Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das Versagen des heiligen Feuilletons deutscher Nation vor dem Westviertel

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Journalismus gehört ohnehin in besseren Kreisen nicht zu den Traumberufen für den Nachwuchs. Wenn aber dieser Berufsstand mal wieder versagt, ist es für die Familien solcher Problemfälle doppelt schwer, damit vor anderen Eltern zu bestehen, deren Kinder etwas Anständiges - reiche Geschiedene, Schönheitschirurg, Anwalt, Banker, vielleicht sogar Maurer - gelernt haben. Gerade ist es mal wieder so weit, weniger wegen der Plagiatorentätogkeit von Frau Hegemann, als vielmehr wegen des wirklich peinlichen Betragens derer, die den Fall schön reden, um weiterhin als unfehlbar zu gelten.

Saubreit und fett stand die Fläche im Raum.
Airen, Moment

Meine Eltern und ich leben in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Es dauert immer etwas, bis die grossen Nachrichten und Debatten zu ihnen dringen, die bei mir sofort auf den Bildschirm drängen. Dafür wüsste ich sehr wenig vom Tratsch meiner kleinen, dummen Heimatstadt an der Donau, wenn ich meine Eltern nicht hätte; Steuerhinterziehungen, detailgenau Beschreibungen der Kriege zwischen Schwiegermüttern und -töchtern, neueste Liebschaften unwürdiger Natur, ein versagender Modearzt und die neuesten Küchentrends, das alles findet in rasend schneller Zeit im Westviertel Verbreitung. Im mittlerweile notorischen Fall der Plagiatorin Hegemann hatte ich einen beträchtlichen Vorsprung: Ich schlichtete gerade im Schneetreiben ein paar neue Festmeter Buchenholz, nach denen die Katzen ob des kalten Winters maunzten, denn nur die Holzofenwärme behagt ihnen – als meine Mutter vor die Türe trat und mich fragte, ob ich schon mal etwas von einer Hegemann aus Berlin gehört hätte.

Ja, sagte ich.
Und ob ich wüsste, was für ein Zeug die schreibt, und dass sie es auch noch klaut.
Ja, sagte ich, ich habe sogar dazu schon etwas geschrieben.
Darüber schreibst Du, fragte sie mit leichtem Entsetzen.
Ich finde das auch schlimm, also habe ich mich davon distanziert, betonte ich.
Aha, sagte meine Mutter. Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn sich die FAZ für so etwas hergibt. Das ist ja grässlich.
Ich biss mir auf die Lippen und murmelte etwas von der Notwendigkeit, sich auch mit so etwas auseinander zu setzen. Ich sagte nicht, dass das heilige Feuilleton deutscher Nation versagt hatte: Nicht nur so ein wenig versagt, oder etwas falsch lag. Es hat systemisch versagt.

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Ich könnte meiner Mutter vielleicht noch das Prinzip des Hypes um das Buch erklären. Jahrelang mühte sich das heilige Feuilleton deutscher Nation ab, aus den Schreibschulen des Landes vom Open Mic über das Literaturinstitut in Leipzig bis in die Klagenfurter Abgründe neue junge, weibliche Literaturhoffnungen zu entdecken, die sog. Germanistinnenliteratur schrieben. Geschichten von und über junge Frauen mit Modeproblemen vom Ekzem über die Kotzbrechsucht und Magersucht bis zu anderen Auslösern für wortkarge, aber angeblich tief gründende Innerlichkeit. Das heilige Feuilleton deutscher Nation jubelte, die Prinzesschen wurden bepreist, durften Stipendien geniessen und wurden nach zwei Jahren spätestens durch neue Prinzessinnen mit neuen Figuren und neuen Krankheiten ersetzt, deren Bücher auch niemand lesen wollte. Dann verfasste eine schreibunfähige Musik-TV-Moderatorin ebenfalls einen Roman über so eine Figur mit Ekel vor sich selbst, nur eben nicht mehr tiefgründig, sondern obszön, und verkaufte das weitgehend am heiligen Feuilleton deutscher Nation vorbei in riesigen Mengen. So also, begriff das heilige Feuilleton deutscher Nation, geht das mit Prinzessinnen, die nicht verramscht werden.

Und stürzte sich begierig auf Helene Hegemann, die in allem noch etwas schärfer zu sein schien. Noch jünger. Noch authentischer. Noch krasser, Noch härtere Geschichte. Noch kaputterer Charakter der Hauptfigur. Noch mehr Ekel und Hass und Verzweiflung. Gut, sie kam zwar nicht aus Leipzig und auch nicht aus Klagenfurt, aber dennoch aus dem gleichen Betrieb wie man selbst, man wusste, wer der Vater ist, den Wunderkindstatus hatte sie schon von anderen, durch den Betrieb geförderten Projekten, und was sie so sagte, klang auf die Art klug, die das heilige Feuilleton deutscher Nation so schätzt: Jung und doch altklug, und stand im Buch nicht auch das eine oder andere über Philosophen, von denen das heilige Feuilleton deutscher Nation auch schon was gehört hat? Hatte sie nicht den perfekten Betriebsstallgeruch? Und stammte das Werk nicht von den bekanntesten deutsch-berliner Literaturagenten Eggers und Landwehr, wo jeder einen kennt, der auch dort ist? War nicht die Lektorin eine Berühmtheit unter den Lektoren? Und gab sich nicht der Verlag auch alle Mühe? Was auch immer den Ausschlag gab, der Apfel war so verlocknd, dass das heilige Feuilleton deutscher Nation zugriff und schluckte.

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Und den Apfel nicht mehr aus der Speiseröhre bekommt, nachdem ein paar Leute aus dem Internet, nicht aber all die klugen Vertreter des heiligen Feuilleton deutscher Nation gemerkt hatten, dass mit dem Buch und der Autorin etwas faul ist. Hätte das heilige Feuilleton deutscher Nation nicht unisono geschrien, dass dies der beste Apfel aller Zeiten ist, würde es ihn vielleicht ausspucken – aber wer sollte dann noch glauben, dass das heilige Feuilleton deutscher Nation unfehlbar wäre? Und nun sitzt also das heilige Feuilleton deutscher Nation da, glotzt alle mit Kuhaugen an, die es ob der Fehlleistung auch anstarren, würgt am Apfel und überlegt, wie es da wieder rauskommt, ohne das Ding auf den Tisch zu kotzen und damit einzugestehen, dass es auch nur ein paar nicht unbescheiden auftretende, aber nicht allzu kompetente Leute ist, die in einem Betrieb zusammenkleben und dadurch höchst anfällig für die Tricks von Verlagen sind. Verlage, die das heilige Feuilleton deutscher Nation so gut berechnen können, dass sie Frau Hegemann für ihr plagiiertes Machwerk einen, wie Gerüchte besagen, nicht niedrigen sechsstelligen Vorschuss zahlen und fest damit rechnen, dass das heilige Feuilleton deutscher Nation den Rest besorgt.

Soweit, so erklärbar. In den deutschen Westvierteln sitzen weder Unmenschen noch Idioten, und gerade diese Zielgruppe des heiligen Feuilletons deutscher Nation sieht es sicher gerne, wenn sich die medialen Dienstboten ordentlich benehmen und einsichtig sind. Es wäre eigentlich gar nicht so schwer, das Problem aus der Welt zu schaffen: Man müsste aufklären, warum es passierte und sich für Fehler entschuldigen. Die Aufklärung könnte sogar eine sehr reizvolle Aufgabe sein, sind die Fragen doch so offensichtlich, dass man sie einfach aus den Leserkommentaren deutscher Feuilletonbeiträge ziehen könnte. Da kommen sehr schlaue Frage, wie: Warum haben die enorm gut bezahlten und frühzeitig involvierten Agenten nichts bemerkt? Warum hat das Lektorat nicht genauer geprüft? Nachdem der Vater das Buch, aus dem abgeschrieben wurde, für seine Tochter bestellte – kann es nicht sein, dass er noch grösseren Anteil an der Entstehung des Buches hat? Wer von den Rezensenten kannte schon vorher den Vater und/oder die Tochter? Wer wollte unbedingt der Entdecker eines neuen Stars sein, welche Eitelkeiten des Betriebs spielten eine Rolle, alles Fragen, die man stellen könnte, allesamt im Herzen des Kulturbetriebs, dessen Sachwalter das heilige Feuilleton deutscher Nation zu sein in Anspruch nimmt.

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Die Fragen wurden und werden, von ein paar Ausnahmen abgesehen, innerhalb des Betriebs so gut wie nicht gestellt, und wenn in der Frankfurter Rundschau eine Kritik daran steht, erscheint sie unter Pseudonym. Niemand nimmt die Beteiligten ins Gebet, und auf das grosse Sittengemälde, das die Mechanismen des Hypes erklärt, wartet man vergeblich. Statt dessen hat das heilige Feuilleton deutscher Nation einen anderen Beschluss gefasst: Es kann sich die Blamage nicht leisten, es kann sich die Diskreditierung des gesamten Stranges von der Autorin bis zu sich selbst nicht leisten, und das, obwohl der Verlag inzwischen am Ende des Buches Zeilen eingestehen muss, dass der Roman „weitere Zitate“ beinhalten kann und eventuelle Rechteinhaber bittet, sich zu melden. Eine verlegerische Bankrotterklärung, aber das heilige Feuilleton deutscher Nation hat sich inzwischen auf Verlagslinie bringen lassen und spricht, nein sprücht höchgüstüg von Intertextualität und dem Recht auf Remix.

Die Blogger und Internetnutzer sind je nach Argumentationsschema mal die Generation, die diese Kultur geprägt haben, oder mal die fiesen Hasser, die Volker Weidermann von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beschrieb – und darauf hinzuweisen vergass, dass er selbst in der Jury des Leipziger Literaturpreises sitzt, der die Bedenken wegen des Plagiats beiseite schob und das Buch auf die Short List setzte. Vergessen hat seinen Verwicklung auch Hegemann-Unterstützer Daniel Haas von Spiegel Online, dessen eigenes Buch ebenfalls bei Ullstein erscheint. Ein tolles Buch, liest man immer noch, ein wichtiges Buch, eine Stimme der Jugend, eine talentierte Autorin, lernt das endlich, Ihr blöden Leser und seid gefälligst still, wenn das heilige Feuilleton deutscher Nation das verkündet, was stimmt, selbst wenn es zum Himmel stinkt, und wenn Ihr tausend Kommentare unter die Beiträge schreibt: Es interessiert keinen. Es geht nicht um diese Frau, die ist fertig und durch, wird vielleicht noch bepreist und dann nicht mal mehr mit der Kneifzange angefasst, sobald sie vergessen ist – es geht allein um das unfehlbare heilige Feuilleton deutscher Nation, das Recht hatte und Recht haben wird. Wenn das Buch trotzdem toll ist, spricht nichts gegen die Unfehlbarkeit, und alle peinlichen Fragen über die Verfilzung des Betriebs sind nicht mehr nötig. Und nach der Buchpräsentation setzen sie sich hin und schreiben den nächsten Text über die ungehobelten Idioten im Internet.

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Nun schlichtete ich mein Holz im Westviertel und nicht an der Aussenwand des Springerhochhauses, und deshalb wäre es mir gegeben gewesen, danach beim traditionellen, hausgemachten Apfelstrudel einen schicklichen Vergleich zu bringen: Ich könnte meiner Mutter sagen, dass sich das heilige Feuilleton deutscher Nation bei der Lösung des Dilemmas an Gratians Concordia Discordantium Canonum orientiert – um 1140 hatte der Mönch Gratian versucht, Ordung in die bisweilen höchst widersprüchlichen päpstlichen Dekrete zu bringen und damit über dem Chaos des alten Kirchenrechts und inzwischen fragwürdiger Einlassungen der Päpste einen Mantel des Vergessens zu legen. Natürlich widersprechen sich die Dekrete immer noch, wie der Anspruch des heiligen Feuilletons deutscher Nation und seine tatsächliche, peinliche Erscheinung, aber immerhin, es ist Gratian, und der hat im Kirchenrecht bis heute gehalten. Man muss sich also nicht aufregen, es ändert sich nie etwas, und das heilige Feuilleton deutscher Nation hat sowieso immer Recht.

Denkt es. Mich allerdings erinnern all diese Leute nicht an Gratian. Eher an eine Bande besoffener Halbstarker, die eine zugedröhnte 17-jährige an das Steuer von Papas Auto gelassen haben, und die bei der Raserei, dem Gebrüll und Gejohle den Wagen der Rezipienten traf und verbeulte. Und nun quillt das erst schockierte, dann aber zumehmend von sich selbst berauschte Jungvolk von den Rücksitzen und schreit die verdutzten Rezipienten an, was sie eigentlich auf ihrer Strasse verloren haben, warum sie im Weg waren, warum sie nicht erkennen, dass alles in Ordnung war und warum sie es überhaupt wagen, hier einen Unfallschaden zu sehen, es ist doch alles prima und die Intertextualitätsbeule im Wagen muss so sein, und überhaupt seien sie schuld und hätten die Fahrerin irritiert, das arme Hascherl. Auf Einsicht und Entschuldigung wartet man vergeblich, es wird gebrüllt, zeilengekotzt und podcastgeschrien, damit diese Idioten endlich verschwinden und die Party in Papas Auto weitergehen kann, und der Verursacherin Freundin Radisch schreit auch noch die Nachdenklich an, das sei alles die Frauenfeindlichkeit alter Männer. Und jetzt sollen die Frager endlich verschwinden und das Maul halten.

Mir ist vollkommen unklar, mit welchem Recht diese Leute eigentlich glauben, sich bei meinen Eltern als Dienstleister für den Kulturbetrieb bewerben zu können. Ich weiss nur, dass mir dieses heilige Feuilleton deutscher Nation – in einem guten, alten Westviertelverständnis – entsetzlich peinlich ist.

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308 Lesermeinungen

  1. Das Fäuleton folgert nun ganz...
    Das Fäuleton folgert nun ganz messerscharf, daß nicht sein kann, was nicht sein darf!

  2. Ich finde das alles durchaus...
    Ich finde das alles durchaus befremdlich: beim ersten Anzeichen von „Diskoliteratur“ muß doch ein erwachsener Mensch ganz schnell ins Gähnen ausbrechen. Egal ob geklaut oder selbst geschrieben. Sujet und Horizont gehen ja einher, das steht für mich felsenfest.
    Ist aber Maxim Biller nicht selber der ewig nach Provokation suchende Halbstarke, dessen Themen genauso unendlich langweilen? Ich habe ihn immer als Teil des Problems „Gegenwartsliteratur“ gesehen, nie als Teil der Lösung.
    Natürlich ist dies aber, und da hat der Don gut gebrüllt, ein unglaublicher Skandal für das Feuilleton. Ich muß zugeben, für mich ist da eine kleine Welt, die so wohl nie existiert hat, zusammengebrochen. Erst Verwunderung über das Lob an sich, dann Befremden über die Umstände des Lobs usw.
    Müssen jetzt Zivilisten im Netz die Literaturbesprechungen übernehmen? Man fühlt sich fast genötigt. Diskoliteratur, daß ich über sowas überhaupt nachdenken muß ärgert mich schon. Selbst Don Alphonso wird peinlich/belanglos, wenn er über seine Studienzeitdiskolangeweile schreibt…
    Abgesang aufs Feuilleton:
    Danke, Du Qualitätsfilter der bezahlten Qualitätsjournalisten, der mir die Beschäftigung mit unnützem Müll und Dreck aus dem Internet ünnötig machst und der unbewältigbarer Informationsflut unserer Zeit erleichterst!
    Also danke für nichts.

