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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

30. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Reichtumsbericht 2009 (nach Wahl ergänzt)

Es ist alles gut. Doch. Wirklich. Niemand hat das Recht sich zu beschweren; es ist, wie es ist, und die Mehrheit hat entschieden, die wollen das so. Solange man auf der Seite der Gewinner ist – und irgendjemand muss schliesslich gewinnen, es kann nicht nur Verlierer geben – ist alles prächtig. Die Aussicht. Das Wetter. Der Wein am Strand. Es passt schon alles so, wie es ist. Besser so, als, sagen wir mal, Wohnungszwangswirtschaft, Kollektivierung und Staatsbetriebe. Zumindest etwas besser. Glaube ich. Weiterlesen

30. Sep. 2009
von Don Alphonso
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28. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Die unfeine unenglische Unart

Im 18. Jahrhundert eiferte der schnupftabakverschmutzte Freiherr aus Deutschlands morastigen Flusstälern der französischen Mode nach. 3 Jahrhunderte später schnupft der Berliner Professional vielleicht anderes Zeug oder nimmt eventuell Ritalin, und sein Blick richtet sich nicht mehr nach Paris, wo die Autos wie in seiner Heimat brennen, sondern nach London, wo es noch Society's geben soll, und Lady's und Gentleman's. Und jede Menge Traditionen, die besser als die eigenen sind, und die so wunderbar in seine Weltstadt passen. Weiterlesen

28. Sep. 2009
von Don Alphonso
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24. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Briefe aus Stresa V: Versuchter Mord an Brachers

Ältere Herrschaften gehen der neuliberalen Jugend stets mit der Behauptung auf die Nerven, früher sei alles besser gewesen, die Wiesen saftiger und die Frauen, darauf liegend, tugendsamer, die Liberalen waren noch eine Spasspartei und die Kommunisten ein Feindbild zum Fürchten, die Männer hatten noch Stil und das Gepäck wurde von einem Träger geschleppt – man kennt das. Gemeinhin sind alte Männer nicht verpflichtet, den Beweis ihrer Behauptungen antreten zu müssen. Wir aber haben keine Kosten und Mühen gescheut, ein angeblich herausragendes Beispiel jener guten, alten Zeit in unserer Moderne nach aller Regellosigkeit der Kunst zu ruinieren und seine vollkommene Untauglichkeit unter Beweis zu stellen, um endlich mit diesem senilen Geschwätz aufzuräumen. Weiterlesen

24. Sep. 2009
von Don Alphonso
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22. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Briefe aus Stresa IV: Die Bankiers an der Gurgel

Wohlbehalten im 21. Jahrhundert und in Bergamo angekommen, blicken wir von unserem hohen Stand der menschlichen Entwicklung nicht ohne eine gewisse Abscheu auf die Zeit der Condottiere herab. Nur lachen können wir über die Eitelkeiten jener Zeit, die sich an der Cappella Colleoni manifestieren, und wie froh sind wir, dass unsere heutigen Bankiers mit ihrem globalen Führungsanspruch so viel mehr Anstand und Gewissen haben, als die erbärmlichen venezianischen Krämerseelen. Ja, wir lernen in Bergamo dankbar zu sein für den Fortschritt, dessen glückliche Kinder wir in jenen unbegrenzten Zeiten des Wohlstandes sind, die, da sind wir uns ganz sicher, mindestens bis zur Schliessung der Wahllokale anhalten werden. Weiterlesen

22. Sep. 2009
von Don Alphonso
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20. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Briefe aus Stresa III: Die Villa Bersani im Hotel du Parc

In den letzten Jahren habe ich viele Hotels erlebt, und zu den meisten habe ich geschwiegen: Mieträume auf Zeit, Zimmer für Tage, man zahlt und bekommt eine Dienstleistung, vom komplett heizungsfrei erhaltenen Gasthof im novemberlichen Wienerwald bis zum komplett charakterlosen Fünfstern-Hotel in einem lausigen Kaff namens Köln a. Rhein. In Stresa am Lago Maggiore jedoch gibt es ein Hotel, da bucht man ein Zimmer und bekommt einen mondänen Salon der Zeit um 1900, in dem man auch schlimmste Regentage gern verweilt und mit der Chefin des Hauses über die grosse Vergangenheit plaudert Weiterlesen

20. Sep. 2009
von Don Alphonso
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15. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Briefe aus Stresa II: Bericht an die Stadtschloss-Societät zu Berlin

Von Stresa am Lago Maggiore lernen heisst siegen lernen: Während in Deutschland Kleingeister und Bedenkenträger ein paar lumpige Problemchen bei der Auferstehung des Berliner Stadtschlosses aus Ruinen zum Anlass nehmen, ungefragt zum Thema Demokratie und Repräsentation radikale Thesen zu äussern, ist in Oberitalien die Welt noch in Ordung. Hier werden zukünfige Generationen die Antwort finden, wie man moderne Herausforderungen des Volksgeschmacks mit alten Mitteln zur allgemeinen Zufriedenheit löst. Die Stützen der gesellschaft erlauben es sich deshalb, der Zukunft zu deren Beschleunigung ein wenig vorzugreifen. Weiterlesen

