Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Mit dem Rückgrat einer Qualle: Wie das Westfalen-Blatt eine Autorin dem Mob opfert

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Ich möchte Ihnen zu Beginn eine kleine Anekdote erzählen:

Also, kommen einige Rabbiner in eine Bar München zusammen und gerade lustig geht es zu. Es sind einige wirklich kluge Leute, die ganz famose Ideen dazu haben, wie man das jüdische Leben in Europa entwickeln kann. Mit dabei ist natürlich auch die Präsidentin der Gemeinde, und nachdem die Rabbiner gelacht, gestritten, sich ausgetauscht haben und gut miteinander ausgekommen sind, macht die Präsidentin eine Pressekonferenz zum Thema, was denn die Rabbiber, Spezialisten für jüdisches Leben, sich so alles haben einfallen lassen. Da war ich auch und habe Fragen dazu gestellt, wie etwa zu Scheidungen, die meine nichtjüdischen Kollegen nicht verstanden haben, weil sie gar nicht wissen, was da eigentlich das Tolle im Judentum sein soll, oder dass es da überhaupt so eine Einrichtung gibt.

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Meine Kollegen fragten statt dessen, wie die Rabbiner, allesamt Koryphäen für jüdisches Leben, denn den Holocaust und den Antisemitismus so sehen. Mehrfach. Dass der britische Vertreter so freundlich war darauf hinzuweisen, dass man hier keine Konferenz zu Fehlleistungen von Nichtjuden abgehalten hätte, hat ihm auch nicht weiter geholfen. Auf diesem Punkt wurde so lang herumgeritten, bis die Rabbiner sagten, dass sie Antisemitismus ablehnen und der Holocaust in Erinnerung bleiben sollte, aber die Scheidungen…

Dreimal dürfen Sie raten, welche Nachricht die nichtjüdischen Medien verbreiteten:

RABBINER WARNEN VOR DEM ERSTARKEN DES ANTISEMITISMUS IN DEUTSCHLAND

Wie gesagt, ich war dabei und habe einen – meines Erachtens entzückenden – Beitrag darüber gemacht, dass das Judentum Scheidungen explizit vorsieht, einige Strömungen da auch enorm moderne Ansätze haben und die uns umgebende, christlich geprägte Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung nicht ganz fremder Wurzeln der Religionen vielleicht ja das ein oder andere Kluge von den Rabbinern mitnehmen könnte. Es war angesichts des sonstigen Medienechos ziemlich egal, aber gemacht habe ich es: Weil der Antisemitismus nicht das Thema der Rabbiner war und weil es extrem ätzend ist, eine Minderheit mit aller Gewalt auf einen einzigen Aspekt zurück zu prügeln, den sie sich weder ausgesucht hat, noch haben will.

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Gelernt habe ich das bei Radio Uferlos, einer schwulen Sendung in München, deren Macher schlau genug waren, damals nicht über die CSU-Stöckchen von Päderasten und AIDS zu springen, die ihnen damals so reichlich hingehalten wurden. Uferlos war Freitags um 7 Uhr dran, ich sass da noch von der vorhergehenden Sendung im Büro, und fand die Sendung interessant. Sie war witzig, frech, geistreich und charmant, selbstbewusst und selbstbestimmt, und sprach mich an, obwohl ich mit der grundlegenden Thematik überhaupt nichts anfangen konnte. Die Botschaft war „Wir sind schlauer, sexier, witziger und unendlich viel freundlicher, als die CSU euch mit Uhl, Beckstein und Stoiber einreden will, wir wollen nicht jeden Hetero ins Bett kriegen, wir wollen einfach anständig so leben, wie wir sind. Wir kommen als vielschichtige Bereicherung. Wir sind gut für euch.“

Das ist, wie man am Erfolg der schwulen Bewegung in München und Europa sehen kann, eine schlaue Strategie gewesen, und hat die schwule Bewegung von der strafrechtlich verfolgten Randgruppe der Gesellschaft zum Teil derselben werden lassen, mit Rechten, die nicht einmal die CSU mehr rückgängig machen würde. Für mich war das immer die Blaupause, wie man als aussenstehende Minderheit, egal ob aufgrund der Herkunft, der Religion oder der sozialen Klasse, die eigenen Standpunkte vermitteln kann. Es geht den Schwulen nicht um das Abschleppen von Heteros, den Juden nicht um die Missionierung und mir nicht darum, dass alle an den Tegernsee ziehen und mir meinen Platz im Strandcafe streitig machen – es geht um angstfreien und offenen Austausch. So etwas Fremdes ist ja nie ganz einfach, da sollte es schon eine gewisse Toleranz für Fehlleistungen geben. Und wenn man diese Aussetzer zudem als Chance begreift, über die zugrunde liegenden Anschauungen zu sprechen, kommt man vielleicht sogar viel weiter, als mit simplen Schuldzuweisungen. Die Schwulenverbände wissen nach meinem Erleben ganz genau, warum sie die Verfolgung Homosexueller im Dritten Reich nicht überbetonen: So kann man Vorwürfe machen, aber kein gutes Gespräch. Vorurteile gibt es, und sie werde sich nicht ausrotten lassen – das Ziel der Verständigung sollte es eher sein, einen Umgang miteinander zu finden, in dem die Vorurteile keine Relevanz mehr haben.

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Das waren jetzt eigentlich schon zwei Anekdoten und bevor ich Ihnen jetzt erzähle, wie elend schwer es für einen Mann ist, auf Stöckelschuhen zu laufen und wo ich das gemerkt habe, möchte ich doch zum eigentlichen Thema kommen – zum Westfalenblatt und seiner Kolumnistin, deren Trennung gerade im Netz recht höhnisch und von vielen auch frenetisch gefeiert wird. Der Hintergrund ist, dass ein besorgter Vater fragte, ob er seine beiden Töchter als Blumenmädchen zur Hochzeit eines schwulen Paares in seiner Familie schicken sollte. Ich kenne, fürchte ich, ziemlich viele Schwule, die damit mehr als nur leichte Bauchschmerzen hätten, weil sie ganz sicher nicht in Lederkluft gegen Uhl und Co. angetreten sind, damit man am Ende bei diesem Thema nicht mehr an ihren verruchten Darkroom, sondern an Guido Westerwelle und Blumenmädchen denkt, aber das ist mindestens eine andere Anekdote. Wie auch immer, die Ratgeberin bestätigte den Fragenden in der Haltung, seine sechs und acht Jahre alten Töchter dort nicht in Erscheinung treten zu lassen, denn das könnte sie verwirren.

Es gab sicher schon mal klügere Ratschläge und die Formulierung an sich hätte auch eloquenter sein können, aber vermutlich sind das so Fragen, die viele Leute umtreiben, und selbst bei meinem sorgsam gehegten Selbstbild als moralfreier Libertin hätte ich da nicht ohne einen Gedanken gesagt, dass man die Mädchen dort unbedingt eine Funktion übernehmen lassen sollte. Es spielt da vieles mit hinein, wie etwa die frühe Sexualerziehung, und die Frage, ob man ein Fest so feiern sollte, wenn man innere Vorbehalte gegen den Ablauf hat. Es ist nicht einfach. Aber: Das klingt alles nach einem vielschichtigen Thema, da könnte man eine prima Debatte aufziehen, Standpunkte austauschen, es im allgemeineren Diskurs verorten und hoffen, dass hier nun mal Dinge zur Sprache kommen, die sonst nur verdruckst vermieden werden – statt dessen gab es erst einen Shitstorm im Netz, ausgelöst erst durch die Website queer.de, dann aber vor allem durch eine überzogene Darstellung durch Charlotte Obermeier, bis vor kurzem? Sprecherin der Grünen Jugend Berlin. Dann eine Rechtfertigung des Westfalenblatts, noch einen Shitstorm, besonders mit den im deutschen Netz weithin bekannten Social Justice Warrior_Innen – und nun ist das Westfalenblatt mit dem Rückgrat einer Qualle eingeknickt und hat die Zusammenarbeit mit der Autorin beendet. Dafür bekam Frau Obermeier dann den ausdrücklichen Dank ausgerechnet von Volker Beck von den Grünen – hier auch im Screenshot. Ob ihm die ablenkende Hatz so ganz unwillkommen zu einem Zeitpunkt ist, da die Grünen gerade von ihrer Vergangenheit eingeholt werden, kann man dahin gestellt sein lassen.

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Für die vorgeführte Autorin des Westfalen-Blatts spielt das keine Rolle: Jetzt ist es aktenkundig, dass eine derartige Haltung in Bezug auf Minderjährige bei einer schwulen Hochzeit nicht nur als homophob durch das Netz gepeitscht wird, sondern auch direkte berufliche Konsequenzen hat. Für die Autorin ist das mehr als nur rufschädigend, obwohl ihr Standpunkt vermutlich immer noch auf der liberaleren Seite der Bevölkerung zu verorten ist – echte Homophobe hätten das Thema erst gar nicht gebracht. Die elende Shitstormkultur des Netzes hat jeden Dialog über das Thema vernichtet, und durch einen sozialen Druck ersetzt, in dem jede falsche Äusserung zu schweren Konsequenzen führen kann. Das Ergebnis wird nicht sein, dass man das Thema offen bespricht, sondern die Kinder lieber in den Sprachurlaub weit weg verfrachtet und dann heimlich AfD wählt. Es wird das gleiche betretene Schweigen herrschen, wie wenn Rabbiner gezwungenermassen etwas über Antisemitismus sagen. Aber man kann auch Recht haben, ohne den anderen moralisch zu unterjochen. Das Judentum zum Beispiel kennt die Pflicht, jede auch noch so abseitige Lehrmeinung zu bewahren und ernst zu nehmen, weil man nicht wissen kann, ob sie nicht später einmal doch richtig sein wird. Sogar das frühe Christentum sah es als notwendig an, die antichristlichen Schrift des Porphyrios zu bewahren, um darüber debattieren zu können. Da ging und da geht es bis heute um die besseren Argumente.

Aber das mundtot machende Rechthaben bringt überhaupt nichts beim Kampf gegen den Antisemitismus, und ich glaube auch nicht, dass dieser schäbige Netzvorgang den Anliegen ebenjener Schwulen hilft, deren Seite mit dem Homophobiegeschrei im Netz angeblich ergriffen wird. Bei Homophobievorwürfen ist es wie mit den Antisemitismusvergleichen: Da agiert oft genug ein Mob der Selbstgerechten, die weder jüdisch noch homosexuell sind, und trotzdem dürfen sie sich moralisch überlegen fühlen – Trittbrettfahrer wie die Antideutschen, um die die jüdischen Gemeinden aus besten Gründen einen grossen Bogen machen. Die Folgen, die Denkverbote, das Schweigen, die Verwerfungen im Diskurs müssen dann diejenigen ausbaden, für die das Thema mehr als ein Tweet im Internet ist. In diesem Augenblick tobt sich eine breite moralische Mehrheit des Netzes aus. Morgen sind die Minderheiten wieder Minderheiten, die einen zähen, langen und kompromissbereiten Dialog suchen müssen. Und dieser Dialog wäre Westfalen oder Bayern sehr viel leichter , wenn auf der anderen Seite nur mittelandersdenkende und für das Thema wenigstens nicht komplett vernagelte Autorinnen wie jene wären, die das Westfalenblatt dem Mob über den Rand des menschlichen Anstandes jetzt vorgeworfen hat.

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183 Lesermeinungen

  1. westfalen
    haben sie, geschätzter DON von einem blatt aus dieser deutschen provinz je etwas anderes erwartet, gab es dort je eine lebende diskussionskultur oder sogar kultur generell von einer offenen gesellschaft ganz zu schweigen ?
    ja, es gibt sie leider, diese so typisch deutsche provinz.

    • Diskussionskultur?
      Diskussionskultur wurde bisher in dem Zusammenhang grade hinsichtlich des Shitstorms nicht gezeigt. Das weigbeißen anderer Ansichten, auch wenn Sie einem auf dem ersten Blick als falsch erscheinen, hat nichts mit Diskussionskultur zu tun.

    • Ja. Zutreffend, da ging es um den Skalp.

    • Was wo wie?
      Twitter (bzw. die Shitstormanfächerer dort) ist westfälisch und provinziell?

    • Provinz
      Und da zeigt sich, wie sie in Ihrer eigenen kümmerlichen Denkstruktur verhaftet sind. Da schreit nicht jemand hurra zu Homosexualität? Das muss Provinz sein. Und weil es gegen ihr eigenes Selbstbild von Offenheit geht, muss das ja vernagelt sein. So ein Blödsinn! Offenheit heißt in keinem Falle, das zu beklatschen und für richtig zu befinden, was der Zeitgeist gerade vor gibt. Offenheit heißt, eine andere Meinung zu hören, zu bedenken und ihr zuzustimmen oder eben auch nicht.

    • Provinz gibt es im Internet nicht, ...
      … wohl aber provinziell.

      Gefährlich ist jetzt, wenn provinzielle – sagen wir ruhig: hinterwäldlerische – Vorstellungen von Moral, Ethik, Richtig, Falsch überregionale Bedeutung bekommen.

      „So you’ve been publicly shamed“
      http://www.amazon.de/So-Youve-Been-Publicly-Shamed/dp/1594487138

    • Die gleiche Zielgruppe, die diesen Shitstorm verursacht hat, arbeitet sich momentan auch an dem Sänger Gabalier ab, weil er nicht ihren Vorstellungen entspricht. Trotzdem rennen nur ein paar ungewaschene zu Lesungen der Grünen Jugend und ganze Hallen voll zu Galabier. Und das sind nicht nur die Omas. Was ist jetzt eigentlich provinziell? Die Möchtegern-Marginaloisierten aus Berlin mit ihrem Drogenpark und volkstümlichen Messerstechereien und der Ideologie der K-Gruppen oder die Leute, die einer geregelten Arbeit nahcgehen und zum Urlaub nach südtirol fahren?

  2. Wichtiges Thema
    Rudolf Augstein sein kategorischer Imperativ (oder so ähnlich) „Sagen, was ist“, ist in der veröffentlichten Meinung heutzutage verkommen zum publizistischem vorauseilenden Gehorsam. Der wird auch eingefordert. Was mich persönlich nervt, ist, dass jeder Vollpfosten sich zu jeder Gelegenheit sich „outet“. Mich persönlich interessiert an meinen Mitmenschen nun mal nicht, welcher Religionsgemeinschaft sie angehören. Ich bin allerdings etwas geschädigt, denn ich bin in der „Glockenstadt Gescher“ aufgewachsen, da gibt es alle 15 Minuten ein Gebimmel im Dom. Auch interessiert es mich nicht, wer mit welcher sexuellen Disposition sich mit wem vereinigt, streitet und sonst was veranstaltet. Die Grenze ist nach meiner Meinung da, wo Kinder in´s Spiel gebracht werden. Die können die Veranstaltungen nun mal nicht einschätzen. Da hat die Westfalenblatt-Mitarbeiterin klug eine Grenze gesetzt. Man sollte eher fragen, warum dieses „Brautpaar“ die Begleitung durch diese Kinder erwartet hat. Diese Erwartung finde ich reichlich erbärmlich. Denn die zwei werden den Kleinen nicht erklären können, weshalb es neben Papa-Mama auch Papa-Papa und Mama-Mama-Beziehungen gibt. Das dürfen anschließend die Eltern machen. Und das bei Sechs- und Achtjährigen?- Na klasse.
    Bitte den nächsten Bericht über die Mille Miglia. Autos sind wie Hunde. Die sind ehrlich, machen kein Theater, müssen sich nicht outen.

    • Warum sollte das ein Problem sein?
      Eine Frage.
      Gibt es einen Hinweis darauf, dass es angeborenes Wissen ist, dass Eltern immer aus Mama und Papa bestehen?
      Als Eltern tut man doch sein möglichstes, um die Bälger am besten gar nicht aufzuklären. Vorher wissen diese also auch nicht, dass zum Zeugen von Nachwuch (in der Regel) Geschlechtsverkehr (und damit auch Männchen und Weibchen) notwendig ist.
      Die einzige Frage die Kinder vielleicht stellen ist: „Warum hast du zwei Mamas/Papas?/Warum hast du Mama und Papa?“

      Ich kenne Familien, die sich mit Kindern unter 5 Jahren haben scheiden lassen, die dann eine homosexuelle Partnerschaft eingegangen sind.
      Die Kinder zeigen durchweg keine Auffälligkeit, warum auch?

      *Kopfschüttel*
      Der DJ

    • Titel eingeben
      erstens fragen sie ja gar nicht und zweitens ist ihre unterstellung bezüglich irgendwelcher erwartungen des, wie sie schreiben: „brautpaares“ erbärmlich.
      und außer dem, wüßte ich nicht, was es da groß zu erklären gibt. kinder nehmen die dinge wie sie sind, ganz unvorhereingenommen, im gegensatz zu erwachsenen. ich verstehe die bedenken des vaters nicht so recht, kann sie aber respektieren.

    • Titel eingeben
      ja mei .. als Kinder hat man sich auch gebusselt, wenn man nicht unterschiedlichen Geschlechts war. Und fand alte Frauen („Oma! Ist die Beste!“) und Roboter („Captain Future“) toll.

      Bis dann Erwachsene ins Spiel gekommen sind. Für die war das Verkleiden zu Fasching als „alte Frau“ dann ein Zeichen für das einsetzende Erwachen von Sexualität und deren potenzielle Ausrichtung .. zumindest heutzutage. Und das der Junge ein Roboter sein will – als Kinderpsychologin sieht man das GANZ NEGATIV. Roboter sind kalt und gefühlslos, der Junge sieht sich ausgestoßen von seiner Familie ..

      Ja, Erwachsene denken sich viel Scheiße aus, wenn der Tag lang ist.

      Kinder nicht.

      Kinder haben kein Problem damit, wenn sich „ein Mann“ und „ein Mann“ verheiraten tun. Die finden das bestenfalls lustig, aufregend, interessant.

      Wenn Mama und Papa so blöde sind, und nur für Zucht! Reinheit! Ordnung! stehen .. ja mei. Hopfen, Malz und so Bierzeugs ..

      cu, w0lf.

  3. Mob bleibt Mob, der hat sich seit Platon nicht verändert.
    Was mich an diesen ganzen Geschichten zunehmend irritiert: Da gibts 1, 2, 3 Dutzend wütende tweets von einschlägig Erregten. Und dann knicken Blätter (auch wenns hier nur ein Anzeigenkäseblatt ist), Verlage oder Intitutionen einfach ein? Obwohl dieser Minimob politisch, persönlich oder wirtschaftlich vollkommen irrelevant ist? So kann man geborene Blockwarte auch dazu bringen, erneut auszuprobieren, ob man nicht mal wieder … Mehr true fruits würde ich mir an dieser Stelle wünschen.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  4. Kleingeister
    Warum kann man einer 6-jährigen nicht erklären das es neben der Liebe zwischen Mann und Frau, auch Liebe zwischen Männern und Frauen geben kann. Ich finde es äußerst beängstigend, dass man sich durch seine Engstirnigkeit davon abhalten lässt, offen mit dem Thema umzugehen. Man muss schon sehr viel jüngeren Kindern erklären warum sie Mama und Papa nicht mehr lieben, warum da jetzt plötzlich ein/e neue/r Papa/Mama ist, das wenn sich Erwachsene streiten, dass nicht heißt das sie sich lieb haben usw. Und das bekommen Kinder doch auch alles hin. Warum sollen sie am glücklichsten Tag von zwei Menschen, die sich versprechen, ein Lbenlang zusammen zu sein nicht dabei sein. Warum muss das gleich super verwirrend und verstörend für unsere Kleinsten dagestellt werden.
    Ich finde den Kommentar meines Vorrednes besonders verstörend, weil hier eine allgemeine Intolleranz durch wegschauen und weghören proklamiert wird, die in unsere Gesellschaft immer mehr gelebt wird. „Was gehen mich die anderen an. Sie sollen mich mit ihren Einstellungen in Ruhe lassen.“ Das ist das was man am meisten hört. Der Rückzug in die eigenen Vierwände, in die eigene Engstirnigkeit. Kleingeister erwachsen und nehmen die Welt nur noch durch eine eingefärbten Tunnel war. Alles ausblenden was stört.
    Und Kinder!? Die übernehmen diese Einstellung und wachsen zu noch größerer Angst und Eingeschränktheit im Denken auf, als ihre Eltern. Und wo sind wir dann in 30 Jahren. Am Anfang?

    • selbstverwirklichung auf kosten dritter
      müssen wir denn kindern, um der selbstverwirklung dritter willen alles zumuten ?
      mann oder frau kann natürlich erklären, aber wir kennen aus der empirie ja die folgen von scheidungen für kinder, was wir noch nicht genau kennen, sind die folgen von kindern, die für dinge wie oben genannt herhalten sollen, andere bezeichnungen will ich hier heute nicht verwenden.
      in deutschland sind kinder derzeit das grossexperimentierfeld von politikern aus parteien, die zu diesen themen eine strafverfolgsungswürdige vergangenheit haben. mann oder frau lesen mal bei cohn-bendit nach, aber der wird ja selbst in der FAZ ja immer noch mit heiligenschein abgebildet.

    • Mir ist beim Schreiben des Textes eingefallen, was für ein eiertanz es immer mit der Pädophilie war – die JJungs von Radio Uferlos haben ja offen schwul gelebt und denen war da eine Trennung enorm wichtig. Zusammengemicht wurde das mehr von der extremen Linken, also den Kommunarden, den Ausreissergruppen und anderen, die politisch provozieren wollten.

      Die Argumentation wird für mich hier besonders schwierig, weil auf der anderen Seite eine stark repressive und in weiten Teilen unfreie Gesellschaft stand, gegen die wirklich eine Revolte nötig war. es war aber eben genau nicht das. was bei den Grünen gelaufen ist. Und ich sehe auch, wie die neuen Aktivisten genau da hin zurück wollen und mit den gleichen Verbotshaltungen kommen.

    • Moralische Überlegenheit
      Für sie sind Leute wie der Leserbriefschreiber „Kleingeister“. Tja, kann man so sehen, wenn man eine liberale(re) Erziehung genossen hat UND auf die anderen herabschauen möchte.

