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Anstand, Respekt und ihre Abschaffung in besseren Kreisen

23.02.2010, 22:57 Uhr  ·  Der Stolz des Eigentums, die richtige Moral, die einzig wahre Kultur - auf diesen Säulen ruht das Bewusstsein der besseren Kreise, auf der richtigen, einzig richtigen Seite zu sein. Daran, so der Glaube, rüttelten die anderen, die Unten befindlichen, die nicht ganz so guten Kreise, die deshalb auch unten bleiben, während oben alles fest gefügt bleibt, in alle Ewigkeit. Oder doch nicht ganz so lange - je nachdem, wieviel Anstand und Respekt man oben selbst verspielen möchte.

Von

 Die metaphysische Krise, die sich unseres ganzen Volkes bemächtigt, in Profit umzusetzen.
Yvan Goll, Sodom Berlin

Es mag für einen, dessen Wahlheimat der Tegernsee ist, seltsam klingen, aber ich kann mit Wasser nichts anfangen. Ich schwimme nicht gerne, für das Surfen gibt es viel zu wenig Wind, das Segeln ist ebenso teuer wie kompliziert, und am Strand trifft das ungeliebte Element Wasser auf die mir weitgehend verhasste Spezies Mensch, und die hindert am Lesen. Der See war eigentlich als nette Dekoration zu den Bergen gedacht, ich schaue ihn gern an, und er trennt die Bewohner von Bad Wiessee und Rottach-Egern von mir. Leider steht nicht jeder dem Wasser so ablehnend gegenüber wie ich, und darunter sind so gut wie alle Gäste, die “an den Tegernsee” als “an einen See mit Strand fahren” missverstehen. Ich habe lange Tage am Strand zwischen plärrenden Kindern überlegen können, wie ich dem entgehe, und fand letztlich in einem alten Familienalbum zwischen stolz vorgezeigten Automobilen und Pelzmänteln die Lösung: Ein Faltboot.

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In Westdeutschland gehört das Faltbootfahren zu Opas vergessenen Freizeitfreuden. Vor dem zweiten Weltkrieg war es ein Volkssport, danach wurden die Boote aus einer Stoffhaut über Eschengerüst langsam von Plastikbooten und anderen Attraktionen wie dem Auto verdrängt. Die Veteranen modern oft vergessen in Schuppen und Kellern vor sich hin; sei es, dass die alten Herrschaften nicht mehr hineinkommen, sei es, dass die Erben kein Interesse mehr zeigen. Ein Faltboot jedoch passt zerlegt auf den Gepäckträger meines Cabrios, es hilft, dem Strand und den Lärmenden zu entgehen, es befriedigt die wassersüchtigen Gäste, und am Ende erwarb ich über das Internet exakt jenen Faltboottyp, der schon frühere Generationen meiner Familie erfreut hatte: Ein Pionier 520-Z von 1958, gefertigt im nahen Bad Tölz. Und es kam so an, wie man es sich wünscht: Sauber verpackt, gereinigt, gepflegt und – bei über 100 Einzelteilen keine Selbstverständlichkeit – komplett. Der Vor- und Zweitbesitzer hatte sogar seine Telefonnummer mitgegeben, mit der Bitte, ihn anzurufen, ob mit seinem “Pöppchen” auch alles gut gegangen sei.

Ich packte es aus, kontrollierte die Teile, und war sehr angetan von der Präzision der Fertigung, von der eleganten Gestaltung, und von der Sorgfalt, mit der dieser Veteran durch von einer Familie die Jahrzehnte gebracht und schliesslich auf die Reise zu mir geschickt wurde. Das Wort “Anstand” kommt einem da in den Sinn, dieses in weiten Kreisen gar nicht mehr geläufige Wort, allenfalls vielleicht mit einem ironischen Unterton, ist es doch zu oft durch den Mund von Populisten gegangen, wie es auch dem “Respekt” sicher bald ergehen wird, wenn man nicht mehr die Achtung vor einer besonders sorgfältigen Verpackung damit verbindet, sondern die Sprachderivate bildungsferner Schichten. Früher bedingten sich beide Worte; man hatte nur Respekt (oder Reschpekt, in Bayern), wenn man auch Anstand zeigte.

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Zum Anstand etwa gehörte es, dass man im Winter als Hausbesitzer selbst den Gehweg räumt. Ich kenne das nicht anders, meine Grossmutter machte das bis ins hohe Alter selbst, und als es für sie zu schwer wurde, übernahm ich die Arbeit. Es ist vollkommen unvorstellbar, das andere tun zu lassen, denn es ist nun mal die Aufgabe des Hausbesitzers, vor seinem Haus für Ordnung zu sorgen. Es war, das gebe ich zu, in diesem Winter nicht die reizvollste Aufgabe, als es nirgendwo mehr Salz gab und das Eis Zentimeter um Zentimeter von Hand weggehackt werden wollte. Das Wetter richtet sich nicht nach Besuch und Tagesabläufen, es ignoriert Winterreisepläne und zwingt zu Nachtschichten, aber es ist die Pflicht, so steht es in den Verordnungen, und man würde das Gerede bekommen, wenn man ihr nicht nachkäme. Dafür ist man Hausbesitzer. Man macht es selbst.

Und undenkbar wäre es, sich an andere zu wenden. Man räumt durchaus bei den Nachbarn mit, wenn die im Urlaub sind, aber nie würde man jemanden bei der Stadt anfordern. Zum Hausbesitzerstolz gehört es eben, nichts von anderen zu verlangen, und für sich selbst zu sorgen. Und dann tritt der ungebildete Herr Westerwelle auf und sagt, dass man ja Arbeitlose das Schneeschippen besorgen lassen könnte. Auf Staatskosten. Um jene asozialen Vertreter der Hausbesitzerzunft zu entlasten, die lieber anderer Leute gebrochene Knochen riskieren, als ihrer Pflicht nachzukommen. Eine Person, die für einen Vortrag mehr als 7000 Euro von der LGT Bank Schweiz AG bekam – eine Tochtergesellschaft jener Bank, die im Zentrum der Liechtensteiner Steueraffäre stand – möchte die immobilienbesitzende Elite von Aufgaben und Kosten entbinden. Was, genau betrachtet, nicht weniger als eine Einladung an Besitzer mehrerer Immobilien ist, zukünftig auf Angestellte zur Schneebeseitigung zu verzichten – wenn die entlassen werden, kommt eben der Staat mit Arbeitslosen vorbei. Anstand? Respekt?

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Zum Anstand gehört es in besseren Kreisen eigentlich auch, dass man Fehler eingesteht und nicht vertuscht. Sonst bekommt man Ärger mit den Eltern oder, wenn die es nicht merken, nicht in den Himmel. Idealerweise läuft das in besseren Kreisen nach dem Vorbild der christlichen Kirchen ab, mit den Bestandteilen der Beichte, der Reue, der Busse und der Vergebung. Auf diesem Mechanismus der Moral baut der Anspruch der ethischen Überlegenheit der besseren Gesellschaft auf: Nur durch ständige Einsicht in die eigenen Verfehlungen und die Bereitschaft, sich zu bessern, bleibt man oben an der Spitze und sichert den Abstand zu den Prolls, dem Pack, den niedrigen Schichten, die sich nicht um die Gebote und die Moral scheren und, wenn sie ertappt werden, auch noch alles abstreiten.

Kurz, die sich in etwa so benehmen, wie die katholische Kirche und gewisse Ordensleute, die nicht müde werden darauf hinzuweisen, dass all die Untaten an ihren Einrichtungen längst verjährt sind. Jedes Mal aufs Neue. Immer und immer wieder. Die gleichen Kreise, die das moralische Rüstzeug für die bürgerliche Moral liefern, die gleichen Kreise, die über sinkende Einnahmen aus der Kirchensteuer jammern und vom Staat einen Ausgleich für ihre finanziellen Verluste durch Abtrünnige vom Glauben fordern. Anstand? Respekt?

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Neben einem gewissen Stolz auf den eigenen Besitz und Stand und einem gewissen moralischen Rüstzeug wähnt sich die Elite auch im Begriff des richtigen Kulturbegriffs. Zu diesem Zweck gibt es, wo andere Popstars und Groschenromane haben, richtige Kommissionen und Vereine, Akademien und Förderprogramme, Preise und Laudationes. Eine grosse Nummer in diesem staatlich reichlich alimentierten Kulturbetrieb ist der Poet, Preis- und Titelsammler Durs Grünbein, der zum Fall der Plagiatorin Helene Hegemann in dieser Zeitung mit geringschätzenden Blick auf deren Kritiker zu Protokoll gab (http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc~E840FC9CB389A43038939D310DD3237C8~ATpl~Ecommon~Scontent.html):

“Fällt eigentlich niemandem auf, was für ein hässlicher Biodiskurs das Ganze ist? Der wahre Rassismus tobt sich augenscheinlich heute zwischen Jung und Alt aus, zwischen vitalen Welpen und kulturkonservativem Friedhofsgemüse.”

Bislang waren Begriffe wie “hässlicher Biodiskurs” oder “wahrer Rassismus” eigentlich der Analyse von Rechtsextremismus und Xenophobie vorbehalten; hier nun wendet sie ein hochdekorierter und davon nicht schlecht lebender Kulturbetriebsfunktionär auf Personen an, die es wagen, auf die Probleme des Textklaus und des Unrecht rechtfertigenden Kulturbetriebs hinzuweisen. Die Namen des “Friedhofsgemüses” sind in diesen Kreisen allgemein bekannt, aber Grünbein ist nicht nur ein Förderer der Begriffsverwahrlosung, sondern auch noch so mangelmutig, die Namen nicht zu nennen, und sich hinter einer Beleidigung zu verkriechen. Vielleicht lernt man das als staatlich geförderter Stipendiat der Villa Massimo, dergestalt ein “Schlusslicht” hinter eine Debatte zu setzen – ich habe 2000 in Österreich über die blauschwarze Koalition gearbeitet, und kenne das eher von Jörg Haider. Der war ganz gross mit solchen “woass eh a jeda”-Wortspielereien, und wenn er dann doch vor Gericht stand, war alles nur ironisch gemeint. Anstand? Respekt?

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Das Elend in all diesen Fällen ist, dass der eklatante Mangel an Anstand nicht dort zu verorten ist, wo er nach der Ideologie der besseren Kreise sein sollte – eben bei den schlechteren Kreisen – sondern recht weit oben an der Spitze genau dieser gehobenen Kreise. Würde sich ein Arbeitsloser im Winter mit einem Eimer Wasser einen bösen Scherz auf dem Gehweg machen, würde man die Polizei rufen. Gäbe es eine Häufung von Missbrauchsfällen in einem schlechten Viertel, würde man die verfehlte Sozialpolitik beschuldigen. Würde ein Rowdy aus einem Problemviertel andere grundlos als Rassisten beschimpfen, bekäme er in der Schule massiven Ärger, und die Eltern würden nachdenken, ob sie ihre Kinder nicht vielleicht doch zu den Jesuiten schickten. Und alle wären sich einig, dass man solche Probleme zum Glück nicht hat. Nun aber werden diese Probleme bei uns offenbar, sei es nach langer Vertuschung, als Arroganz eines sich unangreifbar wähnenden Betriebs, als Angebot zur Entledigung unangenehmer Aufgaben. Und irgendwie schafft man es nicht, mit den eigenen, hausgemachten Problemen so aufzuräumen, wie man das gerne fordert, wenn es andere Schichten betrifft.

Hier nun stellt sich eine spannende Frage: Warum sollte sich eine Gesellschaft eine Elite mit dieser öffentlichen Erscheinung leisten? Warum sollte man Arbeitslosenversicherung zahlen, wenn man nach der Kündigung im Republiksarbeitsdienst den Reichen die Folgen ihrer Versäumnisse beseitigen muss? Warum sollte man Kirchensteuern zahlen, wenn dort sexueller Missbrauch vertuscht wird? Und wie soll man die Notwendigkeit von Hochkultur vermitteln, die nur von wenigen genutzt wird, und deren Profiteure nicht einen Funken jenes Anstandes erkennen lassen, der in meinem sauber verpackten Faltboot zum Ausdruck kommt? Man sagt heute nicht mehr gern Worte wie Anstand und Respekt, sie klingen so unmodern, und vielleicht ergeht es ihnen wie der Faltbootfahrerei, es gibt nicht mehr viele, denen es etwas bedeutet, weil es offensichtlich auch anders geht, auf den Überholspuren, in den Rinnsteinen und Kloaken neben den Trümmern, die früher einmal die Fundamente der “Stützen der Gesellschaft” waren.

 
 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (148)
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Als alter Schnellleser habe...

Als alter Schnellleser habe ich jetzt gelesen: "Anstand, Respekt und DIE Abschaffung der besseren Kreise". Honni soit..

Es war doch gar nicht der Herr...

Es war doch gar nicht der Herr Grünbein, sondern Gottfried Benn :D

0 wurmstich 24.02.2010, 06:10 Uhr

...wieder einer dieser sehr...

...wieder einer dieser sehr guten Beiträge!!!! Aktuell, nah am Leben und wenig intertextuell................;-))))))))))) (...und wenn, dann ordentlich zitiert.....wie man es in der Schule halt - früher - gelernt hat!!!!!)

0 Charlotte 24.02.2010, 06:51 Uhr

Wer nicht zu den...

Wer nicht zu den Nationalneoislamistenkopftuchrassistenantisemitenterroristenverbrechern und Finanzamtssozialbetrügerschmarotzerversäufern gehört, ist doch, wenn auch kein Heiliger, aber soweit man das von Menschen überhaupt sagen kann, gerechtfertigt und der Gnade nicht allein bedürftig, sondern schon fast erwiesenermaßen teilhaftig. Deshalb kann mit Fug und Recht Sankt Günter, gewesener Landesvater und moralische Leuchte, der sternhagelvollen Vorsitzenden des Rats der ZK der EKD bescheinigen, sie müsse keine Heilige sein. Genausowenig muss ein öffentlicher Mensch und Künstler ein Heiliger sein oder ein Lehrer oder Ordensmann, wir sind doch alle nur Menschen, weder Heilige noch Teufel, und überhaupt, wer ist denn frei von Sünde? Blast euch nicht so auf, lasst uns in Ruhe, ihr müsst nach unserem Verdienst sehen. Wenn so einer wie Sie wissen will, was ich wert bin, dann schicke ich ihm eine Kopie meines letzten Kontoauszugs. Geschreiben steht aber: "Ihr sollt so vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist." (Matt. 5,48) Wahrlich, ich sage euch: "Sie haben ihren Lohn bereits erhalten." (Matt. 6,2/16)

0 Don Ferrando 24.02.2010, 07:25 Uhr

Käßmann, Zoliitisch und ihre...