  3. Eine deutliche Sprache und...
    Eine deutliche Sprache und diesmal wenig Tippfehler. Was will man mehr? Danke für beides, so früh am Morgen.

  4. Das Westviertel sagt DANKE...
    Das Westviertel sagt DANKE !!!!

  5. Super Beitrag Don!

    Gruß an...
    Super Beitrag Don!
    Gruß an Bernd S. der ihn hier später auch liest.

  6. SEHR SEHR gut. Der Text von VW...
    SEHR SEHR gut. Der Text von VW in der FAS erinnert mich in der elegenten, verbindlichen und pastoralen (Neuanfang) „Unverfrorenheit“ an „Kampftexte“ der FAZ aus den Achtigern oder an Abschaltungen durch den BR auch aus den Achtzigern, als uns bestimmte Sendungen nicht gezeigt werden durften, alles nur zu unserem Wohle. Wenn Sie Exegese z.B. der Paulusbriefe studieren, finden Sie die gleichen Vorgänge. Falsche Autoren müssen mit aller Macht verborgen bleiben. Auch hier wieder: Norbert Brox (Hrsg.): Pseudepigraphie in der heidnischen und jüdisch-christlichen Antike. Wege der Forschung 484. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977 (prägende Texte der Forschungsgeschichte, z.T. in Auszügen).
    Auch interessant ist, warum VW das macht? Will man die Literatur lahmlegen als Korrektur / Kommentar der gesellschaftlichen Ereignisse indem man allen solche Bücher wie diese Feuchtgebiete etc. ind die Hand drückt?

  7. @DA: Ihr Kachelofen (3. v.o.)...
    @DA: Ihr Kachelofen (3. v.o.) hat auf der rechten Seite einen Riss im Schamott?

  8. Danke....
    Danke.

  9. es sei eingestanden, weder...
    es sei eingestanden, weder interessieren mich die buecher von airen und hegemann noch die berghainschen lebens- und fi(c)ktionswelten. dafuer ist mir – ehrlich geschrieben – meine zeit zu schade und mein geist zu fein. deshalb will ich mich ueber qualitaet auch gar nicht aeussern. die plagiatsgeschichte ist eine ernstere sache. rechtlich scheint die ja vom tisch zu sein, literarisch wird die diskussion eher halbherzig gefuehrt. ich faende es klueger, die argumente gegen die versammelte literaturkritik auf dieser ebene in stellung zu bringen als lautstark eine etwas angestaubte blogger vs. establishment front aufzubauen. als ich vom grossen coming-of-age-roman der nullerjahre las, musste ich erst einmal herzhaft lachen als ich bislang dachte, dass es sich bei technoprosa und volksbuehnenaesthetik doch eher um auslaufmodelle der neunziger jahre handelt. vielleicht bin ich auch nur um zehn jahre aelter und weiser geworden und obendrein nicht als entlohnter scout zwischen volksbuehne und queer parties auf der suche nach den maerkten der vermeintlich ewigen jugend. am interessantesten scheint mir hingegen das phaenomen der geradezu seriellen produktion von literarischen sensationen innerhalb kuenstlich aufgebauter genres (oder soll man maerkte sagen?) durch eine kulturindustrie, deren vaeter und muetter, wechselseitig miteinander durchdrungen und auf gedeih und verderb voneinander abhaengig sind. hier gibt es viele spieler, denen fragen zu stellen sind, weil sie selbst sich diese fragen nicht stellen wollen. dazu gehoert auch der idiotische leser, der diesen unfug durch kauf subventioniert, weil er an einer kultur teilhaben moechte, die sich in weiten teilen jedoch selbst reproduziert und perpetuiert. denn nicht vergessen, es geht ja nicht nur um literarische qualitaet und deutungsmacht, sondern auch um einiges an irdischen guetern.
    den m.e. lesenswertesten artikel zum thema hat am 10. februar in eben dieser zeitung juergen kaube veroeffentlicht. aber der sitzt ja auch nicht im hitzigen feuilleton, sondern im ressort wissenschaft, wo die koepfe kuehler und die argumente gewoehnlich mit weniger heisser nadel gestrickt sind.
    den dienstleister zum schluss haetten sie sich fuer meinen geschmack aber sparen koennen.

  10. Das sind immer noch die...
    Das sind immer noch die Spätfolgen einer Katastrophe namens „Postmoderne“.
    .

  11. Um das F. in Schutz zu nehmen:...
    Um das F. in Schutz zu nehmen: Die anderen Ressorts sind weiß Gott nicht besser. Mir fallen spontan ein:
    1. Wirtschaft
    2. Internationale Politik.
    .
    Unvergessen ist der Spätsommer 2008, als sämtliche deutschen Qualitätsmedien mehrere Wochen lang wider besseres Wissen mit billigsten Tricks versucht haben, Georgien als Opfer einer russischen Agression hinzustellen.
    .
    Und wer von Springer redet, darf auch von Holtzbrinck nicht schweigen.

  12. ist natuerlich kappes, don. -...
    ist natuerlich kappes, don. – ich kenne zb nicht einen (zeitgenoessische)kunstafinen menschen, in dessen augen hegemann oder ihr werk durch die ganze diskussion um plagiat hin oder her auch nur im geringsten schaden genommen haette. nicht einen.
    wer sich fuer zeitgenoessische kunst interessiert, interessiert sich nicht fuer solches bedenkengewaesch. der interessiert sich auch nicht fuer copy-paste-kulturerklaerungen oder irgendwelchen jubel oder jammer im umfeld. den interessiert einfach, ob das buch gut ist oder nicht. ganz einfach. gut oder nicht. – der weg zum ziel, das zeigt einem die zeitgenoessische kunst seit jahrzehnten ist dabei vollkommen sekundaer – vielmehr noch: alles an formal- und moralgrenzen ruettelnde hat reiz und generallegitimation.
    so. so ist das in der kunst. und jetzt packt euer genoele in die jammertasche, ihr grauenvollen spiesser und geniesst den tag!

  13. BRAVO!
    Gut, dass Sie sich...

    BRAVO!
    Gut, dass Sie sich für diesen Tritt in die Magengrube noch etwas Zeit gelassen haben. Ein krönender Abschluss, nachdem Frau Diener ja schon so schön vorgelegt hatte. Dass diese Zeilen auf FAZ.net erscheinen, spricht wiederum für das Blatt. Vielleicht sind Hopfen und Malz doch noch nicht verloren.

  14. lieber Don Alphonso, zunächst...
    lieber Don Alphonso, zunächst ein Lob Ihren schönen, sinnlichen Bildern, die den labsamen Weg des Holzes vom gespalteten Riesenstamm bis zur Heizquelle des Backofens und seines Produkts (ist das ein Strudel?) nachzeichen. Da sei das Feuilleton deutscher Nation wirklich vor. Besonders Frau Radisch, bis bis kurz vor der Verleihung des Literaturnobelpreises das neue Buch von Hertha Müller in der Orkus schickte und plötzlich zu loben begann, versaut hier in der Schweiz auch seit Jahres eine Fernsehliteratursendung. Abstossend dieser feminine Opportunismus. Und mit unflätiger Arroganz kommt diese „Dame“ noch mit dem Allgemeinplatz des altmännlichen Rassismus. Aber bitte, Sie wissen, dass ihr Arbeitgeber diesen Schwachsinn teilt, wobei ich Ihren Zorn, lieber Don Alphonso, mehr als verstehe. Aber vielleicht sollte sich die sensible Seele nicht nur am Feuilleton deutscher Nation, sondern auch am deutschsprachigen Feuilleton Schweizer Nation orientieren. Sowohl zum epochalen Buch von Hertha Müller wie die Jungfrauenliteratur der weiblichen Wesen Roche und Hegemann erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung präzise Wertungen, die sich nicht hinter kommerziellem historisch-materialistischem Schleim verstecken.

  15. Uff, jetzt ist es endlich mal...
    Uff, jetzt ist es endlich mal raus und auch bei der FAZ zu finden. Das tat gut. Danke!

  16. Ich meine, dass die meisten...
    Ich meine, dass die meisten Leser das Literaturtheater des Feuilletons deutscher Nation durchschauen und ganz bewußt mitspielen. Persönlich glaube ich sogar, dass das auch Ihre Mutter tut – so wie meine es getan hätte, wenn sie noch leben würde. Die alten Damen spielen die Rolle, die man von Ihnen erwartet. Meiner Mutter hat es immer sehr gut getan, wenn sie sich im Rahmen des Literaturtheaters mal wieder so richtig aufregen durfte. Ohne diese Komödien wäre das Leben um einiges langweiliger. Vielleicht nehmen Sie als aktives Mitglied des Schirrmacher Clubs das Feuilletons deutscher Nation einfach zu Ernst. Für uns Leser ist es in erster Linie angewandtes Theater bester Qualität.

  17. Vielen Dank!...
    Vielen Dank!

  18. Was macht eigentlich Thor...
    Was macht eigentlich Thor Kunkel?

  19. "...auf einer Glatze Locken...
    „…auf einer Glatze Locken drehen…“ fällt mir dazu ein. Bei Harald Schmitt war die Kleene ganz lieb. Und Schmitt erklärte diesem armen Mädel mit frustrierten Semikünstlervater mal die Welt. Das ist entschieden kein Strudel auf dem Bild.

  20. Dafür meinen Dank, geehrter...
    Dafür meinen Dank, geehrter Don Alphonso.
    .
    .
    Eben mal in den Kölner Stadtanzeiger geschaut, Sie wissen schon.
    Wäre es denkbar, dass die ganze Republik auf dem Prinzip des dortigen U-Bahn-Baus beruht?
    Organisiertes Unterschlagen, Betrügen, Belügen, Abgreifen bei gleichzeitiger Verantwortungslosigkeit? Dazu zur Beruhigung der Massen eine Selbstbeweihräucherung in umfassendem Ausmass.

  21. Kunstrat Fraischdörfer, oh,...
    Kunstrat Fraischdörfer, oh, gern geschehen. In meinen Augen ist der Fall Hegemann das Atommülllager Asse der deutschen Kulturblattfüllung.
    .
    Josef, dass es ein Strudel ist, ist die letzte Gewissheit auf Erden.

  22. Der Tiger, nein, genau das ist...
    Der Tiger, nein, genau das ist nicht der Fall. Im Gegenteil, die Nachbarn scheinen durchaus etwas zu tuscheln und fragen sich, was ich eigentlich von „sowas“ denke. Das Urteil des Westviertels ist enorm hart. Und mit den Hypes hat es doch früher auch nicht richtig funktioniert.
    .
    sprachgitter und z-dirf, mit grösstem Vergnügen, ich bin ja auch durchaus dankbar, wenn man mir durch Nichtbeachtung solche Themen übrig lässt.

  23. @HansMeier555
    Sehr richtig das...

    @HansMeier555
    Sehr richtig das mit Holzbrick. Das geht aber auch über die ganze Verwertungskette dieses Konzerns: nature, Handelsblatt, Tagesspiegel, Zeit. nature bereitet wirklich Sorge, dass dies dort gelandet ist. Über das Handelsblatt und dass die Finanzberichte m.E. dort nichts taugen, ist schon genug geschrieben worden. Aber da es so schön brav gegenüber der Allianz und der FDP ist, wird es schon noch weiter als „Fachzeitung“ beworben werden.
    Noch ein Link zum Georgienkrieg und wer ihn wirklich begonnen hat.
    http://www.ceiig.ch/Report.html

  24. Lieber Don,
    sind Sie...

    Lieber Don,
    sind Sie vielleicht ein klein wenig eifersüchtig, dass sich das „heilige Feuilleton deutscher Nation“ noch nicht die Mühe gemacht hat, Ihre Attituden des Dandys und Flaneurs auf Lektüren Marcel Prousts, die Sie wiederum auch nur aus Walter Benjamins Essays kennen mögen, auf Baudelaire oder Barbey d’Aurevilly oder auch nur auf Ernst Jünger zurückzuführen? Sie hätten diese Aufmerksamkeit verdient!

  25. Rosinante, mir wäre es lieb...
    Rosinante, mir wäre es lieb zu betonen, dass es bei meinem Arbeitgeber (wobei das auch nicht der optimale Ausdruck ist, ich gehe hier ja nur meiner Neigung nach und muss mich nicht, wie der klassische Journalist, irgendwelchen Leuten in Sachen Themen und Ausrichtung unterordnen) in verschiedenen bereichen verschiedne Meinungen gibt, die sehr gegensätzlich sind. Das gehört dazu. Was ich von der Haltung der anderen Seite halte – wenig – habe ich oben ja zum Ausdruck gebracht. Und was diese Frau Radisch angeht: Es ist solches Trash-TV, weshalb ich keinen Fernseher habe. Ausserdem lese ich noch selbst, und mit Vorliebe Bücher, die mindestens 100 Jahre alt sind.
    .
    muscat, es ist kein Geheimnis, dass nicht jeder über diese Zeilen glücklich sein wird, aber ich bin geographisch und geistig ziemlich weit weg von jenen Kreisen, die vielleicht, wenn sie könnten, solche Texte hier nicht haben wollten. Herr Weidermann beantwortet bei seinem Beitrag keine Kommentare, ich werde es vermutlich damit nicht in die FAS schaffen. Er hat Print, ich habe den Diskurs. (Und unendlich viel Platz, um weiter zu bohen)

  26. abf, ich bin gern spiessig,...
    abf, ich bin gern spiessig, und es gibt
    a) ein Recht aufd Spiessigkeit und
    b) ein Recht für Spiesser, ab und an dem anderen Zeug zu sagen; Wer ko, der ko. Und wer zahlt, schafft an.
    Das vergessen die manchmal. Man muss sie daran erinnern. Erstaunlicherweise sind es ja gerade die angeblich so lockeren Blogger, die sich über den Fall so aufregen.
    .
    HansMeier555, ich will nicht bestreiten, dass sich Politik, Wirtschaft und Medien oft viel zu nahe sind, aber im Kulturbetrieb geht es nicht mehr um dien Nähe, sondern schlicht und einfach um die Komplizenschaft, in dem jeder zwischen allen Rollen hin und her wechseln kann: Heute Journalist, morgen Jurymitgloed, übermorgen selbst Autor, dann Sitz in einer Kulturgeldvergabestelle, bei Wohlverhalten gut dotierter Podiumsplatz – ich sage nicht, dass man deshalb korrupt sein muss, oder auch nur einen Meter vom geraden Weg abweicht, aber man hat keine Distanz, und wenn doch, hätte es hier genug Gelegenheit gegeben, sie zu beweisen. Und wer schreibt diesen Beitrag? Ein ferner Bayer am Ende der Republik in einer verschneiten Winternacht, in einem Ort, wo es nur ein Bauerntheater und Volksmusik gibt. Es ist ja nicht so, dass ich nicht auf solche beiträge warten würde. Sie kommen nur nicht. Ich mache das. 500 Journalisten feiern in Berlin die Buchpräsi.

