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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Sexbots von Ashley Madison vs. Realität

| 40 Lesermeinungen

Da will man mal nett sein, und schon gibt es einen Shitstorm.

Ich hätte gar nicht gemerkt, dass momentan die Werbermesse Dmexco stattfindet, hätte sich nicht gestern ein Strahl frisch erbrochenen Hasses in meine kleine Netzecke ergossen. Es gibt auf dieser Messe auf Initiative amerikanischer Teilnehmerinnen einen Frauenraum mit dem Namen „The Girls Lounge“, und farblich gehen einige Elemente in Richtung Pink. Das war fraglos nett gemeint und kam bei manchen nicht schlecht an, aber es gibt da auch noch die anderen, die sich aufregen, weil es pink ist. Und weil sie sich als „Girls“ natürlich herabgewürdigt und nicht ernst genommen fühlen. Manche sind gar nicht dort und regen sich trotzdem auf. Natürlich ist die entsprechende Kommunikation bei Twitter sehr kurz und nicht eben ein Musterbeispiel für argumentativen Tiefgang. Was mich schon etwas wundert, weil speziell in dieser Branche des Lächelns eigentlich bekannt sein sollte, dass Kritik und Anregungen in konzilianter Form besser wirken.

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Allerdings gab es letztlich auch einen Shitstorm gegen die Jugendzeitschrift Bravo, weil die es gewagt hat, die gefühlt hundert ältesten Flirt-Tipps auszugraben und neu verpackt zu empfehlen, darunter Banalitäten wie eine gesenkte Stimme und eine dem Gegenüber folgende Gestik. So etwas kann – Menschen, die schon mal Sex hatten, wissen das – wirklich helfen. Die meisten kennen das nonverbale Spiel und können es einordnen, aber die Bravo hatte das Pech, damit auch an Berufserregte zu geraten: Sie haben natürlich nichts gegen Männer, manche ihrer besten Freunde sind Männer, aber sich denen so anbiedern, das darf natürlich nicht sein. Immerhin war es nur ein Sexismusvorwurf und kein Rassismus, wie ihn andere produzieren; die Frontfrau des Aufstandes gegen die Bravo reihte sich gestern in den Chor derer ein, die diesen Gender-Fachschafts-Text nicht brüllend komisch, sondern beachtenswert finden.

Mit so etwas muss man an Universitäten, bei Twitter, in Blogs und bei der taz wohl heutzutage leben – eine kleine, laute, radikale Minderheit, die klassische Rollenmodelle so hasst, wie sie ihr eigenes Fett – oder auch manchmal Magersucht oder andere psychische Probleme – positiv bewertet, und schon beim kleinsten Anlass Gründe konstruiert, warum man laut und öffentlich wütend werden muss. Man muss das nicht suchen, es findet einen. Vorgestern wurde ich aufgefordert, eine Petition für ein Sexualstrafrecht zu unterschreiben, das uns auf das juristische Niveau des Irans bringen würde. Und diese Gruppe höhnt lustvoll, wie viele Männer so dumm sind, für Gespräche mit Programmen, mit erfundenen Nutzerprofilen bei Ashley Madison Geld hinzublättern. Und zu glauben, sie würden da von echten Frauen begehrt werden, die armen Würste.

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Ich bin da anderer Ansicht: Es gibt da meines Erachtens einen Zusammenhang. Zumal es im prüden Amerika, wo Ashley Madison am meisten Geld verdiente, nochmal deutlich schwieriger ist, öffentlich zu flirten – dort ist frau inzwischen so weit, dass schon Blicke als sexuelle Belästigung definiert werden, wie es auch im Kosovo im Sinne der Familienehre beim falschen Blick auf Frauen üblich ist. Das Risiko, an so eine Person zu geraten, mag nicht allzu hoch sein – aber bei Ashley Madison ist es gleich Null. Einen grosser Teil der vorsichtigen Annäherung mit all ihren Fallstricken, die einen im realen Netzdasein bedrohen würde – wer weiss schon, ob anzüglichen Mails nicht weitergeleitet und verwendet werden – ist dort obsolet. Es geht um das Flirten und die Anbahnung von Sex. Die knallharte Ansage „No means No“ ist da eindeutig nicht das Thema. Wer dort ist, fasst eine sexuell basierte, aber höfliche Ansprache nicht als Belästigung auf, und ruiniert einem darüber nicht das Studium oder den Beruf.

