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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Der Niedergang des Sittenverfalls ohne Dekadenz

| 317 Lesermeinungen

Italien ist ein lustiges Land.

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Das hier ist blanke Pornographie im Palazzo Ducale von Mantua. Drüben, im Palazzo Te, geht es noch härter zur Sache: Unverhüllte Penetration, Fummeleien mit Tieren, wie man sie in Deutschland nur von Gedichten über türkische Staatschefs kennt, barbusige Frauen in verschwenderischer Fülle an Bischofsgräbern in der dominierenden Kirche, und minderjährige Nackedeis.

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Selbst nach unseren heutigen Vorstellungen von Sexualität und deren offener Verbreitung – der AfD-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt Andreas Gehlmann benutzt zur Rechtfertigung eines minder klugen Zwischenrufs das herrliche Wort “Sittenverfall“ – ist Italien in kunsthistorischer Sicht ein sexuell enorm aufgeladenes und unkeusches Land. Das liegt einfach daran, dass der Umgang mit Sexualität vor dem 19. Jahrhundert in Europas besseren Kreisen vergleichsweise frei und natürlich war, und das hat seinen Weg in die Kunst gefunden. Deshalb bekommen italienische Schulklassen beim Besuch von Kirchen auch Inhalte zu sehen, die man dort nicht zwingend erwarten würde.

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Auf der anderen Seite sperrt Italien aus Gründen des Jugendschutzes den Zugang zu pornographischen Angeboten im Netz. In etwa so, wie die EU das nun laut einem durchgesickerten Entwurf des Wahrheitsministeriums mit Eingriffen in die freie Rede und mit Kontrollzwängen durch die Internetprovider überall durchsetzen will. Ausserdem wird über Identitätsfeststellung der Nutzer nachgedacht – was Leser in den Kommentaren sagen, könnte diskriminierend ein Gschleaf als ein solches benennen, und ich will lieber gar nicht wissen, was Facebook dann macht, wenn ich angekettete, dickbrüstige Seekühe mit einer Sadomaso-Vampirlady des 16. Jahrhunderts zeigen würde.

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Italienische Schulklassen können mit solchen Darstellungen, die in jener Zeit als sehr gewagt galten, übrigens prima umgehen: Gelangweilt stehen sie vor Rubens, wenig begreifen sie von Mantegnas abgeblättertem Schlachtgemälde, aber die Grotesken und das, was sie dort oben an der Decke so treiben, wie sie übereinander herfallen, sich begehren und – da lacht der Sultan! – Ziegen an die Eutern greifen – das gefällt den Kindern. Und nein, sie gehen nachher nicht in den Innenhof und probieren Gruppensex aus, oder Missbräuche aus einer Menge heraus, wie man das jüngst wieder aus Darmstadt von Trägern einer eher bilder- und lustfeindlichen Unkultur hören musste.

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Wie auch immer, es ist nicht zu bestreiten, dass der Fortschritt in der sexuellen Darstellung des 20. und besonders 21. Jahrhunderts mit dem Internet in der westlichen Hemisphäre in keinem Gegensatz zur sexuellen Selbstbestimmung der Menschen steht: Schwulenrechte, Frauenrechte, Rückgang der Diskriminierung von Sexarbeitenden, zunehmend lockerer Umgang mit früher undenkbaren sexuellen Präferenzen und Partnerschaftsmodellen – die gesamte Liberalisierung, sie geht einher mit der weitgehend problemlosen Verfügbarkeit von Material, dessen Besitz früher den gesellschaftlichen Ruin bedeutet hätte. Und auch in Italien gibt es zwar eine Netzsperre, aber kinderleichte Proxymethoden, um sie zu umgehen.

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Vor 20 Jahren war das Internet noch nicht so verbreitet, und die Angebote eher spärlich: Damals hatte ich, wenn wir über Sittenverfall reden wollen, das grosse Glück, im Bürgerradio die Redakteure einer schwulen Radiosendung zu kennen. Das hat mir, verglichen mit meinem gängigen Umfeld, enorme Wissensvorsprünge verschafft: Natürlich konnte man sich, wenn man wollte, auch Bücher kaufen und nachlesen, was die da so machen. Direkte Kommunikation ist viel einfacher, und Herr Gehlmann von der AfD könnte sich zur Wissensvertiefung jederzeit bei queer.de anmelden und fragen, wie denn das so läuft und ob Schwule denn wirklich den ganzen Tag an Sex denken wie andere an das Wegsperren von Kritikern, und das sind wirklich phantastische Möglichkeiten, die es früher einfach nicht gab. Die Trennung zwischen Lebenswelten ist mit einem Klick zu überwinden. Man kann sich im Netz einmal unverbindlich anschauen, was es alles so an Optionen gibt, und sich dann überlegen, was einem passt. Geheim, frei, ohne Angst.

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Das führt im Endeffekt dazu, dass noch nicht einmal in der AfD Anlass besteht, sich in der Führungsriege nach rechtsreaktionären Vorstellungen zu verhalten: Die partnerwechselnd entstandene Patchworkfamilie Petry wäre vor 25 Jahren noch in der CDU undenkbar gewesen. Und dem Sittenverfall-Gehlmann steht auf der anderen Seite mit Alice Weidel eine selbstbewusste Frau im Parteivorstand gegenüber, die mit einer anderen Frau ein Kind erzieht. Nach meiner bescheidenen Einschätzung sorgt der Sittenverfall der offen ausgelebten Neigungen dafür, dass man durch das Netz und jenseits des privaten Umfelds sieht, wie banal und ungefährlich da alles letztlich ist, sofern es im Rahmen der gesetzlichen Regelungen ist. Da, wo vor 20 Jahren noch Graubereiche waren, ist heute lichter gesellschaftlicher Konsens, dass man die Leute einfach so leben lassen sollte, wie sie wollen. Offenheit, Information und Kommunikation tragen zum Abbau von Vorurteilen ganz erheblich bei. Die christlich-alteuropäische Überzeugung, ein strafender Gott würde Verderben bringend einschreiten, lässt sich angesichts der Realität auch nicht erhärten.

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Das Internet ist also fraglos eine Bereicherung und Wohltat, wenn es darum geht,Menschen früher Unvorstellbares zu zeigen, so wie sie sich auch im Palazzo Ducale von Mantua durch immer neue, burleske Einfälle bezaubern lassen können. Internet ist da wie freizügige Kunst, es gibt wenig Regeln und viele Möglichkeiten. Ausser man macht viele Regeln und grenzt die Möglichkeiten ein. Herrn Gehlmann würde das vermutlich freuen, aber auf der anderen, ebenfalls verbotswilligen Seite des politischen Spektrums muss man gerade feststellen, dass die neue Sittenstrenge herzlich wenig hilft. Im Gegenteil, in einer Welt des Sittenverfalls ist die Paste für Alle längst aus der Tube, und wenn das nicht zu den Regeln passt, gibt es Skandale. Die neuen Regeln sind in dieser Hinsicht grün und feministisch, und gerade eben zappelt der frühere Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg in einem Skandal, weil seine Ex-Geliebte, damals ebenso grün wie er, bei Facebook intime Details ihrer Beziehung veröffentlichte.

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Denn ohne Internet geht es nicht. Mir deucht, es liegt daran, dass derartige neue Vorschriften des sexuellen Umgangs unter besonders aufmerksamen, diskriminierungsfreien und konsensorientierten Menschen nicht so ganz zur Triebhaftigkeit derselben passen, die beim Sex – Herr Gehlmann wird es mindestens so entsetzt hören wie Pinkstinks, die Helferinnen von Heiko Maas – masslos und inbrünstig, ja sogar wollüstig und besitzergreifend ausgelebt wird. Der Mensch ist kein zwingend monogames Tier, das erzählen die Sagen des Altertums und die Filme von Sasha Grey, das singt Leporello über Don Giovanni, und das berichtet auch der Inhalt eines Keyloggers eines taz-Redakteurs, der viel mit Praktikantinnen zu tun hatte.

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Und mutmasslich mit gewonnenen Passwörtern in ihren Internetaccounts herumschnüffelte. In der taz. Auf Tasten, die ansonsten wie das Henkerbeil auf Leute wie mich herabsausten, wenn wir uns mal wieder über Gendergruppierungen mit dem Wort “Schlangenbrut“ verlustierten. Auf diesen keuschesten, diskrimierungsfreiesten Rechner_Innen also kramte sich einer mutmasslich durch Social Media Profile von Praktikantinnen. Das ist eine bittere Realität hinter den ausschweifenden Legenden, die seit Tucholsky über den Eros der Schreibzunft verbreitet werden: Wenn die Igel in der Abendstunde still nach ihren Mäusen gehn, hing der taz-Mann vor dem Bildschirm, um andern in die Mail zu sehn.

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Seitdem die Alternativen so evangelisch-korrekt wurden, sind Sexskandale auch nicht mehr das, was sie mal waren. Es ist klar, dass es immer eine Internetkomponente haben muss, denn jeder – ausser vermutlich Herr Gehlmann – lebt sich da offen und selbstdarstellerisch aus. Aber dann wird auf Facebook Böses gertratscht. Es wird nicht mehr gebaggert, sondern in Accounts gelinst. Es werden Hashtags wie #whyisaidnothing veröffentlicht, in denen Betroffene auf 140 Zeichen schreiben, was ihnen alles so in meist linksliberalen Freundeskreisen an sexueller Gewalt widerfahren sein soll. Und als vorläufiger Höhepunkt wird eine anonyme Website gegen den Internetaktivisten Jakob Appelbaum produziert, auf der angebliche Exen von Avancen und Sexparties erzählen, die  nach feministischer Lesart „Rape“ sein sollen. Zur Polizei geht der Seitenbauer trotzdem nicht, er macht es lieber über Rufmord und berechnete Empörung. Appelbaum sei total gemein, denn er ist smart und erfolgreich. Andere sollen sich melden, um auch anonym über ihn dort Geschichten zu schreiben, wo man schon mal Platzhalter hinterlassen hat.

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Das alles wird anonym gemacht, hindert aber manche nicht, die in Deutschland justiziablen Ausfälligkeiten einer Feministin mit mangelnder Impulskontrolle als weitere Verfestigung der Anklagen hinterher zu schieben. Im deutschen Sprachraum wird die Schmutzseite dann von bekannteren Vertretern des Feminismus wie Jürgen Geuter und Anne Roth bei Twitter verbreitet. Persönlichkeitsrechte? Vorsicht bei Gerüchten? Unschuldsvermutung? Roth, der Mitarbeiterin der Linkenfraktion im Bundestag, ist es offensichtlich nicht sonderlich wichtig.  Nicht belegte Behauptungen waren im christlichen Abendland ein beliebtes Mittel zur Ausgrenzung sexuell freizügiger Menschen, und die AfD-Sexualmoral bekommt von der anderen Seite ein Update für das 21. Jahrhundert:

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Appelbaum wird sogar vorgeworfen, dass er sich loyal zu Julian Assange verhalten hat – einem nicht verurteilten Mann. Insgesamt sind alle Vorwürfe gegen Appelbaum so schrecklich, dass man vor dem Einzug des Internets, Anfang der 90er Jahre, am Sonntag um 4 Uhr morgens das ganze Parkcafepublikum in München mit solchen Anschuldigungen hätte überziehen können. Das war unsere wüste Jugend, da küsste man noch ohne Erlaubnis, aber damals standen die Linken und Grünen noch für sexuelle Freiheit, und lagen nicht mit dem den Gehlmännern dieser Welt im verhaltensgeregelten Querfrontehebett. Inzwischen wissen sie, dass von Julian Assange bis Tim Hunt bei solchen Kampagnen immer etwas hängen bleibt, und nicht jeder ist in der Lage, sich wie Jörg Kachelmann, Peter Thiel, Hulk Hogan oder Milo Yiannopoulos gegen den Mob zu wehren.

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Man wird sich also möglicherweise an kleine, miese Skandale aus dem Vollkorn- und Hennamilieu gewohnen müssen, den ein oder anderen Nerd werden sie vorführen, mancher AfD-Anhänger wird die Idealfamilie nicht leben, und es wird sehr, sehr hässlich werden. Es geht so schnell mit den Unterstellungen, von der übersteigerten Vermutung zum nationalen Aufreger. Grandezza ist das nicht, nur schlechter Empörungsporno. Das Netz bietet alle Freiheiten, aber leider auch alle Freiheiten, sie zu missbrauchen und so lange Terror zu verbreiten, bis sich jeder bedroht fühlt. Es ist nicht schön, dass ein Herr Gehlmann über Gesetze entscheiden darf, und es ist nicht schön, dass eine Feministin wie Anne Roth jemanden gegenüber ihren 20.000 Followern an den anonym gefüllten Pranger stellt, der nur das Ziel hat, ihn menschlich zu vernichten. Die Verunsicherten werden sich andere Wege für ihre Triebe suchen, und durch das Netz schleichen wie ein Politiker zum Crystal-Meth-Dealer. Sittenverfall muss nicht sexuell sein, es kann auch sexfeindlich moralisch sein, und am Ende sitzen alle wieder in ihren Safe Spaces und fürchten sich vor den Trieben.

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317 Lesermeinungen

  1. Georg Diez
    Hallo Don Alphonso, was meinen Sie denn mit „SPON-Kolumnist Georg Diez, der immer einen Text für sie hatte, vermietet seine Wohnung in Mitte lieber an gut zahlende Menschen, die besser Deutsch oder Englisch statt Arabisch oder Farsi sprechen sollten.“? Hab dazu leider nichts bei Google gefunden. Klären Sie mich bitte auf. Danke!

    • @Alexandra
      Gehen Sie zu http://blogs.faz.net/deus/2016/05/23/unbedingt-die-kommentare-lesen-3407/

      Da wird in den Kommentaren zum Blog darauf hingewiesen:

      „Jessica sagt:
      23. Mai 2016 um 18:56 Uhr

      Der Ihren Artikelschluss zierende Herr Diez postet übrigens gerade auf Facebook:
      Georg Diez
      21 hrs · Berlin ·
      Wir vermieten unsere wunderschöne, helle 180qm-Wohnung in Mitte, Nähe Alexanderplatz, vom 15. August 2016 bis 15. Juni 2017. Bei Interesse, PM an mich.
      We are renting our nice and bright 180sqm-Apartment in Mitte, close to Alexanderplatz, from August 15, 2016 til June 15, 2017. If interested, pm to me.“

      Weiß nicht, ob es da noch zu lesen ist, bin nicht bei Facebook. Aber DA hat es sicher überprüft.

    • Stand bei FB, Screenshots kursieren wohl im Netz.

  2. Sittenverfall
    Mit einem schier homerischen Gelächter möchte ich diese Zeilen kommentieren. Ja, es fehlt an einer leiblich-geistvollen Lebensfülle, an einer geistvoll-leibesfrohen Daseinsfülle. denn der Tod wird verdrängt, die Ängste, die der Sturm der Gefühle aufwühlt, werden in die Todesängste hinein projeziert, also darf nicht keuscher Mund sagen, was dem Herzen gut tut.

    • Ich bin eh so alt und an Kuppelei Berliner Art desinteressiert, dass es mir wurscht sein könnte, wer da mit wem und warum – ich schlafe mit denen nicht, mir kann da keiner was nachsagen. Trortdem ist es ärgerlich, was da alles gemacht wird.

    • Alter,
      kannst du mal aufhören mit dem Altersscheiß. So alt bist du echt nicht, bist grade die Eroica mitgefahren etc.

  3. Puro Rigoletto qui
    Ich sah‘ die Bilder, aus Mantova, die schon so manchen Künstler inspiriert haben, und mir fällt dies sofort ein, mit Melodie, gekonnte Verflechtung von vier Stimmen mit vier verschiedenen Gefühlen. Ich will aber nicht auslassen, dass wohl auch eine Vergewaltigung beschrieben wird. Aber ach, es könnte auch lediglich eine nicht erwartete Entjungferung sein, denn ach, sie ging freiwillig hin. Sie guckt zu, wie er sich die Nächste anschafft:

    Duca:
    Un di, se ben rammentomi, oh bella, t’incontrai…
    Mi piacque di te chiedere, E intesi che qui stai.
    Or sappi che d’allora
    sol te quest‘ alma adora.

    Weiter geht’s mit dem neuen Mädchen: Haha. Sie ist mit allen Wassern gewaschen. Daran erinnern die Bilder.
    Köstlich.
    Vielen Dank.
    Den Text habe ich noch gar nicht gelesen.

    • Wenn es Scheusale erwischt, bin ich der letzte, der sich da schützend dazwischen werfen würde, wenn derProzess fair war. Aber genau das ist doch das Probem: Dass es das Abwägen der Standunkte nicht mehr gibt. Es gab mal den Versuch an meinem Beispiel, meine Worte als Gewalt und in der Folge zum Missbrauch zu machen. Die Frau, die das bei kritischer Berichterstattung tat, tourt heute über die Konferenzen der Szene. Ich kann mir meine Haltung nur leisten, weil ich in Bayern lebe. In Berih haben Sie nach solchen Beiträgen keine Freundeµ mehr, die öffentlich zu Ihnen stehen.

    • Pericolose
      Solche Verfolgerinnen, die Sie da schildern, haben eins gemeinsam: Häufig ein völliges Fehlen von Menschenkenntnis kombiniert mit dem Willen, über Twitter Schlagzeilen zu produzieren. Sie erscheinen manchmal furchteinflößend, Sie nicht (höchstens über Arroganz vs. Selbstbewusstsein könnte man diskutieren).

      Julian Assange’s Anklägerinnen sind ebfs. mit großer Skepsis zu betrachten. hauptsächlich wegen des Motivs und potentieller Bezahlung.

    • Twitter ist nicht das Problem, die dran hängenden Medien sind es.

  4. Titel eingeben
    Schöne Anmerkungen zum sittengeschichtlichen Auf-und Ab zwischen Freizügigkeit und Strenge in immer neuen zeitgeistigen Varianten. Diesmal besonders absurd: Genderismus und Minderheitenschutz, bis vom Menschen wegen Unfreiheit nichts Schützenswertes mehr übrig bleibt.

    • Mindeheitenschutz wäre ja prima,. aber schauen Sie sich mal das neue Gesetz zur Beämpfung der Prostituierten an, da sehen Sie, wie Schutz zu verstehen ist, unter der GroKo.

    • ...
      So wird es allen Minderheiten ergehen. Sie werden geschützt bis
      ihnen die Luft ausgeht.

  5. Titel eingeben
    Werter Don,
    Wie immer ein herzliches Dankeschön für die ästhetischen Bilder! Ein wenig barocke Pornographie versüßt den Kaffee ohne jegliche Zugabe von Zucker.

    Die Möglichkeiten des Rufmordes sind, wie Sie treffend beschreiben, durch das Netz exponentiell gestiegen. Wo früher – in der guten alten Zeit – zumindest noch ein Redakteur bestochen werden musste, reicht heute eine Verlinkung auf Facebook.
    Und dank der Genickstarre unseres Ministers für justiziable Gemeinheiten, die dafür sorgt, dass der arme Mann nur noch nach rechts blicken kann, wird diese Spielwiese für Feminist*innen und alle, die sich hinter dieser Worthülse verstecken, immer größer.

    Wenn ich die Links so durchsehen, wird mir Angst und Bange. Um unser Gerechtigkeitsempfinden, das Erregungspotential des Netzaktivismus und -vor allem- um Sie, werter Don!
    Noch zwei oder drei Artikel dieser Art und Sie werden vielleicht selbst Opfer dieser, wie Sie es schön beschreiben, „Schlangenbrut“.
    Im Netz liegt die Wahrheit im Auge des Betrachters. Und in Deren Augen sind Sie sicher schlimmer als der Teufel persönlich.
    Im Vertrauen auf Ihren Scharfsinn und in freudiger Erwartung Ihres nächsten Beitrages werd i a Kerzerl für Sie anzünden…

    Mit schönen Grüßen aus dem südlichsten Südbayern
    Schoenwetterschreiberling

    • Die Umschreibung der Rapebehauptungen ist ja sowas wie ein Honeypot, und die erste hat sich auch schon bei Twitter beschwert – SZ Digital, Berlin. Bin gespannt, was da kommt, die SZ hat ja ein besonderes Händchen.

      Inzwischen glaube ich, dass es in Deutschland nach Kachelmann eine Sonderentwicklung gab, verglichen mit anderen Ländern. Kachelmann und sein Sieg war so ein Schock, dass Medien und Aktivisten begriffen: Sie können nicht alles. Diese Erfahrung fehlt in den USA, da erfand man die Campus Rape Crisis, und bei uns kennt man das als „Schutzlücken schliessen“. Und zwar ohne dass Anzeigende mehr Risiken bei Falschbehauptung eingehen würden.

      Danke für die guten Wünsche.

    • Sonderweg
      Naja, Don, die Institution des Rolling Stone könnte demnächst heftigst zur Ader gelassen werden, nach dem völligen Versagen aller Kontrollen im Falle von ‚Jackies‘ komplett erfundener Gruppenvergewaltigung.

      http://web.archive.org/web/20150404090041/http://www.rollingstone.com/culture/features/a-rape-on-campus-20141119

      Komplett zurück gezogen, mit Entschuldigung, das heißt Klagen aller Beschuldigten auf Schadensersatz.

  6. Eyes wide shut
    „Da, wo vor 20 Jahren noch Graubereiche waren, ist heute lichter gesellschaftlicher Konsens, dass man die Leute einfach so leben lassen sollte, wie sie wollen. Offenheit, Information und Kommunikation tragen zum Abbau von Vorurteilen ganz erheblich bei.“

    Nun ja, in Berlin ist schon Diskussionsbedarf, wie’s scheint, denn in Berlin scheint es mehr „Why don’t we do it on the road“ zu sein mit Dämchen allüberall, wenig Bekleidung und Szenen hinter Büschen an Spielplätzen, die für Kinder nur was sind, wenn man Kinder frühzeitig in solche Welten einführen will, wofür es ja in Berlin durchaus Protagonmethen geben soll.

    Solche Nachlässigkeit führt auch zum Gegenteil. Berlin ist eigentlich nichts für Familien, wenn man solche Geschichten hört oder liest. Je weiter man nach Süden reist, desto größer wird die Gefahr, dass die Polizei einschreitet. Das fängt in München an und steigert sich langsam bis in die Emirate, wo dann der Knast wartet, leider meistens für die Frau.
    Berlin: Schwierig für Radfahrer, einfach für Freier.

    Noch etwas muss man festhalten: Die Bilder aus diesem oberen, oft adligen Milieu, haben mit slawischen minderjährigen Nutten, die meinen, keine andere Wahl zu haben, und Frauenhandel und Quickies für ein paar Euro und Missbrauch wenig gemein.
    Sie finden eher eine Parallele im Wien von 1900 und Arthur Schnitzlers Traumnovelle, in unserer Welt in Stanley Kubricks Film „Eyes Wide Shut“. Und Dekadenz ist da wohl, wenn die Frauen drogiert werden. Die Drogen sind der Auswuchs, übrigens auch bei vielen Attentätern. In Paris wurden sie als stoned beschrieben.

    Somit, Don, haben wir, wenn wir tolerant sind, oft „eyes wide shut“.

    • Ich sage nicht, dass es nicht auch Schattenseiten gibt, aber wenn ich sehe, wie eng die Optionen in meiner Kindheit waren, und was heute alles diskriminierungsfrei möglich ist, dann bin ich einfach dankbar und froh um die Menschen, denen es besser geht. Dass die Liberalisierung auch enorm unschöne Auswüchse haben kann, will ich nicht bestreiten, aber ich komme noch aus den Zeiten von Franz Josef Strauss. Da hatte man auch Auiswüchse, aber die Optionen waren unschön.

    • gefällt ungemei
      das gesagte in den worten . gibt hoffnung auf zukunft

  7. Titel eingeben
    Meine Erfahrung: Kein Twitter, kein Facebook mitmachen und man wird verschont von vielen Angriffen dieser Ersatzempörer, die sonst nix Vernünftiges zu tun (oder im Kopf?) haben…

    • Das geht. solange man keine öffentliche Person ist. Ich twittere aus Notwehr, weil ich da zu lang wehrlos ausgerichtet wurde. Jetzt geht es.

    • Netzabstinenz ist keine Lösung
      Damit überlässt man den neuen Tugendwächtern das Schlachtfeld. Die Folgen hat man jedoch irgendwann mit den anderen auszubaden.

    • Ich mache das ja auch nicht,

    • Samsara...
      Welche Folgen könnte das denn haben? Alles was ich über Facebook und Twitter weiss, das weiss ich von diesem Blog und über mich weiss man auf beiden und auf Google…. nichts.
      Ich kann Dons Argumentation verstehen, aber ich halte es trotzdem für einen Fehler, mit solchen „Apps“ (sind das Apps?) etwas zu tun haben. Das Internet vergisst nichts… aber die Zeiten werden sich ändern…

      Die Verschiebung jeglicher Form der kulturellen Werte nach Rechts steht erst an ihrem Anfang. Da treffen sich AfD und Islam, und wie das dann in einiger Zeit aussehen wird, lässt sich ganz sicher noch nicht absehen.
      Man sollte sich auf die „Qualität“ der jetzigen Geisteswelt noch die Rülpser der anwachsenden Extremen aller Glaubensrichtungen draufdenken. Ich hab da so eine Art Vision, wie die Anhänger einer strikten Überwachung und Zensur des Internets enormen Zulauf bekommen werden, mit allen Konsequenzen.
      Sinn der Macht ist allein der Misabrauch.

  8. Tja. Ich plädiere ja aus guten Gründen seit Jahren für die Rückkehr der
    viktorianischen Doppelmoral. Denn selbstverständlich ging es in der echten (Adels-)Oberschicht schon vor Jahrhunderten ziemlich freizügig und lustfreundlich zu. Geschuldet dem Selbstverständnis dieser Klasse, sie könne und dürfe alles tun, wozu sie Lust habe. Nur nach aussen, gegenüber dem Pöbel, wahrte man unter allen Umständen das Gesicht (bis hin zu der verbürgten Tatsache, dass im Grossbritannien des 19. Jahrhunderts ein gehörnter, aber zwangsweise verheiratet bleibender, Ehemann für 20 Jahre nie wieder ein Wort mit seiner Frau wechselte). Und wenn ich mir die Anne Roths, die Emma „Mattress Girl“ und andere so anschaue – dann war das vermutlich die bessere Alternative.

    Denn der Pöbel wird mit Freizügigkeit nie umgehen können. In der netzfeministischen Variante ist das nur besonders auffällig.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Nun, der Pöbel hatte seine Freizügigkeit in den Rotlichtvierteln und beim Gin. Da gruselte man sich. Aber generell finde ich die Entwicklungen der letzten 3ß Jahre phantastisch, Ich will sie mir nur nicht ruinieren lassen.

    • uh, international language...
      Nope.

      Da ich mich vom Pöbel zum Adel hochschlafen durfte, muss ich insistieren:
      Der Pöbel hat deutlich mehr und deutlich besseren Sex. Allein schon weil Sex dort das Reden d.h. die Sprache ersetzt. Folglich viel mehr Erfahrung und Professionalität

      Sorry Jungs, man kann sich nicht alles schön reden. Nicht mehr im Zeitalter des Internets.

    • Don hat eher recht
      Lesen Sie mal von John Fowles: Die Frau des Französischen Leuinants. Es reicht auch, wenn Sie den gleichnamigen Film ansehen, Drehbuch von Harold Pinter. Das Drehbuch bringt zwei Geschichten, die ineinander verwoben sind. Die alte von Fowles ist schmerzhaft und endet romantisch, die neue ist schmerzlos und endet unromantisch.
      Das Alte war nur schön, wenn es romantisch endete. Man brauchte also die Romantik. Deswegen erscheint uns heute manches schnöde.
      Beides, Buch und Film, lohnen sich, großartiger Schriftsteller, Hauptrollen Jeremy Irons und Meryl Streep.

    • Titel eingeben
      Es ist phantastisch, weil wir wissen, wie es mal anders war. Wo „Scheidungskind“ ein Schimpfwort war, Schwule nicht existierten und zwischen 12:00h und 15:00h Mittagsruhe war.
      Heute wissen wir die Freiheiten zu schätzen. Wo alles vom „was sollen den ndie Nachbarn denken“ bestimmt war.
      Wir schätzen es auch deshalb, weil wir uns die Freiheiten erkämpft haben, der eine im großen, der andere im kleinen. Aber: wir können auch anders, wenn es sein muss, und gerade der, der aus der Not kommt, weiß, wann es klüger ist, sich zurückzuhalten und eben nicht jede Freiheit auszukosten.

      Dagegen beobachte ich viele Menschen, deren gesamte Lebenszeit und damit Sozialisierung innerhalb dieser 30 Jahre lag – die niemals Widerstände überwinden mussten, oder mit Enttäuschung oder Frust umgehen. Zügelung von Trieb und Emotion, einfach weil es zu einem Zeitpunkt X klüger ist. Diese Lust am sich-gehen-lassen fehlt ihnen, weil sie eigentlich immer gehen, wie eine ständig laufende Klospülung, der dadurch die Kraft fehlt, das dreckige Geschäft des Tages wegzuspülen.

      Vielleicht ein Zeichen des Alters. Das wäre ein naheliegender Vorwurf, der es wiederum erspart, darüber zu reflektieren, dass nicht alle alten weißen Männer deshalb böse sind, nur weil sie alte weiße Männer sind.

    • Es ist eine sehr verwöhnte Generation, die da kommt. Ich dachte, eventuell werden sie konservativ, aber mimentan sehe ich einfach sehr viele deren TRebellion einfch ein linksbizarrer Dachschaden ist. Und Essstörung. Auch eine Art der Revolte.