  27. Vereehrter Don!

    Die erste...
    Vereehrter Don!
    Die erste Lektüre, die ich abbrach. Bitte schreiben Sie wieder über wichtige Dinge! Knallrote Omas; oder spætrömische Dekadenz…
    Beste Grüsse,
    aranju

  28. Liebe Helene, mir ist sehr...
    Liebe Helene, mir ist sehr wohl bewusst, dass meine Art der Privilegien jenseits des Erfahrungshorizonts eines normalen Journalisten ist, und ich noch nicht mal Verständnis zu erwarten habe. Und auf irgendwelche Apologeten, die mein Leben nachplappern, ohne in der Lage zu sein, es zu kennen – denn wer nicht ins Westviertel geboren wird, wird nie wissen, was das ist – kann ich dankend verzichten. Denn es sind ja nur Medien. Und davon halte ich wenig.
    .
    aranju, es kann nicht immer allen gefallen.

  29. @Hans Meier 555
    "Unvergessen...

    @Hans Meier 555
    „Unvergessen ist der Spätsommer 2008, als sämtliche deutschen Qualitätsmedien mehrere Wochen lang wider besseres Wissen mit billigsten Tricks versucht haben, Georgien als Opfer einer russischen Agression hinzustellen.“
    Sie sind Spezialist für den Kaukasus, kennen die Geschichte und die gegenwärtigen politischen Strömungen in der Region ? Sie lesen zumindest russische und georgische Texte und Sie kennen die politischen und legistischen Manöver in den georgischen Provinzen mit starken russischen Bevölkerungsanteilen genau?

  30. Auch von einem...
    Auch von einem Viertelgebildetem Danke.

  31. charon, ein jeder, wie er...
    charon, ein jeder, wie er kann. In diesem Fall sind die Bruchkanten nun mal auch zwischen Print und Internet, auf der einen Seite gibt es Welterklärungen, wie es zu sein hat, und auf der anderen die drängenden Fragen, warum es nicht so ist. Der Beitrag ist natürlich auch der Versuch, das wieder zusammenzuführen. Hier antworte ich Ihnen, soweit es geht. Woanders schreiben Sie ihre Kommentare in ein schwarzes Loch. Das ist der eine Konflikt.
    .
    Der andere, damit zusammenhängende Konflikt ist, dass der Betrieb in diesem Fall nicht nur das Internet, sondern auch seine Kernzielgruppe verliert. Das Pro im Falle Hegemann ist oft eine Sache saturierter Printmenschen, die das Pech haben, zwischen den klassischen Ansprüchen meiner Elterngeneratin in Sachen Themensetzung und meiner Generation in Sachen Offenheit und Diskurs festhängen und trotzdem glauben, sie könnten definieren, wie es zu laufen hat. Und deshab auch der Hinweis: Sie sind nicht oben über allen anderen. Sie sind bestenfalls unten, oder, wenn sie das anders sehen, werden sie mittelfristig ignoriert. Und wer unter allen anderen ist (wie ich selbst auch, aber ich bin gern unten bei Ihnen) wird sich auch dem Diskurs stellen müssen. Statt dessen schottet sich das F. ab und erfindet sich seine eigenen Kulturbegriffe, gerne auch in Richtung der Fleischtöpfe. Und das ist ein Problem.
    .
    BertholdIV, alle zwei Jahre mache ich das, aber eigentlich bräuchte der Ofen ein komplett neues Innenleben. Aber wir machen halt immer so weiter.
    .
    Nana, gern geschehen.

  32. BertholdIV, ich tippe im Fall...
    BertholdIV, ich tippe im Fall der FAS auf einen Aufruf, jetzt endlich ruhig zu sein, das Internet nicht weiter zu beachten, und sich anderen Themen zu widmen. Häretiker (wie meine Wenigkeit) werden erst gar nicht namentlich genannt, womit wir ein paar Schritte hinter den Diskurs zwischen Porphyrios und seine chrstlichen Gegner im 3./4. Jahrhundert zurückfallen – generell scheint man es auch gar nicht nötig zu haben, sich mit den Fragen, die aufkommen, intensiv auseinander zu setzen. Ist ja eh alles nur Internet. Und Hass.
    .
    Jeeves, Liseuse und X. aus Da, aber bitte, gern geschehen!

  33. Re Helene Hegemann. ...
    Re Helene Hegemann. Fortsetzung: Ein Besuch bald möglichst bei Roman Polanski in seinem Chalet in CH-Gstaad, wo er seit November ’09 unter Hausarrest steht, darf aber BesucherInnen empfangen…..).

  34. @Foersterliesel
    Sehe ich das...

    @Foersterliesel
    Sehe ich das richtig: Wien als Schutzmacht Georgiens? Hoffentlich bleibt das Denkmal für den russischen Soldaten am Hochstrahlbrunnen noch bestehen. Wenn ich bei meinem täglichen Gang zur Arbeits das Denkmal einmal nicht mehr sehe, verlasse ich Wien, bis dorthin erlaube ich er mir, mich trotz der toten und lebenden Habsburger, eines Herrn Strache und eines Herrn Christian Konrad (in welcher Reihenfolge auch immer) dort wohl zu fühlen. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die päpstliche Universität in Heilig Kreuz ist, bei der Ruhestädte der Babenberger (ähnliches gilt für das rot weis rot). Nicht jeder solidarisiert sich mit den Habsburgern und diesem teil der Geschichte.

  35. Und deshab auch der Hinweis:...
    Und deshab auch der Hinweis: Sie sind nicht oben über allen anderen. Sie sind bestenfalls unten, oder, wenn sie das anders sehen, werden sie mittelfristig ignoriert.
    .
    Das wissen auch die Verleger, und deren Edelfedern könnten es wissen.
    Einige scheinen schon begriffen zu haben, wohin die Zukunft geht: Es gibt bereits die Forderung nach einer gebührenfinanzierten Printpresse.

  36. auch-einer, ich bin ganz klar...
    auch-einer, ich bin ganz klar gegen Verleger-Hartz-IV. Und dieser Fall erklärt auch hinlänglich, warum das so ist. Ich glaube, dass Medien, wenn sie bereit sind, wieder ihre dem Leser dienende Rolle einzunehmen, keine Angst haben müssen.
    .
    fionn, das ist das Problem mit allen krassen Debüts: Es kann halt nicht mehr viel nachkommen.

  37. D.A., wie Sie die Verbindungen...
    D.A., wie Sie die Verbindungen und Verstrickungen hier beschreiben abseits der Gewinner an dem Debakel, überfordert denke ich fast jeden Konsumenten.
    Das Gemeine ist,dass das einzige Schwein,was geschlachtet wird die junge Frau H. ist- der Rest schlägt sich zwar gegenseitig derart auf den A****,dass es gut laut wird-aber Verantwortung keiner übernehmen muß.

  38. @DA
    Der Kachelofen bei meinem...

    @DA
    Der Kachelofen bei meinem Haus in der Oberpfalz ist auch schon über 30 Jahre.
    Neuen Schamott in den Ofen einbauen ist aber nicht schwierig und teuer.
    Ich kann Ihnen einen Ofenbauer in der westlichen Oberpfalz nennen, der auch in die dumme Stadt an der Donau fahren würde, aber ich denke, auch dort gibt es solche guten Ofenbauer.
    Mein Vater sagt allerdings, dass das (die Risse) davon kommt, weil ich die Scheisl’n immer so hinein werfe.

  39. @fionn: Vermutlich gar nicht...
    @fionn: Vermutlich gar nicht so abwegig.
    Schweiz+(Pop)Kultur? Passt schon, sagt der Typ mit dem Snoopy-T-Shirt und hat Recht:
    http://www.youtube.com/watch?v=0jkKTcG0xuw
    .
    Vorweg möchte ich mich bei Frau Radisch entschuldigen, dass M.D. keine Frau war.
    Ja, und natürlich dafür, dass er das Stück in dem Video schamlos bei jemand anderem „geklaut“ hat…

  40. verehrter BertholdIV,
    schön,...

    verehrter BertholdIV,
    schön, daß Sie in netter Gegend Wiens wohnen und arbeiten.
    Weniger schön, daß Sie die Habsburger so emotional sehen, nicht mitbedenken daß ethnische Minderheiten auch Existenzrechte haben und daß Sie offenbar keine älteren Wiener kennen, die Ihnen von den zahlreichen Vergewaltigungen und den Verschleppungen durch russische Soldaten, die für Sie nur strahlende Befreier sind, berichten konnten. Wenn Sie in den Auslagen der Buchhandlungen in der Wollzeile nachsehen, werden Sie dazu Neuveröffentlichungen finden können.
    Sich aus sicherer historischer Distanz mit dem oder jenem zu identifizieren, halte ich – mit Verlaub – für schlicht kindisch.
    Ein EU-Bericht ist ein EU-Bericht. Erinnern Sie sich noch an 1997, als Grosny in die Erde gebombt wurde und die EU es als innerrussische Angelegenheit abtat?
    Nun ist Grosny, nämlich seine Bevölkerung, bei uns angelangt: traumatisierte, religiös radikalisierte und verzweifelte Asylsuchende.

  41. Foersterliesel 13:06
    Ein...

    Foersterliesel 13:06
    Ein Eu-Bericht, ist ein EU-Bericht…und das Feuilleton, ist das Feuilleton, ist das
    Feuilleton……………….

  42. @Foersterliesl
    Nein, ich bin...

    @Foersterliesl
    Nein, ich bin kein Spezialist für den Kaukaus und kenne auch die „politischen und legistischen Manöver “ nicht so genau, und wusste nicht einmal, daß es in Georgien überhaupt „Provinzen mit starken russischen Bevölkerungsanteilen“ gibt.
    .
    Aber um die Lügen der Presse zu durchschauen, musste man weder Russisch noch Georgisch können. Im Grunde genügte es, die Agenturmeldungen aufmerksam zu lesen und sich einen Reim darauf zu machen. Die vorliegenden Nachrichten waren einigermassen zuverlässig, obszön waren die Schlagzeilen, die daraus gemacht wie auch die Kommentare, die dazu abgegeben wurden. Besonders übel sind mir da die ZEIT, FTD und leider auch die New York Times in Erinnerung. SPON war vergleichsweise ausgewogen.
    .
    Und natürlich fielen mir sofort die Versäumnisse ins Auge: Warum nahm keiner von diesen Qualitätsjournalisten mal Steinmeier kräftig in die Mangel, warum fragte keiner nach, ob sich BND-Leute in Tiflis aufhielten und welche Erkenntnisse die hatten, ob Steinmeier am Vortag mit der Bundesregierung telefonierte hatte oder nicht, usw.
    .
    Keiner wollte die Gelegenheit nutzen, unseren Politikern in dem Zusammenhang mal ein paar unangenehme Fragen zu stellen.
    Stattdessen haben sämtliche großen Zeitungsverlage die politische Linie von Condolezza Rice und Angela Merkel erst einmal kritiklos übernommen.
    Soviel zur „offenen Zivilgesellschaft“.

  43. verehrte Foersterliesel
    Habe...

    verehrte Foersterliesel
    Habe ich das jetzt richtig verstanden, die Habsburger als Garant ethnischer Minderheiten? Ich will die Untaten der Russen bei der Befreiung nicht in Anrede stellen, die sind nicht die strahlenden Befreier.
    Mir erzählten alte Frauen aus meinem Dorf in der Oberpfalz noch von den Gewaltmärschen aus dem Lager Flossenbürg – sogenannte Todesmärsche -…
    Wenn Sie wollen gebe ich Ihnen Literatur dazu oder sage Ihnen wo Sie Gedengrabksteine dazu finden vor Ort.
    Vielleicht doch ein Tip: Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung (die Veranstaltung zu seinem 50. Todestag sehr gut damals vor Ort in Flossenbürg)
    Aber um es kurz zu machen: Die Russen haben zumindest mal das Naziregime besiegt. Welche Buchhandlung in der Wollzeile wäre denn einen Besuch wert? Morawa, Herder, Frick? Ich habe noch nichts gefunden, außer manch theologisch Anspruchvolles bei Herder.

  44. Liebes...
    Liebes Försterliesl,
    Berechtigte Ressentiments sind das eine, das Völkerrecht ist was anderes.
    Beim Tschetschenienkrieg ging es nicht um Minderheitenrechte, sondern um den tschetschenischen Anspruch auf volle staatliche Unabhängigkeit.
    .
    Was die Habsburger betrifft, so kann man sie fairerweise für den WK2 und seine Folgen nicht verantwortlich machen.
    Die untilgbare Schande und Schuld der Habsburger und ganz Österreichs (und notabene auch Bayerns) verbinde ich mehr mit der Niederlage von 1866. Vorausgegangen war aber schon die Unterdrückung der Revolution von 1848/49.
    Und ohne die Hilfe der Russen, liebes Försterliesl, hätte das Habsburgerreich damals nicht überlebt.

  45. .
    HansMeier555 Danke für 9:22...

    .
    HansMeier555 Danke für 9:22

  46. Davon abgesehen würde ich die...
    Davon abgesehen würde ich die Finanzierung der Qualitätspresse nach GEZ-Modell natürlich befürworten. Ich sähe darin einen unumgänglichen Zwischenschritt auf dem Weg zur Wiederherstellung der ach schon so lange schmerzhaft vermissten feudalen Verhältnisse.
    Vielleicht taugt das GEZ-Modell ja auch für den Buchmarkt?

  47. lieber HansMeier555,
    Ihre...

    lieber HansMeier555,
    Ihre Beurteilungssicherheit: allerhand, parbleu!
    Die deutsche Debatte zum Thema kenne ich nicht, sie liegt nicht in meinem Erkenntnisinteresse. Davon, daß der BND Informanten vor Ort hat, können Sie ausgehen. Davon, daß eine offene Zivilgesellschaft mit Blitzkneissern die über alles
    ein fertiges Urteil parat haben ohne die Realsituation zu kennen, nicht so ganz gut funktionieren wird, ebenfalls.