Das alles kommt nicht ohne Kosten. Diese – bis zum Hack scheinbare – Sicherheit ist finanziell nicht eben günstig, aber es ist ein bescheidener Betrag im Vergleich zu dem, was eine falsch laufende Beziehung im normalen Netz im realen Leben bedeuten kann. Und es bedeutet, dass Männer nicht mit Frauen flirten, sondern nur mit Bots. Aber diese Bots liefern genau die diskrete Aufmerksamkeit, die sie gern haben. Das Gefühl, dass da jemand ist, der ihnen Freundlichkeiten am Rechner freundlich begegnet und sie interessiert betrachtet, Mit gesenkter Stimme, gewissermassen. Aufmerksamkeit ist nun einmal die Grundwährung des Internets, und wertvoll ist sie, wenn sie sonst keiner hat, wenn sie exklusiv ist und die Selbstbestätigung liefert, die man sich wünscht. Das ist schon mal keine schlechte Kombination im Vergleich zur Realität, die Aufmerksamkeit von realen Menschen liefert, aber nach jedem öffentlichen Ausfall die Unsicherheit hinterlässt, dass eine Nonmention über den fettigen Haarwischmob – so ein „Real Life Retweet“ in einer obigen Angelegenheit – auf die Verursacher zu münzen ist, denn der Konflikt wird von allen Seiten nicht ganz fair ausgetragen. Wo ist der Vorteil eines aufmerksam-realen Menschen gegenüber einem Bot, wenn der Erstere einen verlacht? Und anders gefragt, wie real sind eigentlich sektiererische Filterbubbles, die jeden Ausfall gruppendynamisch bejubeln?

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Inzwischen ist auch offensichtlich, dass aufgrund der geringen Zahl echter Frauen kaum jemand bei Ashley Madison zum erfolgreichen Ehebruch gelangte. Das, was sich zwischen Bots und Nutzern entspann, war also ausreichend für die Nutzer. Heute nun wurde bekannt, dass mit Lovoo eine Dating-App mutmaßlich ähnlich agiert haben soll – wobei Lovoo die Vorwürfe zurückweist: Auch hier ging es um Geld, das für Kommunikation mit den Profilen von – echten oder falschen – Nutzerinnen bezahlt wurde. Das Phänomen dürfte ohnehin weit verbreitet sein, und vermutlich wissen auch viele, dass im Markt der Liebe Bots agieren. In diesen Fällen steht aber dennoch die Frage im Raum, warum Nutzern selbst für eine Illusion Geld ausgeben, wenn es in der Realität und auch sonst im Netz echte Alternativen gäbe. Das mag einfach an der User Experience dieser Alternativen liegen. Wer die Wahl zwischen einer Debatte über den Sexismus der Bravo hat, oder mit Willige_Janine_222 über ihre Sehnsüchte am Abend… da ist das Angebot der Bots gar nicht so schlecht. Die Bots wären sicher nicht so erfolgreich, wäre die Stimmung in den sozialen Netzen nicht so rüde und gäbe es dort nicht – wie etwa bei Tinder – diese brutale Wegwischkultur. Leute gehen auf solche Plattformen, weil sie nette Ansprache und Begierden wollen. Die Bots sind wenigstens freundlich programmiert, mit weniger Geld als ein gutes Essen zufrieden, und machen, so die Plattform nicht gehackt wird, auch keinen Stress danach. Sie sind ganz normal. Das ist im Vergleich zum Netz ihr eigentliches Kernprodukt.

