute ihre beträchtliche Intelligenz nur dazu einsetzen, um sich und anderen einzureden, das alles sei nicht nur erträglich, sondern gar „alternativlos“ und die Welt könne anders nicht funktionieren.

  79. Zuende gedacht
    Wir Deutsche sind halt fleißig und tüchtig, und andere sind es weniger, und dann ist es doch eigentlich nur gottgefällig, dass unsereiner diese dort irgendwann als Sklaven besitzt.

    • Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen nächsten Griechenlandurlaub
      Sie,Herr Meier, werden sicher verstehen, wenn ich Ihnen gegenüber von der allgemein üblichen Anrede abstand nehme.

      Für das Sie auszeichnende Gedankengut hätte ich hier eine Ihnen sicher entsprechende Ergänzung anzubieten:

      „Wir fordern den rücksichtslosen Kampf gegen diejenigen, die durch ihre Tätigkeit das Gemeininteresse schädigen.“

      Und wenn Sie jetzt ganz heftig mit dem Kopf nicken und einspeichelnd ja, ja, ja sagen wollen – das ist Punkt 18 des Programm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (24.02.1920)

      Das wäre doch sicher ganz in Ihrem Sinne, könnte ich mir vorstellen, wenn ich hier oben ihre Zeilen lese?

      Sie haben sicher noch eine große Zukunft in Deutschland.

      B.Klingenberger

    • Ich nehme Meier ja ungerne in Schutz - aber den Müll hat er nicht verdient!
      Wenn Sie „gegen den Strich bürsten“ und tiefschwarzen Sarkasmus nicht als solches erkennen – bügeln Sie mal Ihre Detektoren auf.

      Ohne Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      und am lautesten tönen jene, die selbst schon auf dem absteigenden Ast sitzen.

    • Die anderen werden unseren "tiefschwarzen Sarkasmus" noch verstehen lernen...

      Herr Haupts da haben Sie vollkommen Recht ! !

      Manche Menschen wollen unsren tiefschwarzbraunen Sarkasmus einfach nicht verstehen.
      Sie argumentieren hier treffsicher in der Tradition von Eberhard Tauber.
      Der guten Tradition des Historikers folgend, machte Herr Meier als guter Deutscher lediglich auf Aristoteles aufmerksam, der schon im SPIEGEL (a) erwähnt ist: „Aristoteles hält Sklaverei, also die völlige politische und persönliche Rechtlosigkeit, für naturgegeben. Manche Menschen seien eben zum Herrschen gemacht, andere zum Dienen. Aristoteles klassifiziert die Sklaven als „beseeltes Werkzeug“

      (a) http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecialgeschichte/d-56767773.html

  80. Vor fünf Jahren
    Würde das Thema Griechenland schon mal in den SdG behandelt.
    Die Kommentatoren haben gewechselt die Überzeugungen nicht.
    Immer noch werkelt die ’schwäbische Hausfrau‘ gleich mit welchen
    Ökonomischen Horizont an Problemen für die ihr jedes Verständnis
    fehlt.
    Wie seinerzeit Herr Köhler als IWF Präsident der zugab, dass er
    Das Spiel das gespielt wird nicht versteht, aber selbstverständlich Regeln dafür auf-stellen wollte.
    Weiterhin viel Glück damit.

  81. Der Grexit ist wirtschaftlich verkraftbar
    Ich will hier nicht die Argumente der anderen Kommentatoren wiederholen,

    Nur so viel.
    Ich bin in meinem Leben bereits einmal mit blühenden Landschaften getäuscht worden und erlebe nunmehr das die alternativlose Griechenlandrettung ebenfalls ein politisch gesteuertes Desaster ist.

    Bleibt nur zu hoffen das die EZB nicht die Altersversicherung der deutschen Sparer mit Lebensversicherungen verzockt.

    Wenn die Politik nicht aufpasst, so hat die AFD bei der nächsten Wahl > 10%

    • Genau
      ein politisch gesteuertes Desaster.

      Auch vor 5 Jahren fing die Eurokrise damit an, dass die Griechen
      falsch gewählt hatten.
      Schon in der Wahlnacht war die Eurokrise da.; um danach als Chance
      Verkauft zu werden.
      Bis zu dieser Wahl. Jetzt spricht niemand mehr von diesen Chancen.

      Es scheint nicht um den besten Weg zu gehen, wie die neue griech.
      Regierung irrtümlich meint, sondern welcher europ. Parteipolit-Clan mit welchem Netzwerk das Geschehen kontrolliert.