  48. ähm, Hegem..... wie nochmal?...
    ähm, Hegem….. wie nochmal?

  49. Glückwunsch, werter Don,...
    Glückwunsch, werter Don, wieder ein Volltreffer.
    „Es ist ja nicht so, dass ich nicht auf solche beiträge warten würde. Sie kommen nur nicht. Ich mache das. 500 Journalisten feiern in Berlin die Buchpräsi. “
    Und das genau zeichnet Sie ja aus. Einer der laut dagegen hält, und sich nicht unisono wie der Rest dieser Schreiberlinge blenden und kaufen lässt. Weiter so!

  50. zunächst
    fand ich, noch...

    zunächst
    fand ich, noch feuchtigkeitsgebietshypeirritiert,
    in meiner kleinen neidischen kuhle
    die häme
    über der neuen jungfrau intertextualitäten & über die minnegesänge der kritik
    eben rechtkommend.
    .
    dann klärte mich ein profi auf (spektakulär, großartig; natürlich nahe an vb-pollesch, aber!).
    .
    und nun
    sehe ich die sache anders.
    auch die häme.
    .
    ich persönlich freue mich trotzdem, daß im märz ein roman erscheint, den ich wirklich lesen mag.

  51. Don Ferrando, das ist wohl das...
    Don Ferrando, das ist wohl das Konzentrat, aus dem die Gewissheiten aufgegossen werden.
    .
    auxtroisglobes, ich hätte auch nicht gedacht, dass es so heftig wird, aber man hatte wohl in diesem Fall gar keine andere Wahl als die Vorwärtsverteidigung. Ich für meinen Teil bin wirklich erstaunt über das komplette Ausbleiben einer Debatte, wie man so etwas in Zukunft zumindest ansatzweise verhindern kann. Nicht das Plagiat, sehr wohl aber die Mechanismen, die dort am Werk sind. Statt dessen will man einfach nur weitermachen.
    .
    Die Konsequenz? Enfach keinem mehr trauen. Schlimm, aber mehr fällt mir dazu auch nicht ein.

  52. swina, ich denke, dass die...
    swina, ich denke, dass die Literatur an sich noch am wenigsten für das system kann, selbst wenn sie für das System unverzichtbar ist und alle sich darauf berufen. Das ist – meist – ein wenig so wie die Schuld von Uran an Tschernobyl.
    .
    gleissentaler, dafür wohne ich ja auch auf dem bayerischen Kuhkaff ohne Hochkultur. Hier ist nichts, was mich kaufen könnte.

  53. lieber Hans...
    lieber Hans Meier555,
    „untilgbare Schande und Schuld der Habsburger“ – das ist das Pathos aus der studentenbewegten Jugendzeit! Die Russen sind eigentlich die (abwechselnd)
    Partner und Konkurrenten der Briten gewesen. Es gibt auch in Wien Leute, die sich durch eine Identifikation mit der bürgerlichen Revolution von 1848 narzißtisch (und gesellschaftlich?) aufzuwerten suchen und solche, die zum „braven Jellacic“ halten. Ja, ich kannte als Kind sogar einen Apologeten Metternichs!
    Sie haben Recht, in Tschetschenien ging es nicht um Minderheitenrechte sondern um einen postkolonialen Konflikt; in der Tendenz ähnlich beim Einmarsch der Russen in Afghanistan 1978. Gegen beide Kriegszüge gab es eine kleine innerrussische Opposition, Demonstrationen der Mütter der Soldaten (die Angehörigen der Parteifunktionäre mußten nicht zum Militär) und kritische Berichte mutiger Journalisten. Wissen Sie, wie viele dieser Journalisten noch am Leben sind?

  54. lieber BertholdIV,
    in der...

    lieber BertholdIV,
    in der Wollzeile gibts die meisten Buchhandlungen, auch den Eingang zur Akademie der Wissenschaften, deswegen habe ich sie genannt. Sie können natürlich auch beim Kolisch schauen.

  55. @ D.A. 12.27h / @ muscat ...
    @ D.A. 12.27h / @ muscat 12.57h
    Zur info – Polanski musste eine Kaution in der Höhe von SFR4,5M hinterlegen.
    Das ist keine Peanuts.
    Was macht er seit November in seinem Chalet im Westviertel von Gstaad?
    P.S. @ muscat. Claude Nobs/Montreux/Jazz. I like Bryan Ferry/Roxy Music.
    Sade too (I’m glad she’s back).

  56. "...nicht niedrigen...
    „…nicht niedrigen sechsstelligen Vorschuss zahlen und fest damit rechnen, dass das heilige Feuilleton deutscher Nation den Rest besorgt.“
    .
    Und nun? Vor wem muß sich das dhFdN nun fürchten? Vor den kritischen Lesern,
    der blogger-Öffentlichkeit oder den Verlagen?

  57. Es muss sich nicht fürchten,...
    Es muss sich nicht fürchten, aber die Diskurshoheit ist dank der Verweigerung auch vorbei.

  58. Würden Sie nicht immer Ihre...
    Würden Sie nicht immer Ihre hervortrabende Herkunft aus dem hervorragenden Westviertel erwähnen, könnte ich diesen Text als hervorstechend gut empfinden.

  59. Liebes Försterliesl,
    wie...

    Liebes Försterliesl,
    wie kommen Sie plötzlich auf die Briten?
    Also 1849 waren die Russen in erster Linie die Partner und Förderer der Österreicher, woran sich z.B. die Ungarn noch sehr gut erinnern. Apropos Metternich: Ohne die Russen hätten weder Preußen, Österreicher noch Engländer den Napoleon jemals besiegt.

  60. Nachdem ich angefragt wurde,...
    Nachdem ich angefragt wurde, über das Westviertel zu schreiben, bleibt mir da wenig anderes übrig. Ohne Westviertelbezug kein Beitrag. Ich möchte ja nicht hochverehrten KennerInnen der Literaturjuryposten und Literaturagenten und Literaturmarketingleuten wie Iris Radisch Konkurrenz machen, sondern nur ein wenig plaudern.

  61. fionn, I agree - die...
    fionn, I agree – die Herrschaften verstehen ihr Handwerk.
    Beim Stöbern in youtube werde ich immer so sentimental. Das Alter…
    http://www.youtube.com/watch?v=Iq0XJCJ1Srw&feature=related

  62. "Ohne die Russen hätten weder...
    „Ohne die Russen hätten weder Preußen, Österreicher noch Engländer den Napoleon jemals besiegt. “
    .
    Wobei ich bezweifle, ob das etwas Positives war!
    Das erste Kaisereich war e eigentlich nicht dynastisch und wäre von alleine auseinandergefallen; aber vielleicht wäre die Restauration erspart geblieben!

  63. DA 14:58
    ...nach meinem...

    DA 14:58
    …nach meinem Eindruck ist es das Ende : das ist mehr als ein Haarriss.

  64. "...ich will nicht bestreiten,...
    „…ich will nicht bestreiten, dass sich Politik, Wirtschaft und Medien oft viel zu nahe sind, aber im Kulturbetrieb geht es nicht mehr um dien Nähe, sondern schlicht und einfach um die Komplizenschaft, …“
    Interessant ist vielleicht, was ich vorgestern irgendwo gelesen habe: es gibt in D (nur noch) 50.000 Journalisten und bereits 40.000 „P.R.-Berater“. Ich fand das erschreckend.

  65. Don Alphonso,
    sie sind hier...

    Don Alphonso,
    sie sind hier selber zum Feuilletonisten geworden.
    Sie sind stärker, wenn Sie Lyrik produzieren, Holz stapeln, Räder an Ihrer Karre wechseln oder alten Tanten aus dem Schnee helfen.

  66. Davon abgesehen würde ich die...
    Davon abgesehen würde ich die Finanzierung der Qualitätspresse nach GEZ-Modell natürlich befürworten. Ich sähe darin einen unumgänglichen Zwischenschritt auf dem Weg zur Wiederherstellung der ach schon so lange schmerzhaft vermissten feudalen Verhältnisse.
    .
    feudale Verhältnisse vielleicht, aber wenn, dann für die Verleger und die Bonzen in den entsprechenden Aufsichtsgremien.
    .
    Im neuen Feudalismus braucht man, wie schon im alten, kein Wurst- und Käseblätter: Der Adel, wenn überhaupt, lässt lesen, aber sicher keine Gazetten. Die Geistlichen lesen selber, aber ganz sicher keine Gazetten. Die Bürger haben nicht zu lesen und wenn doch, dann sicher bestimmt keine Gazetten, die haben zu arbeiten um die Steuern für alle anderen zu verdienen und der Rest kann nicht lesen, dafür umso flotter beten.
    .
    Vielleicht taugt das GEZ-Modell ja auch für den Buchmarkt?
    .
    Da würde ich mir einmal anschauen, wie die Ware Buch in der DDR produziert wurde, wer das alles machte und wie das geschah.
    Anderswo gab es sog. Buchgemeinschaften, deren Kloppertruppen und Drückerkolonnen bevölkerten seinerzeit die Fussgängersonen.
    .
    Aber ich gebe zu, so stücker sechzehn Landesverlagsanstalten mit je einem Intendanten und mehreren Stellvertretern, dazu je einem Landesliteraturrat, schön nach Parteien- und anderen Poporzen so zahlreich besetzt, dass die nie zu Potte kommen, das hat schon was für sich. Eine umfangreiche Produktion braucht das auch, die Planung der herauszugebenden Reihen und das Lektorat der Werke, und dann die Verwaltung von dem Ganzen, was das auch noch an Arbeitsplätzen sichert, da wäre manche Generation Praktikum im Brot. Gedruckt und gebunden sind die Teile ja schnell, notfalls im Ausland, der alte Suhrkamp wollte ja schon vor Jahrzehnten in China drucken lassen. Den Rest machen Freie billlig. Wer die Rundfunkanstalten des öffentlichen Rechts mag, wird diese Verlagsanstalten des öffentlichen Rechts lieben.
    .
    Und wenn diese Anstalten sich dann alle nur noch umeinander im Kreis drehen, also der ör Rundfunk berichtet über ör Blätter und ör Bücher, das ör Feuilleton berchtet über die ör Sendungen und ör Bücher und schliesslich schafft es ein Schriftsteller, das Schaffen dieser Anstalten auch noch literisch so darzustellen, dass es weissgott keinen mehr interessiert, ist das Ziel erreicht: Fieberhafteste Tätigkeit und keinrr nimmts zur Kenntnis.

  67. Eine Niederlage gegen Napoleon...
    Eine Niederlage gegen Napoleon wäre das beste gewesen, was Russland hätte passieren können. Vielleicht.

  68. "Ein Irrer wickelt Lappen um...
    „Ein Irrer wickelt Lappen um ein Haus,“ war Peter Hacks´Bemerkung zur einstigen „Verhüllung des Reichstags“, die im Feuilleton auch damals schon wesentlich ausführlichere Huldigungen hervorrief
    Ich bin Biller inner FAS auf den Leim gekrochen, der Hegemanns Buch extatisch pries und mit so schönen Werken wie Fausers Rohstoff und Krachts Faserland in eine Reihe stellte.
    Dienstag drauf hatte ich ein Exemplar der Erstauflage, also noch vor den Plagiatsenthüllungen. Nach ner guten Stunde meine Frau: „Und?“ Ich: „Schrott! Biller sei verdammt! Das hat Carl geschrieben“
    Ich listete etwa 50 Namen von Promis, die im Buch vorkommen, und war mir sicher, dass sie nur im Leben von 40 bis 60jährigen irgendeine Bedeutung haben konnten.
    Dann gings los. Kaube fand ich gut. Alles in der SZ katastrophal, wie diese Zeitung seit dem Verkauf ein Drecksblatt geworden ist.
    Zu dem Holzstapelfoto: Ist einiges an Nadelholz bei, gell? Gut zum Anfeuern.

  69. Wenn man jede Kritik von...
    Wenn man jede Kritik von Männern an schlechter oder betrügerischer Leistung einer Frau als frauenfeindlich deklariert, ist das „nicht irgendwo auch ein Stück weit“ männerfeindlich? Jedenfalls finde ich den Mut einiger Männer, diese „Autorin“ (das Wort fällt hier schwer, seiner Bedeutung wegen) zu kritisieren, recht erstaunlich. Sie hätten ahnen müssen, dass die Reaktion sexistisch sein würde (iSv „Lustgreise fallen über Unschuld her“). Relativ neu noch und unkommentiert, aber stark anwachsend ist die Freude an der Altersdiskriminierung. Die Kritiker sind zwar schon disqualifiziert, weil sie Männer sind, aber in doppelter Weise noch, weil sie „alte“ Männer sind. Wer „alt“ ist, hat das Recht verspielt, Jüngere, zumal „junge Frauen“ zu kritisieren. Irgendwo schrieb wer zur Verteidigung der Kopistin: „gegen alte Männer werden junge Frauen immer siegen“. Tja, weil sie Mädchen sind. Und weil sie nicht „alt“ sind.

  70. @minna:
    Bei Tellkamp war es...

    @minna:
    Bei Tellkamp war es ja irgendwie ähnlich. Man hat ihm durchgehen lassen, sich als konservativ-heroisch zu bezeichnen, und das dann als fehlende Nische die nun endlich gefüllt sei abgefeiert. Damals wurde ich hellhörig, nun kam der Scheißklops so laut, daß ich wohl taub geworden bin gegen diesen Literaturbetrieb.
    Als Tangente kann ich sagen, daß ich diese Woche am Potsdamer Platz mit ein paar ZDF-Funktionären (Berlinale usw.) und ihren Gästen gleichzeitig im Restaurant war. Diese Fernsehbeamten und Staatskreativlinge waren so inhaltsleer und vorhersehbar, es war geradezu schmerzhaft. Deren Redegepflogenheiten (Modewörter, Modegedanken) bei gleichzeitiger tiefer Provinzialität (alle über 40, wahrscheinlich Ironie- und Satirefrei aufgewachsen, finden Scheibenwischer witzig & niveauvoll usw.) errinnern mich irgendwie an diese Geschichte.
    Sind am Ende die aktuellen Literaturgurus ähnliche Gestalten, Scharlatane?
    Sie sehen mich stark erschüttert.
    PS: Noch eine Anektdote, quasi „Axolotl-Stressbahn“
    In der S-Bahn, Freitag nacht halb zwei, konnte ich/man einen jungen Belgier beobachten, der (wohl das dritte mal) quer durch die Stadt fuhr, weil er sich umziehen mußte. Er war beim ersten mal nicht ins „Berghain“ eingelassen worden. Er war durchaus geängstigt von der Stadt und erkannte in zwei Schweizern hoffnungsvoll zwei Niederländer. Als sie eben aber als Schweizer sich zeigten, setzte er sich trotzdem hinzu und begann Konversation. Über diese Stadt, die so groß ist, die vielen Betrunkenen, er fühle sich unwohl alleine, ob es denen auch so gehe, ja in der Schwyz gibt es Uhren und Schokolade und Berge; die Schweizer dann ihn konsequent als Niederländer betitelt. Letzlich überredete der Belgier die beiden Schweizer doch mit ihm zusammen den Einlaß zum „Berghain“ zu versuchen, es solle ja unglaublich doll sein. Den selbstgepanschten Alkopop zum sparsamen Vorglühen (wie er stolz seinen Einfall erläuterte) ließ er kreisen.
    Soviel zur Wurstigkeit von Diskoproblemen und zur importierten Provinzialität des Zugereistentums in den Berliner Szenen. Den armen Kerl hätte man in den Arm nehmen wollen, aber bestimmt keine Literatur mit ihm und dem Ort seiner Sehnsucht…

  71. Lieber Don,
    kann es nicht...

    Lieber Don,
    kann es nicht sein, dass Sie den Einfluss des Westviertels auf das F. ein wenig überschätzen?
    Das Westviertel musste sich in den letzten Jahrzehnten (schon zu Weimarer Zeiten und dann wieder nach 1968) ganz unglaubliche Unverschämtheiten vom F. bieten lassen. Ein harmloses Beispiel: Heinrich Bölls „Anekdoten zur Senkung der Arbeitsmoral.
    Und da soll der Plagiatsfall einer 17jährigen groß Interessieren?

