Deus ex Machina

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Der Tagesspiegel bei Twitter oder wie ich lernte, Porno, Sperma, Putin und die Hamas zu lieben

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Sippenhaft und Gesinnungsschnüffelei 2.0: Wer bei Twitter den falschen Leuten folgt, wird schnell für deren Inhalte verantwortlich gemacht - wenn es den Medien nur zum Skandal verhilft

Johannes Kahrs ist umstritten. Der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Hamburg kam schon früh wegen seiner wenig zimperlichen Methoden ins Gerede. Er und seine Gefolgschaft bringen Unruhe in die SPD der Hansestadt Hamburg. Als Sprecher des innerparteilichen Seeheimer Kreises stösst er bei Parteilinken auf heftige Ablehnung. Er ist trotzdem Beauftragter der Fraktion für Schwule und Lesben, und hat aus seinen privaten Neigungen keinen Hehl gemacht. Das und mehr kann man etwa hier nachlesen, und der Eindruck ist nicht eben einer, der besondere Sympathie erwecken würde. Wie viele andere Politiker hat Kahrs auch einen von ihm selbst gefüllten Twitteraccount, in dem er mehr oder weniger Bedeutendes aus seinem Alltag schreibt.

Nun ist Twitter eine zweigleisige Kommunikation: Einerseits kann man dort kurze Texte und Bilder selbst veröffentlichen. Es ist also ein Medium, für das man bei der Publikation persönliche Verantwortung trägt. Gleichzeitig kann man aber auch automatisiert die Inhalte anderer lesen – also Inhalte, deren Verantwortung andere tragen. Kahrs hat das bei über 1300 Twitteraccounts gemacht. Man kann sich diese Accounts anschauen, ihre Autoren, nicht aber deren Inhalte, sind öffentlich auf den Account von Kahrs einsehbar. Der Tagesspiegel hat das nun bei Kahrs gemacht und festgestellt, dass ein paar Dutzend Material verbreiten, das man als pornographisch bezeichnen könnte. Und einem Skandal daraus gemacht, mit unbeantworteten Fragen nach dem Alter der Abgebildeten.

Was sie Kahrs also vorwerfen, ist das, was andere verbreiten. Es gibt keinen Nachweis, dass Kahrs diese Inhalte wirklich gut findet, denn bei 1300 Accounts und seinem Arbeitspensum dürften die Nachrichten sehr schnell auch unbemerkt durchrauschen, vermutlich sind es etliche tausend am Tag. Es gibt auch keinerlei Beweis, dass Kahrs etwas mit den Leuten hinter den Accounts zu tun hat; bei öffentlichen Personen aus der Politik ist es ohnehin oft so, dass sie jenen, die ihnen folgen, ebenfalls folgen. Und bei einem Politiker, dessen Arbeit die Schwulen- und Lesbenpolitik umfasst, sollte es nicht verwundern, wenn er Accounts folgt, die sich mit dem Thema beschäftigen. Rechtlich jedenfalls hat Kahrs dafür keine Verantwortung, die Darstellungen nackter Körper sind zumeist nicht verboten, ob er die Inhalte überhaupt wahrgenommen hat, ist nicht erwiesen. Man könnte auch noch anmerken, dass man wirklich hochklassiges pornographisches Material ganz sicher nicht bei Twitter suchen würde, sondern eher bei Tumblr oder einer der gefühlt 128.394.987.863 Sexseiten im Internet, die dann auch Bewegtbild und Ton anbieten. Und zwar so, dass man sich das bei Bedarf zeitgerecht anschauen kann und nicht warten muss, bis einem Frau P. dieses Bild mit der Spermaanspielung schickt.

Ich sage das, weil ich keinen 100 Leuten folge, aber es im Laufe der Woche tatsächlich möglich gewesen wäre, mir mit den Methoden des Tagesspiegels eine besondere Affinität zu diesem Thema nachzusagen. Ich folge ganz sicher keinem einzigen Pornoaccount, aber zufälligerweise hat es ein paar Frauen gefallen, dazu Bilder und Anspielungen zu verbreiten, sei es nun in eigenen Worten oder Retweets. Darunter alleinerziehende Mütter, Singles, verheiratete Frauen, teilweise folge ich aus Neigung und teilweise, weil ich etwas recherchierte, die Damen plappern halt so vor sich hin und am Ende des Tages könnte mir ein dreckiger Gesinnungsschnüffler tatsächlich nachweisen, dass es in meiner Timeline mehrfach um dieses Thema ging. Blöd gelaufen für mich, illustriert sähe das, auf diese Aussagen begrenzt, wirklich etwas seltsam aus. Vielleicht lag es am Mond oder der Hitze, vielleicht war es ein Zufall, jedenfalls habe ich während der letzten drei Tage über ein Dutzend saftige Bemerkungen gelesen – ohne dass ich jemals einen Account abonniert hätte, um so etwas zu lesen.