Meines Erachtens ist jedem klar, dass das Bots sind. Natürlich gibt keiner zu, dass er von Bots umworben sein will; die angebliche Suche nach einem Seitensprung ist für viele lediglich der Vorwand für die Annehmlichkeiten, die solche virtuellen Konstrukte mit Bots und gefälschten Profilen danach bieten. Niemand wundert sich, warum Menschen in die Traumwelt der Spiele abtauchen oder ihre Safe Spaces für fettakzeptierende cis_PoC-Senibilisierte aufbauen, in denen sie ihre Pseudowissenschaften leben. Das ist der gleiche Mechanismus der sogenannten „Self Care“ – Nutzer tun sich etwas Gutes. Man sollte sich daran gewöhnen, so wie man sich auch an Telefonsex, Porno, Bildschirmhintergründe mit Meeresrauschen, feministische Blogs, die gerechte Traumwelt der taz, die Bayernsimulation auf dem Oktoberfest und Girls Lounges gewöhnt hat.

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Es sind Sehnsuchtsorte, um Wünsche gefahrlos auszuleben, mit grosser Bequemlichkeit und ohne Zwang, über das eigene Treiben nachdenken zu müssen. Ashley Madison und Lovoo mögen vielleicht verschwinden, weil die Illusion für die Nutzer zerbrochen ist. Es wird andere geben, und deren Bots werden noch besser sein. Wer sich an diesem Verhalten von „armen Würsten“ stört, sollte mal mit dem Friseur des Vertrauens reden, die Stimme senken und generell mehr auf die Bravo hören, oder eben im Sinne von Herrn Kutschera das Nachsehen bei der Jagd nach dem idealen Partner haben.

Denn wer bei der Sexanbahnung nicht mal mit einem Bot mithalten kann, der stirbt zurecht aus. Das ist für die Welt kein Schaden, und die anderen üben wenigstens noch mit den Bots.

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40 Lesermeinungen

  1. cis_PoC-Senibilisierte
    Befreit das die Menschheit, führt sie zu neuen Ufern – und kann man damit Kinder zum Lachen bringen? – NEIN

    Die Seite der Fachschaft gelesen und war mir nicht mehr sicher in welchem Land ich lebe und ob ich mir ein Übersetzungsprogramm suchen muss – wie wohl in deren Sprache ein Liebesbrief klingt? Es tat weh, wenn das die neue Welt sein soll, frei von strukturelle weißer Macht , puh – mir schwant nichts Gutes, außer man tut es –

    Hab mich dann schneller wieder dem Blog anvertraut und genoss die fiese machtvolle weiße Sprache des Don – oh, wie wohl ist mir beim Lesen, mir beim Lesen, mir beim Lesen ….

  2. Sind Sie denn sicher,
    dass die Gendertröten echt sind? Die klingen doch so, wie man sich das Geschlechterverständnis in einem typischen Nerdgehirn vorstellt.

  3. Don, ich kann mich ja inzwischen des Eindrucks nicht erwehren,
    dass es zwischen Ihnen und Milo Yiannopoulos regen Mailverkehr geben muss oder Sie halt zufällig zur selben Zeit über dieselben Probleme stolpern.

    Ist auch egal, das Problem, dass Männer sich aus der Kontaktaufnahme mit der Weiblichkeit ausklinken, wird immer realer. Ich wüsste zu gerne, wer den Mythos in die Welt gesetzt hat, dass Männer darunter stärker leiden, als Frauen. Tun sie nicht.

    Spiele, Buddies, Sport und Bier plus solider Hand- (und in Zukunft Bot-) Betrieb sind ein durchaus hinreichender Ersatz für ein Spiel, in dem sie bis zu Emanzipation und Pille sehr klar die Schwächeren waren. Und sich nur kurze Zeit später für das reine Begehren schämen sollen, propagiert von hässlichen Lesben mit psychischen Problemen.

    Vermutlich wird das dann irgendwann der neue Hype – Männer für diesen Rückzug zu geisseln. So in 20 Jahren. Es wird der gleiche Frauentyp sein, der das dann tut, denn die wenigen nichtlesbischen unter den Rape Culture Feministinnen werden natürlich die ersten sein, die nicht einmal mehr die gewohnten Stiefellecker finden.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  4. Kurz davor
    Nach der Lektüre dieses neuen Don-Beitrags war ich kurz davor, ja sehr Ärger-erregt, diese Berufshasser voll übel zu finden.

    Naja, doof sind sie halt schon. Und vor allem mit den betrogenen Männern von A.M. mitzuweinen. Bin also recht emotional geworden.

