Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Europäischer Tod in La La Land

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Als ich nach dem Abitur nach Amerika reiste, hatte ich mich gut vorbereitet: Ich hatte Kassetten mit Musik der Beach Boys und Jan and Dean bespielt, und einen Reiseführer zur Mentalität der aufgesuchten Eingeborenen gelesen. Der Reiseführer heisst “Tod in Hollywood” und stammt aus der Feder des britischen Schriftstellers Evelyn Waugh, der seine kurze und erfolglose Karriere als Drehbuchautor in Los Angeles in diesem ebenso scharfen wie ironischen Roman verarbeitete. Es geht, grosso modo, um die Unvereinbarkeit des american way of life mit allem, was auch nur ansatzweise als europäische Nonkonformität, Exzentrik und moralische Flexibilität gelten kann. Die Tugenden der Neuen Welt, so das Fazit, sind im tödlichen Gegensatz zu den gehobenen Sitten des Alten Europa, und genau so war das auch bei meiner Reise. Ich habe viel gesehen, aber das reicht mir auch und wer die USA meidet, weil Trump dort herrscht, kann einfach Waughs Buch kaufen. Es lohnt sich.

Waugh selbst war eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Er war ethnisch sehr diverser Abstammung und kam aus dem reichen Bürgertum, hatte in seiner Jugend etliche homosexuelle Affairen, und lange Zeit Schwierigkeiten, einen angemessenen Platz im Leben zu finden. Er war geistreich, aber flatterhaft und unangepasst, moralisch eher fragwürdig und getrieben von Geltungs- und Vergnügungssucht. Überliefert wird, dass er andere gern schikanierte, und eine Stellung verlor, weil er im betrunkenem Zustanden eine sexuelle Annäherung versuchte. Ausserdem konvertierte er zum Katholizismus, was auf beiden protestantischen Seiten des Atlantiks bei den lutheranischen und sonstigen Ketzern als Zeichen ethischer Fragwürdigkeit galt, und wohl auch immer noch gilt, wenn man die Debatten um den britisch-jüdisch-katholisch-homosexuellen Provokateur und jüngst zurückgetretenen Breitbart-Autor Milo Yiannopoulos anschaut. Generell ist die Figur von Milo leicht verständlich, wenn man Waugh, seine Biographie, sein Werk und besonders die Figur des Anthony Blanche in Waughs Klassiker “Brideshead revisited” kennt.

Amerikanern ist diese Parallele völlig entgangen, denn es gibt Waugh nicht als Serie bei Netflix, und obendrein sind sie in ihren moralischen Werten immer noch eine Gesellschaft, die mit britischer Exzentrik und Lust an Provokation nur begrenzt umgehen kann. Anders ist der Fall und Niedergang des Milo Yiannopoulos nicht zu erklären, dem letztlich ein lang bekanntes Video zum Verhängnis wurde, in dem er über die Frage der Zustimmung von Minderjährigen zu sexuellen Handlungen unter anderem an seinem eigenen Beispiel spekulierte. Das Thema ist schwierig und komplex, wäre aber im europäischen, gebildeten Kontext rund um die Frage des sexuellen Erwachens junger Menschen nicht ungewöhnlich – nicht umsonst erscheinen Beiträge über den Pornovideokonsum und das Sexualverhalten von Minderjährigen. Milo erzählt erkennbar sarkastisch von Sex mit einem Priester, und am eigenen Beispiel, dass er sich durchaus in der Lage fühlte, selbstbestimmt in sexuelle Handlungen einzuwilligen. Ausserdem diskutiert er die – in der Debatte durchaus sinnvollen – Unterschiede zwischen Pädophilie und sexueller Attraktion im fortgeschrittenen Jugendalter.

Das Material stammt aus den Jahren 2015 und 2016, und aufgebracht hat es ein scheinbar traditionell-konservatives Internetmedium mit dem Namen Reagan Battalion, das sich offensichtlich schon länger mit dem britischen Exzentriker und Alt-right beschäftigt hatte. Als bekannt wurde, dass Milo bei der konservativen CPAC Konferenz sprechen würde, gab es von Seiten des traditionellen Establishments Kritik: Milos Auftreten mit seiner Vorliebe für schwarze Männer beim Sex und Frauen beim Trinken, seine Perlenketten, sein völliges Fehlen von Respekt auch gegenüber traditionellen Werten erschien dieser alles andere als kleinen Gruppe innerhalb der Republikaner als vollkommen unangemessen. Einen Anlass zur Distanzierung gab ausgerechnet die Twitterei des CNN-Talkshowmoderators Jake Tepper, der während des Wahlkampfs aufgeflogen war, als sein Team die Demokraten um Hilfe bei der Diskreditierung der Republikaner bat. Offensichtlich hatte sich Milo mit seiner Popularität auch innerhalb des rechten Lagers viele Feinde gemacht, denn ausgerechnet rechte Medien verdammten ihn ohne jede Differenzierung für seine Aussagen. Auch bei Breitbart, das Milo von einer stramm rechten Seite zu einer Plattform nicht ohne bösen Witz und Charme weiterentwickelt hatte, forderten manche Kollegen seine Entlassung, der er mit seiner Kündigung und einer Erklärung der Videosequenzen zuvor kam. Sein Verlag Simon & Schuster kündigte den Buchvertrag – für ein Werk über Political Correctness, das allein wegen der Vorbestellungen auf Platz 1 der Amazon Beststellerliste stand.

Für den gebildeten Stand liest sich der kometenhafte Aufstieg und Fall bis hierher schon wie ein Roman von Evelyn Waugh im 21. Jahrhundert über die Sitten und Gebräuche einer neuen Welt, die zwar auf der einen Seite kurzfristig den mokanten Charme des Alten Europas braucht, aber auf der anderen Seite dessen Vielschichtigkeit und die tiefer liegende Aversion gegen Bigotterie und Spiessermoral nicht erträgt. Milo hat sich offensichtlich zu viele Feinde gemacht, egal ob bei den klassischen Reaktionären oder bei deren Spiegelbild, den politisch korrekten Berufsbetroffenen von Feminismus und sozialer Gerechtigkeit.

Letztere kommen nicht nur mit Milo nicht zurecht, sondern auch mit einer anderen auffallenden Vertreterin der – jenseits ihres eigenen Verhaltens – zivilisierten Welt: Mit der Radikalfeministin Laurie Penny aus England, die wie Milo auf eine lange und exzentrische Geschichte im Aufmerksamkeitsgeschäft zurückschauen kann. Auch Penny hat katholische und jüdische Vorfahren, eine Vergangenheit mit Magersucht und burlesken Tänzen, und wurde bekannt mit männerhassenden Ansichten, die zum geflügelten Wort von Milo passen, Feminismus sei eine Krebserkrankung. Ungeachtet dessen kennen sich die beiden wohl schon länger, und Penny schrieb einen weithin beachteten und auch in deutschen Medien verbreiteten Beitrag über Milos Auftritt und Party beim Nominierungskongress der Republikaner. Dieser Beitrag triefte noch von der gewünschten Empörung über Alt-right, aber Penny war mit Milo und seinem Team erneut unterwegs, als eine Veranstaltung an der Universität in Berkeley in Gewalt umschlug. Hier äußerte sich Penny gegen das Vorgehen der Demonstranten, und der neue Beitrag aus dem rollenden Hauptquartier der Alt-right Bewegung beschrieb die Anhänger als “lost boys”. Man könnte sagen, dass Penny einen für ihre sonstigen Verhältnisse ungewöhnlich hellsichtigen und differenzierten Beitrag geschrieben hat, der zu ergründen versucht, was junge, charmante Männer dazu bringt, gegen den liberalen und konservativen Mainstream zu rebellieren.

Penny ist weiss, wird in den Medien als authentische Vordenkerin des Feminismus herumgereicht, hat gut dotierte Buchverträge und ist das, was man gemeinhin in diesen Kreisen als privilegiert bezeichnet. Und wie bei Milo hat sich auch in ihrem eigenen Lager wohl einiges an unterdrückter Wut aufgestaut, denn es gibt einer Antwort auf ihr Schaffen von einer, sagen wir mal bekannten lateinamerikanischen Aktivistin, und die hat es in sich. Einerseits wird Penny vorgeworfen, sie würde Milo nicht nur verharmlosen, sondern auch zu viel Verständnis aufbringen. Andererseits sei sie selbst eine Vertreterin der weissen Sichtweise und habe nichts für den Standpunkt echter Diskriminierter übrig, die sie verschweigen und unsichtbar machen würde. “White Supremacy” lautete der böse Vorwurf. Andere Feministinnen suchten und fanden Hinweise auf frühere Verbindungen zwischen Milo und Penny, und es ist wohl nicht ganz falsch davon auszugehen, dass sie sich besser verstehen, als die gegensätzlichen Standpunkte vermuten lassen. Penny erlebte das, was Tim Hunt auch schon passierte: Ein Shitstorm, während sie offline und kaum in der Lage war, sich gegen die Anschuldigungen zu wehren. Danach tweetete sie reichlich kleinlaut auch einige Worte zur Lage afroamerikanischer und anderer benachteiligter Gruppen, ohne dass sie damit eine Mässigung bei ihren Anklägerinnen erreicht hätte.

Also ich finde ja, Milo und Penny sind ein kinky Paar, sie sollten heiraten, ein pompöses Landhaus kaufen, Orgien organisieren und zusammen einen Sexratgeber schrei

Milo und Penny haben den amerikanischen Wahlkampf um eine exzentrisch-europäische Note bereichert, als eine Art popkulturelle Plünderer links und rechts des Mainstreams ihrer jeweiligen Lager. Beide sind Aussenseiter, sie gehören nicht dazu und wurden akzeptiert, weil sie nützlich waren. Ihr eigenes Establishment liefert sie ans Messer, nur wenige melden sich hilfreich zu ihrer Unterstützung, und es sieht auch nicht so aus, als würde man gegenüber Julian Assange in London für seine Rolle beim Wahlkampf Gnade walten lassen. Feministinnen konnten die weissen Frauen nicht für Clinton überzeugen, aber Gamer Gate und Alt-right und die Angst vor einem feministischen Linksruck haben viele junge, gut ausgebildete Männer auf Trumps Seite gebracht. Die neuen Konflikte der Trumpadministration um langweilige Themen wie Gesundheit, Militär und Steuern brauchen keine Paradiesvögel mit sexuellen Ausschweifungen und demonstrativer Verachtung für die linken und rechten Traditionen der USA. Insofern ist es nur folgerichtig, dass man sie mit kurzen, brutalen Schlägen diskreditiert und in die Wüste vor der amerikanischen Kulturmojave geschickt hat. Man hätte es wissen können, wenn man Waugh gelesen hätte. Und man darf gespannt sein, wie sich Milo und Penny nach ihren Ausflügen nun neu erfinden, denn ihre Vertreibung macht ihre orthodoxen Verfolger, die keine Perlenketten tragen und nicht an Stangen tanzen, noch lange nicht sexy, aufregend und medial vorzeigbar.

Das sind ganz schreckliche Leute, ghastly, denen möchte man nicht vorgestellt werden.

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  1. Es ist halt die Alteherostratenhoffnung, dass man wenigstens ein Bißchendauerhaftenruhm abbekommt,
    wenn man etwas Deutlichwahrnehmbares zerstört…

    • Wenn man mal die Feindinnen von Penny und Milo so liest. merkt man erst, was man an denen hat.

  2. Es ist eine Schande
    Und was haben wir hier in Deutschland aufzubieten?
    Björn Höcke und Sarah Wagenknecht!
    Das muss besser werden.

    • Ostfrau Anne Wizorek und Lutz aus Dräsden.

    • Ein ...
      … im Scheuklappenwesen, wenn nicht gar sonstigem, fein zusammenpassendes Paar haben Sie da genannt, Don Alphonso.

    • Erfunden hat ves ein anderer :)

    • Aber ...
      … einfach herrlich die Vorstellung, ja doch :)

    • mangelnder Mangel an Laurie Penny's und alternate Milo's
      Sie können jede Mengen Laurie Penny’s bei den Grünen und den Überresten der Piraten finden.
      Priviligiert, ideologisch verbohrt, dreist, dumm, unwissend und weltfremd sind die typischen Eigenschaften, die die Laurie Penny’s dieser Welt auszeichnen. Katharina Nocun, die hier selbst irgendwann mal in DA’s Blog Blogbeiträge verfassen konnte, ist ein Beispiel für diesen nervtötenden SJW Typus.

      Auch nur ein einziges Äquivalent zu Milo haben wir hier aber tatsächlich nicht. Das dürfte damit zusammenhängen, dass es in Deutschland praktisch keine jugendliche, öffentliche, konservativ-liberale Konterkultur vergleichbar mit der in UK und insbesondere in den USA gibt. Bzw. das was dem noch am nächsten kommt, ist die IB und die umfasst sehr wenige Personen mit geringer Reichweite.
      Milo ist in den USA bei weitem auch nicht der einzige mehr oder weniger jugendliche Star dieser Konterkultur, falls ihn wer nicht kennt: mal nach Ben Shapiro suchen.
      Oder kurzes best of auf Youtube (eines von sehr vielen):
      https://www.youtube.com/watch?v=-RY4R3_O7RE

    • Katharina Nocus ist super, und Sie sollten sie mal erleben. Das hat mit Schramm und Co. gar nichts zu tun.

  3. Titel eingeben
    “What is pornography to one man is the laughter of genius to another.”
    D.H. Lawrence

  4. Provokateuere
    und Krawalljournalisten gibt es in den USA auch, aber die sind dann eben weiss und Waspy wie Ann Coulter oder reaktionäre irische Katholiken wie Hannity oder O’Reilly.

    Ich habe ein viertel meines Lebens in den USA verbracht, bin aber kein Staatsbürger geworden, weil ich immer wusste, dass ich wieder weg wollte und keine Lust hatte, wie ein Eritreer auf ausländisches Einkommen Steuern in meiner „Heimat“ zu bezahlen. Ein wesentlicher Grund war, dass ich mich als alter Europäer aus gutem Haus dort nie heimisch gefühlt habe – im Gegensatz zu europäischen und asiatischen Ländern in denen ich gelebt und gearbeitet habe.

    Ein wesentlicher Grund ist, dass die Amerikaner wegen ihrer ausgesuchten und i.d.R. sehr angenehmen Freundlichkeit ein fast ironiefreies Leben führen. Europäer finden das aufgesetzt, aber Amerikaner nehmen ihre Umgangsformen todernst, weil sie Distanz schaffen und Sicherheit erzeugen.

    Wenn man z.B. zu seinen Angestellten immer höflich und nett ist, kann man sie mit den Worten „it’s nothing personal“ von einem Tag auf den anderen vor die Tür setzen. Und genauso kann man Bekannte und Freunde von einem Tag auf den anderen ächten, wenn sie die herrschenden sozialen Normen missachten. Die sind von Milieu zu Milieu verschieden, aber man muss sehr aufpassen, was man wo sagt, denn Ironie wird fast immer als Sarkasmus oder gleich als persönliche Invektive aufgefasst.

    Wer mal in Amerika ins Theater geht, wird feststellen, dass soziale Kritik dem Publikum nie weh tut, sondern man das Schauspielhaus moralisch erbaut und voller Mitleid und/oder Verachtung für den politischen Gegner verlässt. Dass Provokation Gewissheiten in Frage stellen muss, ist der Amerikaner Sache ist.

    Ich halte alles was Milo sagt und schreibt entweder für sehr dumm oder wirklich bösartige und menschenverachtende Demagogie. Aber als Europäer halte ich ihn im Gegensatz zu amerikanischen Campus Republicans nicht für einen Denker, dem man ernsthaft zuhören muss, sondern für einen fiesen Clown.

    • Nun, er hat eben seine Lücke als Game Changer gefunden. Aber was ich so im Netz lese, sieht dann schon sehr viel derber und persönlicher aus. Da gibt es jede Menge Distanzlosigkeit und schlechtes Benehmen, dagegen ist Milo eher in gewisser Weise charmant.

    • Das Netz
      ist ein Ventil, aber das ist überall so. Und „die anderen“ darf man natürlich wüst beschimpfen.

    • Milo machte das ja mit einer gewissen bösen Rafinesse.

    • Also Waugh
      und Milo in einem Atemzug zu nennen, finde ich nicht angemessen. Auch Laurie Penny finde ich nicht raffiniert – aber vielleicht sind Milo und Penny ja tatsächlich Grossintellektuelle im Vergleich zu dem was man sonst so unter Netzbewohnern findet.

    • Wir leben nach Waugh in kleinen Zeiten und da muss man halt nehmen, was man kriegen kann.

    • @transatlantiker
      praezise analyse. die ironiefreiheit in der tat ist bemerkenswert. da oszilliert nichts, ist nicht doppelboedig. alles bezieht automatisch position. ich sehe hierin auch immer ein erbe der pioniere im weiten land, die im zweifel in sekundenschnelle zwischen freund und feind unterscheiden mussten.
      auf subjektiver ebene ist es dann natuerlich auch schluessel zu der enormen schaffensfreude, die einem in amerika so haeufig begegnet. und das ist eben nicht nur ‚protestant work ethic‘, sondern auch das immer eindeutige signaling, ueber das man seine umwelt erfaehrt bzw liest. zweifel gaenzlich unangebracht. und alles tatsaechlich immer aktionsgetrieben, zugeordnet, zielorientiert, compartmentalized.

    • Solange Milo oder Laurie
      keinen Roman wie Brideshead Revisited hinlegen oder hervorragend recherchierte und historisch bedeutende Reportagen schreiben, mögen die Zeiten noch so klein sein. Selbst gekonnte Pöbeleien sind weder raffiniert noch intellektuell ernst zunehmen, auch wenn sie politisch relevant sein können und sich im Zeitalter der social media gut verkaufen.

    • Titel eingeben
      genau wie transatlantiker sagt „Dass Provokation Gewissheiten in Frage stellen muss, ist der Amerikaner Sache ist.“ es reicht eben in der einschlaegigen rezeption, dass milo einer aus dem anderen lager ist, der die eigene weltanschaung bestaetigt. der homophobe schwule, der die homosexuelle kultur einfach geil schmutziger und echter findet, wenn sie sich im schrank versteckt. back into the closet! damit ist ja offensichtlich allen geholfen. punkt.
      typen wie milo sind mir aus literatur und echtem leben lange vertraut. sie gehoeren zum oxbridge standardinventar. die art, einen ungeheuer eigenen und stringenten kosmos zu erzeugen, hab ich immer gemocht. ich hoer ihnen auch gerne zu, wenn sie von father michael erzaehlen. das ist witzig, originell, hat eine extreme lyrische kraft. gut. ist vielleicht nicht fuer jeden.
      und milo auf der grossen buehne? die provokation hatte selbstzweck. damit hat er mehr kerle in die kiste gekriegt. the dark knight. nen bisschen glam stralak roleplay. seine zielgruppe waren niemals die republicans.
      andy warhol, auch ein provokateur reinsten wassers, konnte die geschichte weiter fahren. heute sieht man nur noch marilyns wohin man schaut.
      bei milo sieht man father michael. ich glaub, es kuemmert ihn nicht.

    • Sind wir Europäer so viel besser?
      Wer konservativ, homosexuelle Exzentriker sucht, die nicht so recht mit Ihrem Umfeld klar kommen, wird auch hier fündig. Ich empfehle die Fritz J Raddatz Biographien, sehr unterhaltsam.

    • America... went from barbarism to decadence without civilization in between
      Die USA hat keine Geschichte, hatte keine Zeit, für eine Kultur. Da ist kein starker Staat, da sind keine Institutionen, da wird jeglicher sozialer Vertrag immer und immer wieder zwischen Individuen verhandelt. Folglich ist da kein Raum für mehr als Eindeutigkeit.
      Amerikanischer Humor ist somit immer eindeutig und kann sich nur in dieser Dimension ausdehnen.
      Milo hat diese Eindeutigkeit um eine weitere Eindeutigkeit erweitert, indem er zwei Eindeutigkeiten abdeckt: Er ist extrem konservativ und extrem liberal (vulgo: homosexuell). Da herrschte keine Ironie, da ist nur Eindeutigkeit, aber in zwei Ausprägungen. Folglich ist das weder europäisch noch gewöhnlich amerikanisch. Es ist eine amerikanische Form der Parodie der amerikanischen Gesellschaft, d.h. die Einheit der Differenzen und damit eine Paradoxie.
      Das ist jeder Ausprägung bösartig, extrem und dumm. Weil die USA genau so konstruiert ist: brutale, eindeutige Extreme.

      Sein Untergang war dann, als er nicht mehr extrem operierte, als er Zwischentöne kommunizierte, eine dritte Ebene in die Kommunikation führte.

    • Nun, er steht halt in eiber Reihe mit Europäern, die es ähnlich hielten. Waugh war ja auch konservativ bis in die Knochen.

    • @ vk
      Also spritzige und *selbst-ironische* schwule Intellektuelle kenne ich aus meiner Oxford-Zeit sehr gut. Die sind tatsächlich sehr unterhaltsam und clever und schon seit langem gesellschaftlich voll akzeptiert.

      In der politischen Debatte in den USA ist das Schwulsein dagegen eine ernsthafte Angelegenheit, in der es um Menschen- und Bürgerrechte geht. Das Ideal ist letztlich ein klassisches Familienidyll und das ist in meinen Augen auch ganz richtig so. Die meisten Schwulen die ich kenne wollen das nämlich und mögen Exhibitionisten wie Milo nicht.

      Was mich an Milo stört, ist, dass er weder intelligent noch spritzig ist, sondern den kinky troll gibt. Das finde ich platt und dumm und politisch ärgerlich, weil Bannon’s Breitbart Irrsinn nur scheitern aber trotzdem enormen Schaden anrichten kann.

      Ich kann mich über dummdreiste Feministinnen und neue Linke gar nicht so aufregen, dass ich den Dreck den Milo so absondert jemals befreiend finden könnte.

    • Nun, milo hat durchaus die ein oder andere Person der anderen Seite zur Strecke gebracht, und wenn ich sehe, was Brianna Wu gerade so äussert, wohl nicht zu unrecht. Solange Leute wie Sarkessian benutzt werden, damit das Lügen der Presse in andere Münder gelegt werden kann, halte ich Leute für wichtig, die denen die Luft rauslassen. Und das hat milo getan.

    • Titel eingeben
      „Ein wesentlicher Grund ist, dass die Amerikaner wegen ihrer ausgesuchten und i.d.R. sehr angenehmen Freundlichkeit ein fast ironiefreies Leben führen.”

      Dieselbe Erfahrung habe ich natürlich dort beim Studium auch gemacht, aber was sie vergessen zu erwähnen ist, dass diese Freundlichkeit auf Oberflächlichkeit und völliger Abwesenheit von Wissen über das Leben weniger dummer Zivilisationen beruht. Für Ironie braucht man etwas mehr Intelligenz als dem Normalo Amerikaner nun mal zur Verfügung steht. Meiner doch recht umfangreichen Erfahrung nach ist Ironie ist in jedem Land ein ganz hervorragender Gradmesser für Zivilisation!

      Wegen ihres eigenen Mangels an Ironie Verständnis haben sie prompt auch Dons Beschreibung der Amerikaner entweder einfach überlesen, oder nicht verstanden. Ich kenne viele, aber kaum eine bessere Beschreibung der amerikanen Kultur als diese:

      „Die Sitten und Gebräuche einer neuen Welt, die zwar auf der einen Seite kurzfristig den mokanten Charme des Alten Europas braucht, aber auf der anderen Seite dessen Vielschichtigkeit und die tiefer liegende Aversion gegen Bigotterie und Spiessermoral nicht erträgt.“

      Und auch was Milo angeht, gegen den man weiss Gott alles Mögliche vorbringen kann, aber ganz gewiss nicht das was sie anbringen, hat Don völlig richtig angemerkt:
      „Wenn man mal die Feindinnen von Penny und Milo so liest. merkt man erst, was man an denen hat.“

      Sie haben sehr gut nach Amerika gepasst, mit ihrem Unverständnis von Ironie.
      So nett zu lesen das von einem ansonsten peinlichen Reaktionär geschriebene Brideshead auch ist, es beschreibt eine zum Teil leider noch immer bestehende, völlig perverse Klassengesellschaft in der Menschen ausschliesslich nach ihrer Geburt beurteilt werden. Der Brexit ist ein Symptom der Gegenwehr gegen all dieses Überkommene.
      Da sind die Milo und Penny schon die völlig richtigen Antworten, auf die Tee Trinkenden und Ohrensessel Sitzenden Geniesser eines Waugh…
      Goodnight hat die von ihnen übersehene Einsicht ja schön zuammengefasst:
      „America… went from barbarism to decadence without civilization in between.”

    • Was finden Sie an Klassengesellschaft pervers? Es gibt sie nun mal, sie ist, solange man keinen Pol Pot oder eine abgebrpchene Ketzertheologin ranlässt, in ihrer alten Form unzerstörbar, und jeder Ersatz wäre nochmal schlimmer und von leistungsfreien, asozialen Parasiten gekennzeichnet. schauen Sie sich die aktuelle SED doch nur mal an.

    • Milo....
      Milo hat ein ähnliches Problem wie Trump. Leute bilden sich ihre Meinungen lieber vorgekaut durch sogenannte „Journalisten“, anstatt sich selber mal die Mühe zu machen und zu suchen…

      Hier mal Milo in einem Interview mit der BBC, wo man deutlich sehen wer der Depp ist

      https://www.youtube.com/watch?v=nD2dBglwKT4

    • It is hard to fail. But it is worse never to have tried to succeed.
      Man sollte die amerikanische Gesellschaft nicht unterschätzen. Der schwache Staat führt zu einer erheblichen Flexibilität und ermöglicht schnelle gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen. Die sind daher immer schneller und flexibler als wir. In fast allen Bereichen.
      Des Weiteren werden alle gesellschaftlichen Konflikte immer sofort und unmittelbar ausgetragen. Da würde keine Merkel mal eben die Grenzen öffnen können und das Volk hielte 1,5 Jahre die Klappe.
      Folglich halten uns die Amis für debile schwache Wohlstandsklaven, die zwar alles besser wissen, aber nicht in der Lage sind, irgendetwas davon umzusetzen.

      Wir in Europa sind stolz auf unsere Ironie, aber Ironie ist ja gerade die Sprache des intellektuellen Sklaven, der Paradoxie beschreibt, die er nicht auflösen kann. Amerikaner haben Ironie nicht nötig, da sie Paradoxien immer auflösen, koste es, was es wolle.


    • „Des Weiteren werden alle gesellschaftlichen Konflikte immer sofort und unmittelbar ausgetragen. […] Amerikaner haben Ironie nicht nötig, da sie Paradoxien immer auflösen, koste es, was es wolle.“

      Das die Amerikaner keine lange Lunte haben, Goodnight, das ist wohl richtig. Aber hat das jemals zu echten und dauerhaften Lösungen geführt? Gibt es da überzeugende Beispiele?


    • In der Klassengesellschaft gibt es also keine asozialen Parasiten, Don Alphonso? Das wäre mir neu. Gerade dort gibt es sie und dort sind die wirklich schädlichen Parasiten sogar an der Macht – direkt und indirekt.

      Daß die parasitäre Oberschicht sehr gut mit der Unterschicht, der sich die Mittelschicht immer stärker annähert, leben kann und will, dürfte doch wohl unstreitig sein. Denn in der klassenlosen Gesellschaft gäbe es wohl kein derart ausgeprägtes Parasitentum.

      Zwar ist eine klassenlose Gesellschaft auch wirklich kaum vorstellbar, eine anders gestaltete Klassengesellschaft dagegen schon.

    • Titel eingeben
      @Goodnight: das, was Sie beschreiben, mag mal so gewesen sein. Seit etwa Anfang 1990er beobachte ich aber, erst schleichend und mittlerweile komplett alles dominierend, das Gegenteil: Es gibt ganze Elefantenherden von Problemen im Raum, die man mittlerweile mal nicht mehr beim Namen nennen darf, ohne geächtet zu werden. Nach meinem Eindruck ist das auch das Geheimnis von Trump: er vermittelt den Leuten das Gefühl, dass da endlich einer die Dinge beim Namen nennt, und es ihm völlig egal sei was die Leute von ihm denken. Ich vermute, dass das sehr genau dosiert von ihm ist und wir eigentlich eine Inszenierung verfolgen dürfen, aber es wirkt.
      Trump mag nicht die Lösung kennen, aber er spricht viele der Probleme an, vor denen auch seine Gegner trotz eifriger Gehirnwäsche durch Medien und Institutionen, trotz „Policies“ noch und nöcher, trotz permanenter Sprachpolizei, Selbstbetrügerei und Rationalisierung nicht länger die Augen verschließen können: Die Spaltung der Gesellschaft, der Verarmung der Mittelklasse, die verlorengegangene Integrationsfähigkeit, die an Hispanics, Schwarzen und Asiaten nämlich schlicht scheitert, der Verfall der Infrastruktur nicht zuletzt aufgrund der Irren Rüstungskosten, die Aufgabe der Bürgerrechte, die immer offenere Diskriminierung von Männern, die zur Oligarchie verkommene Regierungsform sowohl national als auch lokal, und nicht zuletzt eine Gesellschaft die die Menschen zu der bereits beschriebenen freundlichen Fassade zwingt, hinter der sie einsam und misstrauisch sind, unter Aufgabe der sozialen Beziehungen oft auch im engsten Familienkreis. Die US Gesellschaft ist psychisch und die Menschen oft auch körperlich krank, sie macht die Menschen krank, sie ist von einer Vielzahl von selbstzerstörerischen, ich würde sogar sagen parasitären, Institutionen, Normen und deren Repräsentanten befallen.

      Ob die von Ihnen zutreffend als vorhanden beobachteten Selbstreinigungskräfte noch stark genug sind, ich habe da meine Zweifel. Das ist nicht mehr die Gesellschaft, die sich, an „den Russen“ reibend, auf dem Weg zum Mond gemacht hat.

      Die im Artikel beschriebenen Figuren sind da eben das – Kunstfiguren, so wie die, die den Artikel geschrieben hat, nur schriller. Sie leben von Aufmerksamkeit, und der Unterschied zwischen einer Paris Hilton die bekannt dafür ist, bekannt zu sein und für Prosecco „Richt“ zu werden, und einer L.P., die Texte rauskotzt, von denen einem auch schlecht wird, ist eigentlich nur gering.

      Ob es hierzulande viel besser ist? Ja und Nein, eine gewisse Morbidität meine ich aber auch hier wahrzunehmen. Das zeigt sich mittlerweile deutlich an dem Flüchtlingsthema, welches als Problem an sich aber nicht 1, nicht 3 sondern mindestens 25 Jahre lang schon bekannt ist. Die Schreckensszenarien von der „Flüchtlingsflut“ gegen die sich die „Festung Euroa“ abschotten müsse, sind alt, ganz alt. Passiert ist nichts, außer dass man zwischenzeitlich billige Orangen und Tomaten hatte.

    • @Transatlantiker
      Neben einem wirklich feinen Stück von Don Alphonso (die Aufmerksamkeit, der Blick, der Hintergrund) habe ich Ihren Kommentar mit großem Gewinn gelesen. Auch die Antwort von Goodnight (07:31 Uhr). In den hunderten Beiträgen finden sich immer wieder Perlen, die eine genuine Perspektive eröffnen, die man sonst nicht hätte.

      In diesem Fall auf ein altes Thema für mich. Amerika… irgendwie anders. Aber immer, wenn ich dieses „anders“ definiert zu haben glaubte, hat es sich gleich wieder widerlegt.

    • the world in 30 seconds
      @greenbowlerhat

      Amerika ist: Freiheit. Nicht mehr und nicht weniger.
      Hat Vorteile und Nachteile.
      Der Vorteil: Du kannst machen was Du willst, weil da kein Staat ist der Dich bremst.
      Der Nachteil: Du must machen was Du willst, weil da kein Staat ist der Dich auffängt.

      In Deutschland ist es genau andersherum

    • USA nicht verteufeln
      Meine USA- TRIPPS beziehen sich nuR auf die Jahre 2005 und 2010, kann aber im menschlichen Bereich nur die überaus freundliche Hilfsbereitschaft der Bevölkerung hervorheben, besonders nach der Sperrung des Luftraumes im April 2005, (eyjafajlajököll/ isländischer Vulkan, der zur falschen Zeit ausbrach). Die HilfsbereitschaftÄ, die uns in Boston um Mitternacht ein noch glücklicherweise ein Hotelzimmer für die erste Nacht dort bescherte, war beeindruckend.

    • NUr mal so als Anfang, Don
      „Was finden Sie an Klassengesellschaft pervers?”

      Dass sie unvermeidlicherweise Machtverhältnisse mit sich bring die denen am unteren Rand unnötigerweise das Leben schwerer machen als dies nötig wäre.
      Dass sie die Privilegierten in die Lage versetzt ihre Privilegien und ihren Besitz völlig unnötigerweise auf Kosten des Restes eines Volkes permanent weiter auszuweiten.
      Dass ihr Bunkern ihres Reichtums die Wirtschaft des Landes lähmt, weil ihr permanent Geld entzogen wird, das der Markt benötigen würde.
      Dass statt eines Ausgleiches in ohne Zweifel zu diskutierendem Masse, die Auseinanderentwicklung von oben und unten immer schneller weiter voranschreitet.
      Dass die Chancen Ungleichheit für den Nachwuchs noch extremer wird statt da an der richtigen Stelle zu fördern.

      Usw usw usw usw

    • Ah, Reichtum, ich sage Ihnen was: Reichtum ist da allenfalls ein Aspekt. Sie könnten mit 20 millionen an den Tegernsee ziehen und würden dennoch hier nicht ankommen, wenn Ihnen die guten wie schlechten Erfahrugen des Bildungsbürgertums fehlen. Heute ist es so, dass sich Klassen gegeneinander absetzen und verschiedene Definitionen von Reichtum haben. Es gibt Schichten – in meinem Alter – bei denen sich Reichtum und Zusammengehörigkeit über Star Trek und Star Wars definiert. Die echte Oberschicht hat da eben eigehe Codes und Pflichten. Das ist wirklich bestimmend. Deshalb geht es hier auch so selten um Geld.

    • u.a. Anmerkung zur Ironie
      zunächst Ironie lt Wikipedia:

      Ironie (altgriechisch εἰρωνεία eirōneía, wörtlich „Verstellung, Vortäuschung“) bezeichnet zunächst eine rhetorische Figur (auch als rhetorische Ironie oder instrumentelle Ironie bezeichnet).[1] Dabei behauptet der Sprecher etwas, das seiner wahren Einstellung oder Überzeugung nicht entspricht, diese jedoch für ein bestimmtes Publikum ganz oder teilweise durchscheinen lässt. Sie kann dazu dienen, sich von den zitierten Haltungen zu distanzieren oder sie in polemischer Absicht gegen angesprochene Personen zu wenden.

      Warum sollte man in einem Land in dem die Freiheit der Meinungsäußerung eine lange Tradition hat
      (wenn das so ist) mit Ironie arbeiten.

      Ich vermute Ironie ist dort nötig wo man nicht sagen darf was man denkt.
      Nutzt man Ironie dort wo die freie Meinungsäußerung üblich ist
      wirkt sie m.E. u.U unaufrichtig.

      Die USA sind historisch ein Land in das man gezogen ist
      weil man die Traditionen der Heimat hinter sich lassen wollte.
      Das funktionierte aber langfristig nur weil man sich
      selbst klare Regeln gab.
      Die ggf einfach genug sind das sie wirklich jeder versteht.
      Die Trick ist vermutlich so liberal(regelabweichend) zu sein das
      es die Mehrheitsgesellschaft nicht stört.

      Man könnte Verkehrsregeln als Beispiel nehmen.
      Rechts vor links ist einfach und wird allgemein akzeptiert.
      In Ausnahmefällen kann man davon abweichen.
      Jemand der ständig den Ausnahmefall für sich in Anspruch nimmt
      ist ggf nicht liberal sondern ein Fall für den Psychiater.

    • Titel eingeben
      (Warum kommt eigentlich mittlerweile bei jedem zweiten meiner Kommentar als Absender „Gast“? Ist das die Software oder mach ich was falsch?)

      Don, Sie unterschätzen mich da aber jetzt… ich sprach nirgends von reich, sondern ich meinte Vermögen, und ich dachte gerade sie würden das selbstverständlich so sehen.