Anhand geschickter Auswahl der Accounts, denen ich folge, könnte man übrigens auch zeigen, dass ich auf Seiten der Ukraine bin. Oder auf Seiten Russlands. Oder für Gaza. Oder für Israel. Man könnte mir einem Hang zur Religiosität nachsagen, weil ich Klosterschülerinnen und einer Kopftuchfreundin folge, oder auch einen Hang zum Feminismus, oder zum Machotum – das alles gibt es. Es gibt, weil ich aus beruflichen Gründen einigen im Bereich der Schwulenpolitik engagierten Piraten folge, anlässlich des Christopher Street Days auch mal die Darstellung minderjährigen Ponies beim Analverkehr. Dabei bin ich eigentlich nur ein agnostischer Spiesser vom Tegernsee, der traditionelle Werte schätzt, Rokokogemälde sammelt, und oft genug im Nahen Osten war, um zu wissen, wie schwierig das alles ist, und was für ein dummes, unreflektiertes Gefasel teilweise durch die Netze schwirrt. Will sagen: Man kann in mich aufgrund der verfolgten Accounts so gut wie alles hineininterpretieren, ohne dass es auch nur ansatzweise meiner Person entspricht. Mein Twitteraccount ist übrigens von der FAZ registriert – würde man argumentieren wie der Tagesspiegel, der in der beruflichen Verwendung des Accounts sein Recht finden will, angebliche Vorlieben in die Medien zu zerren, wäre ich wegen meines banalen Leseverhaltens Freiwild für jede Art der bösartigen Unterstellung. Genau diesen Irrsinn macht der Tagesspiegel.

Er ist damit nicht allein. Die NSA erstellt aufgrund ähnlicher Erkenntnisse über das Nutzerumfeld ihre Listen mit potentiellen Terroristen. Deutsche Dienste wollen die sozialen Netzwerke überwachen, und wichtig ist dann nicht, was jemand eigenverantwortlich sagt, sondern auch das, was sein Umfeld tut. Dann kennt man halt die falschen Leute, steckt in den als falsch definierten Kreisen und wird entsprechend abgespeichert. Auf diese Art und Weise schnüffeln Personalabteilungen den Bewerbern nach, und die linksbizarren Unterwanderer der Piraten jenen, die mit ihnen nach dem Verlust von Macht und Einfluss eine Politsekte gründen wollen. Das von mir boykottierte Unternehmen Amazon würde mir auf diese Art gern Bücher andrehen, die anständige Menschen im Buchhandel kaufen. Es geht nicht mehr um das, was man tut oder gar denkt, sondern um das, was jene sein könnten, mit denen man Kontakt hat. Ob man das teilt, glaubt, befürwortet oder es sich nur anhört, um sich eine eigene Meinung zu bilden, ist bei dieser Art der Beurteilung, der Unterstellung und des Rufmords vollkommen egal. Und in diesem Geschäft ist eine Revision der Bewertung nicht vorgesehen.

Wie aus ein paar Klicks und Likes in sozialen Netzen aus einem gemässigten Politiker in der gezielten Darstellung ein Freund absonderlicher Einstellung konstruiert werden kann, hat letzthin die antideutsche Zeitung „Jungle World“ vorgeführt: Der neue politische Geschäftsführer der Piraten ist wie der restliche Vorstand überhaupt nicht nach dem Geschmack des Mediums, und so entwirft die Autorin aufgrund der banalen Mitgliedschaft in Facebookgruppen das Bild eines politischen Risikofaktors. Gegen solche Methoden kann man sich kaum schützen: Man müsste bei allen Kontakten die gesamte Vorgeschichte prüfen, und ihre laufende Entwicklung kontrollieren, um keine Angriffsfläche zu bieten.

Aus gutem Grund gibt es zwei fundamentale Rechtsgrundsätze. Ohne Gesetz keine Strafe. Und niemand soll für die Tat eines anderen verurteilt werden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist das Betrachten von Inhalten in diesem Staat ein Grundrecht, das von Kunst-, Meinungs- und Informationsfreiheit garantiert wird. Solange die Inhalte nicht dezidiert illegal sind, sind sie legal. Und Sie als Leser tragen keine Verantwortung für das, was ich oder andere schreiben. Wäre es anders, wären wir wieder in den finstersten Zeiten der Gesinnungsjustiz. Natürlich gibt es in diesem Land auch eine Pressefreiheit, auf die sich sogar sowas wie der Tagesspiegel bei seiner Berichterstattung berufen darf.