    Bis mir einfiel, dass die wahren Schufte doch eigentlich diese Portale sind.

    Die die Stirn haben, ihre Nutzer derart frech abzuzocken, mit nichtsnutzigen Bots ihre erotische Bedürftigkeit auszunutzen und sie arg schräg zu manipulieren. Als da sind – die Liste ist lang – aber auch Parship und Konsorten. Die Abzockungspest.
    (Viel besser sind lokale, weniger bekannte Flirtportale.)

    Der Don ist ja ein Netz-versehrter ähm -versierter Kämpfer und kennt sich aus. Doch er darf nicht glauben und damit von sich selbst auf alle schließen, dass alle Männer doch wüssten, dass das in den großen Portalen eh nur Bots sind.

    Wussten sie da nicht, wissen sie jetzt ein bisschen besser. Dieser Geistliche, der sich umgebracht hat, wusste es sicherlich nicht.

    Entweder man bringt also diese abzockenden Betrüger-Portale (sorry, für mich SIND es Betrüger – die eine Dienstleistung vorgeben, die nicht im Ansatz erfüllt wird) vor den Kadi. Es ist kein lustiges Kavaliersdelikt, die Nutzer derart zu täuschen.

    NB:

    Zu den recht eingeschränkten Flirt-Möglichkeiten in den US:
    Klar, Ashley Madison nutzt diese schon sehr alte Kultureigentümlichkeit voll aus.

    Der paarungsbereite Mann muss in den Staaten wohl dieses strenge, hierzulande unbekannte, recht verklemmte semi-öffentliche 3 x Daten-Ding einhalten, bevor er das machen kann, was er eigentlich schon von Anfang an machen wollte. Und ansonsten das Pokerface aufsetzen. Natürlich ganz schlecht für heimliche Einmaligkeiten.

    Doch gibt es – ein bisschen Phantasie und Einfallsreichtum ist zugegebenermaßen gefordert – nicht trotzdem auch in den US Möglichkeiten, sich dem willigen Teil der Damenwelt als Libertin gefahrlos erkenntlich zu machen? Ich denke doch. Muss es immer gleich Klickiklicki an der Tastatur und dieses geistig und erotisch faul machende you-press-the-button-we-do-the-rest sein? Was ist das für ein ärmliches Mindset?

    • Grübel...
      Ja, das sind Abzocker und Betrüger, da haben sie Recht.

      Aber was mich in dem Zusammenhang mal interssieren würde….
      Welche Firmen oder Konzerne kennen sie denn, die sowas nicht tun, falls es möglich ist?

      Und was diese Frage angeht „Was ist das für ein ärmliches Mindset?“
      Wie reden sie denn über den Rest der Welt der normalen Menschen?

      ALso nein!

    • Ich denke auch, dass es enorm weit verbreitet ist – auch bei seriöseren deutschen Anbieteren gibt es bei der anmeldung massenhaft Guckerinnen, die sich danach nie wieder materialisieren. Fas mag ein Grund für den Erfolg von Tinder sein.

  5. Ein bisschen ...
    Ein bisschen muss ich den düpierten Männern auf Ashley Madison doch eine Teilschuld für den Hohn rüberschieben:

    Das häufigste Passwort auf Ashley Madison war angeblich „123456“.
    Dicht gefolgt von „Mami“.

    Das alles geht natürlich gar nicht.

  6. Titel eingeben
    Was, Dir gefällt meine Schwester nicht? Dir gefällt also meine Schwester….

    Darum liebe uch deutsche Frauen und halte von Korsen 200m Abstand

  7. Perfekt!
    Super!
    Mit „Berufserregte(n)“ machen Sie sich nebenbei noch um das Deutsche verdient. Daumen hoch!

    Gruß aus Hamburg

  8. Titel eingeben
    „Manche sind gar nicht dort und regen sich trotzdem auf.“
    .
    Solch‘ sich-Aufregen nannte Robert Gernhardt schon in den Achtzigern: Stellvertreter-Entrüstung.

