Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Zensur als kleine Schwester der Lügenpresse

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Ich sitze am Achensee in Tirol, über mir der blaue Himmel, begrenzt von den Bergen mit dem ersten, delikaten Schnee. Den Nebel über Deutschland habe ich hinter mir gelassen, das nasse Grau schafft es nicht über die Berge, und die Bedienung serviert einen selbst gemachten Johannisbeerkuchen, wie man ihn aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kennt: Mit viel Puderzucker. Es ist ganz hübsch hier, alles ist erleuchtet, während Deutschland vollkommen verschluckt zu sein scheint. Die Grenze, an der sich auf Wunsch, Veranlassung und Verantwortung von Angela Merkel eine humanitäre Katastrophe abspielt, Frankfurt, wo die Server der FAZ stehen und all die Häuser und Büros, aus denen Kommentare unter meinem letzten Beitrag eingehen, alles ist weit weg und unerreichbar. Es folgt ein langes, prächtiges Bild. Geniessen Sie es.

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Es geht leider nicht so schön weiter.

Denn ich habe kein mobiles Internet und hätte ich es, würde ich es nicht nutzen. Wenn ich nicht am Rechner bin, bin ich nicht am Rechner, so einfach ist das eigentlich. Aber während ich hier im Licht sitze und an ganz andere Ereignisse denke, oder auch nur daran, die Ärmel hochzukrempeln und braun zu werden, richtig braun und nicht nur so, wie es Merkels Unterstützer mitunter, jenen nachsagen, die Antifaparolen wie „Refugees welcome“ und „No borders, no Nations“ nicht nachschreien möchten, geht das Leben natürlich weiter. Menschen lesen meine Beiträge, bilden sich dazu eine Meinung und verfassen Debattenbeiträge. Das geht, weil bei mir die Kommentare offen sind. Weil ich aber nicht da bin und es auch nicht als meine Aufgabe ansehe, alle fünf Minuten freizuschalten, türmen sich am Abend 70 neue Kommentare vor mir auf, und wie immer wird auch gefragt, ob hier nun auch zensiert wird. Ob etwa die Kommentare geschlossen seien. Und ob ein Beitrag, der nicht bei den Stützen der Gesellschaft, sondern hier steht, etwa wegen einer unerwünschten politischen Linie verschwinden musste. Ich lese ziemlich viele Verschwörungstheorien über das Innenleben der Redaktionen.

Kurz, im Nebel herrscht das Misstrauen so wie die Sonne über dem Achensee. Ich kann das in gewisser Weise verstehen, weil die Debatte bei den grossen, deutschen Onlinemedien inzwischen deutlich reduziert wurde. Die FAZ lässt normalerweise beim Thema der Flüchtlingskrise keine Kommentare mehr zu. Die Prantlhausener Zeitung hat sich schon vor Monaten entschieden, Kommentare komplett abzuschaffen und stattdessen drei zu debattierende Themen vorzugeben. Die Zeit hat die Kommentare offen, geht aber mit dem Communitymanagement massiv gegen nicht erwünschte Meinungen Aussagen vor. Spiegel Online lässt nur manche Beiträge besprechen. Ich lasse die Kommentare generell offen, rede aber selbst mit, und weil ich ansprechbar bin, muss ich nur vergleichsweise wenige Kommentare löschen. Selbst bei schwierigen Themen sind das selten mehr als zwei bis vier Prozent. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich eine zivilisierte Debatte gut selbst erhalten kann, wenn die Leser wissen, dass der Autor dabei ist. Gegen sinnlose Pöbeleien sollte man vorgehen, auf Kritik reagieren, dann geht das nach meiner Erfahrung schon.

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Da redet mir übrigens auch niemand hinein. Es gibt keine Vorgabe seitens der FAZ und auch keine Beschwerde, weil ich es mit den Kommentaren anders als andere Beiträge halte. Es ist nun mal so, dass die Moderation ein enormer Aufwand ist und ich für die fünf Stunden im Sonnenschein in der Nacht zwei Stunden mit Moderation verbringe. Natürlich muss ich jeden Kommentar vor dem Freischalten erst mal lesen, daran führt kein Weg vorbei. Und da lese ich dann auch die Befürchtungen, dass es nicht mehr möglich wäre, die eigene Meinung frei zu äussern. Ich kann das durchaus nachvollziehen, weil ich auch sehe, wie Debatten im normalen Betrieb gemäss der Redaktionslinien ausgeschaltet oder gelenkt wird. Es ist beispielsweise kein Problem, bei ZEIT Online die Aufgabe der durch die Verfassung festgelegten Grenzen zu fordern, aber Zweifel am Gender Mainstreaming sollte man vorsichtig vortragen. Es gibt bei der Flüchtlingskrise und einigen anderen Themen eine deutliche Diskrepanz zwischen Einschätzungen und Überzeugungen der Mehrheit in diesem Land und dem, was Medien thematisch an Debatten erlauben. Junge Onlinejournalisten in Berlin oder Hamburg leben nun mal in anderen Filterblasen als das THW am Tegernsee. Die einen schreiben im Schlepptau einer Grünenpolitikerin positive Geschichten über nette Flüchtlinge und schliessen die Kommentare, die anderen stellen die Pritschen in der Turnhalle auf und werden wegen der Qualität des Essens angemault.

Und da schäumt es dann über. Das ist wie eine unter Druck stehende Schaumweinflasche, hinten gärt das Staatsversagen und vorne ist ein Medienkorken, der nichts heraus lässt und an dem man mit einem Kommentar auch nicht vorbei kommt. Es ist durchaus rational nachvollziehbar, warum man in den Medien die Augen lieber auf die Hoffnung denn auf die Gefahren richtet, selbst wenn das als „Lügenpresse“ gebrandmarkt wird. Da entsteht dann dieses „Wir sagen Dir, wie Du die Sache zu sehen hast“-Gefühl bei Lesern. Ob es klug ist, die Debatte danach auch noch zu verhindern und indirekt das Gefühl zu erwecken, dass es vollkommen egal sei, was der Leser denkt, ist nach meiner Einschätzung nicht zwingend zu bestätigen, selbst wenn es aus dem Arbeitsablauf der Medien heraus verständlich ist: Medien haben die Aufgabe zu informieren und Debatten anzuregen, aber das muss eben nicht zwingend im Internet auf ihrer eigenen Seite sein, verbunden mit einem gewissen Prozentsatz Randale und Beschimpfung.

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Und natürlich kann man auch auf dem Standpunkt verweilen, dass alles schon gesagt sei, nur noch nicht von allen. Das kleine Problem an dieser Haltung sind die rechtsradikalen Profiteure bei Facebook, die jene Artikel nehmen, die ihnen ins Konzept passen, und dann dort kommentieren lassen. Das bedeutet, dass die Debatte durchaus weiter geht, aber entgleitet: Sie ist ohne Kontrolle, ohne Einflussmöglichkeit und ohne Nothalt durch die Medien. Es genügt ein Link und ein Textanreisser, und dann passiert genau das, was manche mit guten Argumenten gern verhindert sehen möchten: Eine aus dem Ruder laufende Diskussion, mit der Folge, dass danach Facebook gezwungen werden soll, die unliebsamen Postings zu löschen. Oder Medien wie Bild und Süddeutsche Zeitung dazu beitragen, dass die Extrembeispiele öffentlich an den Pranger gestellt oder entlassen werden – Edit: Weil der freie SZ-Mitarbeiter Simon Hurtz provokativ danach fragte und zufälligerweise auch noch ein neuer Kommentator hier auf  ihn“hinwies“, hier der Link: http://www.suedd eutsche.de/wirtschaft/reaktion-von-arbeitgebern-wann-man-rassisten-kuendigen-darf-1.2622373 . Damit ist der ganze Diskurs im Vollkreis gescheitert. Ich persönlich sehe da, ähnlich wie bei den links-antiliberalen Shitstorms bei Twitter, wirklich keinen einzigen Gewinner. Es verlieren alle, die Debatte wird von jeder Sachlichkeit und allem Respekt entkleidet, und sollte tatsächlich jemand das Ziel erreichen, andere zum Schweigen zu bringen, bleibt seinen Opfern immer noch die Realität, um den Konflikt voran zu treiben.

Man kann sich – wie gesagt, mit guten und nachvollziehbaren Argumenten – davon fern halten. Ich nehme aber aus den von mir gelesenen Kommentaren die Erkenntnis mit, dass ich mich lieber hier als AfD-Anhänger beschimpfen lasse, selbst in einem Beitrag, in dem ich erkläre, warum ich persönlich gerne an Migranten vermiete, als dass es andernorts eskaliert. Hier kann ich darauf eingehen und reden. Die anderen Orte im Netz müsste ich erst mal suchen, was bei Faebook wirklich schwierig ist, und mich dann auf Nutzer einlassen, die im Zweifelsfall erst durch Facebook gestoppt werden können, wenn ich sie melde. Hier im Blog entscheide ich selbst, und muss die richtige Balance aus Debatte und Durchgreifen finden. Das ist gerade jetzt keine schöne Arbeit, es geht ziemlich an die Substanz, aber auf der einen Seite halte ich die Debatte für wichtig. Wenn wir sie nicht führen, machen es die Kräfte, in deren Hände ich das nicht sehen will. Und auf der anderen Seite sitze ich lange Stunden ohne Netz in Tirol am Achensee, und die Sonne scheint mild und nachsichtig auf mich herab.

Es ist wie immer in dieser Krise: Keine Entscheidung ist ganz falsch, keine Haltung ist frei von guten Argumenten. Wirklich möglich erscheint mir die Debatte nur, wenn die Autoren die Arbeit mit dem Beitrag nicht beenden, sondern genau wissen, dass die Arbeit nach dem Beitrag erst  beginnt. Wenn man es tut, wird man angemault, gelobt, angegiftet, falsch verstanden und muss immer wieder eingreifen. Wenn man es nicht tut, sind da draussen genug, die dem Vorwurf der Lügenpresse noch die Klage über Zensur folgen lassen und sich berechtigt sehen, das Gespräch in die eigene Hand zu nehmen. Dazu haben sie laut Verfassung ein Recht, und man kann und soll ihnen dieses Recht als guter Demokrat nicht streitig machen.

Aber in diesem Blog bestimmt nicht der gute Demokrat, sondern der Chef des Communitymanagements, und der bin ich. Deshalb sind die Kommentare hier offen und werden, wenn sie sich an den allgemein gültige Anstand halten, auch freigeschaltet. Das bezahlt übrigens niemand, das ist mein privates Vergnügen, aber eben auch das, was ich als notwendig erachte. Ich finde, gute Demokraten sollten über alles so respektvoll reden können, dass unsereins nur freundlich lächelnd alles freischalten kann. So ist das Internet dann auch eine prima Sache, und kein Feind des Netzes hat dann einen Grund, dessen Kontrolle und echte Zensur zu fordern.

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213 Lesermeinungen

  1. Einigkeit und Recht und Freiheit
    Werter Don,

    vielen Dank für Ihre Arbeit und Ihre Mühen …

    lieber ein humanistischer Monarch als ein demokratisch gewählter Diktator.

    Gott schütze dieses Land …

  2. Vielen Dank
    Lieber Don,

    Ihre Beiträge in diesem Blog oder bei den Stützen der Gesellschaft schätze ich sehr. Die meisten Beiträge, wenn auch mahnend, sind erfrischend und beinahe vergnüglich zu lesen. Doch die Diskussionen unter den Beiträgen sind oft das Tüpfelchen auf dem i und haben eine Gesprächsatmosphäre, die im Internet nicht ganz alltäglich ist.
    Daher: Vielen Dank für Ihre Schreib- und Communitymanagement-Arbeit! Ich hoffe Sie lassen sich von beinahe dystopischen Themenlagen und unfreundlichen Kommentaren nicht eines Tages dazu ermutigen, dem zu entsagen.

    Viele Grüße
    aus den Niederlanden

    • Titel eingeben
      Mittlerweisle sind Dons Beiträge das einzige, was ich noch in FAZ, SZ, ZEIT, SPON, etc. lese.
      …weil, wie oben zurückhaltend und nett erwähnt: „Da entsteht dann dieses „Wir sagen Dir, wie Du die Sache zu sehen hast“-Gefühl bei Lesern.“

    • @kdm
      Willkommen in einem täglich grösser werdenden Club!

  3. Auf allen Kanälen
    Ich schreib’s ja mittlerweile unter fast jeden Beitrag von Ihnen zu diesem Thema, aber ich meine es auch wirklich ernst: Ihre Beiträge sind ganz auszeichnet. Warum können nicht mehr Leute sich vernünftig und aufrichtig mit dieser Problematik auseinandersetzen? Es ist ja nicht so, dass es auf der Welt nur Göring-Eckardts und Höckes gäbe. Der überwiegende Teil will einfach nur, dass wieder Vernunft einkehrt.

    Zur Sache: Ich finde das Abschalten der Kommentarbereiche bzw. die vergleichsweise starke Zensur, die manche bei politisch missliebigen Ansichten betreiben, auch bedauerlich. Andererseits kann natürlich jedes Presseunternehmen selbst entscheiden, was es zulässt und was nicht. Der Leser kann das nur in der Weise sanktionieren, dass er die entsprechende Publikation nicht mehr konsumiert, und das geschieht ja auch.

    Letztlich kann diese Entwicklung aber im niemandes Interesse sein. Es geht bei der freien Presse ja nicht nur ums Geldverdienen (das dadurch auch schwieriger wird), sondern vor allem auch darum, dass sie im Idealfall ein wichtiges Korrektiv in einer Demokratie sein kann und sein sollte. Wie das geht, zeigt m.E. seit einigen Wochen vor allem die Welt unter Stefan Aust, die die Politik der „offenen Grenzen“ der GroKo regelrecht filetiert. Natürlich gibt es auch in der FAZ immer wieder sehr gute Artikel, die den Wahnsinn als das bloßstellen, was er ist (z.B. von Reinhard Müller). Aber sonst sieht es überregional eher bescheiden aus.

    Weit mehr Aufmerksamkeit hätten allerdings ohnehin die öffentlich-rechtlichen Medien verdient, die ja für sich selbst in Anspruch nehmen, eine „Demokratie-Abgabe“ zu erheben, die aber in jeder Hinsicht die schlimmsten Büttel der Regierung sind. Ich finde das Wort „Lügenpresse“ nicht gut. Aber wenn man sich anschaut, was diese öffentlich-rechtlichen Medien in Sachen „Flüchtlinge“ fabriziert haben und im Wesentlichen noch immer fabrizieren, dann kann man wirklich nur noch von ganz klarer Propaganda sprechen, die sich weit von dem Anliegen entfernt hat, ausgewogen und sachbezogen zu berichten.

    Im August/September fühlte ich mich manchmal wie auf einem anderen Stern, wenn ich öffentlich-rechtliche Medien konsumierte. Auf allen Kanälen dieser „Refugees-Welcome“-Unfug, ohne Verantwortungsbewusstsein und wirklich auf dem Niveau früherer „Antifa“-Parolen. Selbst in Sportsendungen wurde Propaganda betrieben. Es war wirklich kaum zu glauben, wie in einem totalitären Staat. Wenn dann auch noch die anderen Medien mitziehen und nicht einmal mehr damit konfrontiert werden wollen, dass die Bevölkerung aber zu guten Teilen anderer Meinung ist und sich nicht hinters Licht führen lässt („alle hochqualifiziert“), dann ist das alles sehr, sehr schlecht und trägt seinen Teil dazu bei, dass die Menschen sich von diesem System abwenden. Es bleibt ihnen ja im Grunde auch gar nichts mehr anderes übrig.

    Im Übrigen glaube ich ja, dass die absurde Politik Merkels, die wir derzeit leider erleben müssen, nicht zuletzt auch darauf zurückgeht, dass sie, die doch sonst immer ihr Fähnchen in den Wind hielt, schlicht verkannt hat, wie viel von alledem bloß mediale Inszenierung einer extremen politischen Minderheit gewesen ist, die sehr erfolgreich die Medien unterwandert hat und es auch sonst versteht, abweichende Meinungen zu unterdrücken.

    • Ist natürlich eine ganz große ....
      …. Quatschorgie, die sie da von sich geben. „Zensur“, „Propaganda“ …. drunter geht’s halt nicht. Schauen sie mal nach, was Zensur bedeutet. Und „Propaganda“ ist es halt, weil die ÖR nicht das senden, was sie ihrer Meinung nach senden sollten: Dass alle angeblichen Flüchtlinge (denn deswegen haben sie die ja in Anführungsstriche gestellt) kriminelle Schwerverbrecher sind, die es nur auf unser Geld und Frauen abgesehen haben.

    • Titel eingeben
      @Michael Kratel: Eine Quatschorgie ist Ihre völlig substanzfreie Äußerung. Substanzfrei, weil Sie nicht sagen, was für Sie „Zensur“ und „Propaganda“ bedeuten, sondern nur behaupten, dass diese Bezeichnungen nicht zutreffen. Ich glaube übrigens, dass wir „es“ schaffen können, aber nicht mit Zensur und Propaganda, sondern mit mehr Fakten und weniger Meinungen. Und dann unterstellen Sie Krampus noch, er wolle von ARD & Co. hören/sehen, „dass alle kriminelle Schwerverbrecher sind, die es nur auf unser Geld und Frauen abgesehen haben.“ Ein wenig intellektuelle Redlichkeit wäre gut.

    • "Quatschorgie"
      Lieber Herr Kratel,

      Ihr Beitrag ist ein sehr schönes Beispiel dafür, was bei manchen Menschen in Deutschland so alles durcheinander geht. Daher herzlichen Dank dafür!

      Hätten Sie sich auch nur ansatzweise bemüht, irgendetwas von dem zu verstehen, was ich geschrieben habe, wüssten Sie, dass ich den Begriff „Zensur“ vom Don übernommen, aber ausdrücklich darauf hingewiesen habe, dass Presseunternehmen natürlich frei darin sind, etwas zu publizieren oder auch nicht, so dass es erkennbar nicht um Zensur im Rechtssinne geht.

      „Propaganda“ trifft dagegen das, was die öffentlich-rechtlichen Medien weithin betrieben haben und noch immer betreiben, in jeder Hinsicht, ob’s Ihnen nun passt oder nicht – und nicht etwa, weil ich das erwarten würde, was Sie so bemüht unterstellen (nebenbei: Wen glauben Sie eigentlich, mit diesem Quatsch beeindrucken zu können?). Ich hätte halt erwartet, dass man z.B. wahrheitsgemäß berichtet, dass zwischen 70 und 80% der Ankommenden keine Familien mit kleinen Kindern sind, sondern junge Männer, die erst einmal mehrere sichere Drittstaaten durchqueren und bisweilen mit erheblichem Nachdruck gerade nach Deutschland drängen. Außerdem hätte ich erwartet, dass man das Qualifikationsniveau dieser Personen nicht in erkennbarer Absicht und sehr durchsichtig völlig aufbauscht. Vielleicht haben ja auch Sie mitbekommen, dass man bei den öffentlich-rechtlichen Medien im Blick auf die vermeintlichen Familien mit Kindern inzwischen sogar selbst gewisse „Unschärfen“ eingeräumt hat.

      Den Begriff „Flüchtling“, der dieser Tage ziemlich inflationär Gebrauch wird, setze ich in Anführungszeichen, weil er nun einmal die gerade stattfindende Migrationsbewegung im Ganzen keineswegs zutreffend kennzeichnet: Von denen, die da kommen, hat die Mehrheit nach internationalem Recht überhaupt keinen Schutzgrund, und selbst diejenigen, die an sich einen haben, könnten ganz einfach an den deutschen Grenzen abgewiesen werden, übrigens gerade auch in Übereinstimmung mit der Genfer Flüchtlingskonvention, weil sie über sichere Drittstaaten einreisen. Das muss überhaupt kein Land einfach so hinnehmen.

      Vor nicht allzu langer Zeit, als in Deutschland noch etwas ausgewogener berichtet wurde, behalf man sich überwiegend mit dem einigermaßen neutralen Begriff „Asylbewerber“, der „Asylant“ abgelöst hatte. Aber dieser Tage fließt alles unter dem diffusen Begriff „Flüchtling“ zusammen, und Leute wie Sie stört es ungemein, wenn man den nicht einfach schluckt und sich sogar die Frechheit erlaubt, von „Zensur“ oder „Propaganda“ zu sprechen angesichts von Phänomenen, die halt genau das sind. Nichts ist schlimmer, als das Offensichtliche beim Namen zu nennen. Umgekehrt machen Sie es dann aber nicht unter der Unterstellung, man halte alle, die da kommen, für „Schwerverbrecher“, „die es nur auf unser Geld und Frauen abgesehen haben“.

    • Titel eingeben
      „Zur Sache: Ich finde das Abschalten der Kommentarbereiche bzw. die vergleichsweise starke Zensur, die manche bei politisch missliebigen Ansichten betreiben, auch bedauerlich. Andererseits kann natürlich jedes Presseunternehmen selbst entscheiden, was es zulässt und was nicht. Der Leser kann das nur in der Weise sanktionieren, dass er die entsprechende Publikation nicht mehr konsumiert, und das geschieht ja auch. “

      Sie übersehen das eigentliche Problem in diesem Zusammenhang.

      Das Unterdrücken abweichender Meinungen, und nichts anderes ist diese Zensur, hat dafür gesorgt, dass es keine öffentliche Meinung mehr gibt, weil diese durch die ver-öffentliche Meinung ersetzt worden ist.
      Man hält also die Dummen dumm, und versucht den Rest zu verdummen.
      Sogar das Thema, mit diese Verars….. begann, kennt man genau.
      Es war die Ukraine Berichterstattung. Da begann eine gemeinsames Lügenkonzert der Medien ud jeder konnte sehen, dass die gesamte Landschaft gleichgeschlatet war.

      Einzig die ARD fand es angebracht sich irgendwann für diese Sauereei zu entschuldigen. Die Printmedien, auch im Internet, lügen weiterhin völlig unverblümt… und zensieren… und verdummen.

  4. Ja
    … Ich schließe mich an und was sind das für finstere Zeiten, in denen normale Kultiviertheit schon gerechtfertigt werden muss?

    Es ist aus meiner Sicht die Schuld der Linken Eiferer, die, nachdem sie an die Macht/Fleischtöpfe gekommen sind, alles anstellen, um sich an denselben zu halten; da gibt es keine Skrupel, und verbrämt wird das mit dem „Schutz des Klimas“ in der Gesellschaft o.ä.

    • Bitte !
      Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn sie den Begriff „Linke“ künftig auf die anwenden die tatsächlich links sind!

  5. Titel eingeben
    Die Kommentare, die bei der „Zeit“ durchkommen, finde ich immer noch schlimm genug (jedenfalls, wenn ich es mir antue, die Kommentare dort zu lesen.) Deshalb weiß ich nicht, ob es sich bei den Kommentaren, welche die „Zeit“ tatsächlich löscht, wirklich nur um unerwünschte Meinungen oder um Schlimmeres handelt. (Hierher komme ich mit anderen Erwartungen.) Ich sehe das Dilemma und fürchte, ich wäre an Ihrer Stelle erheblich weniger duldsam.

    • Mir hat man Ende Juli den Zon-Kommentar-Account gesperrt
      und zwar, weil ich auf die Frage eines anderen Foristen, warum denn nicht z.B. reiche Golfstaaten wie Saudi-Arabien und Katar ihre asylbedürftigen Glaubensbrüder aufnehmen, geantwortet habe, diese Länder seien ja bereits islamisch, während Europa erst noch islamisiert werden müsste.
      Außerdem habe ich den Vorschlag gemacht, die Gender-Lehrstühle zu schließen und die freiwerdenden Gelder in Bundespolizei und Bundeswehr zu stecken, da damit mehr für Freiheit und Bewegungsfreiheit der Frauen im Lande getan wäre.

      Solche Ansichten waren offenbar dermaßen unerwünscht, dass man sie zuerst gelöscht hat und dann meinen Account ganz sperrte…

    • Gegen Gender sollte man bei ZON besser gar nichts sagen. Nicht mal als Witz.

  6. Zumindest
    auf Ihrem Privatblog rebellmarkt werden aber Kommentatoren gänzlich ausgeschlossen,wenn sie-obwohl seriös formuliert-eine stark vom Hausherrn abweichende politische Sicht vertreten.

  7. Titel eingeben
    Besten Dank Don, meine vollumfängliche Zustimmung.
    &
    Willkommen in diesen Land und im „Demokratiefarce-Theater“, wo unter der dramaturgischen Leitung der „Politik- und Medienelite“ vor dem zwangsverpflichteten Publikum regierungsamtliches Standardrepertoire gegeben wird:
    Das zahlende Publikum wird in diesem Theater zwar tatkräftig ins Geschehen einbezogen, eine mehr als passive Mitwirkung ist aber ausdrücklich nicht erwünscht.
    Der Inhalt des Stücks, das aufgetischt wird, ist eher unterkomplex:
    Auf der Bühne Kasperle, verkleidet im Humanistenkostüm, der, unter tatkräftiger Mitwirkung des medialen Hintergrundchores („Wir schaffen das“, „Dies ist alternativlos“, usw.) beständig seine beliebten Argumentationshilfen, vor allem die „Rassismuskeule“ und die „Nazikeule“ , auf das erschrocken sich duckende Publikum herniederfahren lässt. Bedenken, Nachfrage, Skepsis, Rückfrage, Sorge, Angst : die Keulen sausen hernieder, ohne Pause, ohne Unterlass.
    Aber während sich dieses würdelose Schauspiel unablässig gegenüber allen nicht willfährigen Mitläufern und Steigbügelhaltern der Intendanz fortsetzt, werden ganz plötzlich, mitten im Stück, Risse am Theatergebäude sichtbar~ Risse, die , sich stets beschleunigend , immer größer werden. Die Fundamente beginnen merkwürdig zu wanken. Regie und Chor wirken verunsichert.
    Scheinbar urplötzlich dringt die blanke Realität von draußen destabilisierend mitten hinein ins Theater-Geschehen. Die bloße, unvermeidbare, ideologielose Wirklichkeit bringt Gebäude und Fassade zur Erschütterung, zum Erbeben, zum…..
    – Was passiert mit Kasperle – und was weiter mit dem Publikum ? Wir wissen es nicht . Die Farce nähert sich ihrem Ende – der Vorhang fällt.

    • Wenn Menschen ...
      …. die gleichen Worte wie Nazis benutzen, auf der gleichen Demo wie Nazis gehen und schließlich die gleiche Meinung wie Nazis haben …. wie soll man diese Menschen nennen? Besorgte Bürger?

    • Ich komme journalistisch ja aus dem jüdischen Bereich, und da schaut man schon sehr genau hin, bevor man die Nazikarte zückt. Das ist einfach eine Frage des Anstands, sonst endet man schnell bei Vereinfachungen, wie die andere Seite das auch macht. Es gibt über das, was passiert, keine demokratische Abstimmung und auch nur wenig nicht gleich abgleitende Diskussion, und das überfordert viele. Oder es macht sie trotzig. Keine gute Entwicklung.

      Warum kann man über die Migration nicht mal eine Volksabstimmung machen, mit den Konzepten der Parteien? Dann sähe man klarer.