    • .
      „Zügelung von Trieb und Emotion, einfach weil es zu einem Zeitpunkt X klüger ist. Diese Lust am sich-gehen-lassen fehlt ihnen, weil sie eigentlich immer gehen, wie eine ständig laufende XXXspülung“

      diese mangelnde diferenzierungsfähigkeit lässt aufklärerische errungenschaften (neben postaufklärerischen verlusten, die der don nicht mirt einem singulären seufzer leider auch zu beschreiben die berechtigung hat) zu einem nichts verkommen, und diese meinung kann sich auf andere errungenschaften ausweiten. historisches wissen ist dabei doch eigentlich nicht wirklich schädlich, und ganz banale, fast mehr schon als: kindliche faulheit kann diese unterlassung nicht versöhnend verbrämen.

      das gegenwärtige problem des sozialen ist eben genau der punkt, dass man errungenschaften nicht mehr zu schätzen beziehungsweise einzuschätzen weiss. man hat etwas zu verteidigen oder zu schätzen und versteht dies aber absolut nicht mehr. décadence trifft den umstand keinesfalls, eher mangelnde selbstdiszipilin und (selbst)vergessenheit.

    • Wer heute 30 ist, kennt das nicht anders. Und er vermag sich auch nicht vorzustellen, wie hart der Kampf ist, das zu erreichen.

      Gerade bei bento: Wie sage ich meinen Eltern, dass ich eine Therapie brauche?

      Das sind die grossen Probleme. Meine Grossmutter hätte gesagt: Wartet nur, einn einmal ein Krieg kommt“.

      Winselpack.

    • Titel eingeben
      Ja, Oberländer, gutes Buch, guter Film.
      Aber hier liegen sie dafür falsch: „Das Alte war nur schön, wenn es romantisch endete.“ Das Romantische Ende wurde in der Literatur so populär, weil es in real existierenden Welt nahezu niemals stattfand. Das verhinderte für 98% der Menschen schon der wesentlich wichtigere Kampf ums physische Überleben, den die meisten ohnedies recht bald verloren…

      Da bin ich angesichts dessen was heute abzulaufen scheint eher bei ThorHa und seiner viktorianischen Doppelmoral. Die Tabu-Übertretung bringt ja immer, und gerade in der Sexualität eine erfreuliche Steigerung der Energie mit sich.
      Worin soll der Sinn der Provokation der Verklemmten und zu-Kurz-Gekommenen liegen? Fragen sie mal ObjektBe!
      „In der netzfeministischen Variante ist das nur besonders auffällig.“ Da hat der Mann nämlich ganz bestimmt Recht! So wie auch Don mit seiner Beschreibung des „linksbizarre Dachschadens. Und Essstörung. Auch eine Art der Revolte.”
      Gerade wohin sich dabei Letzteres entwickeln wird, kann Angst machen, denn genau davon ist die „netzfeministischen Variante“ bereits ein Botschafter.


    • Aber generell finde ich die Entwicklungen der letzten 3ß Jahre phantastisch, Ich will sie mir nur nicht ruinieren lassen.
      Die Frage ist halt, ob nicht alles „natürliche Grenzen“ hat und dann wieder umkippt. Wellenförmig immer wieder auf und ab, sozusagen. Ich denke ja ohnehin, daß so Dinge wie „weibliche Emanzipation“ (bzw. starke Stellung von Frauen, oder auch starke Stellung von Männern) eher wirtschaftskonjunkturabhängig sind als sonstwas, um mal so ins Ungefähre zu sprechen. Die „Geschäftsmodelle“ des Zusammenlebens und wer von wem partizipiert, variieren über die Zeit, auch gibt es da mehr oder weniger Spreizung. Dazu kommt, daß das, was in litteris reflektiert wird, mit dem Alltag der Vielen wenig zu tun hat.

      Nur mal so als Erinnerung:

      1) ich kaufte vor Jahren mal ein Buch über die Ortsgeschichte meines Herkunftsortes, ließen die echt mal zusammenstellen, als sie etwas Geld hatten.
      Darin kommt ein „Jungfrauenverein“ um 1848 vor, eine Art Jungmädelverschwörung, besonders keusch und sittsam zu sein und auf keinen Fall Sex vor der Ehe zu haben.
      Der Pfarrer war sehr dagegen.
      Die heutigen Nachfolgerinnen sind wohl die Anorektikerinnen.

      2) wer Goethes Faust noch vage in Erinnerung hat, wird sich vielleicht auch noch an die Szene erinnern, in der Gretchen klagt, wie sie vor ein paar Monaten noch gegen ein Mädchen mobbte, das schwanger geworden war, und nun selbst so dasteht.
      Das Drama des Kinder-in-die-Welt-Setzens läßt sich eben nicht vermeiden, mit allen Konsequenzen, die es für Weiblein und Männlein hat – most of all jahrzehntelange Festlegung, wer Geld braucht und erzogen werden muß.

    • Therapiebedürftigkeit
      Diese von Don Alphonso auf Bento thematisierte Therapiebedürftigkeit dürfte wohl weniger der Ruf nach Thearpie sein, sondern danach –

      Wie sag ich meinen Eltern (oder sonst möglichen Spendablen), dass ich deren Geld möchte.

      Ohne das dahintreibendes Leben aufzugeben, indem mal dieses, mal jenes gemacht würde, statt brotlosem Treiben mal was Eigenverantwortung zu übernehmen.

    • Ich denke, Bento macht da den Fehler, von der eigenen inklusiven ahem Refaktion auf die Mehrheit zhu schliessen. Waschlappen in Pinkbraun sind in der Realität nicht so häufig.

  9. Das Internet versprach eine Revolution
    Nur verlaufen Revolutionen fast immer unschön, egal was jemand behauptet. Zwar gibt es „friedliche“ Vorbilder, aber so friedlich waren die dann doch nicht. Der junge Mann, der auf dem berühmten „Flower Power“ Foto eine Blume in den Gewehrlauf eines Soldaten steckt, ging später nach San Francisco, wurde Drag Queen, und starb an AIDS.
    Manche sagten, der Sittenverfall hätte ihn dahingerafft. Nun, heute gilt es in gewissen Kreisen ja auch als sittenwidrig, diese Kolumne zu lesen.

    Die modernen Philister sind überall, sie zitieren gerne Adorno und sehen beim Blick in den Spiegel nicht, daß sie zu dem werden, was er Autoritäre Persönlichkeiten nannte. Naturgemäß haben sie eine Gegenbewegung hervorgebracht, die nicht minder autoritär daherkommt.

    Es ist das ewig gleiche Spiel, ein Blick in die Geschichte offenbart, daß sich nur die Spieler ändern. Diejenigen, die am lautesten kundtun aus Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben, begehen eben diese Fehler in der besten Absicht wieder, und wieder, und wieder. Und heute begeht man sie, dank Internet, schnell und mühelos. Ohne das Netz müssten die sich wahrscheinlich für jeden haltlosen Vorwurf erst PRÅNGER von Ikea zusammenbauen.

    • Es gibt da leider auch immer ein Medium oder mehrere, die einsteigen, siehe diese Kindergartengeschichte, die durch die ganze Republik ging. Ich frage mich: Wie kann man so etwas stoppen? Das Netz müsste doch auch in der Lage sein, zu bremsen. Es geht nicht um Strafvereitelung, sondern um einen fairen rozess und nachher kann man ja immer noch ruhig beurteilen. Das fehlt inzwischen. Statt dessen wissen Prangefreinde, dass ihre Opfer kaum Zeit haben, zu reagieren.

    • Die Wahrheit, so heißt es, kommt ans Licht
      So wie bei #Istandwithjackie Jackie. Jetzt gab sie zu, ihren Vergewaltiger erfunden zu haben.
      http://www.washingtonexaminer.com/lawyers-for-jackie-tacitly-admit-she-invented-her-pretend-rapist/article/2592725

      Zwischenzeitlich blieb halt an allen beteiligten etwas aus diesem schmutzigen Prozess kleben. Ausser an der feministischen Clique, die das alles angestoßen und hochgeschaukelt hatte.

      Und doch ist es ein Hoffnungsschimmer, noch ein paar solcher Enttarnungen, dann setzt das Erwachen ein.

    • Ich schreibe noch was über Jessica Valenti und die Art, wie die SZ diese Frau verkauft.

  10. Prozess der Zivilisation
    So wie wir gelernt haben, nicht in die Schüssel des Tischnachbarn zu greifen, mit Messer und Gabel zu essen, waffenlos zu sein, im Sitzen zu Pinkeln, individuelle Mobilität schlecht zu finden, politisch korrekt zu sprechen, an den menschengemachten Klimawandel zu glauben und Frauen nicht die Hand zu geben (kommt noch), so wird auch die virtuelle Welt zivilisiert werden. Die Verhausschweinung des Menschen ist auch im Virtuellen nicht aufzuhalten.

    • Naja, das ist bei mir zu spät, das Wildschweingen ist übermächtig, und meine Borsten sind dick. Aber so richtig frei fühlt sich das alles nicht mehr an, solange man nicht gerade die richtige Empörung reitet oder Paypalbetrug macht.

  11. Roboter-Killer gegen die freie Rede
    Der Eingriff in die freie Rede und die Kontrollzwänge des Internetproviders könnten dann auch durch moderne Tötungsroboter durchgesetzt werden, wie sie jetzt vom Pentagon entwickelt werden.

    http://mobil.derstandard.at/2000037848575/Pentagon-Roboter-sollen-Facebook-lesen-dann-Verdaechtige-toeten

  12. Ein starkes Stück
    Und wie so oft treffend beobachtet. Mein Dank gilt dem Autor für seine unverbrämte Darstellung der Dinge.

    Moralisten sind imho immer die Schlimmsten. Einfach immer feste drum auf die Andersdenkenden denken sich die Moralisten. Auch dafür Danke, dass Sie hier die Scheinheiligkeit ein wenig transparenter machen.

    • Danke. Ich glaube, da hat sich einfach was verändert, gewisse Kräfte sind erstarrt und haben gar nichts mehr mit dem zu tun, was sie früher einmal waren. Ich kenne Liberale ganz anders und will die gezeigten Fälle für Ausnahmen halten. Aber es häuft sich halt.

    • gestern in "Andruck"
      Gab es eine schöne Besprechung von Sophie Mazet’s Buch Anleitung zur intellektuellen Selbstverteidigung.
      Ton hier: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/06/06/dlf_20160606_1933_034dfec3.mp3

      Geht eher zum Thema Verschwörungstheorien… ist aber auch für unreflektiertes Bellen nach dem Motto „Masku! Schtonk!“ anwendbar.

  13. zu Beginn des amüsanten Textes
    hab ich ja noch gelacht, aber gegen Ende: wirklich grauslich.
    .
    Denken Sie, daß man, wenn das mail Programm immer wieder beharrlich zum Verschlüsseln auffordert, das wirklich tun sollte?

    • Man sollte nicjts über das Internet verbreiten, was nicht sein muss, und auf seine Nicks achten. So spannend sind die meisten nicht – ich stehe sicher im Kreuzfeuer, da kommt sicher auch mal was auf mich zu.

  14. Plan von der Abschaffung des Begehrens
    Wenn ich die mehligen Verlautbarungen der Gendertrullas zu Sexualität lese oder höre, verliere ich sofort jedes Fünkchen Lust.
    Gottseidank regeneriert sich der Funkenflug von selbst wieder,
    wenn ich diese Quellen meide.

    Schon die Idee von der switchbaren, rein gesellschaftlich konstruierten sexuellen Identität ist so lähmend asexuell, dass man ihre Hervorbringerinnen nur bedauern kann.

    Vielleicht kann man ihre inquisitorischen Bemühungen mit dem jahrelangen Ausfall leidenschaftlicher Gefühle auf erotischem Gebiet erklären (und ich meine hier nicht: Eifersucht und Neid, die haben sie reichlich).

    Das herrlich blöde Sprachkonstrukt „rape culture“ amüsiert mich hingegen immer wieder.
    Schöner kann man Kulturrelativismus nicht zur Schau tragen.

    • Das roblem ist halt – wenn der richtige Mob zusammenkommt, wird es ungemütlich, Da draussen rottet sich in Sachen Appelbaum der „believe the victom“-Mob zusammen, das wird sicher noch lustig. Soweit ich sehe, ist die SZ auch schon dran.

    • SON hält sich aber zurück, sie haben Aelbaum viel zu verdanken.

    • Vorsicht mit Appelbaum
      Also, wenn ich mich recht erinnere gab es da schon einige Namen, die aber auch fiktiv sein mögen.
      Es gab auch schon vorher bekannte Beschwerden über ihn. Derzeit weiß ich allerdings genau so viel oder wenig Gerichtsfestes wie Sie.

      Einfach aus der Erfahrung des Alters gibt es Gründe dafür und dagegen. Natürlich hat die USA, und andere, warum nicht sogar Heiko Maas, ein Interesse an einer Schwächung der Internet-Anonymität.
      Andererseits kenne ich es aus eigener bitterer Erfahrung, dass Leute mit einer wichtigen Funktion in einer Gruppe gerne die Augen willentlich verschließen, wenn wichtige Mit-Aktivisten aus der Rolle fallen.

      Ganz grundsätzlich bin ich allerdings absolut der Meinung, dass die derzeitige Phase des sozialen Networkings im Internet gruselig ist, und nicht weiter fortgeschritten als vorpubertär.
      Leider haben sich die traditionellen Medien da nicht mit Ruhm bekleckert, und machen ziemlich jede Kehrtwendung mit, inklusive eines sogenannten Journalismus mit 140 Zeichen.

    • Das ist ein Rechtsstaat. Wer gegen Gesetze verstösst, kann angezeigt, verklagt und verurteilt werden. Sexueller Missbrauch wäre ein schweres Delikt. Wer lieber eine Website bastelt, ist für mich kein ernstes Thema, sondern etwas, das es zu verhöhnen gilt. Damit es aufhört

    • Let's make love.
      Das Problem bei der Appelbaum Geschichte sind ja nicht diese pubertären anonymen Erzählungen sondern dass erwachsende Männer daraufhin Mitarbeiter entlassen.
      All die enteierten modernen „Männer“ in Führungspositionen.

      Als ich jung und schön war, da hätte man sich über Appelbaum totgelacht. Weil er mehrmals mit einer Frau in einem Bett geschlafen hat, ohne (!) den Versuch an ihre Unterwäsche zu kommen.
      Auch die Frauen hätten darüber gelacht.
      Heute droht ihm die öffentliche Hinrichtung weil er sich in seinen 30igern vorsichtig dem Petting nähert.

      Damals mussten junge Frauen alte Männer in Machtpositionen noch beglücken, damit diese andere Männer feuerten.
      Heute reicht diesen „mächtigen“ Männern ein paar Zeilen im Internet um ihre Meinung zu ändern.

      Ich verstehe diese moderne Kommunikation nicht mehr.
      Ohne Macht, ohne Sex, ohne Sinn.
      Kann mir das einer erklären?
      Vielleicht einer von denen ohne Eier?

  15. Everything in the world is about sex, except sex.
    Menschen die Sex haben, die reden nicht über Sex.
    Weil Sex nur als Sex Sinn macht, d.h. wenn er sich außerhalb dessen bewegt, worüber man reden kann.
    Was natürlich ein Problem darstellt, wenn im Internet fast ausschließlich über Sex kommuniziert wird. Und so zwingt das Internet die Moderne den Sex entweder in die tagtäglich Kommunikation zu integrieren oder Sex vollständig zu exklusiven.

    Diese Entwicklung beobachten wir gerade, und folglich sollten wir Nachsicht mit der Überforderung einzelner Menschen walten lassen.
    Wir sind gerade in einer Übergangsphase in der keiner mehr eine klare Grenze zwischen Sex und NichtSex ziehen kann. Nicht einmal das Recht.

    Aber vielleicht wird Herr Maas uns ja erklären wie man korrekten, geschlechtsneutralen, passiven und multiinterracial Sex realisieren kann.

    • Sex is about power
      Was der intelligente Beobachter beobachtet, dass sind erwachsende Kinder, die sich dem Sex unter Auslassung des konfliktreichen Prozess der Pubertät anzunähern versuchen.
      Mittels Internet, mittels Recht, mittels Moral, mittels Politik.
      Nur nicht mittels des eigenen Körpers.

      D.h. hier wird Sex mittels Exklusion des Körpers inkludiert, indem der Kern von Sex, die Machtfrage, von der Sprache des Körpers getrennt und in die Kommunikation überführt und dort ausgehandelt wird.

      Genau das beobachten wir. Etwas völlig neues.

      Äußerst bemerkenswert.


    • Weiß nicht, ob das so neu ist.
      Ich kenn das als „schwätzen statt machen“.

    • Eat this.
      @Coloraze

      Das Problem bei Sex ist ja immer wieder, dass da Tabu die Erziehung prägt und so das Reflektieren beeinträchtigt. Das wird als „primitiv“ ausgeblendet und folglich bewusst nicht bedacht. Dann folgen so einfache Äußerungen wie Ihr „schwätzen statt machen“.

      Hier mal eine kleine Auflistung was möglich ist, wenn man über Sex nachdenkt:

      Sex dient in der Natur der Fortpflanzung, folglich ist er auf genau diesen Bereich beschränkt. D.h. einmal im Jahr reicht bei vielen Gattungen.
      Der tägliche Sex ist ein Phänomen, welches man nur bei entwickelten Gattungen beobachten kann, d.h. dort wo sich die Sexualität von der natürlichen Funktion der Fortpflanzung entkoppelte.
      Sex ist dann eine Form der Kommunikation.

      Und damit eine Sprache.

      Deshalb sagt der Volksmund: die internationale Sprache

      Wahrscheinlich war es die erste Sprache, die wir gelernt haben.

      Und folglich ist es die Sprache derer, die man Pöbel nennt.

      Und folglich versuchen alle neuen Generationen sich mehr und mehr von der Natur des Sex weiter zu entkoppeln.

      Mittels Differenzierungen wie Erotik und Liebe.

      Folglich ist dass, was die Gendertröten betreiben schlicht und einfach: Fortschritt.

      Auch wenn der Don und viele andere hier das nicht verstehen.Denn in diesem Fall ist der Don und alle anderen hier unzivilisiert.

      Ups.

      Vielen Dank fürs Lesen.

  16. Washington Vice
    Nur die Hillary hat’s gut, kann ja die Monica (wieder) zu ihrer Stellvertreterin im Weißen Haus ernennen.
    .
    Und der Trump die Palin, damit ihm nix zustößt.

    • Trumps Beraterin in spe
      Sarah Palin wurde viel belächelt, für Äußerungen, wie z.B. in diesem Link wiedergegeben: The 11 Dumbest Things Sarah Palin said so far:
      http://www.alternet.org/story/104034/the_11_dumbest_things_sarah_palin_has_said_so_far

      Trump steht Sarah Palin in nichts nach:
      So wusste er vor nur einigen Tagen im Interview nicht, was Brexit bedeutet. Den Ausdruck hatte er noch nie gehört.
      Er will ISIS im Irak bombardieren und das Öl nehmen. Dumm nur, dass der ISIS im Norden Iraks wütet, während das Öl sich im Süden befindet.

    • Man muss nicht alles wissen.
      „So wusste er [Trump] vor nur einigen Tagen im Interview nicht, was Brexit bedeutet.“
      .
      Damit reiht er sich schon jetzt in die Reihe der US-Präsidenten ein, die in mancherlei Fragen ersatunlich kenntnisarm waren. Ist es nicht auch schön und ein Zeichen hoher V erlässlichkeit, wenn einmal leib gewonnene Überlieferungen fortgesetzt werden?.
      .
      Der Präsident hat seine Berater für alles, jeden und überall, dem Rest bleibt die Wikipedia, die Qualitätspresse oder das Blatt für Sehschwache.

  17. Titel eingeben
    Das Schlimme ist ja die Durchseuchung selbst der schönsten Lebensbereiche mit dieser altjüngferlichen Gouvernantenmentalität. Heute mittag berichtete die Veranstalterin der Düsseldorfer Literaturwoche im Radio über Details der diesjährigen Saison. Man sei ja „viel politischer“ als früher, was nicht zuletzt an den aktuellen Zeitläuften liege. Literarisch interessierte Besucher sollten gleichsam in ein Flüchtlingsboot versetzt werden. Die Identität des Einzelnen stehe nicht mehr so fest wie ehedem, da würden sich viele Möglichkeiten für Transgender-Themen eröff…

    Ausgeschaltet.

    • Wann gab es eigentlich die etzte Theaqterinszenierung ohne Schwimmweste?

    • Kultur??
      Irgendwie geht das Posten angemeldet noch immer nicht, und kommt als 500-Fehler. Und in der Gesamtübersicht der ‚Stuetzen‘ fehlt auch noch immer der eine oder andere Beitrag, und das seit Wochen.

      Deutsche Qualitätsarbeit …

      Kultur. Ich würde gerne mal einen Überblick über die derzeitige Lage in der deutschen Kulturszene bekommen. Seitdem ich denken konnte, war auf die Künstler am allermeisten Verlass, staatskritisch tätig zu sein.

      Das scheint nun total unter die Räder gekommen. Das schlimmste für mich ist DeutschlandRadio Kultur, da gibt es jeden Sonntag Abend wenn ich die Wochenendreste beseitige, eine entsetzliche Kultursendung. Seit Monaten geht es nur um Migranten. Und jedes Sonntag Abend scheint die ganze Redaktion auf Wolke 7 zu schweben, was dieses Thema betrifft. Und jeden Intendanten den sie interviewen betont, dass es derzeit Aufgabe der Kulturschaffenden sei, den ‚zu uns Geflüchteten‘ alles was nur geht anzubieten, zur Selbstfindung, Integration, blahblah.
      Vor einigen Wochen ging es um irgendeine Kunstausstellung, in irgendeinem Museum. ‚Irgendeine‘, weil ich das echt vergessen habe. Interessant, ich hatte mir sogar vorgenommen, dorthin zu gehen. Bis es im Interview herauskam – die Interviewten hatten das wohl vergessen und brauchten das Stichwort des Redakteurs ‚bunt‘ – dass sie sogar Führungen nur für Flüchtlinge machten, und sogar Führungen die nur von Flüchtlingen durchgeführt werden, und Führungen von Flüchtlingen für Flüchtlinge und nur für Flüchtlinge.
      Ich beschloss, den Besuch ad acta zu legen, wischte die Morphine von der Tischplatte die aus dem Radio getropft waren, und frage mich nach dem Bericht von Maternus aus Düsseldorf, ob es zufällig noch irgendwo nicht-infizierte Kultur und Kulturschaffende gibt.
      Nur ungern sähe ich meinen geliebten Shakespeare, und Hamlet, mit
      „To flee, or not to flee? That is the question—
      Whether ’tis nobler in the mind to suffer
      The slings and arrows of outrageous fortune,
      Or to take ships on a sea against the many troubles,
      And, by launching, end them? To drown, to sleep—
      No more—and by turning turtle to say we end
      The heartache and the thousand natural shocks
      That flesh is heir to—’tis a consummation
      Devoutly to be wished! To drown, to sleep.
      To sleep, perchance to dream—ay, there’s the rub,
      For in that sleep of death what dreams may come
      When we have reached the salving coast,
      Must give us pause. There’s the respect
      That makes surviving for so long life.“

      Im Ernst, ich wäre bereit einen Zuschlag zum Eintritt für Kulturveranstaltungen zu geben bei garantiert fehlender political correctness.

      Immer noch Ernst: Ich gehe auch in keinen Othello, der so wie letztes Jahr in den USA nicht schwarz sein durfte. Der funktioniert überhaupt nur schwarz.

    • "dass sie sogar Führungen nur für Flüchtlinge machten, und sogar Führungen
      die nur von Flüchtlingen durchgeführt werden, und Führungen von Flüchtlingen für Flüchtlinge und nur für Flüchtlinge.“
      Uwe Dippel, der Besuch dieser Klientel in welchen Kultureinrichtungen auch immer, ist zahlenmäßig an einer Hand festzustellen.

      Trotz freien Eintritts, den Hartz IVler nicht bekommen.

      Schauen Sie sich um: Museum, Oper, Ballett, Theater, Kino – das ist nicht die Welt derer, die zu uns kamen. Auch nicht Etablissements, in denen Schweinernes angeboten wird.
      Auch in Vereinen der Langnasen aller Couleur findet man von ihnen wenige – sie suchen nicht gerade das Zusammensein mit den bisher Einheimischen.

      Das Steuergeld, das der kulturelle Bereich benötigt, um weiter in gewohntem Maße aufrecht erhalten zu werden – ich bin neugierig, wie lange es noch fließen kann, da es ja zu anderen Maßnahmen in Milliardenhöhe zweckentfremdet werden muss.

      Also, auf in die Museen! Ist auch meistens gerade schön kühl da…

    • Führungen und 'Gast'
      Gast, ich gehe davon aus dass Sie mich richtig verstanden haben, auch wenn Ihre Argumentation anders lief. Mir ist ja auch klar, dass das allgemeine Interesse der uns Geschenkten nicht kulturell ist.

      Allerdings interessiert jemanden in meinem Alter schon, wie es plötzlich kommen kann, dass die Politik die Kulturschaffenden komplett unter ihre Fahne zieht. Zuletzt gab es so etwas ähnliches im tausendjährigen Reich, und dann auch nur mit viel Widerstand. Seit einigen Jahren funktioniert das, und nicht nur ‚funktioniert‘, sondern die Kulturschaffenden laufen mit einer weißen Fahne über auf die Seite der Etablierten. Ohne dass jemand mit Gulag oder KZ drohen müsste, nein, aus eigenem Volldampf.

      Insbesondere weil sie doch am ehesten wissen sollten, dass die ganz grosse Mehrheit eben null Interesse hat, oder gar findet, dass es ‚unislamisch‘ ist, was da passiert. Gerade deutsche Künstler haben doch nur das Allerschlechteste zu erwarten, wenn die Geschenkten mehr Einfluss bekommen.
      Das verstehe ich nicht daran. Oder glauben sie tatsächlich, es gäbe brownie-points die man später einlösen kann? Dabei haben die Juden es ganz schmerzlich erfahren müssen, dass es nie einen Kontenausgleich gibt.

  18. Deus ex machina; gut hast' as g`macht!
    Es war eine liebe Zeit, die gute, alte Zeit vor anno 14. In Bayern gleich gar. Damals hat noch Seine Königliche Hoheit der Herr Prinzregent regiert, ein kunstsinniger Monarch, denn der König war schwermütig. ….Denn für Ordnung und Ruhe sorgte die Gendarmerie und für die Gerechtigkeit das Königliche Amtsgericht.

    Lieber Don! War damit der schwule Ludwig oder sein Bruder Otto gemeint? Allein am gesellschaftlichen Umgang mit Homosexualität zeigen sich die wunderbaren Fortschritte der letzten Jahrzehnte. Diese gilt es zu verteidigen. Gegen links, rechts, dumm und vermeintlich „g’scheit“. Doch die größte Bedrohung dieser Errungenschaften sehe ich vom konservativen, arabisch geprägten Islam. Zuwanderer bringen ihre eigenen Werte mit und halten diese in unserem Land mit großer Selbstverständlichkeit für allgemein gültig. Sie wollen diese Vorstellungen dann im öffentlichen Raum sichtbar und durchsetzbar machen um die politische und gesellschaftliche Ordnung in ihrem Sinn zu beeinflussen. Der bisherige Höhepunkt dieser gefährlichen Entwicklung ist die islamische Religions- bzw. Scharia-Polizei. Den in all jenen Ländern, zu denen der Islam gehört – ich danke hier insbesondere an den Iran, Saudi-Arabien aber auch die palästinensischen Gebiete – gibt es eine Religionspolizei! Das man dann auch noch in Rom Statuen verhüllte, weil ein islamischer Geistlicher kam… Hallo!!??

    Eine liebe Zeit, trotz der Vorkommnisse – menschlich halt! Über König Ludwig (und Jörg Haider) wussten auch damals schon viele Bescheid.

    Zum Beitrag darf ich, frei wie der Herr Amtsgerichtsrat zum Hrn. Ökonomierat, Guts- und Brauereibesitzer Joseph Fäustl zu sagen pflegte: „Deus ex machina; gut hast‘ as g`macht!“

    • Ich häzze ja gedacht, man erklärt jetzt den Leuten, dass die hier keinen Ramadan machen müssen, aber nein… man spielt mit. Dann darf man sich auch nicht wundern, wenn neue Forderungen kommen.

    • Ums mal banal auszudrücken....
      Ist es denn nicht ganz einfach so, dass Fundi-Christen mit den Fundi-Muslimen mehr gemeinsam haben, als man nach dem ersten Gedanken dazu für möglich halten würde?
      Wieviel Deutsche mag es da draussen wohl geben, die die ihnen aufgezwungene Tolerierung zB der Homosexualität gerne wieder lautstark abwerfen würden?

    • Ich glaube nicht, dass das so viele sind. Noch nicht mal im Kaff bei uns ist das ein Thema.

  19. Diese Form des Neo-Viktorianismus...
    …hat schon sehr viel mit der verstärkten medialen Dominanz des weiblichen Geschlechts zu tun. Historisch gesehen gehen ja so einige ‚Reinigungsbewegungen‘ von Frauen aus.

    Die ‚Errungenschaften‘ der letzten 30 Jahre werden von einem Großteil der Frauen offensichtlich nur bedingt als solche wahrgenommen. Statt dessen läuft es wie bei „Vierzig Wagen westwärts“, nur nicht so lustig.

    Nehmen wie diese Tendenz einmal ernst, dann bedeutet das: Eine weiblichere Welt ist auch eine kontrolliertere und – vom männlichen Standpunkt aus – eine ‚hysterischere‘ Welt.

    • Es gab in Bayern auch mal einen Frrauenverein gegen Bier, an das erinnert mich das etwas.

      Aber im Ernst, natürlich ist die gleichberechtigte Berufswelt keine Gaudi. War sie noch nie. Das ist nun mal das Ergebnis der Emanzipation. Nicht schön, aber wer glaubt schon Versprechungen?

  20. die gaga die gaga
    …und eine bemerkenswert schnelle Reaktion. Es trägt mit Sicherheit sehr zur Einordnung bei, wenn man neben den ganzen Verdächtigungen auch schon einen Text wie diesen lesen kann.

    Die Kommentare des Hausherrn erinnern mich gerade an den schwarzen Piraten bei Asterix, der kein L sprechen kann. Nur das hier eben immer das „p“ fehlt.

    • Oh, Ist das so? pppppppp. Hm.

      Im Erhst, die Roth hat das losgetreten und bei der war das m.E. weder Zufall noch Unvorsichtigkeit. Das ist einfach der Gegensatz zu den Männern der Techbranche, die sie und ihren Klüngelverein „Speakerinnen“ auslachen.

