Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Der tiefe Fall

| 26 Lesermeinungen

Bleiben die Zinsen auf Dauer niedrig? Vermutlich schon, aber Negativzinsen sind nicht zwingend ein dauerhaftes Phänomen.

 
Das niedrige Zinsniveau ist für viele Menschen ein Ärgernis und eine Herausforderung. Denn deutsche Sparer schätzen die Sicherheit von Einlagen bei Banken und Sparkassen, für die es derzeit aber kaum noch Zinsen gibt. Gleichzeitig breiten sich allmählich negative Zinsen aus, zumindest für hohe Einlagen. Da stellt sich für viele die Frage: Wie soll das weitergehen? Die Antwort lautet: Die Zinsen werden vermutlich noch lange niedrig bleiben, aber Negativzinsen sind nicht zwingend ein dauerhaftes Phänomen. So hat die Schwedische Reichsbank kürzlich ihren Leitzins von minus 0,25 Prozent auf null Prozent erhöht.
 
Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Einflüssen auf das Zinsniveau unterscheiden. Zum einen existieren fundamentale Einflüsse, die mit allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen zusammenhängen. Sie sorgen seit Jahrzehnten in allen Industrienationen für im Trend sinkende Zinsen.
 
Zu diesen fundamentalen Gründen gehört der technische Fortschritt ebenso wie die Demographie und die Verteilung von Einkommen und Vermögen. (Eine aktuelle, sehr interessante Arbeit zum Thema Verteilung und Niedrigzins ist hier.) Zum anderen spielen monetäre Faktoren eine Rolle für das Zinsniveau. Hierzu zählen unter anderem die Geldpolitik, aber auch Regulierungen der Finanzbranche, die beispielsweise die Kapitalanlage in als sicher eingeschätzten Wertpapieren wie Anleihen und Pfandbriefen fördern.
 
Die fundamentalen Faktoren drücken vor allem die langfristigen Zinsen. Der vielleicht wichtigste Einzeltrend bleibt der technische Fortschritt, der herkömmliche Industriegesellschaften in stark von Dienstleistungen getriebene Wissensgesellschaften transformiert. Die Unternehmen investieren weniger in teures Sachkapital wie Fabriken und Maschinen, dafür mehr in sogenanntes immaterielles Kapital wie Software, Patente und Markenrechte. (Dieses Thema haben wir in FAZIT schon mehrfach behandelt, zum Beispiel hier und hier.) So sind die Unternehmen, insgesamt betrachtet, selbst zu Sparern geworden. Im traditionellen Lehrbuchmodell aber leihen sich Unternehmen von privaten Haushalten deren Ersparnisse, um sie zu investieren.
 
Wenn neben den privaten Haushalten auch die Unternehmen sparen, stellt sich in einer Volkswirtschaft die Frage, wer diese Ersparnisse aufnehmen soll. Es bleibt im Inland nur der Staat. Aber wenn der Staat wie derzeit in Deutschland selbst spart, indem er Haushaltsüberschüsse zur Schuldentilgung nutzt, bleibt nur noch das Ausland. Und so geschieht es dann auch: Fast ein Zehntel der deutschen Wirtschaftsleistung fließt jedes Jahr in Form von Ersparnissen aus Deutschland heraus, weil es hierzulande dafür keine Verwendung gibt. Man muss sich über niedrige Zinsen in Deutschland also nicht wundern.
 
Entlastung ist keine in Sicht: Nach dem traditionellen Lehrbuch sollten die privaten Haushalte in Zukunft weniger sparen, weil die Babyboomer allmählich in den Ruhestand treten und die Rentner ihr Erspartes ausgeben. Doch Rentner können dank der höheren Lebenserwartung heute einen sehr viel längeren Lebensabend erwarten als früher; das dürfte viele ältere Menschen zögern lassen, schnell viel Geld auszugeben. Zudem führen die niedrigen Zinsen dazu, dass Sparer, die sich ein festes Ziel vorgenommen haben, in der Ansparphase mehr zurücklegen müssen als bei höheren Zinsen.
 
In den vergangenen Jahren sind in der internationalen Fachwelt zahlreiche Arbeiten erschienen, die den Einfluss dieser fundamentalen Faktoren auf den Zinsrückgang schätzen. Solche Berechnungen sind aus methodischen Gründen nicht einfach. Der deutsche „Wirtschaftsweise“ aus dem Sachverständigenrat der Bundesregierung, Volker Wieland, hat gezeigt, wie vorsichtig die Ergebnisse interpretiert werden sollten. Aber die meisten Ökonomen halten die fundamentalen Einflüsse trotz aller Unsicherheiten für bedeutend.
 