      Der Schutz von Vermögen mag kein Vergehen sein, aber Kindern in der Schule nicht unmissverständlich zu erklären was Zinseszins in seiner Konsequenz für die Gesellschaft bedeutet, das ist ein Verbrechen. Denn es ist eines, das die Verelendung der unteren Gesellschaftsschichten nach sich zieht.
      Sie sehen doch, sogar ein Martin Schulz kann mittlerweile mit einem einzigen Satz die Wahl gegen Merkel für sich entscheiden, wenn er nur HartzIV im Monat um 100 Euro raufzusetzten ankündigt.
      (Ich will damit natürlich nicht sagen, dass Schulz ernsthaft als „Wechsel“ bezeichnet werden könnte)
      Auch der heute beginnende Schlecker Prozess wird da einiges auslösen. Sogar der (Print-) Spiegel steigt nicht nur bei diesem Thema von seiner permanenten neo-liberalen Verarsche der Bürger, wieder auf eine halbwegs soziale Linie um, das fällt mir von Woche zu Woche deutlich auf. Einzelne der Artikel jede Woche wären dort noch vor ein, zwei Jahren völlig undenkbar gewesen. Die mittlerweile weit verbreitete Einsicht über die Existenz einer fast alle Medien umfassende Lügenpresse, trägt möglicherweise zum Beginn eines Umschwungs bei, und die nicht mehr zu übersehenden Probleme der Mittelklasse, mit der besseren Bildung als die HartzIVer, wird das Pendel weiter zurückschlagen lassen….

      Und Otto Meier
      „Dass die Amerikaner keine lange Lunte haben, Goodnight, das ist wohl richtig. Aber hat das jemals zu echten und dauerhaften Lösungen geführt? Gibt es da überzeugende Beispiele?”
      Ach, überzeugend schon, dauerhaft?, kommt darauf wie lang sie mit Dauer meinen.
      Davongelaufene Sklaven wurden beim ersten Mal durchs Fleisch bis auf die Knochen durch gepeitscht, beim zweiten Mal wurde dann ein Fuss amputiert. Beim dritten Mal hat man sich dann einer Methode bedient, die später in Süd Afrika grossen Anklang fand, einen mit Benzin gefüllten über dem Körper zu streifen und dann anzünden. (Während ein nüztlicher Idiot wie Mandela brav weiterhin gewaltlosen Widerstand predigte…)
      Dauerhafte Lösungen hat auch man auch bei Jimmy Hoffa oder Sacco und Vanzetti gefunden, oder sehen sie in den USA irgendwo Gewerkschaften?
      Fahren Sie einfach mal in den Südstaaten mit dem Auto durch ländliche Gegenden, das ist sehr lehrreich…

      Anspruch und Wirklichkeit klaffen in den USA auf geradezu absurde Weise auseinander, und eine der Folgen davon heisst nun mal deshalb Trump (in Europa heisst sie Brexit). Und die hysterische Reaktion der Medien auf Trump zeigt, nicht nur in den USA, dass durch die kommenden Wahlen in noch einigen anderen Ländern Änderungen drohen, die die Grundfesten der weltweiten, neoliberalen Wirtschaftsordnung und des Systems der extremen Klassen Gesellschaft in Frage stellen werden. (Für die Narren: Das heisst nicht, dass etwas besser werden wird!)
      Was dabei DE angeht, so gibts da den guten amerikanischen Spruch: Don’t hold your breath!

      Aber, man kann dem in aller Ruhe, wie einem gutem Film entgegensehen, und sich wie man das auch früher tat, klammheimlich darüber freuen. Dass die Masse solche Abläufe natürlich nie verstehen wird, sollte einen nicht irritieren. Ein gutes Ende wird es dabei also nicht geben…

    • "Person der anderen Seite zur Strecke gebracht"
      Wow, Anerkennung für den Kill, volles Verständnis für den Jagdtrieb. Ihr Journos seid doch alle ein bisschen —

      Man möchte sagen, „das ist kein Spaß Don“, aber hier im Blog wird natürlich geschlossen so getan. Und es wird einem klar, dass auch du ja deine Take Downs nicht aus Versehen begehst. Sondern aus Pflichtgefühl. Oder aus Spaß. Oder für Geld — nein, so schlimm bist du nicht.

      Aber dieses Abschießen des Gegners und die Lust daran und die Frage welche Zuspitzung für den Kill erlaubt sein möchte, wächst sich zum Problem für den Leser aus. Ich schlage die NYT nicht mehr auf, um mich, zum Beispiel, über Milo zu informieren. Ich weiß, dass ich tendenziösen Mist zu lesen bekommen würde. Alle mit dem Take Down beschäftigt. Breitbart lese ich nicht. Ich wüsste auch nicht, wo ich mich hinwenden sollte, um über Milo mehr zu erfahren. Don’s Blog — ich hätte es vermuten können — ist die Antwort! Wie herrlich, erst einmal.

      Und du kannst so gut beschreiben, was da abging, wenn man darüber nachdenkt, weil du es selbst praktizierst. Zugegeben, aus meiner Sicht mit so viel mehr Recht. Aber grundsätzlich, so ist das im Leben, es braucht einen Ganoven, um einen Ganoven zu erkennen.

      Nur gibt es einem auch schwer zu denken, welcher Strauß idiotischer Motive — hier: Jagdtrieb — da die öffentlich Debatte befeuert.

      Take Downs sind nichts Gutes. Und wenn man schon darüber laut nachdenkt, mit welcher Chuzpe betreibst du als Vermieter die niemals-vergebende Demontage eines Linken, der Mieterschutz dick auf seinen Fahnen hatte — und wir lachen noch mit. Solltest du dich da nicht einfach zurück halten, nicht nur weil es eben vielleicht doch kein Spaß ist, das Ganze? War der Kill und der Stolz danach, sauber?

      Der Don will ja nicht unschuldig sein. Und hej, fast immer hast du einfach recht. Man fact checked dich nicht zwanghaft. Aber du bist anscheinend doch so sehr Teil der Medienwelt, und ihre Regeln gefallen dir, das betrübt einen als Leser, je mehr, desto mehr Hoffnung man jedesmal schöpft, wenn man dich liest. sic

  5. Ein Abend mit Laurie und Milo wäre bestimmt unterhaltsam :-)
    Beide sind auf ihre Weise übrigens Vertreter einer sehr langen Traditionslinie – britische Exzentrik – die es in Deutschland einfach nicht gibt.

    Dazu reicht es, sich als Kontrast einen Abend mit Höcke und Stokowski vorzustellen. „Maisel & Friends Marc’s Chocolate Bock“ gegen Sauerdünnbier …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Also ich finde ja, Stokowski und Höcke passen gut zueinander. Man müsste nur ein paar Worte austauschen, und Texte gingen als die des anderen durch. Wer schuld ist, wissen eh beide. Und optisch ist der Reiz identisch.

  6. Milo
    Ich würde bei Milo auch Ähnlichkeit zu Basil Seal sehen, etwa in „Put Out More Flags“ und natürlich „Black Mischief“. Was in den USA gerade zu Russland läuft ist schon in „Scoop“ sehr schön dargestellt, wo alle Journalisten in eine Stadt gelockt werden, die es gar nicht gibt – großartig. Es gibt aber auch einen amerikanischen Roman, der das Verhältnis von Exzentrik und Politik hinreißend dekadent darstellt, das ist „Rabenstein“ von Saul Bellow. Hinter Ravelstein verbirgt sich Alan Bloom, der in den 1980er Jahren mit seinem Buch „The Closing of the American Mind“ einen politischen Bestseller landete und von Reagan und Thatcher sehr gelobt wurde. Er beklagte den Zerfall der amerikanischen Tradition und Sitten und den Siegeszug des Frankophilen in den intellektuellen Kreisen , war allerdings selbst homosexueller Jude, der Lalique-Glas gesammelt hat und mit Vorliebe in französischen Restaurants aß und schließlich an Aids starb. Er war noch dazu Schüler von Leo Strauss in Chicago (Professor Davarr im Roman), wo die wichtigsten neoliberalen Inspiratoren Reagans studiert hatten. Und er war, als sozialer Aufsteiger, ein erbitterter Feind des ebenfalls in Chicago unterrichtenden John Rawls, der mit seiner Theory of Justice ein Schlüsselwerk der Gerechtigkeitstheorie des 20. Jhdt.. verfasste, selbst, nota bene, allerdings Abkömmling der Mayflower-Aristokratie war. Netter Gegensatz – libertärer Aufsteiger versus egalitärer Aristokrat.

    • Der erste aspekt ist gar nicht so selten, den zweiten muss man sich natürlich erst mal leisten können. Die Gleichheitstheorie hat sich ja inzwischen recht weit entwickelt und da can man vielleicht noch animal Farm lesen, um an den Wahnsinn in den Unis ranzukommen. Aber es ist da auch nicht leicht, an der Spitze der Bewegung zu bleiben, es gibt immer noch diskriminiertere Gruppen.

  7. @Stokowski und Höcke
    Haha, der war gut, werter Don :-)

    • Ernsthaft, ich glaube nicht, dass das jemand sehen will. Ich mag es noch nicht mal imaginieren.

  8. Na ja.
    Ich mag Sie, lieber Don, und auch Ihre Kolumnen. Ich kannte die beiden Leute über die Sie diesmal schreiben vorher nicht und nach der heutigen Lektüre darf ich feststellen, daß ich sie auch lieber nicht kennen möchte. Dann schon lieber DT.

  9. Soweit kommt es in Deutschland nicht!
    Lieber DA,

    in Deutschland wird es nie ein Paar Milo/Laurie geben. Da werden sehr viel zahmere Projekte, die noch nicht mal provozieren, direkt eingestampft und zur Hetze verklärt. Erst diese Woche wurde das Dokumentationsprojekt XY-Einzelfall zeitgleich von Twitter&Facebook gelöscht. Ein – methodisch! – harmloses Projekt, das durch das posten offizieller Pressemitteilungen der Polizei Flüchtlingskriminalität sichtbar machte. Von Frau Schwesig bereits (unbesehen?) als Hetze erklärt. Jetzt nicht mehr erreichbar.

    Oh und zu Milo: den originale Breitbart, also Andrew Breitbart, hielt ich immer für sympathischer als die ihm Nachfolgenden. Es gibt zwei circa halbstündige, sehr sehenswerte Interviews auf Youtube (Hoover Institution).

    Grüße

    P.S.

    Zweiter Absatz, erster Satz: da ist ein „ist“ zu viel.

    • Ich vermute, xy einzelfall ist selbst offline gegangen. Ich recherchiere da gerade, es sieht nicht so aus, als wäre das von oben durchgezogen.

    • Falls xy nicht mehr wieder kommt hilft das, um wenigstens in etwa informiert zu bleiben:
      http://www.presseportal.de/blaulicht/
      einfach das Revier der Wahl eingeben…

    • Aber TDV,
      da geht’s jetzt gerade um Leben und Tod – zumindest ist das die Analyse eines Buchs: http://www.spectator.co.uk/2017/03/field-guide-doomed-liberal-elite/. Erklärt vielleicht die erbitterte und unerbittliche Art und Weise, wie da mit allen Mitteln gekämpft wird.

    • Laura... ihr Kommentar ist wohl ein wenig verrutscht?
      Aber ihre Kommentare lese ich immer….

      Ausgerechnet diesen Spectator gabs im Internet gerade umsonst und so hab ihn mir mal angeschaut und auch den Artikel gesehen. Das Problem dort ist (beim Spectator nicht anders zu erwarten), dass man das was in Hollywood liberal heisst gerne mit „links“ verwechselt. So wie man ja auch in DE die Grünen für „links“ hält. Von den Schwachköpfen die Merkel für Merkel für links halten ganz zu schweigen.

      Und so haben Sie ganz Recht und ich wundere mich immer wieder warum so wenige sehen können, dass da ganz bestimmt ein Kampf kommt bei dem es ums Eingemachte gehen wird. Allerdings, sie kennen mein Problem ja, angesichts der lernunfähigen und lernunwilligen Übermacht des Urnenpöbels dürfte auch dieser Kampf ausgehen wie das Hornberger Schießen.
      Schulz, einerseits ein Merkel Klon, aber anscheinend ein fähiger Politiker (was kein Lob ist!) hat zumindest das erkannt und wird mit minimalsten Aufwand Kanzler.
      Und der Kampf auf Leben und Tod ist dann natürlich zumindest in DE schon wieder zu Ende.
      Abar da sind ja noch Frankreich, Holland, Italien ud Griechenland und Spanien usw. usw… also, schaun mer mal.

    • @Laura: Danke für den spectator-Lesetip
      Entspricht präzise meiner Analyse – unsere Funktionseliten heulen nicht so laut, weil sie Demokratie oder Rechtsstaat bedroht sehen (auf beides geben sie nicht sooo viel), sondern ihre Pfründe und ihre Deutungsmacht.

      Ist immer popcornpflichtig, bei den geschichtlichen Prozessen dabei sein zu dürfen, die man aus den Historikerwerken schon kennt :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  10. Brideshead revisited
    Sie müssen ein Mann von hoher Pflichtauffassung sein, wenn Sie bei der Lektüre des Buches bis zum Ende durchgehalten haben und sich nun sogar noch an einen Namen erinnern können. Gewöhnlich reißen einen Waughs von vorn bis hinten ironischen, burlesken, ja geradezu tollen Büchern mit, so dass man sie kaum zur Seite legen mag. Aber Brideshead revisited? Da fehlt fast alles, was Waugh kennzeichnet. Vermutlich statt mit Witz mit Herzblut geschrieben; aber nicht jeder mag nostalgische Blutwurst. Vom selben Unvermögen, trotz guten Willens das Buch bis zum Schluss zu lesen, berichteten zwei Freunde.

    • Ich mochte besonders die Melancholie in diesem Buch, das hat mich sehr bewegt. Es ost immer noch eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Auch wenn Schwarzes Unheil natürlich lustiger ist.

    • Brideshead alternativ
      als durchaus unterhaltsame englische Fernsehserie (1981) inklusive dem phänomenalen Castle Howard anschauen wäre für Sie vielleicht eine Option?

      Und für Sie, werter Don Alfonso: britische Melancholie sah man selten melancholischer als dort bei Jeremy Irons…

    • Titel eingeben
      In der Tat kann es hilfreich sein, zuerst die Fernsehserie (!) aus den 1980ern und bloss NICHT den Film aus den 2000ern zu sehen. Die Serie ist sehr vorlagengetreu und dank wunderbarer Ausstattung auch schlicht schön anzusehen. Sie liefert Ihnen die Bilder zum Text, auch wenn Sie diesen stellenweise zäh finden.

      Andere Werke von Waugh mögen leichter zu lesen sein. Sein Abarbeiten am Katholizismus muss man mögen. An die manchmal zum Schreien komischen Dialoge eines Noel Coward, der auch viele andere Talente hatte, oder an einen Ronald Firbank, der sich im Kardinal Pirelli auf ebenfalls komische Weise an der kath. Kirche abarbeitete, kommt er sicher nicht ran (Wobei manches im Pirelli in den letzten Jahren einen bitteren Beigeschmack bekommen hat). Aber es lohnt sich trotzdem.

    • Ich mag das Abarbeiten am Katholizismus speziell in einer Umgebung, in der die Ketzer gewonnen haben, sehr.

  11. Ein guter Jorurnalist schrieb einmal, schlechte Journalisten erkenne man
    daran, dass sie „Trumpadministration“ schreiben. Das trifft leider zu, und es ist hoffnungslos, zum gefühlt 10000. Mal klären zu müssen: Das englische „Administration“ heißt „Regierung“. Das deutsche „Administration“ heißt Verwaltung. Für Langsammerker: V e r w a l t u n g. Wenn also etwa Amerikaner von der „Trump administration“ reden, reden sie von ihrer Regierung. Nicht von ihrer Verwaltung. Wenn der deutsche Journalist , um sich weltläufig-kenntnisreich zu geben, nachäffend von „Trump-Administration“ spricht, outet er sich als Vollpfosten.
    Bislang habe die Idiotenrede von der „Trump-Administration“ nur beim Deutschlandfunk und in der Zeit gefunden. Mein lieber Don, in welche Gesellschaft bringen Sie sich durch hohlsten Dummschwatz?

  12. Milo
    Cathy Young hat vor einigen Stunden einen m.M.n. interessanten Arikel über Milo geschrieben (mal wieder). Bei ihr findet man immer nette Sachen aus seiner Vergangenheit und über seine Umtriebe. Witzigerweise ist ihr Schlusssatz fast wie Ihrer bzw. Ihr vorletzter, nur ohne Penny.

    https://thearcmag.com/the-anti-pc-revolt-and-the-milo-problem-3111b6d63811#.s6t3z1s8j

    Das Problem mit Milo ist meines Erachtens weniger seine t.w. an Unverschämtheit grenzende Art, sondern seine Wankelmütigkeit/Unzuverlässigkeit. Intellektuell ist er auch nicht, wenn man sich Diskussionen mit ihm ansieht. Daher taugt er nicht als dauerhafte Vorbild/Galionsfigur für irgendeine Bewegung, sondern höchstens als temporäres Underhaltungsmedium. Von seinen Hardcore-Fans mal abgesehen.

    Selbst als The_Donald -Moderator wurde er letztes Jahr auf Reddit abgesägt, weil Fans das Gefühl hatten, er wollte sie nur ausbeuten. Bin gespannt, was aus seiner „Stiftung“ für benachteiligte weiße Männer wird, oder ob das tatsächlich nur Betrug war.

    • Echt lustig...
      „And finally, this is not just about Milo; it’s about how not to oppose the cultural left and “political correctness.””

      Wenn sie das für richtig halten, dann nehmen sie diese Dummköpfe der „cultural left and political correctness“ zu ernst. Milos Popularität bei den Nicht-Rechten beruht ja gerade darauf, dass er Intoleranz nicht toleriert….
      Man sollte Milo dort mögen wo er für tatsächlich Bedeutendes eintritt und sich fragen ob man auch tatsächlich in der Lage in seinem Reden alles als Ironie zu erkennen, das ER ironisch meint, etwas das die grosse Mehrheit, und erst Recht die meisten Amerikaner ganz offensichtlich weit überfordert. Und sie übrigens auch…

      Nehmen sie doch den Beispielsatz aus dem von ihnen empfohlenen Link, den ich oben zitiert habe. Die Dumpftusse fordert allen ernstes man solle den Hype der Political Correctness kritiseren, aber wenn schon, dann bitte auch politically correct!“

      Und sie sind ganz offensichtlich jemand, der beim Lesen dieses Satzes nicht laut aufgelacht hat, und daher wäre es wohl weiser wenn sie sich vielleicht eigener Meinungen über Milo besser enthalten?

  13. Milo ich biete Asyl!
    Werte don! Danke für diesen aufschlussreichen und interessanten Beitrag. Milo kann es auch wirklich nur in England geben. Vielleicht findet er auch noch ein passendes Schloss, bevorzugt in Cornwall. Bis dorthin dafür auch zu mir in die Tiroler Berge kommen. Ich wüsste mir mit ihm so etliches anzufangen. Ich bin sicher dass wir alle von ihm noch etliches hören werden und das letzte Wort von seiner Seite gewiss noch nicht gesprochen ist. Dafür ist sein Mundwerk zu gut!

    • Titel eingeben
      Solange die Vormacht der political correctness, also die Macht der Mehrheit der Mittelmässigkeit nicht gebrochen ist, kann er nicht wiederkommen.

  14. O.T., aber unendlich peinlich
    In D hat eine Kleinstadt mehr Mumm als die Charakternullen in Berlin:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/angela-merkel-weist-tuerkische-kritik-an-bozdag-absage-zurueck-14907136.html

    Merkel und ihre Entourage verkriechen sich jaulend und jammernd hinter – Gaggenau! Die panische Angst vor den Erdoganoven macht unsere klägliche Regierung nur noch deutlicher zum Totalausfall als ohnedies.
    .
    Mache sich aber niemand etwas vor: Sitzungsgeldbetrüger Schulz ist – soweit möglich – noch feiger. Türken wählen schließlich SPD!

    • Pulheim bei Köln zieht nach!!!
      Kein Auftritt für Politiker aus der Türkei!

    • Eigenartige Logir mal wieder
      Sie wissen schon, dass der Bürgermeister von Gaggenau nicht nach Ankara fährt um mit dem Typen dort über der weiteren Umgang mit den nach Deuschland Einreisewilligen verhandeln muss?
      Sie haben auch eine gewisse Vostellung davon, was passiert wenn der die Dinge einfach laufen lässt?
      Wenn der also mit Deutschland so umgeht, wie Deutschland gerade erst mit Griechenland?

    • Vielleicht wär mal dran, dass die Frau in Berlin eindeutig
      ablehnend zu weiterem Zuzug Stellung nimmt statt anderen Milliarden zu zahlen, dass die uns beliebig in der Hand haben?
      Wär mir lieber als z.B. von Sultans Gnaden abhängig zu sein.
      Vielleicht könnte sie sich mal mit Yunus zusammen setzen und Mikrokredite kreieren, die direkt im Land ausgezahlt werden, ohne eine beschwerliche Reise um die halbe Welt und anschließenden Zwangsrückflug? Statt weiter Gelder an die Führer „zu entwickelnder“ Länder (welch Hochmut!) zu überweisen?
      Wär wenigstens mal ne Alternative – aber alternativ denken geht in Berlin anscheinend schon länger nicht.

    • Jeder weiss doch, dass sich diese Frau dem Sultan unterworfen hat – da will er auch mal und bekommt auch. Die Lösung ist keine andere Ansage, die Lösung ist die Ausschaffung der deutschen Lakaien von ihren Ämtern.

    • @@@....
      Was soll denn passieren?

      Die Balkanroute ist zu. Griechenland würde überlaufen. Angela Merkel müsste entweder alle schwarz hereinlassen. Oder Farbe bekennen. Dann gäbe es Tragödien auf dem Balkan. Und in Deutschland, wo weiterhin eine grosse Zahl Menschen glaubt, jeder müsse zu uns kommen dürfen.

      Und niemand zwischen ‚da wo sie herkommen‘ und ‚da wo sie hinwollen‘ will einen Mikrokredit. Es gibt ja Geld für umsonst in Deutschland.

      Don Alphonso, wo bloss leben Sie? Ein Deutscher schafft seine Durchlauchten nicht aus, so lange er deren Schuhe lecken darf.

    • Da haben sie was missverstanden....
      Muss ich tatsächlich betonen, dass Merkel etwas völlig Indiskutables ist?

      Meine Kritik wehrte sich gegen die alberne Behauptung die Kritik eines lächerlich populistischen Bürgermeisterleins eines kleinen Kaffs könne sich Merkel im Umgang mit Erdogan zum Vorbild machen.

      Und: „Die Lösung ist keine andere Ansage, die Lösung ist die Ausschaffung der deutschen Lakaien von ihren Ämtern.“

      Die Lösung „ist“ das nicht, es „wäre“ die Lösung… wenn es da nicht ein gewisses Volk gäbe, dass nun mal in demokratischen Wahlen entscheidet.

    • "Eigentümliche Logik mal wieder (TDV)
      Sie wissen aber schon – oder sollten es wissen – dass der Bürgermeister deutlich direkter mit den über die Absage erbosten (vermutlich deutlich mehr) Bürgern türkischer Herkunft in seiner Heimatstadt zu tun hat? Und keinen diplomatischen Status wie unsere Spitzenpolitiker geniesst ?!?

    • Kairo...
      Ich halte jede Wette, dass der brave Mann sich umfassend über die Meinungen in seinem Dorf informiert hat, bevor er so eine Aussage gemacht hat!

  15. https://xyeinzelfall.wordpress.com/
    „XY-Einzelfall hat momentan ein temporäres Problem mit Sicherheitsfaktoren. Es wird daran gearbeitet. Wann genau die Twitter- und Facebookseiten wieder online gehen, ist noch nicht heraus.“

    Werden bestimmt zugebombt, kann ja schliesslich nicht sein, das unter Frau Merkels Gästen sich auch unfreundliche Zeitgenossen befinden.

  16. Die Relativität optischer und anderer Reize...
    Ich finde Milo viel intellektueller und gewagter als die zwischen passiv und aktiv aggressiv irrrlichternde Penny.

    Und wenn Sie Stokowski für ähnlich attraktiv halten wie Höcke, dann kann ich mir das nur mit einem unbewussten und massiven Hetero-Mann-Rabatt für Frauen erklären.

    Das Nervige an Stokowski und Penny ist nicht ihr Narzissmus und die daraus folgende Gier nach Aufmerksamkeit. Es ist, mit Verlaub, die mangelnde intellektuelle Kapazität. Würde man alle vier einem einschlägigen Test unterziehen, würden die Männer mit Abstand gewinnen.

    • Putzen Sie bitte mal Ihre Brille ...
      Obwohl mir Yiannopoulos sicher nähersteht als Penny, käme ich nie auf die Idee, ihn ausgerechnet für den intellektuelleren der beiden zu halten. Er ist witziger und bösartiger.

      Und zu Höckes Intelligenz äussere ich mich aus Rücksicht auf das Blog-Niveau lieber nicht öffentlich.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Trage Kontaklinsen...
      …und habe tatsächlich schon einmal ein Buch von Penny – na, sagen wir mal – ‚gelesen‘.

      Höcke wird landauf landab unterschätzt, weil er im Gegensatz zu vielen Kunst- und Medienleuten, die sich dafür halten (z.B. Böhmermann) ein echter Tabubrecher ist. [Traurig, dass ich das schreiben muss, wg. Blogniveau und so, aber: Ich teile seine Positionen nur sehr bedingt.]

  17. Pingback: The Loved One is Prescribed Reading for Europeans | The Evelyn Waugh Society

  18. Liebe colorcraze, noch etwas Hübschfarbigesinschwarzweiß für Sie:
    Hier ist die Studie, die Thomas Cgn meint, zwar kein Buch, aber ein Neunseitigeraufsatz, den Sie auch von Dreiberlinerstellen als Pdfdatei mitnehmen könnten (USBflashdrive nicht vergessen!) – Suchbegriff dafür in der Zeitschriftendatenbank:

    marketing zfp ,

    wenn Sie jedoch den Vollausgeschriebenenzeitschriftnamen benutzen, werden Sie von einer Ergebnislawine erschlagen:
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    Präferenzwellen beim Gestaltungsmittel Farbe

    Udo Koppelmann and Erich Küthe

    Marketing: Zeitschrift für Forschung und Praxis

    9. Jahrg., H. 2 (Mai 1987), pp. 113-118, 120-122
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    Damit Sie nicht bis Montag warten müssen und Thomas Cgns Nachforschungsergebnisauskunftsbegehren auch gleich miterledigt werden kann, habe ich die Neunseiten einzeln irgendwo im Ostseeküstensand vergraben:

    http://foto2.inbox.lv/ck/1/1.png
    http://foto2.inbox.lv/ck/2/2.png
    http://foto2.inbox.lv/ck/3/3.png
    http://foto2.inbox.lv/ck/4/4.png
    http://foto2.inbox.lv/ck/5/5.png
    http://foto2.inbox.lv/ck/6/6.png
    http://foto2.inbox.lv/ck/7/7.png
    http://foto2.inbox.lv/ck/8/8.png
    http://foto2.inbox.lv/ck/9/9.png

    Im Dropdownmenu von Options (rechts im grauen Balken direkt über dem Seitentext) können Sie ‚Download original‘ wählen und das Jeweiligebild in Guterqualität in Ihren Rechenknechtspeicher übertragen.

    Viellesevergnügen und ein Schöneswochenende!

    • Ganz lieben Dank ...
      … für Ihre Recherchen, werte Frau Amgelin.

      Mir wäre es mittlerweile des Recherchierens zuviel gewesen, aber so werde ich am Wochenende gern den Text studieren.

      Dafür möchte ich mich mit einer kleinen „Aufmerksamkeit“ revanchieren:

      Ich war zum Richtfest des Hauses von Prof. Koppelmann in Köln-Hahnwald eingeladen. Ein Haus wie seines habe ich weder vorher noch nachher je gesehen – alle Räume waren dreieckig, alle, die ich im Rohbau gesehen habe.

    • Lieber Thomas Cgn, solche Räume sind tatsächlich außergewöhnlich, dreieckig der Grundriss und da
      ein Gewölbe darüber – welch tolle Akustik: Dazu könnte colorcraze wahrscheinlich eine Menge anmerken.

      Ich bin da ziemlich unbedarft: Mir fiel zu ‚dreieckig‘ in diesem Zusammenhang bloß ‚dreckig‘ (prima, eine Ecke, in der sich Schmutz ansammeln kann, weniger als üblich, vergnügtschmunzel) und ‚Ei‘ (winkellose Schale als Formvorlage für das Gewölbe) ein.

      Ich kenne bislang nur ein Grundrisssechseck mit Gewölbe für die dritte Dimension darüber, das hier:

      http://www.globezoom.info/wbb2/jgs_db_bilder/bild-1176837116-5687.jpg ,

      oftmals genutzt für Musikalischedarbietungen, möglicherweise ist der Professor ja Hauskammermusikliebhaber…


    • Vielen lieben Dank für Ihre Arbeit! Das Buch von Koppelmann 97 habe ich mir gebraucht bei Amazon gekauft für 6 EUR, weil Google Books mit seinem Ausschnittsanzeigen mich nervte, und ich gern noch 2, 3 mehr Kapitel gelesen hätte.
      Was mich bei dem Aufsatz überrascht hat: daß die vom Hersteller anscheinend gar keine feingranularen Daten bekommen konnten, nämlich, „in Jahr X haben wir von Farbe Y Z Stück verkauft“, nur gruppiertes. Das dürfte heute wohl anders sein.
      Wie sie sich auf die Titelblätter von „Schöner Wohnen“ gestürzt haben, um zu ermitteln, wo man im Farbzyklus steht, hat mich auch amüsiert.

      Aber grundlegend ist da wohl der Text von C. Darmstadt 1983, mal schauen, ob man den irgendwann noch auftreiben kann.

      Das ist jedenfalls so eine Sache, wo es mich wirklich mal jucken würde, mit granularen Daten von Herstellern/Produzenten ranzugehen.

    • Zu Christel (endlich hab ich den ganzen Namen!) Darmstadt bleibt leider nur anzumerken:
      http://www.dr-darmstadt.de/portrait.html

      Ob der Professor, hoch in den Siebzigern (Jahrgang ’39), aber noch in Köln gelistet ( http://uk-online.uni-koeln.de/cgi-bin/show.pl/page?uni=1&i_nr=161&f_nr=1&id=4104 ), einen Teil des Vermächtnisses einer Toten zugänglich macht? Möglicherweise eher einem Alumnus wie Thomas Cgn als einer ihm Völligunbekannteninteressentin…


    • alle Räume waren dreieckig
      Oha. Gewiß interessant zum mal Angucken, weil es sowas normalerweise ja nirgends gibt. Aber haben oder bewohnen wollte ich es nicht, denn Ecken unter 90° stelle ich mir arg unpraktisch vor.

    • Lieber Thomas Cgn, das http://www.fotocommunity.de/photo/neubaulandschaften-7-manfred-geyer/3221193
      ist zwar wahrscheinlich nicht sein Haus, aber die Vielfachdreieckerei hat auch was für sich, nachsichtigschmunzel, früher gab’s sowas wohl fürs Gesinde https://v.gd/pSe5BE

      (Dr. Christel Darmstadt https://v.gd/XzPGIR )
      (Prof. Dr. Erich Küthe https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_K%C3%BCthe )

    • Wenn der Serviceprovider mal wieder Driss baut ...
      … kann man halt nicht zeitnah antworten.

      Küthe hatte meines Wissens nach sehr fein nach farblichen Nuancen abgestufte Informationen, aber Sie werden verstehen, dass gerade das Informationen sind, die ein Hersteller oder Händler vielleicht einem Wissenschaftler zu Forschungszwecken zur Verfügung stellt, aber nicht veröffentlicht sehen möchte.

      So lasse ich mir z.B. auch regelmäßig die farbliche Kategorisierung der jeweils aktuellen Produkte von den Tapetenherstellern, mit denen ich zusammenarbeite, übermitteln. Diese Informationen sind arg grob.

      Ich werde allerdings mal forschen, ob es bei den jeweiligen Herstellern intern differenziertere Daten gibt.

      Küthe sagte seinerzeit im Seminar, dass nicht nur die Titelseiten einer Zeitschrift, sondern diese wie auch die Seiten des Inneren analysiert worden wären. Weshalb das in dem Auftrag so genannt wird, kann ich kaum sagen.

      Die dreieckigen Räume waren wohl kaum für Konzertveranstaltungen gedacht. Jeder Raum, von der Küche über Wohnräume bis hin zu den sanitären waren dreieckig – das war wohl eher der Wunsch, als Exzentriker zu gelten.

      Ich kann auch als ehemaliger Schüler von Koppelmann keine näheren Informationen beschaffen, denn ich bin als Doktorand nicht im Frieden geschieden.

      Dennoch – ihm verdanke ich die Möglichkeit, in den USA an der Wharton School studiert haben zu können. In seinem Gutachten zählte er mich zu den besten 5% der Studierenden, die er in den damals vergangenen 10 Jahren gehabt hätte. Das war halt so eine Frage der amerikanischen Uni.

      Was auch immer danach war, dafür werd ich immerzu dankbar sein.


    • @Frauke Amgelin: Danke für die Webseite von Christel Darmstadt, die scheint ja eine maßgebliche Farbgestaltungs-Koryphäe gewesen zu sein.
      Das Koppelmann-Buch ist jetzt da, und es ist – die 2. Ausgabe von 1987 (nicht von 1997). Dort in der Literaturliste der Hinweis „Chr. Darmstadt, Manuskript 1983“. Hm. Vielleicht nur ein Stichwort-Kondensat für einen umfangreicheren mündlichen Vortrag mit Projektorbildern…
      @Thomas Cgn: Sie waren also demnach direkt an der Quelle, und das Vorgehen war um einiges feingranularer als in der Veröffentlichung dargestellt…

    • Hmm, liebe colorcraze, in der 2. Auflage 1987 sehe ich keine Jahresangabe, Koppelmann
      bezeichnet das unveröffentl. Manuskript jedoch als „interessante Arbeit von Darmstadt“ und listet sodann (S. 300) einen Zyklus von a) bis f) (mit jeweiliger Kurzcharakteristik) sowie den Beginn g) des nächsten auf – sieht doch nach etwas mehr als einem bloßen Stichwortkondensat aus – 3. Auflage 1989 (S. 306) und 4. Auflage 1993 (S. 295) dito.

      Ab der 5. Auflage 1997 (6. Auflage 2000), dort wird Darmstadts Zyklus lediglich noch ganz kurz erwähnt, gibt’s weitere Literaturhinweise: ihre Dissertation 1982 Dortmund, ein weiteres unveröffentliches Manuskript 1985, den Aufsatz aus der Deutschen Bauzeitung 06.06.1987 und die obige Studie taucht ebenfalls auf…


    • Frau Amgelin, Sie sind ein Käpsele. Wie kommen Sie an die verschiedenen Ausgaben? Google? Bibliothek? – Jedenfalls scheint das Werk der Frau Darmstadt lesenswert zu sein.

    • Liebe colorcraze, ich bin eher - wie Renate Simon ganz richtig festgestellt hat - ein Spielkind,
      alte Leute werden ja eh wieder Kinder, vergnügtschmunzel.

      Ich spiele also herum und habe dabei festgestellt, dass man durchaus ein ganzes Buch bei Guugell lesen kann, wenn man sich auf der Seite vor und/oder nach der Unterbrechung ein nicht sonderlich häufig vorkommendes Wort krallt und damit seinen ursprünglichen Suchbegriff verändert/erweitert; es hilft sogar, wenn man von .li beispielsweise zu .co.uk oder .se oder sonstwohin wechselt. Proxys sind auch in diesem Zusammenhang was Ausgesprochenfeines – manche Ergebnisse sind nur damit möglich. Es ist aber eine Ziemlichelendeherumprobiererei.

      Die ehemaligen Fachhochschulen (University of Applied Science) haben in ihren Bibliotheken oftmals jede Menge im Wortsinne mittlerweile verstaubte Werkausgaben stehen, mal hier zwei, mal anderenabernichtallzuweitentferntenorts fünf und die eine noch fehlende verrottet dann halt in der Stadtbücherei. Und in der Klinik sind die vorhandenen, für Patienten durchaus nutzbaren Rechenknechte an das Gesamtcampusrechenzentrum angeschlossen, Zugriff auf Digitallizensiertevolltexte anderer Fachbereiche eingeschlossen…

      Ich stoße aber an meine Grenzen, wenn es wie bei Darmstadt um unveröffentlichte Manuskripte geht. Sowas scheint in diesem Metier nicht eben selten zu sein: Es gibt nämlich noch einen, der sich laut Küthe ( https://v.gd/FzlFmI , da steht zwar bloß „Ergebnis 1 von 1 in diesem Buch für küthe darmstadt farbzyklus“, es sind aber ZWEI!) ebenfalls auf Darmstadt bezieht: Leonhard Oberascher. Dessen Werk „Farbtrends zwischen grau und superbunt“ ist – wie sollte es anders sein – ein Manuskript ohne Jahresangabe – toll! (Aber vielleicht liest ja Thomas Cgn noch hier mit und hat dazu möglicherweise ein Stichwörtchen…)

  19. Lieber Herr Erdogan,
    bitte tun Sie Ihrem Landsmann, Herrn Yücel, einen großen Gefallen und behalten ihn noch eine Weile. Der Herr Yücel mag Deutschland und die deutsche Sprache nicht. Er war immer unglücklich im bösen, dummen Deutschland mit seiner hässlichen Sprache. Er ist froh, bei Ihnen den lieblichen Tönen des Türkischen lauschen zu dürfen. Gönnen Sie ihm das Vergnügen, nicht im verhassten Deutschland leben zu müssen, bitte noch eine Weile. Ein lange, sehr lange Weile.
    Danke!

