Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Hauptsache gegen Bayern: Wie man mit einer Graphik Meinung manipuliert

| 79 Lesermeinungen

Die fünf unangenehmsten Arbeiten im Journalismus sind momentan:

Ronja von Rönne gegen die Angriffe eines wütenden Mobs verteidigen – Check
Die Haltung der Kirche in der Frage der Ehe für Alle respektieren – Check
Die europäische Asylpolitik im Mittelmeer unaufgeregt erklären
Die CSU für die Kosten des G7-Gipfels in Elmau verteidigen
Lobrede auf Sepp Blatter verfassen

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Auf geht es. Obwohl ich vermutlich der letzte Mensch in Bayern bin, der die CSU für die Monstrosität da oben in den Bergen, den Polizeiaufmarsch und die Einstellung zum protestierenden Bürger verteidigen würde – so werde ich jetzt doch das Wort für die CSU ergreifen. Und gegen viele Journalisten auf dem, was sie für die richtige Seite halten. Weil, wenn es gegen die CSU und Bayern geht, dann gibt es bei denen nur eine richtige Seite. Und nur so kann man den Erfolg dieses Tweets des Journalisten und Aktivisten Hakan Tanriverdi erklären: Der G7-Gipfel ist im Vergleich zur Flüchtlingsrettung und zum Umweltschutz in Bayern absurd teuer. So macht man in Zeitalter von Twitter Meldungen und Meinungen.

Tanriverdi ist, ähnlich wie Anna-Mareike Krause, in seinen Onlineaktivitäten ein Zwitter zwischen dem, was man als Journalismus bezeichnet, und hartem Engagement für bestimme Haltungen. Als „seine“ Website gibt er kleinerdrei an, ein Projekt der Feministin Anne Wizorek, und bei der Süddeutschen Zeitung durfte er exklusiv von einer Sabotage des bei Feministinnen verhassten Julien Assange berichten. Boom Boom gehen seine Kanonen, sagt er. Was halbwegs objektive Berichterstattung ist, was Aktivismus – muss der Betrachter bei Tanriverdi, der Meinungsfreiheit in bestimmten Situationen auch schon mal als „verlogenes Ideal“ bezeichnet, selbst entscheiden. Es ist keiner, bei dem ich einfach so auf den Retweet-Knopf drücken würde, aber das würde ich generell nicht tun, denn Nachdenken ist immer besser als Nachplappern. Das Besondere in diesem Fall nun ist, dass die Graphik nicht nur von vielen Journalisten verbreitet, sondern von einigen anderen Nutzern auch kritisch beäugt wurde – wegen der Balkenhöhe dieser schockierenden Nachricht, wie viel der Gipfel kostet, und wie wenig die Aktion Triton im Mittelmeer und die Ausgaben für Umweltschutz in Bayern.

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Ich habe mir die Mühe gemacht und im Original einmal nachgemessen: Bei den Balken Kosten für den Gipfel und für die Umwelt entspricht ein Pixel Höhe der Originalgraphik rund 390.000 Euro. Bei Balken für Triton sind es pro Pixel dagegen 460.000 Euro. Anders gesagt: Der Balken ist für die schockierende Wirkung der Graphik gerade richtig, aber für die schnöde Geometrie und die Wahrheit deutlich zu kurz. Er müsste fast 20 Prozent länger sein. Bei der Bild-Zeitung gehen Medienkritiker in solchen gar nicht seltenen Fällen gern von Manipulation aus. Bei einem Aktivisten wie Hakan Tanriverdi, der auf der Seite der Guten steht, höre ich schon den Aufschrei, wie ich mit solchen Petitessen kommen kann, wo doch auch ein etwas längerer Balken nichts am unfassbaren Skandal ändern würde.

Dem ist zu antworten, dass auch ich die Kosten des Gipfels für skandalös halte. Das macht aber die Fälschung überhaupt nicht besser. Vor allem nicht, weil die Aussage über den Gipfel das einzige ist, was an dieser Graphik wahr ist – der gesamte Rest ist eine dreist verfälscht. Das fängt schon mit den Kosten von „Triton“ an. Richtig ist, dass Triton mit Kosten von 2,9 Millionen monatlich begonnen wurde. Falsch ist aber, dass es im Ergebnis für dieses Jahr 35 Millionen sein werden. Im April nämlich wurden die Mittel nach den Katastrophen verdreifacht. Der Anlass mag hässlich gewesen sein und die Politik zynisch. Aber es ändert nichts daran, dass allein für das zweite Halbjahr 26 zusätzliche Millionen zur Verfügung stehen – und damit müsste der Balken fast doppelt so lang sein.

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Wegen Triton. Allein. Die Graphik behauptet zum gefälschten Balken und den falschen Zahlen „Was die EU für ein Jahr Operation Triton und damit für die Organisation der Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer ausgibt“. Ganz offensichtlich versagen die Ersteller nicht nur bei den Grundrechenarten der Algebra und Geometrie, sondern auch in Geographie: Das Mittelmeer beginnt auf europäischer Seite in Griechenland und endet in Spanien. Triton ist allein für die Küsten gegenüber von Italien zuständig. Das Programm für Griechenland und die Kosten der dortigen Rettung haben den eigenen Namen Poseidon und eine eigene Kostenstelle. Das schreiben zumindest die knallroten Marxisten vom Neuen Deutschland, die mit zusätzlichen 18 Millionen zeigen, wie da mit der Graphik Meinung manipuliert wird. Besonders aber mit dem Text, der unterstellt, dass man ausser Triton in der EU nichts für die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer tun würde – Kosten für Flüchtlinge, die jenseits der Aktionen gerettet werden, tauchen woanders auf.

Daneben kommt „was Bayen für Umwelt- und Naturschutz im Jahr 2015 ausgibt“: 110 Millionen. Angeblich. Das klingt nach enorm wenig und wer ein klein wenig Ahnung von Bayern hat, und nicht nur Vorurteile, der weiss: Das kann nicht stimmen. Niemals. Vom Wasserschutz über Renaturierung bis zur Weideprämie ist Umweltschutz ein Milliardengeschäft in diesem Bundesland. Die einzige Zahl, die halbwegs zu dieser Unwahrheit passt, findet sich im Haushaltsplan des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz: Dort werden allein für die Kernaufgaben des Ministeriums im Bereich „Besondere Fachaufgaben – Naturschutz, Erholung, Umweltschutz“ Ausgaben in Höhe von 114.660.000 Euro genannt.

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Das sind aber immer noch 4,66 Millionen mehr als bei Tanriverdi.

