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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Wie man im Internet andere Meinungen lesen sollte

| 223 Lesermeinungen

Als ich studierte, galt man als Streber, wenn man nach zwölf Semestern seinen Magister hatte. Man musste sich neben dem Hauptfach in thematisch sehr ferne Nebenfächer einarbeiten, und meine Studienfächer sind da ein schönes Beispiel: Klassische Archäologie hat so gut wie nichts mit der landläufigen Vorstellung des Ausgräberei zu tun; zumeist ist es die Kunstgeschichte der Antike und wenn möglich, der Vergleich mit schriftlichen Quellen. Wer ausgraben und sich auf Befunde in der Erde verlassen will, muss Vor- und Frühgeschichte studieren. Schriftliche Quellen sind da eher selten vorhanden; dort zählt der Befund, die Stratigraphie und das Planum, aus denen Schlüsse gezogen werden. Man musste laufend, von Fach zu Fach, umdenken, und viel zu akzeptieren lernen. Heute Pausanias, morgen Holzpfosten, übermorgen Arianismusstreit.

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Da bekommt man es dann mit Quellen zu tun, die grösste Gelassenheit fordern. Am Arianismus wäre im vierten Jahrhundert beinahe die christliche Kirche gescheitert, weil die Anhänger des Arius Christus und Gott nicht für wesensgleich hielten, sondern in Christus nur ein erwähltes Geschöpf sahen. Die katholische und evangelische Kirche gehen bis heute davon aus, dass es eine Dreieinigkeit gibt, aber damals nagte das ganze gebildete Christentum an dieser Frage, bis man sich noch wichtigeren Fragen wie dem Osterstreit mit der orthodoxen Kirche Ostroms zuwenden konnte. Der Arianismus jedoch spielt in der Spätantike auch eine wichtige politische und kulturelle Rolle – man kommt also nicht umhin, seine Gegner und Befürworter gleichermassen zu lesen, und ihre Denkmodelle und Argumente zu verstehen.

Auf Seiten der letztlich siegreichen Anhänger des Konzils von Nicaea stehen übrigens zwei der unerfreulichsten Figuren der Kirchengeschichte: Augustinus von Hippo mit seinem pathologisch sexfeindlichen Erbsündenfetisch in seinem Hauptwerk “De Civitate Dei“, und Ambrosius von Mailand, der mit seinen Briefen das Fundament zur rechtlichen Ausgrenzung und straflosen Verfolgung der Juden in der europäischen Geschichte legte. Es mag wie ein völlig absurder Streit um die ohnehin nicht klärbare Frage des Wesens einer übernatürlichen Konstruktion wirken, aber es hatte Auswirkungen bis in unsere Tage. Wer Augustinus gelesen hat, wundert sich über Beatrix von Storch nicht, und wer Ambrosius und seinen Judenhass kennt, versteht auch methodisch die bewusst ausgrenzende Kolumnist_Innen bei Spiegel Online. Nur weil Theologie heute etwas unmodern ist und Gott generell hinterfragt wird, hört niemand auf, bigott zu sein oder Andersdenkende mit seinem Gepöbel zu verfolgen.

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Aber neben einigen, vorsichtig gesagt, ungewöhnlichen Gedankenmodellen lernt man bei der Lektüre der Originalquelle auch noch etwas anderes. Ruhig bleiben. Durchatmen. Das ist ganz wichtig, denn über Augustinus kann man wirklich Magengeschwüre bekommen. Das heisst aber noch lange nicht, dass alles grundfalsch ist, was er predigt: Sein Hauptwerk geht zwar von Grundannahmen über die Sündhaftigkeit des Menschen aus, die mit unserer aufgeklärten Gesellschaft unvereinbar sind. Danach ist er aber so rational und sinnhaft wie ein Aktienkaufprogramm an der Börse. Wir beurteilen seine Grundlagen heute anders, aber das ändert überhaupt nichts am Umstand, dass Augustinus in seinen besten Momenten ein bestechend klarer Denker war, an den sich manche geistig weit weniger Brillante heute immer noch klammern, wenn sie Abtreibungsverbote, sexuelle Enthaltsamkeit und als Familienministerin das neue sog. Prostitutionsschutzgesetz fordern. Was ich damit sagen will: Es lohnt sich, diese Texte langsam, ruhig und gelassen erst einmal zu lesen und zu verstehen. Ablehnen kann man sie nachher immer noch.

Und zwar weitaus besser als mit einem „der hat sowieso nicht recht den pöble ich jetzt nieder“, wie es diejenigen tun, die aktuell Schlagwörter wie Völkler, Freikorps, Dödel, Idioten, Pack, Faschist, SS und Drecksnazi in die Debatte einführen – auf Seiten der Helldeutschen, Toleranten und Menschenfreunde, die aus der deutschen Geschichte gelernt haben wollen. Natürlich hatten auch die frühen Glaubensbekenntnisse ihre grölenden Bodentruppen, aber was geblieben ist und bis heute wirkt, ist das kühle Denken und Analysieren, das andere dazu bringt, sich auf diese Gedanken ebenso einzulassen und daran zu wachsen. Es muss gar nicht so eiskalt und menschenfeindlich wie bei Augustinus sein, denn die Aufklärung antwortete durchaus geschickt. Wer etwa die absolut bestechenden Überlegungen zum analen und oralen Geschlechtsverkehr aus de Sades “Philosophie im Boudoir“ kennt, der hört auch aus dieser zwingenden Logik den gegen sich selbst gewendeten Sophismus des Augustinus. Man kann mit seiner Logik gleichermassen Arianer zum Henker und Primärgenitalien in dafür von der Natur nicht vorgesehene und von der Kirche verbotene Öffnungen schicken – und danach hoffentlich darüber lachen.

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Für so ein Meisterstück der logischen Penetration des Gegners muss man aber erst mal die gelungenen Aspekte und Schwachstellen seiner Argumentation verstehen. Oft genügt es, speziell bei sog. Idealisten, ihre Wunschvorstellungen konsequent zu Ende zu denken – und zwar am besten, bevor sie wie Pol Pot, Mao, Stalin und Hitler Gelegenheit haben, das selbst praktisch und alternativlos umzusetzen. Das ist bei „Kein Mensch ist illegal“ seit der überforderten Polizei auf der Domplatte nicht anders, und bei „no borders, no nations“ haben die Österreicher soeben auch begriffen, dass sie auf keinen Fall Teil der Endumsetzung sein wollen. Dass deutsche Politiker und Medien nun auf Österreich schimpfen, zeigt nur, dass sie nicht bereit sind, sich intensiv mit den Notwendigkeiten auseinander zu setzen, die dort die Entscheidung eines Migrationsstops unumgänglich gemach haben. Es ist Gepöbel gegen eine rationale Entscheidung.

Allerdings, das gebe ich zu, ist kurzes, knackiges und in sich stimmiges Gepöbel etwas, das im Internet ankommt, von den Folgen des angeblich toten Syrers am Lageso über Lisa bis zur Handgranate, die dem Wachpersonal galt. Für diejenigen, die glauben wollen, klingt das so gut wie früher eine Heiligenlegende, ein Ritualmordgerücht oder eine Martyriumsbeschreibung bei Eusebius. Der untote Syrer hat gezeigt, wie man so eine Leidensgeschichte mit dem süssen Duft der Verwesung gestalten kann, dass Leichtgläubige wie früher ihre mittelalterlichen Vorfahren Kerzen aufstellen. Das ist das Niveau der Debatte, da fallen viele gestern herein und regen sich heute schon wieder über ein Videoschnipsel auf, ohne die realen Hintergründe zu kennen. In Köln werden von deutschen Helfern anonyme, aber offene Briefe zu sexuellem Missbrauch verteilt, und sofort geht die Jagd der Medien auf vorzeigbare Opfer los: Die Lektüre der Kirchenväter, die bei der Suche nach Glaubenszeugen leider oft genug unfein mit Quellen arbeiteten, lehrt uns Historiker, dass man sich dort seinen kritischen Blick bewahren sollte.

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Zumal die Kirche der Deutschland allein seligmachenden Migration momentan doch die Gläubigen abhanden kommen, trotz der in der Moderne einzigartigen Legende vom gut ausgebildeten Afghanen, dem Mirakel der Kindervermehrung auf der Balkanroute, dem mystischen Wirtschaftsaufschwung, der siebenfachen Wandlung der Identität eines Terroristen, der Wundererscheinung einer Europäischen Lösung und den ökumenischen Bestrebungen mit dem Oberhaupt der kurdenbekämpfenden Türken. Sicher, es waren gute Zeiten, da man ex cathedra verkünden könnte, alle Probleme wären Einzelfälle, die wir schaffen. Da musste man nicht lesen, was Häretiker im Netz sagen und denken. Aber auch das heilige Bannwort „Rechts“ lässt keinen Andersdenkenden mehr tot umfallen. Statt dessen wird auf dem Fels Petry eine neue Sekte errichtet, die behauptet, sie wäre ie einzige Alternative und wahre Wahrheit.gegenüber der Lügenpresse der anderen Sekte, das stünde auch unzweifelhaft in den Büchern Putin, Tichy und Alte Sklaverei oder so ähnlich. Wie beim Arianismusstreit. Insofern kann ich nur jedem raten, ein wenig Abstand zu nehmen, speziell beim aufgeregten Mysterienspiel des Internets, lieber durchatmen, konzentriert lesen, verstehen, und auf allen Seiten informieren.

Meine private Sicht auf all die Dinge ist übrigens, dass es wirklich so sein wird wie beim Arianismusstreit; Viele Schäden, viele Opfer, dafür wird aber keine einzige Seele oder Syrer gerettet, und am Ende wird von der Geschichte niemand recht bekommen. Das Rectgeben macht die Geschichte nur ganz selten, egal wie oft der heilige Geist, Hannah Arendt oder Mao als Schutzheilige beschworen werden. Dem Vor- und Frühgeschichtler ist alles recht, für den trennen die Brandschichten immer die Kulturschichten. Es ist nur ein Befund. Und so kühl und überlegt sollte man auch an das, was man unsere eigene, naja, was man halt in Zeiten des Gepöbels so Kulturschicht nennen kann, herangehen. Und immer an die Zerstörungshorizonte des Elends denken, das über die Welt kommt, wenn zu viele sich keine eigenen, abwägenden Gedanken machen und lieber nur glauben, was in ihren eigenen Büchern und Filterbubbles geschrieben steht.

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223 Lesermeinungen

  1. Von Augustinus lernen, heisst nichts lernen....
    Natürlich ist gerade im Netz etwas mehr Distanz immer anzuraten, aber man sollte dabei doch die Endlichkeit des Lebens nicht vergessen. Jemand der meint das Studium des Augustinus sei für unser Leben durchaus fruchtbar, steht nämlich nur eine winzige Stufe über jenen, die meinen alle 30 Sekunden ihre Smartphones checken zu müssen um nachzusehen, ob ihnen endlich jemand eine Prise Smartness zugetwittert hat, mit der man sich verkleiden kann.
    Sich angesichts einiger östlicher Religionen wie der des Zen mit dem Christentum auseinander zu setzen, mag ja bei der Anpassung an derzeitigen westlichen Gesellschaften helfen, eine Zeitverschwendung bleibt es allemal. Es ist nicht nur Houellebecq der bezweifelt ob jene wenigstens noch mittelfristig uberhaupt bestehen bleiben werden.
    Wenn schon Märchenstunde, dann H.C. Andersen.
    Das Studium der existierenden Quellen zum Altertum lehrt uns nämlich gar nichts. Nur die Reichsten und Mächtigsten waren in der Lage überhaupt Zeugnisse anfertigen zulassen, und diese nur mit selbst ausgewählten Inhalten. Die Macht benutzte man dazu alle anderen daran zu hindern gegenteilige Behauptungen zu hinterlassen. Über das was in der Realität in jenen Zeiten an jenen Orten und mit jenen Personen stattfand weiss man letztlich…. NICHTS!
    Ich sehe das gerade beim Studium japanischer Geschichte. Quellen zu dieser stammen ausschliesslich von Siegern. Bzw den Nachfolgenden Herrschern, im heutigen Japan werden derzeit die Schulbücher umgeschrieben, von den letzten Nebensätzen zu etwaigen japanischen Kriegsverbrechen bereinigt.

    Wenn Gegenwart, dann bitte zB die Ursachen in der jüngeren Geschichte, die einerseits zu den Flüchtlingsströmen geführt haben und andererseits in den Banlieues von Paris ganz ohne solche zu gewalttätigen Konflikten führen.
    So unangenehm es mir auch ist, ich muss auf den (zugegebenermassen Print-) Spiegel hinweisen, der dazu einen wirklich lesenswerten, unideologischen Bericht auf Seite 68 bringt.

    Denn die deutsche Flüchtlingsangelegenheit scheint mir derzeit in einem Limbo Zustand zu stecken und Vorhersagen über ihre weitere Entwicklung kann nicht mehr, als Spekulation sein… nach den anstehenden diversen Wahlen kann man vielleicht wieder mit dem wild drauflos Argumentieren weitermachen….
    Also Zeit für ein wenig Hintergrund, diesmal darüber warum Anschläge in Paris statt Berlin passieren….

    • Auch Polemik braucht Verstehen!
      Man könnte die Moral des vorliegenden Textes von D.A. auch spitzer formulieren: Je tiefer das Verstehen, desto besser die Polemik.

      Bei Ihnen, TDV, würde ich bzgl. Ihres Pauschalverrisses von Augustinus doch eher nochmal beim Versuch des Verstehens ansetzen!
      Es fällt leicht, den Anderen als Deppen-Strohmann zu markieren und an ihm den finalen Strich zu führen.
      In Bezug auf den vorliegenden Artikel ist das dann aber ein Performativer Widerspruch wenn man mit so einer Aktion D.A. applaudieren will. Ich weiß, das wollen Sie nicht.
      Es bleibt aber diese Leere in und um diese Leute, die nicht Lernen wollen.
      Und natürlich sucht man sich als Lehrer jene, die am brillantesten Denken- und versucht an ihren Irrtümern zu wachsen (sofern man sie erkennen kann).
      Augustinus ist schlicht unter den 10 prägendsten Gestalten des Abendlandes eine der ersten- Punkt. Und keinesfalls eine der Dümmsten! So wie Platon für die Philosophie grundlegend ist. (Es gibt sogar Leute wie Whitehead, die die gesamte Philosophie seither als „Fußnote zu Platon“ ansehen).
      Wer sagt, dass bei Platon oder Augustinus „nichts zu lernen ist“(Sie), der hat kein Interesse am Lernen.

    • Kleine Anmerkung...
      Ich habe ein PhD in Philosphie…. nur… im Unterschied zu den üblichen, sesselfurzenden Verwaltern alter Bücher, den Spaemännern und anderen Komikern, denke ich lieber selber.
      Es gibt einige von meiner Sorte, die allerdings in der „offiziellen“ Philsosophie der Universitäten nicht existieren, da sie dem Businessmodell nicht zuträglich sind.
      Ich brauche auch keinen bei Plato stehen gebliebenen Mathematiker um mir beim Denken zu helfen. Wenn schon, dann nehme ich Russell….

      Lassen sie es mich noch krasser sagen: Für heutige Menschen sinnvolle Philosophie beginnt bei Hume…..

    • Nachtrag @Patrick
      Was Augustinus betrifft, so haben sie natürlich hiermit Recht:

      „Augustinus ist schlicht unter den 10 prägendsten Gestalten des Abendlandes eine der ersten- Punkt.“

      Wenn sie sich den heutigen Zustandes des Abendlandes etwas genauer anschauen, bei der FAZ hat ein gewisser Don Alphonso ein Blog zu dem Thema, dann kann eigentlich jeder selber Denkende schnell erkennen, welch Prägung das Abendland durch ihn erfahren hat…..
      Unter den restlichen Zehn würden ich wenns um Prägung zB auch Hitler, Georg W Bush und Stalin einordnen. Dazu käme auch das Merkel oder finden sie, dass sie die derzeitige Entwicklung der Prägung Deutschlands mit ihrer Nicht-Politik nicht ganz entscheidend verändert hat? Mehr als jeder Kanzler vor ihr?

      Ja, ihr lächerlicher Pfaffe passt ganz wunderbar in diese Reihe der Verblöder der Menschheit, zu deren Nachteil.

    • @TDV PhD
      Das ist ja ganz interessant- Glückwunsch.
      Nur warum proleten Sie dann hier immer so besserwisserisch -ex kathedra- herum und bringen das „eigene Denken“ nicht mal in kurzen prägnanten Sachargumenten zum Vorschein?
      Diffamierung aller – außer der östlichen „Religionen“ (ein ZEN-Anhänger würde Ihnen dafür eh die Schuhe ausziehen)- ist schlicht billige Polemik. Und zu unterstellen, dass sich niemand „außer Ihnen“ mit östl.Philosophie/Weltanschauung beschäftigt hat, liegt im gleichen Plot.

      Zu Ihrem Anwurf gg. Augustinus („deshalb ist der Zustand der westl.Welt so desaströs“): Quasi pathognomonisch zeigen Sie hier ein Syndrom, das das Eigene wegen seiner Fehlerhaftigkeit verteufelt und das Fremde dafür -wegen der eigenen Unkenntnis (ZEN u.Japan.Militarismus, bspw.)- epiphaniert.

      mfG PF

    • Titel eingeben
      @TDV: ich glaube, man sollte sich bei diesem Text vom Augustinus oder dem Ambrosius lösen. Der Verfasser will uns nach meinem eindruck sagen, dass man sich bitte ein bisschen mehr mit Arbeitsmethodik, Systematik, Ruhe, Logik beschäftige, und dann manches sich schnell anders darstellt. Es hilft beim Verständnis nicht, sich allzuschnell im Gegenständlichen zu verbeißen, ob dies nun Frau Petry sei, oder Plato…

      Anders ausgedrückt: es ist ein Plädoyer für mehr Qualifikation in den septem artes liberales, zu denen bekanntlich Grammatik, Rhetorik und Dialektik gehören. Eine Qualifikation, die nicht jeder haben muss, die aber zumindest in den Kreisen der Presse immer schmerzlicher vermisst wird.

    • @P.Feldmann
      Ihre Meinung steht ihnen frei…. Ich habe nichts gegen rechte oder linke Spiessbürger, sofern sie weit weg von mir bleiben.

    • @greenbowlerhat
      Da gebe ich ihnen Recht.
      Nur, ich habe in meinem Leben gesehen was die drei idiotischen, monotheistischen Relgionen auf dieser Welt anrichten und wie sie die grosse Mehrzahl der Menschen dieser Welt auf der Stufe primitiver Barbaren halten. Und zu den Mit-Schuldigen an diesem ganzen Saustall gehört auch Augustinus, von dem man ohne die Macht der Kirche sowieso nie was gehört hätte.

      Auch dies stimmt auf den ersten Blick: „Der Verfasser will uns nach meinem eindruck sagen, dass man sich bitte ein bisschen mehr mit Arbeitsmethodik, Systematik, Ruhe, Logik beschäftige…“, ein lobenswertes Hobby, aber ein wenig fragwürdig angesichts des Zustandes dieser Welt, einer Weltwirtschaftskrise weil Wachstum nicht möglicht ist, eine Weltfinanzkrise wegen absurder Verschuldung, ein Schrumpfen der Bevölkerung in der ersten Welt bei gleichzeitiger Zunahme in der dritten Welt (vom Islam ganz zu schwqeigen).
      Ja, ganz wie sie sagen, am kann sich damit beschäftigen, aber man sollet sich keinen Illusionen darüber hingegen, dass dies eventuell zu etwas besserem beitragen könnte.
      Dieser Blog ist (oder war?) ein Musterbeispiel eines intellektuellen Spielplatzes, der die ohnedies bereits Denkenden zum Nachdneken anregt, nichts was die Realität verändert.

  2. Dialektik
    sehr geehrter Don,

    was sie beschreiben ist vermutlich nichts anderes als die klassische Methode der dialektik. die wurde sogar in der ddr in der schule vermittlelt, eventuell war ddies nachteilig für die staatstreue der bürger dieses staates ….. aktuell jedenfalls vermisse ich sie sehr in all den aufgeregten diskursen und besonders im netz.
    daher , ein guter beitrag den man mit freuden lesen kann obwohl das thema so ernst ist.

    • Nun, Marx war ja ein grosser Freund der – im Kern übrigwns sehr jüdischen – Dialektik, insofern musste man das in der DDR urchnehmen – der dialektische Materialismus ist nicht umsonst das Grundgerüst der Kommunismus. Mir ist völlig bewusst, dass ich dort oben genau das gleiche predige, aber der Unterschied ist, dass ich im Gegensatz zu Marx nach Unvollkommenheit und Privilegien suche. Er hat recht und mir geht es gut. Darum geht es.

  3. "bevor sie wie Pol Pot, Mao, Stalin und Hitler Gelegenheit haben, das selbst praktisch und
    alternativlos durchzuführen“

    Ich habe mich bei Madame M. immer gefragt, welche Ideologie sie antreibt, die sie alle Diskussionsbeiträge, die nicht ihrer Meinung entsprechen unbeantwortet ignorieren lässt – woran ich mich beim Lesen des o.a. Satzes erinnert fühlte. Alternativlos.

    Im übrigen Glückwunsch an den Don daß ihm bereits die JF Reverenz für seine Freigeistigkeit erweist: jungefreiheit.de/kultur/medien/2016/der-boese-don
    Was dort steht kann ich grosso modo unterschreiben, hätte von mir stammen können.
    Es gibt eben nicht nur schwarz und weiss, sondern ein unendliches Kontinuum dazwischen, das unsere Block-„Parteien“ eben unfähig sind, abzubilden. Aber es existiert trotzdem!

    • Die meinte ich mit „Alte Skaverei“. Im Ernst, wenn ich über jemanden ein Portrait mache, rede ich mit dem und wenn er nicht will – was bei mir glasklar der Fall gewesen wäre – würde ich es nicht machen. Ich kann niemanden abhalten, so etwas zu tun. Es ist halt daneben.

    • "Es ist halt daneben."
      Hätte jetzt nicht wirklich eine andere Antwort erwartet.
      Mag schon sein, daß es „daneben“ ist. Aber das Leben ist halt kein Ponyhof, wie wir wissen. Man kann sich nicht alle Portraits raussuchen, die über einen gemacht werden, sonder nur froh sein, wenn es wenigstens eine gewisse Ähnlichkeit mit der Realität aufweist. Interviewzwang würde ich wie vieles Andere auch ablehnen wollen :-).

  4. Das (immer schmerzhafte) Ringen um Verständnis
    Man kann den Autor und seine Leserschaft zu diesem Artikel zur rechten Zeit nur beglückwünschen.
    Und auch wenn unklar ist, ob wir uns derzeit noch in einer Kultur- oder schon wieder in einer Brandschicht bewegen, so kann der -fast schon transzendierende- Blick auf frühe Geschichte nur heilsam sein. Denn diese Geschichte hat den Vorteil, dass sie a) in der LInie unserer Probleme steht, aber b) die Schreier vorsichtig werden, weil sie die Namen der PRotagonisten oft zum ersten Mal vernehmen.

    Was Alphonso hier benennt für Augustinus war mein Erlebnis sowohl an der Kunstakademie wie auch im Philosophiestudium:
    Versucht man die „Logik“ eines Denkers/Künstlers zu verstehen, so ist erst alles evident, dann verwirrt es sich zunehmend mit INtensivierung der Auseinandersetzung bis man schließlich zu einer vorläufigen ERkenntnis auf dem hermeneutischen Weg durchstößt.
    All dies ist ebenso schmerzhaft wie heilsam.

    “ Nur weil Theologie heute etwas unmodern ist und Gott generell hinterfragt wird, hört niemand auf, bigott zu sein“-
    wie wahr! Allzuviele Diskussionen zu Geschichte und unserer Situierung in ihr laufen oft an jenem Punkt in den Abgrund, wo man sich positivistisch von den Fehlern seiner Vorfahren glaubt, befreit zu haben. So lässt sich im Allgemeinen feststellen, dass vor allem jene sich über parareligiöse Anker sichern, die die Religion am heftigsten negieren wollen!
    Und dass diese Diesseits-REligiösen, also diese Diesseits-HÄretiker, sich oft die Moral im Sinne einer Moral für die Anderen als zementiertes Steckenpferd nehmen, ist -wiewohl heute wieder schmerzlich brisant- längst keine Neuheit.
    Aber so niedlich „Bigoterie“ klingt, es ist ein tödlicher Keim, der GEsellschaft zerstört!

    Also nochmal: Danke für diesen Artikel! (Obwohl Alphonse mir in Sachen AfD- wen wundert es – recht diametral quer liegt. Das aber liegt kaum an den Quellen als mehr am Selbst-/Weltbild.)

    • Danke. Wie gesagt, ich halte es für durchaus wichtig, die Argumente zu kennen, bevor man sie verwirft. Gerade in der aktuellen Krise lerne ich zumindest dauernd dazu. Aber ich schaue mir das alles ja auch direkt an, und bleibe nicht im Büro, wo meine Weltsicht sicher ist.

    • Weltsicht-Verunsicherung
      Bitte!
      Aber ich denke, die Weltsicht ist nicht erst an den Tatsachen, sondern vielmehr am Lesen und Denken- am Verstehen-Wollen – in eine dauernde Skepsis gestellt. Gewisse Tatsachen sieht man erst, wenn man ein gewisses Instrumentarium/ Varianz an Weltsichtmöglichkeit im Verstehenwollen erkämpft hat.
      Und beim religiösen Glauben (also nicht „Glauben als minderer Wahrheitsbegriff“) ist das nicht anders!

  5. Lesen
    Sehr geehrter Don Alphonso,

    Meinung hin – Meinung her:
    Korrekturlesen der eigenen Texte schadet nie.

    Grüße
    Martin Huber

  6. Es hat etwas vom Zauberlehrling
    Die alten Bannsprüche haben nie jemanden tot umfallen lassen, aber richtig angewandt sicher in die Grenzen verweisen können. Jetzt aber werden sie falsch verwendet. Der Besen ist zum Leben erwacht, und statt Unrat zu entfernen schleppt er kübelweise Mörtel herbei, der dem ‚Fels Petry‘ das Fundament festigt.
    Noch höre ich überall ein Crescendo. Wann kommt der wohlgefällige Akkord, der dem Spuk endlich ein Ende setzt?