    Und hier die alte Klage des Herrn Yücel, der jetzt aber glücklich ist, weil endlich dort lebt, wo er immer sein wollte:
    http://web.archive.org/web/20170223000542/http://m.taz.de/web/20150625093814/http://www.taz.de/!5114887;m/

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      @ Kartoffel

      Ist ja erstaunlich eine solche Meinung unter einem solchen Beitrag zu posten.
      Ob Feminismus nun Krebs ist oder Deutschland nicht mehr zu bieten hat als totalen Krieg und Vollkornbrot – wo soll da der Unterschied sein?
      Deniz Yücel ist auch nur ein kleiner rockiger Paradiesvogel der ein paar punkige Texte raushaut. Und im Punk machen sind die Europäer auch nicht schlecht. Mohammedkarrikaturen und so.

      Ausgerechnet einen Reporter der Springer Presse gleich quasi als Volksfeind hinzustellen ist schon mutig.
      Besonders schön an dem von Ihnen verlinkten Text finde ich die Zeile: „Nun, da das Ende Deutschlands ausgemachte Sache ist, stellt sich die Frage, was mit dem Raum ohne Volk anzufangen ist, der bald in der Mitte Europas entstehen wird: den … Palästinensern… schenken?“

      Antisemitismus? Ist abgeschafft.
      http://www.taz.de/!5019881/

      Schon Heinrich Heine hatte für die Zukunft Deutschlands wenig erfreuliches zu vermelden:

      „Die Zukunft Deutschlands erblickst du hier,
      Gleich wogenden Phantasmen,
      Doch schaudre nicht, wenn aus dem Wust
      Aufsteigen die Miasmen!«

      Was ich gesehn, verrate ich nicht,
      Ich habe zu schweigen versprochen,
      Erlaubt ist mir zu sagen kaum,
      O Gott! was ich gerochen! – – –

      Ich denke mit Widerwillen noch
      An jene schnöden, verfluchten
      Vorspielgerüche, das schien ein Gemisch
      Von altem Kohl und Juchten.

      Entsetzlich waren die Düfte, o Gott!
      Die sich nachher erhuben;
      Es war, als fegte man den Mist
      Aus sechsunddreißig Gruben. – – –

      Ich weiß wohl, was Saint-Just gesagt
      Weiland im Wohlfahrtsausschuß:
      Man heile die große Krankheit nicht
      Mit Rosenöl und Moschus –

      Doch dieser deutsche Zukunftsduft
      Mocht alles überragen,
      Was meine Nase je geahnt –
      Ich konnt es nicht länger ertragen – – –“

      Von Einstein ist der Satz überliefert:
      „Wenn ich mit der Relativitätstheorie recht behalte, werden die Deutschen sagen, ich sei Deutscher, und die Franzosen, ich sei Jude. Erweist sich meine Theorie als falsch, werden die Franzosen sagen, ich sei Deutscher, und die Deutschen, ich sei Jude.“

      Deniz Yücel ist nun halt Türke. Und offenbar kein Deutscher.
      Einstein und Heine waren vermutlich auch eher Judenbengel als Deutsche. Heine war noch dazu ein großer Franzosenfreund.

      Jetzt mal ohne Ironie. Ich finde es schon bemerkenswert einem durchaus nicht unbegabten Freigeist (der noch dazu richtig cool aussieht, mit seinem Bart und seiner Brille) türkisches Gefängnis an den Hals zu wünschen bzw. es zu verteidigen.
      Und das dann auch noch zu posten unter einem Artikel in dem es darum geht, dass zwei andere Freigeister mehr oder weniger abgesägt wurden.

      Mir steht Laurie Penny zugegeben wesentlich näher als Milo.
      „Irgendwo hinter diesen leeren Augen brennt eine Mülltonne.“
      Ein Satz der mir vermutlich ewig im Gedächtnis bleiben wird.
      Bezogen auf Wilders.

      „Dann ist Milo an der Reihe.
      Seine Rede ist eine reine Unterhaltungsshow, von Anfang bis Ende. Er stolziert auf das Podium, streift seine kugelsichere Weste ab, schwindelig vor Aufmerksamkeit, und verkündet, dass er bei Twitter rausgeschmissen wurde. Er kassiert Jubel von den „Gamergate Goons“, deren Männlichkeit offenbar so fragil ist, dass sie glauben, der neue Ghostbusters-Film mit Frauenbesetzung sei eine Bedrohung für ihre Identität. Ich werde Milos Rede hier nicht zitieren. Ihr könnt sie online finden, wenn ihr wollt. Es ist eine sehr gute Rede, wenn man unter „sehr gut“ versteht, dass anständige Menschen in einer Ecke den Tod der Vernunft beklagen. Milo erzählt einen rassistischen Witz. Die Menge flippt aus.

      Milo verbreitet eine geradezu prunkvolle Unaufrichtigkeit, die für viele Briten sehr schnell durchschaubar ist. Amerikaner verstehen aber Ironie anders, und manchmal verstehen sie sie überhaupt nicht. Die aufgeregten jungen Menschen, die sich zusammengefunden haben, um Milo zuzuhören, glauben, was er sagt, selbst dann, wenn er es selbst nicht glaubt. Und er glaubt es nicht. Und es ist egal.

      Es ist egal, dass er es nicht ernst meint. Es ist egal, dass er, tief drin, durchaus eine liebenswürdige, verletzliche Person ist. Eine Person, die nett zu den Menschen ist, die er als Freunde wahrnimmt. Es ist egal, dass irgendwo in dem glitzernd umrandeten Hamsterrad, das sein Verstand ist, ein Gewissen wartet. Es ist egal, weil der Schaden, den er anrichtet, real ist. Er führt eine greinende Trollarmee zum Sieg – unter Bedingungen, die diese kaum versteht.“
      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/laurie-penny-ueber-donald-trump-milo-yiannopoulos-und-die-us-republikaner-a-1104363.html

      Tja, und diese Trollarmee hat ihn nun wohl erstmal erledigt.
      Die gleichen Trolle die offenbar einen Mann zum Präsidenten wählen der Frauen zwischen die Beine fasst, Kritiker verprügeln lassen will („Ich übernehme die Kosten“) und vermutlich schon so oft die Ehe gebrochen hat, dass man mit dem Zählen nicht mehr hinterherkommt.
      Die gleichen Leute sind nun empört darüber, dass ein schwuler Jugendlicher Sex hatte mit einem mindestens ebenso schwulen Erwachsenen.
      Die gleichen Leute schauen sich vermutlich Filme an wie „Der Liebhaber“ oder lesen Bücher wie „Lolita“ (und verstehen das Buch noch nicht mal).

      Es zeugt jedenfalls entweder von cojones (gepaart mit Ignoranz) so einen Beitrag zu schreiben oder aber nur von unendlicher reiner Ignoranz.

      Es mag sein, dass Feminismus Krebs ist. Es mag auch gut sein, dass Deutschland Krebs ist.
      Niemand sollte dafür aber in irgendwelche Gefängnisse gesperrt werden.

      Wenn ich heute meine Nase mal reinstecke in die Verhältnisse in Deutschland, den USA, der Türkei oder dem Rest dann bleibt mir auch nicht viel mehr als zu sagen: „Erlaubt ist mir zu sagen kaum,
      O Gott! was ich gerochen!“

    • Die Meinung sei Ihnen unbenommen. Es wäre halt auch mal fein, solche Texte über den deutschen und früher amerikanischen Staatsfeminismus zu schreiben. Das ist aber so Bäh, wie auch nur 1 gutes Wort über Milo zu schreiben.

      Spenden an die Jutte. So weit kommt’s noch.

    • E R Dapfel
      Und für den Tintentsrolch sollen wir uns nun auch noch einsetzen?
      Lachhaft, der soll nur mal sehen, wie gut er an sich in D hatte.

    • Titel eingeben
      @ Moritzburger

      Ich glaube nicht, dass Herr Yücel da jemals irgendwelche Zweifel hatte.

      Deniz Yücel ist ja nun kein Muslimbruder der einem jahrelang in Deutschland in den Ohren gelegen hätte mit vermeintlichen Benachteiligungen.
      Und der nun nach Ägypten fährt um dort verwundert festzustellen, dass er von al Sisi eingebuchtet wird.

      Er hat nie einen Zweifel gelassen an seiner rechtsstaatlich-liberalen Gesinnung.
      Er hat weder den Machthabern noch der vermeintlichen Mehrheitsmeinung in Deutschland immer bequem nach dem Munde geredet. Er hat seine Arbeit gemacht.
      Ganz offenkundig hat er das in der Türkei genauso gehandhabt.

      In Deutschland erntet man einen Shitstorm wenn man als Migrant mal einen launigen Text über Deutschland verfasst. In der Türkei ist er anscheinend ebenfalls nicht anders aufgetreten.

      Soll heißen: er hat dem türkischen Nationalstolz oder der Ehre (falls es die gibt) der Islamisten in der Türkei einen mindenstens ebenso großen Arschtritt verpasst wie er das bei manchen kleingeistigen Deutschen geschafft hat.

      Soll heißen: er redet weder den Deutschen nach dem Mund und erzählt ihnen was sie gern hören möchten. Noch redet er den Türken nach dem Munde und erzählt denen was sie gerne hören möchten.

      Der Mann hat Eier in der Hose. Und solche Leute brauchen wir.
      Wir haben genug weichgespülte Journalisten.

      Deniz Yücel braucht also mit Sicherheit keine Nachhilfestunden in Sachen liberaler Demokratie oder freiem Journalismus.

      Die „Wünsche“ die hier geäußert werden erinnern mich eher an finstere Kapitel der dt. Geschichte. Ich nenne nur mal die DDR um nicht noch von ganz anderen Sachen reden zu müssen.
      Auch in der DDR wurden Menschen in „Besserungsanstalten“ geschickt. Da wurde denen auch vermittelt wie sie in Zukunft zu berichten haben.

      Deutschland, auferstanden aus Ruinen. Dass die Sonne schön wie nie über Deutschland scheint.

      Schon mal was von Voltaire gehört?

      „Es ist klar, dass jeder, der einen Menschen, seinen Bruder, wegen dessen abweichender Meinung verfolgt, eine erbärmliche Kreatur ist“

      oder auch:

      „Es ist gefährlich, recht zu haben, wenn die Regierung unrecht hat.“

      Nicht Deniz Yücel ist das Problem. Der ist ein paar Leuten auf den Schlips getreten. Das ist auch sein Job.

      Das Problem ist diese verdammte Müdigkeit. Diese Bequemlichkeit. Diese Wehleidigkeit.
      Sich wegen jedem Scheißdreck auf den Schlips getreten zu fühlen.
      Diese Unfähigkeit mal eine Meinung auszuhalten.

      Und gleichzeitig rumjammern über eine „Einheitspresse“ die nicht da ist.

      Manch einem dieser Jammerlappen und Waschlappen täten ein paar Wochen türkische Festungshaft tatsächlich nicht schlecht.
      Aber das ist nur rhetorisch gemeint.
      Selbstverständlich…

    • Was Yücel da erlebte, war bei weitem noch kein Shitstorm, daher musste man sich ja auch ein paar extremisten heraussuchen, mit wirklich krasser Meinung. Shitstorm ist, wenn so etwas erhebliche Resonanz findet. Ich sah da sehr viele differenzierte Meinungen zu dem Komplex. Und auslöschung von völkern ist nun mal ein anderes Thema als Geschmack von Eissorten. Yücel wollte provozieren, es ist ihm gelungen.

    • Titel eingeben
      @ Don Alphonso

      „Spenden an die Jutte. So weit kommt’s noch.“

      Ja, nee! Is‘ klar!
      Soweit kommt’s noch!
      Ein syrischer Flüchtling der sich weigert eine Synagoge zu besuchen ist bäh!
      Der muss sofort zurück geschickt werden nach Syrien.
      Aber mal einen Artikel zu lesen von einem Deutschen der sich über Antisemitismus äußert, das ist wirklich unzumutbar.
      Man kann den Artikel lesen ganz ohne zu spenden.
      Nur so als Idee!
      Nur einfach das entsprechende Kästchen auswählen.
      Ist keine große Kunst! Und mit (Staats-) feminismus hat es ganz bestimmt absolut nix zu tun.
      Ist nur freie Meinungsäußerung.

      Oder darf ein Deutsch-Türke sich nicht mehr über Antisemitismus äußern?
      Die FAZ oder der Spiegel haben eine Bezahlbarriere eingesetzt.
      Da muss ich bezahlen nur um eine Meinung zu lesen die ich vielleicht gar nicht teile.
      Ist das besser?
      Ich glaube nicht.

    • Verstehen Sie selbst, was Sie da schreiben?

    • Titel eingeben
      @ Don Alphonso

      „Und auslöschung von völkern ist nun mal ein anderes Thema als Geschmack von Eissorten.“

      Es ging nie um die „Auslöschung von Völkern“. Sondern um einen launigen Text. Herr Yücel ist genauso wenig dazu in der Lage das deutsche Volk auszulöschen wie Sie oder ich.
      Und wenn die Deutschen zu wenige Kinder kriegen, dann ist das tatsächlich allein deren Schuld.
      Ich habe Kinder. Sie anscheinend nicht (ist eine Vermutung!).
      Deshalb ist Ihr Beitrag zur Auslöschung des deutschen Volkes (mutmaßlich!) wesentlich größer als meiner.

      „Verstehen Sie selbst, was Sie da schreiben?“

      Meistens. Ich habe halt ein wenig rum überlegt. Ich habe diesen Satz („Spenden an die Jutte. So weit kommt’s noch.“) nicht verstanden. Bis mir halt die taz eingefallen ist und deren Aufforderung zu spenden.

      Verstehen Sie eigentlich immer was Sie da schreiben?

  20. Titel eingeben
    L. Penny ist DIE von den feministischen Medien (Zeit, taz, SZ usw) heiß verehrte Schriftstellerin. Jedes ihrer Bücher würde – dank der feministischen Netzwerke? – nahezu einhellig hoch gelobt. Sollte das nun ein Ende haben?

  21. Die kalte Abservierung Milos...
    hatte mich schon überrascht.

    Man darf halt niemals, aber auch wirklich niemals über Sex oder Politik sprechen wenn man auf andere Leute für sein Einkommen angewiesen ist. Früher oder spät wird einem schon ein Strick gedreht.

    • Das ist wahr...
      Auch das Ende eines von Don besonders geliebten Grünen Politikers begann mit genau sowas.

      honi soit….

    • Es ist das wirksamste aller Mittel und ich frage mich schon, wann man mir das Verwenden einer Textzeile aus der Registerarie vorwirft, Sua passion presominante, obwohl ich nun wirklich kein Interesse an Unreifen habe.

    • Titel eingeben
      Und ? Was bringt es? Bessert es irgendwas?

      Der eine mag den nicht, der andere jenen, und das reicht als Motiv.
      Es ist im Prinzip nichts als das Abfackeln eines Cayenne, von der anderen Seite aus unternommen….

  22. Erstaunlich, dass so viele Menschen hier Evelyn Waugh kennen und gelesen haben,
    er ist ja doch ein nicht so bekannter britischer Autor, auch wenn er eine Fernsehserie und einen Kinofilm auf seine Fahne heften kann.

    Ich habe ihn, damals viel jünger, in den frühen Achtzigern gelesen, auch Brideshead revisited , und fand ihn eine Quelle der Einsicht in GB entre deux guerres , sogar in Verbindung mit dem Klima, in dem die großen Verräter wuchsen, Burgess, etc.

    Was Milo angeht, so bedaure ich sein derzeitiges Schicksal . Natürlich ist er über ein sehr heikles Thema gestolpert, und mein Verständnis für Cohn-Bandit und die übrigen grünlinken Kinderfreunde ist null.

    Er selbst schildert, wenn ich das richtig verstanden habe, einen ihm selbst geschehenen Mißbrauch als Minderjähriger, als etwas, das er, zumindest zum Teil, kontrollieren konnte, und als gewolltes, sexuelles Erlebnis empfand.
    Dann ging er ins Allgemeine, und Apologeten von Mißbrauch Nichterwachsener müssen mit Nordwind rechnen.
    Es passiert zuvielen zuviel, als dass hier locker diskutiert werden kann.

    Im Prinzip ist er dem US-Kalvinismus und der daruf fußenden Bigotterie zum Opfer gefallen.

    Aber halt schon in einem sprengstoffgefüllten Bereich, wo er schwer zu verteidigen ist, wie ein Verletzter zwischen den Gräben .

    Die Feministin kenne ich nicht, bin aber sicher nicht ihrer Meinung.

    Kriegt sie jetzt ihre eigene Medizin, dann eben Prost .

  23. Languor...sweet languor
    Dieses Wort steht für Evelyn Waugh und Brideshead Revisited. Ein Lieblingsroman von mir seit ewigen Zeiten. Die Verfilmung mit Jeremy Irons ist auch sprachlich sehr nah an Waugh. Genial ausgewählte Kulisse Castle Howard…könnte ich immer wieder ansehen.
    Dieses Jahr habe ich es plötzlich ganz persönlich genommen, der katholische Fatalismus -Sie nennen es Melancholie- hat mir den Magen krampfen lassen und ich habe die Folgen, die sich um Charles Ryder und Julia ranken, einfach überschlagen.

    Diesen Milo kenne ich nur von Fotos und von dem, womit er aneckt. Ich mag zwar auch Perlenketten, aber keine schwarzen Männer.
    Mit Anthony Blanche hat er vielleicht die nicht englische Herkunft gemeinsam. Scheint aber in einer anderen Preisklasse zu sein.

    Laurie Penny gibt es wenigstens auch in print. Tut mir irgendwie leid, wenn ich etwas von ihr lese. Auch nur in Auszügen.
    „Feind im Bett“…ist immer mein erster Gedanke. Männer, ja warum dann überhaupt? Mangelnde Distanz durch soziale Kontrolle in Form der Medien. Scharf beobachtet von ihr, dass zu kurz gekommene Männer gern Frauen angreifen.
    Beide zusammen, ein schillerndes Paar? Gäähn.

  24. Titel eingeben
    Der letzte, durch einen Absatz herausgestellte Satz, gilt der den beiden zuvor ausführlich vorgestellten …oder sind damit deren „orthodoxen“ Verfolger gemeint?
    .
    (kannte bisher nur „Der Knüller“ und „Auf der schiefen Ebene“ von Waugh; habe aber den Hollywood-Tod gerade bestellt. …
    … Peinlich: vor 25 Jahren wurde ich als Vielleser mal auf Evelyn (!) Waugh angesprochen und meinte angeberisch, ja, dass ich diese Autorin (!) natürlich kenne).

    • Brideshead..
      Die ältere der BBC Serien Verfilmungen von 81(?) mit Jeremy Irons ist die bessere… und sehr zu empfehlen zum Binge Viewen für regnerische Wochenende.

    • Stimmt, die ist sehr gelungen.

    • Ja....
      Romantisch und, wie sie äusserst treffend geschrieben haben „melancholisch“. Man kann beim Glotzen die Seele baumeln lassen.

  25. andere sache
    don, hast du eigentlich jemals ayn rand gelesen? fuer nicht wenige meiner amerikanischen kollegen in automobildesign und architektur war ‚fountainhead‘ jugendliche erweckungsliteratur. ich, der ich alles ueber gestaltung zu wissen glaubte, fuehlte mich damals in den 90ern arg motiviert meine peinliche luecke zu fuellen. bis mich dann die lektuere etwas sprachlos fand.
    musst du mal machen. ayn rand von der kulturhistorischen seite anzureiten, ist ein vergnuegen spezieller art. besonders wenn man ihre noch bis vor kurzem enorme wirkung auf die amerikanische kulturszene in betracht zieht.

    • Titel eingeben
      Rand wird in den USA immer populär sein, sie ist für diejenigen die sich dort für Oberschicht halten die Obergrenze dessen, was sie intellektuell verstehen können. The american dream der darin besteht, dass jeder Erfolg auf eigener Leistung besteht. Ein äusserst unangenehmer Glaube für diejenigen denen Ellbogen Rücksichtslosigkeit Korruption und Verlogenheit fehlen, die für den Erfolg dort nötig sind, oder es nicht nach Hollywood schaffen.

    • Rand ist einfach eine unfassbar dröge und schlechte Autorin.

    • In der Tat
      @Don: Rand ist genau so dröge und schlecht wie de Sade, den man ja auch nicht wegen seiner stilistischen Brillanz liest…

    • Rand verhält sich zu dem ebenfalls libertären Hayek in etwa so,
      wie Zizek zu Marx – billige, vulgäre und unoriginelle Abziehbilder von in sich konsistenten und intellektuell anspruchsvollen, wenn auch gegensätzlichen, Welt- und Menschenbildern.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  26. Nostalgie nach katholischen Adligen auf englischen Landsitzen
    Ach,
    ich bin ein alter Mann, auch wenn ich immer noch beruflich beim Regieren helfe im RHS. Deswegen hatte ich meine Austausch Zeit als junger Offizier in den USA deutlich vor Ihrer, verehrter Don. Und daher weiß ich, weil selbst gesehen im Fernseher: Die BBC Serie nach Brideshead revisited lief tatsächlich auf einem der großen Kanäle in den USA. Ob es außer ein paar Europäern als ExPats in D.C. und einigen Ostküsten – Intellektuellen jemand geschaut hat, weiß ich nicht mehr. Und die Serie ist deutlich besser als der Film, der vor ein paar Jahren gedreht wurde. In dem ist Blenhem Castle als Brideshead noch das Beste.
    Und ja, Ironie ist schwierig außerhalb literarischer Milieus in den USA. Wenn Sie auf einer Cocktail-Party laut sagen: „Ich ironiere jeden Tag bis ich einen Sarkasmus habe“ werden Sie von den relevanten Leuten nie mehr eingeladen.
    Dagegen hätte FJR in Deutschland auf einer Party einen zum Weitermachen aufgefordert und nachgeschenkt.
    Das Buch halte ich wie Pérégrinateur allerdings nicht für so toll, ich habe es nach der Serie als englisches Original gekauft, aber mühsam gelesen. Andere Bücher von Waugh, besonders auch die halb autobiographische Geschichte aus dem 2. Weltkrieg, sind deutlich besser.

    • Titel eingeben
      Wobei bei Letzterem die Verfilmung keineswegs die bessere Version ist. Ich kann mich da an eine Szene erinnern, wo ein paar „Allierte“ in einem Cafe auf dem Kuhdamm dadurch zu den besseren Menschen erklärt wurden, dass man einen deutschen Untermenschen in seiner abscheulichsten Inkarnation und als Kellner, mit der Superiorität der „echtern“ Nazis fertig machte… dümmer gings nimmer.

  27. off-topic
    Hab‘ ich sehr wahrscheinlich verpasst:
    Wurde bei den letzten Bundestagswahlen in Deutschland Angela Merkel oder Recep Tayyip Erdoğan ins Bundeskanzleramt gewählt?
    – ich bin mir da nicht ganz sicher –

  28. Milo & Penny & Kompagnons
    Halten zu Gnaden, werter Don Alphonso,

    aber der große Arthur hat die ungefähr so in seiner Handreichung zusammengefaßt: Jeder ist es wert, daß man ihn ansieht, aber nicht jeder, daß man mit ihm [GJS erweitert: über ihn] redet.

  29. Milo als Mohr des Establishments, der nach Schuldigkeit gehen kann?
    … weiß nicht, mag ich nicht so richtig glauben.

    Ich könnte mir eher vorstellen, dass er für die breite Masse schlicht ein Tabu zu viel gebrochen hat. Vielleicht musste es einfach so kommen bei jemand mit seiner Persönlichkeit.

    Mein Eindruck ist, dass bei gesellschaftlichen Korrekturbewegungen solche Personen eine prominente Rolle spielen, weil sie ausdrücken, was Viele denken – nur kaum in Worte fassen können.

    Aber ab einem gewissen Punkt ist es dann auskorrigiert und die besagten Personen provozieren zu viel. Aber nicht für graue Eminenzen in den Parteizirkeln, sondern wieder für die breite Masse.

    Will sagen: „feminism is cancer“, „the intolerant left“ kam – und kommt – wohl ganz gut an. Das scheint gerade was mit der Mehrheitsmeinung zu tun zu haben. Da haben es manche Leute schlicht übertrieben. Ist jetzt mal gut.

    Aber laut nachdenken über Pädophilie wohl eher nicht.

  30. Milos Y.
    Ich bin per Zufall auf eine Diskussion Milosˋ mit einer gemäßigten #feministin gestoßen und so wenig er mir in seinem Habitus zuspricht (blond gefärbt wie Wilders, hippelig wie ein ADHS-Jugendlicher usf.) so war ich von der ersten Minute eingenommen von seinem offensiven und dabei klaren Argmentationsstil… . Er vertritt das, was ich bei Briten in Diskussionen so mag und was mich auch bei Nigel Farage intellektuell so sehr amüsiert und anregt. In Diskussionen mit Deutschen taucht diese geistreiche ProVokation leider sehr selten auf.
    Daß Milos zum Katholizismus konvertiert ist, macht ihn für mich noch interessanter.

    Ich finde übrigens die Doppelstandarts der Linken gegen Figuren wie D.Cohn Bendit (der durch eine Publikation aus den 1980 über seine sexuellen Erlebnisse mit Kindergartenkindern seiner Partei zwar ein Ei ins nest legte, das diese aber leichtverdaulich fand) auf der einen Seite und gegen Personen wie Milos Y. sehr bezeichnend!
    M.E. hat Milos Y. ja keinen Stab für Pädophilie gebrochen,- im Ggs. zu Bendit!-, sondern nur geschildert, wie eigen die persönliche (sexuelle) Entwicklung sein kann. Und dies ist ja nun wirklich fast eine Banalität, wären nicht einige pharisäische Reizworte gefallen…

    Mit Milos Y, bei dem ich in den Gesprächen eine Verletzlichkeit und ein Trotzdem gefühlt habe, würde ich gerne diskutieren, mit den Cohn-Bendits,den Bigotten und Verhärmten… eher sehr viel weniger.

    • Noch nicht mal der Name ist richtig...
      Milo, nicht Milos…

    • na immerhin habe ich trotzdem(?) einen treuen Leser meiner Kommentare in Dir
      tdv

    • Titel eingeben
      Es gibt einige die zu lesen ich ablehne, wir haben recht konträre Ansichten, aber ich lerne nun mal gern. Egal von wem… Wenn einer zumindest schon mal selber denkt, wo soll da ein Problem sein?
      Ich bin viel zu arrogant um Vorurteile zu haben…

  31. Der Tod des Paradieses
    Es ist mir natürlich neu, dass sogenannte „Paradiesvögel“ die Länder aufbauen und so langweilige Dinge wie Militär, Gesundheit und Steuern ordnen wollen. Denn es sind ja meistens die „Paradiesvögel“ , die all das Verachten, und Verachten, was einem Land Stabilität und den arbeitenden Menschen das Gefühl von ein wenig Zufriedenheit geben. Es sind ja meistens diese „Paradiesvögel“, die es lieber zerstört sehen wollen.
    Seltsamer Blick auf ein angebliches Paradies aus dem diese Vögel entstammen sollen.
    Dass zusätzlich eine Männerhasserin hier gelobt wird, lässt mich schaudern. Feminismus ist der Feind der Familie, somit auch des Mannes.

    • Oye Tico, „…..Paradiesvögel“ die Länder aufbauen…“
      Johann Wolfgang von Goethe. Die Vögel. Nach dem Aristophanes.

      Ort: Waldiges, felsiges Thal auf einem hohen Berggipfel, im Grunde eine Ruine.
      Personen:
      Treufreund, als Scapin. =>Auszug: (von der einen Seite oben auf dem Felsen). „O gefährlicher Stieg! o unglückseliger Weg!………Hier ist der Lichen canescens pigerrimus, welch eine traurige Figur!…. Siehst du, was die Wissenschaft für ein Nothanker ist! In den höchsten Lüften auf den rauhsten Felsen findet der unterrichtete Mensch Unterhaltung.“

      Hoffegut, als Pierrot.=> Auszug: (auf der andern Seite in der Höhe ungesehn.) „Keine Strapazen; und es waren gewiß Leute schlimmer dran als wir, die wir wie unsinnig in die Welt hinein rennen und was Tolles auf die tollste Art aufsuchen.“

      Schuhu. => Auszug: (tritt auf.) „Über was verlangen die Herrn mein Urtheil?……. Wenn Sie Nachricht haben wollten von einem wo’s schlimmer hergeht, damit könnt‘ ich eher dienen. Seyn Sie versichert, kein Volk in der Welt weiß sich aufzuführen, und kein König zu regieren.“

      Papagey. => Auszug: (tritt auf und spricht schnarrend). „Herren, meine Herren! Wie haben wir die Ehre? Wo kommen Sie her? Welch eine angenehme Überraschung!“

      Chor der Vögel.
      Chor der Vögel. Pickt und kratzt und krammt und hacket,
      Bohrt und krallet den verwegnen,
      Den verfluchten Vogelstellern
      Ungesäumt die Augen aus! [bitte keine endlosen Textzitate, das liest eh keiner. Don]

      Und die Schaukel in der RHS wird jetzt auch gebaut. Von Schwaben, Herr Thierse. Derweil hört sich uLF an nordafrikanischen Gestade in Pistaziengrün schräge Hymnen von Militärmusikern an. Wirklich, wenn das je der Kaiser erlebt hätte.
      (DdH)

  32. Titel eingeben
    Stokowski und Höcke gehen gar nicht. Keine Ästhetik oder Dekadenz, nirgends. Nur zwei Endmoränen ideologieverstrahlter Selbstgefälligkeit. Bär Aloysius wüßte ja überhaupt nicht, zu wem er unwilliger ginge.

  33. Wenn doch nur alles blütenweiss oder nachtschwarz wäre
    Das angenehme an Ihren Texten, Don, ist diese stark subjektiv gefärbte Position, die einen an ein Argument andocken lässt, weil es kein blasser Stereotyp ist.

    Unsere Medienlandschaft gleicht einem Froschteich, wo von jeder Seerose ein nuanciert gleiches Gequake erschallt – und sobald eine andere Stimmlage heraussticht, wird sie untergetunkt. Wie bei den Schildkröten, bei denen auch der verliert, der zuerst seinen Kopf herausstreckt.

    Ich bin nicht für Paradiesvögel um jeden Preis, aber ich bin für originelle Stimmen, die ihre Erfahrungen ehrlich und differenziert auszusprechen trauen.

    Was ich bedauere, dass erwachsene Sexualität als Teil der Kultur völlig in den Schmuddeldschungel verbannt worden ist, so dass der Graben zwischen phantasievollerer Erotik und -klar abzulehnender- Pädophilie weit dünner ist als er sein müsste.

    Es gibt einen subtilen Druck einer hygienisch einwandfreien und dennoch hochleistungsorientierten Paar-Sexualität, vor der man im realen Leben schnell kapitulieren kann.

    Da waren wir schon mal viel weiter gewesen, aber heute ist Turbo-Biedermeier angesagt, und Abweichler sind unerwünscht.

    • Aber auch nur an der Oberfläche. Ein paar Stunden Gespräche mit einer Sexarbeiterin belehren einen da recht gut.

    • Auch zu Queen Victorias Zeiten blühten die Bordelle
      Was mir auffällt, ist nicht das Verschwinden von Sexualität an sich, sie wird eben outgesourct zu Tinder etc. und der Rotlichindustrie, sondern ihre Sichtbarkeit in der normalen Öffentlichkeit, wie etwa früher der Fasching in München, die Nacktheit im englischen Garten etc.

      Sexualität ist etwas, für das man sich ganz automatisch schämt, so peinlich wie der Besuch bei Urologen und Proktologen, man sieht unweigerlich seine naserümpfenden Mutter vor sich.

      Die kostenlose Selbstverwirklichung, die Erotik zwischen männlichen und weiblichen Subjekten anbieten würde, muss ausgerottet werden, weil sie bei dem, der sich nicht schämt, zu instant Selbstvertrauen führen könnte und ihn unempfindlicher für alle Ersatzbefriedigungen machen würde.

      Der Bürger muss kaufen und in der Hackordnung strampeln, nur der Proll halt, der missbraucht halt und schlimmeres.

      Die Sexindustrie ist eine Windel, damit die männlichen Äffchen nicht vom Kronleuchter kacken, die weiblichen drängt sie eh nicht so – darum gibt es eh keine Sexindustrie für Frauen.

    • Verehrter Artiste, erweitern Sie re Frauen mal Ihren Horizont:
      ww.rent-a-rasta.com/

      Nur ein Beispiel für inzwischen eine ganze Reihe von Destinationen weltweit, in denen sich häufig genug den Männerklischees adäquate Frauen aus dem entwickelten Westen (also mittleren Alters und übergewichtig) ihre Träume vom farbigen Romantik- und Sexspielzeug erfüllen.

      Wird extrem selten drüber berichtet, aus welchen Gründen auch immer.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  34. Amerikanische Tradition
    Evelyn Waugh ist unübertrefflich in seiner humoristischen-desolaten Darstellung der englischen Gesellschaft zwischen den zwei Weltkriegen.
    „Brideshead Revisited“ kann man immer wieder lesen. Auch Waughs Briefe sind eine Fundgrube.
    Aber seine Darstellung des amerikanischen Lebens in „Vile Bodies“ ist willkürlich und unscharf. Amerikanische Zeitgenossen wie F. S. Fitzgerald, Dashiell Hammett oder Raymond Chandler wussten da viel besser worum es ging…
    Zu Milo könnte man sagen, dass er –ohne es zu wissen?– auf uramerikanische Vorbilder zurückgeht: Walt Whitman, Allen Ginsberg, Jack Kerouac, Tennesee Williams…
    Erinnert sich noch jemand an Gore Vidal?
    Danke, Don Alphonso, für dieses freie Forum!

    • Gern geschehen!

      Nun, Waugh badet sich natürlich in seiner Ignoranz, aber genau so schreibe ich ja auch über dinge, von denen ich keinen blassen, sondern nur einen blasierten Schimmer habe. Ich finde das gut, solange es stilistisch erfreut.

    • Aber Faustina....
      Whitman, Ginsberg, Kerouac und Williams… Wirklich?

      Gore Vidal schon eher, seine Talkshow Auftritte waren wohl Milos Vorbild, aber da liegen im Wissen und Niveau denn doch Welten dazwischen.

    • Lenny Bruce, falls den jemand kennt. Der war ähnlich radikal.

    • Titel eingeben
      Natürlich erinnert man sich an Gore Vidal. Hier Zitate aus seinen (USA-kritischen) Büchern:
      „In USA rarely someone still can read.“
      „Der größte Verbrecher ist Henry Kissinger.“
      „Unstrittig sind die USA seit 1947 die die bahnbrechenden und wichtigsten Vertreter des ‚präventiven‘ Staatsterrors, der ausnahmslos in der Dritten Welt stattfand und daher weitgehend im Verborgenen blieb.“
      …und dazu seine seitenlange „Liste von mehreren hundert Kriegen zwischen Pearl Harbor und dem 11. September 2011, in denen meist wir es waren, die den Erstschlag führten.“
      „Eine erweiterte NATO ist für unsere Rüstungsindustrie wie eine Lizenz zum Gelddrucken.“
      Oder wie er seinen Schwager (Präs. Kennedy) zitiert, der mal deutlich sagte, was ihn bedrückt: „Ach, die sind hier ja alle so doof.“
      .
      Lesenswert von Gore Vidal: „Das ist nicht Amerika!“ (Essays von ’71-’98)
      „Ewiger Krieg für ewigen Frieden. Wie Amerika den Hass erntet, des es gesät hat.“ (2002)
      Und seine Memoiren: „Palimpsest“ (manche Portraitfotos darin aus den Forties ähneln dem Don)

    • Titel eingeben
      Vidal war wohl der wichtigste Geschichtslehrer den ich je hatte.
      Nicht nur zu den USA.
      Seine Auftritte in der Dick Cavett Show in den 60er und 70er Jahren und später bei Leno waren Augenöffner, ich verstand endlich warum ich Catcher in the Rye so schwachsinnig fand.

