Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Gucci, Gewalt und gute Kleidung

| 36 Lesermeinungen

In Bangladesch brennen Fabriken. In Kambodscha schiesst man auf Näherinnen. Und in Deutschland wirft man billige Kleidung schnell wieder weg, aber das könnte sich langfristig auch ohne Gewalt ändern.

Fia de Fleh gibts as Buiver
fia de Schuah gibts as Wix
fia an Duascht gibts as Wosser
bloss fia d’Dummheit gibts nix.

Der U. und die B. waren, gelinde gesagt, konsterniert. Wir sassen zusammen in der Pausenhalle und sie hatten von ihrem Pfingsturlaub in Italien erzählt, am Meer, das sooooooooooo toll war und in einem sooooooooooo tollen Hotel und mit sooooooooo tollem Essen, und vermutlich erwarteten sie, dass ich das auch soooooooooooo toll finde. Ich hatte den Urlaub, es war Anfang der 80er Jahre, wieder komplett auf dem Berg beim Louis verbracht, hatte die Waschschüssel vom ersten Stock aus auf Hahn und Hühner entlehrt, war zum Sonnwendjoch hochgekraxelt und hatte in Jausenstationen gesessen, wo es Speck und Schüttelbrot gab, und hatte in der rabenschwarzen Russkuchel beim Kochen geholfen, während draussen vor dem Fenster die Katzen an der Milch naschten. Was man halt so tut, wenn es auf dem Bergbauernhof keine Glotze gibt. Ich war damals schon ein hochkompetenter Angeber und verstand es, aus dem – das muss man wirklich sagen, sagenhaft idyllischen – Bergbauernhof eine ganze Welt zu machen, mit der das Leben im Hotel nicht mithalten konnte. Zumindest nicht, solange es da nur Seeigelstacheln und keine Haie gab. Denn im Alter von 14 Jahren ist ein Haibiss ein schwer zu überbietendes Abenteuer und Seeigelstacheln einfach nur schmerzhaft.

Kinder sind kleine, fiese Ratten und die Genderbewegten, die meinen, man müsste ihnen von der ersten Klasse an Zwangstoleranz eintrichtern, am besten in Verbindung mit dem Wegsperren eines zugegebenermassen vernagelten Lehrers und dem Ausknipsen einer Plattform, weil Meinungsfreiheit am nur dann gut ist, wenn sie zur Ideologie passt und es nicht sein kann, dass irgendwo im Schwarzwald Vollhonks die gleiche Freiheit für ihre schrägen Vorstellungen in Anspruch nehmen, wie sie auch Berliner Queeraktivist_Innen im gepiercten Emmentaler -und Tattooblauschimmellook haben, die Heten das Küssen untersagen wollen – diese Gendergewegten werden vermutlich noch ihr blaues Wunder erleben, wenn sie erst mal vor der Klasse stehen. Kinder sind nun mal nicht einsichtig und tolerant, sondern mindestens so miese Höllenausgeburten wie ihre Eltern, egal ob mit oder ohne gesellschaftliche Durchnormierung. Ich weiss das. Denn statt mir tolerant zu huldigen und zuzugeben, dass sie nie einen Hahn erst mit Semmelbröckerl angelockt und dann die Waschschüssel auf ihm entlehrt hatten, sagte die fiese, kleine Ratte U., dass er das totaaaaaal assi fand, den Urlaub in einer Küche zu verbringen und etwas zu kochen. Und die B., ein Schlüsselkind, weil beide Eltern arbeiteten und sie kein Personal hatten, pflichtete ihm bei und sagte, warum kochen, wenn es den Mäccie gibt.