    Ich beobachte das Ganze seltsam teilnahmslos, schüttle nur ab und zu den Kopf. Ob das nur ein kühler Kopf ist, oder schon Resignation?

  7. Titel eingeben
    Ich sollte also wieder anfangen, die USA/Nato-freundlichen Artikel in SZ, Welt, FAZ, Tagesspiegel, Spon etc. zu lesen? Gar die Blödzeitung? Ich will deren ‚Wahrheit‘ (Lafontaine brachte es auf die Spitze: Hiroshima, Vietnam, Irak-Überfall, Drohnen, etc. = alles Putin?) aber nicht mehr in meinen Kopf reinlassen. Was tun?

    • Beim Lesen stets intellektuelle Schutzkleidung
      tragen, lieber Klaus. Beware the Biohazard.

    • was tun ?
      … in ihrem fall am besten nach russland oder nordkorea auswandern. zumindest mir und meinen eltern hat die nato insgesamt 60jahre frieden und wohlstand verschafft. tut mir leid fuer ihresgleichen, aber da setzen wir prioritaeten.

    • Aber.....
      … die Zeiten sind vorbei in denen man in diesem Blog beim Nennen banaler Wahrheiten zum Nachdenken anregen konnten.
      Vielleicht hilft es aber, dass man ja weiss, Don behält manchmal einige Einsichten aus seinem Blog raus, die einen falschen Eindruck ermöglichen.

      Das was sie da erwähnen ist ihm ganz sicher bekannt…

    • @klaus
      alphonso fordert hier nicht, dass man jedesmal immer wieder ganz von vorne anfangen solle.

    • Ach nee, 60 Jahre Friedenssicherung durch die NATO. Das ist mir aber neu. Soweit ich mich erinnere
      Text eingeben

  8. Zerstörungshorizonte
    Lesevergnügen pur wie immer. Danke!

    Belege für arianismusstreitähnliche Auseinandersetzungen gibt es auch in der deutschen Gegenwart zu beobachten, hier zum Beispiel …

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/wolfgang-schaeuble-kritisiert-politisierung-der-protestanten-14079994.html

    Vor diesem Hintergrund erhellt sich die regelmäßig und heftig geäußerte Abneigung norddeutscher Medien und breiter Gesellschaftsschichten gegenüber bayrischen Kultur- und Politikäußerungen. Verständlich, nagen doch die meisten der bayernkritischen Verfechter/innen an einem protestantisch entsagungsreichen Erbe, das sie in Form grüner und linker Bekenntnisse äußerlich wohl säkularisiert, in Wahrheit aber unvermindert schmallippig und begleitet von bigotten Gewissenbissen verinnerlicht haben.

    Die Attraktivität des Südens für nördliche Zuwanderer scheint das bedauerlicherweise nicht zu schmälern, weshalb den Kulturschichten des bayrischen Blätterteigs immer mehr Wasser zugeführt wird, was – wie jeder Konditor weiß – dem Gebäck nicht bekommt.

    http://www.merkur.de/bayern/interview-muttersprache-der-dialekt-verschwindet-rasant-6140737.htm

    Ob bei fortlaufender kultureller Verdünnung spätere Archäeologen diesen speziellen „Zerstörungshorizont des Elends“ überhaupt erkennen werden, bleibt ungewiss. Der Verlust für die heute Lebenden wird dadurch nicht unbedeutender.

    • Das kommt halt dabei heraus
      Wenn „kulturelle Bereicherung“ von Schmallippigkeit definiert wird. Der wahre Kunstgriff besteht natürlich darin, sich selbst trotz allgegenwärtiger anschaulicher Gegenbeispiele für das Maß aller Dinge zu halten.

    • So einfach würde ich das nicht sehen wollen, auch die katholische Prägung spuckt Hässliches aus. Es gibt so Fälle von Integrationsversagen, da machen welche im Feminismus genau da weiter, wo der polnisch-rechtsextreme Katholizismus hierzulande schwer vermittelbar ist. Radio Maryia gibt es auch in der taz-Gender-Edition.

  9. Titel eingeben
    Wie kann man immer noch an Götter oder übernatürliche Wesen glauben? Wie bei geisteskranken!

    • Naja, man sollte den Leuten schon ihren Glauben lassen, solange er keinem schadet.

    • @Samsara..."Wie kann (Hu)man...glauben"?
      Sie haben recht. Gott ist nicht übernatürliche, sondern natürliche
      Evolutionsenergie. Für jeden Human eine offensichtliche und
      na(h)“tür“lich(t)e Natur-…und nicht Übernatur-…(Wahrnehmungs-)Offenbarung…

      „GLAUBE“=“AUGEBL“(ick)?!…mit dem 3. sieht (Hu)man besser…
      ich glaube = ich nehme wahr?!…bin Zeuge und Erzeugnis des
      natürlichen Evolutionsgeistes und seiner natürlichen Energie.
      Nichts Übernatürliches.

    • Sorry...NICHT @Samsara, sondern @ Anna Mayer...
      mein „übernatürlicher“ Kommentar.

    • Aber Frau Mayer....
      … sie sollten den Autor des Blogs nicht mit einem Kommentare schreibenden AfD Fan vermengen.

    • Die Insel seiner Wahrnehmung leerfegen
      Sehr geehrte Frau Mayer,

      ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber nicht daran zu glauben ist absolut unlogisch.

      Zudem dient es dem „modernen“ Menschen nur als Argument um sich selbst zu überhöhen.

      Dies ist für mich nur ein Zeichen dafür das die fortschreitende Degeneration des Menschen im Sinne der Ethik und des Verstandes. Demut und Achtung der Schöpfung ist nicht mehr Teil des Weges oder das Ziel. Mensch sein bedeutet weit mehr als Raubtierkapitalismus und Konsum.

      Wer nicht an höhere Wesen glaubt, sollte mal dringend die Insel seiner Wahrnehmung leerfegen.

      So hätte es Don Juan Matus ausgedrückt.

      MfG
      Dr. Seltsam

    • dr seltsam
      „….nicht daran zu glauben ist absolut unlogisch.“
      Ich befürchte sie begehen da einen nicht ungewöhnlichen Denkfehler, auf den übrigens Kant hingewiesen hat, aber dies den meisten sehr missfällt wird er ignoriert.

      Was sie sagen, impliziert nämlich, dass der Gott, oder wer auch immer, das Universum geschaffen hat, zuallerst mal die menschliche Logik geschaffen hat, um dann in ihrem Geiste die Welt…. Nur dann nämlich kommt man zu der absurden Idee, wir Menschen könnten mit unseren Geistesgaben das was da draussen ist, falls überhaupt, verstehen.

      Es gibt nicht Witzigeres oder Unterhaltenderes als die menschliche Logik so zu sehen und dann Bücher oder Artikel, zB zu Schwarzen Löchern, Stringtheorie oder wie gerade „in“ ist zu Gravitationswellen zu lesen.

      Ihr „….nicht daran zu glauben ist absolut unlogisch“, gehört in diese Kategorie.

  10. AUGUSTINUS
    und sein geistiger und ebenso strenger und auch ebenso kalter protestantischer nachfahre aus dem aargau mit deutscher religionsprofessur, das liefert anregende geistesnahrung…………:

    also versetzt man sich in dessen publizistische blütezeit zurück, in der er -zumindest vom spiegel so zitiert – sätze sagen konnte wie dass “ auch unsere braven schweizer zeitungen voll LÜGEN“ seien (1952) und vergleicht mit heute………..

    weder die 68bewegung (im bundestag vertreten) noch die RAF-mörderbanden (neu im bundestag vertreten) konnten eine spaltung der gesellschaft wie durch die drei seligmachenden kanzlerinnenworte hervorbringen und uns politisch in die zerrissenzeit und spaltung der gesellschaft der 50er jahre zurückführen………wahrhaft ein bleibendes, in die geschichte eingehendes verdienst einer überlangen kanzlerinnenschaft über die aktuellen tagesereignisse hinaus.

    nur damals heilten das Ludwig E.-wirtschaftswunder und die sexuelle freizügigkeit ab 1964 die offenen wunden, weit profaner als die von DON zu recht verklärte aufklärung den menschenunfreundlichen augustinusismus.

    aber fragen bleiben: warum verehrt der sprachfabulierer vom nahen überlinger see alle beiden menschenverachter und -kleinmacher so wortgewaltig und fast mit religiösem eifer über seiten hinweg ?

    Was bei Popper 1943-1945 aus seiner trostlosen materiellen und beruflichen situation heraus und extrem fern der heimat noch zu verstehen ist

    • Luther hätte jetzt zu weit gefüht, aber insgesamt betrahtet war unter den Borgias auch nicht alles schlecht.

  11. This is more than unprofessional, it's uncivilized.
    Existiert eine Theorie der Willkommenskultur. Ist da ein Plan? Ein Modell? Eine Idee? Irgendetwas, was man mit „Sinn“ erfassen kann?
    Ich beobachte dort nur Moral.
    Moral schließt moderne Kommunikation von vornherein aus.

    Die Reaktion auf Moral ist Hass.
    Ebenfalls nicht kommunikationsfähig.

    Merkel Entscheidung war nicht rational. Daher wurde sie nicht rational begründet. Bis heute.
    Eine Debatte ist daher nicht möglich.

    Das ist die Ursache.
    Und die Folgen kann man ableiten.

    Am Ende werden wieder alle fragen: Warum nur, wie konnte das geschehen?

    Die ganze Bildungsexpansion….und wir operieren wieder mit Moral und Hass.
    Wie im Mittelalter.

    • Nun ja, es wurde versucht, sie nachträglich zu rationalisieren. In totalitären Regimen glauben die Unterdrückten oft, dass der Führer schon noch einen richtig guten Plan hat. Ich persönlich habe eher en eindruck, dass diese Rationalisierung auch dem Umsand geschuldet ist, dass Journalisten gern als Wissende dastehen. Tatsächlich gibt es nichts, was auf einen Integrationsplan hinweisen würde. Null. Nur Turnhallen und Dixieklos.

    • "Moral" vs. "Moralismus" @goodnight
      Spätestens wenn Sie sagen: „Die Reaktion auf Moral ist Hass.“, wird klar, dass Sie „Moral“, also das Vorhandensein eines werteorientierten Handeln, mit „Moralismus“, d.i. >Moral für Andere haben<, verwechseln.

      Das Problem Merkels und der Helldeutschen wäre ja nicht, dass sie "Moral" hätten,- das hielte ich für positiv auch wenn es nicht meinen Vorstellungen entspräche!
      Das Problem besagter Gruppe ist, dass sie eben KEINE Moral haben, die ihrem Machtanspruch über die Anderen Einhalt gebietet. Ja, indem sie sich moralisch geben und Moral va. als Schlaginstrument gegen die Anderen verwenden, zeigen sie, dass sie nicht "moralisch", sondern "moralistisch bigott", mithin amoralisch, sind.

    • Die Parolen wechseln, der Typus bleibt
      Dank an den Autor für diesen Text. Es ist eine irgendwie getroffene Entscheidung von Dr. Me., vielleicht um weitere Hegemonie über Europa zu gewinnen durch Aufzwingen des Willens und ökonomisches Niederhalten mittels Flüchtlingen, vielleicht auch nur ein Lapsus im Kalkül, der durch Fabulationen rationalisiert werden musste, und am Ende ein Rohrkrepierer. Gerade bei „intelligenten“ Menschen scheint mir eine der zentralen Anwendungen des Verstandes die Rationalisierung der Vorurteile und Fehlentscheidungen.

      In der Mathematik kommt es vor, dass es verschiedene Beweise für ein Theorem gibt und, wenn einer sich als fehlerhaft herausstellt, die Gültigkeit des Theorems nicht berührt wird. Außerhalb dessen genügt es als sicheres Zeichen politischer/religiöser Irrationalität, wenn die immer gleiche „Schlussfolgerung“ mit wechselnden „Argumenten“ begründet wird (man findet das ganz charakteristisch bei Kreationisten). Im jetzigen Fall sind es erst die Ingenieure, dann die Facharbeiter, die dafür Auszubildenden, die künftigen Rentenzahler, die Gesellschaftsverjünger (ohne Frauen), die Opfer von politischer/religiöser Verfolgung, die von Kriegen, die von Armut oder einfach die, die ein besseres Leben suchen, dann diejenigen, die uns kulturell etwas geben können, und zum Schluss reicht einfach das Basta-Etikett „Flüchtlinge“ für alle und jeden. Bitte zugleich Demuts- und Habachtstellung einnehmen. Den Typus des Gutheulers und Moralmeutlings fand man bereits öfters in der dt. Geschichte. Vor allem verstehe ich jetzt besser zum Beispiel das Klima von 1914 ff., man vergleiche nur „Die letzten Tage der Menschheit“: die Parolen wechseln, der Typus bleibt.

    • Titel eingeben
      Das ist das ganze Dilemma.
      Nicht mehr und nicht weniger.
      Danke, perfekt formuliert.

    • Potemkinsche Dörfer statt Turnhallen und Dixiklos
      Katharina die Große ist neben Milton Friedman und Margaret Thatcher eines der drei größten Vorbilder Merkels. Da wird sie vielleicht, ihrem Vorbild Katharina II gemäß, nichts dagegen haben, dass die Landesfürsten ihr die Integrationserfolge in deutscher Version der Potemkischen
      Dörfer vorführen. Doch als moderne Version von Katharina II könnte Merkel sogar noch einen Schritt weitergehen: Sie braucht keine konkreten Vorzeigeprojekte mehr, ihr genügt, diese in ihrer Einbildungskraft realitätsnah vorzustellen. Der Zauberspruch „Wir schaffen das!“ erledigt den Rest von allein.

    • Dann stimmt die schon im Oktober getroffene Feststellung von
      Hans-Joachim Maaz vielleicht doch: „Merkel ist von allen guten Geistern verlassen“. Weiteres bitte im Netz finden!

    • Kleine Anregung?
      Darf ich alle die jetzt auf einmal zu Merkel Kritikern mutieren daran erinnern, dass diese Dame völlig demokratisch von einem Volk gewählt worden ist (und zwar immer ohne grössere damit einhergehenden Beschwerden!!!) weil dieses Volk gern seinesgleichen als Kanzler haben möchte?

      Sie werden doch alle hier nicht plötzlich zu Feinden der Demokratie werden, nur weil man es diesmal nicht mehr übersehen kann, dass es in die Hose gegangen ist?

    • Danke
      Danke fuer diesen Kommentar. Sie haben es geschafft in wenigen Worten die wesentlichen Punkte dieser Krise zusammenzufassen. Ich glaube zwar nicht dass ich je einen Leitartikel sehen werde in dem diese einfachen Wahrheiten ausgesprochen werden. Trotzdem tut es gut sie hier zu lesen. Nochmals danke dafuer.

    • Bitte, gern geschehen.

    • Dr. Merkyll und Mrs. Hyde
      Der Don hat Recht: es gab nie einen Plan. Zu Beginn der Flüchtlingskrise wurde De Mezière auf einer europäischen Innenministerkonferenz von seinen konsternierten Ministerkollegen gefragt: „Was ist denn der Plan?“ Darauf er: „es gibt keinen Plan, es gibt nur Panik“. Nachzulesen in der FAZ.

    • Wenn Sie einen historischen Vergleich wollen: Schwarzer September in Jordanien und die Folgen für den Libanon. Das war ähnlich.

    • Tja, damit müssen wir halt leben...
      Ich verstehe auch nicht wirklich, warum jemand in einer Welt, in der es Bertrand Russell zu lesen gäbe, dennoch sowas wie Augustinus liest…

      Bzw, ich verstehe es natürlich, nur, wenn ich den offensichtlichen Grund dafür hier mal wieder hinschreibe, dann hagelt es wieder Beschwerden.

  12. Ich füge dem einfach mal eine lebenspraktische Beobachtung hinzu:
    In den Studentenparlamenten der achtziger in Deutschland gab es eine konstant beobachtete Tatsache – je grösser und ungefährdeter die Mehrheit einer Seite, desto stärker die totalitären Tendenzen dieser Mehrheit. Nur dort, wo die Mehrheit nicht auf ewig garantiert war, wurden Minderheitenrechte in Geschäftsordnungen nicht nur kodifiziert, sondern auch ernst genommen.

    Das um sich schlagen der Refugees Welcomer ist insofern auch nur ein Indiz dafür, wie hermetisch dicht gegen andere Einflüsse und wie lebensfremd grosse Teile der Journaille vorher geworden waren. Ich hatte 2015 zeitweise den Eindruck, viele Leute in den Medien glaubten wirklich, Deutschland liesse sich unbegrenzt und unkontrolliert mit Migranten fluten und würde das auch noch mehrheitlich jubelnd begrüssen.

    Muss ein böses Erwachen gewesen sein, in den letzten Monaten. Da kann einem schon mal die Galle überlaufen und man greift zur bereitstehenden Keule namens „Alles Nazis ausser Mami“. Die heftigen Verwitterungserscheinungen dieser Keule wegen übermässigen Gebrauchs machen sie als Waffe allerdings unbrauchbar.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Das ist alles noch lang nicht vorbei – auf einen Martenstein kommen in der Zeit Dutzende, die es anders sehen, und SPON ist ein Musterbeispiel dafür, wie man Vielschichtigkeit durch vulgäre linke Ideologie und Belustigung ersetzt – manche der obigen Angriffe stammen von dort. Dass ann dort wiederum kölnverharmlosende, rassistische und sexistische Wortmeldungen von Margarete Stokowski einfach durchgehen, ist auch kein Zufall. Solange dieses Subniveau dort Platz findet, wird es weiter gehen.

      Das ist halt eine Blase. Die wird vielleicht kleiner, aber sie wird nicht platzen. So wie es in Georgien immer noch Stalinfreunde gibt.

    • Die "hermetische" Selbstreferenz der Medien!
      Ein gutes Stichwort, Herr Haupts!

    • Don
      Wenn ich den Print Spiegel (gibts im Netz) mit Spon vergleiche, so scheint es sich stets um zwei völlig verschiedene Medien zu handeln.
      In der Print Ausgabe finden sich stets einige (wenn auch sehr wenige) wohlreflektierte Artikel, die man im Spon niemals finden würde.

      Es hat wohl damit zu tun, dass das Geschäftsmodell zwei unterschidliche Zielgruppen erreichen will. Was einerseits etwas über des Spiegels ökonomische Situation sagt und andererseits wohlbekanntes über Internet-Journalismus Konsumenten sagt.

    • Kommando zurück
      Die Ereignisse der Kölner Silvesternacht öffneten kurz ein Fenster zu einer etwas realistischeren Berichterstattung in den Medien. Das ist vorbei, und fast erleichtert nimmt man den randalierenden Mob in Clausnitz und Co. dazu her, endlich wieder auf den guten alten Pfad der volkserziehenden Meinungmache zurückkehren zu dürfen: http://www.nordbayern.de/politik/kommentar-wir-waren-zu-gutglaubig-1.5007767.

      Damit war zu rechnen.

  13. wer Augustinus gelesen hat,
    der wundert sich dann auch nicht mehr über solche Reaktionen der Justiz aus Oesterreich, ist zwar schon etwas älter, aber trotzdem ein eklatanter Befund zu Brand- und Kulturschichten: http://www.express.de/news/skurriler-prozess-froehlicher-jodler-stoert-muslime—geldstrafe-18059982?originalReferrer=https://www.facebook.com&originalReferrer=http%3A%2F%2Fm.facebook.com

  14. Vergleich
    Chapeau, werter Don Alphonso!
    Nur beim Begriff „Mysterienspiel“ kann ich Ihnen nicht folgen, denn bei den aktuellen Spielen ist an Geheimem nicht viel vorhanden. Allermeist ist heute in den Wolken nichts zu suchen oder zu finden, sondern es liegt alles klar direkt vor den Füßen, schlimmstenfalls hat man es schon an der Sohle kleben. Und für das vergleichende Studium bestimmter moderner Quellen wende ich keine Zeit mehr auf, weil diese sich über viele Jahre eindeutig zu erkennen gegeben haben, da stimme ich @Klaus zu. Das ist wie mit neuen Bekanntschaften. Ist mir der schlechte Charakter eines Neuzugangs einmal klar, verzichte ich auf weitere Verdichtung dieser Erfahrung.

    • Ich dachte da an die jesuitische Schauspielkunst, die durchaus offentlich war, aber gern die Mysterien des Glaubens darstellte.

  15. Religiöse Logik
    Logik ist bei weitem nicht alles zwischen Himmel und Erde, sagte meine Großmutter.
    „…Primärgenitalien in dafür von der Natur nicht vorgesehene und von der Kirche verbotene Öffnungen schicken…“ . Wenn zwei sich verstehen und Spaß daran haben, dann treiben sie es varginal, anal, oral und otal. Alten Quellen zufolge soll letzteres zumindest einer geschafft haben, die Jungfrau namens Maria in mütterliche Freuden zu bringen. Und das ohne ´Sünde´. Der Trick geht so: man haucht als heiliger Geist einer Jungfrau ins -wichtig!- linke Ohr die Worte: „Ab jetzt bist Du schwanger.“ Nach meiner Erfahrung funktioniert es rechts nicht.
    An einer erfolgreichen nasalen Begattung grübel ich schon seit über dreißig Jahren ohne Ergebnis. Soweit zu Körperöffnungen.

    Diese kleine Giftigkeit oben soll hinweisen, daß heutige Probleme nicht mit religiösen, und scheinen sie noch so logisch, Korrelationen erklärbar sind. Weder mit der Dreieinigkeit Vater, Sohn und Heiliger Geist, noch mit der – sollte man den Sohn subtrahieren – „Zweieinigkeit“, und schon gar nicht mit dem fundamentalen Monotheismus – sollte man sich für den Vater als alleiniges Mystikum oder für den Heiligen Geist in Solo entscheiden und damit in der Götzenanbetung landen – sind die heutigen Denkweisen kommentierbar.
    Die Schwächung Europas hat weitaus banalere, handfestere Ursachen als die unterschiedlichen Ausprägungen menschlichen Geistes diese zu interpretieren.
    Don Alphonsos Aufruf, langsam und kritisch das Gesumse zu lesen, begrüße ich.

    • Wie erwähnt, de Sade lässt seinen Helden logisch erklären, warum vaginaler Sex und die Intention der Kirche in Wirklihkeit pervers ist. Man kann diesen Abschnitt nur als Antwort auf Augustinus begreifen, den er einerseits zurückschlägt und andererseits ausmanövriert – wo Augustinus vaginalen Sex verabscheut, stimmt er ihm durchaus auch zu und erklärt, was besser ist.

    • Das Fortwirken vergangener religiöser Konstrukte
      @Hawk „daß heutige Probleme nicht mit religiösen, und scheinen sie noch so logisch, Korrelationen erklärbar sind.“

      Ich behaupte im Gegenteil, und D.A. als Historiker würde mir beipflichten, wenn er die Zeit hat, dass ein Großteil unserer Ideenwelt und ihrer Konflikte historisch bedingt und hier besonders in unserem Kulturkreis christlich initiiert ist!
      Beispiel: a) Unser Personenbegriff, der in der Trinitätslehre erstmals so dargestellt wurde (3 Personen eine Substanz)- gab es vorher in der antiken Welt nicht.
      b) Atheismus- meines Wissens erstmals von Th.v.Aquin in einem Gottesbeweis entwickelt. Später dann Verselbstständigung als philosophische und weltanschaulicher Atheismus. Bis ins 17.Jhdt. galt es als antiintellektuell und widersinnig, nicht zu glauben… .

  16. Titel eingeben
    Der Blog und sein Autor übertreffen sich mal wieder selbst. Es war diesmal ein klares, reines und läuterndes sonntägliches Lesevergnügen, aufgrund der vielen gelungenen Vergleiche, Metaphern und Schlussfolgerungen.

    Ich gehöre zu denjenigen, die immer wieder gerne von Jesus lesen, gerade die historischen Irrwege seiner Anhänger sind Legion, manchmal sogar mensch- bzw. kriegsgewordene.
    Im Christentum wurde die Wunschvorstellung, die Befreiung von „(Erb-)Sünde“ – was das ist, hat uns die alleinseligmachende Kirche gelehrt, bzw. geistert und wabbert in unseren Hirnen mehr oder weniger bewusst herum – und die anschließende „Reue“ gelehrt, die in fröhlicher Gemeinsamkeit wieder nach der apokalyptischen Wandlung und Läuterung zu paradiesischen Zuständen führen soll. Nur eben leider nicht in diesem Leben, sondern erst nach dem Tod.

    Sünde und Reue sind aber Bestandteil der jetzigen, diesseitigen und irdischen Existenz. Dadurch wird ein Mensch, scheinbar in Schuld und mit der Sünde geboren, so er denn den Worten der Kirche glauben schenken mag, ein willfähriger, humanoider Roboter, der das Programm der ihn mit frommer Denkungsart überfütternden Kirche immer gerne zu Befehl sein wird. Nur hier wartet die befreiende Erlösung. Man möge dies mal konsequent zu Ende denken, wie der Don schon empfahl, ebenso wie bei Mao oder Pol Pot.

    Theologen, die sich vorwiegend mit dem historischen Jesus beschäftigt haben, sind übrigens die Theologen, die sich am häufigsten von der Kirche abwenden. Reduziert man Jesus auf die Fakten, so gab es wohl mal einen Zimmermann in Galiläa, der für einen Aufstand sorgte, der aber blutig von den Besatzungsarmeen beendet wurde. Der Aufwiegler wurde mit dem Tode bestraft. Aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht am Kreuze. Der Rest ist Dichtung und – je nach familiär-religiöser Verstrickung – vielleicht auch ein wenig Wahrheit. Wer kann es beweisen?

    Nun hat sich gestern in Clausnitz ein Drama vor Kameras zugetragen, vermutlich zu frisch, um noch Eingang in des Don Blog zu finden. Gefühlte Verteidiger ihrer Heimatsphäre trafen auf Businsassen, die einst geflüchtet waren und dann beschlossen, es auf jeden Fall in der Bund. Rep. Deutschland besser zu haben als in ihrem sicheren Drittstaat, über den sie auf jeden Fall nach Deutschland eingereist sein müssen. So auch der 14-jährige Libyer mit längerfristiger Familiennachzugsoption, der – offensichtlich ein illegaler Wirtschaftsimmigrant – so gar keine Lust hatte, den Bus zu verlassen. Man wolle wieder zurück nach Dresden gebracht werden, verlangten die beharrenden Businsassen, wie auch der renitente Jugendliche.