Und dann fehlen noch allein in diesem Ministerium die Ausgaben für das Bayerische Landesamt für Umwelt mit 62,982 Millionen, für die Bayerische Akademie für Umweltschutz und Landschafspflege mit 2,131 Millionen, und die Nationalparks Berchtesgaden und Bayerischer Wald mit 6,816 und 14,528 Millionen. 96 Millionen insgesamt. Was fehlt, sind alle Kosten bei den nachgeordneten Behörden bei Regierungsbezirken, Kreisen, Städten und Kommunen und Gemeinden, Gutachten, Massnahmen, Aktionen vor Ort – einfach alles. Es fehlen alle Ausgaben, die beim Landwirtschaftsministerium zu suchen sind – und zwar bitte in den aktuellen Haushaltsplänen, die im Internet stehen, und nicht in den Plänen von Anno Vierzehn unter dem Prinzregenten, wo sowas vielleicht noch hätte stehen können, ohne dass sich jemand wundert. Es fehlt so viel, dass der Balken für den Gipfel in Elmau dagegen kurz, sehr kurz wäre. Und zwar nur beim zuständigen Ministerium. Aber das passt halt nicht ins Konzept der Graphik. Die Graphik soll wirken, nicht verwundern. Da könnte ja einer kommen und denken.

Mit dem Wundern ist das ja so eine Sache und mit der Statistik eines Herrn SZ-Mitarbeiters bei Twitter ist das eine andere Sache und deshalb wird diese absurde Graphik und ihre aberwitzigen Unterschriften weit verbreitet. Über Bayern lacht man ja gern, nicht wahr, bei der SPD und beim NDR, beim ZDF und bei den Grünen, die es eigentlich besser wissen müssten, bei der Zeit, beim Spiegel und bei der Süddeutschen Zeitung ganz oben. So macht man heute Nachrichten, so bekommt man die Geschichte in die Medien. Herr Tanriverdi ist da in die beste Gesellschaft geraten, mit dieser Graphik. Nicht irgendwelche dummen Steineschmeisser verbreiten das, nein, hohe Herren der Medien zeigen damit, dass sie auf der richtigen Seite stehen. Ja, die CSU, man hat es immer gewusst, den Flüchtling lassen sie ertrinken und den Woiperdinger aussterben, aber in Elmau wird geprasst. So kennen sie uns Bayern, die hohen Herrschaften der Medien. Und wenn die CSU bei Flüchtlingen so lügen würde wie die Graphik, dann stünde es beim SPON ganz oben und der Herr Prantl tät zu München einen Leitartikel schreiben, dass es krachen tät bis auf Altötting hinauf.

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Diesmal aber täte er das nicht. Denn die Graphik hat der saubere Aktivist Tarniverdi gar nicht von Pro Asyl oder vom Bund Naturschutz, sondern aus einer mit dröhnenden Bildern unterlegten Multimediareportage der hochwohlangesehenen Süddeutschen Zeitung. Und sie schreibt dazu hin: „Quelle: Eigene Recherche.“ Mei Liaba. Haben die das an den Bayern Kurier ausgelagert?

Ich komm von hier. Ich bin von hier geboren. Meine Oma hat noch selbst den Prinzregenten gesehen und er hat gewunken – ein feiner Mann. Das ist lang vorbei und natürlich traut man der CSU heute alles Schlechte zu. Da haben wir noch nie nicht ein Kreuzerl hingemacht, bei denen. Mir sind nämlich liberal. Mir hier in Bayern sagen „Ned gschimpft is gnua globd“. Nicht geschimpft ist des Lobes genug, und generell finde ich, dass dieses Motto stets auf die Staatspartei anzuwenden ist.

Aber wenn die Marxisten unter mutmasslich Stalins Standbild in Berliner Ausland eine Wahrheit sagen und unsere eigenen knickrigen Buchhalter in den Ministerien eine andere, dann wird das schon so stimmen. Es gibt genug, was man an diesem Land und auch an dieser EU kritisieren kann. So, wie die SZ das macht, ist nicht gut. Es hilft nur den anderen, denn was soll man jetzt nach dieser Haderlumperei noch glauben, und beschädigt das eigene Ansehen. Und es hat mich gezwungen, gegen all die sauberen Herrn mit ihren Twitteraccounts die Stimme zu erheben. Für Frontex, für die Staatspartei. Wer mi gschtandna Bayan zu so wos zwingt, den soi da Blids beim Schhhh-h-

hake

-h -hoid. Heind is jo Feiadog. Fronleichnam. Heans des? Draussn singas. Da Erlösa, da Herr Jesus soid kemma. Und a Mo hoid dene oidn Weibal mim Wogal an Busch zruck, doss durchkemma. Des is fei ohnschdendig vo dem. Und auhwehzwick, do wead da Biagoadn voi sei. Do muass glei hi.

Überlegns Eana söibsd, wos vo dem Tahnriveadi Haggan und am Blächinga Schteffeh und seine Leid hoidn woin. I üwaleg ma deawei wos Neds iwan Blodda Sepp. Wei meineidiga ois wia de Graphik ko des ah ned sei. Fia dSiddeitsche weads scho langa.

EDIT:

Herr Tanriverdi empfindet das als „Hetze“, worauf ich natürlich gerne hinweise und zur Meinungsbildung empfehle, auch die anschliessende Debatte zu lesen. Die Grafik, sagt er, hätte ihn umgehauen. Man sieht also: Das Zeug wirkt. Und deshalb sollte man darüber reden, nachdem die SZ das Problem kannte und genug Zeit hatte, das in Ordnung zu bringen.

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79 Lesermeinungen

  1. Was für ein Fleißarbeit
    Toll. Danke. Nur – erlauben Sie mir die Kritik – zu lang…..

    • Es ist immer so lang, mei. Aber ich mache sowas gern, danke.

    • Titel eingeben
      Handwerklich sauberes Vorgehen bei der Argumentation ist ja leider oft ein bisschen anstrengend und lang. Da darf sich der Leser ab und zu auch mal ein bisschen Mühe geben, um auf dem Gedankenpfad mitzuwandern. Was Mühe macht.

      Die Reaktion des Herrn T. ist die eines beim Rauchen erwischten 13jährigen. Das scheint mir ein feines, in der Pubertät verhaftet gebliebenes Würschten zu sein.

    • Dazu muss man wissen: Herr Tanriverdi ist, so ich richtig informiert bin, Absolvent einer richtigen Journalistenschule. Die haben leider die Angewohnheit, wirklich indolente und egomane Exemplare zu züchten, die denken, die Welt hätte ihnen zu gehörchen, auch wenn sie nur die Krümel einer Onlineredaktion bekommen.

  2. Titel eingeben
    Also der mittlere Balken müsste mindestens 79 Mrd. lang sein, und der rechte mindestens 202 Mrd.? Ja, dann haben Sie wohl recht, das würde den schönen optischen Effekt doch arg stören.

  3. Gute Übung
    Pro:
    Es übt und macht fit für den Diskurs, gerade auch Argumente FÜR Gegner und Lieblingsfeinde zu finden. (Hier von Bayerischer Staatspartei CSU bis Frontex; könnten auch meine Lieblingsfeinde sein.)

    Das ehrt. Egal ob als grundsätzliche Haltung oder „nur“ als Werkzeug ausgeübt. Es hält das Gehirn fit und schützt vor emotionalen Fehleinschätzungen.