    • Sehr geehrter Herr Kratel,
      ich möchte mich in meiner Verzweiflung dem Kommentar von Sadeler anschließen, aber zu Ihnen möchte ich unbedingt sagen: Das Verhalten der sogenannten Antifa ist in der Praxis 100 mal schlimmer als das der „besorgten Bürger“. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen… . Auf der letzten Pegida-Demo wurde ich Zeuge, wie ein Demonstrant gezwungen wurde, sein Plakat zu vernichten, auf dem er für ein Zusammengehen mit der NPD warb. Ein Pirincci wurde ob seiner Rede ausgebuht… . Das sind für mich mehr „besorgte Bürger“ statt Nazis.

  8. Vielen Dank
    Lieber Don,

    vielen Dank auch von mir. Die Debatte halte ich auch für sehr wichtig für Deutschland und eine Radikalisierung sehe ich auf der „Pegida-Seite“ (hier als schwammiges Schlagwort verstanden) aber auch auf der „Flüchtlings-Befürworterseite“ (ebenso). Es ist auf beiden Seiten ein durchaus erschreckendes Maß an Unvermögen vorhanden den eigenen Standpunkt zu hinterfragen und auch Widersprüche zuzulassen. Es scheint eine große Sehnsucht nach klaren, reinen, widerspruchsfreien Werten zu geben – klassisch die Domäne der Religionen (ok, das ist jetzt ein Seitenhieb).

  9. Chapeau, lieber Don, Chapeau!
    Manchmal, inzwischen mit gesteigerter Regelmäßigkeit, kommentiere auch ich Ihre Artikel sehr gerne. Es gefällt mir nicht immer alles, was Sie schreiben, aber das ist in Ordnung, die Auseinandersetzung mit Ihren Texten ist die Lebenszeit, die ich mit dem Lesen und dem versuchten Verstehen Ihrer Artikel verbringe, allemal wert. Und – Gott sei Dank – sind wir alle unterschiedlich und haben, selbst wenn wir einem schriftlichen Sprachraum angehören, auch verschiedene Meinungen. Das mit der „Lügenpresse“ sollten Sie sich nicht so sehr zu Herzen nehmen, ich halte dies eher für ein Phänomen, von dem einige gemerkt haben, dass es die Mitarbeiter großer Medienunternehmen trifft, und so kann man verletzen, und sich insgeheim freuen. Allerdings erschließt sich mir nicht, welcher emotionale Vorteil sich daraus für den Beleidiger entwickelt. Ich vermute, dass es so viele Realitäten wie Menschen gibt, und manch einer fühlt sich halt betrogen durch Gott und die Welt (oder durch die Politik und das politische System) und will seinem Gefühl besonders nachdrücklich schriftliche Schärfe verleihen. Und dann greift der Schreiber halt in die unterste Kiste, wo sich all die Teufelchen befinden, die wir eigentlich alle gar nicht mögen. Zudem recherchieren wir Leser, wenn wir Zeit haben, auch sehr gerne und wissen es manchmal halt besser, oder glauben es zumindest, und fühlen uns dann um unser Weltbild betrogen, so dass bei schlechter Erziehung dann Worte geschrieben werden, auf die man bei jeder persönlichen Konfrontation verzichtet hätte. Ziehen Sie sich den Schuh mit der „Lügenpresse“ nicht an, und damit meine ich auch Ihre geschätzten Kollegen. Sie bestellen die Musik, sie bezahlen sie auch, oder anders ausgedrückt, sie stellen das Forum zur Verfügung, sie entscheiden, was hier veröffentlicht wird, und das ist auch gut so. Das ist keine Zensur, sondern ein Geschenk an die Leser, bzw. an die Leute, die sich trauen, etwas zu veröffentlichen und dabei Haltung bewahren. Da ist selbstredend nicht nur literatur-nobelpreisverdächtiges dabei. Es ist also gut, dass Sie den Finger an der Löschtaste haben, Sie machen das schon ganz richtig! Es ist auch ein feiner Zug von Ihnen, dies mal in einem Artikel zu thematisieren. Dass die Auswertung des Forums Ihr „Privatvergnügen“ ist, hätte ich nie vermutet. Daher, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, meinen höchsten Respekt vor Ihrer freiwilligen Arbeit. Und weiterhin eine schöne, spitze Feder und gutes Gelingen.

  10. Kommentare...
    …sehe ich zwischen Leserbrief und Salon.

    Lieber Don Alphonso,

    kein normaler Mensch wäre vor zwanzig Jahren auf den Gedanken gekommen, daß eine Zeitung verpflichtet wäre, alle Leserbriefe zu drucken. Sie stellten eine Auswahl dar, die jeden Tag einige wenige Artikel -oft einen Einzigen- aus vorherigen Ausgaben durch die Wahl eines anderen Standpunktes sinnvoll ergänzten. Damit war die Debatte zu einem Thema dann aber i.d.R. geschlossen.

    Im Salon hingegen trifft sich ein Kreis geladener Gäste, die durch ihre Auswahl eine gewisse Bandbreite des Diskurses auf Grundlage eines gemeinsamen Wertesystems ermöglichen sollen. Wer darin seinen Platz nicht findet…ist meist klug genug nicht wieder zu erscheinen.

    Das Recht, scharf rechte Positionen in der TAZ oder ihr Gegenstück in der FAZ zu äußern und die Pflicht dies zu dulden kann ich aus beidem nicht ableiten, eine Bereicherung des Diskurses vermag ich von einer derartig künstlichen Übedehnung einer gegebenen Plattform des Gedankenaustausches nicht zu erwarten.

    • Gedankenaustausch
      Mir hat der Diskurs in der FAZ mit den anderen Foristen sehr viel gegeben und ich gebe zu, dass mir die Kommentarfunktion fehlt. Heute sind nicht einmal Kommentare zu Fahimi u.a. zugelassen, bedauerlich, denn dazu fiele einem doch einiges ein.

      Und so wie ich, sehen es auch viele andere Foristen, die sich unterdessen bei der FAZ verabschiedet haben, entweder zu anderen noch offenen Medien gegangen sind oder nun schweigen.

      Angesichts einer sehr großen schweigenden Mehrheit, die sich auch nicht auf die Straße traut, weil sie Diffamierungen fürchtet, sollten wir die Schließung der Kommentarfunktion in den Medien erst recht bedauern und dem Hausherrn hier dankbar sein, der eine offene Debatte ermöglicht.

      Wir haben heute nun einmal eine Gesellschaft, in der viele allein leben, die evtl. nicht immer den Austausch im eigenen Umfeld finden oder dort auf gleiche Meinungen treffen, sich aber auch für die Meinung derer interessieren, die sie nicht persönlich kennen.

      Die Meinungsvielfalt bietet die Möglichkeit, eigene Standpunkte zu überdenken, evtl. zu revidieren oder sich bestätigt zu fühlen.
      Ich würde nur ungern darauf verzichten.

    • @Renate
      Lesen sie sich peregrins Beitrag nochmal durch und achten sie auf die ja unausgesprochene ideologische Motivation hinter seinem Beitrag.

      Man kann sich auch einfach fragen, warum darf zu bestimmten Themen nicht kommentiert werden?
      Oder, wie dumm muss man sein um tatsächlich noch immer zu glauben, dass die Ursache für all die eingehenden „unangebrachten“ Meinungsäusserungen nicht im Inhalt der verlogenen, manipulativen und meinungsmachenden Artikel selber liegt?

      Dass Kommentatoren angesichts der Unverschämtheiten der Lügenpresse dann ihr gutes Benehmen in der Einsicht in die Sinnlosigkeit ihres Tuns beiseite lassen und offen ihre eigentliche Meinung bringen, das kann man schon verstehen. Veröffentlicht wird so oder so nicht!
      Man muss also die ebenso verlogenen Rechtfertigungen der Zensoren schon im Zusammanhang mit den ebenso verlogenen Artikeln sehen.

      Ursache für die Verstösse gegen das, was man Nettiquette nennt, in wirklich aber ideologische Zensur ist, sind die Verlogenheit der Medien Inhalte, die jeden normalen, nicht aus dem gewünschten ideologischen Rahmen fallenden Widerspruch verhindert!

      Das Wort „Lügenpresse“ ist also ohne jede Einschränkung angebracht!

    • @TDV
      Die Ausgrenzungstendenzen habe ich wohl bemerkt, aber so etwas ignoriere ich.

      Zeitungsartikel ganz allgemein sind oft genug nur mehr oder weniger fundierte Meinungen, selten genau recherchiert. Denn wie sonst wäre es möglich, gleiche Formulierungen querbeet in allen einschlägigen Presseerzeugnissen zu finden.
      Wie das funktioniert, habe ich in den 90er Jahren erlebt, man kauft Meldungen, prüft diese nicht nach, formuliert ein wenig um und veröffentlicht sie als Tatsache.
      Einem Freund wurde ein Job bei einem „Meinungsverteiler“ angeboten. Er bekam Meldungen, wollte vor Ort recherchieren und erlebte, dass das nun überhaupt nicht erwünscht war. Nein, man formuliere das etwas um und verkaufe die Nachricht weiter. Diese Art des Journalismus lehnte mein Freund fassungslos ab. Aber so läuft es und wer nicht damit konform geht, hat eben Pech gehabt.

      Dass heute dazu auch noch sehr tendenziös berichtet wird, ist einfach nur ärgerlich und wie ich einem Artikel der Welt entnehme, verwendet jeder 5. Bundesbürger heute den Begriff Lügenpresse.
      Sehr schön übrigens der Kommentar von Hanfeld in der FAZ, Kopflos in der Flüchtlingskrise, der das ZDF aufs Korn nimmt.

      Mit Kommentaren der Leser geht es nicht anders, entsprechen sie ungefähr dem, was der Moderator lesen will bzw. was der Filter nicht aussortiert, werden sie veröffentlicht. Man lernt dann, sehr verklausuliert zu formulieren, etwas, was mir grundsätzlich nicht liegt, ich bin immer sehr direkt. Aber wenn man überhaupt etwas zur Diskussion beigetragen sehen will, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich dem Mod. zu beugen. Ob dann der Kommentar freigeschaltet wird, meine teils mit großer Verzögerung, also nachdem sich die erste Welle gelegt hat, muss man abwarten.

      Ich habe von den meisten FAZ-Mitforisten sehr viel Anerkennung erfahren. Viele erwähnen, dass sie meine Kommentare gern lesen, mir zustimmen, was mich immer völlig aus der Fassung bringt, mich grundsätzlich aber sehr freut.
      Ich schreibe aber nicht, um diese Anerkennung zu erhalten, damit habe ich nie gerechnet, ich möchte wissen, ob meine Sicht der Dinge halbwegs richtig ist oder ob ich völlig falsch liege. Das festzustellen, ist nun leider zumindest in der FAZ nicht mehr möglich.

  11. Es ist offensichtlich für Journalisten, schwierig, den Umgang mit dem Internet zu lernen: Das
    mediale Meinungsäußerungs-/Erklärungsmonopol ist durch das Internet gefallen. Natürlich, da gibt es auch viel Belangloses (à la mein Kätzchen hat heute nichts gefressen), Dumpfbackiges bis hin zu Grauenhaftem und Kriminellem im Internet. Natürlich können und dürfen die Medien nicht (alle) solcherart „Beiträge“ zulassen/veröffentlichen. Aber einfach (partiell) so zu tun, als gäbe es die (interessierte) Öffentlichkeit, an die sich ja schließlich die Medien richten, nicht, als dürfe die zu den medialen Beiträgen (partiell) nichts sagen, geht auch nicht. Also müssen die Kommentare vor Publikation durchgesehen werden. Da haben wir das Problem: Wer bezahlt diese Arbeit eigentlich? Wo wir ohnehin ja schon das Problem haben, daß das kostenlose Internet die Wirtschaftsgrundlage von Medien und Verlagen untergräbt. Und als weiteres Problem: Wenn man auswahlweise Kommentare zuläßt, gerät man in einen Rechtfertigungsdruck, warum man ausgerechte die, die man eben zugelassen hat, zuläßt. In der Tat: Seit dem Internet ist die Arbeit des Journalisten mit der Veröffentlichung des Artikelns oder anderen Medienbeitrags nicht beendet. Der Autor muß sich kommentierend auch mit den Kommentaren zu seiner Arbeit auseinandersetzen (Manche Redaktionen haben das vielleicht noch nicht erkannt, auf jeden Fall wollen sie die damit verbundene Arbeit nicht bezahlen.), an der Diskussion zu seiner Veröffentlichung (Die muß sich doch jeder Autor zwangsläufig wünschen! Wer möchte schon, das sein Artikel von niemandem gelesen wird, niemanden interessiert, nicht durchdacht und diskutiert wird?) teilnehmen. Don Alphonso tut das und ist damit vielen seiner Kollegen einige Schritte voraus. Danke auch dafür.

  12. Meinen Respekt....
    Kommentare sind heutzutage eine schwierige Materie. Ich kann gut nachvollziehen, warum die Kommentarfunktion abgeschaltet wurde.
    Nur bleibt das trotzdem die falsche Entscheidung.
    Sicher ist es anstrengend diese zu überwachen und ggf. als unzulässig zu löschen.
    Allerdings wurde und wird auch eine Menge gelöscht, das bloß den Vorstellungen von politischer Korrektheit widerspricht.
    Wobei man das Gefühl erhält, das die offizielle Linie bloß keine Antwort auf die Thesen weis und lieber den Kopf in den Sand steckt.
    Die bessere Variante ist es die Vorwürfe, Verdächtigungen aufzugreifen und zu korrigieren.
    Es muss nicht jede Meinung widerlegt werden, es reicht Argumente zu liefern, warum man sich ihr nicht anschließen kann oder dies nicht für richtig hält.
    Man hat den Eindruck, das viele Journalisten damit überfordert sind, weil sie bestimmte Haltungen für selbstverständlich halten, weil sie in ihren Kreisen so gesehen werden.
    Lügenpresse? Ja das hat es auch gegeben, Kai Diekmann ist da so ein Menetekel an der Wand.
    Meistens hat man aber den Eindruck, als lebten Journalisten, Politik und Oberschicht in einer eigenen Welt, deren Wahrnehmung sich in wichtigen Details völlig von der der Masse unterscheidet und die zunehmend verärgerten Reaktionen von Teilen der Masse nicht ernst nehmen.
    Die Selbstgewissheit scheint zu stark, als dass sie sich in Frage stellen könnte.
    Dabei ist das das oberste Gebot zuerst sich selbst in Frage zu stellen und das, was man für richtig hält.

  13. kritische Medien
    Ein bewegender Artikel. Gibt er doch – endlich – zu, dass die Medien durch Redaktionslinie (BReg) gesteuert werden.

    Auf der anderen Seite, ich selbst, der aufgrund der Gleichschaltung – nicht nur beim Illegalen Einreisethema (nach Dublin III) – genug davon hat, mit Falschdarstellung und Umerziehung durch die Medien seine Zeit zu verschwenden. Zeitung kaufe ich keine mehr, Nachrichten mit Deutschladzerstörern (BReg) werden konsequent gemieden (hätte Seehofer den A. in der Hose hätte erlängst ein konstruktives Mißtrauensvotum angestossen). Internetausgaben egal ob FAZ, Süddeutsche, Focus, Spiegel sind komplett in 5 Minuten gelesen (es reichen die Überschriften, Fachinformation hole ich mir dann von den Fachstellen oder Fachforen im Internet ab.

    Qualitätsjournalismus heißt für mich Hintergründe und Nachforschen und neutral offen legen (viele wertende Adjektive diqualifizieren den Schreibe (Journalisten) selber.
    Z.B. Abschiebung mit Transall: Eine Bundeswehr-Transall kann 93 Personen transportieren, Ein Airbus A400M 120 Personen, eine Boeing 747-300 660 Personen und ein Airbus A380 820 Personen. So lange ich das Becken auf der einen Seite nicht zumache (da wo zehntausende einströmen), ist es vollkommen witzlos überhaupt eine Transall starten zu lassen.

    Warum soll ein Zaun nicht helfen? Über 400 Jahre hat der Limes in Deutschland Römer und Germanen getrennt, bis er durch die Schwächung des römischen Reiches zusammenbrach. Die deutschdeutsche Grenez wurde nach über 40 Jahren auf politischen Wunsch aufgehoben. Isreal wurde heute keine Zäune bauen, wenn diese nicht funktionieren würden. Auch der Zaun zwischen USA und Mexiko würde nicht gebaut, wernn er nicht funktionieren würde.

    Zu all diesen Punkten kein Wort in den Medien. Ist es da nicht verwunderlich, dass Gleichschaltung als gesetzt gilt?

    Ich bleibe bei meinem Statement (das Söder gestern zitiert hat): Eine Bundesregierung (BReg) die die Staatsgrenzen nicht schützt braucht kein Mensch.
    Konsequenz: Wird eine BReg nicht benötigt, brauche ich auch die Parteien nicht, aus denen sich derzeit die Parteien bildet. Alle Politiker arbeitslos? Klasse.

    Zur Landtagswahl in BaWü standen 2011 11 Parteien. Auf heute projeziert (mit AfD) wären es 12. Alle Parteien, die derzeit im Landtag sind, sowie die ganz rechtsaußen sind für mich nicht wählbar. Somit bleiben 6 Parteien übrig. Ich freue mich darauf im März 2016 CDUSPDGrünenLinkeFDP abzuwählen.

    Mit freundlichem Gruß

    Fritz

    • An den Taten wird man gemessen
      Lieber Fritz,
      vielen Dank fuer Ihren Beitrag. Genauso verfahre ich auch.

      Hans

  14. Gelenkte Demokratie
    Vielen Dank für ihren in diesen schweren Zeiten ehrlich gemeinten Beitrag . Leider verschwinden seit Jahren die Grenzen zwischen Berichterstattung und Propaganda immer mehr . Wir Ossis haben den
    Westlern ja die DDR Diktatur Erfahrungen voraus . Es gibt so viele
    Gemeinsamkeiten die natürlich nicht jedem sofort auffallen . Man muss
    heute gar nicht lügen , sondern nur weglassen ,verdrehen ,schmücken oder wie bei dem leider unglücklichen Autor Zitat völlig aus dem Zusammenhang berichten . Man merkt leider vielen Leitmedien ihre Regierungsabhängigkeit an und ihre Abhängigkeit von Anzeigenkunden als Konsequenz aus der daraufhin schwindenden Auflagen . Die nächsten 20 Jahre werden nie wieder unpolitisch sein keiner wird sich dem entziehen können auch wenn er es heute noch nicht glaubt . Wir werden dann auch gute Autoren Journalisten Beitragsschreiber und ganz wichtig Kommentatoren brauchen .

  15. ("Ich sitze am Achensee in Tirol ...")
    Egal welchen Beitrag des Don man auch liest: Er ist gerade in Urlaub, oder ist kürzlich erst von der Reise, Städtetour oder der Radtour durch Alpen, Umbrien oder Toskana zurückgekehrt. Es scheint bei der FAZ offenkundig viel Freizeit zu geben … und überhaupt so richtig Spaß zu machen!? Oder ist das alles – inklusive der Reisen – nur virtuell??

    • Ja, und? Ich lebe auf der Sonnenseite der Gesellschaft. Wenn es Schattenseiten gibt, muss es solche wie mich auch geben. Naturgesetz.

  16. PRESSEFREIHEIT - WANN, WENN NICHT JETZT?
    Lieber Don Alphonso,

    schön haben Sie wieder geschrieben und so überzeugend, so quasi als Spätberufener der Informationsfreiheit, obwohl ich mir – Gute Güte – nicht gerne vorstellen mag, zu welchen Folgen dieses Sich-der-Natur-Überlassen führen könnte, sei es am Achensee oder sonstwo.

    Es ist kühl hier und der Sonne fehlt die Kraft den Dunst über der Stadt zu durchdringen, was in Bezug auf ihre Zeilen nahezu symbolisch gesehen werden kann.
    Ich saß gerade im Taxi und wir standen auf dem Boulevard Saint German wieder mal im Stau als ich Ihre Zeilen gelesen habe und da ich heute so eine Art freien Tag habe, bat ich den Fahrer, der mich die ganze Zeit damit belästigte von seiner Frau zu erzählen, die nicht mehr bereit ist sich ihm hinzugeben, abzubiegen in die Rue de L’ancienne Comédie, denn wo gäbe es einen schöneren Ort Ihnen zu schreiben als im Le Procope?

    Der Jahreszeit entsprechend habe ich auf der Tageskarte L`Huître du mois gewählt. Sie sollen von Bechemilh – Lauby kommen.

    Die jeweilige, willkürliche Anpassung und Auslegung der Informations- und Pressefreiheit ist ja als solches nichts Neues und, wenn ich mich recht erinnere, so war es der Deutsche Fürst Metternich, der so richtig die Klaviatur der einseitigen Meinungsbildung bediente. So gesehen könnte man sich fragen, was die ganze Aufregung soll?
    Vermutlich berührt es in diesen Tagen die Menschen etwas mehr, da sich ein Gefühl des Unwohlseins, der Bedrohung der Basis in ihnen breit macht. Was auch dazu führt, daß manche Reaktionen auf ohnedies fragwürdigen Plattformen, in einer nicht mehr gesetzeskonformen Ausdrucksweise ihr Ventil findet und wir anschließend Alle betonen und beteuern wie wichtig die Einhaltung dieser Regeln für das demokratische Verhältnis sei und solche Menschen, aus welchen Motiven heraus sie auch handeln – Hetze oder Hilflosigkeit – aus der Diskussion ausgeschlossen werden müssen.

    Zugleich entsteht wohl in solchen Foren eine Art inhumane Parajustiz mit abstoßendem Creative sentencing und shaming punishment, was sich in derartigen Kreisen zu etablieren scheint, da sie den Ernst der Lage ignorieren.

    Die andere Seite, staatliche Propaganda, Medien inklusive der Presse, können wir, die wir Anspruch auf neutrale Berichterstattung erheben, nicht auschließen. So ist das eben mit der Macht und der von ihr belächelnden Machtlosigkeit, in die wir uns einfügen.

    Wenn auch selten, so träume auch ich davon, daß sich wenigstens bei dem Führungsquartett der FAZ in einem gemeinsamen Abendessen der Mut einstellen möge, daß dieses Arbeitsessen mit dem Beschluß enden möge:

    PRESSEFREIHEIT – WANN, WENN NICHT JETZT?

    Wie sehr der nach außen vorgetragene, hehre Anspruch der vier Herren beschädigt ist, wird in diesen Tagen deutlicher denn je. Sie vermitteln dem Leser wie sehr ihre Selbstzensur sich primär der Staatsräson verpflichtet fühlt. So eine Art konspirative arcana imperii. Auch gut, mal zu wissen wie man dran ist.

    Es wäre ungerecht heute zu sagen wir hätten Verhältnisse wie in den Zeiten des dunkelsten Deutschlands, als das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Minister Joseph Goebbels die inhaltliche Beeinflussung der Bevölkerung übernahm und das System der Presseanweisungen als Lenkungsmittel reaktivierte und intensivierte.

    Das Prinzip der Lenkung, des Lenkungsversuchs, ist jedoch erhalten geblieben in bester Tradition.

    In Bezug auf die Informationsfreiheit ist in unserem Grundgesetz ja auch einiges zu lesen, was weder die Regierung noch die Presse zu tangieren scheint. Hier in Frankreich haben sie das bereits 1789 formuliert:

    „La libre communication des pensées et des opinions est un des droits les plus précieux de l’homme: tout citoyen peut donc parler, écrire, imprimer librement, sauf à répondre de l’abus de cette liberté, dans les cas déterminés par la loi.“

    Die Austern schmecken vorzüglich und es ist schon ein sonderbares Gefühl hier, unter den Bildern all jener zu sitzen, die zur Bekanntheit des Procope beigetragen haben.

    Lieber Don Alphonso, ich lese Ihre Beiträge gerne, die Sie in dieser Sondernische der FAZ schreiben und in heiteren Momenten glaubte ich in in der Person des Don Alphonso eine Mischung zwischen Karl Kraus und Retif erkennen zu können, wobei ich nicht Retifs Satz:“Sua cuique vita obscura est.“ (Jedem ist sein Leben dunkel.) meinen möchte.

    Über die andere Seite Don Alphonsos, die bei Retif bekannt war, lassen Sie uns ja stets im Dunkeln. Diese Hoch und Tiefs, die ein Zeitgenosse einmal so formulierte: „Die Leidenschaft triumphierte nicht wieder über den Verstand. Sie war deshalb nicht minder heftig.“

    Ich will noch eine Ausstellung im Jardin des Tuileries besuchen. Empören wir uns zu Recht weiter über das Verhalten der Medien, es wird sie nicht stören oder gar beeinflussen.

    Und, da ich ihn mag, will ich mit Retif diese Gedanken beenden:“ Das Volk ist wie ein Hund, der den Stock beißt an Stelle der Hand, die ihn gebraucht.“

    Bleiben Sie, Don Alphonso, uns gewogen.

    Seien Sie herzlich gegrüßt

    ObjectBe

  17. Nicht nur viel Urlaub (Achsensee, Toscana, Städtereisen), sondern ...
    … auch noch Narrenfreiheit („Da redet mir übrigens auch niemand hinein. Es gibt keine Vorgabe seitens der FAZ und auch keine Beschwerde, weil ich es mit den Kommentaren anders als andere Beiträge halte …“). Von so einem Job träume ich auch. Kann man so was einklagen??

    • Ich weiss nicht, ob Ihnen das wirklich Spass machen würde, der Job ist schon stressig, im Vergleich zum Berufssohn.

  18. zensur in deutschen medien
    warum sind denn alle kommentar-foren im bezug auf flüchtlinge in unserer mainstream-presse geschlossen,keine sternstunde der meinungsfreiheit,oder?!

  19. @Michael Kratel: Selber Quatschorgie
    Ein wenig(mehr) intellektuelle Redlichkeit wäre gut, also schreiben Sie gefälligst, was Sie selbst unter „Zensur“ und „Propaganda“ verstehen. Mit „Schauen sie mal nach“ liefern Sie nur eine inhaltsfreie Replik. Und Krampus zu unterstellen (geschrieben hat er es nicht), er wolle, dass ARD & Co. nur das seiner Meinung nach Richtige senden sollten, ist von ähnlicher beeindruckender Substanz. Ich finde diese offene Diskussion hier – wie auch dass es sie überhaupt gibt – gut und hoffe, dass sie ohne solche Trollereien weitergeführt wird.

  20. Kommentare
    Ich bedaure sehr, dass in der FAZ Leserkommentare zu wichtigen Themen nicht mehr zugelassen werden. Oder, anders ausgedrueckt: Die Leserbriefen sind m.M. grundsaetzlich wertvoll fuer die Meinungsbildung. Sie entsprechen dem Prinzip, dass jeder zu Wort kommen kann, jede Meinung gehoert werden kann. Wettstreit um die besten Argumente. Das ist doch Demokratie. Das es dabei mitunter knirscht, kann man doch in Kauf nehmen. Wenn also jemand andere in einem Forum beleidigt, heisse ich das nicht gut. Muss ich aber deswegen Kommentare loeschen, oder gleich gar keine Diskussion zulassen? Ich halte es als Leser so, dass ich dumme Kommentare ignoriere, und gute Kommentare suche. Verhaelt sich so nicht jeder im taeglichen Leben?