      Andererseits werden Sie diesen Menschen – und seine Kinder erst recht – nicht von heute auf morgen ändern können. Der ist immerhin so „mutig“, seine Frage an die Kolumnistin einer Zeitung zu stellen. Der erste Rat der Frau ist dann „Reden Sie mit ihrem Bruder“ – und dann wäre evtl. so etwas wie Verständnis, Einsicht oder sogar eine Änderung der Ansicht, die Kinder nicht zur Hochzeit zu schicken, dabei herausgekommen.

      Die „latent“ homophoben Ansichten – und das ist in meinen Augen auch der Kern des Artikels – kriegt man nicht weg, wenn man diesen Leuten die Anlaufstelle für ihre Sorgen (egal wie irrational die auch sein mögen) wegmobt.

    • Man kann Verständnis nicht befehlen.

      Deshakb verwende ich ja auch gleich in der zeiten Zeile den Trick mit den Rabbinern in der Bar. Ich will nicht, dass die Leute gleich sagen – oh gott, jetzt wird es moralisch. Man muss arbeiten und auswege aufzeigen, man muss den Dialog behutsam führen und den anderen nicht brüskieren. Das ging lange gut.

      Und ich finde es unter aller Kanone, wenn jetzt Leute wie Volker Beck mit dem eigenen Skandal an der Backe solche Bauernopfer suchen und den eigenen Parteimob dafür auch noch loben.

    • Titel eingeben
      Werter Gast – natürlich kann man das Kindern erklären, und Kinder sind sicher auch in der Lage, das zu verstehen. Nur: darum ging es in der Kolumne nicht. Hier ging es darum, daß ein Vater, der offensichtlich Probleme mit einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit hat, nicht wollte, daß seine Kinder dort als Blumenkinder teilnehmen. Es gingt dem Vater nicht um das ob – das stand schon fest – sondern um das wie.

      Bei vielen Beratungen ist ein „non-judgemental“ (entschuldigen Sie bitte, ich kenne dafür keine treffende Übersetzung) der Standard, denn u.a. sollen Ratsuchende nicht dadurch abgeschreckt werden, daß man ihr Verhalten bewertet. Hätte es in diesem Fall etwas gebracht, wenn die Kolumnistin den Vater auf seine Versäumnisse noch deutlicher aufmerksam gemacht hätte? Darum ging es doch gar nicht: es ging um die Frage: wie sage ich meinem schwulen Bruder, daß ich nicht will, daß meine Kinder Blumenkinder bei seiner Hochzeit sind. Und auf diese Frage – um nichts anderes ging es – hat die Kolumnistin eine recht gute Antwort gefunden; sie hilft, einen Ausweg zu finden, erklärt, daß Kinder mit liberalerer Erziehung wohl kein Problem hätten und verweist darauf, daß die Töchter die Wirklichkeit noch früh genug kennen lernen werden.

      Auch wenn es vielleicht nicht mehr modern ist: man sollte einen Text lesen und verstehen, bevor man die Mistgabeln herausholt. Man muß nämlich auch an die Kinder denken!

    • Was ist schon modern? Ich denke, viele internetexistenzen sollten sich mal mit dem Stand der Dinge in der Provinz auseinander setzen.

      Mein Onkel war irektor an einer Schule im Oberland, und da gab es einen Gruftie. Einen. Der bekam es voll ab und mein Onkel hat sich dahuinter geklemmt, dass der trotzdem ein möglichst gutes Leben an seiner Schule hat. Das ist in meinen Augen gross.

      Sich mit seinem Umfeld in Berlin hinstellen und andere in Bausch und Bogen zu verurteilen, ist eher genau das, was die Kinder auf dieser Schule mit dem Gruftie getan haben.

    • Könnte man
      Man kann einer 6-jährigen selbstverständlich erklären, dass es neben der Liebe zwischen Mann und Frau, auch Liebe zwischen Männern und Frauen geben kann – unter den richtigen Voraussetzungen. Aber das wird sicher sehr schwer und für das Kind tatsächlich verwirrend, wenn die Eltern in den 6 Jahren davor ständig die „Mischehe“ als die alleinige, gottgewollte und „naturrechtlich“ einwandfreie Ehe dargestellt haben. Eltern, die damit ein Problem haben, wenn Bruder/Schwager homosexuell ist, werden engstirnig sein. Sie werden vielleicht wenn überhaupt *überredet* werden können, an der Hochzeit teilzunehmen und/oder ihre Mädchen Blumen streuen zu lassen, aber in einer Kolumne (schon gar nicht dieser Kürze) wird man sie niemals *überzeugen* können.

      Ja, es wäre schön, wenn es so einfach wäre, in einer so kleinen Kolumne zu schreiben: „Erklären sie ihren Kindern, dass sie sich bisher immer geirrt haben und es neben der Liebe zwischen Mann und Frau, auch Liebe zwischen Männern und Frauen geben kann. Die verstehen das schon.“ und dann der Vater und die Mutter denken: „Och ja. So machen wir das. Ist ja wirklich toll dass XXX seinen Freund heiratet. Was haben wir vorher nur verklemmt gedacht.“ So ist die Welt aber nicht!

      Wenn man *diesen* Eltern einen Rat geben kann, dann nur den, der ihnen gegeben wurde. Es wurde nirgendwo gesagt, dass die Autorin es richtig findet, die Ehe so eng zu sehen, wie es die Eltern in der Frage als ihre Position darstellen.

      Das einzige, was ich *angefügt* hätte, wäre der Hinweis gewesen, sich dennoch der gesellschaftlichen Realität zu stellen, den eigenen Standpunkt infrage zu stellen und einzusehen, dass es neben der Liebe zwischen Mann und Frau, auch Liebe zwischen Männern und Frauen geben kann und man sich immer mitfreuen sollte, wenn jemand, insbes. ein Verwandter, einen Partner fürs vielleicht ganze Leben gefunden hat.

      Nicht, dass ich hoffen würde, die Eltern damit zu überzeugen, sondern nur um meinen eigenen Standpunkt klar zu machen – und auch um so einem Shitstorm zu entgehen.

      Gruß omnibus56

    • Ja, das sind alles feine Vorschläge und gute Gedanken.

      Man wundert sich fast, wieso das Thema dann „grüne Parteisoldatin wird vom schwulen Funktionär in den üblen Missbrauchsvorwurfszeiten seiner Partei für das Abschiessen einer Autorin öffentlich gelobt“ heisst. Wer charlotte Obermeier ist, was sie treibt und wer da alles geholfen und mitgeplärrt hat, zufälligerweise in dem Moment, da die Grünen einen gigantischen Skandal am Hals haben, den sie selbst nicht wirklich erklären wollen. Oder hat Herr Beck sich schon dazu geäussert, was er in dieser Zeit so an Missbrauch in den Berliner Kreisen von „Jund und Alt“ alles bemerkt oder nicht bemerkt hat?

    • quatsch
      Es geht hier um einen Hassmob der die konservativen Werte unserer Gesellschaft untergraben will. Und wie können Leute noch ruhig schlafen mit dem Gewissen das die Partei, die zum Thema Pädophile positiv eingestellt ist jetzt mit Sexkoffern in Berliner Schulen rennt? Und Toleranz sollten mal diese Leute zeigen die immer danach schreien. Denn leider lassen wir in Deutschland zuviel Intoleranz seitens solcher Gruppierungen zu. Sein es LBGT oder Muslime. Die sind dann alle immer betroffen aber wollen gleichzeitig das sich alle nach ihnen richten.

    • Kleingeister
      Herr Gast, kleingeistig sind Sie hier aufgetreten. Ich persönlich habe nichts gegen Homosexuelle, aber sehr wohl etwas dagegen, dass ich das toll finden und beklatschen muss. Was soll daran kleingeistig sein, wenn man sich um das Kindeswohl sorgt? Egal, ob er damit falsch lag, lieber jemand, der sich sorgt als gedankenlos seine Kinder allem aussetzt. Der von Ihnen erwähnte Tunnelblick liegt eher bei Ihnen selbst bei den selbstverliebten Grünen: Alles, was nicht in den Zeitgeist-Mainstream passt, wer anders denkt, wird rund gemacht, dass Gestapo und Stasi ihre helle Freude hätten.

      Ich sage ganz klar: Das ganze Mulitkulti-Genderkrampf-Homo-Geseiere von den Grünen geht mir dermaßen auf den Senkel! Wer schwul ist, soll schwul leben ohne Repressalien jeglicher Art, aber die sollen den Heteros nicht ihren Lebensstil als den guten, wahren, richtigen aufzwingen. Die Schwulen, die ich bisher kennenlernte, haben sowas auch nie getan, waren komplett unverkrampft. Könnte aber daran liegen, dass die nicht bei den Grünen waren.

    • an gux gux
      non-judgemental = nicht wertend, nicht beurteilend, nicht verurteilend

      Suchen Sie sich was aus. ;)

    • Diskussion zulassen oder abwürgen
      Das ist Ihre Meinung und die ist gut. Das alles könnten Sie die Eltern dieser Kinder fragen. Die haben offensichtlich für sich befunden, dass ihre 6jährige dies noch nicht wissen kann/soll/darf. Das ist eine andere Meinung und die steht den Eltern auch zu und letztlich sind Sie die Erziehungsberechtigten dieser Kinder, die in diesem Alter so ziemlich alles entscheiden dürfen. Diese spannende Diskussion wird aber gerade dadurch, dass hier (mit unleidlicher Beteiligung von grünen Daueraufgeregten) Blockwarte entscheiden, dass „es sich nicht gehört“ gar nicht erst geführt. Heisst im Umkehrschluss, niemand wird seine Meinung (durch ein mit Argumenten unterfüttertes Gespräch) vielleicht ändern. Er/sie wird sie nur nicht mehr äussern. Und damit ist der Gesellschaft, den Minderheiten, der Mehrheit und mir und Ihnen nun so gar nicht geholfen. Darum ging es in dem Artikel von Don Alphonso. Und damit hat er umfänglich Recht.

  5. So ist es leider
    „Der mundtot machende Rechthabende Mob“, der sich nur immer als das einzige Opfer darstellen möchte. Die merken gar nicht wie sehr sie Hate Speech zwar verurteilen, selbst aber genau die selbe Schiene benutzen.

    Diskursfähigkeit? NULL!

    Unbequeme Meinungen, Ansichten – vielleicht sogar fehlerhaft – meine Güte, man kann immer dazu lernen. Das tut man aber nur indem man mit den Menschen redet und ihnen die Chance lässt Einsicht zu gewinnen. Womit ich am Anfang meiner Antwort angelangt bin, denn „lernen“ geht da nur in eine Richtung:

    „Der mundtot machende Rechthabende Mob“, nicht nur stetig das Opfer sondern auch immer die einzig moralisch vollkommene Instanz.

    Man dreht sich bei solchen Leuten im Kreis. Da hilft nur auf „Durchzug“ stellen und herum hupen lassen. Denn wer auf solchen Shitstorm antwortet, hat mit der ersten Antwort verloren.

    Guter Text!

    • Spassigerweise mache ich in meinen Beiträgen oft sogar klare Fehkler, gerade weil das die Debatte erst entfacht. Ich finde die Reinsten der Reinen ja eher langweilig und glaube auch nicht, dass sie gut ikm Bett sind.

  6. Mit dem Rückgrat einer Qualle: Wie das Westfalen-Blatt eine Autorin dem Mob opfert
    Danke für diesen Beitrag. Noch sind in diesem Land offensichtlich nicht alle verblödet.

  7. Die Menschen sind halt verschieden
    Die Menschen sind verschieden und das ist auch gut so.
    .
    Jede typische Gruppe wird vermutlich in der Population gebraucht, evolutionstechnisch gesehen.
    .
    Gruppe 1:
    Da gibt es offenen, neugieriegen, toleranten Optimisten. Die an das Gute im Menschen und die Aufklärung glauben. Und die darum dazu neigen, auch bei anderen immer an die Einsicht, den Verstand und den Humor zu appellieren.
    .
    Gruppe 2:
    Und dann gibt es die anderen, mehr festgelegten Pessimisten. Die von anderen immer das schlechteste erwarten und fest davon überzeugt sind, dass man nur mit massiven Strafen und Drohungen ein Minimum an Ordnung aufrecht erhalten kann.
    .
    Vielleicht liegt das an den Genen, ob man zur ersten oder zur zweiten Gruppe gehört. Und dann ist natürlich alles argumentieren vergebens. Genau so, wie man einen Schwulen nicht zur Frauenliebe überreden kann.
    .
    Diese neue Intoleranz wäre dann eben die Normalstrategie der Gruppe 2, in einer Gesellschaft zu überleben, in der sich global die Werte der Gruppe 1 durchgesetzt haben. D
    Nach langem Ringen hat sie sich mit der linksgrünen Diktatur abgefunden, und will dann aber auch selber mitmachen dürfen. Und das halt auf die Weise, in der das den so veranlagten Menschen möglich ist.
    .
    (Das ist natürlich alles nur Spekulation…).

    • Ich sehe – und ich bin weiss Gott alles andere als ein Rechter – heute genau das, was mir die CSU vor einem Viertel Jahrhundert so verhasst gemacht hat, heute auf der linken Seite wieder kommen. Ganz gleich ob dogmatischer Veganismus, Genderideologie oder die Forderung nach Berufsverboten, wenn etwa ein Gabalier etwas singt – das alles kennt überhaupt keinen ausgleich mehr und agiert vor allem mit Verboten., gleichzeitig aber auch mit dem Gefühl, eine verfolgte Minderheit und Opfer zu sein. Das sind die Leute, die mir zu denken geben. weil sie meine Anliegen misbrauchen und diskreditieren. Ein Nazi ist widerlich, aber da weiss die Gesellschaft wenigstens, woran sie ist. Ein antideutscher mit Kipa und Israelfahne ist genauso faschistoid eingestellt, aber der steht dann für „die Juden“. Und das ist ein Problem, das schwer zu lösen ist.

  8. Unprofessionelles Verhalten auf allen Seiten
    Unprofessionell ist die Haltung der Redaktion: Einen Artikel erst zu drucken und sich dann feige davon zu distanzieren. Es gibt eine Verantwortung im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.). In diesem Sinne sehe ich ein Organisationsversagen beim Westfalenblatt. Es muss natürlich mit der Autorin gesprochen werden, aber es ist unfair, sie so feige zu opfern.

    Unprofessionell hat sich die Ratgeberin verhalten: Ein solches Thema bespricht man mit dem Fragesteller am Telefon oder in einer privaten E-Mail. Es eignet sich definitiv nicht für eine Kolumne. Warum nicht? Weil die Reaktion genau diesen Beteiligten gerecht werden muss. Das Beispiel kann in dieser Form gar keinen Nutzwert für Dritte haben, da jedes Hochzeitspaar anders ist, jede Familie, jedes Kind … Es muss einfach mit den Betroffenen situativ geklärt werden, wie die Kinder in die Hochzeit einbezogen werden.

    Unprofessionell ist die Reaktion von »queer«: Wenn sie wirklich etwas im Sinne der Aufklärung und des besseren Zusammenlebens von Homosexuellen und Heterosexuellen erreichen wollen, dann hätten sie sich mit der Lokalzeitung in Verbindung setzen können. Sie hätten dann in der nächsten Kolumne eine bessere Darstellung des Themas von einer kompetenteren Person bekommen können. Stattdessen setzen sie auf den größtmöglichen Skandal.

    • Der breite Skandal wurde es erst durch die Instrumenatlisierung der Grünen.

      Das Westfalen-Blatt hat aber offensichtlich nicht kapiert, wer hier in welcher Situation eine Kampagne gegen sie fährt. Schlimm, dass es solche Zeitungen gibt. Kein Fussbreit dem Totalitarismus schliesst auch die Mobs der Grünem Jugend ein.

  9. Brunnen und besser
    Sicherlich kann man Kindern alles mögliche beibringen. Und so eine Einstellung dieser Eltern muss man ihnen wohl erstmal beibringen. Würden Eltern nicht zu sehr die Mann-Frau-Geschichte bringen, sondern eher die einfach-Liebe-Schiene, dann wäre das wohl das Letzte was Kinder stören würde. Aber darum geht es ja nicht. Diese Kinder wurden ja schon in den Brunnen geworfen. Es geht darum, ein “besserer Mensch“ als “diese Homophoben“ zu sein, nicht nur darum dies zu behaupten oder sich so zu fühlen. Und solch ein Mensch erkennt mit wem er es zu tun hat und das er mit einem Shitstorm und verzerrten Wahrheiten nicht das Richtige tun würde.

    • Ich glaube, dass bei allen Zweifelnden an dieser Stelle dann einfach Schluss ist. Toleranz mit Minderheiten wird nun mal nicht als Bringschuld gesehen und wenn sie auf diese Art erzwungen werden soll, dann bekommt man das betretende Stöpseln, das beim Thema Judentum so häufig is – es sei denn, man hat es mit Aktivisten zu tun, die sich gleich für die besseren Juden halten. Man kann die Mehrheitsgesellschaft nicht zwingen, tolerant zu seinm, und wenn es solche abschreckenden Beispiele gibt, macht man halt einfach einen Bogen drum. Oder freut sich halt, wenn der Volker Beck weitere pädophile Altlasten im Umfeld seiner Partei erklären muss – und das schlägt dann leider auf die Schwulenbewegung voll durch.

  10. Titel eingeben
    „Und Kinder!? Die übernehmen diese Einstellung und wachsen zu noch größerer Angst und Eingeschränktheit im Denken auf, als ihre Eltern. Und wo sind wir dann in 30 Jahren. Am Anfang?“

    Angst und Eingeschränktheit im Denken verursachen die sogenannten „Social Justice Warriors“, die als Mob im Internet marodierend, Leute mundtot machen wollen die Meinungen vertreten, die nicht in ihr Weltbild passen.

    „Kleingeister erwachsen und nehmen die Welt nur noch durch eine eingefärbten Tunnel war. Alles ausblenden was stört.“

    Die „Social Justice Warriors“ hingegen wollen alle Meinungen, die sie stören, aus der öffentlichkeit verbannen. Argumente und Diskussionen sind ihnen völlig fremd. Alles was ihnen nicht den Kram passt ist „Hate Speech“ und muss verboten werden.

    • Dazu muss man vielleicht wissen, dass Charlotte Obermeier schon mal ihre Deportationspläne für Leute wie mich veröffentlicht hat. Eine gute Deutsche, hätte man früher gesagt und in der Tradition sehe ich sie auch.

    • social justice warriors hate speech
      Und natürlich im modischen „togo“ & „sale“-Gewand unserer Zeit: auf Englisch & bei „Twitter“.

    • Die internationalen Freunde sollen es ja auch verstehen.

    • Titel eingeben
      Naja, wer eh einen Hang zum Faschismus hat, dem ist die Himmelsrichtung eigentlich egal.

  11. Titel eingeben
    @Thorsten Haupts:

    Ich stimme Ihnen zu. Das wird auch bei den Lesern des Westfalen Blatts, die nun nicht gerade SPD/Grün oder Links wählen, schlecht ankommen. So gewinnt man keine neuen Leser und die „alten“ vergrault man noch dazu.

  12. Homophob?
    Ich kann vor allem keine Homophobie bei der Autorin erkennen. In der geschilderten Situation hat sie den richtigen Rat gegeben.
    Falsch gehandelt hat der Vater im Vorfeld, indem er seinen Kindern nicht erklärt hat, daß Liebe und Heirat zwischen Menschen stattfindet.
    Das hätte die Autorin vielleicht deutlich sagen können. Aber da hat sie wohl an die Leser des Westfalenblatts denken müssen, das sich jetzt aus der Affäre zieht.
    Wie eine tolle Antwort aussehen hätte können, hat Alyama geschrieben.

    • Ich sehe und kenne homophobie auch ganz anders, aber wir reden hier über radikale figuren wie charlotte Obermeier: Da ist jede Kritik an ihrer Ideologie gleich Sexismus und jede andere Meinung zum Homosexualität eben Schwulenfeindlichkeit. Es geht um die Durchsetzung einer Ideologie und um das Mundtotmachen – und überhaupt nicht um Schwule. die sind da nur das Vehikel zum Machtmisbrauch.

    • Ja, homophob,
      denn die Autorin geht davon aus, dass gleichgeschlechtlicher Sex grundsätzlich ekelhafter ist als heterosexueller Sex. Kinder in dem Alter machen diese Unterscheidung, glaube ich, nur dann, wenn es ihnen entsprechend beigebracht wurde.

    • Das finde ich im Text nicht. Das kann man vielleicht hieininterpretieren, aber davor ist kein Text sicher.

    • Titel eingeben
      Formulierungen wie „bei allem Respekt, es muss nicht sein, sechs- und achtjährigen Kinder (auf eine homosexuelle Hochzeit) einzuladen“ zeugen auch nicht gerade von einem vernünftigen und vorbehaltsfreien Weltbild.

    • Titel eingeben
      @ Don Alphonso
      Vielleicht ein Missverständnis: Die Hochzeit auf der meine Töchter waren, war keine homosexuelle. Über Sex wurde mit den beiden in dem Zusammenhang garnicht gesprochen, weil es nicht nötig war.
      Kinder im Alter bis acht Jahren sind meiner Meinung mit dem Thema Sex sowieso überfordert, egal ob gleichgeschlechtlich oder nicht. Und das ist genau der Punkt in dem die Homophobie liegt:
      Wenn man glaubt, aus Anlass einer Hochzeit über die Sexualpraktiken des Hochzeitpaares sprechen zu müssen und nur homosexuelle Trauungen ein Problem sind, ist das eben homophob.

    • eindeutig positioniert
      Na ja, sie hat zwar einen RAt gegeben, aber:
      sie schreibt auch „bei allem Respekt: da müssen keine Kinder im Alter von X dabeisein“ (sinngemäß), was ich schon für eine recht eindeutige Positionierung der Dame selbst halte. Denn das nimmt ja nicht Bezug auf den Herren usw, sondern ist sehr eindeutig die Meinung der Autorin selbst. Und da stellt sich mir (das heißt nicht, dass ich für gut halte, wie das Westfalenblatt damit umgeht) die Frage: was ist denn an einer Hochzeit zweier Männer nun für zwei Mädchen im Alter von 6 und 8 so problematisch, dass es heißt, da sollten sie lieber nicht hin?

