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Blog: Stützen der Gesellschaft
Stützen der Gesellschaft

Willkommen im Blog der besseren Gesellschaft oder dem, was heute davon übrig ist, in der finanziellen Sorglosigkeit und beim Klassenkampf von oben gegen Neureiche und andere Zumutungen. Mehr

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Monatliches Archiv: April 2010

Die Karthause und andere Schrecken von Parma

Denkt man an Parma, fallen einem vielleicht der entsprechende Schinken ein, der Parmesan oder das Baptisterium. Eher unbekannt, zurecht unbekannt ist dagegen der Palazzo della Pilotta; ein grauenhaftes Ungetüm der Spätrenaissance, dessen vielleicht wichtigster Verdienst es ist, als Nichtort das Gefühl der Einkerkerung zu vermitteln, das Stendhal in seinem grandiosen, aber durchwegs fiktionalen Meisterwerk "Die Karthause von Parma" so eindrücklich beschrieben hat. Mehr 30.04.2010, 21:56 Uhr von Don Alphonso 121 0 0

Die Rettung Europas mit Scarlatti und Avison

Nun stehen wir also wieder am Beginn eines innereuropäischen Konflikts, der den Kontinent auseinander reissen wird. Wir werden nicht aufeinander schiessen und uns dennoch als Feind betrachten, wir werden dem anderen den Untergang an den Hals wünschen und selbst unsere Schätze vor den anderen verstecken, wir werden einander am Wegesrand krepieren lassen, auch wenn wir dort gerne Urlaub machten. Das ist schlimm, und deshalb habe ich eine Idee über Concerti Grosso von Avison über Themen von Scarlatti. Mehr 27.04.2010, 21:51 Uhr von Don Alphonso 234 0 0

Der Tod kommt zurück in seine Heimat

Es hätte jede andere Stadt auch erwischen können, aber die vier Soldaten, die vor kurzem in Afghanistan getötet wurden, kamen vor allem aus Bayern, und waren teilweise in meiner Heimatstadt stationiert. Diejenigen, die an ihrer Trauerfeier bezteiligt waren, sperrten also die Innenstadt ab, bauten Kameras und Grossleinwände auf, probten und warteten auf die Prominenz, und hörten der Reden, übertrugen sie, halfen mit bei der Sinnsuche, was man halt so tut, wenn nichts mehr getan werden kann, an einem wunderbaren Frühlingstag in der bayerischen Provinz, in der nur noch wenig an die eigene, kriegerische Vergangenheit erinnert. Mehr 25.04.2010, 21:57 Uhr von Don Alphonso 192 0 0

Gewalt, Absolutismus und der Abgang von Mixa

Mitunter wird hier in diesem Salon die Frage gestellt, warum nur die Westviertel und das Bürgertum Thema sind, nicht aber der Adel. Meines Erachtens liegt es daran, dass die Emanzipation des Bürgertums gegen den Adel gerichtet war, und hier bis heute heftige Gegensätze existieren. Freundlicherweise hat sich nun Herr Mixa bereitgefunden, in einem Experiment und in der Rolle eines Kirchenfürsten vollumfänglich die Reaktion der Bürger auf adliges Benehmen herauszufordern. Das Ergebnis, denke ich, gibt nmir recht. Mehr 23.04.2010, 11:24 Uhr von Don Alphonso 170 0 0

Ritterlichkeit in Zeiten der Aschenwolke

Eine halbe Stunde, bevor letzthin mein 1955er Sunbeam auf der Autobahn stehen blieb, sagte ich einem Kind, das sofort auch so einen Wagen von seinem Grosvater wollte, es solle warten - es werde nie zu alt sein, um grosse Fehler zu machen. Und ich bin mir sicher, dass es auch für mein nächstes absonderliches Benehmen Rechner gibt, die mir zweifellos bestätigen werden, dass mein Verhalten nach ihren Berechnungen nicht sinnvoll ist. Ich jedoch würde diesen Rechnern dringend raten, sich nicht auf die trügerische Sicherheit des Zebrastreifens zu verlassen, sollten sie vor mir die Strasse queren, auf der ich nach Italien fahre. Mehr 20.04.2010, 21:57 Uhr von Don Alphonso 201 1 0