    Zudem: Ist es die Regel, dass Diskussionen entgleiten? Koennte man nicht jede Diskussion zulassen, ungefiltert?
    Selbst, wenn ein „Troll“ argumentiert: Ist dessen Argument grundsaetzlich schlecht?

    • Sind sie wirklich so naiv?
      Versuchen sie es mal auf den nachdenkseiten.de

      Vielleicht begreifen sie dann warum die dort seit 12 Jahren einen verzweifekten (und vergeblichen) Kampf gegen Meinungsmache und Manipulation durch verlogene, gleichgeschaltete Massenmedien führen.

      Medienkonzerne haben die Aufgabe Profite für ihre Anteilseigner zu erwirtschaften.
      Für Volksbildung wäre auch im neo-liberalen Spätkapitalismus jemand anderes zuständig. Leider hat das Volk, das mittels Wahlen diese Leute ja bestimmen darf, eben die Regierung gewählt, die man nun hat.

      Den Damen Merkel, Mohn und Springer wurde so ermöglicht das Deutschland zu schaffen, das wir heute haben.

      Fassungslos liest man solch blauäugige Kommentare, wie den Ihren.

  21. Verbindlichkeit und Inhalt
    Es ist mir bei der FAZ wiederholt aufgefallen, daß die „Zensur“ immer davon abhängt, wessen Artikel man kommentiert.

    Auch beim Don bin ich schon einmal durch den Rost gefallen, kann aber sein daß mein diesbezüglicher Kommentar overly pointiert war. Was ich aber (trotz des Einwandes, daß das Zulassen von Kommentaren viel Arbeit ist) nicht akzeptieren will, ist daß wahrgenommen ALLE Artikel, die sich mit Refutschie-Issues beschäftigen (mit Ausnahme weniger Kommentare von v. Altenbockum) in der FAZ keine Kommentiermöglichkeit (mehr) haben, oder wie im September, die Möglichkeit zu kommentieren nach einiger Zeit abgeschaltet worden war und die Kommentare gelöscht wurden.

    Dummerweise blieb die Anzahl der Kommentare auf der Übersichtsseite sichtbar (cached) und zeigte, daß bereits (manchmal 3,4,5) Kommentare freigeschaltet worden waren, bevor die Kommentierung gesperrt und bereits erschienene Kommentare gelöscht worden waren.

    Diese Beobachtung, sowie die oft sehr „regierungsnahe“ Sichtweise, die in den Artikeln (ohne eigene Überlegungen zu berücksichtigen) zum Ausdruck kam, kam und kommt bei langjährigen FAZ-Lesern nicht gut an.

    Daß Kommentare gelöscht werden, wenn deren Ton nicht gut ist, bzw. Höflichkeit fehlt, oder die Fakten nicht richtig sind, finde ich richtig. Das hat mit Stil und Qualität zu tun.

    Andererseits muß ich sagen, daß ich zahlreiche Kommentare (mit besonderem Augenmerk auf Ton und Inhalt) geschrieben habe, die, weil dem Inhalt des kommentierten Artikels widersprechend, genuked wurden. Wenn man den selben Kommentar dann nach 18:00 noch mal gepostet hat, dann kam er (bei der Nachtschicht) durch.

    Muss noch hinzufügen, daß ich die Kommentare oft mit grösserem Gewinn lese, als die eigentlichen Artikel, denn die sind oft oberflächlich, pol. korrekt und ignorieren wichtige Aspekte auf die diese Kommentatoren (oft *nicht* im Sinne der Journalisten!) hinweisen.

    • Titel eingeben
      seit Juergen Kaube Mitherausgeber wurde, ist die Meinungsvielfalt
      der FAZ stark eingescharaenkt worden. Dank an Don, dass er diesen interessanten Blog weiterführt.

    • Das sehe ich nicht so, es gab zwar ein paar Abgänge in der Redaktion, und damit natürlich auch Themenverschiebungen, aber als von Schirrmacher geholter Autor muss ich wirklich sagen, dass ich keinerlei Einschränkungen erlebe. Wirklich nicht. Null. Nada. Auch nicht bei kritischen Themen.

  22. Sehr passend geschrieben
    Lieber Don,

    sie haben mal wieder ins Schwarze getroffen!

    Herzlichen Dank für den guten Artikel

  23. "Ich wäre gern dabei geblieben, mein Hauptmann riet mir sehr dazu."
    Die Härte, die aus manchem noch freigeschalteten Kommentar spricht, fußt meines Erachtens in einer tiefen Enttäuschung über das parlamentarische System, in seiner gegenwärtigen Verfassung.
    Der Bürger spürt, dass seine Wahrnehmung der Griechenland-Krise und der Flüchtlingsproblematik zwar in seinem direkten sozialen Umfeld geteilt wird, aber im Bundestag nicht abgebildet ist. Wenn laut Umfragen die abermalige ‚Rettung‘ Griechenlands von der Bevölkerungsmehrheit abgelehnt wird, sich diese Haltung im Parlament aber nur in einem Minderheitenvotum der größeren Regierungsfraktion abbildet, dann kommt der Wähler ins Grübeln.
    Er soll sich beteiligen, sprich auch wählen, aber offenbar ist keine der im Parlament vertretenen Parteien seiner Ansicht!? Gleiches erlebt er nun wieder, beim Thema Flüchtlinge. Was bleibt ihm da? Er hat zwei Möglichkeiten: 1. Nichtwähler zu werden, 2. eine Partei außerhalb des jetzigen Parlaments zu wählen. Bei Variante 2 hat er den begründeten Verdacht, dass 9% für die ‚Tierschutzpartei‘ oder die ‚Bibeltreuen Christen‘ seiner Sache kaum dienlich wären. Er möchte es eigentlich nicht, sieht sich aber genötigt irgendwo ‚rechts‘ sein Kreuz zu machen, allein des Wahrnehmungseffekts wegen. Dieses Dilemma, dass wohl als nicht selbst verschuldet wahrgenommen wird, nagt an manchem Bürger.
    Sein Anspruch an die für ihn kostenlosen Onlinemedien (‚you get what you pay for‘) ist aber ein anderer, als der an den von ihm zwangsweise alimentierten öff-recht. Rundfunk.
    Sieht er auch dort nur die Einheitsmeinung der Nationlen Front ala Ex-DDR oder die Simulation einer kontroversen Debatte, zweifelt er eher an dem ihm dort vorgesetzten, als an sich und seinem sozialen Umfeld.
    Dieser Zweifel ’schlägt‘ in die Kommentarfunktion ein und eine Unterdrückung dieser Zweifel nährt selbige noch. Eine ausgeglichenere Berichterstattung, die auch idealerweise in der Lage wäre, ganz klassisch zwischen ‚Meinung‘ und ‚Bericht‘ zu trennen, träfe dieser ‚Einschlag‘ weit weniger.
    Unabhängig vom eigenen sozialen Status war der Wähler froh über das bisherige hiesige Fehlen eines franz. Front Nationale (FN). Jetzt sieht er sich genötigt, etwas Derartiges hier wählen zu müssen, wg. echter ‚Alternativlosigkeit‘.

    • Naja, SPD-Wähler kennen das seit dem ersten Weltkrieg nicht anders. Die Neuigkeit ist, dass es jetzt die Union ist, die absolute Kernpunkte unterpflügt. Das erstaunt mich so. Über Griechenland kann man noch reden, aber der Sager, man könnte die Grenzen nicht schützen, muss Konservative eigentlich schon schockieren. Mich weniger, ich bin ja von der anderen Seite, aber da bekommen die Wähler der grössten Partei sicher nicht as, was sie erwartet haben. Recht viel anders wäre die Politik nicht, wenn Linke und Grüne herrschten.

    • Genau so isses....
      Schön sauber dargestellt….
      Undemokratisch ist nicht gleicht Diktatur mit Waffen.

    • @Diederich
      Versuchen sie es mal hier. Die Antworten auf ihre Fragen gibts seit zehn Jahren und sie kommen aus dem Trinity in Oxford….

      https://de.wikipedia.org/wiki/Postdemokratie

  24. Wer sich selbst erhöht....
    Ich weiß nicht was aus der „Kunstfigur“ Don Alsphonso noch werden soll, Herr MEyer aber als aufrechter Kämpfer pro Debattenkultur und Zensurfreiheit taugt sie nicht. Oder lässt sie sich irgendwann dazu herab, die Anfragen des JOURNALISTEN Hurtz zu beantworten u ggfs zu diskutieren?

    • Ich weiss c, was Sie wollen – ich habe Simon Hurtz die von ihm verlangten Stellen seiner Beteiligung gezeigt und den Kontext beschrieben. Ob ich für etwas tauge, weiss ich natürlich trotzdem nicht – ich beschreibe halt meine Arbeitsweise und warum ich die Kommentare offen lassen. Das heisst aber nicht, dass ich deshalb über jedes Stöckchen des absichtlichen Missverstehens eines DJS-Absolventen und Bildbloggers springe, Er hätte hier gern kommentieren können, hat es aber nicht gemacht.

      Statt dessen wird u.A, von einer IP eines bestimmten Medienhauses aus ein Faketwitteraccount befüllt und hier getrollt. Auch nicht nett.

  25. Der Beitrag macht Mut
    Bei einer großen deutschen Regionalzeitung hat man die Kommentarfunktion für mich gestrichen, weil ich eine Falschmeldung über eine angebliche Reisewarnung als solche enttarnt hatte unter Angabe der völlig anders lautenden englischsprachigen Originalquelle. Ihr Thema ist daher höchst aktuell. Ich staune daher immer wieder, wenn unsere Politiker bei Auslandsreisen mahnend den Finger heben und eine umfassende Pressefreiheit fordern. Besonders merkwürdig ist der Austausch von Fotos innerhalb von wenigen Minuten. Da passiert es dann, dass ältere Bilder in einen Beitrag hineinmontiert werden, die aus einem völlig anderen Kontext entnommen worden sind. Mutige Redakteure lassen auch einige Polizeiberichte zu, die den Inhalt von Beiträgen auf den ersten Seiten ergänzen und oft korrigieren. Don ist also nicht ganz allein.

  26. 2/3 Mehrheit
    „Warum kann man über die Migration nicht mal eine Volksabstimmung machen, mit den Konzepten der Parteien?“ Da es sich nach meiner Meinung um ein völlig neues Konzept der (Nicht-)Staatlichkeit handelt, (ich bin kein Jurist) halte ich dafür schon eine 2/3 Mehrheit für erforderlich, schließlich wird ja derzeit Gesetzesbruch betrieben. – Nur jeder hat es noch nicht gesagt: Es ist keine Menschlichkeit, es knallhartes wirtschaftliches Kalkül. Es geht um Billiglohn, Human Capital , Demographie (Was nicht aufgehen muss.) Es ist ein neoliberaler Putsch auf unsere Verfassung inkl. Sozialstaat. – Ich betreue regelmäßig pflegerisch Asylanten, Migranten, Neubürger mit ausreichend Respekt und Hingabe, soll heißen: Ich bin grundsätzlich nicht xenophob oder Menschenfeind. Beim Machtanspruch der Religionen, hier Islam versagt all meine Kultiviertheit, wie heißt es: Zivilisierte Verachtung Ich bin Republikaner der Deutschen Verfassung.

    • Das mit dem Mindestlohn glaube ich nicht, dazu bräuchten die Migranten eine andere Qualifikation, als sie haben. Das begreift inzwischen auch die Wirtschaft in ihren Verbänden.

    • Putsch ja, neoliberal nein
      Ein Neoliberaler (inzwischen wohl das Lieblings-Schmähwort für alle der Marktwirtschaft zugeneigten) hat sicher keine Interesse an der Zuwanderung unqualifizierter Arbeitskräfte und an einem Aufblähen des Sozialstaats (was dessen Zerstörung vorangehen wird). Die Menschen, die gerade kommen, sind eben kein Humankapital (ein Wort, das übrigens den Mitarbeiter nicht herabwürdigt, sondern gerade seinen Wert mit einem betriebswirtschaftlichen Begriff hervorhebt), sondern größtenteils unqualifiziert.
      Lassen Sie die Verantwortung für die sich anbahnende Katastrophe doch bei denen, die diese mit den bekannten Antifa-Sprüchen befördern: der (nicht nur extremen) Linken, dem grünen und kirchlichen Milieu und ihre Arbeit verweigernden Politikern jeder Farbe. Ist es da böse zu vermuten, dass viele von diesen oft staatsfinanzierten Damen und Herren keineswegs so xenophil sind wie sie behaupten, sondern sich schlicht moralisch über andere erheben wollen? Dass Demokratie und freie Meinungsäußerung für sie wenig bedeuten, wenn sie nicht ihren Interessen dient, haben wir ja schon verstanden.
      Und nun der üblich Disclaimer: Auch ich bin nicht xenophob und stehe auf dem Boden des Grundgesetzes. Ich habe fast jedes Land des nahen Ostens einschließlich Syriens auf eigene Faust bereist (und 2/3 der Länder Asiens) und habe daher vermutlich einen realistischeren Blick (positiv wie negativ) auf das Problem als mancher in Berlin, der seine Information aus Berichten des Auswärtigen Amtes bezieht.
      Auch von mir: Ein herzliches Danke an den Don, sowohl für die Artikel als auch die Kommentarkultur. Wo kann ich Sie für einen Preis vorschlagen?

    • Der Wunsch, bei den Gewinnern der Geschichte zu sein, ist in der Politik nicht selten. Wobei ich bei Frau Merkel wirklich nur rätseln kann, ob sie sich nicht einfach nur verrannt hat und nicht zugeben kann, dass es falsch war.

    • neoliberal nein
      @ Heinrich Kanther – Beziehe mich zum Beispiel auf den Beitrag im Börsenradio network ag brn-ag.de > Mediathek > Flüchtlinge als Chance gegen Fachkräftemangel und demographischen Wandel? | Mann muß allerdings eingeloggt sein. | Weiter gibt es Aussagen aus ThinkTanks der HedgeFonds , dass die Wiesen zum Abgrasen für die nächsten 10 Jahre u.a. in Europa zu finden sind. Neoliberal bedeutet für mich: maximaler Kapitalertrag ohne gesellschaftliche Verantwortung für die entsprechenden Gesellschaften, Staatsgebilde wie auch Unternehmen.

    • Der Leviathan lässt verkünden:
      Dieses Rezept soll das Land vor Überalterung retten | Deutschland altert rasant. Damit die Wirtschaft überhaupt noch wächst, müssen künftig Einwanderer, Frauen und Senioren mehr arbeiten. | Massive Zuwanderung kann Deutschlands Not mildern. Aber auch Hunderttausende von Flüchtlingen in den kommenden Jahren werden das Land nicht aus der Demografie-Falle führen. Allein für dieses und das kommende Jahr rechnen die Ökonomen netto, also nach Abzug von Abwanderung, mit jeweils mehr als 500.000 Zuwanderern. Die Welt online – 02.11.15

  27. Liest sich ganz gut
    & verständig & liberal dieser WebLog-Eintrag.

    Kritisch nur eine Sache angemerkt:
    Taugt die Idee die öffentliche Debatte „in den Händen“ zu behalten?
    Ist „ohne Kontrolle, ohne Einflussmöglichkeit und ohne Nothalt durch die Medien“ nicht schlicht besser?

    MFG
    Dr. W (der sich hier erstmalig meldet, mal schaun, ob’s zur Publikation gelangt)

    • Lieber Dr. W. alias Webbaer
      Eine unkontrollierte Debatte ist für Publikationen jeglicher Art schon aus justiziablen Gründen nicht möglich. Sollten Sie aber wissen ;-).

      So trifft man sich wieder.

      Gruß
      Steffmann

  28. Wäre es nicht schön
    wenn die Medien einfach wieder neutral und umfassend informieren würden (ich gebe mich der romantischen Vorstellung hin, dass dies wirklich mal so war) und die Meinungsbildung dem auf diese Weise informierten, mündigen Leser selbst überließen? Ich würde wetten, dass sich Wut und Hass schlagartig reduzieren würden, hätte man doch so nicht mehr das Gefühl, dass andere und man selbst pausenlos manipuliert werden sollen. Dank erwiesener verlogener und einseitiger Berichterstattung großer Teile der Medien, sitzt das Misstrauen heute allerdings derart tief, dass man überhaupt nicht mehr weiss, was man noch glauben kann und was nicht. Ich gebe mich da auch keinen Illusionen hin: Die Politiker und Medienmacher handeln mit voller Absicht. Einen Apell an deren Vernunft zu richten, bringt daher überhaupt nichts. Uns hilft nur noch ein großer Knall und ein zurücksetzen auf Anfang. So wie es in der Geschichte schon immer die einzige Lösung war, um ein völlig verworrenes und verfilztes System zu erneuern.

    • wie bitte
      zurücksetzen sie meinen wohl so ca 80 zurück ? ist das ihr ernst !
      die Meinungsfreiheit hört dort auf wo das sgb beginnt !

    • ....
      „Wäre es nicht schön
      wenn die Medien einfach wieder neutral und umfassend informieren würden (ich gebe mich der romantischen Vorstellung hin, dass dies wirklich mal so war) und die Meinungsbildung dem auf diese Weise informierten, mündigen Leser selbst überließen?“

      Zumindest gab es früher mal den guten Willen dazu. Da gabs die Augstein, Heigert und Nannen… aber leider auich einen Spinger für die blöde Masse.

      Die Prantlhausener Zeitung war früher (jüngere werden das kaum für möglich halten) tatsächlich mal ein Qualitätsblatt.
      Informationen und Meinungen waren streng getrennt, letztere immer nur auf Seite vier. Es war halt Nachkriegszeit, deren Ende war kam dann mit dem Machtwechsel von Helmut Schmidt zu Helmut Kohl. Profit, und danach „kurzfristrige Profitmaximierung“ wurden zu den obersten werten. Das Volk war damit einverstanden und das Resultat der Habgier der letzten 30 Jahre können sie jetzt sehen.
      Eben (leider) auch an den Medien….

    • Die Zeitung ist übrigens weitaus besser als der Onlineauftritt.

    • Mag sein....
      Sagen wir mal so: Ich will es hoffen.
      Nur, warum vergrault man mit dieser Web Peinlichkeit potentielle Bezahl Kunden? Geht sowas nicht auch anders?

    • @ Hiefinger
      Leute wie Sie sind eines der Grundübel bei Diskussionen: Voller Voreingenommenheit unterstellen Sie Dinge, die nie gesagt wurden, empören sich dann über diese von ihnen selbst herbeifantasierten Aussagen, um sich dann mit Allgemeinplätzen a la „Die Meinungsfreiheit hört dort auf wo das sgb beginnt“ selbstherrlich auf der „richtigen“ Seite zu wähnen. Vielleicht denken Sie bei meinem Beitrag einfach mal weniger engstirnig und kommen so viellicht auch auf geschichtliche Ereignisse, wie z.B. die französische Revolution, den amerikanischen Bürgerkrieg, …

  29. verwundert
    bin ich immer, wenn man ‚den besorgten Bürgern‘ ein ihr seid nicht
    ‚das Volk‘ entgegenschleudert. Sie selbst wollen aber auch nicht Volk
    sein.
    Da scheint die Regierung doch richtig zu liegen, wenn sie sich um
    eine öffentliche Meinung nicht kümmert und ganz ohne Volk auskommt.

  30. Es gibt gute Gründe, bei schwierigen Themen...
    Nein, eben nicht. Insofern Leserkommentare zur Meinungsfreiheit gehören, ist eine Selektion von Artikeln, die man kommentieren darf, eine Beschränkung der Meinungsfreiheit. Ein Medium lässt Leserkommentare ganz zu oder gar nicht, alles andere ist tatsächlich Zensur.

    Und wer masst sich an, festzulegen, welche Themen schwierig sind? Das Ukraine-Thema galt als schwierig, weil die übergrosse Mehrheit der Kommentare (mit guten Argumenten) eine andere Meinung vertrat als die (meisten) Journalisten. Als die Ukraine-Kommentare abgeschaltet wurden, habe ich F.AZ. online für ein Jahr den Rücken gekehrt und auch jetzt komme ich nur noch sehr gelegentlich vorbei.

    Übrigens geht es anderorten ja. Man kann ganze Artikel schreiben, zu jedem Thema, auch „schwierigen“, sie können unmoderiert kommentiert werden und nur der Artikelautor kann bei wirklichen Verstössen gegen die Etikette Kommentare „einklappen“. Das ist selten nötig. Das Niveau der Diskussionen ist dort höher als dasjenige der noch erlaubten Diskussionen auf F.A.Z. online.

    Mir ist natürlich klar, dass sich der Wutbürger eher auf besser sichtbaren Seiten austobt und Nischenmedien deshalb ein kleineres Problem haben. Aber ich halte es für Unsinn, „aus dem Ruder laufende“ öffentliche Diskussionen unterbinden zu wollen. Dass etwas nicht gesagt werden darf, heisst ja nicht, dass die Leute es nicht denken. Am Ende stehen sie auf der Strasse und rufen „Lügenpresse“ und es steckt eben ein Körnchen Wahrheit in diesem bösen Wort.

    Der Versuch der politischen und journalistischen Klasse, denen das Maul zu verbieten, die angeblich weniger intelligent und weniger verfeinert sind, wird letzlich nicht anders enden als in der DDR. Das vorhersehbare Resultat ist ein Vertrauensverlust der Mehrheit in Politik und Medien und ich fürchte, davon sind wir gar nicht mehr so weit entfernt.

    Nur wer keine guten Argumente mehr hat, oft weil er selbst weiss oder fühlt, dass er die Tatsachen verdreht oder nur sehr selektiv wiedergibt, verteilt Maulkörbe.

    • Ich lasse eben genau nicht ales zu, weil manches einfach zu beleidigend oder einfach nur destruktiv ist. Das ist mein Ermessensspielraum, und inzwischen debattiere ich da auch nicht mehr.

      Dass es nict gelibgt, die Debatte zu beeden, wie es mit einugen Aufrufen versucht wurde, ist offensichtlich, und ein paar Argumente für migration haben sich nicht als sonderlich überzeigend erwiesen. Ich glaube aber, das alles wäre viel einfacher, wenn man von Anfang an versucht hätte, die Sache pragmatisch und ohne überschäumende Euphorie anzugehen. Dann wäre der Rückzug nicht so schmerzhaft – und ich bin sicher, er wird kommen. Einfach, weil dieser Winter sagenhaft unschön wird. Man kriegt einfach die Leute nicht angemessen unter.

    • Die Meinungsmache in der übrigens noch immer nicht beendeten Ukraine - Krise,
      ich verwende hier übrigens absichtlich nicht das Wort „Berichterstattung“ hat auch mir die Augen geöffnet. Die Anzahl an Kommentaren und die Hartnäckigkeit der Kommentatoren, die vorgegebene Marschrichtung in Frage zu stellen und mit guten Argumenten zu hinterfragen hat wohl dazu beigetragen, dass der von der FAZ offiziell eingeschlagene Kurs nicht mehr überzeugend durchzuhalten war. Selbst als im westlichen Teil Deutschlands sozialisiertes Wesen, das mit vielen Amerikanern aufgewachsen ist, war mir die offizielle Sichtweise der Redaktion viel zu einseitig. Das hierbei von der FAZ zerstörte Vertrauen wird sicher nicht mehr zu reparieren sein. Eine Institution zerstört sich selbst.

  31. Vox populi vox rindvieh?
    „Vox populi vox rindvieh“ (1910) karikiert den antiken spruch „vox populi vox dei“. also: volkes stimme ist gottes stimme.
    mir scheint, lieber Don, die „schweigende mehrheit“, auch so ein seltsamer begriff, artikuliert sich neuerdings. weil es so einfach ist. gegeben hat es die „rindviecher“ schon immer. die frage ist: vermehren sie sich durch die gewachsene sichtbarkeit?
    man sagt, dass die empfänglichkeit für rechtsradikalismus in den europäischen ländern bei etwa 15% liegt. ich lebe in Frankreich, da hat sich das, fürchte ich, fast verdoppelt. hier ist vieles schief gegangen. parallelwelten in den banlieus, den ghettos an den stadträndern. radikalisierte junge leute. meine eher unpolitischen freunde stören sich daran, dass man sich zb in Montpellier in manchen quartiers nicht mehr in Frankreich fühlt, eher in Rabat. mir gefällt es dort, kaufe da gerne ein und gehe essen. es wäre schön, wenn das eine neben dem anderen konfliktfrei existieren könnte.
    aber Franzosen haben eine ungebrochene liebe zu ihrem land. Asterix ist in jedem. und Obelix? siehe Gerard Depardieu.
    was sagt uns das? in D. ? cool bleiben. wie Angela so schön gesagt hat: wir sind 80 millionen. und nicht nur rindviecher, eher wenige. die muss man wohl aushalten. letztenendes müssen wir daran glauben, dass unser lebensmodell überzeugender ist als das, was die flüchtlinge zum auswandern gezwungen hat.

    • In italien ist das auch so plus die Linksnationalisten von Cinque Stelle. Und auch Syriza und Podemos sind zwar liks, aber knallhart nationalistisch. In Österreich stand die FPÖ nie so gut da. Das ist der Trend und die Deutschen befeuern den, besonders in Osteuropa.

      Ob die Deutschen das dauerhaft mitmachen, weiss ich nicht. Wenn ich schon lese, dass es in Hamburg zu Protesten kommt, muss es schlimm sein.

    • @Rainer
      Ich war ein paar Sekunden unschlüssig ob sie das nicht vielleicht doch nur ironisch meinen: „letztenendes müssen wir daran glauben, dass unser lebensmodell überzeugender ist als das, was die flüchtlinge zum auswandern gezwungen hat.“

      Vielleicht sollten sie ihre selektive Wahrnehmung mal überdenken und sich ein paar Fakten anschauen? Dann würde ihnen nämlich aufgehen dass „unser lebensmodell“, mit seiner Wirtschaftspolitik und UNterstützung der US/NATO Militärpolitik ein ganz wesentlichen Anteil an dem hat, „was die flüchtlinge zum auswandern gezwungen hat.“ Weil diese es waren die dortige Leben unmöglich machen und Habgier anscheinend ein ganz, ganz toller Grudnwert ist.

      Hauptgrund an der erschreckenden Unfähigkeit dieser Völker für sich funtionierende, lebenswerte Staaten zu schaffen, ist die Peinlichkeit ihrer Religion, die an Verdummung sogar die christliche noch übertrifft.
      Aber ohne die vorsätzliche Zerstörung halbwegs funktionierender Staatswesen durch die verbrecherischen Kriege der USA, ist die nicht zu leugnende Ursache dieser Völkerwanderung.

    • wir sind 80 Millionen
      Das ist leider die falsche Berechnungsgrundlage, wenn man korrekterweise die Alterskohorten heranzieht, kommt man auf ca. 10% mit einem Männerüberschuß von ca 14% für die Jahrgänge 18 – 30. Nächstes Jahr soll es aber weitergehen. Das nehme ich Frau Merkel übel, denn eigentlich sollte sie die korekte Rechnung kennen.

    • Das weiss sie, aber es spielt wie vieles andere in ihren Nichtplänen keine Rolle. Ganz offensichtlich.