Käßmann, Zoliitisch und ihre Vereine sind genauso wenig im Auftrag eines Herrn unterwegs, wie Ron Hubbard oder Jake und Elwood Blues. . Die Kirchen sind in Deutschland ÖR-Rechtssubjekte und ihre Vertreter genaugenommen auch nichts anderes als Vorstände eines ÖR Abwasserwerks oder ÖR Müllwerks. . Sie sind an den allegemeinen Gesetzen zu messen, wie jeder andere auch. . Durch genailes Marketing verstehen sie aber zu suggerieren, als unterlägen sie eigenlich eines höheren suprastaatlichen, ja sogar supraweltlichen Instanz! . Das ist natürlich Humbug, eigenet sich aber für die entsprechenden Damen und Herren ganz gut ihre weltlichen Verfehlungen zu relativieren und verdrängen. . Leider ein Phänomen, das auch nicht wenige Politiker zu Schau tragen. . Da es am Anstand mangelt, läßt naturgemäß auch der Respekt ihnen gegenüber nach!

Auf der Hegemanngeschichte...

Auf der Hegemanngeschichte kocht längst jeder sein eigenes Süppchen, sei es der Grünbein mit seinem wirklich erstaunlichen Gerede vom "Altersrassismus", aber das ist bestimmt alles superironisch, sei es Frau Radisch, die die Kritik am Feuilleton mal eben zu einem angeblichen "Einschlagen auf eine Jungautorin" umdichtet. Es ist und bleibt ein Trauerspiel.

Guten Morgen allerseits! >>...

Guten Morgen allerseits! >> Hier nun stellt sich eine spannende Frage: Warum sollte sich eine Gesellschaft eine Elite mit dieser öffentlichen Erscheinung leisten?

0 Köstlich 24.02.2010, 07:34 Uhr

Werter Don, Sie fragen zu...

Werter Don, Sie fragen zu Recht wo Anstand und Respekt geblieben sind wenn selbst eine der moralischen Zeigefinger der Nation mit 1,5 Promille über die Ampel rauscht. Ich klau jetzt bei der Skandalautorin: Das war nah dran am Eingenebelt Kotz Drive Roadkill! Viel Freude mit dem Faltboot!

0 donalphonso 24.02.2010, 07:50 Uhr

Köstlich, wenn man aus Baern...

Köstlich, wenn man aus Baern kommt und den barocken Prunk der Fürstbischöfe kennt, kommt einem die Debatte um diese evangelische Dame irgendwie, also, sagen wir mal, fast kleinkariert vor. Wieviele Bauern starben hier unter bischöflichen Kutschenrädern! Und wieviel mehr wurden aus den Kreuzungen gepeitscht! Ich würde an ihrer Stelle einfach grünbeinen und behaupten, ich knüpfte an eine Tradition an. Und das Faltboot - man wird sehen. . Kalchas, die Gesellschaft und ihre Strukturen sind vielleicht nicht so offensichtlich, aber sie sind da. Dass Elite dem Zeitgesit unterworfen und dieser durch Massenmedien definiert ist, lässt sich zumindest partiell nicht bestreiten, aber: Elite definiert sich ja auch dadurch entscheiden zu können, was an Übernahmen sinnvoll ist, und wovon man besser die Finger lässt. Gerade das ist aber scheint aus dem Ruder zu laufen.

0 Ephemeride 24.02.2010, 07:53 Uhr

Ja, warum sollten wir uns...

Ja, warum sollten wir uns unsere Eliten leisten? Denn vielfach definiert man sich in den besseren Kreisen ja ohnehin nur noch über das Geld. Georges Darien hat's vor Stücka 100 Jahren schon geschrieben in seinem Le Voleur: Ehrt den diebischen Berufsstand, denn er verhilft zu mehr Gerechtigkeit in der Welt. Und man kann noch ergänzen: Was bleibt von der Elite, wenn man ihr das Geld nimmt? Eben: Nichts. Nicht einmal mehr Anstand.

Lieber Don, gerade Sie...

Lieber Don, gerade Sie müssten Durs Grünbein eigentlich schätzen, weil er all diese Dinge, die Sie lieben und sammeln - Teppiche, Silberschalen, Bücher - in seinen Gedichten mit großem Respekt (das zum Thema Ihres Bloggs) behandelt; auch seine Kritik müssten Sie im Kern teilen, denn ihn stört an der Debatte schließlich am meisten, dass es nicht um das Handwerkliche des Buches von H.H. geht, hier müsste Kritik ansetzen. Handwerklich gut Gemachtes achten doch auch Sie! Und bei all dem sind wir im Kern Ihres Themas von Achtung und Respekt, zu dem Durs Grünbein ganz nebenbei auch Gültiges beiträgt: Achtungsbedingungen - das Einhalten von Verhaltensstandards, von Stil und Sorgfalt (auch in der Kunst) - werden durch Anspielungen aktualisiert, nicht durch explizite Polemik.

0 donalphonso 24.02.2010, 07:57 Uhr

nnier, dieser...

nnier, dieser Kulturfunktionär ist nicht ironisch aufzufassen, der ist einfach unanständig. der Umstand, dass so einer nach so einem Sager keine Konsequenzen zu befürchten hat, zeigt, wo der Betrieb steht. Man gebe ihm einen Job als Kolumnist bei der Bildzeitung oder der Welt, da passt er rein. . Don Ferrando, man sollte natürlich bedenken, dass die Kirchen dennoch dauerhaft an Einfluss verlieren. Man kann die Kirchen von vor 40 Jahren absolut nicht mehr mit dem vergleichen,was heute davon übrig ist, und das hat natürlich seine Gründe. Trotzdem wird man in besseren Kreisen immer noch leicht schräg angeschaut, wenn man sich als Agnostiker präsentiert: Hier hat die Ablösung vom Glauben bislang kaum stattgefunden. Von den seltsameren Sprüchen sehr wohl, aber eben nicht von der Institution. Das passiert meist erst bei der Steuererklärung.

0 donalphonso 24.02.2010, 08:01 Uhr

Charlotte, Vertrauen in das...

Charlotte, Vertrauen in das sog. NT ist sicher nett, aber ich habe es da eher mit der jüdischen Bibel und Judas Maccabäus. Die Frage ist halt: macht man nicht mit, wenn man das einfach beschweigt? . wurmstich, danke, ich persönlich verzichte ja eigentlich gern auf Zitate - und Literaturverzeichnisse waren mir immer ein Graus.

Ach Don, der Morgen hat eh...

Ach Don, der Morgen hat eh schon so beschwerlich angefangen und nun auch noch Ihr wahrer aber deshalb umso deprimierenderer Beitrag ... ich teile Ihren Ekel. War letzte Woche im Skiurlaub und das wars im kleinen genauso extrem - jeder ohne Rücksichtnahme nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht unterwegs (sei es jetzt bezüglich des Lifts, des Tischs im Restauraunt oder des Platzes auf der Piste). Aber wer taugt denn fürs gemeine Volk noch als Vobild? (gehe jetzt Tee kochen, ach, hätte ich nur ein Törtchen dazu!)

0 Der Gärtner 24.02.2010, 08:06 Uhr

Oh je, sind Sie mal wieder als...

Oh je, sind Sie mal wieder als Rächer der Anständigen und des Anstands unterwegs, (wobei Sie natürlich das vorbildlichste Exempel der alten Schule sind). Ich klopfe mir immer noch die Schenkel über den Grünbein-Schabernack und dass Sie den Gottfried Benn nicht erkannten, wo der doch schon eine Weile tot ist und deshalb als deutscher Autor gelesen werden darf..

0 donalphonso 24.02.2010, 08:09 Uhr

Liebe Helene, angesichts von...

Liebe Helene, angesichts von dem Griff in die braune Kiste dieser Person darf ich: Heinrich Himmler wohnte am Tegernsee auch die Strasse runter, und in Hitlers Arbeitszimmer lag ein Ardebil. Man kann durchaus einen Lebensstil schätzen, aber man muss stets damit leben, dass es auch andere, weniger erfreuliche Gestalten tun. . Ephemeride, die Existenzberechtigung der Elite (zumindest in Deutschland) war es, einerseits das System zu stützen (was nicht immer funktioniert hat, 33-45), und dem Rest ein Vorbild zu sein, ein Orientierungspunkt. Man kann dieses Bestreben lächerlich finden, aber lange Zeit hat das im Inneren zu einer gewissen Härte gegenüber sich selbst geführt, und dem Bewusstsein, dass man von niemandem etwas will und für sich selbst sorgt. Ich finde das nicht schlecht, aber ich sehe auch, wie diese Haltung verschwindet. Und dann ist da wirklich die Frage: Was bleibt noch?

0 donalphonso 24.02.2010, 08:10 Uhr

Vroni, das läuft aufs Gleiche...

Vroni, das läuft aufs Gleiche hinaus. . Klaus, und die Lerche.

0 donalphonso 24.02.2010, 08:18 Uhr

Der Gärtner, es ist ziemlich...

Der Gärtner, es ist ziemlich billig, als Autor, den ohnehin kaum einer liest und kennt, einen Text zu klauen und dann so zu tun, als seien die anderen blöd. Das kann ich hier mal mit meinem Busenbaum auch tun, und wenn dann jemand sagt, dass er Mordaufrufe gegen korrupte Kulturapparatschiks nicht so doll findet, lache ich und sage, wie man so ungebildet sein kann, nicht den Höhepunkt der jesuitischen Moraltheologie des 17. Jahrhunderts zu erkennen. Hier aber geht es nicht um die Pennälerstreiche seiner Person, sondern um den Vorwurf des Rassismus. . unellen, ich denke, die Vorbildfunktion ist längst auf die Massenmedien übergegangen. Und in einem Klassensystem wie dem unseren, mit entsprechender Diskriminierungsforderung an der Spitze, braucht man sich auch nicht wundern, wenn da keiner wie Westerwelle werden will. Und wenn doch, dann hat man halt die typischen geschmacklosen und ungebildeten Raffkes als Miniaturausgabe dieser Person. Die braucht hier auch keiner.

Der Dünnbier-Artikel ist mir...

Der Dünnbier-Artikel ist mir auch übel aufgestoßen als ich ihn gestern (?) las. Mein Trost: andere lebende Autoren, nämlich solche die ich liebe und mit Freude lese, lächeln und lästern nur über diesen "Dichter" und Kulturheini.

0 Der Gärtner 24.02.2010, 08:32 Uhr

Grünbein: kaum gelesen, kaum...

Grünbein: kaum gelesen, kaum bekannt? Diese Ignoranz alles Oestlichen ist das Privileg der alten westdeutschen Kulturschickeria. Gott sei Dank haben ihn die Richtigen gelesen und ihm zurecht den Büchnerpreis verliehen. Wie auch übrigens Herta Müller, ich weiss ich wiederhole mich, aber das Thema des Totalitarismus des 20. Jhrdt. ist leider ein Menschheitsthema, nicht das des Westviertels,... ich weiss.

Werter Don, Sie schreiben...

Werter Don, Sie schreiben wieder über ein wichtiges Thema, das sich in diesen Zeiten geradezu aufdrängt. Mit meiner Frau bin ich mir in vielem einig, ein Punkt ist uns aber besonders wichtig bei der Erziehung unseres Sohnes: Er muss Respekt haben, da wir dieses als einen der Grundpfeiler unserer Gesellschaft ansehen. Respekt grundsätzlich vor jedem, die es nicht verdient haben kann man dann später aussortieren (Frau Kässmann zum Beispiel, die das mit der Fastenzeit wohl nicht so ganz verstanden hat, ich weiss schon warum ich mit dem verlogenen Kirchenpack nix zu zun haben will). Ich glaube, hier sind wir auch wieder bei dem Punkt Demut angelangt, die heute genauso verloren gegangen ist wie der Respekt, da diese doch irgendwie Hand in Hand gehen. Es gibt keine Garantien, und wenn unsere Eurolandkollegen erstmal unsere Währung gesprengt haben, werden wir uns noch umgucken, unser Wohlstand ist auch fragil.... Schöne Grüße aus dem Norden, Moritz

Don Alphonso, Sie haben mit...

Don Alphonso, Sie haben mit Ihren Ausführungen wieder einmal den Finger auf eine Wunde gelegt! Habe schulpflichtige Enkelkinder und muss leider immer wieder feststellen, dass es schon den Lehrern an Anstand fehlt ... sie begrüßen Erstklässler mit "Hallo", die wartenden Eltern und Omis gar nicht ... sie halten keinem mehr die Tür auf und beanstanden dies auch nicht bei ihren Schülern ... jeder knallt dem Nachkommenden die Schwingtür an den Kopf ... kein Wunder, wenn diesen Lehrern, die selbst keine Kinderstube haben, dann von den Schülern auch kein Respekt mehr entgegengebracht wird .... PS: gehört nicht ganz hierher, aber dennoch: heißt es wirklich DER Rodl und nicht DIE Rodl? Bei uns in Österreich zumindest ist dieses schnittige Wintergefährt weiblich ;-)).

0 donalphonso 24.02.2010, 08:42 Uhr

Der Gärtner, was hat das mit...

Der Gärtner, was hat das mit ost- oder westdeutsch zu tun? Es geht hier um einen Rassismusvorwurfs eines Betriebsfunktionärs, egal wo der herkommt. . Jeeves, tatsächlich tendiere ich zu der Meinung, dass der ganze Fall, so wie er mit Unterstützung bekannter Leute aus der Literaturkritik gelaufen ist, nicht eben dafür sorgt, dass sich Qualität durchsetzt, sondern einfach derjenige, der die richtige Masche hat, und bei dem es vollkommen egal ist, wie wertlos und geklaut das Geschreibsel ist. Der Fall ist definitiv nicht abschreckend. Ich glaube nicht, dass irgendjemand den "Stil" dieser Frau kopieren wird, aber die Masche sehr wohl.

0 Beobachter 24.02.2010, 08:45 Uhr

@DonA.: "Und in einem...