  21. Exakt!
    „Man wird sich also möglicherweise an kleine, miese Skandale aus dem Vollkorn- und Hennamilieu gewohnen müssen…“ Unvergessen auch das hier:

    Grünen-Fraktion diskreditiert DEMO FÜR ALLE mit gefaktem „Nazi-„Foto:

    https://demofueralle.wordpress.com/2016/02/29/gruenen-fraktion-diskreditiert-demo-fuer-alle-mit-gefakten-nazi-foto/

    Eine woche (!!) später bekommt diese fraktion 30% und stellt den ministerpräsidenten. Wohl auch, weil die linke Einheitspresselandschaft darüber natürlich mal wieder nicht berichtet hat. FAZ eingeschlossen. Das sind halt die guten, die dürfen sowas…

  22. Gut vernetzt
    Denn der Pöbel wird mit Freizügigkeit nie umgehen können (Zitat H. Haupts). Auch manchen MdBs gelingt es eher nicht.

  23. Und keiner will vom Trumpel wissen
    Und keiner will vom Trumpel wissen, wie oft es seine Frau betrügt.
    .
    Sind die Amis jetzt normal?

  24. Schön, schön Don, Sie verbleiben
    au délà du Brenner, dessen Sperrung „Europa zu zerstören“ droht. Herrlich, das viele Fleisch, aber Schlachttag mit Auslage der nackten entborsteten Ware beim Metzger meines Vertrauens ist erst Morgen, also Dienstag. So lange ergötze ich mich, dem zwitscher-und facebooken ohnehin totalabhold, neben dem Don-Artikel, an den konventionell überbrachten Nachrichten per Funk und Fernsehen. Und so wird es auch hier im Blog sicher passieren , dass das bereits m. E. hinreichend abgenudelte Internet-Thema, auch als pornaufgebohrte Spezial-Edition, hier in Windeseile von OT-Themen couvriert sein wird.
    .
    Man, mir ist gestern schon der Schreck in die Glieder gefahren, als ich hörte das unser Hohepriester der Redekunst sein wichtiges Amt zur Verfügung stellt. Aus gesundheitlichen Gründen, lässt er verlauten, der allseits Hochbeliebte (ja, es gibt da die üblichen Sondagen drüber, genau so wie über „Wir schaffen das“).
    .
    Dabei vermeldete das Mutterschiff am 10.02.2016 eine geplante zweite Amtszeit. Die stetig renitenter werdenden Mitbürger, besonders im beschatteten Teil des Landes, scheinen für ein kontinuierlichen Motivationsverlust zu sorgen. Mir kam da kurz ein Gedanke: Ende der Amtszeit des BP 2017-Neuwahlen zum 19. Bundestag Herbst 2017-Amtsermüdung wg. der ständigen Reibereien und Peinlichkeiten mit dem oben kurz erwähnten lachenden Sultan-und „wir schaffen das doch nicht“- das wäre doch (nein, das andere Amt beim Knoten im Revolver, bekommt ni un Allemand, ni une Allemande). Nix da, weg mit dem Gedanken. Auch auf die Gefahr eines Anschisses von Don, wegen Majuskeln, WIR WOLLEN EINE(N) WESSI-IN/WESSI (wenn auch nicht gerade KTvzG, wie das in Bayern evtl. gefordert würde)
    .
    Und der lachende Sultan verlangt Blutuntersuchungen bei türkischstämmigen BT-Abgeordneten zwecks Rassenzugehörigkeit und zum Nachweis, ob sie würdig sind in die Ahnentafel des glorreichen Hirtenvolkes aus den Steppen Kleinasiens zu verbleiben. Also, die 11 zukünftigen Märtyrer würden bei der Eroberung per Frauenschoß glatt unter den Tisch fallen bzw. später (wie drückte Sarrazzin sich aus-und überhaupt, wenn der das mitbekommt) nicht mit einem Rittergut im Osten geadelt werden. Jamais!
    .
    Gegen meinen letzten Absatz, ich meine PC und so, kann nach den Forderungen Erdogans wohl niemand mehr anstänkern. Und das wird, wie wir Don inzwischen kennen, sicher eines seiner nächsten Themen. Das sich langsam mit Wasser füllende und verriegelte Bad dort auf der Isola Martana hat Zeit bis zum Herbst, falls oben aufgegriffener Gedanke nicht greifen sollte und das Schicksal eine andere Wendung nehmen sollte.
    .
    Der WELT war die Erdi-Forderung übrigens kein Platz “ sur la une“ wert. Statt dessen gab sie dem Wunsch der Bundesregierung Ausdruck indem sie allen Ramadan-Fastenden alles Gute wünschen ließ. So, jezed wird ebbes g´schafft.

  25. was sich verändert hat,
    ist schlichtweg, dass die Schweigevereinbarung der Presse und des ör Fernsehens im Hinblick auf die so genannten Privatsphäre von Politikern seit dem Aufkommen des Internets nicht mehr greift.
    .
    Schauen wir mal, was da noch kommt. Diejenigen, die wirklich in diesem Land etwas zu sagen oder zu verlieren haben, halten sich sehr bedeckt und haben auch allen Grund dafür. Für die Masse und ihren Voyeurismus gibt es inzwischen sog. Promis und Events. Auch da war früher alles besser, es gibt eben keine Kaiserkrönung (instruktiv hierzu der Ritter von Lang in seinen Memoiren) und keinen Weinbrunnen mehr.

  26. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
    Im Grunde hat sich durch das Internet nicht grundsätzlich etwas verändert. Wer die soziale Kontrolle ländlicher Gegenden kennt, der weiß das sehr genau. Geändert hat sich lediglich Umfang und Geschwindigkeit der Verbreitung von Gerüchten, Tatsachen und Vermutungen. Daß gerade das die in der Öffentlichkeit stehenden Personen nur schwer überleben, hat sich an Kachelmann, Wulff und vielen anderen gezeigt.

    Die Forderung nach Transparenz und umfassender Information läßt den Medien eine deutlich höhere Verantwortung zukommen, als das in Zeiten der Fall war, als vieles noch unter den Tisch gekehrt werden konnte und wurde. Daß die Medien diesem Anspruch nicht immer gerecht werden, liegt wohl auch daran, daß der BILD-Journalismus unübersehbar abgefärbt hat.

    Was sich im Internet so abspielt, erinnert mich denn auch eher an die Rache des kleinen Mannes, der kleinen Frau, die so einen Weg der Frustbewältigung gefunden haben. Die Möglichkeit, es denen da oben oder auch Gruppen der Gesellschaft einmal so richtig heimzuzahlen, ist einfach zu verlockend. Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu, gerät dabei nur allzu leicht in Vergessenheit.

    Unter diesen Umständen zeichnet das Internet ein sehr düsteres Bild unserer Gesellschaft, deren Zustand sich dort abbildet. Durch Zensur läßt sich daran aber kaum etwas ändern, es gilt, die Probleme in der Gesellschaft zu beseitigen, dann findet das auch im Internet seinen Niederschlag. Daran haben unsere Eliten aber offensichtlich wenig Interesse und daher werden sie damit leben müssen, auch weiterhin per Internet angegriffen zu werden.

    Das Internet ist zur Stimme des Volkes geworden, dessen Ruf längst ruiniert ist und das daher ganz ungeniert im Internet auftritt. Die Politik, zumindest die „Volksparteien“, sollten diese Stimme endlich ernstnehmen, statt sie weiterhin unterdrücken zu wollen.

  27. Freiheit versus Verschmelzung der Kulturen
    Lieber Don Alphonso, Sie haben die nebeneinander gedeihende Entwicklung in einerseits mehr Freiheit im Lebensstil, andererseits einer fortschreitenden Prüderie fabelhaft beschrieben. Dies geht auch aus Rücksicht auf die Befindlichkeiten der muslimischen Mitbürger und Gäste im Namen der gegenseitige Annäherung und Verschmelzung der Kulturen vonstatten: „Rathaus entfernt Bilder, um keine Gefühle zu verletzen“.
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article154664819/Rathaus-entfernt-Bilder-um-keine-Gefuehle-zu-verletzen.html

    In der Entwicklung der Bild- und Kunstzensur sehe langfristig Parallele zu den Taliban und zum ISIS, welche die unislamischen Kulturschätze in den eroberten Gebieten zerstören. Irgendwann könnten die kulturnahen Keuschheitsapologeten und –getinnen der EU, wenn niemand sie stoppt, theoretisch so weit gehen, sich an die Entfernung bzw. Säuberung der italienischen Kultur-Heritage heranzumachen, wegen der Kinder, der Gäste und Mitbürger. Die sexuell „entarteten“ Fresken würden dann übergepinselt, die provokanten Skulpturen entfernt und in einer unterirdischen Stahlkammer untergebracht, wo sie das zarte Gemüt des EU affinen Bioeuropäers bzw. seiner muslimischen Gäste und Mitbürger nicht kontaminieren können, sondern nur von Kunsthistorikern und -rikerinnen in Augenschein genommen werden dürfen, auf Antrag.

    Ein Buch wie Nabokovs „Lolita“ würde heute keinen Verlag finden. Ich habe das Buch im Bestand meines 20 Jahre älteren Bruders entdeckt und mit 14 Jahren gelesen. Das war ein Alter, in welchem die Gymnasiastinnen in meinem Land Bücher von Henry Miller und Kamasutra von ihren Eltern stibitzten, die dann unter den Mädchen kursierten. Auch verwehrte uns damals keine Bibliothek den Zugang zu Klassikern wie Lady „Chatterley’s Lover“, „Decamerone“, „Marquis de Sade“ oder „Geschichte der O“. Solche Lektüre regt die Phantasie eines jungen Menschen stärker an als Pornographie.

    Vielleicht werden manche jener Klassiker auch noch auf den Index gesetzt; aus der heutigen Sicht ist langfristig alles möglich…

    • Tamarisque,
      wie so häufig, auch hier sehr treffend.

      Wenn Sie ‚theoretisch‘ schreiben, sehe ich das als gar nicht so theoretisch. Wir hatten es vor einigen Wochen schon einmal mit der Schizophrenie, dass eine sich fortlaufend individualisierende Welt im selben Moment immer gleichgeschalteter werden kann.
      Es brauchte mehr Platz und mehr Recherche um zu eruieren, ob diese zunächst konträr erscheinenden Bewegungen nicht doch ursächlich aus einer gemeinsamen Quellen gespeist werden.

      Ich zumindest kann diese Dichotomie schon als Parallelen vorstellen: Pornographie als ubiquitäres Material, und gleichzeitig ein Verbot von Lolita.
      Der vermeintliche Widerspruch ist nicht unbedingt einer. Pornographie ist das rein Physische, der Akt an sich, das Brutale, der Sex wie ein Stück Brot und ein Glas Wasser. Rein physischer Bedarf. Lolita ist das Gefährlichere, das Geistige, das Ästhetische. Wer so etwas richtig liest (als Stellvertreter genannt für die anderen von Ihnen Erwähnten) ist beständig einer Infektionsgefahr ausgesetzt.
      Pornographie ist nicht nur Handelsware, nicht nur ein Hahn den man beliebig auf- und zudrehen kann, es ist auch etwas das nach dem ‚Genuss‘ vorbei und vergessen ist, und niemand zu einem Revolutionär werden lässt. Es ist so flach, wie die Herrschenden uns haben wollen.
      Nabokov kann man weiterwirken lassen, auch nachdem das Buch schon lange geschlossen ist. Ich habe es seit 30 Jahren nicht mehr gelesen, erinnere aber einiges. Von Porn den ich vor 30 Jahren gesehen habe weiß ich kaum mehr, dass ich ihn sah. Geschweige denn dass er heute noch eine Wirkung hätte.

      Eigentlich sollten sich die Herrschenden doch die Hände reiben. Zu meiner Jugendzeit hatten wir die Köpfe voller heißer Ideen, und kaum jemandem diese los zu werden. So dass uns der Kopf hätte platzen können. In diesen Tagen kann man den lapidarsten Schwachsinn in die Welt setzen, in maximal 140 Zeichen, aber in den gesamten Erdkreis. Bloss dass man irgendwie die anderen, ‚Freunde‘, jetzt mit der Nase darauf stoßen muss. Versuchen Sie nicht, mich davon zu überzeugen, dass da umwerfende, revolutionäre Ideen drin steckten oder stecken könnten. Wenn es wirklich nicht geht, kann man einen Blog schreiben (Entschuldigung, Don Alphonso, das betrifft Sie nicht, bitte wegsehen!), der dann womöglich zu lang ist, als dass er überhaupt gelesen würde.
      Dann muss der Text eben etwas ’spicier‘ werden.
      Eines kann ich garantieren: eine französische oder russische Revolution kommt da nicht mehr zustande. Und zur Sicherheit wird alles von Bots gelesen, die dann auch bei Bedarf einschreiten.
      Individualismus kann da nur ein Schein-Individualismus sein, der Kategorie WhatsApp, und ‚Schau, wir haben hier total tolle Pizza zum Essen, ich zeig dir … hier! Cool, and kisses‘ oder ‚Hier meine neue Jeans. Echt geil, echt teuer. Klasse, was!‘ Naja, oder so ähnlich, ich kann keine Jugendsprache von heute.
      Wie heißt es so richtig: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“
      Ein wunderbares (wenigstens für die Herrschenden) sozial-habituelles Re-Engineering einer ganzen Gesellschaft. Und wer etwas außerhalb der Standard-Diktion schreibt, da braucht es keine Gedankenpolizei, das erledigt gerne die Meute die mit einem ‚Shitstorm‘ den Abweichling zurück auf den Teppich holt.

      Wenn so etwas nicht im eigentlichen Sinne faschistisch ist, was wäre es denn?

      (Jetzt dürfen Sie wieder lesen, Don Alphonso!)
      Deshalb ist dieser Blog hier so wunderbar, weil er nicht nur sprachlich und inhaltlich gut zu lesen ist, sondern auch mit ästhetischen Verzierungen, die meistens zum Text passen.
      Schon Schiller hat die Vorteile einer ästhetischen Erziehung des Menschen auch für dessen Politikverständnis gesehen.

    • Everybody just gotta keep f.ckin' everybody
      Diese Klassiker stellten die erste Stufe, dem Sex den Machtaspekt mittels Einführung der Unterscheidung Erotik/ Sex zu entreißen, im Sinne einer Ausdifferenzierung. Folglich ermöglichte dies erst die von Ihnen geführte Beobachtung, dass so die Erregung gegenüber Pornografie deutlich erhöht werden konnte, allein mittels der Spezialisierung auf den Machtaspekt: Der Körper wurde beiseite geschoben, keine nackten Bilder, reine Konzentration auf die Machtfrage. Final bei de Sade. Dem man eigentlich zensieren müsste, aber ich gehe davon aus, dass den nie wirklich jemand gelesen hat außer mir und Ihnen.
      Sehen Sie, da haben wir etwas gemeinsam. Man könnte sagen wir hatten den gleichen Sex. Ohne uns körperlich auszutauschen.
      Das Wunder des Buchdrucks hat uns zusammengeführt.
      Und falls das doch noch mehre Personen gelesen haben, dann hatten wir alle Gruppensex. Irgendwie.

    • Titel eingeben
      Man sollte nicht zu schnell urteilen…

      „Dies geht auch aus Rücksicht auf die Befindlichkeiten der muslimischen Mitbürger und Gäste im Namen der gegenseitige Annäherung und Verschmelzung der Kulturen vonstatten: „Rathaus entfernt Bilder, um keine Gefühle zu verletzen“.“

      Ich bin mir sicher, dass da Gleichgesinnte beider Kulturen zusammenkommen… denen all die Freiheit die sie sich selber, warum auch immmer, versagen und die andere sich nehmen schon immer ein Dorn im Auge war.

      Man sollte die Dummheit und Verklemmtheit der Reaktionäre niemals unterschätzen, wenn solche Geister mal eine kritische Masse erreichen, dann ist, ganz wie sie völlig richtig warnen „aus der heutigen Sicht langfristig alles möglich…“

    • Sie haben das falsch verstanden, Tamarisque.
      Die Zensur ist der neue Weg zu erfolgreicher Integration. Analog zu den Versuchen schariafreundlicher Rechtsprechung und der Straffreiheit religiös begründeter Körperverletzung. Ist doch alles nur Ausdruck kulturellen Wandels, der sich ständig und in jeder Gesellschaft vollzieht. Und daß die Politik der Entwicklung mal einen Schritt voraus ist, wer wollte das schon ernsthaft bedauern.

    • Titel eingeben
      @ Uwe Dippel
      Dank für Ihre anerkennenden Worte.
      Hier meine Gedanken zu Ihrer vielschichtigen und interessanten Analyse:
      In den Utopien von Huxley und Orwell hatte Liebe und Erotik keinen Platz.
      Leicht lenkbar, manipulierbar, unkritisch, konsumaffin, so wollen sie „uns“ haben. Junge Menschen als devote, dressierte Kunden, die Stunden lang auf eine neue „Edition“ von Turnschuhen warten, ähnlich wie einst in der sozialistischen Mangelwirtschaft der DDR und der UdSSR. Die jedes Jahr ihr Smartphone wechseln, ungeachtet des Leids, mit welchem die seltenen Metalle gewonnen werden.

      Amerikanische Gesellschaftsforscher beobachten die geistige Verarmung und erklären es durch ein Phänomen, welches sie u.a. das Verschwinden der Kindheit nennen. Wer in der Kindheit in Freiheit aufwächst, mit Freunden durch die Wälder stromert und die Natur entdeckt, wird selten Konformist, sondern eine freie Seele, die seine Welt genauso neugierig und voller Freude entdecken will.
      „Das Verschwinden der Kindheit von Neil Postman und „Verlust der Geborgenheit“ von Vance Packard (der letztgenannte ist für mich einer der größten Visionäre des 20. Jhs.), sind in den 80er Jahren erschienen, aber heute aktueller denn je.

      Die Kinder der 80er wuchsen das erste Mal in Deutschland in einer hohlen Privat-TV-„Kultur“ auf; der Computer, Internet und Smartphone haben den Prozess der Depersonalisierung des Individuums beschleunigt, die humane Interaktion zunehmend abstraktifiziert. Statt mit Seinesgleichen zu balgen und zu tollen, sitzt der heranwachsende Junge in seinem Zimmer und spielt Computerspiele. Der junge Mensch verliert den Zugang zu seinem Wesenskern, bespiegelt sich im Markt der Eitelkeiten durch coole Selfies oder massenhaft „Freunde“.

      „Eines kann ich garantieren: eine französische oder russische Revolution kommt da nicht mehr zustande. Und zur Sicherheit wird alles von Bots gelesen, die dann auch bei Bedarf einschreiten.“

      Ja, das wäre nicht mehr möglich. Einschreiten, ja: Im Lissabon-Vertrag wurde dafür vorgesorgt…

      „Deshalb ist dieser Blog hier so wunderbar, weil er nicht nur sprachlich und in-haltlich gut zu lesen ist, sondern auch mit ästhetischen Verzierungen, die meistens zum Text passen.“

      Zustimmung. Den Blog empfinde ich als eine große Bereicherung für mich.

      „Schon Schiller hat die Vorteile einer ästhetischen Erziehung des Menschen auch für dessen Politikverständnis gesehen.“

      Ich habe mich nie mit Schiller beschäftigt, nur u.a. mit Goethe. Ein Freund von mir meinte, dass das ein großes Versäumnis war. Vielleicht komme ich noch da-zu…

    • Titel eingeben
      @ Goodnight
      Mentaler Gruppensex ….lol
      Das einzige Buch, das ich von den von mir genannten Büchern nicht gelesen hatte, war das Kamasutra. War wohl zufällig gerade nicht im „Sortiment“. An de Sade kann ich mich nur dunkel erinnern, wortwörtlich, als etwas Düsteres, was einen verschlingen und vereinnahmen kann. Als ich „Lolita“ als Kinofilm mit Jeremy Irons sah, war ich erstaunt, wie wenig ich mich noch erinnern konnte. Ich dachte nur, hm, sowas hast du als junges Mädchen verschlungen, wow.

      Anyway, danach erfolgten die „seriösen“ Klassiker wie Dostojewski, Nikolai Gogol, Dantes „Göttliche Komödie“, angelsächsische und französische Literatur und Lyrik. Deutsche Literatur wurde in meiner Heimat vernachlässigt, ich hatte ein einziges Buch von Rilke gelesen, im Deutschunterricht. Habe das Defizit erst nach vielen Jahren nachgeholt, fand aber das meiste doch arg gesittet, pragmatisch und leidenschaftslos, sorry fort hat (for that so etwas geschieht durch die automatische Korrektur). Geistreich bzw. lyrisch wunderbar ja, aber leidenschaftslos, sogar von „Die Wahlverwandtschaften“ von Goethe war ich etwas enttäuscht, obwohl ich seine bildhafte Sprache wunderschön finde.

      Wenn man mit Klassikern aufgewachsen ist, findet man in der zeitgenössischen Literatur nur wenige Bücher reizvoll – jedenfalls ergeht es mir so. Eine seltene Ausnahme bildet für mich z.B. Ian McEwan, in der Lyrik Ezra Pound und T.S. Eliot.


    • Ja, es mag sein, dass etliche Reaktionäre sich hinter einer pseudotoleranten Fassade verstecken, um bei einer passenden Gelegenheit aus ihren Löchern gekrochen zu kommen.
      Das erste Mal beobachtete ich solch ein Phänomen in SPON Forum, ungefähr 2-3 Jahre nachdem ich anfing, dort zu schreiben, als plötzlich ein Schwarm an erzkonservativen Zeitgenossen sich zur Homosexualität äußerte. Das war die Zeit, glaube ich, als Springer dort mehr Fuß fasste, auch in der Redaktion. Solche Meinungen waren bisher dort kaum aufgefallen, außer bei den wenigen SPON bekannten Katholiken. Doch die „Neuen“ waren so stumpfsinnig intolerant, dass es weh tat zu lesen.

      Tja, diese Menschen können sich jetzt in ein Betätigungsfeld einschleichen, in welchem sie ihre konservative Agenda unter der Maske der „Rücksichtnahme“ vorantreiben können. Könnte evtl. auch das latente Motiv bei der überaus christlich-frommen Göring-Eckardt sein.

    • Solche Vögel gibt es auf beiden Seiten und schön singen sie alle nicht. Man sieht ja leider inzwischen auch, dass es schwul-intolerante Gruppen gibt, die ihre eigene Agenda haben, Stichwort Bildungsplan. Und dann kracht es halt aufeinander.


    • @ Otto Meier
      Sie liefern den Beweis für eine wegweisende Weitsicht der Mächtigsten Frau der Welt samt ihrem Kompetenzteam. Darum wird sie so verehrt, ich habe das nur noch nicht verstanden… Für ihre Vision wird als eine große Staatsfrau/männin in den Annalen der Weltgeschichte verewigt.
      Vielen Dank, dass Sie mir auf die Sprünge geholfen haben, die Raffinesse der Merkelschen Polit-Ära zu verstehen. ;-)

    • Gern geschehen, Tamarisque ;-)
      „Depersonalisierung des Individuums“

      Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal; die überwiegende Fremdbetreuung ab dem 6. Monat, selbstverständlich unter dem Gedanken der Einheitsbildung; vom technisch vollausgestatteten Kinderzimmer in Single-Wohnklos; von Kinderarmut über prekäre Beschäftigung in Altersarmut; Komasaufen und crystal meth; Konsum und Party ohne Ende; was will man da erwarten?

      Auch wenn das alles nicht pauschal zu nehmen ist, so ist es doch eine Tendenz, die die Veränderung der Gesellschaft zunehmend kennzeichnet. Wenn Albernheiten wie YouTube-Karrieren und Berufswünsche, die sich in DSDS etc. erschöpfen, die Selfie-Generation prägen, dann ist der Weg in eine kulturlose, sich selbst nur noch als tolerant und weltoffen bezeichnende, seelenlose Gesellschaft nicht mehr sehr weit. Was will man da erwarten.

      Statt klarer Worte und Signale an Erdogan, Nato Manöver zur Freude von Putin. Statt zum Wohle des Volkes, zum Wohle des Kapitals. Statt ausgleichender sozialer Gerechtigkeit, Spaltung der Gesellschaft. Statt Freiheit und Gleichheit, Unfreiheit und Ungleichheit. Statt Sicherheit, Unsicherheit. Statt Aktion, im besten Falle Reaktion. Was will man da erwarten.

      Die Relativierung aller Werte, die verdrehte Argumentation, die künstlich geschaffene Komplexität einfachster Zusammenhänge, die dümmliche und doch sehr erfolgreiche Manipulation der Menschen, die Entmenschlichung und Gleichschaltung der Gesellschaft, bilde ich mir das alles nur ein?

      Aber, wir sind ja auf einem guten Weg, vielleicht sehe ich einfach nur zu schwarz.

    • O.M.
      Haben Sie mal wieder schön zusammengefasst, wenn auch das eigentliche Antriebsmoment ein wenig untergeht.

      „Statt Sicherheit, Unsicherheit.“

      Wer in der heutige Welt ins Berufsleben eintritt, wie geht der mit Familien Gründung um, wie mit dem gerade hier ja so oft und im Prinzip zu Recht gepriesenen Kauf von Wohneigentum?
      Bei Arbeitsverträgen von 6 Monaten bis zu 3 Jahren?

    • Ehrlich gesagt, TDV,
      bin ich froh, mir darüber für mich keine Gedanken mehr machen zu müssen. Obwohl, die Gedanken über die Gestaltung meiner mir noch verbleibenden Zeit sind auch nicht leicht.

      Tauschen möchte ich mit der Jugend diesbezüglich jedenfalls nicht. Andererseits, die Zeiten, in denen das Leben in absehbaren Bahnen verlief, war schon zu meiner Zeit als junger Erwachsener mehr oder weniger für viele schon Geschichte. Planung und Flexibilität passen eben nicht zusammen. Und ohne Flexibilität ist heute eben kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

      Inwieweit daraus aber unbedingt Unsicherheit resultieren muß, sieht man von Wohneigentum einmal ab, ist zumindest fraglich. Daß daraus Unsicherheit resultiert, ist eine Frage der nicht an die Anforderungen der Flexibilität angepaßten Rahmenbedingungen.

      Beispiel Leih- und Zeitarbeit. Hier beschränkt sich der Vorteil der Flexibilität auf die Gewinnmaximierung der Arbeitgeber. Die Arbeitnehmer haben dadurch nur Nachteile. Würde man die Argumentation der Arbeitgeber auch auf die Arbeitnehmer anwenden, daß Flexibilität nämlich eine Mehrleistung ist, die besonders honoriert werden muß, dann hieße das, daß Leih- und Zeitarbeiter deutlich mehr Einkommen erzielen müßten als die vergleichbare Stammbelegschaft. Aber das Gegenteil ist der Fall. Eine politische Fehlleistung, aber eine lobbyistische Glanzleistung. Riexinger von Der Linken hat das ( lange nach mir ;-) ) mal auf den Punkt gebracht. Leider, wie überwiegend in solchen Fällen, ohne jede – auch mediale – Resonanz.

      Was also will man da erwarten? Ich weiß es nicht. Der Bürger wehrt sich nicht, kann sich mangels demokratischer Mittel nicht wehren, und auch von den Gewerkschaften ist wie immer nichts zu sehen und zu hören. Gut, daß mich das alles nicht persönlich betrifft, ich wüßte nicht, ob ich dann in meinem Leben so ruhig geblieben wäre. Ich denke nicht, denn ich eigne mich nunmal nicht zum Untertanen.

    • Kleiner Tip vom Don....
      Hab gerade mal den neuesten Blog angeschaut und er bringt als Motto
      „“Als der Zirkus in Flammen stand….“, aber trickreich wie er ist, bringt er dann nicht die eigentliche Fortsetzung der ersten Zeile, die heisst nämlich: „sah ich in aller Ruhe aus der Ferne das Getue…”

      Noch Fragen? ;-)

    • Aus der Ferne
      Nun ja, damit kennen Sie sich ja aus, TDV. ;-)

      Und tatsächlich ist das ja auch eine Alternative, die immer mehr Menschen ernsthaft ins Auge fassen, insbesondere die Älteren. Allerdings nicht immer ganz freiwillig. Das Outsourcing von Pflege kommt aus Einkommensgründen immer mehr in Mode.

      Ferne kann im Sinne von Betrachten aber auch bedeuten, etwas schlicht als innerlich wie äußerlich Unbeteiligter zu beobachten.

  28. Befremdung
    Merci Don, für die Aufklärung der Hintergründe zum Fall Appelbaum.
    Als ich via Twitter davon erfahren habe, „hatte ich einen komischen Geruch
    in der Art eines Déjà-vu“ in der Nase. Nach dem Motto:
    Das kenn ich irgendwoher.
    Diese Art von Cybermobbing verheisst nichts Gutes und der Weg, der hier
    eingeschlagen wird, ist mehr als hässlich. Da kann man schneller in einen Strudel geraten als einem lieb ist.
    Nicht das ich sexuelle Belästigung/Nötigung gutheissen will, dass ist für mich persönlich unter aller Sau..um das mal sehr deutlich zu sagen.
    Wenn Appelbaum etwas in dieser Richtung begangen hat, dann gehört der Rechtsweg eingeschlagen und nichts anderes. Punkt.
    Wie ich gerade erfahren habe, will Appelbaum selber gegen diese „Verleumdungen“, bis jetzt wissen wir es nicht genauer und deshalb in „“, selber rechtliche Schritte einleiten. Bin sehr gespannt, wie es ausgeht.
    Es wäre nach meinem Empfinden sehr schade, wenn jemand, der soviel Einsatz gezeigt hat, wegen einer Schmierenkapagne bachab gehen würde.
    Wir werden es sehen.

    Ach ja, sehr schöne Photos, Don.

  29. Blockwartismus
    Die Spießer sind nicht einfach verschwunden, weil sie sich heute anders kleiden, andere Drogen konsumieren, ein Smartphone besitzen und Internet können. Gerade das Netz bietet ihnen ein Tummelfeld, von dem sie in ihren realen, engen Verhältnissen nur träumen könnten.