  82. 5x Pleite
    ..
    .
    Griechenland steckt nicht zum ersten Mal in Finanznot:
    .
    Fünfmal seit seiner Unabhängigkeit im Jahre 1829 konnte es seine Rechnungen nicht begleichen.
    .
    Unterm Strich verbrachten die Griechen gut die Hälfte der Zeit seither in Zahlungsunfähigkeit.
    .
    .

  83. Titel eingeben
    Leider lassen die lauten Wortmeldungen der gewählten Vertreter Griechenlands keinerlei Anhaltspunkt erkennen, wie sie das Land wieder auf eigene Füsse stellen möchten.

    Vielmehr sendet vor allem der als Wirtschaftsexperte firmierende Finanzminister ausschließlich Worthülsen, Schmähungen und Vorwürfe. Sogar ein Konzept für Griechenland fordert er von den anderen Europäern. Wilde Drohungen an unpassenden Stellen passen nicht zur Staatsführung in schwieriger Situation.

    Offenbar hat diese Regierung wirklich nicht mehr in petto als freches Auftreten und die Hoffnung auf unbegrenzte Zuschüsse aus fremden Kassen.

    Das funktioniert nicht in Firmen, nicht in Familien, nicht in Kommunen und auch nicht zwischen Staaten.

    Autonomie und Anerkennung hat, wer sein Leben im Griff hat und zum Wohl der Gemeinschaft auch noch etwas beitragen kann und will.

    Dass Griechenland Hilfe braucht und reichlich auch schon erhalten hat, ist wohl unstrittig.

    Wirkliche Hilfe kann nur geleistet werden, wenn der Patient an der Therapie mit arbeitet.

    Dass es geht, haben mehrere Länder bereits gezeigt. Dass es für alle schwer ist, sich auf den mühevollen Weg zu machen, zeigen grosse Wirtschaftsnationen wie Frankreich und Italien.

    Dauerhafte Alimentierung ist keine Hilfe.

    Wenn Griechenland mit tragfähigen und glaubwürdigen Vorschlägen käme oder wenigstens Rat ernsthaft annehmen würde, wäre neues Geld der Helfer sicher schnell bereit.

    Leider sieht es so aus, als müsse Griechenland in noch ärgerer Krise und mit der Drachme im Geldbeutel auf eine neue Generation von griechischen Bauleuten warten, die das Land aus bescheidenen Verhältnissen auf den eigenen Stärken wieder aufbauen. Eine Aufgabe, die Generationen dauern kann.

    Diese Menschen zu finden und zu unterstützen wäre wohl die beste Hilfe auch auf dem Weg zurück zur ersehnten Anerkennung und Autonomie.

    Dass es diese Menschen in Griechenland gibt, steht ausser Frage. Sie sind allerdings nicht an der Regierung…

  84. Sollen es die Griechen doch selbst richten...
    …und zur Abwechselung mal nicht hart arbeitende Balten oder Slowaken und andere Europäer (Italiener und Franzosen und Spanier!) zur Kasse bitten.Die sind ebenfalls zur Recht sauer über laufende griechische Extrawürste.

    Sollen sie doch mal eine einmalige Vermögensabgabe einführen.Dann können sie ihr Wachstumspaket selbst bezahlen.
    Wer wenn nicht die angeblichen Rächer gegen den Kapitalismus von der ,,Radikalen Linken“ soll mal durchsetzen?

    Ihre Landsleute auf Zypern haben es ja auch geschafft und sind nun wieder auf gutem Weg.

    PS: Die ,, Faschisten“ regieren längst in Athen dank Tsipras.Gegen die ,, Unabhängigen Griechen“ ist Orbans Partei eine gemäßigte Partei der Mitte…

    • Hier irrte sich der Kuchen-Gelehrte
      „donalphonso … 17. Februar 2015 um 19:31 Uhr … Oder wir warten, bis die Faschisten das Land übernehmen, und erlassen denen die Schulden – was de facto in Ungarn passiert ist.“
      – WTFact is this? Was genau soll (in dieser Hinsicht) wann genau in/für Ungarn passiert sein? Wer soll wessen Schulden erlassen haben?

    • Witz komm raus
      Die globalisierte Wirtschaft ist ein einziges Bürokratiemonster.

      Wachstumschancen können nur noch durch Übernahme bisher
      Staatlicher Bürokratie realisiert werden siehe auch TTIP u.ä.

      Dass die Wirtschaft die Welt besser managt darf bezweifelt werden.