    Dann griff die Polizei durch. Und das ist auf diese Art eigentlich so nicht richtig gewesen.
    Eigentlich hätte der Bus mit den sich Verweigernden noch schnell am Flughafen vorbeifahren müssen und die Insassen per Direktflug in ihre Heimat schaffen müssen. Es ist doch ganz offensichtlich, dass es diesen Migranten hier bei uns nicht gefiel und dass es auch erst des Einsatzes von Staatsmacht bedurfte, um hier wieder Ordnung herzustellen. Sieht so „Integration“ von Seiten der Migranten aus? Wer sich den Anweisungen der Staatsmacht widersetzt, hat meiner Meinung nach in Deutschland wirklich gar nichts verloren oder gehört in eine geschlossene Erziehungsanstalt mit Strafcharakter.

    Für alle, die dies für unmenschlich halten, sei geschrieben, dass kein deutscher H4 Empfänger – und leben seine Vorfahren auch bereits seit Jahrhunderten nachweisbar auf deutschem Territorium – das Recht auf freie Wohnsitzwahl hat, jeder H4-Empfänger unterliegt der Residenzpflicht.
    Ich staune manchmal, mit was für einer Selbstverständlichkeit hier sog. „Asylanten“ in fremder Sprache auf das Recht auf freie Ortswahl pochen und sogar in überregionalen Medien und Parteien ein Sprachrohr finden, dass die hiesig geborenen Armen niemals erreichen können, und sei ihre Not auch noch so groß.

    Ich will hier nicht einen nicht auszufechtenden Kampf zwischen den Armen dieser Welt provozieren, ich bezweifle auch gar nicht, dass es auch den Wirtschaftsimigranten in ihren Heimatländern nicht so gut geht, wie bei uns.
    Aber irgendwie haben diese es geschafft, ein paar tausend Euro oder Dollar zusammenzusparen, um sich überhaupt erst auf den Weg machen zu können und die Schleuser zu bezahlen. Das es manchem von den Zuwandernden in ihrer Heimat vermutlich vergleichbar finanziell besser ging, als hiesigen H4-Empfängern, wird in der ganzen scheinheiligen Willkommens- und Barmherzigkeitsdebatte völlig vergessen.
    In den Tafeln – eigentlich dürfte es laut hiesiger Sozialstaatsverpflichtung gar keine Tafeln geben – gibt es nicht mehr genug zu essen für die Einheimischen, die Zuzügler bedienen sich dort mit unfairsten Methoden und denken nur an sich. Über nahezu nicht vorhandenen, bezahlbaren Wohnraum in städtischen Ballungszentren brauche ich hier nichts mehr zu schreiben.

    Es gibt im „reichen“ Deutschland kein Geld mehr für Schwimmbäder, Bibliotheken und Kulturveranstaltungen.

    Vieleicht sollte man endlich geeignte Mittel ergreifen um diesen „Kreuzzug“ aus Afrika und dem Orient, den ich jetzt einfach mal „Halbmondzug“ nenne, endgültig zu stoppen. Und da halte ich den elektrischen Grenzzaun, bzw. eine feste Mauerverteidigung für ein jeweils sehr humanes Mittel.

    • Gefühlte Verteidiger?
      Ich halte von der Merkel-Politik gar nichts, und erschütternd ist, dass von vielen Stimmen der Gesellschaft, die ich früher respektiert habe und die zum Denken in Kausalitäten fähig sind, das reine Nichts der Planung gepriesen wird, als sei es das Ding an sich. Ein unangenehmer Hang zur mystischen Verehrung tut sich da auf, und da schneidet Augustinus vielleicht gar nicht so schlecht ab, immerhin bekannte er sich zur Demut (die er aber vielleicht gar nicht hatte). Etwa der gute Herr Prantl. In dem sah ich einen Rechtsstaatsfanatiker, der zuweilen überzieht. Nun stellen wir fest: Das Interesse am Rechtsstaat scheint er etwas verloren zu haben, sonst wären ihm die Implikationen für die Verfassung wichtig genug, sie zu erwähnen. Deprimierend genug. Dass das alles, was ich immer mal wieder las, reine Heuchelei war, das ist erschütternd.

      Aber um nichts in der Welt akzeptiere ich eine Nähe zum Mob in Clausnitz, die lehnen dieselbe Politik ab, die ich auch ablehne, aber auf eine Art und Weise, die nur Frösteln hervorruft und das auch noch aus den falschen Gründen. Wenn das das Volk ist, dann sollte es weniger Volk und mehr Bevölkerung geben. Gewisse Dinge tut man nicht, und das Einschüchtern von Menschen (von denen Sie sich erstaunlich sicher sind, dass sie keine lauteren Motive haben können – und auch Illusionen können lauter sein) gehört definitiv dazu. Selbst wenn man es nur strategisch sieht und die Moral erschießt: Ich sehe den Sinn nicht, sich haargenau so zu benehmen, wie die Claudia Roths oder Stokowskis dieser Republik es erhoffen, damit sie ihr Gutsein aufpolieren können. Und ein “ Halbmondzug“, was soll das sein? Die Leute wollen ein besseres Leben, das ist bei den meisten alles. ( Dass Erdogan und die Saudis eine Agenda haben, steht auf einem anderen Blatt). Und ich wüsste nicht, was daran vorwerfbar ist. Machbar ist es alles nicht, es besteht kein Anlaß sinnlos Gesellschaften zu destabilisieren, die funktionieren. Wenn man jedoch von den mitgereisten Kriminellen und Glücksrittern absieht, sind die sog. „Flüchtlinge“ die Gruppe, über die ich mich noch am wenigsten ärgere. Die verstehe ich. Merkel verstehe ich nicht, die Medien geben mir Rätsel auf, der Rückfall ins Urchristentum entsetzt mich ( hätte das funktioniert, wäre man vor 2000 Jahren dabeigeblieben.) Vor den Clausnitzern jedoch sollte man sich hüten.

    • @candidesgarten
      Das geht mir eben so wie Sie es beschreiben. Irrte nur Merkel, hätten wir eigentlich kein Problem. Aber nein , wie die Lemminge kriechen sie hinter ihr her und beweihräuchern ihre unergründlichen und weisen Beschlüsse, die es vermutlich nie gegeben hat, sondern es war purer Populismus ihrerseits und gefühlsduseliger protestantischer Moralismus. Als müsste man auf Irrationalität nochmals Irrationalität aufhäufen. Und ja, DAS macht mir Angst, wie sich da eine Gesellschaft gleichschaltet und dadurch die Entwicklung von gefährlichen Extremen produziert.

      Wenn die Sache um freie Meinung etc. einmal aus dem Gleichgewicht gebracht ist und die Fähigkeit zu Sach-bezogener Argumentation an die Moralismus-Ideologie verloren gegangen ist, dann ist damit ein Keim des Untergangs einer zivilen Gesellschaft gelegt. Und ich sehe die Verantwortlichen primär bei denen, die Alternativlosigkeit predigen- und Willkommenskultur (am besten noch Nächstenliebe per Gesetz einfordern!). Und ja, das Überheblichkeitssyndrom der ungebildeten Politiker: sich als Lehrer des Volkes und nicht als seine gewählten Vertreter zu verstehen ist ein weiterer Brandbeschleuniger.
      Insofern trifft der vorliegende Artikel den wunden Punkt: Die Menschen müssen endlich wieder offen miteinander reden können, ohne dass gleich „Nazieh-Vergleiche“, „Hetzer-Vorwürfe“, „Rassismus-Anwandlungen“ etc. wie Stinkbomben in den Raum geworfen werden.

      Genau diesen Weg hat die Administration Merkel mit Hilfe von Links-Grün aber so ziemlich vermint. Keine Ahnung, wie das funktionieren soll!

      PS.: Ihren Begriff „Rückfall ins Urchristentum“ verstehe ich nicht.
      Die Amtskirchen, wieder voran die evangelische, zeigen mit ihrer Ideologisierung von Nächstenliebe (in meinen Augen genau das Gegenteil der URchristlichen Gemeinden) eine Sollbruchstelle des Christentums. Dieses ist eben keine Ideologie, sondern zuvorderst ein persönlicher Glaubensweg!

  17. ...ich habe nie gesagt, wir schaffen das alleine...
    Erste strategisch verklausulierte Absetzbewegungen sind zu verzeichnen:
    O-Ton Kanzleramtsminister Altmaier: „Selbst im Falle eines Scheiterns sei die Politik der Bundesregierung richtig gewesen: „Der Versuch, eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise zu erreichen, bleibt auf jeden Fall historisch richtig. Ob es gelingt, kann man nur durch den Versuch herausbekommen.“
    Dann ist’s auch nur noch ein kleiner Schritt zu der nicht ganz neuen Aussage, das deutsche Volk habe sich leider der großen ehrenwerten Aufgabe nicht gewachsen gezeigt und müsse nun zwangsläufig mit den Folgen leben.

    • „Wenn der Krieg verloren geht, wird auch das Volk verloren sein. […] Es sei nicht notwendig, auf die Grundlagen, die das Volk zu seinem primitivsten Weiterleben braucht, Rücksicht zu nehmen. Im Gegenteil sei es besser, selbst diese Dinge zu zerstören. Denn das Volk hätte sich als das schwächere erwiesen und dem stärkeren Ostvolk gehöre dann ausschließlich die Zukunft. Was nach dem Kampf übrigbliebe, seien ohnehin nur die Minderwertigen; denn die Guten seien gefallen.“

      https://de.wikipedia.org/wiki/Nerobefehl

    • Das it etwas gemein, aber tatsählich ght es jetzt darum, andere Schuldige zu finden. Hauptsache, die Führerin Europas hat alles richtig gemacht.

    • @Perkeo
      Ich finde Ihren Verweis auf die Parallele im Führerbunker treffend !

    • Nein, hat sie nie gesagt, ist schon klar
      erinnert dennoch stark an „das teutsche Volk war meiner nicht würdig“ und an den Nero-Befehl. Wenn es doch nur mal soweit wäre, mit dem „war“.

    • Merkelismus in seinem Lauf
      Die Parallele liegt auf der Hand. Man sollte solche Äußerungen unbedingt sammeln, denn die „Absetzbewegungen“ sind zugleich die Präludien neuer Dolchstoßlegenden. Sammelbände des politischen und publizistischen Wahnsinns gibt es auch für 1914-1918 oder 1933-1945. Das undankbare und unverständige Volk fiel der das historische Banner tragenden Staatsratsvorsitzenden Me. und ihrer MED in den Rücken wie 1989. Derzeit jedoch gilt noch: „Den Merkelismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf“, und das gibt auch eine Einschätzung des Bürger preis, der ziehen und dabei „ija“ sagen darf. Der genannte Satz wird für den Merkelino auch dann richtig bleiben, wenn die historische Notwendigkeit sich als nicht notwendig herausgestellt haben wird, wie 1918, 1945, 1989. Schön, dass Herr Al. das jetzt schon sagt.

    • @Perkeo,
      Perkeo,
      sehen sie es mal aus einem anderem Blickwinkel….
      „Dann ist’s auch nur noch ein kleiner Schritt zu der nicht ganz neuen Aussage….“
      Was genau würde denn ein nicht in der Merkel Welt Lebender als die von ihnen sogenannte „große ehrenwerte Aufgabe“ sehen?
      Ich für meinen Teil sehe diese Aufgabe darin die Idee, dass sich ein Volk dem man die demokratische Freiheit zugesteht, diese dazu benutzt sich „Anführer“ zu wählen, die fähig sind im Interesse dieses ganzen Volkes zu regieren.
      So gesehen hat ihre Wiederholung jenes damals natürlich anders gemeinten Satzes vom „deutschen Volk (das) sich leider der großen ehrenwerten Aufgabe nicht gewachsen gezeigt (hat) und es muss nun zwangsläufig mit den Folgen leben” den Kern des heutigen Problems recht gut getroffen… und sie haben ihn übersehen.

      Die Mitglieder des deutschen Volkes haben ihre Werte auf Neid und Habgier reduziert und sich deshalb in den letzten 30 Jahren nicht die Fähigsten zu Anführern gewählt, sondern Witzblattfiguren wie Kohl, Schröder und Merkel.

      Können sie mir ein Argument anführen, dass der Einsicht, dass die jetzige Entwicklung nicht gerecht, wohlverdient und selbstverschuldet ist?

  18. Einigermaßen unentschlossen und zunächst beeindruckt
    stehe ich mal wieder vor einem dieser Don-Texte wie einst vor den senkrechten Wänden der Marmorbrüche im Hinterland der Versilia, die ich gelegentlich besuchte. Wenn ich nicht mehr weiter weiß bilde ich keinen Arbeitskreis auf Twitter ( u.A., benutze diese ganze Pest nicht, wäre diesbezüglich vermutlich auch nicht sehr „zielführend“) sondern schaue mich ein wenig bei einem meiner Lieblingsautoren und schwäbischen Philosophen für den regionalen Hausgebrauch Thaddäus Troll um.
    .
    Dieser Mensch schrieb, darauf weise ich hin, einige Zeit vor der Ausbreitung des Internets und ist somit unschuldig, auch als Namensgeber, für gewisse Teilnehmer in diesen elektronischen Diensten. Zugegebener Maßen auch kein Vertreter „der Welt des höchsten Seins“, wie die die von Don Angeführten, aber immerhin so hilfreich, dass er auf gewisse heimatnahe Bezüge hinweisen kann, die den Thesen des Augustinus nicht so fern erscheinen. So weist er in seinem Buch „Deutschland deine Schwaben“, Kapitel 14 „Schwäbische Sex“, auf die Aussagen eines Probstes des Klosters Obermarschtal aus dem 14. Jahrhundert hin, der sich mit dem Gedanken befasste das mit dem Chorherrenstift verbundene Frauenkloster aufzuheben.
    .
    „In Betrachtung, dass die Bosheit des weiblichen Geschlechtes alle Bosheit der Welt übersteigt, dass kein Zorn den Zorn einer Weibsperson übertrifft, wie auch dass das Gift der Schlangen und Drachengelichter zu heilen ist und unschädlicher sei als Vertraulichkeit mit dem anderen Geschlecht, haben wir beschlossen, in Zukunft keine Ordensschwester zur Vermehrung unseres Verderbens mehr aufzunehmen….“
    .
    Obwohl ich mich der Grundaussage des frommen Herren nicht gänzlich anzuschließen vermag, so finde ich doch dass seine Aussagen sowohl auf gewisse Exemplare des weiblichen Geschlechtes, in Dons Aussagen mehr oder weniger verklausuliert bei SPON und in der Hauptstadt ansiedelt, nicht vollständig zu negieren anheim gestellt sind.
    .
    Leider nur, was Berlin betrifft: “ Merk….äh Amalswintha verzagte nicht nach Frauenart, sondern kräftig wahrte sie ihre offenen Gre…, äh, ihr Königtum“ Prokop, Gotenkriege 1,3

  19. Kein Ausweg nirgend
    Jeden Tag habe ich den festen Vorsatz nichts, absolut nichts mehr über die Flüchtlingskrise und ihre komplett wahnsinnig gewordenen Apologeten zu lesen. Es macht mich krank, es vergiftet mich, es raubt mir jede Kraft.

    Hunderte tobende und brüllende Clausnitz-Tweets sehend, halte ich alles für verloren, es sind einfach zu viele. Auf ein so harmloses Blatt wie den österreichischen „Kurier“ ausweichend, finde ich auf der Titelseite die Forderung einer SPÖ-Politikerin – naturgemäß in den als Wohngegend unerschwinglich gewordenen inneren Bezirken aktiv – bei „Hetzartikeln“ die Presseförderung zu streichen. Als ob Zensur das Normalste auf der Welt sei. Eines unserer schönsten Palais, bisher französisches Kulturinstitut, wurde an Katar, das berühmte Hotel Imperial an Saudi-Arabien verkauft. Keinem Filmdrehbuch würde man das abnehmen.

    Ihre wunderbar klugen Essays zu lesen sind die raren kostbaren Lichtblicke, obwohl ich einiges nicht teile. Rechte Parteien scheitern nicht an einem obsoleten Familienmodell. Für Abtreibungsgegner finden sich keine Mehrheiten, das interessiert auch angesichts von Shariagerichten niemanden mehr.

    Die Rechtsparteien scheitern an ihrem verheerenden unmöglichen Personal. Teilweise zu Recht ausgegrenzt sind sie Sammelbecken unfähiger Dummköpfe. Selbst in einem riesigen Land wie die USA findet sich nur eine Knallcharge um Interessen der verhöhnten und ausgepressten Unter- und Mittelschicht zu vertreten.

    Außer verzweifelten Aktionen sehe ich in Deutschland keinerlei Widerstand. Und wenn sich dort nichts ändert kann Österreich eine Begrenzung, die meiner Meinung nach nur zur Bevölkerungsberuhigung behauptet wird, nicht durchhalten.

    Im Übrigen hoffe ich, Sie lesen das nicht alles wirklich durch – es ist eine Zumutung. Betrachten Sie die Überlänge bitte nur als Ausdruck größter Achtung Ihrer Arbeit.

    • Doch, ich lese das alles durch. Es freut mich, dass es Ihnen gefallen hat.

    • Lieber Gast aus Wien
      Zwei Dinge, die mich trösten an Tagen, an denen ich denke,
      ich kann keine einzige Nachricht zum Thema mehr aushalten.
      (twitter habe ich nie benutzt)
      Sehr gute Geschichtsbücher lesen, diese Dramen sind so wunderbar weit weg und alles scheint logisch und folgerichtig.
      Das andere ist, mir zu herbeizuwünschen es möge jetzt sehr schnell sehr schlimm werden, dann wird irgendeine Art des Richtungswechsels kommen.
      Vielleicht hilft es Ihnen.

  20. "Wenn´s schee macht"
    Lieber Don Alphonso,

    wie könnte der Tag noch freundlicher beginnen.Die Sonne scheint, eine gute Tasse Kaffe und an Ihren Gedanken teilzuhaben.

    Gestern war ich ein wenig bedrückt als ich vom Tode Umberto Ecos in der Zeitung las, diesem großen Kenner der geschichtlichen Zusammenhänge. Doch Ihre Zeilen geben mir ein wenig Trost.

    Wer Pausanias, Arius, Augustinus. Ambrosius, Beatrix von Storch, de Sade, Pol Pot, Mao, Stalin, Hitler, Eusebius, Putin, Tichy, den heiligen Geist, Hannah Arendt und Mao in 9080 Teichen abhandeln kann sollte man, wie Eco, als einen der letzten Universalgelehrten betrachten.

    Und wie recht Sie doch haben, wenn Sie schreiben:“Es lohnt sich, diese Texte langsam, ruhig und gelassen erst einmal zu lesen und zu verstehen.“

    Das erlauchte Leserpublikum der FAZ, wie Ihres Blogs sind selbstverständlich mit all den oben aufgeführten Namen, ihrer Biographie, wie deren Werken vertraut und die große Ihnen zugeneigte Leserschaft bedurfte auch nicht der Belehrung dieses menschlichen Dramas aus Mecklenburg-Vorpommern, das man ästhetisch, theologisch und soziologisch noch zu erfassen versucht, als es meinte: „mal wieder in den Gottesdienst zu gehen oder ein bisschen bibelfest zu sein oder vielleicht auch mal ein Bild in einer Kirche noch ein bisschen erklären zu können.“

    Ich fragte mich nur was die Anderen jetzt machen sollen? Denn die Zeit diese Texte „langsam, ruhig und gelassen erst einmal zu lesen und zu verstehen“ haben viele nicht.

    Selbst in den Ihnen vertrauten Vierteln und nur 50 km von Ihnen entfernt sind die Menschen nicht so sehr mit der nachzuarbeitenden Literatur beschäftigt, als mit jenen, denen die europäische Geschichte so quasi am Arsch vorbeigeht, obwohl diese ihnen ja gerade das Dach über dem Kopf ermöglicht.

    Ja, nur 45 Minuten vom Tegernsee entfernt sorgen sich Eltern um ihre Kinder; in Grünwald, so im Münchner Merkur zu lesen, vor wenigen Tagen: „„Unsere Töchter und Söhne (übrigens auch Mütter) wurden in den letzten Wochen mehrfach von jungen, männlichen Flüchtlingen verbal belästigt (u.a. „ficki ficki“).“

    So mancher mag das ja noch als harmlos einschätzen. Uns bleiben da ja noch die Gedanken an Köln, an Silvester, davon berichtete ja noch die deutsche Qualitätspresse, um anschließend sofort wieder zu verstummen.

    Ich frage mich ja noch heute, weshalb man uns deutschen Frauen den Ratschlag gab auf Armeslänge Distanz zu halten zu bestimmten Personen, während jene Personen die uneingeschränkte Freiheit haben, diese Distanz nach Belieben zu unterschreiten.

    Nach Ihren Gedanken zu den zahlreichen von Ihnen genannten Personen, werden sich vielleicht die Straßen und Plätze etwas lichten, da viele Frauen zu Hause, in einer Art Nachholbedarf, so manchen Text erst einmal “ langsam, ruhig und gelassen lesen“ werden, um diese vielleicht einmal zu verstehen.

    Und, wenn wir in den kommenden Tagen eine junge Frau über die Straße gehen sehen mit ausgestrecktem Arm, so wird sie vielleicht ein Buch in der Hand halten, um sich auf das von ihnen vorgegebene notwendige Bildungsniveau hochzulesen. Da gab´s doch mal einen Werbespot von Müller: „Wenn´s schee macht“

    Mit freundlichem Gruß

    ObjectBe (objectbe.blogspot.ch)

  21. Von wegen Korrekturen ...
    „Don Alphonso ist eine Kunstfigur, die seinem ((„ihrem“ evtl. ?!?)) Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.“

    Oder handelt es sich um einen versteckten Beitrag zur Genderdebatte inkl. persönlicher Opferbereitschaft hinsichtlich der Ausmerzung hinfälliger Geschlechternormen?

    • Das ist von Anfang an so und aus irgendwelchen technischen Problemen nicht zu ändern. Es gab sogar mal einen Schirrmachererlass, das zu berichtigen, aber es hat nichts genutzt.

    • Inzwischen ist der Fehler längst traditionelles Kulturgut.

    • Alles ok dann
      Wenn’s Kultur ist, dann hat’s wohl ihre Richtigkeit …

  22. Die Kunstgeschichte der Antike lehrt mich das Fürchten
    Aber die Freunde rettet’ er nicht, wie eifrig er strebte;
    Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben:
    Toren! welche die Rinder des hohen Sonnenbeherrschers
    Schlachteten; siehe, der Gott nahm ihnen den Tag der Zurückkkunft.

    Die aktuellen Sirenen sind keine Gefahr. Bei Roth, Käßmann & Co rudert jeder automatisch davon. Aber es werden massenhaft polit. korrekte Kühe geschlachtet! Sonnengöttins Oben-Ohne-Fluch wird die BRD im Islamsturm zerschellen lassen.

    Allein der listenreiche D.A. wird Liguriens Strand lebend erreichen – entgegen der schriftlichen Quellen nicht als Bettler. Auch sein dt. Hund ‚Kredit‘ ist in Südeuropa längst tot und begraben.

  23. Bürgerpflicht
    In einer früheren Stützen-Geschichte verwies jemand bereits
    mal auf Augustinus. Die entsprechende web-site fand ich sehr
    interessant. Dort steht u.a. auch heute noch:
    „Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist
    unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“
    Ohne „spezielles Religions-Gen“ aber nicht spirituell abgeneigt,
    ist das für mich ein Mantra, das wirken kann, wenn man sich
    tief genug versenkt und die Außenwelt ausschließt.
    In tiefster Verzweiflung mag es ein hilfreicher Anker sein.
    Jeder weiß von der Kraft von Placebos, von heilender Energie,
    und von der universellen Sprache der Musik, die auch heilt.
    .
    Davon abgesehen ist natürlich Unterwerfung und Gehorsam,
    genau das was Herrscher wollen.
    In Berlin besuchte ich die Ausstellung „Gehorsam“.
    Da erst wurde mir in aller Tiefe klar, wie fatal solch purer
    Glauben wirken kann. Nach jüdischen Glauben ist
    Abraham der Stammvater des Volkes Israels.
    Aber auch in den anderen Glaubensrichtungen:
    katholisch, orthodox, evangelisch, armenisch, koptisch,
    oder syrisch-orthodox, ist Abraham HEILIG!
    Abraham, ein Mann der auf Verheißungen hin bereit
    gewesen sein soll, seinen Sohn zu opfern, müsste doch eher
    Ekel + Abscheu hervorrufen.
    .
    Nun ist auf wikipedia nachzulesen, dass es, außerhalb von
    biblischen Erzählungen und davon abhängigen Traditionen,
    keine Nachweise für die Existenz Abrahams gibt!
    Fazit: Damals wie heute werden Geschichten – je nach ihrer
    Verwertbarkeit- „okkupiert“, weitergegeben und geglaubt.

  24. Information
    Lieber Don,

    vielen Dank für diesen schönen blog! Gedankenkontrolle war schon immer wichtig. Aus gegebenen Anlass ein (kolportiertes) Zitat von einem gewissen Amr ibn al ‚aas, etwa 642 AD: „Quod ad libros quorum mentionem fecisti: si in illis contineatur, quod cum libro Dei conveniat, in libro Dei [est] quod sufficiat absque illo; quod si in illis fuerit quod libro Dei repugnet, neutiquam est eo [nobis] opus, jube igitur e medio tolli.“ Glücklicherweise kann man das internet, und die Unzahl noch zirkulierender Bücher, nicht so schnell verbrennen.

    Cheers,
    Der Onkel

  25. leider wird es immer schwieriger, andere Meinungen (im Internet) zu lesen...
    ..um überhaupt reflektiert darüber nachdenken zu können… da ja inzwischen die Zensur in Deutschland wieder en vogue ist.

    PI-news ist per Smartphone nicht mehr erreichbar, dank Maas-Zensur.

    Zwar bin ich kein Fan der PI-News Seite, aber nachdem man seit September 2015 den sog. Mainstream Medien leider nur noch eingeschränkt vertrauen kann, muss man sich eben auch mal nach anderen Informationsquellen umsehen.