15. Sep. 2009
von Don Alphonso
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14. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Briefe aus Stresa I: Die normalisierte Elite in Zuoz

Ich hatte einen Schulkameraden, der über diverse Stränge schlug, und das so lange, bis die Büttel des Staates nicht umhin konnten, in unser ansonsten von ihnen unbelästigtes Viertel einzudringen und wenig erfreuliche Fragen zu stellen. Die Eltern des Knaben entzogen ihn der irdischen Gerichtsbarkeit mit einem ärztlichen Gutachten und Verbringung in die schöne Schweiz, wo er zielstrebig darauf hinarbeitete, sein Leben in einem Autounfall früh zu vollenden. Es geht also nicht immer gut mit den Zöglingen jener angesehenen Internate auf den Bergen, wobei die wirklichen Herausforderungen für diese Einrichtungen in einer globalisierten Moderne liegen dürften, die sie und ihre elitären Ansprüche reichlich banal wirken lässt – schliesslich hat man heute schon mit vier Jahren Chinesisch, und in vielen Regionen sind staatliche Schulen unzumutbar für bessere Kreise. Weiterlesen

14. Sep. 2009
von Don Alphonso
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10. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Arm bleiben. Oder: 25% Rendite aus bestem Hause

Momentan erinnert man sich wieder ungern an die Pleite der Lehman-Bank im fernen Neu-Yorck; zur Erkenntnis jedoch, dass jedem Geldgeschäft auch der Betrug innewohnen kann, gereichen auch andere Beispiele ganz vorzüglich. Das Lehman meiner Heimatstadt liegt glücklicherweise schon 26 Jahre zurück, und beweist damit auch nur, dass sich die Namen, nicht aber die Wesenheiten aller Geldtransaktionen ändern. Aber auch schlechte Investitionen, so hoffe ich zumindest, zeitigen gute Geschichten – das war schon beim 30-jährigen Krieg so, warum sollte es beim Finanzkapital anders sein. Weiterlesen

10. Sep. 2009
von Don Alphonso
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08. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Ikea als Armutsrisiko

Wie man diversen Briefkästen und Werbeschaltungen entnehmen kann, belästigt uns ein gewisses Möbelhaus aus Schweden auch dieses Jahr wieder mit seinem umfassenden Angebot an Einrichtungswaren für das Volk. Das ist nicht neu, das ist in gewisser Weise auch eine Tradition, wenngleich angesichts der Angebote auch keine gute Tradition, und zudem eine, die sich echte Stützen der Gesellschaft allein schon wegen des Sozialprestiges nicht leisten können. Aber auch alle anderen, finde ich, sollten mal überlegen, ob es nicht kostengünstiger und nachhaltiger geht – schliesslich finden sich völkische Einkaufsgüter auch noch anderswo. Und erheblich günstiger. Weiterlesen

08. Sep. 2009
von Don Alphonso
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06. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Die Kanten der besseren Kreise

Es gfibt zwei Arten von "Gesellschaft". Das eine sind Leute, die in den Medien sind, weil sie in den Medien sind und sich deshalb jeder dafür interessiert, der auch die Werbung danach anschaut. Und dann gibt es noch die bessere Gesellschaft. Die ist nie in den Medien, möchte auch nicht in den Medien sein und hasst diejenigen, die in den Medien sind, oder ihnen als Medien niicht den nötigen Respekt entgegen bringen. Und deshalb ist es für mich absolut keine Frage, welche Gesellschaft ich im Versuch bestärke, die andere zu verscheuchen. Weiterlesen

06. Sep. 2009
von Don Alphonso
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03. Sep. 2009
von Don Alphonso
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Von Kunst, Besitz und Berufen ohne Wert

In der sattsam bekannten Sage vom menschlichen Flugversuch stieg Ikarus zu nah an die Sonne, wo seine aus Wachs und federn gefertigten Flügel schmolzen, und der junge Herr zu Tode stürzte. Nachdem sich auch Geschichten als Farce wiederholen, möchte ich hier den Blick auf Zeitgenossen richten, die sich redlich einen abflatterten, ziemlich viel über das Erklimmen gesellschaftlicher Höhen nachdachten und nun, mangels Tragfähigkeit ihrer Vorstellungen, nicht wirklich dort ankommen, wo sie hin wollten. So ist es nun mal: Die einen verlieren in der Krise das geld, das sie haben, und die anderen jenes, das sie nun nie bekommen werden. Weiterlesen

03. Sep. 2009
von Don Alphonso
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