Ich sage das, weil der U. Maschinenbau und die B. Lehramt studierte, und sich danach zufällig wieder getroffen haben. Heute sind sie die perfekte Familie der dummen, kleinen Stadt an der Donau. U. entwickelt Hinterradaufhängungen für Rennwägen und B. ist an einer Grundschule in der Altstadt und jetzt hat sie eine Putzfrau. Mittwochs sehen wir uns manchmal auf dem Wochenmarkt, und auch jetzt gibt sie mir noch Anweisungen, wo das Essen herzukommen habe. Aus der Region. Nur vom Wochenmarkt. Ausser Brot und Kuchen, das backt sie alles selbst und Kinder können gar nicht früh genug anfangen, den Nahrungskreislauf zu lernen. Langsam rutscht sie vom Veggie Day auf die vegane Schiene ab, also machen sie zumindest einen ganzen Tag komplett ohne Tierprodukte. Im Keller hat sie einen Töpferofen, und ihre Produkte sollen kaum anders aussehen als die Irdenware, die wir schon immer daheim hatten, und auch oft aus Südtirol mitbrachten. Das alles macht auf mich einen leicht zwanghaften Eindruck, weil es ist aso, bei uns war das einfach schon immer so und noch nie anders, da weiss am Wochenmarkt ein jeder, wer meine Grossmutter war, und ständig stecken sie mir noch eine Quarkspitz zu, als wäre ich gerade erst 6 Jahre alt, aber mei. Wenn sie das so macht und ihre Kinder totschlägt wenn sie Fastfood nicht zum Mäccie schickt, finde ich das gut.

Das hat 35 Jahre gedauert.

Im Dezember war ich ja in Berlin. Ich komme bekanntlich aus Bayern und dortselbst auch aus dem Bergen, wo wir gegen Eis und Schnee gut gerüstet sind. Es gibt bei uns im Winter Geröllfelder am Berg, die sind fast so gefährlich und heimtückisch vereist wie eine Prachtmeile in Berlin, und dann ist da noch dieser kalte, pfeifende Ostwind aus Sibirien, das bekanntlich in Neukölln beginnt (daher heisst es ja auch: Neukölln, das Tor zu Sibirien). Also habe ich mich entsprechend ausgerüstet: Rahmengenähte Schuhe in Schwarz und Grün von meinem Veroneser Schuster, mit Vibramsohle so grob wie eine Berliner Operninszenierung, die selbstgestricken Socken von da’Mare aus Fischbachau, was auch nicht provinzieller als Kreuzberg ist, eine Jacke aus Schurwollstoff von Scottie’s, genäht in der dummen, kleinen Stadt an der Donau, und ein dicker Lodenmantel von Schneider’s aus Salzburg. Und ein schwarzgrüner Jägerhut Modell „Erzherzog Johann“ von Zapf. Aus Werfen. Wer Werfen kennt, kennt die Welt und kann schöne Jägerhüte mitbringen, und damit kann man auch die Hirschen abschiessen, aus deren Fleisch die Würste und deren Geweih die Knöpfe für den Lodenmantel gemacht werden.

Wenn ich mir einen Iro geschoren hätte, ein Hosenbein abgetrennt, eine Spraydose mitgenommen und in einem Hauseingang meinen Müll entsorgt hätte, und danach Passanten aggressiv um Geld belästigt hätte – man hätte mich sicher nicht dümmer angeschaut. Stilistisch war ich für Berliner Verhältnisse klar overdressed und zudem eindeutig ein Ausländer – aber keiner, für den man am Oranienburger Platz von Seiten der Antifa ein Lager einrichtet und dann die Politiker unter Druck setzt, sondern einer, der echte Teile von einem ermordeten Tier an seinem Mantel hat. Von einem netten Bambipapa, der in den Bergen abgeknallt wird und dann machen die Bergbewohner Knöpfe daraus, wie pervers ist das denn – sagten die Blicke der Partycrowd, die an mir vorbeizog. Vielleicht hätte ich ihnen erklären müssen, dass es bei uns mit der Ansiedlung von Bären noch etwas dauert, daher die Hirschen zu einer wahren Plage geworden sind und man sie deshalb bejagen muss, und daher ist es ökologisch nur sinnvoll, aus den Stangen robuste Knöpfe zu machen, die ein Leben lang halten. Das ist etwas ganz anderes als ein Plastikknopf, der in Kambodscha schnell vertackert wird, weil das dort 0,0001 Cent weniger als im Hochpreisland Bangladesch kostet.