    Zur Statistik:
    Ich glaube nur an die Diagramme, die ich selbst gefälscht oder selbst schlampig recherchiert habe.

    Egal ob sie von „Qualitätsmedien“ erstellt und von zig Leuten bis Aktivisten weitergereicht wurden oder nicht. Es fängt an mit Begriffsklärung „Was muss alles wirklich unter Naturschutz subsumiert werden“, was dankenswerterweise hier zum Nachdenken sauber erweitert wurde – und hört mit visueller Manipulation der Grafik auf (sogar falls die Zahlen stimmten), da wüsste ich noch einiges mehr was geht.

    Das war jetzt zu den beiden letzten Säulen,
    zu den Zahlen von Triton und zu den Zahlen, was Bayern angeblich für Naturschutz im Jahr ausgibt.

    Was ist aber mit der ersten Säule?
    Muss ich mir da auch Gedanken machen?
    Darf ich darauf hinweisen, dass die mit ihr bezifferten Kosten für das G7-Treffen ebenfalls zu hinterfragen sind:

    Woher kommen sie? Sind sie geschätzt? Von wem? Wer sagt, dass es genau diese Summe ist? Die Regierung? Sonstjemand? Sind diese Kosten ein einstweiliger Planungsfaktor, ein einstweiliger Kostenvoranschlag? Wie hoch werden die Kosten sein, wenn die Endabrechnung da ist?

    Auch lustig: Wenn man den – vermutlich – geschätzten Kosten des G7 noch ganz andere Kosten gegenüber gestellt hätte. Wankas Ausgaben für Bildung und Forschung etwa. Im speziellen die für die MINT-Fächer. (Also platt gesagt nicht nur lesen und scheiben, sondern rechnen, hust.)

    Fragen über Fragen also, während man beim Abbeißen seines Croissants den Kopf in seine Zeitung steckt. Eine unendliche Geschichte.

    Ich erinnere mich vage, dass jemand mal sagte, dass Journalisten nicht besonders helle sein müssten; ja, es sei sogar schädlich*. Hat mal einer ihrer Ausbilder gesagt, ich weiß nicht mehr, wer es wahr.

    * Zum Trost: Echte Intelligenz – ohne geschmeidige Moral – kann auch in anderen Berufen recht hinderlich sein und stört ebenfalls vermutlich nur das Verbleiben oder gar den Aufstieg …

    • Die Kosten für den Gipfel sind die Planungsgrösse – und ich würde vermuten, dass das so halbwegs hinkommt. Was der Gipfel in die Kassen spült, ist komplex und wird wohl nicht zu beantworten sein, zumal Hauptsaison ist. Das Problem mit der Manipulation ist, dass sie, wenn man sie einmal zulässt, von alen anderen auch mit dem gleichen Recht gemacht werden kann. Und es ist halt ganz grosser eindruck für eine elend schlechte Arbeit. Ich bin gespannt, was die SZ macht – den Text hier kennen sie ja. Und sie kennen den Fehler auch schon seit gestern.

    • Kosten G8 Heiligendamm 2007
      Heiligendamm:
      Planungskosten 92 Millionen.

      Aber dann:
      Nach einer Woche bereits nach dem Gipfel Mehrkosten von angeblich zusätzlich fast 30 Millionen.
      Mehrkosten Zaun (ob in den Planungskosten bereits enthalten oder nicht, war mir auf die Schnelle nicht ersichtlich): „voraussichtlich“ 12,5 Millionen.
      Plus Kosten für weitere Absperrungen und Bundeswehreinsatz, unbekannte Höhe.

      Mit einem „Europäischen Sozialfonds“ der EU soll dem Land Meck-Pomm dann mit einer Summe in Höhe von 25 Millionen unter die „Arme gegriffen“ worden sein.

      Entnommen Wikipedia Heiligendamm 2007.
      Konnte es jedoch weder prüfen noch nachrechnen.
      Kolportiere es nur.

      O.k. war ja auch nicht Bayern, sondern Küsten-Schattendeutschland.

      Hauptsache demnächst wieder gegen Berlin. Oder so.
      Beim nächsten Artikel dann.

      PS: Planungskosten immer nur Planung.
      Obere Fahnenstange: Elbdisharmonie.
      O.k. war ja auch nur der korrupte Norden, Hamburg. Kann in München nie passieren. Nie. Die haben nicht einmal eine eigene Philharmonie. Das Bayerische Staatsorchester hat kein eigenes Zuhause – der hässliche Bunker Gasteig ist keines – und muss tingeln.

    • Das ist alles zutreffend, aber noch lang kein Grund, die anderen Zahlen dagegen passend hinzudrehen. Ich finde, der Bürger sollte Einblick in die Kosten haben und in der Lage sein, zu entscheiden. Ich finde den ganzen Gipfelkrempel auch daneben und hätte das Geld lieber woanders. Aber es wird nicht besser durch Empörungswellen auf Basis falscher Zahlen. Darum geht es. Dass man sauber bleibt und eine ehrliche debatte bekommt.

  4. Freundschaft
    Werter Don,

    Sie und die SZ werden wohl in diesem Leben keine Freunde mehr!

    • Die SZ ist eine sehr gute Zeitung ud das Ärgerliche ist: sie hätte das gar nicht nötig. Das hier und die Frau Schneeberger mit ihrer Krawalle und die Hannah Beitzer und wie die Kampagnenleute alle heissen. Wegen denen kauft keiner eine Zaitung. Aber sie haben dort ganz vorzügliche Leute.

  5. Die fünf unangenehmsten Arbeiten des Journalismus....
    Da kommt der Autor, strammen Schrittes, auf der bayerischen Wiese daher und scheint Franz Schubert („Des Fremdlings Abschied“ ) im Sinne zu haben.

    Auf dem Bild ist es gerade die Strophe:

    Es scheint in manches liebe Thal

    Der Morgen- und der Abend-Strahl,
    
ich wandle still und wenig froh,
    
und immer fragt der Seufzer: wo?

    Ja wo, Ja warum?

    Es gibt Aufgaben die kann auch der aufrichtigste Journalist nicht lösen und es könnte entspannender sein zu Beschaulicherem zurückzukehren.

    Um mit Franz Schubert zu schließen:

    Wo bist du, mein gelobtes Land,
    
Gesucht, geahnt und nie gekannt?

    Das Land, das Land so hoffnunggrün,

    Das Land, wo meine Rosen blüh’n?

    Mit freundlichem Gruß
    B.Klingenberger

    • Es wird nächste Woche wieder lieblich, versprochen, Ich muss noch drei Ausstellungen in Italien abarbeiten. Dann auch wieder anders angezogen.

  6. Freundschaft
    Hmmm, die SZ mag derzeit noch wirklich gute Leuten wie Leyendecker, Ott etc. haben, allerdings mache ich mir Sorgen was danach kommt. Irgendwelche großen Nachwuchshoffnungen sehe ich da eher nicht.