Wirtschaft funktioniert nicht wie im Modell
 
Freilich gibt es auch noch die Zentralbanken. In einem Lehrbuchmodell, das auf Arbeiten des schwedischen Ökonomen Knut Wicksell zurück geht, passen sie ihre Leitzinsen an das von den fundamentalen Kräften vorgegebene Zinsniveau an. Eine sehr niedrige Inflationsrate spricht nach dem Modell für einen richtig gesetzten Leitzins. Ist der Leitzins zu niedrig, müsste die Inflationsrate steigen. Ist er zu hoch, könnte eine Deflation drohen. Nach diesem Kriterium wären die aktuellen Leitzinsen in etwa richtig.
 
Ganz so einfach wie im Modell funktioniert Wirtschaft aber nicht. Die Praxis zeigt, dass eine Zentralbank durchaus Spielraum für Zinspolitik hat, ohne dass die Inflationsrate gleich ausschlägt. Insofern ließe sich sagen: Das generell niedrige Zinsniveau in unserer Zeit erklärt sich primär mit fundamentalen Faktoren, für den negativen Leitzins ist allerdings die Europäische Zentralbank (EZB) verantwortlich. Vor allem für die Leitzinssenkung im vergangenen Herbst gab es keinen überzeugenden Grund. Negative Leitzinsen mögen ein zulässiges Instrument in einer schweren Krise sein. Zum Dauerzustand sollten sie aber nicht werden.
 
Auch zum Einfluss der Geldpolitik auf das Zinsniveau gibt es Schätzungen. Für die Vereinigten Staaten kommen mehrere Arbeiten zu dem Ergebnis, dass die drei Anleihekaufprogramme der Zentralbank die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen um rund einen Prozentpunkt gedrückt haben dürften. In Deutschland dürfte das im Jahr 2015 begonnene Anleihekaufprogramm der EZB zusammen mit Leitzinssenkungen und der Ankündigung der Zentralbank, die Geldpolitik weiterhin expansiv zu gestalten, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ebenfalls um rund einen Prozentpunkt gedrückt haben. Das heißt: Die Geldpolitik spielt für die negativen Renditen deutscher Anleihen schon eine Rolle. Aber auch ohne das umstrittene Anleihekaufprogramm wären die Renditen im historischen Vergleich immer noch sehr niedrig. (Eine erst vor wenigen Wochen veröffentlichte Arbeit, die sich mit den Bestimmungsgründen der Renditen von Staatsanleihen befasst, gelangt ebenfalls zu diesem Befund.)
 
Die geldpolitische Debatte war in Deutschland über Jahre hinweg zumindest in Teilen völlig entgleist und von der internationalen Debatte abgeschnitten. Verantwortlich hierfür waren unter anderem eurokritische Ökonomen, die aus politischen Gründen keinerlei Interesse besaßen, die Ursachen niedriger Zinsen anders zu erklären als mit der Geldpolitik des italienischen EZB-Präsidenten Mario Draghi.
 
Ihre Botschaft war simpel und lautete: Die Zinsen sind für die Deutschen so niedrig, weil die unter Kontrolle der Südländer befindliche EZB sie mit Rücksicht auf die Südländer nicht erhöhen will.
 
Zum Sündenbock erklärt
 
Diese Botschaft fand durchaus Gehör, denn für viele Deutsche kommt der Zins, der eigentlich ein wirtschaftliches Phänomen darstellt, sozusagen vom Amt. Zu besagten Ökonomen gesellten sich Vertreter der Finanzbranche, darunter Chefökonomen von Banken, denen die Geldpolitik nicht passte. Diese spürten Nachteile für ihre Unternehmen und brauchten einen Sündenbock für niedrige Zinsen und Renditen. Manche Bankmanager vertraten noch vor wenigen Jahren die Auffassung, mit einer anderen Geldpolitik lägen die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen wie früher bei fünf oder sechs Prozent. Mit der ökonomischen Realität hatte dies nichts zu tun.
 
Diese Stimmen sind zwar nicht völlig verstummt, aber der Versuch, Deutschland von der internationalen Debatte abzuschotten, ist gescheitert. Auf Dauer lässt sich wissenschaftliche Erkenntnis eben nicht ignorieren. Daher dominiert heute sowohl unter den deutschen Ökonomen als auch in der deutschen Finanzbranche weitgehend die auch international längst verbreitete Ansicht, nach der die niedrigen Zinsen sowohl auf fundamentale Gründe wie auf geldpolitische Eingriffe zurückzuführen sind. (Die Rolle der Geldpolitik ist in den vergangenen Jahren vor allem von Claudio Borio von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich betont worden, zuletzt hier.) Umstritten ist eigentlich nur, in welchem Maße fundamentale und monetäre Einflüsse auf die Zinsen wirken – aber das sind Debatten, die anhand empirischer Untersuchungen sachbezogen geführt werden können und die wenig Raum für Empörungsgesten lassen sollten.
 