  72. Das Feuilleton kann zwar nach...
    Das Feuilleton kann zwar nach wie vor aus j e d e m Buch einen Bestseller machen, einen Longseller aber nicht.
    „Axolotl Roadkill“ ist bei Amazon von 5 auf 12, äh, 13 abgerutscht.
    Das nenne ich einen Absturz in Echtzeit.
    http://www.amazon.de/gp/bestsellers/books/ref=sv_b_2

  73. Werter Don,
    .
    hier haben Sie...

    Werter Don,
    .
    hier haben Sie jede Menge verpaßt:
    .
    „Ihren Erwachsenen-Geburtstag zelebrierte die Autorin zusammen mit dem Ullsteinverlag und jeder Menge vor Aufregung hyperventilierender Feuilletonisten besten Alters beim offiziellen Buch-Release ihres Debütromans „Axolotl Roadkill“ im Berliner Vintage-Technoclub „Tresor“.
    .
    Da waren alle Jubelperser auf einem Haufen.
    .
    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,679232,00.html
    .
    Der Vadder

  74. D.A. und minna, haben die...
    D.A. und minna, haben die schreibenden Damen und Herren die Diskurshoheit denn für Sie gehabt? Es würde mich wundern. Weiter oben spricht Der Tiger vom Theater, es ist halt so unterhaltsam, das Feuilleton, deshalb liest man es doch, oder? Meine Bekannten, die keine Freude an dieser Art von Theater haben, lesen es gar nicht erst, ich schon, aber eben als nette Unterhaltung – die gleiche Haltung, mit der ich als Jugendlicher Bundestagsdebatten angeschaut habe.

  75. lieber Hans Meier 555,
    ein...

    lieber Hans Meier 555,
    ein Kommentar in Replik auf den Ihren ist nicht durchgekommen, oder ich habe nicht geklickt (zwischendurch koche und putze ich und geh mit dem Hund Gassi, der mir gerade auffordernd seinen Ball auf die Knie legt: jetzt wird gespielt!) –
    jaja, Sie haben Recht, Napoleon drang auch auf dem Balkan recht weit vor (liest sich gut bei Ivo Andric, Brücke über die Drina), ich beschäftige mich mit dem 1.WK und Kolonialgeschichte, deswegen der Verweis auf die Relation England-Rußland, und bin erstaunt daß historische Rückblicke so viel Emphase bei den Kommentatoren auslösen.
    Zu Georgien empfehle ich dies: http://www.eurasischesmagazin.de/aktuell/ und die Artikel von Markus Bernath, die teilweise auch in „Der Standard“ erschienen.

  76. Lieber HansMeier555,
    .
    welche...

    Lieber HansMeier555,
    .
    welche zuverlässigen Möglichkeiten gibt es eigentlich noch, sich über Politik, Wirtschaft und Kultur zu informieren? Muss man auf ausländische Medien ausweichen wie zu Zeiten von WKII? Ich bildete mir ein, dass die kritische Lektüre der von Ihnen gescholtenen Zeitung und regelmäßiges Hören von wwww.dradio.de ein klein wenig dazu beiträgt zu verstehen, was sich in der Welt bewegt. Aber vielleicht habe ich mich auch getäuscht.

  77. Mit Klapsen und unter dem...
    Mit Klapsen und unter dem intimen Applaus der Geburt wurde ich in die Welt gedrängt – ich meine mich daran zu erinnern. Nun, jedenfalls habe ich davon ein Innenbild – von dem blinden Mädchen in seinem rosig-milchig-grauwandigem (und salzigen) Aquarium, dem umgestürzten Aquarium, von dem Aufruhr in der Scheune des Feuilletons …
    .
    von den phantastisch schlampigen Umständen, unter denen man seine Existenz antritt, erstmals erwählt wird ; wie man mit seinen Sinnen, zum Brüllen gereizt, aus der leuchtenden, wunden Schmiere in und auf die unerklärliche Liste von neuem ringsumher, von von überwältigend unbekanntem eingeht, ungläubig, erschüttert, furchtbar beschmutzt vom Licht der Fakten. Ich meine mich an den Atem zu erinnern, der in mir lauerte und dann jaulend ausbrach: an einen Anfang von solcher Unwierderruflichkeit.

  78. Haben die Franfurter den Blog...
    Haben die Franfurter den Blog abgeschaltet? Seit zwei Stunden nix Neues, auch von mir.

  79. minna, das "Ende"?, diese...
    minna, das „Ende“?, diese schöne Idee hatte ich vor gut 15 Jahren im Blick auf ein anderes Kunstsegment auch, aber die Seilschaft (en) haben sich Dank Internet wieder gut und leider haltbar organisiert.

  80. Don (11:00) einfach nur...
    Don (11:00) einfach nur lächeln. Sollen die Leute in Ihrer Nachbarschaft doch glauben, ihr Blog sei ein Plagiat. Selbst wenn Einiges nicht immer original ist, so ist es doch immer noch besser mit ein paar Prozent an einer spannenden Sache beteiligt zu sein als mit 100% an einer Langweiligen.

  81. @Kunstrat Fraischdörfer:...
    @Kunstrat Fraischdörfer: Vermutlich haben Sie recht, was das Fundament dieser Republik betrifft. Und der Pfusch am Bau begann schon frueher als vor 20 Jahren, und vermutlich nach der Kiesinger-Aera. Vermutlich.

  82. Don Au, ich hoffe doch sehr,...
    Don Au, ich hoffe doch sehr, daß sie von dem Beißreflex einer Frau Radisch nicht auf ein gesamtgesellschaftliches Phänomen schließen, was man als Mann darf und was nicht und welche Folgen das zeitige? Sie glauben doch wohl nicht etwa, daß alle Frauen so beschränkt sind? Das wäre ja wirklich frauenfeindlich.

  83. Gestern war ich also auf...
    Gestern war ich also auf dieser Buch-Release-Party in der Berliner Disko.
    Ganz schön voll der Laden. Und die Getränke, na ja – hatte mehr erwartet.
    Doch, war nett, mal wieder alle zu treffen. Die Suhrkamp-Leute sind jetzt
    auch dabei. Mal sehen, wen die als Nächstes auf die Rampe schieben.
    Nur diese sogenannte Techno-Musik war einfach zu laut.
    Ich freu mich schon auf die Hegemann-Zugfahrt am 18. März um
    7.55 Uhr von Berlin Hbf nach Leipzig zur Messe. Wieder so eine
    Magical-Mystery-Tour mit alten Bekannten – da können wir uns
    einen ballern und haben einen Mords-Gaudi mit den Presse-Fuzzies,
    die das alles für bare Münze nehmen. Wir lassen uns doch unseren
    Spass nicht durch diesen Internet-Kläffer aus Bayern verderben –
    soll der doch an seinem Knochen nagen.
    PS. Auch die Guido-Neid-Kampagne hat der nicht geschnallt,
    Guido will die Wahl in NRW gewinnen, mit allen Mitteln,
    ist doch klar!

  84. wazzerpfärdt 16:42
    meine...

    wazzerpfärdt 16:42
    meine volle Zustimmung
    Rosinante 17:19
    …ich auch

  85. @ Don Alphonso.
    The...

    @ Don Alphonso.
    The Alternative-Szene? Bleiben wir lieber innerhalb der Grenzen des Westvertiels :-)
    @ muscat. Stan’s the man.
    http://www.youtube.com/watch?v=ZFYxCIr-Byo

  86. Schlimm an dieser Geschichte...
    Schlimm an dieser Geschichte sind nicht in erster Linie die Rezensionen in deutschen Feuilletons, sondern Ahnungslosigkeit und Kritiklosigkeit vieler Zeitungsleser, die offenbar ihren Verstand an der Garderobe abgegeben haben, um schleunigst im nächsten Buchladen den widerwärtigen Schrott einer H.H. zu erstehen. Ein Leben ist meist zu kurz, um all die Schätze zu lesen, die die Weltliteratur bietet. Dabei ist nichts gegen junge Autoren zu sagen. Als Thomas Manns „Buddenbrooks“ erschienen, war der Lübecker auch erst 26 – aber sein Verleger Fischer präsentierte als Erstling das Ergebnis einer Arbeit von über fünf Jahren!

  87. Fils Pantoffel 17:44
    ...Sie...

    Fils Pantoffel 17:44
    …Sie haben mich erleuchtet. Da ist das Paralleluniversum eines Michael Seemann
    doch eine optimierte Fortsetzung.

  88. Habe gerade bei Harold Bloom...
    Habe gerade bei Harold Bloom im „Canone occidentale“ nachgelesen, dass jeder Author Angst vor fremden Einflüessen hat (…und seit Shakespeare ist nichts mehr wie es früher war…) aber das muss wohl für höhere Ebenen gemeint sein, als bei Frau Hegemann, hihi.

  89. Verehrter Don, geschätzte...
    Verehrter Don, geschätzte Kommentatoren,
    hat irgend einer von Ihnen das Buch gekauft? Oder gar gelesen?

  90. Lieber Freier Radikaler,
    so...

    Lieber Freier Radikaler,
    so genau weiss ich das auch nicht, insbesondere verstehe ich nix von Wirtschaft und Kultur.
    Aber was die internationale Politik betrifft, so kenne ich Alternativen. Empfehlen würde ich zunächst den Katalog der nächstgelegenen Unibibliothek. Zu den ethnischen Konflikten in Georgien, zu den russisch-georgischen Beziehungen und zum Mandatsstatus der in Ossetien stationierten Truppen beispielsweise haben deutsche Politologen seit 1992 zahlreiche Studien verfasst, die dort in der Regel vorhanden und z.T. auch im Internet abrufbar sind. Dort steht dann nicht unbedingt drin, wer am 8. August zuerst geschossen hat, aber doch eine Menge an Information, mit dem man sich ein differenzierteres Bild verschaffen kann — wenn man es will.
    .
    Den Texten der Chef-Kommentatoren aber hat man deutlich angemerkt, daß ihre Autoren sich keine solche Mühe gemacht haben. Stattdessen haben sie einfach die billigsten antirussischen Ressentiments bedient.
    .
    Ich bin mir sicher, daß der Fisch vom Kopf her stinkt. Es gibt sehr wohl Journalisten, die gerne recherchiert und ausgewogen berichtet hätten. Aber in so einem Fall werden die genau deswegen erst gar nicht gefragt. Chefredakteure wie Josef Joffe sorgen stattdessen einfach dafür, daß die Linie von Condolezza Rice implementiert wird. Ich fürchte, manche von denen halten das allen Ernstes für ihre patriotische Pflicht.

  91. Heroine Hurricane, wie heißt...
    Heroine Hurricane, wie heißt nochmal der Blog, auf den Sie mehrfach hinwiesen, damit auch der Letzte hinklickt?

  92. minna 18:15

    Mit dem...
    minna 18:15
    Mit dem Erleuchen-Blenden-Illuminieren konnte ich in dieser Branche so einige Strohfeuer entzünden – doch mittlerweile ist mir die Munition ausgegangen und ich muss jetzt als zweitklassiger Blogger hier auftreten. Wir treffen uns vielleicht auf dem Neuroth-Gipfel bei Kaffee und Käse-Kuchen!

  93. Lieber HansMeier555,
    .
    "Um das...

    Lieber HansMeier555,
    .
    „Um das F. in Schutz zu nehmen: Die anderen Ressorts sind weiß Gott nicht besser. Mir fallen spontan ein:
    1. Wirtschaft
    2. Internationale Politik.“
    .
    „so genau weiss ich das auch nicht, insbesondere verstehe ich nix von Wirtschaft und Kultur.“
    .
    wenn Sie nichts von Wirtschaft verstehen, wie können Sie dann behaupten, der Wirtschaftsteil besagter Zeitung tauge nichts? ;-)
    .
    Lieber Don,
    .
    wo wir doch gerade dabei sind, was liest und hört man eigentlich in den Westvierteln? Lokalpresse/-radio? Oder eher was aus dem Ausland? NZZ, BBC, Economist o.ä.?

  94. @Foersterliesel
    War leider...

    @Foersterliesel
    War leider unterwegs. Also für die Nicht-Wien Ortskundigen. Die ÖAW liegt am Dr. Ignaz Seipel Platz und von dort geht man auch hinein, zumindest als ich das letzte mal bei einem Vortrag von Professor Paul Embrechts dort war.
    Ansonsten genug von der Diskussion, wer kennt Wien wie gut.

  95. @ Heroine Hurricane

    Gekauft...
    @ Heroine Hurricane
    Gekauft nein, gelesen ja.
    Ersteres zu Glück, letzteres leider!
    Sie sollten schon davon ausgehen, dass es unter den Kritikern des Phänomens und den Kommentatoren viele gibt, die wissen, wovon sie reden, wenn sie das Buch als nicht ernstzunehmend deklarieren und sich über die unsägliche Mischung aus ästhetischer Irrelevanz und der mit seinem Erscheinen verbundenen Marketing- und Feuilleton-Machenschaften unterhalten.
    Im Grunde genügten ein paar Seiten, um zu wissen, dass es sich hier nicht um Literatur handelt, die diesen Namen mit Würde trägt. Behaupte ich, als jemand, der es sich komplett zu Gemüte geführt und, ohne Übertreibung, seit fünfundzwanzig Jahren hunderte und aberhunderte von Büchern gelesen hat, darunter auch mehrere gute, in denen Sex, Drogen und Neurosen eine maßgebliche Rolle spielen.