    • Naja, ich denke halt, dass das linke Lager auch am rechten Lager wachsen konnte. Da musste man schlau, gewitzt und überzeugend sein. Aner wenn die CSU schon über die Ehe für Alle redet, bleiben nicht mehr viele Wirkungsmöglichkeiten. Blogs haben sie mehrmals versucht und wieder gestrichen.

  7. totalitaristen und manipulisten
    ideologien leben nur von lügen, bald werden auch in deutschland missliebige oder nicht auf linie gebrachte personen von bildern entfernt und durch grünen oder roten hintergrund ersetzt……….falls es solche personen noch geben sollte, denn die tägliche gehirnwäsche der deutschen staatsmedien wird immer effektiver.
    frage im hintergrund ist natürlich trotzdem was so ein isolationshaft-gipfel bringen soll, wie beim WEF in davos wird da eine ganze gegend in ausnahmezustand versetzt für einen affenzirkus.

    • Nach meiner bescheidenen Meinung reiben sich viele die hände, dass der Eindruck einer rot-grünen Diktatur entsteht – und viele dann rechts wählen. Aber man sollte schon die realen Verhältnisse sehen: Immer das Gegenteil von Twitter.

      Liebr Elmau als noch ein Krieg, würde ich sagen.

    • lieber elmau
      als ein krieg, ja warum ist denn dann der putin nicht dabei, wenn schon reden besser ist wie kämpfen……….er könnte dann ja in elmau auch mit am grossen tisch sitzen müssen und mit den anderen essen, in wechselnder sitzordnung…………….oder ist da dort nicht mehr so !

  8. Titel eingeben
    „Da Erlösa, da Herr Jesus soid kemma.“

    Ob er aba über Oberammergau,
    oder aba über Unterammergau,
    oder aba oberhaupt net kumm,
    ist…
    .
    Muss es sein? Es muss sein, es muss sein.
    Wie dies verbale Verkloppen der Lügenbande,
    immer wieder…
    .
    Es wird nix helfen, aber es muss sein.
    Dafür: danke.

    • Es geht mir nicht darum, dass sie es ändern. Es geht mir darum, dass man selbst denken sollte und lieber zweimal hinschauen.

      Bitte, gern geschehen.

  9. Titel eingeben
    Ob Tag und Ort dieses Gipfel Treffen ideal gewählt wurden? Die Kosten fallen an. Wir können nur begrenzt sparen, wenn wir mit Ausrichten dran sind. Solange nicht die Kämpfer des Friedensnobelpreisträgers zum Einsatz kommen sollen, müssen deutsche Polisten seine Sicherheit garantieren. Auf der Zugspitze wäre dies leichter, aber etwas unbequem und im Freien zu kalt.

  10. Milchmädchenrechnung
    Für mich war Mathe immer ein A***loch, aber ich verstehe so viel, dass man einmalige und mehrjährige Ausgaben beim besten Unwillen nicht gegenüberstellen sollte, sonst … Äpfel und Birnen, you understand.

    Außerdem löst eine Investition im Regelfall an anderer Stelle einen wie-auch-immer messbaren Ertrag aus. Wenn die bayerische Landesregierung im Minimum 110,0 Mio. EUR p.a. für den Umweltschutz ausgibt, dann ist das absolut anzuerkennen. Und dass Bayern eine Verantwortung für die Zustände in denjenigen Ländern, aus denen sich die (komischer Weise überwiegend männlichen) Flüchtlingsströme lösen, trüge …

    Mit Ausnahme von Togo, zu dem der verblichene Archont eine intensive Beziehung pflegte, hatte Bayern keine Kolonien. Und die seinerzeitige Entsendung eines Wittelsbach’schen Thronanwärters nach Griechenland dürfte mittlerweile auch keine Regressansprüche mehr begründen.

    Hier werden mal wieder mehrere, nicht in einem kausalen Zusammenhang stehende und auch sonstwie unlogische Gedankenspiele in einen Topf geworfen. Mir kommt das Alles langsam so vor, als wenn sich – flankiert von einem Haufen von Trollen und des Politologiestudiums überdrüssigen Prekariats-Journalisten – eine Koalition formiert, die die – ihrer Meinung nach schon zu lange amtierende – Kanzlerin aus dem Amt vertreiben wollen. Die chronische Unterforderung – insbesondere die der GRÜNEN – treibt da so manche Blüte: Keine Sendung zum Thema FIFA, in der sich nicht die Bundestagsvizepräsidentin, Frau Claudia Roth, zornbebend einmischt.

    Es läuft ja im Leben nicht alles so, wie man sich das auf seinem ersten Schul-Tanz-Tee erhofft hat. Aber hier, ‚indula‘, gehen bald die Nierenschalen unter den geifernden Hälsen aus.

    Im Übrigen, Ew. Liebden, sehr schönes Photo. Dynamisch und mit entschlossenem Gesichtsausdruck die Wiese herunter stapfend.

  11. Titel eingeben
    Gibt es bei Zeitungen keine Schlußredaktion, die auf so etwas achtet und gerade bei Zahlen, die leicht nachprüfbar sind, auf die Richtigkeit achtet? Ein Zahlendreher oder anderer Fehler kann schließlich schnell passieren, und es gibt genug Menschen, die im Fehler dann die Wahrheit und in der Korrektur die „Manipulation“ erkennen.

    Wie werden eigentlich solche Diagramme gemacht? Sehr aufwändig sehen sie schließlich nicht aus, d.h. ich hätte eher an automatisch generierte Balkengraphiken gedacht – aber bei solchen Fehlern scheint das eher von Hand gemacht zu werden, oder?

  12. Gipfelhysterie
    Zweifellos sind die Ausgaben für den Gipfel hoch, und man möchte schon genauer wissen, warum die Entscheidung, ihn im vielleicht sensibelsten Naturschutzgebiet Bayerns abzuhalten, gefallen ist.

    Das meiste Geld geht nun mal für die Sicherheit drauf, und dafür kann Bayern nur bedingt was. Das Angst, das irgendwas passieren könnte oder zumindest wenig schöne Bilder in die Welt hinausgehen, ist riesengroß.

    Hätte man die Garmischer und Mittenwalder gefragt, ob sie das alles wollen, wäre das Ergebnis wohl wie zu Olympia ausgefallen.

    Wahrscheinlich wird es eh schütten.

    • Das würde mich freuen.

      Und eine differenzierte Debatte ist auch nötig. Das Problem ist halt, dass sie mit solchen moralische Überlegenheit einfordernden Bildern gar nicht mehr möglich sind. Man stellt sich ja mit jeder Frage gleich in den RRuf, ein Zyniker zu sein, der das Elend der Flüchtlinge nicht sieht. Und das ist nicht sonderlich redlich, sondern eine Instrumentalisierung. Vor allem, weil es auch anders ginge.

    • Titel eingeben
      Das mit dem Schütten hat ja schon mal funktioniert.