Bewegung ist auch in der EZB erkennbar, seit Christine Lagarde den Posten Draghis übernommen hat. Dort mehren sich seit Monaten Stimmen, die sich kritisch zu den Nebenwirkungen negativer Zinsen zum Beispiel auf die Rentabilität der Banken äußern. Diese Kritik kommt nicht nur aus dem Norden der Währungsunion, sondern auch aus Frankreich und aus Italien. Es bestehen gute Aussichten für eine Versachlichung der Debatte über die Geldpolitik, und möglicherweise werden die Negativzinsen schneller verschwinden als heute erwartet.
 
Am Szenario grundsätzlich niedriger Zinsen dürfte sich so schnell aber nichts ändern: Die fundamentalen Gründe, die das Zinsniveau niedrig halten, bleiben auf absehbare Zeit wirksam. Nicht nur die Finanzbranche wird lernen müssen, mit niedrigen Zinsen zu leben. Auch diejenigen, die langfristig Kapital bilden wollen, werden erkennen müssen, dass das emsige Sparbuchsparen der Vergangenheit angehören sollte. Kapitalbildung muss auf einem sehr viel breiteren Fundament ruhen.
 
Dieser Beitrag ist eine leicht überarbeitete Fassung eines Artikels, der in der „Frankfurter Allgemeinen Woche“ erschienen ist.

 


26 Lesermeinungen

  1. Inflationsmythen
    Sehr geehrter Herr Stöcker,
    ich nehme an, daß Ihnen Art. 127 des Vertrages über die Arbeitsweise der EU geläufig ist. Der lautet:
    Das vorrangige Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken (im Folgenden „ESZB“) ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten. Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das ESZB die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union, um zur Verwirk­lichung der in Artikel 3 des Vertrags über die Europäische Union festgelegten Ziele der Union beizutragen.
    Preisstabilität ist aber nicht das Ansteuern eine Inflationsrate von im Mittel 2 %, sondern Null %. Wenn im Rahmen der EU Rechtsvorschriften noch ernst genommen würden, dürfte der Geldpolitik als nur um die Null herum und nicht um 2 % Inflation herum angesiedelt sein. Die Sache wird nicht dadurch besser, das die EZB schon 2003 ihren Rechtsbruch öffentlich gemacht hat oder daß Herr Weidmann diesen Wert auch für richtig hält. Wenn man 2 % Inflation zum Ziel machen will, muß man den Vertrag ändern und ihn nicht einfach unterlaufen. Das schafft keine Glaubwürdigkeit. Natürlich ist mir klar, warum man den Weg des Rechtsbruchs gewählt hat, eine Diskussion über im Mittel 2 % Inflation als geldpolitisches Ziel wäre zumindest bei den Wählern im Norden Europas schlecht angekommen.
    Ich glaube, daß Täuschung weder bei jungen noch älteren Wählern auf Dauer gut ankommt. Und daß der Euro in der gegenwärtigen Form jedenfalls für diejenigen, die auf eine die Preisstabilität gewährleistende Währung Wert legen und die auch möchten, daß das Projekt der europäischen Einigung nicht durch permanente Ungleichgewichte in den Mitgliedsländern oder durch die Durchsetzung von Ausgleichszahlungen auseinander fliegt, eine Mißgeburt ist, scheint mir unbestreitbar zu sein.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hansen

    • Preisniveaustabilitätsmythen
      Sehr geehrter Herr Hansen,

      Sie schreiben: „Preisstabilität ist aber nicht das Ansteuern eine Inflationsrate von im Mittel 2 %, sondern Null %.“

      Das ist Ihre Art der Interpretation – evt. auf Basis der Einschätzungen von Hans-Werner Sinn et al. – , die allerdings mit der geldpolitischen Realität der letzten 50 Jahre NICHTS gemein hat. Schon zu Bundesbankzeiten war es breiter Konsens, dass die Inflationsvorstellung bei 1,5 % bis 2 % liegt. Im Rahmen der monetaristischen Irrlehre plante die Bundesbank seit den 70er Jahren mit einem Geldmengenwachstum von 4,5 %. Dieser Wert setzte sich aus dem Wachstumspotential von 2,5 % sowie der gewünschten Zielinflation von 1,5 % bis 2 % zusammen. Mehr dazu finden Sie u. a. im Monatsbericht der Bundesbank vom Januar 1998: https://www.bundesbank.de/resource/blob/691514/3e7ab4c6870b060d4f38ae0736e07356/mL/1998-01-strategien-data.pdf

      Mir ist nicht bekannt, dass es nach Einführung des Stabilitätsgesetzes von 1967 Klagen gegen die Bundesbank gegeben hat, weil sie Preisniveaustabilität nicht mit 0 % sondern mit 2 % eingeschätzt hat. Es ist doch vielmehr so, dass die Gegner des Euro nach allen möglichen und unmöglichen Strohhalmen greifen, um die geldpolitischen Strategie der EZB zu diskreditieren.