      Denn wie anders soll ich „bei allem Respekt: es muss nicht sein, 6 und 8jährige Kinder einzuladen“ verstehen? Den Rest des Rates und auch di eErläuterung zu liberaleren Kindern usw. finde ich dem Ratsuchenden angepasst, aber dieser eine Satz geht für mich darüber hinaus.

    • So, und wie ist es jetzt mit der Hetzjagd, dem ruinierten Ansehen und dem Feuern durch einen Mob, dem jemand vorsteht, die gegenüber anderen auch schon mal Deportationswünsche veröffentlicht? Ist das alles kein Thema, weil das Opfer ja auch ein wenig Schuld haben kann und Grüne sakrosankt bei ihren Venettas sind?

  13. Meine Töchter, die Blumen und der Sex
    Ich habe selbst zwei Töchter in ähnlichem Alter, die als Blumenmädchen aufgetreten sind. Es war überhaupt kein Problem, ihnen zu erklären, dass die Hochzeit stattfindet, weil das Paar sich lieb hat und sie ihr ganzes Leben zusammen verbringen wollen. Das fanden sie schön und haben begeistert Blumen geworfen.
    Schwierig wäre es aber sicherlich geworden, wenn ich meinen Töchtern hätte erklären wollen, dass die beiden sich nicht nur lieben und küssen sondern auch Sex(!) haben. Aber warum überhaupt von Sexualpraktiken sprechen, wenn es als kindgerechte Begründung für die Hochzeit garnicht nötig war?

    • Frankly – ich glaube Ihnen das nicht. Speziell dieser Wunsch nach Blumenmädchen aus der Verwandtschaft ist jetzt bei gleichgeschlechtlichen Hochzeiten NICHT WIKLICH STANDARD.

    • Geht mir ganz genauso
      Und auch hier war das kein Problem – in dem Zusammenhang ist mir auch relativ egal was bei wem jetzt STANDARD ist. Aber wie schon gesagt, ich gebe eine (hoffentlich) liberale Erziehung an meine Kinder weiter.

      Das ist andernorts eben (leider) nicht so. Nur verschwinden solche illiberalen Ansichten nicht, in dem man denjenigen, der mit solch einer Ansicht konfrontiert ist und nicht als allererstes „homophobes Schwein“ ruft, ein „homophobes Schwein“ schimpft und seine Existenz vernichtet.

  14. Aber wenn jetzt der Streit das ZIel ist?
    Und es gibt auch Leute, die so veranlagt sind, dass sie sich gerne streiten: für die ist so ein ideologischer Kulturkampf genau das Element, in dem sie sich bewegen wie der Fisch im Wasser. Das brauchen die, das ist wie Glückspiel, Sport oder die Prügelei für die Ultra-Fäns.
    .
    Und auch diese Minderheit wird es immer geben und man wird sie immer irgendwie integrieren müssen.
    .
    Eine Gesellschaft, in der sich alle liebhaben und alle gegenseitig tolerieren wäre für viele Menschen der reine Horror. Lieber gehen sie ins Gefängnis, dort findet man wenigstens Gleichgesinnte.
    .
    Man kann das auch privat hin und wieder beobachten. Da gibt sich jemand Mühe, eine nette Familienfeier zu veranstalten, und dann kommt X wieder mit Thema Y…

  15. Westfalen-Blatt
    Was bitte ist denn das „Westfalen-Blatt“??
    Nie von gehört, geschweige denn gelesen.

    Das eigentlich Skandalöse an diesem Vorgang ist doch, dass andere wichtige moralische Fragen des Alltags, die ansonsten in der Rubrik der verfemten Autorin behandelt werden, wie z.B. „Ist es ok, einen Furz zu lassen, wenn der Chef mit ihm Aufzug steht?“ o.ä. wegen dieses non-events zurückstehen mussten bzw. nun womöglich gar nicht mehr beantwortet werden!

  16. Stellvertreterkriege
    Mit Kindern kann man immer schön Stellvertreterkriege führen. Ich nehme mal an, dass die Kinder schon vor der Hochzeit einen langen Kontakt zu ihrem Onkel hatten und mitbekommen haben, dass dieser Männer liebt. Wenn das in Ordnung ging und die Kinder ihren Onkel mochten, warum also nicht auch Blumenkinder auf der Hochzeit sein, wenn die Kinder das möchten. Auch 6jährige sind in der Regel schon in der Lage solche Entscheidungen zu treffen. Alles andere hat der Don schon in seiner unnachahmlichen Art ausführlich und zutreffend gesagt.

    • Danke, ich bin hier im Kommentarkeller und bekomme das Licht der Hauptseite gar nicht mit.

  17. Titel eingeben
    Wenn man nach der Meinung gefragt wird, soll man bitte nicht seine Meinung äußern, sondern DIE Meinung (die richtige). Damit wird jede Diskussion bereits im Ansatz abgewürgt
    Der mundtotmachende Gesinnungsterror – von Konstruktion und Anwendung her – erinnert mich an die Spätphase der DDR.

    p.S. Ich halte mich berechtigt, aus eigenem Erleben diesen Vergleich zu ziehen.

  18. Titel eingeben
    Ich stimme zu, dass es schon mehr als bedenklich ist, wie vorgegangen wurde. Aber: es wird oft gesagt, die Frau hätte ja nur auf die Fragen des Herren direkt Bezug genommen, imho hat sie selbst aber auch eindeutig Stellung bezogen, indem sie sagte „aber bei allem Respekt: Kinder im Alter von xy sollten da nicht dabeisein“ (sinngemäß, kann man ja nachlesen). Imho ist das mehr als nur ein „In Ihrem speziellen Fall würde ich raten…“, das ist schon eine Wertung in Bezug auf schwule Hochzeiten und Kinder im allgemeinen.

    Das soll aber keineswegs heißen, dass in den Rest ok fine, im Gegenteil. Dieses Einknicken und auch die Macht derjenigen, die sich im Recht fühlen, wirkt sich auf den Journalismus immer mehr aus – manche Themen werden gar nicht mehr aufgegriffen (hat irgendjemand in de letzten Monaten mal lesen können, was nun in Kanada bezüglich der im Fall Edathy so oft angemerkten Alzov-Filme passiert ist?), manche Themen nur noch in einer Richtung usw. Das ist für einen Diskurs tödlich.

  19. Die Paulus-App
    Dass auch Nichtnazis, ganz normale Demokratiebürger viele Vorurteile mit sich herumschleifen, kann nicht mit Gelassenheit als verbreitete Normalzustand, als läßliche Sünde und Laster akzeptiert werden.
    .
    Todsünden sind es. Entweder muss ihre Existenz strikt abgeleugnet oder sie müssen mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden.
    .
    Das ist halt der Mechanismus von Dämonisierung und Exorzismus.
    Früher mal hatte man für so was die Religion mit wirksamen Ritualen.
    .
    Heute wäre der Mensch gerne aufgeklärt und kann sich nicht eingestehen, dass er im Grunde genau das bräuchte: Ein Gesetz (Mosaisch oder Scharia) oder katholische Kirchengebote. Klare REgeln mit klaren Richtlinien, was koscher ist und was nicht. Und eine Kaste hauptamtlicher Rabbiner, die das auf jeden Einzelfall runterbrechen kann und auf jede Gesinnung und jeden Konsumartikel ihr Etikett klebt: koscher oder haram.
    .
    Einfach nur „den nächsten lieben wie sich selbst“? Diese App hat so ein Paulhorst fehlprogrammiert und wird in keinem Netz je funktioneren.

  20. Medienkompetenz
    Zitat:
    „Ich gebe ihnen Recht, Ihre beiden Töchter würden durcheinandergebracht …“
    „Andere Kinder mögen vielleicht liberaler aufgewachsen sein, Ihre Töcter sind
    anders erzogen.“

    Haha… das ist Untergrabung und die hat schon zu allen Zeiten gewirkt.

  21. Sekunduäre Shitsturmopfer
    Lernen die Zeitungsmacher eigentlich nichts voneinander? Markus Spillmann, noch vor einem Jahr Chefredakteur einer sehr angesehenen Schweizer Zeitung, hat sich auch von einem Anti-Homophobie Schitsturm gegen eine seiner Mitarbeiterinnen zu einem harschen Urteil hinreißen lassen. Nach weniger als einem Jahr war er nicht mehr Chefredakteur der Neuen Züricher Zeitung.

    • Mir ist in der Sache besonders Meedia als Mithelfer aufgefallen, aber auch einige andere Medien habe überhaupt nicht geachaut, ob sie hier der grünen Parteistrategie vielleicht auf den Leim gehen.

  22. Danke!!
    Da ich während meines Studiums lange Jahre im Einzugsgebiet des Westfalenblatts gewohnt habe, haben dieser Artikel und die Stellungnahme auch bei mir Aufmerksamkeit erlangt.
    Ich hatte mehrere Gedanken beim Lesen der Stellungnahme (und anschließend des Artikels).
    Auffällig waren die unterschiedliche Lesart der beiden Versionen der Stellungnahme der Redaktion. Auch bemerkenswert fand ich die „konservative“ Erziehung der Kinder. Aber! jeder hat das Recht, sein Leben so zu leben, wie er will. Da muss auch so etwas akzeptiert werden. Schwerwiegender finde ich die Argumentation der Kolumnistin, die immerhin von Fach zu sein scheint.
    Ich habe kein Studium der Kinderpsychologie und auch keine Ausbildung zum Erzieher o.ä. gemacht. Dennoch halte ich gerade Kinder für sehr viel toleranter und flexibler. Sie kratzen sich vllt. am Kopf, fragen ihre Eltern und akzeptieren die Antwort. Ich halte diese Argumentation also für Quatsch und antiquiert.
    Aber hier kommt vllt. die von Ihnen bemängelte Eloquenz zum Tragen. Möglicherweise wollte die Kolumnistin ausdrücken, bevor sich die Eltern in Erklärungsnot sehen, sollten sie eine solche Situation lieber vermeiden. Auch das hielte ich schlussendlich für falsch, denn das Signal ist ein falsches (Intoleranz) an die Leserschaft.
    Dass dies dann in Folge durch das Netz (und den Shitstorm) mit Homophobie in Verbindung gebracht wird, finde ich aber ebenso unsäglich (wenn auch fast unvermeidbar).

    Und hierfür gilt mein Dank an sie.

    Denn meiner Meinung nach wollte die Kolumnistin aussagen, dass man so ehrlich sein darf, und sich ungewollten Situationen entziehen kann. Es steht jedem frei und das ganze wertfrei.
    Und ich kann mich sehr gut in die Situation hineinversetzen, in der die Kolumnistin sich nun befinden dürfte, da ich so lange Jahre im oben genannten Einzugsgebiet gewohnt habe, mich jahrelang einem latenten Homophobie-Vorwurf gegenüber sah.
    Angefangen hatte das mit einer Einladung zu einem Geburtstag. Ohne mir bis dato selbst Gedanken darüber gemacht zu haben, wurde ich vom Einladenden gefragt, ob ich mit homosexuellen Paaren ein Problem hätte. Überrascht und im nicht mehr ganze jugendlichen Übereifer sagte ich „Notfalls schau ich halt weg.“ Der Skeptizismus mir und meiner sexuellen Toleranz gegenüber hielt sich über Jahre, daher hatte ich mir diese Antwort zu eigen gemacht, auch weil ich darin kein Problem sah.
    Mein Gedanke bei dieser Antwort war, dass ich niemanden vorschreiben will, wie er zu leben hat. Wenn ich damit nicht klar komme, ziehe ich für mich meine Konsequenzen. Und das halte ich auch für legitim. Von meinem Gesprächspartner ist das in der Regel aber als intolerant und ähnliches ausgelegt worden. Eine vernünftige Diskussion war nicht möglich.
    Bei mir ist es bei Diskussionen geblieben, vielleicht sind mir ein paar Freundschaften durch dieses Verhalten vorenthalten worden. Dass eine solche Hysterie jedoch auch das Potential hat, jemanden das Leben zu ruinieren (ich hoffe die Geschichte bleibt der Kolumnistin nicht anhängen), ist erschreckend.

    Ich bin Jahre später übrigens dem Vorurteil mir gegenüber auf die Spur gekommen: „Ich bin männlich und komme aus Bayern.“ Das hat gereicht um mich als Homophob (und in Teilen auch als intolerant) abzustempeln. Die anschließende (nicht ganz unemotionale) Diskussion zeigte mir, dass das wirklich ernst gemeint war.

    Grüße
    der DJ

  23. Wieviel Rückgrat wird die FAZ haben, wenn es darauf ankommt ?
    Der Gerechtigkeitsinn des Autors verdient Respekt und Anerkennung, denn es gibt, verständlicherweise, immer weniger Menschen, die bereit sind sich für provinzielle Ungerechtigkeiten einzusetzen und diese, Kraft ihrer Position auf eine höheren Ebene zu diskutieren (FAZ).

    Das „Westfalen Blatt“ und sein Handeln ist mir persönlich gleichgültig, wie mir auch die kleinen Kinderspielereien der Grünen bedeutungslos erscheinen.

    Vermutlich würde „THE NEW YORKER“ heute auch nicht mehr den Mut aufbringen den Artikel des Eichmann Prozeßes der Jüdin Hannah Arendt abzudrucken und sich von dieser distanzieren als die jüdischen Verbände Druck auf den „THE NEW YORKER“ ausübten und Hannah Arendt verstießen.

    So hat jede Zeit ihre Opfer.

    Aber hiervon wollen die jungen, dynamischen Kinder und Karrieresamurais nicht wissen.

    Mit freundlichem Gruß

    B.Klingenberger

    • Momentan versucht es eine Twitterbekanntheit hier bislang vergebens mit einem recht schludrigen Anwalt, und ich habe auch schon ganz andere Sachen durchgestanden. Frank Schirrmachers hat da ja selbst einiges erlebt, er kannte seine Feinde und eine Reaktion war die Einrichtung dieses Blogs als vorgelagerte Bastion zum Eindecken von solchen Elementen.

    • hannah arendt
      dieser hinweis auf diese mutige und intellektuelle und emanzipierte frau ist hier sowas von hilfreich, danke !
      und dann hat sie auch noch in der öffentlichkeit geraucht !!!!!

  24. Titel eingeben
    Ich meine ja, das grundsätzliche Problem ist eher die Hochzeit an sich, genauer deren gesellschaftliche und emotionale Überhöhung. Ein hochstilisiertes Happening, dem seltsamerweise noch immer viel Bedeutung beigemessen wird. Aber gut, wenn’s nunmal für jemanden wichtig ist, sich vor dem Gesetz (oder sogar vor irgendeinem Gott) zu vereinen – sei’s drum. Und dann soll er den Akt bitte auch so feiern können/dürfen, wie er möchte – egal ob Hetero oder Homo. Inklusive Blumenkindern, Triangel-Orchester, rosa Delfinen, whatever.

    Wenn man die Hochzeit nämlich eher als ein „fröhliches Event“ sieht, nicht krampfhaft als „Lebenshöhepunkt“ oder ähnliches, dann bietet sie auch den richtigen und vielleicht sogar perfekten Rahmen, um mit dem Thema „Gleichgeschlechtliche Liebe“ offen umzugehen. Will sagen: Die Probleme entstehen doch erst, wenn man diese Veranstaltung über die Maßen ernst nimmt.

    Und wie hier schon jemand meinte: Kinder haben doch damit das kleinste Problem. Erwachsene machen es zu einem. Sag den Kurzen: „Guck, da heiraten zwei Männer, da zwei Frauen und da Mann und Frau. Weil sie sich lieb haben.“ Dann rennen die los und werfen Blumen, is denen doch Wurst. Und falls sie doch fragen: „Duuuu, wie macht Onkel Sven denn Babys?“, dann sollte man das als Erwachsener beantworten können, ohne rot zu werden. Wegschauen und totschweigen ist jedenfalls keine Lösung. Dadurch entstehen ja erst die Vorurteile.

    Meine Antwort an Bernhard, 43, wäre gewesen: Komm klar, Berni! Werft eure beiden Mäuse in irre schicke Kleidchen, habt ne schöne Party und freut euch mit deinem Bruder! Geht normal damit um! Denn nichts anderes ist es. Und was ist überhaupt mit Kindern, die bei gleichgeschlechtlichen Paar aufwachsen? Sind die per se verwirrt oder was? Werden die gar direkt schwul, weil ihre Eltern schwul sind? Bernhard, Bernhard…da denk lieber noch mal drüber nach.

    • Ich bin überhaupt kein Freund falscher Festlichkeit und würde mich auch komisch finden, wenn ich in dem moment Leute zu etwas zwinge, das sie nicht unbeingt wollen. s gibt vermutlich einfach bessere Momente, solche Themen anzugehen, als ausgerechnet dann diesen demonstrativen Akt. Mein Rat äre daher auch gewesen, es besser direkt unter Brüder auszudiskutieren und eine Lösung zu finden, bevor man sich und anderen die Sause verdirbt.

      Aber das eigentliche Thema ist ja, wie der Grüne Volker Beck mit seinen Parteifunktionen in der üblen Missbrauchszeit hier für eine Kampagne auf dem Rücken der Schwulen eine Aktivistin belobigt, wenn eine Autorin fliegt, Und das ist ein anderes Kaliber.

  25. Titel eingeben
    Es ist ziemlich engstirnig, Mann und Frau kategorisch als Vater und Mutter zu betrachten.
    Homosexualität besitzt durchaus ihre evolutionäre Funktion. Dabei sollte man beachten, dass es bei der Evolution um das Überleben einer Art und nicht um das Überleben des Individuums geht. Sexuelle Fortpflanzung fungiert als Katalysator für die genetische Variabilität und somit für den Vorgang der Evolution. Die Menschen sind höher entwickelte Lebewesen. Deshalb muss keine Evolution stattfinden, weswegen die meisten Menschen eigentlich homosexuell sind.

    • Ja, als überzeugter Single finde ich Reproduktion als genauso abseitig und daneben wie Heiraten und ich verstehe auch nicht, warum man das jenseits der Steuern tun soll – aber das sollte doch bitte jeder selbst befinden. Und nicht Autorinnen für eine andere meinung ruinieren.

  26. Pingback: Mit dem Rückgrat einer Qualle : Burks' Blog

  27. Pingback: Was zu einer angemessenen Entschuldigung gehört … Westfalen-Blatt im doppelten Shitstorm | Krisen-Blog

  28. Nur weil eine Meinung anders ist ...
    … heißt das nicht, dass sie besonders intelligent und originell ist. Das gilt auch für diesen Artikel hier.

    Die Kolumnistin hat eben nicht darauf verwiesen, dass es die Entscheidung des Vaters ist. Sie hat nicht argumentiert, dass Blumenmädchen allgemein schädlich für die schwule Befreiung sind (wie kommt man eigentlich auf sowas?).
    Sie hat einfach nur bestätigt, dass eine schwule Hochzeit die Mädchen verwirren könnte (im Gegensatz zu einer heterosexuellen). Und offensichtlich war sie sich der Homophobie in dieser Aussage gar nicht bewusst. Scheinbar ist sich auch „Don“ derer nicht bewusst. Aber es ist nichts anderes als das: Reine Homophobie.

    Und es ist äußerst wichtig, dass genau diese Homophobie angesprochen und eben_nicht_akzeptiert wird. Insofern ist ja die von „Don“ verortete liberale Haltung der Autorin zum Tragen gekommen. Sie hat das Thema gebracht und damit eine Debatte angestoßen. Danke dafür. Und in dieser Debatte gibt es den klaren Standpunkt, dass die Unterscheidung zwischen einer heterosexuellen und einer schwulen Hochzeit nicht akzeptabel ist. Und die eine ist nicht mehr oder weniger sexuell („verwirrend“), als die andere. Die Autorin hat also ihre eigene Homophobie vor die Nase gehalten bekommen.

    Eine rasche Klarstellung/Entschuldigung statt des Eiertanzes und sie hätte vermutlich weiterschreiben und sich auch weiterhin öffentlich mit diesem Thema befassen dürfen. Aber solange ihr und der Zeitung die eigene Homophobie nicht bewusst wird gibt es eben Shitstorm. Hier ist alles richtig gelaufen.

    • Quatsch. alles, was ich nicht kenne, verwirrt mich. Ich war mal auf einer freikirchlichen Hochzeit unter lauter Lazuhosenträger als einziger neben dem Bräutogam im Smoking, was glauben Sie, wie schrecklich daneben das alles war. Natürlich verwirrt einen sowas. Kein einziges Abendkleid. Das ist nicht freikirchenfeindlich. Das ist halt anders. Ich habe mich dann schon daran gewöhnt. Schräg wäre es erst, wenn ich dagen würde, das würde mich traumatisieren. Und wenn Sie nicht schwul sind und das erste Mal eingeladen werden, beim Hans Sachs Strassenfest in Stöckelschuehen mitzulaufen und da dann auch nicht verwirrt sind, gehen wir zusammen mal in die Deutsche Eiche.

    • Quark. Wäre alles, was mich verwirrt, weil ich es nicht kenne, xyz-phob,
      würde ich mit tausenden von Phobien durch die Gegend laufen. Ich wurde vor mehr als 30 Jahren als unbeflecktes Landei das erste Mal mit Schwulen konfrontiert, einfach dadurch, dass einer in einer Grosstadt einen Verführungsversuch startete. War nicht schlimm und hat auch nicht wehgetan, die eindeutige Reaktion wurde höflich akzeptierend zur Kenntnis genommen, erledigt. Verstörend war es trotzdem.
      Und in den ersten Tagen danach hätte ich sicher gesagt, dass ich auf die Erfahrung auch hätte verzichten können. Am Ende des Tages hat es meine vorher weitgehend neutrale Einstellung zu Schwulen (= interessierte mich nicht) eher verbessert, trotzdem ist die nüchterne Einschätzung, dass Kinder bei ihrer ersten Begegnung mit Schwulen verwirrt sein könnten, deshalb noch lange nicht homophob.