  32. Meinungsfreiheit---warum
    Ich meine in der angeregten Diskussion über die Meinungsfreiheit der Bürger zu „brisanten“ Themen ,eine deutlich Parallel zu den demokratischen Wahlen in diesem Land zu erkennen. Was passiert denn nach einer vollzogenen Wahl für Partei A oder B ? Welchen Einfluß hat der Wähler nach Stimmzettelabgabe denn dann noch ? Ganz einfach ,gar keinen ! Und genau diesen Zustand erleben wir bei diesem Flüchtlingsdebakel . Wir Bürger mit eigener Meinung Stören doch nur noch ,sofern wir nicht in die offiziell ausgegebenen „willkommensparolen“ einstimmen. Es sei doch bitte gestattet mal nachzufragen,wer eigentlich in diesem Lande die materielle Basis für diese Willkommenskultur zu schaffen hat ? Schafft diesen Materiellen Wert ein Herr Gabriel,eine Frau Merkel oder Frau Kühnast ? Diese Protagonisten einer völlig fehlgeleiteten Politik sind es aber, die die. Meinungsfreiheit in Deutschland nach vorauseilendem Gehorsam der Presse einschränken . Ganz einfach, sie brauchen die vorherigen Wähler nicht mehr. Diese haben eine ,im übertragenen Sinne ,Rechnung unterzeichnet ohne die in Rechnung Grstellte Summe zu kennen.Lieber Leser,unterzeichnen Sie auch eine offene Rechnung ihrer Gaswerke ,ohne die Endsumme zu kennen? Und jetzt wird auch noch ausgegrenzt, durch Schließender Foren,wenn sich der Rechnungsempfänger beschwert ! Ja geht‘ s noch ,liebe Presse ?

    • Naja, wir in Bayern haben ja volks und Bürgerentscheide, und die sind einganz gutes Mittel, weil sie schon vorab Fehler verhindern helfen. Ausserdem gibt es über weite Strecken scho so etwas wie eine Verständigungskultur bei wichtigen Fragen, die ich persönlich gut finde – momentan etwa bei den Flüchtlingen in Bayer, einfach um die Probleme zu bewältigen.

      Den aktuellen Fall finde ich persönlich wirklich erstaulich, in vielerlei hinsicht, gerade aber auch, wie weite Teile der Medien reagieren. Ich bin gespannt, wie sich das noch ehtwickelt. Aber es gibt keine Meinungsdiktatur, man kann auh andere Meinungen und Einschätzungen lesen, ausser vielleicht bei taz, SZ und Zeit. Die sind schon sehr uniform.

  33. Truman Show
    Plopp!
    Der Scheinwerfer ist heruntergefallen…

  34. danke 1000 mal
    Don Alphonso, dass man hier noch schreiben darf und auch allerhand kluge Kommentare lesen. Bitte den Ober-Fazen mitteilen, Sie mögen doch bitte endlich das Teddybärenbild in der Rubrik unten, „Flüchtlingen helfen“ durch ein vernünftiges Bild austauschen. Ansonsten sehe ich die BRD gerade in kollektiver Wut alternativ kollektive Depression versinken.

  35. Titel eingeben
    Matt Borg schrieb nicht „Mindestlohn“ sondern „Billiglohn“, was etwas anderes impliziert.

    • Ja, danke!
      … so war es gedacht. Im Wettlauf der Wirtschaften soll/ muss/ wird D auch wieder Billiglohnland werden.
      Don Alphonso: „Das begreift inzwischen (!) auch die Wirtschaft in ihren Verbänden.“ Der kater nach dem Rausch.

    • Es gibt ja schon Pilotprojekte, und man weiss, wie die laufen. Die Wirtschaft steht halt noch zu Merkel, das ist alles. Das Fachkräftegeschwätz kommt vor allem aus den Medien.

  36. Ein hervorragender Beitrag, der mich davon abhält der Printredaktion einen Leser- .
    …Brief auf Papier zu schreiben. Es mag sein, dass sich die Klientel der Nutzer von FAZ.Net und FAZ-Print unterscheidet. Und es mag auch sein, dass einige Kommentare zu dem brisanten Megathema „Flüchtlinge&Migranten“ in FAZ.net auch nicht stubenrein sind. Vermisst habe ich die Kommentarfunktion schon deshalb, weil sie ein Meinungsbild transportieren, dass sonst „untergeht“.
    Ich habe daher in der letzten Zeit als FAZ-Printleser zu allererst immer die Leserbriefe gelesen. Dort wurde das Thema „Flüchtlinge“ noch zugelassen.
    Mein Endruck: Von sehr gebildeten und kundigen Lesern wurden die FAZ-Beiträge sorgenvoll und perspektivisch fundiert kommentiert. Gefühlte 80% der Beiträge wendeten sich mehr oder weniger hart gegen die Politik der Koalition und insbesondere gegen die von Frau Merkel. Einige Leserbriefe habe ich mir neben den Originalbeiträgen der FAZ-Autoren ausgedrückt, weil sie mir zeitgeschichtlich bedeutend erscheinen.
    Dazu gehört ein Leserbrief, der einen „Selbstversuch“ als PEGIDA-Mitmarschierer beschriebt und sich in differenzierter Weise sehr von den in der Presse kolportierten Meinungen unterscheidet.
    Bei allem Verständnis dafür, das eigene Online-Medium nicht zum Müllplatz für unsachlich vorgetragenen Protest verkommen zu lassen: FAZ.Net schneidet sich selbst und die Leser von einer sehr wichtigen Meinungsbildung ab. Wer sich bei einem Thema, dass geeignet ist, die Bevölkerung zu spalten, in der Nutzerkommunikation so zurücknimmt, wie FAZ.Net, gibt sich auf! Es ist, als ob man mit einem Geländewagen aus lauter political correctness nicht mehr ins Gelände darf!

    • Wie gesagt – bei diesem Thema ist ein Beitrag pro Tag fast schon ein Fulltime-Job, wenn man es richtig macht. Insofern kann ich die Entscheidung nicht nur verstehen, ich finde sie auch angesichts der Arbeitsbelastung richtig. Ich selbst mache es halt. Es ist jedenfalls kein Versuch, unliebsame Meinungen wegzudrücken.

  37. Unheimlich.
    Sehr geehrter Krampus,
    es ist nahezu unheimlich, wie exakt das, was Sie hier schreiben, inhaltlich und sogar bis in die Formulierungen mit dem übereinstimmt, was ich die ganze Zeit meiner inzwischen leicht genervten Umgebung erzähle. Sonst begegnen mir fast nur leicht gehirngewaschen die immer gleichen, reflexhaften Antworten, die in Unkenntnis der SACHlage unkritisch von den Medien übernommen wurden und keiner Überprüfung standhalten. Was für eine Wohltat, daß noch jemand anderem all diese dreisten Manipulationen auffallen!! Das ist es auch, was mich heutzutage bei den Medien und der Politik zutiefst verärgert: wir werden fehlinformiert, manipuliert und ganz offensichtlich für dumm verkauft. Und dann zu allem Überfluß, wie Don Alphonso richtig feststellt (vielen Dank für Ihren Artikel!), auch noch der Stimme beraubt. Und das nennt sich heute Demokratie. Ich vermisse und fordere von der Presse, daß sie sich wieder auf Ihre wichtige demokratische Funktion besinnt, notwendige Hintergrundinformationen zu vermitteln, sachlich und ausgewogen zu berichten, die Situation zu analysieren und ERST DANN eine persönliche Sichtweise einzubringen mit Begründung und als solche erkennbar. Selbst die Kanzlerin scheint das deutsche Asylgesetz nicht zu kennen, das u.a. Krieg und Bürgerkrieg ausdrücklich als Asylgründe ausschliesst (siehe z.B. BAMF- Seiten)….

  38. DANKE !
    Mehr als ein „Danke“ gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Letztlich sollten sich Verlage, die Diskussionen nicht mehr zulassen, fragen, ob sie sich nicht ins eigene Fleisch schneiden: Medien, die keinen Wert auf die Meinung ihrer Leser legen aber gleichzeitig den Anspruch erheben, Leitmedien zu sein, meide ich in der Regel. Frontalunterricht wie im Staatsbürgerkundeunterricht in der DDR funktioniert im Web nicht mehr, das vielleicht geht im Printbereich – hier im Netz aber nicht. Zumindest nicht langfristig und mit dem Anspruch der Meinungspluralität.

    • Das Grundgesetz gilt noch
      Die anhaltenden Rechtsbrüche (Einspringen für anderer Staaten Schulden, Förderung illegalen Grenzübertritts, Einsatz zum Wohl anderer Völker und nicht des eigenen) durch die derzeitige Exekutive und ihre Auswirkung auf den Bestand des Rechtsstaates könnten dazu führen, daß Artikel 20(4) GG gebraucht wird. Ob das gewollt ist?
      MfG
      Michael Titz

  39. Titel eingeben
    ZU:
    Michael Kratel sagt:
    31. Oktober 2015 um 14:51 Uhr

    Ein Musterbeispiel.

    Sicher haben die meisten jungen Männer es auf Frauen abgesehen, ein paar auf junge Männer und ganz wenige leider auf Kinder. Da die Flüchtlinge Ihre eigenen Frauen nicht dabei haben, sind natürlich unsere Frauen interessant. Umgekehrt ist das Internet voll mit Anzeigen für Männer, denen man Ostasiatinnen, Russinnen etc. vermitteln möchte. Sind unsere Männer, die auf so etwas eintreten besser?

    Kriminelle Schwerverbrecher ? Na, na, wenn jemand schreibt, dass Zigeuner (ich weiss, politisch nicht korrekt, Roma und Sinti) im grossen und ganzen von Kleinkriminalität, Diebstahl und Einbrüchen leben, ist da sicher was dran, Schwerverbrecher sind das noch lange nicht. Aber wer will heute sagen, wie Syrer sich machen werden? Die Vietnamesen, die wir aus der DDR geerbt haben, werden allenfalls nicht gemocht, weil die Kinder Bienenfleissig sind und die Klassenbesten stellen. Von kriminell auffällig nicht die Spur.

    Meine Kritik am ÖR ist die Desinformation, wenn zu 90 % gesunde, kräftige junge Männer kommen, nur Mütter mit süssen, kleinen Kindern mit Riesenknopfaugen aufs Bild zu bannen und den Eindruck erwecken zu wollen, dieses Idyll sei der typische Durchschnittsflüchtling.

    Dann der Unsinn, zu behaupten, da kämen Ärzte, Ingenieure und andere Fachkräfte, die hier angeblich dringend gesucht werden. Dabei ist von den deutschen Ingenieuren jeder zweite im erwerbsfähigen Alter nicht im Beruf tätig, weil er da nicht gebraucht wird. Dagegen sind 70 % der Afghanen und 16 % der Syrer Analphabeten, wie die auch nur unsere Sprache lernen wollen/sollen, ist mir schleierhaft. Dann, die Länder aus denen die kommen haben keine Industrie, die mit unserer vergleichbar ist. Es macht keinen Sinn, in Syrien Kfz-Rechnik zu studieren (neben dem, dass es das gar nicht geben wird), wenn es keine Automobilindustrie dort gibt, dann ist das in Syrien eine brotlose Kunst.

    Das ist die Desinformation unserer Medien, ob da dann noch jemand seinen privaten Blödsinn als Kommentar dazu schreibt (sie oben Michael Kratel) darauf kommt es dann auch nicht mehr an.

    Sicher darf eine Zeitung eine Kolumne mit Meinung überschreiben und dann da eine Meinung abgeben, das Problem ist nur, wenn eine Zeitung nur noch aus Meinungsartikeln besteht, die dann als der informative, redaktionelle Teil ausgegeben werden und dann auch noch mit frei erfundenen Argumenten, dann beginnt die Lügenpresse.

    • Jaja, ....
      …. Sinti & Roma leben im „im grossen und ganzen von Kleinkriminalität, Diebstahl und Einbrüchen“ …. „Desinformation“ in den ÖR, die ein „Idyll“ zeigen (was mich zweifeln lässt, dass sie irgendeinen Bericht der ÖR gesehen haben. Aber vielleicht haben sie auch einen anderen Begriff von Idylle, als im Wörterbuch beschrieben). Und natürlich die Krönung zum Schluß: die „Lügenpresse“. Ein Musterbeispiel an Kommentar, der vor Geraune und Ressentmient nur so strotzt. Da nehme ich ihr „Blödsinn“ glatt als Kompliment.

  40. Na endlich mal ein Beitrag zum Thema Kommentarfunktion! Danke!
    Ich kann das Abschalten der Kommentare bei vielen Themen ebenso nur bedauern. Obwohl ich eher „linke“ Ansichten poste (bzw. das gerne würde aber nicht kann) und ganz sicher keine Angst vor Flüchtlingen, oder vor finanziellen Belastungen die daraus erwachsen, habe. Ich weis das ich mit dieser Position eine Minderheit unter den kommentiertenden FAZ Lesern darstelle aber trotzdem würde ich gerne die argumentative Auseinandersetzung mit der „Mehrheit“ (zumindest der postenden) führen.

    Noch mehr bedauere ich das diverse Beiträge von mir gelöscht wurden wenn Kommentare erlaubt sind. Das bezieht sich durchaus nicht nur auf das Thema „Flüchtlinge“. Das Grundübel dabei ist das die Moderatoren keine Begründung ihrer Entscheidung geben. Ich gebe mir bei einigen Beiträgen durchaus viel Mühe, bilde mir ein das der Beitrag durchaus zum Thema passt und die Wortwahl auch angemessen ist, warte dann Stunden oder manchmal sogar Tage! in denen mein Beitrag im Status „nicht veröffentlicht“ verharrt nur um dann zu sehen das dieser irgendwann „kommentarlos“ verschwindet. Begründungen dafür oder Nachfragen warum, wieso, weshalb sind im System nicht vorgesehen und wenn man in einem Kommentar selber das Thema „löschen“ anspricht führt das nicht zu einer Antwort sondern nur dazu das dieser Beitrag mit Sicherheit gelöscht wird. Das erzeugt ein ungutes Gefühl der Willkür und Machtlosigkeit das sich mit jeder Löschung steigert. Mir ist bewust das die Moderation Geld kostet aber so funktioniert das einfach nicht! Ich sehe an mir selber das mich das WÜTEND macht. Wütend auf die anonymen Moderatoren die immer wieder meine Mühe mit einem Klick vernichten. Die mich Mundtot machen ohne mir eine Hinweis zu geben was an meinem Beitrag nicht korrekt gewesen sein soll. Mir keine Chance geben den Beitrag zu korrigieren wenn er denn wirklich nicht korrekt gewesen sein sollte.

    Leider haben sich unabhängige Tools wie „Open COmment“ nicht durchgesetzt so das man auf das wohlwollen der Zeitung, Blog etc. angewiesen ist bei dem man kommentieren will.

  41. Hallo Don...
    der sich beschleunigend „wandernde“?, „wachsende“?, „beides“?, Kernschatten, bringt die fettleibige Sonnenseite, mit erlebbarem
    (Humansein-)Bewegungsdefizit, jetzt schon ins schwitzen…
    Kern-Schattenangst, oder gar Furcht…Panik…
    da doch bewegungsunfähiger als gedacht?
    Alles schlechte Berater.
    Vielleicht sogar eine weltweite „Kernschatten-Sonnenfinsternis“?
    Danach neues, klares, Humansein…in weltweit „gemäßigter Zone“…
    in gesamthumaner Weltatmosphäre?
    Ich hätte nichts dagegen, trotz Sympathie für manche Sonnenseitler.
    Hartz IV-…“Herzen-Gleichheit-Reifegrad-Bildung“…-niveau für alle.
    Human erlebbare Bescheidenheit(atmosphäre) fehlt nämlich…
    meiner Meinung nach.

  42. Schaumwein oder Sprengstoff ?
    Don Alphonso,
    Ihr Hinweis auf Ihre journalistische „Prägung“ (?) und
    das Bild von der Schaumweinflasche (Medienkorken auf dem staatsversagensursächlichen Gebräu) regen mich zu einigen Gedanken an.
    Schaumwein ist ein eher harmloses Gemisch, wenn das „Glas“ geeignet ist (setze für Glas „Rechtstreue“).
    Mir scheint, der tatsächliche „Stoff“ , der sich bei der „Flüchtlings“(?)-Krise bildet – bzw. gebildet wird -, ist Explosivstoff mit zunehmender
    Qualität und damit Brisanz.
    Wird der „Flüchtlings“-Strom nach wirklicher individueller und politisch gewollter Motivlage unterschieden, treten Gründe hervor, die
    insbesondere gegenüber den dt. Wählern den Medienkorken gerechtfertigt erscheinen lassen.
    Etwas konkreter? Also, setze für einen Teil der Migranten (Nahost
    rund um Israel) den Begriff Lager-„Umsiedler“, verbinde damit wesentliche Inhalte der Knesset-Rede von Frau Merkel …
    Prognose für die Stabilität Dt.s und EU als Schutzschild für Israel ?
    Mir erscheint hier das Bild von dem/den Zauberlehrling(en)… – hoffentlich ist es nicht der Hexenmeister !,
    (weil: der ist nicht zu exculpieren und siegt immer!).

    erholsame Entspannung
    ein aufmerksamer FAZ-„Begleiter“

  43. PS Und von der Politik erwarte und verlange ich, daß sie sich wieder durchgehend
    an Gesetze und Verträge hält, statt diese nach Belieben „auszusetzen“ wie „unsere“ Kanzlerin das immer wieder tut, als ob sie über dem Recht stünde und dies frei disponieren könnte. Wie nur ist es möglich, daß oberste Politiker offen Rechtsbrüche begehen- und die Presse dies weitgehend nicht einma, mehr kommentiert. Es tut mir die Erkenntnis wirklich in der Seele weh, daß unser Rechtsstaat und auch Demokratie schrittweise doch schnell und ohne öffentlichen Widerstand in eine Diktatur der Bürokraten übergeht. Sie finden das übertrieben?: Unsere Kanzlerin setzt Schengen- und Dublin de facto dauerhaft aus, macht sich (Ungarn- Einreise ohne Registrierung, ohne Visa, oft ohne Pässe) in realitas als Schlepperin strafbar, bricht dauerhaft internationale Verträge (Maastricht/ Haftungsausschluss), unsere Politiker stimmen dem nicht mit dem Grundgesetz vereinbaren ESM zu (Aufheben der nationalen Budgethoheit bei nicht näher definierten „Notfällen“) (dazu steht der ESM de facto über dem Recht bei voller Immunität aller seiner Organe und dies bei ewiger Unauflöslichkeit der Mitgliedschaft, was man bislang so nur bei einem Pakt mit dem Teufel kannte), und wir werden zunehmend regiert von uns unbekannten Menschen anderer Nationalitäten, die wir weder wählen noch abwählen können in einer Organisation, der wir in dieser Form niemals zugestimmt haben. Ohne Schmarrn, wer hier nicht die Unterminierung der Demokratie und Rechtstaatlichkeit erkennt mit sanftem Übergang in eine Diktatur, der hat aus dem letzten Jahrhundert nicht viel gelernt.

    • Ich rätsle....
      “Sie finden das übertrieben?”

      Da sind sie hier am falschen Platz… keiner denkender Mensch findet das heute noch übertrieben. Sie stellen eigenartige Fragen, deren Antworten ausnahmslos offensichtlich sind.

      „Wie nur ist es möglich, daß oberste Politiker offen Rechtsbrüche begehen…”
      Weil es funktioniert. Oder haben sie einen Sturm auf das Kanzleramt gesehen?

      „…unsere Politiker stimmen dem nicht mit dem Grundgesetz vereinbaren xxx (beliebig einzufügen) zu…”

      Weil man damit PROBLEMLOS durchkommt.
      Es gibt fünf Einheitsparteien bei Wahlen und die Leute gehen trotzdem hin.
      Sie geben ihre Stimme einer Partei und wundern sich dann, dass sie dann auf einmal weg ist…

      „…wir werden zunehmend regiert von uns unbekannten Menschen anderer Nationalitäten, die wir weder wählen noch abwählen können in einer Organisation, der wir in dieser Form niemals zugestimmt haben…”

      Ja.
      Und?
      Was haben sie dagegen getan, bzw. was schlagen sie vor?
      Und warum haben sie Jahrzehnte gebraucht um zu diesen banalen Einsichten zu kommen?

      Aber der deutschen Lieblingsbeschäftigung frönen und mit dem Finger auf andere zeigen?

    • An TDV
      Schade, ich hatte mich auf interessante Reaktionen gefreut, aber Ihr Kommentar ist nur banal und mißgünstig ohne eigenen Inhalt, außer, daß Sie derjenige sind, der mit dem Finger auf andere (mich) zeigt. Konstruktiv wäre gewesen aufzuzählen, was Sie dagegen unternommen haben oder unternehmen.

  44. ... Demokratie ist eben eine Form der verantworteten wie verantwortlichen Freiheit
    so einfach. Und ja, Herr Don hat Recht, hin- und wieder täte es ganz gut, für einige Zeit übungshalber wieder nicht einmal mehr mit sich selbst zu sprechen.

    Wobei die Balance der narzisstischen Anteile, jeder hat sie, so wie grundsätzlich alles Menschengemachte, eben auch bei früher gewesenen Print-Medien vermutlich auch weiterhin noch Übungsfeld und Erweiterungsaufgabe wäre und bliebe.

    Mal schauen also, wie, in welchem Rahmen, mit welcher Frequenz und mit welchem „Schrittmaß“ Kommentarfunktionen in einiger Zeit wieder zugelassen werden werden können – oder auch nicht.

  45. Titel eingeben
    Die allermeisten „Flüchtlinge“ sind keine Flüchtlinge, sind keine Flüchtlinge…

    Und sind die meisten „Flüchtlinge“ eben kerngesunde junge Männer, denen keiner ein Haar gekrümmt hat.

    Davon, obzwar es inzwischen jeder weiß, darf aber nicht geredet werden. Von der Wahrheit eben.

    Kein Wunder also, dass man zur „Flüchtlingskrise“ keine Kommentare mehr zulässt.

    Man lügt nämlich von Grund auf.

    Wer wundert sich da noch über das Signet „Lügenpresse“?

    • Doch, as wird durchaus zugegeben – man vrsucht ja, auch Klima, soziale Not und Ungleichheit als Asylgründe zumindest moralisch reinzupressen. Es geht vielen genau darum, auch die klaren Nicht-Asyl-Fälle zu halten, wie etwa die sympathisch dargestellten Dealer am Görli.

  46. Und all das wirkt längst schon wieder nur noch viel zu National - Feststellung, keine Kritik an
    Herr Don persönlich oder FAZ grundsätzlich, Feststellung lediglich – wie sich nur im engen Rahmen je einer einzigen, eigenen Muttersprache abspielend.

    Viel zu wenig europäisch, mit viel zu wenig Wollen und Fähigkeit zumindest auch die Sorgen und Nöte der anderen flächen- u. bevölkerungsgroßen europäischen Staaten mit zu sehen und mit einzubeziehen zu können, also Paris, Rom, Madrid zumindest?

    Genau genommen müsste sich sogar vermutlich auch „Netzpolitik.org“ längst europäisiert haben, in jeder größeren Hauptstadt lebendige Ableger und Freundschaften pflegen. Denn Netzpolitik ist es überall; wir reisen soviel, sind überall in Urlaub, auf Geschäft, Information oder Erholung, da machten Lügenpresse wie kleine Schwestern vor keinen Grenzen mehr halt, dankenswerterweise sind Elektronen so wenig national wie Grashalme oder Schneeflocken.

  47. Na dann, Gute Nacht
    Wo anfangen? Das Verhältnis zwischen Öffentlichkeit und Medien ist zutiefst gestört, das liest und hört man allerorten. Und es sind ja nicht diejenigen, die nicht lesen können, die sich beklagen. Zeitungen und Journalisten sind und waren nie „unabhängig und überparteilich“ wie der Untertitel so manches Erzeugnisses noch lautet. Wer daran glaubt, glaubt auch an die jungfräuliche Geburt. Zeitungen werden von Leuten gemacht, um andere Leute in ihren Vorurteilen zu bestätigen (in meinen bisherigen Kommentaren in der FAZ, über 2000, habe ich das immer als ein Zitat von Scholl-Latour getarnt, um es durch die Moderation zu bekommen. Die Schere im Kopf wirkt immer) und nur wenige der schreibenden Zunft steigen eine Stufe höher im Olymp zu Reflexion und Objektivierung.

    Zeitungen sind auch nicht verpflichtet, Leserbriefe oder online Kommentare zu veröffentlichen. Wie auch als privates Wirtschaftsunternehmen? Die Frage ist doch nur, ob es klug ist und der selbsterwählten Verantwortung als „vierte Gewalt“ dienlich, das nicht zu tun? Gerade in brisanter Lage, wo es im Volk brodelt. Wenn man Meinungsbildung nicht nur als Schlagabtausch zwischen journalistischen Kollegen zur Klärung des eigenen Vorurteils und dessen Behauptung versteht, sondern die Medien als Partner der Bürger in einer notwendigen Debatte über politische Ziele sieht, muss man Kommentare zulassen. Dass es auch solche gibt, die wegmoderiert werden, auch um einen Blog wertvoll und lesbar zu halten, geschenkt, das liegt im eigenen Ermessen. Wer die Kommentarfunktion jedoch wie die FAZ ganz abschaltet, außer bei belanglosen Themen, zeigt seinen Lesern wes Geistes Kind er ist, wie wenig ihm an einer intelligenten Leserschaft liegt und wie viel an der Bewahrung der eigenen Deutungshoheit und seiner politischen Linie.

    Wenn man dann noch wie die FAZ den intelligentesten Kommentarbereich der Republik hatte, der ein Genuss zu lesen war, ist der Fehler unverzeihlich. Und es gibt keine Ausreden, wie zu viel Arbeit (für einen Einzelkämpfer, wie Sie Don, schon) für eine große Redaktion.

    Bleibt als einfaches Fazit: Journalisten genügen sich selber. Der Bürger, der Leser, der Abonnent stört nur? Genauso, wie Politiker? Na dann, Gute Nacht! (Und das ganze ohne Editierfunktion)

    • Gut ich bin egoparteilich, subjektiv und kümmere mich nicht um Regeln des sozialen Zusammenlebens, vielleicht läuft es deshalb so gut.

  48. Don, Wie Sie schon richtig schrieben, ist ein gut betreutes Kommentarforum
    Arbeit und das nicht zu knapp. Ich möchte hier auch durchaus eine Lanze für die ZEIT online brechen – für vieles, was da jetzt stehenbleibt, bin ich vor 3 Jahren noch gesperrt worden. Da stimmt die Balance, insgesamt – ich möchte in einem Kommentarbereich auch keine Kommentare lesen, die Menschen mit Ratten und Schmeissfliegen vergleichen.

    Ansonsten habe ich auch ein wenig den Eindruck, der Vergleich vom Schliessen der Kommentarfunktion zu Zensur ist der Tatsache geschuldet, dass die Qualitätsmedien in Deutschland einen sowohl nach links (hier in Eigentumsfragen) als auch nach rechts (hier in Gesellschaftspolitik) sehr, sehr verengten Diskussionsbereich haben, der natürlich auch insgesamt etwas nach links verrutscht ist (von der Ausbildung meist Sozialwissenschaftler ohne Lebenserfahrung. Also normal). Das bildet das Meinungsspektrum der Bevölkerung einfach nicht mehr ab, die Ansprüche ans Mitreden haben sich aber enorm vervielfacht. Also blieben und bleiben nur die Kommentarspalten, um diesen Anspruch auszuleben.