    Mehr als das Gedöns der bigotten Hohlköpfe irritiert die Zahl der Mitläufer, die sich mit ein paar Mausklicks zum Mob zusammenrotten lässt. Sieht oft aus, als würden da unter dem Deckmantel der Moral hauptsächlich sexuelle Frustrationen geteilt.

    Danke für Beitrag & Bilder und immer feste druff, Don!
    Falls aber tatsächlich mal „etwas auf Sie zukommt“, hier etwas Support von Oscar Wilde …

    „Es kommt für jeden der Augenblick der Wahl und der Entscheidung: Ob er sein eigenes Leben führen will, ein höchst perönliches Leben in tiefster Fülle, oder ob er sich zu jenem falschen, seichten, erniedrigenden Dasein entschließen soll, das die Heuchelei der Welt von ihm begehrt“

    „Alle anziehenden Leute sind immer im Kern verdorben. Darin liegt das Geheimnis ihrer sympathischen Kraft“

    „Die Moral ist immer die letzte Zuflucht der Leute, welche die Schönheit nicht begreifen“

    • Es wird sicher kommen. Im SZ-Hochhaus gibt es so einer Genderstasi, die leider ein wenig viel über mich weiss, weil da jemand geplaudert hat, und ich wäre gar nicht überrascht, wenbn da bald was käme.

    • I'm saying that when the President does it, it's not illegal!
      Don,

      keine Sorge, kann doch jeder beobachten, dass Sie einen Brustfetisch, eine Schwäche für junge Gastautorinnen und ältere Prostituierte pflegen.

      So what, früher nannte man das „er ist halt auch nur ein Mann“.

    • Meinen FAZ-Traffic generiert Don Alphonso
      In aller Klarheit: Ich habe mein FAZ-Bookmark durch eins für die Blogseite ersetzt (weil ich dort zwei Blogs regelmäßig ansteuere), und auf die Redaktionsseite gehe ich allenfalls noch sporadisch, am ehesten durch hiesige Verlinkungen. Laufkundschaft auf FAZ.net bin ich seit ein paar Tagen nicht mehr.

      Warum? Weil ich seinerzeit beim „Aufschrei!“ mit SPON dasselbe gemacht habe und nichts vermisse. Vielleicht entgingen mir ein paar Bilderstrecken mit „10 Gründen für Hillary“ oder sowas. Um eine Handvoll Leute dort war es anfangs schade. Aber die Substanz bei SPON war schon zuvor immer dünner geworden, der Kampagnen-Anteil immer höher.

      Die FAZ leistete sich nun einen gleichrangigen – und sowas von offensichtlichen – Fall von manufactured outrage mit der Causa Boateng. Sie entwürdigte damit ihre Leserschaft zum Manipulationsobjekt, beleidigte massivst ihre Intelligenz und gab pünktlich zur EM öffentlich-rechtlichen Sportreportern einen Vorwand, Predigten statt Berichterstattung abzuliefern. Die Selbstachtung gebot es, das Bookmark zu löschen.

      Mittlerweile gewinnt die FAZ von Ihnen, nicht umgekehrt.

    • Danke für das Lob – es ist halt so, dass die FAZ ein riesenhaus ist, und vieles hat nichts miteinander zu tun. Ich war beim Interview nicht dabei, ich tue mir schwer, das zu beurteilen und fand die Überschrift nicht passend – die Sache mit dem nicht existierenden Band war nicht schön. Fehler passieren manchmal. Ob sich die Sache rentiert hat, weiss ich nicht – mittelfristig ist da wohl durchaus Schaden entstanden. Aber auch hier: Trauen Sie keinem. Denken Sie selbst. Auch bei mir.

    • Meinen Zuspruch werden Sie nicht brauchen
      Doch da Sie ahnen, was auf Sie zukommen wird – es war ja einige male zu lesen und verwundert nicht wirklich, angesichts Ihrer deutlichen Anklagen – bin ich sicher, dass Sie gewappnet sind.

      Jedenfalls hoffe ich es sehr, Ihres- und unsereswegen.

      Wirklich helfen können wir alle wohl kaum, leider.

      Deshalb um so ernster gemeint – machen Sie aus der zu erwartenden Attacke einen Honeypot, der anderen zum Verhängnis wird.

      Mir wäre das jedenfalls eine Freude.

    • IIch habe etwas Kompromatüber gewisse Leute und sorge aktiv dafür, dass ich momentan kaum ausforschbar bin. „Die Szene“ hat in Bezug auf mich und mein Leben inzwischen ein gut zweijähriges Wissensdefizit, das ist schon mal ganz gut. Aber es gibt viele alte Rechnungen, und tatsächlich ist es so, dass wohl die Frau eines hohen Rundfunktiers mal dafür gesorgt hat, dass jemand in der taz über mich einen recht unguten Beitrag geschrieben hat. Vermutlich wird man das kaum direkt machen. Aber ich gehe die Suchabfragen meines Blogs durch, und daran sehe ich, dass da jemand gezielt in Richtung Verbindungen nach Rechts etc. wühlt.

    • F.Bayer
      Es dürfte ihnen doch eigentlich bekannt sein, wie die Geschichte jenes Herrn ausgegangen ist, dessen Ratschläge sie an Don weitergaben???

    • Wie den Shit eines Shitstorms vor dem Festwerden zurueckpumpen?
      In unseren Diskussionen kommen wir hier immer wieder an den Punkt, wie die hier sich Austauschenden den Utopisten ein STOP setzen koennten.

      Welche Handlungsanweisungen (Links) gibt es fuer Menschen, die nicht auf Twitter oder Facebook sind, aber eine Gegenstimme im Netz (und nicht nur hier im Blog) erheben wollen.

      Die letzten Unwetterberichte haben ja wieder gezeigt, dass der Schlamm schnell wieder aus Gebaeuden gepumpt werden muss, bevor er aushaertet.

      Das gilt wohl auch fuer den Netz-shit-schlamm…

    • Moment, Don, re Kompromat und so:
      Sie haben es tatsächlich (beruflich oder im vergangenen Umfeld) mit Leuten zu tun, die wegen einiger unnetter Bemerkungen Arbeitswaufwand für eventuelle Rachefeldzüge betreiben? Staun. Empfehlen Sie denen die Selbsteinweisung in die nächste Psychatrie – das ist einfach krank. Und das Niveau von 12jährigen. Upppps – okay, passd scho.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ja, es gab zwei Grossangriffe auf mich, einer halböffentlich mit Unterstützung der taz und einer komplett hintenrum. Beim ersten Mal wurde ein Artikel lanciert, der mich in die rechte Ecke stellen sollte, und mit dem wurde dann bei Schirrmacher gefordert, mich zu feuern. Schon nett, wenn Leute, die hier Autorinnen sind, dafür sorgern, dass woanders über einen schlecht geschrieben wird. Die zweite Runde kam nach dem Tod von Schirrmacher durch eine Berliner Genderprifessorin.

      Beide in totaler Verkennung der realen Verhältnisse übrigens. Im ersten Fall habe ich mir die gesamte und durchaus umfangreiche Korrespondenz aufgehobem, und vielleicht bringe ich den ‚Teil von den Damen mal, damit man sieht, wie die arbeiten und wer da alles mitwerkelt. Schirrmacher war so freundlich, mich ins Vertrauen zu ziehen.

    • Tun Sie uns allen den Gefallen und machen das,
      mit dem Publizieren der Korrespondenz, bitte. Ich – und wohl nicht nur ich – würde gerne wissen, wer im „Journalismus“ ein Characterschweinchen ist, das hilft bei der Einordnung moralisierenden Geschwurbels.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • @F. Bayer: Blockwartismus
      Vielen Dank Herr Bayer, die wunderbaren Oscar Wilde Zitate waren genau die richtigen Worte zur richtigen Zeit. Diese wurden von mir von Hand abgeschrieben in mein kleines „Zitatenschätzlein“ eingereiht. Hin und wieder findet man eben Perlen, leider meist nur im Blog vom Don, der auch in seinem heutigen Text bezüglich der „Pornographie“ irrt, insofern die malerische Darstellung von nackten weiblichen Körpern kaum eine Emanze auf Hochtouren bringen dürfte. Es handelt sich schließlich um Kunst.

      Um es kurz nochmals zu erklären: Pornografie setzt Machtstrukturen voraus, der Mann steht über der Frau, die Frau wird als erniedrigtes und geknechtetes Wesen gezeigt, oder andere Machtkonstellationen werden fotografisch mit Absicht konfiguriert, um den Betrachter zu erregen und somit manipulierbar und gefügig zu halten. Das ist bei jahrhundertealten Malereien nicht der Fall!

      Auch wird in den Gemälden ein realistisches Frauenkörperbild transportiert, oder es wird so verfremdet, dass der Anflug von Humor auch der spießigsten Feministin sofort wie Schuppen von den Augen fällt.

      Es werden keine Barbie-Puppen oder x-fach künstlich vergrößerte primäre Geschlechtsorgane gezeigt, sondern meist normale, für heutige Verhältnisse eher unmodern wirkende, behagliche Körperformen. Die Liebe wird hier höchstens als Spiel inszeniert, aber ohne viele Spielarten, die in der heutigen marktkonformen Pornographie bereits schlechter Standard sind.

      Ich weis, ich wiederhole mich, aber ich halte das sich Abarbeiten an Randerscheinungen wie durchgeknallten Feministinnen, die diesen Titel gar nicht verdienen, für wenig zielführend.

      Dabei wird von mir wiederrum nicht bestritten, dass das Internet mit allen seinen sozialen Plattformen und Prophetiemöglichkeiten durchaus nicht nur zum Guten der Menschheit genutzt wird. Die weltumspannende Datenkrake ist Himmel und Hölle zugleich.

      Meine Ablehnung gegenüber Menschen, die aus religiösen Gründen weiblichen Menschen nicht die Hand reichen können, bleibt. Auch bin ich für eine rigide und dominante Durchsetzung des Vermummungsverbotes auf deutschen Straßen. Dies darf nicht nur für protestierende, möglicherweise revoltierende Linke, sondern muss auch für Angehörige faschistoider Religionen gelten. Gleiches Recht für alle!

      Wer einer Frau die Hand nicht reichen kann, hat – die vermutlich ungeschriebene – Lektion 1 des deutschen Integrationsverlangens nicht verstanden und sollte stehenden Fußes von unseren Ordnungskräften kostenlos in ein Land seiner Wahl im Orient gebracht werden. Da nützen auch teure und langwierige Gerichtsverfahren nichts mehr.

      Mit Dieben, Menschenschindern und Gewalttätern sollte man ähnlich Verfahren. Der Prozess gegen einen der „Grabscher“ aus SilvesterDomKöln und dessen Freispruch haben der radikal-islamischen Gemeinschaft doch nur endgültig vermittelt, dass man in Deutschland wirklich machen kann, was man will, wenn man erst mal die einst existierenden, heute nahezu ungeschützten Landesgrenzen überschritten hat.

      Diesen Personenkreis halte ich für eine große Gefahr für unser aller Zusammenleben, auch für die hier bereits seit langem unauffällig und gut integrierten Mitbürger mit Migrationshintergrund, die Deutschland als ihre Chance begriffen haben und sich hier nach Kräften bemühen.

      Dem Islam und seinen radikalen Anhängern müssen die Grenzen aufgezeigt werden, und zwar von außen!

  30. Könnten Sie mir einen Gefallen tun, lieber Don?
    Und Bundespräsident werden?

    • Wie gesagt, zu faul.

    • Frage:
      von clairobscur-Deutschland?

      Bitte nicht! Die verwaisten Foristen müssten auf ein unersetzliches Forum verzichten und auf schale Ersatzbefriedigungen wie Parteikarrieren, Bildungsreisen (gen Italien), nervöses Getwittere und Leibesübungen ausweichen.
      Glücklicherweise hat DA bereits eine nicht ungeschickte Ausrede gefunden Ihrem Wunsch nicht Folge zu leisten.

    • Aber nein....
      Da ist nicht viel ausser Repäsentation, und ei radelnder BuPrä wäre ein grosses Vorbild im Sinne der Volksgesundheit…
      Ich würde mich als Butler und Sommelier zur Verfügung stellen.


    • Was, TDV, Sie würden nicht vor dem schrecklich winzigen Bellevue zurückschrecken und sogar butlern? (Wenn ich mich recht erinnere, sind aber wohl die Rohre inzwischen neu, so daß aus den Wasserhähnen tatsächlich Wasser kommt, nicht Rostbrühe) Das würden Sie tatsächlich machen? Potzblitz.

    • Aber Colorcraze...
      … ruhiges Zimmer mit Garten blick und schnellem Internet, VPN hab ich selber. Viele schöne Reisen, gute Weine and die ich hier niemals drankäme… dafür kann man schon ein paar Fahrräder polieren.
      Vor dem Philosophiestudium kam bei eine Ausbildung zum Mechaniker dsa schaff ich schon…. Allerdings kämen mir keine Rokoko Malereien ind Zimmer, ein paar Picasso Zeichnungen würde ich da mitbringen. ;-)

    • @TDV
      Sie haben doch versprochen, zu butlern, nicht zu VPNnen.
      Butlern ist da sein, wenn man gebraucht wird, also 24/7!
      Sie stellen sich das vielleicht doch ein wenig zu anspruchslos vor…

    • Naja...
      Denken sie an all die freie Zeit? Wenn er über den Brenner radelt, steh ich schon oben auf dem Parkplatz mit Erfrischungen?

      Wenn er seine fürchterliche Rokoko Bildchen anschauen, oder gar kaufen geht, öffne ich die Heckklappe des Kombis?
      (Irgendwann werd ich ihm dann Stravinski und Schostakovich unterjubeln. Es gab noch keinen der nicht geläutert wurde, wenn er mal gezwungen war im Konzertsaal, ohne Möglichkeit zur Ablenkung, den ersten Satz der 7. durchzusitzen, wenn man weiss was diese Musik beschreibt!)

      Beim Käse oder Wein-Kaufen geh ich aber gerne mit und lerne!

  31. Der Guardian
    Während die Empöreria munter dem Rufmord frönt erklärt der Guardian schon einmal warum nur Männer in den Knast gehören :p

    http://www.theguardian.com/commentisfree/2016/jun/01/why-we-should-close-womens-prisons-and-treat-their-crimes-more-fairly

    • Schön, gell?

      Ich wünsche denen langsam doch die Pleite.

    • Titel eingeben
      „Hillary Clinton is right to assert that the sentencing system should be reformed to reduce the growing number of female prisoners….“

  32. Wie immer genial!
    wenn Sie sich doch nur als nächster Präsident vorschlagen lassen würden. Ich würde ganz sicher wieder vertrauen in die politische Führung bekommen und hätte keine Angst vor Sittenverfall und Hipstern

  33. Online Platforms & Digital Single Market EU Richtlinien
    Lieber Don Alphonso, vielen Dank für den EU Link (und die kunstvollen Fotos, das hatte ich vorhin vergessen). Habe den Entwurf zum Teil gelesen.

    „Platform ecosystem“ – davon ist im Entwurf für EU Richtlinien die Rede. Gruselig!
    Von „harmonised rules“ ist die Rede.
    Harmonisierung, it rings a bell –> TTIP
    Harmonisierung: das Wunderwort zwecks Gleichmachung auf einem Bürgerinteressen und Freiheit betreffenden niedrigsten Niveau.

    Das Komitee meint, dass die Nutzung mehrerer Nutzernamen „not only inconvenient“ sei, sondern “becomes a security risk“. Aus dem Grund hat sich das Komitee die folgende Lösung angedacht, als „remedy“, also als Heilmittel oder Abhilfe (ist doch nett gemeint, oder): Der Nutzer solle sich künftig gefälligst mit seiner „electronic ID card, citizen card, bank card, mobile ID“ anmelden. Na Servus!

    Wenn ich schon das Layout und das Format des Entwurfs sehe, kann ich das professionelle Niveau des Inputs bereits erahnen. Sieht aus wie aus der alten Schreibmaschine einer muffigen Amtsstube entsprungen, wo Internet noch #Neuland ist.

    • Das Ding ist gruslig und eigentlich müsste man darüber einen eigenen Beitrag machen,


    • Bitte, machen Sie darüber einen eigenen Beitrag!
      Dieses „Mund-aufmachen-dürfen-nur-nach-Paßkontrolle“ tötet die notwendigen Grauzonen, die z.B. für Blogs nötig sind!

    • Ja, gerne. Aber das System funktioniert ja noch nicht mal in China.

    • Dann
      schreiben Sie bitte darüber, in Ihrer feinen Art, auf gehts :)

    • Gefährliche Illusionen....
      Man sollte das wirklich ernst nehmen. Früher oder später wird die totale Überwachung und Datenerfassung Wirklichkeit werden….

    • Es gibt verschiedene Stufen der Anonymität.
      Verständnis habe ich dafür, nicht unter Klarnamen im Internet unterwegs zu sein, denn das kann im echten Leben zu unangenehmen Folgen führen. Die Verschleierung der IP-Adresse ist in meinen Augen jedoch durchaus diskussionswürdig.

      So darf der Betreiber eines Blogs ruhig meine wahre Identität kennen, wenn er Wert darauf legt und dazu in der Lage ist, diese anhand meiner IP-Adresse zu ermitteln. Meine Anonymität im Blog zu wahren, setze ich dabei allerdings voraus.

      Auch sehe ich das Interesse der Strafverfolgungsbehörden an der Ermittlung von Straftätern durchaus als legitim an, denn das Internet sollte auch in unserem Interesse nicht zum rechtsfreien Raum werden.

      Und, auch Anonymisierungssoftware bietet nur einen begrenzten Schutz, der mit entsprechendem Aufwand durchaus auszuhebeln ist.

      Letztlich, den höchsten Grad an Anonymität kann nur der erreichen, der das Internet mittels ungesicherter WLAN-Netze nutzt.

    • Titel eingeben
      „Man sollte das wirklich ernst nehmen. Früher oder später wird die totale Überwachung und Datenerfassung Wirklichkeit werden…. “

      Das haben wir ja schon längst.
      Schlimm wird es, wenn die Verwertung der gesammelten Daten beginnt. Irgend eine Leiche findet sich in jedem Keller und notfalls legt man die da selber hin.
      Schutz kommt weniger durch die Gesetze als durch die Gesellschaft. Deshalb muss man wachsam sein. Leider sind gerade ein paar Rollen vertauscht worden, und mit etwas Staatsknete und Aufmerksamkeit lassen sich offenbar aus notorischen Datenschützern und Bürgerrechtlern begeisterte Blockwarte machen.
      Ich fand es noch nie so schwer, auf der Seite des Guten zu sein wie jetzt.

    • O.M.
      Ich finde, das ist ein gefährlicher Denkfehler.

      Ich würde mich niemals darauf verlassen, dass ein in einem Lande bestehendes Rechtssytem, und die Werte auf denen es beruht, auch in der Zukunft unverrückbar bleiben.

      Wir hatten hier am Sonntag in der University of Tokyo eine Live Schaltung zu Snowden nach Moskau der bestätigte, dass die USA ausnahmslos ALLE elektronische Kommunikation in Japan überwachen!

      Natürlich kann man auch ein VPN und TOR hintereinanderschalten, aber die Geschwindigkeit die sie dann noch haben macht diese Möglichkeit zur Ausnahme.

      Und wer meint Überwachung helfe bei der Polizei/Geheimdienst Arbeit der sollte sich besser informieren, mehr als Zufallserfolge gegen Doofe gibts da nicht.

      Es gab da bereits diverse CIA/Homeland Sec Chefs (Clapper ist ein berühmtes Beispiel!) die beim Lügen erwischt worden sind, mit ihren dümmlichen Behauptungen über 54, durch die Überwachung verhinderte Anschläge. Nach wie vor kann man nur einen einzigen Fall vorlegen, jenen Taxifahrer aus San Diego, der ein paar Tausend Dollar an eine Oganisation in seine Heimat Somalia überwiesen hatte. Der ganz grosse Gag bei der Story war, dass diese Organisation, wie auch Taliban, Al Kaida und andere irgendwann mal von den Amis selber gegründet, finanziert, bewaffnet und ausgebildet worden ist, und dann doch lieber auf die Seite der eigenen Freiheit gewechselt war.

      Überwachung dient dem Machtmissbrauch.
      Wer anderes behauptet heuchelt oder lügt!

    • Denkfehler, TDV?
      Richtig ist, Rechtssysteme und Werte können sich nicht nur verändern, sie verändern sich.

      Richtig ist auch, die USA streben die lückenlose weltweite Überwachung sämtlicher Kommunikation an und noch mehr.

      Richtig ist ebenso, selbst eine Totalüberwachung technischer Kommunikationsmittel verhindert selten Anschläge, hilft aber fast immer bei deren nachträglicher Aufklärung.

      Es gibt nur zwei Arten von Verbindungen, die ein Überwachen zumindest erkennen und als Folge verhindern lassen. Zum einen „keine Verbindung“ und zum anderen eine direkte Punkt zu Punkt Verbindung per Glasfaserkabel, bei der ein Anzapfen in Echtzeit erkennbar ist. Leider ist davon keine Möglichkeit für die Massenkommunikation praktikabel.

      In meinen Augen ist die Überwachung privater Kommunikation nicht das Problem, selbst der mögliche Mißbrauch dürfte sich in Grenzen halten, dazu ist die gesamte Kommunikation einfach zu umfangreich, kann inhaltlich nicht wirklich überwacht werden, denn am Ende braucht es immer noch den Menschen in der Endkontrolle. Hier spielt eher das fehlende Vertrauen in die Politik, die verspielte Glaubwürdigkeit der Politik eine Rolle.

      Anders sieht es im Bereich der Wirtschaftsspionage, der Finanzwirtschaft, der Diplomatie, des Militärs etc. pp. aus. Dort findet ja gezielte Überwachung durch staatliche Behörden mit dem Ziel statt, der eigenen Nation Vorteile zu verschaffen. Wir erinnern uns an den NSA-Skandal usw.

      Für Otto-Normalverbraucher ist allerdings die alltägliche und permanente Überwachung durch Unternehmen, Versicherungen, Kreditkartenunternehmen (Zahlungsverkehr allgemein) usw. viel gravierender. Denn die blüht im Verborgenen, getarnt als Hilfsmittel im Alltag, als Bonussystem oder was auch immer. Gerade in letzter Zeit machen Auto- und Krankenversicherungen da ja von sich reden, aber auch Amazon und Co. sowie Cortana, Siri usw. dienen letztlich nur dem Zweck, die Nutzer zu analysieren um die Profite zu maximieren. In Zukunft wird man in der Lage sein, jedem Kunden den maximal bei ihm erzielbaren Preis zu berechnen, was zu generellen Preissteigerungen führen wird und die Gesellschaft noch weiter spalten wird, als das heute bereits der Fall ist.

      Auch lassen sich durch Überwachung sehr gut politische und sonstige Trends sehr frühzeitig erkennen, was die gezielte und sehr subtile Manipulation in die gewünschte Richtung ermöglicht und deutlich vereinfacht. Nicht, daß das heute nicht schon der Fall wäre, aber heute ist das noch relativ einfach erkennbar.

      Zwar sind all diese und noch mehr Entwicklungen bereits im Gange, ihre Gefahren grundsätzlich bekannt, aber hauptsächlich aus Bequemlichkeitsgründen werden die Gefahren ignoriert. Und so ist der bis in seine Intimssphäre gläserne und vollends entmündigte Bürger nur noch eine Frage der Zeit, das Ende des Bargeldes wird zum Tüpfelchen auf dem „i“ werden. Schon heute wissen Microsoft, Google und Co. im Zweifel schon mehr über uns als wir selbst und alle möglichen „sinnvollen“ Apps verteilen unsere Daten ohne unser Wissen in alle Welt. Denn wer Bequemlichkeit will, der muß auf Freiheit und Sicherheit verzichten.

      Zum Schluß noch ein paar Zeilen, die zeigen sollen, wie weit wir uns schon „freiwillig“ ausgeliefert haben. Das Smartphone ist eine Datenschleuder und ein unkontrollierbares Überwachungsmedium, das mir nicht ins Haus kommt. Das Smart-TV ist ein ungesichertes Einfallstor in das eigene Netzwerk und, mit Micro und Kamera ausgestattet, im Schlafzimmer stehend nicht nur eine prima Überwachungsanlage, sondern bietet auch eine tolle Piep-Show. Die internetbasierte Haussteuerung, möglichst noch verbunden mit den Zugangssystemen (Türschlösser etc.) macht Einbrechern besonders viel Freude, stellt für das heimische Netzwerk ebenfalls ein Sicherheitsrisiko dar. Und so gibt es, neben den Risiken des bargeldlosen Zahlungsverkehrs per Smartphone, insbesondere per NFC, noch endlose Beispiele, die ich hier nicht annähernd alle aufzählen kann. Nur etwas noch, die alles toppende Gefahrenquelle: IPv6. Denn mit IPv6 erhält jedes IPv6-fähige Gerät, also vom Drucker über den Kühlschrank bis zu Switch und PC etc. pp. eine aus dem Internet direkt erreichbare Adresse. Wer da nicht aufpaßt, hat sowieso verloren.

      Mein Fazit, technischer Fortschritt läßt sich ebensowenig aufhalten wie der Wunsch nach möglichst bequemen Lösungen. Beides wäre zwar ohne die geschilderten Risiken erhältlich, aber dem Bürger fehlt das Wissen, in welche Gefahren er sich und damit die Gesellschaft sich insgesamt begibt. Vielleicht würde er sonst handeln und die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik zu Reaktionen zwingen. Wenn ich mir aber ansehe, wie einfach Apple, Microsoft, Google und andere ganz legal, nämlich durch Zustimmung der Nutzer, alle Datenschutzgesetze umgehen können, wie die Nutzer dies unwidersprochen hinnehmen, wie aggressiv die Vermarktungsstrategien (siehe Windows 10) mittlerweile sind und welche Daten mittlerweile in realistisch betrachtet nicht zu sichernden Clouds abgelegt werden, dann habe ich diesbezüglich keinerlei Vertrauen mehr in die Vernunft der Menschen, die dies ja mehr oder weniger alle freiwillig mit sich geschehen lassen.

      Eine Überwachungsnotwendigkeit sehe ich da auf Dauer kaum noch.

    • O.M.
      Realität und Zukunft sehr gut beschrieben, mit zwei klitzekleinen Ausnahmen: “Richtig ist auch, die USA streben die lückenlose weltweite Überwachung sämtlicher Kommunikation an und noch mehr.”

      Das ist leider nicht richtig. Richtig wäre: ALLE Regierungen und auch ALLE Konzerne streben die lückenlose weltweite Überwachung an… und ALLE die die technischen Möglichkeiten handhaben können, werden dies auch erreichen!

      „Richtig ist ebenso, selbst eine Totalüberwachung technischer Kommunikationsmittel verhindert selten Anschläge, hilft aber fast immer bei deren nachträglicher Aufklärung.”

      Auch dies ist nicht richtig, denn wie sogar mittlerweile US Senatoren zugeben, stehen hinter den 9/11 Leuten, die massgeblichen Machthaber in Saudi Arabien.
      Die 28 Seiten in dem offiziellen Report des US Senats Ausschusses dazu, die das untersucht haben, wurden und sind offiziell noch immer geschwärzt. Wie Mr Yes-we-can! uns gerade erst wieder wissen liess, soll das auch so bleiben, weil allzu viel Wahrheit die geschäftlichen Beziehungen zu einem strategischen Partner schädigen könnten.
      Einzig Sen. Graham, der ja selber am 9/11 Report mitgearbeitet hat, weigert sich auch weiterhin solche Lügen zu decken!
      Ein Zyniker würde sagen, dass dies jetzt alles zum Vorschein kommt, weil die Saudis drohen Pleite zu gehen, und ihre strategische Bedeutung arg geschrumpft ist, seit der Iran (Mitglied der anderen Islam Sekte) Wichtigeres als die zu bieten hat.

      Was den zweiten Teil ihres Kommentars angeht, so existiert in meinem Leben nicht eines dieser Produkte. Wenn ich alle paar Monate in einem Internet Cafe checke, was das Net denn mittlerweile so über mich weiss, so ist die Antwort nach wie vor Zero!
      Bei der Wahl zwischen iPhone, Smart-TV und was da dergleichen noch ist, und einem Hund, hab ich mir einen Hund zugelegt. ;-)

    • Utah Data Center
      Alle mögen ja alles anstreben, auch gemeinsam (BND), wie wir wissen, aber die USA sind da schon etwas weiter, TDV.

      Wie Sie selbst schreiben, ist 9/11 ja aufgeklärt. Daß die Öffentlichkeit nicht immer über alles aufgeklärt wird, versteht sich ja von selbst.

      Nun ja, jedenfalls benutzen Sie ja ein Gerät, um hier Beiträge einzustellen. Und ganz egal was Sie da nutzen, es sei denn Sie hätten Hard- und Software selbst produziert und programmiert, Sie haben es nicht wirklich unter Kontrolle. Denken Sie mal an die Zentrifugen im Iran.

      Es mag auch sein, daß unter ihrem Klarnamen im Internet nichts zu finden ist, aber gehen Sie einfach mal davon aus, daß die NSA und vielleicht auch andere, bei Interesse, alles über Sie weiß. Denn im Utah Data Center wird alles gespeichert, was weltweit so im Netz unterwegs ist. Und mit den entsprechenden Filtern etc. bleibt da nur noch wenig geheim. Allerdings, und das sollte noch für ein paar Jahre halbwegs beruhigen, sind nicht einmal die USA dazu in der Lage, alle Daten zeitnah auszuwerten.

      Aber, vor Snowden usw. hat kaum jemand gewußt, was heute schon möglich ist und was Heute auch schon gemacht wird. Wer weiß, was wir Morgen erst von Gestern wissen werden.

    • Nur noch eines....
      Nur noch eines: „Öffentlichkeit nicht immer über alles aufgeklärt wird, versteht sich ja von selbst.”

      Wie immer, eben das ist NICHT das Problem, das Problem ist eine Öffentlichkeit mit der man das machen kann. Gerade hier im Blog gibt es seit einiger Zeit ja genügend Beispiele für diese Art des Volkes…

      Und, man sollte im Internet so viele verschiedene Nicks als möglich verwenden, in jedem Forum einen anderen, am besten sogar ab und zu wechseln, das Ganze am besten immer unter Umleitung über ein VPN, dann ist eine eindeutige Zuordnung nahezu unmöglich.
      Sollte man aber auf ein „Smartphone“ nicht verzichten wollen, dann ist der Zug natürlich abgefahren.