Aber wer wie der Tagesspiegel das Fass der Sippen- und Gesinnungshaftung im Internet aufmachen und mit dem Generalverdacht nur Belastendes sehen will – der ist die perfekte vierte Macht in einem verkommenen Staat, in dem die gewählten Vertreter zu feige sind, Snowden Asyl zu gewähren, die Justiz auf keinen Fall den massenhaften Rechtsbruch durch die NSA sehen möchte, und die Geheimdienste das eigene Volk möglichst komplett ausspionieren wollen.

HINWEIS;

Klinisch reine Kommentare, nach Möglichkeit bitte humorfrei und komplett sexlos, können auch im Kommentarblog kommen. Äh. also.

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25 Lesermeinungen

  1. Können Sie den Link unter
    „können auch im Kommentarblog kommen.“ = http://blogs.faz.net/deus/2014/07/30/der-tagesspiegel
    -bei-twitter-oder-wie-ich-lernte-porno-sperma-putin-und-die-hamas-zu-
    lieben-2117/Der%20Tagesspiegel%20bei%20Twitter
    %20oder%20wie%20ich%20lernte,%20Porno.%20Sperma,%20Putin%20un
    d%20die%20Hamas%20zu%20lieben

    bitte in

    http://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2014/07/30/der-tagesspiegel-bei-twitter-oder-wie-ich-lernte-porno-sperma-putin-und-die-hamas-zu-lieben/comment-page-1/

    ändern? Danke.

  2. Schwäche oder stärke ich das Sytem?
    Es erscheint paradox, dass eine herrschende Klasse, und die sog. 4. Macht stellt zusammen mit dem Geld letztlich nur die virtuelle Seite einer bestimmten Klassenherrschaft dar, der die unterdrückte Klasse abhanden gekommen zu sein scheint, eine paranoide Angst gegenüber den letzten Unangepassten entwickelt. Dennoch will mir genau dies das Wesen der Problematik darstellen. Es macht also wenig Sinn sich an den einzelnen Exzessen abzuarbeiten. Wir müssen ein Verständnis davon bekommen, was dies bedeutet, bzw. welche Gegenmaßnahmen erforderlich, bzw. überhaupt möglich sind. Zizik ist es, der sich als Philosoph mit dieser Thematik beschäftigt. Ich habe mehrfach darüber berichtet. Und demselben Zizek verdanken wir auch die Einsicht, dass dennoch Unangepasst-sein mitnichten ein Indiz für Widerständigkeit ist. Denn nach Zizek gelingt es diesem Kapitel immer besser auch die unangepassteste Form des Widerstandes zu assimilieren, ja zu vermarkten. „Ich möchte lieber nicht“ – http://blog.herold-binsack.eu/2011/08/%e2%80%9eich-mochte-lieber-nicht%e2%80%9c/ – ist daher Zizeks gedrechselt wirkende noch mögliche Geste des Widerstandes. Ich bin mir nicht sicher, ob ich da Zizek noch zu folgen vermag; doch wenn ich mir Ihren verzweifelt geführten Kampf gegen die Unterwanderung der Piraten durch sog. Antifaschisten, bzw. „Antideutschen“ anschaue, und jetzt wieder diese Kraftaufwendung gegen den aktuellen ethischen Sauberkeits-Fetischismus im öffentlichen Raum, könnte auch ich verzweifeln. Denn natürlich stelle ich mir mit Zizek die Frage: schwäche oder stärke ich das Sytem, mit gleich welcher Aktion?

    • Ich habe ne Binsenweisheit für Sie: Als Mensch in Gesellschaft stärken Sie immer ein System!
      Und Sie bekommen im Regelfall nur alle paar Jahrhunderte die Möglichkeit, sich das System aussuchen zu können.

      Wer das nicht will,muss konsequent aussteigen: Einsiedler mit kompletter (!) Selbstversorgung.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • "Aussteigen", das überlasse ich gerne anderen
      Das ist eine Leistung, dass Sie erkennen, dass wir uns das System alle paar Jahrhunderte aussuchen können. Die hätte ich Ihnen, entschuldigen Sie meine Direktheit, Herr Haupts, so gar nicht zugetraut. Nun ja, denn genau darauf setze ich. Wir befinden uns nämlich, nicht nur nach meiner bescheidenen Meinung, genau am Beginn wieder einmal eines solchen Jahrhunderts, Jahrtausends gar. Und wenn wir diese Chance wieder mal vertun, könnte es unsere letzte gewesen sein. „Aussteigen“, das überlasse ich gerne anderen. Und Sie ahnen vielleicht, wen ich damit meine. Es sind nämlich die konservativen Zeitgenossen, die in solchen Zeiten verzweifelt nach einem Weg des Ausstiegs suchen. Also die Leute, die das revolutionäre Potential solcher Zeiten, wenn überhaupt erkennen, dann fürchten.