      Im übrigen haben die Kritiker dieser „Homophobie“ auch keine Diskussion angestossen, sie haben bewusst und vorsätzlich ein Blatt unter Druck gesetzt, eine von dessen Schreiberinnen nie wieder zu beauftragen. Ich freue mich ja eigentlich darüber, dass Teile der heutigen Linken die Berufsverbotspraxis der siebziger für das Beamtentum nicht nur nachträglich voll rechtfertigt, sondern sie sogar noch erheblich ausdehnt – nicht nur Beamte, nein, keiner soll mehr sein Brot verdienen dürfen, wenn ICH linker Moralapostel einige seiner Äusserungen zu patriarchalisch, homophob, sexistisch, maskulistisch, antifeministisch oder sonstwie -istisch erklärt habe. So wird eine freie Gesellschaft richtig lebenswert.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Konjunktiv
      Da steht „verwirren könnte“ und das bestätigt erstmal nur den Vater (weiter oben hat jemand dazu den Begriff „non-judgemental“ genannt).

      Natürlich könnten „dessen Kinder“ ganz offensichtlich verwirrt(!) werden, wenn sie dergestalt „erzogen“ wurden, dass eben eine Hochzeit für sie nur m+w stattfindet.

      Dann kam der einzig richtige Rat: der Leserbriefschreiber solle mit seinem Bruder darüber reden.

      Und als Dank für diesen Rat, wird sie von irgendwelchen Leuten, denen es nur um die eigene Deutungsmacht geht, faktisch aus dem Job gemobbt. Wenn Sie das für die richtige Konsequenz für das Äußern von „nicht akzeptablen“ Meinungen halten…

    • Verwirrt, weil ich es nicht kenne ...
      … deswegen bleibe ich lieber weg, damit ich mich nicht verwirre, dadurch lerne ich es nicht kennen, und das nächste mal bleibe ich dann lieber weg, weil ich verwirrt werden würde, weil ich es nicht kenne, dadurch lerne ich es nicht kennen und das nächste mal …. Glückwunsch zu dieser knackigen Argumentationskette.

      Wie auch immer, hier wurde eine homophobe Aussage geächtet. Es ist eine wunderbare Kulturleistung unserer Gesellschaft, dass heutzutage die Homophobie nicht mehr Gesellschaftsfähig ist. Ganz im Gegensatz zur Homosexualität. Deutschland, Du wirst besser.

  29. Persönlichkeitsentwicklung
    Entsprechend auch zwei verschiedene Ansichten über die Persönlichkeitsentwicklung.
    .
    Gruppe 1
    glaubt, dass die Menschen selbständig entwickeln, und das Beispiel ihrer Eltern und Herkunftsmilieus mehr als Material benutzen. Was sie davon sich aneignen und beibehalten, oder wovon sie sich umgekehrt deutlich abgrenzen, das bestimmen sie am Ende selbst.
    .
    Gruppe 2
    glaubt, dass Eltern die Entwikclung ihrer Kinder einseitig steuern und diese in einer bestimmmten Weise programmieren können.

  30. Ein erfrischendes Wort. Vielen Dank!
    Ich gratuliere Ihnen zu diesem Beitrag, werter Don Alphonso.
    Jüdisch und christlich sind Diskussion, Gespräch, Gelassenheit und Verständnis. Der Nihilismus hingegen kennt nur die Schreikultur.

  31. Es ist beängstigend...
    wie ein Mob sich entwickeln kann, der zu sehr an den Pöbel vor rund 80 Jahren erinnert. Auch dort wurden andere Meinungen nicht mehr gehört. Mit Antifaschismus hat das gar nichts mehr zu tun, da die Ähnlichkeiten mit dem, was man eigentlich mal bekämpfen wollte, zu groß wird.

    Wer Menschen wegen ihrer Meinung mundtot schreit, deren Existenz raubt und in der Öffentlichkeit bloß stellt, darf kein Gehör bekommen, ob es sich um Nazi handelt oder den sogenannten „Antifaschisten“/Linken.

    Hier haben die Grünen noch viel aufzuarbeiten.

    @Don Alphonso: Vielen Dank für den sehr guten Beitrag!!

    • Danke für da lob – ich wollte eh mal was über en Niedergang der Linken wegen der fehlenden Bindekräfte der SPD machen.

  32. Deutsche politische Kultur
    offenbart sich hier. Sie lässt sich ganz einfach auf einen Nenner bringen: Es geht darum, zu behaupten „Ich bin moralischer als Du – Du hast ethische Defizite, und deshalb bin ich Dir überlegen“.
    À la „mein Auto, mein Boot, mein Haus“ aus der Werbung – jetzt eben „mein soziales Bewusstsein, meine Empathie, meine Moral“.
    Das ganze ist eigentlich ein zutiefst atavistisches Renommiergehabe im Stile von Gorillamännchen (nein, ich möchte keine Gorillamännchen diskriminieren, also bitte keinen Shitstorm deswegen!).
    Das Lächerliche an der Sache ist, dass sich die Protagonisten dieser Haltung auch noch als Intellektuelle/Intellektuellinen verstehen.
    Das Gute an der Sache ist, dass sich so die Verbitterung bei dem Rest an „normalen“ Menschen – dieser mittlerweile verfolgten Minderheit – so aufstaut, dass sich sicher bald eine deutliche Reaktion zeigen wird. Die Afd ist zwar weg, aber ihr Wählerpotential ja nicht.

    • Ich bin sicher kein Freund von Frauke Petry oder Beatrix von Storch oder Birgit Kelle. Aber man brict sich keinen Zacken aus der Krone, wenn man sagt, dass solche Vorfälle Wasser auf deren Mühlen sind. Gerade, weil hier eben jemand nicht mehr mal ein paar höchstens mittelunkluge Dinge sagen durfte. Charlotte Obermeier bekommt vielleicht eine grüne Parteilaufbahn und Kelle einen neuen Bestseller, gleich hinter Pirincci. die Exrremen helfen sich.

  33. Das ist doch nicht wahr oder ?
    “ Die Menschen sind höher entwickelte Lebewesen. Deshalb muss keine Evolution stattfinden, weswegen die meisten Menschen eigentlich homosexuell sind.“

    Ist den Verfasser dieser Zeilen eigentlich klar was es hier, in nur 3 Sätzen, zu Papier gebracht hat ?

    Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll zu heulen. Sind wir wieder 1412 ? Alles was intelligente Männer und Frauen seitdem geleistet haben ist pufff , futschikato ?

    Wie ist der Autor durch die Schule ( hoffentlich nicht Uni ) gekommen ?

    Bitte, bitte um alles in der Welt lesen Sie mal ( meinetwegen auch in Wikipedia , oder Bild, bei Ihnen macht das alles nix mehr… ) nach was E V O L U T I O N ist.

    Und wie alt der „Mensch“ eigentlich ist. Und warum wir heute keine Schimpansen mehr sind und das den Zeitraum von knapp 300.000 Jährchen gedauert hat… ( Evolutionsbiologisch —> da ist es wieder ein pöses wissenschaftliches Wort TRIGGERWARNUNG <————-, sind das zwar sekuendchen aber immerhin kann nicht mal Don seine Familiengeschichte, hoffentlich ;-)) )

    Wenn Sie danach noch intellektuelle Kapazitäten frei haben dann kommen wir mal zu "alle sind homos " . Das ist so zensiert , das ich persönlich das als Beleidigung meiner Präferenzen sehen. Aber holla !!!!

    LESEN :
    http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S019188690400385X

  34. Erste Runde k.o.
    Ach Gottchen die westfälische katholische Mafia trifft auf die Grünen schwul lesbischen Genen Ayathollas und geht in der ersten Runde k.o. Gut dass es das Internet gibt und wir das erfahren. So what? Die Schwulen sind weiter schwul und die Westfalen weiter katholisch. Die Plaudertante vom Wedtfalenblatt wird auch schon irgendwo wieder unterkommen. Hätte man nicht wenigstens noch einen Bezug zu Münkler hinbekommen können?

    • Bezug zu Münkler
      Aber bitte:
      Die in Münklers Vorlesung zitierten Texte haben weisse Heulsusen, verunsichert und das hätte nicht sein dürfen, und Homo-Ehe hätte Westfalenkinder verwirren können, und das hätte nicht gesagt werden dürfen.
      .
      Verunsicherung und Verwirrung sind immer negativ, und mein Therapeut hat gesagt, ich soll nur positiv denken, damit ich im Verkaufsgespräch beim Kunden nur positive Gefühle zurücklasse.
      .
      Noch fragen?

    • Es gibt recht deutliche personelle Übereinstimmungen zwischen den Freunden des Münklerblogs und den Teilnehmern an dieses Shitstorm.

  35. Verwirrend
    Gruppe 1
    unterstellt, dass das Adjektiv „verwirrend“ als sachliche Aussage gemeint war, einen Gemütszustand zu beschreiben. Wenn die Beschreibung zutrifft, dann ist das Wort erlaubt.
    .
    Gruppe 2
    begreift „verwirrend“ als moralisches Urteil. Verwirrend ist negativ, wer negative Adjektive in Bezug auf Homo-Ehen benutzt, ist homophob. Darum ist das Wort verboten.

  36. Ich verstehe die Entrüstung
    Was kann es bei dem Thema denn für einen Dialog geben?
    Die Autorin liefert praktisch eine Anstiftung zur Drangsalierung und Ausschließung von Familienmitgliedern auf Basis völlig hirnrissiger Argumentation.
    Kein Kind ist verwirrt, wenn es erfährt, dass sein Lieblingsonkel und sein Freund ein Paar sind und dass man das Homosexualität nennt.
    Und ich bin auch der Meinung, dass „verwirrend“ hier ein negativer Kontext hat.
    Mein Homophobiedetektor geht immer dann an, wenn in grundsätzlichem Zusammenhang mit Homosexualität von „Kinderschutz“, „Frühsexualisierung“, „normal/abnormal“, „Schöpfungsplan“, „Gottgewollt“, „Verwirren“ oder „Moral“ die Rede ist.
    Und mich (als hetero) regt es immer auf, wenn Homosexuelle unter dem Vorwand des Kinderschutzes gegängelt werden. Die wissen dann, dass sie immer aufpassen müssen, dass ihnen gegenüber dem Kind nie etwas herausrutscht und der Freund immer platonisch behandelt wird weil ihre Orientierung Kinder „gefährdet“. Die Kinder werden über ein wichtiges familiäres Ereignis im Unklaren gelassen und wer weiß, vielleicht würden sie sogar gerne Blumen streuen.
    Feuern ist allerdings übertrieben, mir ist allerdings nicht bekannt, dass das jemand gefordert hat.

    • Ne ne
      Der neue Pädophilenskandal hat gerade gezeigr das es die Homosexuellen waren die die Täter waren. Und es macht was aus was kleine Kinder seen und hören. allerdings merkt man ja das man für fadenscheinige Propaganda kein Kind sein muss um sie zu glauben. Das das hier seitens Grünen und der Homolobby ein weiterer Versuch ist den Mainstream komplett zu übernehmen und jegliche abweichende Meinungen zu verbieten ist offensichtlich.

    • Sie werden sicher erstaunt sein zu hören, dass es „die“ Homolobby nicht gibt und diese Szene keine ist, sondern so fragmentiert wie die ganze Gesellschaft ist. Ja, es gibt da auch Kindesmissbrauch. Aber nein, das ist hier ganz sicher kein thema bei dieser Hochzeit. Es ist ein begrenztes Problem innerhalb einer Strömung einer bestimmten Partei. Aber angesichts des relativ hohen Anteils von nicntheterosexuellen Menschen gibt es die praktisch überall.

    • Grüne Homolobby
      @AlexbfromG

      Jetzt geht es also nicht mehr nur um verwirrung, sondern um Kindesmißbrauch.

      „Der neue Pädophilenskandal hat gerade gezeigr das es die Homosexuellen waren die die Täter waren. “

      und was hat das mit dem Onkel und seinem Freund zu tun um die es hier in dem Artikel geht? Die Grünen haben im Strudel der sexuellen befreiung ein paar Dinge zu viel befreit und Nutznießer dieser Befreiung haben sich bei den Grünen angesiedelt.

      Offenbar hat der homosexuelle Onkel außerdem bereits Zugriff auf die Kinder, er hat sie offenbar sogar so manipuliert, dass sie ihn für ihren „Lieblingsonkel“ halten. Wenn er sie missbrauchen will, muss er also nicht bis zur Verpartnerung warten, sondern kann das bei jeder anderen Gelegenheit tun.
      Wenn man Kinder vor Übergriffen schützen will, sollte man dem Onkel vielleicht besser komplett den Kontakt untersagen und 100Meter Sicherheitsabstand zu Menschen unter 18 erwirken, so wie jedem anderen Schwulen.
      Kinder missbrauchen geht nämlich auch ohne dass die bei der eigenen Verpartnerung Blumen streuen.

      Ich selber bin übrigens auch im Kindesalter verkorkst worden. Ich sah zwei Männer, die Händchen hielten und sich küssten. Für mich als Kind war in dem Moment klar, dass das wohl ein Paar ist das sich gerne hat. Es wurde von Seiten meiner Familie und Restgesellschaft dann immer mal wieder versucht, mir die Homosexualität schlecht zu reden, aber mein Eindruck als Kind war für meine Meinungsbildung relevanter. Weil ich nichts anderes sehen konnte als zwei Menschen die sich offenbar sehr mögen.

      Anhand von Pornographie kann man die Vorlieben von Männern gut ermitteln. Der beliebteste schwule Pornostar ist Cody Cummings.

      “ allerdings merkt man ja das man für fadenscheinige Propaganda kein Kind sein muss um sie zu glauben. “

      Das gilt auch für dich. Du plapperst bestimmt auch alles nach, was Birgit Kelle oder Pirincci sagt. Erkennt man ja an der Übernahme von Wortkonstruktionen: linksgrünversifft, frühsexualisierung, verschwulung, gendergaga usw. Wer solche Begriffe benutzt, denkt auch nicht selber.

  37. Denken fällt so manchem schwer
    Fragt jemand einen Arzt, ob er seine Kinder zu Aidskranken lassen dürfe. Anstatt ihm zu erklären, was Stand der Wissenschaft ist, bestätigt ihm der Arzt, dass seine Phobie bezgl. Aidskranken angemessen ist.

    Darf der Hospitalbetreiber den Arzt entlassen?

    Darf der Arbeitgeber einer Diplom Psychologin(!), die den Stand der Wissenschaft ignoriert, und ihre unwissenschaftliche Meinung mit der Bestärkung der Phobie gegen eine Minderheit mittelilt, von der Aufgabe befreien, auf Basis ihrer Ausbildung Lebensberatend zu sein?

    Es geht hier nicht um Meinung. Die liest man in der Bild. Wenn da Lebensberatung steht und der akademische Titel der Beratenden „qualifiziert“, muss der Veröffentlicher dieser Meinung überdenken können, ob diese Dame für diesen Job noch weiter angemessen ist.

    (Zum Denken: Wenn ein Börsenratgeber Unsinn erzählt, darf der Veröffentlicher ihn dann entlassen?)

    Dass nicht jeder Arbeitgeber reagiert (wie z.B. die Bundesbank bei Sarrazin, als der sich unfähig gezeigt hat, mit einfachen Statistiken umzugehen) ändert nichts am Tatbestand, dass jeder Arbeitgeber das Recht haben sollte, bei unqualifizierter Aufgabenerfüllung, die auf schädlich den Arbeitgeber zurückfällt, das Arbeistverhältnis auflösen zu können.

    • Es gibt da schon noch einen erheblichen Unterschied, meinen Sie nicht? Das Problem liegt ja in der fehlenden Kommunikation der Brüder bzw. töchter und nicht etwa in einer Krankheit. bitte keine solchen schrägen Argumente mehr, wenn sie hier ernsthafte antworten haben wollen – es packt ja auch sonst keiner schräge Schwulenvergleiche aus.

    • stand der wissenschaft
      spätestens seit popper wissen wir alle, das der stand der wissenschaft zeit- und gesellschaftsgebunden ist, zumindest wenn es darum geht die herrschende oder überwiegende meinung zu vertreten.
      so werden wir in der zukunft über diese themen wieder anders reden und argumentieren, das bestehende und aufgedrängte denkparadigma ist einmal kuturbezogen (reife, saturierte gesellschaft in deutschland) und zeitbezogen, was die bestehende aktuelle inquisition ja auch insgeheim so fürchtet wie der teufel das weihwasser, deshalb die rundumschläge.
      ich warne deshalb vor der verabsolutierung von paradigmen (siehe das spinatistgesund-paradigma in meiner jugend) und vor den versuchen, diese nur auf zeit dominierenden paradigmen für säuberungen auf dem arbeitsmarkt oder in der wissenschaft zu missbrauchen. ich empfehle die lektüre von paul k.feyerabend oder thomas s. kuhn und vieles relativiert sich und wissenschaft und studien werden nicht mehr für ideologie oder kulturkämpfe missbraucht. zumindest nicht mehr von denen, die zum verständnis und erfassen dieser literatur willens und in der lage sind.

    • Krankheit?
      Herr Bulut, sie sind also der Meinung, dass Homosexualität mit einer Krankheit vergleichbar ist?

      Und Herr Sarrazin kann deutlich besser mit Statistiken umgehen als 99% derer, die behaupten, sein Buch wirklich gelesen und verstanden zu haben, und ihn dann noch in Bausch und Bogen verdammen…

  38. Lasst Kinder selbst denken
    Mir fällt bei diesen inszenierten Schwänken immer wieder nur auf, dass Kinder nicht wirklich gefragt werden. Die einen wollen sich ihrer zur Inszenierung ihrer eigenen Arriviertheit bedienen, die anderen wollen von allen am Besten wissen, was ihnen schadet oder nützt. Nun scheint es mir auch eher eine seltsame Vorstellung, 6-8jährige Mädchen könnten irgendeinen Schaden davon nehmen, wenn sie bei einer gleichgeschlechtlichen Hochzeits-Persiflage Blumen streuen. Vielleicht finden sie’s ja witzig. Aber hat sie denn jemand gefragt? „Du, der Ernie und der Bert haben gefragt…?“ Wäre natürlich blöd, wenn so ein dummes Kind dann am Ende gar sagen würde. „Nee, find ich doof.“ oder „Nee, ich möchte aber eine Mama und einen Papa.“ Kinder haben nämlich einen untrüglichen Instinkt dafür, was weder böse noch schädlich, sondern einfach nur doof ist. ;) Was die beteiligten Erwachsenen übersehen, ist, dass sie es alle gleichermaßen für vorausgesetzt halten, dass Kinder ihre legitimen Fetische sind, mit denen sie sich hier oder da, so oder so inszenieren. Und das ist die wahre Crux.

  39. ICH bin gar nicht verwirrt...
    …Gott sei Dank. Ich habe früher mit großem Vergnügen Ralf König geschmökert. (Alle Comics, nicht nur die leicht verdaulichen). Und ich sage hier und jetzt in aller Internet-Öffentlichkeit, klar und deutlich:“ Ich bin froh und glücklich, ein 100% heterosexueller Mann zu sein“. Moment, es wird noch toller: Ich (ganz persönlich, ja? Wie andere usw. usf., bin ja tolerant), also ICH ganz persönlich finde haarige Männerhintern ausschließlich bei mir selbst erotisch und bei anderen Männern i.d.R. – Achtung es kommt – ABSTOSSEND. Übrigens: Wegen der Kinder (!) stehen die Ralf Königs in der zweiten Reihe weit oben im Regal und werden nach meinem, ausschließlich meinem, Gutdünken irgendwann hervor geholt. So. Und ganz übrigens hat der Don natürlich den Punkt getroffen. Faschistoider Mob in grün, das geht gar nicht. Einzig und allein deswegen schreibe ich hier meine homoneutrale Haltung so explizit auf.

  40. Lieber Don Alphonso,
    ich habe gestern mal wieder nachgesehen, was der Hashtag #NotJustSad so macht und war erstaunt, dass man sich immer noch über Ihren Beitrag zu diesem Thema echauffierte. Ich entnehme den Wallungen „des Netzes“, dass Sie a) einmal mehr ins Schwarze getroffen haben und b) selbst so etwas wie ein Shitstormopfer sind.

    Das macht Ihren Blogpost nicht weniger hervorragend, hat mich aber dazu verleitet, einmal nachzulesen, was Ihnen in diesem Forum so an halbgaren Emotionen entgegen gespien wird. Eine Antwort, die von Ihnen selbst stammt, fand ich am erschreckensten, da sie sich mit meinen Eindrücken der grünen Jugendorganisation deckt, wenngleich ich nie selbst das Opfer war:

    donalphonso: „Dazu muss man vielleicht wissen, dass Charlotte Obermeier schon mal ihre Deportationspläne für Leute wie mich veröffentlicht hat. Eine gute Deutsche, hätte man früher gesagt und in der Tradition sehe ich sie auch.“

    Die glühende Ideologie, die soziopathische Selbstgerechtigkeit, die unerbittliche Hemmungslosigkeit, die schockierende (physische und verbale) Gewaltbereitschaft … und nicht zuletzt desinteressierte, teilweise wohlwollende Schweigen der Mehrheit.

    All das weckt starke Erinnerungen. Wer laut „Wehret den Anfängen“ brüllt, ist keinesfalls davor gefeit, selbst ein solcher zu sein.

    • Das kann man alles bei der grünen Jugend Berlin nachlesen, da ist der Text von Frau Obermeier veröffentlicht worden. die Grünen in Berlin wissen genau, wer ich bin und woher ich komme – ich war da in meiner früheren Funktion mehr als einmal zu Gast und durchaus gern gesehen – lassen ihre Jugendorganisation da aber gewähren. Nachdem ich aber in Bayern aufgewachsen bin, kann mich da wirklich gar nichts mehr schocken. Ich finde aber, dass man wissen sollte, wem dieser Herr Beck da dankt. bevor er wieder über Antisemitismus twittert und ihn sofort benutzt, um ihn auf eine Stufe mit Homophobie zu stellen.

  41. Mehrheit und der Rest
    Pech, selbst wenn die Gleichstellung der Homo-Ehe rechtlich schon in trockenen Tüchern ist, machen die Leute immer noch einen Unterschied. Und solche Unterschiede können Abgrenzungen zufolge haben. Diskriminierende Abgrenzungen.
    Im Öffentlichen Diskurs scheint es, als suchten Verantwortliche Redakteure, Politiker, NGO-Sprecher häufig die neutrale Ecke, wie beim Boxen. Nur nicht anranden, immer schön mittig bleiben.
    Dass die arme Redakteurin entlassen wurde, zeigt nur, dass die Unterschiede noch immer existieren. Also lernen wir, dass Mehrheit, Recht und Konsens keinen absoluten Kanon bilden können. Es gibt m.A.n. keinen gesellschaftlichen Konsens über die Homo-Ehe. Der aufgeregte Diskurs wie auch die Reaktion des Westfalen-Blatts beweisen es.
    Ooops, darf man das überhaupt sagen?! Also, selbst für den Fall, wenn’s nicht stimmt?!