      Lenny Bruce… wie sind sie denn an den gekommen, bei ihrer Taufe?
      Der muss doch zu ihrer Zeit schon längst tot gewesen sein? Vinyl Platten?

      Es ist eines der grossen Geschenke des Internets, dass man zB auf TPB Zugang zu all den grossertigen Performances solcher Leute hat.
      Wer zB meint er kenne Robin Williams, weil er ein paar Filme von dem gesehen hat, der sollte man seine Sztand UPs sehen, oder die unzähligen brillianten Schwarzer Komiker, von Red Foxx bis Chris Rock. Ich hab eine ganze Kollektion von Stand Up Shows in meinem Archiv, gerade vorgestern hatte wieder jemand Eddie Murphy von ’83 hochgeladen. Jeremy Clarkson ist nur einer von sehr vielen Briten die man loben muss und wöchentlich wie viel andere auf der BBC, in Qi, Live from the Apollo, oder 8 out of 10 cats, bewundern kann.
      In 14 Tagen tritt Jimmy Carr in Tokyo auf, da wird sich das Unverständnis eines ironiefreien Publikums, mit den Gags Carrs, ein Duell liefern. Mal sehen was lustiger ist.

  35. "europäische Nonkonformität, Exzentrik und moralische Flexibilität"
    Na ja, ob das noch gilt, wo wir verbiesterte Moralisten und Werteverkünder haufenweise haben?

    Die Merkel war sich bekanntlich nicht zu dumm, die USA darüber zu belehren, dass Werte gelten und bekam dafür auch in der FAZ Applaus.

    Die Position von Waugh war meiner Erinnerung nach eher so eine Art Dünkel gegen die kulturuell primitiveren Amis, mit ihrem lärmenden modernen und sterilen Industrialismus, was ja auch verheerend Deutsch ist und subtil wirkt, zB gegenüber der großen osteuropäischen Kultur. Er ist Ryder, aber nicht Blanche.

    Was moralische Flexibilität angeht wird sie innerhalb der Volksgruppen unterschiedlich gesehen, amüsant und aufschlussreich zB ein Interview mit Christoph Waltz auf YouTube (unter Germany Waltz) suchen.

    Dass unsere semigebildeten Anständigen auch insoweit die Pokale der Schäbigkeit, Anmaßung und des blanken Größenwahns verdienen, ist garnicht mehr erwähnenswert.

    Gut übrigens auch: A Handful of dust.

    • Natürlich sind nicht alle Europäer so. Leider. Ein Negativbeispiel haben sie ja genannt. Aber es gibt eben den Typus der Libertins in Europa.

  36. Titel eingeben
    „Those things may be amusing to us, but who, after all, wants to read about sissies? Gay life fascinates you only because it is the life you were condemned to live. But if you were a family man going home on the 5:43 to Chappaqua, I don’t think you’d want to read about men who suck each other’s wee-wees! Even if people accept fags out of kindness, even if they tolerate the poor dears, they don’t want to know WHAT THEY DO. Canons of taste must be observed, darling. People are tired of hearing about sex, anyway. And the story of a boy’s love for a boy will never capture the world’s heart as the story of a boy’s love for a girl. (Or a boy’s love for his DOG—if you could tell that story again, this country would make you rich as Croesus!)“

    Andrew Holleran, „Dancer from the Dance“

    Zu Milo dies:

    Tuntenmund tut Wahrheit kund.

    Und das will auf Dauer niemand haben. In den letzten paar Jahren habe ich mich entspannt zurückgezogen, um den peinlichen Niedergang des Irrenasyls, in welchem wir dahinleben, beim Tee aus dem Silberkännchen zu beobachten und mich darüber in herzhafter Schadenfreude über die Blödigkeit der Welt zu ergehen. Wenn es mich im Zuge des allseitig zunehmenden Wahns dann auch irgendwann bitter erwischt, ja nun, nichts unter der Sonne hat Bestand und im Ende sind wir alle ohnehin nur Kompost.

    Wenn mir gewisse Leute, gerade auch aus der eigenen Gemeinde ankommen und sich moralisch-politisch z.B. auch über Milo empören bekomme ich jedes Mal einen schwerwiegenden hysterischen Lachanfall. Das großartigste an dieser Zeit ist doch, daß diese ganzen linksbizarren Totalbekloppten noch viel spießiger, elend spaßbremsig und moralinsaurer sind als die schlimmsten Betschwestern aus Hinterholper, und die paar großmäuligen Berufsschwuchteln im Reichshauptslum, die wie eine mafiöse Krake alles vereinnahmt und ruiniert haben was einmal schön war an schwulem Leben in dieser Stadt, in diesem Land und die sich in ihrer Illusionsblase, angefüllt mit totaler Selbstüberschätzung einbilden, anhand ihrer Macht über Medien, Demos, Parties und Kneipen für die gesamte Gemeinde zu sprechen sind der absolut beste Grund sich halbtot zu lachen. Wer zuletzt lacht …

    Warum man sich im Übrigen über Milos ausführliches und gebetsmühlenartiges Darlegen seiner Vorliebe für schwarze Herren echauffiert ist mir nur dadurch erklärlich, daß diejenigen, die darob geifern ganz offensichtlich nicht den leisesten Hauch einer Ahnung haben, worüber sie sich da ereifern. Ich für meinen Teil weiß, wovon er diesbezüglich spricht und bekomme beim Gedanken an meine wunderbaren Erfahrungen hinsichtlichs Herren schwarzer Hautfarbe einen blödverträumtglücklichsehnsuchtsvollen Blick …

    Ach, was ist diese Welt ein trister, banaler Ort geworden. Meine Großmutter hatte mit 95 mehr Lebensfreude, Humor und Witz als diese jungen Dinger heutzutage, die vor lauter Empörung schon mit 25 reden und aussehen als würden sie stündlich ein Glas Essig trinken. Gräßlich. Was bin ich froh, daß ich noch so viel hemmungslose Freude im Leben haben durfte, ohne den ganzen hochanständigen Schmarrn, der einem heute bald schon jeden Gedanken vermiest, daß es locker für 30 Jahre zauberhafteste Erinnerungen im Alter reicht, wenn die Schwerkraft diesen Körper endgültig besiegt hat und außer der Pflegekraft niemand mehr ran will, und die nur, weil sie dafür bezahlt wird und halt muß.

    Leute wie Milo gehen nicht unter.

    Unsereins fällt mal kurzzeitig das Diadem aus dem aufgetufften Dutt in den Dreck der Gosse, das wird dann sacht aufgehoben, abgewischt, neu aufgesetzt, gerichtet und dann wird weiterstolziert, nachdem man sich aus der peinlichen Situation wieder herausgerafft hat.

    Wenn die Welt untergeht, überleben Ratten, Schaben und Tunten.

    • „Das großartigste an dieser Zeit ist doch, daß diese ganzen linksbizarren Totalbekloppten noch viel spießiger, elend spaßbremsig und moralinsaurer sind als die schlimmsten Betschwestern aus Hinterholper,“

      Heute haben ein Zwangsgebührenschmarotzer und ein Netzschnorrer zusammen mit einer Linken versucht, einen Büchertisch mit von ihnen unerwäünschter Literatur mit einem Shitstorm zu verhindern. Wen das an SA-Methoden erinnert, liegt jetzt nicht absolut falsch. Wenn man dieser Gosse einmal nachgibt, fordern sie das nächste Mal die komplette Entfernung solcher Bücher aus den Geschäften. Grossvater wäre stolz auf sie.

    • Kaum ...
      … nimmt man sich drei Tage Auszeit vom Internet, verpasst man solche Aktionen wie von Don Alphonso beschrieben.

      Ist das irgendwo nachzulesen?

    • ha-be.keine@t-online.de
      @Don Alphonso, 4. März 2017 um 02:47 Uhr

      Wer waren denn die edlen Kämpfer wider die Bücher, die so teuflisch sind, dass ihnen darüber die Luft und die Spucke ausging, so dass sie gleich schreien und auf diese geifern mussten? Einer der nicht unwichtigsten Erträge der genauen Beobachtung publizistischer Kreise ist es, dass man sich dabei eine Ehrengarde zusammenstellt mit Kanonen, deren besonderen Knall man sich nicht mehr antun muss.

    • Es ist sicher nicht ganz ungewöhnlich bei der Kulturbetriebsmafia, dass so etwas passiert – das ist die Kehrseite des Systems, das Wortabsonderinnen wie Nora Bossong nach oben spült.

    • @ JHM-ja wo tragen Sie denn Ihr Diadem?
      Meine Großmutter steckte allenfalls so einen kurzen gebogenen Kamm in den Dutt.
      .
      Aber wie recht Sie haben mit Ihren Beobachtung und der damit verbundenen Einstellung. Deshalb ergriff mich auch eine solche innere Genugtuung als bei dem hochschullehrenden grünen Volksverdünnungsherbeisehner oben an der Straße des nachts eine Abordnung des Verdünnungspotenzial vorbeischaute. Er grüßte schon vorher nicht und ich ihn auch nicht. Aber jetzt setze ich zumindest ein mildes Lächeln auf wenn ich ihn bei der Kehrwoche auf dem Trottoire erwische.
      (DdH)

    • Das wird übrigens auch bald ein Thema. Migration sorgt für Boom bei einbrichsicheren Fenstern und Nachhilfeunterricht.

    • "Grossvater wäre stolz auf sie"
      Wenn man sich die Familienbiographien dieser Leute ansieht, dann findet sich in der Tat bei den notorischen Nazijägern ein hoher Anteil ehem. Treiber und Hätten-wir-das-gewußt-Mitläufer,- kurz: Nazis!
      Odo Marquard sprach von einem konversions- neurotischen „verspäteten Ungehorsam“ der Folgegenerationen.
      Wie er auch die linke Apologetik insgesamt als „Fortsetzung der Dummheit unter Verwendung der Intelligenz als Mittel“ treffend stigmatisierte.

    • The grizzly Wo-Man from C.A.M.P.
      … Gut gebrüllt, @ JHM.
      ·
      Ich war 14, als der vom WDR in Auftrag gegebene Film »Nicht der Homosexuelle ist pervers, …« (Praunheim, Dannecker) Initialzündung für die Schwulenbewegung in Deutschland war.
      ·
      Was folgte (wie im Rep. Club, Köln [Anarchos bis FDP-Jgd.]): APO-studentenbewegte Spaltungen und erste Gruppenbildungen für Schwulenintegration, orthod. Marxismus und radikalen Feminismus …
      ·
      … da hab’ ich mir mit 16 erst ‚mal (bei »Herrenmoden DON« am Rudolfplatz) einen lilafarbenen Anzug gekauft … mit 18 kam dann »sich die Fresse polieren lassen« dazu …
      ·
      ·
      ·
      The Plunderer gets plundered by the Plunderer:
      Von Anfang an wurden subversive Tunten die das Muster der Linken* für die Schwulenbewegung kopierten, durch die sich zu autoritären Polit-Schwuchteln mausernden Funktionäre, verdrängt.

      * Der große Teil der damaligen Linken haßte die Schwulen wie die Pest.
      ·
      ·
      ·
      Diederichsen blasiert zitiert wünscht schönen Susan Sontag:
      ·
      … Camp … Moment der Störung … Erweiterung … Stigmatisieren …
      ·
      … Dieser Camp-Komplex … transversal … hat … seine … Zeit, die zwar ausfranst, aber heute an ein Ende gekommen zu sein scheint …«
      ·
      Diedrich Diederichsen ▸ http://www.pop-zeitschrift.de/2014/10/20/camp-gesichterlekturen-backstagewissen-peinlichkeitsregimevon-diedrich-diederichsen20-10-2014/
      Pop. Kultur und Kritik Heft 4, Frühling 2014, S. 133–151
      ·
      »Golden Years. Materialien und Positionen zu queerer Subkultur und Avantgarde zwischen 1959 und 1974«, Graz: Edition Camera Austria, 2006
      ·
      »Loving The Alien. Science Fiction, Diaspora, Multikultur«, Berlin: ID Verlag, 1998

      P.S.: Denk ich an Niggemeier in der Nacht …

    • "Verspäteter Ungehorsam"
      Ist natürlich zu harmlos. Die Wahrheit ist doch, dass diese zutiefst Überflüssigen zum Widerstand gegen Strohpuppen kreischen, die sie in den Raum stellen, um ihre totalitären Gesinnungen durchzusetzen, die sich nur in Details der Ausführung von denen ihrer schneidigen (NS) oder akribischen (DDR-S) Vorfahren unterscheiden.

    • @Sirisee "gegen Strohpuppen kreischen"
      bedeutet dann aber explizit, daß Etliches des sogen. öffentlichen „Diskurses“ unter Ägidie des Linksmainstream nichts als eine Pseudodiskussion, eben eher eine futile Therapie einer Konverionsneurose ist.
      Unsere Probleme sind nicht „#nazis“ und eine #Wiederkehr des nazismus, sondern ein Großteil unserer Probleme resultiert aus einer Verkennung des Realen als Wiederkehr.

    • @P. Feldmann
      Das stimmt. Das ist angewandter Konstruktivismus und es ist nicht das erste Mal, dass vulgarisierte Erkenntnistheorie sich verheerend auswirkt, man denke nur an den Hegel’schen Weltgeist oder die „Dialektik“; das sind alles potentiell erkenntnisfördende Konzepte, die bei eher den primitiv gestrickten Schramms & Co. unweigerlich zur Vernagelung führen (gewissermaßen ein Overflow-Error)

      Damit sei nicht gesagt, dass es keine Irren, wie die NSU-Typen und ihr Umfeld gibt, aber das sind halt offensichtlich Irre.

    • Haben sie es nicht eine Nummer weniger dumm?
      „Der große Teil der damaligen Linken haßte die Schwulen wie die Pest.“

      Sie müssen ja einen eigenartigen Umgang gehabt haben….

    • Meine Großmutter hatte mit 95 mehr Lebensfreude....
      Meine nicht, meine Mutter ebensowenig,
      also hatte ich (fast) glücklose Vorbilder.
      Das Problem heut zu Tage könnte sein das einem so viel um die Ohren pfeift das man sich ggf dann doch lieber zurückzieht.

      Die Variante:Ich suche mir meine Nischen ist ggf die günstigere wenn man sie sich selbst erarbeitet. Am Besten wie Don A. von einer guten Grundlage ausgehend, die bekanntlich nicht jeder hat.
      Die Variante meine Nische lebe ich mit dem Holzhammer
      kann dazu führen das ich immer wieder auf Baseballschläger treffe.

      Es könnte sein das die pseudoliberalen Holzhämmer langsam in die
      Defensive geraten da es in Mehrheitsgesellschaften idR viel mehr
      Basballschläger gibt.

      PS ich gehe davon aus das bei Schwarmvögeln oder Herdentieren
      jene mit Fehlfarben auch weggebissen werden.
      Menschen sind in dem Punkt oft nicht anders.

      Das sich jene mit den „Fehlfarben“ zusammentun ist wahrscheinlich auch nicht die beste Lösung. Viele glauben das aber.

  37. Mohren allerorten
    Leute wie Yiannopoulos und Penny werden geschätzt, genutzt usw. und wenn solche von der wahren Lehre abweichen, werden solche eben in den Orkus verstossen.

    Das ist leider üblich und nichts Neues.

    Glaubt denn Wizorek wirklich, sie könnte an denselben Fleischtöpfen naschen, wenn Schwesig nach der nächsten Bundestagswahl nicht mehr über diese Töpfe verfügen könnte? Oder glaubt eine der vielen Anhängerinnen, Wizorek würde diese nicht als reine Mohren ihres Wohlergehens sehen?

    So sind die Dinge nunmal immerzu – der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehn.

    • Für Wizorek geht es bei der Wahl um alles – ihre Förderin hat sich ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert und ist sicher eines der schwächsten Regierungsmitglieder neben dem Siggi, Maas, Dobrindt, der Datenschutzbeauftragten und Ozoguz.

  38. Titel eingeben
    @ Don Alphonso

    Ich vermute das soll nun irgendwie charmant sein?
    Als ich hier mal polemisch wurde wurde mir mitgeteilt: „Damit kann ich nichts anfangen. Was soll das sein?“.

    Ähnlich geht es mir grade.

  39. Titel eingeben
    @ JHM

    „Ich für meinen Teil weiß, wovon er diesbezüglich spricht und bekomme beim Gedanken an meine wunderbaren Erfahrungen hinsichtlichs Herren schwarzer Hautfarbe einen blödverträumtglücklichsehnsuchtsvollen Blick …“

    Ich glaube Sie zu kennen aus einem anderen Forum. Wiesaussieht.de nennt sich das und ist derzeit offline weil der FAZ Journalist Frank Lübberding anscheinend (leider) über irgendwas nachdenken muss.

    In diesem Forum haben Sie sich allerdings keineswegs so tolerant gezeigt.
    Als ich dort einen Comic von Ralf König verlinkte (http://www.ralf-koenig.de/dschinn-dschinn-2-schleierzwang.html) teilten Sie mir mit, dass sei wirklich nur was für Tunten wie eben Ralf König.
    Nun plötzlich sind Sie ein großer Fan der schwarzen Hautfarbe?
    Wie kommt’s?

    Ich denke mal, [ahem. Bitte bringen Sie mich nicht in Schwierigkeiten. Danke. Don].

    • Lübberding
      @bleistift, 4. März 2017 um 03:38 Uhr

      Bei Lübberding gab es wohl letztes Jahr einen Todesfall in der nahen Familie; daraufhin kann man seine Gewohnheiten schon etwas verändern. Viele der dort auf die Artikel hin eingehenden Repliken waren auch reichlich repetitiv, man mag vielleicht auch aus diesem Grunde irgendwann nicht mehr. Jedenfalls lieber einen Artikel von Lübberding als einen von Hütt in der FAZ, weil der Blickwinkel freier ist. Ich finde es sogar schade, dass er meist nur über mediale Rezeption von Ereignissen schreiben darf; er weiß weiß wohl auch zu diesen selbst Bedenkenswertes zu sagen.

    • Ich habe die Schliessung des Blogs - sehr - bedauert.
      Dort haben sich Rechts- und Linksradikale, Verschwörungstheoretiker, Sozialisten und Liberale lustvoll die Köpfe eingeschlagen, ohne dass der Gesprächsfaden jemals vollständig durchschnitten wurde. Die dortige huldvolle „Führung“ der Blogdiskussionen durch unseren Macht- und Männlichkeitstheoretiker Goodnight bedarf natürlich auch dringend lobender Hervorhebung :-).

      So kannte ich einmal politische Diskussion, lange ist es her … Zugegeben kein Safe Space, jede bekannte Netzfeministin wäre nach einem Tag mitdiskutieren reif für den Psychiater gewesen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • In the End, we'll remember not the words of our enemies, but the silence of our friends
      Yep, good old days. Der beste politische Blog ever, weil brutal force. Gewachsen aus der Ruine des besten Wirtschaftsblog ever (Weisgarnix).
      Ein einmaliger Ort, wo Linker Block mit Rechtsradikalen diskutierte, auch wenn 80% eher Anschreien war. Nichts für Mädchen, aber selbst ein von und zu Haupt hat meinem Frontalangriff stand gehalten. Ehre wem Ehre gebührt.

      Ps: Wo ist eigentlich Morph abgeblieben? Und all die anderen? Hat jemand noch etwas von Strobl gehört?

      Whatever, hier ist die Enklave der Kultur und der Bildung. Aber ein bisschen mehr Straight Talking wäre sinnvoll, auch wenn dann viele Damen die Flucht ergreifen würden.

  40. @TDV
    Falls Ihr Kommentar den kläglichen Versuch darstellt, einen auf Provocateur zu machen, sollten Sie sich meines Erachtens bedeckt halten, bis Sie zumindest die Kunst des Recherchierens und Gegenargumentierens erlernt haben. Falls Sie trotzdem schon mitdiskutieren wollen, dann gleichen Sie doch bitte Ihre mangelnden Rechtschreibfähigkeiten mit Niveau aus.

    Die sogenannte Dumpftusse unterscheidet zwischen PC und normalem Anstand. Milo löst ihres Erachtens die Grenzen zwischen beidem auf, womit jenen, die unter PC leiden, nicht geholfen ist. Ich muss Leslie Jones nicht politisch-korrekt gut finden, weil sie schwarz ist und wie eine übergewichtige Kampflesbe aussieht. Aber muss ich sie deswegen persönlich angreifen, weil ich ihre Arbeit scheiße fand und sie irgendwie mit PC zu tun hat?

    Das Problem ist, dass eine Botschaft immer auch einen Empfänger hat. Ein talentierter Redner, jemand mit Grips und einer Botschaft, sorgt dafür, von seinem Publikum möglichst in seinem Sinne verstanden zu werden — selbst wenn es bedeutet, auf Ironie verzichten zu müssen.

    Sie mögen das vielleicht in Dummheit verorten, wenn die Fangemeinde Ironie nicht versteht, doch tatsächlich sind rhetorische Mittel und die Interpretation von Worten eng mit der vorherrschenden Kultur verbunden. Falls Sie es nicht glauben, schauen Sie sich beispielsweise japanischen Humor an.

    Cathy Young erkennt in ihrem Kommentar durchaus Milos Leistungen an, kritisiert jedoch auch diverse Fehltritte Milos.

    • Wäre angenehm wenn sie sich Überflüssiges sparen und zum Punkt kommen?
      „Das Problem ist, dass eine Botschaft immer auch einen Empfänger hat. Ein talentierter Redner, jemand mit Grips und einer Botschaft, sorgt dafür, von seinem Publikum möglichst in seinem Sinne verstanden zu werden — selbst wenn es bedeutet, auf Ironie verzichten zu müssen.“

      Ein talentierter Redner ist einer den SIE für einen talentierten Redner halten? Z.B. Der BBC Reporter Cook, den Milo in einem Gespräch mal zur Sau gemacht hat…

      Es gibt eine Art von Rede bei der es den Redenden nicht die Bohne intressiert ob alle Dösköppe mit bekommen was er da eigentlich meint. Und ich gehöre zu denen die des öfteres versuchen so gut sie es denn könnne, genau in dem Stil zu schreiben….

  41. Direkt aus den Vereinigten Staaten
    Das Schicksal hat mich dieser Tage Für mehrere Wochen in die Mitte der Vereinigten Staaten verschlagen, New Mexiko, der amerikanische Bundesstaat, nicht das Land, welches Trump mit einer Mauer schützen will. Hier treffe ich Menschen, denen ich in dem überaufgeklärten Umkreis voon Amsterdam nie begegnen würde. Wenn ich mir einen Spaß machen will, frage ich: ‘does the name, Mrs. Merkel, mean anything to you?’ Madame Merkel und ihre deutschen Parteifans wären sehr enttäuscht, wenn sie das Ergebnis meiner spontanen Umfrage erfahren würden.
    .
    Weil das hier naheliegend ist, schneide ich auch Trump und seinen Plan, nuklear aufzurüsten, an. Dann frage ich: ‘How will the human race avoid a global nuclear war given such attitude?’ Heute bekam ich eine sehr überzeugende Antwort: ‘It’s written in the bible, Jesus will come back to Earth and safe us.’ Als Europäer bin ich schon sehr interessiert, mir vorzustellen, wann und wie Jesus diesen Mist aufräumen will.

    • ES GIBT NUR EINEN WEG, DAS HERAUSZUFINDEN!

    • Trumps "Watergate"
      Obama habe sein Telefon abgehört, so der neuste Twitter von Trump. Und das während des „heiligen Wahlkampfes“. Ist da was dran oder mal wieder ein Ablenkungsmanöver?
      Der „POTUS“ soll sich jetzt gefälligst mal auf den Hosenboden setzen und seinen Job machen. Nicht nur ein zweifelhaftes Dekret nach dem anderen unterzeichen. Sondern z.B. für die Jobs zu sorgen, die er seiner Klientel doch versprochen hat. Die 100 Tage Karänzzeit laufen so langsam ab.

      Und weil ich mich grad zu Wort melde und weil es immer auch in diesem Blog das Thema ist: Ihr lieben Herren, der Femminismus, ist nicht das Grundübel. In seiner Anfangszeit hatte er sehr wohl seine Berechtigung. Im Grunde ging es doch um Gleichberechtigung nicht um Gleichmacherei oder Umkehr der Machtverhältnisse. So zumindest mein Verständnis und das vieler anderer Frauen auch. Mittlerweile lassen mich manche Tendenzen aber wirklich schaudern. Ganz fatal finde ich den Schulterschluss einiger Protagonistinnen mit dem „Kopftuch-(und Scharia)-Islam“. „Emanzipation“ unter dem Hijab. Nein, da mach ich nicht mit! Es gibt sie aber immer noch, stolze und freidenkende Frauen. Für die Männer, auch die „alten weißen Säcke“ (hahaha), nicht das Feindbild sind. So, das musst mal gesagt werden.

    • L.H.
      Jeder sollte California und New York kennen…
      Aber jeder der Amerika wirklich kennen will, der muss mit dem Auto mindestens einmal quer durch und einen der Südstaaten besuchen, und zwar nicht von der Autobahn aus.
      Wer Arizona/New Mexico kennt (und nicht nur Phoenix), der weiss was man sich an den Clintons eingehandelt hatte….

      Und trotzdem…. was für ein unfassbar wunderbares Land.
      Für einen Besuch!

  42. Eine absurde POESIE DER POLITIK.
    Man müsste eine Sternenleiche wiedergebären, sozusagen als Blindschleiche, da sie tief ins Herz eingelassen
    schlummert für eine Ewigkeit und plötzlich die unbekannte Sichtung wagt für das Großartige alles Sonnenhaften,
    deren Herzensblick das Weltall durchstrahlt.
    Der Geschichtsraum, verlassen von allen guten Geistern, („die Erde ist ein Irrstern“; Martin Heidegger),
    irrt im Wohlanständigen des Wohlstands der Gutheit für alle. Das Rechte als Komplement der Linken hat keine präpositionale Substanz in den Medien mehr aufzubieten, da diese die linksliberale Kleinbürgerlichkeit im
    Weltmaßstab denken., und die philosophisch relativ dürftige Sprache des Englischen, für die Schlechtgebildeten zur lingua franca wurde, so daß sich gleichsam alle ein bisschen wie Hochgebildete fühlen dürfen.
    Dies ist ein großer Erfolg der Sozialwissenschaften.
    Was soll da noch Russland oder das Lakeientum der Deutschen, die als erstes den Antisemitismus Heideggers sehen,
    und nicht ihre tiefe Beklopptheit nach all den intellektuellen Nachkriegberappelungen zur neuen Unschuld vom deut-
    schen Lande mit Rock`n Roll und Neubildungen der Bildung, die vieles vergessen und inauguriert durch die neuen Rectores, absichtlich weggelassen hat.
    Dagegen das heraklitische Überfließen der Gegensätze zum Äquilibrium der letztlich entropischen Machtdestabili-
    sierung, da es keine Hautenge der explodierenden Körper als Rockschmus, Konsum und Hollywood geben kann.
    Diese Art der stetigen Komplimentierungen ist für „normal Sterbliche“ des wissenschaftlichen Positivums von
    beschreibender Aufklärung in poetischen Leerräumen des Umschlagens, kaum ertragbar, da das substantiierte
    Wissen durchaus heideggerisch, temporalisierte Verbalisierungen jenseits hegelianischer Linearität erfährt.

    „Ich habe in meiner ‚Genealogie der Moral‘ zum ersten Male den Gegensatz-Begriff einer vornehmen Moral und einer Ressentiment-Moral psychologisch vorgeführt, letztere aus dem Nein gegen die erstere entsprungen: aber dies ist die jüdisch-christliche Moral ganz und gar.“ F. Nietzsche.
    Noch schlimmer wäre die Vorstellung, dass das Monströse paulinaschen Ursprungs, einen sehr wesentlichen Anteil
    an der Geburtsszene der Moderne beinhaltet, insofern jedem durch Taufe die Teilhabe am Göttlichen konzediert wird; und erst daraus die Techniken entstehen, mit Hilfe der eingesunkenen germanisch-keltischen Könige, die sich
    von Schrift/rollen überzeugen ließen und dann nolens volens durch ihre Kampfkraft das Christentum in die Höhe aller Herrschaft katapultierten.
    Insofern wäre kein Antisemitismus gerechtfertigt, da der eigentliche Gewaltakt der Durchsetzung des Christentums, durch die germanisch-(keltischen)-fränkischen-normannischer Stämme erfolgte.
    Aber Nietzsche nannte schon den „Intellektualverbrecher“ Paulus als solchen, weil er aus seiner „Sklavenmoral“, das Heilige für sich als Wille zur Macht benutzte und sofort „weltweit“ in die Gegenden streute, als wäre es ein Nichts, nur durch die Taufe gehoben, in eine erste Abstraktheit, die sich per platonisch-sokratischem Denken zur Metaphysik des Aristoteles (und lateinischen Übersetzung und Verfälschung) erhob und schließlich die Sicherungssysteme zur Raumfahrt des Technischen löste:

    http://www.ruhr-uni-bochum.de/ifm/_downloads/hoerl/hoerl_2006_heidegger_und_die_roemer.pdf

    (Die Kelten zeichneten sich durch eine vollkommen eigene Seinsweise aus, die einem asiatischen Modus glich).
    Seit Karl dem Großen ist das (paulinesche) Christentum mit seiner übernationalen Naturentfernung im Lauf der Geschichte des Go West angekommen.
    Welche vielleicht noch durch nationale Eigenarten der echten „katholischen“ Mystik verlangsamt werden konnte (Meister Eckehart). Descartes will ich hier nicht weiter erläutern.

    – In den Industriegesellschaften kommt das Inkarnationsprojekt in seine Vollendung (Hegels Gegenwart des Absoluten)
    – der Moderne der heutigen Form des progressiven Chaos. Wuchernde und wahllose (wehrlose) Multikulturalisierung.
    .- Die moderne Ökonomie hat sich im Zuge dieser Bewegung ausgebildet.
    – In der Kälte der Techniken und in der Durchsetzung des modernen Vernunftstaates sieht Hegel die Gegenwart des Absoluten erreicht. …
    also die Inkarnierung des Todes als Programmstruktur für die gesamte Erde.

    – Das (paulinische) Christentum ist die verheerendste Organisation des Religiösen und führt aufgrund der
    – Ihm eigenen Konfusion zu unglaublichen Rückschritten oder Gewaltsamkeiten.
    – Kaiser Julian der Abtrünnige, der christlich erzogen wurde und zum Heidentum zurückkehrte, schrieb in
    – Einem berühmten Text, daß das Christentum jede Ordnung zerstöre, und es unmöglich mache zu wissen,
    – Was heilig ist und profan.
    Insofern wäre die Vorstellung eines erneuten Weltkrieges durchaus heilsam, da Dekadenzvorstellungen
    bezüglich der Moderne überhand nehmen. Das Beklopptentum in Wissenschaft und Politik hat nichts Besseres als
    weiter GO –WEST zu bieten.
    Im eigensten Interesse der Europäer liegt es jetzt die EU endlich aufzulösen, und damit die Zukunft offen zu halten.
    Und praktikablen Verbindungen Raum zu schaffen.
    Vielleicht ein äquidistantes, „finnlandisiertes“ Deutschland (ohne Natomitgliedschaft), welches die Go-West –Be-
    wegung desweiteren verlangsamen könnte (bis zum allgemeine Zusammenbruch, und dann die russischen Kartoffeln ihrer Subsistenzwirtschaft).
    Wäre auch mal aus historischen Gründen interessant GO – OST!
    Deutschland und Russland (und China) könnten eine neue seinsgeschichtliche Repräsentatio der Coincidentia Oppositorum wagen!

    Die USA werden es in Zukunft auf Grund der Zusammensetzung ihrer Bevölkerungsverhältnisse nur sehr schwer schaffen! und nur mit Donald.
    Die Jurtenbewegung innerhalb der „Linken“, kommt mir sehr entgegen, denn dann sind die Germanen – Slaven –
    Asiaten – Indianer erstmals in ihrer wirklichen Nähe zueinander in einem h

    • Die SONNE scheint hier:
      [Ich habe freundlich gebeteb, diesen Youtube-Linkmüll sein zu lassen. Bitte wie auch andere Linkschleuderei. Ich muss diesen Müll nämlich jeden mal anschauen und es ist sinnlose Arbeit für Zeug, das ich – versteht das jetzt jeder? – für Dreck halte. Auch epochtimes, ND, PI, Bild: Es nervt. Don.]

      Und nun bitte nicht gleich einen Herzkasper bekommen:
      https://www.neues-deutsch land.de/artikel/1043336.es-geht-nicht-um-die-frage-wer-wen.html#c88732

    • Zur [Klammertextanmerkung] knapp oben drüber:
      Sie hatten im Eingangssatz J’n’D erwähnt. Nun gibt’s von denen etwas, was man als Anfangsanregung für Ihre Kurvenraserei verstehen könnte:

      QxWBDffTZGA

      Sind diese Duschlauchvariablen, die zwar noch kein Link sind, jedoch problemlos dorthin ergänzt werden können, hier noch gelitten? Wie sieht’s mit Yourepeatausschnitten aus: Müssen Sie sich dann doch zeitraubend das ganze Werk antun?

      Vielleicht könnten Sie zum nämlichen Behufe und zum Lutherjahr weblogeingangs so ’ne Art Thesenbeipackzettel anschlagen…

  43. Sorry
    Lieber Don Alphonso,

    wollte nicht beim letzten Thema landen.
    Der Text wäre mit Absatz und You Tube über 6000
    Zeichen gewesen.

    Bitte um Nachsicht PvK.

    • 6000 ist a bisserl viel… erfahrungsgemäss gibt es, je länger ein Kommentar wird, immer mal wieder Probleme beim Übertragen. Ausserdem zerreisst sowas den Kommentarstrang, und wenige gehen nach meiner Erfahrung darauf ein.

    • Titel eingeben
      Kann man es nicht unterlassen, hier modische Popmusikvideos zu verlinken?
      Eine neue hinreißende Aufnahme von z.B. Marco Beasley, die man noch nicht kennt, das ja. Aber Ramstein?

    • KLaus-----
      Sie belieben zu scherzen….

      Ich liebe Leute die ihren Geschmack allen vorschreiben wollen.

  44. @ TDV sagte am 4. März 2017 um 00:29 Uhr
    Diese amerikanischen Kasperlestheater gehen mir sonst wo vorbei, gestehe sogar, daß ich keine Ahnung davon habe, über was hier geredet wird. Milo, mit diesem Begriff verband ich bisher die Aphrodite von Melos.
    .
    Aber TDV sagte da etwas:
    „…..und völliger Abwesenheit von Wissen über das Leben weniger dummer Zivilisationen beruht.“
    .
    Daher wundere ich mich auch darüber, daß in den letzten Jahren vermehrt amerikanische (na gut, auch britische, aber die sind gut) Wissenschaftler unter den heftigsten Mienenspiel und offensichtlich innerer Erregung über den Bildschirm flimmern um uns die Babylonier, Ägypter, römische Architektur wie die Cloaca Maxima und Hadriansbäder, die Wikinger und Kelten bis hin zu Martin Luther erklären.
    .
    Wo sind unsere Schliemänner nur hin?
    (DdH)

    • [Veery short, on the road, with a tablet]
      Haben Sie das auch schon gemerkt!?
      Das Land der Dichter und Denker rollt langsam in den Abgrund.
      Fragen Sie mal die Kultusbehörden, warum sie so entschieden daran arbeiten, NCLB mit NPSU zu verbinden.
      (No Performer Stays Upfront)

      In NRW gibt es derzeit viel Geld um aus mittelschlechten Schülern Spitzenleister zu machen, explizit vorbei an den Begabten.

    • Wo sind unsere Schliemänner (und Zuses und Plancks und ...
      nur hin?

      U. a. von der Frauenquote weggemobbt. Näheres erfahren Sie, wenn Sie gelegentlich bei Herrn Danisch vorbeischauen.

    • Weltschmerz
      „Wo sind unsere Schliemänner nur hin?“

      Profis geworden, wie Nikolai Grube, der Archäologe, der die Maya Schriften entziffert hat und nun Kurator der Ausstellung in Speyer ist?

      Ich kann den Weltschmerz der Herren hier ja nachvollziehen, aber man sollte sich von seinen Gefühlen nicht blenden lassen. An politischen Weltanschauungen verblödet man immer, ganz gleich wie diese beschaffen sind.