Sicher, in Berlin sehe ich fremdartig aus, und rückschrittlich, wie aus dem Berliner Antifabilderbuch zur Erkennung bayerischer Abgeordneter. Ich sehe halt so aus wie früher, und die Antifa ist eher modern gekleidet. Allerdings kommen ihre Schuhe, nehme ich an, zumeist aus China, und werden dort billig im Akkord geklebt. Sofern sie überhaupt noch echtes Leder beinhalten, müsste man einmal über den Tierschutz in den Dörfern am gelben Fluss reden, und über die Gerbung mit Chemikalien. Das Plastik wird vielleicht aus nigerianischem Erdöl gewonnen, und unter nicht minder abscheulichen Bedimgungen verarbeitet, wie es gefördert wird. Der Stoff der Hosen kommt aus Gen-Baumwoll-Anbau aus Amerika, dessen Förderung indische Kleinbauern ruiniert. Die Plastikjacke wird noch in Bangladesch hergestellt, und das T-Shirt mit dem Aufdruck „Hoch die Internationale Solidarität“ mag von einer der Näherinnen stammen, die letzte Woche bei der Auflösung des Protestcamps in Kambodscha beschossen wurden, als sie einen Tageslohn verlangten, der unter dem ist, was so ein Berliner Antifa pro Tag für den Döner ausgibt, über dessen Preisentwicklung ihn seine Genossen auf dem in China gebauten iPhone auf dem Laufenden halten. Das ist schon ein ganz anderes Leben und Kleiden als bei unserem Deandl im Dirndl daheim.

Ich bin mir sicher, es gibt bei Marx oder Mao eine Passage, die mich auffordert, ihn zu bitten, seinen in Weissrussland gefrästen Baseballschläger abzulegen. Desweiteren findet sich vermutlich bei Trotzki die Anweisung, mit dem Drilling von meinem Grossvater – bester Stahl aus dem Ennstal – als antigrosskapitalistischen Gruß aus den Bergen eine doppelte Ladung der nachwachsenden Rohstoffe Salz und gehackte Sauborsten in seinen von globalen Ausbeutertum eingehüllten Hintern – aber gut. Mir sind keine Kommunisten und nicht aso. Wir sind nett, tolerant und freundlich und zeigen in Berlin nicht mit dem Finger auf die Partycrowd, die uns für eine Ausgeburt des reaktionären Lebens hält. Wir sehen sie in ihrem Plastik und monatlich wechselnder Bekleidung, während der alte Plunder in den Müll geht, und wissen, dass auch sie einst älter werden. Und Platz machen für frische Asoziale, die in Hauseingängen ihren Müll hinterlassen. Es dauert immer etwas. Aber dann werden sie älter und vielleicht fangen sie dann an, sich Fragen zu stellen. Etwa, was denn ihre Verantwortung ist und was sie wirklich tun können. Eventuell wird ihnen dann auch das ständige Wegwerfen von Zara, H&M und Guccikopien aus Vietnam zu viel. Eventuell sagt auch ein Arzt, dass Haltungsschäden auch etwas mit Schuhen zu tun hat.

Deshalb bin ich nicht die Vergangenheit, die in ihr Leben tritt, sondern schon jetzt die Zukunft in vielleicht 35 Jahren. Natürlich ist diese Kleidung nicht ganz billig, aber sie hält, und ich fahre schon heute nicht umsonst mit meinen Lieben nach Innsbruck und Meran, um Loden zu kaufen. Das war nie modern und wird nie modern, so wenig wie die Schuhe, die ich aus Verona hole. Und weil bei uns in den Bergen dieses Handwerk nicht nur überlebt hat, sondern auch langsam, langsam aber erkennbar beliebt wird, weil man sich damit bis weit hinter München und Verona wieder sehen lassen kann, und weil der Schneider in Salzburg und der Kern am Achensee und die Sanktjohannser in Kreuth und das Dirndlstüberl in Waakirchen auch weiter denken als bis zum Polyesterdirndl und zur Chinakrachledernen, haben wir da auch so etwas wie eine lebendige Tradition. So wie der Wochenmarkt daheim halt auch. In einer gewissen Schicht ist heute Bio unabdingbar, und das wird sich, wenn darin überall Gleichstand erreicht ist und Mäccieesser gesteinigt werden, auf andere Bereiche ausweiten. Auf alles, was nachhaltig und langfristig sein könnte, es aber heute nicht mehr ist. Es ist zwar eine bittere Ironie, dass die Nichtbilligdöneresser unter uns erst das Leiden der Tiere und erst danach das Elend der Menschen entdecken, mit dem wir uns jedes halbe Jahr neue Kleider finanzieren. In Asien werden sie noch oft auf wehrlose Frauen schiessen, und viele Firmen werden brennen, um die Kosten für die Kleider niedrig zu halten. Aber das ist nicht zwingend die Zukunft. Die Zukunft trägt einen Hut Modell Erzherzog Johann aus Werfen, denn wer einen Hut aus Werfen trägt, der kennt diese Welt und möchte, wenn er sich deshalb bei Bildern aus Bangladesch und Kambodscha schon übergeben muss, das mit einem halbwegs guten Gewissen tun.