    • Hier schon, denn ich habe erstens einen breiten rücken, zweitens grosse Fäuste und drittens wollen viele nicht mehr mitspielen, wenn ich komme.

      Es geht mir aber wirklich nur um den Fall. Wenn in den USA Druck auf Firmen gemacht wird, bei der wirklich homophoben – und sich das Judentum wie deutsche Linke aneignende – Dr. Laura Schlesinger keine Werbung mehr zu schalten, so finde ich das durchaus als mittel im Konflikt gerechtfertigt. Nur ist das dann halt ein echter Konflikt von beiden Seiten und nicht eine Bandw deutscher Pöbelgirlies, die über eine nichtsahnende und sicher nicht homophobe Autorin herfallen, um ein Exempel zu statuieren.

  42. Dieser Beitrag ist nicht ohne eine gewisse Ironie
    Erstens, scheint es das Thema Grüne in der FAZ nur noch in Verbindung mit Pädophilie zu geben, auch wenn das nichts zur Sache beiträgt. Das scheint das genaue Gegenteil von dem zu sein, was der Autor predigt.
    Zweitens ist der Standpunkt, man solle da lieber keine Blumenmädchen zu dieser Hochzeit schicken so absurd, dass er einen Shitstorm verdient hat.
    Und drittens, „jede auch noch so abseitige Lehrmeinung zu bewahren und ernst zu nehmen“ scheint nun nicht gerade das Motto der FAZ zu sein, egal ob das Thema, Wirtschaftspolitik, Energiepolitik oder Homo-Ehe lautet.

    • Nein, bleiben sie bitte bei der Wahrheit: Es gibt auch jede Menge andere Punkte, über die man reden könnte und von mir auch schon mal so und mal so besprochen wurden – aber dass die Grünen und NICHT die FAZ mit ihrem Umfeld jetzt genau diesen Shitstorm angezettelt haben, ist in meinen Augen so zufällig wie jede andere Burrying-Strategie in der Politik. Sicher eine zufällige Gelegenheit, aber es bot sich an. Darum geht es dann an dieser Stelle.

      Ansonsten wäre ich auch dankbar, wenn man nicht neue Unwahrheiten verbreiten würde. Die Autorin hat in DIESEM speziellen Fall DIESEM einen Vater empfohlen, mit seinem Bruder das Gespräch zu suchen. Verallgemeinerungen von Ihrer Seite sind da schlichtweg niederträchtig und wenn Sie hier weiter mitreden wollen, reisen Sie sich gefälligst am Riemen und bleiben am Text, um den es geht.

  43. Ehe
    Ich habe auch nie verstanden, warum die Schwulen um die Ehe gekämpft haben. Schon Heteros sollten dieses Institut meiden. Aber wahrscheinlich ist die Masse der Schwulen noch spießiger als die katholischen Westfalen. Wird mal Zeit, dass einer sich bei einer Hetero Hochzeit weigert, seine Töchter als Blumenkinder zur Verfügung zu stellen.

    • Weil es erstens nicht die Schwulen sind – viele fanden und finden das auch schräg. auf der anderen Seite herrscht aber auch die Meinung, dass es nicht darum geht, ob man das nutzt, sondern ob man das nutzen KANN. Es ist so wie Reisefreiheit – solange ich daheim zufrieden bin, kann mir das egal sein. Erst wenn ich reisen will, ist sie doch wichtig, und zwar für alle. Daher gab es einen konsens dafür zu kämpfen, selbst wenn viele es gar nicht wollen.

    • Blumenkinder
      Na mir soll’s Recht sein, aber die vielen zusätzlichen traumatisierten Blumenkinder nach den Scheidungen …

  44. Fehlendes Rückgrat
    Das hat sich in so vielen Stellen eingeschlichen. Aus Angst vor shitstorm nimmt Aldi Seife aus dem Programm, aus Angst vor shitstorm haben Konzernlenker nicht mehr die Eier in der Hose, zu sagen, dass sie für ihre Mitarbeiter mal richtig Kohle raushauen als Dank für gute Leistungen, aus Angst vor shitstorm wird [hier bitte ein beliebiges Feld anführen, das passt sowieso].

    Was ist so schlimm daran, dass man sagt, ich sehe das anders?

    • Ach, man macht das manchmal mit und nach einer Weile ist es langweilig, wenn es keinen mehr gibt – das ist meine Haltung. Was glauben Sie, was ich schon alles gehört habe und wer schon alles wegen mir gehen musste. Ich bin da ganz offen: Es gibt Oben und Unten und wichtig ist, dass es mir gut geht und die anderen können sich gern an ihrer Marginalisierung aufgeilen.

  45. Zur Kasuistik des Mißbrauchs
    Kindesmißbrauch tritt in diversen Formen auf, grob unterscheiden mag man zwischen kriminellen und nichtkriminellen. Was die kriminellen unter ihnen neben anderem zusätzlich widerwärtig macht: sie taugen jedem der Gerechten als Empörungsgenerator allererster Güte, als Moralspender unbegrenzter Menge. Man kann noch so sturzdämlich sein, man kann ein noch so geistloser Zeitgenosse, ein autoritärer Nichtswisser sein, ein noch so retardierter Spießer (und Mitglied in derselben Partei wie Volker Beck, die derlei Formaten als Biotop und Zuchtburg dient): Moral kann jeder, und je verkommener die Untat, desto heller strahlt der Stern der Gerechten. Was Schopenhauer just vor Augen hatte, als er dem Bösen sein Gutes bescheinigte: daß es nämlich den Guten erlaube, böse zu sein.

    Dann gibt es noch eine andere Form des Kindesmißbrauches, sie ist nicht kriminell, dh sie steht nicht unter Strafandrohung (was ich bedauern würde, sähe ich nicht die Gefahr, die aus nicht eindeutig formulierten Gesetzen immer droht). Sie ist das Geschäft jener, die Kindern samt deren Eltern die neue Moral & Korrektheit (öfters kommt sie auf haarigen Beinen in Stöckelschuhen daher) mit der Brechstange beibringen wollen. Ich fasse es nicht: zwei Mädchen, sechs und acht Jahre alt (!), sollen Zwangsadressaten der von grünlicher Verblödung und der mit ihr habituell einhergehenden gellenden Rechthaberei, ihrer Anmaßung und Distanzlosigkeit sein. Ich möchte von moralischer Zwangsintubierung sprechen und deren Protagonisten nahelegen, über die triebenergetische Herkunft ihrer erhabenen Gelüste zu meditieren. Anfügen möchte ich, rein assoziativ spontan, versteht sich: es hat was von BDM-Scharführerinnen. Es sind diese alten Mädchen (beiderlei Geschlechts, wie man heute weiß, da sei die neue Vielfalt vor), sie sind brav und duften nach Kernseife, und sie werden unangenehm aufdringlich, wenn andere es nicht tun und nicht brav sind. Dann beginnt heilige Emission.
    Den Eltern, die ihre Frage einer Journalistin vorgelegt haben, möchte ich ebenso wie letztere sagen: wenn Sie sich unsicher sind, wenn die Aussicht auf das Blumenstreuen Ihrer Töchterchen bei einer Herrenhochzeit Sie beunruhigt – dann bedenken Sie bitte: das ist allein Ihre Entscheidung. Niemand hat Ihnen da reinzureden, schon gar nicht die geifernde Idiotie einer Meute, die man an ihren geblähten Backen erkennt, aus denen das hervorweht, was man, um einen Anglizismus in deutsches Sprachgut heimzuholen, als Fäkalsturm bezeichnet. Ersparen Sie es guten Gewissens Ihren beiden Töchtern, als Statistinnen, als wandelnde Requisiten seliger Selbstgerechtigkeit paradieren zu müssen.

    Und umfahren Sie weiträumig – aber das wissen Sie inzwischen selbst am besten – jene Hütte, vor der der Leiter der Redaktion Westfalenblatt an seiner Kette zerrt und scheppernd in seine Näpfe tritt vor agitierter Folgsamkeit.

    Man mag mich als kynophob brandmarken. Die Tierschützer werden aufschreien, wenn ich dem Redaktionsleiter des Westfalenblattes bescheinige, die Haltung eines Köters an den Tag gelegt zu haben. Indes: Ich kann nicht anders. Er auch nicht.

    • Bitte auf beiden Seiten den Ball flach halten!
      „Ich fasse es nicht: zwei Mädchen, sechs und acht Jahre alt (!), sollen Zwangsadressaten der von grünlicher Verblödung und der mit ihr habituell einhergehenden gellenden Rechthaberei, ihrer Anmaßung und Distanzlosigkeit sein.“
      Nö! Die Eltern wurden vom Onkel, den die Kinder (lt. Vater) sehr lieben und mit dem sie scheinbar regelmässig Umgang pflegen, gefragt. In der Mann/Frau-Konstellation ein geradezu klassischer Vorgang. Ob der Onkel, sein Freund oder sonst irgendwer in der Familie „grün“ ist, wissen Sie nicht. Bleiben Sie doch einfach mal auf dem Teppich. Ist gemütlicher.
      “ Ersparen Sie es guten Gewissens Ihren beiden Töchtern, als Statistinnen, als wandelnde Requisiten seliger Selbstgerechtigkeit paradieren zu müssen.“ Kennen Sie denn den Onkel oder woher kommt Ihre Einsicht in seine Charakterzüge?

  46. Der größte Fehler war,
    dass das Westfalenblatt eine Stellungnahme geschrieben hat. Das wird von denen immer als eine Art „ich bin da und bereit zu kämpfen“ gedeutet und lockt noch mehr auf die Bühne, dann geht es erst richtig los.
    Keine Reaktion und ein gedachtes „ja, ja“ und der Storm ist vorbei wie ein Sommerregen beim Zelten.
    Gefährlich wird es erst, wenn sich unsere Zwangsgebührenverdummungsmaschine aka öffentlich-rechtliches Fernsehen in Form von Will, Jauch, Kleber usw. einmischt. In diesem Fall kann nicht nur die Reichweite bedrohlich werden, die Sachlage erhält auch etwas Offizielles.

    Ansonsten schöner Artikel, danke.

  47. Schöner Beitrag!
    Wirklicher Fortschritt wäre, wenn Journalisten erkennen könnten, wie sehr Anti-Homo-Propaganda unter dem Vorwand der Gleichstellung durch die deutsche Gesellschaft wabert – und das einfach mal weglassen. Nehmen wir an, jemand ließe die Bundeswehr durch Rosa von Praunheim (Lederkluft, Darkrooms) und Conchita Wurst (Stöckel, Gekreische) repräsentieren – dann wäre doch einem gestandenen Journalisten klar, dass es hier nicht um die Freiheit der Soldaten geht, sondern um Diffamierung.

    Vito Russo hat klar gemacht in seiner Geschichte Hollywoods, dass diese Propaganda, von McCarthy eingeführt, das Ziel der Diffamierung hatte (La Cage aux Folles). Da müssen sich doch heute Grüne und Aktivisten fragen, warum es eine Befreiung sein soll, heute die gleichen Stigmas zu propagieren? Bei Stonewall wurde ein Spiegel vorgehalten: schau, so siehst du mich! Aber das ist bei Praunheim und Conchita nicht der Fall. Wo aber trifft man in der Szene Lederkerls und Stöckeltunten in real life? Die Hetero-Sados und -Pädos und -Transen repräsentieren auch nicht die heterosexuell orientierte Gesamtgesellschaft! (Obwohl bei Schäuble bin ich mir nicht ganz sicher…) Man schaue sich Homo-Pornos an, das Begehren für diese Gruppen spielt fast keine Rolle. Woher kommt also dieser Drang heterosexueller Meinungsführer, die McCarthy-Klischees unter dem Vorwand der Befreiung zu propagieren? Warum gibt es nur schrille schwule Selbstdarsteller im TV? Ist wohl nur als anti-schwule Aggression zu bezeichnen!

    Schwule Lebensrealität ist längst viel weiter als die selbsterklärte heterosexuelle Speerspitze der Schwulenbefreiung. Die FAZ hat es nonchanlante ignoriert: der Luxemburgische Regierungschef Bettel hat seinen Partner geheiratet – ohne „the gay candidate“ gewesen zu sein. Die Befreiung von uns Gays liegt nicht in schmierigen Lederspelunken und zwilichtigen mafiabetriebenen Saunen und auch nicht im ubiquitären Quer-Beet-Vögeln mit Hilfe von Apps, sondern in Lebensumständen „wie andere auch“ – mit Lebensabschnittspartnern, Familie – auch Kindern -, Job und Karriere, Wohnung, Nachbarschaft.

    Dass die katholische Kirche den Hass auf eine soziale Minderheit (von 10% habe die Ehre!) als Hauptrechtfertigungsgrund ihres Daseins erwählt, kann man ja nicht der Minderheit anlasten! Papa Franziskus hat immer wieder darauf hingewiesen, dass sich christliche Solidarität eben nicht in Minderheitenhetze erschöpft! Aber das ist ein religiöses Problem. Gesellschaftlich können religiöse Sondermeinungen, die das Verhalten anderer betreffen, natürlich kein Maßstab für die Gesetzgebung sein, auch muss eine gewisse Kongruenz innerhalb des Rechts bestehen. Würden wir also in den Medien eine Reihe von Journalisten mit runtergelassener Hose zeigen und daraus eine Pflicht ableiten, Journalisten kein Brot und keine Milch mehr zu verkaufen, wäre das rechtsstaatlich bedenklich. Macht man das mit uns Gays, ist es Alltag. Auch heute noch!

    Schriebe ich im FAZ-Forum, was vorgeblich konservative Heteros gegen Homos schreiben, würde ich (zu Recht) nicht freigeschaltet. Umgekehrt geht es aber – sonst verschwinden diese Leute zu noch rechteren Gruppierungen, heißt es. Das ist so eine Sache: im Freundeskreis wird es öfter diskutiert, soll man als schwuler Arzt einem unangenehmen Hetero das falsche Medikament verschreiben, irren ist menschlich, – umgekehrt ist man sich jeder Sekunde dieser Möglichkeit gewahr als Versuchskaninchen und Blitzableiter zu fungieren! – soll man also dem Journalisten, der Klischees verbreitet, ein Abführmittel verschreiben, dass der sich auch einmal ich-sag’s-nicht, seine Scheidung zu Gunsten seiner Ex-Frau verhandeln und wenn er mit neuer Flamme im Café sitzt ein bisschen Tabak in sein Bier mischen? Wenn er mit neuer Flamme im Hotel auftaucht, kostet das Bett pro Person 480,- EUR, bitte sehr? Soll der schwule Polizist den Hetero bei der Verhaftung hart rannehmen, weil er es ja verdient hat? Willkommen in schwuler Lebensrealität, das Leben ist kein Ponyhof und kein Flateratebordell, aber Journalisten recherchieren ja nicht!

    Im öffentlichen Bewusstsein sind Schwule überproportional Aids-verseucht (falsche Interpretation von Statistik durch das RKI), die größten Päderasten (obwohl klar ist, dass mehr kleine Mädchen als Jungs missbraucht werden – Jane Fonda hat gerade erklärt 30% der kleinen Mädchen seien betroffen!), unglaublich zartfühlende Stimmungsbomben (da gehe der recherchierende Journalist doch mit einem depressiven Mittfuffziger auf ein Bier und höre sich an, wie die Karriere stagniert, man fett wird, der Partner nur auf xhamster hängt und Sex in der Beziehung seit 20 Jahren, naja – das ist Gleichstellung, liebe Heteros!) – Fazit: es wäre also schön, würden die Medien nicht zwanghaft verzerrte Realität abbilden und nicht zu einem messianischen Eifer zur Bevorzugung hatespeech verbreitener Trolle neigen.

    So leid es mir tut, liebe Heteros, gerne bin ich bereit Eure großen Tugenden, Leistungen und Verdienste zu bewundern, aber – die Speerspitze von unserer Befreiung seid Ihr nicht und Ihr wisst nicht einmal was Ihr tut! So denn – bitte befreit Euch von liebgewonnenen Klischees, öffnet die Augen und bildet schwule Realität ab, wie sie sich recherchieren lässt – nicht wie sie euch ein fanatischer Selbstdiskriminierer erzählt – und auch nicht der Selbstversuch in der Gay-Sauna! Vergesst Praunheim, vergesst Conchita – Schnee von gestern! Und glaubt nicht, dass sich die „Argumente“ der Hetzer wegargumentieren lassen oder die sich irgendwann „ausgekotzt“ hätten! Es wäre also nett, würdet Ihr nicht wie bei Hitzelsperger schreiben: der Arme, da hat er immer von Gruppensex unter der Dusche geträumt! Oder wie die FAZ zwei fade Oberbürgermeister, die zufälligerweise schwul sind, als Stimmungskanonen porträtieren und fragen, ob sie schon miteinander? Das reicht schon! Und wenn der Nachbarsjunge oder der Neffe KFZ-Mechaniker werden will, obwohl er einen Freund hat –

    • Ach, ich schalte eigentlich alles frei herzlich willkommen.

    • Nachtrag: Jetzt habe ich nach all der doch recht guten Debatte dennoch einen – nach Warnung und neuem Geschrei – gelöscht.

    • Diskriminierung
      Nun seien Sie mal nicht so empfindlich. Was Sie da schreiben über die Wahrnehmung von Schwulen als Pädophile, AIDS Kranke etc. trifft doch nur auch eine absolute Minderheit zu. Im übrigen bekommen andere (siehe Münkler) auch ihr Fett weg. Überhaupt werden alle diskriminiert, Frauen, Schwule, Lesben, Ausländer, Leute mit Migrationshintergrund etc. nur weiße Heteros nicht.

    • einseitigkeit und gejammere
      ja, das ist es doch noch: genau solche argumente, wo aus der mücke der bundesweite oder siehe text weltweite elefant gemacht wird, jedes klischee bedient wird. diese selbstbemitleidung die eigentlich nichts anders ist als eine versteckte aggression, die sich in wilden rundumschlägen und der verdammnis der andersgläubigen äussert: ich sage ja, so entsteht stimmung für inquisition, hexenverbrennung und umerziehungslager.
      in ba-wü ist das ja schon in der grundschule jetzt geplant, das proaktive vorbeugende………..

  48. Maschinen-Meinung
    Könnte es sein, dass es für das Leben, für das je eigene Leben, keinen Bedienknopf gibt?
    Könnte es sein, dass es für das Leben deswegen auch keine Gebrauchsanleitung gibt?
    Könnte es sein, dass Menschen unterschiedlich sind und Ratschläge und Nicht-Ratschläge angebracht oder unangebracht sein können?

    Es ist schon bemerkenswert, wie diese Urteile, Vorurteile und Verurteilungen an dieser Stelle sich davon frei halten, nicht nur nicht falsch sein zu können, sondern auch blind. Wie dieses Urteil vielleicht.

  49. Wir sind keine Befreier
    Sachen liest man… Sagt der Typ namens martialarts: Sorry, ihr Lieben Heteros, ihr seid nicht die Speerspitze unserer Befreiung.
    So viel Verwirrung war nie. WIR wollten EUCH befreien?! Wer bitteschön hat denn so was behauptet, oder auch nur tappsig tippend insinuiert?! Und wovon will sich die wahre homophil bekennende Gemeinde eigentlich noch befreien?!
    Ich fürchte, bei all dem Kampfgedöns der letzten 30 Jahre ist ein bisschen der Sinn des Kampfes verloren gegangen. Macht nix, die Kommunisten gibt’s ja auch noch. Einfach weiter kämpfen. Augen zu und Siegen…

  50. Leben und Leben lassen
    Der einfachste Grundsatz, und doch scheint er den moralischen Überfliegern aus dem linken Lager absolut zu fehlen, wenn man in Bomber Harris Manier ein wahres Moral Bombing auf den Feind beginnt.

    Da ist es auch wumpe, wer da unter den Bombenhagel von Totaler Toleranz kommt und ob schuldig oder nicht, das Bomberkommando hat so entschieden und alle fliegen begeistert mit. Denn in den Wolken, ja da fliegen nicht nur die Engel, nein, da fliegen die Auserwählten, die wissen was gut und richtig ist.
    Jeder der es anders sieht, ist der Feind, den man dank moralischer Überlegenheit, absolut berechtigt ausrotten darf.

    Das Toleranz und Meinungen jedem selber überlassen ist, interessiert diese Höhenflieger nicht.
    Freie Gesellschaft und freie Meinungsfreiheit? Das ist für die schon fast Teufelszeigt. Meinung und Gesellschaft haben konform zu gehen.
    Früher im Stechschritt, heute muss sie bunt sein. Was von oben befohlen wird, hat der Pöbel zu befolgen.

    Dabei treibt die meisten Menschen nur der Wunsch um, einfach in Ruhe zu leben. Was andere treiben interessiert die meisten nicht, solange man es ihnen nicht demonstrativ wie eine Torte in die Visage klatscht.
    Man will sein heimische Idyll haben und ausruhen, die Welt draußen ist mittlerweile schon schlimm genug.
    Der eine ist halt so offen und macht alles mit, den anderen störts nicht, solange er einfach seine Ruhe hat.

    Die Berufsempörer bedienen sich ja grade den Schweigenden, die einfach keine Lust auf so einen Mist haben, aber die auch einfach keine Kraft und Zeit haben um ihren Bevormundern klar zu machen, dass sie nerven und sich zum Teufel scheren können.

    So steckt man in einem Teufelskreis der sich immer weiter verschärft, da keiner ihn unterbricht um die Höhenflieger auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

  51. Natürlich
    Es ist so: gehen wir in der Natur spazieren, sehen wir z. B. Erpel miteinander um die Ente streiten. Ein Entenpaar aus Erpel und Ente herumspazieren, und nicht nur eins. Laut amerikanischer Statistik sind über 96 % der Menschen hetero (verlieben sich in das andere Geschlecht), passt auch weil es zwei menschliche Geschlechter gibt, die nur in Kombi miteinander Kinder bekommen können.