    Da inzwischen BKA-Lageberichte über Kriminalität durch Migranten alias Flüchtlinge immer als vertraulich eingestuft werden und offenbar gehackt werden müssen, um an die Öffentlichkeit zu gelangen, ging es nun auch Anonymous an den Kragen und die Facebook Seite wurde von der Zensurstelle des Justizministeriums gesperrt.

    Anonymous muss jetzt über die russische Plattform vk.com publizieren.

    Demnächst wird man wohl versuchen uns die Denkarbeit beim Lesen vollständig abzunehmen, da es (auf allen Medien) dann ohnehin nur noch eine Propagandaversion gibt. Die DDR-Erfahrenen kennen da ja schon und haben Erfahrung, wie man zwischen den Zeilen liest.

    Wir anderen müssen das erst lernen…

    • Um PI sollte es keinem Leid tun.

    • Es ist schade um JEDE QUELLE,die zensiert\ indiziert wird. @DA
      Denn bei pi finden sich auch sehr seriöse Berichte u. Verweise (habe pi selbst erst vor ein paar Wo entdeckt, da meine vorherigen Quellen kontrastiert werden mussten(bspw. FAZ)

      so auch dieses Gespräch mit dem Politologen Prof.Patzelt, das die Problematik ganz ohne unnötige Emotion darlegt.
      http://www. pi-news.net/2016/02/video-patzelt-ueber-merkels-niedergang/

    • Wer immer noch SPON liest, soll gefälligst auch RT gucken
      Was für ein krachender Wumms! Da haben Sie, Don Alphonso, trümmerfeldübergreifend Bildungsbausteine gesammelt, kunstvoll aufgetürmt und mit Nonchalance vermörtelt („9080 Zeichen“!) – und dann drehen Sie sich einmal kurz zum Publikum und reißen mit Ihrem Allerwertesten alles wieder ein. (32 Zeichen.)

      Es „sollte keinem leid tun“ – ob es das sollte, ist kein zulässiges Kriterium, wenn es um Zensur durch eine verfassungsrechtlich extrem zweifelhafte Public-Private-Partnership geht. Es ist so irrelevant wie die musikalische Qualität der Eagles of Death Metal oder der Unterhaltungswert von Mohammed-Karrikaturen. Das wissen Sie natürlich auch selbst. Ich sage ja nur: Es hat wumms gemacht.

      Propagandapluralität ist immer noch besser als verordnete Einheitsmeinung.

      Je öfter Leute auf ihrer persönlichen Filterblase – egal in welcher Form – bestehen, desto schwerer wird es, an die Kraft des Arguments zu glauben. Die Zuflucht in die Nonchalance fällt einem dann so leicht wie einem Marathonläufer, den die Athener mit seiner frohen Botschaft nicht sterben, sondern zurücklaufen lassen. Mit der Frage: „Gegen wen nochmal?“

  26. Die Tücke mit den Blasen
    Ich gestehe, als offenbar einziger Leser des Dons, hiermit ein, dass ich mich mit den Bezugstexten bislang überhaupt nicht beschäftigt habe. Möglicherweise könnte ich das in einer stillen Stunde nachholen. Was ich aber auf jeden Fall tun kann ist, mich erneut für einen Beitrag des Dons zu bedanken.

    Es ist schön zu wissen, dass Menschen gibt, die ähnliche Schlüsse ziehen wie ich. Obwohl mir dabei natürlich bewusst ist, dass auch ich damit Gefahr laufe, mich in der Blase Gleichgesinnter Verstärker zu verfangen. Und doch, so gefährlich ist der freie Gedanke ja gewöhnlich nicht (mehr). Seit der Aufklärung jedenfalls nicht.

    • Subjektor - Sie sind nicht allein
      Auch mir sind die Bezugstexte fremd. Ohne Abitur oder Studium, dagegen mit fast 45 Jahren Berufsleben, bleibt einem nur, sich umfassend in alle Richtungen zu informieren. Und die Beiträge gem. der Head dieses Blogbeitrages „Wie man im Internet andere Meinungen lesen sollte“ zur Kenntnis zu nehmen, man muss sich ja keine fremde Meinung zueigen machen. Wenn ich mich in meiner Meinung bestärkt oder gänzlich abgelehnt sehe, lese ich den Beitrag noch kritischer. Nehme gern Querverweise in Kommentaren in Augenschein und versuche, halbwegs sachlich in meiner nicht allein seligmachenden Meinung zu bleiben. Da es nirgends die absolute Wahrheit gibt, liegt diese wohl irgendwo in der Mitte. Diese zu suchen erfordert Zeit und Mühe, ob man sie findet, ist noch wieder eine andere Sache.

  27. So what?
    Habermas sagte schon 2001 (so ungefähr): Also so ohne Augustinus haben wirs die letzten 200 Jahre probiert, und hat auch nich geklappt.
    .
    Nich das Augustinus keine (sexuellen) Neurosen hatte – wer aber meint, daran ihn zu messen, der hat auchn Knacks. Als hätt Augustinus nix anderes zu tun gehabt hätte, tagaus, tagein seinen komplexen Beziehungsstatus zu seinem Geschlecht auf Facebook zu teilen.
    .
    Da lobe ich mir doch Zizek: Das tolle an Psychoanalyse ist, zu lernen, dass es wichtigeres als meine Dachschäden gibt.
    .
    Wenn der Historiker den anderen eins voraus hat, dann, dass er Augustinus lesen kann, ohne gleich an Chauvinismus, Selbstkasteiungen, schlecht sublimierte Triebe oder ähnliches zu denken. Vermutlich wollten Sie das bestimmt sagen.

    • Augustinus - DeSade
      Ich finde das schon recht erstaunlich , außer Mob und Gabi versucht hier keiner eine Ehrenrettung von Augustinus, obwohl D.A. schon einen Korridor vorgegeben hatte (brillanter Denker).

      Zieht man dabei in Bewtracht, dass der andere gen.Autor M.de Sade ist, dem ich bspw. einen metaphysichen Körperbegriff und neben fehlendem physiologischen Realitätssinn (neben anderem)
      auch eine mindere literarische Begabung (vgl. bspw. mit Lautreamont, Die Gesänge des Bösen) bei einer recht zweifelhaften Folgegeschichte vorwerfen würde,- dann wundert das schon.

      Stelle ich mir vor, dass im Kreise meines Onkels, Literatur- Sprachwissenschaftler konservativ katholischen Geblüts, über beide Autoren vor 40 Jahren gesprochen worden wäre, so wäre das Verhältnis vermutl. anders gewesen: Augustinus wäre gelobt und deSade verworfen worden.
      So hat jede Zeit ihren Geist.

      Geistesgeschichtlich bleibt von Augustinus weniger sein gestörtes Verhältnis zu Frauen als eher sein heute hochaktuelles VErständnis der Zeit und andere philosophische u. theologische Einnordungen oder seine tiefe personale Spiritualität (s.o. bei „Gabi“). Augustinus war vor seiner Konversion zum Christentum einer der Hyperintellektuellen seiner Zeit, ein Dandy und Lebemann.
      Auch Nietzsches oder Kafkas Verhältnis zu Frauen war schwer neurotisch… .
      Auf deSade bin ich durch die franz.Philosophie der 1970-er gestoßen und habe nie verstanden, was die Leute an ihm so hochgejubelt haben.

    • Ach.... Patrick
      „Auf deSade bin ich durch die franz.Philosophie der 1970-er gestoßen und habe nie verstanden, was die Leute an ihm so hochgejubelt haben.“

      Das glaub ich gerne, sie hätte es mal mit Nachdenken versuchen sollen… aber warum soll man solch ein Riskio eigehen, gell? Am Ende muss man noch feststellen, dass man falsch liegt und bekommt Depressionen

    • Warum auch verteidigen
      De Sade hab ich nich gelesen. Daher kann ich dazu nichts sagen. Und bis zur neueren Moderne bin ich noch nicht vorgedrungen. Davor kommen noch andere Autoren.
      .
      Augustinus muß ich gar nicht verteidigen. Das kann der schon alleine. Gibt generell nur zwei Wege: seine Argumente sprechen aus sich heraus oder man benutzt die (vermeintliche) Güte der Person.
      Letzteres spricht aber für die (fehlende) Güte der kommentierenden Person.
      .
      Da lob ich mir doch Thomas: Der hatte eine gute Debattenkultur. Die Themen in Quaestiones sammeln und als These formulieren. Dann die Gegenthesen sammeln, deren Argumente darlegen. Weiter seine Gegenargumente vortragen und seine Argumente für die Ausgangsthese präsentieren. Zum Beschluß seinen Verständnis noch kommentieren.

  28. ohne Worte
    Dem, verehrter Don Alphonso, was Sie da niederschrieben, ist nun wahrlich nichts hinzuzufügen. Danke dafür!

  29. Der Glaube...
    auch der nicht-religiöse, tritt jedes Argument in den Staub.

  30. Nous avons besoin de nouveau une sorte de Poitiers.
    Ich fürchte um eine Neuauflage von Eudo von Aquitanien und Karl Martell wird „der Westen“ mit all´ seinen Ungläubigen nicht herum kommen.

  31. Ein wundervoller
    Text, grazie mille. Bin aber noch nicht fertig mit dem Denken und soll gleich Torte von der Nachbarin essen. Hoffe, Sie haben auch welche!

  32. ach, und PS noch vor der Torte:
    Als ich studierte, musste man wohl oder übel zum frühest möglichen Zeitpunkt seinen Abschluss machen; so verlangte es unerbittlich das Bafög-Amt; langsame behördliche Prüfungsbearbeitung setzte einen dann auf Studienabschlussförderung (Volldarlehen, wenn ich mich da richtig erinnere). Das war auch bei Ihnen so, nehme ich an; aber natürlich nicht bei Ihnen als Person, weil Sie sicher kein Bafög bekamen!

    Und als ich studierte, musste frau sich in verschiedenste Nebengebiete einarbeiten, wenn sie Freunde haben und sich mit denen gelegentlich mal unterhalten wollte. Das forderte ebenfalls eine Menge Gelassenheit (die man nächtens im Labor aber automatisch erwirbt). So unterscheiden sich halt die Perspektiven …

    • Bildungsreform - welche Zeiten!
      Heute werden kleine Klassen mit höchstens 10/15 Schülern für die Eingereisten geöffnet. Hätte man das mal mit den bildungsferneren Schichten schon bisher durchgängig gemacht. Wäre sicher nicht nur das eine oder andere Goldstück darunter zu finden gewesen.

    • Gast..
      Sie vermengen da zwei Dinge die nicht miteinander zu tun haben.

      Die kleinen Klassen für unsere muslimische Gäste sollen es jenen trotz ihrer Konditionierung ermöglichen, das Denken zu erlernen. Um sie zu nützlichen Mitglieder einer Gesellschaft zu machen, die dringend jener Anderen bedarf, die keinen Anspruch auf gesetzlichen Mindestlohn erheben.

      Früher ging es ganz im Gegenteil darum, jene die durch Geburt zu Klassenfeinden der besitzenden Schicht destiniert sind, daran zu hindern selber zu denken.

      Ersteres wird wohl nicht gelingen, letzteres klappte hingegen ganz hervorragend. Höchststeuersätze früher: 90%, heute 38%.
      Besitz Anteile heute: Oberster 1% = 50% des Restes…

      Tja, früher gabs halt noch fähige Politiker!

  33. Die Antifa und die Weisheiten von Meister Yoda
    „Zumal die Kirche der Deutschland allein seligmachenden Migration momentan doch die Gläubigen abhanden kommen, trotz der in der Moderne einzigartigen Legende vom gut ausgebildeten Afghanen, dem Mirakel der Kindervermehrung auf der Balkanroute, dem mystischen Wirtschaftsaufschwung, der siebenfachen Wandlung der Identität eines Terroristen, der Wundererscheinung einer Europäischen Lösung und den ökumenischen Bestrebungen mit dem Oberhaupt der kurdenbekämpfenden Türken. “

    Wunderbar, lieber Don, wie so ziemlich der ganze Rest Ihres Beitrages. Ich habe übrigens schon häufiger gedacht, dass Teile Ihrer Texte doch wunderbar für den Geschichtsunterricht geeignet sein dürften, um auf unterhaltsame Weise die korrekte Herangehensweise an Quellen zu vermitteln.

    Natürlich hat der sehr rationale Ansatz des Historikers, den Sie hier propagieren, mindestens einen klaren Haken, wenn es um Gegenwart und Zukunft geht: Egal, wie sehr man sich über Gedanken echauffiert, die in der Vergangenheit gedacht wurden – es macht das Geschehene nicht rückgängig. Deshalb kann man es sich in diesem Metier eher leisten, einen nüchternen, abwägenden und von moralinsaurer Erregung befreiten Standpunkt einzunehmen (und es es interessant, dass die Erregung meist umso kleiner wird, je länger das Geschehene zurückliegt; befasst man sich vor allem mit der Antike, hat man es dann besonders leicht). Hier liegt der Unterschied zur Empörung in der Gegenwart, bei der es in der Regel eben um die Unterdrückung von Gedanken geht, die man für *unmittelbar* schädlich hält und von denen man deshalb möchte, dass sie gar nicht erst (zu weit) gedacht werden. Interessanterweise ist die Empörung ja häufig auch besonders groß, wenn es sich um ohne weiteres einleuchtende oder stark mit natürlichen Regungen des Menschen zusammenhängende Gedanken handelt (wobei ich darum bitte, „natürlich“ in einem völlig wertfreien Sinn zu verstehen).

    In gewissem Umfang ist es im politischen Diskurs ja auch normal, wenn mit dieser Art von Empörung „gearbeitet“ wird. Viele Menschen dürften mit Ihrem Ansatz auch schlicht überfordert sein, sie könnten sich so keine eigene Meinung bilden. Das Problem, das wir im Moment mit Blick auf die Migrationskrise erleben, ist m.E. ohnehin anderes, das damit nur verknüpft ist, nämlich dass eine Seite – und in in diesem Fall eben diejenige der Vernunft – öffentlich völlig marginalisiert und dämonisiert worden ist, bis frühere Antifa-Parolen offizielle Politik des Staates wurden, obwohl sie vom größten Teil der Bevölkerung abgelehnt werden. Vielleicht hätten die Liberalen und Konservativen sich sogar eher echauffieren sollen, ja müssen, z.B. über das Einsickern von Linksextremen in den Regierungs- und Verwaltungsapparat oder über Dinge wie das Kirchenasyl?

    Insofern sehe ich auch nicht, dass man den liberalen und konservativen, ja nicht einmal den „rechtspopulistischen“ Kräften auch nur ansatzweise den gleichen Vorwurf machen könnte wie der Gegenseite: Merkel und ihre Claqueure haben schlicht so gut wie keine rationalen Argumente. Deshalb konstruieren sie eben – auch mithilfe handfester Lügen – eine Scheinrealität, deren mangelnde Wahrhaftigkeit sich aufdrängt, und im Zweifel zitieren sie dann halt auch noch Meister Yoda, um ihre Politik zu rechtfertigen (so tatsächlich jüngst Peter Tauber).

    • Es ist ganz einfach....
      Sehen sie… diese Witzblattfiguren als Links zu bezeichnen ist ungefähr so intelligent, wie die AfD und Pegida Leute für Konservative zu halten.

      Was genau hindert sie denn daran diesen Satz mal durchzudenken?

      Ihre Überzeugung, dass alles was Sch**** ist, nun mal links sein muss?

    • @TDV
      Na, TDV, Sie dürfen aber nicht mich dafür verantwortlichen machen, was sich inzwischen unter dem Begriff „links“ eingebürgert hat und an Politik „linker“ Parteien als real existierend begegnet. Einer vor kurzem durchgeführten Umfrage zufolge soll inzwischen ja sogar die CDU „links der Mitte sein“:

      http://www.sueddeutsche.de/news/politik/parteien-waehler-sehen-cdu-erstmals-links-der-mitte-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-151204-99-105940

      Ansonsten möchte ich schon darauf hinweisen, dass *ich* das Wort „links“ ausdrücklich gar nicht gebraucht habe, das waren Sie. Ich sprach lediglich an einer Stelle von „Linksextremen“, und zumindest bei Linken, Grünen und SPD gibt es auch in unterschiedlichem Umfang Leute, die man sinnvollerweise wohl nur so bezeichnen kann, und das, was sie machen, ist in der Tat in der Regel Sch****.

    • @tdv ICH WEIß, da hat Krampus Ihre Heiligen angeschissen
      – Sie arbeiten lieber mit einem astralen Begriff von „Links“.
      Da sind Sie übrigens ganz nah bei der Merkel-Kolonne. Die geben auch zu, dass da das Eine oder das Andere nicht stimmt in der real existierenden Form. ABER die IDEE- die sei unbedingt richtig und alternativlos…

      Durch Ihren Kommentar-Kommentar habe ich den von Krampus gelesen, den ich im Gegensatz zu Ihrem (wieder das Gehaltsproblem) wenigstens unterschreiben kann.

    • Krampus
      Da sie anscheiend nicht mehr wissen wollen was sie geschrieben haben … kleine Hilfe?

      „Vielleicht hätten die Liberalen und Konservativen sich sogar eher echauffieren sollen, ja müssen, z.B. über das Einsickern von Linksextremen in den Regierungs- und Verwaltungsapparat oder über Dinge wie das Kirchenasyl?“

      Wenn sie doch wissen, dass diese mit links nicht zu tun haben, warum benutzen sie den Begriff dann?

  34. verkehrte Welt
    Ja, die Altertumsforschung kann einen in ihren Bann ziehen. Leicht, darüber so manchen Gegenwartsbezug nicht richtig mitzukriegen. In Dtl., 2016 nC wird also übel gepöbelt, man lese & staune, nicht etwa von nationalsozialistisch gesinnten Mitbürgern, sondern von bösen Spiegel-Redakteuren, die das Rationale im verbrecherischen Handeln der neuen Völkischen einfach nicht erkennen wollen. Der Autor rät zur Gelassenheit, ich rate zu frischer Luft. Weit weg vom Mief der FAZ. mfG

  35. Die kommunikative Atemlosigkeit
    „Viele Schäden, viele Opfer, dafür wird aber keine einzige Seele oder Syrer gerettet, und am Ende wird von der Geschichte niemand recht bekommen.“

    Eine gute Kurzbeschreibung der aktuellen sozio-politischen Lage, werter Don, in ihrem bedenkenswerten Text. Auch durch den ständigen Druck der Unsozialen Netzwerke, sofort auf jeden umfallenden Reissack in Deutschland zu reagieren (Flüchtlingsbusse in Sachsen), gelingt es vielen Nutzern nicht mehr, die auf sie einstürmenden Ereignisse angemessen zu gewichten. Und schon schnappen sich die jeweiligen Follower die ihnen genehmen News und verbreiten sie sofort unter ihresgleichen.

    Was den Leser früher auf lokalen Flugblättern in einer Studentenmensa „beglücken“ konnte, wird nun auch aus der letzten Kaschemme im Sekundentakt auf das Smartphone-Display global verbreitet.

    Die heutige kommunikative Atemlosigkeit führt zu Trugschlüssen und Illusionen – bei Followern, Flüchtlingen und Einheimischen gleichermaßen. Dies insbesondere bei Bilddokumenten, deren Echtheit nicht persönlich überprüft werden kann. Das Rüstzeug einer guten Diplomatie und des Nachdenkens – die Beweggründe seines Gegenübers zu ergründen – geht verloren zugunsten einer moralisierenden Weltschau in der Gesellschaft.

    Viele Glaubensbekenntnisse rechter oder linker Gruppen unterscheiden sich durch nichts vom religiösen Eifer der Sektenprediger jeglicher Couleur. Und das deren „Wahrheitspresse“ einmal soviel besser wäre, ist nur eine weitere Legende, denn:
    Die ehemals schärfsten Kritiker der Elche werden nun selber welche (ohne es jedoch zu bemerken – mit einem Gruß an TDV).

    • Ich zitiere mal:
      „„Viele Schäden, viele Opfer, dafür wird aber keine einzige Seele oder Syrer gerettet, und am Ende wird von der Geschichte niemand recht bekommen.“
      Eine gute Kurzbeschreibung der aktuellen sozio-politischen Lage, werter Don, in ihrem bedenkenswerten Text.“ und

      „Die ehemals schärfsten Kritiker der Elche werden nun selber welche.“

      Sehen Sie, ich wüsste nicht warum ich mit einem Land etwas zu tun haben sollte, das, um bei dem obigen Beispiel zu bleiben, seine Luftwaffe in diverse Länder schickt um beim Morden mitzuhelfen….

      Ich weiss allerdings nicht genau worauf sie anspielen, aber ich habe mein Leben lang versucht stets dazuzulernen, von Leuten die anders als ich denken. Seine Meinung zu ändern, sofern man tatsächlich Grund dazu hat, erscheint mir nicht als etwas Falsches.

    • Pfeffer
      TDV, ich beziehe mich da auf ihre „unumstößlichen“, ähm „unverbrüchlichen“ Einsichten über die USA und andere Übeltäter. Und wenn sie pauschal behaupten: Von Augustinus lernen, heisst nichts lernen…. dann können wir unser Wissen ja getrost aus der Häppchenkultur von Google und co. beziehen.

      Dennoch geben ihre Kommentare und Links manchmal Pfeffer in den hier oftmals vorherrschenden Meinungs-Eintopf aus teutschen Landen ;-)

    • Sambossa....
      „…ich beziehe mich da auf ihre „unumstößlichen“, ähm „unverbrüchlichen“ Einsichten über die USA und andere Übeltäter. “

      Ich verweise in solchen Situationen immer gern auf diese Seite, mit drei Mausklicks zu erreichen:

      https://en.wikipedia.org/wiki/Timeline_of_United_States_military_operations

      Wenn sie sich diese mal ansehen, (fangen sie um Himmels Willen erst in den 50ern an, sonst werden sie nie fertig), könnten sie mir hinterher doch sicher in ein paar Zeilen antworten, welches Land sie einen grösseren Verbrecher halten…. und bitte nicht so tun, als hätten sie auch nur in einem einzigen meiner Beiträge je ein Lob für andere Staaten gefunden.
      Aber die USA sind nun mal in einer Kategorie ganz für sich allein.

      Ich warte schon ganz gespannt

  36. die einzig passende. weiterführende,über sich selbst hinausweisende kommentar
    kam leider einmal mehr wohl von außerhalb, und wurde als das anscheinend ohl nicht im entfernstesten begriffen.

    „Goodnight sagt: This is more than unprofessional, it’s uncivilized.“

    recht hat er. alles an don wirkt hier einmal mehr lieblos, egozentrisch, falsch rechthaberisch und narzißstisch.

    nicht einmal die tatsache, dass man taten von allem und zuallerst als taten der liebe verstehen sollte, scheint vor armut bekannt. geschweige denn, dass man sie täte, ggfls. unbekümmert um die folgen. aber im ungetrübten vertrauen auf die liebes- und liebeserkenntnisfähigkeit der anderen. es gibt ein netz.

    alle anderen mitdiskutanten dieses kultukreises aber bileben gefangene grad derselben sprach- und denkungsrart wie unser notorischer don? vermutlich ja.

    immerhin versuchte merkel ja noch stellertretend zu lieben. aber das ja auch ihr job, dafür wird sie ja bezahlt – für das viele geld, dass sie bekommt, kann man ja auch schon was verlangen.

    • Das ist doch eindeutig Love Speech
      Wenn die Regierung Leute bezahlt, um „Hate Speech“ zu unterbinden – müsste sie solche Kommentare nicht fördern?

    • Auch Mielke...
      hat schlussendlich alle nur geliebt. Ein weiterer Unverstandener.

  37. @ Renate Simon 21. Februar 2016 um 16:35 Uhr
    „Da es nirgends die absolute Wahrheit gibt….“ sollten WIR (schon wieder dieser „wir“ als soziologischer Begriff für den Zusammenhalt, der hier über die Kleingruppe à deux hinausgehen sollte) sorgsam darauf achten dass uns diese absolute Wahrheit nicht fremdbestimmt auf aufoktroyiert wird, möglicherweise von den eigenen Volksgenossen.
    Poitiers kann auch intern passieren, zur Not.
    Sagt einer der, außer den Besuchen bei seinen Kindern, je eine Uni von innen gesehen hat.
    .
    Und sollten Sie mal wieder bei all´ der Kakophonie innere Ruhe suchen dann ziehen Sie einfach in korsische „Hirtenmusik“ zurück (Polyphonie)
    https://www.youtube.com/watch?v=dPmwO3ZmhUg&list=RDxmbh4gTJ4Ag&index=19

    • Déjà de lautre côté de lhypocrisie,
      ich lasse mir ungern etwas oktroyieren, kann da recht störrisch werden.

      Amüsiere mich heute über das Verzweifelte Rudern der MP-Aspiranten Klöckner und Wolf https://www.cdurlp.de/artikel/gemeinsame-erklaerung-von-julia-kloeckner-und-guido-wolf
      Und noch mehr, dass Lindner eine Koalition mit den Grünen ausschließt.
      Man warte den Abend des 13.3. ab, ob er dann noch immer dieser Meinung ist, falls die FDP überhaupt in die Landtage kommt. http://www.welt.de/politik/deutschland/article152478417/Lindners-Machtwort-bereitet-der-FDP-Probleme.html

      Ich meine, nicht sehr empfänglich für Parolen, um es mal so zu nennen, zu sein. Ich lese sehr viele Zeitungen von „links“ bis „rechts“, denke mir meinen Teil, finde dieses Querlesen teils amüsant, verschiedene Standpunkte, die ich nicht einnehmen muss, meine Meinung ist recht konstant. Interessant sind immer die Kommentare der Leser, oft genug lesenswerter als der jeweilige Artikel, zumal sie einen Hinweis auf die Stimmung im Volke geben.

      Mir ist die Kakophonie meist Anlass zu großer Heiterkeit, was bliebe einem auch sonst anderes übrig.
      Danke für die korsische Hirtenmusik, die jetzt im Hintergrund läuft. Ist sehr speziell und war mir bisher wie so vieles unbekannt, gefällt aber.

  38. Religionsgeschichte und andere Geschichten
    Eben. Es hilft nichts in der Geschichte immer nur nach der Dummheit und moralischen Unterlegenheit zu suchen die man im Heute nun Gott sei dank überwunden hat.