      Zahlen, Statistiken und Diagramme sind leider oft jahrzehntelang nicht hinterfragte Kampfmittel. Gilt z.B. auch bei Diskussionen über (Zwangs-)Prostitution, Vergewaltigung, Wage Gap und sonstigen Genderhighlights. Gelegentlich weist mal jemand (kann durchaus auch eine renommierte Feministin sein) wasserdicht nach, wie falsch, falsch verstanden, erfunden, veraltet, auf unzuverlässiger Grundlage beruhend und manipuliert solche Zahlen sind, die oft ungeprüft auch von seriösen Organisationen übernommen werden. Das wird allerdings stets ignoriert. „Killer stats“ kommen einfach besser.

    • Das gibt es doch leider in allen Wissenschaften; Scheinbar belegte Thesen, die einfach zu gut aussehen und die man deshalb zu bringen hat. Ich denke da auch gern an die Definition von Armut in Deutschland, udn wie damit gearbeitet wird.

  13. seufz
    Hier bläst einer ganz schön die Backen auf, der sich grad gar nicht auskennt mit EU-Beschlüssen, deren Umsetzung und Frontex. Weil mir aber ein bißchen langweilig ist, geb ich kurz Nachhilfe:
    Der Etat für Triton betrug ursprünglich 2,9 Mio/Monat. Die SZ hat dies richtigerweise hochgerechnet auf 12 Monate. Einen anderen Betrag als die 35 Mio zu nennen, wäre mehr als unrealistisch, denn:
    Die Grafik ist, wie man auch an den geschätzten Kosten für Elmau sieht, eine Prognose, nicht weniger, aber auch nicht mehr.
    Der mit dem 10-Punkte-Plan von der EU beschlossene Krieg gegen Flüchtlinge – Triton und Poseidon sind primär als Flüchtlingsabwehrprogramme mandatiert, so viel Wahrheit über den „Brüsseler Humanismus“ muß sein – kann aber, Mittelbereitstellung hin oder her, nicht wie von Brüssel gewünscht, umgesetzt werden. Oder hab ich was verpaßt und die UNO hat „ja“ zur Bombardierung gesagt? Libyen soll von Brüsseler Plänen, EU-Polizeien und Geheimdienste auf seinem Territorium dulden zu dürfen, ja auch nicht so begeistert sein, wie man hört.*
    Richtig ist, daß die EU ein neues Frontex-Gesamtbudget für 2015/16 beschlossen hat, heißt konkret: bis 12/2016 eine Laufzeit von insgesamt 18 Monaten.
    An einzelnen dpa-Meldungen sollte man sich nicht so festbeißen (besser wärs, sich das kleine 1 x 1 der journalistischen Recherche zu Herzen zu nehmen). Die Grenzschutzagentur wirft alle paar Wochen zur allgemeinen Verwirrung irgendwelche Teilsummen in den Raum, die im Grunde nichts anderes sind als die Ankündigung, wann die EU zu welchem Datum ihr Konto füllen wird. Mal wird dabei kunstvoll zwischen Poseidon und Triton unterschieden und mal wieder nicht – eine kreative Buchhalterei haben sie bei Frontex, das muß man der Bande lassen.

    *Klar, die EU wird für ihren Feldzug gegen Menschen in Not kein okay von der UNO bekommen, von mir aus spräche aber nichts dagegen, die bereitgestellten Mittel tatächlich auszugeben: zur Abwechslung mal wirklich für Flüchtlingshilfe. Man kann als Friedensnobelpreisträger ja nicht immer nur von „Werten“ reden.

    Fertig gelangweilt. Es wird sich schon jemand finden, der den bayrischen Umweltetat auseinanderdividiert. – Weinstube ruft.

    • Ich darf darauf verweisen, dass die SZ selbst Triton ins Feld geführt und so bezeichnet hat. Ich folge dieser Argumentation und hinterfrage die Zahlen. Die Debatte um Triton, Poseidon und Hera ist nohmal eine ganz andere. vielleicht wäre es schlau gewesen, wenn die SZ wirklich jemand drangesetzt hätte, der einmal fragt, was die Flüchtlingsrettung wirklich kostet. Dann hätte man verlässliche Zahlen und könnte in diese Debatte einsteigen. Ich habe da nichts dagegen, es ist eine wichtige Diskussion.

      Aber die SZ gig nun mal einen anderen Weg und hat, da sind wir uns einig, denke ich, Zahlen genannt, die veraltet sind, nicht genau hingeschaut und dann auch keine Quellen genannt, Das kann man machen. aber dann muss man eben auch damit leben, dass solche Schockgraphiken durchleuchtet werden.

    • Titel eingeben
      Ich kann nicht beurteilen, was E.K da alles ausführt. Aber mal angenommen, das ist alles so wie beschrieben: wäre es bei einer derart komplexen Budgetlage nicht um so unredlicher von der SZ, mit dem Betrag von 35 Mio. zu operieren? Denn jede Hochrechnung wäre ja, wie Sie selber ausführen, mit großer Wahrscheinlichkeit unrichtig.

      Und beim Verkürzen von Säulen in Schaudiagrammen handelt es sich schlicht um Manipulation, jedenfalls dann, wenn es ohne Not erfolgt, etwa weil sonst weit auseinanderliegende Werte nicht mehr übersichtlich in eine Tabelle passen. Aber selbst da wird dann drauf hingewiesen oder mit einer doppelten Zickzacklinie dokumentiert, dass eine Säule viel höher sein müsste.

      Nein, hier wurde um einer pointierten Aussage willen unsauber gearbeitet, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Pointierte Aussagen kann man machen, aber (scheinbare) Sachargumente dazu fabrizieren ist unlauter.

    • Es ist halt ein dummer Fehler in dem Sinne, dass man tolle Aussagen hätte machen lönnen, ohne die Schnellstrasse der Tugend zugunsten des Sumpfpfades der Fälschung verlassen zu müssen.

  14. Schreibt man Grafik nicht mit f?
    Ich weiß nicht, ob sich Hakan Tanriverdi übermäßig durch Aktivismus hervortut. Eher hat man doch den Eindruck, dass es so etwas wie ein „Millennial State of Mind“-Ding ist. Jungjournalisten sind heute mehr oder weniger alle gleichgespült: digital, irgendwie kritisch, irgendwie ironisch, irgendwie zynisch, gendergerecht und v.a. bei den Twitter Mädels gut ankommen.
    Würden Sie z.B. das FR-editgesicht Hanning Voigts auch als Aktivist bezeichnen? Tilo Jung?