  9. ...
    Vielleicht ist Don Alphonso ja auch nur ein bot. Und wie langsam muss man eigentlich schreiben? Diese Meldung nervt.

  10. Titel eingeben
    Da kann mir einer erzählen was er will: Dieser Genderfakultätsquatsch ist computergeneriert. Und zwar ziemlich schlecht. Man füttere ELIZA einfach mit einem passenden Wörterbuch, und es kommt so ein blühender Unsinn raus.
    Zumindest ist meine Tochter mit 10 so weit, dass sie diese cis-trans-wasweißich-Humanoide erlegen, ausweiden und zum Trocken aufhängen könnte. Verbal-argumentatorisch zumindest. Oder ist Logik in diesen Kreisen nicht erlaubt?

  11. Wieso gibt es keinen Link ...
    zu den hundert ältesten Flirt-Tipps von Bravo?
    Dieser Gender-Fachschafts-Text ist NICHT brüllend komisch.
    Und wo ist der Bravo Starschnitt?

    • also, ich finde das sehr lustig. Bravo hat das meines Wissens nach zurückgezogen, aber den aufschrei der Bettwertlosen findet man via Google.

  12. Eschlie
    Was diese Ketzer hinterm Teich immer für profane Namen haben!
    Und die bilden sich was ein auf ihr Christentum?

  13. Ein Trojaner geht um in Deutschland
    Zum ersten Mal tauchte er in den F.A.Z. Blogs auf.
    Mach mal langsam heißt er.
    Mittlerweile ist er im Bundeskanzleramt angekommen
    und breitet sich von da aus in die Verwaltung.
    Inkompetenz allüberall.

    • A.M.
      Manno: Der „Mach mal langsam“ – Trojaner
      >is only for the Midnight move!
      Der “Mister Slowhand” ist da durchaus gefragt:
      …”Not come and go in a heated rush”…

      Doch dann lernte A.M. (Angela Merkel) Englisch
      und erklärte: „I Love Rock ’n’ Roll.“
      Der stammt aus ihrem zweiten Lieblingsland.
      Nur, sie hat dafür nicht die passenden Schuhe!

  14. Don & ThorHa
    „So etwas kann – Menschen, die schon mal Sex hatten, wissen das – wirklich helfen”

    Göttlich!

    „Meines Erachtens ist jedem klar, dass das Bots sind.“

    Das wage ich denn doch sehr zu bezweifeln, dass aus den wenigen auf die das zutraf, mittlerweile durch diese beiden Geschichten mehr geworden sind, ist allerdings wahrscheinlich. Kaum jemand wäre so dumm etliche Euro (35 ?) für Kommunikation zu bezahlen. Na gut, wenn man richtig zugedröhnt ist, vielleicht….

    Andererseits kann ich mir natürlich schon vorstellen, dass heutzutage, in der Fuck ju jöthe Welt, sogar ich in der Lage bin, die Dummheit der Menschen bereits wieder zu unterschätzen.
    Allerdings gehe ich schon davon aus, dass gerade in Amerika die jetzt erwischten „keuschen“ Christen diese Webseiten völlig ernst genommen haben. Ob die Dummheitsskala wie in den USA auch in DE nach unten offen ist, darüber muss ich erst nachdenken.

    Gefreut hat mich der wahrlich versöhnlich Schluss, ein wenig Romantik sollte schon bleiben:

    „Denn wer bei der Sexanbahnung nicht mal mit einem Bot mithalten kann, der stirbt zurecht aus. Das ist für die Welt kein Schaden, und die anderen üben wenigstens noch mit den Bots.”

    @THorHa
    Kleiner Tipp: Wer öfter rausgeht und weniger internettet, der merkt ganz schnell, dass dieser, sagen wir mal problematische Teil der Weiblichkeit, keineswegs alles andere überrent. Es gibt nach wie vor normale Menschen, auch unter Frauen. Es liegt einzig am Umgang und den Ausgeh-Zielen, zumindstin München.
    Ich merk das bei jedem DE Besuch (aber danke Gott wenn ich wieder zuhause bin).