    Das ist die biologische Realität! Wenn sich ein schwarzer Schwan in ein Schwanenboot „verliebt“ und ein Hund abwechselnd Katze, Bein und Rüden rammelt haben dieser wegen ihrer tierischen Instinkte und fehlendem Reflektiermöglichkeiten eine Entschuldigung. Sie sind aber eine seltene Ausnahme, die nicht zum Beweis einer Realität herangezogen werden können. Wenn ein Mann nun, wie Elten John, wegen fehlender väterlicher Anerkennung in der Kindheit sich zu Männern hingezogen fühlt ist auch dies ein Ausnahmefall und er gehört zu einer Minderheit. Schon Freud wusste über die vielen prägenden Gründe für die Neigung zu, eigenen Geschlecht zu berichten. Die vielen EX-Homosexuellen beweisen die Änderbarkeit der Zuneigung zu bestimmten Typen/Geschlechtern. Es bringt nichts die Welt für das eigene Ego zu belügen und allen aufzwingen zu wollen, dass diese Neigung biologisch festgelegt und normal ist. Genauso wenig festgelegt ist Pädophilie und Sodomie.

    Muss man das richtig finden, was andere richtig finden? Nein! Sonst könnte ich meine Überzeugungen anderen zwangsweise aufdrücken. Mit genug Geld, Macht, Medien und Mob sicherlich. Nennt sich ideologische Diktatur.

    Also bitte mehr Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Ich würde meine Kinder nicht zur Homohochzeit gehen lassen, obwohl ich selber genügend Homosexuelle kenne und mit denen als Menschen gut auskomme. Aber wir teilen nicht dieselbe Meinung in einigen Punkten und deshalb kann ich nicht mit meinem Handeln ihre Ansichten unterstützen.

    • Titel eingeben
      Gästin, die biologischen Ausnahmen scheinen gar nicht so selten zu sein; und auch in der menschlichen Geschichte ist die Sexualität deutlich vielfältiger als viele es heute glauben möchten. Don kann sicher erheblich besser über geschichtliche Zusammenhänge schreiben (und andere sicher auch), daher will ich mich hier nicht blamieren – eine biologistische Begründung funktioniert jedoch leider nicht.

      Ich kann nachvollziehen, daß man Handlungen ablehnt, die das eigene Leben beinträchtigen – aber mir ist nicht ganz klar, weshalb es jemanden stört, wenn zwei andere Menschen Zuneigung zueinander empfinden.

      (Übrigens, wenn man die Tierwelt als Vorbild nimmt, dann müßte man vieles ändern: Monogamie ist eher selten, sexuelle Kontakte werden zum Abbau von Aggressionen und der Umgang der Geschlechter miteinander ist nicht immer sehr nett.)

    • Ist das nicht immer auch beim Menschen so?

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      Das schon – aber komischerweise wird das nie berücksichtigt, wenn die „natürliche Ordnung“ als Beispiel dienen soll.

    • Stört nicht
      Guxgux, mich stört das nicht. Jeder ist für sich (und seine Kinder) verantwortlich. Wir können darüber gerne diskutieren, ich erwarte aber Toleranz meiner Meinung, da ich auch andere Meinungen toleriere.

      Für mich ist die Sexuelle Neigung biologisch unlogisch und nicht geplant, das sieht man an den Fortpflanzungsorganen. Ich persönlich glaube inzwischen an einen Gott, weil ich ihn erlebt habe und denke auch, dass Gott nicht ohne Sinn zwei Geschlechter füreinander geschaffen hat. Gottes sichtbare Schöpfung zu ignorieren, wird eines Tages eine Konsequenz haben. Ob ich seine Gebote übertrete, indem ich meinen Mann betrüge, meinen Nachbarn bestehle, einen Feind ermorde, vor der Ehe Sex, Sex mit dem gleichen Geschlecht habe oder auch nur masturbiere, es wird Konsequenzen haben.

      Aber das Verurteilen überlasse ich dem lieben Gott und kümmere mich darum, dass ich erst einmal mich richtig verhalte, aber auch darum, dass die Freiheit Anderen Menschen erhalten bleibt, so zu leben wie sie wollen und ihre Kinder so zu erziehen wie sie wollen, solange sie andere Menschen nicht unterdrücken und ihre Rechte nehmen wie ISIS. Das heißt Christen, Juden und Moslems darf nicht eine Aktzeptanz Homosexueller aufgezwungen werden, nur eine Toleranz und Respekt im mitmenschlichen Umgang.

      Lesen sie mal den Fall von Michael Glatze. Überlegen Sie mal, ob es nicht Gott geben kann und nehmen Sie Durchs Beten Kontakt auf? Kann nicht schaden, mal zu Jesus zu beten. Seien sie hartnäckig im Gebet und offen.

      Bevor man Gott ablehnt, als Hirngespinst, sollte man wirklich überprüfen, ob es ihn gibt, denn eins ist sicher, der Tod! Vielleicht sieht man dann dieses Thema wie Michael Glatze in einem neuen Licht?

    • Gästin444
      Gästin444 – ich muß zugeben, ich bin erstaunt. Zuerst argumentieren Sie mit einem widernatürlichen Verhalten, und nun muß plötzlich die Religion herhalten. Warum? Weil das Beispiel der Natur nicht mehr funktioniert (alle die von Ihnen als falsch dargestellten Verhaltensweisen finden wir auch in der Natur). Und es gibt auch Religionen, die eine ganz andere Einstellung zur Sexualität haben als die, die Bibel lehrt (oder zu lehren scheint – immerhin hatten einige alttestamentarische Könige auch einen eher ausschweifenden Lebensstil).

      Sie lehnen auf Grund Ihrer persönlichen Überzeugung ein von der Norm abweichendes sexuelles Verhalten ab, und das können Sie auch gerne tun – zumal sie selbst sagen, daß sie diese Ansichten niemandem aufzwingen wollen. Aber sie belassen es nicht dort: sie bringen Homosexualität in Verbindung mit Pädophilie und Sodomie (was es im Übrigen auch bei Tieren gibt). Und sie werfen letztendlich Diebstahl, Mord, vor- und außerehelichen Sex, Selbstbefriedigung und Homosexualität in den gleichen Topf. Und das Begründen Sie mit der Religion … Inwieweit eine derartige Einstellung mit den Entwicklungen im neuen Testament konform geht, darüber läßt sich sicherlich streiten. Und da der Wille Gottes wohl für die meisten Menschen unergründlich ist, finde ich persönlich es ein wenig anmaßend, Gottes Wille als Rechtfertigung zu verwenden. Aber lassen wir das. (Kennen Sie zufällig die „Füße im Feuer“?)

      Sie unterscheiden sehr feinsinnig zwischen Toleranz und Akzeptanz, ohne jedoch näher zu erklären, was Sie damit meinen. Ich denke schon, daß man von einem Mitglied unserer Gesellschaft erwarten kann, andere Menschen zu akzeptieren (Sie kennen sicher die entsprechenden Gleichnisse des Neuen Testaments besser, die genau dazu aufrufen).

      Aber Sie beantworten gar nicht die eigentliche Frage: was ist daran schlimm, wenn zwei Menschen Zuneigung füreinander empfinden?

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      Lieber GuxGux,

      Ich kann mittels Logik/Biologie gegen Homosexualität argumentieren oder mit der Bibel. Beide Argumentationsformen allein sind gut genug um anderen Argumenten der Pro-Seite Stand zu halten.

      Ich wollte nur zeigen, dass Religiöse (Katholiken) nicht mittelalterlich sind und dummes Zeug unreflektiert nachquatschen.

      Ich war früher Agnostiker mit Faible für logische Sachargumente. Für mich war nie alles relativ, sondern die Fakten und eine klare Aussage standen an oberster Stelle. Ich war an keine Seite gebunden, nur der Wahrheit und damit der Vernunft wollte ich immer folgen. Ignoranz bzw. Realitätsverweigerung ist für mich ein Mittel der Schwäche, wenn Argumente nicht mehr ausreichen und ein mögliches Symptom für Angst vor der Wahrheit. Starke Menschen können Sie ertragen, egal wie hart sie ist.

      Das denke ich heute noch, obwohl ich überzeugte Katholikin bin. Überzeugt? Ja, überzeugt. Ich muss sagen, ich war sehr stur und mir fehlte trotz überwältigender Logik (fantastisch!) der kath. Lehre der Glaube an eine übersinnliche Welt. Da war der dreieinige Gott wirklich großzügig mit mir, dass ich so viel erleben durfte um mich ungläubigem Thomas zu überzeugen: Von der Wunderheilung bis Jesuserscheinung war alles dabei.

      Es war hart sein altes Weltbild gegen ein neues auszutauschen. Für mich war aber wie gesagt, die Erfahrung der Wahrheit oberstes Prinzip (bis heute) und die Schwäche der Ignoranz aus Angst oder Egoismus wollte ich auf keinen Fall an mir haften haben. Verdrängung macht unglücklich. Probleme sind da um sie zu lösen und ich bin in aller erster Linie Pragmatiker!

      Ich muss Ihnen auch leider widersprechen: Gottes Wille ist erfahrbar. Selbst nur durch Beobachtung der Biologie! Im Gegensatz zum Koran gibt es in der Bibel keinerlei Widersprüche. (Widersprüche sind ein Hinweis auf Fehler weil dort Unwahrheit zu finden ist, fragen Sie mal die Verhörspezialisten bei der Polizei). Die Bibel ist bezüglich Homosexualität, Sex vor der Ehe usw. Eindeutig, ergo ist der Wille Gottes auch hier erfahrbar.

      Liebe (Zuneigung) und Sex sind zwei verschiedene Dinge. Wenn man mit jedem Sex haben würde, den man mag, …….. nein Danke. Man kann Menschen auch rein platonisch mögen. Den Chef, den Kollegen, die Kollegin, die Lehrerin, den besten Freund, die Schwester.

      Sexuelle Neigungen und Zuneigungen zu bestimmten Typen sind in der Kindheit erworbene Prägungen, die veränderbar sind. Darum gibt es auch ehemalige Homosexuelle. Es bringt nichts dies Homosexuellen zu verschweigen und ihnen zu erzählen, dass dies eine normale (biologische) und nicht änderbare Veranlagung sei. Nicht alle Homosexuelle sind glücklich mit ihren Gefühlen und möchten anders sein. Zudem ist die Homosexuellenszene größtenteils geprägt von Promiskuität, damit einherlaufend Unsicherheit, das sich ungeliebt fühlen, die erhöhte Gefahr an Geschlechtskrankheiten zu erkranken, usw.. Daher auch die erhöhte Gefahr des Selbstmordes, selbst in dem liberalsten Land ohne Repressalien für Homosexuelle. Wundern sie sich nicht, dass es so viele weibliche Männer und männliche Frauen unter ihnen gibt? Das sind Hinweise auf eine Geschlechtsidentifikationsstörung!

      Lesen sie doch Richard Cohens Erkenntnisse nach. Er ist ein EX-Homosexueller, inzwischen mit einer Frau verheiratet und Vater von drei Kindern. Er sagt aus: Homosexualitöt ist ein Symptom für nicht gelöste seelische Kindheitsverletzungen, einem ungelösten Konflikt. Es ist also ein emotionales Problem, dass in einer Therapie verändert werden kann, wenn der HS das möchte.

      Es kann drei Gründe für HS geben:
      1. Ein ungestilltes Bedürfnis nach Liebe des gleichgeschlechtlichen Elternteils (der Brüder, Freunde)
      2. das Bedürfnis sich als ganzer Mann/ganze Frau zu fühlen (Identifikationsstörung), das Sehnen nach dem gleichen Geschlecht ist dann eine Art Kompensation, der Ersatz/die Erfüllung der eigenen fehlenden Geschlechtlichkeit.
      3. Angst vor Nähe zum anderen Geschlecht (durch schlechte Erfahrungen mit Mutter bei Männern und Vater/anderer Mann bei Frauen).

      4. diesen Grund füge ich selber an: ich denke zu frühe Sexuelle Prägung in die biologisch falsche Richtung könnte auch ein Grund sein.

      Dafür gibt es Therapeuten.

      Dann gibt es noch geistige Dimensionen. Als Atheist würden sie eine okkulte Behaftung sicher nicht glauben. Diese kann man mit Lebensübergabe an Jesus, Heilungs- und Befreiungsgebet, Bitte an Jesus, alle Personen, die mich verletzt haben, zu vergeben (zu können), für alle Personen, die man verletzt hat beten, aber vor allem Lebensbeichte und Krankensalbung und Kommunion.

      Jeder Mensvh hat irgend etwas gegen das er ankämpft um zu Gott zu gehören.

      Wer Zu Gott gehören will muss seine Gelüste kreuzigen.

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      Werter Gast (oder Gästin) – ich kann Ihre Behauptung, die Bibel enthalte keinerlei Widersprüche, nur schwer glauben, denn die Bibel ist voller Widersprüche. Selbst innerhalb des alten Testaments widersprechen sich zum Beispiel die Propheten.

      Aber das größte Problem, das ich mit Ihren Ausführungen habe, ist die Erfahrung des Willens Gottes. Ihren Ausführungen entnehme ich, daß Sie katholisch sind – woher nehmen Sie die Überzeugung, daß ausschließlich die katholische Kirche den richtigen Gott (und Gottes Willen) kennt (schließlich hat auch die katholische Kirche schon zahlreiche Kehrtwendungen hinter sich und z.B. die Ehelosigkeit der Priester entstand recht spät)? Neben der katholischen Kirche gibt es zahlreiche andere christliche Religionen, die sich alle auf die gleichen Grundlagen berufen – und zum Teil zu ganz anderen Schlußfolgerungen kommen.

      Und natürlich beruhen auch der Islam und das Judentum auf den gleichen Schriften – dennoch gibt es auch bei diesen Religionen sehr weite Unterschiede in der Interpretation.

      Das sind jedoch nur drei große Religionen – es gibt aber noch viele andere Religionen weltweit, die alle der Ansicht sind, Gottes Willen zu kennen. Und deren Anhänger sehr oft – genauso wie Sie – der Überzeugung sind, im Recht zu sein. Sie sehen, es ist – meiner Meinung nach – gar nicht so leicht, Gottes Willen zu erkennen.

      Aber bleiben wir beim Christentum: ist nicht die Nächstenliebe eine der Grundprinzipien, die zumindest in den Evangelien gelehrt wird? Der Grundsatz, andere nicht zu (ver)urteilen? Die „Rache“ oder Vergeltung bleibt Gott überlassen – und vielleicht heißt das auch, Menschen, die keinem anderen Menschen etwas zu Leide tun, so zu akzeptieren, wie sie sind.

      Ihre Gründe für Homosexualität basieren sehr auf der menschlichen Psyche und ignorieren (fast) vollständig, daß man Homosexualität auch im Tierreich findet. Eine erhöhte Selbstmordrate (so das wirklich der Fall ist) in einer Bevölkerungsgruppe, die aktive diskriminiert wird, ist nicht unbedingt überraschend.

      Ich will (und kann) Sie nicht überzeugen, Ihre Meinung zu ändern, aber ich finde, gerade als Anhänger einer Religion, für die Nächstenliebe eine derart große Rolle spielt, sollte es wichtig sein, genau diese auch auszuleben.

  52. Gefühl
    Danke für diesen Artikel! Er fasst das Gefühl, dass ich seit der zweiten Meldung des Westfalen-Blattes hatte, sehr gut in Worte.
    Lustig, dass ich neulich – völlig unabhängig hiervon – über folgende Worte von Stanislaw Lec gestolpert bin:
    „Wo alle einstimmig singen, ist der Text ohne Bedeutung.“

  53. "Da agiert oft genug ein Mob der Selbstgerechten,
    … und trotzdem dürfen sie sich moralisch überlegen fühlen …“

    Tja, darüber und über die Folgen, die Denkverbote, das Schweigen, die Verwerfungen im Diskurs, bin ich ein wenig gestolpert. Denn irgendwie scheint mir das, auch angesichts der Antworten, doch in dieselbe Richtung zu gehen, oder etwa nicht? Da frage ich mich doch, ob ich nun zu empfindlich oder zu tolerant oder zu dämlich bin. Oder und? Ist der Shitstorm nicht eine Antwort auf Tabuisierung, oder auf Unterdrückung von Mehrheitsmeinungen durch Minderheiten?

    Jede Meinung ist eine Wertung und jede Wertung eine Meinung. Wer Meinungsfreiheit will, muß auch Wertungsfreiheit wollen. Jeder Diskurs hat aber auch ein Ende, oft ein unbefriedigendes für alle Beteiligten. Damit müssen wir halt leben.

    Auch der konkrete Fall ist unbefriedigend, lädt zur Kritik ein, aber mehr auch nicht. Und das wird auch weiterhin so sein, solange Menschen von ihrer Wahrheit überzeugt sind. Nur, wenn sie das nicht mehr sind, was dann?

  54. Pingback: Thomas Diehl ist Blogger: Freitägliche Vier Plus Eins 22.05.2015

  55. Kleine Richtigstellung bzw. Hinweis
    Noch einmal als Hinweis auf meine Anmerkung, dass die Westfalenblattdame ja imho Stellung bezogen hat.
    Da die Software hier für die Kommentare keine Antwort auf Antworten auf Antworten zulässt, habe ich einmal den Beitrag von Don Alphonso hineinkopiert, auf den ich mich beziehe. Er schreibt auf meinen Kommentar imho folgendes:
    „So, und wie ist es jetzt mit der Hetzjagd, dem ruinierten Ansehen und dem Feuern durch einen Mob, dem jemand vorsteht, die gegenüber anderen auch schon mal Deportationswünsche veröffentlicht? Ist das alles kein Thema, weil das Opfer ja auch ein wenig Schuld haben kann und Grüne sakrosankt bei ihren Venettas sind?“

    Ich habe mit meinem Kommentar bezüglich der Anmerkung des Westfalenbalttdame nurdarauf hingewiesen, dass sie über bloße Hinweise, bezogen auf die Situation des Mannes, der fragte, hinausgeht. Sie schreibt ja „aber bei allem Respekt: 6 und8jährige sollte man nicht einladen“ und bezieht sich dabei explizit auf schwule Hochzeiten. Daher finde ich, anders als manche, dass sie eben nicht nur auf den Fragenden eingeht, sondern auch ihre eigene Ansicht darstellt.

    Aber:
    das gibt den Herren und Damen, die jetzt laut bruellten, imho nicht das Recht, so vorzugehen. Das ist kein Grund um der Dame zu kuendigen und es ist traurig bis erbaermlich, dass so ein Shitstorm reicht um eine Autorin zu entlassen – und dass es so viele Menschen gibt, die sich darauf stürzen, dass sie jemanden plattmachen können – denn darum geht es imho auch. Das heißt: ich sehe den einen Satz der Westfalenblattdame außerhalb eines reinen „ich gehe auf den Fragenden ein“, aber das bedeutet weder dass ich das Vorgehen von Charlotte X noch von Volker Beck noch dem Westfalenblatt noch den sogenannten SJW für gut heiße – ganz im Gegenteil. Ich stimme den Ansichten im Artikel zu, mehr denn je. Nur gab es imho einen kleinen Aspekt, der zu wenig beleuchtet wurde und der bei der ganzen „aber sie hat sich doch nur in den Fragenden hineingefühlt“-Argumentatio keinen Platz fand. Das war schon alles.

    Bitte also dies nich als irgendeine Zustimmung zu dem Vorgehen der SJW und Co. ansehen oder als „selbst schuld, dass sie gefeuert wurde“ usw. usf. Über die SJW und ihre Macht, über das Einknicken vieler davor und die fatalen Folgen für die Gesellschaft wurde hier schon viel geschrieben und ich stimme DAs Ansichten diesbezüglich zu.

  56. Respekt!
    Viel Feind, viel Ehr.

  57. Dankeschön
    Ein feiner Text, der sehr zum Nachdenken anregt. Vielen Dank dafür.

  58. Bärendienst
    Die Konsequenz wird doch nun einfach sein, dass sich viele Journalisten und viele Zeitungen von dem Thema Homosexualität einfach fernhalten werden. Da stehen einfach zu viele Fettnäpfchen rum, erst recht dank Leuten die bewusst missverstehen wollen um sich schön aufzuregen.

    Einem offenen Diskurs über (Homo-)-Sexualität schadet das natürlich nur, denn letztlich wird das Thema so in den Medien tabuisiert.

    Ausserdem bewirkt diese aggressive, unversöhnliche Diskussionskultur ja doch nur eine Verhärtung der Fronten und eine Vertiefung der Gräben. Dass eine Diskussion abgewürgt wird bedeutet ja nicht, dass da nun irgendwer seine Meinung geändert hat. Nur wird er die dann eben künftig mit Gleichgesinnten austauschen und sich aus dem öffentlichen Diskurs ausklinken.

    • Wie man es nimmt, ich sitze schon am analytischen Nachfolgebeitrag zur Struktur dieses Shitstorms. Ich weiss nicht, ob Volker Beck und Charlotte Obermeier reden, aber man wird sicher dann über sie und etliche andere reden.

  59. Jüdische Streitkultur
    Werter Don Alphonso,

    Ihren Ausführungen kann ich mich nur anschließen, Sie haben all dies sehr schön formuliert.

    Da Sie das Judentum ansprachen, es ist, wie Sie bereits andeuteten, seit altersher bekannt für seine Streitkultur,- bis auf die Existenz/ Einheit Gottes darf alles in Zweifel gezogen werden. Denkverbote gibt es nicht, es zählt allein die Macht des besseren Argumentes. Ich denke übrigens, dass auch Jesus in diese Tradition einzureihen ist.

    Etwas von dieser jüdischen Streitkultur täte uns gewiss sehr gut. Statt einer Debatten- haben wir leider häufig nur noch eine Empörungskultur. Meinungen werden meist nicht, wie Schiller einst forderte, gewogen, sondern bestenfalls gezählt bzw. Gehör findet, wer am lautesten schreit.

    Wenn ich es richtig erinnere, ist es Habermas gewesen, der für seinen idealen Diskurs postuliert, dass, wie im Judentum, über alles gesprochen werden dürfe, denn nur so könnten alle Ansichten genannt und die richtige sich bilden bzw. herauskristallisieren.