    Frank Schirrmacher hätte bei Frau Rönne sicher auch auf den Follow-Button gedrückt. Im Spirit von ihm wäre es daher wichtig für den deutschen Journalismus, dass man wieder junge liberal/konservative Nachwuchskräfte entdeckt und fördert. (watch out for Filipp Piatov)

    PS: Da Sie diese Woche FJS (las Herodot in altgriechisch) fälschlicherweise als einen „nicht sonderlich kunstsinnigen Mann“ bezeichnet haben, bringe ich hier mal ein passendes Zitat von ihm über die Danziger SPD-Ikone Günter Grass – passt ja auch irgendwie zum Text über SZ-Preißn und den Antibajuwarismus unter deutschen Journalisten:

    „Der hält alle Bayern mehr oder weniger für Analphabeten, dieser auf dem Pegasus dahertrabende deutsche Oberdichter.“

  15. Titel eingeben
    Die Grafik wurde mittels javascript erstellt, die Beschriftungen jedoch in html. Da hat wahrscheinlich jemand ein Säulendiagramm programmiert auf Basis von 30 Mio. Flüchtlingsrettungskosten im Mittelmeer und ein anderer die Beschriftung 35 Mio. hinzugefügt. Im Endeffekt ist dieser „Multimedia“ Beitrag genauso durchdacht wie Prantls Vorschlag Flüchtlinge als Bauern in Mecklenburg anzusiedeln.

    Was das mit Bayern zu tun haben sollte, erschließt sich mir nicht. Natürlich ist die Stoßrichtung des Beitrages in der SZ, dass „die da oben“ mit ihrem „Schweinesystem“ lieber pompöse Gipfel veranstalten anstatt sich dem Leiden der Refugees anzunehmen.

    It’s the same ol’story
    Just another song
    It’s the same ol‘ beat
    Just another drum
    It’s the same ol‘ tune
    Recycled and redone
    Where did it get us
    Look where we end up now

    • Prinzipiell würde ich Prantls vorschlag gar nicht gleich verwerfen, auch wenn er in sich und in Bezug auf Flüchtlinge problematisch ist. wenn man ihn verwirft, muss man Gegenvorschläge bringen, und auch darüber eden, wo denn der Platz in der Gesellschaft sein soll. Es ist schwierig. vielleicht hat Prantl da auch nur etwas getrollt.

      Die Gipfelkosten – mei. Ich fände es einfach nett, wenn man da nicht mit Reflexen spielen würde, die man sonst gern anderen aus guten Gründen vorwirft. Das Bildblog lebt ja geradezu davon. Wo ist dann das Problem, sich vorher gut zu überlegen, was man da tut?

  16. Das kommt natürlich wieder aus Bavaria...
    und es ist richtig. Ich darf als studierter Statistiker bekennen, dass die zitierten Diskussionsbeiträge, insbesondere dann, wenn sie in der sog. „Qualitätspresse“ zu lesen sind, mich ganz traurig und müde machen. Es gibt leider keinen selbstbestimmt-feministischen Volx-Workshop zum objektiv korrekten Gebrauch von Statistik. Stattdessen immer dieses dümmliche (Churchill?)-Zitat auf Bravo-Girl-Niveau, wonach man keiner Statistik trauen dürfe, außer den selbst gefälschten. Ich sage dazu: Wer diese lesen und hinterfragen kann, hat diese Haltung gar nicht nötig. Ein Kant-Zitat ist in diesem Zusammenhang deswegen besser. Wer dann noch gut polemisieren (hilfsweise auch: argumentieren) kann, exekutiert den Bullshit-Absonderer mit einem Schuss. Ich darf mich daher der Kritik des ersten Kommentators anschließen: Kürzer wäre besser gewesen. Im Übrigen freue ich mich jedes Mal über Beiträge, wie den Ihrigen, lieber Don, die von praktischer Vernunft geleitet wurden. Wenn dies zwingend an eine Herkunft aus dem Regio Bavariae geknüpft ist, auch gut, denn ich bin liberal im neoliberalen Sinne. Aber ich vergesse dabei nicht, dass der unerträgliche Heribert von der Sendlinger Straße aus seine meist falschen Ansichten verbreitet.

    • Ich empfinde den Herrn Prantl als wichtige Stimme und auch, wenn ich ihm nicht immer zustimme, so ist die ansicht doch eine Bereicherung und es freut mich, weil er kritisch denkt und hinterfragt. Es ist gut, dass es Leute wie ihn gibt, und so einen Bock würde er nicht schiessen.

      Ich sitze mit Heuschnupfen daheim un habe halt viel Zeit, da laufe ich halt aus.

    • ...im liberalen Sinne heißt liberal nicht nur liberal...
      „denn ich bin liberal im neoliberalen Sinne.“
      .
      Ist das nicht ein Loriot-Zitat?
      http://bit.ly/1wEJAPZ

    • Leider ist liberal ja auch ein weites Feld – ich erinnere da nur ein „eigentümlich frei“ und „libertär wie wie ein US-Milliardär“.

  17. Anmerkung zum Edit
    Wer bei Twitter nicht eingeloggt ist, sieht die verlinkte „anschliessende Debatte“ nur bis zum ersten Beitrag von Herrn Fischer, die weiteren Tweets werden nicht angezeigt.

    • Oh, das merke ich erst jetzt, aber ich sehe wenigstens an die zehn kommentare. Ist aber auch nicht so wichtig, man kann sich seine Meinung auf https://twitter.com/hakantee anchauen, und wenn man draufklickt, sieht man wohl auch einige Replies. Allerdings bislang noch keine Verlinkungen der Kollegen, die die Graphik gestern noch so gut fanden.

    • Ansonsten steht da, ich sei gestört und die FAZ sei „endgültig“ nicht mehr zu lesen. Möglicherweise schreibt auch bald wieder jemand, dass man meine Texte zur Reihaltung der einzig richtigen Lehre nicht lesen darf.

  18. Antibajuwarismus
    Ich begebe mich mal auf Ihren Nebenkriegsschauplatz, Antibajuwarismus. Ehrlich gesagt, da habe ich kein Mitleid mit Ihnen und dem betroffenen Volksstämmen. Der Artikel hätte auch nicht drunter gelitten hätten Sie sich diese Opferrolle verkniffen.

    Für mich ist das ein Glashaus-Steine Ding. Routinemäßig wird von Bayern der Rest der Republik als Saupreussen bezeichnet, die Überlegenheit des bayerischen Abiturs herausgestellt (aber dann nicht in der Lage sein das Rheinland und das Ruhrgebiet auseinander zu halten …), und die Äußerungen von bayerischen Politikern zum Länderfinanzausgleich grenzen an Volksverhetzung.

    Wie sagen Sie so schön, „In diesem Puff bekommt jeder was er braucht.“ Das gilt auch für Bayern. Ihr braucht das.

    • Nein, das ist überhaupt kein Nebenkriegsschauplatz, sondern wichtiger Teil der analyse zur Frage, was das ideale Shitstormopfer mitbringen muss, damit auch seriöse Kräfte darauf einsteigen. Dass ich von ähnlichen Methoden der CSU nichts halte, steht klar und deutlich im Text. Nur macht das die Sache auch nicht besser und wer über falsche Zahlen Schadenfreude empfindet, trägt nicht eben zu einer Debatte bei, die Menschen wirklich überzeugt.

  19. Die Kosten auf Schloss Elmau verteidigen sich leicht: Peanuts
    Man müsste nur die Masstäbe richtig anlegen, schließlich geht es hier um was.