      Selbst die Ölkonzerne mit ihren vielen Experten und Statistiken,
      Studien haben den Ölpreisverfall ( Angebot /Nachfrage) nicht vorhergesehen, sind jetzt überrascht und überbieten sich mit den
      Gegenteiligsten Prognosen.
      Schlechter kann es staatl. Bürokratie auch nicht machen.

  85. Vae victis
    Bei Kapitulationsverhandlungen wie weiland in Versailles ist die Position des Unterlegenen deutlich schwaecher als bei Kreditverhandlungen (ausser ganz zum Schluss, wenn der Glaeubiger alle in der Hand hat). In Lausanne wurde einer der Fehler korrigiert.

    Der Unterlegene hat immer schlechte Karten. Nach dem 70iger Krieg musste Frankreich den Gruenderboom in D zT finanzieren.

    Mir ist nicht bewust das GR kuerzlich einen Krieg verloren hat. Die Kredite wurden aufgenommen und muessen nach allgemeinem Verstaendnis zurueckgezahlt werden. Das GR drei Familien ‚gehoert‘ die das Land als eigenes betrachten – nun, daran ist die EU nicht Schuld. Mir faellt immer jener Fussballer ein, der die Frage nach dem Verbleib des Geldes so beantwortete: 50% gingen fuer Frauen, Autos und Alkohol drauf, den Rest hab ich verprasst.

    Die Kalkultation jetzt waere zu recht und da stimme ich Ihnen zu, ob diese rotzloeffelige boygroup es schafft das Land jenen Familien und deren Anhang zu entreissen und Steuereinnahmen, etc zu generieren. Sollen wir dafuer noch ein paar Milliarden versenken (aeh investieren)?

    Nochmal Geld (wenn man denn den Euro als solches betrachtet) auf 6 Monate Hoffnung setzen?

    Und dann im August???

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  87. Lieber eigenen Schaden hinnehmen als auf Bestrafung anderer verzichten
    Da gibt es doch diese Verhaltensexperimente, die es beweisen: Die Menschen nehmen auch materiellen Schaden in Kauf, wenn es nötig ist, um das (aus ihrer Sicht) asoziale Verhalten anderer zu bestrafen. Und da die Situation von Griechenland den Deutschen als moralische Fabel erzählt wird, wäre eine andere Politik als die jetzige kaum vermittelbar.
    .
    Auch das ist ein Grund, warum man den Euro auflösen sollte. Die europäischen Völker misstrauen einander zu sehr, als dass sie eine gemeinsame Wirtschaftspolitik betreiben könnten. Der Verdacht, dass die jeweils anderen einen ausnuzten wollen, kann da mit Zahlen oder Statistiken niemals ausgeräumt werden.
    .
    Auch Deutschland muss „wissen, was es will“. Wenn die Deutschen nicht bereit sind, den Rest der Eurozone mitzufinanzieren, dann werden sie eben auch den unbeschränkten Marktzugang dorthin verlieren.

    • Richtig!
      Insbesondere den letzten Absatz bitte Herrn Schäuble ins Poesiealbum schreiben!

    • Deutschland finanziert den Rest der EU bereits mit, über seine Beiträge
      zum EU Haushalt. Und ich halte das nach wie vor für richtig. Griechenland, das bereits vom EU-Struktur- oder Agrarfonds profitiert, will jetzt etwas, das weit darüber hinaus geht: Es möchte zusätzlich eine Alimentierung eines Lebensstandardes weit über dem Niveau, das es sich selber leisten kann. Auf Dauer und ohne absehbares Ende.

      Ein finanzieller Sonderstatus als Belohnung für einen Betrug? Nicht mit mir. Insoweit scheine ich also Ihre Verhaltensexperimente zu bestätigen,
      nur dass meine Haltung auch dazu dient, weiteren materiellen Schaden abzuwenden (und nicht als Preis genau diesen Schaden zu akzeptieren): Nach meiner Grobanalyse war, ist und bleibt Griechenland bankrott, pleite, zahlungsunfähig. Diese These vertrete ich seit Beginn der Schuldenkrise, weshalb ich jede Bürgschaft, jeden Euro und jede Hilfe automatisch für verlorenes Geld halte. Und die jährlichen Summen, um die es dann geht, nein, die ist der Verbleib Griechenlands in der Eurozone mir nicht wert.