    • Jetzt mal im ernst: die besagte Person ist wirklich nicht das, was man in ihren Kreisen als „normschön“ bezeichnet. Ich wäre wirklich überrascht, wenn die viel Erfahrung mit dem thema hätte – statt dessen hat sie Katzen und sagte man „Deutsche Miniaturausgabe der Lana Dunham“, würde man noch einiges an Fettakzeptanz unterschlagen. Es ist überhaupt keine Überraschung, dass sie mit solchen -selbst verurachten – Handicaps sauer auf Leute reaguiert, denen die Partnerwahl leicht fällt. Es ist so wie in der katholischen Kirche: Unfickbare reden über Sex.

    • @tyler: Weiss ich schon :-)
      Mir kommt halt ab und an die Galle hoch, wenn ausgerechnet dort, wo Deutschland tatsächlich ein erträgliches Gleichgewicht erreicht hat – in Geschlechter- und Sexualfragen – Totalitäre mit Unterstützung von Prantlhausen, einigen Stiftungen und der öffentlich-rechtlichen Sender Brunnenvergifter spielen.

      Und ausgerechnet denen unter den jungen Männern, die ohnehin eher introvertiert, unsicher und schüchtern sind, ernsthaft einreden, Stiefellecken bei hässlichen Feministinnen und allgemeine Unterwürfigkeit verbessere ihre oder sei ihre einzige Chance bei modernen jungen Frauen. Das ist lachhaft falsch, aber in dem Alter glauben auch junge Männer so einen Stuss.

      Also gebe ich meiner Neigung zu ätzenden Bemerkungen freien Auslauf, es trifft schon die Richtigen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • @THorHa
      Danke, freut mich das zu lesen, dsas kann ich natürlich nachvollziehen.

      Genauso weiter machen, bitte!

  15. Berufserregte
    Als unberufene GenderIn fordere ich aus Paritätsgründen, auch ‚Dauererregtion‘ für unmännl. Berufserregte in den deutschen Wortschatz aufzunehmen. So wäre der psychopathische Zusammenhang hergestellt.

    • Immer nur zu, in unserem/r thesaurus/a-Puff/Püffin kriegt jede_r was mensch braucht.

    • Mensch geht nicht, enthält men.
      Also womensch? Geht nicht, enthält immer noch men.
      Also wopersonsch? Geht gar nicht, enthält er und son.
      Also wopsiedaughtersch? Geht auch nicht, da ist wieder er drin.
      Also wopsiedaughtsiesch…

  16. Ashley Madison 'unfickbar'? Glück gehabt!
    Auf die Ebene der Maschinen gebracht: Rechner ersetzen dienstleistende Menschen, hier die Frauen. Grundsätzlich könnte mann auch altmodisch ins Puff gehen.

    Das regelt der Markt. Die Nachfrage nach physikal. Frauen wird einbrechen, d.h., die Versorgungsehe wird vom Markt verschwinden, und ALLE Frauen können sich ENDLICH im Erwerbsleben SELBST verwirklichen: Arbeit macht frei – von Geschlechterzwang inkl. Tauschwirtschaft Ehe oder gewerbl. Variante. Das Gender-KZ.

    Die freiwerdenden Ressourcen können polit. wirksam werden, z.B. in Kirchen vor Kardinälen&Popen. In Moscheen darf der Feminismus auf erste BlutzeugInnen hoffen. Hält Fr. Merkel wend(ehäls)ig die nächste Gedenkrede zum Holocaust mit gendernackten Brüsten? Merkel, Nahles, Göring-Eckardt, Roth, Künast – da käme ganz (un)schön was auf uns zu!

    Sind Ashley Madison Bots nicht die menschlichere Alternative?

  17. Grau
    naja, für Männer die mit BOTS flirten ist die Bezeichnung “ Armes Würstchen“ schon passend. Ebenso sind wir auch in Amerika, im Gegensatz zu den Ausführungen des Dons, zum Glück sehr weit davon entfernt , dass jede Annäherung die Gefahr inne hat, wg. Flirtens an den Pranger gestellt zu werden, Vielleicht führt Dons ständige Beschäftigung mit gestörten Gender Persönlichkeiten schon selbst dazu, dass er das überwiegende „normale“ Grau nicht mehr sieht, und selbst zum Unterstützer von Thesen wird, gegen die er eigentlich argumentieren will.