    Man sollte aber eines nicht vergessen. Im Arianismusstreit gab es am Ende einen eindeutigen Gewinner. Abstand genommen zu haben, schützte und schützt nicht vor den Konsequenzen.

  39. SPON-Blase (wg. Twitter-Kommentar)
    Erst einmal Dank für die Zeilen über Augustinus, der als großer Kulturverderber auch heutzutage viel zu wenig verflucht wird.

    Es scheint mir darüber hinaus ziemlich interessant zu sein, was zur Rechtfertigung der SPON-Positionen als Argument vorgebracht wird. Im Augenblick sieht das so aus:

    1. Die Skeptiker sind nicht dumm, aber sie haben keine Moral (Stokowski, Diez). Dummerweise gibt es laut beiden nur eine Moral – ihre eigene.
    2. Was die EU-Kommission sagt, ist eine Tatsache. Junker ist mindestens so unfehlbar wie der Papst. Die einzig mögliche Interpretation der EU-Menschenrechtskonvention, der UNO-Flüchtlingskonvention und der jüngeren Geschichte heißt ‚Offene Grenzen für alle‘ – weil sonst siehe 1. (Dietz).

    Wenn man diese Argumente ein wenig einsickern lässt, ergibt sich natürlich von selbst, wie Dietz und Stokowski darauf kommen: Sie haben eine persönliche, moralisch überlegene Position und suchen fieberhaft nach unbezweifelbaren Argumenten – am besten Tautologien.

    Deshalb gibt es keine Chance, die SPON-Filterblase zum Platzen zu bringen. Würde die Dietz-Stokowski-Augstein-Sekte Argumente nicht rigoros filtern, bekäme der Panzer der moralischen Überlegenheit Löcher. Wer wollte dann noch zu Füßen der Gurus sitzen?

  40. "Keine Menschen"
    Ach, Danke! Ich sag mir auch immer „erst mal durchatmen“, aber nach dem heutigen „Das sind keine Menschen“ fiel mir das doch etwas schwer. Jetzt geht es wieder.

  41. bereichernder Text
    chapeau und merci !

  42. Apropos Augustinus...
    Der Heiligenkalender der hl. Mutter Kirche ist voll von Geläuterten, die es aber zuvor richtig haben krachen lassen, e. g. der heilige Hubertus und Ignatius von Loyola. Die wussten dann wenigstens, wogegen sie anzupredigen hatten.

    Bei heutigen von den Medien bereits zu Lebzeiten quasi heiliggesprochenen Bischöfinnen ist der Gipfel der Verworfenheit ja bereits mit einer Gottlob folgenlosen Trunkenheitsfahrt erklommen…

  43. gelassene argumentation bitte auf allen seiten
    hi don, ich habe die argumente der migrationskritiker durchaus in ruhe und gelassenheit seziert, sie sind leider groesstenteils wiederholungen derer der „republikaner“ aus den 90er jahren, nur mit etwas mehr furor und mit mehr intellekt vorgetragen.ich kenne und verstehe die argumente bayern, der slowaken und der oesterreicher und trotzdem halte ich alle bisher gehoerten argumente fuer fabuliert und angstgetrieben. dieser voreiliger flucht- oder kampfreflex ist im prinzip das gleiche wie eine arg verfruehte ejakulation.kann also medikamentoes behandelt werden. ihr el hell.

    • Es kann nicht sein, was nicht sein darf ....
      Ich kenne die „Argumentation“ der Republikaner in den 1990ern nicht. Aber könnte es sein, dass sich diese „Argumente“ angesichts der Territorialherrschaft libanesischer, kosovarisch-albanischer u.a. Clans in bundes-dt. Großstädten, des Wertewandels von laizistischen zu fundamentalistischen oder radikalislamischen Positionen in muslimischen Communities/“Parallelgesellschaften“ bzw. Ghettos à la Neukölln, jugendlicher Intensivstraftäter oder angesichts der Hilflosigkeit bundes-dt. Institutionen bzgl. des grassierenden „Salafismus“ als zutreffend erwiesen haben?!

      Die Ernüchterung der NiederländerInnen über ihre multikulturalistische Integrationspolitik hängt wesentlich mit der Beobachtung zusammen, dass viele Migranten es vorziehen, nicht zu arbeiten u. stattdessen mit „Sozialhilfe“ ein komodes Leben führen.

      Die schweizerdeutsche Presse scheut sich nicht, unumwunden zu benennen bzw. zu beziffern, dass 30% der ansässigen Kosovaren/Albaner „Stütze“ beziehen …..

      – Die bundes-dt. „Politik“ scheint sich wirklich im freien Fall zu finden …. Eine intellektuelle Bankrotterklärung ist lager- u. parteienübergreifend zu erkennen …. „Herz“ gilt als ultimative Kriterium für demokratisch legitimiertes Handeln ….
      Die CDU/CSU Bundestagsfraktion wird gehindert, die demokratische Legitimation von Allein-Entscheidungen der Bundeskanzlerin parlamentarisch zu „eruieren“ …. Letztere hält in ihrer schlichten Sprache einstündige Séancen im öffentl.-rechtl. Rundfunk (Anne Will) oder bekundet: „Ist mir doch egal dass ich schuld …… bin, jetzt sind sie da“ ……

  44. Titel eingeben
    … und der hl. Georg des Salon-, nein: des verSPONnnen zens… redigierten Humanitarismus nach Art tattertätiger Schreibstubentiger (zer)legt just diezer Tage nach, ganz im verstandesjenseitig-begriffsdekonstruktivistischen Sinne von *no borders, no limits*: wozu bei pauschalvemutlich nur notgetriebenen *Fremden* rigid-juridische Differenzierungen nach Herkunft, Status, Anspruch und Grund vornehmen („sowieso alles eine einzige Emigrasylation“)? wenn doch bei *Heimischen*, also im Inneren, so munter-vivant Dissektion betrieben werden kann: der Sachse als Barbar und Schlechthunnig-schollenklebender Un(ter)mensch gibt doch auch ein passables Feindbild ab für den wehrhaften Totalutopen.societalisten.

    „…Elend…, das über die Welt kommt, wenn zu viele sich keine eigenen, abwägenden Gedanken machen und lieber nur glauben, was in ihren eigenen Büchern und Filterbubbles geschrieben steht.“ : zinseszinsgetrieben-expansives Wirtschaftsmodell, Thymos und Geldillusion, Finanzdauerkrise, ewiger Bullenmarkt, monofrisierend paritäts- und partizipationsfreie paretoabsolutistische Export-Heurigkeit, Kaptalabflux ohne Migrationsinflux?
    Wo sich denn beide Ränder des Spektrums (oder des Stratums? Stratagems?) global gesehen zu einem Rund fügend berühren: *unterkomplex moralisierende Handhabe* und (über-)komplex gesteuerte N(GO-H)etzwerke(r), will sagen: vielleicht lässt sich mit xeno-indexierten Eur(egi)obonds dem austeritätsgeplagten Schollenreitervolk (sic!) der SAxen sorosiges Landschaftsblühen versprechen, wie george und georg im selben Motto schwelgen: On a long enough timeline the survival rate for everyone drops to zero – migrants included (die wir dereinst alle werden.. wollen … sollen..)
    (PS zu Ihren breitbeinigen Schalterhallenbelagerern: womöglich nur eine Vorhut zwecks Verhinderung von Bank-Runs? Der Testlauf war doch gelungen, müssen Sie zugeben..

    PPS: *logische Penetration*? Mit dem Phallus der Erkenntnis sudelt es sich aber auch gar treffsicher gegen feministische Um-Triebe …)

  45. Nerobefehl
    Faszinierend in Text und Kommentaren ist für mich der Gedanke des Nerobefehls. Hier geht ein Zivilisation mit all ihrem Geist, Malerei, Musik und Schönschreiberei und es kommt etwas Neues, basierend auf dem, was böswillige Autoren, treffend titeln wie „Deutschland von Sinnen schafft sich ab.“ Ebensowenig wie es den Dichter am Tegernsee kümmert, sorgt sich der reisende Rentner um dunkle Schatten der Zukunft. Es zählt die Gegenwart, wie ein Lügen-Stern-Journalist als späterer Sektierer titelte: „Ganz verspannt im Hier und Hetz.“

    Doch der Nerobefehl hat was, das zu merken sich lohnt, selbst wenn sonst Geschicht wie Gegenwart im Nebel des Alterns versinken.
    http://n0by.blogspot.com/2016/02/nicotera-reggio-calabria-gardini-naxos.html

  46. Die Logik der steigenden Unterstützung der offenen Obergrenze
    Nachdem ich das absolut falsche Fach – Wirtschaftswissenschaft – studiert habe, (eine Fehlentscheidung, welche ich bereits während der ersten Vorlesung realisierte, doch Aufgeben gab es in meiner Familie nicht), schätze ich nichts höher als wahre Kultur und Bildung. Im Nachhinein finde ich es wenigstens etwas tröstlich, dass Orwell und Huxley Pflichtlektüre waren und dass die neoliberalen Lehren damals noch als veraltet (!) galten. Bis Ronald Reagan, gemeinsam mit seinem Berater Milton Friedman, diese kruden Theorien wieder hat auferstehen lassen. In Europe nahm Margaret Thatcher die Theorien auf, unterstützt vom IWF und der Finanzlobby, und so verbreiteten sich die unheilvollen Theorien wie Pest in den meisten westlichen Ländern, mit verheerenden Folgen auf allen Kontinenten. The worst is yet to come, weil die Politik kein bisschen lernfähig ist, sondern voll im Griff der Lobbyisten – scheint eine Art korrupte Hörigkeit zu sein.

    Ökonomen sind nicht gebildet. Daher beneide ich jeden, der, wie Don Alphonso, wirklich gebildet ist. Ich beneide sogar meine ältere Tochter, die Literaturwissenschaft, Sozial- und Medienwissenschaft studiert. Sicher, ich interessiere mich für Kunst, Musik und Literatur (Marquis de Sade und Geschichte der O holte ich mir als Teenager aus der städtischen Bibliothek – solche Bücher lasen finnische Gymnasiastinnen damals), aber man kann die Lücke zur wahren fundierten Bildung später im Alltagsleben niemals mehr annähernd schließen. Daran zu arbeiten ist, je nach Thema, ein schöner Nebeneffekt bei der Lektüre der Blogs von Don Alphonso.

    ****

    Bzgl. Antisemitismus: Der von der evangelisch-lutherischen Kirche als großer Reformator gehuldigter Martin Luther war ein hasserfüllter Anti-Semit. Seine verachtungswürdigen Äußerungen zu Juden und zu Behinderungen bzw. sein Frauenbild entsprechen perfekt der Ideologie des Dritten Reichs. Dass Deutschland angesichts des Holocaust Denkmäler für Martin Luther errichtet, halte ich für ein historisches Irrtum. Das zeigt auch für mich, wie heuchlerisch die protestantische Kirche mit ihrem größten Gelehrten umgeht.
    (Ich bin zwar am protestantischen Polarkreis aufgewachsen, hatte aber das Glück, dass mein Vater, der mich am meisten prägte, ein Atheist war. Dies nur, um mich von den hier viel gescholtenen Protestanten abzugrenzen.)

    ****

    Die Unterstützung von Merkels Politik soll laut neuesten Medienberichten wieder steigen. Es gibt auch keine Meldungen mehr über Schlägereien in den Flüchtlingsheimen oder über andere Straftaten. Gibt es eine Nachrichtensperre? Dementgegen sieht man im TV widerwärtige Szenen von Feindseligkeit gegenüber ankommenden Flüchtlingen und von brennenden Asylunterkünften. Je mehr menschenverachtenden Extremismus, desto mehr Unterstützung für Merkels Politik der offenen Grenzen und der offenen Obergrenze. Wenn zwischen den Phänomenen eine Verbindung existiert, so verstehe ich die Kausalkette bzw. Logik nicht.

    • ÖKONOMEN
      danke für das kompliment, dass ökonomen nicht gebildet sind. der gegenbeweis sitzt hier am schreibtisch.

      wage weitere gegenthese: kaum einer hat besser philosophiert wie Marx……………..Karl Marx und der war primär ökonom. und Engels war ein feiner mensch und hochgebildet, auch ökonom.

      Ronald Reagan, der verspottete, schuf arbeitsplätze ohne ende und zeigte, das Voodoo, angewandt in der ökonomie wunder wirken kann.
      dazu erklingt nun gleich J.Hendrix hier im haus über dem see: Voodoo Chile, fünf minuten lang !

      das dilemma der aktuellen führungsspitze ist, das ökonomen dort nicht vertreten sind, deshalb fehlen logik, vernunft und sicht nach vorne.

    • Tamarisque - Gibt es eine Nachrichtensperre?
      Ein klares JA.

    • Oh Lamm Merkel
      Das ist nicht konventionelle Logik, sondern Dialektik der Art, wie man sie unter Honecker lernte. Man muss die Spannungen auf die Spitze treiben, dann kommt der Umschlag in eine neue Qualität. Die Kapazitäten von Protest und Gewalt sind begrenzt, die Zahl der Migranten nicht. Einer gewinnt. Wenn auch am Ende alle Verlierer sind. Aber dann wird Merkel heilig sein. Siehe die Vergleiche mit Bismarck durch Herrn Altm. und die Ergebenheitserklärung von Frau Rosh & Co. in der WELT „Oh Lamm Merkel, wir danken dir, dass du unsere Sünden auf dich nimmst“. Komplett DDR-Stil. Ergebenheitsadressen an die große Vorsitzende. sordidi adulatores, wie der Lateiner sagt. Ich denke, heute würde selbst Karl Kraus nicht mehr wissen, wie die Realität noch zu übertreffen ist. Sie ist raffinierter, trickreicher als damals.

    • Ökonomen sind auch nur Deppen ;-)
      @ djangohatnemonatskarte
      Mein Post war als keine persönliche Beleidigung gemeint, sondern sollte nur ausdrücken, dass das Studium der Wirtschaftswissenschaft zur wahren Bildung und Kultur, so wie ich die Begriffe im humanistischen Sinn verstehe, nichts Wesentliches beitragen kann – die BWL erst recht nicht. Das schließt nicht aus, dass jeder sich persönlich weiterbilden und weiterentwickeln kann.

      Mit den marktradikalen Theorien kann ich nichts anfangen. Post- bzw. Neokeynesianismus ist meine Richtung. In meiner Studienzeit galt der Begriff Profitmaximierung z.B. als veraltet, stattdessen hieß es Profitoptimierung, welche in Harmonie zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen ausgehandelt werden sollte, damit alle profitieren: nicht nur die Shareholder, sondern die Beschäftigten, die Lieferanten und die Kunden auch. Ich lese Bücher von Joseph Stiglitz (er nennt das System free market fundamentalism), das ist meine Wellenlänge. Reagan mag Arbeitsplätze geschaffen haben, von welchen die Amerikaner 2-3 brauchen, um zu überleben, das unterstützt meine Meinung über die Zerstörungskraft des Marktradikalismus.

      Dass der Marktradikalismus nicht funktioniert, beweisen allein die staatlichen Interventionen, die nötig sind, um das System zu stützen bzw. die Folgen zu korrigieren, Stichwort TBF, ESM, Bankenrettung, u.v.m. Wenn die volle Wettbewerbsfähigkeit der abhängig Beschäftigten durch staatliche Mechanismen wie H4 zu Gunsten der Arbeitgeber abgeschafft werden muss, damit die Wirtschaft floriert, so hat das mit freien Märkten nichts zu tun. Wenn Gewerkschaften korrumpiert werden, wenn Konzerne ihren gerechten Steueranteil nicht leisten, zeigt nicht die Kraft der freien Märkte, sondern die Kraft der staatlichen Regularien zugunsten der Gier nach immer mehr Profiten, die immer ungleicher verteilt werden. Das Schlimmste für mich ist, dass der Steuerzahler das kranke System mit seinem Geld unterstützen muss.

      So sind die Anhänger der freien Märkte heute: Sie verteufeln den Staat, nehmen aber jede staatliche Begünstigung dankbar an. Durch Lobbyismus versuchen sie, möglichst großen politischen Einfluss auszuüben, um staatliche Vorteile zu ergattern. Wenn die Stakeholder groß genug sind, tragen sie das eigene unternehmerische Risiko nicht mehr, sondern erwarten, dass der Staat interveniert. Es gibt kein Fairplay mehr zwischen der freien Wirtschaft und der Gesellschaft. Die Wut, die Unzufriedenheit und die Radikalisierung der Geschädigten wachsen, siehe die Präsidentschaftsvorwahl der USA, wo die negativen Folgen schon weiter fortgeschritten sind. Das System ist gescheitert, doch kein Politiker will das zugeben, solange er noch selbst davon profitiert…

      Als Anhänger der Voodoo-Ökonomie loben Sie Karl Marx, alle Achtung. Extreme scheinen Ihr Ding zu sein, oder. Was den Sozialismus betrifft, bin ich eher bei der Analyse von Schumpeter.

    • Re. Oh Lamm Merkel
      @ Gast
      So ist das! Je mehr extremistische Straftaten, desto mehr Lamm. Dies triggert die in den deutschen Genen schlummernden Schuldgefühle: Wir, böse Nazis >< das Lamm, die guten Helfer der guten Flüchtlinge.

      Die auf CNN zu open invitation befragten Syrer haben das sofort richtig erkannt: Voller Hingabe küssten sie vor den Kameras das auf dem Smartphone heruntergeladene Bild von Merkel und murmelten beinahe ekstatisch: Our mother, Mother Teresa!
      Eine Mutter, die bereit ist, ihre eigenen Kinder zu vernachlässigen, um fremden Kindern zu helfen, ist die beste Mutter von allen.

    • @tamarisque um 14:48 Uhr Ökonomen sind auch nur Deppen
      Habe Ihre ERwiderung auf Django.. mit Interesse und Zustimmung als Nicht Wirtschaftler gelesen. Danke!

      Als Laie kann man wohl verkürzt sagen, dass Markt eine Funktion von Gesellschaft ist, aber nicht ihre letzte Wahrheit.
      Markt braucht also die soziale Einbindung. Und das hatten wir ja in meiner Jugend hier noch: soziale Marktwirtschaft.
      mfG PF

    • Ein Beitrag zur Bildung
      „Der von der evangelisch-lutherischen Kirche als großer Reformator gehuldigter Martin Luther war ein hasserfüllter Anti-Semit. “

      Man sollte nicht alles – oder besser: garnichts glauben, was Frau Käßmann schreibt. Luther hat an den aus heutiger Sicht unerträglichen Textpassagen das wiederholt, was damals gesellschaftlicher Mainstream war, so wie heute das Welcome-Wir-schaffen-das-Tra-Tra. Der hat schlicht nicht nachgedacht. Schauen Sie sich mal bitte in der übrigen Literatur des 14./15. JH um … Die Verfolgung von Juden war in ganz Europa bis ins 19. JH praktisch allgemein . Im übrigen hat er aus linksgrüner Sicht in erster Linie zur „Gewalt gegen Sachen“ aufgerufen – ich will das in keiner Weise beschönigen, aber es gibt heutzutage problematischere Antisemiten, u.a. „Israel-Kritiker“ mit Verlegernamen.

  47. Art. 5 GG
    @Don Alphonso
    21. Februar 2016 um 15:53 Uhr
    „Um PI sollte es keinem Leid tun.“

    Es entsteht leider der Eindruck, bei der Zensierung des Internets ist die Zensur von PI-News und Anonymous erst der Anfang.

    – wegen VT-artigem OT gekürzt. Don.

    • Machen Sie Ihre VTs bitte nicht hier, wo danach echt kein Bedarf besteht – das ganze Geraffel ist weiterhin im Netz und die bei Facebook sind sogar zu doof, Seiten des III. Wegs zu erkennen.

    • Was ist "VT"?
      Ich finde bei Wiki unter dem Akronym: ventrikuläre Tachykardien- klar, aber sicher nicht gemient. Virtualtourist… etc.

      Ja, das könnte es sein: Verschwörungstheorie.

    • Wumms!
      Ich habe diesen Kommentar vorhin noch ungekürzt überflogen und kann mich an nichts „VTs“-artiges erinnern. Und zur Vokabel „VT“ (die ich selbst meide): Tatsächlich habe ich mir nach der Lektüre Ihres Textes vorgenommen, sie künftig wie von Ihnen vorgemacht als „Ritualmordgerücht“ widerzugeben. Finde ich sehr schön. Das Widerwärtige kommt viel besser zur Geltung, gleichzeitig lässt sich nicht mehr so leicht alles mögliche damit als Totschlagargument belegen, weil sie viel bildhafter ist. Man müsste schon auf andere Vokabeln ausweichen – meinen Sinnen wurde hier grade „Love Speech“ geradezu aufgedrängt, und das gefällt mir auch recht gut. Andererseits: Man kann nicht einfach lospfeffern, um eine Mücke zu erschlagen, wenn die Wände hier voller historischer Gemälde hängen. Eher schon schwingt der Hausherr in Belmondo-Manier an einem seiner Kornleuchter von links nach rechts, verabreicht hüben wie drüben ein paar Säbelhiebe, während wie zufällig vorbeigekommene Damen ihre Fächer… – aber dann gibt es, wie schon geschrieben, diesen Wumms.

      Zur Klarstellung: Ich besuche die besagte Seite nicht, und was das für ein dritter Weg sein soll, weiß ich auch nicht. Klingt nach Tony Blair. Aber das ist mir wurscht. Relevant ist dies: Es gibt ein paar Prinzipien, die unserem Gemeinwesen eine (wirklich sehr gute) Zeit lang zugrunde lagen, und wir alle sehen, wie sie immer weiter ausgehöhlt und beschnitten werden. Dies sichert nicht unser Gemeinwesen, sondern zerstört es. Ich habe es oben schon geschrieben, aber ich wiederhole es gerne:

      Propagandapluralität ist immer noch besser als verordnete Einheitsmeinung.

    • @WillemHold
      „und was das für ein dritter Weg sein soll,“

      Das sind ganz einfach Faschos, hatte doch Mussolini schon (3. Weg zwischen Kommunismus und Kapitalismus); scheint jetzt eine rechtsextreme Splitterpartei dieses Namens zu geben (wohl gegründet von ehemaligen NPDlern und Neonazis aus freien Kameradschaften).

    • Die sind besonders in Bayern aktiv.Eine Art Rebranding und strategische Öffnung zur Mitte.

  48. Strickjacke von Anfang an falsch zugeknöpft
    Lieber Don,

    die Strickjacke wurde von Anfang an falsch zugeknöpft, soll heissen:

    das alte Testament und alles was daraus hervorgegangen ist, ist weitestgehend eine seelische Krankheit.

    „Macht euch die Erde untertan“, „Auge um Auge …“
    Beschneidungen, Steinigungen, Schächtungen, Sünde, Bestrafung, Herrschaft, Unterwerfung usw. usw ….

    Das alles ist KRANK.

    Der Zimmermannssohn hat die Krankheit erkannt und eine Therapie entwickelt. Was von der Kirche wieder konterkariert wurde. Und vom Islam wurde die Krankheit ins Extreme getrieben.

    Das alte Testament ist die zugrundeliegende Krankheit.

    • Da ich ja sonst stets motze....
      Ja, das haben sie gut zusammen gefasst.

      Das Problem bleibt allerdings unverändert. Denn zum Durchdenken und sich Aneignen solcher Einsichten fehlt nahezu allem Menschen sowohl der Mut als auch die Intelligenz. Und wie man ja auch hier regelmässig in so manchem Kommentar lesen kann, sind ausgerechnet diese immer wieder diejenigen, die hier von Kant, und dem Benutzen des eigenen Verstandes schwafeln…

    • Sekten sind wohl alternativlos
      Naja. Wenn Sie meinen, es helfe, religiöse Menschen, die ihren Lebenswandel auf dem Tanach, dem kirchlichen Kanon oder gar darüber hinaus einschließlich auf der Tradition aufbauen, als krank zu bezeichnen. Geht man dann darüber hinaus und bezieht das sogar auf Menschen, die sich mühen ihren Geist zu benutzen, bleibt kaum einer übrig. Dann helfen auch schlaue Sprüche nicht.
      .
      Und irgendwie landet man doch bei der Bibel – ob Balken im Auge oder der solipsistischen Kirche vor Pfingsten.
      .
      Wer meint, er sei gesund, findet sich bei den Katharern wieder.

  49. Um PI sollte es keinem Leid tun.
    die linke Wurzel des DA offenbart sich.
    Aber was soll´s. Ich kenne Bundesrichter, die sich in jedem Hafen zuerst die BILD holen.

    • Entschuldigung, aber ich werde nicht bleich, wenn jemand rechts sagt und ich werde nicht bleich, wenn jemand links sagt. Aber ganz ehrlich, auf Wotbeiträge von PI-Freunden verzichte ich gerne. die werder hier auch ihres Lebens nicht froh.

  50. Hm, irgendwie hab ich wohl die falsche Vorbildung - vielleicht war sie ja bei uns
    auch noch zu umfangreich: Eine ziemliche Menge Hinweise auf Arianer, aber keinmal taucht das Wort Athanasius/os (oder Synonyme) auf – spielt der Gegenspieler überhaupt keine Rolle mehr?

    • ie Arianer haben keine auswirkungen auf die Gegenwart, also habe ich sie rausgelassen.

    • (Arianer haben Sie doch erwähnt; also meinen Sie jetzt)
      die Athanasianer…

    • Arianismus
      homo-ousios (= wesensgleich= orthodoxe Lehre a la Athanasius) verliert z.Zt. durchaus gegenüber homoi-ousios (= wesensähnlich= in etwa Arius) an Bedeutung in progressiven Zirkeln christlicher Kirchen, um die Lehre christl. Laien und monotheistischen Andersgläubigen (Juden, Muslime) schmackhafter zu machen. Das hatte beim antiken Arianismus bei der Bekehrung polytheistischer Mitbürger/-innen so gut funktioniert, dass z.B. die meisten Protodeutschen (Germanen) Arianer bis ins 8. Jahrhundert blieben.

      Cheers,
      Der Onkel

    • Unsicher ....
      Ich würde aber schon vermuten, dass der Arianismus wengistens mittelbar ideengeschichtliche Folgen hat, die in die Gegenwart reichen …. schließlich gibt es Meinungen, die „den Islam“ aus religionshistorischer Perspektive als eine marginalisierte arianische Sekte verstehen, die aus dem Reichsgebiet gedrängt wurde. Die Ablehnung der „Gottesohnschaft“ des Jesus von Nazareth ist da sicherlich ebenso zentral ….. Und die Textstellen im Qur’an zu Maria sind durch die Kompilatoren/Kopisten auch nur schlecht redigiert.