@DonA.: "Und in einem Klassensystem wie dem unseren...". Neo-Marxist? Dann haben Sie ja die Erklärung für das von Ihnen dargestellte übel. Wo soziale Mobilität nicht gegeben ist (=Klassengesellschaft), braucht sich niemand "gut" zu benehmen oder sonst wie zu "bemühen" in den von Ihnen so ausgiebig thematisierten besseren Kreisen zu bleiben. Und in Umkehrschluss auch nicht, um dorthin zu kommen. Aber haben wir eine Klassengesellschaft? Wissenschaftlich sicher nicht und früher war auch nicht alles besser...Vielleicht nur besser verborgen, unter einem dichter gewebten Deckmäntelchen?

So sehr ich es bedauere: Der...

So sehr ich es bedauere: Der Anstand und der Respekt sind, wenn schon nicht tot, so doch zumindest ein Auslaufmodell. In unserem von den "Eliten"- ich muß das in Anführungszeichen setzen, denn wo ist hier die Auswahl der Besten- vorgelebten und demzufolge nachkommenden Generationen anerlernten egozentrischem Weltbild ist kein Platz für Rücksicht auf andere. Und zu Westerwelle: Quousque tandem abutere, ..., patientia nostra?(Cicero)

0 donalphonso 24.02.2010, 09:00 Uhr

Beobachter, man muss doch kein...

Beobachter, man muss doch kein Marxist sein, um in Deutschland die Klassengesellschaft zu erkennen. Früher gab es innerhalb der Klassen einfach verbindliche Werte und Normen, die man zu erfüllen hatte, und an denen man sich orientieren konnte. Ich will hier nicht dem Adenauer das Wort reden, aber wenn das Ergebnis diese ironische Beliebigkeit ist, in der jeder nimmt, was er kriegen kann, hat sich etwas falsch entwickelt. Die Frage der Werte ist also weniger die einer Klassengesellschaft, sondern mehr die einer Oligarchie. Ich denke, eine halbwegs durchlässige Klassengesellschaft ist praktikabel. Eine Oligarchie der Reichen und der Funktionärskasten ist es nicht mehr. . stola, ich weiss, da unterscheiden sich Österreicher und Bayern. Türen wären auch mal ein Thema, das ist richtig. Meine Eltern haben mir noch beigebracht, dass Türen Klinken haben, um sie nicht nur zu öffnen, sondern auch zu schliessen. Manchmal fällt mir auf, wie wenig das heute noch praktiziert wird. Es fängt im Kleinen an.

0 christina 24.02.2010, 09:10 Uhr

@Der Gärtner: Meinen Sie...

@Der Gärtner: Meinen Sie wirklich, dass das eine Ost-West-Frage ist? Ich glaube, da machen Sie es sich zu einfach. Ich bspw. lese Hertha Müller gerne, und Durs Grünbein nicht. Was sagt das aus? Nichts.

0 herrohlson 24.02.2010, 09:11 Uhr

@Don Ferrando Das ist nicht...

@Don Ferrando Das ist nicht fair: Jake und Elwood Blues waren ganz zweifelsohne im Auftrag des Herrn unterwegs !

0 donalphonso 24.02.2010, 09:13 Uhr

ego, ich denke, das ist kein...

ego, ich denke, das ist kein unumkehrbarer Prozess, auch wenn die Aussichten nicht gerade rosig sind - am Ende wird es nicht auf ein Ende des Anstands hinauslaufen, sondern auf massive Konflikte und Abgrenzungsbemühungen in der besseren Gesellschaft. Sprich, man wird auch dort die Zertrümmerung der Millieus erleben, sofern man das nicht heute schon sieht - gerade im Konflikt zwischen dem, was im alten Westen bestehen bleibt, und sich in Berlin seit ein paar Jahren erfindet. Und auf beiden Seiten steht man nicht unbedingt umringt von netten Menschen, was es nochmals besonders schwer macht. . Moritz, nicht umsonst rettet und flüchtet sich alles ins Backsteingold. Generell muss ich sagen, dass ich es gar nicht anders als mit Respekt kenne - das bringen kleine Käffer automatisch mit sich, weil jeder jeden kennt und auch der Höchste es sich nicht leisten kann, dass man auf dem Wochenmarkt über ihn schlecht redet. Es hat unter dem Diktat der Sozialkontrolle auch seine Schattenseiten, aber am Besten ist es, wenn man sich freiwillig entsprechend benimmt.

Meine Güte, für wen und was...

Meine Güte, für wen und was man sich mittlerweile alles schämen muss. Wie halten Sie das durch, werter Don? . Zur (katholischen und evangelischen) Kirche und ihren vermeintlich unfehlbaren Vertretern: Es ärgert mich schon ein wenig, dass in den Debatten oftmals ausgerechnet die am lautesten plärren, die schon seit Jahren aus den "Vereinen" ausgetreten sind (jene, welche sich jedoch wiederum nicht zu schade sind, sich mit schöner Regelmäßigkeit am Heiligabend in die Gotteshäuser zu quetschen).

0 BertholdIV 24.02.2010, 09:31 Uhr

@DA So geht das in der...

@DA So geht das in der römischen Teilkirche der katholischen Kirche in der Ausprägung Österreichs, wenn Sie besoffen Auto fahren. http://derstandard.at/1259280892976/Die-Suende-der-Masslosigkeit Wie ging der Witz in der Oberpfalz: Tragt's mich zum Auto, damit ich heimfahren kann. Öffentliche Verkehrsmittel spendiert uns die Regierung Bayerns nicht....

0 BertholdIV 24.02.2010, 09:40 Uhr

@muscat Sie haben Recht, aber...

@muscat Sie haben Recht, aber genauso sage ich immer, wenn man ich von Opus Dei oder sonstigen "Traditionalisten" kritisiert werde. Wegen Euch theologischen "Tieffliegern" trete ich nicht aus der Kirche aus. Verlasst doch Ihr lieber den "verein"

0 Der Gärtner 24.02.2010, 09:47 Uhr

Durs Grünbein ein...

Durs Grünbein ein ,,Betriebsfunktionär" (welcher Betrieb?, welche Funktion?) der Ihrer Meinung nach für die Bildzeitung schreiben sollte? Jetzt lassen Sie aber die Kinderstube missen!

0 Deutscher Winter 24.02.2010, 09:49 Uhr

Eine anständige...

Eine anständige Zeitungsredaktion hätte 1. so einen Schülerstreich, auch wenn ihn ein Büchnerpreisträger vorschlägt, nicht publiziert, 2. hätte sie ihre beiden in dieser Sache wichtigen Blogger darüber zumindest informiert, statt sie der Befremdlichkeit dieser Falle auszuliefern; an Andrea Diener und Sie knüpften sich, nicht nur bei mir, Hoffnungen auch für die FAZ; Ihren und Frau Dieners Namen konnte man (neben Jürgen Kaube) vor ein paar Tagen (innerlich) nennen, um dem Gesichtsverlust des FAZ-Feuilletons etwas entgegenzusetzen: Wenigstens die Blogger sehen klar. Auf diese Retter des eigenen Ansehens, die die passenden Worte gefunden hatten, nun mit Hilfe eines Pseudo-Dichters einzuschlagen, sie - unter weiter Ausdehnung des Konzepts eines Zeitungsartikels und auch unter einem Risiko gegenüber dem Leser - aufs vermeintliche Glatteis zu führen, mag sein was es will, anständig ist es nicht. Es fragt sich noch, in wessen Augen außer den eigenen die geistreichen Ertüftler dieses Witzes eigentlich glauben die Diskurshoheit wiedergewonnen zu haben. Die Leser reagieren ja doch überwiegend mit Befremden, ein Lob zum Gelingen dieses hochinteressanten Gedankenspiels, daß - inwiefern eigentlich? - darauf hinweisen sollte, daß der Debatte die Kriterien fehlten, habe ich noch nicht gelesen. Und @ Helene und den Gärtner: Durs Grünbein muß wirklich niemand gelesen haben; ich habe ihn gelesen, und ja, ich habe damals ein paar Wochen lang auch geglaubt, das sei gute Lyrik, in einem Alter, in dem ich noch leichter zu beeindrucken war. Auch die Literaturpreise täuschen. Diese Gedichte tragen nicht über die erste oder zweite Lektüre hinaus. Aus seiner Generation würde ich nur Thomas Kling für lesenswert halten. Ein Stern wie Gottfried Benn leuchtet noch mindestens die nächsten zwei Jahrhunderte. - Daß DG sich für so eine (nicht über den momentanen Effekt hinausreichende) Pirouette hergibt, ist nicht ohne Beziehung zu dem, was in seiner Lyrik von Anfang an nicht stimmt, es hat mit dem intellektuell-ironischen Zugang zu tun, das auszuführen, würde hier erstens zu weit führen und zweitens müßte ich mir die DG-Bücher wieder besorgen/durchlesen, drittens kann das jeder leicht selbst überprüfen u. vertiefen. In seine letzten Sachen genügte mir ein Blick, um zu merken, daß mich das nichts angeht. Mit dieser Aktion ist es für mich in endgültiger Weise entschieden, als Dichter ist er damit zwar anders erledigt als ein Literaturkritiker, aber ebenso vollständig.

0 donalphonso 24.02.2010, 09:58 Uhr

Deutscher Winter, wie das...

Deutscher Winter, wie das gehandhabt wird, ist nicht meine Sache, und wie ich das dann handhabe - in diesem Fall mit dem Angebot, diese Zeitung nicht weiter mit einem Vertreter des "wahren Rassismus" nach Meinung dieser Person zu belasten - ist ganz allein meine Sache. Ich habe das hier weder aus publizistischen noch aus finanziellen Gründen nötig. Entsprechend fällt dann eben auch der Beitrag aus. . der Gärtner, wenn Sie mal auf Links drücken würden, hätten Sie sich den Kommentar sparen können.

BertholdIV, da stimme ich zu,...

BertholdIV, da stimme ich zu, obwohl ich die Opus Dei-Leute eher zur Kategorie "Spinner" zähle, wohingegen ich die (zahlenmäßig überlegenen) krakeelenden Nicht-Kirchenmitglieder fürchte, die - freilich ohne es wahrhaben zu wollen - von der anderen Seite an unserem christlichen Wertegerüst sägen.

Mit Verlaub Don Alphonso,...

Mit Verlaub Don Alphonso, aber, Ihre Ausführungen hier erinnern mich ein wenig an Claudia Roth.

muscat, die...

muscat, die Nicht-Kirchenmitglieder würden nicht krakeelen, wenn sich die Mitglieder oder zumindest die Kirchenoberen an die eigenen christlichen Werte halten würden.

0 donalphonso 24.02.2010, 10:22 Uhr

Dipsy, solange Sie in mir...

Dipsy, solange Sie in mir keinen Grünbein, keinen Westerwelle und keine Hegemann erkennen, soll es mir recht sein. Dass ich ansonsten etwas jesuitisches an mir habe - mei, ich wohne in einem Jesuitenseminar und sammle Jesuitenliteratur, aber das ist nur ein Hauch, und Kinder mag ich einfach nicht.

ego, mag sein, doch es bleibt...

ego, mag sein, doch es bleibt ja meist beim Krakeelen. Aktives Mitgestalten sieht anders aus. Was soll´s, sagt man sich da, für die echte Drecksarbeit gibt es schließlich noch Staatsanwaltschaft und Polizei.

@Don und Dipsy: Ich könnte...

@Don und Dipsy: Ich könnte mir da auch Schlimmeres vorstellen, zumal die Claudia (bei den Grünen wird sich untereinander ja geduzt und das gilt auch für Praktikanten) wirklich eine ganz nette ist. @muscat: Was ist den für Sie die Essenz des christlichen Wertegerüsts? (ganz ernsthaft, würde mich interessieren wie Sie das sehen). Sind das denn wirklich Dinge, die man nur als Kirchengänger vertreten kann und an denen man als Nicht-Kirchengänger wirklich nicht anders kann als sägen?

0 Don Ferrando 24.02.2010, 10:31 Uhr

@muscat. Das Christliche...

@muscat. Das Christliche Wertegerüst kann auch sehr gut (oder vielleicht sogar besser) ohne die Amtskirchen stabil stehen!

0 donalphonso 24.02.2010, 10:34 Uhr

Don Ferrando, das mag beim...

Don Ferrando, das mag beim Protestantismus gehen, aber a wengal schad wärs schon um den Prunk und die Pracht und die Lust am Ritus bei den Katholiken. Ich habe mit der Rekigion nichts zu tun, aber was könnte es Schöneres geben als einen Alpenpass und dazu Bibers Mariazeller Messe? . Unellen, es gibt wirklich Schlimmeres, mit dem man mich schon verglichen hat, und es geht hier ja auch nicht darum, allen immer zu gefallen.

0 donalphonso 24.02.2010, 10:39 Uhr

Ich möchte doch sehr bitten,...

Ich möchte doch sehr bitten, hier auf Anspielungen an das Horst-Wessel-Lied zu verzichten - sonst fliegt hier nicht nur der ein oder andere Kommentar raus, Gärtner, sondern gleich der ganze Nutzer. Und das auf immer. Verstanden?

Ach so, nun geht Don Alphonso...

Ach so, nun geht Don Alphonso "à la recherche due temps perdu" (Proust)? Re "Adel verpflichtet" ... und den Gehweg zu räumen, da die Arbeitslosigkeit in Deutschland heute bei über 9% liegt, sollten die Mitglieder der Besseren Gesellschaft eher Teilzeitjobs schaffen, statt selber im Winter den Gehweg zu räumen? Don Alphonso "kontrollierte die Teile" des Faltbootes - damit punktet er gewältig m.M.n. Gerade deshalb ist Deutschland Exportweltmeister geworden - (insb. durch "attention to detail") obwohl die Kosten der Wiedervereinigung schon bei DEM1 Trillion liegen sollen. Ein Wirtschaftswunder sans pareil, imo. RESCHPEKT!

0 Don Ferrando 24.02.2010, 10:48 Uhr

@DA: Timmelsjoch. Bach.Toccata...

@DA: Timmelsjoch. Bach.Toccata und Fuge in D-moll gespielt von Karl Richter

unellen, ich sprach von...

unellen, ich sprach von 'krakeelenden' Nicht-Kirchenmitgliedern; ich meinte also nicht die Gesamtheit der Nicht-Kirchenmitglieder. Ein christliches Wertegerüst beruht für mich, zumindest annäherungsweise, auf den 10 Geboten und, daraus abgeleitet, auf Hilfsbereitschaft, Zivilcourage, Aufrichtigkeit, Rechtsempfinden und Interessenausgleich. . Don Ferrando, q.e.d.

Darum geht es gar nicht Don...