  96. Allen die nicht seit...
    Allen die nicht seit wenigstens der Wende in Berlin leben, ist bei den Themen Subkultur und Szene ohnehin nicht zu trauen, denn die wirklich großen Zeiten der elektronischen Musik und die ganz ursprünglichen Exzesse in den extrem-kultigen locations haben nur sie erlebt, nicht jedoch die eingewanderten Schorle-Ökoschwaben, Pornobrillen-Hunsrückraver und andere uncoole Zeitgeistmarionetten, über die man stets nur müde aber genüsslich überlegen lächeln kann.

  97. Diesen Strudel würde ich...
    Diesen Strudel würde ich gerne goutieren.
    Dieses ostdeutsche Kulturpack der Volksbühne und diese Schlangestehenpolitik der Merkeline und der Kölner Klüngel und das Canisiuszeugs – toller Mittelmaßkram. Ost und West ist sich sowas von gleich.
    Eins noch – auch ich war damals in Florenz, als der Boboli-Garten noch frei zu besuchen war und Moore-Stauen in den toskanischen Himmel schauten. Und ich würde jedem empfehlen, einmal im Leben in das Kloster San Marco zu pilgern. Savonarola und Fra Angelico.
    Ich vermute, dass sogar die FAZ völlig unwichtig ist und das sog. Feuilleton nicht der Rede wert. So, jetzt lese ich wieder Blumenbergs Briefwechsel mit Carl Schmitt.

  98. @Freier Radikaler:
    Wenn er was...

    @Freier Radikaler:
    Wenn er was taugen würde, dann würde ich inzwischen schon was verstehen.
    .
    Aber im Ernst: Es hat sich ja doch herausgestellt, daß auch hier bestimmte unbequeme Fragen niemals gestellt wurden. Obwohl die sich eigentlich hätten aufdrängen müssen. Z.B. nach den systemischen Interessenkonflikten bei der Bewertung von Papieren und dergleichen.

  99. verehrter Berthold IV,
    Sie...

    verehrter Berthold IV,
    Sie waren im schönen barocken Johannessaal der alten Jesuitenuniversität,
    die Institute der Akademie haben mehrere Standorte, darunter auch einen in der Wollzeile 27a, das ist der kleine Sackgassen-Ausläufer bei der Riemergasse
    http://www.oeaw.ac.at/deutsch/about/aula/aula.html

  100. @ auch-einer
    nun ja die Ware...

    @ auch-einer
    nun ja die Ware Buch wurde in der DDR wohl noch schlimmer und ausgesprochen bewirtschaftet. Vieles davon beschrieben bei Bernd Wagner: Die Wut im Koffer. Kalamazonische Reden. Die bekommt man inzwischen für wenig Geld über http://www.zvab.com
    Die Leser, kundig im „zwischen den Zeilen lesen“ bekamen die Bücher, die man lesen wollte ja gar nicht zu kaufen; da mal wieder das Papier ausgegangen war usw. und so fort. Komischerweise gab es einen Buchladen innerhalb der Dresdner Militärakademie „Friedrich Engels“ in dem alle Bücher zu bekommen waren, die gelesen werden wollten (Maxi Wander usw. usw.), nur kam man in diese Militärakademie schlecht hinein; es war nur Platz für die auszubildenden Offiziere des Warschauer Vertrages (die die Bücher wiederum nicht lesen konnten, denn Vortragssprache war die des großen, russischen Bruders) und die so großen Sandkästen mit den aufgebauten Stadtbildern westdeutscher Städte wie Fulda, Hannover…
    Natürlich bekam man Lenin in 75 Werken oder Abhandlungen über den dialektischen Materialismus in den Buchläden, aber wer wollte das schon lesen ? Also was war der Vorteil des kalamazonischen Literaturbetriebes ?
    Exkurs:
    Das Komische bei Tellkamp ist, dessen Biographie der meinigen trotz wichtiger Kreuzungspunkten gleicht; ist das ich mich immer gefragt habe wie Westdeutsche so zirka 20% des Textes verstehen können, da dies zwischengestreute Anspielungen sind, deren Sinn und Zusammenhang wirklich nur Ostdeutsche verstehen können. Wird das einfach überjubelt ?
    Womit wir wohl wieder beim „zwischen den Zeilen lesen“ angekommen sind.

  101. Ich gestehe, ich habe die...
    Ich gestehe, ich habe die ganze Debatte um die Hegemann und ihr Buch mit einigem Amüsement verfolgt. Sie scheint mir zumindest unterhaltsamer zu sein als das Buch selbst, von dem ich auch ohne Plagiatsvorwürfe die Finger gelassen hätte, obwohl ich durchaus eine Affinität zu Schriftgut habe, bei dem es um Sex, Drogen und Musik geht – aber halt Musik, und nicht das Gewummer, das im Berghain die akustische Hintergrundkulisse bildet (wenn mich das Schicksal in die Hauptstadt verschlägt, dann findet man mich des Abends im Wild At Heart, ganz sicher nicht im Berghain).
    So wie mir geht es, glaube ich, vielen: Ich denke, die meisten, die dem Don (oder um ein paar Ecken weiter Andrea Diener) durchaus zurecht aus vollem Herzen zustimmen, haben das Buch nicht gelesen und hätten es wohl auch nie gelesen, egal was das Feuilleton daherschmiert. Und da frage ich mich schon, warum diese Diskussion mit einer solchen Vehemenz geführt wird, die in keinem Verhältnis steht zu der Relevanz dieses Buchs.
    Offensichtlich besetzt das Buch selbst eine diskursive Leerstelle, dient einer Debatte als Kristallisationspunkt, wobei es selbst nur die Rolle eines Symptoms spielt. Eigentlich geht es nicht um Axolotl Roadkill, sondern um ein allgemeines Unbehagen am Zustand der professionellen Literatur- und wohl auch Kunstkritik. Dieses Unbehagen ist nur zu berechtigt – der Don selbst hat auf die Verfilzung der Kritik mit dem Betrieb, zu dem sie eigentlich ein distanziertes Verhältnis haben sollte, hingewiesen.
    Das wäre das eigentliche Thema, der Literatur- und Kunstbetrieb, der nur mehr von einem Hype zum nächsten hetzt, dem aber jeder Maßstab für literarische oder künstlerische Qualität abhanden gekommen ist.

  102. Ich hatte es in der Hand und...
    Ich hatte es in der Hand und habe reingelesen, wobei sich der Eindruck von den Ausschnitten verstärkte: Der übliche deutsche Literaturprinzessinnenmüll, nur nochmal eine Runde überdreht. es ist mir vollkommen unerklärlich, wie man das für grosse Literatur oder wortmächtig halten kann, auch jenseits der geklauten Passagen habe ich den Eindruck, eine Kollage aus Versatzstücken und Spolien zu lesen. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass sie nicht schreiben kann. Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass ich es nicht mehr als überfliegen könnte. (Und mir dauernd sagen wprde: Jetzt spring endlich und nerv hier nicht rum.)
    .
    Unabhängig davon geht es hier mehr um das, was aus dem Buch gemacht wurde, warum es so gelaufen ist und was man daraus lernen kann.
    .

  103. Gerüchten zufolge kann nicht...
    Gerüchten zufolge kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich im Roman weitere Zitate finden lassen, die Helene Hegemann selbst verfasst hat. Der Verlag bittet um Mithilfe.

  104. Fils Pantoffel 18:51
    Danke...

    Fils Pantoffel 18:51
    Danke für die Einladung …aber … aber…meine Waden sind zwar stramm
    genug für Knickerbocker, der Schein jedoch trügt.
    M

  105. Avantgarde, ich bin...
    Avantgarde, ich bin schockiert. Wie sollen das jetzt all die Intertextualitätsjünger erklären?
    .
    Alter Bolschewik, ich tendiere auch zur Meinung, dass die Frazu durch ist und Feuilleton und Verlag momentan dabei sind, die Schotten dicht zu machen und all die Probleme so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Beim nächsten Mal werden sie vielleicht besser aufpassen, wenn sie den ganzen faulen Zauber nochmal machen. Dann eben als nicht mehr so angreifbaren faulen Zauber. Da wollen sie hin.

  106. funzen,
    danke für die...

    funzen,
    danke für die empfehlung.
    kann ich mich revanchieren? vielleicht mit günther rühle, die büchermacher, ebenfalls antiquarisch günstig angeboten.

  107. wers noch antiquarischer...
    wers noch antiquarischer mag:
    george forestier, ich schreibe mein herz in den staub der strasse, diedrichs, düsseldorf 1952

  108. Die Frage lautet eher: Wie...
    Die Frage lautet eher: Wie kann man Helene Hegemann plagiieren?

  109. Lieber Don Alphonso, zum...
    Lieber Don Alphonso, zum nächsten Rodeltreffen hätte ich übrigens einen Vorschlag. Wie wäre es denn damit, das hat doch Niveau: Nackt Rodeln im Harz…
    http://www.welt.de/vermischtes/article3336917/Nackte-rodeln-im-Harz-um-die-Wette.html

  110. Da ist doch einer, der sich...
    Da ist doch einer, der sich geniert:
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1126026/

  111. Don 21:00: ‘es ist mir...
    Don 21:00: ‘es ist mir vollkommen unerklärlich, wie man das für große Literatur oder wortmächtig halten kann’. Da gebe ich Ihnen völlig Recht. Aber gilt das nicht auch für die deutsche Literaturprinzessin von 2006, Katherina Hacker, und für die deutschsprachigen Nobeldamen der letzten Jahre, i.e. Herta Müller und Elfriede Jelinek?

  112. @Heroine
    Wie sprachgitter –...

    @Heroine
    Wie sprachgitter – ersteres nein, zweites ja. Im übrigen: stellten Sie diese Frage auch schon mal Herrn Mangold?
    Wie geht es eigentlich in Ihrer fürchterlich aufregenden Fotostory weiter? Wann wird das Paket ausgepackt? Oder wurde es schon..? Könnte spannender, wortmächtiger und aufregender werden als dieses läppisch-larmoyante Teenager-Kulturbetriebs-Gebrabbel.

  113. .
    " Saubreit und fett stand...

    .
    “ Saubreit und fett stand die Fläche im Raum.“
    .
    Der Satz gefällt mir.

  114. Zum Glück ist der Feuilleton...
    Zum Glück ist der Feuilleton nicht wirklich in dem Maße wichtig, als er selber von sich eingenommen ist.
    Die Feuilletonisten lesen sich vor allem gegenseitig und sorgen nach Kräften dafür das dies auch so bleibt.
    .
    Also, who cares ?
    .
    Nach ein, zwei Zitaten weiß ich, dieses Buch ist nichts für mich, egal ob Plagiat oder nicht. Ich kenne auch niemandem aus meinem Bekanntenkreis für den dies lesbar wäre. Da muß man wohl Masochist sein.
    Oder Feuilletonist.

  115. @minna, Flächen können nicht...
    @minna, Flächen können nicht stehen.
    Der Satz ist Schrott.

  116. Gerade deshalb steht er hier...
    Gerade deshalb steht er hier drüber. Weil es so unmöglich wie das Verhalten des hFdN ist.

  117. Stehende Flaechen!
    .
    Kein...

    Stehende Flaechen!
    .
    Kein Wunder, dass ich die etwas juengere Generation nicht verstehe.
    .
    Versteht einer den Satz mit der Flaeche, die da steht, saubreit und fett?
    .
    In diesem Leben werde ich immer ratloser.

  118. Reiterjunge,DA: Das ist mir...
    Reiterjunge,DA: Das ist mir egal! Ich bestehe darauf, daß er mir gefällt.

  119. Filou 23:45
    "In diesem Leben...

    Filou 23:45
    „In diesem Leben werde ich immer ratloser“. Da sind Sie nah dran.

  120. Schöner Text, einer der...
    Schöner Text, einer der besten hier bisher.
    Wobei mir ein Gesichtspunkt in der Diskussion – hier und anderswo – ein wenig fehlt: Es muss doch sowas wie einen Verlagsvertrag geben, und wenn der halbwegs brauchbar ist, müsste da doch drin stehen, dass Frau H. zusagt, nirgendwo abgeschrieben zu haben bzw. relevante Quellen zu nennen.
    So einen Vertrag gibt’s bestimmt. Sie wurde – vermutlich – darin explizit auf ihre Verantwortung hingewiesen, sie hat sie aber – vermutlich – nicht wahrgenommen. Und erkläre mir keiner, Sie sei doch so jung und im Literaturbetrieb unerfahren … Ich finde – obwohl die Kritik an Verlag und Feuilleton natürlich berechtigt ist – die Jungautorin kommt in der Diskussion allgemein ein wenig, nein: viel zu gut weg.
    Es ist übrigens nicht Aufgabe des Feuilletons, neu erschienene Bücher auf Plagiatsvorwürfe hin zu überprüfen, sondern sich ein Urteil über die literarische Qualität zu bilden. Ich rezensiere CDs. Wenn mir ein Pianist eine CD zuschickt, prüfe ich auch nicht, ob er gespielt hat oder die Aufnahme eines anderen unter eigenem Namen heraus gibt. Das kann ich gar nicht (es sei denn, es gäbe eindeutige Hinweise…).
    Für mich liegen 80% der „Schuld“ an diesem Fall bei der Autorin, 8% bei den Agenten, 8% beim Verlag und allenfalls 4% beim Feuilleton. Wobei dessen Fehler vor allem darin liegt, nicht einfach zu sagen: Wir können Plagiate nicht erkennen.

  121. @auch einer.
    Danke fürs...

    @auch einer.
    Danke fürs Revanchieren, keine Ursache, denn Lesen bildet (noch)…

  122. DA 23:20
    Die Aussage des...

    DA 23:20
    Die Aussage des Satzes ist unmöglich. Das Verhalten des hFdN nicht, daß haben
    sie bewiesen.

  123. herr d.a.
    hier kann ich ihnen...

    herr d.a.
    hier kann ich ihnen mal, wie sagt man so schön: vollumfänglich, zustimmen.
    je schwerer das vertun, desto schwerer täte man sich, wollte man. die deutungshoheit zu hinterfragen, das wollte dem feuilleton schon bitte selbst einfallen und wann, bitte auch. und wenn man erst an die abhängigkeiten denkt. verlässlich ist wohl der indikator, dass was zuviel und mit nachdruck kolportiert wird, (vülleicht) so nicht ist. bleibt, dass es peinlich bleibt.

  124. @reiterjunge, Du weisst nicht,...
    @reiterjunge, Du weisst nicht, was in diesem Kontext eine „Fläche“ ist. Es geht um Musik!