      Aus der Qur’an typischen Unterteilung „Gläubige“ vs. „Ungläubige“ spricht sicherlich noch das stürmische Wüten um den Anspruch der (eigenen) Orthodoxie und die vernichtende bis mörderische Ausgrenzung der „Heterodoxen“, das seit Paulus die frühchristlichen Dogmenstreitereien beherrschte …..

      Der Hinweis auf Kontinuitäten zwischen autoritativ auftretendem Mehrheitsmeinungsgeschwurbel, klassischen Techniken der Rhetorik, Exegese, Methoden und Narrativbildungen ist aber natürlich durchaus fein.

  51. @ Don Alphonso, 21. Februar 2016 um 15:53 Uhr: Um PI sollte es keinem Leid tun.
    Wehret den Anfängen!

    “Differenzieren, Differenzieren, Differenzieren“ – so zitierte wohl Helene W. den über die zunehmend über die Verhältnisse in der DDR im Stillen verzweifelnden Bertold B.; eine Verzweiflung, die ihn ja wohl – obwohl dem Vernehmen nach österr. Staatsbürger mit Konto in der Schweiz (wie auch Felsenstein, wohnte ja auch ganz entspannt in West-Berlin und machte fast jeden Tag „rüber“) – ins unverdient frühe Grab riss.

    Was also wollen wir unserem werten Blogwart damit sagen? Von pi-news lassen sich sehr interessante Informationen beziehen, die sonst nicht oder kaum verfügbar gemacht werden. Die Kommentarsektion ist zugegebenermaßen weniger delektierlich (to put it mildly). Dennoch: eine wie auch immer geartete Einschränkung der Verfügbarkeit von pi-news ist nicht hinnehmbar. Schon gar nicht durch diese fleischgewordene (um Aspekte von DA’s Artikels aufzugreifen) intellektuelle Bankrotterklärung namens Maas, welcher, wie hoffentlich allgemein bekannt, nach Charlie nichts Besseres zu tun hatte als schleunigst in eine Ditib-Mosk zu eilen. Anstelle 1. der Titanic-Redaktion, 2. einer Synagoge oder dem ZdJiD einen Besuch abzustatten, somit erfolgreich ein das Niveau seiner „Partei“ bezeichnendes Zeichen setzend.

    • PI ist Dreck, und wer meint, darüber hier eine Debatte anzeteln zu müssen, möchte sich dafür eine andere Adresse suchen. Mag sein, dass die Meinungsfreiheit das legitimiert. Die legitimiert vieles. Aber auch, dass ich es für Dreck halte.

    • Pegida --> PI
      Als Pegida durch die ersten Demos aufgefallen ist, habe ich mir deren Programm in Augenschein genommen. Durch einen auf deren Website angegebenen Link landete ich auf der Website der PI. PI ist ein Unterstützer der Pegida.

      Eine skurrilere Verbindung hätte ich mir nicht vorstellen können. So schwammig das Programm der Pegida, desto intransparenter und dubioser fand ich PI.

      Die Tricks der Verharmlosung gab es auch auf der ersten Website der sog. Basisfinnen, der rechtspopulistischen Partei Finnlands: Oberflächlich betrachtet durchaus „vernünftig“, doch wenn man sich dem Verein genauer unter die Lupe nimmt und nicht nur die erste Seite bzw. das Programm liest, offenbart sich ein Szenario aus hässlichem, nationalromantischem, niveaulosem Sumpf. Inzwischen haben diese Gestalten als zweitgrößte Partei es geschafft, dass sie in der aktuellen konservativ-liberalen Regierung vier Minister stellen. Aber die Good News ist, dass deren Unterstützung seit der Regierungsbeteiligung ständig sinkt…

      Ja, werter Don Alphonso: Dreck ist und bleibt Dreck.

    • Titel eingeben
      Klar, aus der Sicht des wohlhabenden Ästheten und Bildungsbürgers ist PI Dreck. Da artikuliert sich der Pöbel, völlig undifferenziert, voller Ressentiment und ohne jede Reflektion auf europäische Geistesgeschichte. Augustinus wird da vermutlich für eine Weizenbiermarke gehalten.
      Man könnte diesen Blog aber auch als Ausdruck der Wut und Versuch, Gegenöffentlichkeit zu schaffen, verstehen.Ein Beispiel: nach einem Discothekenbesuch wurde vor einiger Zeit in der Nähe meiner Geburtsstadt Bremen ein junger deutscher Mann von einer Gruppe junger Männer mit muslimischem Migrationshintergrund bestialisch totgetreten. In dem örtlichen Monopolblatt Weser-Kurier gab es dazu eine kurze Meldung, so sinngemäss: „bei einer Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen wurde ein Mann tödlich verletzt,“

    • Nils Minkmar jetzt SPON
      scheint Herr Schirrmacher dies nicht vermittelt zu haben, werter D.A.

      Er glaubt im Sinne Schirrmachers zu schreiben. Gibt sich Mühe mit
      dem Zauberberg.
      Keiner hört mehr zu … den Protagonisten der MSM.

      M.E. vergießt Herr Minkmar mit seinem Bezug auf das Jahr 1913, dass es die damaligen europ. Eliten waren die, die europ. Katastrophe herbei
      führten.

    • Wer Schirrmaher kannte, weiss, dass das gar nicht geht – Schirrmacher war ja selbst nicht festzunageln und oft sehr sprunghaft. Minkmar hat un hatte schon immeer seine Linie.

  52. Parallelwelten in der FAS
    Sorry, Don, dass ich mal wieder den Thread missbrauche, aber das ist wirklich ein exzellentes Beispiel für jene Parallelwelten, die in angeblich „seriösen“ Medien inzwischen üblich geworden sind, und passt deshalb auch zu diesem Thread:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/merkel-bemueht-sich-um-hilfe-aus-ankara-14081627.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Die FAS behauptet u.a., nicht Merkel, sondern Faymann habe bei den EU-Gipfel „auf die Mütze bekommen“. Von wem, lässt sie offen. Ich habe nur mitbekommen, dass die EU-Kommission (wohl für Merkel handelnd) gegen Österreich pöbelte. Aber das war wohl eher ein Rohrkrepierer.

    Dann wird es als Zeichen von Merkels Stärke verkauft, dass es Anfang März einen EU-Sondergipfel zur Migrationskrise geben soll. Erinnert sich noch jemand daran, dass u.a. die Slowakei bereits nach den Silvester-Übergriffen einen solchen Sondergipfel forderte? Dass die EU-Staaten sich darauf verständigt haben, ist eine Selbstverständlichkeit und sicherlich kein besonderer Triumph Merkels.

    Die „türkische Lösung“ wird in dem Artikel noch immer sehr unkritisch als beste Möglichkeit propagiert, den Zustrom einzudämmen. Außerdem wird so getan, als ob in diesem Zusammenhang Orbán das größte Problem sei. Erdogans jüngste Äußerungen (sinngemäß: „Wir nehmen das Geld, werden aber ansonsten gar nichts machen“) werden dagegen gar nicht aufgegriffen. Ebenso wenig wird reflektiert, ob der Sultan auch nur tatsächlich imstande wäre, den Zustrom bei einer fortschreitenden Eskalation im eigenen Land effektiv zu begrenzen. Natürlich wird auch die Kurden-Problematik bestenfalls angedeutet, die Merkels Politik auch in den Augen vieler CDU-Anhänger moralisch völlig diskreditieren könnte.

    Und zum Schluss heißt es dann noch allen Ernstes: „Vielleicht wirkt auch da die Wirklichkeit erzieherisch: Zuletzt kamen wieder Flüchtlinge nach Ungarn, trotz des Zauns.“

    Wer hat denn behauptet, ein Zaun könne und müsse, um als effektiv angesehen werden zu können, *jeden* aufhalten – insbesondere, wenn bei Überwindung des Zauns immer noch die Möglichkeit besteht, im allein selig machenden Deutschland Aufnahme zu finden? Dass Letzteres die Effektivität von Zäunen nachhaltig mindert, dürfte sich von selbst verstehen.

    Die Liste an „Lücken“ und Ungereimtheiten in dem Artikel ließe sich selbstverständlich fortsetzen. Wenn man so etwas liest, muss man sich doch als Leser, der sich selbst informiert, wirklich ein Stück weit verarscht vorkommen.

    • @Krampus
      „Natürlich wird auch die Kurden-Problematik bestenfalls angedeutet, die Merkels Politik auch in den Augen vieler CDU-Anhänger moralisch völlig diskreditieren könnte.“

      Das geht nicht mal nur um die Kurden, ich bin überzeugt, dass ein Gedanke Erdogans bei seiner Forderung nach einer „Schutzzone“ in Nordsyrien auch ist, die Grenze offen halten zu können, damit die türkische Unterstützung für Islamisten weiterlaufen kann. Dass Merkel sich für dieses Projekt ausgesprochen hat, ist doch mal wieder sehr erhellend.

    • @Krampus, Merkels Wette habe ich auch gelesen und dann
      diesen Artikel oder war’s umgekehrt, egal
      http://www.welt.de/debatte/kommentare/article152457298/Der-Tuerkei-auf-Gedeih-und-Verderb-ausgeliefert.html

      Ist immer wieder interessant, zu einem Thema zwei Meinungen zu lesen.

    • - Parallelwelten, die in angeblich „seriösen“ Medien inzwischen üblich geworden sind - ?
      Bezug: @ Krampus sagt: 21. Februar 2016 um 22:02 Uhr

      Lesen hilft:
      Wer beispielsweise die verschiedenen Ressorts (Bücher) einer Zeitung, hier konkret der FAZ, über einen längeren Zeitraum beobachtend liest, wird bemerken,
      dass innerhalb der textverfassenden Journalistenschar einer Zeitung, hier konkret der FAZ, zu einem und demselben Thema durchaus in der Tat in der Regel unterschiedliche, ja gegensätzliche, Auffassungen durchscheinen bzw. sich manifestieren.

    • Lesen hilft
      Ja, lieber Publicola, da stimme ich Ihnen zu. Es würde jedoch damit anfangen, den Unterschied zwischen FAZ und FAS zu erkennen. Und wenn man tatsächlich beide liest, sollte man dann irgendwann auch erkennen, dass Letztere in der Regel durchaus ihr eigenes merkeltreues Süppchen kocht und der Artikel von Gutschker voll auf dieser Linie liegt. Insofern dürften eher Sie zu wenig gelesen haben, wenn Sie meinen Kommentar nicht verstehen.

    • Die FAZ ist i Gegensatz zu anderen Medien nicht im Gleichschritt marschierend und das bleibt hoffentlich auch so. Scjirrmacher gab mir auf den Weg, bloss nicht das zu schreiben, von dem ich glauben würde dass es ihm passt.

    • ....
      Am meisten verstört mich das totalitäre Denken.

      – wenn Grenze dann total,daraus folgt auf Flüchtlinge MUSS
      geschossen werden.
      – wenn Krieg in einem Land, dann kann es nur ein totaler Krieg sein,
      ohne Möglichkeit sich im Land zu schützen.
      – wenn ihr mir nicht folgt, müsst ihr untergehen.

      Daraus müßte folgen, dass die Menschheit längst ausgestorben ist.

  53. PI-News hälts dann eben mit August III von Sachsen:
    „Nu da machd doch eiern Drägg alleene“

    • Etikettenschwindel
      Wenn also diese obskure Filterblase als Beispiel für eine Wahrheitspresse dienen sollte, dann ist das nur ein weiterer Etikettenschwindel aus dem Empörungs-Netzwerk.

  54. Juristisches ist vielleicht langweilig...
    … daher ist es schon okay, wenn Sie mich kürzen.

    Sie brauchen auch das alles hier nicht online zu stellen, da eher OT.

    In der Sache ist es mir aber schon wichtig.

    Ausgangspunkt Artikel in der FAZ von Herrn Maas, der kritische ehemalige Verfassungsrichter als „geistige Brandstifter“ bezeichnet:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/gastbeitrag-von-justizminister-heiko-maas-14041595.html

    Ist es schon verschwörungstheoretisch, wenn man Gutachten der wissenschaftlichen Dienste des Bundestages sucht, die von seriösen Juristen/Journalisten in seriösen Veröffentlichungen u.a. auch in der FAZ zitiert werden und genau diese findet man nicht?

    Auf der Homepage des Deutschen Bundestages steht:

    Der Deutsche Bundestag stellt seit 18. Februar 2016 die Ausarbeitungen und Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste auf seiner Internetseite öffentlich zur Verfügung.

    Nun suche ich Gutachten aus der Quelle:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/fluechtlingskrise-staatsrechtler-beklagen-deutsche-sondermoral-13972021-p2.html

    Zitat:
    „In einem kurzen Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages zu „Möglichkeiten der Bundesregierung, gesetzliche Regelungen zeitweilig außer Kraft zu setzen“, wird hervorgehoben, dass es der Regierung auch nach der Notstandsverfassung nicht gestattet sei, gesetzliche Regelungen zu ändern.“

    und

    „Auch ein weiteres Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes legt genau das nahe: Es spreche einiges dafür, dass eine „pauschale und massenweise Einreisegestattung“ nicht mehr von jener Vorschrift gedeckt sei. Im Übrigen stelle sich die Frage, ob eine solch wesentliche Frage nicht der Gesetzgeber entscheiden müsse – sie hat schließlich grundlegende Bedeutung für das Gemeinwesen. Das Bundesverfassungsgericht hat jedenfalls entschieden, dass der Legislative beim Zuzug von Ausländern „eine gewisse Begrenzungsfunktion“ zukommt. Muss nicht also der Bundestag entscheiden, vor allem wenn, wie der Göttinger Staatsrechtslehrer Frank Schorkopf in Bonn darlegte, das eigentliche Projekt „Einwanderung“ heiße? “

    und

    weitere Quelle
    https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/natuerlich-kann-man-das-grundrecht-auf-asyl-beschraenken.html

    Zitat:
    „Die Kanzlerin hat im vergangenen September entschieden, geltendes Recht wie vor allem die Dublin-III-Verordnung und das Grundgesetz sowie deutsches Gesetzesrecht außer Kraft zu setzen. Dafür hatte sie nicht die Kompetenz, wie Di Fabio mit Hinweis auf namhafte Juristen darlegt und auch ein Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages vom 30. November 2015 erkennen lässt.“

    • Selbstverständlichkeiten
      Es ist bei Gutachten immer die Frage, welche Aussage man belegen will.

      „Die Kanzlerin hat im vergangenen September entschieden, geltendes Recht wie vor allem die Dublin-III-Verordnung und das Grundgesetz sowie deutsches Gesetzesrecht außer Kraft zu setzen. Dafür hatte sie nicht die Kompetenz“

      Satz 2 ist trivial, weil kein Kanzler die „Kompetenz“ hat, geltendes Recht „außer Kraft“, also außer Geltung zu setzen. Das kann nur der jeweilige Normgeber, also der EU-Gesetzgeber, der Verfassungsgeber oder der Bundestag.

      Die Passage ist also rhetorisch.

      Denn was Merkel & Co. derzeit treiben, ist ja nicht, dass sie eine Norm formell außer Geltung setzen, sondern sie unter Berufung auf höhere Prinzipien nicht anwenden oder in einer Weise, in der dies nie intendiert war.

  55. MUT.de
    Ich hab es satt dies Fremd-Völkler, diese sozailistischen Freikorps-1918-Nachkommen, die Stasi-Akten-Dödel, die Karnevals-Idioten, Das Pack das nach einer Ehestreitr-Schlägerei bei der Dritte in Mitleidsnchaft gezogen erden sich plötzlich wieder vertägt, Den Anti-Faschist, den Kanibalen der Menschen iSSt nachdem man SS nicht mehr schreiben darf und den selbst merh als braunen Drecksnazi-Jäger der ganz christlich gleiches mit gleichem vergelten will neu in die Debatte einzuführen – als Helldeutscher toleranter Menschenfreund,

  56. Eine grundlegende Denkfigur im Kampf gegen Andersdenkende war schon immer deren Verteufelung
    Hier, weil Don sich auf den Arianismus bezogen hat, als Beleg der erste Abschnitt der ersten Rede des Athanasius (295 – 373) gegen die Arianer (Quelle: http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2312.htm)

    [S. 17] Alle Häresien, die durch Abfall von der Wahrheit entstanden, haben offenbar ein Wahngebilde sich ausgesonnen, und ihre Gottlosigkeit ist längst allen offenkundig geworden. Daß ja die, die solches ausgeheckt haben, von uns geschieden sind, ist doch wohl klar, wie ja der selige Johannes geschrieben hat: Die Anschauung solcher Leute hätte mit der unsrigen nie harmoniert noch auch harmoniere sie heute1. Deshalb zerstreuen sie auch, wie der Heiland gesagt hat2, mit dem Teufel, sie, die nicht mit uns sammeln, und warten, bis die Leute schlafen, um dann ihr eigenes tödliches Gift auszusäen und so Genossen im Tode zu gewinnen.

    Eine von den Irrlehren nun und zwar die jüngste, die eben erst als Vorläuferin des Antichrist ausgezogen ist, die sogenannte arianische, — listig und verschlagen — sieht, wie ihre älteren Schwestern, die andern Irrlehren, vor aller Welt gebrandmarkt wurden. Deshalb sucht sie sich heuchlerisch mit den Aussprüchen der Schrift zu decken wie schon ihr Vater, der Teufel, und will sich den Wiedereintritt in das Paradies der Kirche erzwingen, um unter der Maske des Christentums durch ihre verführerischen Fehlschlüsse — etwas Vernünftiges ist ja bei ihr nicht zu finden — den einen und andern zu einer falschen Vorstellung von Christus zu verleiten. Und sie hat ja wirklich schon einige Unbesonnene irregeführt und zwar so, daß deren Schädigung nicht auf das Anhören beschränkt blieb, sondern daß sie, der Eva gleich, auch nahmen und kosteten und nunmehr in ihrer Verblendung das Bittere süß wähnen und die abscheuliche Irrlehre schön nennen3.

    Ich erachtete es daher, von euch dazu ermuntert4 , für nötig, den geschlossenen Panzer dieser häßlichen [S. 18] Irrlehre zu öffnen und euch deren übelriechende Torheit nachzuweisen, damit die ihr ferne Stehenden sie noch mehr fliehen, die von ihr bereits Betrogenen aber zu besserer Einsicht kommen, die Augen ihres Herzens öffnen und erkennen, daß, wie die Finsternis nicht Licht und die Lüge nicht Wahrheit ist, so auch die arianische Irrlehre nicht schön ist, daß aber auch die, welche diese Leute noch Christen nennen, in gar schwerer Täuschung befangen sind, da sie weder die Schrift verstehen noch überhaupt das Christentum und seinen Glauben kennen.

    • wo kommen wir denn da hin?
      Also, habe gelesen. Besonders schön ist der Vorwurf der Frivolität. Herrlich, den werde ich mir merken! Wenn ich das richtig verstanden habe (was ich irgendwie bezweifle) dann wird erst in der vierten Rede der entscheidende Pfosten eingeschlagen und er lautet: „Denn Gott ist das Prinzip.“ Na bitte, das hätte man doch gleich sagen können! Gott hat also die volle Kontrolle, und nicht etwa ein Geschöpf. Der trägt also auch die Verantwortung für das Geschöpf, das seinerseits sich bloß vom Teufel fernzuhalten hat. Nein, nein – einen freien Willen gibt es nicht!

      Nur gibts da ein klitzekleines Problemchen: Wenn wir also keinen Willen haben, mithin keine Verantwortung tragen, wo, zur Hölle, ist der rechte Platz für den Aufbau der Tötungshemmschwelle, wie sie jede Gesellschaft benötigt? Die Bibel, die da sagt, dass man nicht töten soll, macht es sich da zu einfach. Nicht mal, weil sie zahlreiche Ausnahmen kennt. Sondern vielmehr, weil die andere Seite des gesellschaftlichen Dammes nicht bewacht ist: Ohne freien Willen sind wir ja auch nur alle … Tiere. Oder?

      Da liegt es nahe, die Viecher, für die uns ja die Verantwortung übertragen wurde, in den Schutzbereich des Tötungsverbots mit einzubeziehen. Und genau das ist dann das ticket to hell – Erst haben auch Schweine ein Recht auf Leben, weil Säugetiere, dann auch die ekligen Reptilien und schließlich noch die Insekten; Zika hin oder her. Und dann stellt man fest, dass sich die Chose eben nicht durchhalten lässt, weil man doch priorisieren muss, wenn man als Art überleben will. Da man das Priorisieren aber vorher so prima tabuisiert hat, kann man nur ganz klammheimlich feststellen und muss offiziell drüber weglügen. Und der klammheimliche Bereich wächst und wächst … und schließlich wird der Damm der Tötungshemmschwelle von der anderen Seite eingerissen. Er wurde an der falschen Stelle gebaut und ist daher nicht stabil. So ein Pech aber auch! Und wenn man erstmal die Erkenntnis zurückgewonnen hat, dass man der Ameise zu Leibe rücken kann, schießt man schnell mal übers Ziel hinaus und beim nächsten Mal bleibt es nicht bei der Ameise. Und kein Damm zu sehen weit und breit; der ist desavouiert. Naja – aber bis dahin braucht es ein paar Generationen. Bis es soweit kommt, liegt man gemütlich im Grab und kichert vor sich hin.

    • Schwalbe
      Daß die Willensfreiheit von Athanasius abgelehnt wird – so viel Phantasie hab ich dann doch nich.
      .
      Die ganze (orthodoxe) Patristik hält an der menschlichen Willensfreiheit fest. Die Frage lautet für sie immer, wie das zusammengeht mit der göttlichen Willensfreiheit. Und bis zum Hochmittelalter war das auch nicht problematisch. Erst bei Ockham geht das schief. Der Universalienrealismus fällt, und für ihn ist Gott damit potentia absoluta.
      .
      Ob der Wille frei ist oder nicht, spielt zur Unterscheidung von Tieren keine Rolle, denn Tiere haben keinen Willen. Diese Unterscheidung kennen wir schon vor dem NT: nach Aristoteles ist der Mensch das Wesen, was Vernunft hat (logon echon). Kennen wir auch als animal rationale. Darauf baut Augustinus übrigens seinen noologischen Gottesbeweis auf.
      .
      Die Tötungshemmschwelle klingt dagegen eher nach Hobbes. Diese Hemmschwelle wäre dann ein Produkt der Kultur. Das christliche Menschenbild geht davon aus, daß sie bereits in seiner Natur liegt.
      .
      Der Fehler liegt darin, Freiheit mit potentia absoluta gleichzusetzen.
      .
      Und das drüberweglügen: Paßt der Mensch in Darwins Evolutionstheorie? Wer den Ast absägen will, auf dem er sitzt: nur zu. Ich würd da die Finger von lassen. Und anderen das unterzujubeln, ist auch nicht gerade besonders redlich.

    • Mobb
      Text war weg, nochmal:

      Wenn doch aber das ganze Prinzip Gott ist und der Mensch bloß das Geschöpf Gottes ist, verstehe ich nicht, wie sich das Geschöpf gegen seinen Schöpfer wenden und sich frei gegen ihn entscheiden könnte? Das Konzept steht der Annahme eines freien Willens entgegen. Ich glaub, über diese Klippe kommt man nur mittels Teufel; zu irgendeinem Zweck wird man den ja auch erfunden haben.

      Und wenn danach also der Mensch keinen (freien) Willen hat, so ist der Weg zum Tier nicht weit, das, wie sie selber ausführen, ja auch keinen hat.

      Und wenn es lt. christlichem Menschenbild bereits in der Natur des Menschen liegen soll, eine Tötungshemmschwelle zu haben, dann frage ich mich, was Moses auf dem Berg gemacht hat? Formalien abgearbeitet?

      Und Ihren Ausführungen über den angesägten Ast kann ich nicht folgen. Mir scheint, Sie konnten meinen auch nicht folgen; da sind wir quitt.

    • @Mob Willensfreiheit
      „Die ganze (orthodoxe) Patristik hält an der menschlichen Willensfreiheit fest. Die Frage lautet für sie immer, wie das zusammengeht mit der göttlichen Willensfreiheit.“

      Genaugenommen ist das abendländische Freiheitsdenken erst aus diesen theologischen Konstrukten entstanden. In der Antike gab es das nämlich nicht: der spousios (also der Freie Edelmann) galt als müsiggängerische Ausnahme.
      Der Grundgedanke war: Hat Gott die Welt aus Zwang oder aus eigener Entscheidung geschaffen? Da Gott perse souverän sein muss, also aus freiem Willen. Wenn der Mensch Ebenbild Gottes ist, hat er auch einen freien Willen.

      Ansonsten interessanter Beitrag! Danke

    • Danke...
      Hab die Diskussion durchgelesen…. ganz grosse Unterhaltung.

    • Glaube, Wahrheit, Lüge
      Der Nicäaner Athanasius hatte die Wahrheit in seinem Glauben der Einheit in der Dreifaltigkeit Gottes, wie auch Pegida die Wahrheit hat und wie Frau Göring-Eckhard die Wahrheit hat. Wer noch nicht die Wahrheit hat, kann zu ihr finden. Für einen Gläubigen hat insofern, aber nur insofern, jeder Andersgläubige den freien Willen, sich für die Wahrheit zu entscheiden. Wer sich nicht für meine Wahrheit entscheidet ist des Teufels.

      Glaube gegen Glaube, der Arianismus-Streit führt das vor, ist ein Kampf um die Macht. Im Jahr 375 der Kampf um die Macht in einem Imperium (der 380 durch Theodosius I mit seinem Edikt cunctos populos zu einem vorläufigen Abschluss gebracht wurde, weil danach der nicäanische Glaube Staatsreligion war). Heute der Kampf um die Macht in Deutschland, um die Art der Migrationspolitik, der Euro-Politik, der Energie-Politik etc.

      Solange der Kampf wogt, setzt der Gläubige jedes (!) Mittel ein, Erniedrigung, Ehrentzug, Verteufelung (seitens der „Kirche der Deutschland allein seligmachenden Migration“), Lügenpresse, Zündeln und Bus-Mobbing (seitens der „Kirche des alleinseligmachenden Deutschseins“). Auch vor Mord wird nicht zurückgeschreckt (NSU).