    • Un peu....
      „…amerikanische Wissenschaftler unter den heftigsten Mienenspiel und offensichtlich innerer Erregung…“

      VIelleicht hat es ja was damit zu tun?

      https://s12.postimg.org/lsra4xca5/world_map.jpg

  45. Selbstkritik fordern
    Oha, da hat Frau Penny, bzw. ihr Autoren-Ich, die Instinkte ihrer Crowd wohl falsch eingeschätzt, deren Opferehrgeiz, als bevorzugter Gegenstand von Humanisierung und Differenzierung zu dienen. Gerade noch hatten sie so schön für ihre Menschenwürde auf die Lost Boys eingeschlagen, nun kommt so eine weiße, erfolgreiche Autorin daher und gibt denen eine Geschichte und lamentiert, diese Täter wären im Grunde auch nur Opfer.

    Auch wenn Pennys i.ü. gut geschriebener Text nicht gerade rechtsabweichlerisch gemeint ist, blockiert er doch die Sache der Einheitsfront und ist natürlich taktisch falsch. Privilegiencheck und Selbstkritik sind da noch das mindeste, was ein aufrechter, linksliberaler Bolschewist von ihr verlangen kann.

    • Das ist eine Art Kambodscha. Wer zu hoch ist, wird niedergeschlagen. Penny nimmt die aufmerksamkeit den anderen weg, also muss sie weg. Das hat sich schon seit 2 Jahren langsam aufgebaut, jetzt kommt es halt in aller Härte, weil man sie auf dem falschen Fuss erwischt hat.

      Auf der anderen Seite: Ihre bücher sind so irre, sie werden sogar von Oktoberfestlügnerinnen kopiert. Zeit, es als etwas Neues zu versuchen.

    • Die alte Welt
      Die Roten Khmer hatten schon ein sehr eigenes Psychogramm, die wollten eine Stunde Null, um ihr altes Khmer Imperium mit toughen Steinzeitmenschen, statt mit verwöhnten Städtern, wieder aufzubauen.

      Aus Sicht eines klassen- und geschichtsbewussten Europäers, sind egalitäre 3-te Welt Bewegungen wohl nicht weit davon entfernt, wenn auch weniger ambitioniert, denn der Reichsgedanke ist ihnen wesensfremd. Die wollen keine Hochkultur, auch keine alte, die der Dschungel längst in sich aufgenommen hat. Freiheit ist da bloß die Abwesenheit von Schmerz, Erniedrigung und Arroganz der anderen. Letzteres ist wiederum nicht weit entfernt von diesem eigentümlichen, muslimischen Stolz. Die Religion füllt da, glaube ich, nur eine Lücke, um dem Stolz eine Bezug, einen Anker zu geben. Wenn man sonst nichts hat und nichts kann, dann hat man immerhin noch den richtigen Glauben. In dem Maße, wie das Bürgertum und dessen Identifikation mit Beruf und Bildung schrumpft, bekommen wir das auch in Deutschland bekommen, ob nun mit Muslimen oder säkularisierten Protestanten.

      Ich schreibe das übrigens gerade aus Sevilla, einer Stadt, in der man Moderne und Postmoderne verwesen lässt. Offenbar braucht man beides nicht. Alles wesentliche konzentriert sich im ausgedehnten Labyrinth der alten Welt, die jeden Tag aufs neue gepflegt wird.

    • ein "sehr eigenes Psychogramm"
      wo ist denn der Unterschied bitte, zu Konzepten von Gesellschaften, wo alle die „nun einmal da sind“ da zu bleiben haben, weil alle sich gegenseitig bereichern und „gleiche Menschen“ seien, wenn Hass und Hate im Neuen Menschen überwunden werden.

      Das ist schlicht die Grundformel für grünlinke sozialistische Gesellschaftsexperimente und wir in D stecken aktuell mitten in einem drin.

  46. Liberale, der gemeinsame Feind
    Oscar Wilde hätte sicher auch noch ein paar spitze Federn für linke und rechte Spießer, zwischen denen wir uns letztlich auch in Deutschland entscheiden dürfen. Für freie Geister gibt es keine Mehrheiten, weil Intellekt nicht verstanden wird. Und auch, weil selbst nur wenige echte Liberale mit Macht vernünftig umgehen können.

    • Die US-Amerikaner
      gelten als traditionell oberflächlich und sind ggf. zu dumm, Ironie zu verstehen. Jedenfalls nach dem, wie hier hier die uralten Stimmungsmacher rezitiert wurden. Mag teilweise zutreffen, aber ob das der Punkt ist?

      Freiheit haben die Amerikaner verstanden. Der Ursprung dieser Idee liegt in der historischen Flucht aus Europa. Versuchen Sie in einem europäischen Land zu sagen: „Du kanst tun was Du möchtest, dies ist ein freies Land“.

      Es ergibt nicht den geringsten Sinn, niemand würde es verstehen. Man kann sich aber sofort vorstellen, wie sich die Stirnen in Falten legen. Freiheit ist negativ konnotiert. Europas angeblich hohes Selbstreflektionsniveau, das tiefschürfende Denken, die Kulturbeflissenheit: Auch nur das Abspulen von Ressentiments und Tiraden. Eben der eigenen Art.

  47. Nach Hitler, Stalin, und den übrigen Kranken, wäre es doch eher
    längst zeit, etwas anders , als total Kranke in den Vordergrund zu rücken.

    Aber, NEIN , lieber noch kaputtere Figuren, gerade, wo das Dach brennt, wo es um die Wurst geht……

    • Wer, Herr Moser?
      Das frage ich mich jetzt.
      Wenn ich an Trump und Merkel denke, hätte ich ein klares Bild darüber wer von beiden abgedrehter ist.

  48. Da, in solche Kerben zwischen Wissenschaft und Prätention ist Milo Yiannopoulos reingegrätscht
    und da lag er absolut richtig.

    Die Amerikaner sind in Sachen IQ-Lücke zwischen Schwarz und Weiss z. B. in einer Selbstlähmung befangen und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht – arme wie reiche – auch junge, auch priviligierte Amerikaner.

    Ok – wie Waugh reagiert hätte auf diese Situation vermag ich nicht zu sagen. Bei Heine trau ich mich: Er hätte das mit Freuden aufgespießt und mit Sottisen ohne Ende verziert – mit allergrößtem Behagen:

    Kuckst Du da – es spricht eine Princeton-Professorin für biologische Anthropologie über den wissenschaftlich hochrenomierten Autor Charles Murray (The Bell Curve), die zugibt, dass sie die Fachliteratur halt nicht zur Kenntnis nimmt, oder eben in Zusammenfasssunen („abstracts“), weil ihr ihre Zeit zu schade ist – für genuine Fragestellungen ihres Faches! Stattdessen organisiert sie lieber Protestkundgebunden gegen solche missliebigen Fakten und deren Verbreiter!
    Oh – und dann die deutsche Empörung über Fox-News – der Fox-News Mann ist sehr informiert und sehr auf Zack und sehr höflich mit der Schwarzen Madame ist er auch noch, keine Spur von Mohren-Verhöhnung: Kuckst Du da:

    http://www.foxnews.com/on-air/tucker-carlson-tonight/index.html#/v/5347318924001

  49. Heldengendern
    Während Sie hier in Ihrem intellektuellen Elfenbeinturm schöngeistigem aber unnützem Luxuszeitvertreib frönen, tobt draußen, vor Ihrer Tür ein echter Krieg und Sie haben mal wieder nichts mitgekriegt.
    Da donnern die Hallen von den Schlachtliedern: „Maikäfer flieg, WikiPedia ist im Krieg, ein Krieg der ist in WikiPedialand, 60 Stunden hat’s gebrannt, Maikäfer flieg“.
    Die Washington Post schreibt, ich zitiere: „The debate has spilled into the broader Internet, where a Heat Street writer complained of “cultural marxists” bent on “turning one of pop culture’s most iconic men into a gender fluid abomination.”
    Was ist passiert? Trump schwul geworden? Trump und Milo ein Paar? Nein, noch schlimmer, viel Schlimmer:
    Garfield wurde gegendert! In WikiPedia!!
    Wohin soll das noch alles führen!!

    https://www.washingtonpost.com/news/comic-riffs/wp/2017/03/01/is-garfield-a-boy-how-a-cartoon-cats-gender-identity-sparked-a-war-on-wikipedia/?utm_term=.b9e75a8785f7

    • Ach, der Verursacher ist ein Schmierfink von der Gossen-Vice – warten Sie fünf Jahre, dann gibt es dem seine Plsttform nicht mehr und er hat ganz andere Probleme in seinem Dasein. Vielleicht darf er dann gerade noch an der mexikanischen Grenze Beton mischen. Das mit diesen Millienials wird sich schon einrenken.

  50. Oscar Wilde wurde noch eingesperrt
    Achtzig Prozent der Deutschen wählen die (links-)liberale Mitte, bestehend aus CDU, SPD, Grünen und Linkspartei. Vermutlich wird Frau Merkel wiedergewählt werden, weil die Mehrheit es so möchte. Damals, in der Schockstarre der sog. „Geistig-moralischen Wende“, hätten wir uns sehr gefreut darüber, dass das Linksliberale mehr denn je mainstream wird. Auch ist die Sache des Feminismus wesentlich weitergekommen. Niemand kann es mir verdenken, die Welt gestalten zu wollen nach Werten, die ich richtig finde, und mich zu befreien aus der Unterdrückung. Selbstredend ist die Gefahr der Heuchelei größer, das Eis dünner, da mein Handeln naturgemäß an anderen Maßstäben gemessen wird als das des rechten Chauvinisten. Da kotzt es sich befreiter. Selbstredend gibt es im Feminismus Machtgelüste, gepaart mit ängstlichen Reflexen. Es braucht noch ein paar Jahre eines feministischen Selbstverständnisses, bis die Gefahr des rechten Chauvinisten als nicht übermächtig erkannt wird.

    • Ihre Illusionen möcht ich haben....
      da sie es anscheinend noch nicht gemerkt haben, die veröffentlichte Meinung, in Person des Vorreiters SPON hat sich entschieden Schulz zu puschen. Sie können also getrost davon ausgehen dass er, wenn es nicht zu einem grösseren Beben kommt, der nächste Kanzler sein wird.
      Auf deutschem linkem und rechtem Spiesser Niveau ist der sowas wie Hilary auf dem Dorf.
      Wie mit Merkel hat man dann man wieder personifiziertes Mittelmass, mit dem sich die Wählermasse identifizieren kann. Wofür gibt es schliesslich Demokratie? (Haben sie es gemerkt? Früher hätt ich Urnenpöbel gesagt, aber Worte wie Urnenpöbel, für die Deutschen benutze ich heute nicht mehr…)

      Der Unterschied zu Merkel werden wohl drei Monate länger ALG 1 sein, aber sonst nichts, und der Michel dreht sich beruhigt um und schläft wieder weiter

    • BS
      40% oder mehr waehlen NICHT!
      120% Wahlbeteiligung hat nicht mal die SED der Ulbrichts und Hohneggers hinbekommen!
      Ts ts ts!!!! Und die Sie meinen ansprechen zu muessen sind auch keine Doitschen, aber ja nu.
      „Frau“ Merkel, ja, ja, mit Mehrheit???
      Mathematik ist Glueckssache!
      Wie schlussfolgerte mein ehemaliger Mathelehrer Anfang der 70er, nachdem er verzweifelt versuchte, die Relation zwischen 50% und der Haelfte zu erklaeren?
      „Die groessere Haelfte hat es nicht verstanden“
      Muss nebenamtlich „Wahl“auszaehler gewesen sein! RiF

    • Die linksliberale Mitte
      entsendet Männer mit buntem Haarkleid
      zu Bundespräsidentenwahlen und schiebt
      ungewollte Zuwanderer die Schutz suchen
      nach Afghanistan ab.
      Über letzteres regen sich sogar ehemalige Bundeswehroffiziere
      auf die jetzt AfD Politiker sind.

      Welche Lebensperspektive haben wohl
      ehemalige Unterstützer der Bundeswehr
      wenn die Damen und Herren Taliban
      (Ich gehe davon aus deren Antrieb sind neben der Religion deren
      Familien) wieder die Oberhand gewinnen.

      Ich schlage folgendes vor:
      Man sollte damit aufhören die liberale Mitte zu spielen.
      vgl Beschimpfung Russlands wg Syrien und gleichzeitiger
      Aufstieg Russlands zu unserem wichtigsten Lieferland für
      Erdöl.
      Ich nehme an die Russlandsanktionen beziehen sich auf Krimsekt.

      Man könnte auch formulieren:
      Wir sind ein verlogener Sauhaufen, was den Schweinen
      natürlich nicht gerecht wird.

  51. Die Reaktion der Konservativen war vielleicht zu erwarten, aber die der 'liberalen' Presse?
    Was mich wirklich entstetzt hat, ist das Kommentar der sogenannten liberalen Medien. Die Washington Post zum Beispiel:

    „His free ride on free speech is over. (…) Milo Yiannopoulos claims to hate political correctness. He is about to feel the pain of living without its benefits.’

    Da gibt es also Schadenfreude von der Seite der PC Brigade, die umso mehr beunruhigend ist, weil es de facto die Meinungsfreiheit auf dem Prokrustusbett des politischen Korrektness opfert. So der WPost:

    „That fear — the worry that shutting up Yiannopoulos will make you look like an enemy of the First Amendment — faded over the weekend“

    Und angesichts der, vielleicht etwas subtileren, jedoch nicht weniger niederträchtiger Reaktionen in den europäischen Medien, bin ich mir nicht so sicher, ob wir nicht einen ähnlichen Gleichheitszwang ausgesetzt sind.

    • Ja, da wurde der Teufel erst aufgebaut und dann verbrannt. Aber ich denke, Milo wird zurückkommen. Und die PC-Brigarde hat längst ganz andere Probleme.

    • Das ist falsch...
      Es ging um Sex mit 13jährigen Jungen.

      Es dürfte hier ausser mir kaum noch jemanden geben, der das nicht als PC – Vergehen einordnet, oder?

      Ich kann da eine gewisse Heuchelei nicht übersehen…. weiss aber, dass eine Diskussion zu diesem Thema sogar hier verboten ist.

    • Der Punkt ist: Ich glaube, man sollte über das Thema reden dürfen. Es ist ein riesiger Unterschied, ob man dazu eine abweichende Meinung hat – was wir im Übrigen erlauben, wenn es um islamische Kinderehen geht – oder ob man bei einer Partei ist und Straffreiheit befürwortet, die die echten Kriminellen in der eigenen Partei schützen würde. Mir ist schon klar, dass das ein sehr schmaler Grat ist.

    • Ich plädiere beim Umgang mit Sex einfach erneut für die viktorianische Doppelmoral:
      Sex ist ausserhalb der Ehe verboten bzw. existiert nicht. Ansonsten kann man machen, was man will, solange möglich bleibt, das öffentlich abzustreiten. Dieses „machen, was man will“ bleibt unter der genannten Bedingung folgenlos, selbst wenn alle um einen herum wissen, dass es passierte.

      Scheint mir die einzig lebenspraktische Herangehensweise, seitdem ich erstaunt zur Kenntnis nehme, in welcher Geschwindigkeit auch weitgehend freie Gesellschaften wieder zu rigiderer Sexualmoral zurückfinden, die sogar ohne entsprechende Gesetzgebung über öffentlichen Druck durchgesetzt wird.

      Offenbar kann der Mensch mit Freiheit nicht umgehen. Man sollte ihm daher die Illusion geben, allen ginge es unter dem Diktat einer vordergründig rigiden Sexualmoral gleich schlecht. Mit der Freiheit für die Wagemutigeren, mit jedem Verstoss durchzukommen, solange der nicht zur Kenntnis genommen werden MUSS.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  52. Glauben wir wrklich, dass Europa noch relaxter ist?
    Eine distanzierte Diskussion über sexuelle Selbstbestimmung von Jugendlichen und den Unterschied zwischen Pädophilie und sexueller Attraktion älterer minderjähriger halte ich auch bei uns längst nicht mehr für möglich. Man erinnere sich nur des Shitstorms, der die Grünen zuletzt traf bezüglich der Beteiligung „pädophiler Plattformen“ in den 1970ern. Auch bei uns würde heute wohl eine Welle hasserfüllter Empörung über jeden hereinbrechen, der da irgendwie differenzieren wollte. Die Moralisten sind auch bei uns am Ruder (zumindest der veröffentlichten Meinung).

    • Die Debatte gibt es auch jetzt, wenngleich durch die Hintertür des Pornokonsums durch minderjährige, die sehr früh Zugang zu Material haben, das früher undenkbar war. Und dass der Mensch biologisch geschlechtsreif ist. bevor er 18 ist, ist biologisch ebenfalls klar. die Frage ist halt, wie geht man damit um, und da spielen Herrschaftsverhältnisse und Zustimmung eine grosse und wichtige Rolle. Die Debatte wird noch ganz sicher kommen (müssen), nur war die klar pädophile Grupppe bei den Grünen ein ganz anderes Kaliber. Daher der Ärger.


    • die Frage ist halt, wie geht man damit um,
      diese Frage hat sich schon immer gestellt, oder nicht?

    • @P Katz: Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen der Forderung
      nach gesetzlicher Freigabe von Sex zwischen Erwachsenen und Minderjährigen mit der Begründung „gut für die Minderjährigen“ und der Diskussion darüber, ob geschlechtsreife Minderjährige im Einzelfall auch eine eigene Agenda haben und es (ebenso im Einzelfall) auch zu konsensuellem Sex kommen kann. Unter Berücksichtigung der bekannten Tatsache, dass 20 jährige Männer 15 jährigen Mädchen geistig und emotional nicht sooo weit voraus sind.

      Deshalb gibt es in Deutschland eine gesetzliche Regelung, die ich für das erreichbare Optimum bei dieser Frage halte: Sex ab 16 ist konsensuell immer straffrei, bei Sex zwischen 14 und 16 kann der Staatsanwalt nachgucken, muss es aber nicht.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • "...wie geht man damit um" ..."diese Frage hat sich schon immer gestellt, oder nicht?"
      @colorcraze

      Wenn ich lese „…da spielen Herrschaftsverhältnisse und Zustimmung eine grosse und wichtige Rolle. Die Debatte wird noch ganz sicher kommen (müssen)…“, dann ist meine erste Assoziation das aktuelle Thema „Kinderehen“.

    • also Katz
      machen Sie mal Vorschläge zur Differenzierung.
      Nur 3 bis 4 Aspekte, damit man weiß, woraus Sie hinauswollen und das böse Unwort Hetze auch weiß, wogegen es gerichtet sein soll.

    • Haut Gout
      Sich bei so einer Fragestellung hinter einem jüdischen Pseudonym zu verbergen hat Geschmäckle.

    • @ Nahuatl
      Bitte nicht als Anlass zur Diskussion nehmen sonder nur als Anwort auf ihre Frage nach „Differenzierung“…

      Würde sie sagen es gibt da einen Unterschied zwischen einem erwachsenen Mann der mit, sagen wir mal, einer 14jährigen einvernehmlichen Geschlechtsverkehr hat, gegen Bezahlung oder ohne, und der analen Vergewaltigung eines 5jährigen Jungen?

      Sie sehen, wenn man will ist das Problem ganz einfach zu erkennen…
      Und ich bin sicher sogar in Wikipedia gibts den Begriff des Sexualneides

  53. Die FAZnet - Seite kündigt diesen blog hier auf nun wirklich unsinnige Weise an
    „(…) gefährlich: Wegen der glamourösen Zyniker Milo Yiannopoulos und Laurie Penny hat sich in den eigenen Reihen so viel Ärger aufgestaut, dass sie selbst Opfer politischer Korrektheiten werden.“

    – Penny lass‘ ich mal aussen vor: Yiannopoulos ist das Opfer „politischer Korrektheiten in den eigenen Reihen“ – und wo wäre das, bitte?

    Und was genau sind überhaupt „politische Korrektheiten“ in diesem Zusammenhang?

    • Das steht alles im Beitrag, denke ich.

    • Ah ja und das auch noch: Milo Yiannopoulos "ein Zyniker" - in echt?
      und „Breitbat“ nicht mehr stramm rechts, seit Milo – auch in echt – – nicht wirklich oder?

  54. Neger, Mohrenköpfe, Zigeuner - Timo Frasch über den AfD-Spitzenkandidaten Josef Dörr heute
    in der FAZ heute – super Artikel! – Herr Dippel, dass Sie nicht wieder auf Gedanken kommen: Zum Niederknien!

    Die Wohnzimmerbeschreibung, die Schlußwendung, der Respekt, den FAZ-Mann Frasch dem saarländischern Provinzler angedeihen lässt – wirklich toll!

    Außerdem noch als Bonus-Schmuggelgut im Artikel zu finden: Die Theorie, Frauke Petry sei eine amerikanische Agentin!!

    (Ich glaube ja schon lange, Don Alphonso sei ein donauschwäbisch-bayerischer Doppelagent – ABER wo, moppel, DU WEISST ES DOCH SO GUT WIE ICH (…) (Alwin Streibl, TRIPPEL-Agent der Biederkeit und der Hallenbadkunde SOWIE der Revolutionären Weltbewegung im Roman „Geht in Ordnung, – sowieso – – genau“ von Eckhard Henscheid… sowieso auch zum Niederknien – und noch über Evelyn Waugh, zumal in seiner unverdorbenen und grundguten Katholizität!!).

    Und klar: der sprachmächtige Rentner Dörr (Esperanto-Kenner, ca. zehnsprachig, so Frasch), verteidigt aufs Schönste und Trockenste den Zigeuner und den Mohren – – –

    • Hagenbuch hat jetzt zugegeben, so Kastner
      Dass jenes Teppichgeschäft in Amberg *doch* antroposophisch geführt worden war.

    • die Ötz i n diesen Fluß hinein immer weiter vor sich hingemurmelt: Dass, je mehr er sich damit befasse, er desto weniger davon verstehe, sodass, wenn er sich nur noch damit befassse, er überhaupt nichts mehr davon verstehe. Dann habe er ausgerufen: Rimbaud, mein Rimbaud!
      Hagenbuch habe sich schließlich abgewandt, und mit immer größerer Emphase die unsterblichen Verse rezitiert – oder besser: aufgesagt:

      „Wenn es ein Wasser in Europa gibt, nach dem ich mich sehne/
      So ist es die kleine schwarze Pfütze, am Rande der Dämmerung/
      In der ein Kind sein Schiffchen, zart wie Maienfalter/
      treiben lässt.“

      Der hüsch-Fledderer Henscheid müsste das, wenn er es denn läse, jetzt einfach aushalten: Das geschähe ihm recht (hehe).

    • Uwe...
      Angesichts dieses Satzes:

      „Hagenbuch hat jetzt zugegeben, so Kastner, dass jenes Teppichgeschäft in Amberg *doch* antroposophisch geführt worden war.“…. kann ich nur sagen, manchmal ist es doch ganz gut, wenn man nicht alles versteht.

      Das ist so, wie wenn man in einer Fussgängerzone spazieren geht un von vorbei Gehenden einen Gesprächsfetzen aufschnappt ud sich den Rest ausmalen muss. Als die Fussgängerzone in München noch neu haben wir das manchmal absichtlich getan um das Bürgertum zu verschrecken. Der Satz musste kurz und unmissverständlich sein, die Reaktionen waren unterhaltend. Die besten Reaktionen erhielt immer:

      „Aber ich habe ihn doch gar nicht umgebracht, ich hab nur den Dildo gehalten!“

      Der Hagenbuch aber auch…..

    • @TDV
      Das wäre allgemein nur unverständlich.

      Im Grunde geht es um den Mann, von dem Broder (DER Broder, der nicht-deutsch aufwuchs) sagt, wegen und von dem habe er Deutsch gelernt.
      Mir könnte es ähnlich ergangen sein, auch mich hätten nur entweder Jandl oder Hüsch richtig motivieren können, Deutsch zu lernen.
      Erster Punkt.

      https://www.amazon.de/Geht-Ordnung-Tripelroman-Schwestern-ANO-Teppichladen/dp/3866159242
      sollte den zweiten Punkt erläutern, auch nur falls wirklich interessiert.
      Das wäre so ein Gegenstück zu Waugh, wenn man als Aussendeutscher zur Vorbereitung auf einen ersten, langen, Deutschlandbesuch verstehen möchte, warum man die Reisepläne besser ad acta legte.

    • Titel eingeben
      @ Uwe Dippel
      Danke für die Erklärung.
      Diesen Henscheid kenne ich nicht, in den Vollidioten dagegen steh ich bei den crowdfundern, auch wenn es dieses Wort damals noch nicht gab.
      Ich glaube halt mein Unverständnis rührt daher, dass ich ganz Mitteleuropa ja doch eher für mit die zivilisierteste Gegend der Welt halte (zvilisiertest, nicht zivilisiert!).
      Welches Land würden Sie denn jemandem beim Reisepläne Machen empfehlen?

    • @ Uwe Dippel & TDV wg. Eckhard Henscheid - Widerspruch: Henscheid ist meiner
      entschiedenen Meinung nach ein absoluter Deutscher Aktivposten!

      Taugt auch gut als Reisetippgeber: Amberg, Dinkelsbühl (und dann auch noch gleich Nördlingen, wo die ersten wunderhüsch gelungenen Ausgaben der Trilogie des laufenden Schwachsinns von Franz Greno gestaltet wurden).
      Sowieso natürlich Südtirol – auch mit Henscheids Büchern: „La Dolce Madonna Bionda“ und „Geht in Ordnung- sowieso – – genau“.
      In Frankfurt gibt es neuerdings eine Gastwirtschaft, die sich dem Wirken Henscheids verschrieben hat.

      Außerdem noch Konstanz („9:1 für Stroh“ – da spielt auch ein Herr names Frank Schirrmacher eine nicht unerhebliche Rolle – – wenn er auch nicht immer bei der Sache ist – wegen allerlei Ablenkungen und Höhenflüge – und weil er den Waagen steuert, mit dem es irgendwann auch noch nach – Baden-Baden geht.
      Baden-Baden ist natürlich ebenfalls überaus gelungen und sehenswert!).

      Die Titelerzählung „9: für Stroh“ ist übrigens voller fachhistorischer Fehler (es spielt eine Promotion – also die Promotion von einem Herrn Seibt eine zentrale Rolle, der heute als Dr. Seibt (klaro…) im Prantlhausener Generalanzeiger amtet und geistig beheimatet ist…) – ah noch wg. dem Haufen fachhistorischer Fehler: Die Frage, die die Kenner von Henscheids Sachen und ggf. Bewunderer nicht ruhen lässt ist die: Sind die Fehler tatsächlich so passiert, während der Promotion in KN und danach bei allerlei launigen Unterhaltungen, oder hat Henscheid einiges nicht richtig erinnert und/ oder einfach was dazuspintisiert zu dem, was da so gesagt wurde… Fragen über Fragen!).
      Die Wieskirche ist sicher ein erstrangiges Deutsches Reiseziel – und auch sie wird von Henscheid eigens in einem hochspinösen undd gefühlsgetrränkten Erzählungsband namens „Maria Schnee“ gewürdigt.

      Ich beneide jeden, der die Trilogie des laufenden Schwachsinns noch nicht gelesen hat!

    • @Dieter Kief
      Missverständnis.
      Ich liebe Henscheid!

      Nur: wenn ich von auswärts aus die Trilogie über den Amberger Teppichladen läse, und mich über die sensorischen Qualitäten des hauptsächlich gereichten Getränkes informierte, würde ich sicher kein grosses Bedürfnis haben, dort meinen Horizont zu erweitern.

      Mehr wollte ich nicht gesagt haben, Herr Kief!

    • @ Uwe "" Dippel
      Perfekt!

  55. Paradiesvögel britischer Provenienz
    Werter Don, Dank und Respekt für die Erinnerung an Evelyn Waugh.

    Als Oberstufenschüler (Abi 1970) hatte ich einen Deutsch- und Philosophielehrer, der eigentlich Philosophieprofessor hätte sein müssen. Ihm verdanke ich bemerkenswerte Lektüreempfehlungen, z.B. Waughs Tod in Hollywood (The Loved One) oder Wiedersehen mit Brideshead (Brideshead Revisited). Er war bspw. der Auffassung, nicht Hemingway hätte den Literaturnobelpreis bekommen sollen, sondern entweder Raymond Chandler oder Dashiell Hammett.

    Brideshead Revisited war für mich später wie ein Schlüssel zum Verständnis der Bigotterie einer mittlerweile erloschenen, seit Karl dem Großen katholischen Familie, in die ich als Nobody („Il n’est pas du monde“) durch Heirat in entferntere Verwandtschaft Einblick bekam.

    Milo gehört in die Reihe der unverzichtbaren, oft katholisch angehauchten, schwulen Paradiesvögel britischer Provenienz.

    edSE

    • Bitte, gern geschehen! Für mich war Brideshead ein Schlüssel zum Umgang mit Freunden, die schwierig werden.

  56. andererseits: social-media kultur usa
    es gibt uebrigens auch eine sehr angenehme kehrseite der amerikanischen ‚ironiefreiheit‘. seit beginn von social media, blogs, twitter etc, finde ich die einschlaegige amerikanische diskussionskultur ungleich angenehmer und auch irgendwie zivilisierter.
    doppelboedigkeit, vordergruendige selbstdarstellung, aetzende angriffe erlebe ich weit mehr bei playern aus good old europe. und zwar querbeet. man will cool, wichtig und interessant sein, gerne auch ueberheblich und boese.
    ganz anders diskussionen usa-amerikanischer praegung. sehr sachlich. sehr engagiert. sehr vermittelnd und integrierend.

    • Titel eingeben
      Kann ich nicht bestätigen. Wenn ich mal durch Links zu irgendwelchen Kommentaren in US-Medien, auch US-interne Twitter-Streitereien oder bei Youtube, gelenkt werde, finde ich auch dort recht krasse und deutliche **** Worte und Beschimpfungen der rüdesten Art.
      Und liest man die hochgehaltenen Schilder und hört die kreischenden Weiber (auch’n paar Jungs) bei bestimmten kürzlichen „Protesten“ der amerikanischen „Justice Warrior“, Gendertrullas oder Schneeflocken … himmelhilf !

  57. Eine absurde POESIE DER POLITIK. (letzter Absatz)
    Bitte!….. Die „Ewige Wiederkunft des Gleichen“ darf nicht fehlen.

    …………….denn dann sind die Germanen – Slaven –
    Asiaten – Indianer erstmals in ihrer wirklichen Nähe zueinander in einem historischen Kreislauf der Ewigen Wiederkunft des Gleichen geschlossen und könnten eine „neue“
    Welt eröffnen!!
    Heidegger und Nietzsche würden jauchzen! Und mit Richard Wagner, Beethoven und Rammstein neue Opern schreiben.

  58. Was ist Trump Administration?
    @ E.R. Langen
    16:32 Uhr 3.3.17
    „Bislang habe die Idiotenrede von der „Trump-Administration“ nur beim Deutschlandfunk und in der Zeit gefunden. Mein lieber Don, in welche Gesell-schaft bringen Sie sich durch hohlsten Dummschwatz?“

    Der Begriff Administration bedeutet *nicht* die US Regierung. Die US Regierung wird Cabinet genannt (s. 4.3 im Link) und ist mit Administration nicht identisch.

    In vielen Medienberichten geht es nicht um das Kabinett, sondern um Personen, welche, wie z.B. Reince Priebus, Steve Bannon und Kellyanne Conway zu den engsten Beratern des Präsidenten gehören, aber keine Kabinettsmitglieder sind.
    Als White House Staff gehören sie formal zum Federal Government, dem föderalen Verwaltungsapparat Sektion Executive. Daher ist die Bezeichnung Administration korrekt, denn sie deckt u.a. diese Personen und auch gewisse Beraterteams des Weißen Hauses, welche eben keine Kabinettsglieder sind.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Federal_government_of_the_United_States

    Vielleicht hilft Ihnen diese Erklärung, damit Sie sich nicht jedes Mal so aufregen müssen.

  59. Skrupellosigkeit der Entwurzelten
    In meiner Stadt gibt es einen netten, vermögenden Herrn, der eine Vielzahl von Projekten angestoßen hat, vom generationenübergreifenden Wohnen bis zur Stadtteilentwicklung. Kernstück dabei: Ein Kulturtreff auf sieben Stockwerken, ein Haus, mitten in der City, in dem Künstler kostenlosen Arbeitsraum erhalten können, Projekte vorgestellt und unterstützt werden. Es gibt Tagungsräume und Bühnen und Infrastruktur – und so lange alles öffentlich stattfindet, mehr oder weniger für Umme.

    Der Herr besaß vor ca 1 Jahr die Frechheit, einen Raum einer Gruppe von Bürgern zur Verfügung zu stellen, die sich über die Möglichkeiten austauschen wollten, eine Art Bürgerwehr/Nachbarschaftshilfe zu organisieren. Der Herr meinte, vielleicht ist das ja eine gute Idee, ich stehe allem offen entgegen und bemühe mich auch gern um einen Kontakt zur Polizei.

    Bürgerwehr? Holla, da ging die Luzie ab! Als erstes quäkte eine stadtbekannte Gruppe a la „Wir sind gegen alles, außer mich“ herum, mobilisierte ihre debile Gefolgschaft, die wiederum einen kleinen Shitstorm entfachen wollte und dem Kulturtreff, der auch Gastronomie beinhaltet, z. B. auf Facebook kollektiv nur einen Stern verpasste. Damit sank der Bewertungsindex drastisch. Außerdem kündigte man so eine Art Spalier an, den alle Gäste des Treffs an diesem Tag hätten durchlaufen müssen – wohl mit den üblichen Fotoaufnahmen u. ä.

    Der nette Herr musste seinen Laden einen Abend schließen und sich mit Leuten auseinandersetzen, die seine Infrastruktur ohne Gegenleistung genutzt hatten und jetzt in etwa meinten: Du, wenn bei dir die falschen Leute einen Raum bekommen, dann können wir hier nicht bleiben.

    Es gab keine Dankbarkeit, keine Verbundenheit, kaum Unterstützung – aber die sofortige Bereitschaft zum Liebesentzug bis hin zur Schädigung der wirtschaftlichen Existenz (durch die miesen Bewertungen). Diese Leute kennen keine Freunde und sie haben keine Freunde. Es ist wie in einer dysfunktionalen Familie, so lange alle ihre Rolle brav spielen und der Feind außerhalb verortet ist, rauft man sich irgendwie zusammen. Probiert ein Mitglied mal einen anderen Weg …

    Tschuldigung, kürzer ging’s nicht.

  60. Warum wirken Amerikaner oberflächlich?
    Lieber Don Alphonso, vielen Dank für diesen informativen und ausgezeichneten Beitrag.

    Tja, da Bannon jetzt als engster Berater von Trump quasi ein „Elderly Statesman“ ist, wurde bei Y. eventuell vorbeugend interveniert, bevor es zum Eklat kommen konnte bzw. zu Schlagzeilen wie z.B. „Bannons Mitstreiter bei Breitbart ist ein bekennender homosexueller Pädophil“.

    Apropos verklemmte konservative Amerikaner: So anders ist Europa auch nicht. Ich glaube kaum, dass ein Buch wie Nabokovs „Lolita“ heute noch einen Verleger finden würde.

    Ich kenne USA als Land nicht sehr gut, habe aber insgesamt drei Jahre mit Amerikanern zusammen gearbeitet. Bis dahin hegte auch ich das Vorurteil: die Freundlichkeit sei aufgesetzt. Nachdem ich zwei Jahre mit zwei Amerikanerinnen in einem relativ kleinen Büro zusammen saß, kam ich allmählich zu der Überzeugung, dass sie sich so lange Zeit nicht verstellen konnten.

    Das zuckersüße, bestgelaunte Verhalten einer der beiden Damen war beinahe überirdisch. Aber es stellte sich auch nichts dergleichen ein, was ich aus meinem Ursprungsland Finnland, aus Deutschland, Schweden und Asien kannte: eine kollegiale, aber etwas tiefer gehende persönliche Bekanntschaft bzw. Freundschaft. Der Aus-tausch verblieb auf der Oberfläche, und trotz der überaus großen Freundlichkeit seltsam distanziert und ohne wahre menschliche Wärme. Detached, wäre das passende Wort für mich. Die gleiche Erfahrung hat sich ein zweites Mal hier in Deutschland durch eine Tätigkeit in einer amerikanischen Organisation wiederholt.

    Das gleiche galt für zahlreiche amerikanische Freunde, mit denen wir in Asien Partys feierten, die uns zu sich nach Hause zum Dinner einluden und vice versa: Es kam zu keiner Entwicklung über bla bla BS hinaus. ;-)

    Transatlantiker hat die allgegenwärtige Freundlichkeit in seinem Post treffend formuliert:
    „Europäer finden das aufgesetzt, aber Amerikaner nehmen ihre Umgangsfor-men todernst, weil sie Distanz schaffen und Sicherheit erzeugen.“

    Aber was mag der Grund sein? Welche Erziehung bewirkt die Oberflächlichkeit? Ist das die Kultur oder die Mentalität?