    • Sie haben es aber auch wirklich mit dem "Dummvolk", TDV.
      Nicht, daß ich das wirklich vertiefen möchte, aber die Gesellschaft(en) bestehen eben nicht nur aus Menschen, die über den eigenen Tellerrand hinausblicken möchten, die sich mit Dingen belasten möchten, auf die sie letztlich keinen Einfluß haben, die ihnen das ohnehin nur kurze Leben vermiesen. Das sind nicht selten sehr zufriedene und glückliche Menschen, die ich durchaus beneide. Und es ist gut, daß es sie gibt, denn ansonsten herrschte wohl nur noch Mord und Totschlag.

      Das ist also nicht das wirkliche Problem, denn mit solchen Menschen läßt es sich sehr gut leben. Das Problem sind die Menschen, die sich selbst auch gerne als Elite betrachten und bezeichnen, die auch nicht selten hoch intelligent sind, denen aber jedes Gemeinschaftsgefühl abgeht und die es als selbstverständlich betrachten, auf Kosten der Anderen zu leben. Die sind das Problem. Obwohl, manchmal habe ich den Eindruck, daß denen das überhaupt nicht (mehr) bewußt ist, was sie dann so gesehen kaum noch vom „Dummvolk“ unterscheidet.

      Was die Nicks etc. betrifft, so findet man mich seit Jahren immer nur noch unter „Otto Meier“ oder „Der Querulant“. Ich habe auch überhaupt kein Problem damit, daß Blogbetreiber, BND oder wer auch immer mich identifizieren können, ich stehe zu meiner Meinung. Nur unter meinem Klarnamen werde ich nie wieder etwas schreiben, nachdem ich bei „Die Gesellschafter“ negative Erfahrungen damit sammeln mußte, was das Verhalten der „anonymen“ Diskussionsteilnehmer betraf. Das lernt. ;-)

  34. Nur eine Frage von Nerven
    @Foersterliesel – Man muss das alles entspannt sehen. Vor beinahe 20 Jahren ist mir klar geworden, dass alles was ich am Computer schreibe von irgendwelchen Leute gelesen und beguckt wird (einschließlich dieses Kommentars). Seitdem schreibe ich nur noch was ich diesen Leute unter die Nase reiben will. Ich verschlüssele auch nichts, denn auch verschlüsselte Nachrichten können entschlüsselt werden, wenn jemand wirklich will.
    .
    Für eine Weile hatte ich Angst, dass man mir elektronische Texte anhängt, die ich gar nicht geschrieben habe, Aufrufe zu Terror zum Beispiel. Aber auch das ist nur eine Frage von Nerven. Ich würde mich mit so einem Schwachsinn nicht erpressen lassen, sondern es auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen. Dann würde ich den Richter fragen, wie – bitte schön – wollen Sie beweisen, dass es wirklich ich war, der diese idiotische e-mail (oder diesen Kommentar für Sie in Don’s Blog) geschrieben hat?

    • Titel eingeben
      Richtige Einstellung. Ich hatte mal mit einem großen Rechenzentrum zu tun, wo sich die Leute aus der Technik einen Spaß daraus gemacht haben, E-Mail-Accounts nach interessanten, privaten Mails durchzusehen. Genauso wurden Abfragen gestartet, welche Seiten, in welchen Unternehmen von wem am häufigsten aufgerufen wurden – Überraschung: es waren keine Fachseiten. Das sind nur die harmlosen Späße. Wenn man sich mit den richtigen Leuten unterhält und nicht mit irgendwelchen „Technik-Checkern“ dann kann man ohnehin alle Hoffnung fahren lassen, was die Sicherheit im Netz oder des eigenen Smart-Phones angeht – auf der Amateur-Ebene des normalen Nutzers. Das größte Problem sind die schlampigen Seitenbetreiber, die alles weit offen lassen. Und wenn man sich dann dort meldet, weil man ohne großes rumhacken plötzlich im Account eines anderen steht, dann erntet man nur Unverständnis in Verbindung mit einer Trotzhaltung.

      Der Herr Schmidt hatte schon recht: „Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.“

    • Teetrinker....
      „Das größte Problem sind die schlampigen Seitenbetreiber, die alles weit offen lassen.“

      Sehr zu meiner Freude stellen sich dabei Twitter & Co als Hauptsünder dar…

  35. Vom Bratpannenwerfen zur Verbalschlacht
    Man darf die Maler selbst nicht vergessen: Nicht alles war Zeitzeugnis; manches war persönlich.
    Dieses Beispiel aus Florenz zeigt eine Geliebte:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Margherita_Luti
    Dieses aus Frankreich aber eher nicht:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Gabrielle_Renard

    Wichtig ist, dass man sie darstellen konnte und die Darstellungen zu großer Kunst wurden. Einmal 15.Jh, einmal 19. Jh.
    Was sich mir nicht erschließen will über die Jahre schon, ist, dass der fundamentale Islam Probleme mit der Schönheit hat, nicht nur mit der Schönheit der Frau, sondern auch der Kunst generell, der literarischen Sprache und der Musik. Er ist weit entfernt von andalusischen Bauwerken, die absolut ebenbürtig sind in puncto Schönheit.
    Unsere Interessengruppen, die die spärlich bekleidete Frau aus der Werbung nehmen möchten, lommen dem leider entgegen und wissen nicht, was sie tun.
    Ich weiß, dass war ein anderes Thema, aber die Bilder führen dorthin zurück.
    Naomi Klein, eine verwirrte Kanadierin, schrieb vor Jahren ein sehr weiträumig diskutiertes Stück, in dem sie am Beispiel eines zur Zucht (im Sinne von Gegenteil von Unzucht) gekommenen orthodoxen istaelischen (jüdischen) Paares, das plötzlich den Charme von Bart und Schleier entdeckte, die Verhüllung verteidigte. Leider unauffindbar bei Kurzsuche. Wenn Don Kanadier wäre, würde er fast nur über diese Frau schreiben. Bei ihr wurde wohl mal eingebrochen, und die Diebe nahmen alle Tassen mit. Deshalb ist sie auch in der Klimadebatte mit Vorsicht zu genießen.

    Das Problem, nicht mit Naomi, sondern generell, scheint aber auch eine Verwicklung verbal militanter lesbischer Milieus zu sein. Das weibliche Militante ist überhaupt sehr seltsam. Oder auch nicht. Möglich, dass es nur die Küche verlassen hat.

    • Über meine Haltung zu Religionen wollte ich eh mal schreiben.

    • Titel eingeben
      Ja, das sollten Sie.
      Das Thema Schönheit beschäftigt mich hier besonders, die schöne saudische Frau, die verhüllt wird, deren Schönheit aber Türen öffnen würde.
      Die Zerstörungen von Kulturdenkmälern von seiten von IS, wo man sich doch jederzeit einigen würde, dass die Mezquita ebenso schön ist wie eine gotische Kathedrale, der Alhambra-Palast Chambord oder gar Versailles ebenbürtig.
      Die Unfähigkeit, Schönheit nicht als Basis zu Unmoral, sondern als ausgleichend und beruhigend zu erkennen. Unmoral entsteht meistens in der Gier ganz unten oder weit oben, nicht in der Bellezza.
      Desgleichen, Kunstwerke nur als Symbole für politische Überlegenheit zu begreifen statt als generisch. Kunst und Schönheit sollten für sich stehen, allein. Ausdruckskunst, die eine politische Botschaft hat, ist etwas anderes und nicht zwangsläufig schön.
      Kunst und Schönheit sind der Menschen Brot, für das er nichts oder wenig zahlt. Religionen sollten dem Menschen etwas zutragen. Fundamentalismus nimmt dem Menschen weg und führt in Sklaverei, wie man in dem Wunschkalifat gut sehen konnte. Diese Männer wissen nicht, dass sie sich selbst damit vollkommen verarmen.

      Übrigens amüsiert mich das Bild von dem panartigen Lustmolch (fünftes). Zeus bei der Arbeit. Hera war wohl auch militant.

    • Wie schön, der deutsche Spiesser bei seinem Lieblingshobby.....
      „Das weibliche Militante ist überhaupt sehr seltsam.“

      Herrlicher Satz…

      Klein verteidigte damals übrigens die Freiheit áuch dieser Leute ihr Leben selber, und zwar so zu gestalten, wie es ihnen gefällt. Ohne dass ein Blockwart mal auf die Schnelle vorbeikommt und denen zeigt wo der Bartel den Most holt. Sie selber fand das weder für sich selber noch für andere nachahmenswert. Aber wo kämen wir da hin, wenn jetzt auf einmal Fakten eine Rolle spielen sollen, gell?
      Der Unterschied zu Islam, Judentum und dem Christentum dabei war, dass diese drei monotheistischen Religion allen anderen gerne vorschreiben wie sie zu leben haben… bei recht rabiaten Strafen.
      Das Christentum hat erfreulicherweise das meiste dieser Macht verloren, leider nicht in vielen Gegenden der dritten Welt. Aber auch in Europa sterben sie Dummen ja niemals aus….

    • vor Wald die Spießerin nicht sehen
      Ja, wirklich?
      “ In one corner, we have Naomi Wolf, third-wave feminist heavyweight and author of “The Beauty Myth,” defending Muslim garb. In the other, we have Phyllis Chesler, second-waver and author of “The Death of Feminism,” attacking both the veil and Wolf for daring to defend it.“

      Und wer genau Spießer?:
      „She observes, “It is not that Islam suppresses sexuality, but that it embodies a strongly developed sense of its appropriate channelling — toward marriage, the bonds that sustain family life, and the attachment that secures a home.” “

      Fasse zusammen: Du Spießer, wenn deutsch. Was hinter welcher Verhüllung vorgeht, egal.
      Ziehe Phyllis Chesler vor, sehr kluge Frau. Nicht hysteroid wie Klein.
      Sie braucht sowas nicht. Sie ist auch so frei:

      „Then, Wolf turns to the inevitable comparison with Western styles of dress. Many of the Muslim women she spoke with said that revealing get-ups cause men to stare at and objectify them. Wearing a headscarf or chador, however, leads people to “relate to me as an individual, not an object,” they told her. When Wolf went to the local bazaar wearing a shalwar kameez and a headscarf, which hid her womanly curves and wild hair, she “felt a novel sense of calm and serenity” and even, “in certain ways, free.”“

      http://www.salon.com/2009/09/05/veil_debate/

  36. Vielleicht
    liegt’s mikroökonomisch gesehen auch nur am Negativ-Wachstum des Bruttosexualprokukts.

  37. Schlimm
    Es ist schon schlimm, wie Sie in alle möglichen und unmöglichen Berichte die AfD schlecht machen…

    • Der Gehlmann hat wirklich darum gebettelt. So schlecht kommt die Partei als solche nicjt weg.

  38. liebe Frau Dr.Heuse,
    danke für Ihre Zeilen – ich bin viel zu unbedeutend und uninteressant um den Aufwand irgendwelcher „Observation“ zu rechtfertigen und daher ganz entspannt.

  39. Irrtum
    Sie scheinen der Ansicht zu sein, was Menschen behaupten und was sie tun müßte übereinstimmen. Das ist aber nicht so. Ein Mensch könnte z.B. sagen, man solle keusch leben, sich selbst aber nicht keusch verhalten. Das mag als ein Widerspruch angesehen werden. Dagegen läßt sich aber argumentieren, etwa dass er/sie schlicht im Irrtum sein kann, das eigene Handeln also für keusch hält obwohl es das nicht ist. Oder etwa eine Person mit Vermögen und einem berühmten Namen avanciert prächtig und meint, das beruhe auf ihren Qualitäten, und nur daran solle man gemessen werden, dabei verdankt sie das Avancement bloß dem Umstand, dass ihr Name profitabel ist. Detto viele Quotenkarrieren. Ich denke, dass dieser Irrtum über sich selbst sehr häufig ist. Ein zweites, logisches Argument: als behauptende und als handelnde gehört eine Person zwei verschiedenen logischen Klassen an. Das ist wie der einzige Barbier im Ort: Alle rasieren sich selbst oder sie gehen zum Barbier. Was ist dann mit dem Barbier? Rasiert er sich selbst? Eine Person könnte also sagen: ich halte eine Maxime für richtig, weiß aber dass viele Menschen sich nicht daran halten und eine/r dieser Menschen bin ich. Dann gibt es, drittens, ein psychologisches Argument: im Moment der Rede kommt man sich gut vor, man sieht sich förmlich als die Verkörperung einer Maxime. Danach merkt man, dass man zu schwach ist, nach ihr zu handeln.

    Wie soll man sich dann also gegenüber solchen Differenzen verhalten? Das hängt von den eigenen Bewertungen ab. Wenn man z.B. die Ansichten eines Ministers für wichtiger hält als persönliche „Fehltritte“, wird man ihn unterstützen. Wenn man ihn auf Grund seines Verhaltens für nicht glaubwürdig hält, wird man ihn als Heuchler ansehen und ihn ablehnen. Wichtig ist nur, nicht dem Irrtum zu unterliegen, Menschen würden bzw. sollten stets nach ihren Grundsätzen handeln. Das kann natürlich eine erschütternde und desillusionierende Erkenntnis sein.

    • Naja, ich helfe mir halt so, dass ich manchmal hoch bezahlt die Wahrheit sage und manchmal hoch bezahlt flunkere – man nennt das bloggen.

      Aber ich denke auch, dass Fehltritte heutzutage eher toleriert werden. So ein paar Kanten schaden nicht, siehe Horst Seehofer.


  40. Stützen der Gesellschaft at their best. Kommentiert TGA hier eigentlich noch? Der Beitrag dürfte ihm aus der Seele gesprochen haben (mir auch). Ich habe leider im letzten halben Jahr etwas weniger Zeit, hier mitzuschreiben oder auch nur alle Kommentare zu lesen, aber die selten gewordene Kombination von Verve und aufgeklärter Vernunft, die Ihr Blog, werter Don, darstellt, lass‘ ich mir dennoch nur sehr selten entgehen.

    • Danke, gern geschehen.

    • TGA kommt selten mal vorbei...
      Er scheint ein wenig erschüttert von der Entwicklung des Landes und ist wohl am Grübeln ob er so weiterleben soll wie bisher, oder nicht….

  41. 1:4
    Ein Viertel Follower dieser mir nicht bekannten Anne Roth hat Don eingesammelt. Um 2325 Uhr fehlen noch 14 zu den 5k

    vor kurzen sah Milo sich im Wettbewerb um die 200k und jetzt hat er 250.
    Rihanna hat 50 Mio – das ist dem Don nicht möglich.
    Doch wiederhole ich: Sie Sir, Mam, können Follower No 5.000 sein

    • Mir ist die Zahl offen gesagt egal, denn ich nGegensatz zu Roth habe ich mit dem Beitrag 25.000 echte Leser. Ich habe mir das mal angeschaut, als Roth hier noch bei dem abgeschafften Projekt 10 vor 8 schrieb: Auch mit ihren Followern brachte sie nur ein paar hundert echte Leser. Ändert aber nichts am Gesamtproblem.

    • Titel eingeben
      Follower bei Twitter ist wie reich bei Monopoly

    • Danke.

  42. Ad Don Alphonso, 6. Juni, 20:34
    .. „wäre gar nicht überrascht, wenn da bald was käme“
    Wenn nicht, hoffe ich doch sehr es in Ihren Memoiren zu lesen ;)

    • In Berlin wird das Gerücht verbreitet ich „bekäme keine ab“, und ehrlich gesat ist mir das auch ganz recht, denn das zeigt, dass ich meine Privatsphäre recht gut schütze.

      Ich habe sagenhaft langweilige Vorstellungen von Partnerschaft und Sexualität, und präferiere einen Frauentypus zwischen Sekretärin, Buchhändlerin und Opernbesucherin. Mit Perlenketten kann man mich erfreuen. Das ist alles entsetzlich unskandalös.

  43. An Lisbeth Heuse
    wie – bitte schön ? Wie der Fahrer haftet auch der Halter des Fahrzeugs…und da sie die Halterin des Netzzugangs sind….
    Ich bin kein Jurist nur per se phobisch und die Justiz müsste blöd sein wenn es ihr nicht gelänge das Problem zu lösen.

  44. Nachtrag...
    Im letzten Spiegel gibt es auf S 118 eine Bericht über eine neue App. Man macht ein Foto eines x-beliebigen Menschen und die App durchsucht das Internet, die sozialen Netzwerke nach Bildern die dieselbe Person zeigen, und zigt ihnen dann alle zu den jeweiligen Bildern n´gehörenden Daten, wie Name, Adresse usw an….

    Eine Kurzfassung gibts hier als Video, gemacht vom Autor:

    spiegel.de/sp232016findface

    Einfach mal eine Minute ruhig hinsetzen und das Ganze dann mal auf Konsequenzen hin durchdenken.

    • Schon bitter. Aber absehbar.

    • Titel eingeben
      Ja, seit man über Picasa staunte war das wirklich absehbar.
      Ich habe mal für eine Website einen Filter gestrickt, wenn der Referer von einer der einschlägigen Personensuchmaschinen kam, wurde direkt auf einen Anti-Personensuchmaschinenartikel weiter geleitet.
      Aber man kann ja immer nur ein kleines Sandkorn im Getriebe sein.

  45. Datenschutz
    Als Schutz vor dem Foto und der entsprechenden Internetrecherche würde Burka-tragen dann doch helfen…;)
    Für Mann und Frau aus Gleichberechtigung!

  46. Don, ich frage Sie als den Kunsthistoriker
    (nein, nix zum Internet) und mich als dilettantischen Laien beständig, was wohl die Kirche dazu bewogen hatte, es ihren weltlichen Fürsten gleich zu tun und ihre Kirchen mit für die damaligen Verhältnissen sehr freizügigen Darstellungen ausmalen zu lassen? Wie waren wohl zu dieser Zeit ohne Porno im Internet, in späteren Jahren höchstens mit Nackerten-Photograpien, die man vom Frankreich-Feldzug dem französische Poilu abgenommen und in die Nähe der Wieskirch´ mitgebracht hatte, die Reaktion der Mannsbilder nach mindestens einstündiger Betrachtung von nicht dichthaltenden Brüsten und nur notdürftig verhüllten Schamdreiecken? Oder des pädophil Veranlagten bei der Betrachtung dieser, Achtung Originalton moselfränkische Großmutter „nackije Ängelscha“, während der Curé „lassed die Kindlein zu mir kommen“ in seine Predigt eingebaut hatte? Im Schwabenland formte man sogar eine Sättigungsbeilage, deren Formgebung ich eindeutig auf die Betrachtung dieser geflügelten Knaben zurückführe. Es gibt zwar einen Handelsnamen dafür aber der Volksmund hält sich nicht daran. Auch schon in weniger „ungesitteten“ Zeiten war das so.
    .
    Wie war das für die Mannsbilder auszuhalten, ging es doch nach der Messe gemeinsam mit den Feuerwehrkammeraden ins Wirtshaus –und zusätzlich durch C2H6O angetörn zurück zum Schweinsbraten und den Kindern am Tisch und der Angetrauten im Kittelschurz mit nicht mehr viel drunter. Ich vermute heute, zugegeben nach langem Überlegungsprozeß, warum damals sonntags, auch bei schönem Wetter, immer ein Mittagsschlaf angeordnet war.
    .
    Dass der Faun-Teufel mit den angewachsenen (da auf dem 5. Bild von oben) unteren Ohrwascheln kraft seiner Nase die gerade noch züchtig blickende Holde bereits überzeugt hatte ist unverkennbar. Seine Ähnlichkeit mit Mannsbildern einer nichtchristlichen Glaubensgemeinschaft, die in ebenso nichtchristlichen Zeiten für einige bösartigähnliche Karikaturen sorgten, mag den heimlichen Neid der unten Aufgereihten erzeugt haben der später am Stammtisch sicher seinen Ausdruck fand.. „Do siagst es wieda, där äwige….“
    .
    Pfür Gott

    • Dazu weiss man leider nicht allzu viel, weil über vieles einfach nicht nachgedacht wurde. Das erste Bild etwa hängt in 5 Meter Höhe und ist nur Dekoration, also noch nicht einmal besonders herausgestellt. Vermutlich war es so aufregend wie heute Dessouswerbung, also gar nicht.

      Es gibt ein paar Ausnahmen, das ist dann aber wirklich gezielt erotische Malerei.

    • Schnickschnack
      Das Enthaltsamkeitszölibat könnte als Erklärung dienen. Bis zur Weihe durften sie (bis ca. 11.Jh). Also erst Lüste oder Ehe, dann erst Kleriker. Danach alles an die Wand malen lassen.
      Für mich relativ logisch. Entweder man macht es, oder man malt oder beschreibt es und macht es heimlich vielleicht sogar weiter.
      Eine andere, veilleicht zu sinmple Erklärung wäre, dass die Bilder wie auch die Kirchen zu dunkel waren. In Venedig findet man Kirchen, die man betritt mit dem ersten Gedanken: dunkel. Zweifellos reflektieren farbige Fresken oder etwas nackte Haut besser das Licht. Aber das ist schnöder Pragmatismus.
      Eine dritte Erklärung wäre, die Betenden permanent mit der Sünde zu konfrontieren, um die Spreu vom Weizen (wie immer man das definierte) zu trennen.
      Eine vierte wäre Humor. Karikatur.
      Es gibt reichlich Erklärungsmöglichkeiten.
      Aber am meisten sagt mir folgende zu: Die romanischen Kirchen repräsentierten am besten das Heilige in einer Schlichtheit, die gotischen in einer steinernen Fülle. Also wagte man im Barock einen Aufbruch in etwas Neues, das nah am Leben angesiedelt war. Die Aufklärung hagelte nicht wie ein Sturm über die Länder, sondern mag Folge eines Überdrusses und Aufbruchs gewesen sein. Das Spröde war gut aufgehoben bei Luther und Calvin, der großartig zu manchem Unfug heute passen würde.

  47. Gefaktes transformatiert
    @TDV – Umgekehrt geht es auch. Man kann Bilder so transformieren, dass der oder die Abgebildete aussieht wie jemand anderes. Es gibt ein Bild von Frau Merkel als sie noch Mädel von Kohl war, da sieht sie aus wie ich als 14 jährige. Noch nicht einmal ich selbst wäre sicher, ob ich das bin oder Angie.
    .
    @Klaus Keller – Ich bin zwar Halter meines Macs, aber wenn jemand meinen Mac faked, dann bin ich nicht Halter.

  48. Ob ein strafender Gott verderbend einschreitet
    oder der Mensch selbst, das mag offen bleiben – auf alle Fälle sind die heute geradezu ins Religiöse hochstilisierten sexuellen Beziehungen und die verheerende Wirkung bei deren Verlust nicht dazu geeignet, in Ihren verharmlosenden Tenor einzustimmen.

    Fragen Sie einmal in Psychopraxen nach, wohin so mancher Traum von sexueller Freiheit Menschen bringen kann. Sofern da noch ein Quäntchen Doppel-Moral, gar ein religiöser Bezug besteht, wird das als positiver Skill bewertet.

    Und ganz unter uns Männern: Haben Sie einer Frau, die in einer ernsthaften Liebesbeziehung zu Ihnen stand, von Ihrem sexuellen Vorleben erzählt? Wie war die Reaktion? Es mag da Ausnahmen (!) geben, aber ich gehe einmal davon aus, das Sie eine schizophrene Reaktion iSv realtitätsverdrängend erlebt haben.

    Es gibt Dinge, die sind so kostbar, dass man sie nicht mit vielen teilen muss. So mancher muss erst ein- oder mehrmals auf die redensartliche Fresse fliegen, um das zu begreifen oder er begreift es nie, verdrückt nur heimlich eine Träne, wenn er von silbernen, goldenen oder diamantenen Hochzeiten hört.

    Und über die psycho-sozialen Folgen bei evtl. vorhandenen Kindern sollte in diesem Zusammenhang auch nachgedacht werden.

  49. Wortketten
    „Der Niedergang des Sittenverfalls ohne Dekadenz“

    Klasse Beitrag, wunderbare Sentenz.
    Erinnert irgendwie an PR-Sprech: „Der Mensch im Mittelpunkt des Zentrums“.

    Gedankenspielerei: wie müsste das Gegenteil lauten?

    Das Aufkommen der Empörung mit Moral?
    Die Erhebung des Aufruhrs mit Moral?
    Die Aufwallung der Heuchelei mit/ohne Moral?

    Vorschläge?!

    Apropos „… Frauentypus zwischen Sekretärin, Buchhändlerin und Opernbesucherin. Mit Perlenketten kann man mich erfreuen. Das ist alles entsetzlich unskandalös“

    Und ob es das ist … #DonmagsektretaerinneninKetten

    Gut Kachelmann dann!

  50. religiöse Volksbelustigung
    @ Déjà de l´autre coté – Als Jugendliche habe ich das mal meine Mutter gefragt. Die war in Geschichte promoviert worden und war eine wandelnde Enziklopedie. Sie meinte, dass die Nackedeis in erster Linie Unterhaltung fürs Volk waren, ebenso die Höhlenszene in unsrer Kronberger Kirche. “Lisbeth”, hat sie gefragt, “Denk mal nach, was machst du während der langweiligen Predigt von Pfarrer Grabowski? …. Du betrachtest Dir die Bilder an den Wänden, stimmt’s?”

    • @ Frau Lisbeth, leider wurde die kleine Kirche meiner Jugendsozialisation
      erst 1921 gebaut, in Zeiten als der Franzos´ Tribut forderte. Also fast ganz ohne nackte geflügelte Knaben, die dralle Weibsleute umflattern. Die Figur eines heiligen Antonius (so hieß im Dorf auch jeweils ein Sohn jeder Familie, die meisten von ihnen blieben in französischer Erde), ein paar Darstellungen auf den Seitenaltären, fertisch. Für Ablenkung sorgte die Formalausbildung der Meßdiener und ihre Serments. Leider, oder zum Glück (?) durfte ich dieser Truppe nicht angehören, da, zwar katholisch getauft wegen der katholischen Mutter, aber Abkömmling eines „gottlosen“ Protestanten aus dem Ruhrgebiet, von wo eh nur Kommunisten kamen. Sagte man.
      .
      So prägte ich mir aus lauter Langeweile die lateinischen Redewendungen ein, ohne sie damals zu verstehen. Da meine zum Meßdienst würdig befundenen Schulkameraden sogar beim Höhlengraben, Schlittenfahren und mit geklauten Nägeln im Wald Hütten bauend ständig am „confiteor Deo“ üben waren, konnte ich es nachher mit Omas Hilfe besser als sie.
      .
      Langweilig war mir während der Messe nie. Ich versuchte die verschieden Essenzen zu erforschen, mit denen die fuchsbepelzten Mäntel der Bauersfrauen behandelt waren, achtete auf schräge Töne aus der vom Schullehrer gespielten Orgel und hörte den schönen Stimmen der Männer bei den Chorälen zu. Mein Gott, konnten die damals singen. Alle gedient, natürlich. Im kleinsten Dorf ein Männergesangverein.
      .
      Von der KK habe ich mich schon vor 30 Jahren getrennt. Es tat nicht weh, nachdem ich Lucrezia Borghia gelesen hatte, aber nicht nur deswegen. Wenn ich heute aus dem fernen Schwabenland in die Gegend komme, besuche ich immer den Friedhof. Leider sind die meisten Bekannten Nachbar schon ausgegraben-nur ein paar Schulkameraden noch.
      .
      Übrigens, alles „Anrüchige“ blieb damals unter der Decke oder es gab nichts anrüchiges. Ich fragte mich später nur des Öfteren, warum bei Festen die Damen, mal eine Viertel Stunde abwesend, immer nach Kölnisch Wasser rochen.
      Ite missa est

    • ???
      Hat sowas denn nicht dazu geführt, dass man ob der unkeuschen Gedanken sich flugs als Sünder fühlte?
      Und könnte genau dies nicht einer der Hintergedanken gewesen sein, warum man das so machte?

  51. Womit haben wir unser Zeitalter verdient?
    Diese Nichtliteratur,
    diese Nichtpolitik,
    dieses Nichtkino?
    .
    Haben Sie keine Antwort, so vielleicht doch einen Lesetip?
    Literatur, jünger als 15 Jahre?
    .
    Irgendwas was ist und nicht vielmehr nur nichts.

  52. Meine Sachbuchfavoriten sind:
    @HansMeier555 – Für Literatur habe ich keine Zeit mehr. Umstandshalber lese ich viele Sachbücher. Meine Sachbuch Empfehlungen sind:
    .
    – Tor Farovik: Jangse – Strom des Lebens, Eine Reise von Shanghai ins tibetanische Hochland – Original auf norwegisch 2003, deutsche Ausgabe: 2010 Piper Verlag, München
    .
    -Peter Kampits: Wer sagt, was gut und was böse ist? – 2011 Verlag Carl Überreuter, Wien

  53. Don:... es ist halt so, dass die FAZ ein riesenhaus ist,...
    ein weiteres mögliches Kriterium:
    Eine Tochter wollte vor langer Zeit Journalistik studieren. Überzeugt, daß väterlicher Rat nur das Gegenteil bewirkt, habe ich Ihr empfohlen von Ihr geschätzte FAZ-Redakteure zu befragen. Ergebnis: Sie hat nicht Journalistik gewählt.

  54. Der Taugenichts
    @Hansmeier555 – Gerade fiel mir ein, neulich im Flugzeug las ich doch mal wieder Literatur: den Taugenichts von Eichendorf. Dabei kam mir ein komischer Gedanke: ist die romantische Literatur ein Ergebnis der Strenge des preußischen Beamtentums? (v. Eichendorf war Jurist im preußischen Dienst). Als heutiges Beispiel eines preußischen Beamten fiel mir dann de Maiziere ein. Wenn ich ihn mal treffe, werde ich ihn fragen, ob er vorhat, romantische Novellen zu schreiben …. Wenn er im Zuge einer Regierungsumorganisation pensioniert wird.