Darum geht es gar nicht Don Alphonso. Es ist einfach mal wieder einer der Beiträge aus der Kategorie «Rundumschlag». Sie erlauben mir da den Hinweis: die sind selten gelungen. Punkt 1. Als Jesuit (oder jesuitisch angehauchter) sollten Sie eigentlich Sie eigentlich eine besondere Treue zu Sr. Heiligkeit unserem Papst haben. Stattdessen schlagen Sie hier auf seine hiesigen Vertreter (ich bin nur wahrlich kein Freund von Zollitsch) ein. Unsere heilige katholische Kirche hat seit 1994 bei 94 Fällen eine (interne) Untersuchung wegen des Anfangsverdachts von missbräuchlichen Handlungen eingeleitet. Macht in den vergangenen 15 Jahren also durchschnittlich 6.27 Fälle pro Jahr (freilich, die Dunkelziffer ist unbekannt). Wohlgemerkt Verdachtsfälle. Blicke in die polizeiliche Kriminalstatistik zeigen für das aktuelle Jahrzehnt jährliche Anzeigen zwischen 13.000 und 17.000. Auch hier ist die Dunkelziffer unbekannt. Um mich nicht falsch zu verstehen: jeder Fall ist widerlich und grauenvoll zugleich. Dennoch ist der momentane Aufschrei der Presse und einiger Berufsempörter unerträglich. Da wäre einmal die Grünenvorsitzende und TheaterwissenschaftlerIn Claudia Roth. Fleissig schlägt sie auf unsere Kirche ein, vergisst aber gänzlich die Vorlieben eines gewissen Daniel Cohn-Bendit (rechtskräftig verurteilt) und das eigene parteipolitische Programm zur «sexuellen Früherziehung», auch bei Kleinkindern (ich erspare uns allen Ausführungen dazu, was man sich darunter vorstellt, kann im Internet nachgelesen werden). Die Presse spielt dann bewusst ein emotionales Spiel. Da ist von «Dutzenden» von Fällen die Rede (wohlgemerkt Verdachtsfälle). Aus einer rein statistischen Perspektive kommen solche Handlungen einfach nicht häufiger vor als in einer «normalen Welt» auch; unter Berücksichtigung, dass unsere heilige katholische Kirche besonders häufig Erziehungsaufgaben wahrnimmt, dürfte die Kirche sogar unterdurchschnittlich betroffen sein. Wie gesagt, die Fälle sind widerlich und grauenvoll und Präventionsmassnahmen sind mehr als erforderlich. Dennoch sollte man hier ein wenig auf dem Teppich bleiben. Punkt 2. Dr. Westerwelle. Sie schreiben in diesem Beitrag so wunderschön: «Zum Anstand gehört es in besseren Kreisen eigentlich auch, dass man Fehler eingesteht und nicht vertuscht.» Ein paar Zeilen zuvor dann der Seitenhieb auf Dr. Westerwelle. Selbst unter Berücksichtigung der Ausführungen Friedell' zur historischen Wahrheit ist von einem Eingeständnis oder auch nur etwas Zurückhaltung bei der causa Westerwelle von Ihnen nicht allzu viel zu spüren. Ich erlaube mir ein Demandt (man muss ihn nicht mögen) aus einem seiner jüngsten Interviews zu zitieren: «Und gerade die städtischen Bevölkerungen erlagen dieser Verweichlichung und wurden dann von ländlichen, kulturell-zivilisatorisch tiefer stehenden Bevölkerungen – Barbaren – besiegt. Das ist ein Vorgang, der in der vorindustriellen Zeit mehrfach zu beobachten ist. Und dann haben wir in der Stadt Rom das Phänomen, das die Kaiser und Staatsmänner sehr früh dazu übergegangen sind, die Bevölkerung auf Staatskosten zu ernähren. Brot und Spiele. Hunderttausende wurden fürs Nichtstun mit Produkten aus dem ganzen Imperium versorgt. Das kam daher, dass die Bürger der Stadt das Wahlrecht besaßen. Die politischen Entscheidungen fanden in Rom statt, und deshalb waren die Leute wichtig. Die Politiker mussten das Wahlvolk ködern, und dafür mussten die Leute außerhalb Roms Steuern zahlen und sich abrackern.» Dass Sie kein sonderlicher Freund der FDP und von Dr. Westerwelle sind wissen wir ja. Sei Ihnen auch zugestanden. Zumindest der Versuch einer halbwegs nüchternen Betrachtung wäre aber angebracht; Sie liefern leider nur Gekeife. Wahrlich kein Ausdruck von Bildung und auch nicht sonderlich anständig. Bei der Schneeschipperei ging es Dr. Westerwelle ganz nebenbei um die öffentlichen Plätze; von Anliegerstrassen in reinen Wohnvierteln war nie die Rede. Ihr persönlicher Wintereinsatz ist durchaus löblich (ich mach das im Winter auch mal gerne); dennoch: nicht wenige Kommunen führen das Schneeräumen mit unter Strassenreinigung auf und verlangen dafür eine nicht ganz geringe Gebühr (bei reinen Anliegerstrassen ist man mit etwa 20 Euro pro lfd. Meter Grundstücksgrenze p.a. dabei; dafür kommt das Putzauto in den Sommermonaten ungefähr 3 Mal; für das von mir bewohnte meine Familie gehörende Mehrfamilienhaus in Heidelberg kommt jedes Jahr eine Rechnung von knapp 500 Euro. Der Gehweg wird dabei regelmässig vom Gartenbauer geputzt, obwohl ausdrücklich mit inbegriffen im städtischen Leistungsangebot). Sie müssen wirklich entschuldigen, ich ätze in letzter Zeit recht häufig. Den ein oder anderen Kritikpunkt teile ich auch im Grundsatz; die Frage nach den Ursachen wird aber gänzlich ausgeblendet oder schlicht verkürzt. Jedenfalls freue ich mich sehr ob Ihrer entdeckten Liebe zum Rudersport und denken Sie immer an Schiller: «Mach es wenigen recht, vielen gefallen ist schlimm!» (Insofern auch die versteckte unellen, es ist nur eine andere Ansicht. Überhaupt gar keine persönliche Kritik.).

Dipsy 12:08 Ihre Beiträge...

Dipsy 12:08 Ihre Beiträge sind solch ein Lesegenuß. Darf man weiter hoffen?

0 donna laura 24.02.2010, 11:46 Uhr

intrinsischen stolz und...

intrinsischen stolz und gelebten anstand habe ich erst kürzlich wieder beim kauf einer immobilie erlebt: der verkäufer richtet sie vor der übergabe noch her, ganz aus eigenem antrieb. so etwas unglaubliches habe ich zuvor noch nie erlebt. der verkäufer ist ein alter handwerker. . fehlenden anstand vermisse ich zuweilen bei einer person im familiären umfeld: üble nachrede ist da noch das geringste, das von hinten herum verspritzte gift würde für alle lahmzulegenden falten der sdg auf jahre hin ausreichen. und diese person gibt ihre version von moral (wankelmütigkeit ist in ordnung, wenn nur ich meinen vorteil habe, stürze ich andere damit ins unglück, so kann mir das völlig egal sein, denn es ist ja nicht mein leben; habgier ist dann in ordnung, wenn man damit auch noch erfolg hat; schlechtes benehmen soll das kunstvolle diskriminieren ersetzen, s. dons beitrag viel weiter oben) auch noch an nachkommen weiter. diese axt im walde ist dagegen mimosenhaft empfindlich, wenn dann die kritik ansetzt – und stets auf jahre beleidigt und beleidigend. (dabei lebt diese person nicht mal in berlin, sondern in der provinz!) bei solch gestalteten personen ist hopfen und malz verloren – sogar ich könnte da einem gesellschaftlichen umsturz in d, den hier so manche sich zusammenraunen, durchaus noch eine witzige seite abgewinnen. . @stola + unellen: sie haben vollkommen recht! auch ich bin immer wieder konsterniert, wenn ein nichtherr vor mir durch die tür geht und sie dann auch noch nicht für mich aufhält – das hat auch etwas mit respekt zu tun. die tat – nämlich nicht die tür aufzuhalten, nicht in den mantel zu helfen etc. – hat nichts mit der von diesen nichtherren dann plötzlich + auf einmal beschworenen emanzipation zu tun. aber zumindest weiss ich dann, wen ich vor mir habe (als person, nicht als klassenzugehörigkeit, denn:) . diese oben genannte axt im walde begrüsst einen nicht und schüttelt einem noch nicht mal die hand. für solche exemplare trifft fremdschämen zu. es ist im wahrsten wortsinn peinlich. . lieber Don Alphonso, ich danke ihnen für diesen beitrag (der ob seines gehalts an bitterer wahrheit die laune verderben muss): als gut erzogener mensch mit kinderstube leidet man oft höllenqualen. die offenbaren beispiele, die sie anführten (vizekanzler, ekd.vs., kulturbetrieb), sind nur die spitze des eisbergs, die übelstes signalisieren. die alten tugenden brechen weg. und für diejenigen in unserer werten runde, die sich fragen, wie alt ich wohl sein mag: al gusto: entweder über 650 oder unter 40 jahre. eines davon stimmt immer. . @ muscat: denn was sie beschreiben, geht durchaus ohne einer religiösen wertegemenschaft angehören zu müssen. ich verweise auf die einschlägige literatur, beginnend bei den alten griechen und nicht endend bei der aufklärung.

Die Elite, die besseren...

Die Elite, die besseren Kreise, waren noch nie das, was sie noch nie waren. . "Als er siebzig war und war gebrechlich, Drängte es den Lehrer doch nach Ruh’, Denn die Weisheit war im Lande wieder einmal schwächlich Und die Bosheit nahm an Kräften wieder einmal zu. Und er gürtete den Schuh. " . Zuerst störte mich – wieder einmal – der unvermeidliche Don-Angeber-Spaziergang ins Nur-Materielle (wir wissen: meine Kronleuchter, meine Silberkannen, mein Haus, diesmal: mein Boot ... :-)) Dennoch muss ich zugeben: Gutes Handwerk wie saubere Verarbeitungsweise anstatt a G'lump gehören natürlich ebenfalls zum Anstand. Irgendwie nicht trennbar, es hat etwas Integrales (daher wohl der Begriff "integer"), Umfassendes. Welches von der Person ausgeht oder auch nicht und nicht von auf-oktruierten "Managementmethoden" oder der LOHA-Mode (wir konsumieren Manufaktum, damit der Regenwald nicht rostet oder so ähnlich). . Wer koa G'lump net mochd, der kann kein richtig schlechter Mensch ned sein. . Wenn ich dennoch manchmal mit der fiesen Kunstfigur hadere, dann rufe ich mir ins Gedächtnis, wie sie z. B. mit Katzen umgeht, ihnen den Kamin warm macht. Oder ihnen die Tür aufmacht und Damen aus dem Teich fischt (oder war es umgekehrt?).

0 Don Ferrando 24.02.2010, 12:09 Uhr

@Dipsy "dass unsere heilige...

@Dipsy "dass unsere heilige katholische Kirche besonders häufig Erziehungsaufgaben wahrnimmt, dürfte die Kirche sogar " . Umsomehr sollte sie ihr Personal sorgfältiger aussuchen, überwachen und zu ihrer Veranwortung als Träger der Erziehungsanstalten stehen und nicht die Opfer mit Hinweisen auf Verjährung verhöhnen. . ich habe eher den verdacht, dort wird nach dem Motto "right or wrong my church (country)" gearbeitet. . Und ob so eine Organisation das Attribut "heilig" beanspruchen kann, ist mehr als fraglich!

0 donalphonso 24.02.2010, 12:24 Uhr

Ich denke, als Minimalkonsens...

Ich denke, als Minimalkonsens sollte man festhalten, dass Kindesmissbrauch in jedem Fall ein Offizialdelikt und nicht umsonst ein abscheuliches Verbrechen, eines der abscheulichsten überhaupt ist - und ich denke, dass unser Kulturkreis gut beraten ist, hier massiv einzuschreiten, ohne Ansehen der Person und des Standes. Dass man mit grösstem Aufwand versucht, im Internet das Problem einzudämmen, aber im realen Leben offensichtlich nicht in der Lage war, die Vertuschung solcher Fälle zu verhindern, ist etwas, das über alle politischen Lager hinweg eigentlich als unhaltbarer Zustand gelten sollte. . Kennt zufällig jemand noch den Cadière–Girard-Prozess von 1731? Man sagt ja, dass dieser Missbrauchsprozess, bei dem der Schuldige trotzdem frei ausging, der Anfang vom Ende der gesellschaft Jesu als gesellschaftlich bestimmende Kraft war, und nur deshalb die Aufklärung eine Chance hatte, sich durchzusetzen. Es würde die Diskussion um die Rolle der Kirchen enorm erleichtern, wenn es genau solche Fälle nicht gäbe.

Deutscher Winter, mit seiner...

Deutscher Winter, mit seiner Dichtung hat die publizistische Stellungsnahme Grünbeins ungefähr so viel zu tun wie die Ansichten des Bloggers Don Alphonso mit dem Leben der dahinter stehenden Privatperson.

0 Lijbosz Nek 24.02.2010, 12:34 Uhr

@herrohlson: Danke für den...

@herrohlson: Danke für den Widerspruch!

0 Deutscher Winter 24.02.2010, 12:44 Uhr

Nochmal zu Dursi. In einem...

Nochmal zu Dursi. In einem Atemzug von Rassismus zu sprechen und gewisse Personen, wen auch immer, mit einer Gemüse-Metapher zu bedenken, ist schon rhetorisch nicht sauber. Und das Nietzsche-Alibi: "Der gebildete Leser wird natürlich sofort [...] hoffe, damit eines der großen Theoreme Friedrich Nietzsches illustriert zu haben" (Grünbein) Dazu fällt mir - ich sollte schreiben: "natürlich sofort" - ein Satz aus "Was ist vornehm?" ein: "Umgekehrt wirkt an den sogenannten Gebildeten, den Gläubigen der »modernen Ideen«, vielleicht nichts so ekelerregend als ihr Mangel an Scham, ihre bequeme Frechheit des Auges und der Hand, mit der von ihnen an alles gerührt, geleckt, getastet wird; und es ist möglich, daß sich heute im Volke, im niedern Volke, namentlich unter Bauern, immer noch mehr relative Vornehmheit des Geschmacks und Takt der Ehrfurcht vorfindet als bei der zeitunglesenden Halbwelt des Geistes, den Gebildeten." - Die Grünbeinaktion illustriert nicht das Nietzsche-Theorem Wiederkehr des Gleichen (ist nämlich nicht das gleiche wie bei Benn), sondern weit eher das Theorem Wille zur Macht.