      Es zeichnet sich also ab, wo wir hinkommen (GnM), wenn es so weitergeht. Und wenn in der Politik nicht andere Wege der Lösung der Massenmigration beschritten werden. Hier liegt der Ausweg aus gegenseitiger Verteufelung.

    • ... und Teufels Beitrag
      Dann ist Athanasius also rechthaberisch und veranstaltet nur deshalb dieses ganze, oben verlinkte Geschrei! Denn wenn er

      a) darauf besteht, dass Jesus kein bloßes Geschöpf, sondern Gott selber ist (das ist ja der Clou mit der Dreifaltigkeit!)

      aber gleichzeitig

      b) an der Willensfreiheit der Geschöpfes Gottes, der Menschen, festhalten will

      muss man sich doch ernstlich fragen, worum er da so starrsinnig mit den Arianern streitet?! Was stört es ihn denn eigentlich, wenn sie Jesus als Geschöpf sehen? Was ist denn eigentlich falsch an einem Geschöpf, das – wie Patrick Feldmann selber einwendet – doch ohnehin gleich seinem Schöpfer ist, weil beide nämlich über dieselbe Willensstärke verfügen! Eigentlich gäbe es nach dieser Argumentation nämlich letztlich bloß einen Gott, der sich immer wieder erneuert (via Fortpflanzung). Simsalabimbambasaladusaladim!

    • Titel eingeben
      vielen Dank fürs Lesen und Rückfragen!
      .
      Die Antwort nach der Willensfreiheit hängt ab, was wer unter Freiheit versteht. Bei Aristoteles ist das die causa sui, also die Fähigkeit, Ursache zu sein und Wirkungen hervorzubringen, eine Ursachen-Wirkungskette anzufangen. Bei ihm teilt es sich noch in vierfache Verursachungsarten. Dieser Freiheitsbegriff findet sich auch bei Thomas von Aquin und Kant.
      .
      Bei Augustinus ist die Sache leicht anders. Der Mensch hat einen Willen, der in der Entscheidung etwas zu tun frei ist (liberum arbitrium). Es ist ganz klar, daß es so etwas gibt, sonst fällt natürlich auch der Begriff Sünde/Schuld. Dem freien Willen liegt ein Wollen (Voluntas) zugrunde. Dieses ist bei Augustinus korrumpiert und nicht völlig frei. Sein Verstand ist frei, seine Neigungen (noch) nicht. Damit schließt er an Paulus an, der sagt, daß er immer wieder Dinge tut, die er eigentlich nicht will.
      .
      Bzgl. Gottes Freiheit findet sich kein Problem, da er kein Seiendes unter Seienden ist. Er unterliegt nicht Gesetzen, sondern ist eher das Gesetz. Die berühmte Frage, ob Gott einen Stein schaffen kann, der schwerer ist, als er selbst heben kann, ist daher trivial. Gott produziert keine Selbstwidersprüche. Die Frage nach Gott richtet sich an diesem Grundverständnis auf (cf. Der Briefwechsel von Leibniz und Clarke – ein Schüler Newtons).
      .
      Bei Rahner findet sich Kants Linie wieder. Gott ist dier immer unthematisch anwesend Daseinsgrund geschöpflicher Freiheit, und ermöglicht und fordert so, die existenzielle Relation zu bejahen oder zu verneinen. Gott gibt sein Ja zum Menschen, der Mensch kann dieses annehmen und zurückgeben oder eben nicht.
      .
      So ähnlich auch bei Anselm von Canterburys Satisfaktionstheorie: Es gibt eine göttliche Ordnung. Der Mensch ordnet sich in diese ein. Er hat die Freiheit, sich darin einzufinden oder nicht. Er bringt diese Ordnung aber nicht selbst hervor. Diese Ordnung hervorzubringen ist dann der eigentliche Sündenfall (Die Michaelsfrage: Wer ist wie Gott?). Der Mensch hat gar nicht die Fähigkeit eine solche Ordnung zu schaffen. Die Moderne hält das für Quatsch. Modern heißt Freiheit auch eine solche Ordnung hervorzubringen.
      .
      Wegen Darwin: Die Evolutionstheorie kennt gar keine Freiheit, sondern sagt, Evolution besteht aus Gesetzmäßigkeiten der Partnerwahl und Genotypvariation + Zufall. Ein Großteil der Biologen sieht inzwischen den Menschen als unfreies Vehikel der Evolution an. Das naturwissenschaftliche Weltbild hat einen Hang zum Determinismus. Und was Darwin für die Biologie, ist Freud für die Psychologie.

    • @Mobb
      Danke für die ausführliche Antwort, lieber Mobb; ich habe interessiert gelesen und denke, ich kann auch folgen; insbesondere, was die Kritik an Darwin und Freud angeht. Gestatten Sie mir dennoch ein paar bockige Widerworte, das liegt einfach in meiner Natur:

      Augustinus sagt also, die Neigung des Menschen sei korrumpiert; der anderen Menschen wegen.

      Gott, wenn ich das richtig verstanden habe, unterscheidet sich darin vom Menschen, dass seine Neigung nicht korrumpiert sei, weil er nämlich nicht unter anderen da sein muss. Er hat also seine Ruhe, schön für ihn.

      Allerdings muss Jesus, als Bestandteil der Dreifaltigkeit, danach konsequenter Weise auch das Dasein unter anderen erspart geblieben sein; sonst wäre er ja nur ein Geschöpf.

      Man kokettiert also damit: Es ist doch ganz unerheblich, ob Jesus gelebt hat! Bleibt nur das Problemchen: Wenn man das nicht wissen will, woher will man denn dann wissen, dass Jesus am Kreuz auch wirklich gelitten hat? Und wie will er uns durch dieses Leiden denn erlöst haben – frei von jeder korrumpierten Neigung, nämlich eben der zu anderen Menschen? Liegt der Trost nicht gerade darin, dass einer von uns eben wegen dieser seiner (korrupten) Neigung zu UNS das Leid auf sich genommen hat?

      Und es kommt noch schlimmer:

      Also wenn ich der liebe Gott wäre, also das reine Prinzip (s.o.), wieso sollte ich denn dann überhaupt mehrere Geschöpfe produzieren, nur damit die sich wechselseitig mit ihren korrumpierten Neigungen zueinander rumschlagen müssen? Da sind wir dann in ziemlich trüben Gewässern: Wenn ich beim Kreieren solche Fehlstellen in Kauf nehme oder produziere, dann habe ich eine bestimmte Agenda, das ist dann mithin – zweckdienlich.

      Ein vorher bestimmter Zweck meines Daseins wiederum kastriert mir meinen freien Willen; da kann ich also wollen, bis ich schwarz bin, Gott der Schöpfer grölt mir also stets entgegen: Ich bin allhie!

      Also – wen da kein Verlangen plagt, den tyrannischen Alten mal zum Schweigen zu bringen, der – hat keinen Ehrgeiz!

      „Teufel spricht, ich will es nun auch ganz gewiss nicht wieder tun.“

      – frei nach Nils Werner, Alarm im Kasperletheater.

    • witzlose Diskussion
      Paulus hat es bereits gesagt im ersten Korintherbrief Kapitel 15. Wenn Jesus ein bloßes Geschöpf war, dann brauchen wir von Christentum nicht mehr reden. Das ist der Kern der rationalen Auseinandersetzung innerhalb der Religion. Darum gehts bei Arius und deswegen ist Athanasius auch rechthaberisch.
      .
      Oder auch Johannesevangelium Kapitel 6: Für wen haltet ihr mich? – Entweder er ist der Christus oder ist es nicht.
      .
      Es tut mir leid, wenn Sie die Sache mit dem Willen nicht nachvollziehen konnten. Aber ich verstehe Ihr Problem auch nicht. Ich sehe zwischen göttlichem Willen und menschlichem Willen keinen Widerspruch.

    • @Mobb
      Na klar, Mobb – eine ganz und gar witzlose Debatte, um die man sich völlig unnötig Jahrhunderte lang mit Verve gebalgt hat! Wahrscheinlich kann man nur nicht lesen! Hätte doch bloß damals schon den Mobb gefragt; seine wurstige Autorität wäre gewiss von allen anerkannt worden. Oder etwa doch nicht?

      Sehen Sie, lieber Mobb – dass ist der Grund, aus dem man die Anhänger des Augustinus so recht aus freiem Willen hassen kann. Just in dem Moment, wo man das Schwert aus der Hand legt und ihnen so willig die Hand reicht, wie es dem Teufel nur möglich ist, müssen sie sich nämlich spreizen, ungezogen, wie sie sind! – Danke für das Gespräch.

    • Gute, schwere Fragen
      Die Antwort liebe GnM auf Ihre von 16:07 kommt jetzt (auch wenn die Postreihenfolge etwas anderes nahe legen sollte.
      .
      Die Geschichte, wie sie von einem geschöpflichen Jesus erzählt wird, gab es bereits: das Judentum. Wo sollte denn der Unterschied sein zwischen einem Jesaja oder Jeremia oder einem Eleazar und Jesus? Genau das sagt ja das Judentum (und auch der Islam). Es gibt keinen.
      .
      Und an dieser Stelle wird es religionsphilosophisch: ist Gott dem Kosmos gegenüber (also kein Teil), ist er Teil des Kosmos, ist er der Kosmos.
      Der Gott der Philosophen ist ersteres, der Gott der Juden war zweiteres, hat aber einen notorischen Hang zum ersteren. Und der Gott Christi ist beides zugleich.
      .
      Christus Jesus mit dem Handwerkszeug der Philosophie zu vermessen ist wird schief gehen, ebenso mit dem religiösen Inventar. Deswegen war das frühe Christentum sehr beschäftigt zu formulieren, wer dieser Christus denn nun sei. Dabei hat es bis zum Konzil von Chalkedon (451?) bis man sich auf eine Formulierung geeinigt hatte, die die meisten akzeptieren konnten (abgesehen von den Nestorianern/Monophyisten, die eigentlich keine Häretiker, sondern unverstanden waren).
      .
      Chalkedon sagt, Jesus habe zwei Naturen – ungetrennt und unvermischt – eben die göttliche und menschliche. Und beide ganz (nicht wie bei Herkules, der ein Halbgott war). Wie das geht? Que sais-je?
      .
      Im Philipperhymnus heißt es: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest wie Gott zu sein und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
      Im Kolosserhymnus: Er ist das unsichtbare Ebenbild des Vaters. Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.
      .
      Das Christentum ist der Meinung, daß Gott ganz seinen Geschöpfen gleich sein wollte. Die Frage ist -da haben Sie vollkommen recht- Warum zum Kuckuck?
      Darauf gibt es zwei Antworten: Weil Gott seine Schöpfung über alles liebt (vgl. Joh 3,16). Und: Weil Gott nur Schöpfer sein kann, wenn er auch schöpft, und was wäre er ein Schöpfer, wenn sie zugrunde geht, also unvollkommen bleibt.
      .
      Aber zurück zur Frage: Wie erlöst denn nun Christus? Müssen wir jetzt auch alle am Kreuz sterben? Nein. Erlösung geschieht in Christus. Er ist das Maß unseres Wollens, was stärker ist als unsere Korruptheit. Der Ort, wo es geschieht, daß unser „altes Herz aus Stein“ gegen ein „neues Herz aus Fleisch“ umgetopft wird, sind die Sakramente. Mehr kann ich leider nicht ausführen, da das neue Faß recht groß wäre.
      .
      Warum nimmt Gott unsere Mangelhaftigkeit in Kauf? Weil nur so der Raum da ist frei zu handeln…
      .
      @Jo:
      das ist das neuzeitliche Erbe, seine eigenen Formen und Muster in die Geschichte einzutragen. In der Theologie so geschehen durch die Neuscholastik.
      Für das Christentum ist die Wahrheit eine Person. Für die Politik, die Wirtschaft, die Philosophie ein Bündel von Sätzen, daß die Urteile über die Wirklichkeit mit der Wirklichkeit äquivalent sind.
      .
      Wenn Sie das Maß „Satzwahrheiten“ anlegen, haben Sie vollkommen recht. Und auf der äußeren Ebene – eben Politik, Philosophie, etc. – stimmt das auch. Nur der Streit um Arius war eben kein politischer, philosophischer, sondern ein kirchlicher.
      .
      Hinsichtlicht „Freiheit, das anzunehmen, was jemand anderes als wahr diktiert“: Es ist doch verlogen zu sagen, „deine Wahrheit“ steht gleichberechtigt neben „meiner Wahrheit“. Das ist ein offensichtlicher Widerspruch.
      .
      Toleranz heißt: aus meiner Sicht ist das, was der andere für wahr hält Bullshit. Aber er darf seine Position haben, weil ich seine Person achte und er um seiner selbst willen es verdient hat, geliebt zu werden.
      .
      Weil ich dem Phantasma erlegen bin, (immer) recht zu haben, funktionieren Schuldzuweisungen nicht. Tucholsky hat es so schön gesagt: Die Bösen, das sind immer die anderen.
      Nur wer vor sich selbst zugibt, daß er Schuld hat (kirchlich: Sünder ist), der kann seine Identität relativieren. Das nimmt die Schärfe aus dem (Glaubens-)Kampf. Und meine Identität hängt dann nicht davon ab, ob ich „recht habe“.
      .
      Die aktuellen öffentlichen Schlichtungswege sind unglaublich unterkomplex. Und sie geschichtlich zu verorten, halte ich für verlogen. Das geht in die Richtung: frühe waren die primitiv, heute sind wir weise. Nein, die waren früher auch nicht dümmer als wir heute. Und die haben komplexe Lösungen gefunden. Wir wollen uns mit einfachen zufrieden. Das funktioniert nicht. Insofern stimme ich mit Ihrem Ergebnis überein. Nur meine Diagnose ist komplett anders.

    • @Mobb
      Nochmal… ganz grosse Unterhaltung, viele Lacher, Danke!

      Weiter unten schreiben sie was von Sünde…. Da sie fachmann sind: Können sie mir erklären was eine Sünde sein soll? Ich frage seit fast 50 Jahren , und habe noch keinen gefunden der sie beantworten konnte…

    • Titel eingeben
      @GnM:
      Mit „witzlos“ meinte ich nicht, das Bemühen um (gemeinsames) Verstehen ad absurdum zu führen. Ich meine damit zweierlei:
      a) Daß es in der Religion einen anderen Ansatz gibt. Nämlich daß Gott eine geschichtlich wirkmächtige Person ist, die konkret faßbar ist in dem, was das Christentum Offenbarung nennt. Wer diesen Ansatz nicht teilt, wird nicht verstehen können, worum es in dem Streit um Arius aus Sicht der Glaubenden geht. Verstehen benötigt die Offenheit für diese religiöse Einstellung. Wenn dies nicht gegeben ist, wird die Sache witzlos. Eben weil die Perspektiven nie zusammenführen werden können.
      b) Auf das von D.A. bezogene Exempel hin gilt der Streit mit Arius nicht, weil die aktuelle Situation nichts mit jenem religiösen Ansatz zu tun hat, sondern damit, daß hier soziologische Kategorien, die im Umfeld von Religion verortet werden, auf Phänomene angewandt werden, die einem partikularen säkularen Kontext beheimatet sind. AfD, Antifa, Pegida, Bild-Leser, Facebookhaßkommentatoren beziehen sich nicht auf obige Grundannahme. Natürlich kann man behaupten, daß diese Kategorien zutreffen. Ich habe aus meiner Sicht versucht darzulegen, daß ich das für deplatziert halte. Eben witzlos.
      .
      Die Polemik laste ich Ihnen nicht an. Es ist wohl in der Kampfeshitze entfleucht. Falls Sie sich von mir auf den Schlips getreten fühlen, so bitte ich Sie um Entschuldigung. So war es nicht gemeint!
      .
      @TDV:
      Schön, daß Sie lachen. Ich gönne es Ihnen. Laut Plessner ist das sogar etwas spezifisch Menschliches. Da es bekanntlich aller guten Dinge drei sind, möchte Ihnen möglicherweise einen dritten Lacher spendieren.
      .
      Sünde bezeichnet einen schuldhaften Zustand im Verhältnis eines Menschen zu einer anderen Person (sei es ein Mensch, sei es Gott). Ursache dieses Zustandes ist eine willentliche Tat dieses Menschen. Gegenstand von Sünde ist also die Beziehung zweier Personen zueinander. Sünde bricht diese Beziehung – bereits einseitig.
      Dieser Zustand wird geheilt durch Vergebung. Dadurch wird die schuldhafte Tat nicht ungeschehen gemacht. Aber die Folge, die gebrochene Beziehung, wird wiederhergestellt. Mittel der Vergebung ist die Liebe, die der Person um ihrer selbst willen gilt.
      .
      Kurz gesagt: Sünder zu sein heißt, daß ich anderen weh tue, daß mir das ehrlich leid tut, und daß ich wünsche, das Geschehene wieder gut zu machen und das dafür erforderliche tue.

    • Sünde....
      Was sie da beschrieben ist banal. Ich habe sie gefragt warum man das eine Sünde nennen soll, warum man dafür noch einen neuen, völlig überflüssigen Begriff überhaupt einführen soll. Der im Grunde ja nur eines tut, er impliziert, dass es was mit einem unsichtbaren Gott zu tun habe , dem dies missfällt und DESHALB ist es zu verurteilen?

      Warum brauchen sie da eine Gott dazu? Reicht es bei Ihnen nicht weit genug um das auch ohne einen Gott so zu sehen?

    • gibts doch schon
      Dann könnte man auch beim Aristotelischen Drama bleiben. Die Ödipusgeschichte ist der (griechische) Inbegriff von Sünde (gr. hamartía).
      .
      Gott drückt nicht auf den „Dislike-Button“. Eine Sünde ist aus sich heraus schlecht, nicht weil Gott es für schlecht hält. Sünder zu werden ist einfach. Vergebung zu erlangen kein Menschenwerk.
      Ich frage mich schon länger, warum die katholische Kirche in Deutschland als so moralinsauer gilt. Das ist vollkommen unkatholisch. Weder Gott noch Kirche sind dazu da, Menschen zu verurteilen. „Pharisäertum“ (oder das „schlechte Gewissen der Nation“) gehört nicht zu ihrem Wesen. Kirche ist dazu da, Menschen wieder aufzurichten, die gefallen sind. Besonders die, die nicht mehr (von alleine) aufstehen können.
      .
      Natürlich haben Sie recht, daß es nichts bringt, sozusagen eine „vertikale“ Dimension zwischen Gott und Mensch aufzuspannen. Da löst man ein Problem, was man vorher nicht hatte. Das Problem liegt auf der Mensch-Mensch-Ebene.
      .
      Ich nehme an, Sie wollen wissen, warum die Menschen von sich aus nicht in der Lage sind, ihre „eigenen Probleme“ zu lösen.
      .
      Eine anthropologische Antwort: Der Mensch ist ein begrenztes Wesen. Er ist weder allwissend noch allgütig. Er weiß nicht um die Motive seiner Mitmenschen, kann sie nur erraten. Was er tut, ist unvollkommen wie er selbst. Daher kann er sich der Lösung nur nähern und sich bessern, sie aber niemals aus sich erreichen.
      .
      Eine soziologische Antwort: Die Institutionen, die der Mensch als soziales Wesen hat, sind strukturell sündhaft. In ihnen gibt es Mechanismen, die ausgrenzen, also Beziehungen brechen. Alleine hat er gar nicht die Möglichkeit diese Institutionen zu verändern oder so zu gestalten, daß sie sündlos sind.
      .
      Erstere Antwort geht der zweiten eigentlich voraus.
      .
      Warum es nicht banal ist: Der Mensch bleibt Sünder (Luther hat vollkommen recht, wenn er sagt: simul iustus et peccator). Die Liebe aber ist größer als die Sünde. Biblisch gesprochen hieße das: Kann eine Mutter ihre Kinder vergessen? Eltern lieben ihre Kinder, ganz egal was sie ausgefressen haben.
      Banal wäre, wenn die Sünde einfach aufhören und Vergebung einsetzen würde. Liebe heilt angesichts der Sünde. Und das macht es so kompliziert.
      .
      Ich gestehe: Weder die anthropologische noch die soziologische Antwort finde ich voll befriedigend. Die Frage: Was ist der Mensch? läßt sich nicht nur in einer philosophischen Anthropologie beantworten. Die Literatur erzählt immer Geschichten vom Menschen. Darin findet er sich wieder.
      .
      Übrigens haben Sie gar nicht gelacht, oder? :(

    • Titel eingeben
      Ich befürchte, sie irren … Ich lache stets wenn ein Theologe laut denkt.

      Welche Sünde sie auch nehmen, ob ich einen anderen nun umbringe, oder ihn seines Weibes, seines Haus und Hof beraube…
      Das Falsche solcher Tat besteht darin, wie ich mit dem anderen umgehe, dem Leiden das ich diesem verursache. Und nicht, weil eine lächerliche Halluzination die einem Wüstenbewohner (zuviel Sand und zuviel Sonne?) erschienen sein mag oder auch nicht, sie zu etwas Schlechtem erhebt.
      Ich habe nichts dagegen, dass solche extrem dummen Religionen solchen Schwachsinn verbreiten, aber ich habe sehr viel dagegen, dass diese Macht tagtäglich missbraucht wird, um Mensch zu verblöden und sie zu aus Angst zu funktionierenden Zombies macht, die dann in MEINEM Leben herumfuhrwerken, wie das in meiner Kindheit und Schulzeit der Fall war. Der Kindesmissbruch durch Paffen ist nicht nur körperlicher Art!

      Wie lächerlich ihre Art zu „Denken“ ist zeigt allein schon ihr Beispiel Ödipus.
      Es war jenem bereits bei seiner Geburt vorherbestimmt so zu handeln, wie also kann er sich schuldig machen?
      Angesichts der Vielzahl von Inzest die auf dieser Welt täglich stattfinden ist es eine lächerliche Heuchelei sich auf den armen Mann zu berufen, der ja nicht mal eine Ahnung davon hatte mit wem er da schlief. Ganz im Gegensatz zu den Fritzls der Welt.
      Wenn Dummheit weh täte…. Da wäre ein Geschrei von allen Kanzeln der Welt!

      Es ist mir auch geschichtlich nicht bekannt, dass nach diesem einen Fall im alten Griechenland irgendwo anders noch mal eine Seuche wegen solch einer „Sünde“ ausgebrochen wäre? Oder haben sie Beispiele? Wenn dem guten Mann seine sexuelle Beziehung zu einer Frau, die ja ein paar Jahrzehnte älter als er gewesen sein muss, nachträglich auch noch so missfallen hat, so bestand trotzdem keinerlei Notwendigkeit sich die Augen auszustechen.
      Er hätte genauso wie er, bevor er in die Stadt kam, wieder weiterziehen können.
      Ich nehme eher an, es handelt sich bei Ödipus um eine Form erblicher Schwachsinns, den er an seine Tochter weiter vererbt hat, die ja meinte, sie müsse gleich mehrere Leben ruinieren und beenden, weil ihr machtgeiler Bruder sonst nicht beerdigt würde.
      Ah ja, die Kultur… immer preisen, ja nicht auch mal drüber nachdenken.

      Es wäre viel für die menschliche Zivilisation gewonnen, wenn man all die Ammenmärchen von Gözten und Gott endlich mal genauer reflektieren würde, anstatt aus Angst vor Strafe in der Hölle und aus habgier nach dem Leben im Paradies, das ganze eigene Leben in Verblödung zu verbringen.

    • Mitleid
      Ich hatte auf Lachen gehofft, stattdessen hatten Sie einen literarischen Anfall. Bestimmt kann man darin den Plessner erweitern.
      .
      Gerade hofft ich, Sie könnten mir noch etwas erzählen, was ich nicht kenne. Aber Sie hauen Dinger raus, wie ein Boxer, der bereits in der zweiten Runde alles, was sich aufgestaut hat, rausläßt. Das funktioniert nicht.
      Ihnen habe ich meine Sicht dargelegt und meine Argumente dazu beigelegt. Sie haben völlig ohne Argumente Ihre Sicht dargelegt. Unter den drei Formen des Philosophierens (nach Kant) nennt man das dogmatisch.
      .
      Und von allen Moralkonzepten nehmen Sie auch noch das billigste. Dafür tun Sie mir leid, denn das zeugt von einem sehr begrenzten Erfahrungshorizont. Hoffentlich besuchen Sie – hoffentlich lebt sie noch – Ihre Mutter. Die hat nämlich viel Leid auf sich genommen, um Sie zur Welt zu bringen. So könnte man viele Beispiele bringen, wo Leid nichts mit Unrecht (oder Sünde) zu tun hat. Es bleibt nur eines übrig, daß Sie unterstützt, i.e. ein Exempel Dostojewskis. Aber das ist ja Literatur…
      .
      Die inhaltlichen Fehler, die Sie mir unterjubeln, übergehe ich einfach. Es wird nix bringen, da Sie weder skeptisch, noch kritisch, sondern dogmatisch vorgehen. Was nicht sein darf, kann nicht sein…
      .
      Schön, daß Sie laut lachen, wenn Sie einen Theologen vor sich haben. Doch scheinbar ist das ein zynisches Lachen von jemandem, der nix zu lachen hat. Nach Ihrer Haltung ist es wohl der Sieger, der lacht. Mir geht es nicht um Gewinnen, sondern um Lernen. Von Ihnen hab ich nichts gelernt. Sie haben bloß gezeigt, daß Sie null Ahnung von Theologie und nur wenig Ahnung von Philosophie haben.
      Daher ist meine Seite der Diskussion auch hier beendet. Ich unterhalte mich gerne mit Leuten rational, auch mit Atheisten. Aber dogmatische Atheisten sind nicht rational. Und verbale Entgleisungen sind der Konversationskiller Nr. 1.
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      Einen schönen Sonntag!

  57. olle Kamellen
    wer ein Jahrhundert nach E=mc^2 und delta-p mal delta-x >= h
    immer noch Staatskirchenprobleme des SPQR diskutiert, ist eindeutig ein Revolutionär (deutsch= Zurückrollender und -wollender).

    • Naja.....
      Darauf hinzuweisen, wie viele in diesem Land der (angeblich) ersten Welt diesen ganze Schrott nach wie vor ernst nehmen, dás hat aber schon was Aufklärerisches, oder?