    Weit scheinen wir, in manchen Bereichen, davon entfernt…

    • Gut, fairerweise muss man sagen, dass man sich auch im Judentum nicht daran gehalten hat. Ich glaube, die Rabbiner in Frankreich haben Bücher von Meir he Chasid verbrennen lassen, und das Arbaa Turim wurde auch lange Zeit massiv abgelehnt. Man sollte also nicht alles idealisieren, aber ich denke schon, dass der Druck der Umwelt dafür gesorgt hat, dass die internen Konflikte im Rahmen blieben. Das ist im Netz anders, da ist die Vernichtung – und eben der Dank von Volker Beck – genau das Ziel dieser Leute. weg mit dem, was nicht passt. Und wenn ich jetzt vdann anfange, so eine Art Zachor zu machen und die Namen der Täter einbinde ins Buch dieses blogs, wird es sicher auch nicht gemocht.

    • @DonAlphonso
      Werter Don Alphonso,

      Sie haben natürlich recht, dass es falsch wäre, alles zu idealisieren. Menschen sind nicht immer „Lichtgestalten“ und es ist selbstredend einfacher, die gegnerische Meinung schlicht zu verdammen statt sich mit ihr kritisch auseinanderzusetzen.
      Ich dachte vielmehr an den Talmud, der die Meinungen verschiedener Gelehrter in sich vereint. Eine Inquisition hat das Judentum nicht gekannt, obgleich dies, wie Sie anmerkten, nicht bedeuten muss, dass man niemals auf „inquisitorische Maßnahmen“ zurückgegriffen habe.
      Noam Chomsky, der in Israel als „persona non grata“ gilt, wäre vielleicht ein modernes Beispiel für einen Verstoß gegen diese „Streitkultur“ und ihre ehernen Grundsätze.
      Andererseits zeigt die Existenz von ultra-orthodoxen, orthodoxen, konservativen und „reformierten“ jüdischen Gemeinden vielleicht, dass Vielfalt durchaus möglich sei, dass es unterschiedliche jüdische „ways of life“(Oz Amos) gebe.
      À propos Oz Amos, eines seiner letzten Bücher lautet „Jews and Words“ und bereits dieser Titel verdeutlicht eventuell, wie wichtig die Kommunikation im Judentum sei. Was natürlich nicht heißen soll, dass jeder sich an dieses „Ideal“ stets halten müsse…

  60. Wenn ich gross bin
    werde ich shitstormer.
    dann bin ich grösser als Pippi Langstrumpf
    und noch viel mächtiger. Alle bekommen Angst vor mir:
    die Konzerne, die Politiker und die Chefredakteure.
    die weissen Hetero sowieso, aber die sind im globalen
    Vergleich zu unbedeutend.
    Diese omnipotende Macht steht mir zu.
    ich will in der
    Schule auch Hate Speech lernen und nicht das olle Latein.

  61. Es ist doch logisch
    Dinge, die ein Kind nicht von vornherein kennt, die es deswegen verwirren könnten und vor denen es besser geschützt werden sollte:
    – Die schwarz-afrikanische Familie in der Nachbarschaft.
    – Das mongoloide Kind der Arbeitskollegin.
    – Zwei Männer, die sich das Ja-Wort geben.

    Dinge, die ein Kind auch nicht von vornherein kennt, die es ebenfalls verwirren könnten, vor denen es aber nicht geschützt werden muss:
    – Ein Holzkreuz mit einem drangenagelten Männchen in der Zimmerecke.
    – Papi, der andere Männer anhimmelt, die gegen Bälle treten.
    – Ein Mann und eine Frau, die sich das Ja-Wort geben.

    Erkennt jemand die Logik? Nein? Ich auch nicht. Muss wohl die Linksmafia mit ihrem Homokartell versteckt haben. Ganz bestimmt, die sind schuld, dass man die Logik nicht mehr erkennen kann.

    • So ziemlich jede/r fand Küssen mal eklig und irgendwann ändert sich das. Alles eine Sache der Erfahrung und der Gewöhnung. Warum das dann aber so herausgehoben passieren soll, ist mir nicht umfassend eingängig und da kann man auch ohne Beschimpfung unerschiedlicher Meinung sein.

    • Sie verstehen es immer noch nicht
      Sie verweisen schon wieder auf die grundsätzliche Frage nach der Notwendigkeit von Blumenkindern. Das ist sicherlich eine Diskussion auf die ich mich einlassen würde (wobei, eigentlich auch wieder nicht, denn DAS ist mir total wurscht).
      Diese grundsätzliche Frage ist es aber genau NICHT um die es der „Psychologin“ geht. Sondern sie macht dezidiert einen Unterschied zwischen Blumenkindern auf einer schwulen Hochzeit und Blumenkindern auf einer hetero Hochzeit. Ansonsten würden wir doch hier gar nicht diskutieren.
      Das sollte jetzt langsam mal bei Ihnen ankommen. Sie haben sich hier in etwas vergaloppiert, kommt vor. Schwamm drüber.

  62. .
    Hier das Interview mit Barbara Eggert aus der SZ:

    http://www.sueddeutsche.de/medien/westfalen-blatt-kolumnistin-barbara-eggert-ich-kann-nichts-homophobes-an-meinem-text-finden-1.2491169

    Don Alphonso, ich hoffe sehr, dass Ihr Beitrag dort auf fruchtbaren Boden fällt, wo er hingehört: In den Redaktionen der Medien und den Presseabteilungen der Unternehmen. Sie haben recht: Es ist eine Machtfrage um die Diskurshoheit. Und allein schon aus Geschmacksgründen wäre es wünschenswert, der Twittermob und die Facebookgosse verlieren.

    • Ich habe nicht den Eindruck, dass sich viele damit beschäftogen wollen – zuma der „Mob“ im bundestag sitzt, in Parteigremien und auch in vielen Medien. Ann-Mareike Kruse zum Beispiel von der ARD. Und all die Feministinnen, die bei Zeit, spiegel oder auch hier zugang haben und in ihren Netzwerke sektenartig agieren. Der Mob ist nicht im System angekommen, er ist teilweise auch das System.

  63. Pingback: don alphonso sagt, wie es ist | Kritik und Kunst

  64. Shitstorm
    Also, ich weiß nicht. Was in den Leserforen der FAZ für gewöhnlich an Kommentaren bei Berichten zum Thema Homosexualität zu lesen ist, ist wesentlich unterirdischer, als das meiste, was in Twitter und Facebook zum aktuellen Thema gelesen hat.
    Nehmen wir mal an, der Bruder wollte eine farbige Frau heiraten und erklärt, die Mädchen könnten verwirrt sein, weil in deren Lebenswelt bislang nur „rein weiße“ Hochzeiten vorkamen und die Antwort wäre ähnlich verständnisvoll gewesen, dazu noch mit dem Zusatz „es ist kein Rassismus zu erkennen“. Wie hätte eine Reaktion der FAZ ausgesehen?

    • Ich betreue hier inzwischen fast 200.000 kommentare und so etwas hat es bei mit hier nie gegeben. Ich kann nicht über andere Bereiche sprechen, aber wir hatten hier auch sehr gute und sachliche Debatten über Herrn Edathy – das ist möglich und ich mag es, dass es so ist. auch sost ging es hier ja sehr zivil zu.

      Das ist das eine. Das andere ist diese elende Neigung, Dinge zu vermischen. wie es ja auch Volker Beck macht, dem gerade der alte Päderastensumpf hochkocht: Der stellt Homophobie neben Antisemitismus. Dabei ist es speziell in seinem Fall offensichtlich, dass manche Vorbehalte nicht unbegründet sind, einfach, weil die Grünen diese Fälle offensichtlich zugelassen und sich dagegen nicht gut genug gewehrt haben. Über Missbrauch bei den Grünen reden ist nicht homophob, egal wie sehr sich Beck darauf zurückziehen und mit Antisemitismus vergleichen will.

      Die Antwort ist nicht „so verständnisvoll“, sie bezieht die bisherige Entwicklung für einen Aspekt jenseits des bislang Bekannten mit ein. Das ist legitim und gegenüber dem Fragesteller auch durchaus nicht unkritisch. Wer das weglassen will und dann einen anderen Topf aufmacht, hat halt einen nicht vergleichbaren Fall. So wie Sie. Darum geht ves hier aber nicht. Ich kann auch nach Lust und Laune Szenarien erfinden – und wenn sie dann eine andere Meinung haben – Ihren Kopf wegen „Antisemitismus“ fordern.

      Also, bleiben wir bitte bei dem. was ist, und verzichten wir auf solche Ausflüchte Denn wenn wir hier derartig billig die Rassistenkarte ziehen, macht die Debatte qua Herkunft hier mir allein Spass. Und es gibt wirklich gute Gründe, warum ich as bei der FAZ nicht tue.

      Aber eine Sache noch: Ich kenne einen Fall, da ging es um eine interkonfessionelle Hochzeit. Deutsch-protestamtisch und italienisch-katholisch. Das war superkomplex und bedurfte jeder Menge Vorbereitung und Arbeit an vorbehalten. Aber es war schön und am Ende gut für alle. es ist halt schwierig. Sich darüber hinweg zu lügen bringt aber keinem was.

    • Doch Don
      Doch, der Kommentar bringt ein sehr schönes Beispiel. Und ich bin mir sicher viele derjenigen, die Sie hier in Ihrer Meinung/Ihrem Artikel bestätigen würden bei einer schwarz-weißen Mischhochzeit genau die gleichen Argumente auffahren.
      Das ist die Ebene, auf der Sie sich bewegen.

  65. Gute Zusammenfassung
    Der Artikel fasst auf wunderbare Weise (fast) alles zusammen, was am Westfalen-Blatt-Shitstorm alles daneben ist (wobei „zusammenfassen“ bei diesem Autor eigentlich ein Widerspruch in sich ist ;) Wo diese Kolumne meiner Ansicht nach aber selbst völlig daneben geht, ist die Bewertung der „Guten Rats“ von Frau Eggert. Denn selbstverständlich ist das homophob, was sie da von sich gibt. Denn was genau meint sie denn mit der Ansicht, dass die Teilnahme an der Hochzeit ihres Onkels mit seinem Partner für die beiden Mädchen „verwirrend“ sein könnte. Das Wort „verwirrend“ ist ja wohl eher der Versuch, politisch korrekt die Notwendigkeit auszudrücken, das man unschuldige Kinderseelen vor der Tatsache schützen muss, dass Männer Männer (oder Frauen) lieben können und heiraten wollen. Diese Tatsache mag für die beiden Mädels neu sein – man fragt sich aber unwillkürlich, wie die Eltern das bislang vor den beiden verbergen konnten, insbesondere, da ihr eigener Onkel schwul ist. Die Formulierung, dass diese Tatsache für die Kinder „verwirrend“ und diese Verwirrung auch noch irgendwie schädlich sein könnte („Töchter schützen“) scheint mir eher eine verdruckste Wortwahl für das Problem zu sein, dass dem Kindsvater (und der Ratgeberin?) diese Tatsache selbst irgendwie unangenehm ist. Sie gehen deshalb selbstverständlich davon aus, dass das bei den Kindern genauso sein wird – und das auch OK/normal ist.

    Gehen wir doch einfach mal ein paar Jahre zurück: wären die beiden Töchterchen in einer wohlhabenden Familie in den amerikanischen Südstaaten oder dem Südafrika der 40er Jahre aufgewachsen, hätten wohlmeinende Eltern sie sicherlich vor dem Anblick von Schwarzen in Führungspositionen schützen wollen. Es hätte sie ja sicherlich „verwirrt“, da sie dunkelhäutige Menschen lediglich als Bauern oder Personal kennen. Oder, um die Beispiele zeitlich mal etwas näher zu holen: es gibt Menschen, die gegen Reiseveranstalter klagen, weil ihre Kinder im Urlaub dem Anblick von Spastikern ausgesetzt waren, was die Kleinen „verstört“ habe.

    Und nein, selbstverständlich ist es nicht OK, gegen solche Menschen nun seinerseits einen Lynchmob in Gang zu setzen; nicht einmal hilfreich zur Änderung des „gesunden Volksempfindens“. Die konservative Meinungsdiktatur der 60er gegen eine vermeintlich liberale auszutauschen, kann kein vernünftiges Ziel sein. Und die Reaktion der Westfalen-Blatt-Redaktion ist schlicht und einfach feige und verlogen. Wer dieses Blättchen kennt (bei mir als geborenem Paderborner unvermeidlich), weiß, dass der gute Rat der Ratgeberin perfekt zur Weltanschauung von Redaktion, Herausgeber und eines großen Teils der Leserschaft passt.

    • Pardon, aber das sehe ich anders:

      „Das Wort „verwirrend“ ist ja wohl eher der Versuch, politisch korrekt die Notwendigkeit auszudrücken, das man unschuldige Kinderseelen vor der Tatsache schützen muss, dass Männer Männer (oder Frauen) lieben können und heiraten wollen.“

      Da interpretieren Sie etwas hinein, was nicht drin steht. Das Wort ist nun mal verwirrend und es drückt einen ganz bestimmten Zustand aus – nicht mehr und nicht weniger. Nicht sonderlich schlimm, sonst nichts. Mit irgendwas muss man schliesslich seine Meinung ausdrücken. Was man sagt, gilt. Was hineingelegt wird, ist das Problem der Betrachter. Wenn schon das Wort „verwirrt“ für eine entlassung ausreicht, wüsste ichg gerne, wieso Volker Beck mit seiner Vorgeschichte noch im Bundestag sein darf und Charlotte Obermeier mit ihren Deportationswünschen noch kein Parteiaussschlussverfahren am Hals hat.

  66. Bibel umschreiben?
    Schon seit Jahrzehnten gibt es ja Vorschläge,
    dass die Kirche die Bibel umschreiben sollte,
    um es allen recht zu machen.

    • Umschreiben!
      Klar, die satanischen Verse muessen raus. Was dem selbsternannten GroePaZ passiert ist kann ja wohl auch den kleinen Lichtern alttestamentarischer Propheten zugestossen sein.

  67. Autoritärer Charaktere -- vielleicht auch eine unterdrückte Minderheit?
    Gruppe 1
    glaubt, dass Menschen ihre eigene sexuelle Identität entwickeln so oder so.
    Gruppe 2
    glaubt, dass man zum Hetero oder Homo jeweils programmiert werden kann. Und dass man Kinder von Homos fernhalten muss, damit sie nicht angesteckt werden.
    XXX
    XXX
    Es gab doch mal vor 70 Jahren diese schöne Studie zum „autoritären Charakter“. Vielleicht sollten wir die mal kritisch reflektieren: War die nicht velleicht auch der Versuch von Gruppe 1, die arme Gruppe 2 zu unterdrücken?
    XXX
    Sind autoritäre Charaktere nicht genausolche Menschen wie wir, müssten sie nicht dieselben Rechte haben? Ist es nicht grausam und gemein von der Gruppe 1, wenn sie Gruppe 2 immer ins Abseits stellen will?
    Nehmen wir mal an, auch die Angst vor Hexerei oder der Ekel vor Homosexualität sei manchen Menschen angeboren und die könnten nix dafür und es gäbe keine Möglickheit, sich das wegzuerziehen.

  68. es ist ein trauerspiel
    der autor bemüht sich um einen ausgewogenen dialog und in den kommentaren wütet wieder der homophobe mob gegen die moralisierenden menschen.
    ich hab auch einen zynischen kommentar auf die fb-seite des westfahlen-blatts geschrieben aber das jemand direkt seinen job verliert? um gottes willen.
    gut hätte ich ein ausführliches statement der autorin gefunden, in dem sie versucht den dialog zu suchen.
    das das westfahlenblatt erst so ne halbgare entschuldigung raushaut und dann die autorin feuert, zeugt nicht gerade von einem problembewusstsein, welches der situation angemessen ist.
    ehrlich gesagt glaube ich das der kopf eines menschen der seit jahren in seiner homophoben ideologie verhaftet ist, viel eher durch den anblick von blumenkindern bei ner homohochzeit, durcheinandergebracht wird, als der von 6 und 8 jährigen kindern.
    außerdem ist es doch bescheuert zu behaupten das homosexualität zu vielschichtig wär, um das kleinen kindern zu erklären.
    aber die eigenen kindern in der kirche mit zum abendmahl schleppen und denen sagen lassen, dass das zeug in wirklichkeit blut und fleisch von jesus ist.
    sowas verwirrt kinder natürlich GAR NICHT.
    bei homos ist es doch leicht: manche männer lieben männer, manche frauen lieben frauen. früher war das verboten, deswegen finden das viele leute noch komisch, aber im prinzip ist es das selbe. zwei menschen lieben sich.
    das verstehen auch 6 und 8 jährige.

    • Das denken die einen.

      Andere sehen es haöt anders und wenn die es anders sehen, sollte man sie ernst nehmen und es nicht mit „Aber ihr geht ja in die Kirche“ wegwischen. so errichen Sie nur, dass die Leute schweigen, sich ihren teil denken und Beatrix von Storch wählen und Pirincci lesen. Entweder man stellt sich einer vielschichtigen. ergebnisoffenenen Debatte und lebt damit, dass es mehrere Ansichten gibt, oder man setzt seine Meinung durch und wundert sich über Pegida und rechte Mehrheiten.

  69. Shitsturm - Kultur?
    Also mir hätte der Ratschlag der Dame nicht gefallen. Es ist extrem dumm von ihr und der Zeitung, dass das so abgedruckt wurde. Aber ich halte Leute, die sich wegen eines solchen Ratschlags an eine Zeitung wenden, und damit halt auch Privates öffentlich machen, sowieso nicht für sonderlich schlau – insbesondere ist das ganze Thema in der notwendigen Verkürzung für die WB-Kolummne nicht geeignet.

    Das ist die eine Seite. Die andere: Shitstorm. Ein Effekt, der dadurch entsteht, dass viel mehr Leute etwas sehen, als das früher der Fall war, und wenn das, was sie sehen, polarisierend ist (und das war der ursprüngliche Text), auch viel mehr Leute dazu ihre Meinung veröffentlichen, als das früher der Fall war. Jede einzelne mag berechtigt sein. Dazu kommt leider der Effekt, dass sich diese Meinungen gegenseitig beeinflussen, was es dann endgültig unerträglich macht.

    Was mich stört ist das Wort Shitsturmkultur. Kultur ist es sicherlich nicht, da es eher ein unbewusstes Phänomen ist. Die „Masse“ ist letztlich kein handelndes Subjekt, sondern ein Shitsturm entsteht ohne dass – bis auf Ausnahmen – die Teilnehmer die Absicht dazu hatten. Sie hatten nur das Bedürfnis ihre Meinung zu sagen (also genau wie Don Alphonso).

    Zum anderen müssen wir wohl akzeptieren, dass Shitstürme genau so unvermeidbar sind wie der menschliche Selbsterhaltungstrieb – auch etwas Unbewusstes.

    Und dann gibt es noch die Täter – oben als Ausnahmen bezeichnet. Diejenigen, die den Shitsturm wollen. Das ist eine eher kleine Gruppe. Punkt ist aber eben auch, dass man es andersherum sehen kann. Empfindet man das Ergebnis positiv, sind es eben nicht Täter, sondern Protagonisten, die Trends setzen und überhaupt dem ganzen Netz nicht nur dort, sondern ggf. auch in Talkshows erklären, was es dann mit dem Netz und seinen Meinungstrends so auf sich hat. So wie hier in dieser Kolummne.

  70. Danke
    Text eingeben

    • Bitte, gern geschehen.

      Leider musste ich noch einen Kommentar löschen – wer ein Problem mit der Meinungsfreiheit anderer Leute auf diesem Blog hat, sollte sich bitte eine andere Plattform suchen.

  71. Schwarze Schlange im grünen Paradies
    Das Verhalten der WAZ ist gelebtes Pharisäertum: Sündigen und Ablässe kaufen.
    .
    Die Sünde: Heimlich homophob sein und andere darin bestärken.
    Der Ablass: Die Redakteurin rausschmeissen.
    .
    In einer Welt, in welcher die Erbsünde grassiert und der Zyklus von Sündigen-und-Bereuen niemals unterbrochen werden kann, ist dieser Vorgang aber weiter nicht aufregend.
    .
    Der Pharisäer vor allem Skandale vermeiden. Solange Homosexualität der Skandal ist, beteiligt er sich an der Diskriminierung — sobald die Homophobie geächtet wird, beteiligt er sich an der Hetzjagd gegen die eigenen Kollegen.
    .
    Er zahlt gerne den Ablass, wenn er sich dadurch die Möglichkeit kaufen kann, mit Ruhe und Anstand sein bisheriges Leben fortzusetzen.
    .
    So gesehen haben die Tröten schon recht: Wenn die Menschheit immerzu danach schreit, von irgendjemandem geistig-moralisch gegängelt und kontrolliert zu werden — ja warum sollen in Zukunft nicht wir das machen? Und warum sollten andere sie daran hindern?
    .
    Kann man die Tröten nicht alle ins Sauerland schicken, damit sie dort eine schwule Musterprovinz einrichten? Wäre das nicht für ganz Deutschland die beste Lösung?

  72. Es ist nicht alles relativ, aber ...
    Vielleicht noch ein Gedanke: „Sich mit seinem Umfeld in Berlin hinstellen und andere in Bausch und Bogen zu verurteilen …“ ist das eine. Den „gigantischen Skandal“ der Grünen nicht aus dem historischen Blickwinkel von damals, sondern aus dem aufgeklärteren von heute zu beurteilen, ist aber dann auch das andere. Dazu ähneln sich die Ansätze zu sehr.

    Auf wirklich lange Zeit betrachtet gibt es nur sehr wenig Unantastbares. Auch strafrechlich relevantes muss man mal neu andenken können. Das wurde in den letzten 30 oder mehr Jahren getan. Einiges ist aus der Strafrechtsliste rausgeflogen, anderes ist dort geblieben. Zu Recht. Aus heutiger Perspektive.

    Das soll jetzt kein Appell zu beliebiger Relativierung sein. Jetzt und heute gibt es in einigen Punkten ja durchaus breiten gesellschaftlichen Konsens. Aber über Jahrzehnte verschiebt sich eben auch das. Welche Punkte dabei unverändert bleiben, weiss man erst im Nachhinein. Und heute ist nunmal das Nachhinein von vorgestern.