    Was mich inzwischen abtörnt, ist die Nachahmung der infantilen Verhaltensformen der Amerikaner in diesem Land. Das alberne Gekreische bei erwachsenen Frauen z.B. Habe das das erste Mal bei Amerikanerinnen miterlebt, Mitte der 90er Jahre. Inzwischen hat sich dieses Verhalten auch hier in Deutschland verbreitet, wie fast jeder bekloppte US Trend.

    Durften die das nicht, als sie im entsprechenden Alter waren? Wurden sie als Backfisch dazu dressiert, sich wie eine kleine Lady zu benehmen? Oder waren sie nie frei, sondern wurden von Helikopter-Muttis überall hin begleitet, sodass sie immer im Beisein von Erwachsenen waren und sich nicht frei entfalten konnten? Ich und meine Freundinnen haben diese Phase jedenfalls ausgiebig genossen und ausgenutzt, und daher verspürte ich als erwachsene Frau nie das Bedürfnis, auf diese Art wie ein kleines Mädchen in die Luft zu hüpfen und zu kreischen. Obwohl ich sonst zu jedem Spaß zu haben bin.

    Vielleicht hat ein freundlicher Teilnehmer des Blogs Antworten für meine Fragen, würde mich freuen.

    • If you need a friend, get a dog.
      Leider kein freundlicher Teilnehmer, sorry, aber Antworten:

      Freundschaften ist die Erfindung der Moderne.

      Die gibts nur in Mitteleuropa. Und in wenigen Reichenghettos.

      Ansonsten ist da nix mit Freundschaften in Asien, in Afrika und in Amerika.

      Sollten Sie eigentlich wissen, weil ja lange in Asien, wenn auch nur im Reichenghetto.

      Im Rest der Welt hat man halt den Stamm, die Familie oder die Klasse, da brauch man keine Freundschaften.

      Ist aber immer wieder interessant, wie hier über andere Kulturen gewertete wird, ohne einen Hauch von Theorie, Erfahrung und Reflexion.

    • Titel eingeben
      „Ich glaube kaum, dass ein Buch wie Nabokovs „Lolita“ heute noch einen Verleger finden würde.“
      .
      Widerspruch. Das Buch (die „Handlung“) war und ist harmlos. Die Sprache ist – wie bei Nabokov immer – wunderbar. Sogar noch in der Übersetzung ins Deutsche.
      Es mag Länder geben, in denen ist so manches verboten, aber dieser Roman ist’s heute wohl kaum. Höchstens, wenn die Zensoren anstatt zu lesen nur den Ruf, den Mythos des Buches kennen.
      .
      Es gibt wahrlich & massenhaft „schlimmeres“ als nun ausgerechnet „Lolita“, und dass es das gibt, wissen wir, WEIL es Verleger gefunden hat. Muss ich nur an die deutschen Buch-„Skandale“ der letzten Jahre erinnern, an die nun wirklich & des erwünschten Erfolges wegen bewusst hingeschriebenen, abscheulichen Texte? Hegemann? Roche? …

    • @kdm
      Nabokovs Roman „Lolita“ musste damals in einem Verlag mit anrüchigem Ruf erscheinen, was allerdings den Verkaufszahlen nützte. So mancher Liebhaber von deftiger „Literatur“ dürfte damals sehr enttäuscht gewesen sein, da er anderes erwartet hatte als ausgerechnet literarische Brillanz. Immerhin erlangte Nabokov durch dieses Buch wirtschaftliche Unabhängigkeit.
      Die Namen gewisser ProduzentInnen von Abscheulichkeiten im Zusammenhang mit dem Autor von „Pale Fire“ und dem grandiosen Puschkin-Werk lesen zu müssen, tut allerdings ein bißchen weh.
      :)

    • Detachment optimal
      Ich, deutsch, bin auch detached. Freundschaft? Eine Rarität, wirkliche Freundschaft. Ich brauche keine deutschen Freunde, die, einmal näher gekommen, Freundschaft i.d.R. so verstehen, dass sie Ratschläge austeilen wie Flugblätter. Somit bleibe ich so lange detached, bis es klar ist, dass ich keine Medikamente und Rezepte will, oft für immer.

      Das ist übrigens nicht unbairisch. Brauchst du Hilfe, fragst du den Bauern, und er kommt. Willst du Kontakt, gehst du dahin, wo Bier getrunken wird, Dorffest, Hütte. Was in Deutschland ansonsten unter Freundschaft verstanden wird, ist nicht für jeden akzeptabel und schafft detached behaviour, nicht nur bei Amerikanern.

    • In der Wirklichkeit ist die Realität ganz anders
      Ich kann die Amerikaner nicht ausstehen. Aber ich habe noch keinen getroffen, den ich nicht gut leiden konnte. –
      .
      Ja, das gehört zum Wesen des Vor-Urteils,dass man bestimmte Erwartungen und Vorstellungen mitbringt. Man muss dann halt bereit sein, seine Wünsche und Erwartungen an die Realität anzupassen. Nicht um jeden Preis und nicht auf jedem Kompromiss-Niveau, aber eben auch nicht auf dem Idealismusgipfel.
      .
      Ich habe das schlimmste Jahr meines bisherigen Lebens vor genau 45 Jahren als German Assistant Teacher in Dagenham, Essex verbracht. Danach habe ich trotzdem noch jede Menge netter und liebenswürdiger Engländer kennengelernt.
      .
      Persönliche Freundschaften im Ausland sind so selten wie gutes deutsches Roggenmischbrot. Da haben die auslandserfahrenen Kommentatoren durchaus recht. Warum sich einzelne Zeitgenossen ironisch-belehrend davon abgrenzen, kann ich nicht nachvollziehen: Wenn man jemanden zum Freund haben möchte, weil er / sie eben mehr als nur sympathisch, nett und angenehm ist, sich dann aber in seinem ( typisch deutschen ? ) Empathie-Bezeugungsversuch an der unsichtbaren nationalen Glaswand eine schmerzhafte Gefühls-Beule holt, dann darf man diesen Umstand sehr wohl persönlich bedauern und auch hier öffentlich machen.
      .

      @Tamariske:
      „Apropos verklemmte konservative Amerikaner: So anders ist Europa auch nicht!“

      Doch, ganz anders!
      In Europa resp. Deutschland wären solche Maßnahmen undenkbar:

      – An einer amerikanischen pre-school gab ein sechsjähriger Junge einem Mädchen einen Kuss auf die Wange, was von einer Lehrerin beobachtet wurde. Keine Hände im Spiel. Nur der gehauchte Kuss als Freundschaftsbeweis.
      Einberufung des Disziplinarausschusses. Ergebnis: 2 Monate Schulverbot für den Jungen.

      – Busausflug einer Primary School Class ( 9-jährige Schüler ) mit der ca. 50-jährigem Klassleiterin.
      Bei der Rückkehr zur Schule ließ sich einer der Schüler von der letzten Stufe des Busses – azscreuner Lebensfreude- mit dem Gesicht auf das voluminöse Dekolleté der Lehrerin fallen, die vor eervgeöffnezen Bustüre stand.
      Ergebnis: Sechs Wochen Ausschluss vom Unterricht. Eintrag in die Schülerakte wg. „inappropriate behaviour“ / „sexual harassment“
      Alles Bitten und Flehen der Eltern, wenigstens den Eintrag in die Akte zu streichen half nichts.
      .
      Wieviele -zigtausend deutscher Väter ( einschließlich meiner Wenigkeit ) säßen in den USA wegen Kindesmissbrauch im Gefängnis, wenn sie den vollkommen asexuellen, aber dafür die Familienbande stärkenden Brauch, mit den Kleinkindern in der Wanne zu baden, auch in der neuen Welt praktiziert hätten???


    • @ kdm
      Sie haben mich missverstanden. Ich meinte nicht Nabokovs Lolita, ein Buch, dass ich als Teenie gelesen habe, sondern ich meinte ein Buch *wie* Nabokovs Lolita, also eine moderne Version dieses Buches.

      Ich bin der Meinung, dass das Thema inzwischen ein absolutes Tabu ist, sodass kein Verlag sich damit die Finger verbrennen möchte.

      Das Thema wird ja immer wieder aktuell in den Medien behandelt. Über jedes aktuelle Thema wird in der Literatur behandelt. Nur dieses nicht. Ein Zufall? Wohl kaum.


    • @ Goodnight
      Natürlich gibt es Freundschaften in Asien. Es gibt das Wort Freund auf sowohl Indonesisch als auch Chinesisch: 1. teman oder kawan, 2.
      pengjau 朋友 péngyou.

      Unsere Hausangestellte haben immer wieder Leute mit ins Haus gebracht, die tawan oder keman genannt wurden. Junge indonesische Männer gehen mit einem männlichen Freund sehr oft Hand in Hand.
      Unsere philippinische Haushälterin hatte eine ganze Menge Freundinnen.

      Na ja, Sie kennen das aus Büchern, ich aus RL.

      Aber vielleicht haben Sie sich ja geirrt bzw. etwas verwechselt, nämlich Freundschaft mit der romantischen Liebe, die ja bekanntlich ein westliches Phänomen ist.

      Sonst haben Sie im letzten Absatz noch eine Spitze losgelassen, mit welcher höchstwahrscheinlich ich gemeint war. *gähn*


    • @ Goodnight
      Ich habe sehr wohl eine gute amerikanische Freundin. Sie kommt nicht aus dem Reichenghetto, sondern schlägt sich mühsam durch, mit einem Master in Fine Arts in Filmmaking, Doku und low budget. Sie lebt seit den 90er Jahren in Deutschland.

      Dass es in den USA keine Freundschaften gibt, ist eine gewagte Behauptung. Dass sie mit Europäern evtl. nicht so leicht Freundschaften schließen, ist vielleicht ein Grund für meine Erfahrungen.

    • @Tamarisque
      Mit Verlaub, meine Erfahrung, basierend auf nun 20 Jahren in den USA (Mittelwesten, Ostküste, und vorher 5 Jahre angelsächsisches Kanada), ist eine eine ganz andere, was Freundschaften angeht: es git keinen wesentlichen Unterschied zwischen deutschen und „indigenen“ Menschen, ich habe problemlos mit Leuten beiderlei Geschlechts (ja, ich sehe das noch sehr genetisch) über quasi alle Themen, die für beide Seiten ok erschienen, sprechen können. Was man häufig in diesem Forum zu vergessen scheint, ist die erhebliche Vielfalt noch heute lebendiger Europäischer Traditionen v.a. in den USA, die, entsprechend dem Ursprungsland, die soziale Kontaktrituelle und -inhalte beeinflussen. Auch in Deutschland kann nicht jeder mit jedem – was allerdings die USA wohltuend von Deutschland unterscheidet, ist, dass man eben dann gelassen Distanz hält, während im Vaterland mobbing am Job oder sogar unter Nachbarn „nicht unüblich“ ist.

      Cheers,
      Der Onkel

    • Nachtrag Freundschaft
      Sorry, aber dies ist mein Eindruck: Sie gerieren sich mir gegenüber wie ein Oberlehrer. Das ist keine Ausnahme, sondern ein Dauerzustand. Sie haben mir gegenüber offensichtlich ein ausgeprägtes Bedürfnis zu beweisen, dass Sie überlegen sind. Selbst meinem Mann gönnen Sie seine Präferenz zu gewissen Uhren nicht, sondern müssen sogar diese schlecht machen, während Sie Ihre eigene Rolex lobpreisen. Das fand ich ausgesprochen albern.

      Wenn ich so dumm und ungebildet wäre, wie Sie mich wiederholt gerne erscheinen lassen, so würden Sie Ihre kostbare Zeit ja wohl kaum daran verschwenden, sich auf diese Weise beweisen zu wollen. Es muss also ein anderer Grund da sein, den Sie selbst vielleicht nicht einmal erkennen können.

      Jetzt kommt eine Beleidigung von Ihnen als Seitenhieb im letzten Absatz. Wenn Sie damit mich meinten, was ich annehme, dann haben Sie doch wenigstens den Mut, mich direkt anzusprechen.

      Und belegen Sie doch bitte, dass Indonesier, Philippiner und Chinesen traditionell keine Freundschaft kennen, sondern dies ein europäisches Phänomen sei.

      Die entsprechenden von mir zitierten Wörter lassen keine Übernahme westlicher Begriffe erkennen, was sonst zumeist der Fall ist. Beispiele auf Indonesisch: lampu für Lampe, Listrik für Elektrizität, mobil fürs Auto, buku fürs Buch etc.
      Hier alle vom Westen übernommenen Begriffe. Das Wort Freund ist nciht dabei:
      https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_loanwords_in_Chinese

    • Titel eingeben
      @ Pascha50

      Vielen Dank für Ihren freundlichen und aufschllussreichen Post, auch was das Leben von Expats betrifft.

      Bzgl. meines Kommentars Nabokov. Da haben Sie natürlich völlig Recht, und all diese absurden Begebenheiten kenne ich und ich hätte in dem Zusammenhang daran denken müssen, aber ich dachte nur an eine Veröffentlichung/Verlegen von Büchern, Pardon.


    • @ Oberländer
      Lieber Oberländer, so ähnlich bin ich heute eigentlich auch. Aber erst nach gemachten Erfahrungen. Ich beschrieb eine andere Zeit in meinem Leben. Ich habe beobachtet, was aus den lieben Freunden und Freundinnen in einem schweren Krankheitsfall oder bei einem sonstigen Schicksalsschlag wird: Die sind zu 90% weg.
      Mein Mann und meine beiden erwachsenen Töchter sind meine besten Freunde.

      ****

      Bzgl. Amerikaner. Ich bin ja nicht die einzige, welche diese Beobachtung gemacht hat.
      Die Erklärung von Dunque halte ich für eine glaubhafte Möglichkeit für die Distanz:
      „Ein freundlicher Arbeitskollege aus Amerika, ein blitz-
      sauberer, rundrum frischgebügelter Typ mit rotblondem
      Schopf, erzählte mir vor Jahren, dass er im Ausland immer
      auch die ‚Vereinigten Staaten von Amerika repräsentierte.“

    • One's real life is so often the life that one does not lead.
      @Tamarisque

      Natürlich. Sie kennen das alles aus RL. Dieser Logik folgend sollten Globetrotter die Bücher bezüglich Gesellschaft schreiben, nicht Wissenschaftler.
      Wunderbar.

      Sie waren auch auch an einer Universität, also in RL, folglich sollten Sie wissen, dass man nur das beobachten kann, was man gelernt hat.
      Sollten Sie, aber scheinen Sie nicht zu wissen. Obwohl Sie doch da waren, an der Universität. Seltsam, alle die mal da waren, an der Uni, sollten doch alle wissen was da gelehrt wird, weil, man war ja da, so in RL.

      Das ist alles sehr süß.

      Whatever, wenn Sie mir noch erklären könnten, welche gesellschaftliche Funktion die „Freundschaft“ erfüllt, und wie die in ein Klassensystem wie Japan oder ein Familiensystem wie China reinpasst bzw. dort funktionieren sollte, und wenn Sie mir dann doch bitte mal irgendwelche japanische oder chinesische Literatur über die große Freundschaft und die romantische Liebe zeigen könnten, dann würden wir uns eventuell dem RL annähern können.

      Egal, sie haben von Mami und Papi gelernt das Freundschaften existieren, also existieren die in ihrer Welt, sorry, in Ihrem RL. Und jeder, der etwas anders behauptet, der will sie beleidigen, in ihrer RL. Weil Sie in Ihrem RL gelernt haben, das Widerworte immer zugleich Beleidigungen sind.

      Etc. Etc. Etc.

      Wir kommen nicht weiter, wenn Sie nicht endlich anfangen zu reflektieren.

    • Nachtrag Freundschaft...
      von Tamarisque
      5. März 2017 um 16:17 Uhr
      war @ Goodnight bestimmt.

      Danach haben Sie einen Post verfasst, der meine Meinung noch bestätigt. Ich warte mit Spannung auf Ihre Antwort auf meine Sachargumente bzgl. Asien und Entwicklung der Sprache, die belegen, dass Sie Unsinn reden. Wo sind denn Ihre Quellen?

      Ich schreibe hier keine wissenschaftlichen Abhandlungen oder eine Doktorarbeit, sondern aus Freude, just for fun.

      Das will ich mir von Ihnen nicht vermiesen lassen, und wenn Sie es nicht für nötig erachten, Ihren überheblichen, herablassenden Ton zu korrigieren, werde ich Ihre Posts auch nicht mehr lesen.


    • @ Goodnight, Zitat:
      „Aber vielleicht haben Sie sich ja geirrt bzw. etwas verwechselt, nämlich Freundschaft mit der romantischen Liebe, die ja bekanntlich ein westliches Phänomen ist.“

      Ich hatte die romantische Liebe explizit ausgeklammert. Haben Sie wohl überlesen.

      Beweise soll ich liefern? Selbst Confucius redete über Freundschaft.
      Ich glaube eher, dass Ihnen die Beweise fehlen.

      btw. Habe eben erst den letzten Post richtig durchgelesen. Ihre süffisante Arroganz ist erstaunlich und reicht mir jetzt endgültig.

    • A gentleman is one who never hurts anyone's feelings unintentionally.
      Jesus,

      ich mache es einfach, mit dem unterkomplexen Wikipedia, sollte hier reichen:

      „In Nordamerika ist ein vor allem auf die Gefühlswelt ausgerichtetes Verständnis der Freundschaft kulturgeschichtlich weniger verwurzelt. …. Die Pflege „tiefer“ Beziehungen ist in Einwanderungsländern wie den USA weitaus stärker als in Europa der Familie vorbehalten.“

      und weiter:

      „Bis ins 16./17. Jh. wurde im Deutschen sprachlich nicht zwischen erworbener und angeborener Freundschaft unterschieden, so dass „Freundschaft“ und „Verwandtschaft“ synonym gebraucht werden konnten.“

      Und wenn Sie uns erzählen, dass Ihr Mann sich AP Uhren mit Brillies gönnte, da er ja selbst mal so schön war, so sollten Sie Spot ertragen können. Falls Sie das nicht können, sollten Sie vielleicht ausschließlich mit ihren Angestellten reden, die werden dafür bezahlt, Sie zu bewundern.
      Ich befürchte, Sie waren zu lange in einem goldenen Käfig.

      Habe die Ehre…

    • Freundschaften
      @Oberländer u.a.

      Ich halte Freundschaften für überbewertet, vielleicht deshalb, weil ich nie eine sogen. allerbeste Freundin hatte. Allerdings kannte ich es von den Eltern schon nicht, auch sie kamen bestens ohne Bekannte oder Freunde aus. Und ebenso mein Mann, der zwar einen guten Freund aus der Schulzeit hatte, dazwischen lag die DDR mit all ihren Folgen, die Freundschaft bestand zwar noch irgendwie, aber störend wurde die Ehefrau des Freundes empfunden. Das ist jene, die Merkel und Gauck ganz toll findet und zu der ich längst jeglichen Kontakt abgebrochen habe.

      Ich würde sogar soweit gehen und mich als bindungsunwillig und wohl auch mehr oder weniger -unfähig bezeichnen. Daran hat die Ehe nichts geändert, ich hatte immer eine gewisse Distanz, die meinen Mann nicht störte.

      Was ich bei anderen erlebte, die sogen. beste Freunde hatten, brauchte ich nicht; Gehässigkeiten, Bevormundung, Klatsch und Tratsch.

      Eine Bekannte hier aus dem Dorf drängte sich auf, sie rief ständig anonym an und als Erstes kam immer, auch du bist ein wertvoller Mensch… Mit der Aussage konnte ich nichts anfangen, noch weniger mit der Bekannten und den detailreichen Schilderungen ihres Sexuallebens, eine deutliche Ansage meinerseits wurde ignoriert. Dank des Routers, der anonyme Anrufer rausfiltert, habe ich seit 3 Jahren Ruhe vor ihr.

      Wenn ich meine, mal wieder Leute sehen zu müssen, fahre ich einkaufen, treffe vielleicht frühere Nachbarn oder andere nette Leute, das reicht.
      Oder wie es goodnight so treffend sagt, if you need a friend, get a dog.

    • Tomodachi
      Japanisches Wort fuer ‚Freund‘, um Ihre Ansicht zu unterstuetzen dass es den Begriff der Freundschaft sehr wohl auch ausserhalb von Mitteleuropa gibt. Kein Lehnswort aus dem Englischen. Seit wann es den Begriff gibt muesste man einen Japanologen fragen – mir ist er 1989 auf einem Jugendaustauch in Japan begegnet. (Einige der damals Jugendlichen verbindet eine bis heute andauernde Freundschaft die bei gelegentlichen Privatbesuchen oder Fortsetzung des Austauschs augefrischt wurde.)

      Die Unverbindlichkeit meiner amerikanischen Kollegen und Bekannten hat in der Tat nicht das aus der Heimat vertraute Gefuehl von Freundschaft aufkommen lassen. Ich hab’s bis heute nicht wirklich verstanden – vielleicht ticken wir einfach zu verschieden (die beruechtigte deutsche Direktheit und Besserwisserei). Oder die Amerikaner suchen ihre wesentlichen sozialen Kontakte innerhalb der weiteren Familie – die meisten unserer engeren Freunde hier sind auch Expats (ueberwiegend britische). Die Kiwis haben mehr ihr eigenes soziales Netz ueber weitverzweigte Familienbande …

    • @Tamarisque
      Nicht einmal ignorieren … Gute Nacht!

    • Titel eingeben
      Lichtenberg, mir kommt ein Verdacht…
      Fast jedesmal wenn ich von Saanen runter nach Montreux komme und ins Palace zu Kaffe Trinken gehe, dann sitzt am Nabokov Tisch fast immer derselbe Herr… Sind sie das?

    • Freundschaft zu Amerikanern
      Ich hatte eine, während meines damaligen Studiums, leider hab ich den Kontakt verloren.

      Ich lernte 1980/1981 in Philadelphia an der Wharton School einen Herrn Dennis Butler kennen uns als Freund wertschätzen. Nach seinem Abschluß arbeitete er bei Wertheim & Co, Inc. in New York. Danach verlor ich ihn leider aus den Augen.

      Ebenso wie Oliver Heil, aus Koblenz stammend und zu jener Zeit an der Wharton School promovierend.

      Sollten Sie zufälligerweise einen Kontakt herstellen können, ich wäre zutiefst verbunden :)

      Ich habe einen damaligen Assistence Professor angeschrieben, der auch heute noch an der Wharton School tätig ist, David Reibstein. Aber leider keine Antwort erhalten.

    • Merci
      Liber Externet, vielen Dank für die netten Worte. Freut mich besonders, dass Sie das schreiben. Ein Beweis dafür, dass man anderer Meinung sein kann und trotzdem zivilisiert und respektvoll miteinander kommunizierren.
      :-)

    • Freunde
      Meine ganz subjektivern und sicher nicht allgemeingültigen Erfahrungen:

      Ich hatte zwei gute amerikanische Freundinnen. Sie sind mittlerweile zurück in den Staaten, der Kontakt ist seitdem mehr oder weniger eingeschlafen. Aber als sie noch da waren, hatten wir eine gute Zeit miteinander. Sicher läuft das ganze zum Teil unverbindlicher ab, es ist schon eine andere Mentalität. Andererseits hatten wir auch sehr gute und intensive Gespräche. Und vor allem auch Spaß.

      Das Deutsche ist oft erdenschwer und hochmoralisch bewertend. Es fehlt manchmal die Großzügigkeit, den anderen einfach nur sein zu lassen. Wer will schon von Freunden erzogen, belehrt und beurteilt werden. Da hätte ich gerne mehr (amerikanische) Leichtigkeit.

    • TDV, den Nabokov-Tisch gibt es m.E. nicht mehr
      die wohl japanischen neuen Besitzer haben das ganze Hotel umgebaut und dabei wohl leider auch den wunderschönen alten Speisesaal mit den mit Namensschildchen versehenen Holzbänken umgemodelt. Ich habe mir Bilder im Netz angesehen, das ist nicht mehr das alte Montreux Palace, sehr schade drum.
      Als ich dort nächtigte, war es noch familiengeführt, im Kleiderschrank standen Bügelbrett und Bügeleisen, wohl für das begleitende Personal, in den Fluren sehr schöne Antiquitäten, deren Herkunft uns die Besitzerin damals auch erklärte. Das ist heute alles völlig anders und nicht wirklich schöner, weil die Atmosphäre fehlt.

    • Freundschaft und romantische Liebe
      Beeindruckend, wie hilflos hochgebildete Diskutanten argumentieren, wenn der Diskussionsgegenstand außerhalb ihres (westeuropäischen) Erfahrungshorizonts liegt. (Tamarisque, ich zweifle Ihre Indonesien-Sachkenntnis nicht an.)

      Von der Spannweite der Begriffe – und die ist überall riesig – abgesehen: Selbstverständlich kann man überall Freundschaft schließen und gibt es überall „romantische“ Liebe. Es kommt halt darauf an und hängt nicht zuletzt von einem selbst ab. „Der Onkel“ hat vollkommen recht.

      Wer hat schon mehr als vier oder fünf „wahre“ Freunde, ob nun hier oder im Ausland? Das hat Tamarisque ganz richtig bemerkt. Zwei meiner vier engsten Freunde (seit 45 Jahren) sind Asiaten und leben auch in Asien.

      Ich finde Goodnights Beiträge ja meist unterhaltsam, aber wenn man ihm „doch bitte mal irgendwelche japanische oder chinesische Literatur über die große Freundschaft und die romantische Liebe zeigen“ soll, scheint mir, er müßte einfach mal anfangen, überhaupt japanische oder chinesische (oder vietnamesische oder koreanische) Literatur zu lesen.

      Daß man sich Freundschaft und Liebe erst mal leisten können muß („Reichenghetto“), ist eine Binse, trifft aber bekanntlich für alle edleren Gefühle zu.

      Wenn ich mich im Zeitalter der Lebensabschnittspartner in Europa umschaue, glaube ich fast, daß die romantische Liebe auch hier und heute die Ausnahme ist und nicht häufiger anzutreffen als vor hundert Jahren in Pommern oder vor dreihundert Jahren in Hangzhou. Das merken die meisten nur gar nicht mehr (oder können es nicht zugeben), weil spätestens seit Courths-Mahler unsere Massenkultur die Maßstäbe setzt.

  61. Ganz zufällig und ohne jeden Zusammenhang mit Ralf Jäger und Rainer Wendt
    kommt mir die Klage des großen Freiheitsdichters Seume in den Sinn, zu dessen Zeit – anders als heute – korrupte Minister kriminelle Subalterne fütterten:
    „Dreck schützt Dreck!“

    • @ Erlangen, Seume Freiheitsdichter?
      So sehr ich ihn als Reiseschriftsteller schätze (ziehe den Mann aus Grimma sogar mit „Spaziergang nach Syrakus“, dem Johann Wolfgang mit seinen Italienreisen vor), aber Freiheitsdichter? Aber gut, er hatte am Rande, ganz am Rande etwas mit dem aktuellen Aufsatzthema zu tun, das Don uns aufgegeben hat. Belehren Sie mich bitte.
      (DdH)

    • Den Wendt...
      …habe ich doch auch bei der 11-minütigen CDU-Klatschorgie in Essen für die Hohe Frau gesehen, oder? – In Interviews, die nicht ihn selbst betreffen, macht er immer schwer einen auf „konservativ“.
      Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch: Und so erfüllt sich die gemeinsame große Sache über kleinliche Parteigrenzen hinweg.

  62. Im Grausen vergaß ich, den Bezug
    beizufügen: Hier Doppelabkassierer, Lügner und (mutmasslicher) Betrüger Wendt und sein Helfershelfer Jäger:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gehalt-polizei-gewerkschafter-wendt-log-vor-laufender-kamera-1.3405237-2

  63. Zum Katholizismus konvertieren?
    Sollte ich irgendwann in meinen alten Tagen noch eine praktizierende Christin werden wollen, dann würde ich konvertieren, wegen der stimmungsvollen Metten und der Beichte. Im kargen farblosen Ambiente eine trockene, sachbezogene, wenig Trost spendende Predigt zu hören vermag mein Gemüt nicht zu heben. Nicht so, wie der Anblick der festlichen Gewänder, der Duft des Weihrauchs und der Klang der lateinischen Liturgie.

    Unsere philippinische Haushälterin hat mich Sonntagmorgens oft mit den Kindern zur katholischen Frühmesse in Hong Kong mitgenommen. Ich fand die Messe wunderschön und bin gerne mitgegangen.

    Als ich eine Bekannte in Frankfurt besuchte, führte sie mich mitten in der Frankfurter Fußgängerzone zu einer katholischen Abendmesse mit. Ich war begeistert von der Stimmung. Niemand hat auf uns geachtet, es waren Arme und Reiche dabei. Besonders berührt wurde ich durch den Anblick einer jungen Frau, die so aussah, als ob sie auf der Straße lebte bzw. drogenabhängig war, wie sie sich vor einer Heiligenfigur niederkniete und diese mit den Tränen in den Augen innig küsste.

    So viel religiöses Gefühl und Demut vor dem Gott wird man in der protestantischen Kirche nicht in hundert Jahren erleben, und deshalb laufen ihr die Mitglieder davon.

    • @Tamarisque
      „So viel religiöses Gefühl und Demut vor dem Gott wird man in der protestantischen Kirche nicht in hundert Jahren erleben…“

      Woher wissen Sie das? In hundert Jahren nicht? Wovon verabschieden Sie sich mit einer solch monströsen Anmaßung? Ist Ihnen dieser Abschied überhaupt einigermaßen bewusst?
      Allerspätestens, wirklich allerspätestens, wenn eine weiß, dass der Gott des Gegenüber falsch, verlogen und schwach ist, beginnt der alte, der uralte bekannte Krieg!

      Warum ist hier eigentlich nicht die Rede von der leider fehlenden guten Mütterlichkeit oder der ebenso dringend notwendigen guten Väterlichkeit? Wären das nicht die eigentlichen Themen?
      Aber erzählen Sie das mal Trump, Bannon, diesem Milo, der Merkel, dem Erdogan, Putin,…

      Aber der Zeitgeist tobt mal wieder ungehemmt, und wir glauben, wir seien Zuschauer. Es ist ein Irrtum!


    • @ G.
      Ich liebe die Haarspalterei der sogenannten Intellektuellen.

      Ich *bin* eine gute Mutter und muss darüber nicht pseudointellektuelle Vorträge halten.


    • Wenn Menschen, die sich einbilden, sie seien intellektuell überlegen, andere nur anpöbeln und beleidigen können, so ist das einfach nur armselig.

      Ich sollte aufhören, mir das hier anzutun.

    • @Tamarisque
      Fern aller Beleidigungs- und Überlegenheitsselbstdarstellungsabsichten hat mich Ihr Satz eben schwer angepiekt.
      Es steht ja ganz offensichtlich der Anspruch dahinter den einzig richtigen Gott zu kennen bzw. zu glauben, indem den Anderen ein solcher „einfach mal so“ abgesprochen wird. Haarspalterei? Denke ich nicht.

      „Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und Mus der fiscal nuhr das auge darauf haben, das keine der andern abruch Tuhe, den hier mus ein jeder nach Seiner Fasson Selich werden.“ – Rand-Verfügung des Königs (Friedrich Zwo) zum Immediat-Bericht des Geistlichen Departements. Berlin 1740 Mai 22

      Schön wärs, geht nur eben leider nicht im richtigen Leben, wie aktuell mal wieder im ganz großen Maßstab zu besichtigen ist.

      Trotzdem einen Gruß von einem bekennenden durchaus allenfalls Halbgebildeten

  64. Warum nicht?
    @TDV
    Es geht ja nicht um „Wissen und Niveau“ (darüber lässt sich ja diskutieren), sondern um die auffällige und interessante Zugehörigkeit dieser Autoren (und auch Milos…) zur europäischen Tradition der Freigeisterei, des Tabubruchs, der „Anarchie“ in ihrer amerikanischen Variante…
    Übrigens ist das von mir zitierte amerikanische Buch Waughs natürlich „The Loved One“ (Tod in Hollywood) und nicht „Vile Bodies“. Pardon.

    • Titel eingeben
      Wenn schon „Freigeisterei, des Tabubruchs, der „Anarchie“ (von der es übrigens keine amerikanischen Variante gibt, wir sind uns alle gleich) dann finde ich einfach ihre Autoren Auswahl falsch.
      Wenn schon dann Bukovski oder Hunter Thompson, sogar der frühe Henry Miller, Chuck Palahniuk oder der von Don erwähnt Lenny Bruce…

      PS Das mit The Loved One war schon klar-….

    • Es ist halt etwas sehr klassenspezifisch-britisches in Milo. Wie auch in den Figuren von Waugh.

  65. Fonse, jetzt echt,
    isdesois ned awengaschmarrn? Reine Hochkultur? Dann gehtsma, ausgschamte Dreeghammen, boanige.

  66. Amish Texter
    Im derzeitig stattfindenden soft coup und contra-coup, in dem es neben der Sicherung der langfristigen demographischen Mehrheit Amerikaner europäischer Abstammung um die Entmachtung des deep states geht, der mit der Destabilisierung des Nahen Ostens auch Europa viel Unheil gebracht hat, hat keiner ernsthaft Zeit für Milo. Er, wie viele andere, hatte seinen Teil zur Mobilisierung der jüngeren Wählerschaft getan, und wird darüber hinwegkommen, dass er bei CPAC nicht eingeladen war. Es war wohl letztendlich der Aufsteiger Raheem Kassam, der Milos Teilnahme beim CPAC verhinderst hatte. Der Buchvertrag bei Simon and Schuster, geschenkt, er ist der gesteuerten Opposition entkommen. Es steht Milo frei, sein Leben als Gesamtkunstwerke weiter zu vermarkten. Was die konservativen alten Männer derzeitig brauchen, ist den langen Atem, um das Machtgefüge des Landes wieder auf Kurs zu bringen. Ja, das ist langweilig, und dort haben nur die Zutritt, die sich über Jahre ihre Stellung erkämpft haben. Und man möchte auch nicht unbedingt einen Schleimer wie Raheem dort sehen. Es geht wie gesagt um Wichtigeres. Was Breitbart angeht, mögen andere nüchtern abgewogen haben, ob eine weitere Verbindung mit Milo der Marke Breitbart nutzt oder schadet, und die Distanzierung Milo’s von Breitbart mag einvernehmlich getroffen worden sein. Wer derzeitig sein Ego voranstellt, hat nicht begriffen, worum es geht.

    Nebenbei gesagt können die Amerikaner auch Ironie, was man vielleicht während eines vierwöchigen Aufenthalts nicht zu schätzten lernt.

    • Echt?
      Ironie? Ist ne steile these.
      Klar gibt es leute, die amuesante konversation nach allen regeln der kunst betreoben koennen. Aber am ende des tages gehen sie nach hause und morgen ist ein neuer tag exakt wie der vorherige.

    • "langen Atem, um das Machtgefüge des Landes wieder auf Kurs zu bringen. Ja, das ist langweilig ...
      Ich kann die Seriosität dieser Publikation nicht beurteilen, aber nach dieser wie auch schon der vorangegangenen Lektüre dürfte statt Langeweile eher eine Schlammschlacht ungeahnten Ausmaßes bevorstehen. Oder Schlimmeres. Und das kurz vor Schulden-Obergrenze Mitte März. Na Mahlzeit.

      http://victuruslibertas.com/2017/03/more-exclusive-info-from-dhs-insider/

    • @Buxt
      Richtig, der deep state hatte Politiker beider Parteien damit erpresst. Von den Medien nicht berichtet, war eine der ersten Amtshandlungen des Trump WHs das Ausheben von Menschenschmugglerringen, es gab in mehreren Staaten grossangelegte Verhaftungswellen. Seit ca drei Monaten liest man in linksliberalen Medien Beiträge, die darauf abzielen, Neigungen im Zusammenhang mit ‘Menschenschmuggel’ zu normalisieren. Andrew Breitbart hatte vor seinem Tode Podesta auf dem Radar, es gibt da auf youtube Aufnahmen, die zeigen, wie er Podesta diesbezüglich konfrontiert. Es ist anzunehmen, dass Breitbart News auf diesem Gebiet gründlich recherchiert hat. Milo’s Auftritt hat eins erreicht, nämlich die linksliberalen Medien in Zugzwang zu bringen. Da sie angebissen und Milo angegriffen hatten, mussten sie in Konsequenz dann auch die Beiträge, die besagte Neigungen normalisieren, wieder löschen. Daher mag Milo’s Talkshow Auftritt und Ausladung bei CPAC auch ein wohlkalkuliertes Bauernopfer gewesen sein, um den Medien die Beschwichtigungsargumente zu nehmen, wenn diese Dinge in Kürze ans Licht kommen werden.