HINWEIS:

Erfahrungsgemäss wird auch unter diesem Beitrag wieder viel von Guccianbietern, Antifafreunden und einer Stalkerin stehen. Ich werde hier harsch sieben und kann deshalb auch weiterhin nur dringend raten, das spezielle Kommentarblog zu nutzen.

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36 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    „Wenn ich mir einen Iro geschoren, ein Hosenbein abgetrennt, eine Spraydose mitgenommen“
    .
    Herrlich, das ist diese Bildsprache, die Ihre Blogs so einzigartig machen.

    • Danke. Die laufen da wirklich so rum und ich fürchte fast, dass sie dafür auch nicht eingesperrt werden.

    • Korrektur
      Ist D.A. doch selbst schuld wenn seine ‚Bildsprache‘ schon vor 35 Jahren seine
      Mitschüler so beeindruckt hat.
      Jetzt die Langzeitschäden zu beklagen und den Andern vorwerfen, dass sie
      Alles aus dem Zusammenhang reißen und falsch zitieren, ist etwas unfair.

    • Titel eingeben
      Nein, abgetrenntes Hosenbein hab ich noch nicht gesehen. Typisch in manchen Kreisen ist vielmehr ein einseitig hochgekrempeltes Hosenbein, was mich immer an kleine Kinder, die ihre Kleider irgendwo in die Ecke werfen, gemahnt.
      Mit _dem_ Mantel und _dem Hut_ wird man in Mitte und westlich des Charlottenburger Verbindungskanals ganz klar und eineindeutig als Tourist aus Bayern klassifiziert. In Kreuzberg, Wedding, Neukölln, Moabit evt. als „Gentrifizierer“.
      Die Schuhe könnten die Schmierigeren Geschäftstüchtigeren der Taxifahrer (es gibt von der Sorte nicht so viele) auf Ideen bringen – zivi-beige oder playboybeige? Jedenfalls Nachtleben-der-teureren-Sorte-affin…

    • Titel eingeben
      EDIT:
      es verschluckt hier „del“-Tags.

    • Ja, sicher, aber ich bin zu reich für Fairness!

    • Titel eingeben
      Gibt es in Berlin Nachtleben? Oha. Ich lese im Moment ja so einige Gentrifizierungswebseiten und was mir da entgegenschallt, ist nicht gerade nett oder rechtsstaatlich. Aber vermutlich sind sie einfach nur sauer, weil es keine 99Cent-Döner mehr wie früher gibt. Wenn es sie beruhigt: Auch in München wurden die Mieten teurer.

    • Lobo
      Ich musste bei dieser Textstelle spontan an Sascha Lobo denken (nicht, dass er es nötig hätte, andere aggressiv um Geld anzubetteln ;-) )