      Fakt ist: Die EZB wurde als Ebenbild der Bundesbank konzipiert. Wer in diesem Kontext von „Rechtsbruch“ redet, der hat KEINE Ahnung; noch nicht einmal die leiseste. Das einzige, was hier „unterlaufen“ wird, das ist das Niveau der Debatte auf Basis alternativer Fakten: „Täuschung“ durch Legendenbildung.

      Zu diesen Personen gehört leider auch Ulrich van Suntum, der von einem Leser weiter unten verlinkt wurde. Statt van Suntum empfehle ich das monetäre Schwergewicht Adalbert Winkler: https://archiv.wirtschaftsdienst.eu/jahr/2016/4/die-nullzinsdebatte-wenn-tore-nicht-mehr-zaehlen/ sowie https://archiv.wirtschaftsdienst.eu/jahr/2014/7/dauerkritik-an-der-europaeischen-zentralbank-falsch-angewendete-theorie-untergraebt-vertrauen-in-die/

      Mit freundlichen Grüßen
      Michael Stöcker

  2. Auch Sie sind Partei
    Sehr geehrter Herr Braunberger,
    vielen Dank für die Aufklärung hinsichtlich der Haushaltspolitik der Bundesregierung. Ich hatte Ihre Anmerkungen so verstanden, als würden Sie sich auch in diesem Punkt dem Chor deren anschließen, die eine stärkere öffentliche Verschuldung als Allheilmittel anpreisen.
    Hinsichtlich der Zinspolitik der US-Fed widersprechen Sie sich selbst. Sie räumen ein, daß die Fed durch ihre Geldpolitik den Realzins sofort auf Null gebracht hat und daß diese Zinspolitik dann abgebrochen wurde. Das hatte also nichts damit zu tun, daß es nicht möglich ist, gegen den von Ihnen als entscheidend angegeben globalen Trend den Zins durch die Geldpolitik anzuheben. Das Beispiel der Fed zeigt gerade, daß die Geldpolitik in Richtung Anhebung der Zinsen gegen den von Ihnen behaupteten globalen Trend sogar dann wirkt, wenn sie angesichts der Geldpolitik der anderen großen Notenbanken zwangsläufig auch noch eine Einladung zu grandiosen Carrytrades ist. Abgebrochen wurde diese Politik entweder, wie ich meine, durch unflätigen politischen Druck oder, wie sie meinen, weil die Wirtschaft das höhere Zinsniveau nicht ertrug. Beides spricht für meine These, nicht für Ihre.

    Zu Ihrer abschließenden Bemerkung:
    „Über einen Punkt besteht aber in allen Lagern Einvernehmen, nämlich daß die Konstruktion des Euro und dann auch noch dessen Umsetzung in der EZB grandiose Mißgeburten sind.“
    Darüber existiert natürlich nicht in allen Lagern Einvernehmen. Daher habe ich auch keinerlei Sorge vor einem „Volksaufstand gegen den Euro.“
    nur soviel:
    Leider wird in der Politik und in der begleitenden Kommentierung immer erst reagiert, wenn die Dinge richtig schief gegangen sind.
    Die Frage der Mißgeburt EZB wird deshalb leider erst dann richtig virulent werden, wenn die Pensionen der Ärzte, Rechtsanwälte und Ingenieure gekürzt werden oder den ersten Pensionskassen das Geld ausgeht. Die Geschäftsberichte dieser Kassen sind Ihnen ja nicht verborgen und man kann dort nachlesen, mit welcher Verzweiflung man sich in hoch riskante Geschäfte stürzt, um den Offenbarungseid hinauszuschieben. Dieser Zeitpunkt kann übrigens auch noch nach einer Zinswende kommen, wenn nämlich die riskanten Geschäfte dann entwertet werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hansen

  3. Während die 2,6-Billionen-EZB-Marktverzerrung verniedlicht wird, startet das nächste Kaufprogramm
    Dazu ein Zitat der Deutschen Welle vom 12.09.19:

    „Ab November beginnt die Europäische Zentralbank (EZB) wieder mit dem Kauf von Anleihen. Wie die Zentralbank am Donnerstag in ihrer Ratssitzung mitteilte, wird sie für vorerst 20 Mrd. Euro pro Monat Schuldverschreibungen von Euroländern und Unternehmen kaufen. Ein Enddatum wurde nicht genannt.