      Das gehört nämlich auch zur Wahrheit: Erliesse man Griechenland (schon wieder) alle Schulden, sofort, auf Kosten der europäischen Steuerzahler, würde sein Geld genau für das reichen, was es jetzt hat. Die Situation der Menschen dort wäre exakt die gleiche wie heute. Um sie zu verbessern, bräuchte Griechenland jährliche, zusätzliche, Zuflüsse einer zweistelligen Milliardensumme. Gewährte man diese, stünden morgen (völlig zu recht) von Bulgarien bis Portugal die Hälfte der anderen europäischen Staaten auf der Matte, um dasselbe einzufordern. Also ist das ein NoGo, weil Deutschland gerade mal ein bisschen wohlhabender ist, als andere. Und nicht der superreiche Verwandte einer Schar von Habenichtsen. Dementsprechend das (zusätzliche) Geld für solche Summe gar nicht hat.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Belohnung
      Ich denke kaum, dass der (vollständige) Schuldenschnitt eine Belohnung für die Griechen wäre.
      Eher heilsam für beide Seiten.

      Die Griechen haben genommen, was sie kriegen konnten.
      Die Nordeuropäer haben gedacht, sie könnten einen risikolosen yield pickup einfahren (und manche haben das ja auch jahrelang gemacht und somit ordentlich von der Vergemeinschaftung der Schulden profitiert).
      Da kam charakterlich das zusammen, was zusammen gehört.

      Das Geheule der jeweiligen Lager ödet daher einfach nur noch an.

  88. Es ging eben nicht um ein gemeinsames Europa
    „Never manage by crises“ Dieser Satz das jedem Unternehmenslenker bekannt sein dürfte. Man sorgt vorher dafür, dass für alle Fälle ein Plan aufgestellt wird. Aber genau das haben hier alle Beteiligten wohl ignoriert?

    Der Titel täuscht zuerst, doch trifft bei der weiteren Lektüre ins Schwarze!
    Es ist bezeichnend, dass man solchen sachlichen und ganz banale und praktische Zusammenhänge darstellenden Artikel mittlerweile als außergewöhnlich empfinden muss. Und dass er im Feuilleton und nicht im Wirtschafts- und Politikteil erscheint. Aber immerhin, er erscheint.

    Und er schildert plastisch das Armutszeugnis und die (auch im historischen, d.h. buchstäblichen, Sinne) Rücksichtslosigkeit dieser ganzen Geschichte und sich zuspitzenden Veranstaltung, zu dem das Schäuble-Wort ‘verantwortungslos’ ohne wenn und aber passt – auf ihn und seine offiziellen Worte zur offiziellen (und langjährigen) Position Deutschlands. Einen entscheidender Unterschied zur geschilderten damaligen Situation besteht darin, dass heute ganz offensichtlich mehr als nur eine rein praktische Lösung des Problems auf dem Spiel steht, sondern das erklärte Merkelsche Projekt in bester neoliberaler Tradition à la Reagan&Thatcher: ‘marktkonforme Demokratie’ – statt demokratiekonformer Märkte (in unserem ‘Hinterhof’ vorbildlicherweise mit Kauderschem EU-weiten Deutschakzent). Und das ebenfalls von ihr erklärte ‘Nutzen des Zeitfensters’, den diese und in diesem Sinne willkommene Krise zur schocktherapeutischen gewaltsamen und unumkehrbaren Durchsetzung dieses Modells bietet (TTIP-CETA-TISA warten schon) – koste es, was es wolle, Menschenleben eingeschlossen (aktuelle strategische Brennpunkte Griechenland bzw. Südeuropa, sowie die Ukraine). Es gibt und darf keine Alternative geben: TINA & Never waste a good crisis! Es steht weit mehr als nur Griechenland (und die Ukraine) auf dem Spiel! Quelle NDS

  89. Vorschlag zur Güte
    Wenn die „Deutschen“ schon so fleißige Arbeiter sind, nun auch die Balten
    evtl sogar die Polen, dann muss sich doch einer auf die faule Haut legen.

    Sonst ersticken wir doch im Müll.

    Wie wäre es wenn die Südländer mal
    Raboti, Raboti machen und die Deutschen legen sich aufs Bärenfell?

    Früher klappte das ja auch.

    • Lehnworte
      @binvonhier der SciFi Autor Greg Baer benutzt ein (für mich) neues Lehnwort: Arbeiter, auch in der Unterart Warbeiter für den Kmpfroboter. In deutscher Übersetzung habe ich noch nichts von ihm gelesen, vielleicht raboten die Arbeiter da.

    • Das da rabotet wird
      hoff ich doch sehr. Wer will schon roboten ,werter melursus.

  90. auf den Punkt
    Leider ist gerade angesichts der Haltung von unserem Finanzminister, seiner Chefin und weiterer Knallchargen der Regierung, munter unterstützt durch die Medien, nicht davon auszugehen, dass auch nur ein Verantwortlicher uns die wahre Rechnung aufmacht. Die Politiker haben auch mehrheitlich nicht verstanden, dass man in Griechenland unter anderem auch gegen die Hegemonie-Bestrebungen Deutschlands gestimmt hat und dies in weiteren Ländern folgen kann bzw. wird.