      Grueße
      Eriik

  2. Crocodile Dundee Reloaded
    nur diesmal kommt der Held nicht von den Krokodilen, sonden geht zu ihnen hin
    Mann aus eisigen Bergen begibt sich in schwüle Berliner Sümpfe
    dazu als Filmmusik: „Sharp dressed man“ von ZZ Top
    jaja, so ein Lodenmantel und Kreuzberger Nächte sind lang
    host wenigstens amol so a Preissnfotzn g`schnakserlt, Bazi ?
    so eine Partycrowd kann eine richtig sympathische Truppe sein
    im Vergleich zu hochsubventionierten Fettsäcken an einem bayrischen Stammtisch
    den ganzen Abend über asoziales Pack und langhaarige Zigeuner schwadronnieren
    aber dabei einen Hartz4-Monatssatz versaufen und beim Kartenspiel verzocken
    das Geld muss halt weg, sonst gibts kein neues aus Brüssel
    früher musste so ein bayrischer Zwergkönig auch zum Einkaufen über die Alpen reisen
    aber dann sind die Arbeitssklaven aus Südtirol und Sizilien von selber gekommen
    manche sogar ohne Schuhe und Loden
    zum Glück geht es heute ein bisschen humaner zu
    dank EU-Subventionspolitik und überhöhter Zinsen für italienische Staatspapiere
    aber das Prinzip ist das gleiche geblieben
    ich glaube nicht,dass die BayWa die „farmer`s collection“ am Tegernsee schneidern lässt
    man könnte ja mal zu „Bergbauer sucht Frau“ eine Näherin aus Kambodscha einladen
    vielleicht kommt es dann zur Heirat
    früher oder später wird der Dame mal irgendwas gewaltig stinken (Gülle?)
    okay, an Toni oder an Sepp schiesst nicht gleich auf seine Alte, wenn sie mal aufmuckt
    ober a Watschn dads scho kriagn…

    • Äh – Südtirol hat ein höheres BSP pro Kopf als Bayern, und wie heisst der Bezirksbürgermeister von Neukölln nochmal?

    • Titel eingeben
      Inzwischen schon, aber das war doch nicht immer so.

    • meh.

    • ich glaub der Bürgermeister heisst Tschüssikovsky oder so
      jedenfalls Neukölln ist ein Stadtteil von Berlin, da bin ich mir ziemlich sicher
      ansonsten mal den Film „Schwabenkinder“ anschauen
      .
      aber was ist meh. ?

  3. Wo wrst Du?
    Wo warst du denn?
    Jedenfalls nicht in Berlin!
    Denn hier gibt es in janz Berlin keinen Oranienburger Platz!

  4. junge Jungs
    „Kinder sind nun mal nicht einsichtig und tolerant, sondern mindestens so miese Höllenausgeburten wie ihre Eltern“
    .
    Am Freitag vor’m Bäcker, der auch die kleine schmuddlige Schwester der Blödzeitung – in Berlin die B.Z. – verkauft und deswegen ein Reklameschild draußen zu stehen hat, auf dem die tägliche Titelseite zu sehen ist; diesmal mit zwei vergrößerten unscharfen Handyfotos von sich prügelnden Jugendlichen …kamen zwei Steppkes vorbei, etwa 10 Jahre alt, mit Schulranzen auf’m Rücken, sahen diesen B.Z.-Titel, gingen näher, bekamen große anerkennende Augen und kommentierten das sehr interessiert & fachmännisch: toll!
    Man sah förmlich: die freuten sich ganz naiv, denn DAS ist ihre Welt und die ist sogar auf der Titelseite.
    (Ort: im gemütlichen, bürgerlichen Berliner Süden)

    • Das bezog sich eigentlich nur darauf, dass sie mir nicht glauben wollten, denn das ist nicht gerecht.

  5. Irgendwie etwas nervig
    die Masche und: oranienplatz
    auch in Bayern sollte man es mit Genauigkeit haben

  6. FAS
    Ich habe die fas auf Seite 53 unterbrochen, um mal nach DA zu sehen. Lohnt immer.
    Die Seite mit dem bööösen Internet erst mal überblättert.

    • Titel eingeben
      Hmja, oich habe die FAS nicht – Berufskrankheit. Aber schön, dass Sie reinschauen.

  7. _TITEL_EINGEBEN__
    …. warum nur muss ich eigentlich staendig in einer Frankfurter Zeitung diesen ganzen Bayernquatsch lesen? Die ganze Perspektive (egal um was es geht, ganz egal) ist doch voellig wertlos, hier in der Zivilisation. Wo kann man sich da mal beschweren?