    Auffällig ist nur immer wieder, WER an welcher Stelle von Zensur spricht: Es sind immer die, deren Standpunkt in einer politischen Frage aus deren Sicht zu kurz zu kommt oder zu kommen scheint.

    Es ist schön, bemerkenswert und allwer Anerkennung wert, dass Ihr Forum offenbleibt. Es ist ebenso schön, dass die meisten Leute sich hier diskursiv benehmen können. Nur hier warne ich auch vor einer Illusion – dass sich das auf andere Kommentarbereiche umstandslos übertragen liesse. Wer mal Debatten in einigen schwächer moderierten Blogs oder auf twitter verfolgt hat, der weiss, aus wie geringen Anlässen und wie schnell Debatten in Schlammschlachten ausarten können. Wirklich ausarten – Journalisten leiden neben ihrer Wahrnehmungsfilterblase auch noch an ihrer Gewöhnung an pseudo-akademische Seriositätsansprüche und empfinden normales Kollegen- und Strassenreden bereits als (beliebiges -istisch einsetzen). Und machen ergo unnötig früh zu. Wenn hier übrigens mal ein Schwung PI-ler gleichzeitig aufschlüge, hätten Sie auch gleich ganz andere Löschraten.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Nun, was Zensur angeht – es gibt jedes halbe Jahr einen konzertierten Veruch, mir ie Plattformen zu zerschiessen, egal ob Blogs oder Twitter. Dass es sich dabei auch um eine bewusst versuchte Ausschaltung eines Gegners handelt, nehmen diese Leute in Kauf. Vor Kurzem kam erst ein Buch von Genderforscherinnen heraus, das so eine Art Hit List ihrer Feinde darstellt. Gibt es also alles und man muss sich dessen zumindest bewusst sein.

  49. Der von oben unterminierte Rechtsstaat
    Der Autor erkennt und benennt, was in der kritischen Bevölkerung den zu Fragen nach historischen Vorgängern führt und dem Wissen – nicht Gefühl – manipuliert zu werden. Vielleicht ists eine Frage der Zeit, wann Artikel 20(4) GG in die Diskussion kommt.
    Danke für Ihren Beitrag; das Sturmgeschütz der Demokratie sitzt schon lange nicht mehr in HH.
    Michael A. Titz

    • Ih glaube ja an die offene Debatte und prinzipiell kann heute jeder als ersten Akt sein eigenes Bloig aufmachen.

  50. Sie mögen den Kommentarabschaltern von mir ausrichten
    Sie mögen den Kommentarabschaltern von mir ausrichten, das ich oft nur den Artikel anclicke, um zu schauen, welche Kommentare dazu kommen.
    Wenns zum Beispiel um Asylbetrüger geht, weiß ich schon aus der Überschrift, worum es geht, was der Artikel verschweigt und was propagiert. Das eigentliich wissenswerte sind die Reaktionen der Mainstreamleser. und wenn die ausgeblendet sind, ist die Seite geschlossen. Meine Vorurteile bezüglich des Inhalts werden übrigend bei jedem Querlesen beim runterscrollen zu den (verhinderten) Kommentaren stets bestätigt. Die Fehlleistungen zu thematisieren erübrigt sich. Jemand , der bewusst lügt und täuscht, weiss, das er das tut und hat Gründe dafür, so unehrenhaft sie sein mögen. Der kann auch auf Kommentare verzichten.

  51. Nun lieber Don, auch im Rheinland scheint die Sonne, von Nebel keine Spur. Das laute
    Geschrei der Kraniche, die gegen Süden fliegen, kündigt das Ende der letzten wärmeren Tage an. Braun sind hier glücklicherweise nur wenige, einige vielleicht noch etwas gebräunt. Ich kommentiere hin und wieder den einen oder anderen Artikel in der FAZ. Das Lesen der Kommentare anderer Leser finde ich höchst aufschlussreich. Gerade das gut informierte Publikum der FAZ versteht es meist hervorragend , die Informationen der Artikel zu ergänzen oder auch kritisch zu hinterfragen. Das Niveau ist weitaus höher als bei anderen Zeitungen. Dennoch verstehen einige der Autoren der FAZ sich in der brachialen Form der Zensur. Kritische Meinungen, die weder beleidigend verfasst wurden noch den definierten Regeln widersprechen, werden gar nicht erst veröffentlicht. Diese sind zwar für den jeweiligen Autor einzusehen, werden jedoch nicht freigeschaltet. Für mich ist dies die Manifestation und das Eingeständnis von Schwäche. Die FAZ, von deren Autoren ich solche Reaktionen nicht erwartet hätte, hat in meinem Ansehen seitdem stark gelitten. In der Bereitschaft, kritische Meinungen weiterhin zu veröffentlichen, sehe ich jedoch eine wirkliche Stärke. Schliesslich unterscheidet sich die Online-Ausgabe von der Printausgabe auch dadurch, dass sehr schnell auf einen Artikel geantwortet werden kann.

    • Fairerweise muss ich sagen, dass ich fast 20 Jahre Erfahrung im Umgang mit Kommentaren habe, und manches rutscht den anderen vielleicht auch nur so raus, ohne so gemeint zu sein. Das ist halt ein langsamer Lernprozess, und der wird irgendwann zu einer neuen Normalität führen, wie in Amerika, wo die Kommentare offen bleiben. Es dauert halt.

  52. Kommentarfunktion
    Ausgerechnet die FAZ macht es doch vor, bei heiklen Themen die Kommentarfunktion abzuschalten. Warum wohl? Will man keine alternativen Meinungen, die mitnichten rechtsnational sein müssen, zu verhindern? ES ist ja schon dramatisch, dass es in einer wo man on nullkommanichts über Kontinente hinweg kommunizieren kann nur noch eine Meinung zulässig ist: die intoleranteste aller Meinungen, nämlich die politisch korrekte, die keine andre Meinung neben sich duldet!
    @ Frau Reinhardt: Nein, wir elben nicht in einer Diktatur der Bürokraten sodnern in eienr Diktatur der „Leit“-Medien. Hält man sich an deren vorgegebene Meinung wird man gründlich abgewatscht!

    • Titel eingeben
      Lieber Herr Brecht, was die Meinungsdiktatur betrifft, haben Sie leider vollkommen recht, doch sehe ich die Staatsmedien als Erfüllungsgehilfen, während die Macht und Entscheidungsgewalt immer mehr von gewählten Politikern in die Hände einer niemals demokratisch legitimierten EU- Bürokratie übergeht.

  53. 2/3 Mehrheit
    Don! Entschuldigung, alles klar, war nicht richtig orientiert! Gruss

  54. frei nach Goethe ...
    manchmal schreib ich Mäusedreck
    doch der ist niemals weg
    gelöscht wird, ein um`s ander
    immer nur mein Koriander …

  55. Danke
    Herzlichen Dank, Don Alphonso.
    Kleine Kostprobe der ÖR (NDR) heute 17:00 Uhr: „Die AfD demonstriert in Hamburg und Gegendemonstranten wehren sich dagegen.“

  56. So 'ne Floskel ist ja leicht dahingeschrieben. Aber dann ...
    „… die Bedienung serviert einen selbst gemachten Johannisbeerkuchen“

    Was verstehen Sie unter „selbst gemacht“? Damit meine ich nicht, dass „selbstgemacht“ die sinnvollere Schreibweise wäre, sondern die Frage zielt auf die Bedeutung. Die Bedienung wird wohl kaum den Kuchen machen. Aber wer macht in dann „selbst“? Und eine Kuchenfabrik macht den Kuchen wohl auch selbst. Oder wo lässt sie ihn machen? Und dann wäre der Kuchen, wo immer er am Ende herkommt, dort auch selbstgemacht.

    • Ich meinte „im Haus selbst gebacken“.

    • @B. Bäcker
      Sie sind kleinlich… Mir ist beim Lesen das Wasser im Mund zusammengelaufen, ich muss schon wieder schlucken und erinnerte mich an die wunderbare Buchweizentorte im Vilnösstal 1981. Auch selbstgebacken oder sollte ich jetzt sagen selbst gemacht ;-)

  57. Niedergang der Debattenkultur ist Beginn der Demokratur
    Schöner Blog, ich lese ihn gelegentlich wenn ich mich von anderem erholen möchte. Das Gesinnungen spalten können ist bekannt seit jeher, viel schlimmer ist, dass manche ihre Gesinnung militant panzern, gerade weil man sie sich unverfälscht erhalten will.

    Meine Anmeldung beim Zeit-online Forum löschte ich nach einem Tag, als ich feststellte, dass üble Pegidisten-Kommentare drinblieben, mein einer Kommentar, der aussagte das das GG eben nicht zur Aufnahme aller verpflichtet, als „krude Theorie“ gelöscht wurde. Ziel ist natürlich, dass allen Lesern vorgemacht wird, nur Dunkeldeutsche ( die es natürlich in Massen gibt) sind es, die die jetzige Politik ablehnen. Wenn die Darstellung der geltenden Rechtslage als „krude“ diffamiert wird, ist jede Diskussion unmöglich. Und das ist das Ziel. Neogramscianische Diskurssimulation soll die demokratische Diskussion ablösen.

    Das Ergebnis dieses allg. Trends ist Hilflosigkeit. Eine gute Freundin hat mich kürzlich gefragt, ob es als Warnung an Politik und Meinungseliten sinnvoll sei, ausnahmsweise bei nächster Gelegenheit die NPD ( nicht etwa die AFD) zu wählen. Vor einem Jahr erstarrte sie noch, als ich ihr mitteilte bei der Europawahl die AfD unter Bernd Lucke gewählt zu haben.( Die jetzige würde ich nicht wählen) . Und ich sprang ihr nicht etwa ins Gesicht, sondern überlegte mit ihr, ob das eine akzeptable Idee sei. Wir kamen zum Ergebnis, dass Demokraten niemals Nazis wählen dürften, und dabei wird es wohl bleiben.

    Aber allein dass wir dafür diskutieren mußten ,hätte ich mir Wochen zuvor nicht denken können.

    Ich könnte die jetzige Politik besser ertragen ( gutheißen könnte ich sie nie), wenn es eine ehrliche Diskussion über sie gäbe. Nicht mal einen Kabinettsentscheid gabe es, und auch keine Erörterung im Bundestag. Nur die einsame Entscheidung der Kanzlerin, die jede Richtlinienkompetenz weit überschreitet.

    Wenn diese Politik erwartungsgemäß fehlschlägt, wird es über Jahre eine echte Rechtsverschiebung geben. Und was dann?

    Ich habe eine dunkle Hautfarbe und fahre oft im Regionalverkehr Zug. Zum erstenmal seit langen Jahren hörte ich wieder fremdenfeindliche Aussagen, das zweite Mal direkt auf mich gerichtet.

    Die Lichtdeutschen können mit einem Rechtsruck leben. Erst bestätigt er sie in ihrem Gutsein, wird er zu stark schließen sie sich ihm an. Die Dunkeldeutschen ersehnen ihn, für die ist alles auf bestem Wege.

    Ich kann mit ihm nicht leben.

    • Ja, aber das mit der ablehnung von rechtsstaatlichen Grundregeln ist nun mal so eine Grundlage der modernen Debattenunkultur. Da wird der Nationalstaat gern mal abgeschafft und wer das nicht will, ist halt fast schon ein Nazi. Und einmauern dürfte man sich auch nicht. Und darüber reden ist böse. Rechts. So funktioniert das, allein, ich gedenke mich nicht dran zu halten. Und viele andere ja auch nicht.

    • Die Tugendwächter von ZON
      Nun, ZON ist ein sehr gutes Beispiel für Zensur eines jeden vom links-grünen Mainstream und der Regierung abweichenden Gedankens. Die Zeit-Journalisten sind nur noch Tugendwächter ihrer selbst verfassten Vorurteile. Es tut mir in der Seele weh, das zu erleben. Ich hatte DIE ZEIT fünfzig Jahre lang abonniert und sie dann endlich vor vier Jahren gekündigt. Auf ZON habe ich zwei Jahre lang geübt Blog-Beiträge so zu schreiben, dass sie nicht gelöscht werden. Mein Erfolg war eine Fünfzig-Prozentrate (ich weiß vom Mitlesen, das ist heute ein wenig liberaler geworden dort). Während ich bei der FAZ eine Rate von ca. 97 Prozent erreichte. Umso schlimmer ist nun, dass hier die Kommentarfunktion fast gänzlich entfällt, weil sie das Salz in der Suppe war. – Verständlich, dass Don lieber Flüchtlinge aufnehmen würde, als denen von ZON ein Bett zu geben …:-)

  58. Ein Riesenfehler der Medien...
    Die Abschaltung der Kommentarfunktion oder auch nur die strenge Zensur entlang der Grenzen der politischen Korrektheit hat die Entfremdung der Bürger von den Medien nur noch vergrößert. Es tut mir leid, aber seit die FAZ nur noch eine One-way-Kommunikation (fast) ohne Kommentierungsmöglichkeiten pflegt, suche ich zwar faz.net immer mal wieder auf, aber ich kaufe die FAZ bewußt und aus Protest nicht mehr am Kiosk. Und bei anderen deutschen Zeitungen halte ich es ohnehin seit Anfang September – dem Beginn des Merkelschen Sommermärchens – so.
    Wenn ich mir bei ivw die Auflagenentwicklung der deutschen Zeitungen in 2015-III anschaue – im Vergleich zu 2015-II und 2014-III, scheine ich nicht der Einzige zu sein, der sich so verhält.
    Die deutschen Medien haben sich mit der Verweigerung der Kommunikation mit den Lesern keinen Gefallen erwiesen. Und das betrifft nicht nur die Erlöse aus dem Verkauf der Zeitungen. Aus einer Verlautbarung des Berliner Tagesspiegels vom 26.10.2015 (übrigens auch ein Medium, das tapfer an der Seite von Frau Merkel steht): „Das Weihnachtsgeschäft bei den Anzeigen droht in diesem Jahr auszufallen. Also musste gespart und umgeschichtet werden, und zwar sofort. Bei den festen Kollegen und vor allem bei jenen freien, die für Zeilenhonorare für uns schreiben.“

    Ich glaube, die Medien gehören zu den ersten Opfern der von ihnen selbst initiierten Pro-Flüchtlings-Kampagne.

    • Mag sein, dass das mit hineinspielt, aber die Verluste der Medien haben viele Ursachen. Und wie man sieht, gibt es ja auch in der FAZ Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Es geht da wirklich nicht um die Unterdrückung, sondern um die Frage, ob man das schafft.

    • Kann Herrn Seilberger nur bestätigen....
      Die FAS ist bereits auf der Abschussliste (bzw. abgeschossen, weil sich ihr Niveau der Blöd gefährlich annähert), und die FAZ, sofern sich nichts grundlegend ändert wird folgen. Für Verlautbarungen des Wahrheitsministeriums bin ich schlicht nicht bereit ca. 800€ im Jahr zu berappen. Für „echte Information“ und ausgewogene Kommentare jedoch gerne.

      Ersatz-Informationsquellen gibt es im Internet (u.a. zerohedge, nzz, guardian, independent, JF, pi, etc.) zuhauf und die bilden das gesamte Spektrum der Fakten für mich zufriedenstellend ab. Deshalb fällt die einseitige Parteinahme der FA[ZS] auch so deutlich auf. Meine Meinung aus den Fakten zu bilden bin ich selbst in der Lage. Dazu brauche ich keine politkorrekte „Hilfe“.

      Ich lese die FAZ seit mehr als 30 Jahren, aber das was momentan hier auf faz.net geboten wird, ist unerträglich. Der Liebes(Geld)-Entzug ist meine einzige Waffe. Die FAZ sollte sich pronto entscheiden, welche Rolle sie als 4. Gewalt im Staate spielen will. Leider habe ich einen ziemlich abenteuerlichen Verdacht, warum sie die eigentliche Rolle der Presse nicht (mehr) spielen will (bzw. darf)…

    • Berichten Sie doch mal aus dem Maschinenraum, Don.
      Da würde es mich doch sehr interessieren, ob von Altenbockum seinen ehrgeizigen Versuch zu Beginn der Flüchtlingskrise, seine Artikel freizuschalten und sich selber in die Debatte einzubringen, freiwillig abgebrochen hat, oder ob er Druck von Oben bekam? Das war doch einfach toll, er redete selber mit, wie Sie hier und hatte plötzlich unter jedem Artikel tausend Sterne. Dann totale Funkstille. Jetzt ein paar Brocken über Twitter und Facebook. Ich kann mir vorstellen, dass sein Weg nicht jedem bei der FAZ gepasst hat. Und leider, leider, leider ist Schirrmacher ja nicht mehr da. Stattdessen Kaube. Kaube!

    • Ich bin nicht Teil der Politik, aber sowohl Altenbickum wie auch Müller veröffentlichen fleissig, Hanfeld kritisiert die Durchhalteparolen, und da ist ein sehr deutlicher Beitrag des Herausgebers ganz gross und ganz vorne. Soll die FAZ zum Kreuzzug aufrufen?

  59. "...noch..."
    “Es gibt keine Vorgabe seitens der FAZ und auch keine Beschwerde, weil ich es mit den Kommentaren anders als andere Beiträge halte.”

    Fehlt da nicht das Wörtchen „noch“?

    Das Feuilleton der Faz, früher mal ein Muss, ist nach Schirrmachers Ausscheiden zu unlesbarem, reaktionärem, die Leser verdummenden Schrott verkommen.
    Da wird Meinungsfreiheit ganz offen für einen Fehler gehalten, weil ein paar Deppen dann „Mein Kampf“ legal lesen könnten, statt es sich wie bisher problemlos übers Internet besorgen zu müssen….
    Da wird überzeugten fundamental Christen und einem „christlichen Philosphen“, eine contradictio in adiecto, wenn es je eine gegeben hat!, die Möglichkeit gegeben, gegen eine nötige und von der Mehrheit gewünschte Gesetzesänderung zu polemisieren!

    Auch eine Meldung die ich in jeder anderen deutschen Zeitung gesehen habe, konnte ich über die FAZ-Suche nicht finden: Frau Lovenberg hat auch keine Lust mehr für dieses unterirdische Rest-Feuilleton zu arbeiten….

    Was glauben Sie, Don Alphonso, wie lange wird man Ihnen erlauben das Feigenblatt der FAZ zu bleiben?

    • Don Alphonso das Waisenkind ?
      Sehr geehrter TDV
      Ihre Prognose zum „Feigenblatt“ Don Alphonso klingt nicht sehr ermutigend. Und wenn Sie von Herrn Schirrmachers „Ausscheiden“ sprechen, kann ich ahnen was Sie damit meinen könnten, doch Ihre Wortwahl ?
      Na,ja die Emotionen.
      Ich persönlich neige da weniger zum Orakeln. Ihre Zukunftsvision, ob beabsichtigt oder nicht, mit dem „Ausscheiden“ von Herrn Schirrmacher, wie Sie es nennen, in Zusammenhang zu bringen, könnte doch den Eindruck erwecken, daß Herr Schirrmacher die schützende Hand über Herrn Meyer sei, die es nun nicht mehr gäbe.
      Ich halte dies für nicht seriös.
      Nun, jetzt sind Sie es los geworden. Und bei aller berechtigter Kritik zur FAZ, weshalb sollten wir alles so endgültig sehen?

      Ich wünsche Ihnen noch ein angenehmes Wochenende.
      Mit herzlichem Gruß
      ObjectBe

      Nachtrag:

      Rolf Dobelli schrieb ein Buch mit dem Titel“Wer bin ich? 777 indiskrete Fragen“, was im Grunde nicht Neues ist. Vom Konzept erinnert es an Max Frisch mit seinem „Fragebogen“(Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.05.2011, Nr. 19 / Seite 33)

      Ich fühlte mich ein wenig daran erinnert als ich Ihre an mich gerichtete Frage:“Soll ich davon ausgehen, dass keines der Bilder ein eigenes ist?“ unter Don Alphonsos Beitrag:“Moralische Empörung als neuer Extremsport im TV“, zur Kenntnis nahm.

      Nun, was NSA und BND ohnedies bekannt ist, sollten auch Sie wissen. Alle auf meinem Blog publizierten Bilder sind authentisch und nicht älter als 24 Monate.

      Und was Ihre sachkundige, wie analytische Schlußfolgerung betrifft:“BINGO, da lag ich mit der „Therapeutin“ ja richtig…“, so will ich hinzufügen, daß es für einen Außenstehenden offenbar nur schwer vorstellbar ist, daß man nach einem mit Auszeichnung abgeschlossenem Studium der Psychologie und Philosophie bei einem allgemein üblichen Stundensatz von ca 80,–€ kein einigermaßen würdevolles Leben führen kann.

      Die Synergie meiner persönlichen Geneigtheit, wie einer fundiert wissenschaftlichen Ausbildung, gestatten mir Ein- und Ausblicke fernab der bürgerlichen Hausfrauenehe- und Sexualberatung.
      Zum selbstgewählten Lebensweg gehört aber auch mit der eiligen Punitivität der Masse zu leben.

    • Frank Schirrmacher war ein enormer Antreiber und man kann das nicht einfach reduplizieren oder glauben, dass in Zeiten des Sparzwangs alles wie üblich weiter geht. Zudem war unter Schirrmacher Grenzüberschreitung des Feuilletons Programm und nicht Ausnahme, und dazu braucht es auch eine enorme Kraft. Man hat sich an das Randalefeuilleton gewöhnt, aber es ist immer die Frage, wie man danach die Schwerpunkte setzt. Man erinnere sich beispielsweise an jene Redakteure, die zum Spiegel gegangen sind und dort ein grosses Rad in seinem Sinne drehen wollten – herausgekommen ist wenig. Für mich ist das alles Nachspielzeit. Ich bin eine Art Schirrmacher-Fossil. Mich muss man zu sowas nicht treiben, aber ganz ehrlich; Vieles, was ich gemacht habe, hat auch Schirrmacher an seine Grenzen gebracht.

    • Und es ist auch keine Frage, dass das, was ich heute tue, woanders kaum möglich wäre, trotz Abwerbeversuchen. Denn das ist jetzt die Pissnelken-Epoche, genderneutral, testosteronbefreit und voll mit Redakteurseunuchen, die Merkels Stiefel lecken. Wer Karriere machen will, sollte adipös, weiblich, nicht normschön, benachteiligt und beleidigt sein, das läuft gerade wirklich blendend.

    • Titel eingeben
      TDV, was schreiben Sie denn da schon wieder?
      Die Ober-Fazen können den Don Alphonso nicht so einfach hinaus bloggen.
      Nach meiner Kenntnis geht er in das Geschichtsbuch des Journalismus ein und am Tegernsee wird er in Bronze gegossen. Also, was soll das?

      Mit fielen Grüßen,

      Bernard del Monaco

    • Ja, auch ich muss ich an die Realität gewöhnen...
      Nur, ich habe ja Beispiele für meine Kritik am Feuilleton gegeben und ich kann mich daran wie ungläubig so mancher hier sich über das Geseiere eines Gumprecht geäussert hat. Das war damals das erste Mal, dass die FAZ ganz offen die Kommentierfunktion verweigerte. Wir hielten das damals halt für einen schlechten Witz, weil sich keiner vorstellen konnte, dass die deutschen Medien je so tief sinken könnten, wie wir das heute leider sehen müssen.

      Nätürlch will ich keinswegs behaupten alles sei schlecht. Es ist die Tendenz die sich ganz offen durchsetzt, die mir missfällt.
      Dieses nicht nur in der FAZ, sondern medienweite Anschleimen an die Mittelmässigkeit…

      Heute zB das Interview mit Dorn ist hervorragend

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/ein-gespraech-mit-dieter-dorn-intendant-ist-was-ganz-furchtbares-13885126.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

      Seht gefreut hat mich dort auch, dass ich zum ersten Mal bei jemandem lesen darf, dass er Rümelin genauso widerlich findet wie ich. Ich hatte mal das sehr zweifelhafte Vergnügen im selben Hauptseminar zu sitzen wie er. Dass sowas politische (noch dazu in der Kultur) Karriere machen kann, sagt alles was man mittlerweile über DE wissen muss.

      @Be
      Ich wage sogar zu behaupten dass es in der Feuilleton Redaktion etliche gegeben hat, die Schirrmachers „Ausscheiden“, wenn auch nicht dessen Grund, begrüsst haben. Kaube den Posten zu geben spricht ja Bände.

      Dass dies: „Zum selbstgewählten Lebensweg gehört aber auch mit der eiligen Punitivität der Masse zu leben.“ tatsächlich für Sie eine Rolle spielt erstaunt mich allerdings.
      Auch bin ich, was das „einigermaßen würdevolle Leben“ angeht, zu einem anderen Schluss gekommen. Entscheidend war für mich keineswegs irgendeine Summe, sondern das nicht mehr zu weiterem Geldverdienen gezwungen zu sein.

      „Nein“ sagen zu können, wann immer man „Nein“ meint.

  60. einige gute Ideen im Artikel, die etwas zu präzisieren wären
    Eine Aussage des Artikels ist besonders treffend, und wäre zu ergänzen: Es gibt seit 30 bis 40 Jahren eine „deutliche Diskrepanz zwischen Einschätzungen und Überzeugungen der Mehrheit in diesem Land und dem, was Medien thematisch an Debatten“ über Feminismus und Gender-Agenda „erlauben“. Während allen feministischen Wellen berichteten Zeitgenossen von einer „schweigenden Mehrheit“, die von einer militanten Minderheit überschrieen wurde, oder wie seit mehr als einer Generation, überhaupt nicht zu Wort kam. Argumente, die den Feminismus insgesamt widerlegen, wurden seit 40 Jahren nicht wahrgenommen, nicht berichtet. Erst mit solcher Verspätung erscheinen sie jetzt in „Die Genderung der Welt“, „Kultur und Geschlecht. Feminismus: Großer Irrtum – schwere Folgen“ und „Ideologiekritik am Feminismus: Krieg gegen Mann, Natur und Kultur“. Dergleichen galt als nicht verlegbar, nicht rezensierbar, und nicht debattierbar.
    Gewiß kann jeder Verlag und jede Zeitung entscheiden, was sie publizieren. Doch wenn es massiven Druck bei Feminismuskritik gibt, der den wirtschaftlichen Erfolg oder gar die Existenz des Verlags gefährdet, dann haben Herausgeber sogar triftige Gründe, solche Kritik zu unterdrücken. Die Folge ist aber totale Einseitigkeit, ein Abrutschen der ganzen Gesellschaft aufgrund dieser Einseitigkeit, und völlig schiefe Debatten, in der nur Ideologie zu Wort kommt, aber Kritik an dieser kein Gehör findet. Eine radikale und sehr zerstörerische Kulturrevolution hat sich auf diese Weise fest etabliert, mit Ideologiefächern und Ideologiethemen Forschung, Lehre, Erziehung, Politik, Medien, Unterhaltung und Gesellschaft fest im Griff. Verschwörungstheorie? Absolut nicht. All das ist beweisbar. Lest selbst. Jedes der genannten Bücher enthält ein Kapitel über moderne Formen der Zensur und Manipulation, wie sie von Feminismus und Genderisten verwendet werden. Üblicherweise ist das eben nicht Verbot und Sperrung, sondern viel subtiler, geschickter und folgenreicher. Bereits die Begriffe, mit denen wir gefüttert wurden, sind schief. Viele Themen, die wir gewöhnt sind, sind feministische Nebelkerzen, die uns viel wichtigere und größere Probleme nicht sehen lassen. Die heute lebenden Generationen sind, ohne daß es ihnen bewußt wäre, mehr oder weniger stark manipuliert – was niemand wahrhaben will, denn alle halten ihre Gedanken für richtig und das, was sie gewohnt sind, für normal. Haben Menschen sich an eine irrationale Ideologie gewöhnt, wie das in jeder Diktatur, aber auch in der feministischen Gesellschaft geschieht, glauben sie, das derzeit Gewohnte sei normal, obwohl es tatsächlich kraß ideologisch sein kann. Es wird lange dauern, sich intellektuell und emotional aus den Wirren solcher Kulturrevolution wieder herauszuarbeiten. Es wird Generationen dauern, bis es jungen Menschen gelingt zu bemerken, wie stark schon unsere Begriffsbildungen von femnistischer Ideologie geprägt und daher schief sind.