    • Durchus möglich. Wenn die Automatisierung im bisherigen Tempo fortschreitet, gibt es "Knappheit"
      in wenigen Generationen nur noch dort, wo nicht substituierbare und gleichzeitig endliche Rohstoffe verbraucht werden.

      DANN ist der richtige Zeitpunkt gekommen, das bisherige marktwirtschaftiche/kapitalistische System auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen, weil sich seine Nützlichkeit überlebt hat.

      Nur keine falschen Hoffnungen – auch das, was dann folgt, wird vom Menschen nicht als Paradies wahrgenommen werden.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  3. Nachdem der Pöbel die öffentliche Diskurshoheit hat, kommt ein Kahrser "Skandal" dabei raus.
    Was erwartet man, nachdem man dem Mob nicht nur Lesen, sondern auch Schreiben beigebracht und seine Angehörigen danach als „Journalist“ eingestellt hat?

    Und wenn ich gemein wäre, würde ich zu Kahrs sagen: Selbst Schuld, Sie haben Twitter …

    Gruss,
    Thorten Haupts

    • Bin so gemein, dass ich's sage:
      Alle (Privatleute) sind selbst Schuld, die einen Twitter-Account nach dem Einrichten (um den eigenen Klarnamen zu besetzen) auch noch bedienen. Schon Fußballgucken ist anregender als dem alphabetisertem Zwitschern zuzusehen.

  4. Seniorenteller
    So, so. Die Generation x entdeckt das Internet 2.0 für sich…

  5. Blutgetränktes im Sommerloch
    Der voyeurịstische Blick auf angeblich perverses Verhalten anderer war schon immer ein billiges Quotenrezept, nicht nur im Sommerloch. Unsere Medien reinigen rückstandslos: Aktion Saubere Bettlaken. Blutgetränktes dann abends bei der Tagesschau aus dem Nahen Osten – der ganz normale Irrsinn halt.

  6. Der letzte Absatz ...
    bringt’s auf den Punkt. Unsere Welt bewegt sich in eine ganz und gar unangenehme Richtung.

  7. Der Begriff "Sippenhaft" ist ein Unsinn
    Das Wort heißt Sippenhaftung, „Sippenhaft“ gibt es nicht, bzw. ist ein sinnloses Wort.

    Ich würde an Stelle des Autors endlich Deutsch lernen und mir ein Wörterbuch besorgen.

    • Dumm und dreist: Der Troll
      Duden online (http://www.duden.de/rechtschreibung/Sippenhaft): Sippenhaft, die (Substantiv, feminin): Haft, Haftstrafe für jemanden, der der Sippenhaftung (2) unterworfen wird

    • Markenzeichen (?)
      Immerhin sind nicht mehr so viele Tippfehler drin.

    • Im Duden steht...
      …das Wort drin und auch der Sinn im Kontext der Sippenhaftung wird erläutert.

      Ach, hätten Sie doch einfach mal „Sippenhaft“ in Google gesucht! Schon der dritte Link verweist auf den Duden-Eintrag.

      Würden Sie den Duden als „Wörterbuch“ akzeptieren?

  8. Sexlos?
    …von irgendwoher habe ich den Satz im Ohr:

    “ Der ökonomische und sexuelle Mensch ist un-
    unterdrückbar.“

    Da haben sich die interessierten Kreise viel
    vorgenommen!

  9. Titel eingeben
    Nun ja, 1300 Accounts sind schon einige mehr als 100.
    Dass Herr Kahrs den Accounts mit seinem Bundestagstwitteraccount folgt, stellt einen Bezug zum Parteiauftrag doch ziemlich eindeutig her und irgendwie unnötig in den Vordergrund.
    Wenn Johannes Kars diesen teilweise recht ungewöhnlichen Accounts gern folgen möchte, könnte er das sehr einfach etwas unauffälliger gestalten und ist nicht gezwungen es ausdrücklich mit seinem Bundestagsmandat zu verknüpfen.