    • Bei der Redaktion des feuilletons. Warum lese ich hier oft etwas über Berlin, New York und Moskau? Weil es eine überregionale Zeitung ist und Lesen bildet. Bayern ist halt mein Lebensschwerpunkt, steht aber idealtypisch für etwas konservativere und dennoch nicht reaktionäre Gegenden mit einem gewissen Vermögen. Es könnten auch andere Regionen sein.

  8. Das hat meinen Sonntag komplettiert
    Einfach köstlich dieser Artikel, genial!!!

  9. Chapeau!
    Wirklich ein überaus gelungener Text. Lieber Don, ich hatte am Silvesterabend das Vergnügen mich mit einer wirklich reizenden Dame zu unterhalten. Während des Gespräches stellte sich immer mehr heraus das sie den Steineschmeißern in Hamburg geistig doch sehr nahe stand und es als Polizeigewalt betrachtet wenn sie einmal ihren Personalausweis zeigen muss.

    Weiterhin musste ich leider feststellen, dass dem reaktionären Steineschmeißerumfeld durchaus Leute angehören die sich um ihre Zukunft wenig Sorgen machen müssen. Asyl für jeden denn meine Altersvorsorge ist sicher, weil ich in geraumer Zukunft 4 Häuser Erben werde. Durch eine mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema Geld haben diese Personen dann auch wenig Bewußtsein wo aufgrund dessen Probleme in der Realität entstehen.

    Die Argumentation mit diesen Personen (auch wenn Sie noch so charmant aussehen) dreht sich leider zumeist im Kreis, gerade auch wenn dann noch fragwürdige Blogs als Quellen genannt werden.

    Was mich wirklich noch interessieren würde, wo kaufen Sie ihre Hosen?

    • naja, die Antifa nimmt, was sie kriegen kann und macht kaputt, was ihr nicht passt – das sind eigentlich Neolibaralalantifa.

      Die Hosen kommen von einem der im Text erwähnten Geschäfte. Wenn es einen erst mal am Berg mit Loden gscheid schmeisst, weiss man, dass es etwas besseres als Blue Juans gibt.

    • Da kenn ich weitere: "nimmt, was sie kriegen kann und macht kaputt, was ihr nicht passt"
      Geschätzter Don,

      schön geschrieben und vieles kennt man ja auch. Auch den Freund (gut gesitteter Ingineur), der mit 50 seine Tochter im Grünsein übertrumpfen muss und das Auto abschafft und seit dem die Einkäufe für die vielköpfige Familie mit dem Fahrradanhänger bringt. Aber er denkt sich ja etwas dabei. Mäcci käme ihm nicht in den Sinn. Und nicht alle Berliner sind so, wie die Beschriebenen – und viele von Ihnen Beschriebenen stammen gar nicht aus Berlin, sondern Gegenden, wie Ihre Heimat.
      Auch das ist wenig klassifizierend: Da kenn ich ja wohl noch viele weitere: „nimmt, was sie kriegen kann und macht kaputt, was ihr nicht passt“. Oder?
      Häßliche Witze auf Kinder sind übrigens fad. Die sind so unterschiedlich, wie Erwachsene. Aber die Menschlichkeit und Lebensfreude dieser Tage drückt sich gut in Kinderfeindlichkeit aus. Unsere Kinder kochen und backen gern.
      Loden: Krisenvorsorge-Ratgeber empfehlen die von Ihnen vorgeschlagenen Sachen, denn die halten und lassen sich reparieren. Und sollte ich mal in der Lage sein, wie Sie Geld ausgeben zu können, reisen wir vielleicht auch nach M. Mit den Lieben.
      *
      Habe noch eine Tipp für Sie: einen kleinen Roman über das Studentenleben in München von vor einhundert Jahren: A. Zweig, Verklungene Tage. Roman. München 1950. Lohnt für den Interessierten. Aber bitte: Das ist keiner aus dem Genre Studentroman, wie von Menantes und Co. Sondern eine feinsinnige Zeichnung des Münchener Lebens, einschließlich Opernbesuche, einschließlich des Erstehens der Billets.
      http://www.literaturportal-bayern.de/themen?task=lpbtheme.default&id=120
      *
      Beste Grüße aus dem Molloch, woselbst die Menschen darum kämpfen redlich zu leben und glücklich zu sein, wie in Kambotscha.
      Es ist schön, wenn jemand von Ihnen da voll Mitgefühl ist. Denn wir wollen ja nicht alle nur „nehmen was wir kriegen“. Ein bisschen besser darfs ruhig sein, nicht wahr?
      Viele freundliche Grüße – azur

  10. OT
    Sorry, aber von dieser Chimäre namens ‚globalisierte Welt‘ hinter der sich alle mit ihren
    persönlichen Ideen und Ansprüchen verstecken,
    habe ich langsam die Nase voll.