    • Man hat den Fehler gemacht und dem Thema zu schnell alle Türen geöffnet, weil vieles recht klug klang. Ich nehme mich da selbst nichts aus, hier haben auch Feministinnen viel geschrieben, und vieles kann auch gut für sich stehen. Das Problem ist aber, dass die inzwischen tonangebenden Figuren nur noch Plärrfeminismus macher, der sich dann auch gegen Frauen richtet:

      https://erzaehlmirnix.wordpress.com/2015/10/23/der-shit-am-storm/

    • Anyway, es gibt ja auch genug Beispiele, wie solche Projekte dann auch wieder abgesoffen sind, und irgendwann merken auch andere Medien, dass dummdreistes Trollen kein Geschäftsmodell ist.

  61. quergelesen
    Ihr Blog, lieber D.A.,
    ist feudal. Er leistet sich Freiheiten, weil Sie über ausreichend Geld FREI verfügen können. Freiheit ist NICHT demokratisch. Bezeichnend: Grüne Aristocats leben am liebsten in großen Wohnungen aus der Kaiserzeit – und im Luxus der Toskana, der Wiege der modernen Banken.

    Ihr Artikel ist ein Plädoyer für die aufgeklärte Monarchie. Volksverdummung, Faktenunterdrückung, Meinungsmache, fauler Kompromiss und finanz. Ruhigstellung sind Mechanismen der hiesigen Regierungsform, um einen volksEIGENEN Willen zu verhindern. Herrschaftsform ist die Republik: Mach was du willst, nur nerv mich nicht! Volk nervt? Schluss mit lustig, Schluss mit Kommentaren.

    ‚Unsere‘ Demokratie ist ein Grüßaugust, der schon vor der Zeitenwende zerlegt wurde. Altgriechisch? Pfui, Elite! Für die Demokratie wird notorisch der ausgewiesene Fan von Vernichtungs-KZs (1899), Giftgas (1915) und Moral Bombing (1942) als Gewährsmann zitiert. Englischer Hochadel.

    Wer solche Freunde hat und wegen Nazis lamentiert, ist verlogen – d.h., definitiv ein Demokrat. Wenn die linke Soße die Gullydeckel hochdrückt, tun sich die Qualitätsmedien leichter, weil die Soße in die eigene Richtung läuft. Metademokraten Thierse, Künast und NeoSED schwimmen wie Korken mit. Medienszene seit Jahren.

    Weimar wurde nicht von den Nazis zerstört. Weimar hat sich totgequatscht, statt Grenzen zu ziehen. Das macht Merkel gerade mit der BRD.

    • Ich bin Hhistoriker und mache mir einfach wenig Illusionen über die Qualität der Demokratie, das ist alles. Ich habe selbst für Bürgerentscheide gekämpft und sehe darin teilweise bessere Mittel als das vierjährige Kreuzerl für eine kraftlose Parteienlandschaft. Will ich Sparifankerl wie den Hofreiter oder Leute, die bereit sind, zu kämpfen und zu riskieren? Im zweiten Fall muss ich dann halt auch mal mit einem aufgeklärten Despoten mit demokratischer Legitmierung leben.

  62. Wie ein unmündiger Bürger dieses Landes
    Jeder intelligete Leser wird sich selbst eine Meinung bilden können. Es wird uns in der Schule als Kinder beigebracht, dass es dazu wichtig ist sich uns unterschiedlichen Quellen des politischen Spektrums zu bedienen. Und hier hat sich unser Land leider sehr stark zum Nachteil gewandelt. Durch Selbstzensur in den Medien (nehme die FAZ mal aus – hier gibt es durchaus nach vernuftgeprägte Artikel) und der ’nach der Schnauze der Regierung reden‘ (sorry) wird der Bürger getrimmt. Es ist gar nicht mehr Möglich diese Meinung durch Deutschen Jornalismus zu bilden. Die internationale Presse hat hier einen ganz anderen Blik auf den neuen Deutschen Sonderweg.

    ‚Gott schütze dieses Land‘ habe ich in diese Blog gelesen. Ich füge hinzu: ‚Denn es scheint ja nicht mehr der Job von Angelika Merkel zu sein.

    Danke Don für das Engagement!

    • Oh, gern geschehen.

    • Werter Weihnachtsmann...
      Ist Ihnen nie der Gedanke gekommen, dass Sie sich Probleme machen die überflüssig sind?
      Was hindert Sie daran sich nicht mehr als Deutscher zu sehen, sondern einfach als Mensch?

      Deutschland ist ein ganz normales Land, wie sehr viele andere auch.
      Es hat Hervorragendes geleistet, wie sehr viele andere auch.
      Und hat auch indiskutable Seiten, wie sehr viele andere auch.

      Warum sich so mit einem Land identifizieren? Weil man zufälligerweise dort geboren ist? So wie ein Dummer die Religion für die einzig wahre hält, in die er halt zufällig hineingeboren wurde?
      Warum nicht eine sinnvollere Messlatte, wie zB Lebensqualität nehmen?

      Sie sagen mir, dass so, wie sie mal Merkel als Schützer des „Deutschen“ gesehen haben, so möchten sie jetzt, dass ihr unsichtbarer Freund das künftig tut?
      Ich befürchte, dass sie da sogar mit Merkel grössere Chancen hätten. Was mich stets wundert sind Menschen, die irgendwann mal dazulernen und einen Irrtum einsehen, was erfreulich ist… um dann im nächsten Satz postwendend sofort zu meinen, dass ihre neue Meinung nun aber die tatsächlich Wahre, Endgültige, Unumstössliche ist.

      Wer meint er müsse unbedingt „Deutscher“ sein, weil er sonst nicht viel wäre, dem sei das natürlich unbenommen.

    • @ TDV
      Als deutscher Staatsbürger hat man einen Ausweis, der einen als „Deutschen“ ausweist, man zahlt Steuern und GEZ Gebühren und finanziert dadurch das System in welchem man als Deutscher in Deutschland lebt. Man wählt mit seiner Stimme eine Regierung, die dem deutschen Volk dient (so sollte es zumindest sein), die Geschicke Deutschlands lenkt und damit auch das Leben jedes einzelnen deutschen Bürgers beeinflusst. Man hat sich deutschem Recht zu beugen und als Mann wird man gezwungen im Verteidigungsfall dieses Land mit seinem Leben zu verteidigen. Und so weiter … Wie könnte man sich da nicht (zwangsweise) als Deutscher fühlen? Sie können sich natürlich selbst gerne abgehoben über den Dingen schwebend sehen, sind es aber nicht, solange Sie hier in Deutschland leben. Ob Sie wollen oder nicht.

  63. Juchhe! Ober-Fazen!
    Aber mehr schreibe ich dazu nicht. Es ist deren Zeitung!
    Sir, ich kann nur sagen: Respekt! Und eigentlich achtungsvoll schweigen.
    Ich habe wirklich oft darüber gegrübelt, wie Sie diese Arbeit bewerkstelligen. In meiner Einbildung habe ich eine Schreibtischbrigade werkeln sehen …
    Der Austauschprozess zwischen Ihren Beiträgen und den Lesern ist der Prozess der Wahrheitsfindung und das Lebenselixier ihrer Blogs.

    Mit fielen Grüssen,

    Bernard del Monaco

  64. Gruß aus der DDR!
    Aufgewachsen in der DDR und mit der dortigen Medienlandschaft vertraut, erinnert mich das Verhalten der meisten Journalisten zu derartigen Themen in den Grundzügen exakt an das, was man in der DDR kannte. Der Unterschied ist, dass es von staatlicher Seite keinen spürbaren Verfolgungsdruck gibt.

    Nicht umsonst kommt der Begriff „Lügenpresse“ aus dem Osten, weil eben die Leute, die dort aufgewachsen sind, ebenso diese Muster wiedererkennen. Das kapieren viele im Westen nicht, weil sie in einem relativ freien Land aufgewachsen sind und sich gar nicht vorstellen können, dass es auch ganz anders sein kann. Man mag lieber nicht zugeben, dass man selber in einen solchen Sumpf abrutscht, obwohl man doch als strahlender und moralisch reiner Sieger aus dem kalten Krieg hervorgegangen ist.

  65. Danke...
    …ist das erste, was mir beim Lesen des Kommentars eingefallen ist. Und das hält sich bis zum Ende. Danke, DA, für diese Meinungen, die leider aktuell durch selbstverliebtes Gutmenschentum und politisches Diktat im Nebel bleiben. Dies war der erste Artikel, den ich von Ihnen gelesen habe. Es bleibt sicher nicht der letzte. Für jetzt bleibt indes nur der Neid auf den Johannisbeerkuchen….

  66. Der Beweis wurde erbracht.
    Seit dem es die LESERMEINUNG nicht mehr bei den wichtigen Themen gibt habe ich mein FAZProfil gelöscht und besuche die Seite nur noch ganz selten. (So vergrault ihr eure Leser)

    Nur eine einzige Meinung (leider der Artikel) zu hören ist Gift für die Wahrheit. Dass mal wieder die Kommentare das Salz in der Suppe sind zeigt doch dieser Blog.

    Wahrscheinlich müsstet ihr noch nicht mal Leserkommentare zulassen. Es wäre schon hilfreich mal zu jedem Thema einen pro und einen kontra Artikel zu veröffentlichen. Doch selbst dass bekommen die Medien nicht hin weshalb der Leser im Moment die Medien nur noch als Gehirnwäsche empfindet/enttarnt.

    Ohne demokratische Diskussion und LeserMEINUNGSFREIHEIT empfindet der Leser euch nur noch als Propagandablatt. Von diesem Empfinden bis zum Vorwurf der Lügenpresse ist es nur noch ein kleiner Schritt. Und die Folge aus der Anstallt die damals Verbindungen der Schreiberlinge ( das Wort Journalist wäre hier ein Titel den die Schreiberlinge nicht verdient haben) zu allen möglichen transatlantischen Bündnissen offen legte haben viele nicht vergessen und euch noch nicht verziehen.

    Erst kürzlich erschien bei euch ein Artikel über TTIP. Der Journalist war dafür. Fast alle Leser waren mit guten Argumenten dagegen.
    Volksabstimmung? Fehlanzeige. Natürlich wird auch TTIP gegen den Willen des Volkes kommen. Und ein Schreiberling der FAZ hat sich Schuldig gemacht seinen Lesern seine Meinung als Wahrheit zu verkaufen. So verliert ihr mehr und mehr Leser.

    Wer die Kapelle bezahlt darf bestimmen welche Musik gespielt wird.

    Nur beim öffentlich rechtlichen Fernsehen und den Zeitungen hat man diesen Eindruck nicht mehr.

    Fangt wieder an die Musik der Leser zu spielen.(Öffnen sämtlicher Artikel für Kommentare) dann wird auch der Leser wieder euch als Kapelle bezahlen.

    Ansonsten könnt ihr ja bei den transatlantischen Bündnissen nachfragen ob sie euch ein paar zehntausend Ausgaben jeden Tag abkaufen.

    Ich bin jetzt als Leser glücklich weil ich mir meine Meinung von der Seele schreiben konnte statt stumm zurück zu bleiben und durfte auch noch Kommentare und Gedanken anderer Leser dazu genießen.

    Somit hatte ich in diesem Blog gerade eben nicht das Gefühl ein Gefäß zu sein das nur gefüllt werden muss und überläuft sondern konnte auch ein paar Tröpfchen zu euch anderen rüber spritzen.

    Es fand ein Meinungsaustausch statt. Der Grund warum es Meinungsfreiheit gibt? Weil sie Menschen verbindet und ins große Ganze mit einbindet.

  67. Nichtauseinandersetzung schafft Wut - aber die Grundpositionen sind nicht vereinbar
    Ich gebe Don Alphonso hier absolut Recht: jedenfalls ein Teil, wenn nicht ein großer Teil der Radikalisierung im Internet, aber auch bei Teilen von Pegida und ähnlichem schreibe ich der empfundenen Gleichschaltung von Politik und veröffentlichter Meinung zu und deren Weigerung, sachliche Fragen sachlich zu debattieren. Als dissidenter Deutscher prallt man wie an einer Gummiwand ab, und häufig erhält man statt einer sachlichen Antwort eine persönliche Diffamierung oder moralische Abqualifizierung zurück. Das macht wütend. Da wird auch mein Ton schärfer. Sobald ich aber das Gefühl habe, dass man mir wieder etwas Raum gibt und auch zuhört, wird mein Ton wieder freundlicher. Das wird auch anderen so gehen. Ich selbst habe mich vor einiger Zeit von ZEIT Online, wo ich über einige Jahre mitdiskutiert habe, zurückgezogen, weil ich vom Stil der Artikel und von der Tendenz bei der Moderation der Kommentare einfach genug hatte. Wenn die jetzt Ausgeschlossenen etwas mehr Gehör fänden, würde das den Ton schon entspannen.

    Ich bezweifle aber, dass „mehr reden“ das Problem löst. Zu unterschiedlich sind die Grundauffassungen. Wer Deutschland überall in der moralischen Pflicht sieht, wird keine Toleranz haben für die, die das nicht tun oder Fragen nach Kosten und Nutzen stellen: denn diese Unmenschen (der eigenen Auffassung nach) verletzen ja ethisch zwingende Gebote! Und wer umgekehrt Deutschland *nicht* in der moralischen Pflicht sieht, der verzweifelt daran, wie diese „Gutmenschen“ eigene moralische und wirtschaftliche Werte völlig sinnlos verschleudern. Die letzteren fürchten, dass Deutschland sich abschafft; die ersten leugnen, dass es ein Deutschland, das sich abschaffen könnte, überhaupt gibt.

    Insofern ist der jetzige angespannte Ton auch einem tiefen, z.Zt. nicht überbrückbaren Dissens in der Grundauffassung dessen geschuldet, was Sinn und Zweck Deutschlands in der Welt sein soll.

  68. Werter Don, für Ihre andauernden Mühen und Ihren Kampf um die Debatte ....
    sage ich DANKE VIELMALS!
    .
    Sie mögen Volksentscheide? Dann kommens doch auch in die Schweiz, die lassen Sie zwar nicht mit abstimmen, aber mein Briefkasten quillt jedesmal über, sobald wieder eine Entscheidung ansteht. Das „Propagandamaterial aller Parteien“ zur letzten Wahl wurde mir von meiner neuen Gemeinde sogar in einem Sammelumschlag zugeschickt. In CH lebt die Debatte.
    .
    In DE gibt es alle 3 bis 6 Monate einen Leitzsatz von Mutti und danach hat sich die Debatte zu richten.
    .
    In DE scheint mir die Debatte und nicht nur diese, vollständig Ossi-isiert, nur Ihr Blog nicht; m.E. verteidigen Sie dadurch ein sehr hohes Gut!

    • Wie gesagt, in Bayern haben wir das ja auch auf Landes- und Gemeindeebene, und das sorgt einfach durch die Existenz dafür, dass viele dumme Ideen erst gar nicht gewagt werden. Das hat sich wirklich verändert.

  69. denkbar schlecht
    Artikel und Kommentare sind denkbar schlecht. Begruendung erspare ich mir.

    • Das ist eine famose Einstellung zum Diskurs und nicht genug zu feiern.

    • JUCHEE!!!
      Darauf einen lauten Bierrülpser – da macht sich jemand allen Ernstes die Mühe, bis hier her zu lesen, und dann nur kurz „Schrei&&e“ zu schreiben…

  70. Peripherie
    Ich wünsche das dieser Artikel, die lesen, die über der Welt sicher reden…

    Hält der See dicht? Die Sonne schweigt und überblendet nicht? In erkennender Sicht verwundert das mich. Auch wenn ihr Artikel, ich denke schon, Leute mögen schweigen ist besser; doch zu reden lohnt…

    Ich habe mich hier eingeklinkt, weil zu wenige mit Meinung sind, wer nicht, der nur maulen kann; mit Themen, von den er sich überfordert fühlt. Auch suche ich mir Anspruch, nicht um zu denken, erledig ich jeher schweigsam; es kam vor das andere Wahrheit am Text lag, zu verbessern mich dies verbieten sollte.

    Ich lese keine Internetseiten. So Nachrichten von Zeitungen, wo ich zahlen muss, ich kann’s mir nicht leisten; wurde vom Grunderwerb freigestellt; auch kostenlose Nachricht die keine Meinung zulassen; aus welchen Gründen auch; denn wer ohne Standpunkt sieht, hat kein Wissen um sich selbst herum.

    Die Welt hat mehr wert, die sich von Nachrichten nährt.
    Auch das Wort bei Harmonie, übertreibt.

    Danke

    • Ach, überfordert sind wir doch alle – ich nicht minder. Ich kann diese Überforderung nur in Worte kleiden. Gern geschenen.

  71. Dank
    für die zuweilen für mich interessanten Artikel in Ihren zwei Blogs hier. Alpenfahrradeleien, barocke Damen in Öl, Silberkandelaber und einiges mehr liegen mir zwar sehr fern, aber man will ja auch noch anderes lesen, vor allem zwischen zwei Deckeln, und auch ein Leben führen. Die durch diese häufigen Intermezzi bewirkte Sporadisierung ist mir deshalb eher lieb. Den anschließenden Gesprächen im angenehm gepflegten Salon ohne geizige Kommaverklemmer und wütende Ausrufezeichenspucker lausche ich dann gerne und oft; man lernt von fremden Meinungen, vor allem wenn sie nicht ausgeschrien werden und wenn nicht dauernd ad personam argumentiert wird, wie anderswo leider so oft: „Der sagt das ja nur, weil …“ Sporadisch sage ich auch etwas dazu.

    Seit ich einiges bei Karl Kraus gelesen habe – das Békessy-Motto neulich war übrigens apart – bin ich skeptisch gegenüber jeder Art von Presse und FuFe. Lektüre von Lippmann, Bernays, Ponsonby und anderen hat das nicht ändern können. Das anscheinende Erstaunen, das einige auch hier zeigen, wenn die Presse sich manipulativ gegenüber dem Leser verhält, erstaunt mich eher. Die Manipulation fällt zugegebenermaßen nur dann auf, wenn die Transmission gerissen ist und öffentliche und veröffentlichte Meinung schon etwas auseinandergerollt sind.

    Einigen Freunden, die sich mit den WWW-Techniken nicht so sehr auskommen, habe ich folgendes vorgeführt:

    Man lade einen Zeitungsartikel im Netz herunter, zunächst mit anhängenden Bildern, Skripten, Stylesheets usw., und vergleiche deren viel größeren Datenumfang mit dem der HTML-Datei selbst. Dann einräumen, dass sich ein Großteil der Dateien von der einen Seite zur anderen gleichbleibt. Aber wozu brauchen eigentlich Artikel anscheinend immer öfter das Antlitz des Schreibers am Kopf? Wird der Bericht dadurch zuverlässiger oder der Kommentar schlüssiger? Tracking mit 1-Pixel-Dateien erklären, mit NoScript auf der Originalseite auf die oft mehrfachen Trackerskripts sowie Googlesyndikation hinweisen sowie auf die unnützen Bilddateien, die „Hausstil“-Icons und -Styledateien, die oft sehr umfangreichen Skriptdateien, welche weiß Gott was machen.

    Dann die HTML-Datei sukzessive reduzieren, um die unnützen Bilder, die zeitungsinternen Köder-Verlinkungen, die „Hausstil“-Styleeinbindungen, die internen Skripts usw. bis herunter auf das nackte HTML-Gerüst mit nur dem Artikel, der oft dank der Ersetzung des Hausstils durch den Browser-Standardstil aparterwiese an Lesbarkeit gewonnen hat.

    Man zeigt die Datendeflation von oft mehreren MBytes bis auf ein Häufchen von vielleicht 10 oder 20 kByte, die eigentliche Information – falls der Schreiber nicht Zeilen geschunden hat und falls denn stimmt, was da steht. Natürlich Hinweis darauf, dass der HTML-Text generiert wurde. Zuletzt sagt man ein Dutzend Mal Om, fasst sich ein Herz und schaltet für den Gast den Werbeblocker ab, welcher nämlich die auf seinem eigenen Rechner fröhlich wimmelnd ihr Wesen treibenden Bilder-, Popup und Was-weiß-ich-alles-Schleudern bisher sehnlichst vermisst hat. (Ganz bestimmt!)

    Dann richtet man noch eine unschuldige Frage an den Gast: Wie stark ist nach seiner Einschätzung das Interesse des Zeitungsverlags an der Leserinformation im Vergleich zu seinen anderen Zwecken – technisch gesehen, publizistisch eingeschätzt?

    Den größten Schrumpffaktor hatte bisher die Zeit. Auch auf dem Schirm, indem dieses werbungsanzeigenluftige Layout mit viel Durchknall zu einer angenehm übersichtlichen Bleiwüste zusammenrückt. Wohl dem, der solche Wüsten birgt.

    (Übrigens kaufe ich mir oft die FAZ-Druckausgabe im Laden. Sie hat zum Glück keine aktiven Inhalte.)

    • Ich wünschte ja, ich könnte das Thema abhaken und zurück zu den Silberkannen – aber leider rührt die Flüchtlingskrise über die Debatten natürlich am Kernbestand der besseren Kreise. Sei es, weil die Nation aufgegeben wird, nachdem sie sich endlich mal gut entwickelte, sei es, weil das Alte Europa ruiniert wird, sei es, weil man unsereins als Schlechtsau betrachtet, um das alles zu finanzieren.

  72. Gruppendynamik
    Sehr interessant ist auch, dass vor August 2015 viele klein Gruppen veröffentlicht wurden. Z.B. Frauenrechtlerinnen, Schule, Lesben, …

    Sind die Aktiven auf einmal alle tot? Was sagen die Frauenrechtlerinnen zur Unterdrückung der Frauen im Islam (Kopftuch und Co)?

    Dunkeldeutschland ist für mich die jetzige Konstellation aus CDUCSUSPD an der Regierung und die Opposition im Bundestag.

    Ich hoffe auf: „Es werde Licht“.

    Nebenbei bemerkt ist Schäuble keine Alternative. Als Bundesinnenminister war er der schärfste Befürworter der Vorratsdatenspeicherung.

    • Die machen sich alle ganz dünn und haben Angst, etwas Falsches zu sagen. Speziell doie Feministinnen halten bei jedem sexuellen Übergriff den Mund. Würde die Propaganda stören, dass wir bei uns eine schlimme Rape Culture haben, und alles Elend liege im weissen, cisheterosexuellen, mittelalten Mann.

      Aber es stimmt, die müsste man mal wieder zum Thema machen, manche betteln ja darum.

  73. Vermieter?
    @Warum wir als Vermieter das nicht schaffen:

    In meiner Stadt haben sich schon zig Vermieter an selbige gewandt, die sehr gerne an „Flüchtlinge“ (also an die Stadt, die zahlt) vermieten möchten. Pro Bett pro Nacht 10 Euro, drei Schlafzimmer mit je mindestens zwei Betten, wenn nicht mehr, macht mehr Monatsmiete als das Vermieten an eine Familie.

    Das ist theoretisch für finanziell schwächer gestellte deutsche Familien natürlich erst mal doof, andererseits standen die Buden bisher wohl leer, weil ihr Zustand nicht so gut war, dass da jemand einziehen wollte. Die Flüchtlinge können es sich ja nicht aussuchen, die „maulen“ dann nur.

    Das Thema Flüchtlinge, oder besser Migration, ist so komplex, dass jedes einzelnes Medium, dank seiner jeweiligen politischen Ausrichtung, es nur unzureichend wiedergeben kann. Diesem Forum nach zu urteilen sind Leser aber durchaus in der Lage, sich an verschiedenen Orten zu informieren. Vielleicht kommen bei dem einen oder anderen sogar reale Begebenheiten hinzu (mir selbst sind wissentlich noch keine Flüchtlinge begegnet, aber hier im „hohen Norden“ werden die gerne in kleineren Gruppen in ländliche Regionen verteilt, so dass sie nicht so auffallen. Die zuletzt angekommene Gruppe bestand übrigens zu 50% aus Minderjährigen, so jedenfalls das lokale Leitmedium, die kostenfreie Wochenzeitung.)

    Andererseits gibt es natürlich Menschen, „rechts“ wie „links“, die ihre Meinung sowieso nicht ändern werden (wollen), und wahrscheinlich ist eher dieser Personengruppe wegen die Kommentarfunktion abgestellt. Finde ich persönlich schade, war aber absehbar.

  74. Tübinger Pegida
    auf dem weg ins beschauliche, vom flüchtlingsstrom nach eigener beschau völlig unbetroffe grüne tübingen am neckarufer ereilt mich gestern vormittag die nachricht, dass die Grüne Jugend den ruderkameraden B.P. nun ins Pegida-lager einordnet und ausschalten……………..äh…… ich meine ausschliessen will.
    unter der dusche wurde das dann thematisiert…………….mein kommentar auch hier:

    UND WILLST DU NICHT MEIN BRUDER SEIN, DANN SCHLAG ICH DIR DEN SCHÄDEL EIN !

    oder eine bücherverbrennung wird angekündigt.

    die beschaulichen parallelwelten schlagen zu. „andersein muss ausgeschaltet werden……………“ den theoretischen überbau dazu liefern in seltener eintracht die psychoanlyse als auch DON theorie der kognitiven dissonanzen.

    • HITLISTE
      DER FEINDE DER GENDER“FORSCHERINNEN“……………..gibts die ?
      wenn ja, wo erhältlich ?
      bin auch ich berufen ?

      und die karrierforschung bekommt völlig neue erkenntnisse lese ich in kommentaren: früher hat bis zu einer bestimmten karrierstufe oft intelligenz geholfen, einen zusammenhang zwischen karriererfolg und intelligenz gibt es aber korrelationstechnisch, da sind sich alle studien einig, nicht, einfache bestätigungen erhalten wir bei der beschau des unternehmens das dem CLAN gehört……….und welche faktoren machen dort erfolgreich ? gibt es studien dazu aus dem chicago der 20er oder dem südlichen italien von heute und gestern ? oder reicht schon das kennzeichen S-GO- ?????

      aber stimmt das wirklich, dass mann heute „adipös, weiblich, nicht norm-schön und beleidigt“ sein muss für den erfolg wenn ich auf die führungsspitze schaue, dann ist Peter Altmaier doch nicht weiblich, oder ?
      oder fehlt dort der erfolg ?