0 Deutscher Winter 24.02.2010, 12:56 Uhr

Helene, wenn Sie das...

Helene, wenn Sie das Grünbein-Interview nochmal lesen, werden Sie darauf stoßen, daß er seinen Text als - "echtes" - Ready-made bezeichnete. Damit ist dem Text wohl ein gewisser Kunstanspruch zugewiesen (eher das als Publizitik), und es hätte schon insofern mit seiner Haltung als "Dichter" (FAZ: "der Dichter Durs Grünbein...", früher hätten sie "Lyriker" geschrieben) etwas zu tun. Die Verbindung, die ich zog, wäre aber an seinen Versen zu testen und tiefer liegend. Im übrigen operiere ich stillschweigend mit dem Begriff der Einheit der Person, insofern fallen solche Trennungen meinem Gehirn etwas schwer. Grünbeins Lieblingsdichter Ezra Pound hat das im Canto XIII, Konfuzius zitierend, so ausgedrückt: "Ohne Gesinnung vermagst du nichts über dein Instrument".

das geht allen ernstes hier so...

das geht allen ernstes hier so weiter, wie es gestern aufgehoert hat. ... auf den rodelberg, don! abkuehlung tut not! - oder kann ihm vielleicht endlich jemand die ehre erweisen, diese seite tatsaechlich mal im 'feuilleton' zu besprechen...

Deutscher Winter, ich fürchte...

Deutscher Winter, ich fürchte Ihre plausible Argumentation ist Perlen vor die Säue bei diesen Scheinattacken.

0 donalphonso 24.02.2010, 13:43 Uhr

Helene, ich frage mich ja, ob...

Helene, ich frage mich ja, ob Sie das hinreichend beurteilen können, und ob die Leser dann wiederum beurteilen können, wie Sie das beurteilen.

0 Deutscher Winter 24.02.2010, 13:54 Uhr

Lieber Perlen vor die Säue...

Lieber Perlen vor die Säue als Gemüse vor die Welpen.

Zum Malte Welding Link habe...

Zum Malte Welding Link habe ich zwei Tweets bekommen, die aus berufenem Munde zu stammen scheinen und die ich hier einfach mal einstelle. Ich kann das nicht abschließend beurteilen, aber finde trotzdem, dass das wichtig ist. Im Endeffekt (wenn ich es richtig verstehe) bezieht sich der Ratzinger Text *ausschließlich* auf's Kirchenrecht. Daher ist das nicht als Vertuschung im justizrechtlichen Sinn zu werten. "@mastarh @2SpacesNoTabs @egghat @STP1910 @BastianHeynen @Mynios_HH #Ratzinger befahl keine Vertuschung #Missbrauch http://7ax.de/0om0" http://twitter.com/padrealex/status/9334139915 "@egghat Doch, denn John Allen zeigt auf, daß das Argument nicht stimmt. Wegen http://www.kath.net/detail.php?id=5790 Danke @STP1910" http://twitter.com/padrealex/status/9351314622 Bilde sich jeder seine eigene Meinung.

0 donalphonso 24.02.2010, 14:10 Uhr

In einem der verlinkten...

In einem der verlinkten Beiträge fällt das Wort "St. Pölten". Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es so oft das immer gleiche Schema ist: Abstreiten, verleugnen, es nicht gewesen sein, und erst, wenn es gar nicht mehr anders geht, wird gestanden. man muss sich dazu nur mal den Fall im bayerischen Ettal (was selbst mich ziemlich überrascht hat, Ettal ist nicht irgendein krichliches Gymnasium) anschauen: . http://www.br-online.de/aktuell/katholische-kirche-missbrauch-bayern-ID1266842657103.xml . Es gibt eine Regel, Verdachtsfälle zu melden, und die wird einfach nicht beachtet. Fall erledigt. Und nun heisst es wieder: 70er und 80er Jahre. Man wird den Eindruck nicht los, dass das Problem mit der Verjährungsgrenze irgendwie vorbei war. Wenn die Kirche klug wäre, würde sie jetzt einmal und für immer diesen Sumpf austrocknen. Dann kann sie klarstellen, dass sie sich bemüht hat, und weitermachen. Aber das, was im Moment geschieht - laufend neue Fälle, aber die Justizministerin wird attackiert - ist nicht wirklich weise.

Vor ein paar Tagen sah ich ein...

Vor ein paar Tagen sah ich ein Buch namens "Etiquette for Dummies" im Regal (aus der bekannten quietschgelben Reihe). Das reisst vielleicht das Ruder noch herum? ;) Was den Anstand und Respekt betrifft - vielleicht geht der auch nur deshalb verloren, weil die Klassen, die ihn besassen, heutzutage nicht mehr so unantastbar sind wie frueher. Die Kirche verlaesst man, die Reichen holt man vor den Steuer-Kadi, die Intellektuellen werden von der Schwarmintelligenz uebermannt... Vermutlich waren sie alle nur deshalb so anstaendig, weil sie im ersten Zug als Input vorher viel zu viel unverdient (materiell und standesbezogen) vom Poebel "geschenkt" bekamen. Ja, so lehten uns ja schon die Maerchen, eine echte Prinzessin ist halt doch ein genetisch besserer Mensch (zumindest deren Ar*** mit dem eingebauten Erbsensensor). Der Respekt- und Anstandsentzug der besseren Kreise als Antwort auf Privilegienentzug?

0 Paulchen P 24.02.2010, 14:55 Uhr

Spürt man hier einen Hauch...

Spürt man hier einen Hauch falschverstandener Rechtschreibreform, wenn es "Busse" heißt, statt der fälligen Buße, oder versteckte Ironie, wenn man Genuss in Massen denkt, statt Genuss in Maßen?

0 kleinerberg 24.02.2010, 15:16 Uhr

Ein Faltboot ist klasse....

Ein Faltboot ist klasse. Insbesondere kann man sich daneben Bulletten und Maultaschen besser vorstellen-weniger sinnlich klingen Plagiat oder Kindesmißbrauch, oder gefälschte Wartungsprotokolle. Auch die Konsequenz ist im Einzelfall viel einfacher zu behalten: die gefeuerte Altenpflegerin,Chefsekretärin oder Margot Kässmann. . Der Anstand muß da eben erzählt werden,wo alle begreifen,dass 20 cent genausoviel wert sind wie 200.000 Euro oder zwei Millionen, oder zwei Milliarden, so what?-Rechenschwache mögen daran scheitern- aber wenn der Anstand ganz unten erzählt wird, dann wächst dort natürlich auch der Respekt vor denen da oben- im Gegenteil-man muß sich geradezu auf Augenhöhe mit denen empfinden, die es lautloser,unsichtbarer und geruchloser hinkriegen. Und wo die da unten gefeuert werden,werden die da oben versetzt. So haben Anstand und Respekt wieder einen kuscheligen Wohnsitz gefunden.

0 Piccolino 24.02.2010, 15:18 Uhr

Werter Don, Reschbekt! Ihre...

Werter Don, Reschbekt! Ihre Beiträge lese ich seit Monaten zumeist mit großem Amusement. Eines ist dann aber doch ärgerlich: warum nur wird in den Kommentaren oft so verbissen Hahnekämpfen und Stutenbissigkeit gefrönt, statt nur genüßlich zu plaudern. Ich beneide Sie wahrlich nicht, all die Kommentare lesen und sich auch noch mit Ihnen auseinandersetzen zu müssen. Und alldenen, deren Gemüt zu schnell in Wallung kommt, lege ich die bayerischste aller Entschuldigen ans Herzen: Mei, ma sagt ja nix, ma red ja blos!

0 P.Seudonym 24.02.2010, 16:31 Uhr

"Nach Alkoholfahrt: Käßmann...

"Nach Alkoholfahrt: Käßmann tritt von allen Ämtern zurück" Und nun ?

0 hartz4teilen 24.02.2010, 16:41 Uhr

rebound: da musste ich doch...

rebound: da musste ich doch erstmal luftschnappen. Respekt und Anstand als Klassenmerkmal? ach das ist niedlich. In gewissen Kreisen nennt man das auch heute noch solidarität. Die Dummheit und die Menschenverachtung mancher sich selbst für gebildet haltender Kreise möchten jammern über Privilegienentzug? Ach, Geld und Erbe sind noch nicht genug? Der Pöbel (das Volk?) hat Input (Resourcen) verschenkt meinen Sie? Mein Eindruck ist doch eher, es wurde beraubt, und zwar systematisch, inkl. Steuerraub und zuzüglich der gesamten Klaviatur des "Teile und Herrsche" wird auf die Schwachen getreten. Ich erinnere mich vage in einer Studie gelesen zu haben, dass 3 bis 5% der Missbrauchsfälle zur Anzeige kommen. Sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen hat es in der Katholischen Kirche schon immer gegeben und nicht wenige glauben, dass das Zölibat da eine Mitschuld trägt, nur die Kirche will diesn Diskurs auf keinen Fall, da ist es doch taktisch klüger im Rahmen halbherziger Entschuldigungen den Finger in die Wunden alter linker Debatten zur sexuellen Freiheit zu legen. Eigentlich ein durchsichtiges Manöver. Das die Justizministerin nicht einknickt unter der Macht der Kirche, ja Respekt! Diesen Respekt hat ihr Parteischeffe (sich) nicht verdient: 27.000 Arbeitslose haben sich auf 650 Stellen zum Schneeschippen beworben, na das sagt doch alles. Quelle: www.frontal21.de im PDF-Manuskript, bzw. anzuschauen. Einen schönen Tag noch!

0 donna laura 24.02.2010, 16:44 Uhr

@ Rebound - hübsch...

@ Rebound - hübsch formuliert, ihre diagnosen bzgl. kirche/reiche/intellektuelle. solange die etikette keine leiche ist, warum nicht? blöd ist nur, wenn die adepten des machwerks dann auch noch stolz darauf sind, wenn sie es gemerkt haben, dass sie eine tür aufhalten sollten, und es dann erst (mit verzögerung) tun. dann wären sie eher die deppen dieser monographie. . im umkehrschluss zu ihren ausführungen deutet fehlender anstand nicht auf fehlende privilegien hin: die person, von der ich vorhin berichtete, würde vermutlich anwaltlich gegen mich vorgehen, würde ich ihre interessante umgangsweise mit angestellten (und kunden) mit der eines premierminissters vergleichen. würde ich nie tun. eher mit köln. . das problem ist heute die sichtbarkeit von, sträflich abgeschwächt formuliert, verfehlungen. früher gab es noch des dons perserteppich zum drunterkehren. . zivilisatorische unregelmässigkeiten dringen ob des verbreitungsgrades der medien bis in den letzten winkel, so dass das poltern eines regierungsführers, prinzessinnenstreitigkeiten oder trunkneheitsfahrten prominenter quer durch europa verbreitet und goutiert wird, und so letztlich die 'elite' nivelliert wird. deshalb gilt auch heute noch das schweigegebot in den besseren kreisen. (im prinzip weiss doch ein jeder, dass auch der könig ab und zu mal auf einen gewissen thron steigen muss, wie alle ... ich weiss, dass der vergleich hinkt) . vielleicht mag unser werter gastgeber deshalb 'die' journalisten nicht...? na? journalisten kann man aus verschiedenen gründen nicht leiden mögen; verständlich, denn so einige lassen oft genug ebenso den anstand und den respekt vermissen. allerdings teilt man sich den balkon mit anderen, die ebenso anstand und mehr vermissen liessen. . mir drängt sich gerade eine parallele ziwschen journalisten und den skarabäen auf: immerhin wurden die letzteren der göttlichkeit verdächtigt, die ersteren halten sich für göttlich, räumen aber immerhin mit dem dreck auf.

0 donalphonso 24.02.2010, 16:56 Uhr

Ich bedaure die Verzögerung...

Ich bedaure die Verzögerung beim Freischalten - ich musste kurzfristig weg, und dann dauerte es etwas länger.

0 Friedhofsgemüse 24.02.2010, 17:03 Uhr

"Der größte Lacher kommt...

"Der größte Lacher kommt erst gegen Ende und gilt dieser Zeitung" steht am Anfang der Kritik zu Thomas Bernhards " Heldenplatz" im Arcola Theater in London von Gina Thomas heute im Feuilleton. Und nochmal am Ende derselben; " Wenn der monolgisierende, von Clive Menuds etwas holperig als schelmischer Greis gespielte Professor Josef also einen Hieb gegen den Kulturteil dieser Zeitung in seinen Wortschwall einstreut, lacht das Publikum- wie erlöst" London lacht ! und der Leser hier wird als "kulturkonservatives Friedhofsgemüse" von Durs Grünbein eingeschätzt.

Werter Don, . ja der Anstand (...

Werter Don, . ja der Anstand ( als tief innere Leitlinie ) ist es, der wie die Wasserscheide die Menschen trennt. Für mich ist er das Hauptkriterium bei der Beurteilung von Menschen. Und man merkt sehr schnell ... . Andererseits ist mir ziemlich egal, wer unter mir Elite ist. . Gruß Hanskarl

"Andererseits ist mir ziemlich...

"Andererseits ist mir ziemlich egal, wer unter mir Elite ist." . Hanskarl, waere ich eine Frau, wurde ich sagen "Kuesschen".

0 elbsegler 24.02.2010, 17:28 Uhr

Die Überschrift dieses Textes...