  10. Was auch noch aufgefallen war in diesen Tagen, wie mancher z. Zt. anscheinend tatsächlich auf diese
    Masche reitet, um eines persönlichen Vorteuils willen. Also Disfunktionalität verbreiteten, weil man dann so etwas wie eine „Diskurshoheit“ für sich in Anspruch nehmen könnte, einmal der „Anschieber wichtiger, gesellschaftlich relevanter Themen“ wäre, so nach dem Motto „Hochseilakrobatik in Zukunft auch wieder ohne Seil. Es schaut sich auch spannender zu!“

    Und zwar weil man insgeheim nur ganz alleine wüsste, dass man selbst aber eh nie in den Zirkus ginge – und schon gar nicht in „Zirkus mit Hochseilakrobatik“, sondern höchstens nur in „Zirkus mit Tieren und Clowns“.

    Gäbe es Geld für die Geräusche, die Wagen beim Hinabstürzen in Schluchten die steilen Abhänge hinter machten – es würden sich am Ende in dieser Dekadenz sogar „Neuwagenschieber“ finden – gut bezahlt natürlich nur. Also 12 Euro/Stunde statt nur 7.

    Zitat: „Es gibt keine Schuld wegen schlechten Umgangs, Schuld muss immer individuell zugerechnet werden. Aber Sanktionen sind kein strafrechtliches Mittel. Es geht nicht darum, ein in einem ordentlichen Verfahren festgestelltes Fehlverhalten zu ahnden, sondern um eine Geste der Ächtung. Wer seinen Teil dazu beiträgt, … am Leben zu halten oder von Nähe … profitiert, soll zu spüren bekommen, dass solche Nähe nicht nur Vorteile hat. Im Gegensatz zu rechtsstaatlich legitimierten Strafen enthalten Wirtschaftssanktionen durchaus ein Element der Sippenhaft, sie sollen es sogar. …

    Aber die Sperrung der Konten wäre schon einmal ein Schritt. Der Weg zur Macht führt über das Geld, der gegen sie auch.“ Zitat Ende.

    Es gäbe vermutlich sowieso längst viel zu viele Konten überall.

  11. Niveau
    Gute Nase?
    Denn zufälligerweise habe ich vor ein paar Wochen bewusst aufgehört, den Tagespiegel zu lesen, hab‘ auch den Link (‚Lesezeichen‘) dahin aus meinem Firefox entfernt. Die Texte des Redakteurs Malte Lehming z.B. waren mir irgendwann doch ZU weit rechts und auch schlicht zu doof.

  12. Titel eingeben
    Glücklich sind die, die Facebook, Twitter und Co nicht aus beruflichen Gründen benutzen müssen. Mein Beileid mit denen, die dieses Glück nicht haben.

    Wer es allerdings freiwillig macht, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er überhaupt weiß auf was er sich da einlässt.

    • wer MUSS denn?
      WER muss denn diesen Kinderkram „aus beruflichen Gründen benutzen“? Doch höchstens Geheimdienstmitarbeiter und Reklamefuzzies.

  13. Titel eingeben
    Zu blöd, dass ich Kahrs ein Stück weit kenne, und zu blöd, dass ich einige Dinge, die mir bekannt sind, nie und nimmer im Internet verbreiten würde. In Hamburg wurde er vor diversen Monaten, was ich sehr begrüßt habe (ähem, ich fürchte fast, ich war daran sogar recht deutlich beteiligt) auf das rechte Maß zurechtgestutzt. Nun soll er einfach seine Arbeit als Abgeordnerter machen und in Frieden gelassen werden, solange er keinen Mist baut. Nein, ich bin kein Kahrs-Freund, aus guten Gründen, aber was für Dinge seine üppige Timeline in Twitter enthält, pardon, das finde ich komplett uninteressant. Und die Fragestellung, ob ein Politiker nun Pornographie konsumiert oder nicht: Das sollte nun wirklich keine Frage öffentlicher Erörterung sein.
    .
    Sondern privat.

  14. Titel eingeben
    Wir haben uns daran gewöhnt danach beurteilt zu werden welche Kleidung wir tragen, welches Auto wir fahren und mit welchen Zeitgenossen wir uns umgeben. Und wenn wir veröffentlichen was wir im Internet so tun dann werden wir auch danach beurteilt. Solange das etwas ist was wir selbst in der Hand haben kann ich nicht verstehen wo das Problem ist !

  15. Ah, daher weht der Wind?
    In Meisners Twitterprofil steht das Stichwort #r2g.

    Vielleicht ist sein Interesse daran nicht journalistischer, sondern aktivistischer Art. Dann stöhrt Kahrs womöglich …

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