    • Da ist was dran @Lisbeth Heuse
      Allerdings konnte jene künstlerisch aktiven preussischen Beamten ganz schön aufmüpfig sein. Ich denke da vor allem an E.T.A. Hoffmann. Außerdem sollte man die preußische Ständegesellschaft nicht vergessen – verarmte Adlige hatten eigentlich nur als Militärs – solange sie jünger waren – oder als Staatsbeamte eine Möglichkeit, sich eine reguläre Altersversorgung zu sichern.
      Schließlich war sogar Goethe als Minister ein – sehr hoher – allerdings weimarer Staatsbeamter, und Lessing wurde schließlich wolfenbütteler Bibliothekar. Auch Bach wird schließlich als fest bestallter Thomaskantor so etwas ähnliches wie ein Leipziger (Stadt-) Beamter gewesen sein.

      Deutschland ist eben leider durch und durch mit den „Hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums“ durchwachsen – dagegen haben weder Grüne noch die damalige FDP ernsthaft etwas unternommen, und noch bei meinen Eltern in der Nachkriegszeit war der Wunsch selbstverständlich, dass die Kinder durch richtige Berufswahl im Staatsdienst „gut unterkommen“ – dabei galten „Angestellte im Staatsdienst“ als „praktisch unkündbar“.

      Unser Land war und ist immer noch großenteils von dieser Mentalität so durchdrungen, dass dieser Aspekt unserer Leitkultur nicht einmal wahrgenommen oder gar in Frage gestellt wird.

      Von da bis zum BGE (ggfs. für alle die der Regierung nach dem Mund reden) ists nicht mehr weit… Ausprobiert wird diese „Versorgung“ einschließlich der Androhung von Kürzungen bei Widerspenstigkeit erstmal an unseren lieben „Neubürgern“, die sich nicht wehren können. :-)

    • Interessanter Gedanke!
      E. T. A. Hoffmann war das auch! Allerdings auch ein tüchtiger Zecher vor dem Herrn. Die Romantik war ja ebenfalls so ein deutscher Sonderweg. Insofern paßt da einiges.
      Mein Plan ist aber, zunächst Jean Paul zu lesen und den auf seine Aktualität zu überprüfen. Die Titel sind vielversprechend, und in Schule und Beruf ist er mir entgangen.
      VG K

    • de Maizière der romantische Minister
      @Lisbeth Heuse

      Teile seiner Antwort würden Sie beunruhigen. Sein Bedarf an Romantik dürfte unter dieser Chefin gedeckt worden sein.
      Aber vielleicht liest er ja dermaleinst was entspannendes im Ruhestand, z.B. „Dichter und ihre Gesellen“, auch von Eichendorff.

    • Gute Wahl
      HM555 fragte nach Neuerem als 15 Jahre…. aber aus der Romantik gäbe es in der Tat viele Empfehlenswerten Autoren.

    • Der kann halt auch nicht aus seiner Haut raus,
      will es vermutlich auch gar nicht, denkt auch gar nicht daran.
      Auch, wenn es aussieht, als würde er an sich schon ein wenig leiden.
      Wirkt wie ein Panzer, was er sich da angelebt hat.

      Aber das wird sowieso das Thema der nächsten Zeit werden:
      das von Menschen, die aus ihrer Haut nicht heraus können und sich damit niemals in eine neue Gesellschaft einfügen werden.
      Das wird noch beinhart.

  55. Türkeideal?
    Ich hab‘ heute nichts versäumt
    Denn ich hab‘ nur von dir geträumt …

    Habe ich nichts versäumt? Also ich erinnere mich nicht, dass ich irgendwo im Mutterschiff (Hallo, Déjà de l´autre coté, das ist meine Erfindung!) oder ringsum in der Presse gelesen hätte, dass der Türkei-Deal als ‚write-off‘ läuft, und von der türkischen Seite vor einigen Tagen ausgesetzt wurde.
    http://www.huffingtonpost.de/2016/06/05/tuerkei-fluechtlinge-visa_n_10309182.html
    zitiert
    http://www.taz.de/Abkommen-der-Tuerkei-mit-der-EU/!5307213/
    Ebenfalls zu finden hier:
    http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/tuerkei-legt-fluechtlingsdeal-wegen-visapflicht-auf-eis–122773273.html

    Man korrigiere mich bitte, falls das überall zu lesen war, nur von Gauland zugedeckt wurde. Danke!

  56. wohl lüstige Bildchen
    Ich lese ja gern mit und schmunzel mit dem Don, auch wenn es manchmal fast zum heulen ist mit dem was er aufgespießt hat. Zum Schreiben komme ich bei vielen auswärtigen dienstlichen Terminen leider nur selten in diesen Zeitläuften.
    Also einmal:
    Für die Verderbtheit der Spitzen der Gesellschaft muss man schon ins ancien régime zurückgehen, oder wie der französische Diplomat (und Adelige) so schön schrieb:
    Wer die alte Zeit nicht gekannt hat der hat die volle Süße des Lebens nicht erfahren.
    Das 19. Jahrhundert war demgegenüber schon (bis in die „höheren Stände“) drastisch verbürgerlicht mitsamt bürgerlicher Doppelmoral, man denke an Queen Viktoria und ihr Tochter und den Ratschlag für den Ehevollzug mit dem preußischen Kronprinzen, 100 Jahre früher völlig undenkbar.
    Allerdings, aus sozialgeschichtlichen Untersuchungen wissen wir inzwischen, dass nicht nur die Oberschicht vor 1789 fröhlich und feste sündigte, sondern die unten in der Pyramide auch. Nur die Zwischenebenen versuchten den Regeln Geltung zu verschaffen für alle…
    Das kann man bei den französischen Geschichtsschreibern gut nachlesen, hinsichtlich der Position zur kindlichen Sexualität ist etwa Philippe Ariès, Materialien zur Geschichte der Kindheit, für vor und nach der Revolution sehr aufschlussreich. Es ist in Details überholt, aber sehr gut zu lesen. Man durchsuche die Antiquariate.
    .
    Hinsichtlich der Bildnisse in Kirchen:
    Gemacht wurden sie vor Fernsehen, vor Film, vor Comic Strip und Neuruppiner Bilderbogen ( schauen Sie bei Fontane nach in den Wanderungen was er zu Gustav Kühn und Neuruppin schreibt). Damals war das also etwas besonderes, eigene Holzschnitte oder Kupferstiche besaßen die wohlhabenderen Bürgerlichen, eigene Gemälde nur Standesfamilien.
    Bilder in Kirchen hatten eine festgelegte Ikonographie, teils sogar festgelegte Farben (bei der Gottesmutter blau für das Gewand, zur Verkündigung ein Buch in der Hand). Neben der realen Abbildung war den Betrachtern klar dass es Metaebenen gab, symbolische und allegorische. Predigthandbücher sind voll von entsprechenden Auslegungen.
    Und natürlich, vertrauensvolle Würdenträger haben brünstig gebetet (lesen Sie mal Sachen der Mystiker) aber auch die Konkubine als Caritas (oder etwas blasphemischer als Maria, nicht nur Magdalena) malen lassen, den Lustknaben als St. Sebastian. Das ist dann heute museal.
    Demgegenüber fällt heutzutage angeregte Produktion doch deutlich ab.
    Aber das sind Reminiszenzen eines Spätlings aus alter Familie.
    Bleiben Sie produktiv, Don, es ist ein Genuss bei Ihnen mitzulesen!

    • GGern geschehen.

      Das Problem mit der Sexualität ist die Quellenlage – weil vieles einfach so normal war, hat es wenig Niederschlag gefunden. Das Bürgertum geht dann im 19. Jahrhundert aus Gründen der Abgrenzung und des Aufstiegs eine Koalition mit der Reaktion ein. Das formt letztlich die Gesellschaft bis heute, und sorgt erneut für einen völlig schrägen Sexualbegriff – dass nämlich Porno völlig normal ist, und Sex zunehmend kriminalisiert wird, wenn er nicht den Regeln entspricht. Speziell die Sache mit dem Konsens, die jetzt als eine neue Art der Inquisition zum Tragen kommt, ist für Ältere, die die 90er kannten, wirklich inakzeptabel. Nach heutigen Vorstellung waren dann Männlein und Weiblein und Schulchen und Lesbilein allesamt ganz schlimme Fnger. Und ich könnte loslaufen und einige Leute anzeigen. Völlig kranke Vorstellungen, und dazu dann der Maas, der mit einer Schauspielerin Ehe bricht. Da wünscht man sich die alten Zeiten wieder.

    • @ prince M., nur halbwegs befriedigende Erklärung
      „Hinsichtlich der Bildnisse in Kirchen“. „Festgelegte Ikonographie“, damit konnte kein Holzknecht im Bertesgadener Land oder Bauer aus dem Pfaffenwinkel etwas anfangen. Nein, das müssen andere Gründe gewesen sein. Ich meine, wenn sich nur der Klerus daran hätte anregen wollen, dann hätten er die Bildchen in sein bischöfliches Badezimmer in Augsburg oder Eichstätt malen lassen (nein, zum spätromanischen Limburg hätte das nicht gepasst, sollte der Gedanke aufkommen).
      .
      Übrigens, ich halte mich, was die Spiritualität angeht, an den schlichten, großartigen Speyerer Dom und sollte es etwas bunter sein, an die Kirchen in Ravenna.

    • Ehebruch
      Nun ja, der Bundespräsident hört ja bald auf.

  57. Walter Scheel
    2. Amtszeit

  58. Pingback: De Venta en Venta / Milchkannen 26 – Geschichten und Meer

  59. Globale Systemfragen
    @Teetrinker – Meinen ersten eigenständigen Algorithmus schrieb ich 1976 an einer PDP11/45. Dann war ich System Ingenieur an der ersten VAX mit Virtual Memory System. Bei Version 3 oder so, gab es DECNET und man konnte über Telefonleitungen von Computer zu Computer kommunizieren – auch interkontinental. Als Tschernobyl passierte, habe ich mich zum ersten Mal gefragt, ob es Zusammenhänge zwischen meinem Computertun und einem globalen Ereignis gibt.

    • Keine Sorge
      Zu dem Unfall kam gibt es ja zwei unterschiedliche Erklärungen.

      Die offizielle:
      Die russischen Wissenschaftler sind total verblödet und haben keine Ahnung von gar nichts (aus diesem Grund fliegen die USA auch huckepack mit ihnen ins All).

      Oder:
      Die Verschwörungserklärung, die hört auf das Stichwort HAARP.

  60. Fifty bucks, Grandpa. For seventy-five, the wife can watch.
    Das Witzige an diesem Blog ist ja, dass immer wenn der Don das Thema Sex bringt, keiner der Kommentatoren über Sex redet. Vielmehr wird über erotische Literatur, erotische Bilder und die Abschaffung des Sex geredet.
    (Konnte man schon bei den Beiträgen der Professionellen beobachten.)

    Sex und Spassbefreite Zone hier.

    Woran liegts? An der guten Erziehung oder schon am Alter?

    • In meinem Fall ist es die mangende Erfahrung zusammen mit Impotenz mangels Unt6erleib.

    • Whisky Tango Foxtrott
      Das habe ich gerne:

      Über dem Eingang steht „Dekadenz und Sittenverfall“, überall hängen pornoröse Bilder und draußen vor der Tür hört man laut „Sex, Sex, Sex“.
      Man schreitet voller Erwartung hinein und dann sitzen da im Salon ältere Damen beim Nachmittagskaffe und daneben sitzt ein Typ ohne Unterleib.

      Geld zurück, aber sofort.

    • Sex, Geld und Alter
      ….das mag daran liegen, dass es sich nach meiner Erfahrung mit dem Sex gleich verhält wie mit dem Geld: Wer hat, spricht kaum darüber — und umgekehrt.

  61. Wo wir gerade in sexualibus sind...
    Ist eigentlich noch jemandem der gänzlich unterschiedliche Verlauf der Fälle „Edathy“ bzw. „Beck“ aufgefallen?

    Um dran zu erinnern: Irgendein damit befasster Kripobeamter hat zu der eigenartig „krummen“, aber dennoch wohl mitteilenswerten Zahl 0,6g Meth erläutert, dass das Zeug normalerweise in 1g-Päckchen verkauft wird und die gängige Einzeldosis 0,2g beträgt. Das war wohl der in puncto Deutlichkeit maximal von Seiten der Obrigkeit gestattete Hinweis auf die Anzahl der in den Vorgang verwickelten Personen, bevor 7000.- € (letztlich Steuergeld) gnädiges Schweigen über den weiteren Fortgang der Angelegenheit deckten.

    Von Reue bei dem Betreffenden natürlich keine Spur, stattdessen ein patziger Hinweis auf „Privatsphäre“, und, das ist allerdings der noch erheblich krassere Vorgang, die umgehende Bildung eines Unterstützerkomitees von mehr als 60 (!)“renommierten Persönlichkeiten“ (es lohnt sich, die Liste zu lesen), die umgehend fordern: „Volker Beck wird im Bundestag gebraucht“.

    Hingegen Edathy: Langsam anlaufendes, dafür aber umso unerbittlicheres Kesseltreiben, nix mit Privatsphäre (es wird sogar in durch die Fenster in seine Wohnung hinein fotografiert), fortwährende Verdammung und keinerlei Unterstützer in Sicht, keine Aussicht auf Resozialisation.

    Es mag nicht korrekt sein, was er gemacht hat (man erinnere sich an Paolo Pinkel seligen Angedenkens, der jedoch mußte im Gegensatz zu Beck doch einen längeren Aufenthalt im Fegefeuer ableisten…), aber der Unterschied ist schon auffällig.

    • Ja. Ich habe ja über beide Fäjje geschrieben.

      Aber ich betrachte die Bundesgrünen ais schwere Gefahr für meine Klase und möchte nicht, dass sie allzu erfolgreich werden. Volker Beck mag also nochmal ins Parlament kommen. Aber das hat dann bei den Wühlern eben auch seinen Preis, den die Partei zahlen muss. Man sieht daran, was aus den Grünen wurde.

      Ich bin also auch dafür.

    • Titel eingeben
      Jetzt sitzen die Auffälligen schon in den eigenen CSU-Reihen:

      „Der zurückgetretene Nürnberger CSU-Landtagsabgeordnete Michael Brückner wird verdächtigt, gegen Geld Sex mit einer Jugendlichen gehabt zu haben. Es laufe ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellem Missbrauch Jugendlicher…Es handle sich um zwei Missbrauchsfälle, die der 51 Jahre alte CSU-Mann an einem Mädchen im Altersbereich „15, 16 Jahre“ begangen haben solle, sagte die Sprecherin. Es gehe um entgeltliche sexuelle Handlungen. Erkenntnisse, dass sich das Opfer prostituiert habe, gebe es nicht…“. Computer wurde schon einkassiert.

      Mal schauen, wie dieser „Fall“ von Ihnen behandelt wird: Bayerische Landjugend auf Abwegen?

    • Immerhin kein Crystal Meth.

    • Allemal zu jung, ausser
      sie wären Syrer. Dann geht, wie das (???)gericht im Bamberg bestätigte, alles.

    • Ich denke, da muss eine gesetzliche Regelung her und zwar schnell. Nicht im Sinne des Islams.

    • @Perkeo,
      „Ist eigentlich noch jemandem der gänzlich unterschiedliche Verlauf der Fälle „Edathy“ bzw. „Beck“ aufgefallen?”

      Das ist wie man in der deutschen Kultur sagt „ein weites Feld“.
      Zu Becks „Vergehen“ gibt es seit Längerem einen nicht mehr zu übersehenden Diskurs, die tatsächlichen Folgen des War against Drugs sind nicht mehr zu beschönigen, aber ich gehe mal davon aus, dass eine Legalisierung zu viel Arbeitsplätze gefährden würde…?

      Bei Edathy hingegen ist die Nicht-Diskussion in den Medien noch alles beherrschend.
      Mein eigener Kommentar dazu war übrigens der einzige Kommentar den Don jemals von mir wegzensiert hat. Warum sollte er solch ein Risiko auch eingehen, ich hatte Verständnis dafür….. vielleicht wusste er im Gegensatz zu mir schon damals, was ein echter „Shitstorm“ ist und anrichten kann.

  62. Times they are a changin
    „…die mit einer anderen Frau ein Kind erzieht“, hieß früher Oma. Die beiden AfD-Muttis halten auf Tradition.

    Ich packe die Koffer, wenn zwei Frauen ein Kind zeugen: In der Frauenrepublik werden Jungen acht Tage nach der Geburt beschnitten, d.h., bekommen die ersten Brustimplantate – ein Gesetz aus dem Hause Heike Maas – und gleichgeschlechtiches Türaufhalten wird sexuelle Belästigung wie gegengeschlechtliches heute schon.

    Nein, reine Theorie! Türen sind schon längst verboten, weil sie Aufruf zu Rassismus und Gewalt gegen Asylanten und osteuropäische Banden sind – ein Gesetz noch aus dem Hause Heiko Maas. Wer keine stehlenden Zigeuner im Laden duldet, wird in Berlin heute schon gerichtsmassig. Da war Freiburg allerdings schneller.

  63. LUstiges vom Tage
    „Das Bundesamt für Migration erwartet, dass in den kommenden Monaten etwa 500.000 Angehörige von syrischen Flüchtlingen nach Deutschland kommen werden. Das Amt gab außerdem bekannt, dass mehr als 400.000 Asylanträge aus dem Vorjahr noch nicht bearbeitet sind. “
    „Im Mai seien beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mehr als 55.000 Anträge gestellt worden, was im Vergleich zum gleichen Monat im Vorjahr ein Anstieg um 113 Prozent sei, teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag in Berlin mit. Entschieden worden sei über die Anträge von rund 36.500 Menschen. Bei der Behörde stapeln sich nun fast 460.000 Anträge. Dies sind noch einmal fast 30.000 mehr als im April.“

    • Ja, übel. Das geht dann so unter.

    • Dazu exklusiv aus der SZonline:
      „Viele Syrer warten in Deutschland auf Angehörige. Das Bundesamt für Migration rechnet aufgrund des Familiennachzugs mit Hunderttausenden weiteren Flüchtlingen.

      Das sind weniger als gedacht.

      Von Stefan Braun, Berlin, und Thomas Kirchner, Brüssel mehr“

      Das steht da tatsächlich.
      Hunderttausende kommen und das sind weniger als gedacht.

      Die Blöd kann langsam dicht machen.

    • "no way" Politik oder Brenner schließen
      Bayern hat sich entschieden, Österreichs Außenminister Sebastian Kurz mit seinen Plänen zu unterstützen.
      Hier ist man über seine Schließung der balkanroute dankbar.
      Die Masseneinwanderung vom letzten Jahr darf sich nicht wiederholen.

      Ob der verordnete Friede mit der Schwesterpartei lange hält, ist daher fraglich.

      https://www.bayernkurier.de/ausland/14250-das-darf-sich-nicht-wiederholen

    • Deutschland kann nicht arabisch werden? Oh doch...
      Nicht zu vergessen bei den Zahlen der „Neubürger“: die untergetauchten Migranten.

      http://m.welt.de/politik/deutschland/article156051306/Die-Zahl-der-Untergetauchten-koennen-Forscher-nur-schaetzen.html

      Auch, ja, vielleicht sollte man auch erwähnen, dass ca 80 Prozent der dieses Jahr eingereisten Migranten keine gültigen Papiere hat.
      Diese Leute können dann idR auch nicht abgeschoben werden.

      Das ist vermutlich auch der Grund, warum die Migranten rechtzeitig ihre Pässe vernichten.

      Es wird langsam Zeit, dass sich die Deutschen mal wieder an ihre bestehenden Gesetze halten, dh. Zurückweisungen illegaler Migranten bereits an der Grenze.

    • Untergang
      Yep. Untergehen tut alles.
      Man schaue sich nur die Zahlen des BAMF an. Die werden ja ‚veröffentlicht‘. Wenn man weiß, wo. Danach gab es in 2016 in jedem Monat zwischen minimal 52085 (Januar) und 67770 (Februar) Asylanträge. In Deutschland. Das sind dann in diesem Jahr hochgerechnet 700000. Und dann die 500000 ‚weniger als erwartet‘, und die 500000 aus Italien, die dort weder bleiben sollen (von Italien aus) noch wollen (von ihnen selbst aus).
      Mit Merkel, die in ihrem fabulösen Bunte-Interview (paywall – mittlerweile aber auch als proper gander für umme auf der Seite des Bundeskanzleramtes) sagte, dass alles in 2015 in voll in Ordnung war, und dass sie ‚es wieder täte‘, könnten dann auch dieses Jahr wieder eine halbe Million aus Italien mit Zügen und Bussen heim ins Reich geholt werden. Um ihnen den beschwerlichen Weg über den Brennero zu ersparen. Ausgeschlossen ist es nicht. Das wären dann gut anderthalb Millionen in diesem Jahr.

      „Abschottung würde Europa in Inzucht degenerieren lassen“. Man könnte – ohne den derzeitigen politischen Hintergrund – denken, ah, so ein Alt-Nazi auf dem Weg zum Friedhof. Halt, geht ja gar nicht. Passt alles, außer dem Wort ‚Abschottung‘.
      Das war unser Neo-Genetiker cum Finanzminister Schäuble. Nicht nur, dass ein europäisches Gen-Potential von 500 Millionen eigentlich ausreichend sein dürfte, kommt da klammheimlich ein ganz anderes Muster zum Vorschein, das auch ein Licht auf die Domplatte zu Köln werfen könnte. Man beachte: Nicht für für Arbeitsmarkt und Rentenkassen, auch für den Genpool. Und wie kommen diese eingeladenen Gene in den Genpool? Das geht eigentlich nur auf eine einzige Art und Weise, und dann sind wir wieder voll am Thema dieses Blogs.
      Offenbar hat Schäuble vorab ein Geheimnis verraten: die Eingeladenen sollen nicht nur mit Teddybären sondern auch kondomlos begrüsst werden. Weil ‚wir‘ (wer immer das ist) offenbar auch deren Gene brauchen.

      In welcher Irrenanstalt verkehre ich denn hier??

    • Ja, es ist hart. Ich glaube, Südtirol ist ganz gut zum leben.

    • Hier stehen wir anscheinend auf lauter Tretminen, die unvermutet
      jederzeit ausgelöst werden können (bzw. sich selbst auslösen):
      http://www.fr-online.de/gericht/messerstecherei-bad-vilbel-messerstiche-wegen–boesen-blicks-,1472814,34340326.html
      Sprach Merkel deshalb seinerzeit vom „freundlichen Gesicht“, das man als Heimischer zu machen habe?

      Mich interessiert die Anzahl der Suizide in D seit September 2015 – wer kann da Hinweise geben?
      Nicht jeder hat doch so ein stabiles Nervenkostüm, dass er das, was hier auf uns zugewalzt wurde, auf Dauer ab kann.

    • Antragsstau
      Die hohe Zahl der Anträge in diesem Winter und Frühjahr hat einen ganz einfachen Grund: Jetzt erst/dürfen/ hunderttausende Flüchtlinge bzw. Migranten aus dem Jahr 2015 einen Antrag stellen. Das BAMF hat diese Flüchtlinge und Migranten einfach auf die Antragstellung warten lassen. Sie waren aber schon hier und wurden hier von uns versorgt. Sie sind nicht 2016 ins Land gekommen. Das war übrigens auch schon Thema dieses Blogs.

      http://blogs.faz.net/deus/2016/03/21/aus-statistik-luegen-pressen-3254/

    • Aber, aber, Uwe Dippel....
      „In welcher Irrenanstalt verkehre ich denn hier??“

      Muss ich das beantworten? Den Satz „„Abschottung würde Europa in Inzucht degenerieren lassen“, finde ich echt süss. Zuerst dachte ich unser guter Sarazin hätte das losgelassen… aber nein, es war der Rollstul Renner, der mit der unauffindbaren Parteispende.

      Haben sie mitbekommen, dass gleich hinter dem Lammert, als zweitbester Kandidat für das Amt des obersten Deutschen gilt?

    • @Stefanolix
      Danke, man lernt nie aus.
      Verdächtig erscheint mir dennoch, dass auch bis Mai überhaupt keine Abflachung zu erkennen ist, so wie TDV schon zitierte.

      Dann bleibt mir noch unklar, woher alle diese Zahlen kamen, wenn ‚wir‘ Leute monatelang versorgt haben, einfach so ins Blaue, um sie erst nach mittlerweile vielen Monaten ihren Asylantrag stellen lassen dürfen.

    • @ Uwe Dippel
      Kalkül? Oder einfach Dilettantismus?
      Oder Chaos allüberall?

    • Titel eingeben
      Sogar ich bin da bereit den Leuten einen Vorschuss zu geben, es sind wohl zu viele Anträge und zu wenige Sachbearbeiter.
      Jeder Fall dürfte nur mit grossem Aufwand wirklich zu entscheiden sein, ein wohlmeinender Sachbearbeiter, und ich nehme an auch solche gibt es, will weder einen Betrüger reinlassen, noch einen echten Flüchtlingen disqualifizieren. Das ist sicher kompliziert und Zeit aufwendig…

      Das Problem ist halt noch für ganz lange Zeit dasselbe. Man hätte vor über einem Jahr, als es bereits abzusehen war, SINNVOLLE Politik dagegen machen müssen. Jetzt hingegen und davon bin ich überzeugt, kann das Ganze gar nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden!

      Diese Massen werden auch in DE wandern und man wird um Parallel Gesellschaften nicht herumkommen! Wie das aussieht kann im Norden Londons besichtigen, wo seit Jahren nicht mehr die Polizei etwas zu sagen hat, sondern die privaten Scharia Gerichte Recht sprechen.

  64. Es kommt
    immer darauf an, wer wo und wie online ge-mobbed wird. Herausragende Figuren des öffentlichen Lebens können sich immer wehren, weil sie in der Presse de facto ein Recht auf Gegendarstellung haben und weil sie sich die Dienste einer kompetenten PR Firma leisten können. Für alle anderen gilt das nicht und darin liegt die grosse Gemeinheit der Hetzaktivisten.

    Man kann Journalisten, Professoren und nicht ganz so prominenten Politikern und Unternehmern das Leben schwer machen, gerade weil die Öffentlichkeit sich nicht so entsetzlich für sie interessiert. Ihre Bedeutung beschränkt sich ausserhalb ihres beruflichen und persönlichen Umfelds dann eben auf den einen shitstorm, den sie ausgelöst haben.

    Das ist sehr unfair, aber eben auch die Strategie der sozial justice warriors. Die demonstrieren ihre Macht an verhältnismäßig kleinen Würstchen und schaffen so ein Klima der Angst und Selbstzensur. Das nicht nur unmoralisch sondern auch kontraproduktiv. So staut sich nämlich ein Hass auf eine vermeintliche political correctness Kultur an, die dann in tatsächlichen Radikalismus mündet. Wenn man z.B. als SPD-Anhänger die Merkel’sche Grenzöffnung für falsch hält, aber das nicht sagen kann, weil man dann sofort als Nazi beschimpft wird, erscheint die AfD nicht mehr in einem ganz so braunen Licht.

    • Es geht so in Richtung Münklerwatch, wenn man Glück hat, weil einem dann gefolfen wird. Es kann aber auch ausgehen wie bei Tim Hunt, wenn sich dann Gossenmedien wie der Guardian mit reinhängen. Bei Appelbaum nöchte man nach Berlin fahren und den „Femgeeks“, einer weiteren Dreckschleudergruppierung, mal die Meinung sagen. Aber die Szene hat eh ein neues Thema mit GinaLisa, denn eine Frau kann nie vor Gericht die Unwahrheit gesagt haben. Und dann noch ein als zu milde empfundenes Urteil in der Campus Rape Hysterie.

      Eine Szene mit dem Medienverständnis des Völkischen Beobachters und dem Justizideal des Standgerichts. Wenn das keine Faschisten sind, wüsste ich gern, wie man das sonst nennen soll.

  65. An Tim Hunt
    hatte ich gedacht, denn der ist ja nur ein Professor, wenn auch ein Nobelpreisträger. Auch Paul Krugman richtet andere Wirtschafts-Nobelpreisträger öffentlich hin, die eben keine Kolumne in der NYT haben und sich nur auf Fachkonferenzen wehren können. Und das ist ja genau das Problem. Deshalb sollte die Faz auch ihre Klarnamen-Politik ueberdenken. Denn wer mit Klarnamen im Internet unterwegs ist entweder ein Idiot oder eben niemand, der in einer gehobenen Liga mitspielt.

    Ganz nebenbei hat mich das Stanford-Urteil auch empört und zwar weil das Strafmass für einen weissen Pizzaboten oder Latino-Erntehelfer ganz sicher nicht so milde ausgefallen wäre.

    • Ähm – ich glaube, es ging so aus, weil eine höhere Strafe aufgrund der eher schwachen Beweise und des Delikts – es war keine Verurteilung wegen Vergewaltigung – nicht leicht zu erargumentieren gewesen wäre, wenn man alle Umstände betrachtet. In diesen Fällen ist es so, dass die Gesamtsituation auch für die Frau an ihrer Uni schwierig werden kann, wenn sie keine Anzeige macht. Der Fall ist insgesamt schräg und was anderes als Vergewaltigung im landläufigen Sinne. Es geschah halt in einer sehr emotionalen Zeit und die Feministinnen müssen vom Fall Jackie ablenken, wo sie Teil einer Hoaxkampagne waren.

    • Lieber Don Alphonso
      Der Angeklagte studiert in Stanford, das Opfer nicht. Die junge Frau konnte sich also nicht von ihrer Uni unter Druck gesetzt fühlen. Ausserdem wurde der Angeklagte auf frischer Tat ertappt und dann von Passanten fest gehalten, weil er sich an dem halb entkleideten Opfer zu Schaffen gemacht hatte, das im Vollrausch hinter einer Mülltonne lag. Das ist nicht schräg, sondern ein relativ klarer Fall von sexual assault und dafür wurde er auch rechtskräftig verurteilt und zwar im Detail für:

      „assault with intent to commit rape of an intoxicated person, sexually penetrating an intoxicated person with a foreign object, and sexually penetrating an unconscious person with a foreign object“

      Darauf stehen normalerweise zwei bis vierzehn Jahre Gefängnis.

      Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Auch ich möchte niemanden wegen so etwas vierzehn Jahre lang hinter Gittern sehen. Aber in den USA langt die Justiz in solchen Fällen normalerweise sehr hart hin. Denn insbesondere in Kalifornien gilt das (ungeschriebene) Prinzip des präventiven Opferschutzes, nach dem Straftäter, die ja eh wieder rückfällig werden, Jahre lang oder am besten gleich lebenslang weggesperrt werden. Wäre der Angeklagte Student an einem community college gewesen, hätte der in Stanford ausgebildete Richter sicher viel härter geurteilt – und tatsächlich verwies der Richter in seiner Urteilsbegründung auf die grosse Zukunft des Angeklagten hin.

      Ganz generell, ist es keine gute Idee auf einer Verbindungsparty, insbesondere in einem frat house, voll zu tanken. Das ist natürlich keine Entschuldigung für Vergewaltigung oder sexuelle Belästigung, aber dass es bei solche Veranstaltungen zu sexuellen Übergriffen kommt, ist nicht schräg, sondern leider eher normal und kein Problem das die campus-rape Bewegung erfunden hat. Wenn meine Tochter auf’s college geht, werde ich ihr sehr eindrücklich davon abraten, auf frat parties zu gehen und sich bewusstlos zu saufen und ich glaube jeder vernünftige Vater würde das gleiche tun.

  66. @ TDV fragte am 8. Juni 2016 um 02:56 Uhr mit 3 Fragezeichen
    Ja doch, als Kathole erzogen-immer Kathole. Vor jeder „Sünde“, auch nur gedanklich, im Kopf ein Hindernis. Aber das gibt sich im Laufe der Zeit, die Hindernisse für kleine Sünden werden niedriger.
    .
    Aber im großen und ganzen ist die Einhaltung 10 Gebote in einer Nachbetrachtung gar nicht so schlecht. Man lebt irgendwie ruhiger, meine ich.
    .
    Klären Sie uns gelegentlich auf was den Menschen Ihrer Wahlheimat vor die Begehung der Sünde gesetzt ist.
    .
    敬具

    • 10 Gebote
      Wir hatten das mit den 10 Geboten schon mal hier im Blog. Wenn man von den zehn die paar offensichtlich Dämlichen mal weglässt, so bleiben die Gebote übrig die in jeder noch so banalen Ethik Sammlung auch stehen.
      Man sollte niemanden umbringen, eigentlich banal, aber der gute Christ Obama tut es trotzdem, jeden Morgen im Oval Office ordnet er gleich mehrere davon an, und man sollte auch niemandes Haus und Hof „begehren“, wenn auch in 2008 (nicht nur) die US Banken dieses Gebot bei mehreren Zehntausend Menschen missachteten und diese auf die Srasse setzten. Bei dem Begehren des Weibes eines anderen hätte sogar ich schon Probleme… Manche Ge- und Verbote sind offesichtlich sinnvoll, und zwar auch so ganz ohne kirchliche Androhung von Höllenfeuer für 20 bis 50.000 Jahre, oder gar ewig….
      Was mir (hier im Blog) niemals jemand erklären konnte, war der Begriff der Sünde.
      Und damit um zu ihrer Frage zu kommen, nein, Sünden und religiöse Gebote gibt es als solche in Japan (ausserhalb des Christentums) nicht.
      Karma dürfte ihnen ja geläufig sein und diese Form der Bestrafung für das, was das Christentum Sünde nennt, ist sowohl intelligenter, was der Buddhismus als Religion ja generell ist, angemessener, gerechter und auch weniger unmenschlich, als was die drei ohne dies nur für Duimme geeigneten montheistischen Religionen vorsehen.
      Ich war allerdings überrascht zu lernen, dass es auch in gewissen Richtungen des Buddhismus Strömungen gibt, die eine Hölle vorsehen. Zumindest erzählen viele Eltern zwecks Erziehung ihren Kindern, dass sie, wenn sie dies oder jenes tun in die Hölle kommen, wo dann ein böses Monster ihnen die Zunge herausreisst.
      Letzteres ist aber wohl weniger religiös, als vielmehr ein Anzeichen, dafür, dass die schwarze Pädagogik leider weltweit verbreitet ist, was nicht sonderlich überrsacht.
      Interessant ist ebenfalls, dass die Sexualität generell in Buddhismus und Shintoismus nicht verurteilt werden.
      Die hier seit Jahrtausenden existiernde „Vorschrift“, dass Frauen unberührt in die Ehe gehen sollen/müssen hat ihren Ursprung in der Kultur, die ja ein Interesse hat an der Legitimität der Erbfolge hat.
      Und natürlich in der weltweiten, generellen Unterdrückung der Frauen.

  67. Aktuelle Romantiker gibt s keine?
    Unn warrum nöööd?

  68. Warum ließ die römische Kirche ihre Gotteshäuser
    mit Nackerten ausmalen? Diese bereits von mir gestellte Frage ist nicht befriedigend beantwortet. Ich meine nach Darstellungen von Inferno, Purgatorio, Garten der Lüste etc. der Renaissance-Maler, auch in den Kirchen Italiens, stellten das krasse Gegenteil zur Barockmalerei in den Kirchen dar, quasi eine Art frühes Pornokino für Gläubige, als gegenreformatorischer Kampf um die Gläubigen? Angesichts der aufziehenden Aufklärung? Ist das so, Don?

    Auf jeden Fall, der Stendhal-Effekt muß häufig gewesen sein und er ist es immer noch. Beobachten Sie mal, z.B. französische oder japanische Touristen an der Wies´ oder gar in Florenz.

    • Nacktheit galt bis zum 18. Jahrhundert als nicht sonderlich aufreizend, da zog Kleidungsprunk stets mehr. Insofern ist dee Nackerte in der Kirche weniger ein Problem.

    • die Realität verschönen
      Nun ja, wenn man sich kritisch im Spiegel betrachtet und zur Kenntnis nimmt, dass mindestens 80% mit einem sind in der wirklich unaufregenden Imperfektion, dann waren die damals nüchterner.

      Wir sind in eine Richtung abgedriftet, wo der letzte Winkel sexualisiert werden sollte (Seniorenwerbung). Besonders realistisch ist das nicht.

      Ich produziere noch eine :) Idee:
      Es war aufgrund von körperlichem Versagen alles so ernüchternd, auch die heimliche Sünde der Priester, dass es an der Kirchenwand schlicht besser aussah. Und dann konnte man wenigstens davon träumen.
      Luther geißelte sich ja bekanntlich (danach), bevor er kapitulierte und eine Nonne heiratete.

    • Perhaps we've just forgotten that we are still pioneers
      Etwas unterkomplex mal wieder hier.

      Einfach mal begreifen dass diese Damen ihre Macht mittels Recht maximal antesten …. und damit natürlich die Funktionssysteme unter Stress setzen. Bis die Funktionssysteme lernen und sich weiterentwickeln
      Nur so entsteht Fortschritt.

      Hatte hier ein bisschen mehr erwartet als Jammern und klagen.

    • Zum Garten der Lüste von Bosch, der ja für einen spanischen König zur
      Hochzeit gemalt wurde, hörte ich neulich die Erklärung, dass irgendwo rechts in einer Ecke Adam und Eva das Treiben, rausgeworfen aus dem Paradies, betrachten und erkennen, was ihnen alles künftig verboten sein soll. Ob das auch für das Königspaar gelten sollte?
      Der Vortragende erklärte auch, dass sich die Interpretationen der Bosch Gemälde innerhalb kürzester Zeit ändern würden, dies sei jedoch die, die momentan als die Gültigste angesehen werde.

    • Stendhal Syndrom
      Sie meinen das Stendhal Syndrom?
      Even though there are many descriptions of people becoming dizzy and fainting while taking in Florentine art, especially at the aforementioned Uffizi in Florence, dating from the early 19th century on, the syndrome was only named in 1979, when it was described by Italian psychiatrist Graziella Magher-ini, who observed and described more than 100 similar cases among tourists and visitors in Florence. There is no scientific evidence to define the Stendhal syndrome as a specific psychiatric disorder; on the other hand there is evi-dence that the same cerebral areas involved in emotional reactions are acti-vated during the exposure to artworks.

      Dass es einem Besucher oder einer Besucherin in den Uffizien wuschig werden kann, kann ich gut nachvollziehen. Aber das liegt wohl eher an der schier unglaublichen Menge an Exponaten. Dann noch sommerliche Hitze und lange Menschenschlangen, das geht an den Kreislauf und ans Gemüt.

      Bei meinem Besuch war ich schier überwältigt, staunte über jedes einzelne Gemälde, das ich möglichst lange auf mich einwirken ließ, ohne die Wartenden im Übermaß zu verärgern, und man könnte schon sagen, dass ich mindestens schon einmal am Stendhal Syndrom gelitten habe, dort, in den Uffizien, wo es indiziert ist.

      Sonst finde ich Stendhals Buch über die Liebe ganz entzückend, ein Klassiker aus einer Zeit, als ein Mann ein wahrer Gentleman war, galant und romantisch, die Frau geheimnisvoll und unnahbar.

    • sexualisierte Senioren
      „Wir sind in eine Richtung abgedriftet, wo der letzte Winkel sexualisiert werden sollte (Seniorenwerbung). Besonders realistisch ist das nicht.“

      Warum sollte die Seniorenwerbung sexneutral sein? Sex unter älteren Menschen wurde lange genug tabuisiert.
      Meine Mutter, lange eine Witwe, traf mit weit über 70 ihren Jugendfreund wieder und verliebte sich in ihn wie ein junges Mädchen. Beide lebten viele Jahre glücklich zusammen.
      Eine ehemalige Bekannte von mir, damals 73, hatte einen 50-jährigen verheirateten Liebhaber.
      Nicht alle Menschen verlieren das Interesse an Sex und Romantik, wenn sie älter werden.

  69. Wenn man...
    früher vergewaltigt wurde, ging man zur Polizei, die (hoffentlich!) umgehend handfeste Beweise sicherte. Heute stellt man’s (am besten erst Monate später) auf Instagram ein:

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-3380679/I-m-new-villain-week-Ex-boyfriend-comedian-Beth-Stelling-denies-claims-verbally-physically-abused-raped-her.html

    „After being verbally, physically abused and raped, I dated him for two more months.“

    Das riecht doch eher nach schlechtem Sex und einer endgültig missratenen Beziehung, bei der zum Schluss nochmal die Keule rausgeholt wird.

    • Das wird der neue Standard, zusammen mit „Believe the victim“.

    • Also mal halb lang
      Es hat immer Frauen gegeben, die fälschlich behauptet haben, vergewaltigt worden zu sein. Borges hat dazu in seiner Universalgeschichte der Niedertracht eine berühmte Kurzgeschichte (Emma Zunz) geschrieben. Zum Glück leben wir aber mittlerweile im Zeitalter des DNA Tests und der rape kits und deshalb kann eine Frau die vergewaltigt worden ist und nach der Tat zur Polizei geht ihren Vergewaltiger hinter Schloss und Riegel bringen. Ich verstehe zwar sehr gut, dass viele Frauen nicht gleich zur Polizei gehen wollen, aber wenn man die Möglichkeiten der Strafverfolgung bedenkt, ist eine Anklage per Twitter oder Instagram nicht sehr glaubwürdig und das wird, glaube ich, von vernünftigen Menschen auch so gesehen. Und man sollte ja auch bedenken, dass „falsche Verdächtigung“ juristisch immer gefährlich ist. Wie immer tun sich die da Netzfeministinnen selbst und v.a. echten Vergewaltigungsopfern keinen Gefallen.

    • Liegt im Trend
      Was neuerdings in den Tabloids behandelt wird, sind ähnliche Geschichten über die Scheidung von Johnny Depp und die Trennung von David Garrett von seiner Verlobten. In beiden Fällen werfen die Frauen dem Ex Gewalttätigkeit vor. Bei Garrett geht es noch um Vorwürfe über ausgeprägte sexuelle Perversionen. Dass die Verlobte das aber mitgemacht hat bzw. nicht sofort darauf reagiert hat, sondern bei ihm blieb, erschließt sich mir nicht. Aber offenbar kann man mit dieser Methode die Millionengeldbörse besser locker machen.

      Trotzdem bin ich generell der Meinung, dass niemand, der nicht dabei war, wissen kann, was da genau gelaufen ist und welche Beschreibung der Wahrheit entspricht.

      Sicher ist jede Anklage gegen einen Unschuldigen eine Anklage zu viel. Andererseits kam es in der Vergangenheit wiederum oft dazu, dass Frauen sich nicht trauten, eine Anzeige zu erstatten, weil sie sich geschämt haben. Es gibt also diesbezüglich eine Entwicklung in eine positive Richtung, allerdings, und das will ich nicht abstreiten, auf Kosten von Männern, die unschuldig zum Opfer werden können.

  70. Zu TDV 6/8 2.42h
    Vor Wald die Spießerin nicht sehen

    Ja, wirklich?
    “ In one corner, we have Naomi Wolf, third-wave feminist heavyweight and author of “The Beauty Myth,” defending Muslim garb. In the other, we have Phyllis Chesler, second-waver and author of “The Death of Feminism,” attacking both the veil and Wolf for daring to defend it.“

    Und wer genau Spießer?:
    „She observes, “It is not that Islam suppresses sexuality, but that it embodies a strongly developed sense of its appropriate channelling — toward marriage, the bonds that sustain family life, and the attachment that secures a home.” “

    Fasse zusammen: Du Spießer, wenn deutsch. Was hinter welcher Verhüllung vorgeht, egal.
    Ziehe Phyllis Chesler vor, sehr kluge Frau. Nicht hysteroid wie Klein.
    Sie braucht sowas nicht. Sie ist auch so frei:

    „Then, Wolf turns to the inevitable comparison with Western styles of dress. Many of the Muslim women she spoke with said that revealing get-ups cause men to stare at and objectify them. Wearing a headscarf or chador, however, leads people to “relate to me as an individual, not an object,” they told her. When Wolf went to the local bazaar wearing a shalwar kameez and a headscarf, which hid her womanly curves and wild hair, she “felt a novel sense of calm and serenity” and even, “in certain ways, free.”“

    http://www.salon.com/2009/09/05/veil_debate/

    Have a nice day.

    • Die Masche ist einfach und immer die gleiche:
      Definiere eine „verfolgte“ oder mehrheitlich „nicht akzeptierte“ Minderheit; ganz egal, was diese vertritt, sie ist immer im Recht (ganz im Sinne von Lenins „Wer wen“). Großer Vorteil: Auch von Denkfaulen ohne weitere Argumentationsnotwendigkeit problemlos auf jede Situation anzuwenden.

      Der Clou in diesem Zusammenhang war die Erfindung der Islamophobie, mit der man erfolgreich im Westen die Opferrolle und damit „Narrenfreiheit“ usurpiert hat. Aufschlussreich, dass niemals von „Hindu-„, „Buddha.“, „Parso-“ und natürlich erst recht nicht von „Christophobie“ die Rede ist.

      Daher natürlich das verständliche Ringen, seinen Teil vom Opferstatus-Kuchen abzuschneiden, sei es, dass man nicht dem Normschönheits-Ideal entspricht (was sollen da unsere oben so reizenda bgelichteten Grazien sagen!) oder sonstwie von Mutter Natur bei der Geburt kärglich ausgestattet worden ist.

  71. Wow - Hochachtung - Abschaltung
    Heute früh auf dem Mutterschiff: eine singuläre Meldung, eine Meldung der Bundespolizei:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/syrer-koennten-500-000-familienangehoerige-nachholen-14275172.html#/elections

    ‚Singulär‘, weil singulär in der zumindest von mir konsultierten Presselandschaft Deutschlands, und singulär, weil wenige Stunden später schon unauffindbar archiviert. Warum? Ist nicht die Feststellung der Bundespolizei wenigstens ‚interessant‘? Und die Zahl der Nachzügler mit 500000 zusätzlich auch ‚interessant‘?
    Die tagesschau hat die Meldung zwar auch aufgegriffen, aber gleich entschärft zu „Familiennachzug der Flüchtlinge geringer als erwartet“, irgendwo im Gemenge. Also alles viel besser als befürchtet, nicht wahr?

    Oder doch Lückenpresse?

    • Mrines Erachtens sollte man sie kommen lassen – an dem Tag, da alle anderen, die hier kein Bleiberecht haben, abgeschben wurden. First things first.

    • wie letztes Jahr
      Die Zahl ist das Unterste, was im Angebot ist, aber auch ansonsten ziemlich sinnbefreit – Angehörige können auch zu Nicht-Anerkannten illegal nachreisen, werden dann auch nicht abgeschoben. Alleinreisende Männer mit Anerkennung ohne nachzugsberechtigte Familie können eine Frau aus der Heimat heiraten und nachholen …. Migration ist selbst ein einzigartiger Pullfaktor. Aus meinem türkischstämmigen Freundeskreis habe ich einige Geschichten über den sozialen Druck aus dem Heimatdorf gehört, dass man gefälligst seine Kinder mit Kindern aus dem Dorf verheiraten soll, um diese „zu retten“ (vulgo: nach Deutschland bringen). Das finden schon die Jungs nicht toll, aber für die Mädchen ist es eine echte Horrorgeschichte.

      Ich habe keine Ahnung, was unsere Regierung vorhat, abseits von konsequentem Lügen und vorsorgend Rechte einschränken. Ganz so weit wie Frau Schunke bin ich noch nicht, aber sie hat da einen Nerv getroffen:
      http://www.rolandtichy.de/meinungen/ich-muss-gar-nix/comment-page-12/#comments

    • @Jessica, @D.A.
      Angesichts der tatsächlichen Rechtslage – wieso soll nicht auch bei erzwungener Einwanderung ohne Rechtsgrundlage (sichere Drittstaaten, wirtschaftliche Gründe) der Grundsatz gelten „Nein heißt Nein“…?

    • Ich gestehe ich habs nicht so mit dem Tichy..
      Und auch dies ist mir etwas zu dumm geraten…

      „Wieso hat mich immer noch keiner gefragt, ob ich das Müssen überhaupt will und ob ich das Müssen überhaupt als Muss ansehen muss?“

      Welch unfassbar dumme Phrase… „man“ tut das weil man es kann, oder haben sie es irgendwie versucht zu verhindern?
      Und wenn sie meinen es nicht zu „müssen“, warum tun sie es dann?

      Es ist dieses dümmliche Phrasengedresche, das alles erst ermöglicht. Und die Politiker haben völlig richtigerweise bemerkt, dass das Volk nichts anders kann als dumm daher Schwätzen!
      Mittlerweile ist das Kind ja bereits im Brunnen und wird wohl bald auch ersaufen. Haben sie denn einen Vorschlag zu machen, wie man dem Entgegenwirken könnte?
      Die Realiät sieht so aus: 2015, Gekommen: 1,2 Millionen, Abgeschoben: 20.000…

      Nun machen sie schon, sagen sie uns schon warum sie meinen sie „müssen“ nicht!

    • Sie können das wissen, Jessica
      Es wurde ja gestern deutlich, der Herr Schäuble hat sich enttarnt und eines dieser Geheimnisse („Ich habe keine Ahnung, was unsere Regierung vorhat“) preisgegeben. Die anatolischen Jungs und Mädchen sollen ihre – ich zitiere Schäuble summarisch und implizit – exzellenten Gene in den verkrusteten deutschen Genpool einbringen.

      Zumindest leben wir nicht in langweiligen Zeiten. 45 Jahre lang hätte ich mir nicht träumen lassen, dass Deutschland einen Lebensborn v2.0 auflegen würde.
      Zugegeben mit anderen Vorzeichen, aber deshalb ja auch v2.0.

  72. Für die Einen OT oder Pillepalle, für mich ein klitzekleines Zeichen des Sittenverfalls
    Wer wunderte sich nicht als er gestern diese Claudia Pechstein als Klägerin in Uniform vor Gericht sah ? Welcher Vollpfosten von Dienststellenleiter lässt denn so was zu? Oder wurde da etwas mißverstanden?=>
    „Die Dienststellen und Organisationseinheiten sind daher aufgefordert, alle Möglichkeiten der Präsenz in Dienstkleidung auszuschöpfen.“
    .
    So ist das sicher aber nicht gemeint. Vielleicht hat ja niemand was gesagt aber peinlich berührt dürften doch einige gewesen sein, eine Gerichtsverhandlung ist schließlich kein FdJ-Aufmarsch.

  73. Ihre Frage, Déjà de l'autre
    côté de l’hypocrisie lässt sich nicht befriedigend beantworten, weil sie zu gewaltig ist, sujet mehrerer Dissertationen.

    Da ich nicht genau weiß, aus welcher Zeit die von Don brillant photografierten Darstellungen stammen, tippe ich blind und sage: Vielleicht aus der Zeit von Peter Paul Rubens, der das Leben der Maria de Medici mit vielen Nacktszenen (heute Louvre) gemalt hatte und der, horch! (hier wäre Platz für erotische Audiwerbung) Maria in Florenz bei ihrer Proxyheirat mit Henry IV von Frankreich kennengelernt hatte und der, nochmal horch!, zu jener Zeit in Mantua tätig war.
    Jemanden wie Rubens sperrte niemand aus Kirchen aus.
    Quod licet Jovi, non licet bovi, und dazu fiel mir noch diese Dame ein und ihr Herr Papa:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lucrezia_Borgia

    Nun wird Sie das vielleicht auch nicht zufrieden stellen, doch zwei Dinge können Sie hier ableiten: 1. Die Sachlage ist komplizierter und 2. Die waren damals ein wenig globalisiert, zumindest oben, in den Heiraten und in der Kunst. Und im Grunde begann das schon, als Martin Behaim den Globus erstellte und Magalhaes um die Welt segelte, während Galilei in Italien etc.
    In Frankreich ging es dann später etwas prüder zu, bis in der zweiten Hälfte des 19. Jh Manet, Renoir und dann Toulouse-Lautrec, Suzanne Valadon und ihr Sohn Utrillo sowie Seurat wieder vermehrt Nackte malten, dieses Mal in der Natur oder bei Tätigkeiten. Gleichzeitig fand 1881 die Weltausstellung in Paris statt.
    Amerika, prüde bis ins Knochenmark, stellt dennoch Nackte in der Kunst (und im Film) dar und zwar erst richtig im 20.Jh.
    Da besteht also zweifellos eine Verbindung zu Entwicklung und Moderne.

    Deswegen sind die heutigen Vorstöße nicht emanzipiert, sondern eher als Rückschritt anzusehen.
    In MUC echauffiert man sich über ein Bikini-Modell auf dem Marienplatz. Link zur SZ habe ich auf dadg heute unter Broder gesehen.

  74. Rassist Schäuble
    O-Ton Schäuble (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-06/wolfgang-schaeuble-aussenpolitik-wandel-afrika-arabische-welt):

    „Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe. Für uns sind Muslime in Deutschland eine Bereicherung unserer Offenheit und unserer Vielfalt. Schauen Sie sich doch mal die dritte Generation der Türken an, gerade auch die Frauen! Das ist doch ein enormes innovatorisches Potenzial!“

    Kein Kommentar. Mir fehlen die Worte. Wenn ich niederschriebe, was ich denke, könnte der werte Don den Kommentar nicht veröffentlichen.

    • Inzwischen tun mir CDU-Wähler ja leid.

    • Ein Stückel weiter ...
      oben und a weng früher hatte ich schon die Schlagzeile dazu zitiert.
      Nicht weil ich sie zitiert habe, sondern weil sie so ist, dass wenn Gauland sie gesagt hätte, beim Mutterschiff ganz oben Heiko Maas mit einem Spontanverbot gewunken hätte, mit einer vorläufigen Erschießung gedroht, und alle Sendungen der ÖRR unterbrochen worden wären.

      Da sind die tollen türkischen Weiber der dritten Generation beinahe fad gegen, bei aller Hochachtung, gast aus west-berlin.

      Ich hätte gerne die Hälfte von dem Zeug das die Spiegel-Redakteure ihm in den Kaffee geschüttet haben.
      Mangels Emoticons: Semikolon – Dash – Klammer zu

    • ausgesprochen peinlich
      „Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde,
      was uns in Inzucht degenerieren lassen ließe….“

      Soll ich jetzt annehmen, der deutsche Finanzminister weiß
      genau von wem und von was er spricht?
      Soll das mit der – geistigen- Inzucht eine Selbstverteidigung
      oder eine Verteidigung der deutschen Regierung sein?
      Warum braucht er Afrika?
      Ein Blick in die Nachbarländer könnte Herrn Schäuble aus
      seiner Isolation befreien.

    • Herr Sch. ad usum asinorum
      Danke für das Zitat. Nun ja. Die traditionelle Affinität der Muslime zu Offenheit und Vielfalt kann man sehr gut in den muslimischen Staaten erkennen, aus denen die Eingeladenen kommen, vor allem in den ungeheuren geistigen Errungenschaften der letzten 500 Jahre. Soviel Wissenschaft, Philosophie, Literatur, Kunst und Musik wie dort war nie. O diese geistige Weite! Ebenso das vibrierende innovatorische Potenzial (man denke nur an die gewaltige Zahl muslimischer Nobelpreisträger), wenngleich gemäß Statistik selbst Türken der dritten Generation im Bildungssystem verglichen mit anderen nicht sonderlich auffallen. Vielleicht denkt Herr Sch. hier an Frau Öz., eine echte geistige Überfliegerin. Biologisch gesehen wäre es kurios, von Menschen, die bevorzugt unter sich bleiben und zu einem hohen Prozentsatz Verwandtenehen praktizieren, eine Reduktion der nicht existenten hiesigen Inzucht zu erwarten. Es geht jedoch um das Geistige, Kulturelle, um Befruchtung aus Fossilismus, Offenheit aus Borniertheit. Ich denke, das Zitat zeigt sehr schön, in welcher scherzdurchzogenen und mehr-als-nur-angeheiterten „Denkwelt“ eine Regierung lebt, die manche für das Folgenreichste und Übelste halten, was dieses Land seit Herrn H. erfahren durfte. Man ist geneigt, mit typischen Rationalisierungen wie denen von Herrn Sch. dieses und jenes zu assoziieren, darunter den Begriff „Delirium“.

    • "in Inzucht degenerieren"
      Der Herr Finanzminister macht sich halt Sorgen um die Erbgesundheit der europäischen Völker.
      Nun, dass da einer kommt und seine Befürwortung von Masseneinwanderung mit rassenbiologischen Argumenten untermauert, ist schon interessant. Wissenschaftlich hat das glaube ich so etwa das Niveau wie das Philosophieren über r- und K-Strategen.

      In einem Punkt hat der Herr Schäuble allerdings recht: Unter den türkischen Einwanderern sind viele, die gut zu uns passen. Nicht nur wegen ihres „innovativen Potentials“. Gerade in den ländlichen Regionen am Rande der Ballungszentren hat das im großen und ganzen gut geklappt mit der Integration.
      Andere, die hier weniger hineinpassen oder verbesserungsfähige Manieren haben, gibt es natürlich auch. Aber wo gibt es die nicht.

    • Titel eingeben
      Wie soll man solche Einlassungen erklären? Ist das nur Irrationalismus der christlichen Art? ( Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft.// widerstehe nicht dem Bösen!)
      Oder eine Art freudscher Todeswunsch, was die eigene Person betrifft und der auf eine ganze( im übrigen seit 70 Jahren gut funktionierende) Nation übertragen wird?

      Vielleicht werden es Historiker in 20 Jahren erklären können.

    • @D.A.
      Inzwischen tun mir CDU-Wähler ja leid.

      Ich schwanke immer noch. Zwischen blankem Selbstmitleid und Sorge darum, wie tief der Limbo der Regierungscombo wohl noch werden muss, bis alles wieder in Sack und Tüten und auf dem Weg nach morgen ist. Oder wie an dieser Stelle die Alternative aussehen mag? Baldrian ist auch alle.

      Gute Nacht.

    • Wahrscheinlich ist er über Griechenland irr geworden
      Entweder Schäuble möchte jetzt Bundespräsident werden und empfiehlt sich als Märchenonkel, oder er hat letztes Jahr wirklich per Grexit die Notbremse ziehen wollen und ist darüber um den Verstand gekommen.
      http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/luegen-thema-griechenland/
      Aber warum er allen Ernstes Inzucht und Muslime verbindet – er ist doch wohl nicht auf den Islam-ist-eine-Rasse-Kram weil Islamkritiker Rassisten sind gekommen?

    • "-eine Anbetung der Spontanität auch in diesen Dingen?-"
      Deutschland,Inzucht,Unzucht und die Aufzucht,tangiere ich die Worte des Herrn Doktor Schäuble?,glauben will ich das nicht.
      Handwerklerei und Ökonomismus,die Zeit der Kirchenmaler ist vorbei.
      Mich selbst,angemaßt,in einer vergleichbaren Rolle wie der Herr Schäuble,
      so würde ich reden,wenn es darum ginge,Spuren zu verwischen.
      Spuren einer bereuten Spontanität.

    • Titel eingeben
      Nun ja, Raj, der Mann sieht halt was in solch islamischer Kultur für eine wie ihn möglich ist, und so scheint sein Lebensziel zu sein auch die Möglichkeiten eines Erdogan zu haben.
      Aber…es ist wohl nicht nur, so wie es ausdrücken, diese Regierung, denn man kann die richtungsweisenden Tätigkeiten von Kohl über Schröder zu Merkel eigentlich gar nicht übersehen. Es sei denn, man will nicht sehen.

      Ach, Don, noch eines zu den ihnen leid tuenden CDU Wählern:

      „Nach einer aktuellen Umfrage würde die AfD erstmals mit zehn Prozent in den bayrischen Landtag einziehen. Die CSU hingegen verliert 7,7 Prozent und kommt nur noch auf 40 Prozent.”

    • durchmischt und durchrasst?
      Und des von am Schob, oder ist er gar ein Gelbfüßler? Tja, dann müssten sie eventuell nicht mehr so oft auf die Sonnenbank, wie sein Schwiegersohn.Dann hätten alle Nachkommen einen schönen, natürlichen sogenannten Oliventeint.Das hat doch was, wenn man nie mehr an Sonnenschutz denken müsste…

      Hier konnte ich in der Tageszeitung lesen, dass kein Häuschen mehr zu finden ist auf dem Immomarkt und man für die nächsten 30 Jahre mit einem Zuzug von 20% rechnet.Sind das nun Ostfriesen ,wie ich, oder wer soll das sein? In Einem hat der Wolfi recht: Nordseestrand und Alpenrand ergaben eine prächtige Mischung.Leider blieben wir blass und mussten hin und da in den Süden, um Farbe zu schinden.
      Meine Kinder behaupten, ihr phonetisches Talent hätten sie auch den Ferien bei den Großeltern zu verdanken, zwecks Platt uns so.