    Damit nimmt die EZB das Kaufprogramm wieder auf, das sie erst im Dezember 2018 beendet hatte. Zu Hochzeiten hatte sie jeden Monat für 60 Mrd. Euro Anleihen gekauft, insgesamt hat sie so 2,6 Billionen Euro ausgegeben.“ (Zitat Ende)

    Die Hälfte der von der EZB gekauften Unternehmensanleihen sind ramsch-nah. Dazu berichtet das Handelsblatt am 11.12.2017:

    „Auffällig ist (…), dass die Hälfte der von der EZB gekauften Unternehmensanleihen auf die unterste Kategorie (BBB) des Investmentgrade-Bereichs entfallen … Geldpolitisch haben die Käufe einen umso stärkeren Effekt, je riskanter die EZB investiert. Denn dadurch drängt sie auch andere Investoren in riskantere Anlagen“

    (Zitat Ende)

    • Einer der häufigsten Anfängerfehler in der Volkswirtschaftslehre ist die Vorstellung, dass große Zahlen automatisch große Wirkungen haben. Auf diesem Aberglauben beruht im Grunde alleine die Masche der Crashpropheten – sie werfen große Zahlen in den Raum und wollen damit Angst erzeugen.
      Die „Verzerrungen“ durch Anleihekaufprogramme werden nicht „verniedlicht“ – sie sind seit Jahren erforscht und bestätigen das, was die moderne ökonomische Theorie erwarten lässt: Die Effekte der Anleihekäufe werden von Befürwortern wie von Gegner völlig überschätzt.

      Gruß
      gb

    • Zinsmythen
      Lieber Herr Braunberger,

      Sie schreiben: „Das niedrige Zinsniveau ist für viele Menschen ein Ärgernis und eine Herausforderung.“

      Ja, dies ist für viele Menschen eine Herausforderung; und zwar insbesondere eine intellektuelle, wie man nicht nur am Kommentar von Herrn Wege ablesen kann. Jahrelange kollektive Fehlprogrammierung über die Funktion des Zinses sowie die Höhe der optimalen Inflationsrate spiegeln sich in den Kommentaren wider. Das sind die Folgen, wenn sich geldpolitische Laien auf das Urteil des laut BILD „klügsten Professors Deutschlands“ verlassen, statt mit dem selbständigen Denken zu beginnen.

      Diese fundamentalen Missverständnisse über die Funktion des Zinses in einem zweistufigen Kreditgeldstandard hatten mich dazu bewogen, hierzu einen eigenen Blog einzurichten. Der erste Beitrag aus dem Jahr 2013 befasste sich mit den zentralen Zinsmythen und gipfelte 2015 in einer kritischen Analyse eines Beitrags von Stephan Kaiser bei SPON: https://zinsfehler.com/2015/12/20/aufgelesen-bei-spon-endlich-verstaendlich-wie-zinsen-die-welt-veraendern/

      Auf einen Punkt möchte ich noch aufmerksam machen, weil er bei oberflächlicher Betrachtung schnell zu einer Fehleinschätzung führen kann. Sie schreiben:

      „Die Zinsen werden vermutlich noch lange niedrig bleiben, aber Negativzinsen sind nicht zwingend ein dauerhaftes Phänomen. So hat die Schwedische Reichsbank kürzlich ihren Leitzins von minus 0,25 Prozent auf null Prozent erhöht.“

      Ich teile Ihre Einschätzung, möchte aber betonen, dass die Schwedische Reichsbank damit noch nicht in Gänze aus dem Negativzins ausgestiegen ist. Die Deposit-Rate (vergleichbar mit dem Negativzins/Einlagefazilität der EZB) war in der Vergangenheit deutlich negativer als bei der EZB und wurde in drei Schritten von -1,25 % auf nun -0,1 % erhöht: https://www.riksbank.se/en-gb/statistics/search-interest–exchange-rates/repo-rate-deposit-and-lending-rate/

      LG Michael Stöcker

    • Herr Wege - meine Empfehlung ...
      … wäre ein Gastbeitrag von Ulrich van Suntum vom 15.1.2019 in der FAZ:

      https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/geldpolitik-einfluss-auf-den-natuerlichen-zins-16536933.html?printPagedArticle=true#void