  125. Der Tiger 21:00, Sie...
    Der Tiger 21:00, Sie verwischen das Thema, wenn Sie Hertha Müller und Elfriede Jelinek in einem Atemzug und damit auf Augenhöhe nennen. Jelinek und Hegemann sind Geisterverwandte und haben die ähnliche wenn nicht gleiche Entourage. Hertha Müller -bitte- schreibt Literatur. Und nicht nur das, Ihre Existenz in Berlin und die Tatsache, dass sie sich dort „frei“ fühlt, fasst das Phänomen der Hauptstadt präzise: Vieles erinnert sie dort an das heruntergekommene Bukarest Ceaucesceaus mit dessen politischem Netz (sozialdemokratisch-postkommunistisch aufgefrischt), aber sie fühlt sich dort nicht physisch lebensbedroht. So realtiv könnte für Bewohner der westlichen Wohlstandoase (damit meine ich ja nicht jene der weltweiten Westviertel) der Begriff „Lebensqualität“ sein. Und in den Westvierteln entstand noch zur Zeit Thomas Manns Literatur. Heute entsteht dort (sagt das Feuilleton) Rosamunde Pilcher.
    .
    Es wäre nett. wenn Sie diese mit „.“ gezeichnete Leerzeile hier, beim nächsten Absatz und auch bei Folgekommentaren von mir berücksichtigen würden. Bei anderen Kommentatoren geht das ja auch. Längere „Ergüsse“ von mir werden sonst nur zu leseabschreckenden Textblöcken im Blog. Werden in den Westvierteln weniger geschätzt (wenn auch nicht verstanden).
    .
    Am Beispiel der „Damen“ Iris Radisch, Elfriede Jelinek und Katharina Hegemann lässt sich eine aufschlussreiche feministische Schizophrenie feststellen. Nach der Literaturnobelpreiskrönung Jelineks war Radisch in der „Zeit“ die einzige namhafte Feuilletonistin, die die Vergabe (und sehr zu meiner Freude) der Lächerlichkeit preisgab. Nun kommt ein analoges Niveau (40 Jahre jünger und nach dem Erstling bald Literaturnobelpreisverdächtig?) daher und Radisch versteigt sich zur gluckenhaften, geistigen Jungfräulichkeit. Ist das nur ein Altersproblem?
    .
    Alter Bolschewik 20:38, Ihre Sicht vom Feldherrenhügel des Altbolschewiken hat den sympathischen Zug sanftmütiger Überlegenheit. Aber im Gegensatz zu Politik oder Sport (Achtung ich bin ein Tennis-Fan) geht es bei der Kunst -auch- um die Grundlage des zeitgenössischen intellektuellen und emotionalen Lebens. Also um etwas mehr als den Materialismus pur. Dies wissen Sie ja selbst. Aber um gewisse Don Quichotterien -die Friedrich Nietzsche wohl zu ernst nahm- kommt keine Generation umhin. Zumal beim Kaminfeuer in den Westvierteln.

  126. ich stelle mir das <a...
    ich stelle mir das so vor

  127. wenn man sich das...
    wenn man sich das %22%3Eso%3C/a%3E im vorigen Link wegdenkt, gehts

  128. "Das Heer der, wie ich,...
    „Das Heer der, wie ich, Verantwortungslosen, die in den Latrinen Zeitung lesen, sie schaffen aus dem Wald die Bäume fort, damit sie sich selber an deren Stelle hinsetzen und das Essen aus dem Papier wickeln können“.
    .
    Man muss es halt als Heimatliteratur lesen, dann ist die Jelinek genial.

  129. @Holgi, Aha !
    Vielen Dank...

    @Holgi, Aha !
    Vielen Dank für die Aufklärung.
    Es war mir noch neu das „Fläche“ auch ein Terminus Technikus auf dem Gebiet der Musik oder Akustik ist.
    .
    Ich schaffe es einfach nicht alles zu lesen.

  130. ich gehe jetzt rodeln, es wird...
    ich gehe jetzt rodeln, es wird aber weiter freigeschaltet.

  131. @Rosinante - Dürfte ich Sie...
    @Rosinante – Dürfte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie in Ihrer wortreichen Antwort kein Argument vorgebracht haben, warum die Bücher der drei Damen Literatur sein sollen. Wenn ich schon überzeugt werden soll, dann bitte von einem germanistischen Fachargument.

  132. Der Tiger, natürlich ist das...
    Der Tiger, natürlich ist das Literatur. Wir müssen uns nur einigen, ob gute oder schlechte, das ist genau wie bei Kunst oder Pizza. Auch schlechte Pizza ist Pizza, auch schlechte Literatur ist Literatur. Man kann Dingen doch nicht immer gleich ihre Begrifflichkeit absprechen, weil man Bedenken hinsichtlich ihrer Qualität hat. Das ist nämlich reines Ressentiment und hat mit Kritik oder Rezension nichts zu tun. (Geht das als Fachargument durch?)

  133. Der Tiger 10:19, die...
    Der Tiger 10:19, die germanistischen Argumente würden Ihnen so passen. Ich empfehle Ihnen dazu das FAZ-Ressort Geisteswissenschaften (jeden Mittwoch). Es wird nun -und erfreulich erweitert- von Jürgen Kaube redigiert. Zuvor hatte es die nicht mindere Qualität unter Henning Ritter. Ritter hatte die schöne Idee, fast wöchentlich eine Trouvaille aus der germanistisch-soziologisch-psychologisch-philosophisch-kulturwissenschaftlich etc. verlegten Fachliteratur deutschsprachiger Provenienz vorzulegen. Hier wurde ein geradezu erschreckendes Elend in der Hochschullandschaft lesbar. Diese Lesechance haben Sie offenbar verpasst. Jetzt müssen Sie in der „Stützen der Gesellschaft“ nachsitzen. Im Jahr des Tigers finden Sie dazu möglicherweise Zeit. Übrigens, danke Frau Diener.

  134. Werter Don,
    irgendetwas muss...

    Werter Don,
    irgendetwas muss Ihnen doch durch diesen „heilige Feuilleton deutscher Nation“ widerfahren sein. Der Text ist sehr anstrengend zu lesen.
    Dass Autoren von anderen abschreiben, ist ja nun wirklich nicht neu und dass andere sich für einen einsetzen, um daraus Vorteile zu gewinnen, auch nicht. Siehe die Zeit von Adolph Freiherr von Knigge Ende des 18. Jahrhunderts und seinen vielen vielen Abschreibern. Über die regte sich auch nur der Freiherr selbst auf. Auch nur eine Silbe über „Frau Hegemann aus Berlin“ zu verlieren ist müßig. Wer kein Plagiat lesen will, soll die Finger davon lassen und wer die zitierten, plagiierten Werke nicht kennt, wird sich beim Lesen auch nicht ärgern müssen. Das Thema von jungen Damen, besser Weibern, die sich über Härte und Geschmacklosigkeit profilieren wollen, will ich sowieso nichts lesen (müssen). Alle anderen, die glauben, dass das Kultur sein müsse, bitte!
    Schreiben Sie doch bitte wieder etwas über Amüsanteres. Zum Beispiel über meinen Lenkschlitten aus dem Jahre 1920 und seine Annehmlichkeiten beim Hinunterrodeln im Hirschpark in der schönsten Stadt der Welt, Hamburg… Das ganze in Loden…Muhahahaha
    Beste Grüße aus dem letzten Schnee
    MvB-B

  135. .
    Noch mehr Sätze:
    .
    ..".geht...

    .
    Noch mehr Sätze:
    .
    ..“.geht es bei der Kunst-auch-um die Grundlage des zeitgenössischen
    intellektuellen und emotionalen Lebens“. Rosinante
    .
    “ Die Feuilletonisten lesen sich vor allem gegenseitig und sorgen nach
    Kräften dafür das dies auch so bleibt“. Reiterjunge
    no comment

  136. @ Andrea Diener
    Sie haben...

    @ Andrea Diener
    Sie haben völlig recht, ich hätte nicht “warum die Bücher der drei Damen Literatur sein sollen” sondern “gute Literatur” schreiben müssen (es war noch etwas früh am Morgen für meine Verhältnisse). Damit gebe ich Ihnen natürlich auch darin recht, dass ich Ihr Argument als “Fachargument” anerkenne. Allerdings haben wir damit nichts zur literarischen Qualität der drei Damen gesagt.
    @Rosinante
    Erstens, wie kommen Sie auf die Idee, dass ich nachsitze? Meinen Sie damit vielleicht, dass ich dazu gezwungen bin, Dons Blog zu lesen? Ich tu das aus reinem Vergnügen, und bin immer sehr erfreut, wenn jemand auf meine Beiträge eingeht.
    Zweitens, mich interessiert es überhaupt nicht, was irgendein Ritter in einer germanistisch-soziologisch-psychologisch-philosophisch-kulturwissenschaftlich Form über die literarischen Qualität besagter Damen schreibt, sondern wie Sie argumentieren.
    Wenn ich allerdings jetzt auf Ihre weiteren Beiträge nicht mehr eingehe, so liegt das nicht daran, dass mir nichts mehr einfällt, sondern dass ich nach Den Haag radeln werde, um mir die FAS zu kaufen und sie dort in meinem Stammcafé zu lesen.

  137. Mein Deutschlehrer, der ein...
    Mein Deutschlehrer, der ein weiser Mann war, meinte was gute Literatur sei wisse man bei zeitgenössischem immer erst 25 bis 50 Jahre später. Deswegen träfe die Schwedische Akademie auch so viele fragwürdige Entscheidungen. Das Buch der besagten jungen Dame (in dubio….) habe ich nicht gelesen, aber einige Interviews ließen sich in den Feuilletons nicht vermeiden. Da erschien sie mir zwischen altklug und gerissen, eine primäre Naivität der Jugend kaufe ich ihr jedenfalls nicht ab.
    Andere Autoren haben auch plagiiert, bis zu den Druckfehlern bei Namen. Aber etwa der Dramatiker aus Stratford schrieb Stücke die bis auf den heutigen Tag aufgeführt werden können und Menschen berühren. Ich bezweifle dass jemand in 450 Jahren etwas über die Türsteherpolitik oder das Innenleben des Berghain wissen will.
    .
    Was allerdings das Feuilleton der Nation angeht (wobei zu klären wäre ob da die Sprachnation gemeint ist, NZZ und andere waren ja erkennbar skeptisch) so schimpfen inzwischen nicht einmal mehr Feuilletonisten andere Feuilletonisten mit eben diesem Begriff. Und das Tucholsky – Zitat dazu ist nicht mal bei google aufzufinden. Da ist erkennbar viel aufgeplusterte Bedeutsamkeit im Spiel und eine überzogene Vorstellung davon was der Kulturteil einer Zeitung sei. Abgesehen davon dass ich alle paar Monate beim Durchblättern des Kampfblattes unserer Oberlehrer ( Zeit) doch nur einen Qualitätsverlust gegen frühere Jahre konstatieren muss.
    .
    Widmen wir uns also den wirklich wichtigen Dingen, nein, weder Feuchtgebieten noch dem roadkill, sondern dem Rodeln und dem Strudel hernach.

  138. minna, das von Ihnen zitierte...
    minna, das von Ihnen zitierte Satzteil ist in der verknappten Form einer Beifügung formuliert, deren Sinn sich aus dem Kontext erschliesst. In polemischen Entgegnungen ist diese abstarkte Form einer Apposition nicht nur gebräuchlich, sondern auch notwendig (Aber jetzt fragen Sie bitte nicht warum dies notwendig ist). Dies verknappte Prosa-Form erfordert beim Lesen ein wenig mehr Konzentration. Aber diesem Blog ist auch nicht gedient, wenn einfache Verständnisfragen von den Lesern und Kommentatorinnen zu pseudointelligenten „No Comment“-Kommentaren verschmolzen werden. Häufiger verstehen man oder frau solche Gedanken bei der zweiten Lektüre. Probieren Sie’s mal aus.

  139. Rosinante, danke für den...
    Rosinante, danke für den Tipp. Ich bedaure, wenn ich Sie oder Sie mich
    mißverstanden haben.

  140. prince Matecki, das kann man...
    prince Matecki, das kann man so sehen, aber ich bin da anderer Meinung: Dergleichen darf nicht unwidersprochen bleiben, das muss man zurückweisen. Gerade weil es das Ziel dieser Leute ist, die Debatte um ihr Treiben zu verhindern; das unterscheidet sie nicht von den Betreibern von Asse oder den Steuerhinterzieherbanken in der Schweiz. Offene Debatten ist das, was die hassen – also ist es das Richtige.
    .
    kopfschuetteln, bliebe es so, müsste man weiter darüber reden. Oder eben ein anderes Ding machen. Freunde von mir sind inzwischen so vom hFdN genervt, dass sie ihr eigenes Besprechungsprojekt aufgemacht haben.

  141. hg, der Fall hier liegt...
    hg, der Fall hier liegt insofern anders, als es um dieses Buch eine Auktion um die Rechte gab, sprich, mehrere Verlage haben begriffen, dass sie damit das hFdN bestens an der Nase herumführen und einen Bestseller bekommen können. Es ist ja kein Buch im herkömmlichen Sinne, sondern ein Massenprodukt für den Betriebshype. Und wenn es erst mal so läuft, sind Plagiatsvorwürfe Kinkerlitzchen. Der Verlag kann bei sowas die Kosten auf den Autor abwälzen. Aber nachdem Ullstein das Machwerk unter Beihilfe deutscher feuilletonisten weiter verkaufen will und wird, wird man da vermutlich nicht allzu sehr darauf drängen. Schadet nur dem betriebsgeschäft. Due Frage an sich ist natürlich sehr richtig.
    .
    Reiterjunge, zum Thema, dass sich das Feuilleton vor allem selbst liest: ich denke, das Internet war und ist für viele ein Schock, wenn sie merken, wie wenig doch realiter von jenen angeblich meinungsmachenden Texten gelesen wird; die Zahlen sind da meist sehr bescheiden. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum gerade das Feuilleton das Internet so sehr verabscheut.

  142. Avantgarde, danke für den...
    Avantgarde, danke für den Link. Immer nett zu sehen, dass manche noch sowas wie Kinderstube haben.
    .
    Der Tiger, Frau Hacker ist ja eher so ein Beispiel für einen Kritikererfolg, in dem Fall auf einer extrem elenden jüdischen Karte (selten war mir so schlecht beim Lesen wie bei dieser, bei uns sagt man, Überidentifizierten). Aber so ist das nun mal: Für diesen Komplex interessieren sich meist nur die Schrulligen, die unangenehm Schnüffelnden und evangelische Religionslehrerinnen im Vorruhestand, die auch immer genau aufpassen, dass das Judentum immer hübsch sauber und anständig bleibt. Ich war mal bei einer Lesug mit Etgar Keret, da fragte eine dieser Damen, warum er denn als Jude so schmutzige Dinge schreibe.