Besuch bei Analphabeten und Zauseln

In gewisser Weise scheint es mir gerechtfertigt zu sein, von Bloggern - wie ich einer bin - abfällig zu reden. Das tue ich auch, zudem halte ich Journalisten für nicht gesellschaftsfähig, spreche FDP-Politikern Bilung ab, und würde den Bundeshauptslum Berlin mitsamt Politikern gerne an die Russen oder die Kongolesen verkaufen. Meine ganze Welt besteht aus geprüften Vorurteilen, und ich bin keinem böse, der auch welche hat, solange sie nur so hochwertig wie die meinigen sind. Leider ist das allerdings bei der Abwertung von Bloggern definitiv nicht der Fall, weswegen ich langatmig ein paar Dinge klarstellen möchte. Mehr 19.04.2010, 04:06 Uhr von Don Alphonso 174 0 0

Wiedersehen mit dem Westviertel

Irgendwann hört man auf, die eigenen Bücher zu zählen. Es spielt keine Rolle mehr. Was aber sehr wohl eine Rolle, eine schlimme Rolle spielt, ist der Verlust eines Buches in diesen Bücherbergen, das einem einst alles, jede Hoffnung und auch das Leben gab. Deshalb habe ich einen eigenen Platz für diese paar wenigen Bücher, die mir wirklich alles bedeuten. Und am liebsten ist mir vielleicht brideshead revisited von Evelyn Waugh. Mehr 15.04.2010, 15:49 Uhr von Don Alphonso 245 0 0

Bessergestellt dank der richtigen Irrationalität

Die Aufklärung hat inzwischen ein kleines Imageproblem: Heute ist jedermann aufgeklärt. Nicht einmal Kirchenfürsten, Bankenchefs oder niederbayerische Bauern würden von sich sagen, sie wären unaufgeklärt, wähnten sich also noch in der Epoche vor der Vernunft. Alle sind wir aufgeklärt, Ratio bestimmt unser Dasein. Eigentlich könnten wir deshalb auch die Klassengesellschaft beerdigen, unsere Dünkel, die Überheblichkeit, das wäre doch eine feine Sache, alle Arm in Arm, Freiheit, Gleichheit, ab heute sind wir alle Brüder, jeder mit jedem und Döner für alle auf dem Perserteppich und Bier aus Sektkelchen... bei genauerer Überlegung fallen einem plötzlich jede Menge Gründe ein, warum Irrationalität vielleicht doch keine so schlechte Sache ist. Mehr 11.04.2010, 15:57 Uhr von Don Alphonso 284 0 0

Die Unterschicht, die man sich wünschen würde

Jüngst stellte hier jemand die Frage, wie eigentlich die Unterschicht aussehen müsste, die sich die Oberschicht wünscht. Man könnte natürlich Charaktereigenschaften aufschreiben und erreichbare Tugenden definieren, man könnte calvinistisch sein oder ein Grundeinkommen fordern - aber wenn ich ehrlich bin, würde ich sagen: Man sollte die Unterschicht so vergessen können, wie sie einen selbst auch vergisst. Mehr 09.04.2010, 01:51 Uhr von Don Alphonso 272 0 0

Totentanz und Technikfeindlichkeit

Man sagt den Eliten gerade in Deutschland gerne nach, dass sie rückschrittlich und technikfeindlich sind. Wenngleich der Autor dieses Textes durchaus in der Lage ist, ein neumodisches Blog kommerziell erfolgreich zu gestalten, möchte er sich hier frank und frei als schuldig bekennen und dabei auch gleich seine Verachtung für all die Leute ausdrücken, die sich gerade mit dem iPad oder anderen Gegenständen der Weltreligion Konsumismus einen kleinen, zukünftigen Tod ihrer Lebenszeit kaufen, statt wie die Elite erst zu leben, und dann zu sterben. Mehr 06.04.2010, 23:55 Uhr von Don Alphonso 155 0 0

Der Flaschenmann und die Stützung der Gesellschaft

Es gehört nicht viel dazu, zum Kulturpessimisten zu werden: Es reicht, wenn eine kirchliche Institution im Verein mit ein paar stadtbekannten Kneipiers eine Disco in der Altstadt keine 50 Meter vom eigenen Haus entfernt aufmacht. Dann wird gesoffen und gelätmt, es wird getorkelt und gebrüllt, und gäbe es da nicht einen Flaschenmann, wäre das alles vielleicht noch viel schlimmer. Mehr 03.04.2010, 22:40 Uhr von Don Alphonso 145 0 0

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.

Spricht, schreibt und denkt ins Netz und in die Welt. Freie Autorin und Podcasterin, Berlin