  4. Auch Sie sind offenbar Partei
    Sehr geehrter Herr Braunberger, Sie haben auf den Beitrag Haas gefragt, woher er wisse, daß Frau Largarde eine höhere Inflation als 2 % in Kauf nehmen wolle. In der Tat gibt es dazu eine Ausarbeitung des IMF, in der angeregt wird, daß man für eine gewisse Zeit ein überschießende Inflation in Kauf nehmen sollte. Frau Largarde hat dazu beim IMF keine eigene Meinung gehabt, weil sie von wirtschaftlichen Dingen keine Ahnung hat, sie verfügt aber über die bemerkenswerte Fähigkeit, ihr vorgelegte Berichte sehr schnell aufnehmen und gut wiedergeben zu können. Wenn sie sich über die Berater hinweggesetzt hat, ging es schief, wie das Beispiel Argentinien zeigt. Sie wird deshalb auch bei der EZB auf das Personal angewiesen sein, das Herr Draghi installiert hat und vermutlich deren Empfehlungen umsetzen. Von daher ist damit zu rechnen, daß sie als deren Sprachrohr die Politik der Südschiene weiter fortsetzen wird. In dem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie weit ein Inflationsziel von 2 % oder sogar eine „überschießende“ Inflation mit der gesetzlichen Vorgabe der EZB auf Erhaltung der Geldwertstabilität vereinbar ist. Im Gegensatz zur US-Fed hat die EZB nämlich keinen wirtschaftspolitischen Auftrag und übrigens auch keinen Auftrag, den Euro als solchen durch geldpolitische Maßnahmen zu erhalten. Daß Herr Draghi seine Politik verfolgen konnte, ist nur der schon europaextremistisch zu nennenden Rechtsprechung der EU-Gerichte zu verdanken. Ihre Bemerkungen zur Geldpolitik halte ich für sehr „zurückhaltend“. Die BoJ versucht das, was die EZB in den letzten Jahren gemacht hat, schon seit über 20 Jahren ohne Erfolg. Ihren Hinweis, der Staat sollte durch Investitionen das überschüssige Geld aufnehmen, kann ich nur als Satire einordnen, denn wie sollte sich das auf den Zins auswirken, wenn die dafür erforderlichen Anleihen von der EZB mit Geldschöpfung erworben werden. Sie hält bereits jetzt fast ein Drittel aller Staatsanleihen des Euroraums und auch noch Bank- und Unternehmensanleihen, es fehlen nur noch Aktien zur Stützung dieses Marktes. Diese aus dem Nichts produzierte Geldschwemme ist ein wesentlicher Grund für den Zinsverfall. Daß der von Ihnen angeführte globale Wirtschaftstrend nicht der entscheidende ist, hat die vorübergehende Zinswende in den USA gezeigt, nachdem die US-Fed – auf politischen Druck leider nur vorübergehend – mit dem Gelddrucken aufhörte. Sie mußte dazu noch nicht einmal ihre Bestände massiv abbauen. Sie haben sicher recht mit ihrem Hinweis, daß auch die Äußerungen der Wissenschaft zur Geldpolitik parteiisch sind. Das gilt aber auch für das, was sie als Mainstream darstellen. Über einen Punkt besteht aber in allen Lagern Einvernehmen, nämlich daß die Konstruktion des Euro und dann auch noch dessen Umsetzung in der EZB grandiose Mißgeburten sind. Das Problem mit Mißgeburten ist, wie man sie los wird, dafür gibt es leider bisher kein Rezept.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hansen

    • Sehr geehrter Herr Hansen,

      Zu Lagarde und dem Inflationsziel:
      Sie verwenden Formulierungen wie „Es ist damit zu rechnen…“ oder „Sie wird darauf angewiesen sein…“. Das sind alles Vermutungen.Darauf lässt sich keine These gründen, dass sie für ein deutlich höheres Inflationsziel eintreten wird.

      Dann schreiben Sie:
      „Ihren Hinweis, der Staat sollte durch Investitionen das überschüssige Geld aufnehmen, kann ich nur als Satire einordnen…“
      Wo habe ich so etwas geschrieben?

      Weiter schreiben Sie:
      „Daß der von Ihnen angeführte globale Wirtschaftstrend nicht der entscheidende ist, hat die vorübergehende Zinswende in den USA gezeigt, nachdem die US-Fed – auf politischen Druck leider nur vorübergehend – mit dem Gelddrucken aufhörte. Sie mußte dazu noch nicht einmal ihre Bestände massiv abbauen.“
      Das amerikanische Beispiel stützt vielmehr die These der Existenz fundamentaler Gründe für den Zinsrückgang. Wenn eine Wirtschaft nach zehnjähriger Hochkonjunktur bei einem Realzins von gerade Null gelandet war, ehe die geldpolitische Straffung wieder abgebrochen wurde, zeigt das, dass hier andere Kräfte wirken als nur die Geldpolitik.