  91. Heikle Lage
    Wir haben eine Kuba-Krise
    in der Ukraine auf der Wiese!

    Ergeben zappt das Merkel stumm
    auf dem geleakten Handy rum.
    Airborne Brigade Combat Leute
    kommen morgen, machen Beute.

    Drum achtet bitte auf die Polen,
    welche heimlich, ganz verstohlen,
    ´nen Folterknast bei sich erdulden
    für Geld, Prestige und ein paar Gulden.

    Sie glauben an den Gott Obama,
    doch der ist selber nur ein Lahma.
    Hängt auch am Tropf – von Goldman Sachs.
    In deren Händen ist er Wachs.
    .
    Draghi Draghi graut´s dir nicht …
    vor was sich nennt des Banksters Pflicht?

  92. Die Schweizer
    scheinen die einzigsten zu sein, die vom Geld etwas verstehen.

    Schon zu Beginn des Griechenrettungsprogramm hat ihr Vertreter
    beim IWF das Debakel vorausgesehen, weil nur eine geringe Abweichung
    von den Annahmen genügte das Programm zum Scheitern zu bringen.

    Er wurde überstimmt.

  93. Erpressung
    Die Schilderung des humanitären Notstandes (verhungernde Kinder) ist Erpressung. Verhungern sollten auch Griechen intern vermeiden können.

    Ja, ich verschließe meine Augen vor mancher Not. Vor der Not der Armen in Griechenland, Kasachstan, Ukraine, Peru und China oder Indien.
    Es gibt Milliardäre in Griechenland, Rußland , China und Indien und gleichzeitig bitter Armut. Unsere Industrie, Hotel, Ärzte und Läden verdienen an den Reichen dieser Länder. Doch müssen wir für die Armen dieser Länder sorgen? Weil wir unser Steuersystem und unsere Justiz nicht Zwangsexportieren können? (Kolonie nein danke)

  94. Zeit sich auf den Balkon zurückzuziehen und
    die Show genießen. Diese Verlustängste, ja, ich beginne sie zu lieben. Das ist doch Wettbewerb, wie wir ihn lieben, ein Nullsummenspiel. Alles was der Deutsche an sich verliert hat nun ein anderer Deutscher und die Griechen sind Schuld. Wie fühlt sich dieses „Deutsch sein“ eigentlich an?
    Gibt es darüber bereits wissenschaftliche Erkenntnisse der Ökotheriker? Liegt bestimmt an den Genen, also der Genetiker vielleicht? Oder anderen pseudoelitären Pseudointellektueller?
    Ja, bestraft sie für eure Verluste, diese minderwertige Brut…

    Wettbewerb brüllen, aber Verlust…o Gott, oh Gott…das geht ja mal gar nicht. Schnell noch ein paar Lebensversicherungen abschliessen, damit der Deutsche auch sicher länger leben wird…wenn es nicht so traurig wäre… es ist zum totlachen, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Marktkirche und ihre Gläubigen…diese tiefen Phantomschmerzen.
    Vielleicht haben die Zyniker ja doch RECHT? Wer weiß?

    • Titel eingeben
      Und worauf wollen Sie mit Ihrem Propagandagestammel aus der sozialistischen Mottenkiste hinaus? Oder ging es Ihnen nur darum, ein bischen Dampf aus der überhitzen Glocke abzulassen?

  95. Statt den Gürtel endlich enger schnallen
    wollen die Griechen nimmer kriechen, sondern nur noch kriegen.

  96. Hotel Mama
    .
    Der Traum der Griechen:
    .
    Die EU als „Hotel Mama“
    .

  97. BGE
    Bedingungsloses Griechisches Einkommen sollte endlich auf der Agenda stehen

  98. Die Vereinigten Staaten von Europa als Ziel
    Bei der griechischen Elite muss man schon Berechnung und Vorsatz bei der Plünderung mittels der Euro-Währung unterstellen. Und Krise ist nicht erst seit gestern. Daher zieht das Argument nicht, man müsse Athen mehr Zeit geben. Wenn Reformen auch nur angedacht waren, waren massive Kapitalabflüsse festzustellen. Daher werden auch heute Kapitalverkehrskontrollen gefordert. Ehrlich: Wer wie Athen andere Regierungen derart verbal herabsetzt, der ist weniger vom Geiste Europas beflügelt als von „non olet“.

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