      Das Problem sind nicht diese monotheistischen Religionen, sondern dass die Massen solchen Schwachfug nach wie vor fressen.
      Ebensowenig ist Merkel das Problem, sondern die Massen die sowas wählen und erst wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, beginnen sich dagegen zu wehren.

  58. @ Rosarote Brille, REPs
    Die Argumentation der Republikaner seinerzeit: „Das Boot ist voll.“

    Zwanzig Jahre ins Land gegegangen, heute: „Die Kassen sind leer.“ Dafür sorgen tausendköpfige ‚Familien‘, die ihre Mafiastrukturen in kommunale Fleischtöpfe intergrieren konnten und prächtig gedeihen. Gelungener kann Integration nicht sein, oder?

    Doch, geht: Merkel als Grögaz (größter Gutmensch aller Zeiten) schafft das.

  59. Wo bleibt die Doppelbödigkeit, die Widersprüchlichkeit, der Witz?
    Der Don war geistreicher, als er hier nicht nur sein Erstsemesterwissen durchscheinen ließ, sondern vor allem die Dinge in der Schwebe hielt: seine überspitzte Meinung mit seiner zur Schau gestellten Klassenlage kollidieren ließ, seine Polemik in performative Widersprüche verwickelte, seine möchtegern neorealistischen Gegenwartssplitter quer zu biedermeierlicher Bürger-Ideologie arrangierte. Und das alles in einer Rechtschreibung, die die Kunstfigur des vorgeblichen Bürgersohns und Absolventen einer bayerischen Erziehungsanstalt zugleich als intellektuellen Parvenü persiflierte.
    Hier scheint mir der Don nun allerdings – mit dem Arianismusstreit nur schlecht maskiert – plötzlich wenig elegant, schlicht und geradeheraus. Das ist schade.
    Hatte er sich sonst immer darauf zurückgezogen, lediglich plaudern zu wollen, hatte er sich unangreifbar gemacht hinter der Fassade eines gepflegten Gespötts, das nicht mehr als stilvolle Irritation und Trompe-l’Oeil sein wollte, so scheint es nun, als wolle er mit seiner Parteinahme und Parteilichkeit nicht mehr nur spielen, sondern in der Welt wirken, Recht behalten, überzeugen gar. Der Leser muss glauben, dass er es eins zu eins so meint, wie er schreibt. Welch ein Absturz formal und inhaltlich. Oh Graus!

  60. Das sind keine Menschen...
    …ist als entmenschende Aussage die planerische Vorstufe zur Tötung. Die vorausgehende Entmenschung des zu Tötenden gibt dem Totmacher ein gutes Gefühl. Tillich steht hier in engster gedanklicher Bruderschaft zu Muslimen, die Juden und Christen als Affen und Schweine entmenschen. Was folgt, ist bekannt.

    • nicht gleich so hysterisch,
      es wird noch häßlicher werden. Neulich bin ich an einem Gebäude vorbeigekommen, das ich seit meiner Kindheit kannte. Gehörte mal der Bahn, sah auch ganz nett aus. Sogar noch als Obdachlosenasyl, als das es während der letzten Jahre genutzt wurde! Nun ist da aber kein Gebäude mehr. Und die Existenz eines neuen Obdachlosenasyls halte ich für ein Gerücht (wobei nicht mal das existiert). Aber immerhin wurde für den Abriss kein Feuer eingesetzt, von den Menschen, die das befürwortet haben und durchführen ließen. Da gibt es wohl einen Unterschied.

    • Also überall Fundamentalisten, die alles
      gegen die Wand drängen, was nicht ihrer Meinung ist? Auf allen Seiten nur noch schwarz und weiss, keine Buntheit und keine Schattierungen? Nur noch Gräben und keine Hände, die anderen zu reichen sind, über fest gezurrte Meinungen hinweg? Nur noch entweder oder, kein sowohl als auch möglich?
      Ich fass es nicht und kann nicht begreifen, dass einem ganzen Regierungs- und Verwaltungsapparat sowohl inländisch wie auch über die Grenzen hinweg sämtliche Fähigkeit zu diplomatischem Vorgehen abhanden gekommen sind. Man droht, sogar mit ausgestrecktem Zeigefinger. Jetzt also nach Sachsen und, man glaubt es nicht, nach Ungarn und Polen auch den Österreichern.
      Und das alles soll sich an einer Person aufhängen? Nimmt sie uns die Freiheit oder geben wir sie freiwillig ab?
      Nur noch das: wir streiten inzwischen um den Inhalt und die Auswirkungen des Alleingangs der Frau aus der Uckermark – nicht aber über das eigentlich Grundsätzliche, ihre Öffnung der Grenzen, die millionenfach alle aus aller Welt anzieht, die sich gerufen fühlen.
      Man kann jetzt zwar wie TDV behaupten, dass das alles mit der Wahl 2013 abgegolten ist und wir damit das Recht, es anders zu wollen, abgegolten haben.
      Ich denke, wenn bei Politikern Sicherungen während ihrer Amtszeit durchbrennen, sie sich nicht an Gesetze halten und die, bei die Bürger elementar Betreffenden Amtshandlungen diese nicht ins Boot holen, aber schon ihr Geld, ihre Zeit und ihr freundliches Gesicht fordern, doch noch mal andere Kriterien anzulegen sind.
      Zudem sie nicht mehr für leibliche Unversehrtheit hier bei uns garantieren können.

    • Aber Gast...
      Sie wiegeln wieder ab… Bei Merkel ist keine Sicherung durchgebrannt, die ist (und war) immer so.

      Und wenn sie was für Depressionen wollen, dann schauen sie sich mal um, weltweit… was da alles in den Zentren der Macht rumkreucht. Nehmen sie mal nur Hollande oder Cameron…. Oder die mit mehr Macht, wie Dragi, Juncker oder Lagarde. Verglichen mit sowas sehen ein Xi und sogar ein Putin geradezu wie Genies aus.

      Es ist so wie Don es hier vor einigen Monaten zum ersten Mal geschrieben hat. Man kann ganz unmöglich vorhersagen wie das alles in sechs oder zwölf Monaten aussieht. Ich gestehe, ich habe schon lange keine so gute Unterhaltung mehr genossen wie diese Flüchtlingsstory.
      Man kann absolut gar nichts vorhersagen…. toll!

  61. *rhetorische* Frage
    Grüngeistige Brandstiftung: Wer zündelt da denn wirklich? (Links-Populismus)

    „Das Schlimme ist, dass dieser Mob sich bei jeder Äußerung von Horst Seehofer und Co ermuntert fühlen darf“

    Schlimm ist diese krude Mischung aus Prohibition und Legitimierung: hie kategorisches KritikVerbot, weil irgendwer übers Ziel hinausschießen könnte, dort – als Prämisse miteingeschlossen- das exkulpierende Zugeständnis an überschreitende Radikalisierung/Extremisierung wg. Konflikt-Asymmetrie („sächsische Opferthese“)

    Wen wundert da die inflationäre Verbreitung von VTen und Politverdruss, wenn die Debatte nurmehr aus Sensationen, Emotionen, Reaktionen zu bestehen scheint?

    Wie, wenn diese Aufständischen „Das macht uns wütend“ skandiert hätten – oder gibt es darauf ein copy-Roth?

  62. in der Schweiz schreiben sie über den in Deutschland
    verrottenden Journalismus in der Weltwoche – und fächern gleichzeitig auf, welche Bandbreite im Alpenländli möglich ist.
    Ich bin neugierig, wie, wann und durch was sich das Totalitäre überwinden lässt…

    • Das Totalitäre überwinden
      …das wird dauern.

      Aus einem Bauchgefühl und einer dunklen Erinnerung, versuchen nicht nur die Briten, Sachsen und Bayern der drohenden Katastrophe zu entgehen.

    • das TOTALITÄRE
      wird aktuell in einem gestrigen kommentar von der schweiz aus klar beschrieben……….die grossen negatitven wendungen der deutschen geschichte geschahen immer am volk vorbei oder gegen das volk………….dann wurde versucht es manipulativ zu mobilisieren, was mehrmals gelang, aber nicht garantiert, dass es immer gelingen wird.

      so zum beispiel 1990, eine grosse positive wendung, weltpolitisch ein erfolg, für die gänzlich unvorbereitete (man hatte ja auch fast 40 jahre vorlaufzeit) BRD ein desaster.

  63. Die Zeit anhalten
    … Prolog

    Die Menschen der Vorzeit hatten eine sehr realistische Auffassung von Bewußtsein und Wahrnehmung, denn ihre Auffassung resultierte aus der Beobachtung des sie umgebenden Universums. Die modernen Menschen hingegen haben eine absurd unrealistische Auffassung von Bewußtsein und Wahrnehmung, weil ihre Ansichten auf ihrer Beobachtung der Sozialordnung und ihrem Verhalten in dieser sozialen Welt beruhen.
    (Don Juan Matus)

    … Textus

    Laut den Lehren der Yaqui-Indianer ist der Mensch zweigeteilt in seinem Wesen – in seiner Wahrnehmung/Realität. Das Nagual und das Total.
    Das Total ist sozusagen die rationale Basis die es dem Mensch ermöglicht in der „normalen“ Realität zu funktionieren.

    Das Nagual (das Gedächtnis der Körpers) ist die magische Seite des Menschen und meist verschüttet und versperrt.
    Auch oder gerade deshalb weil das Total sehr, sehr besitzergreifend ist und nicht gewillt ist freiwillig das Zepter aus der Hand zu geben.

    Ein einfaches Beispiel wenn das Nagual die Kontrolle übernimmt ist z.B. was passiert wenn Lebensgefahr in Form eines Panthers droht
    und man sich plötzlich auf einem hohen Baum wieder findet ohne das man recht weiß wie man da so schnell hochkam.

    Don Juan verbrachte viele Jahre damit Carlos Castanedas Vorstellungen der Welt, seine „Annahmen“ zu zerschlagen.
    Er nannte es die Insel der Wahrnehmung leer zu fegen. Den ganzen angesammeltem Müll von konditionierten Annahmen/Meinungen/Überzeugungen/Glaubensvorstellungen/Erziehung/Wahrheiten/Gewohnheiten (Don Juan nannte es Inventar) usw. auf den Prüfstand zu stellen und dann alles was unnützes Gepäck ist über den Rand den Tellers zu schubsen.

    Bildlich gesprochen die Wahrnehmungblase platzen zu lassen.

    Oder mit den Worten von Dr. Craig s. Enright (1942-1975)

    Ich habe entdeckt, daß das ich, mit dem ich so freizügig verfahre, nur ein Konstrukt ist, ein Programm, eine Meinung, ein Standpunkt, auch wenn ich mich damit meistens immer noch damit identifiziere. Ich bin ich, mein Selbst personifizierend. Kannst du erkennen, auf was ich hinaus will?

    … Epilog

    Dieser Blog hält uns auch vor Augen, dass es „DA DRAUSSEN“ viele Konstrukte gibt. Zu viele personifizierende Ichs. Massenhaft Inventar.

    Meiner Meinung nach spiegelt das wirre Chaos der Jetzt-Zeit einfach die Überlagerung vieler Echos aus der Vergangenheit.
    Die nach wie vor nach-wirken obwohl noch nicht richtig einsortiert bzw. be-griffen und verstanden.

    Robert Anton Wilson sprach davon in „Der neue Prometheus. Die Evolution unserer Intelligenz“ und „Die neue Inquisition. Irrationaler Rationalismus und die Zitadelle der Wissenschaft.“

    Was heute in Gang gesetzt wurde und noch wird (Ceta, TTIP, Chemtrails usw. etc etc.), wenn „Die Mächtigen“ damit durchkommen wird sich die Welt so grundlegend verändern, da es nur wenige SCHEINBARE Gewinner gibt.

    Ich glaube nicht das es dem Menschen zugute kommt sich ganz dem binären System hin zu geben: An – aus / schwarz – weiß
    In diesem Blog wurde oft gefragt wohin das führt.
    Was da führt. Wo der Plan ist. Wo die Logik. Der Sinn.
    Wohin die (sehr weite und sehr lange) Reise geht.

    Es ist EIN GEFÜHL / eine Eingebung / ein Stimme aus dem OFF.
    Der Mensch wird -> Maschine

    Mfg
    Euer Dr. Seltsam

    • Samen, die im Norden Europas immer noch mit Rentierherden arbeiten,
      berücksichtigen bei ihren Entscheidungen, dass 7 nachfolgende Generationen davon betroffen sein werden…
      So viel Weitblick, schon lange und auch heute…
      Geschädigt werden sie natürlich dennoch, wenn der Staat durchsetzt, Stauseen auf den Weideflächen zu bauen (Vattenfall) und ankündigt, brauchbare und milliardenteure Erden im Naturschutzgebiet abbauen lassen zu wollen.
      Der Same weiß um den Wert der Bodenschätze auf dem Weltmarkt, dennoch stellt er sich gegen die Vermarktung, um die Weideflächen für seine Tiere und damit die Lebensgrundlage der Nachfolgenden zu erhalten.

  64. Wunsch und Wirklichkeit
    „Wenn das das Volk ist, dann sollte es weniger Volk und mehr Bevölkerung geben.“

    Man sollte schon ein bisschen vorsichtig sein, was man sich wünscht, liebe(r) Candidesgarten. Auch bei Mobs gibt es graduelle Unterschiede. Und wäre das ein handelsüblicher arabischer Mob* gewesen, dem die (in der fernen Hauptstadt residierende) Regierung Christen ins abgelegene Dorf zu setzen versucht hätte, dann wäre das wohl anders ausgegangen – und auch nicht dadurch zu entschärfen gewesen, dass die Sicherheitskräfte den Bus räumen.

    Überhaupt darf ich mal die ketzerische Frage stellen, wie man es denn wohl beurteilen würde, wenn irgendwo in der arabischen oder afrikanischen Welt ein despotisch agierender Machthaber beschließen würde, gegen den erklärten Willen seines Volkes Umsiedlungsprogramme in dieser Größenordnung und Demographie durchzuführen. Letztlich nämlich ist Merkels „Flüchtlingspolitik“ nichts anderes als ein groß angelegtes, miserabel gesteuertes Umsiedlungsprogramm nach dem Motto „Recht des Stärkeren“, das lediglich propagandistisch aufgehübscht wird und am besten auch noch auf andere Staaten ausgeweitet werden soll, natürlich ebenfalls gegen deren erklärten Willen.

    Ich gehe mal davon aus, dass viele von denjenigen, die nun angesichts von Clausnitz durchdrehen – in der Hoffnung, das mache etwas von den Silvester-Pogromen wett -, da recht unbefangen alles Mögliche bis hin zum Genozid an die Wand malen würden, natürlich auch abhängig davon, um was für Gruppen es geht. Man weiß ja, wie es z.B. in den SZ-Redaktionsstuben so über die israelische Politik denkt.

    Das soll jetzt keine Sympathiebekundung oder Entschuldigung für die grölende und pöbelnde Menge sein, die sich für ihren Zorn das leichteste und falsche Ziel aussucht, aber doch allemal eine Mahnung, nicht zu vergessen, auf welch hohem Niveau man in Deutschland schimpft – selbst im ach so furchtbaren Sachsen, in dem bekanntlich die „Barbaren“ hausen.

    * Wer nicht weiß, wie man sich einen solchen handelsüblichen arabischen Mob vorzustellen hat, der kann mal damit anfangen, nach den Protesten wegen der Mohammed-Karikaturen zu googeln. Bestehen dann noch Fragen, kann man wahlweise bei mazedonischen Grenzbeamten, israelischen Sicherheitskräften in Jerusalem oder der Polizei in Montfermeil nachfragen.

  65. "Renegaten"
    http://www.newyorker.com/magazine/2016/02/22/why-leftists-go-right??ftcamp=crm/email//nbe/FirstFTEurope/product

  66. Bertrand Russell knöpft sich Augustinus vor – mit verblüffendem Ergebnis
    Vielleicht eignet sich folgendes Zitat als Schlusswort. (Nein, das tut es nicht! Vielmehr bietet es jedem, rechts wie links, genug Futter für weitere Kommentare. Denn war nicht Russell selbst ein Kriechdienstverweigerer? Und was soll das überhaupt implizieren, wenn hier jemand auf die Plünderung Roms rekurriert? Und lässt sich Kultur sowieso niemals retten, nur horten? Und ist nicht schon Russells Titel „Philosophie des Abendlandes“ ausgrenzend? Und ist nicht die Kommentar-Überschrift maximal doofer Clickbait?)

    Das Zitat: „Es mutet seltsam an, dass die letzten bedeutenden Männer vor Anbruch des dunklen Zeitalters sich nicht damit befaßten, die Kultur zu erhalten oder die Barbaren zu vertreiben oder die Mißstände der Verwaltung zu beheben, daß sie es vielmehr für wichtiger hielten, die Verdienste der Jungfräulichkeit und die Verdammnis ungetaufter Kinder zu predigen. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Kirche vornehmlich solche Vorurteile an die bekehrten Heiden weitergab, ist es nicht weiter verwunderlich, daß die nun folgende Zeit fast alle anderen historischen Epochen an Grausamkeit und Aberglauben übertraf.“

    • Titel eingeben
      Das stimmt zwar…. aber ist es nicht wesentlich schlimmer und bedeutender, dass der Quark auch HEUTE noch funktioniert?

      Was sagt es uns über den Menschen, dass ihm jemand solchen Schwachsinn erzählt und er dann für den Rest seines Lebens wie ein tumber Roboter aus Angst vor der Hölle und der Habgier nach dem Paradies funktioniert, und dann auch noch ungestraft den Namen von Jesus permanent in seinem lächerlichen Sinne missbraucht?

  67. "Gepöbel gegen eine rationale Entscheidung."
    Nun ja, auf den ersten Blick ein durchaus guter Beitrag, wäre da nicht die „rationale Entscheidung“, die die Meinung des Autors eindeutig einer Seite zuordnet, von deren Auftreten er sich zwar distanziert, deren Anliegen er aber teilt.

    Selbstverständlich sind einzelne Länder dem Ansturm nicht gewachsen, aber Europa mit seinen 500 Millionen Bürgern hat keinerlei „rationale Gründe“, seine Grenzen zu schließen und zumindest den Kriegsflüchtlingen keine Hilfe zu leisten. Das ist schlicht und einfach lächerlich und dem wieder aufkeimenden Nationalismus geschuldet, der sich mehr und mehr aus seiner Deckung wagt.

    Was bringt es, zu Gelassenheit mit dem Thema aufzufordern? Ist gelassene Unmenschlichkeit besser?

    • Brav....
      Wären sie so freundlich und lassen uns eine Aufstellung zukommen, die uns zeigt wieviele Flüchtlinge die von ihnen erwähnten europäischen Länder im Einzelnen konkret bereit sind aufzunehmen?

      Oder sprachen sie da etwa rein theoretisch, und nicht über die real existierende Welt?

      Ich warte schon gespannt auf ihre Antwort….

    • Muß wohl an mir liegen ...
      TDV, ich „sprach“ davon, daß Europa sich schämen sollte, angesichts der Verweigerung, zumindest den Kriegsflüchtlingen zu helfen. An anderer Stelle „http://blogs.faz.net/stuetzen/2016/02/25/die-ueberwindung-afghanischer-zustaende-durch-freiheit-und-armut-6079/#comment-122435“ regte ich an, der Europäischen Union den Friedensnobelpreis abzuerkennen.

    • Es geht auch umgekehrt....
      Können sie mir sagen warum die diversen Länder, ihre Politiker und ihre Bürger damit einverstanden sein sollten, eine solch grosse Anzahl an Flüchtlingen aufzunehmen, dass die eigene Kultur unvermeidbar in einem Sinne verändert werden wird, die diese so nicht wollen?

      Falls sie nicht wissen was mit solche Änderungen gemeint ist, dann lesen sie noch als den Blog in dem Don nachts vom Bankautomaten Geld abheben wollte. Er hat noicht darübervreflektierzt, und sich dann entschlossen Angst zu haben, sondrn die ASngst war da bevor er rational überlegen konnte. Das ist eine Änderung die sie gerne haben können wenn sie möchten, ich nicht.

      Was solche Preise angeht sind solche Überlegungen wie sie sie anstellen nicht die Zeit Wert. Die einen Verbrecher belohnen die anderen Vernrecher… sowas finden sie aufregend?

    • Ja, TDV, dazu kann ich Ihnen etwas sagen.
      Es sind nunmal die Werte, Ethik, Moral, Humanismus und meinethalben auch die christliche Nächstenliebe, was Menschen dazu veranlaßt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Menschen zu helfen. Und wenn Sie meinen, die Flüchtlinge würden unsere Gesellschaft (negativ) verändern, dann liegt das sicherlich an unserer Gesellschaft selbst. Warum sollten nicht die Flüchtlinge durch das Beispiel unserer Gesellschaft positiv verändert werden? Es sei denn, unsere Gesellschaft ist garnicht so positiv, wie sie immer dargestellt wird, oder?

  68. Gelassene Unmenschlichkeit
    NN @18:46 25/2:

    Europa hat jeden Grund die Grenzen zu schliessen – mit welchem Recht erdreistet sich schliesslich die Regierungschefin eines Landes, eine Politik der offenen Grenzen zu verkuenden, und damit saemtliche Laender auf der Route unter extremen Druck zu setzen? (Nota Bene dieselben Laender die zuvor in der Eurokrise bereits unter betraechtlichen Spar- und Leidensdruck kamen. What goes around, comes around. Damit ist es eben kein Problem fuer Europas 500 Millionen mehr, sondern ausschliesslich eins fuer Deutschlands 80. Enjoy.)

    Die andauernde argumentative Verknuepfung von ‚offene Grenzen‘ und ‚Hilfe fuer Kriegsfluechtlinge‘ ist zutiefst unaufrichtig, genau wie die Ausblendung von Fluchtursachen von anderer Seite.

    Wer mit ein bisschen Abstand die Berichterstattung in den deutschen Medien verfolgt, ist ueber das Ausmass der Demagogie und Gleichschaltung schon eher bestuerzt als erstaunt. Da darf Don allemal einen gelassenen und sicher auch ironischen Gegenpunkt setzen.

    Executive Summary: lieber gelassene Unmenschlichkeit als Kadavergehorsam.

    Aber was kuemmerts mich. Ich bin weit weg. Nur um die in D gebliebene Verwandschaft ists‘ mir ein wenig bang.

    • Mit welchem Recht, Kiwi?
      Die Frage wäre zwar sehr einfach zu beantworten, doch scheint mir das bei Ihnen, der Sie gelassene Unmenschlichkeit als Lösung bevorzugen, keiner Antwort wert zu sein.

  69. Lieber Fonsi aud dem bayrischen Oberland
    Da ist ihnen aber eine höchst seltsame Gegenüberstellung von Augustinus und de Sades Sexualmoral gelungen. Wir haben also auf der einen Seite einen Kirchenvater, dessen höchst menschenfeindliche Erbsündentheologie darin gipfelt, das Kleinkinder getauft werden sollten, (was gewiss ein höchst barbarischer Akt ist) und auf der andern Seite einen Romancier, bei dem bereits die oberflächliche Lektüre seiner bekanntesten Werke jeden Leser davon überzeugt, dass es sich bei dem Autor um einen komplett durchgeknallten, gemeingefährlichen Irren handelt, der völlig zurecht Zeit seines Lebens in Sicherungsverwahrung gehalten wurde, damit er seine sexuellen Bedürfnisse nur platonisch ausleben konnte.

    Letzterer ist also die passende Antwort der Aufklärung auf ersteren? Mir scheint eher, dass beim Thema Sex die Leute gerne mal den Verstand verlieren, was an und für sich nicht so überraschend ist, seltsam und bizarr erscheint aber die Selbsteinschätzung der Aufgeklärten, bei ihnen selbst verhielte sich das irgendwie anders.

  70. Recht zur Grenzschließung...
    @ NN und Kiwi

    „Europa hat jeden Grund die Grenzen zu schliessen..“

    „Mit welchem Recht?“

    Die Antwort steht in
    http://www.cicero.de/herrschaft-des-unrechts/60554

    Einer der besten Artikel hierzu!

    Das dort ebenfalls genannte Zensurgesetz ist mittlerweile offenbar aktiviert worden.

    Die Frage an Mark Zuckerberg, wer bestimme, welche Inhalte auf facebook zu löschen seien, hat dieser nicht beantwortet.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/facebook-chef-in-berlin-sechzehn-fragen-und-einige-ausweichende-antworten-14092316.html

    • Recht zur Grenzschliessung
      @Go-Area Mama:

      Herzlichen Dank fuer die Beantwortung meiner ’sehr einfach zu beantwortenden‘ Frage.

      Alles, was ich aus diesen Ausfuehrungen ableiten kann, waere die faktische Pflicht zur Grenzschliessung. Wieder ‚gelassene Unmenschlichkeit‘.

    • Recht zur Grenzschließung...
      Der Artikel im Cicero ist genauso richtig wie ungenau, wie es alle theoretischen Streitereien zum Thema sind. Die erweiterte Genfer Flüchtlingskonvention setzt zwar immer noch die individuelle Gefahr für den Flüchtling voraus, doch wer wollte die in Bezug auf Syrien ernsthaft bestreiten? Somit kommen zwei Vorgehensweisen in Betracht: Das Asylverfahren und der auf Zeit, drei Jahre, beschränkte Aufenthalt zum Zwecke des Schutzes, der gegebenenfalls verlängert werden kann. Nicht in Betracht kommt eine Grenzschließung und somit gibt es de facto auch keine Obergrenze.

      Andererseits gilt kein Recht schrankenlos. Sobald tatsächliche Gründe eine weitere Aufnahme von Flüchtlingen als unzumutbar erscheinen lassen, da z. B. aus den Helfenden selbst Hilfsbedürftige werden würden, ist eine quasi natürliche Obergrenze erreicht. Soweit sind wir in Deutschland allerdings ganz sicher noch nicht.

      Fraglich ist aber jedenfalls, siehe Griechenland, wie eine solche Obergrenze durchgesetzt werden sollte, ohne die Grenzen mit Gewalt zu schützen. Wer die Grenzen schließen will, muß zu Gewalt gegen Frauen und Kinder bereit sein, sind Sie das?

      So gesehen sind das doch alles rein theoretische und sinnlose Geplänkel.

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