Die Überschrift dieses Textes scheint mir ein Widerspruch in sich. Kann es ohne Anstand und Respekt überhaupt "bessere Kreise" geben? Auch wenn in alter Manier mal wieder auf "die Kirchen" und ihre Protagonisten eingedroschen wird: Frau Käßmann, der ich durchaus kritisch gegenüberstand, hat Anstand gezeigt und Respekt verdient. Sie hat ohne langes Drumherumreden die Konsequenzen aus ihrem Fehlverhalten gezogen und beide (!) Ämter aufgegeben. Das tut bestimmt weh.Sie hat mit ihrer Entscheidung nicht nur von ihrer Kirche und dem Amt, sondern auch von sich weiteren Schaden abgewendet. Es gibt ihn also doch noch, den Anstand.

es scheint als verwechselten...

es scheint als verwechselten manche kommentatoren anstand mit ehrbezeugungen gegenüber respektspersonen oder dem sorgfaeltigen falten von tischservietten. durs gruenbein ist, kein zweifel, einer der bedeutendsten lyriker der gegenwart. daran wird auch diese diskussion in gedankenfetzen nichts aendern. vielleicht aergert sich ein mancher, dass nicht er / sie diese idee hatte. ob der schelmenstreich angemessen war, steht hingegen auf einem anderen blatt - meinem gusto entspricht er nicht. trotzdem fand ich den beitrag im uebrigen ebenso unbedeutend wie amuesant, nicht zuletzt weil ich den benn-text kannte. gruenbein als agenten der dunklen maechte der kulturindustrie zu stilisieren, nur weil er mal in der villa massimo residieren durfte, finde ich albern. die fortlaufend hier gefuehrten elitediskussionen sollten mal auf eine handfeste theoretische grundlage gestellt werden. literatur dazu gibt es haufenweise. was ich hier herauslese, ist die verbreitete tiefe sehnsucht nach einer wertelite, nach ganzheitlicher persoenlichkeit, die einem umfassende orientierungshilfen bietet. nur leben wir im 21. jahrhundert und jede soziale gruppe, die heutzutage mit diesem anspruch auftritt, steht bei mir unter totalitarismusverdacht. ja, minimalkonsens ist die rechtsstaatliche verfolgung von straftaten mit einhergehender moralischer aechtung. und damit soll es auch schon gut sein.

0 donalphonso 24.02.2010, 17:46 Uhr

Ach, wenn ich da schon...

Ach, wenn ich da schon höre: . "kein zweifel, einer der bedeutendsten lyriker der gegenwart" . Ich bedaure, aber mein Erschaudern hält sich bei so jemand in Grenzen, wenn er Sager wie den obigen produziert. Vielleicht irren ja auch diejenigen, die ihm das nachsagen, vielleicht ist er auch nur so ein Axolotl des Betriebs, aber die Zeiten, da man vor ein paar Titeln erschaudern muss, sind auch in Deutschland vorbei.

0 donalphonso 24.02.2010, 17:59 Uhr

Ach so, vergessen: Keine...

Ach so, vergessen: Keine Sorge, Charon, weder halte ich das System, in dem ich lebe, für das Beste, noch halte ich es in seiner Fehlerhaftigkeit gründlich reformierbar, und schon gar nicht glaube ich, dass sich jemand darin wohlfühlen könnte, der darin nicht aufgewachsen ist, oder sich unbedingt anpassen möchte. Trotzdem ist es nicht schlecht, dass es erst mal existiert, angesichts der Alternativen.

0 donalphonso 24.02.2010, 18:03 Uhr

elbsegler, eigentlich nicht....

elbsegler, eigentlich nicht. Deshalb steht es ja auch so da. Ansonsten sind die protestanten eigentlich gar nicht Thema, ich kann nur meine Achtung vor der Konsequenz ausdrücken, und das eigentliche Thema des Kindesmissbrauchs ist nochmal ein paar ganze Stufen von einer Trunkenheitsfahrt entfernt. Und es geht auch nicht gegen den Katholitzismus etc., sondern um die Frage der moralischen Legitimation, wenn man so etwas im eigenen System hat. . Hanskarl, nun, es sind Fälle wie diese, die einen mit einem gesunden Misstrauen an die Frage herangehen lassen. Schade eigentlich, in Zeiten der Sozialkontrolle war das noch anders. Aber natürlich auch nicht besser.

0 HansMeier555 24.02.2010, 18:06 Uhr

Lieber Don, liebe...

Lieber Don, liebe Diskutanten, es tut mir leid, Ihnen das (wieder einmal) sagen zu müssen, aber die Wurzel allen Übels ist und bleibt halt doch das von Gott verdammte postrevolutionäre Bürgertum. . Alle hier unwirksamen Masstäbe von "Anstand" etc. pipapo sind zutiefst bürgerlich bürgerlich bürgerlich und das Bürgertum hat, wie wir 200 Jahre nach der Revolution wohl sagen dürfen, nun ja, versagt. Leistungen aufzuweisen hat es allenfalls in den raum- und luftlosen Sphären der Wissenschaft, der Hochleistungsheuchelei und des Gesellschaftsrechts, steril und impotent aber blieb es dort, wo Seelen allein gedeihen können: In den eloysischen Sphären der Kunzt und des Kirchenbaus. . Kirche, Seefahrt und Schriftstellerei hatten unter feudalen Verhältnissen einen Sinn. Im ostdeutsches Gruftgemüse lebt noch eine Ahnung davon. Moralische Orientierung setzt aber politische Schwerkraft voraus. . Und wir? . Der Hof wurde liquidiert, aber wir Narren sind noch da und genießen die Freiheiten der Republik bei fortlaufenden Bezügen -- Gehen wir raus und machen eine Schneeballschlacht?

@Don A. kein widerwort, aber...

@Don A. kein widerwort, aber eine richtigstellung. mein totalitarismusverdacht richtet sich nicht gegen sie oder die soziale gruppe, der Sie angehoeren; vielmehr gegen jene, die unter dem banner der "gesamtgesellschaftlichen verantwortung" partikularinteressen moralisch sanktionieren wollen. ich bin sehr fuer anstand und respekt und aufgrund meiner herkunft darin auch, sagen wir mal ueberdurchschnittlich, geuebt. doch bin ich einsichtig genug einzugestehen, dass meine persoenlichen massstaebe nicht mehr sind als: persoenliche massstaebe, nach denen drei ecken weiter schon kein hahn mehr kraeht. @hansmeier. dass buergertum eine langweilige angelegenheit ist, hat ja zuletzt ernst juenger in den 1920ern behauptet. das stimmt ja durchaus, doch ich praeferiere diese langeweile gegenueber den alternativen (und bin vermutlich hier mit Don A. einer meinung, wofuer er mir verzeihen wird, dass ich durs gruenbein gaenzlich anders bewerte und ich mich um den voellig unbedeutenden streich von gestern rein gar nicht schere).

Was die ev. Bishöfin angeht,...

Was die ev. Bishöfin angeht, so fehlte mir in den letzten Tagen ein wenig die Bemerkung, dass Wasser predigen und Wein sa^h^hkaufen doch das Privileg der Pfaffen seit jeher ist, insbesondere zur Fastenzeit. In sofern durchaus Fortführung einer alten Tradition. Und dass ihre Trägerschaft so wenig Probleme mit der samstagabendlichen Promilletour hatte, spricht ja nicht nur von Nächstenliebe und Verzeihen, sondern auch für die Angst der eigenen Entdeckung der Kollegen (sagt man so in jenen Kreisen?) und vor allem vom Mangel an Nachfolgern Käsmann'schen Formates. Und Format hat sie, das hat ihr Rücktritt zweifelsfrei erwiesen. Leider zu spät.

Lieber Hans Meier: Wird nicht...

Lieber Hans Meier: Wird nicht umgekehrt ein Schuh draus? Es braucht moralische Orientierung, um politisches Schwergewicht zu entwickeln. Ansonsten führt politisches Handeln nur zu Luftnummern, wie eben bei Herrn Westerwelle. Und danke, Don Alphonso, dass Sie die Sache mal wieder auf den Punkt gebacht haben. Sicher mag an Ihren Ausführungen einiges bekrittelbar sein (wie das Deutscher Winter mit großem Sachverstand durchgeführt). Aber gerade die Unsachlichkeiten Ihres "Rundumschlags" zeigen doch, dass Sie es ernst und ehrlich meinen. Und gerade deshalb haben Sie mehr Recht als die Rechthaber. Ich finde auch, dass Elite nicht oben oder unten zu suchen ist, sie ist kein Privileg des Westviertels (bzw. des von HansMeier so gehassten Bürgertums), ja nicht einmal der Gebildeten. Elite ist da, wo der Anstand ist.

0 Der Tiger 24.02.2010, 19:45 Uhr

@Don Alphonso (19:03) Ich...

@Don Alphonso (19:03) Ich teile Ihren Ärger über die Haltung der Katholischen Kirche bezüglich Kindesmißbrauch und vor allem über das wiederholte Argument, die bekannten Fälle seien verjährt. Es ist die Haltung, die verstört. Der Vatikan hat keine Gerichtsbarkeit in unserem demokratischen Sinn. Wer also schützt die Jungen, die dort Meßdienst leisten, im Anbetracht dessen, dass die offizielle Haltung der katholischen Kirche so lasch ist?

0 HansMeier555 24.02.2010, 19:54 Uhr

Wieviel Einfluss die Eliten...

Wieviel Einfluss die Eliten ("Westviertel") auf die Kultur noch ausüben könnten, wissen andere besser als ich. Mir scheint offentlichtlich, dass sie es längst aufgegeben haben. Sie wollen sich gar nicht einmischen. Vor 40 Jahren haben sie sich noch darüber aufgeregt, wenn das Stadttheater "kommunistische Agitation" oder nackte Haut zeigte. Heute gehen sie einfach nicht mehr hin und fahren stattdessen einmal im Jahr nach Bregenz. . Dabei wäre es inzwischen wohl ganz einfach, die Bastion zurückzuerobern. Die jungen Talente sind heute überall so anpassungsbereit wie schon lange nicht mehr. Auf jede Stelle kommen so viele Bewerber. Die grauhaarigen 68er sind deligitimiert und gehen eh bald in Rente. Aber diese Bürger versuchen es ja gar nicht erst. Unsere "Elite" will einfach gar keine Kulturelite und niemandem mehr ein Vorbild sein. Auch von Pfarrerinnenhaushalten geht heute kein Zwang mehr aus.

0 Don Carlos 24.02.2010, 19:55 Uhr

genau das ist doch das ziel...

genau das ist doch das ziel des derzeit vorherrschenden pinochetesken liberalismus: die völlige freiheit von respekt und anstand. der liberalismus kennt nur den respekt vor dem geld oder dem von ihm gepredigten 'freien markt'. den es nie geben kann, denn ein von moralischen und gesetzlichen kontrollen befreiter markt wird von den besitzenden beherrscht. wer nichts besitzt, wird nicht respektiert, weil dazu der anstand fehlt. nichts zu besitzen bedeutet in der diktatur des geldes wertlosigkeit. wie weit ist dann noch der schritt zum 'unwerten leben'? die gegenwärtige krise ist die vorbereitung auf die kommende diktatur der liberalen. die ergebnisse ihrer marktexperimente waren in indonesien, chile, argentinien, brasilien, uruguay und bolivien zu beobachten. spaltung der gesellschaft in besitzende und besitzlose. seit dem zusammenbruch des ostblocks wird diese marktreligion auch in europa praktiziert. der trost, daß die armut nur die minderwertigen trifft, wird angesichts der überproduktion und damit der überflüssigkeit billiger produzenten nur kurz wärme spenden, auch jenen, die heute noch meinen, als leistungsträger anspruch auf schneeschippsklaven zu haben. gottseidank hat es diesen winter mal geschneit...! (in berlin sollen sich auf 650 ein-euro-schneeschipperposten an einem tag 27.000 hartzvierfaulpelze gemeldet haben. die hatten wohl langeweile!?) dazu sei noch angemerkt, daß wir nicht um's überleben kämpfen, sondern in einem überfluß an industrieprodukten und auch an geld leben. wenn natürlich alles von den lobbyisten beansprucht wird, reicht es für ein paar unproduktive esser nicht mehr.

Lieber Filou, . danke. Damit...

Lieber Filou, . danke. Damit will ich sagen, daß nach meiner Erfahrung nur "die Eliten" selbst sich für welche halten. Was wir an Menschen wertschätzen, sind doch ganz andere Dinge, eben z. B. Anstand. Ich bin bekannt mit einem Schäfer ( Schafhirt ), mit wenig Bildung aber einer Lebensklugheit gesegnet, die man Weisheit nennen kann - und einer Herzenswärme, die mich jedes mal beeindruckt zurücklässt, wenn ich ihn getroffen habe. Er ist Elite! . Gruß Hanskarl

. Hanskarl und Filou; dieses...

. Hanskarl und Filou; dieses Gefühl würde ich gern teilen. Wie schafft man das?

0 Deutscher Winter 24.02.2010, 20:20 Uhr

@charon, könnten Sie einmal...

@charon, könnten Sie einmal näher erläutern, was an Durs Grünbein so bedeutend ist. Welche Gedichte oder Gedichtbände von ihm beeindrucken Sie besonders? Um mal einen anderen Namen zu nennen: Marion Poschmann - ich weiß zwar nicht, ob sie eine der "bedeutendsten" Lyriker/innen der "Gegenwart"ist, aber sie hat für mich schon einige Qualitäten, die DG nicht hat und die ich für poetischer halte, als was Grünbein bietet. Ich sehe und anerkenne, daß er viel gelesen und ein universalgebildeter Mann ist, aber solche Qualitäten muß ein Dichter ja gar nicht haben, das ist nicht genuin poetisch. Man muß ja nicht gerade Benn sagen, aber ein paar Namen helfen schon, um Qualitätsmaßstäbe zu haben, bei aller Unvergleichbarkeit des je individuellen Zugs. Zum Beispiel R. D. Brinkmann - kein Dreitausender meinetwegen, auch nicht mehr Gegenwart, ich mag ihn, wenn wir sagen Brinkmann = Einsacht, wo ist dann Grünbein? Und Robert Gernhart, Enzensberger? Ich würde gern mehr über das persönliche Koordinatensystem erfahren, das Ihre Grünbein-Einschätzung ergibt. Die Musik hinzunehmend - man kann m.E. auch so vergleichen, würde ich etwa die Einstürzenden Neubauten für weit poetischer als Grünbein halten, die haben künstlerisch auch weit mehr erfunden und ein paar Sachen konsequent weitergetrieben. Oder Kraftwerk, Autobahn oder Das Model - das ist poetisch, aber ein bißchen Majakowski in der Seitengestaltung und ein bißchen C. S. Peirce, ein bißchen biologische Verfremdung und Mythe eingemischt, ein Gehirn mit einer Walnuß verglichen, meinetwegen, aber was ist daran erregend? was läßt einen da nicht mehr los, so daß man verweilen möchte? was ist daran - rätselhaft? "Welle der Nacht" - so einfach darf es sein.

0 HansMeier555 24.02.2010, 20:22 Uhr

Lieber damals, Sehen Sie, das...

Lieber damals, Sehen Sie, das ist ja gerade immer der Schatten des Bürgertums gewesen: Der innere Zwang, die Privilegien immer krampfhaft mit irgendeiner "Leistung", irgendeinem "vorbildlichen Verhalten" rechtfertigen zu müssen, anstatt sie einfach zu genießen.