    • @Vk Trump - der erste Präsident der mit dem deep state auf Kriegsfuß steht
      https://twitter.com/LouDobbs/status/838919837955026944

      Die kommenden vier Jahre werden unterhaltsam sein, hoffentlich vermiest niemand die Show
      http://blog.dilbert.com/post/158110404781/wiretapping-word-thinking

  67. Danke sehr
    Danke sehr für diese Aufarbeitung! Ja, da ist man gespannt.

    Laurie Penny hat sich ja schon ein schönes Ausweichnest gebaut (wie auch die Transatlantiker in Brüssel und Berlin ihre Büros… – durchgestrichen bitte): Sie tritt mit schöner Regelmäßigkeit für die Rosa-Luyemburgstiftung (in deren Berliner Anlage „Helle Panke“ – interessante Geschichte) auf: Im Juni 16: https://www.helle-panke.de/topic/3.html?id=2096&context=0 ; im Talk: https://www.youtube.com/watch?v=F1uXucdTfGc&t=1303s und es gäbe noch weitere Links zu sicher nicht Honorar- oder zumindest Aufwandsentschädigungslosen Lesungen, aber 2 reichen ja. Im November:
    „Liebe Leserinnen und Leser,
    die Helle Panke geht mit der Zeit und ist jetzt auch bei YouTube zu finden. Sie können dort den Mitschnitt der Podiumsdiskussion im Rahmen unseres Sommerfestes sehen. Zum Thema „Europa im Streit“ diskutieren Katja Kipping, Laurie Penny, Eugen Ruge und Michael Brie.
    Wir haben auch ein neues Heft in der Reihe „Pankower Vorträge“. “

    Und wo der Gysie doch lieber nicht mehr mit Lafo spricht, sondern sich zum Vorsitzenden einer europäischen Linken aufschwang (u. a. Tagesschau: 68 %), unter Beteiligung von der Türkei (hat mir doch gerade ein Linker erzählt: der Erdogan wäre doch nur so radikalisiert worden, weil die EU so den Beitritt blockieren, weil ihm offenbar entgangen ist, dass man dort die Todesstrafe hat, in weiten Gebieten des Staatsgebiete – vielfach heißt es ein 1/3tel, aber die deutschen Medien schweigen lieber – sein Ewigkeiten mit Kriegsgerät die Bevölkerung drangsaliert, und über Erdowahn bei Wiki lesen kann:

    „„Im April 1998 wurde Erdoğan vom Staatssicherheitsgericht Diyarbakır wegen Missbrauchs der Grundrechte und -freiheiten gemäß Artikel 14 der türkischen Verfassung und nach Artikel 312/2 des damaligen türkischen Strafgesetzbuches (Aufstachelung zur Feindschaft auf Grund von Klasse, Rasse, Religion, Sekte oder regionalen Unterschieden) zu zehn Monaten Gefängnis und lebenslangem Politikverbot verurteilt. Anlass war eine Rede bei einer Konferenz in der ostanatolischen Stadt Siirt,:
    „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“
    Im März 1999 trat Erdoğan die Strafe an und wurde nach vier Monaten am 24. Juli 1999 wieder aus der Haft entlassen.[11] Manche Beobachter sind der Ansicht, er habe sich seinerzeit von seinem politischen Ziehvater Erbakan gelöst.[12] Kritiker werfen ihm und seiner AKP dagegen vor, sie wollten die „Herrschaft des Islam“ in der Türkei durchsetzen.“
    – Kritiker? Die Anhänger der Osmanischen Träume sind in der AKP zuhause!)

    und anderen lt. Wiki:

    „Die EL ist jedoch nicht auf die Mitgliedstaaten der Europäischen Union beschränkt, sondern hat auch Mitglieder z. B. in der Schweiz, der Türkei und in Moldawien.“

    Lafo hat schon im September 2015 klar in Saarländer Landtag gesagt, wo die Probleme liegen. Man hat lieber geschwiegen. Und der Ramelow, der alte Gewerkschafter, macht heute sozusagen das Kollegen-Schwein“, wo es gegen einen anderen Gewerkschafter geht. Nichts ist irregulär an den Bezügen eines der stärksten Gegner der Merkel Wendt, wie in allen Berichten darüber steht. Aber Ramelow, der als einziger MP zu einem Bahnhof rennen musste, um mit Zuwanderern großen Bahnhof zu halten (man liest in der thüringer Presse ansonsten viel von Dingen, die Herr Ramelow nicht packt), der muss am meisten gegen Wendt austeilen. Neben einigen kleinen Grünen und Linken. Das ist die deutsche „Linke“. Alles ganz aktuell, wie die Spiegelberichterstattung über die FBI-Abhörerei beim Trump. Der Artikel wird davon dominiert, dass Trump keine Belege habe, so als habe das alles nicht stattgefunden, sei ein Hirngespinst dessen, den man am liebsten als verrückt entmachten würde. Allerdings muss man dann doch schreiben, dass FBI-Chef die Sache angeordnet und durchgeführt hat.

    Die FBI-Chefs haben schon öfter für Präsidenten Drecksarbeit gemacht. Und da muss man nicht nur an Hoover denken, über den es übrigens einen sehr guten Film gibt, in dem seine Lebensgeschichte berichtet und auch breit zu seinem Lebensgefährten berichtet wird (gut, nichts von den heute bekannten Geheimmorden an zu schwierigen Personen).

    Das stand auch schon mal anders bei Wiki, aber da wird immer mal korrigiert: „Seine enge Beziehung zu seinem Stellvertreter Clyde Tolson führte zu Gerüchten, Hoover sei homosexuell, diese blieben jedoch unbestätigt.“

    Davon geht auch der meisterliche Film von Clinton Eastwood aus: „J. Edgar“, mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle (phatastisch gut).

    Und so schließt sich der Kreis zu ihrem hervorrageden Artikel.

    Ansonsten denken ich häufig, dass auch unser Bild von den Staaten nicht selten zu simpel ist. Bin nun wirklich „amerika-kritisch“ erzogen, so nicht nur von wegen Vietnam, sondern als weltweit mit Repressionen arbeitender Koloss. Zig Kriege… Und stimmt ja auch alles. Nur ist das Land so viel mehr. Es sind nicht nur die vielen guten Autoren und Filme, es ist das Land an sich. War zwar 3 mal für insgesamt 6 Monate dort, aber habe das Land lieben und verehren gelernt (wie andere Länder). Hab überall offene und selbstbewusste, mitunter auch gebildete, anderseits tw. sehr anders agierende Menschen kennenlernen dürfen. Und ich war zum Glück in vielen Ecken (sogar das auch Amis oft staunen)! Ein bewundernswerte Kraft hat sich da entwickelt und wer die Staaten besser kennen lernen will, dem sei die pazifistische Serie M.A.S.H. empfohlen. Übrigens die erfolgreichste Serie in den Staaten jemals. Darin kann man viel über sie erkunden.

    Es gab einmal einen Film über die großartigsten Naturschauspiele, wie den Grand Canoyen oder den Yellowstone. 2/3tel waren aus den USA (wo viele im golden Circle dicht aufgereiht sind) – und selbst wenn man es editieren

    • Penny kam lange in Deutschland besser als in GB an, aber ihre israelfeindlichen Ansichten drängen sie zurück auf zwei andere israelkritische Plattformen: Genderistinnen bei der taz und eben die Linke.

  68. Mal etwas tagesaktuelles oder: haben wir außer
    grenzwertigen Amiichweismeingenauesgeschlechtnichtgenau keine Imponderabilien mit eigenem Personal?
    .
    Wäre es nicht an der Zeit die Clique in der RHS zum Teufel zu jagen und uns von Wien regieren zu lassen? (Falls die Hofburg ablehnend eingestellt, evtl. in Den Haag nachfragen. Oder soll Ankara ohne Umschweife übernehmen?) Ich wollte ja nur mal nachgefragt haben. Vielleicht könnte in diesem Falle ulF uns den Gefallen tun und direkt von Nordafrika aus nach Chile fliegen?
    .
    Vienna calling-ohoho, operator (so alone am I)-ohoho, operator (need you to) come tonight…..
    Two, one, zero – Der Alarm ist rot Berlin in Not – Cha, Cha, Cha
    (DdH)

    • Chile?
      Herr Sauer hat fuer den Ernstfall ein Reduit in Paraguay gekauft! Wer sucht – findet im Netz!
      Moegen die Moskitos im Chaco die ganze Aasbande auffressen!

  69. Zu: "Amerikaner nehmen ihre Umgangsformen todernst."
    Ein freundlicher Arbeitskollege aus Amerika, ein blitz-
    sauberer, rundrum frischgebügelter Typ mit rotblondem
    Schopf, erzählte mir vor Jahren, dass er im Ausland immer
    auch die ‚Vereinigten Staaten von Amerika‘ repräsentierte.

    Seltsamerweise hatte er in seinem Ausweis
    > Race: white
    eingetragen. (beim Amüsement über alte Passfotos, sah ich
    es zufällig; mir verschlug es die Sprache)

    Später hörte ich, dass so ein Eintrag NICHT automatisch
    geschehe. Aber warum ein weißer sommersprossiger Mann,
    sich seine weiße Rasse amtlich betätigen lässt,
    ist mir ein Rätsel geblieben.
    ***
    Unersättlichkeit
    vor allem oft ohne reelle Gegenleistung,
    woher kommt bloß diese weltweite Plage!
    Es wird zur Pest unserer Zeit.
    .
    Der Blick in Sümpfe zeigt häßliche Kröten oder den fiesen
    Kaimann, der seine Opfer durch Heucheltränen anlockt.

    Allein der liebe Tomi Ungerer vermochte heiter + komisch
    den Blick auf den häßlichen warzigen Krötenmann mildernd
    zu schärfen.
    Ein Genie! Ein Franzose!
    Seine Karikaturen zeigen Potenzwahn, Sexismus und Gier.
    Ach gäbe es doch mehr solche Leut‘.
    Vielleicht gibt es sie ja, man muss sie unbedingt finden.
    http://www.tomiungerer.com/wp-content/uploads/Far-Out.jpg

    • "ist mir ein Rätsel geblieben."
      … mir nicht, denn ist einfach eine natürliche Reaktion auf das permanente In-Frage-Stellen der eigenen Existenzberechtigung.

      Das wird uns nicht anders ergehen, wenn die Migranten in der Mehrheit sind, was ja nur eine Frage der Zeit ist.

      Dann wird die Gesellschaft unweigerlich zerfallen in Afrikaner, Araber, Türken, Deutsche, mit eigenen Verbänden und Parteien und irgendwann entsteht ein lustiger Vielvölkerstaat und es wird in den Pässen ein Feld geben, in dem jeder seine Volkszugehörigkeit eintragen lassen kann.

    • Aboriginal
      @ Dunque Race: White

      Als ich in den 1980er Jahren international affiliate einer amerikanischen wissenschaftlichen Gesellschaft wurde, hätte ich bei der Anmeldung in der Rubrik „race“ natürlich „caucasian“ ankreuzen sollen. Ich habe aber auf die dotted line hinter „other:“ geschrieben: „central european aboriginal“.

      edSE

      P.S. Wenn ich Plattencover, Bücher von JEB lese oder alte Jazzsendungen von JEB auf Youtube angucke, bin ich immer wieder amüsiert darüber, wie selbstverständlich und respektvoll er die besten Jazzmusiker der damaligen Zeit einfach „Neger“ nannte. JEB war nun wirklich alles andere als Rassist.

  70. Oh ja, Dunque
    der einmalige Tommi Ungerer, mit den deutschen Wurzeln, dieses Ferkel in amerikanischen Augen. Das wäre mal ein Thema. Unvergessen, die Leckmaschine.
    (DdH)

  71. Die Deutschen waren es, die Trump an die Macht wählten
    wo Trump
    .
    http://brilliantmaps.com/2016-county-election-map/
    .
    von wem
    .
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a7/Census-2000-Data-Top-US-Ancestries-by-County.svg
    .
    gewählt wurde.

    Und die Hiergebliebenen verharmlosen ihn als popkulturelles ästhetisches Problem, statt sich sein Kabinett anzusehen.

    • Na und?
      Warum sollten wir Deutschstaemmigen mal nicht die richtige Wahl treffen, auch zum ersten mal für einen deutschstaemmigen Präsidenten? Donald und sein Kabinett sind nicht „perfekt“, aber immer noch weit besser als die meno- or andropausale Optionen der sog. „Demokraten“.

      VG
      Der Onkel


    • Nicht nur sein Kabinett, sondern sie sollten sich auch sein Wirtschaftsberater-Team ansehen.
      Von wegen das Establishment will ihn loswerden. Hihi, die sitzen im Kabinett oder im Wirtschaftsberaterteam und regieren mit.

      Economic Council aka Business Advisory Group:
      Vorsitzender Gary Cohn, aktueller CEO Goldman Sachs

      Mtglieder u.a.
      • Stephen A. Schwarzman— CEO, and Co-Founder of Blackstone;
      • Mary Barra—Chairman and CEO, General Motors;
      • Jamie Dimon—Chairman and CEO, JP Morgan Chase & Co;
      • Larry Fink—Chairman and CEO, BlackRock;
      • Rich Lesser—President and CEO, Boston Consulting Group;
      • Doug McMillon—President and CEO, Wal-Mart Stores, Inc.;
      • Jim McNerney—Former Chairman, President, and CEO, Boeing;
      • Adebayo “Bayo” Ogunlesi—Chairman, Managing Partner, Global In-frastructure Partners;
      • Ginni Rometty—Chairman, President, and CEO, IBM;
      • Jack Welch—Former Chairman and CEO, General Electric;
      http://fortune.com/2016/12/05/donald-trump-business-advisors-barra-rometty/

    • wer ist "GERMAN"???????
      WELCHE DEUTSCHEN, die karte gibt ja nur „German“ an, in welchen grenzen, denen von 1871, 1918, 1941 oder 1945.

      von der Mass bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt ?

      und wo sind die kolonien, wie haben z.b. Namibia – Nachfahren in den USA gewählt ? wie ex-deutsch-Ostafrikaner ? wie die vorfahren von J.F. in Ungarn ?

      hier müsste also mal ein bisschen in präzision gemacht werden in den USA !

  72. Ralf Jäger
    ist als Innenminister unbestritten ein tödliches Risiko (s. Breitscheidplatz). Jäger ist allerdinmgs auch ein cleveres Kerlchen, das sich (und sonst niemanden) gut zu schützen weiß. Den Wendt-Skandal wird Jäger als Ausrede für sein Versagen (s. Anis Amri) pfiffig nutzen:
    „Ich bin so sehr damit befasst, guten und sehr guten Freunden Zweit- und Drittgehälter zuzuschachern, dass mir für die Überwachung von Terroristen beim besten Willen keine Zeit bleibt. Das werden Sie sicher verstehen.“

    • Zwischenfrage zu Wendt
      @E.R.Langen:

      ist im Zuge des vermeintlichen „Wendt-Skandals“, den Sie verfolgen, bislang auch schon mal das Betriebsverfassungsgesetz angeführt worden?

      https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__38.html

    • Lieber Gott ...
      Wenn Sie Ihre hysterischen Anfälle hinter sich hätten, könnten Sie sich mal mit der Realität deutscher grösserer Unternehmen beschäftigen.

      Da ist es normal, dass zumindest der Betriebsratsvorstand bei voller Bezahlung von der Arbeit freigestellt wird. Ich kenne die einschlägigen Landesgesetze nicht, weiss also nicht, ob das in Behörden auch die Norm ist.

      Aber von einem wirklichen Skandal ist das jedenfalls meilenweit entfernt. Auch wenn Sie Jäger und alle Leute sonst, die Sie nicht mögen, gern vom nächsten Laternenmast baumeln sähen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  73. Trump wird nach wie vor unterschätzt
    Trump wird auch Europa helfen. Popkulturelles ästhetisches Problem, es ist in Deutschland schlecht vermittelbar, dass ein Mike Pence mit dem Habitus eines Midwesterners oder WASPs nicht zum Präsidenten gewählt worden wäre. Die Bevölkerung der USA ist ethnisch fragmentiert. Es kam mittlerweile soweit, dass asiatische Studenten in Berkeley weisse Studenten vom Campusgeländes verwiesen haben. In ihrem Wahlverhalten sind die Minoritäten vereint in einem ‘us versus them’. Es brauchte einen wie Trump, der sich nicht scheute, seine Haare orange zu färben, um es als ‘white male’ ins Weisse Haus zu schaffen. Unter den Demokraten wäre die dritte Welt Einwanderung weiter forciert worden, und eine Rückkehr zum europäischen Erbe Amerikas hätte bis zum vollständigen Zusammenbruch des Sozialstaates warten müssen.

    http://reason.com/reasontv/2015/10/06/donald-trump-is-a-master-wizard

  74. das ZDF im lalaland: Einfalt kommt vor Vielfalt !
    habe sie ALLE gesehen, wie das ZDF, diese oberkorrektheitsanstalt von Joko und Klass einfach mal so ausgeknockt wurde, so leicht gehen also in dieser superanstalt die f… news durch:

    https://www.youtube.com/watch?v=HRYH6Ib2pu0……………..

    und Caren Miosga hat die goldene kamera für das beste interview erhalten, das mit dem österreichischen aussenminister

    https://www.youtube.com/watch?v=S-DVk5k4NQA

    Sebastian Kurz…………..denke ich, oder für was denn sonst ?????

    lieber DdH, der stellt doch von Wien aus nicht nur Caren, nein auch HappyHippo locker in die westentasche, oder ?

    bevor Wien uns callt müssen die nordlichter von BossHoss noch etwas üben, aber macht sich schon ganz gut für den live anfang:

    https://www.youtube.com/watch?v=tyTJERLXrhM

    in Wien dann feiern im Steirereck und den „raufwein“ Schilcher trinken………..

  75. Dachte die "Linkschleuderei" jeglicher Art wäre nun verabredungs- und wunschgemäß
    zu unterlassen, aber siehe da.

    Aber ist ja „irgendwie“ auch egal.

  76. @ TDV sagte am 5. März 2017 um 02:45 Uhr…
    …unter Hinzufügung eine US-amerikanischen Weltkarte:
    „VIelleicht hat es ja was damit zu tun? => https://s12.postimg.org/lsra4xca5/world_map.jpg
    .
    Dann gehören wir hier also zu dem gelb eingefärbten sitzenden Gummibärchen (ich las zuerst „prussia“, aber das war mir etwas an Detailkenntnis zu viel, also suspekt), nein da steht „pussies“.
    Nun gut, lege ich das derzeitige Verhalten der Bundesregierung als Maßstab gegenüber den Größenwahnsinnigen in Ankara an….was soll ich sagen ohne ausfallend zu werden?
    .
    Gibt es Ihnen nicht zu denken, daß Nippon gar nicht erscheint oder unter „more evil doers“? -nein, das kann nicht sein. Diese kleine kreisrunde Insel muß Nordkorea sein.
    .
    Ich habe es schon einmal erzählt, das mit dem amerikanischen Soldaten, der frisch herversetzt war ….“ Oh Italy, it is here in Europe? Mich wundert jetzt nichts mehr.
    .
    Wer macht´s dort also? Vermute mal die 1,9%.
    (DdH)

    • Titel eingeben
      Ich bin jetzt zu faul das noch mal rauszusuchen, aber soweit ich mich erinnert läuft Japan unter denen „die unsere Glotzen zusammenbauen“… oder so ähnlich, oder?

      Auch hier bestreitet ja kaum einer, dass die Amerikaner „es“ generell ja gut meinen. Aber im Gegensatz zur amerikanischen Bildung beinhaltet die europäische eben auch die Einsicht, dass „gut gemeint“ das Gegenteil von „gut“ ist.
      Oder schauen sie einfach mal in die überraschten Gesichter wenn man Angehörige der besonders dämlichen Normalo Klasse der Amis mit der Frage provoziert, ob sie denn wüssten, dass die Gentlemen, die die grossmäulige US Consitution unterzeichneten, alle Sklaven Besitzer waren…

  77. Die Tagesschau gibt sich brav, aber selbst dort
    findet man klare Worte:

    Es müsse sogar überprüft werden, ob nicht der Straftatbestand der Untreue vorliege. „Und die Untreue geht von dem aus, der das Geld auszahlt und die Auszahlungen legitimiert, also vom nordrhein-westfälischen Innenminister.“ In einem funktionierenden Rechtsstaat liefe Ralf Jäger wohl schon lange nicht mehr frei herum.

    • In meinen augen ist das tatsächlich eher ein rotgrüner denn ein Gewerkschaftsskandal.

    • Jetzt haben sie also den Dreck gefunden, den sie Wendt anhängen wollen -
      hat ganz schön lange gedauert. Mal sehen, ob er jetzt verstummt…
      Ja – und er ist kein Einzelfall, wie man liest.

  78. Milo und andere Opfer selbstdefinierter, postmoderner Rechtschaffenheit
    Die intellektuelle Qualität einer Person oder eines Textes zu würdigen, dessen Einstellungen oder Inhalte einem zuwider sind, ist leider heutzutage völlig aus der Mode gekommen. Ob links oder rechts oder in der Mitte. Schade!

    • Titel eingeben
      Das stimmt doch gar nicht, es war immer nur eine Minderheit di an sowas Intersse hatte…

  79. Distanzverschiebungen im Attraktorenpark
    Freundschaft ist oft genug nur ein Bovist,
    löst sich schnell und furzend in Staub auf.

  80. Oh Gott - hier ist Yiannopoulos lt. Kunstfigur DA ein "Zyniker", vorne in der FAZ ist er rechtsrad
    ich sage: Ein Prosit der Gemütlichkeit!
    .
    .
    PS: Der Zyniker ist insofern wohlfeil, als man immer sagen kann, xx hat keine Überzeugungen, sondern nur wirtschaftliche Interessen. Das geht immer, sobald jemand überregional bekannt wird. Früher nannte man das Unterstellung, diese Kategorie ist aber seit einiger Zeit nicht mehr so im Umlauf, wie es scheint.

    Noch was: Vorne drauf kommt noch, FAZ exklusiv: Yiannopoulos ist ein Pädophiler. Demnach wäre einer, der einen Pädophilen liebt, pädophil?!
    Demnach wird hier mit allgemein eingeführten Begriffen sehr lax umgegangen. Oder habbich was verpasst?

  81. Zwar nicht ganz zum Thema passend,
    aber vielleicht wurde es bislang nur innerhalb des Reichshauptslums wahrgenommen: Eine „Aktivistin“ sieht sich statt mit einem Shitstorm jetzt mal mit juristischen Konsequenzen konfrontiert.
    http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/03/berlin-allianz-agentur-kundler-sexismus-vorwurf-wegen-minkleidern.html


    • Oh yeah, das Agenturphoto, die verhaßte Sache… alle sollen ihre besten Sachen anziehen, und sich „freundlich und kompetent“ hinstellen…
      Den kurzen Rock habe ich erst nach suchen entdeckt, die Masse sind klassische Etuikleider, die eine Handbreit überm Knie enden.
      So um 2000 hatte meine Chefin öfters (auch in grauer Flanell-Businessausführung) kürzere Röcke als der kürzeste auf dem Bild an – und das gewiß nicht, weil sie auf Männer stand…
      vielleicht wäre es der Frau Bell mit Etuikleidern in klassischem Business-Dunkelgrau (Grau ist derzeit eh Mode, mehr als Schwarz) schwerer gefallen, solche Assoziationen zu bekommen.
      Was mir bei dem Bild auffiel, die sind alle nicht gewohnt, für Photos im Stehen zu posieren, und das liegt nur zum Teil an ungewohnten Schuhen.
      Ärmellos betont so die Armhaltung…
      Mein Mann würde jedenfalls mal wieder platzen vor Neid, wenn er das Photo sähe, denn als er noch Anzug tragen mußte, empfand er das vor allem im Sommer durchaus als Strafe im Vergleich zu seinen Kolleginnen, die sich in Sandalen und kurzen Röcken Luft machen durften.

    • Danke für den Hinweis, Beobachter ! DAS macht Freude !
      Deutsche Gerichte sind ja in den letzten Jahren eher durch bizarre Urteile negativ aufgefallen.

      Dass es auch anders geht, dass sich nicht jeder von ,,Irgendwasmitmedienhauptsachelinksfemi“ – Blunzn alles gefallen lassen muß,

      ist ein Stück Frische im fischigen Muff .

    • Kinder, nee, rbb, wie unqualifiziert muss man eigentlich sein, um da seine Zeit zu verdämmern?
      „…umringt von kniefreien Mitarbeiterinnen.“: umringt, hää? Wohl noch nie einen Ring gesehen? Kniefrei? Letzteres sähe etwa so

      https://lisaonalimb.com/2014/04/27/dawns-story/

      aus. Naja, wahrscheinlich hat das RedakteuX zuviel „Tee im Harem des Archimedes“ geschlürft. Jau, Harem, dat isset: Harem haram? Nö, halal! Der abgebildete Allianzer mit seinem Harem will damit also folgerichtig bloß eine Hierzulandenochziemlichneuekundenzielgruppe erschließen:

      https://www.toonpool.com/user/4447/files/vielweiberei_1296145.jpg

    • Jetzt stellt er schon mal lauter Mädels ein und diskriminiert Männer
      – und prompt ist es auch wieder nicht recht.


    • Das Winterphoto ist dann das: https://kundler.com/agentur/team/
      Alle businessgrau, die Jäckchen und Blusenärmel geben den Händen mehr Halt… Röcke (Kleider) zu Hosen (Leggings) nun 4:6 (bzw. zu 7, aber der Chef ist der einzige Mann und insofern mit der üblichen Bürouniform außer Konkurrenz), und bei den Röcken – etwas, das mich immer davon abhielt – die unvermeidlichen Nylonstrümpfe drunter. Daß es 1 Mann und 10 Frauen sind, fällt nicht auf den ersten Blick auf, weil alle Grauabstufungen tragen und bei allen Arme und Beine bekleidet sind.
      Beim Sommerbild wird hingegen stark 1 Gruppe mit 1 Vortänzer gebildet, indem der Chef seine winters wie sommers übliche Bürouniform in Dunkelblau anhat, die Angestellten hingegen alle schwarze oder fast-schwarze ärmellose Etuikleider und keine Strümpfe. Das ist ein ziemlicher Kontrast.
      Wenn ich darüber lästern wollte, würde ich „Weibertreiber“ sagen, weil es so extrem ein einziger Mann auf 10 Frauen ist (wenn da im Hintergrund noch 1, 2 Männer stehen würden, wäre auch das hinfällig), aber „Rotlicht“ wäre mir wirklich nicht im Schlaf eingefallen.
      Weil ich nämlich seit ca. 3 Jahren einen kleinen aufsteigenden Trend zum Kleid sehe, und mir selbst vor 2 Jahren ein Etuikleid (farbig, nicht schwarz) zugelegt habe für den Sommer.
      Schwarze Bekleidung war eigentlich lange Zeit die „Allzweckkleidung“, die auch für formellere Anlässe in unterschiedlicher Form geduldet war, ob nun als Grafikeroutfit oder für Geschäftstermin oder Beerdigung.
      Es scheint zu Ende zu gehen damit, Schwarz scheint zunehmend üble Assoziationen auszulösen: ob Söldner, Rotlicht oder Religionsmilitanz.
      In meiner Kindheit in den 1960ern war schwarz fast ausschließlich für Beerdigungen geduldet und eine ansonsten extrem seltene Farbe.
      Nach der Bluejeans- und Braunwelle in den 1970ern tauchte es ab ca. 1980 auf und hielt sich lange recht flächendeckend.

    • Rot-Rot-Grün fordert mehr weibliche Straßennamen für Chemnitz, ...
      … denn es gibt kaum Wichtigeres aus der Sicht von Wichtigtuer*innen, vgl.
      https://www.google.de/search?q=chemnitzer+stra%C3%9Fennamen&tbm=nws&gbv=1&num=100

  82. was liegt wo in der welt ?
    @TDV und DvH

    nun, ich gebe zu, unsere amerikanischen freunde wissen nicht immer, was auf der welt wo ist. aber:

    deutscher fussballspieler sagt: egal ob Mailand oder Madrid, hauptsache Ialien !

    weltfussballer !!!!!

    und ob Italien in Europa liegt, das bezweifle ich manchmal südlich von Rom schon, dann ist es doch auch recht, wenn ein amerikaner das anzweifelt, oder ?

    und dDT hat hat nur Brüssel (hellhole) mit dem Hölloch im Muatathal verwechselt.

  83. Titel eingeben
    Drüben im Mutterschiff hysterisiert sich ein Herr Pausch eine Meinung über Milo daher. Das kann man so machen, ist meines Erachtens nur leider völlig neben der Spur. Und typisch aus deutsch-linksbizarrer Sicht 2017 geschrieben, mit den üblichen Nazis hinter jedem Busch, hier einmal historisch zusammengeschwurbelt inkl. Kaiserreich, Wandervogelbewegung und natürlich der klassischen Pädophilie-Bezichtigung im Verbund mit Antisemitismus. Nuja, jedem seine Meinung, und der Herr Pausch meint halt auch was zu wissen. Von Friedlaender, Blüher, Hirschfeld über Kühne zu Milo, mein lieber Schwan, da fehlt ja nur noch der Röhm in der Liste!

    Man kann durchaus jeden Brei nach Gusto wild zusammenrühren, irgendeine ekle Pampe kommt immer bei raus.

    Am übelsten an der Sache finde ich, daß man einer ausgesucht gesellschaftskritischen Glitzertunte vor dem Herrn (Milo) sozusagen durch den Blumenstrauß gespien die Vorantreibung antisemtisch- nazimäßiger Männerbünderei vorwirft. Und obenauf natürlich, ja was denn auch sonst, der Anwurf der Pädophilie, immer gern genommen, um schwule Männer per se zu diskreditieren, weil ein öffentlich nicht diskutierbares Totschlagargument. Da beginnt es dann wirklich ärgerlich und bösartig zu werden. Wer ein bißchen mehr Ahnung hat von schwuler Geschichte und Eigenart als der Herr Pausch, der weiß, wie abenteuerlich absurd und obendrein niederträchtig dessen Text ist.

    Eigentlich kann man sich als alte Tucke heutzutage nurmehr einen Königspudel anschaffen und von der Welt entnervt allein mit dem Viech im tiefen Wald flanieren gehen, um seine Ruhe zu haben vor dem hysterischen Irrsinn der Welt. Und wenn der Laden dann zusammenbricht, hat man immerhin was zu lachen und kann leise „siehste, siehste, siehste“ raunen.

  84. Wir können es drehen und wenden
    wie wir wollen, Django. Ein zweiter Österreicher innerhalb eines Jahrhunderts hätte das Negativbild des Ersten wieder richten können. Der Arnie hätte den USA sicher gut getan.
    (DdH)

  85. @ Goodnight
    Zitat Tamarisque: „werde ich Ihre Posts auch nicht mehr lesen.“

    Das wird Sie jetzt sicher nächtelang nicht schlafen lassen :))

    • Ach bitte…

    • @ Stand your ground
      Sie sind doch eine Frau. Können Sie mir sagen, was ich Ihnen angetan habe? Habe *ich* Sie vielleicht zu Unrecht beleidigt?
      Just asking
      ;-)))

    • Geflissentlich von vielen Frauen übersehen: Durchaus Kampfesgeist untereinander
      Es sollte keine Rolle spielen ob XX oder XY, denn eine Harmonie innerhalb des Genus gibt es nur bei Männern, die hierfür bessere Mechanismen haben, und auch nicht immer.

      Belegt durch Untersuchungen:
      A continuation of Women and Madness—Chesler’s bestselling book that broke the story on double standards in psychology—Woman’s Inhumanity to Woman draws on important studies, revolutionary theories, literature, and hundreds of original interviews. Chesler urges us to look within, to treat other women realistically, ethically, and kindly, and to forge bold and compassionate alliances. This is a necessary next step for women, without which they will never be liberated.
      https://phyllis-chesler.com/articles/womans-inhumanity-to-woman

    • Titel eingeben
      Don hat es bestens ausgedrückt „Ach bitte…“

      Da muß ein dummes Bärchen von bescheidenem Verstand noch sein Klugscheisserköttelchen dazu tun: Der Goodnight nervt zur Zeit mehr als TDV. Seine Gehässigkeiten gegenüber Object.be und die Nickeligkeiten gegenüber Tamarisque stören mich.
      goodnight war schon in andren blogs laut und deutlich unterwegs. Hier ist er eher einer, der noch nicht so lange da ist und scheint das mit erhöhter produktivität und Rolex kompensieren zu wollen.

      Vielleicht bin ich zu empfindlich, ich stoße mich schon an den Nicks mancher Leute, wie dem altgedienten che2001 oder einem riot-buddha.
      Für Tamarisque musste dieser Zwischenruf jetzt raus. Jenseits aller politischer Differenzen. Pax vobiscum oder wie die Deutschen von der dunklen Seite des Mondes sagen: „Wir kommen in Frieden“

    • Irony is wasted on the stupid
      @Gast

      Intelligenz nervt halt. Sorry.

      Aber immer interessant zu beobachten, wer sich als erster darüber beschwert.

    • Ordinary riches can be stolen, real riches cannot.
      Und da wir gerade dabei sind:

      Es fehlt hier halt nicht nur an Intelligenz, sondern auch an Bildung und Klasse:

      Wer nicht in der Lage ist, argumentativ zu operieren, der sollte hier nicht in die Tasten greifen. Ist doch einfach nur lächerlich, bei jedem Gegenargument laut „Beleidigung“ zu rufen, mit „ignorieren“ zu drohen und auf die schützenden Hand vom Don zu hoffen. Und dann als erster beleidigend von „dummen Bärchen“ zu sprechen, wenn man nach Begrenzung der Meinungsfreiheit ruft. Kahane Stiftung lässt grüßen. Das ist das Niveau von Putzfrauen, die reiche Männer geheiratet haben, aber nichts was man Akademisch oder Klasse nennen könnte.

      Und jetzt bitte alle weinen.

    • Titel eingeben
      @goodnight habe Nick vergessen einzugeben. Weil von wegen kleinem Verstand.

      Nicht Ihre Intelligenz nervt. Intelligenz will ich keinem Kommentator hier absprechen.
      Ihre Art nervt. Ihr Duktus nervt. Ihre Überheblichkeit nervt.
      Ihre Dreistigkeit eine Object.be zu stalken und einer Tamarisque alles mögliche abzusprechen.
      Hej, falls Sie ein Mann sind (ich bin ein schwules schwarzes trans-Mädchen) sollten Sie klassisch männliches Verhalten zeigen: Das Gesicht des andern wahren!
      Männer lassen andren Männern auch mal Scheiß erzählen und den Münchhausen machen. Solange es nicht im eigenen Vorgarten ist oder einfach zuviel wird.
      Bei Ihnen wird es zumindest mir zuviel.
      Ciao bello

      Gruß mit ohne Habilitation oder Promotion.
      Bayerisches Abitur, Bayerisches Ingenieurstudium (Univ)
      Gesamtwerk von Jane Austen gelesen. Et tu Gudsnächtlä?

    • Jenseits politischer Differenzen
      @ Melursus
      Lieber Melursus, ich danke Ihnen für Ihre schönen, klaren Worte und Ihre Freundlichkeit, sich zu dieser Sache zu äußern. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

      „Jenseits aller politischen Differenzen.“ Ja, so soll das sein. Was mir eben auch viel Freude bringt, ist ein fairer gegenseitiger Austausch mit denjenigen, deren Meinung ich nicht teile. So lerne ich ihre Meinung zu respektieren und manch-mal sogar zu verstehen. Das finde ich spannend, und ich freue mich auch, dass es hier Teilnehmer gibt, die sich darauf einlassen, im gegenseitig respektvollen Ton.

      P.S. Drei Bücher von Janes Austin, das Gesamtwerk von Goethe und Dostojewski gelesen.

    • XX >< XY
      @ Oberländer
      Lieber Oberländer, vielen Dank für Ihren freundlichen Post und das Zitat bzw. den Link.
      Ja, Sie haben Recht und haben gleich erkannt, dass der erste Satz von mir Quatsch war. ;-)
      Es gibt keinen Grund, von anderen Frauen mehr Verständnis oder Solidarität zu erwarten. Ja, das ist falsch, denn es geht immer nur um Individuen, nicht ums XY-XX Geschlecht.

    • Moderation is a fatal thing. Nothing succeeds like excess.
      @melurus

      Sie meinen: Ich sollte das Gesicht der Damen wahren, indem ich sie nicht genauso behandle wie Männer. Rein intellektuell.

      Interessante Perspektive. Für die Moderne.

      Sorry, ich betrachte Frauen als geistig gleichwertig und behandle Sie folglich auch gleich. Und viele, wie z.B. Frau Simon sind dem auch gewachsen, d.h. können argumentieren anstatt zu weinen.