    • Altmeier
      und andere, die sich in der sogen. Führungsspitze tummeln, zeichnen sich nicht unbedingt durch Schönheit, vielleicht nicht einmal durch ungeheure Intelligenz, sondern momentan noch durch absolute Loyalität zu einer Frau aus, die in ihrer Trutschig- und Skrupellosigkeit außer Konkurrenz läuft.

    • Mitläufer und Loyale
      @Renate Simon

      es herscht endzeitstimmung und bunkermentalität, wahrscheinlich vergleichbar mit der stimmung in anderen bunkern oder schanzen, das ist das gefährliche an der aktuellen situation.

      die intelligenten berater sind alle totgetrampelt oder haben sich die köpfe beim anrennen gegen die murksel-politik der banalitäten eingerannt…wer und was übriggeblieben ist, das sehen wir jetzt wo echte politik und nicht mehr das scheckbuch gefragt ist………….ein politik-vakuum, heisse luft, rhetorische banalität und wurstelwurstel..

  75. Volkesmeinung
    Bezeichnend, dass die FAZ die Politik-Propaganda veröffentlicht und die Gegenmeinung u.a. bei Flüchtligsthemen zensiert. Muss man ja schon mal zur Kenntnis nehmen, dass das Volk in Kommentaren spricht. Natürlich auch die Staats-Manipulatoren. Ignoriert man das Volk, darf man sich nicht über immer extremere Kommentare und immer mehr sinkende Auflagen wundern. Lügenpresse ist die Beschreibung, dass die Presse nicht die Wahrheit, sondern die Politik-Propaganda widergibt. Mit Demokratie hat das sowieso alles nichts mehr zu tun. http://www.oqgc.com/bilder/Comic-Politiker-Demokratie.png

    Das Bild ist von OQGC und das ist vielleicht der richtige Weg. Nicht das Bild, der lange Text über unsere Gesellschaft und dass sich das System überlebt hat.

    Mal so nebenbei. „Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben.“ Warum eigentlich? Damit man gegen Sie vorgehen kann? Gleichzeitig ist Don Alphonso vom richtigen Namen aber weit entfernt und FAZ-Redakteure veröffentlichen in ihren Artikeln Informationen aus Ihnen namentlich unbekannten Quellen.

    • Unsinn, schauen Sie doch einfach auf die Startseite, da wird keine Propaganda gemacht.

    • Ungerechtfertigter Vorwurf
      Lesen Sie doch mal den neuesten Kommentar von Berthold Kohler („Die weiße Fahne“), das ist grundsätzliche und ausgesprochen scharfe Kritik an Merkels Politik (ebenso von Buchsteiner „Merkel destabilisiert Deutschland und Europa“)…zu behaupten, dass die FAZ nur „refugees welcome“-Propaganda bringe (die es allerdings auch gibt…über den Artikel von Bollmann, der die Politik von Theodosius I. gegenüber Goten geradezu als Vorbild für heute darstellt, kann ich nur den Kopf schütteln), kann man da wirklich nicht behaupten.
      Was ich mir allerdings von der FAZ wünschen würde, wäre eine klarere Distanzierung von den ÖR…mir stößt das immer ganz bitter auf, wenn ich hier auf der Seite Verlinkungen zur Tagesschau oder dem ZDF sehe.

  76. Titel eingeben
    @ Retlaw, 1. November 2015 um 01:25 Uhr
    Lieber Retlaw, ich finde es gut, dass Sie unter Ersatz-Informationsquellen auch pi auflisten. Ich schaue mir die site regelmäßig an, auch wenn es oft weh tut. Es ist jedoch m. W. die beste Verlinkungsquelle zu lokalen Zeitungen, bei den Vieles noch berichtet wird, was anderswo ausgefiltert wird. So z.B. die Story, dass Hamed Abdel-Samad – als Referent zu einer Veranstaltung der nicht verbotenen und auch nicht vom Verfassungsschutz beobachteten AfD – geladen, beim Betreten des Veranstaltungsorts von Gegendemonstranten aus dem links-grünen Lager als „Rassist“ beschimpft wurde (in Dachau, of all places!), weil er sich erdreistet, den Islam zu kritisieren. – Zu Ihrer Liste würde ich noch naked capitalism hinzufügen wollen, auch wenn die ressentiment-geschwängerte Haltung der Kuratorin der site (Yves Smith) vis-a-vis Deutschland manchmal schwer zu ertragen ist. Sie ist jedoch einer der besten Kenner Finanzkrise und hat zu deren Genese ein wichtiges und empfehlenswertes Buch geschrieben („Econned“).

    @ Renate Simon, 1. November 2015 um 00:51 Uhr (@TDV):
    Frau Simon, über Ihre Beiträge habe ich mich schon immer gefreut. Sie schreiben einfach gut und schön.

    Etwas OT: Es ist auch interessant zu beobachten, dass in den deutschen Medien über die politischen Konstellationen in F. kaum mehr berichtet wird. Gezielte und stetige Auslassung ist ja auch eine Form der Zensur. Zwei starke rechte Parteien, deren pure Existenz schon Vieles verhindert (wie das Volksbegehren in Bayern). Ich denke, F. hat in Bezug auf muslimische Immigration einen ‚tipping point‘ erreicht, die große Mehrheit der nicht-muslimischen Franzosen hat einfach keine Lust mehr; spätestens nach dem Charlie-Massaker. Außerdem lieben sie ihr Land. Dabei kann man auch D. lieben, wenn auch wohl stets aufgrund der Historie auf gebrochene Weise. Letzteres sollte kein Grund sein, sich das Land durch massiven Rechtsbruch von oben nehmen zu lassen.

    • @Gast, Sie sehen mich erröten
      und das in meinem zarten Alter von fast 70 Jahren. Wenn ich nun wüsste, ob wir bei der FAZ öfter „Berührungskommentare“ hatten… vielleicht lese ich Ihre Beiträge auch immer gern. Dazu müssten Sie Ihr Inkognito lüften ;-)

      Übrigens bin ich von Seehofer schon wieder enttäuscht, ich gebe zu, mit einem großen Knall gerechnet zu haben, der nun (noch?) nicht kommt. Warum Gabriel so quer zickt, verstehe ich auch nicht, aber ich verstehe die SPD schon länger nicht mehr.

      Und wer versteht noch die Türken?

    • @gast: Information ist Information ist Information
      Das mit dem Schmerz (bei pi) kann ich nachvollziehen und bestätigen, besonders bei manchen Kommentaren dort…. Aber: Information ist Information ist Information und Voraussetzung für die eigene Meinungsbildung und Beurteilung. Auch ihrem Hinweis auf die Verlinkung lokaler Quellen kann ich vollumfänglich zustimmen. Wenn eine Information fishy erscheint, dann muss man eben versuchen diese über andere Ecken zu bestätigen…. Man macht damit die Arbeit, die der Qualitätsjournalismus früher für einen (sicher auch damals imperfekt) erledigt hat. Früher..

      Danke für den Hinweis auf naked capitalism, was ich bisher nicht auf dem Radar hatte.

      Dem Don an dieser Stelle ein dickes Lob, denn ich hätte nicht gedacht, daß eine Diskussion über die Probleme der Presse in dieser Tiefe (und auch Kompetenz) unter dem Dach der TLD faz.net noch möglich sei.

      Hatte im Urlaub in Gr den Ulfkotte dazu gelesen, gefolgt von einigen Nächten schlechen Schlafes………
      Besonders die Bemerkungen über die „Verträge“ welche die Pressestelle der EU mit „unabhängigen Journalisten“ zu schliessen scheint, haben meine Stirn in ein Hochgebirge transformiert.

  77. Titel eingeben
    Hier weht wirklich ein frischer Wind.

    So etwas in der MSM-Presse, der Lügenpresse, einem Hauptstrommedium, einem Schafsmedium, sagenhaft.

    Leute dürfen vernünftig und anständig sagen, was sie denken.

    Sind dazu sogar tatsächlich eingeladen.

    Sagenhaft.

    Vielen Dank, Don Alphonso, für Ihre Mühe.

    In solcher Weise auch noch gegenzukommentieren, das ist Arbeit.

    Ich habe das jahrelang gemacht, weiß daher, wovon ich rede.

    Beste Wünsche aus Stuttgart

  78. @ Don Alphonso, 1.November 2015 um 09:02 Uhr
    Werter DA, Sie schrieben „Schlechtsau“. Sie meinten wohl „Schlachtsau“?

  79. eine BITTE
    machen die doch wieder den weissen, heterosexuellen, mittelalten mann, die „sackgasse der evolution“ mal wieder zum thema im forum………!

  80. Die sofistische reductio ad Hitlerum als Ersatz für die reductio ad absurdum
    @“Michael Kratel sagt:
    31. Oktober 2015 um 15:44 Uhr“

    „Wenn Menschen …
    …. die gleichen Worte wie Nazis benutzen, auf der gleichen Demo wie Nazis gehen und schließlich die gleiche Meinung wie Nazis haben …. wie soll man diese Menschen nennen? Besorgte Bürger?“

    – 1) zu „die gleichen Worte wie Nazis“:
    Was genau hat Ihrer subjektiven Meinung nach z.B. Herr Seehofer, der jüngst das Wort „Notwehr“ benutzte, mit der „NSDAP“ zu tun, die diesen Begriff hinreichend dokumentiert ebenfalls verwendete?

    Und: Teilen Sie uns bitte – möglichst juristisch verbindlich – mit, welche Worte die Nazis dieser Welt bisher NICHT benutzt haben, damit die aus Unwissenheit diesbzgl. zunehmend unter Generalverdacht gestellten Bürger sich der selbsternannten Gesinnungspolizei zum Wohlgefallen gereichen und ihren Sprachschatz entsprechend reduzieren können. Damit könnten Sie sich zumindest herausragende Erfolge beschäftigungspolitischer Art auf die Fahne schreiben, da ein politisch korrekt lull- & lallendes Volk unweigerlich den Bedarf 10.000er Psychologen nach sich ziehen dürfte, die sich dem Massen-Phänomen der „Psychopathologischen Regression“ mit der gebotenen Hingabe widmen könnten. „Wir schaffen das!“

    – zu 2) „auf der gleichen Demo wie Nazis gehen“:

    Sie haben ein wasserdichtes Konzept, wie die seit Jahrzehnten praktizierte, systematische Unterwanderung von Demonstrationszügen verhindert und damit Unversehrtheit wie auch Leumund von unbescholtenen Demonstranten sichergestellt werden könnte? Wenn nicht, begeistern Sie alternativ vielleicht Millionen an die Weltöffentlichkeit gerichteter Luftballon-Botschaften im Sinne des Völkerrechtlichen Rechts auf Selbstbestimmung – , abgesandt von einem vergleichsweise sicheren, nächstbesten Fenster aus? Zum Beispiel am 11.11. ??

    – 3) zu „… und schließlich die gleiche Meinung wie Nazis haben“

    Für belastbare Prüfungen insb. potentiell existenzvernichtender öffentlicher Zuschreibungen gegenüber Teilen der Bevölkerung in Form subjektiver Meinungsäußerungen durch z.B. zur Neutralität verpflichtete Hoheitsträger während eines gesellschaftlichen Diskurses, ist bei Bedarf in einem Rechtstaat, der sich konstitutiv auf seine Gewaltenteilung beruft, die Judikative zuständig.

    • Nur eine Frage, zu ihrer blümeranten ....
      …. aber nichtssagenden Antwort: Welche „Hoheitsträger“ soll „zur Neutralität verpflichtet“ sein? Das ist natürlich auch wieder … ganz großer Quatsch?

  81. Das grosse Kotzen
    Erstaunlich, welche reissende Fluten an Empörung, oft von ganz neuen Diskutanden, zu diesem vom Gastgeber sensibel erläuterten Problemkreis sich in die Rechner ergiessen!

    So ungefähr konnte man die Situation vermuten.
    Die grosse Kluft, die sich bei dieser Thematik zwischen Volk und ehemals geliebter Mama Patria auftut, ist die Angst, dass es diesmal wirklich etwas kosten könnte.

    Die Muttidämmerung des Turbokapitalismus: Und viele rechtsbewegte Bürger haben vor allem Angst, dass die schon bös von Schröder
    gef l ickte soziale Hängematte diesmal ganz reisst, und dass die enttäuschten Neubürger anders reagieren, als zu sagen, ja Entschuldigung, dann gehen wir mal wieder…

    Die Selbstäuschung über die Nachhaltigkeit unserer Wirtschaftspolitik wird langsam unverdrängbar: Millionen von Verelendeten sehen es irgendwann nicht mehr ein, die einzigen zu sein, die in der Schrei§§e leben
    sollen. 14 Std täglich Wegwerfsocken stricken und Hühnergerippe zuzzeln, irgendwann stinkt einem dass, und wenn man dann noch eine Fassbombe auf seine Nachbarschaft bekommt…

    Wir sollten uns jetzt alle kurz und prägnant äussern, um nicht vor selbstverliebtem Wortschwall nicht mitzubekommen, dass wir -in regierender Funktion – vermutlich auch kaum anders hätten handeln können, wenn wir in den Axiomen der politischen Sozialisierung unserer grossen Parteien gross und mächtig geworden wären.

    Diese Axiome bieten heute nur noch Selbstwidersprüche und Alibi-Lösungen.

    Ob es knallt, oder ob diese merkwürdige, wenig menschenfreundliche Form des Finanzwirtschafts-Radikalkapitalismus reformierbar ist, wer weiss.

    Es langweilt mich aber mehr und mehr von empörten Demokraten zu lesen, dass sie ihren Abgeordneten angeschrieben haben, ohne dass der faule Sack umgehend einen Misstrauensantrag gegen die Bundeskanzlerin eingereicht hätte.

    • Da habe ich zu früh auf den Auslöser gedrückt!
      Das war kein Gast, ich wollte das nicht inkognito einstellen, habe nur vergessen, meine Kennung einzutippen: Ich wars mit der grossen Übelkeit…

  82. Fräulein Schwarzer schweigt nicht
    Zur Ehrenrettung des deutschen Feminismus muss man hier Fräulein Schwarzer zitieren:

    „Nulltoleranz für frauenfeindliche Flüchtlinge“

    „In Deutschland marschieren neuerdings Tausende hinter den Transparenten von PEGIDA, der Vereinigung der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Deren Motto lautet: Gewaltfrei & vereint gegen Glaubenskriege auf deutschem Boden. Wogegen eigentlich nichts zu sagen ist.“

    „Ich denke, dass Kräfte wie die Rechtsradikalen bei Pegida maximal fünf Prozent der Bevölkerung ausmachen. Jetzt laufen aber viele mit, weil sie diffuse Ängste haben. Ein berechtigtes Unbehagen. Sie werden aber daran gehindert sich zu artikulieren, weil man immer gleich mit dem Rassismushammer draufschlägt.“

  83. Beeindruckend
    Vielen Dank für so einen interessanten Artikel zu so einem wichtigen aber weitgehend undokumentierten Bereich!

    Aus der Perspektive des Kommentators erfährt man schließlich selten wie viel und was es an Arbeit bedeutet den Diskurs zu moderieren.
    Wenn man selbst einmal in einem Forum mit hoher Frequenz moderiert hat weiß man dass eben ein sehr kleiner Prozentsatz an Ferkeln unterwegs ist welcher leider einen deutlich höheren Anteil an Beschäftigung von Nöten macht als es wünschenswert wäre.

    Dies ist Arbeit die, wie sie selbst ja auch berichten, mehr oder weniger umsonst, und ohne großes Lob im Hintergrund erbracht wird.

    Aus dem Hintergrund, ebenso den dramatischen Verkaufseinbrüchen heraus, lässt sich ja auch nachvollziehen das man hier eben auch Grenzen ziehen kann.

    Jetzt zur anderen Hälfte:
    Anders wie die Kirchen und der Staatsfunk können ja die privaten Medien nicht ohne ihre Kunden leben. Im Internet genauso wenig wie im Printbereich. Aber scheinbar leben noch viele (Sie als Blogger jetzt mal explizit ausgenommen) im Printzeitalter. Dort war es natürlich nicht möglich im Dialog mit dem Autor/Redakteur zu stehen. Es war ein einseitiger Monolog, der höchstens mal ein veröffentlichter Leserbrief als Antwort in einer späteren Ausgabe als Folge hatte.

    Doch es ist in diesen wilden Gefilden nun mal anders, und es gibt schnelle Rückmeldung, Kritik, gegenteilige Meinungen Minuten nach der Veröffentlichung des Artikels. Das ist ja eigentlich erst einmal prima, auch aus wirtschaftlicher Sicht!
    Ich sehe schnell und direkt wie mein Produkt beim Kunden ankommt, Amazon mach damit sicher einen guten Teil seines Geschäftes.

    Doch Journalisten scheinen eben oft den Eindruck zu machen das sie gar kein Feedback wollen, eben nicht die Dialogform die nunmehr möglich ist annehmen wollen. Warum? Ist es Journalisten eher unangenehm dass ein Diskurs in Echtzeit stattfinden? Ist es evtl. eine berufliche Präferenz, (kann ich persönlich ja auch gut nachvollziehen) dass man eben lieber ausführliche (und manchmal einfach hervorragende) Texte produziert als schnelllebig zu antworten?

    Der Verdacht beim Thema Flüchtlingen (angefangen hat dies aber beim Thema Russland, mit etlichen Belegen die Medienmanipulationen nachweisen) liegt eben daran das es einzig darum geht im großen Stil eine Meinungsführerschaft im öffentlichen Raum zu behaupten, die so eben nicht mehr existiert.
    Doch wohin soll das führen, es wird doch sicherlich den Meisten Journalisten bekannt sein das ihr Ruf nicht viel besser ist als der von Politikern (und schlechter geht es nicht), das (laut einer sehr aktuellen Umfrage hier in der FAZ) ein Grundvertrauen verloren gegangen ist das sicher schwerlich Wiederzugewinnen ist.

    Wie soll das wirtschaftlich tragbar sein? Während der akut Phase des Ukrainekonfliktes wurde pauschal Allen unterstellt bezahlte Trolle des FSBs zu sein (kann ich sicherlich nicht zu 100% ausschließen dass es solche gibt), die Folge waren geschlossene Foren. Jetzt sind alle Kritiker der „Einen Meinung“ Rassisten, Hetzer etc. und wieder sind die Foren zu.

    Die Auflagen sinken aber jedes Quartal weiter, und scheinbar verdient man Online ja doch nicht überall die goldene Nase. Viele Jungjournalisten leben „frei“ als schlecht bezahlte Zeilenabhängige.
    Können sie mir erklären wohin die Reise mit der Presse geht? Wird es einen „Turning Point“ geben bei dem selbst in der TAZ die Realität einkehrt? Wann wird der kommen, erst dann wenn die Redaktionsgebäude für eine „temporäre“ Bleibe beschlagnahmt werden?
    Warum traut sich keiner den Politikern (die viel gelobte „4. Macht im Staate“?!) zu widersprechen. Der Hetze gegen Andersdenkende zu widersprechen? Für Meinungsfreiheit einzutreten, insbesondere auch der Meinung die Ekel erregend und abscheulich erscheint? Ist dies nicht im ureigenen Interesse aller Journalisten?
    Wer soll denn dann in Zukunft entscheiden welche Meinung noch zulässig ist? Die Politiker? Welches Medienhaus noch publizieren darf? In der Türkei sehen wir live das Ende der Meinungsfreiheit. Soll das hier auch so kommen, nur mit dem Unterschied das unsere Journalisten dabei Beifall klatschen.

    Von außen, entschuldigen sie bitte meine Wortwahl, erscheint mir dies schlicht als Wahnsinn. Was verstehe ich hier nicht, welcher Eindruck fehlt mir hier, was habe ich übersehen?

    • So kompliziert ist das nicht....
      Ich nehme mal an, dass wir uns einig sind, dass die Zeiten lange vorbei sind, in denen die Medien die Aufgabe hatten Informationen und Fakten zu publizieren und getrennt davon diverse Meinung dazu.
      Heutzutage haben insbesondere Printmedien die Aufgabe ein Konsumprodukt herzustellen und auf dem schrumpfenden Markt für diejenigen zu verkaufen, die noch bereit sind Bares für bedrucktes Papier auszugeben. Wer die Alterspyramide dieser Konsumenten kennt, weiss, dass die Zukunft noch übler aussieht.
      Man muss also ein Produkt haben, das ein möglichst grosses Marktsegment anspricht. Und genau da liegt das Problem… Wie gross ist der Markt der Don-Alphonso-Mitdenker? Oder umgekehrt, warum ist Bild von Anfang das Blatt mit der höchsten Auflage gewesen….?

      Alles was sie anführen ist völlig richtig. Und es widerstrebt ihnen halt den nahe liegenden Schluss aus ihrer Faktensammlung zu ziehen.

  84. Lieber Don,
    ich möchte nicht impertinent erscheinen, aber nachdem der Seehofer wohl doch wieder den Horst macht, könnten Sie meinem schwer geprüften Gemüt mit dem oben versprochenen Foto des Johannisbeerkuchens etwas Gutes tun? Ich darbe schon den ganzen Tag ohne Kuchen, mir läuft ständig das Wasser im Mund zusammen und ich weiß nicht einmal, wie Ihr Kuchen aussah, der selbst gemachte ;-)

  85. Von wegen DDR...
    @Gastleser „Gruß aus der DDR!“
    Nun ja, aber es sollte vielleicht nicht der Aspekt vernachlässigt werden, daß die „Journalisten“ der DDR-Medien im Staatssinne entweder eine Art von gefährlich-verkappten oder unfreiwillig-doofen Dissidenten waren. Sie stellten nämlich einfache Sachverhalte, die jeder „Bürger“ in der Tätäräh mit eigenen Augen und Ohren sowie etwas Verstand wahrnehmen und beurteilen konnte, völlig abweichend von der Realität anderntags der Öffentlichkeit dar. Oft war nicht einmal das Gegenteil richtig. Und das machten sie so lange, daß sich die Leute anfangs nur verwundert die Augen rieben, aber dann nur noch bitter lachten und schließlich auf die Straße gingen.

  86. Zeit oder FAZ
    Es wurde seitens der Redaktion die Frage gestellt, ob gegen die Heerscharen der Illegalen Einwanderer ein „Kreuz“zug geführt werden solle.

    Es bleibt zuerst festzuhalten, dass M. Zögling Wulf mit der Falschaussage „Der Islam gehört zu Deutschland“, sehr ungenügende Geschichtskenntnisse bewies. 1529 und 1683 wurden die Türken vor Wien zurückgeschlagen. Es gab auch am Südrand von Spanien eine islamische Kolonie. Aber zum heutigen Kerneuropa gehörten Thor und Wotan, später das eingewanderte Christentum und noch später das – ebenfalls eingewanderte – Judentum. Der Islam nie.

    Insofern wären es wünschenswert, wenn die Medien einen „Kreuz“zug führen würden. Es sollte dabei dargestellt werden, dass es hier keinen Wohnraum mehr gibt und alle in Zelten schlafen müssen. Dass viel Deutsche die Flüchtlinge nicht mehr willkommen heißen und diese als Bedrohung empfinden. Das ganze auf Twitter, Facebook und Co.

    Würden die gleichgeschalteten Medien das tun? Ich denke eher nicht.

    Vielmehr wird folgendes passieren:
    Der ungehinderte Zustrom hält an. Die von G. im September 2015 angekündigt 1Mio illegale Einwanderer werden auf 2 Mio bis Dezember 2015 angeschwollen sein. Da es meist junge Männer sind, werden ihre Familien nachkommen. Mind 1 Frau und drei Kinder. Somit werden aus 2 Mio Menschen 10 Mio Menschen pro Jahr. Macht in vier Jahren 40 Mio Menschen.
    Halten wir weiterhin fest, dass es zu Ende des Jahres 2014 in Deutschland 77Mio Menschen gab, so würde – bei weiterer Untätigkeit = Schwäche – der Bunderegierung bis 2019 über 50% mehr Personen in D wohnen wollen. Diesen Zuwachs werden von folgenden Systemen in D nicht verkraftet.
    Wasser Ver- und Entsorgung, die Brunnenkapazität wird sich erschöpfen. Weitere Engpässe wird es bei der Leitungsgebundenen Energieversorgung (Strom und Gas) geben. Der Mehrverbrauch wird die Leitungskapazitäten übersteigen, es kommt zu Versorgungsausfällen. Heizöl wird wegen der übergroßen Nachfrage via Lkw nicht überall hin geliefert werden können. Wir haben jetzt schon sehr viele Staus.
    Wer es nicht glaubt, prüfe einfach das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) von Nahrungsmitteln, die im August 2015 gekauft wurden und mit denen, die heute in den Regalen liegen. Er wird feststellen, dass sich das MHD überproportional nach hinten verschoben hat. Die Lager der Lebensmittelindustrie laufen leer. Aufgrund des heißen Sommers wurden in D auch nicht genug neue Lebensmittel produziert. Es werden Nahrungsengpässe entstehen.

    Außer der Grenzschließung und der Rückweisung aller illegalen Einwanderer gibt es keine Lösung, soll Europa nicht untergehen. Wer in D eingereist ist kann sich ja innerhalb der EU frei bewegen (geschieht ja bereits, viele illegal eingereiste Personen verschwinden ja bereits einfach so). Und der Obersteuerhinterzieher Juncker hat hier keinerlei Mitsprachrecht.
    Somit hat sich die SPD mit ihrer realitätsfremden Darstellung zu Grenzlagern auf Dauer unwählbar gemacht, will man den Staat als solches behalten.
    So hart das klingt, wenn D als Staat überleben will, führt kein Weg an Grenzlagern, die von den Einreisewilligen nicht verlassen werden dürfen, kein Weg vorbei.
    Flucht aus diesen Lagern ist als Straftat in das StGB aufzunehmen und mit sofortiger Abschiebung ohne weiter Prüfungs sofort umzusetzen. Ebenso sind Gewalttaten für die bisher illegal eingereisten Personen – und in den Lagern als Straftat mit sofortiger Ausweisung – durchzusetzen.

    Wer meint, dass alles friedlich und harmonisch zugeht, möge sich in die Notaufnahmen der Krankenhäuser begeben, und sich den dortigen rauhen Umgangston der illegal Einreisenden gegenüber den Ärzten und Pflegepersonal auseinandersetzen. Auch dieses Verhalten wäre als Straftatsbestand mit sofortiger Ausweisung mitaufzunehmen.

    Es wird Zeit nicht mehr mit Wattebäuschen zu werfen, sondern die harten Fakten zu berichten, wovon ich aber nicht ausgehe.

    Der Rechtsstaat ist in D durch das Kohlsche Ehrenwort zu einer Farce verkommen. Warum sollte sich die derzeitige BReg an Recht und Gesetz halten?

  87. Eitelkeit
    Der Autor bemaengelte die Debattenkultur des Gastes, weil dieser keine Lust hatte, die Eitelkeit des Autors zu wuerdigen.

    Wer Prantlhausen schreibt, wirkt neidisch auf einen Journalisten mit profunder Sachkenntnis zu einem Thema. Kolumne zu beliebigen Themen haelt da nicht mit.

    Wer sich den Kommentar nicht verkneifen kann, dass er von Schirrmacher geholt wurde, wirkt eitel. Von diesem geholt worden xu sein, heisst nicht, dass man es kann.