Sehr geehrter Don...

Sehr geehrter Don Alfonso, ich freue mich über die (wiedererlangte) Abgeklärtheit Ihres Zorn. Und mich schmerzt der Abschied von Bischöfin Käßmann. In den '80igern konstatierte ein Franzose das Ende der (frz.) Revolution. Immer öfter beschleicht mich nun die Angst vor dem Ende der Aufklärung selbst. Was meinen Hang zur "emanzipatorischen Geste" (sprich: 1968) eher verstärkt.

minna, man schaue sich denken,...

minna, man schaue sich denken, handeln und fuehlen der "Eliten" an, setze das mit der eigenen Lebenserfahrung in Bezug, sei sich demuetig der eigenen Unwichtigkeit bewusst-und lasse sich nicht einschuechtern. Das, was man frueher Hoffahrt nannte, muss man erkennen. Das ist nicht schwer, dann sieht man manch Elitaeren als klaeffenden Clown, sei er noch so maechtig, er bleibt ein Clown... ...wir kennen doch alle das Gleichnis vom Kaiser und seinen Klamotten. Wenn es ganz arg wird, bleibt einem nur schlauer Selbsterhalt und die Abwanderung in den Untergrund, dort wo sich bereits die anderen Maulwuerfe durchs Fundament wuehlen. Als Koelner weiss ich: ein Tunnel zuviel= ein Einsturz. Muss kein Archiv sein. Ein Palast reicht.

Lieber HansMeier, oh, da haben...

Lieber HansMeier, oh, da haben Sie in der Tat meine bürgerlich-protestantische Prägung enttarnt - ich gebe es zu. Aber es lebt sich ganz gut mit dieser Prägung, auch ohne Privilegien.

0 donalphonso 24.02.2010, 21:06 Uhr

Lieber Unthawer, es muss halt...

Lieber Unthawer, es muss halt immer einen geben, der was sagt, wenn es sonst keiner sagt (und viele es sich vielleicht nur denken, aber man kann ja nicht, weil die so gross und so wichtig und pipapo - das sind halt die Freuden, wenn man keine Rücksichten nehmen muss, weil man sich im Zweifelsfall einfach einen Politiker für das Arbeitzimmer und einen Lyriker für die Katzenbespassung kaufen kann. Nur die Kirche, die ist kein billiger Plunder. Die ist alt, gerissen und immer noch etwas gefährlich, aber das macht ja auch den Reiz aus.). . Hansmeier555, ich bedaure das sagen zu müssen, aber der Adel hat sich nicht nur bestens in der Bürgerlichkeit eingelebt und dessen Moral akzeptiert - er hätte auch enorme Probleme, wieder zu alter Form aufzulaufen. Weil zu teuer, zu stressig und einfach nicht mehr zeitgemäss.

"...Lyriker für die...

"...Lyriker für die Katzenbespassung...", ich bin hin und weg. Sowas schoenes aber auch. Meine gestreifte Herzlose kniept schon interessiert mit den Augen.

Liebe minna, . "... dieses...

Liebe minna, . "... dieses Gefühl würde ich gern teilen. Wie schafft man das?" . meine Frau würde Ihnen jetzt antworten, "indem man so ein Großkotz ist wie er". . Im Ernst: stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl. . Wer andere überschätzt, verzagt. . Gruß Hanskarl .

. Danke, von Herzen....

. Danke, von Herzen.

Lieber Filou 24. Februar 2010,...

Lieber Filou 24. Februar 2010, 21:50 . Dazu fällt mir ein: "Der König macht seinen Narren zum Gespött, den König macht sein Narr zum Gespött." . Gruß Hanskarl

0 donalphonso 24.02.2010, 21:38 Uhr

minna, gern...

minna, gern geschehen. . Filou, am besten zwingen Sie so ein Lyrikseminarhascherl, Baudelaires verbotene Blumen vorzutragen, bloss nichts von der selbst!

Kässmann ist wirklich sehr...

Kässmann ist wirklich sehr protestantisch oder halt eben evangelisch, jedenfalls nicht katholisch. Vor allen Dingen nicht bayerisch. Dort tritt keiner wegen irgendetwas zurück und jemanden besoffen tot fahrn, ei mei, dös passierd hoid. Nur was find ich jetzt besser? Das angestrengte Pflichtbewusstsein der Protestanten mit anschließender öffentlicher Selbstgeißelung oder die Katholen, die immer mit allen durchkommen wollen, gebeichtet haben sie ja. Mag ich beides nicht. Nur warum mag ich beides nicht? Hier in diesem Blogpost geht es um Dinge wie Anstand und Respekt. Dinge, die man eigentlich als selbstverständlich erachten sollte, die es aber irgendwie anschienend nicht mehr sind. Oder vielleicht doch noch? Okay, die Moralinstitutionen gibt es nicht mehr. Ich halte die zehn Gebote nicht als gottgegeben, vom Berg Siani heruntergetragen, sondern als eine vernünftige Handlungsanweisung für gesellschaftliches Zusammenleben. Mit göttlicher Legitmation versehen waren die auch eine ganze Zeitlang durchsetzbar. Selbst als Agnostiker, der ich bin, kann ich das erst mal gut finden. Ich finde auch die Bergpredigt gut ohne an den lieben Gott, seinen Sohn und den daneben zu glauben. Aber das sind doch universelle Dinge oder? Zusammenhalt, Respekt, Solidarität, Loyalität machen doch menschliches Zusammeleben erst möglich? Und man muss doch selbst ein Gefühl haben, für das, was in Ordnung ist und was nicht, oder? Mir als mißratenem Sohn und Ex-Punk sind unendlich viele Dinge peinlich und versuche, kein A****loch zu sein, das ist mein kategorischer Imperativ, es gibt dafür andere Beispiele mit elitärem Hintergrund, aus den besten Familien, da schämt man sich, auf dem gleichen Planeten zu leben. Die Frau Kässmann hat keinen was getan. Sie hat natürlich goßes Glück gehabt, dass sie keinem was getan hat. Andere haben zig Menschenleben ruiniert und werden dafür respektiert, das sie immer noch oben sind. Jemand anderes ballert sich dann die Rübe weg, weil viel Feind viel Ehr am Ende doch nicht läuft. Wisst Ihr was? Ich führe weiter mein kleines, bescheidenes Leben und versuche mit mir im Reinen zu sein. Weltherrschaft ist zwar damit abgeblasen, vielleicht ist auch jeder andere mit sich selbst im Reinen, vielleicht ist es Charles Manson, vielleicht war es Stalin, keine Ahnung, aber ich bleib nett und grüss die Leud.

0 donalphonso 24.02.2010, 21:42 Uhr

schusch, das wäre ein sehr...

schusch, das wäre ein sehr schöner Schlusskommentar. . Wie auch immer, hier ist noch was Nettes zu Frau Radisch, die hier noch gar nicht gewürdigt wurde, obwohl sie auch nicht besser als des Grünbeins Einlassungen war - nachgetragene Gerechtigkeit also: . http://damals.blogger.de/stories/1587083/

0 HansMeier555 24.02.2010, 21:46 Uhr

Lieber Don, da haben Sie...

Lieber Don, da haben Sie sicher recht. Vom alten Adel erwarte ich gar nichts, sogar auf der Insel soll ja die Luft raus sein. Ich rechne aber fest auf die neue Barbarenelite, die sich in den maßgeblichen Ländern schon jetzt herauskristallisiert. . Auch wer die Barbaren nicht mag, wird zugeben müssen, daß sie es waren, die mit Dekadenz endlich schlußgemacht haben. . Es gibt aus jüngster Zeit Beispiele dafür, daß es nicht so schwer ist, die Republik zu kapern. Wenn man nur barbarisch genug an die Sache herangeht, muß man dafür nicht mal die Verfassung ändern. Wer hätte das im 20. Jahrhundert gedacht, daß nicht die USA, die Sowjetunion oder Japan das Sozialmodell der Zukunft hervorbringen würden, sondern Neapel und Lateinamerika? . Leistungsträger dürfen sich natürlich jederzeit einbringen.

Don, Sie meinen Die Blumen des...

Don, Sie meinen Die Blumen des Boesen? Kennt meine Katze schon. Befreite ihre Seele von anerzogenen Komplexen, was ihre Lebenzeit erheblich verlaengert. Diese ehrwuerdige Libertine ist inzwischen 22. Fuer eine Dame (gnn!) mit DER Vergangenheit bewundernswert.

wenn ich meinen beobachtungen...

wenn ich meinen beobachtungen in berlin und in meiner heimatstadt trauen darf, dann ist anstand keine frage der bildungsferne/nähe oder schicht/elitezugehörigkeit oder eine provinz vs. stadt -geschichte - anstand haben überwiegend die leisen randgruppen: die oldies (> 60) & die oldfashioned. . vermutlich wird anstand also demnächst zu einer historischen kategorie. . [während oralität & neotenie das land zu einem einzigen helmi (helmholtzplatz) ... - ich hoffe, daß ich mich irre.]

@ schusch 21.39h Re: Ihr...

@ schusch 21.39h Re: Ihr bescheidenes Leben. "Many a flower is born to blush unseen And waste its sweetness on the desert air" (genau - wie ich)

Zu Lyrik von Arno Schmidt:...

Zu Lyrik von Arno Schmidt: "...is was fuer den kurzen darm!"

Filou und Hanskarl: Das mit...

Filou und Hanskarl: Das mit den Klamotten und den Kaisern, damit kann ich mich schwer abfinden. Ich seh es, allein mir fehlt wohl die Demut auf der einen und das Selbstwertgefühl auf der anderen Seite. Nochmals Danke. Ich werde daran arbeiten; es muß gelingen. Immer an Filous Katze denken!

0 Köstlich 24.02.2010, 23:45 Uhr

@ Don 8:50: Danke für diesen...

@ Don 8:50: Danke für diesen Perspektivwechsel - plotzlich steht FJS "breit und fett im Raum" (geklaut) . Der evangelischen Dame zolle ich übrigens höchsten Respekt - eine anständige Entscheidung mit konsequenter Begründung! M.E. könnte sie jetzt auch weitermachen, ihr Auftritt ist glaubwürdig. Den Gegensatz bilden die ganzen Internatsleiter die den Mantel des Schweigens jahrzehntelang für sachgerechter hielten! . @ Dipsy: Ich stimme da mit Ihnen überein, es geht darum den öffentlichen Raum im weitesten Sinne zu erhalten und nicht darum die privaten Gehsteige zu fegen! Und wenn sie doch gefegt werden, dann gegen Gebühr, die wiederum öffentlich verwendet wird! Für manchen Hartzer aus meinem Bekanntenkreis wäre schon eine Anwesenheitspflicht (statt Arbeitspflicht) Grund genug sich aus ihrer Lethargie zu befreien. Manchmal braucht es einfach einen Anstoss! Es geht darum, den Abstand im Arbeitsleid und nicht den Lohnabstand zu wahren!

0 Hārūn ar-Raschīd 25.02.2010, 02:05 Uhr

Ebensowenig wie die im...

Ebensowenig wie die im hiesigen Blog oft strapazierte Elite weder vom Gastgeber noch den Kommentatoren jemals ausreichend definiert wurde, mangelt es der Diskussion hier an Einigkeit über die Definition des Anstandes. Während einige Kommentatoren Anstand durchaus als eine auf dem freien Willen und der Urteilskraft der sittlichen Person beruhende Wahl einer Haltung interpretieren, die auf Anerkennung und Aneignung des grundlegenden Wertes fußt, der am einfachsten durch den kantschen kategorischen Imperativ dekliniert ist, beschränken andere Anstand auf die Einhaltung äußerlicher Umgangsformen oder zur formalen Erfüllung von Höflichkeitsprinzipien. Letzteres ist indes kein Anstand, denn der darf niemals beliebig sein. Glaubt man den Prognosen auch seriöser Bevölkerungswissenschaftler, könnte noch in diesem Jahrhundert Deutschland dem Dār al-Harb zugerechnet werden. Die Einhaltung äußerlicher Umgangsformen wird dann durch die Sharia vorgegeben. Solches mag dann nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, aber ob das die dann vorherrschenden Mehrheitsinteressen noch tangiert, darf zumindest in Frage gestellt werden. Aber immerhin wäre dann (wieder) ein verbindlicher Rahmen da, der Anständigkeit (nicht Anstand!) kanonisiert und jede Unanständigkeit wird streng bestraft. Man hüte sich also davor, den für eine freie und menschliche Gesellschaft notwendigen und wüschenswerten Anstand mit "gutem Benehmen" gleichzusetzen! Der Anstand hat es verdient, dass dicke Bretter gebohrt werden. Ich glaube, Anstand ist eine Grundkonstante, die heute nicht seltener ist als in früheren Jahren. Vielleicht verstecken die Menschen lediglich ihren Anstand, weil er heute als uncool diffamiert wird. Das ist möglicherweise den saturierten Verhältnissen geschuldet, in denen wir leben. Wenn erst der kalte Wind der Depression lange genug über das Land fegt, ändert sich das vielleicht wieder.

0 auxtroisglobes 25.02.2010, 05:26 Uhr

@schusch: Das objektiv gute,...

@schusch: Das objektiv gute, die Existenz von Liebe, die Möglichkeit von Gerechtigkeit, manche nennen das Gott. Und manche versammeln sich in dessen Namen und dem Namen der aufgeklärten bürgerlichen Gesellschaft, wie sie sein sollte, ganz so wie sie schildern. Ob das was brachte oder bringt?

Die FAS vom 21.2 stellte die...

Die FAS vom 21.2 stellte die Frage "Sind wir dekadent?" / "Wo es abwärts geht" Gemäss der FAS geht's abwärts (nur) in Rom, Athen und Köln (warum ausgerechnet in Köln?). Bachab geht's auch in den USA und in GB, m.M.n. Und was die Schweiz betrifft, "The Last Days of Switzerland" kam schon 1999 in die Kinos in der Deutschschweiz :-)))

Harun-ar-Raschid, bitte was...

Harun-ar-Raschid, bitte was ist ein seriöser Bevölkerungswissenschaftler? Dem Publikum wird nur totalitäre Deutungshoheit präsentiert.

Lieber Don "Und...