  86. Montreux, Palace
    @TDV, 6. März 2017 um 00:30 Uhr

    Erkennungszeichen: Käscher und Botanisiertrommel, in XXL.

    • Titel eingeben
      Gut, ich bin der mit der dreizehnjährigen am Arm…

      …irgendwann nach dem 15. July.

  87. Unbildung der Amerikaner? Bescheidenheit stünde uns an.
    Die US-Amerikaner und die Kanadier sind in den Naturwissenschaften deutlich und eindeutig besser als die Deutschen:

    http://timss2015.org/download-center/

    Und wieviele Deutschen können
    -zumindest orientierend die US-Bundesstaaten auf eine stumme Karte legen, mal den bible belt und den mittleren Westen?
    -die Expansionsgeschichte der USA (Krieg mit Mexiko)
    -die Entwicklung der außenpolitischen Doktrinen im 20 Jhdt und ihre Konsequenzen für die Außenpolitik
    -die Entwicklung des gesellschaftlichen Konsens im 20. Jhdt
    -die Entwicklung der wirtschaftliche, industrielle und militärische Bedeutung der USA absolut und pro Kopf im 20. Jhdt
    referiern.

    Das ist nicht mehr als Mittelstufenwissen, entsprechend übe Europa auch für Europäer.

    Ob es uns passt: ein großer Teil der Amerikaner ist mindestens so gut ausgebildet wie wir, jedweder Dünkel ist ein Ausdruck von Dummheit.

    Je genauer man hinschaut, desto interessanter kann es werden: der Amerikaner, den ich in Japan traf, sprach einigermaßen leidlich Deutsch und lernte das nur, weil er Kant im Original lesen wollte. Studierte Philosophie und arbeitete ein Jahr in einem Japanischen Kindergarten – und schwärmte davon, wie er zuhause in Texas mit seinen Kumpels am Wochenende mit den M16 in der Kiesgrube rumballert.

    • Amerikaner
      Natürlich sind 99,9% der Amerikaner nette und gebildete Menschen. Aber nur in Amerika bin ich gefragt worden (von einem Busfahrer in Los Angeles) welche Sprache ich spräche (ich dachte, der meint „wieviele Sprachen“). Er wiederholte aber die Frage: „Welche Sprache sprecht ihr in Deutschland?“ und auf meine Antwort: „Deutsch“ sagte er: „Ey, you have your own language!“. In Miami Beach bin ich gefragt worden (von 2 Immobilien-Maklern, Mitte 30, nicht mehr ganz nüchtern), ob es in Deutschland Waschmaschinen gäbe und ob ich schonmal einen Mikrowellenherd gesehen hätte. Eine Studentin (Mitte 20, Studienfach habe ich vergessen, irgendetwas mit „Social…“), fragte mich in Miami Beach, ob Hitler bei uns noch Präsident wäre.

      Zum Thema Milo hätte ich noch anzumerken, dass es sich bei dem inkriminierten Video um eine völlig schräge Videokonferenz (THE DRUNKEN PEASANTS) handelt, bei denen die meisten der inkriminierten Kommentare garnicht von Milo stammen. Der sagt nur, dass Beziehungen zwischen älteren Männern und Jungen in völliger Übereinstimmung vorkämen und diese Männer diesen Jungen vieles geben könnten.

      Er zitiert damit den aktuell mit 8 Oscars ausgezeichneten Film „Moonlight“ über die Beziehung eines homosexuellen Jungen (Chiro) mit einem älteren Drogendealer (Joan), der dessen Homosexualität unterstützt und ihm als Vaterfigur dient. Ob dieser Joan ebenfalls „gay“ bzw. bisexuell ist, kommt in den Rezensionen nicht richtig heraus. Wenn ich mir aber den Trailer anschaue, dann war das exakt die Szene, die Milo bei seinem Kommentar im Kopf gehabt haben könnte, nur er hat keine 8 Oscars dafür bekommen.

      Man muss sich diese grauslig schräge Videokonferenz mal anschauen und die Tatsache, dass der Teilnehmer am rechten oberen Bildrand nicht immer Milo ist, sondern ein anderer, der solche Kommentare ablässt, sowie die Rezension von „Moonlight“ und dessen Trailer, um nachvollziehen zu können, was ich meine. Deshalb verlinke ich ausnahmsweise auf beides.

      https://is.gd/OMR2DB
      https://is.gd/q5CrSo

    • Titel eingeben
      Ja, ja, die meisten Amerikaner wollen Kant im Original lesen.

      Aber trotzdem danke für ihren äusserst erheiternden Beitrag lesen.

      Dies: „Studierte Philosophie und arbeitete ein Jahr in einem Japanischen Kindergarten“ muss wohl heissen: „Studierte im Kindergarten und arbeitete ein Jahr“?

  88. Milos Father-Michael-Story
    …hatte ich schon vorher von einem alten Freund gehört. Nur war es in hier ein Lehrer, der…ihn zudem vor seinem urproletarischen (deutschen) Elternhaus befreit hat.
    In den 2 Gymnasien, die ich besucht habe, gab es immer Klassenkameradinnen, die unsterblich in den Lehrer verliebt waren, einige sollen sogar Erfolg gehabt haben. Ich selbst fand sowas eklig, die Mädchen wurden keineswegs geächtet oder gar der Lehrer abgestraft. Waren die Sechziger.
    Souveräner Umgang von inzwischen Erwachsenen mit dem Thema wäre: es ist grundsätzlich falsch, aber für mich war es toll.

    Sind da schon wieder die Russen schuld? Die Unterscheidung in schwul und heterosexuell gehörte doch schon -zumindest in meinem Leben- in das Fach der Paläontologie. Plötzlich geht mit einem bedauerlichen Verlust an Privatsphäre eine öffentliche Erklärungs- und Rechtfertigungswut sexueller Vorlieben einher. Kriegt man da eine Note? Wie grässlich…

    • ...
      Ich wundere mich auch inzwischen. Schon 1958 lernte ich, selbst noch sehr jung, ein junges schwules Pärchen im richtigen Leben kennen.Die beiden führten hier an einem See ein Cafe mit kleiner Speisekarte und alle kehrten dort ein, auch die Touris. Nie ist mir zu Ohren gekommen, dass sie mal angezeigt wurden, was damals ja noch vorkommen konnte.Wir alle wussten: die sind so und gut is.
      Bei einem schwulen Verwandten allerdings nervt mich sein dauerndes Lamentieren,wie schwer er es doch hat. Kein Hetero hat soviel Sorgen, wenn man ihn hört.Wenn wir ihm sagen, dass er selbst sich viel zu wichtig nimmt, ist er beleidigt.Wenn man genau zuhört, kennt er nur sich selbst. Somit isoliert er sich auch selber von anderen.

  89. Risikoministerchen Jäger
    will nun gegen sich selbst ermitteln. Im failed state NRW kommt er mit den lächerlichsten Ausreden durch:
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/rainer-wendt-nrw-innenminister-ralf-jaeger-geht-auf-distanz-a-1137494.html
    .
    Jäger ist überfällig. Zum Schutz für uns alle.

    • @ Erlangen
      Glauben Sie das die Hanni mit dem in die Wahlen gehen will? Mir ist der Zeitpunkt mit der Wendt-Geschichte etwas zu suspekt.
      (DdH)

    • So lange er mit einem Finger auf andere zeigen kann meint Jäger, es sieht gut aus,
      für ihn.
      https://www.youtube.com/watch?v=no-Fc931mUI
      Einwanderung aus Sicht der Polizei sieht laut Wendt wohl anders aus als aus Sicht eines NRW Ministers, wie er hier veröffentlicht.
      Da muss man doch dringend etwas in Angriff nehmen.
      Gegen Wendt natürlich.

    • Hanni und Ralf sind enge Freunde, die seit langem alles
      voneinander wissen. Da ist ein Fallenlassen ohne Mitgerissenwerden unmöglich…
      .
      Interessant ist aber, wenn man hier einige Kommentare (weiter oben) liest, dass es auch Wendt+Jäger-Groupies gibt, die beiden jedes Verbrechen durchgehen lassen. Hanni und Ralf dürften also genau wissen, wie weit sie noch gehen können.
      .
      Die Toten vom Breitscheidplatz können sich ja auch schlecht beschweren.

    • Salbadernde Trottel
      halten alles für ein „Verbrechen“, was nicht in ihr kleines Gehirn passt.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  90. Absolut passend und dennoch Off-Topic - La La Land
    Shocking!

    Nun, ich bin schnell schockiert. Dennoch, es ist schockierend was mir der Cicero gerade ins Haus spielte: Die Flüchtlingskrise deutscherseits war ein unvorhergesehenes Ereignis, nicht menschlich begründet. Ab dem 12. September alles nur Lüge-Lüge-Lüge.

    In der üblichen Nussschale:

    4. September 2015: Grenzen gehen auf – für alle [nichts Neues]

    12. September 2015:
    Angela Merkel, Peter Altmaier, Thomas de Maizière, Horst Seehofer, Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel beschliessen, ab 13. September die Grenzkontrollen wieder einzuführen und alle Flüchtlinge „auch im Falle eines Asylgesuches“ zurückzuweisen. Das sei zum Staatswohl dringend geboten.
    Einige Beamte des Innenministeriums äussern rechtliche Bedenken.
    Angela Merkel verlangt vom Innenminister eine Garantie der Rechtmässigkeit, und dass es „keine öffentlich schwer vermittelbaren Bilder vom Einsatz der Bundeswehr gegen Flüchtlinge gibt“.
    Die Einsatzbefehle, schon geschrieben, und die Truppen, schon verlegt, werden zurückgezogen.

    La La Land. Voll meschugge. Und Merkel ist weiterhin Bundeskanzler.

    http://cicero.de/berliner-republik/buch-zur-grenzoeffnung-aus-angst-vor-verantwortung

    • Stand so auch in der letzten Welt am Sonntag - wieso das plötzlich aufkommt?
      Die Formulierung mit den Bildern, die nicht schön sein würden, gabs freilich schon 2015 aus dem Mund der Kanzlerin zu hören.

      Ziemlich merkwürdige Begründung, wie ich fand (und finde).

    • Wozu eine Regierung
      Dieses Drama zeigt doch deutlich, das wir keine Regierung brauchen.
      Jedenfalls nicht so eine.
      Ohne Eier.
      Siehe auch das Theater mit Erdo.
      Kann man dem nicht mal klipp und klar mitteilen, das er die grosse Klappe halten soll.
      Ansonsten mal ganz diplomatisch alles durchziehen.
      Soldaten heim, Sozial und Krankenkassenabkommen beenden, Hilfezahlungen einstellen, arbeitslose Türken abschieben.
      Reisewarnung aussprechen.

      Mal schauen, wie der dann schaut.

      Aber das erfordert halt Eier und keine abgekauten Fingernägel.

    • Schockiert? Worüber genau?
      Es sollte eine allgemein bekannte Tatsache sein, dass die Entscheidung für offene Grenzen auch ganz wesentlich darauf beruht, dass eine Mehrheit von Politikern (Maiziere eingeschlossen) glaubte, Bilder gewaltsamer Zurückweisung von Migranten wären in Deutschland zu dem Zeitpunkt (September 2015) nicht mehrheitsfähig. Und das ausweislich der Willkommenskulturwelle in Bevölkerung und Medien vermutlich sogar zu Recht.

      Das dürfte heute anders sein, also würde heute auch die Entscheidung anders ausfallen. Aber über genuine Politik „schockiert“ zu sein ist Klein Fritzchen Niveau.

      Nota bene – ich halte die damalige Entscheidung für völlig falsch. Ich verstehe nur, warum Politiker, die in einer Demokratie tatsächlich aus der Mitte des Volkes kommen, nicht mehr die Eier haben, unpopuläre Entscheidungen zu treffen.

      Der „harte“ Schröder äusserte auf dem Höhepunkt der friedlichen Hartz IV Reformproteste vor 11 Jahren einmal öffentlich, man habe es jetzt mit „vorrevolutionären“ Zuständen zu tun. Da waren max. 500,000 Menschen auf der Strasse. Keine Ahnung, was der während der Proteste gegen die NATO-Nachrüstung getan hätte (1,5 Millionen Menschen auf der Strasse) – sich wegen eines Nervenzusammenbruches klinisch behandeln lassen vermutlich.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Das Buch "Die Getriebenen"
      von Robin Alexander erscheint am 13.3., ich habe es längst bestellt.
      Allein das Cover spricht schon Bände
      https://s6.postimg.org/hhz963eep/die_getriebenen.jpg

      Grundsätzlich gehören die Drei mitsamt den unfähigen Beamten nach den Haag.

    • Das habe ich letzten Sommer...
      … schon so im Spiegel gelesen, Herr Dippel.

      Gestern habe ich den internationalen Frühschoppen gesehen. Da sagte die österr. Korrespondentin aus Brüssel,vor 5 Jahren schon wollte man außereuropäische Lager unter Führung der UNO einrichten. Es scheiterte am Veto von Österreich und Deutschland.
      Merkel betreibt halt eine weitsichtige Politik von 12:00 Uhr bis Mittag.

    • Schiss im Hosenanzug
      Geschockt, weil uns allen als Motivation nicht „Schiss im Hosenanzug“ sondern überbordende Menschlichkeit verkauft wurde. Und Orban der Nazi war.
      Offenbar war die vom Volke gewählte Regierung genauso Nazi. Bloss ohne Courage dazu…

  91. Titel eingeben
    Ach was waren das noch für Zeiten, als man als Student in Oxford noch von einem jungen, provozierenden Gastredner namens Milo in der Union hören konnte, sich am nächsten Tag mit Freunden (und Bettgenossen) an einem lauen Sommerabend auf dem Boars Hill auf ein Bier oder Cider verabredete, und selbstverständlich kontrovers diskutierte, Waugh las sich in längst vergangene Zeiten träumte und das echte Leben so weit weg war. :)
    Et in arcadia ego!

  92. Titel eingeben
    @Ingrid Biniok, 6. März 2017 um 12:15 Uhr
    @Philomena, 6. März 2017 um 15:26 Uhr

    Paläontologie und Lamentieren …

    Sehen Sie, heterosexuelle und homosexuelle Menschen trennen Welten, nein, eigentlich ganze Universen. Und keinesfalls und absolut überhaupt nicht nur in sexueller Hinsicht! Man kann natürlich gesamtgesellschaftlich so tun als wäre das nicht so, und als wären jetzt endlich alle Unterschiede in gesellschaftlicher Harmonie ersoffen, aber das ändert ja an den Tatsachen nichts, die doch eher dafür sprechen, daß es in der Mehrheitsgesellschaft hinter der toleranten Fassade nach vor massive Vorbehalte gegen schwule Männer gibt.

    Man ist heutzutage freundlich und höflich zu uns. Man lädt unsereins sogar zum Tee. Man versucht uns zu verstehen. Man ist solidarisch. Man lädt uns im Fummel zur Bundesversammlung und wählt uns gar in höchste Ämter von Parteien und Staat. Solange wir mehrheitlich bestimmten Bildern entsprechen, welche die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft gerade, selbst an den rechten Rändern, noch akzeptieren kann.

    Wenn morgen die Gesetze wieder zu unseren Ungunsten geändert würden, stünde in diesem Land (und anderswo auch) übermorgen, bildhaft gesprochen, umgehend wieder der Mehrheitsmob der rechtschaffen Empörten mit den Mistgabeln und den Fackeln vor unseren Türen. Die Art und Weise des Umgangs mit Milo (und anderen) spricht dahingehend Bände, die Vorwürfe der Pädophilie sagen alles. Man kennt das, es war immer so, wenn man unsereins an den Kragen wollte und es anders nicht zu bewerkstelligen war, dann wurden wir halt schlimmstenfalls zu Kinderf****rn gebrandtmarkt und zum Abschuß freigegeben.

    Man entwickelt als schwuler Mann, zumal wenn man nicht den üblichen Männlichkeitsvorgaben entspricht, schon früh ein sehr, sehr tiefes Mißtrauen gegenüber seinen lieben heterosexuellen Mitmenschen, weil man am eigenen Leib (oft schmerzhaft) erlebt, zu welchen Auswüchsen an Niedertracht und Bosheit Menschen fähig sind, wenn man nicht so ist wie sie. Das alles hinterläßt gerne mal üble und äußerst tiefsitzende Spuren, und dann kommen später im Leben wohlmeinende heterosexuelle „Freunde“ daher und sagen einem, daß man sich doch nicht immer so haben soll, und daß man sich zu wichtig nähme …

    Aus bestimmten Erfahrungen im Leben, die Heterosexuelle, selbst wenn sie es versuchen und wirklich wollen, nicht in einer Trillion Jahre nachvollziehen können, entstehen schlagfertige, vorlaute Tunten wie Milo und ungezählte andere, gerne voller Sarkasmus, Zynismus und bitterem, bösem Witz, weil irgendwann klar wird, daß die einzige Waffe, die man wirklich gegen das potentiell brandgefährliche Irrenasyl um einen herum besitzt, die eigene Zunge ist, scharf wie ein Schwert und treffend wie ein Pfeil. Üblicherweise wird diese Sorte Schwertmäuler dann von der Mehrheitsgesellschaft erst hochgejauchzt und dann irgendwann aufgrund zuviel peinlicher Direktheit und unbequemer Wahrheit recht unfein entsorgt.

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      Traurig aber wahr….
      Das kann sogar eine unbelehrbare Hete wie ich ihnen bestätigen.

      Allerdings ist es nun mal prinzipiell und überall so, dass es immer nur wenige Individuen in der Menge gibt, mit denen man was zu tun haben will, das ist auch bei euch Mädels nicht anders….

    • " Man lädt uns im Fummel zur Bundesversammlung"
      @JHM:

      Mir geht affektiertes Getue auf den Wecker. Auch von Tunten. Punkt.

      „üble und äußerst tiefsitzende Spuren,…“

      … haben ausschließlich homosexuelle Menschen zu verarbeiten?

      „… und dann kommen später im Leben wohlmeinende heterosexuelle „Freunde“ daher und sagen einem, daß man sich doch nicht immer so haben soll, und daß man sich zu wichtig nähme …“

      Dieses ganz normale menschliche Unvermögen, Sachverhalte gänzlich außerhalb seines Erlebnis- und Vorstellungshorizonts hinreichend nachempfinden zu können, halte ich nicht für eines, das mit sexuellen Präferenzen korreliert.

      „Aus bestimmten Erfahrungen im Leben, die Heterosexuelle, selbst wenn sie es versuchen und wirklich wollen, nicht in einer Trillion Jahre nachvollziehen können,…“

      Selbst wenn ich Ihnen folgen würde, macht es dann erst Recht keinen Sinn, sich bühnenreif zu inszenieren und sich permanent abhängig vom Aufmerksamkeitslevel Dritter (bestenfalls dann ja wohl nach Ihrer Theorie „ahnungsloser Idioten“) zu machen wie Milo.

      Der tatsächliche Freigeist ist kein Vertreter der organisierten Exzentrik, sondern eher intrinsisch motiviert.

      Ich denke, Milo hat den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg gewählt und nimmt sich hoffentlich mal viel Zeit für sich selber.

  93. Wendt-Skandal
    „Möglicherweise hat sich da in der Verwaltungspraxis etwas verselbstständigt“, sagte Jäger.
    .
    Wenn fliegt dieser Vollpfosten? Bei dem sind sogar die Ausreden erbärmlich. Dabei hätte er in Ermangelung anderer Beschäftigung (Innere Sicherheit? Kontrolle von Gefährdern? …? In allem Fehlanzeige) viel Zeit, sich bessere auszudenken.

  94. djangohatnemonatskarte sagt 6. März 2017 um 12:47 Uhr
    „…zweiter ÖSTERREICHER ?“ Geh´ns Django, sans doch need aso begriiiefsstutzig. Wir hatten den böhmischen Gefreiten, der eigentlich für Franz-Josef ins Feld hätte ziehen müssen. Er diente alsdann bei Willem, in gleicher Sache. Dann wurde er über Nacht, wie auf Flügeln getragen (na gut ,er saß zuvor wegen einer Empörung mal einige Zeit in Landsberg. Gleicher Ort wie der Uli), sponsered by Krupp und ähnlichem Gelichter und dem Wohlwollen eines ostpreußischen Großgrundbesitzer zu Reichskanzler. Den Rest kennen Sie.
    .
    Das mit dem Arni meine ich fei ernst.
    .
    @ Uwe Dippel, erinnern Sie sich noch an Dons Festungsartikel? Als wir hier im Forum schon die Truppen zwischen Bodensee und Böhmerwald in Stellung brachten.
    (DdH)

  95. AION (MCMLI)
    C. G. Jung in AION (MCMLI) :

    „ Es ist bezeichnend, dass die gnostische Philosophie gerade von der Alchemie fortgesetzt wird.
    Die Mater Alchimia ist eine der Mütter der modernen Naturwissenschaft, welche letztere uns eine
    unvergleichliche Kenntnis des dunklen Stoffes vermittelt hat. Sie ist auch in die Geheimnisse der
    Physiologie und der Entwicklungsgeschichte eingedrungen und hat die Wurzeln der lebendigen
    Existenz überhaupt zu ihrem Forschungsgegenstand gemacht.

    Damit hat sich der menschliche Geist tief in die sublunare Welt des Stoffes versenkt und so den
    gnostischen Mythus vom Nous wiederholt, welcher, sein Ebenbild in der Tiefe erblickend, sich
    hinabläßt und von der Physis um- und verschlungen wird.

    Den jeweiligen Höhepunkt dieser Entwicklung bezeichnen im XVIII. Jahrhundert die französi-
    sche Aufklärung, im XIX. Jahrhundert der wissenschaftliche Materialismus und im XX. Jahr-
    hundert der politische und soziale „Realismus“, welcher das Rad der Geschichte um volle zwei-
    tausend Jahre zurückdreht und den Despotismus, die Rechtlosigkeit des Individuums, die Grau-
    samkeit, die Menschenunwürde und die Sklaverei der vorchristlichen Welt, deren „labour pro-
    blem“ durch das Ergastulum (Sklavenstall) gelöst war, zurückbringt.“

    Die „Umkehrung aller Werte“ spielt sich vor unseren Augen ab. –

    • Titel eingeben
      Medizinisches cannabis sativa?

    • Christentum
      Es ist noch nicht enorm lange her, dass ich „Bildungs-„Institutionen verlassen habe. Im Nachhinein bin ich über den vollkommenen Mangel an validen psychologischen Perspektiven entsetzt.
      Wenn ich mich richtig erinnere, war es Nietzsche, der bemerkte, dass das Christentum mit seiner Insistenz auf Wahrheit zur Entwicklung der Wissenschaft führte, die letztlich seine Orthodoxie unglaubwürdig machte.
      Jung erweiterte diese Beobachtung durch die Entdeckung, dass die mittelalterliche Alchemie (die auch durch frühchristliche Gnostik beeinflusst war) eine Gegenbewegung zur christlichen Fokussierung auf das Leben nach dem Tod (was durch Nietzsche ja ohnehin sehr radikal kritisiert wurde) war.
      Ich finde es ironisch, dass die Alchemie sowohl Vorgängerin der modernen Wissenschaft ist (nicht auf komplett methodischer, aber auf psychologischer Basis), sich aber gleichzeitig mit Transformation und Perfektion der Psyche, projiziert auf das Externe, befasste.
      Der Verlust des fundamentalen Mythos unserer Zivilisation durch die wissenschaftliche Revolution ist wohl eine tragische Notwendigkeit der Entwicklung zu einer Erweiterung des Bewusstseins. Ich bin sicher, es ist nicht der letzte Zustand. Aber die Kosten sind wahrlich tragisch…

      Was die Umwertung aller Werte betrifft: Mei, ich weiß, dass entspricht ganz und gar nicht der beabsichtigten Aussage, aber ich komme nicht umhin, den satanischen Humor der Geschichte zu bewundern:
      Die politische Linke feindet Nazis an und führt Krieg auch gegen Falsch-negative Individuen. Zwei Merkmale der Nazis waren Antisemitismus und Beabsichtigung von (schlussendlich eigener) Zerstörung.
      Derzeit ist die politische Linke weitläufig von Muslimen untwandert (Hitler mochte Islam, er bedauerte den Ausgang der Schlacht von Tours) und die Linke unterstützt aktiv Antisemitismus und islamischen (und schwarzen) Faschismus. Feministen bewirken mehr Leiden für Frauen. Ich bin mir meiner und der Kapazität von Menschen allgemein für Böses sehr bewusst und bin dennoch geschockt über das, was im Namen des Guten geschieht.
      Ich laß vorgestern von einer gewalttätigen Demonstration gegen einen Vortrag von Charles Murray an einer US-Uni. die Moderatorin wurde verletzt. Was Murray von dieser Sache hält, ist sehr lesenwert. Und dann laß ich von der Vergewaltigung einer 14-Jährigen in Schweden durch einen „neuen Schweden“. Er wurde zu Sozialstunden verurteilt, besuchte aber weiterhin die Schule. Die Schülerin wurde an eine andere Schule überwiesen. Gestern wurde veröffentlicht, auch der Täter wurde versetzt. Schlimmer als in der Katholischen Kirche. Aber der Kommentar des Rektors(in?): „I think that we have not been able to do differently. But yes, it’s hard to say what is right and what is wrong in this situation.”
      Wie Jordan Peterson über George Orwell bemerkte: Er stellte fest, die Sozialisten der Mittelschicht scheren sich nicht um die Armen, sie hassen nur die Reichen.

      Übrigens, lieber PvK, ich sehe Sie hier zum ersten Mal. Und dann noch ein Zitat aus Aion! Auch wenn ich den metaphysisch-astrologischen Kontext von Aion nicht verstehe…
      Falls Sie ihn nicht kennen sollten, empfehle ich Ihnen sehr, sich genauer mit Jordan Peterson auseinander zu setzen. Und wenn Sie Zeit haben,
      es lohnt Stefan Molyneuxs Truth about McCarthyism.

  96. Friedliches Fahnen-Miteinander im geographischen Westdeutschland
    — An alle Einheiten aller Differenzen: Alle mal bitte kurz herschauen!
    https://www.uploadarea.de/files/eu1/c0biaTRkl-20170306-121032-Hand-in-Hand-Beflaggung-am-Koelner-Hansaring.jpg
    — Europa (Deutschland, Köln) ist umzingelt! Betrachten wir auf dem Bild:
    – die Kölner Domtürme,
    – die türkische Flagge,
    – die kölnische Flagge,
    – die bundesdeutsche Flagge,
    – die europäische (EU) Flagge,
    – die nordrhein-westfälische Flagge,
    – und noch einmal die türkische Flagge.
    — Alles rein privat, nicht repräsentativ, niemand regte sich deswegen auf. Der dicke Turm (Bildmitte) wird, glaube ich, von (römisch) katholischen Studierend*innen und *außen benutzt, vgl. http://www.ksj-tower.de/39994.html – Gute Nacht!

  97. "Weisse Sichtweise"
    Ich kann mir nicht helfen, aber der Begriff hört sich in meinen Ohren ein wenig so an wie „Jüdische Wissenschaft“.

    • Nah. Es ist völlig unbestreitbar, dass die jeweilige Bevölkerungsmehrheit in einem
      Land sich früher oder später auf gemeinsam geteilte, ungeschriebene Normen und Urteile/Vorurteile einigt, die für 90% der Menschen danach unhinterfragt gelten. Historisch zufällig sind diese Bevölkerungsmehrheiten in Europa und den USA nach den ersten Einwanderungswellen unter anderem auch „weiss“.

      Aus diesen banalen Beobachtungen haben ein paar clevere Linke eine Theoriesimulation (und ein Geschäftsmodell) gestrickt und es „Critical Whiteness“ getauft. Dient unter anderem dazu, alle nicht „Weissen“ zu heroischen Widerstandskämpfern hochzujazzen oder als gequälte Opfer zu bedauern, je nach Kontext. Hat den enormen Vorteil, dass man sich mit Argumenten nicht mehr aufhalten muss, denn jede/r, der gegen die Minderheit der Nichtweissen argumentiert, ist ein Rassist, fertig.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Das kam mir in den Sinn,
      weil in beiden Fällen, einer Gruppe mit einem gleichen ethnischen Merkmal eine gemeinsame Art zu Denken, eine typische Weltanschauung beziehungsweise eine spezifische Art Wissenschaft zu treiben unterstellt wird. Ebenso wird unterstellt, dass sich diese Art zu Denken von derjenigen der anderen Menschen grundlegend unterscheidet. In beiden Fällen wird auch eine moralische Überlegenheit der anderen gegenüber der angesprochenen Gruppe postuliert.

      Zudem vermute ich, dass insbesondere bei Rednecks, White Anglosaxon Protestants und Ostküstenjuden die sogenannte „White Supremacy“ vermutet wird. Da ergeben sich dann schon gewisse Schnittmengen der angesprochenen Personenkreise.

      „Es ist völlig unbestreitbar, dass die jeweilige Bevölkerungsmehrheit in einem Land sich früher oder später auf gemeinsam geteilte, ungeschriebene Normen und Urteile/Vorurteile einigt, die für 90% der Menschen danach unhinterfragt gelten.“

      Das hätten diejenigen, die jeweils die Deutungshoheit für sich beanspruchen, wohl gern so. Ich bestreite es aber. Ich halte das für eine Modellvorstellung, die schon innerhalb eines Landes fern der Realität ist – gerade auch in den USA.
      Gemeinsame geteilte ungeschriebene Normen und Urteile von 90% der weißen Bevölkerung der USA die im grundsätzlichen Gegensatz zu denjenigen der Afroamerikaner stehen, kann ich nicht erkennen.
      Die Unterschiede zwischen den Nachkommen der Einwanderer aus Irland, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Griechenland untereinander was geteilte Normen angeht wird wohl nicht deutlich kleiner sein als zwischen ihnen gemeinsam auf der einen und den Nachkommen der Sklaven aus Afrika auf der anderen Seite.

      Ich will nicht bestreiten, das es geteilte Normen in Menschengruppen gibt, ich verorte sie aber eher im Kleinen in sozio-ethnischen Milieus anstatt als verbindendes Element bei ganzen Ländern, Völkern oder Pigmentationstypen.

    • Sozio-ethnische Milieus können sich - auch - über Hautfarben-Stereotype
      bilden. Nur ein Beispiel von vielen – vermittelt über Karl May, Steuben und viele andere haben sehr viele Deutsche ein Bild vom „edlen Wilden“ im Kopf, das mit der banalen historischen Realität absolut nichts zu tun hat.

      Nur ist das natürlich nicht „White Privilege“. Sondern schlicht, dass mit exotischem in allen Gruppen zu allen Zeiten besonderes (negativ wie positiv) assoziiert wurde und wird.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  98. Victimhood Culture...@JHM
    …hasse ich ebenso wie Psychelei. Leider haben Sie mich missverstanden. Mich beunruhigt sehr wohl, wie das Klima umgeschlagen ist. Moderne Komplexität wird zugunsten längst überwundener Klischees und Verhaltensvorschriften kampflos aufgegeben.

    Mit dem Matriarchat stehe ich eh auf Kriegsfuß, ich bewundere gern und mache nicht bei jedem, der sich benachteiligt fühlt gutzi-gutzi.
    Schwule Männer oder lesbische Frauen brauchen auch keine Toleranz. Die haben Menschen mit schlechten Tischmanieren nötig. Jetzt schreibe ich schon bei mir selber ab, entsetzlich. Solidarität ist Ehrensache. Habe ich selbst schon erfahren.
    Da muss ich der von mir überhaupt nicht geschätzten Laurie Penny zustimmen: abgehängte, in der eigenen Hierarchie weit unten stehende Männer reagieren ihre Wut gerne an Frauen und Homosexuellen ab.

    Aufgrund meiner mangelnden Lebenserfahrung, aber scharfer Beobachtungsgabe setze ich mich ganz selbstverständlich von überalterten „typisch weiblich, typisch männlich“ Entwürfen ab.

  99. "monströse Anmaßung"
    @ Grigorij
    Dies hier kann ich nicht auf mir sitzen lassen:
    Mit meinem Post, den Sie mit ungeheuer scharfen Worten wie „eine monströse Anmaßung“ vernichtend kritisiert haben, habe ich völlig naiv meine persönlichen Eindrücke von der katholischen Kirche beschrieben.

    Selbst als keine Muttersprachlerin begreife ich den Satz „nicht in hundert Jahren“ als eine Floskel, als einen saloppen Spruch und keine konkrete Zeitangabe.

    Bzgl. Ihrer Beschwerde über die Themen der Blogs.
    Vielleicht sollte man das Thema ansprechen, warum manche Menschen sich derart aggressiv verhalten und andere wegen völlig harmloser Inhalte bösartig angreifen.

    Vielleicht sollte man sich auch fragen, warum man vom Objekt von solchen Angriffen bzw. Beleidgungen erwartet, dass er/sie solch einen Angriff obendrein noch mit „Humor“ bzw. Toughness erwidern sollte, statt zu erwarten, dass derjenige, der andere grundlos beleidigt oder angreift, in sich geht und sich ggf. dafür entschuldigt.

    • Beleidigung, Besserwisserei o.ä. war keinesfalls meine Absicht.
      Meine, wahrscheinlich doch recht scharfe Erwiderung, ist sicher ein Zeichen dafür gewesen, dass mich Ihre Bemerkung eben auch recht heftig getroffen hat. An meiner empfindlicheren Stelle. Und dann war ich umstandslos bei dem ganz großen Thema, dass u.a. durch das Zitat von Friedrich II angerissen wird. Den Anderen, die andere Meinung, Beobachtung, Wahrnehmung zunächst mal gelten lassen. Und dann nachfragen, austauschen, verständigen… Davon habe ich einiges übersprungen. Wider eigentlich verfügbaren besseren Wissens.

      Letzten Endes ist es doch fast immer das alte Problem:Was gesendet wird, ist nicht das, was ankommt. So offensichtlich auch hier in unserem Austausch.

      Von Beleidigenwollen usw. kann m.E. keine Rede sein. Irgendwann habe ich mal verstanden, dass das Beleidigen eigentlich immer auch eine Selbstbeleidigung ist. Es lohnt also von vornherein nicht. Überhaupt nicht.

      Übers Ziel bin ich in Ihrer Wahrnehmung offensichtlich hinausgeschossen. Das täte mir Leid und war, so wie ich das jetzt von Ihnen lese, nicht meine Absicht.

      Eine Floskel? Gut, das kann ich schon verstehen. Die Welt ist voll davon. Manchmal mögen sie sogar hilfreich sein. Alles eine Frage der Absprachen. Kommt aber eben jemand und nimmt plötzlich solche Floskel ernst, dann wird es sofort schwierig. Den Fall hatten wir wohl hier.


    • @ Grigorij
      Vielen Dank, ich freue mich, dass Sie geantwortet haben.

      Meiner Meinung nach sind saloppe Floskeln in einer augenscheinlich subjektiven Darstellung keineswegs deplatziert. Man könnte in dem Zusammenhang höchstens argumentieren, dass der Ausdruck keinen guten Stil hatte. Was auch stimmt. ;-)

      Anyway, Schwamm drüber, alles gut.

  100. Die Grünen
    die neu-alte Oberlehrerpartei (Beckett hätte Oberforstmeister gesagt) wäre dann mal gesundgeschrumpft. Ersatzweise und wie ein Popcorn springt der EU-Pseudoparlaments-Verlautbarungsmillionär mit Gerechtigkeitsentdeckungen aus Pfanne, mitsamt Mehrheitsbeschaffer-Anhang in Form der SED. Aus der anderen Ecke winkt die gehöckte AFD, die gerade die verbliebenen Liberale wegkräuselt, Spezialfall der Extraklasse. Wie es aussieht, ist der Fortschritt in D keine Schnecke. Sondern eine Springprozession. Eins vor – zwei zurück. Vergleichsweise wirken da Breitbart und Trump ein Ausbund voltairescher Vernunft. Wie war das früher so? Nach dem Augsburger Religionsfrieden kam der dreißigjährige Krieg.

  101. Sorry Don
    Es mag sein, dass ich den bösen Witz nicht verstehe – aber lese ich Ihren Kommentar in diesem Licht, ist es nur höhnisches Höllenlachen. Ich glaube schon, dass er ernst gemeint ist. Wenn nicht ganz, zumindest zum Teil. In diesem Fall:
    Bedauere, aber es ist unter ihrem sonstigem Standard. Stefan Molyneux hat ein Video zu diesem Thema, dass in meinen Augen viel angemessener und vielschichtiger ist. Es überrascht mich, dass Sie nicht auf den ganzen Abgrund an moralischem Horror eingehen, der diese Angelegenheit umgibt.
    Feministen- und US-bashing ist fein, aber bitte vernachlässigen Sie nicht die tiefen und schwierigen Aspekte.
    Beste Grüße

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