    A.) ist das Dings nicht jedes Jahr in Deutschland, deswegen die Statistik schon deswegen falsch, weil hier nicht-p.a. gegen p.a verglichen wurde, wie immerhin auffiel. Also wären die wahren Kosten ungefähr durch sieben oder acht zu teilen? Und es gibt keine wahren Kosten, Wahrheiten kennen nur Physik und Mathematik. Vielleicht die Logik auch noch. Und Frau Merkel.

    B.) Der Anteil, welcher Übungskosten daran wären, müsste man auch noch herausrechnen. Ein Staat, der soetwas nicht alle paar Jahre hat und durchzieht, ist keiner.

    C.) Angewandte probabilistische Gefahrenrechnung. Den Umweltschutz in Bayern ein Jahr weglassen – hätte überhaupt keine Auswirkungen. G7 bis GX weglassen würde aber auf Dauer unweigerlich zum Weltkrieg führen – wie vergliche sich das? … bei evtl. ca. 30.000 Milliarden US-Dollar volkswirtschaftlichem Bruttosozialprodukt p.a. all together auf der Welt.

    D.) Die einen sind wichtig, die anderen sinds nicht.

    e.) Bravo Don Alphonso

    • Danke für diese rabulistische Glanzleistung mit scharfem Geiste.

    • weltkrieg
      mit wem ?
      was hilft den der zirkus in elmau, wenn russland nicht mit dabei ist ? hier spielt doch sehr die russlandphobie der kanzerlin eine rolle, wer will es ihr denn bei ihrem lebenslauf auch verdenken, dass sich jugendverdrängungen und ihr konvertitentum hier raum verschaffen.

      eine kausalität zwischen G7-gipfeln und nicht entstandenen weltkriegen herzustellen ist doch etwas sehr gewagt.

      und es geht garnichtsosehr darum, ob die 7 oder 8 sich nun treffen oder nicht, muss es denn immer mit diesem an den wiener kongress erinnernden pomp sein, mitten im oder am naturschutzgebiet und immer so isoliert vom bürger ?
      staaten definieren sich nicht über durchgezogene übungen mit schnellbooten (heiligendamm) oder tieffliegende hubschrauber (gorleben), sondern sehr durch innere kohäsion. und dazu trägt elmau nun einmal garnichts bei.

    • Ivh würde annehmen, man lädt Russland dort lieber aus und verzichtet damit auf haufenweise negative Presse, die den Gipfel überlagern würde.

    • negative proteste haben wir schon
      rund um elmau haben wir sie und wir lesen sie in den medien, bis auf die CDU haben mitglieder aller im bundestag vertretenen parteien (dazu gehört die CSU) gegen die aussperrung russlands bedenken und halten diese für kontraproduktiv.
      vielleicht ist alles aber auch ganz einfach: putin muss fehlen, weil ein scheinbar wichtiger mann ihn nicht leiden kann, die trägerin der freiheitsmedaille darf da nicht widersprechen.

    • Vielleicht ist es auch so, dass man ihn lieber aussperrt und dafür auf wirtschaftlich relevante Sanktionen verzichtet?

  20. In der Physik wie im wahren Leben sind
    die allermeisten quantenmechanischen Berechnungen späterer Systemzustände nur probabilistisch. (Quelle: „Wie man Staaten führt“, Wiki, engl. „How to lead your country“) http://tinyurl.com/ogmsdj4

    Hauptsache für die Menschen.

  21. Hauptsache für die Menschen
    Welche?

    Meinten Sie mich?

  22. Nachgemessen
    Übrigens,

    in der SZ-Graphik ist die Skalierung okay – 1Pixel = 390 TEUR in allen drei Balken. Bei Ihrem Freund Tanriverdi ist dagegen der mittlere Balken geschrumpft – und nur der mittlere – Zufall oder Korrektur?

    • Nein, die SZ hat mittlerweile die Balken wieder angepasst – aber das spielt angesichts der meines Erachtens nicht ganz zufällig falschen Zahlen keine besondere Rolle mehr. Die SZ verbrietet falsche Informationen und scheint auch nicht daran zu denken, da was in ihrem Multimedia-Flaggschiff zu ändern. Stefan Plöchinger habe ich auf Twitter gefragt und seine Mitarbeiter wurden mehrmals darauf hingewiesen. Tja.

  23. SZ, sodala... vom Söder vielleicht ...
    Don,
    auf Twitter erwähnen Sie, dass die SZ das möglicherweise aus Söders Etat 2010 abgeschrieben hat, sieht nach den gleichen Zahlen aus.

    Für mich sieht die ganze Geschichte eh so aus, als ob man halt einfach froh war, derartige für die Absichten perfekt passende Zahlen/Angaben bereits fertig vorzufinden, nahm sie erfreut und verschwendete weiter nicht viel Mühe darauf. War ja vom Söder. (CSU!! BAYERN!! In sich gutartig!! :-)))


    Ob absichtlich, ob zufällig oderr nicht.
    Nein, es soll keine Entschuldigung für unkorrekte Zahlen sein. Was vielleicht sogar ein lausiges Statteil-Blatt besser macht. Doch: Für eine reinrassige und belastbare Absichts- und Manipulationsunterstellung mit Schaum vor dem Mund – gerade bei den verwendeten Zahlen zum Naturschutz – reichte mir das alles noch nicht ganz aus, Euer Ehren. (Selbst wenn sie sich stutzig stellen und das immer noch nicht ändern.)

    • Man hätte für die Kosten auch was anderes nehmen können, eine Drohne, einen eurofighter, den BER – aber man wollte offensichtlich emotional aufgeladene Dinge dagegen setzen, wo jeder meint, dass man da mehr tun sollte. eben Umweltschutz und Rettung im Mittelmeer. Und da brauchte man offensichtlich keine grossen Zahlen. Wenn so etwas einmal passiert und man einmal was vergisst, kann es schon sein. Aber gleich um den Faktor drei oder vier? Ich glaube auch nicht, dass die es nicht besser könnten. Die wollten es halt so.

      Zumindest bei der bild kme niemand auf die Idee, dass das Zufall sein könnte. und so passt es einfach am besten in die Intention des Stücks.

    • Titel eingeben
      Bild-like isses, das gebe ich zu.
      Hätte selbst – ebenfalls unlautere finstere Gedanken gegen Steuergeldverschwendung (Trüffel, silberne Kloschüsseln …, Polizeiaufgebot …) gehegt habend – als JoHourni sicher Bayerns Ausgaben für Jugendpflege und – bildung gegenübergestellt. Natürlich knallhart recherchiert, damit da nix vorkommmt

      El-miau:

      Heut nacht phantasierte ich, könnte nicht über den Großkopferten im selbsternannten Schloss dorten zu deren edler Erfrischung ein Unwetterchen oder geschichtsträchtig ein Blitzlein einschlagen, nur ein kleines … zum Umdenken weil der Kopf rund ist …, dann passiert das prompt. Leider über Rock am Ring. Ich wünsch mir „politisch“ lieber nix mehr, das mitleidslose und kalte Universum scheißt ähm schießt anscheinend zu unscharf nur dahin wo vordergründiger Krawall .. statt dahin wo fahrlässig mittelwichtige Themen bei einem überschätzten Wohlfühl-Wellness-Gipfel statt wirklich brennender bei teuer Gelage verhandelt werden.