    • Nein, ich sehe schon, dass es noch viele andere gibt, aber wer kein Risiko will, sucht sich halt Alternativen. Letzthin schrieb jemand, wer sein Studium schützen will, sollte halt zu Freuenmädchen gehne. Un tatsächlich sind divernse neue Regelungen schon so, dass man sich Geanken machen sollte, mit wem man schläft.

    • Titel eingeben
      …sehr weit entfernt? Bisher haben die Deutschen noch jede Mode mitgemacht, die aus God’s Own Country kam. Gute (Film, Musik) wie schlechte (der Rest, inkl. Sprache, „Sport“, Politik). Und über 200 Gendertröten sind hier bereits alimentiert als Professor….

  18. Aus der Proletarierzone
    Hinters chromige Licht des Bildschirms geführt, gehörnte Männer, digitale Sirenen, Selbstmorde ob der Entblößung. Entmenschlichung des Sex. Einvernehmlich masturbieren. Mann projiziert gerne was in Frau, Frau will gerne Mann formen. Das virtuelle Ich so plump inszeniert, trotzdem fallen jede Menge rein. Das wildwildweb ist kein Fallnetz, auch wenn sich facebook so anfühlt. Die Kunst des Flirtens verlernt, zu viel Scham für Charme. Das Internetz hetzt dem Geld hinterher und jagt seine bots auf ahnungslose Familienväter. Überhaupt alles sehr ahnungslos, visionslos. Der Hells Angel desinfiziert die roboternutte für den/die nächste/n Kunden/Kundin.

  19. Mal die Kirche im Dorf lassen
    Wirklich, es gibt noch ne Menge netter, normaler Frauen – villeicht sogar ein paar mehr als Männer, die viel zu oft mit der Situation noch schlechter klar kommen, nicht das Grossartige geworden zu sein, zu dem sie von Kindesbeinen an dressiert wurden.
    Frauen sind oft wacher und realistischer.

    Ich denke, dass Hauptproblem ist dieses klebrige Gefühl, dass jeder, der nicht „Deutschland sucht den Superstar“ oder jeden Abend Fussball für die letzte Evolutionstufe von Kultur hält, irgendwie sich nicht ganz wohl in seiner Haut fühlt.
    Das Mäusekino zeigt einem 24 Std am Tag was man für ein jämmerlicher Wurm/Würmin ist, wenn man das mit all diesen schönen, klugen, reichen, kreativen Wunderexistenzen vergleicht, die man auch sein könnte/sollte.

    Welches Kind kand sich heute noch einbilden, mit ein paar Pappkartons auf dem Tret-Go-Kart sich ein tolles „Auto“ gebastelt zu haben – kann sich immer noch nicht in einen zwanzig Meter hohen Roboter verwandeln.

    Eine Gesellschaft, die sich immer nur vergleicht, auf welcher Position im Rattenrennen sie liegt, kann vor lauter Minderwertigkeitskomplexen gar nicht mehr Nähe zulassen.

    Man muss doch nur mal sehen, wie diese ekligen nassen Riesenbadehosen Mainstream geworden sind, Oberteile bei den Damen sowieso, während jeder, der in den 80ern Nacktbaden als peinlich bezeichnet hätte, wohl eher ausgelacht worden wäre.

    Wenn man früher nach dem Sport alle in der Sauna wieder traf, und oft wirklich ganz nette Gespräche führte, sind in den gemischten Saunen von heute doch fast nur noch Leute ab 50 zu finden, ein bisschen übertrieben – aber körperliche Nähe ohne an Übergriff zu denken ist selten geworden.

  20. Kleine off-Topic Anfrage
    Ich lese auf Bloomberg folgende zwei Meldungen:

    http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-09-18/epa-says-volkswagon-software-circumvented-car-emissions-testing

    http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-09-19/vw-clean-diesel-scheme-exposed-as-u-s-weighs-criminal-charges

    VW hat gelogen, dass sich die Balken biegen und jetzt droht denen eine $18.000.000.000 (achtzehn Milliarden) Strafe.
    In deutschen Medien finde ich darüber (bisher?) nichts.