      Sie schließen mit:
      „Über einen Punkt besteht aber in allen Lagern Einvernehmen, nämlich daß die Konstruktion des Euro und dann auch noch dessen Umsetzung in der EZB grandiose Mißgeburten sind.“
      Darüber existiert natürlich nicht in allen Lagern Einvernehmen. Daher habe ich auch keinerlei Sorge vor einem „Volksaufstand gegen den Euro.“
      Gruß
      gb

    • Inflationsmythen
      Lieber Herr Hansen, Sie schreiben:

      „In der Tat gibt es dazu eine Ausarbeitung des IMF, in der angeregt wird, daß man für eine gewisse Zeit ein überschießende Inflation in Kauf nehmen sollte.“

      Hierzu bedarf es keiner besonderen Ausarbeitung des IMF, sondern ein Blick in die Entscheidungen des EZB Rats aus dem Jahre 2003; also lange vor der Eurokrise. Dort hieß es:

      „“Preisstabilität ist definiert als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter 2 % gegenüber dem Vorjahr. Preisstabilität muss mittelfristig gewährleistet werden.“ Heute hat der EZB-Rat diese Definition (die er im Jahr 1998 angekündigt hat) bestätigt. Gleichzeitig erklärte der EZB-Rat, dass er beim Streben nach Preisstabilität darauf abzielen wird, mittelfristig eine Preissteigerungsrate von nahe 2 % beizubehalten. Diese Klarstellung unterstreicht die Verpflichtung der EZB, zum Schutz gegen Deflationsrisiken für eine ausreichende Sicherheitsmarge zu sorgen. Außerdem befasst sie sich mit eventuell vorliegenden Messfehlern beim HVPI und mit den Auswirkungen von Inflationsunterschieden innerhalb des Euro-Währungsgebiets.“ https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2003/html/pr030508_2.de.html

      Insofern MUSS die EZB sogar für eine gewisse Zeit eine Inflationsrate von über 2 % zulassen, DAMIT ihre Glaubwürdigkeit gewahrt bleibt, wenn zuvor die Inflationsrate für einen längeren Zeitraum deutlich unterhalb der Ziellinie von 2 % lag. Alles andere wäre ein Verstoß gegen ein Zielsystem, das in Fachkreisen als sinnvoll eingeschätzt wird. Ich verweise hierzu insbesondere auf den Beitrag von Herrn Braunberger aus 2015: https://blogs.faz.net/fazit/2015/09/25/die-optimale-inflationsrate-liegt-nahe-zwei-und-nicht-bei-null-prozent-6538/

      sowie auf diese Passage aus der Rede von Jens Weidmann von 2018: https://www.bundesbank.de/de/presse/reden/geldpolitik-in-einem-sich-wandelnden-umfeld-744774#tar-3

      „Das Problem mit Mißgeburten ist, wie man sie los wird, dafür gibt es leider bisher kein Rezept.“

      Das Problem sind nicht so sehr die Missgeburten, sondern vielmehr die Missinterpretationen der monetären Wirklichkeit. Und dazu gehört insbesondere die Einschätzung, dass es sich beim Euro um eine Missgeburt handle. Und wie man eine solche intellektuelle Fehleinschätzung/Missgeburt wieder los wird, das ist aufgrund der kognitiven Dissonanz ein hoffnungsloses Unterfangen. Aber glücklicherweise sterben die Alten irgendwann weg und machen Platz für neue Einschätzungen und Einsichten.

      Insofern sollten wir weiter gegen die monetären Mythen anschreiben und die Konstruktionsfehler des Euro beseitigen sowie unser Geldsystem evolutorisch weiter entwickeln.

      LG Michael Stöcker

  5. Löhne
    Sehr geehrter Herr Braunberger
    Finde Ihre Analyse bemerkenswert. Habe wie ich meine schon andere Texte von Ihnen gelesen. (Hört sich fast wie Flassbeck an)
    Zur Ergänzung habe ich noch eine Frage:
    Warum spielt die Entwicklung der Löhne innhalb der letzten 20 Jahre in Ihrer Analyse so eine geringe Gewichtung?
    Lg
    Hans Renner

    • Sehr geehrter Herr Renner,

      Sie schreiben:
      „Habe wie ich meine schon andere Texte von Ihnen gelesen.“
      Ich schreibe seit Jahren Texte über die fundamentalen Gründe, die zum Zinsverfall beitragen. Alleine hier im FAZIT-Blog finden sich mehrere Beiträge.
      „(Hört sich fast wie Flassbeck an)“
      Das hat in all den Jahren aus guten Gründen noch niemand behauptet. Ich schreibe über internationalen ökonomischen Mainstream; Flassbeck gehört dazu nun wirklich nicht.
      „Warum spielt die Entwicklung der Löhne innerhalb der letzten 20 Jahre in Ihrer Analyse so eine geringe Gewichtung?“
      Weil sie in der mir bekannten Empirie nicht auftauchen, andernfalls hätte ich sie erwähnt. Mit dem Erklärungsgehalt der Löhne tun sich derzeit viele Ökonomen schwer. Ich fürchte, dazu keinen eigenen Beitrag leisten zu können.
      Viele Grüße
      gb

  6. Es bleibt ein Ziel der EZB außen vor
    Der Maastrich-Vertrag sieht Preisstabilität vor. Die EZB will 2% Inflation (Frau Lagarde überigens einen deutlich höheren Wert). Wenn der Mechanismus so funktioniert, wie die von Ihnen geschilderte Lehrmeinung unterstellt, dann müßten die Zinsen deutlich negativer werden, um diese Ziele zu erreichen. Da der Mensch vielleicht bequem, aber nicht dumm ist, wird es Ausweichmechanismen geben, zB. Bargeld oder Edelmetall. Beides will man für den Bürger abschaffen oder einschränken – immer mit dem Argument, organisierter Kriminalität zu bekämfen und nicht mit dem Ziel, durch Inflation die Schuldenlast von Staaten zu mildern.