    • Ersatz fürs Denken:
      Spekulationen über den Character eines Gegenübers. Das hat eine lange und altehrwürdige Tradition, lässt gleichzeitig sichere Rückschlüsse auf das Denkvermögen des Spekulanten zu.

  88. Was kommt aus Bayern?
    Nachdem nun Allerheiligen vorüber ist, fragt man sich umso drängender, was denn nun aus Bayern kommt.

    Während in der AfD Gestalten, die es mit völkischem Geraune haben, in den Vordergrund drängen und so die Wählbarkeit der derzeit einzigen Alternative zum Willkommenswahn zu beschädigen drohen, wächst die Hoffnung auf die CSU. Sollte diese vergeblich sein?

    Eine bundesweite CSU könnte auf Überläufer aus der CDU und der AfD hoffen und so schnell regionale Strukturen aufbauen. Vielleicht würde gar der eine oder andere kanzlerfähige Spitzenmann übertreten oder -rollen ;)

    Eine Wählerschaft von 10 – 20 % wenn nicht mehr wäre ihr sicher. Bayern im Gegenzug gewiss nicht verloren.

    Nur Mut, Herr Seehofer!

  89. CSU diskutiert über "Pressedämmerung"
    Vielleicht ist die CSU (genauer eine lokale Frauenuninion in der CSU) mal wieder „Trendsetter“ bei Don’s aktuellem Blog über Presse-Selbstzensur?

    Ich weiss natürlich noch nicht, was die Diskussion in einer oberbayrischen Gemeinde zum Thema „Pressedämmerung“ in 9 Tagen wirklich bringen wird, aber immerhin, dass man dieses Sujet überhaupt aufgreift, finde ich schon bemerkenswert:

    Vertrauensverlust in die Medien
    Das ist ein sehr aktuelles Thema und ein durchaus „Staatstragendes“ denn wenn man den Medien nicht mehr vertraut, dann verunsichert das das ganze Land. Denn wir waren es gewohnt, drauf zu vertrauen, dass die Medien im Wesentlichen wahrheitsgemäß und einigermaßen vollständig berichten. So ist der Vertrauensverlust in die Medien auch durchaus ein Teil des Vertrauensverlusts in den Staat. Viele der Kritiker vermuten hier eine Kumpanei. Ob zu Recht, werden wir auch mit dem Publikum diskutieren.

    Teilnehmer:

    Georg Anastasiadis, stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkurs
    Christian Krügel, Ressortchef Bayern und München der Süddeutschen Zeitung
    Andreas Bachman, Teamchef des Teams Kontrovers des Bayerischen Rundfunks

    Moderation: Alex Dorow, früher Nachrichtenredakteur des Bayerischen Rundfunks

    • Mit Verlaub
      Merkur, Süddeutsche und bayr Rundfunk. Wirklich? Sie meinen, ausgerechnet die werden es richten?

      (Ich belass es lieber bei der Frage…)

  90. Ein Land ist mein, wird meine Heimat sein...
    Liebe Frau Simon, ich leide mit Ihnen. Auch ich hatte erwartet, dass Seehofer nicht den Horst macht. Wie armselig. – Wer versteht die SPD noch? Ich nicht, aber vielleicht lebt es sich unterhalb von 20 % völlig unbeschwert. Und wenn man sich nur an die Bücklinge in seiner Umgebung hält, wie Gabriel, kann das Leben trotzdem schön sein. – Da es hier vor allem um den Umgang der Medien mit dem Thema geht, nochmal zum Hamburger Abendblatt. Die zum Teil katastrophale Situation in den Flüchtlingsunterkünften wegen Kälte und Überbelegung wird nun medial völlig ausgeblendet. Heute gab man dem guten Menschen aus Prantlhausen, der sich momentan seinen Platz im Himmel erschreibt, Gelegenheit seine moralischen Ergüsse vom Wochenende („Exodus“) auf Seite zwei auszubreiten. Hat der Mensch schon mal davon gehört, dass Moral sich nicht über das Recht erheben darf und auch nicht über die Vernunft? Weil wir hierzulande nach der Aufklärung in einem sekulaten Staat leben. Nein, er schreibt wie ein Ayatolla, nur von links, der gute Mensch von München und als Chef der Innenpolitik der SZ wie ein rührseliger Praktikant, dem er selber mal die Leviten lesen müsste. Sein Artikel ist ein einziger moralischer Aufschrei ohne Argumente, aber mit viel Wortgeklingel. Natürlich kann man so weit von seiner Leserschaft entfernt nur dann „herumturnen“, wenn man die Kommentarfunktion abschaltet. Da lobe ich mir ja noch SPON, die dasselbe schreiben, und die volle Breitseite ihrer Leser in den Kommentaren dazu aushalten.

  91. Meinungsfreiheit
    Mit der ist es so weit nicht her – und das liegt weniger am Staat als an der Art und Weise, wie Lobbygruppen seit Jahrzehnten (!) ihre Interessen durchsetzen. Da werden kaum noch Sachargument aber gerne rhetorische Keulen verwendet. Der (politische) Gegner wird verunglimpft und abgestempelt. Beispiele gefällig?
    – Sagen Sie mal in grösserer Runde, sie seien vom menschgemachten Klimawandel überzeugt, aber ob es tatsächlich das CO2 ist, das müsse erst noch weiter erforscht werden. Sie sind ein Klimaleugner!
    – Begründen Sie Ihre Ablehnung der Frauenquote damit, dass Menschen nach Leistung befördert werden sollen, nicht nach Geschlecht. Sie sind ein Macho!
    – Bekennen Sie sich öffentlich zu einer konservativen Grundhaltung. Sie sind ein Rechter und ein Fremdenhasser.
    – Sie sind für den verantwortungsvollen Umgang mit Kernenergie, Gentechnologie und fossilen Energieträgern und wollen diese nutzen? Halten Sie lieber den Mund…

    Ein Diskurs ist bei diesen Themen mittlerweile so gut wie unmöglich, und das liegt auch am Selbstverständnis von manchen Journalisten, die eine Reportage mit ihrer persönlichen Meinung anreichern oder eben den (vermeintlichen oder gewünschten) Mainstream-floskeln.

    Ein Journalist kann gerne eine eigene Meinung haben (und insbesondere bei Don bin sehr an dieser interessiert), aber dann soll er über seine Artikel bitte ‚Kommentar‘ oder ‚Blog‘ schreiben. Ein Artikel in einer Zeitung, der kein Kommentar ist, hat keine Meinung des Berichtenden zu enthalten. Punkt. Und guter Journalismus ist eben auch, wenn Artikel und Berichte auch die andere Seite zeigen und zu Wort kommen lassen.

    Inzwischen ist es aber wohl soweit, das die Schere im Kopf bei immer mehr Themen aktiv wird und das schränkt eben Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit ein. Der eine oder andere Kübel Unrat, der in den (a-) sozialen Medien gerne von den Besserwissern über Menschen mit abweichenden Meinungen ausgekippt wird, verstärkt diese Selbstzensur noch.

  92. Don Alphonso,
    „Denn das ist jetzt die Pissnelken-Epoche, genderneutral, testosteronbefreit und voll mit Redakteurseunuchen, die Merkels Stiefel lecken. Wer Karriere machen will, sollte adipös, weiblich, nicht normschön, benachteiligt und beleidigt sein, das läuft gerade wirklich blendend.“
    So einen Mist schreibt ein Redakteur einer der grössten bundesdeutschen Tageszeitungen?! Mir war klar, daß auch ein Redakteur seine eigene Meinung hat- mit der er auch nicht unbedingt richtig liegt- aber niemals hätte ich solche unreflektierten, beleidigten Plattheiten erwartet von jemandem, der sich von Berufs wegen mit komplexen Zusammenhängen und Diskussionen beschäftigt. Da erwartet man doch ein etwas ausgewogeneres Weltbild. Weniger Testosteron und mehr Ratio täten der Welt ansonsten nur gut.

    • Ich bin kein Redakteur und Sie können ja mal schauen, wie viele positive Beiträge es über Männerrechtler gibt, und wie viel Kritik an Merkels Kurs Sie bei Zeit Online und SZ finden.

  93. Völkisches Geraune
    „Während in der AfD Gestalten, die es mit völkischem Geraune haben, in den Vordergrund drängen und so die Wählbarkeit der derzeit einzigen Alternative zum Willkommenswahn zu beschädigen drohen, wächst die Hoffnung auf die CSU. Sollte diese vergeblich sein?“

    Was meinen sie bitte mit völkischem Geraune? Sie wissen schon dass „völkisch“ mittlerweile ein Kampfbegriff der Linken ist, dass diese gegen jeden anwenden, der ihre geistigen „Dekonstruktion“ des deutschen Volkes (die These, das deutsche Volk sei ein bloßes Konstrukt, ebenso wie Unterschiede zwischen Mann und Frau, welches nur in den Köpfen irgendwelcher Reaktionäre existiert) nicht erwärmen können.

    Wenn sie auf eine bundesweite CSU hoffen, dann können sie genauso gut auch gleich die CDU wählen. Denn die heutige CSU ist längst nicht viel mehr als die bayernweite CDU!

    Und gegen die derzeitige Masseneinwanderung hat die CSU – außer Forderungen von der AFD zu klauen und scheinheilig gegen die Bundesregierung zu poltern, der sie selbst angehört – rein gar nichts unternommen, nichts.

  94. Eitelkeit II
    Der Autor bereichert den Leser um die Information, man habe versucht, ihn abzuwerben.

  95. Schmaler Grat
    Nun ja, auch ich bin hin und wieder der Meinung gewesen, dass Sie mich zensieren. Irgendwann habe ich das dann aber auch nicht mehr überprüft, weil es sowieso witzlos ist, länger als 2 oder 3 Tage auf die Freischaltung zu warten. Dann ist die Karawane nicht selten schon weitergezogen. Manchmal haben Sie auch schon einen neuen Beitrag eröffnet. Ob das jetzt eine Form der Zensur ist, oder eine Nachlässigkeit, die Sie vertreten wollen und können, müssen Sie entscheiden. Unterm Strich bin ich allerdings froh, dass es Sie hier in der FAZ noch gibt. Sie sind tatsächlich die inzwischen fast einzige Möglichkeit, in einem immer noch bedeutenden Medium zur Geschichte und Weltgeschichte seinen persönlichen Senf abzugeben. Und diese Geschichte ist nicht unwichtig, ja bedauerlicherweise gar fürchterlich wichtig. Zum Fürchten wichtig. Und das gilt auch für nicht wenige Beiträge Ihrerseits – in letzter Zeit. Manche sind zum Fürchten. Ich verstehe was Sie wollen, aber ich habe immer mehr Schwierigkeiten Ihnen auf den schmalen Grat zu folgen. Den Grat zwischen satirisch konnotierter und vermutlich anarchistisch geprägter Provokation und pseudolinkem Boheme-Kulturalismus. Für mich kommt es nicht von ungefähr, dass Sie da manchmal ins Straucheln geraten. Und es kann schon sein, bzw., es wird wohl so sein, dass Ihnen diese meine Kritik nicht gefällt.
    Doch die Zeit ist so knapp wie wichtig, die wir vielleicht noch haben. Noch haben, um Geschichte zu machen, anstatt diese, wie oft, nur zu erleiden. Und das bedeutet: Streiten. Streiten um die richtigen Antworten auf manchmal unmögliche Fragen und noch unmöglichere Zumutungen. Und apropos Zumutungen: Sie scheinen die Zumutung nicht zu bemerken, nämlich, dass ihren Blogs in letzter Zeit merkwürdige Kommentare folgen, Kommentare, die deutlich machen, dass sich was geändert hat, auch bei Ihnen, dann muss man Ihnen das sagen: Die Leute glauben, was Sie schreiben, und erkennen offenbar immer weniger die Satire dahinter. Oder ist da gar keine Satire mehr? Vielleicht daher der Vorwurf mancher an Sie als „AfDler“.
    Auch ich kenne das, weniger hier als auf meiner Facebook-Seite. Manche meiner Freunde, richtige Freunde, nicht nur virtuelle Facebook-Freunde, verübeln mir meine Quellen. Ich fische in allen Gewässern, auch in trüben. Zumal ich der Meinung bin, dass längst alle Wasser verschmutzt sind. Ich kenne den Grat also. Und man muss manchmal, ja gar immer öfters, auf die andere, die „dunkle“ Seite schauen, um der Blendung durch die eigene „Wahrheit“ zu entgehen. Die Wahrheit befindet sich eh in einem ideologischen Nebel. Und den gilts zu lüften, bevor wir da was erkennen.
    In diesem Sinne hoffe ich noch auf einen langen fruchtbaren Diskurs.

  96. Pingback: Schmaler Grat

  97. Zensur bei ZEIT-Online
    Hallo,
    ich bin selbst langjähriger Kommentator bei Zeit Online (selbst auch mehrfach von Account-Löschung und Zensur betroffen) und kann das behauptete, dass ZO „massiv“ gegen unerwünschte (v.a.) rechte Kommentare angehen würde, nicht so stehen lassen.
    ZO ist eines der wenigen Massenmedien, dass ggw. zur Flüchtlingsthematik ein Forum bieten, das keine Vorab-Zensur hat.
    Innerhalb des letzten Halb-Jahres hat es dort einen massiven Zustrom von Kommentaren aus dem rechten Spektrum gegeben (mutmaßlich Flüchtlinge aus den abgeschalteten Foren von SPON, FAZ aber auch von PI und anderen dunklen Ecken), die die Qualität der Kommentare im Schnitt, gerade zum Thema Flüchtlinge, deutlich nach unten gezogen haben.
    ZO hat eine relativ kleine Community, auf die Kommentarempfehlung kann nur zurückgreifen, wer angemeldet ist.
    Bei normalen Artikeln des Tagesgeschehens werden User-Kommentare im Top-Score 5-20 mal geliked, vor der „Asylkritik“-Welle gab es kaum User-Kommentare, die mehr als 50 mal geliked wurden.
    Inzwischen ist es so, dass bei Asyl-Themen die Top-Kommentare 70, 100, 150 oder noch mehr Likes bekommen, wobei die meistempfohlenen Kommentare in aller Regel nicht über das Niveau von NPD-Wahlkampfphrasen oder den Reden Höckes oder Pirincci hinaus gehen.
    Je platter rechts, desto potenziell beliebter, bis hin zu unverhohlener Hetze.
    Ein Teil(!) davon, wird von der Redaktion dann gelöscht (wohlgemerkt:Nach Veröffentlichung), wobei auch Beiträge, die sich kritisch mit dem rechten Stuss auseinandersetzen, gelöscht werden.
    Aufgrund von Unregelmäßigkeiten im Verhältnis von Pro/Kontra-Kommentaren bei Asyl-Berichten die relativ schnell von der Hauptseite genommen werden, ist davon auszugehen, dass von Rechts organisierte Trollgruppen mit Mehrfach-Accounts das Meinungsbild manipulieren.
    Ähnliches war schon 2014 infolge des Ukraine-Bürgerkriegs zu beobachten, wenn ausgerechnet dumm-unreflektierte Putin-Jubel-Kommentare besonders viele Likes bekamen.

    ZO kämpft also in erheblichen Maße mit rechten bis rechtsradikalen Kommentatoren von außerhalb, für die es mit ein bisschen Organisationsgrad ein leichtes ist, dass Stimmungsbild in den Kommentaren, zu ihren Gunsten zu verändern.
    Was dann nichtmal für die ZEIT-Kundschaft ansatzweise einen repräsentativen Eindruck hinterlässt, geschweige denn Rückschlüsse auf das Stimmungsbild der Bevölkerung zulassen würde.

    • Ich habe da selbst mal einen Test gemacht und wurde für moderate Kommentare sofort gelöscht. Kann sein, dass die Kollegen da angestrengt sind, aber weder saubere Argumente noch respektvolles Auftreten haben mir da irgendwie geholfen. Es geht m.E. auch deutlich anders. Dazu kommt noch, dass viele Beiträge bei ZON wie die aktuelle Kostenberechnung nachgerade dazu auffordern, die Redakteure auf ihre Fehler hinzuweisen.

    • Titel eingeben
      Naja, kann sein, dass Sie da einen schlechten Tag erwischt haben.
      Wie ich schon schrieb, ich selbst wurde schon öfters gesperrt bzw.meine Kommentare zensiert. Ich kann dort aber dennoch – ich würde mich selbst als Anarchisten einordnen – weit freier schreiben als z.B. bei der FAZ, wo die Masse der Beiträge niemals freigeschaltet wurde.
      Im Normalfall ist es so, dass es dort recht freizügig zugeht, und selbst notorische Provokateure dort teils mehrere Tage spielen können, bis deren Accounts gesperrt werden.
      Von einer massiven Unterdrückung tendenziell rechter Meinungen kann also nicht die Rede sein. Es ist vielmehr das Gegenteil, weil, wie ich oben schrieb, die Kommentarfunktion von rechten Trollgruppen leicht gekapert werden und dann zur Stimmungsmache genutzt werden kann.

  98. @ Retlaw: Information als Brotaufstrich
    spiegel.de zur Terrorgefahr:
    Hunderttausende Flüchtlinge, zehn Verdächtige

    auch richtig:
    Hunderttausende Verdächtige, zehn Polizisten

    Soviel zu Informationen. Ohne Menschenverstand sind Informationen für die Katz. Wer mehr weiss, kann sich mehr irren. 51% der Deutschen machen Abitur. Ist die BRD eine Gelehrtenrepublik?

    Keine Ahnung, wo der Wissenskult herkommt. Jeder bayr. Bauer weiss mehr um Politik als ein studierter Gscheitl. Letzterer kann ohne Wissen gscheit daherreden, je nördlicher, desto besser – Fertigkeit ohne Sinn und Verstand. Spiegel-Verlag Hamburg.

  99. Zensur als kleine Schwester der Lügenpresse
    Eine sehr gute Einstellung, die sich auch in den sachlichen Leserkommentaren widerspiegelt. Das habe ich als sehr angenehm empfunden, da ich bei Hass- und Hetzkommentare auf „Durchgang“ schalte. Die bringen nämlich die ganze Diskussion nicht voran und bieten keine Lösungsansätze zur derzeitigen Situation im Land. Ich möchte hier auch den „AltenMannBlog“ und „BankRott&Meyer“ als lesens- und diskussionsswerte Podien für Leute mit gesundem Menschenverstand empfehlen! Sie verfolgen ein ähnliches Credo wie Sie:“ Ich lasse die Kommentare generell offen, rede aber selbst mit, und weil ich ansprechbar bin, muss ich nur vergleichsweise wenige Kommentare löschen. “ Das spricht an:-).

  100. Werter Don
    Kurzzeitig, so gegen 16.00 Uhr am 3.11. waren mal 240 Kommentare zu lesen. Wo sind sie geblieben?

  101. Behauptungen
    Der Autor behauptet, ein Medienhaus wuerde mit einem fake-account arbeiten. Ross und Reiter werden nicht genannt. Der Autor bohrt ein duennes Brett. Sehr duenn.

  102. Sehr geehrter Don Alphonso,
    falls Sie dieses Forum noch aktualisieren, würde mich interessieren, was genau Sie meinen mit Ihrer Antwort vom 3.11. um 20:46 Uhr: ich solle mal schauen, wieviel Kritik an Merkel bei der ZON und SZ zu finden sei. Ansonsten ist mir schon klar, daß die Reduzierung von Privilegien und Macht für die bisher Begünstigten ein herber Verlust ist, doch hatte ich mehr Gerechtigkeits- und Realitätssinn von den Männern in Deutschland erwartet, die sich jetzt dagegen vielfach sogar als Opfer fühlen. „It’s (still) a mens world“, wozu also Männerbeauftragte?
    Viele Grüße!

  103. Zensur durch den Autor
    Der Autor veroeffentlicht meine Kommentare nicht mehr, die auf seine Selbstdarstellung eingehen. Laecherlich aber bezeichnend.

    • Quatsch. Was verträglich ist, geht online. Aber nach der vierten debilen Anraunzerei reicht es auch mal. Zumal Sie nicht mal einen Namen eingeben.

  104. Die Medienfahne flattert im politischen Sturm...
    Vielen Dank für diesen kritischen und informativen Artikel! Interessanterweise wurden jetzt, wo sich der Wind in den meisten Medien dreht und auch die Probleme des ungehinderten Flüchtlingszustroms offener besprochen werden, auch viele Kommentarfunktionen wieder geöffnet.

    Mich persönlich beängstigen -noch mehr übrigens, als der ungesteuerte Flüchtlingszustrom- zwei Entwicklungen:

    1. Subjektive, meinungsgefärbte und einseitige Berichterstattung der Medien, insbesondere der Öffentlich-Rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten und der großen Zeitschriften. Nicht nur zum Flüchtlingsthema, sondern auch zu anderem weltpolitischen Geschehen. Da wird polemisch gehetzt und indokrtiniert.
    Ein schönes Beispiel findet sich heute in der Huffington Post. Seinen Bericht über den Flugzeugabsturz in Ägypten titelt der Autor Benjamin Prüfer mit „Warum Putin die Wahrheit über den Metrojet-Absturz vertuscht“. Mit dieser reißerischen Überschrift will er doch eindeutig Folgendes suggerieren: die „Wahrheit“ = die Absturzursache sei bereits klar, obwohl sich diese „Wahrheit“ im Artikel dann nur aus den (zum jetzigen Erkenntnisstand völlig haltlosen) Mutmaßungen begründet, die England und die USA schon vor allen Untersuchungen des Wracks als Absturzursache behaupten. Nämlich eine Bombe an Bord, von der man natürlich auch schon genau weiß, dass diese nur von der IS dort deponiert worden sein kann. Und Putin, der lediglich mahnt, man solle doch die Untersuchungsergebnisse abwarten, bevor man ungeprüfte Mutmaßungen anstellt, wird unterstellt, er wolle diese „Wahrheit“ vertuschen. Propaganda vom Feinsten und keine neutrale Berichterstattungen. Dass solch ein Autor nicht mehr ernst genommen wird, wundert doch wirklich Niemanden, oder?
    Weiters Beispiel: am 17.10.2015 berichtete das ARD über eine von der SPD initiierte Lichterkette für Flüchtlinge mit geschätzten 8.000 Teilnehmern. In die aktuellen Bilder wurden Archivaufnahmen aus 2003 von einer Lichterkette gegen den Irakkrieg mit zehntausenden Teilnehmern hineingeschnitten…

    2. Eine -auch durch die Medien extrem gestützte- Unterdrückung der Meinungsfreihet. Alles, was nicht jubelnd in die „Refugees-Welcome“-Kultur einstimmt oder dem Mainstream (mittlerweile wohl eher der Sidestream) entspricht, wird in die braune Ecke gestellt oder gleich mit der Nazi-Keule platt gemacht. ZAUN wird wahrscheinlich das Unwort des Jahres 2015? Selbst Tübingens Grüner Bürgermeister Olaf Palmer wurde sofort auf Übelste als „rechts“ beschimpft, weil er offen sagt, dass sein Kreis es eben nicht mehr schafft, die Flüchtlinge vernünftig unterzubringen.

    Es sei jedem empfohlen, extrem medienkritisch zu agieren und sich aus möglichst vielen Quellen im Internet zusätzlich zu informieren. Sehr empfehlenswert auch die Beschäftigung mit den wissenschaftl. Erkenntnissen des Schweizer Historikers Dr. Daniele Ganser u.a. auch zur Meinungsmache durch Medien. Den versucht man übrigens, als „irren Verschwörungstheoretiker“ mundtot zu machen. Wen es z.B. interessiert, warum er in der Presse noch nie vom bislang ungeklärten Einsturz eines dritten, riesigen Gebäudes im World Trade Centers (WTC 7) hörte, kann dieses und viele weitere Themen, auch zur Rolle der Presse und die Hintergünde/ Entstehung des Syrien-Krieges, bei Dr.Ganser nachlesen oder seine Vorträge auf YouTube ansehen…

  105. Wie viele Flüchtlinge kommen eigentlich aktuell?
    In den letzten Tagen kann man aus keinen deutschen Medien erfahren, wie viele tausende Migranten eigentlich aktuell über die deutsch österreichische Grenze kommen. Da muss man schon österreichische Zeitungen lesen. Alles wie immer 3500 bis 6000 pro Tag…

    Weitere Beispiel…

    Zensur auch bei dem BKA Lagebericht zur Kriminalität bei den Flüchtlingen. Man möchte den Gerüchten über eine gestiegene Kriminalität Fakten entgegensetzen und deklariert das Papier dann als vertraulich. Nachlesen, welche Vergleichsgruppen der Bevölkerung herangezogen werden, die angeblich genauso kriminell sind, kann man daher leider nicht.

  106. Achja die Medien
    Bei Zeit Online herrscht fast noch sowas wie Demokratie, eben mit fairen Spielregeln.
    Bei Spiegel Online siehts schon düsterer aus und am übelsten ist es bei Welt Online, da wurden über 90% meiner Kommentare entfernt (bzw. nicht veröffentlicht). Und keiner hatte was mit dem Thema Flüchtlinge oder Islam zu tun.
    Aber Kritik an Krieg, Geheimdiensten oder TTIP ist inzwischen auch unerwünscht und gehört zensiert?! es ist nicht zu fassen und erinnert immer mehr an die DDR und deren Praktiken, die Parallelen werden immer deutlicher, leider merken es viele „Wessis“ noch nicht und halten eisern an ihrem Weltbild und ihren „vertrauenswürdigen“ Medien und Behörden fest. Denn die Bösen waren ja immer die im Osten – aber hier? Neeeee das kann ja garnicht sein.
    Man kann nur noch den Kopf auf den Schreibtisch knallen bei der Naivität und Treudoofheit ;)

  107. Chapeau !!
    Leider wenig effizient !!

    Das mit dem „Sektflaschen-“ ich nenn’s seit EWIG „Kelomateffekt“ unterschreibe ich Ihnen vor’m Notar (und zahl‘ Diesen gerne selbst).

    DAS Problem !!!

    Unsere „Volksvertreter“ sind mehr und mehr, von Westen (transatlantisch) kommend, weitgehend, zu Lakaien der wirklichen Machthaber verkommen/degradiert. Von 20.000 Lobbyisten (in Brüssel offiziell registriert !!) unterstützt/infiltriert.

    Seit „OBAMA II“ hat sich die Rüstungsindustrie zum Hauptsponsor diverser, U.S. Wahlen „emporgearbeitet“ und damit die Finanzindustrie (F- „Industrie“ – WIE „pervers“) überholt.

    Nicht „Volksvertreter“ sondern auch Medien, ehemals „vierte Säule der Demokratie“ genannt, müssen (??) sich diesem Diktat beugen.

    „WIR ALLE“ jedoch, auf Dauer zumindest, NICHT !!!

    Wolfgang

  108. Titel eingeben
    Der denkende Mensch muss begreifen, dass in einer „repräsentativen Demokratie“ einer noch immer religiös verblendeten Gesellschaft die „hohe Politik“ keinen eigenen Willen hat, sondern gänzlich unbewusst lediglich auf Symptome reagiert. Während in der (halbwegs) freien Wirtschaft Beschäftigte sich durchaus schon vor dem Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) aus der religiösen Verblendung befreien können, sind Politiker dazu nicht fähig, weil die „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ ihre Existenzgrundlage bildet. Politiker wären nicht in der „Position“, in der sie sich befinden, könnten sie auch nur ansatzweise in die richtige Richtung denken!

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