    Ich bestehe darauf, Jedem
    auch allen Organisationen und Interessengruppen sowohl die
    Fähigkeit als auch die Berechtigung ‚globale Welt‘ zu sein , abzusprechen.

  11. Titel eingeben
    Lieber Don Alphonso,

    bin ganz Ihrer Meinung und eines meiner Hauptaugenmerke liegt auf eben diesen Themen – wobei ich mich nicht verkrampfe und durchaus alle zwei Monate mal schottische Fleischpflanzerl im weichen Brötchen zu mir nehme. Im Gegenzug lasse ich mir dafür meine Anzüge von (wirklichen) Maßschneidern vor Ort händisch zusammennähen. Da kostet zwar einer das Jahreseinkommen der von ihnen beschriebenen Berliner, hält dafür aber auch ewig und wie sagt man bei uns so schön: wer ko der ko.

    Könnten Sie es ausserdem bitte endlich mal am Tegernsee ausreichend schneien lassen, sodaß wir gemeinsam unsere Rodel einsetzen können? Vom vielen Üben bekomme ich nämlich langsam einen „Golf-Rücken“ und bräuchte mal etwas Abwechslung.

    Beste Grüße, mawu

    • Ich fürchte, das mit dem Rodeln wird dieses Jahr nichts mehr, leider. Schneefrei bis auf 1500 Meter, keine Basis, weicher Boden. Tja.

  12. Zumutungen der Moderne
    Sascha L. schreibt für die FAZ. Ich befürchte den Untergang des Abendlandes.
    Jetzt hilft nur noch Iro-Scheren.

    • Auch Michael Seemann hat für die FAZ geschrieben und Julia Schramm stand auch mal im Feuilleton. Man gewöhnt sich dran.

  13. danke
    Don muss mich dann doch mal schriftlich äussern habe den Blog immer gerne verfolgt . Die FAZ hat immer wieder auch mal gute Berichte , Reportagen und Kommentare , aber Neuigkeiten von Ihnen habe ich immer als erstes gesucht . Ihr Blog und vor allem die absolut erlesenen Kommentare waren die Besten . Gute Erholung auf Teneriffa und bitte machen Sie weiter , es würde sonst etwas sehr wichtiges , anregendes und horizonterweiterndes fehlen . Gruss AK

  14. Das hat 35 Jahre gedauert
    So lange hat auch in etwa die Entwicklungsphase gedauert, bis Joschka Fischer sich in einen bürgerlichen Anzug kleidete, begleitet von erheblicher öffentlicher Beteiligung.

  15. Europa-Fimmel
    Was ist Europa schon? Ein bisschen Kultur ein bisschen Schweinerei.

    http://www.spiegel.tv/filme/protest-gegen-pelze/

    Und so schliesst sich der Kreis. Es war eine lange Reise bis Bangladesh, dabei offenbaren sich hier im Michellande aktuell gar appetitliche Zustaende.
    Hang them higher…damit man sie besser haeuten kann, die Marder und andere nuetzliche Wesen.

  16. Blogbegeisterung
    Don Alphonso, einen wunderschönen Abend aus Wien! Ich liebe Blogs – die wahren wie die extravaganten. Dieser gehört definitiv zu den wahren und extravaganten. Ich mag sie lesen (diesen und jenen), schreiben (meinen), teilen (diesen und meinen) und natürlich empfehlen (diesen und jenen). Und ich mag auch meinen Hut von Mühlbauer. Aber wenn ich nach Werfen komme, schaue ich beim Zapf vorbei, versprochen!

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