Lieber Don
"Und dann tritt der ungebildete Herr Westerwelle auf und sagt, dass man ja Arbeitlose das Schneeschippen besorgen lassen könnte. Auf Staatskosten. Um jene asozialen Vertreter der Hausbesitzerzunft zu entlasten, die lieber anderer Leute gebrochene Knochen riskieren, als ihrer Pflicht nachzukommen."
Sehr schön. Und völlig unakzeptabel der Herr Westerwelle. Aus dem wird nie ein großer Herr. Der ist kein Gentleman. Da kann er Brioni anziehn so viel er will. Das ist und bleibt Kategorie "***** auf Sofa" - unterste Kiste halt.[Edit: Sorry, das musste ich mit ***** versehen. Don]

und nochwas Harun-ar-Raschid;...

und nochwas Harun-ar-Raschid; wenn Sie nach einer Erklärung für die gegenwärtige globale Finanzkrise suchen, dann sind Sie beim UNBevölkerungsfond und dem dahinterstehenden US-CensusBureau an der richtigen Adresse. Für diese "Machenschaften" interessiert man sich allgemein sowenig, weil sie für die Realwirtschaft nur von minderer Bedeutung sind. Da kommen nur Leute vor die es wirklich gibt.

0 Carolus Magnus 25.02.2010, 10:55 Uhr

@ Hārūn ar-Raschīd:...

@ Hārūn ar-Raschīd: "könnte noch in diesem Jahrhundert Deutschland dem Dār al-Harb zugerechnet werden." Meinten Sie vielleicht Dār al-Islām?

@minna (11:50); Wie meinen...?...

@minna (11:50); Wie meinen...?

@don - hihi - kein Problem ;-)...

@don - hihi - kein Problem ;-) streichen Sie's nur - es ändert eh nichts am Befund. Kein sorry vonnöten - zwischen den Anführungszeichen -es handelte sich um ein Zitat aus bajuwarisch-landwirtschaftlichen Breiten. So oder so: Jedenfalls ist G-Punkt nix feiner Herr. Und wird es nimmer nicht werden.

filou; haben Sie auch...

filou; haben Sie auch US-Lebensversicherungderivate der DB gekauft? Dann haben Sie den Preis für Ignoranz bezahlt. Alles was man dem UN-Klimarat vorwerfen kann, praktiziert der UN-Bevölkerungsfond seit 60 Jahren "erfolgreich".

Tja, ihr "Stützen der...

Tja, ihr "Stützen der Gesellschaft", ob der vielen Missstände in diesem Lande müsstet ihr doch längst politisch aktiv geworden sein. Alles andere würde doch soviel bringen, wie auf dem Marktplatz mit dem Aldikoffer zwischen den Beinen und einem Kaltgetränk in der Hand zu parlieren. Organisiert euch! Oder seid ihrs schon aber die 5 %-Hürde zwickt? Oder schon demotiviert und resigniert? Oder eher an Herrn Grünbein interessiert?

... und filou etwas kleiner:...

... und filou etwas kleiner: Wie sähen wohl die Geburtenzahlen hierzulande aus, wenn die "Deutungsmacht" allein bei den Stadtkämmeren gelegen hätte, und sie die Zahl der Kindergeldbezieher nicht hätten fürchten müssen und welcher "Altersbubble" wenn da nicht der Abgleich mit den Rentenbezügen +65 wäre. In der offiziellen Bev.-Statistik ist da zumindest für den männlichen Teil Bewohnerzahl und Rentenbezieher identisch. Bei dem weiblichen Teil wird ein ein Überschuß von ca. 1,5 Mio ausgewiesen, die dann statistisch in den 50/60er des letzten Jahrh. ca. 3.75 Mio. Kinder geboren haben. Danke für die Geduld bis hierhin.

@minna: Nur kurz, da ich...

@minna: Nur kurz, da ich zwischendurch auch arbeiten muss/ will/ kann: Derivate sind an meiner Dummheit gescheitert. Ich tue nichts, wovon ich keine Ahnung habe (ausser in diesem Blog, haha). Ich investiere in meine (!) Produktionsmittel. Sehr uebersichtlich-und alles unter meiner Regie. . zu 13:13 Uhr: Da ist mein Verstaendnis voellig ueberfordert. Ich lebe nicht in Deutschland, verstehe darum von der Sache nichts. Wenn Sie Lust haben, machen Sie mich bitte schlauer. Sie haben dazu alle Zeit. . Ueber verschiedene Institutionen der UN habe ich mittlerweile eine sehr ungute Meinung, schon allein deswegen, weil viel Gremien von Abgesandten sog. failed States besetzt sind. Aber das waere ein anderes Thema. Gleichwohl bin ich auch da wieder nicht sonderlich kompetent. A bientot.

Vermutlich bezieht sich...

Vermutlich bezieht sich Harun-ar-Rachid mehr auf einen Problemkreis, der im Folgenden in etwa umschrieben ist: http://www.vol.at/news/vorarlberg/artikel/offiziell-keine-austritte-aus-dem-islam/cn/news-20100220-11161154

HoHoHo 12:32 Organisiert euch!...

HoHoHo 12:32 Organisiert euch! Das könnte Ihnen so passen. Ich will nicht von den herumfliegenden Trümmern getroffen werden, sollte das Kartenhaus einstürzen.

0 donalphonso 25.02.2010, 13:41 Uhr

Wenn einmal die Weltrevolutio...

Wenn einmal die Weltrevolutio doch kommen sollte, würde ich gern mehr als nur einen Abstand zweier Strassenlaternen von den Betriebsunfällen meiner Klasse entfernt sein.

filou: Meine" Kompetenz" ist...

filou: Meine" Kompetenz" ist die eines interssierten Laien, gespeist durch praktische Erfahrung "wie glätte ich eine Statistik" und das diese seriöse Wissenschaft ein Spielball politischer- und eben Lobbyinteressen ist.

0 donalphonso 25.02.2010, 14:02 Uhr

malena, ich kann nichts...

malena, ich kann nichts durchgehen lassen, was auch nur juristische Folgen haben könnte. So ist das nun mal.

0 donalphonso 25.02.2010, 14:03 Uhr

fionn, ich sehe in GB immer...

fionn, ich sehe in GB immer noch die grössten Risiken, denn die sind allein mit ihren Prolemen, und um Notfall spaltet man halt den Euro auf - auch kein Drama.

0 HansMeier555 25.02.2010, 14:11 Uhr

Komisch, dass man so viel...

Komisch, dass man so viel über die Begriffe "Anstand", "Respekt" und "Westviertel" diskutieren kann, ohne daß der Begriff "Autorität" dabei fällt. Autoritäre Verhältnisse, autoritäre Erziehung, autoritäre Charaktere -- sehnt sich niemand nach diesen zurück? In einem Zeitalter, wo die Autoritäten ein Fräulein Hegemann hochjubeln?

An Harun-ar-Raschid es tut mir...

An Harun-ar-Raschid es tut mir leid, aber jeder der in seiner Argumentation in der Sache auf achso sichere demografische Entwicklungen nicht verzichten kann, steht bei unter Manipulationsverdacht.

HansMeier, wie - der Biller...

HansMeier, wie - der Biller und der Grünbein sind Autoritäten? Mist, der Zug ist mal wieder ohne mich abgefahren...

minna 15:39, mir geht es...

minna 15:39, mir geht es ebenso, denn: Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, verdammte Lügen und Statistiken. (Leonard Henry Courtney) und Wenn jemand so phantasielos ist, eine Lüge mit Beweismaterial zu stützen, kann er ebenso gut gleich die Wahrheit sagen. (Oskar Wilde)

0 Foersterliesel 25.02.2010, 15:43 Uhr

verehrter Don Alphonso, wieder...

verehrter Don Alphonso, wieder ein sehr schöner Beitrag, danke! Weil ich zu viele cookies gelöscht habe, kann ich meinen Tipp nicht "drüben" geben: also gegen Motten (aber auch gegen Hunde-und Katzenflöhe) hilft das Besprühen von Polstermöbeln, Teppichen (und der Tiere selbst) mit einer Mischung aus 9:1 Teilen Wasser und Kokosöl. Im net sollten sich auch Tipps zu Emulgatoren finden, ich kaufe die Mischung fertig in der Tierhandlung. Geruchlos, harmlos, ungiftig, verklebt Teppiche nicht und verhindert auch das Schlüpfen der nächsten Generation.

0 HansMeier555 25.02.2010, 15:50 Uhr

Lieber muscat, ja, das sind...

Lieber muscat, ja, das sind sie. Und auch Elite. Vielleicht haben sie diesen Status zu Unrecht erlangt, aber das ist eine andere Frage. Autoritaet ist immer etwas aeusseres, systemgestuetztes.

Don es kommt schon keine...

Don es kommt schon keine Weltrevolution aber wenn der Kirche schon die Flügel ein bißchen gestutzt werden dann gilt das erst recht für den Islam und wenn Sie ein Problem mit mir haben dann ziehe ich denen den Teppich unter den Fü- ßen weg und schon liegen sie auf dem ... Scharia soll dort bleiben wo sie hergekommen ist und wenn sie Auffrischung brauchen sollen sie sich an mich wenden ich bin durchgecheckt von Neurologen und Theologen (Rabbinern) und in Medizin lasse ich mir nur ungern dreinreden (Islam soll mal in seine Länder und die Menschen dort investieren anstatt sich in Europa einzukaufen)

Das Faltboot ist hier noch gar...

Das Faltboot ist hier noch gar nicht angemessen gewürdigt worden. Ich jedenfalls bin enthusiasmiert über diese adäquate Alternative zum Trekkerreifenschlauch. . @HansMeier555 Autoritäten dikreditieren sich leicht und schnell, wenn sie keine Respektpersonen sind. Stimmt doch, oder?

. ego, sagen Sie das mal der...

. ego, sagen Sie das mal der DB ;-)

Autoritäten oder einfach nur...

Autoritäten oder einfach nur Autorendiesotäten?

0 HansMeier555 25.02.2010, 17:23 Uhr

@muscat, das wäre...

@muscat, das wäre wünschenswert, ist aber nicht unbedingt so. "Respekt" -- das ist ja nicht umsonst der Schlüsselbegriff von Bushido, der Mafia oder den Hells Angels.

0 HansMeier555 25.02.2010, 17:50 Uhr

Autorität hat, wer das Revier...

Autorität hat, wer das Revier kontrolliert.

"...der kalte Wind der...

"...der kalte Wind der Depression..." bringt garnichts hervor außer kalten Wind der Depression. Dieses Deutschland ist einfach obzön. Bäh.

0 Teutobrecht 25.02.2010, 20:27 Uhr

@HansMeier555, Ihre Worte:...

@HansMeier555, Ihre Worte: "Komisch, dass man so viel über die Begriffe "Anstand", "Respekt" und "Westviertel" diskutieren kann, ohne daß der Begriff "Autorität" dabei fällt." Wenn "Anstand" und "Respekt" stark "personalistisch" gefaerbte Eigenschaften sind, Eigenschaften, die mit Biographien und face to face-Beziehungen unausloeslich verwoben sind, geben Sie die Antwort moeglicherweise selber, wenn Sie ausfuehren: "Autoritaet ist immer etwas aeusseres, systemgestuetztes." Natuerlich soll heutzutage jeder Staatsbuerger anstaendig und sich auch fuer diffuse Respektsbezeugungen nicht zu schade sein: Das erleichtert das Regieren ungemein, vermindert die Kontrollkosten und ist gut fuers Steueraufkommen. Die Herrschaftslegitimation begnuegt sich derweil auf die prozedurale Seite: Herrschaft kraft Legalitaet bei Weber oder Legitimation durch Verfahren bei Luhmann. Dem "anstaendigen", "Respekt" gebietenden Politiker bleibt immerhin das Bundespraesidentenamt. MfG G.S.

0 Deutscher Winter 25.02.2010, 21:30 Uhr

Ich wundere mich oft, wie...

Ich wundere mich oft, wie anständig viele Leute noch sind.

...

"Zitat: auxtroisglobes @schusch: Das objektiv gute, die Existenz von Liebe, die Möglichkeit von Gerechtigkeit, manche nennen das Gott. Und manche versammeln sich in dessen Namen und dem Namen der aufgeklärten bürgerlichen Gesellschaft, wie sie sein sollte, ganz so wie sie schildern. Ob das was brachte oder bringt?" Keine Ahnung, was Sie jetzt genau damit meinen, ich für mich selbst finde es einfach okay, okay zu sein. Und ich habe gerade einen schönen Abend und den wünsche ich Ihnen auch! (Und es ist gerade ein schöner Abend, zumindest hier nel Francoforte sul Meno nella primavera) Beste Grüße!

0 donalphonso 26.02.2010, 10:26 Uhr

Josef, da muss ich Ihnen...

Josef, da muss ich Ihnen leider Recht geben. Not, ob finanziell oder geistig, macht Menschen nie besser.

0 Grenzgänger 27.02.2010, 17:59 Uhr

Guten Abend Herr von und zu...

Guten Abend Herr von und zu Tegernsee Da mir hier in diesem Beitrag Ihr Text, Ihre Sprache sehr gefällt, möchte ich Ihnen einfach nur mal ein Lob aussprechen. Und das Sie backen (wenn es denn wirklich wahr ist) wie einen Blogbeitrag weiter, erfreut einen wie mich zusätzlich, angesichts des Bildes, welches Sie dann veröffentlichen. Irgendwie hat es etwas von Gastfreundlichkeit.

0 colorcraze 02.03.2010, 14:37 Uhr

Jaaa, das Faltboot, das ist...

Jaaa, das Faltboot, das ist doch eine prima Sache. Damit kommt man hübsch an entlegene Seestellen, die nicht überlaufen sind. Ich hab mich letzten Sommer schier scheckig gelacht, als mein Bruder das alte 70er-Jahre-Plastikschlauchboot aufpumpte, damit wir zum Boot an der Boje fahren konnten. Mit dem waren wir als Kinder auf dem See herumgegondelt, und das gab es immer noch. Das Faltboot meines unbekannten Onkels kenne ich nur aus den Erzählungen meines Vaters, aber es hat nachhaltig gewirkt, insofern als daß Bootfahren in der Familie eine recht beliebte Wochenendbeschäftigung wurde. - Schade daß es mit dem Wassertaxi in Berlin nichts geworden ist. Mit dem Boot von Charlottenburg nach Mitte ins Café zu fahren oder auch mal nach Potsdam raus wär nett gewesen.

Tja, der Witz geht doch...

Tja, der Witz geht doch so: Wenn ihr mi ins Auto trragts, fia i eich olle ham! Hier in Wien, zumindest. Zum Üdüllenweltentwurf wäre ansonsten nichts hinzuzufügen. Stuff

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.