    Lässt so was die Machenschaften der Ashley Madisons nicht ein wenig arg relativ aussehen?

  21. Zwei Kritikpunkte
    Ich möchte zwei Aussagen herausgreifen, die mich gestört haben, da sie von Unwissenheit geprägt sind – bei Don A. ein seltener Zustand wohlgemerkt. Und ich möchte damit auch nicht die Gesamtaussage des Artikels kritisieren.

    „Zumal es im prüden Amerika, wo Ashley Madison am meisten Geld verdiente, nochmal deutlich schwieriger ist, öffentlich zu flirten – dort ist frau inzwischen so weit, dass schon Blicke als sexuelle Belästigung definiert werden, wie es auch im Kosovo im Sinne der Familienehre beim falschen Blick auf Frauen üblich ist.“ -> Diese Aussage suggeriert, „die“ Feministinnen würden definieren was sexuelle Belästigung ist und sie würde daher auch kaum mehr vorkommen. Das ist aber leider falsch, wie jeder weiß, der sich mit jungen Amerikanerinnen unterhält. So steigt zB die Chance darauf, vergewaltigt zu werden, wenn man an die Uni geht. In vielen Teilen herrschen Zustände bzgl. sexueller Belästigung, die man den USA nicht zutraut, wenn man immer nur die Projektion dessen sieht, was Amerika sein möchte. Die Aussage „es ist schwieriger zu flirten“ könnte man auch ersetzen durch: „es ist ziemlich simpel, einen sexistischen Kommentar ertragen zu müssen – öffentlich“.

    „Meines Erachtens ist jedem klar, dass das Bots sind. Natürlich gibt keiner zu, dass er von Bots umworben sein will;“ – Ich bin mir sehr sicher, dass das nicht zutrifft, sondern dass Don A. hier zu schnell von sich auf andere geschlossen hat. Man sollte die Dummheit und die lebensweltlichen Beschränkungen der Anderen nie unterschätzen! Nur weil sie sich im Internet aufhalten, bedeutet dies nicht, dass sie einschätzen können, was ein Bot ist, wie er agiert und wo man ihn trifft. Dies alles sind recht voraussetzungsvolle Informationen, die eher den wenigsten als den meisten Usern zur Verfügung stehen.

    In diesem Sinne :)

  22. Titel eingeben
    Hallo,

    Was wäre wenn Frauen die „Opfer“ von Ashley Madison wären?

    Obschon Männer viel öfter Opfer von geldgierigen Frauen werden als anders rum, zeigen fast alle Dokus zu dem Thema Frauen als Opfer von Heiratsschwindlern (z.B. Susanne Klatten)

    Nur dann ist es ein Skandal. Männer KÖNNEN keine Opfer sein, sind sie doch selbst schuld.

    In Dokus zum Thema Prostitution, wenn denn Prostituierte darin überhaupt zu Wort kommen, wird immer wieder hervorgehoben, dass viele Männer nur reden wollen.

    Das passt so gar nicht zum öffentlichen Bild des „Mannes“.

    Ich hatte mich einmal anonym bei einer Datingseite gratis angemeldet und bekam sogleich 3 Mails. Alle 3 wollten direkt telefonischen Kontakt. Ich wollte erst nur mailen. Das wurde 3x abgelehnt.

    Das passt so gar nicht zum öffentlichen Bild der Frau. Vielleicht war’s aber auch bloß eine Telefontrick.

    MfG
    Yeph

    • Wollen wir ne Runde gemeinsam weinen,
      umuns danach kollektiv auf die Suche nach dem grösstmöglichen Opferstatus zu machen? In dem Sinne wären wir dann alle Feministen – das ist eines von deren Kernanliegen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  23. google
    leapy lee, i almost began to lose the will to live, lee, jg. etwas älter, aber immerhin dasselbe, die engl. frauen wehren sich.

  24. Pingback: c’t-Recherche: Fake-Profile bei Flirt-Plattform Lovoo | Michael Gessat

  25. Ich verstehe rein gar nichts!
    Ist das ein Hauch von Fensternl’n im internet?

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

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