    • Ja, das ist vollkommen richtig – Verbote bekämpft man nicht durch deren punktgenaue schweigende Betrachtung. Ich gestehe auch zu, dass „damals“ vieles im Umbruch war.

      Aber die neuen Fälle in Berlin gehen bis in die 90er Jahre – nach dem, was wir bislang wissen. Beendet wurden sie weniger von der Partei als vielmehr von den äusseren Umständen, wenn ich das richtig verstanden habe. Und der ganzen Pädophiliedebatte verdanken wir Freuden wie versuchte Netzsperren – ich bin gerade in Italien, da gibt es sie und zwar aus genau diesem Grund. Und bei den 90er Jahren bin ich dann auch nicht mehr gewillt, von einem auswuchs einer Debatte um sexuelle Freiheit zu sprechen. Diese Leute wussten genau, was sie taten. Und die Grünen, die den Bericht nicht haben wollten, wissen vermutlich auch, für wen und warum der Bericht noch übel wird.

    • Es gab da einen schöne Satz bei der Vorstellung des Berichts:

      „Ob und wie viele weitere Parteimitglieder daran beteiligt waren, können wir nur mutmaßen.“

      Im besten aller Fälle sind die bekannten Figuren nie aufgefallen und 94 verschwunden. Es gibt aber auch noch jede Menge schlechterer Szenarien, und in diesem Purgatorium sind die Grünen gerade da, wo die katholische Kirche noch vor drei Jahren war. Einzelfälle, eigene Gruppe, Netzwerke, sowas. Man kennt diejenigen bei denen es nicht weh tut. aber wenn es dann noch andere gegeben haben sollte – haben die auch 94 aufgehört? Und wer wusste denn alles davon? Ist das denn damals gar niemandem aufgefallen?

      Das sind die unerquicklichen Fragen und ich denke, sie werden nur deshalb gerade nicht gestellt, weil noch kein Wahlkampf ist.

    • verjährungsfristen
      kann die politik anpassen, hat mann und frau auch beim delikt steuerhinterziehung gemacht.
      so anpassen, dass ein cohn-bendit noch belangt werden könnte, das wäre doch mal ein leuchtturmprojekt, dann würde vielleicht auch in der odenwaldschule oder bei den öffnern von kinderhosenläden in berlin einsicht und reue, ja ich erwähne dieses wort, einsetzen.
      und nicht immer nur wachsweiches ausweichen, relativieren, verniedlichen, bagetellisieren und das opfer dann auch noch zum täter machen, warten wir ab, das passiert auch noch.

    • Titel eingeben
      Ich wollte jetzt nicht in die Rolle kommen, sowas zu verteidigen. Das Verstecken von Sünden der Vergangenheit ist ja ein allgemeines Phänomen, dass bei politischen Parteien besonders verbreitet ist. Das nächste Problem ist, dass die jeweils andere politische Seite so etwas dann gerne nutzt, um die heutige Politik der „Sünder“ zu diskreditieren. Da ist dann der Schritt zur Instrumentalisierung einer Diskussion nicht sehr groß.

      Vielleicht kommen wir auch irgendwann zu dem Schluss, dass Pädophilieverharmlosung so schlimm ist, dass sie unabhängig von der Zeitachse zu ahnden ist. Das glaube ich zwar nicht so recht, aber eine solche Entwicklung gab es ja bei Naziverbrechen, die man irgendwann in den frühen 60ern schon abschließen wollte (damals wahrscheinlich Mehrheitsmeinung) und heute gibt es immer noch Prozesse. Und der Umgang mit der RAF-Vergangenheit ist auch noch nicht zu Ende diskutiert. Moral und Politik – schwieriges Thema.

      Ansonsten stimme ich zu: in den 90er hätte man es wissen müssen. Und Fehler muss man nunmal aufklären und eingestehen.

    • Im konkreten Fall "Sex mit Kindern" gab es eine stabile Bevölkerungsmehrheit dagegen,
      auch z.B. 1980. Der Konsens war extrem breit, einzige Ausnahmen – die GRÜNEN (insgesamt) und einige Splittergruppen um die FDP. Man musste auch 1980 schon extrem vernagelt sein, um nicht zu begreifen, dass alleine aufgrund des extremen Machtgefälles zwischen Kindern und Erwachsenen einvernehmlicher Sex nicht existieren konnte. Oder man machte (oder tolerierte) das trotz dieses Wissens, was ich für einige GRÜNE unterstelle.

      Für die Frontpartei deutscher Moralapostel jedenfalls sollte es beschämend sein, das ganze erst heute aufzuarbeiten. Sollte. Damals hat sich kaum jemand dem entgegengestellt, begraben wurde die Befürwortung des Kindesmissbrauches in den GRÜNEN erst, als die Partei sich fest in der linksliberalen Mitte der Gesellschaft etabliert hatte. Und auch das nicht vorangig durch das innerparteiliche Wirken von GRÜNEN-Politikern, soweit man weiss.

      Es gibt hier keinen „historischen Blickwinkel“. Es gab nur eine nach Wahlergebnissen maximal 10% Gruppe, in der Kindesmissbrauch entweder aktiv gefördert oder zumindest toleriert wurde.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  73. was ich hier so schätze ist
    der blog hier ist seiner zeit einfach voraus…………nun berichtet ja auch schon das so aktuelle spiegel-online seit tagen (immer noch im zweifel für für die täterin symphatisierend) über den fall EMMA SULKOWICZ, das hat doch DON schon vor wochen hier richtig thematisiert………….merke: bei einigen dauert es länger bis der zehner fällt.
    und hier wird einfach auch mal der überdruss an der wichtigtuerei von nicht-heteros und gender-ideologen oder femen-kriegerinnen artikuliert. der überdruss am immergleichen, im wortlaut fast identischen genöle ……in deutschen landen war es nie gut um die zukunft bestellt, wenn radikale minderheiten/sektierer sich besserwissend, moralisierend, wehleidig oder mit der faust (oder mehr, z.b. panzerfaust) über die mehrheit erheben wollten – natürlich nur im sinne des fortschritts der im links- oder rechtshegeliansichen wunderland liegt…………sorry, das war ja ein hetero-weisser glaube ich.

  74. der Mob...
    „Der Mob ist nicht im System angekommen, er ist teilweise auch das System.“
    So sehe ich das auch und möchte noch hinzufügen, dass die Parallelen zum Nazi Mob von 1930 ff immer deutlicher werden. Die Nazis mussten noch die SA organisieren, d.h. ihre Schläger anwerben, trainieren etc. Dank der modernen Massenmedien und dem Internet können diese Neuen Faschisten ihre Prügelknechte per Tastendruck mobilisieren und je nach Anlass die Anwendung von öffentlicher Diskriminierung, verbaler oder physischer Gewalt gegen anders bzw. selbst Denkende vorgeben. Wie damals müssen friedliche Demonstranten von der Polizei vor diesem Pöbel beschützt werden. Wie damals bereitet die deutsche Qualitätspresse für diese Neuen Faschisten die veröffentlichte Meinung auf, indem sie Andersdenkende als radikale Rechtsextreme, verwirrte „Wutbürger“ (FAZ) oder einfach als verängstigte Omas verunglimpft und marginalisiert.

  75. Ihr seid teuer erkauft.
    Man sollte sich davor hüten, jedwede sachliche Diskussion durch das Einwerfen von „Schlagwörtern“ zu verhindern. Der Rückgriff auf Begriffe wie „Rassismus“, „Antisemitismus“, „Homophobie“, etc. erspart zwar Denkarbeit – vielleicht erfreuen sie sich gerade deshalb einer derart großen Beliebtheit-, aber sie gezeitigen keinerlei Fortschritt oder gar Erkenntnisgewinn.
    Diskussionen werden dadurch vielmehr sinnentleert, man tauscht lediglich „Worthülsen“ aus, die zudem fast immer irgendwie angewendet werden können, da so unbestimmt, nebulös.
    Dieses Vorgehen offenbart, so glaube ich, dass an einer ernsthaften, offenen Debatte eigentlich kein ernsthaftes Interesse besteht. Man interessiert sich nicht für den anderen, seine Argumente, bemüht sich nicht, ihn zu verstehen, ihn (sodann) überzeugen, sondern er soll einzig und allein mundtot, unmöglich gemacht werden.
    Ein „shitstorm“ erinnert mich, was ich für bedenklich halte, an das Mittel des Niederschreiens,- zu einer anderen Zeit. Dem Sprecher wurde dadurch jedwede Möglichkeit genommen, sich zu verteidigen. Das Wort musste dem „Chor“ unterliegen, der Einzelmensch der Masse weichen.
    Schwerer als all der Aktionismus wiegt in dem vorliegenden Fall vielleicht die Chance, die vertan wurde, den Kommentar zum Anlass zu nehmen, kontrovers darüber in der Zeitung zu debattieren. Es hätte eine lebhafte Auseinandersetzung geben können, die Problematik wäre eventuell von allen Seiten aus beleuchtet worden und am Ende hätte möglicherweise kein Ergebnis gestanden, aber das gegenseitige Verständnis für die Position des jeweils anderen.
    Es ist dieser Verzicht auf Fortschritt, auf Erkenntnisgewinn, ja auf Durchdringung, den ich sehr bedauere. Geschuldet diesem „Empörungswahn“ bzw.dieser „Entrüstungshysterie“ und der häufigen „Eindimensionalität“ (Einfallslosigkeit) des Denkens und Argumentierens.
    Ich halte die Auffassung der Kommentatorin für falsch. Aber gerade deshalb wünschte ich mir nicht, dass man sie nicht „kaltstellt“, sondern dass sie reden darf. Denn ich will verstehen, nicht meine Ansicht zur alleingültigen erhoben sehen.
    Eventuell spielt bei all dem auch die Macht eine gewichtige Rolle. Man lässt die Muskeln spielen, um einzuschüchtern und aufzutrumpfen. Man genießt es, nicht mehr der Schwächere zu sein. Wenn dem tatsächlich so wäre, wäre es fatal. Wäre dies doch in einer gewissen Hinsicht „totalitär“, das Aufleuchten einer „Gesinnungspolizei“. Die „Freiheit des anderen“? Unterdrückt.
    Der Apostel Paulus mahnt, in einem anderen Kontext, gewiss, ihr seid teuer erkauft. Teuer erkauft ist auch diese Freiheit, leichtfertig preisgeben sollte man sie daher nicht.
    Nicht nur das Leben ist bunt, auch das gelebte Leben, die Vergangenheit. Um dieser Wahrhaftigkeit widerfahren zu lassen, ist es notwendig, alle Facetten in die Betrachtung miteinzubeziehen, nicht nur einige. Wer beispielsweise glaubt, den Nationalsozialismus nur unter den Schlagworten „Nationalismus“, „Antisemitismus“ und „Rassismus“ behandeln und deuten zu müssen, der griffe wohl zu kurz. Max Horkheimer ist es gewesen, der schrieb: Wer vom Kapitalismus nicht reden will, der soll vom Faschismus schweigen.
    Wenn Quallen nicht das Rückgrat haben, auch darüber nachzudenken, dann beleuchten sie allenfalls einen Teil der Wahrheit, anderes lassen sie im Dunklen. Da die Kinder des Lichtes indes danach streben sollten, alles zu beleuchten, sollte ihre „Elite“ auch den Mut aufbringen, über alles debattieren zu lassen. Die Befürchtung, am Ende könnte das „schlechtere“ Argument obsiegen, ist völlig unbegründet. Angst vor dem offenen Wort muss nur derjenige haben, der weiß, dass er Kritikables, Widerlegbares vorträgt.
    Nicht jeder Sieg ist tatsächlich auch ein Sieg. Bekanntlich gibt es auch Pyrrhussiege. Meinungen, die nicht kommuniziert werden dürfen, verschwinden schließlich nicht, sondern sie werden nur nicht mehr ausgesprochen. Auffassungen, die nicht mehr geäußert werden dürfen, können allerdings auch nicht mehr richtiggestellt, hinterfragt werden… Ein hoher Preis,- vielleicht zu hoch…

  76. Pingback: Die Modalitäten des Internet: Münkler-Watch und die ewig währende Erregungsposse des Shitstorms | AISTHESIS

  77. Profil
    Anno 94, das war doch das Jahr vom Kardinal Groer.

  78. Titel eingeben
    Es handelt sich nach meiner Meinung um die Instrumentalisierung von Kindern für die Interessen von spezell veranlagten Erwachsenen. Im ersten Fall Heirat wie im zweiten bei den Grünen. Können solche Leute die Kleinen nicht einfach mal in Ruhe lassen? Es ist heute ohnehin schon lebensgefährlich, hierzulande Kind zu sein, wie der Artikel von Martina Lenzen-Schulte heute in FAZ-online sehr anschaulich beschreibt. Auch das sind Übergriffe von Erwachsenen auf die Entwicklung der Kleinen. Unsereins rannte mit 12 nach den Hausaufgaben drei Stunden über den Bolzplatz im Dorf. Und wenn jemand rumpöbelte „du schwule Sau“, verstanden wir Sau, das andere musste etwas Schlimmes sein. Was das war, wussten wir Landeier nicht. Sind auch so groß geworden. Ich empfand die Indoktrination im Konfirmandenunterricht schon heftig genug.

  79. Ich wundere mich
    Einhunderteinundsiebzig Kommentare bei der FAZ ist beeindruckend, und bezeichnend. Wirklich, es ist ein Trauerspiel, wenn Judentum in Deutschland, und die damit verbundene Kultur auf zwei Aspekte reduziert werden, Holocaust und Antisemitismus, als ob man als Jude schon froh sein sollte, dass ja alle heute richtig doll dagegen sind.

    Ähnlich das Gedöns, das Homosexuelle per se „komisch“ sind. Natürlich gibt es merkwürdige Exemplare, so wie ultraorthodoxe Juden auch ein wenig eigenartige Züge aufweisen.

    Aber die grosse Masse hat die selben Träume und Ängste wie jeder sonstige im jüdischchristlichen Kapitalismus aufgewachsene Mensch ( und wahrscheinlich eine ziemlich grosse Menge aller Menschen, jenseits ihrer kulturellen Prägung) – wenn man eine Pegida-Dumpfbacke, eine Kampflesbe, einen Fussball-Hooligan mit „dem Deutschen“ gleichsetzen würde, wäre das ähnlich verzerrt, wie das was in der medialen Wirklichkeit stillschweigend als Bild von Juden oder Homosexuellen transportiert wird, gerade durch die Negation, dass man permanent davor warnen muss, dass es so sei.

    Und darum prügeln sich dann „linke Gutmenschen“ und „rechte Wutbürger“.

    Statt einfach mal die bittere Erkenntnis auf sich wirken zu lassen, dass man selbst in einer seiner drei Mietwohnungen wahrscheinlich auch nur ungern eine achtköpfige syrische Arztfamilie umsonst wohnen lassen würde, so wie man genauso wenig auf die Idee käme, gegen Flüchtlingsaufnahme zu demonstrieren, geschweige denn Unterkünfte abzufackeln.
    Sich für die ungebremste Einwanderung von Polizei und Springerstiefeln durchprügeln zu lassen, wäre aber genauso wenig attraktiv.

    Wir können sie nicht kommen lassen. Wir können sie nicht ertrinken lassen. Dieses Dilemma formulierte die „Zeit“ sehr passend zur prekären politischen Weltwirtschaftslage.

    Ein UN Konsens, eine UN-Elitearmee, um unhaltbare Zustände durch Clans aufzuräumen, kleinräumigere wirtschaftliche Perspektiven durch Zurückhaltung der Globalisierung, in der Theorie wäre eine bessere Welt denkbar.

    Aber wir haben uns schon viel zu sehr an die verschiedenen Spielarten des „globalen demokratischen Totalitarismus“ gewöhnt.

    Und suchen uns unsere niedliche Nische, in der wie keinem Kälbchen mehr ein Bolzenschussgerät auf die Stirn setzen.

  80. Zur Info
    Der Ruf nach Mäßigung im Urteil über Frau Eggert und die Geschichte an sich gebar Ungeheuerliches. Lies hierzu:
    https://kritikundkunst.wordpress.com/2015/05/25/noch-einmal-barbara-eggert-und-was-das-ganze-mit-den-kartoffelpreisen-zu-tun-hat/
    + Kommentare. Diejenigen, die versuchten die an sich doch eher lächerliche Geschichte korrekt einzuordnen, sind nun die Neu-Rechten mit Entscheidungshoheit darüber, welches Leben lebenswert ist und welches nicht. Wahnsinn!

  81. Die Frau redet von Dingen, von denen sie keine Ahnung hat
    Die Frau war fachlich nicht auf dem Stand der Dinge und hat von Dingen geredet, von denen sie keine Ahnung hat. (Wikipedia hilft!) Entsprechend war der Rat, den sie erteilt hat, gleich in mehrfacher Hinsicht verfehlt.

    Insbesondere besteht keine Gefahr, dass die Kinder „verwirrt“ werden (verklausulierte Andeutung, dass sie durch zuviel Information selbst zur Homosexualität verführt werden könnten). Die Psychologin hätte es wissen müssen, für den Vater wäre es die Antwort gewesen, die er brauchte.

    Der Vater allerdings hat einen Bruder, der homosexuell ist. Wenn er so toll konservativ ist und sosehr auf Familienwerte setzt, warum hat er es nie für nötig gehalten, seinen eigenen Bruder mal zu fragen, was mit ihm los ist, oder einfach mal „Homosexualität“ in eine Suchmaschine einzutippen?

    Stattdessen fragt er eine Ratgebertante von einem Anzeigenblatt.
    Das ist für jeden denkenden Menschen, der nicht über 70 ist und kein Internet hat, so ziemlich die letzte Informationsquelle, die man sich vorstellen kann.

    Das Schlimme ist, dass solche Eltern nie auf die Idee kommen, dass ihre eigenen Kinder homosexuell sein könnten, und es denen ganz furchtbar geht, wenn sie eine solche Diskussion bei ihren Eltern mitbekommen.

    Da Homosexualität in bestimmten Familien häufiger vorkommt als in anderen und irgendwie erblich ist, und er einen homosexuellen Bruder hat, sollte er sich mal intensiver in das Thema einarbeiten, um ein guter Vater zu sein.

  82. Ungut
    Ungut wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt. Ich lebe als Frau in einer Frauenbeziehung und finde es schlimm, wie mit Frau Eggert umgegangen wird, auch wenn ich ihre Ansichten nicht unbedingt teile. Niemand hat das Recht Existenzen zu zerstören, nur weil einem deren Meinung nicht passt. Ich hege mittlerweile den Verdacht, dass es dem Shitstorm-Pöbel im Grunde gar nicht um die Rechte von Homosexuellen geht, sondern vielmehr um den Angriff auf die verhasste bürgerliche Gesellschaft und den Staat an sich. Ich bin auch als Lesbe politisch eher liberal-konservativ eingestellt (wie übrigens viele in meinem „einschlägigen“ Freundeskreis) und fühle mich von den lautstark kreischenden und pöbelnden Links- und Genderextremisten instrumentalisiert. Ihr sprecht nicht in unser aller Namen! Durch diese Art von Agitation sehe ich im Gegenteil unsere Interessen eher geschädigt als gestärkt. So nimmt man Menschen nicht mit, sondern stößt sie ab.

  83. Pingback: Ich bin nicht homophob, aber…: eine Anmerkung zu Perspektivfragen | Exportabel

  84. Pingback: Die hässliche Fratze der Emanzipation | Evidenz-basierte Ansichten

  85. .westfalenblatt "mit dem rückgrat einer qualle "
    ich arbeite auch mit kindern und muss „meinen“ kindern mittlerweile erklären, dass es mal heterosexuelle elternpaare gab und dass das mal die norm und nicht die ausnahme war. wenn schwule und lesben ernst genommen werden wollen und undedingt heiraten müssen, warum sollte es dann nicht wie bei jeder hochzeit auch blumenstreuende kinder geben? müssen gender immer abgefahrene sachen machen? ich kenne nicht so viele homosexuelle, aber ich könnte mir vorstellen, dass die meisten genauso stinknormal leben wie alle heteros. aber den spruch mit dem rückgrat einer qualle, den werde ich mir merken. der trifft auf ganz viele männer in meinem umfeld zu. die frauen sind taff, aber die typen kncken ein. armes deutschland!
    und zum shitstorm: es ist ja so einfach in der anonymität des netzes andere mit dreck zu bewerfen. wenn die, die das machen nicht anonym wären, würden die meisten es sich nicht trauen. denn das thema unserer gesellschaft ist angst, angst und noch einmal angst, angst vor seuchen,krieg, terrorisus,etc. und wer schürt diese ängste? die massenmedien (presse, rundfunkt´, tv). die wollen doch, dass die masse blöd bleibt und still ist und nicht aufmuckt. den mündigen, mutigen bürger, der aufrecht ist und ehrlich seine meinung vertritt, den will unsere gesellschaft doch gar nicht.

  86. Viele scheinen nicht zu kapieren, was hier eigentlich im passiert, denn ...
    … es geht nicht darum, was die Kolumnistin geschrieben oder gemeint hat oder haben könnte.

    Sie hat den Fragesteller in seiner Haltung bestärkt. Warum sollte sie auch in jemandem, der sich unsicher ist weitere Unsicherheit schüren. Herr im Himmel noch eins, wenn der Mann selbst aufgeschlossener wäre, dann würde er diese Frage nicht stellen.

    Worum es doch eigentlich geht ist, dass diese Shitstorm-Kultur, dieses an den Haaren durch das Dorf Geziehe, die öffentlich Schämung, eben ein Klima des Vorauseilenden Gehorsams und der Angst verbreitet.

    Es geht darum, dass ein paar wenige mit medialer Macht andere mundtot machen. Randgruppen sind wichtig, dürfen disruptiv sein, sollen das auch.

    Aber Einschüchterung durch Twitter-Power? „Ey Fresse, isch mach disch shitstorm“ …

    Mich persönlich macht das in der Tat ein bisschen frauenfeindlich und schwulenfeindlich. Ich kann dieses Geheule einfach nicht mehr ertragen, dieses unfaire und maßlose rumgezicke und getrete und geheule …

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