    • Man sollte vielleicht auch sagen, dass „Schloss“ Elmau mehr ein Sektenzentrum denn wirklich ein Schloss war. Schlossarchitektur sicher, gehobenes Ambiente, aber zu einem echten Schloss ist es da doh noch weit hin.

  24. Rabulistik und die Mathematik
    Der mathematische Teiler derartiger Veranstaltungen mag gegen Null tendieren.

    So, wie sich in der verbleibenden Menge vermutlich auch einige Nullen befinden.

    Es ist im Übrigen nur Geld.

    Davon hat dieser Staat um Moment genügend. Und bei weiterhin äusserst geschickten Taktierens bleibt das auch so.

    • Das Geld wird ja wohl auch hier wieder ausgegeben, insofern ist das nicht sonderlich schlimm.

  25. Nosso Mundo
    Se eu ainda soubesse
    Como mudar o mundo
    Se eu ainda pudesse
    Saber um pouco de tudo
    Eu voltaria atrás no tempo.

  26. Wider die Hutschnur
    Mein portugiesischer Beitrag möge bitte dazu beitragen, die ganze Angelegenheit nicht so verbissen zu betrachten.

    Abzüglich der eigenen Eitelkeit wäre doch, so vermute ich, der eine oder andere doch gerne Mäuschen im Schloss.

  27. Markus Söder ...
    … wird sich sicherlich freuen, eine Erwähnung in diesem Blog zu finden.

    Ich sag’s ungern, aber es ist manchmal sehr wichtig, dass sich die jeweiligen Verantwortlichen vis-à-vis treffen, face to face.

    Peinlich zudem , wenn sich in der Nähe des Obersalzberges ein Missgeschick ereignen würde.

    Daher, absolut akzeptabele Kosten.

    • Der Obersalzberg bei Berchtesgaden ist schon noch mal ein Stückerl weg, östlich vom Tegernsee, während Elmai westlich ist. Nur ich bin da in gleich zwei einflusssphären.

  28. zahlen
    was mann oder frau so an zahlen liest ist schon beeindruckend, wird doch sonst im sozialbereich oder in den schulen oder universitäten und krankenhäusern immer so geknausert……..so soll jede gipfelminute euro 90.000 kosten……so, als sei alters- oder kinderarmut in deutschland kein thema….aber: warten wir das ergebnis ab, ich vermute schon mal wie beim hornberger schiessen oder das elmauer tal kreisste und gebar eine maus. apropos tiere: es sollen auch 230 polizeihunde im einsatz sein, dafür fehlen die jetzt halt am hauptbahnhof in hannover.
    und es ist ja auch schön, dass der eine andere mal frau merkels stimme im orginal hören kann und nicht nur in abhörprotokollen herumlesen muss. auch hier ein gipfel, der des verlusts der selbstachtung der gastgeberin.

    • Sagen wir mal so – wenn ich eine Bank ausnehmen wollen würde, dann dieses Wochenende. Wobei man natürlich auch sagen muss, dass es ohne Chaoten wiederum leichter wäre.

  29. OT
    Lese gerade die Kommentare zur Griechenlandkrise.

    Den Deutschen geht ihr Geld über alles. Um es zu behalten
    wurden sie auch Merkel über Jordan schicken.

  30. Titel eingeben
    Des is a guade Gschicht. Und di Äszät hoit ire Lesa via saubläd. A neis Nagelsdudio in Bealin is Weltkultur, was de Boarn machan oiewei debbad. Seavas und habediehre, Kollege.
    Eana Roland Tichy

  31. noch ein OT
    Miss Piggy als Vorzeige-Feministin ausgezeichnet.
    dazu aus Wikipedia:

    „Miss Piggys Entwicklung und der Charakter wurden maßgeblich
    vom Muppet-Gründer und Produzenten Jim Henson geprägt, dem
    Drehbuchschreiber Jerry Jahl und Miss Piggys Puppenspieler
    Frank Oz.“

    Dacht ich mir es doch, eine Männererfindung.

  32. papstmesse in sarajewo
    leider steht dieser event im schatten des elmau-klamauks, an diesem geschichtsträchtigen ort findet aktiv kommunikation, verständigung und aussöhnung statt, das nur kann kriege verhindern.
    frage: ist in elmau denn ein muslin dabei, ich bin sonst nicht für quoten, aber welcher anteil der weltbevölkerung ist in elmau denn garnicht präsent und von den krawatten- und kostümträger-(innen) ausgeschlossen. elmau ist nur fassade, wie das hotel auch niemals ein schloss war, sondern sich einfach mal so genannt hat. also insgesamt mehr schein als sein.

  33. Draht nach oben?
    Es regnet es regnet und Garmisch wird nass. Früher hatte die bay Staatsregierung den kurzen Draht zu Petrus Gibt’s den auch für Horsti? Nach stoibi und Protestant Günther

    • Wahrscheinlich kommt die dickste Kerze in Altötting von denen – bei Regen, sagt man, hilft das immer.

  34. Neugier
    Ich wäre eigentlich ziemlich neugierig was der Gipfel kosten würde, wenn es keine zu Auschreitungen neigende Demonstranten gäbe. Also, ob nicht so ein ganz bestimmtes Klientel das die Millionen lieber für „bessere“ Zwecke ausgegeben sähe (wäre mir und sicherlich vielen Anderen auch symphatischer) durch ihre „Anwesenheit“ und Einstellung nötig macht. Oder andersrum, wären die Demonstranten wirklich friedlich, würden ein paar Gendarmen reichen; wieviel von dieser Riesensumme könnte man dann für andere Dinge ausgeben? Für die paar hundert Leute kann doch das Hotel und die Miete nicht so hoch sein? Oder ist Bayern schon so teuer geworden, der Euro schon so wenig wert? Das gibt’s doch nicht?

    Grüße aus Südamerika,

    Rey

  35. Sehr Tufte, dieser Blog!
    Großer Beifall, lieber Don!
    Ganz unabhängig davon, wie man Sachverhalte beurteil und wo man selbst Schwerpunkte setzen würde, ist es immer schon wichtig gewesen, die Argumente genau zu studieren, und dazu gehören heute Grafiken mehr denn je. Wer sich dafür ein wenig genereller interessiert, sollte mal bei Edward Tufte stöbern, dort gibt es die gesamte Palette: von groben Fälschungen über falsche Verführungen bis hin zu sehr vielen sehr guten Beispielen, wie man es richtig machen kann. Angesichts des unglaublich weit verbreiteten grafischen Unfugs kann man den Mann ob seiner Beharrlichkeit nur bewundern.

  36. Pingback: Presse mit Apple | Streusplit

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