      Ansonsten kann ich nur staunen über die neue urbane Welt, die einem geboten wird.Die Ex vom Star – Geiger will ja ganz schön viel. Kranzgeld kann es ja wohl nicht mehr sein.👄

    • "Mir fehlen die Worte"
      Mir auch. Wer oder wo ist die Einrichtung, die eine derartige Hirnwäsche betreibt. Nach der „non è possibile di sbarrare il Passo di Brennero“ nun dieses. Wurde in der ehem. DDR wirklich alle Institutionen mit derartigen Kapazitäten aufgelöst? Bei der einen Person wundert das ja nicht, aber der gute Mann ist doch Mittelbadener. Na gut, die Vorfahren evtl. etwas zu viel vorderösterreichisch beeinflußt, oder von der bischöflich-straßburgischen Seite, aber ansonsten ist der Landstrich unauffällig.
      .
      Übrigens, eine Vermischung mit gewissen Tunesien könnte zu überraschenden Gentest-Ergebnissen führen. Aber eher selten.

  75. Endgültig abtörnend...
    The shape of things to come:

    http://www.focus.de/politik/deutschland/altmaier-und-hofreiter-auf-tuchfuehlung-schwarz-gruener-flirt-ist-hofreiters-fleischfabrik-die-neue-pizza-connection_id_5605727.html

    Verbrüderung der Nicht-Normschönen überm freilaufenden Schnitzel.

    • Der Zauselige und der mit ohne,
      ekelig (bitte aussprechen wie unser oberster Jurist) war das. Wirklich widalisch.

    • Darf ich widersprechen?
      Ich bin ja wohl unverdächtig Sympathisant der Grünen zu sein. Aber es gab im letzten Spiegel ein Interview mit dem Zauseligen, das intelligent und realistisch war. Etwas das man kaum von allzu vielen unserer Politiker sagen kann, wenn man sich nicht lächerlich machen will.

      Letzteres ist natürlich schon sehr schwer, wenn man ausgerechent den Focus als Quelle benutzen muss….

  76. Nacktheit, Bildende Kunst und Religion
    Ich kann dem Don nur beipflichten, vor 1789 war Nacktheit etwas ganz anderes als dann im 19. Jahrhundert. Sowohl bildend als auch verbal (predigend) wurde in katholischen Gegenden viel derber, direkter oder bildlich auch nackter zugelangt. Lesen Sie mal Abraham a Santa Clara Predigten!
    Oder Predigtratgeber der kath. frühen Neuzeit zu Osterwitzen. Ja, damit es zum befreienden österlichen Lachen kam sollte der Prediger mindestens einen, besser mehrere Witze erzählen. Ratgeber enthalten solche (und das ein oder andere Notat zu Gottesdienstbesuchen in Stadtarchiven oder Briefen), und diese Witze waren derbe.
    Das Abbild nackter Tatsachen wurde erst nach der Renaissance und dem Frühbarock zunehmend problematisiert, daher die Übermalungen in der Capella Sistina. Gleichwohl wurde das als „natürlich“ und akzeptabel bewertet. Und symbolische und allegorische Auslegungen dazu waren den „einfachen“ Menschen damals eher bekannt als Intellektuellen heute. Ein Normalgläubiger hörte im Laufe seines Lebens etwa 4000 Predigten, wenn er nicht nur ausschließlich schnell zelebrierten „stille Messen“ beiwohnte.
    In der Homilietik wurde aber nach dem Tridentinum mit Nachdruck auf Verkündigung anhand konkreter Beispiele und Abbilder gebaut. Deswegen doch Kirchen, in denen die Statue des Heilands über dem barocken Hochalter per Seilwinde zu Festo Ascensionis nach oben in die Decke (mitsamt gemalter Wolke) verschwindet. Und natürlich waren die Engel links und rechts der Wolke (halb) nackert.
    Darüber könnte man längere Aufsätze schreiben, aber ich bin weder Kunsthistoriker noch Theologe, allerdings über einen Ritterorden da ganz gut vernetzt – erwähnte ich schon dass wir stramm katholisch sind?

    • Ich hatte mehrfach gewarnt mit dem Hinweis
      und der schwäbischen Redewendung „koo mr do was mache ?“ Man konnte. Was nützt es da, wenn Wahlbürger beharrlich die Auszählung verfolgen, die Wahllokal-Ergebnisse peinlich genau notieren und mit den Zeitungs-Ergebnissen abgleichen, wenn im stillen Kämmerlein bei der Briefwahl-Auszählung die richtigen Spezln beieinander sitzen?
      .
      Daher mein Vorschlag: Briefwahl bis zu einem fixen Termin, geheime Auszählung, klar, Hinterlegung bei vereidigten Advokaten evtl. OECD.
      .
      Das in Felix Austria muß ja ganz lustig zugegangen sein. Fühle mich etwas an das AfD-Ergebnis der letzten BT-Wahl erinnert.

    • Man sollte die Illusionen mal beiseite lassen.
      KEINER hat etwas gegen Wahlfälschungen.
      Alle haben etwas dagegen wenn es zu Gunsten der ANDEREN Seite geht.

      Mehr ist da nicht und wird auch nie sein. Seien sie versichert, dass man zB in den USA Wahlautomaten nur dann einführt, wenn man sie SELBER kontrollieren kann, und ganz bestimmt kein Aussenstehender.

      es ist einfach unfassbar dass esVölker gibt die sich so eine Betrügerei gefallen lassen? Wahlcomputer???

  77. @ Gast vom 8. Juni 2016 um 14:07 Uhr, Hochzeitsgeschenk für den spanischen König
    , sagen Sie? Schrecklich. Aber in Spanien lag man ja auch schon zu Lebzeiten zur Probe.
    Hätte der gute Hyronimus muß Schlankheitsfanatiker gewesen sein. Er würde heute nicht für den spanischen König sondern für Gesundheitskassen und die Firma Martell malen. Alle menschlichen Wesen im Barbypuppen-Format, also unnatürlicher Körperlänge. Seine niederländischen Kollegen sahen das ganz anders. Diese zeigten Weitsicht und hatten bereits die heutigen Dimensionen vorweg genommen (schauen Sie bei amerikanischen Wahlkampf-Bildausschnitten auch lieber auf den Hintergrund als auf die Kandidaten?)
    .
    Die beiden Außenflügel mit der durchsichtigen Weltkugel (Kugel statt Platte war also schon mal geklärt) sollen die Schöpfungsgeschichte zeigen. Für mich, ohne Wiki, die Darstellung einer Kebab-Brötchenhälfte. Aber ich will den Meister ja nicht kritisieren. Kann ja jedem passieren, daß er sich mal in der Dosierung vertut.
    .
    Linker Flügel, das Paradis mit Schöpfungsgeschichte, aber Jesus bereits präsent. Die seltsamen Tierdarstellungen rühren daher, dass der gute Hyro ja nicht einfach mal so in den Zoo gehen konnte. Man kennt das ja von den Delphinen im Kurpark von Bad Ems und ailleurs, einheimische Tiere aber auch irgendwie strange. Also das Paradies habe ich mir immer anders vorgestellt, keine Erdeinbrüche (ach, soll einen Sündenpfuhl darstellen)
    .
    Mittelteil, Darstellung der Wollust, sehr gewöhnungsbedürftig, aber immerhin schon ein Vorgriff auf politisch korrekte Darstellung andersfarbiger Menschen, nur mit der Quote haperte es noch, vielleicht auch Andeutungen von Sodomie, sogar mit Fischen und Mollusken vielleicht, (Don, auch Ziegen dabei, wie kürzlich), Säue die durchs Dorf getrieben, kein zweihöckriges Trampeltier dabei (hier versagte die Providentia wohl) seltsame Gebilde in Stahlblau (Raumschiffe oder Treibminen?), Menschen in Reagenzgläsern. Ob der was geahnt hat? Immerhin die Schlankheitswelle wurde seit Erschaffung der Welt beibehalten.
    Die seltsamen rosafarbenen Gebilde erinnern irgendwie an einen Besuch bei Toys“R“Us, möglicher Weise auch an die Schaufensterauslagen eines Beate-Uhse-Shops (Ruhe da hinten auf den…..)
    .
    Der rechte Außenflügel lässt mich sprachlos werden. Abschlußfeier an der Offiziersschule in Hannover, damals, zumindest im unteren Teil ? Oben bin ich ohnehin sprachlos. Aber da waren doch keine Weiber dabei-und schon gar keine als Schwein verkleidete Nonne. Und niemand, nicht mal der Schulkommandeur hatte einen Kochkessel auf dem Kopf um falsches Gedankengut, etwa von K.E. von Schnitzler fern zu halten. Ich lasse es jetzt einfach mal, aber 0,6 Gramm hatten bei der Erstellung des Triptychons mit Sicherheit nicht ausgereicht.
    .
    Wer mahnte hier noch mehr Erotik an?

  78. Aua, du Rose
    Willigen Krokomustergummistiefeln hinterherzulaufen kann, muß aber nicht Spaß machen. Sex ist doch sowas von überdiskutiert.
    Und überthematisiert.
    In den Medien zumal.

    Wer grad zu verklemmt für Erotik ist, findet meist immer gute Gründe und muß Bargeld für Profis bemühen.
    Die anderen erblinzeln kostenfrei unausweichliche Momente.

    Wer jedoch dumm genug ist aus vergnüglichen Stündchen jämmerliche RTL-Kommödien plus Anwalt für Scheidungs/Familienrecht hervorgehen zu lassen, hat eh nicht richtig hingesehen und früh was falsch verstanden. Auf jemanden abzufahren bedeutet ja nicht bei einem mehr schlecht als lustig veranstalteten Heiratsantrag die Nein-Variante vernachlässigen zu müssen.
    Alles auf militante Begriffe wie »Eroberungen« und »Niederlagen« zu setzen ohne mal den Schopi befragt zu haben und sich noch beklagen über seltsam verkrampfte Hüftprobleme und unübersichtliche Nebenwirkungsliteratur ist dann auch die Krönung.

    Eine gute Zeit mit Luis Bunuel »Mein letzter Seufzer« zu wünschen ist das leichteste, wenn nicht das mindeste.

  79. @ Oberländer, 7. Juni 2016 um 10:55 Uhr, Schnickschnack
    Pardon, hatte ich glatt übersehen. Exzellente Ausarbeitung, finde ich. Deshalb hatte ich so nervig weiter insistiert.

  80. Chapeau
    Gäbe es ein Blog-Ranking, so gebührten die Plätze 1 und 2 wohl den Blogs „Deus“ und „Stützen“.

    Das Verdienst kommt zunächst dem Blogger als Mittelpunkt des Zentrums der Zentrale zu („donzentrisches Weltbild“), aber auch allen Foristen.

    Ohne Sie, liebe Deus- und Stützen- Foristen, würde ich mich manchmal fragen, ob ich aus der Zeit gefallen bin. Bin ich offenbar nicht, das lerne ich von Ihnen, die Sie in der Kakophonie dieser seltsamen Zeit ’sapere aude‘ hochhalten.

    Nicht immer mit Ihnen einer Meinung, bin ich glücklich darüber, dass das hier per Florett ausgetragen wird, während andernorts die Kalaschnikow rattert.

    Sehr geehrter Herr Meier555, ich hoffe, dass ich Ihnen kürzlich nicht auf die Füße getreten bin. Sie haben nach Leseempfehlungen gefragt, Erscheinungsdatum binnen der letzten 15 Jahren.

    Mir kürzlich geschenkt worden: B. Canth, „Bleckwedel und die Schwester des Mädchens…“, Berlin 2015. Ein Mann, zwei Frauen. Ein Terrorist, der keiner ist. Eine Liebeserklärung an ein uraltes italienisches Auto und einen ungezogenen Dackel. Ein Krimi über Freundschaft und das, was Europa zusammenhält: Nicht die Bananenkrümmung, nicht eine Kommission, sondern die Europäer. Also mir hat’s gefallen.

    Ich freue mich auf den nächsten Blog (Don, Chapeau wg. Produktionsrate) und wünsche nach Japan, Finnland und andernorts einen schönen Abend.

  81. Betr.: Chapeau
    Pardon, falls das mehrfach angekommen sein sollte, aber es gibt nach dem gefühlt 100. Unwetter der letzten drei Tage hier ein Technikproblem.

  82. Zoa politika
    Nach dem 0,6-Gramm-MdB (voll privat) und dem Skipper Woelki, – der Bootsrumpf dient an Sylvester ’16 als Abschussrampe für Knallkörper – jetzt also der Bundesminister für Genetik und Vererbung (wenn das Herr Sarrazin wüßte):

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article156079244/Muslime-in-Deutschland-sind-eine-Bereicherung.html

    Claudia-du-mieses-Stück-Halva muß jetzt sehr tapfer sein, der Orden wider den tierischen Ernst ist in weite Ferne gerückt.

    Jede Geisterbahn hat mehr Geist.

  83. Intergenrationskontrastprogramm
    @Otto Meier
    8. Juni 2016 um 12:53 Uhr

    Meine volle Zustimmung zu Ihrem Post. Schlimm finde auch ich die Casting-Shows wie DSDS, für welche junge Menschen ihre Ausbildung/Arbeit Monate lang unter- oder abbrechen, um Träumen nachzuhängen, die in den allermeisten Fällen unerreichbar sind. Für mich ist das erstens eine kalte, berechnende Ausbeutung der Illusionen und der Leichtgläubigkeit der Jugend, zweitens ist es prime time TV-Massenunterhaltung zum Nulltarif, also eine doppelte Ausbeutung: psychisch und ökonomisch.

    Die skurrile Entwicklung stammt aus den 90er Jahren, als heranwachsende Jugendliche und Kinder quasi zum Maß aller Dinge gekürt wurden. Sie wurden gelobt, weil sie so schnell den Computer beherrschten und die Eltern in IT-Kompetenz abgehängt haben. Die Eltern galten als Deppen, Kinder als geniale IT Whizzkids. Kinder und Jugendliche wurden als Talkgäste gefragt, was sie über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen hielten. Alte Menschen waren out, Erwachsene und Eltern Auslaufmodelle, welchen man nicht zutraute, dass sie mit dem IT-Zeitalter mithalten werden.

    Auch mutierten die Mütter zu Freundinnen der Töchter, die Väter zu Kumpels der Söhne. Dumm nur, dass die meisten Kinder bzgl. der eigenen Eltern sehr konservativ sind und Eltern, die in ihrem „Jugendwahn“ mit ihnen um das Out-fit oder das Verhalten quasi wetteifern, „peinlich“ finden. Sie finden es peinlich, wenn Eltern so aussehen bzw. sich so verhalten wie sie.

    Vielleicht ist die neue Prüderie in Form von Burka-Verständnis etc. auch eine Gegenreaktion auf die „peinlichen“ Eltern, quasi ein Intergenerationskontrastprogramm.

    • Im Grunde sehe ich das auch so, Tamarisque.
      Nur, das erinnert mich immer an die Reaktion meiner Eltern auf Dylan, Stones, Who, City … Woodstock, Parka … Vietnam, Ohnesorg, RAF … Nato, Kalkar, die Grünen …

      Ach ja, da kommen Gefühle hoch. Doch ich frage mich immer, ob der Reaktion meiner Eltern, ob ich nicht mittlerweile auch so reagiere – aus Sorge um die Zukunft der Kinder bzw. Enkelkinder. Denn ja, auch meine Eltern waren mir zeitweise peinlich, auch weil die Zeit der Besatzung und der Ost-West-Konflikt noch aktuell waren. Heute scheint mir der Generationenkonflikt allerdings deutlich banaler zu sein, das Anspruchsdenken heutiger Kinder war mir doch eher fremd. Irgendwas ist da wohl schief gegangen – bei (uns) Eltern und der von (uns) ihnen geschaffenen Gesellschaft. Denn Grenzen zu setzen, scheint ja generell nicht mehr in zu sein.

    • Es gibt da einen Unterschied....
      In der 60er und 70er Jahren wusste JEDER, dass das Leben im nächsten Jahre mit ein wenig Aufwand besser sein würde als in diesem Jahr.
      Diese Welt existierte schätzungsweise zwei Jahrzehnte.

      Was heute da draussen los ist, ist ein andere Welt, oder? Und genau daher rührt der Unterschied zwischen den beiden Generationen.
      Die Mühlen der anti-68er Reaktionäre arbeiteten langsam, aber unerbittlich. Irgendwann war man sogar so weit, dass der grosse blöde Haufen jemand wie Schröder für „links“ hielt, weil er auf einem völlig anderen Planeten mal Juso Chef war. Und ein Joschka konnte Kriegstreiber werden und wurde trotzdem für einen Grünen gehalten.
      Und so sind wir halt heute in einem Land angekommen, das so ist, wie es in diesen beiden Blogs hier diskutiert wird.

      Es gibt hier jede Menge Kommentare die das unübersehbar jeden Tag beweisen…..

    • Es gibt viele Unterschiede, TDV.
      Aber

      „Die Mühlen der anti-68er Reaktionäre arbeiteten langsam, aber unerbittlich.“

      bringt es ziemlich gut auf den Punkt.

      Obwohl, von antiautoritärer Erziehung halte ich bis heute nichts. Ist auch ein Widerspruch in sich. Und, der „Kampf“ der Generationen, Eltern und ihre Kinder, ist nun wirklich etwas völlig Normales. Gäbe es ihn nicht, die Menschheit stünde nicht da, wo sie jetzt steht. Auch wenn es mir so scheint, als herrschte schon seit längerem ein gewisser Stillstand. Von Rückschritt will ich da noch nicht unbedingt sprechen.

    • O.M.
      Kommt darauf an… Wer wie ich kurz nach ende des 2.Weltkrieges geboren wurde kam zumeist in den Genuss eines Vaters der ausser Autoritär nicht viel kannte. Wer sich je Sätze anhören musste die mit „Solange du deine Füsse unter meinen Tisch steckst…“ begannen, der sieht das mit der anti-autoritären Erziehung ein wneg anders als sie. Was sie meinen ist wohl eher „gar keine Erziehung“, oder?

      Im Anti-Autoritären muss sich jemand als Autorität erweisen, Macht allein genügt da nicht…. So wie ja auch weisse Haare nicht ein Zeichen für Weisheit, sondern lediglich für Alter sind….

      Es wundert mikch dass sie das alles so wohl noch nie gesehen haben?

      Wie sie sehe auch ich nicht unbedingt viel von Rückschritt, mir scheint es banaler. Natürlich weiss ich es nicht, aber ich habe den Eindruck, die Weltwirtschaftskrise ist dabei sich zuzuspitzen.
      Und meins Wissens war die einzige Kur für diese Krankheit schon immer nur eines… ein grösserer Krieg.
      PLus ca change……
      Aber die Welt will ja unbedingt Hilary, nun, sie wird sie ja bekommen!

    • Solange du deine Füße ...
      Ja, das kenne ich auch noch aus eigener Erfahrung, TDV. Und geprügelt wurde auch immer noch gerne. Und ja, mit antiautoritärer Erziehung meine ich keine Erziehung, denn darauf lief es meist hinaus. Das Ergebnis war in beiden Fällen recht ähnlich, die totale Entfremdung zwischen Eltern und Kindern. Heute scheint es beides ja oft nicht mehr zu geben, von Wochenendfamilien kann man auch nicht wirklich viel erwarten.

      Selbstverständlich müssen Kindern Grenzen gesetzt werden, aber das sollte möglichst so geschehen, daß die Kinder diese verstehen und akzeptieren können. Ein schwieriges Unterfangen, daß den Eltern ein hohes Maß an Disziplin abverlangt. Denn das eigene Beispiel sollte die Forderungen gegenüber den Kindern schon noch wiederspiegeln. Wer den ganzen Tag auf seinem Smartphone herumklimpert, kann den Kindern das eben nicht glaubwürdig verbieten.

      Ob ein Krieg zwischen den Großmächten und ihren Vasallen heute noch viel Sinn macht, wage ich zu bezweifeln. Ein Wirtschaftskrieg tobt aber ja schon länger. Auch CETA, TTIP usw. mit Paralleljustiz zähle ich dazu. Der Krieg des Kapitals tobt aber nicht mehr zwischen Nationen, sondern nur noch gegen Nationen. Im Grunde sind Kriege zwischen Nationen nur noch dumme Stellvertreterkriege. Bei Licht betrachtet gibt es nur noch einen wirklichen Gegner, das staatenlose anonyme Kapital. Nur, wenn man so etwas äußert, ist man ja sofort ein Kommunist, will den segensreichen Kapitalismus abschaffen. Man sieht, die Gehirnwäsche funktioniert immer noch tadellos.

      Nun ja, mich ficht das alles nicht mehr an, sollen andere sich damit herumschlagen. Den Rest meiner Zeit denke ich nur noch an mich. Oder wie der Rheinländer zu sagen pflegt: Et es wie et es, et kütt wie et kütt und et hätt noch emmer joot jejange. Schaun wir mal.

  84. "Der Finanzminister fürchtet
    eher die Degeneration der Deutschen durch Inzucht als eine Islamisierung“, siehe http://www.welt.de/politik/deutschland/article156079244/Muslime-in-Deutschland-sind-eine-Bereicherung.html.
    Es befindet sich offensichtlich einiges im Niedergang und im Verfall. Kann man darüber noch lachen, oder sollte man sich besser schon mal in Sicherheit bringen?

    Als Linke (im klassischen Sinn, sicher nicht im Sinne von SPD/Grüne/Linke) habe ich bisher in keiner Sekunde auch nur irgendeines der von unserer NeoLib Regierung und ihren willfährigen Verbreitern vorgebrachten Massen-Migrations-Argumente geglaubt, siehe zB „Schließung der angeblichen Fachkräftelücke“ und „Rettung der Rentenversicherung“.
    Die brandaktuelle „Blutauffrischungs- (wann kommt der Boden?) Argumentation“ unseres Finanzministers ist so absurd, dass man ernsthaft in Betracht ziehen sollte, dass sie wirklich daran glauben.
    Wenn man aber nun die steile These des größten Finanzministers aller Zeiten weiterdenkt, dann reicht für die Umsetzung der, von ihm ins Spiel gebrachten, „genetischen Auffrischung“ keineswegs die Residenzpflicht allein, da braucht es dann schon noch „tiefergehende“ Anreize.

    • Zu Schäuble dann vielleicht doch noch Klonovskys Florett:
      http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna
      Und Dons Titel zu diesem blog ist zu diesem Zeitpunkt überaus stimmig!
      Vielleicht irritiert S. ja auch, dass alle in der sogen. Regierung komplette Narrenfreiheit haben und der Bürger sich trotz allem weiter so ruhig verhält und alles mit sich machen lässt?
      Ist er gar am Austesten, wie weit er gehen kann, bis ihm der Sturm ins Gesicht bläst?

      Wolfgang Hebold, der Statistik-Lehrbeauftragte, der seine Kündigung von 3 Hochschulen in Berlin wegen nicht genehmer Aufgaben bekam und die letzten Wochen durch die Gazetten gezogen wurde, hatte einen Blog:
      http://wolfgang-hebold.de/dieVerheerungEuropas/tagebuch.xhtml

      Weiß jemand, weshalb jetzt nicht mehr?

    • Nun, man könnte...
      Man könnte sich am Sonntag um 12.30 auf arte mal die Philosophie Sendung zum THema „Ab wann ist Widerstand auch gegen den Staat legitimiert“

      Aber bitte ohne Garantie, ich weiss nicht ob das was taugen wird, aber immerhin, kann es zum Denken anregen….

    • Das Widerstandsrecht unserer Verfassung, TDV,
      ist ein stumpfes Schwert. Es kann im Grunde nur dann genutzt werden, wenn der Verfassungsstaat in Gefahr ist.
      https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2013/47878421_kw50_grundgesetz_20/214054

      Der kann aber aus Sicht des Staates nie wirklich in Gefahr geraten, da zum Beispiel die Änderungen des Grundgesetzes erhöhten Anforderungen unterliegen.
      http://www.rechtslexikon.net/d/verfassungsaenderung/verfassungsaenderung.htm

      Wenn aber einige Änderungen generell ausgeschlossen sind und ansonsten 2/3 Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat erforderlich sind, so kann eine Änderung des Grundgesetzes bzw. der Verfassung niemals ein Widerstandsrecht auslösen. Denn, die Abgeordneten sind ja durch Wahlen demokratisch legitimiert und vertreten das Volk. Es wäre also so, als würde das Volk Widerstand gegen sich selbst leisten, was geradezu absurd erscheint.

      De facto gibt es somit überhaupt kein legales Widerstandsrecht des eigenen Volkes, was in einer „Demokratie“ ja auch zwingend logisch erscheint.

      In einer Demokratie läge die einzig denkbare Form des gewaltfreien und legalen Widerstandes in plebiszitären Mitteln, in Direkter Demokratie. Das aber lehnen unsere demokratisch legitimierten Abgeordneten selbstverständlich nach wie vor ab. Und zwingen können wir sie dazu unter diesen Umständen auch nicht. Soviel zur „parlamentarischen Demokratie“.

      Persönlich favorisiere ich sowieso das imperative Mandat. Denn auch Plebiszite würden sehr wahrscheinlich der Manipulation durch die Politik unterliegen. Nur das imperative Mandat wäre dazu geeignet, Abgeordnete zu disziplinieren, sie zu demokratisch legitimierten Entscheidungen zu zwingen. Das aber werden wir in dieser „Demokratie“ nicht mehr erleben, ansonsten „fresse ich einen Besen“.

  85. @Uwe Dippel, 08.06., 20:05 - Versuch einer Antwort auf den Niedergang des Kulturellen
    Wie ich finde, läuft der Kulturbetrieb in Museen, Opern, im Ballett oder auch im Kino einigermaßen rund.
    Nur das Theater überdreht schon seit längerer Zeit – es wird gewässert, gekotzt, gesch*****, gegrölt, geschrien, die Musik ist laut, dass man fast einen Hörschaden bekommt und fast jedes Mal muss mindestens irgend ein/e Nackte/r dabei sein.
    Dazu kommt, dass viele Stücke seltenst das zeigen, was der Schreiber damit wohl aussagen wollte. Man inszeniert einfältig und platt, wenig zum Nachdenken, sucht den Zuschauer zu unterhalten gleich den Shows und Soaps im TV, ist viel zu oft auf einen schnellen Lacher aus, wo er nicht hingehört und wenn, dann im Halse stecken bleiben sollte – was er nicht tut.
    Was die alten Griechen, Schiller und Ibsen realistisch auf der Bühne dargestellt haben wollten, womit sie den Zuschauer zum Beteiligten machen konnten und in Gedanken nach Hause begleiteten, zu eigenen Gedanken anregten, zerfleddert im abgehobenen Schwurbel der oftmals dümmlich anmutenden Vorstellungen, die man am Besten gleich nach dem letzten Vorhang, so man bis dahin bleibt, bleiben kann, vergisst.

    Nein, Eingereiste findet man im Zuschauerraum eher selten, dafür aber mehr und mehr auf der Bühne, wo sie uns deren Sorgen und Nöte beispielhaft, eingeflochten in „Nathan den Weisen“, zu Gehör bringen und damit grundlegendes am Text verändern. Kann man machen – muss es aber auch nicht.
    Der Begriff des Flüchtlings wird auch hier erhöht und überstrapaziert, nicht jedoch geklärt, und hat mit der Vielfalt der Zugezogenen im „richtigen Leben“ eher wenig gemein.
    Solche, die ihren eigenen Weg gehen, eine andere Meinung äußern, müssen ihre Zusammenarbeit mit Theatern beenden und werden durch den Kakao gezogen. https://de.wikipedia.org/wiki/Alvis_Hermanis
    Das ausgedünnte Feuilleton der Medien, die seit Jahren weniger werdenden anregenden und einladenden Kritiken und Kritiker mit Geist, die ihr Fach noch verstehen, die wenigen, die noch Zusammenhänge erkennen und darstellen konnten sind nicht mehr oder haben aufgegeben.
    Wenn nur noch Zeilenhonorare für Gewolltes fließen, was ist da auch zu erwarten?

    Es fehlt Gedankentiefe, Durchdringung, das Echte, auch das Ergreifende. Ich glaube, dass heutige Theatermacher dazu nur noch in Ausnahmefällen fähig sind.

    • Danke, nein, sehe ich anders
      Oper und Ballett möge anders sein, Kino jedenfalls nicht. Es gab sogar Kritik am Zustand des deutschen Kinos anlässlich der Verleihung des Deutschen Filmpreises. Wahrscheinlich weil in den letzten Jahrzehnten schon Kino mehr und mehr ‚authentisch‘ werden musste. Das geht mir schon lange auf den Zeiger.

      http://www.deutschlandradiokultur.de/berliner-multaka-projekt-fluechtlinge-als-museumsguides.2165.de.html?dram:article_id=341500
      Da wäre ich ausnahmsweise dafür, Geld einzuziehen. Weil es nicht die Aufgabe des Pergamon-Museums ist, was die da tun. Out and over.

    • Der ist gut.....
      „Was die alten Griechen, Schiller und Ibsen realistisch auf der Bühne dargestellt haben wollten“

      Ibsen will gerne geten lassen. Was um alles in der welt finden sie denn an Griechen oder Schiller realistisch?
      Deren Beliebtheit beruht ja gerade darauf, dass sie eben nichts mit der Realität zu tun haben und damit für oer gegen alles verwendet werdenkann was gerade auf der politischen Speisekarte steht!

      Oder kennen sie einen Ort an dem eine Seuche ausbrach, weil ein Typ seine Vater erschlug und mit der Mutter schlief? Seit Jahrhunderten werden die Schüler verblödet in dem man ihnen die heldenhafte Mär eines Mädchens erzählt, das meint seinen Bruder begraben zu müssen, egal wieviel deshalb verrecken müssen? usw, usw. usw….

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