  7. Wieder so ein Verschleierungsversuch
    „Die fundamentalen Gründe, die das Zinsniveau niedrig halten, bleiben auf absehbare Zeit wirksam.“
    Das ist richtig, nur die Gründe sind andere, als im Artikel dargelegt.
    das läßt sich ganz einfach und exemplarisch am Beispiel Spanien festlegen.
    Vor dem Euro gab es einen beachtlichen Zinsspred zwischen den wirtschaftsstarken Ländern wie Deutschland und den Niederlanden einerseits und den eher ökonomisch schwachen Südländern andererseits. Südländer, die vorher für eine weitere Verschuldung 8% zahlen mußten, konnten nun bei gleich hohem Schuldendienst die 4-fache Menge an Schulden aufnehmen. Gleiches galt für private Hypotheken, die fast ausschließlich zu variablem Zins abgeschlossen wurden. Auch hier wurde eine Spirale von Preisexplosion am Immobilienmarkt mit korrespondierend höheren Hypotheken in Gang gesetzt. Mit Eintreten der Wirtschaftskrise und Anziehen der variablen Hypotheken (Euribor + 0,75-1,5%) konnten viele Hauskäufer die Zinsen nicht mehr bedienen oder mußten die Laufzeiten auf bis zu 50 Jahre (!) verlängern.
    Was eine Anhebung des Leitzinses für die Staatsverschuldung (in Spanien etwa 5% pro Jahr) oder für etwa 1,5 Millionen Hypotheken bedeuten würde, läßt sich leicht ausrechnen.
    Deshalb ist der einzige Grund für die niedrigen Zinsen der EZB die Stützung bankrotter Südländer einschließlich ihrer überschuldeten Bürger. Das ganze zu Lasten deutscher Ersparnisse, Lebensversicherungen und Betriebsrenten.

    • Die niedrigen Zinsen sind ein globales, nicht nur ein europäisches Phänomen. Daher ist Ihre These schlichtweg – und offensichtlich – falsch.
      Gruß gb

    • Aber auch die Krise und das Agieren der Notenbanken war global
      .

    • Draghi
      Draghi machte sein eigenes Ding und rettete die Südländer Europas. Klar auf Kosten Deutschlands. Alle sollen in Europa gleich werden. Koste es was es wolle. Schrecklich.
      Dem Beitrag von Herrn Rabisch kann ich nur zustimmen.

  8. Weniger Investitionen und alternder Kapitalstock
    Dass Unternehmen weniger investieren, liegt augenscheinlich nicht allein am (kapitalsparenden?) technischen Fortschritt, sondern an der Unterlassung von Modernisierungsinvestitionen. Ein Indiz dafür ist das wachsende Alter des Kapitalstocks in den USA: https://www.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-1703/

  9. Demografie verursacht steigende Ersparnisse?
    Worauf, Herr Braunberger, stützt sich die Annahme, dass die Demografie zu steigenden Ersparnissen geführt habe? Die Statistik zeigt, dass die Sparquoten der privaten Haushalte in den den meisten OECD-Länder seit 1995 mehr oder weniger deutlich gesunken sind (Ausnahme Schweiz). https://de.statista.com/statistik/daten/studie/168325/umfrage/sparquote-privater-haushalte-in-laendern-europas/

  10. Niedrigzinsen
    Nicht zuletzt investieren die deutschen Unternehmen wegen der schlechten Wirtschaftsbedingungen in Deutschland so wenig. Industrie wird ja förmlich vertrieben mit den stetig steigenden Strompreisen und den Umweltauflagen. Die digitale Infrastruktur ist teils auch mangelhaft, besonders den ländlichen Regionen. Bahn/Straßennetz ist auch mangelhaft. Nicht zuletzt erzielen viele deutsche Unternehmen durch den zu niedrigen Eurokurs genug Umsatz, sind nicht gezwungen zu investieren. Der Euro macht Deutschland arm, nicht nur wegen des niedrigen Zinses.

    • Dieniedrigen Zinsen sind ein globales Phänomen. Daher braucht man eine globale Erklärung. Das ist der Euro und seine vermuteten Auswirkungen auf deutsche Investitionen nicht.
      Gruß gb

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