  143. Aha, im Freitag gibt es auch...
    Aha, im Freitag gibt es auch einen guten Text zum Thema (und eine weiterführende Debatte, die machen sich)
    .
    http://www.freitag.de/kultur/1007-fall-hegemann-eine-missbrauchsgeschichte

  144. Gerade solche Diskussionen wie...
    Gerade solche Diskussionen wie im Plagiatsfall Hegemann müssen geführt werden, nicht um die Nicht-Bedeutung des Werks zu unterstreichen, sondern um die Gefahr erheblicher öffentlicher Kritik aufrecht und damit zumindest diesen Grobfilter für den Literaturmarkt zu erhalten, da Kopie auch im Literaturbetrieb sonst zum Standardphänomen wird. Gleichwohl wäre der Fremdschämfaktor wohl maximal, würde man die unreife Autorin in eine Diskussionsarena mit schneidigen Literaturkritikern laden, hier kommt zu Ihren Gunsten auch der Kinderbonus zum Tragen, doch diese sollten sich nicht ansatzweise mit dem Attribut ernsthafter Literatur schmücken können. Vielleicht sollte man derartige Inhalte auch maximal auf Berghain-Barservietten oder -WC-Papier drucken, wo sie ihrer Bedeutung gerecht würden.
    Eigentlich sind es doch eher die weltweiten Südviertel die überzeugen, nicht die Westviertel!

  145. Don, der Artikel von Frau...
    Don, der Artikel von Frau Dieckmann wirkt auf mich ziemlich angestrengt. Letztlich eine weitere Verteidigung des „armen Hascherls“ (und auch ihres eigenen vorhergehenden Beitrags in der NZZ). Wozu das alles; dieses Graben nach SINN, wo keiner ist? Man wird in den nächsten Jahren sehen, ob das Fräulein H. mehr drauf hat als bloßen Zahnbelag.

  146. Vielen Dank für Ihren Text,...
    Vielen Dank für Ihren Text, Don Alphonso. Die FAZ kann sich glücklich schätzen, daß Sie für sie schreiben! Erst indem Sie es schreiben, steckt der Apfel wirklich im Hals. Das hat mehr Poesie als der ganze Roman von Helene Hegemann, und es konfrontiert das Feuilleton endlich mit der Macht des Wortes, die es andauernd herbeiredet.

  147. Werter hg,
    sicherlich wird es...

    Werter hg,
    sicherlich wird es so einen Vetrag geben, den der Vater der damals noch beschränkt geschäftsfähigen Helele H. genehmigt hat.
    Aber wenn sich das Buch verkauft, kratzt es Ullstein doch wenig.
    Die wollen doch nur Kohle und Publicity.
    .
    Brisant wird es erst, wenn jemand Lizengebühren als Urheber der Originaltexte verlangt.
    .
    Dann wird Ullstein ggf. auf den Vetrag pochen und Fräulein H. in Regreß nehmen.
    Die ganze Geschichte ist aus juiristischer Sicht nicht uninteressant.

  148. @Don Ferrando
    Können die Frau...

    @Don Ferrando
    Können die Frau Hegemann eigentlich noch in Regress nehmen, nachdem sie sich zum „Remix als Genre“ und zu ihrem Mitwissertum bekannt haben?

  149. Ich muss mich jetzt um meine...
    Ich muss mich jetzt um meine Kinder kümmern, dass sie weiter an ihrem Roman schreiben….

  150. Ab jetzt geht allenfalls noch...
    Ab jetzt geht allenfalls noch Crack bei einem Alter von weniger als 12, um vom Betrieb wahrgenommen zu werden. Und als neuen Nachnamen würde ich Beuys empfehlen – das merkt der Betrieb nie!

  151. Werter Don, spekuliere ich...
    Werter Don, spekuliere ich richtig mit der Annahme, dass die Verwendung des Ausdrucks „Heiliger Feuilleton deutscher Nation“ von jüngsten Veränderungen im „Deutschland“ Aritkel der Wikipedia inspiriert wurde ? In genanntem Artikel (der meistgelesene der deutschen Wikipedia Ausgabe) wurde jüngst das Bild der Krone,
    des Heiligen Römischen Reiches eingeführt. Wenn auch im hiesigen Blogthema die Frage etwas wesensfremd erscheint, würde mich interressieren ob der vermutete Zusammenhang, vielleicht auch nur unterschwellig, existiert…. Beste Grüße von Lear21: Hauptautor von Berlin, Germany und European Union @ engl. Wikpedia, sowie Bildgestalter des runderneuerten Deutschlands @ dt. Wikipedia.

  152. @HansMeier555:
    Ohne den ganzen...

    @HansMeier555:
    Ohne den ganzen Sachverhalt (Vertragswerke) genau zu kennen, läßt sich Ihre Frage leider nicht beantworten.Wer weiß, was die alles für Freizeichnungsklauseln vereinbart haben und welche Vertragsbestimmungen überhaupt wirksam sind.
    .
    Aber vermutlich wurde der Autorenvertrag auch von Philologen statt von Cautelarjuristen entworfen.

  153. @Don Ferrando,
    ist schon klar....

    @Don Ferrando,
    ist schon klar. Meine Frage (als juristischer Laie) geht dahin, ob der Verlag durch sein öffentliches Auftreten seine Verhandlungsposition nicht verschlechtertert hat.

  154. Lear, bedaure, ich wollte...
    Lear, bedaure, ich wollte damit einzig und allein auf das heilige römische Reich deutscher Nation und dessen Spätzeit anspielen, denn es geht im Feuilleton ähnlich verkrustet und uneinsichtig zu.

  155. @Josef
    Ihre Kinder schreiben...

    @Josef
    Ihre Kinder schreiben Romane?
    Hoffentlich sind gut mit Stoff versorgt.

  156. Man sollte meinen, nun wäre...
    Man sollte meinen, nun wäre ein Innehalten erzwungen. Aber während Sie das alte heilige Feuilleton deutscher Nation so schön zu Grabe tragen, erfindet Volker Weidermann es in der heutigen Sonntagszeitung gerade neu – als Rezensent zu Hugo von Hofmannstals Notizen zum Journalismus (Bd. 33 der Sämtlichen Werke), Medienseite.

  157. @ Don (21:19): 'Verkrustet und...
    @ Don (21:19): ‚Verkrustet und uneinsichtig‘, dazu fällt mir das Lobgehudel um Jonathan Little ein. Ich weiß allerdings nicht ob Andrea Diener diesen Franzosen unter (schlechte) Literatur oder nicht lieber unter erquältes Sachbuch einorden würde.(oder so ähnlich)

  158. Littell hab ich mir bestellt...
    Littell hab ich mir bestellt und reingelesen. Doch, das ist Literatur, man kann solche Bücher schreiben.
    Begeistert war ich auch nicht, „gequälte Bildungshuberei“ trifft es ganz gut.
    .
    Bei Tellkamp war es irgendwie ähnlich. Die ersten 200 Seiten hab ich gelesen. Solide Prosa, man kann nichts saagen.

  159. Litell liegt daheim noch auf...
    Litell liegt daheim noch auf dem Historismusmonster, wo er von einer Frau vergessen wurde, die sich dann lieber mit den Gefährlichen Liebschaften vergnügte.

  160. "die sich dann lieber mit den...
    „die sich dann lieber mit den Gefährlichen Liebschaften vergnügte.“
    .
    Meinen Sie das Buch oder den Gastgeber auf dem Sarough?

  161. DerTiger: kamen Sie dazu die...
    DerTiger: kamen Sie dazu die FAS zu lesen, etwa den von DeutscherWinter angesprochenen Artikel eines VW?

  162. Wenn ich mit allen Gästen,...
    Wenn ich mit allen Gästen, dann hätte ich viel….
    .
    Nein, sie las, und ich sang in der Küche schkecht und laut Opernarien. Letzteres reicht normalerweise, um etwaige Anfragen im Keim zu ersticken.

  163. “gefährliche...
    “gefährliche Liebschaften”, dazu fällt mir ein, was ich dachte als ich das FAZ Feuilleton vom Samstag las. Also, voraussetzen muss ich, dass ich als ältere Dame mit Männer nur platonisch verkehre. Dabei habe ich beobachtete, dass die immer jüngeren Herren sich immer gleich verhalten. Sowie wir uns am (Restaurant)Tisch niederlassen, ziehen sie ihr Handy aus der Tasche, legen es auf den Tisch neben sich und gucken alle 10 Minuten auf den Display. Wenn ich ernsthaft Absichten hätte, wäre ich beleidigt. So aber denke ich jedes Mal, wenn er Sex hat, und seine Klamotten auszieht, legt er dann das Handy neben die Dame, um trotz Romantik immer auf dem Laufenden und erreichbar zu bleiben?
    Zweitens, Feuilleton ist ja in der Sprache der D’amour ein Fortsetzungsroman, und so sehe ich es auch. Romane nimmt man nicht ernst, und sie zu lesen ist ein Luxus, den sich eigentlich nur Damen mit erfolgreichen Ehegatten leisten können. Wenn ich mich durch Politik, Wirtschaft und Finanzteil durchgeackert habe, und es keinen Motor und Technikteil gibt, gönne ich mir ein paar Artikel des heiligen Feuilletons deutscher Nation. Sonst reicht es gerade für die Überschriften. Samstag war ich baff, Algorithmen für Datenauswertung, so was ich hätte ich eher im Technikteil erwartet. Hat mich sehr interessiert, vor allem, weil ich vor Jahren selbst diverse Algorithmen entwickelt und programmiert habe und der Artikel eigentlich für mich nichts Neues enthielt. Jetzt bin ich sehr gespannt, was morgen kommt.

  164. Ich habe meinen Littell schon...
    Ich habe meinen Littell schon vermisst, jetzt schwant mir, wo er ist. Gefährliche Liebschaften hingegen habe ich keine, leider.

  165. @minna
    Leider habe ich die...

    @minna
    Leider habe ich die Zeitung nach dem Lesen im Cafe gelassen. An VW erinnere ich mich, aber die Überschrift von Ritter (Rosinante 11:43, Tiger 12:50) hab ich zur Kenntnis genommen. War ein Bild mir Faust dabei, also ich nehme an es war über Arbeiter-was-auch-immer.

  166. Ebenso schlimm sind die Herren...
    Ebenso schlimm sind die Herren und Damen aus der Kulturredaktion (auch der FAZ), welche nicht einmal Leserbriefe zulassen. Im Besonderen, wenn diese Missstände in Opernhäusern zum Inhalt haben…

  167. wo sich hier gerade alle...
    wo sich hier gerade alle literaturtipps um die ohren hauen, will ich nicht zurückstehen:
    william kotzwinkle: ein bär will nach oben (1998, übersetzt von hans pfitzinger)
    damit wir mal wieder zum ursprungsthema zurückkommen;-)

  168. Dem Feuilleton ist angeblich...
    Dem Feuilleton ist angeblich gelebte Originalität und Authenzität wichtiger als literarische Qualität, doch, um mit Fjodor Tjutschew zu sprechen:
    „Der ausgesprochene Gedanke ist eine Lüge.“

  169. ego 9.26
    Danke. Das erklärt...

    ego 9.26
    Danke. Das erklärt doch nur die Vergangenheit.

  170. Wahrscheinlich ist...
    Wahrscheinlich ist „spätrömische Dekadenz“ doch eine treffende Beschreibung unseres Gesellschaftssystems. Dabei sollte der Diskurs sich allerdings nicht mit den paar Hartz IV-Betrügern ablenkend begnügen. Die Protagonisten, die „Leistungsträger“ sind anderswo auszumachen.

  171. minna 10:23, wenn Sie die...
    minna 10:23, wenn Sie die Vergangenheit verstehen, verehrte minna, haben Sie schon viel von der Gegenwart und die Grundlagen der Zukunft begriffen.

  172. ego 09:26, und der nicht...
    ego 09:26, und der nicht ausgesprochene (oder aufgeschriebene) Gedanke ist nicht existent.

  173. Rosinante 12:00
    Ich wünschte,...

    Rosinante 12:00
    Ich wünschte, Sie hätten recht.

  174. Rosinante 12:57
    Woraus wir...

    Rosinante 12:57
    Woraus wir dann schlussfolgern müßten, daß das Leben eine Lüge ist?

  175. Das sowieso, ego, das...
    Das sowieso, ego, das sowieso.
    .
    N°5, das wäre generell auch mal ein Thema, allein, bei Opern sind Missstände kein Versagen, sondern gelebte Tradition.

  176. Das war kein Grubenhund mehr,...
    Das war kein Grubenhund mehr, das war ein Grubenelefant im deutschen Feuilletonzirkus.
    Hoffentlich übernimmt das Duo Süßkind/Dietl den Fall, bevor Wortmann („Drehbuch“)/ Schweiger (als Helene) auf den Trichter kommen.

  177. A Day In The Life Of
    Eines...

    A Day In The Life Of
    Eines Mitglieds der Besseren Gesellschaft Deutschlands. Wie sieht der Tagesablauf aus? Darf man/frau einer Tätigkeit nachgehen? Und wenn ja, welcher?

  178. ""Der ausgesprochene Gedanke...
    „“Der ausgesprochene Gedanke ist eine Lüge.““.
    @ ego Nicht nur das. Sondern vor allem das Neil Gaiman zugeschriebene „Writers are liars my dear, surely you know that by now?“.
    .
    .
    „Everything is but a dream within a dream.“ (Edgar Allen Poe)

  179. ...die wir ja auch bewahren...
    …die wir ja auch bewahren wollen. Nein, gehen Sie einmal in die Kantine der Staatsoper, dann wissen Sie was ich meine. Hinten neben der Heiligenhofkirche geht’s rein. Aber das muss ja nicht jeder wissen also bitte nicht veröffentlichen ;-)
    Ok, grundsätzlich ist es die Kantine vom Resi aber es könnte auch eine von Siemens oder einem Krankenhaus oder eine Autobahnraststätte sein… Wenn die Bühne das Herz und die Kantine die Seele eines Hauses ist, dann sind da gerade harte Chirurgen am Werk… Und wenn sich Regisseure, wie in Berlin geschehen brüsten, noch nie etwas für die Oper übrig gehabt zu haben, dann kommt mir das vor wie Zeuge einer Vergewaltigung zu werden…
    Sie sind nicht zufällig im Freundeskreis der Oper, des Balletts?! Eigentlich auch ein klassisches Westviertelthema oder?!

  180. Vroni 17:32, Sie sind offenbar...
    Vroni 17:32, Sie sind offenbar eine Feundin von Iris Radischs „gluckenhafter, geistiger Jungfräulichkeit“ (Rosinante 04:46). Nun denn, wenn’s gefällt.

  181. Liebe/r/s Nr.5
    Neulich kam ich...

    Liebe/r/s Nr.5
    Neulich kam ich zufällig kurz in der Schweiz und habe mir online eine Karte für die Oper(ette) bestellt: Was an dem Tag grade lief. Die Inszenierung war witzig und gut gemacht, nur war von der Musik leider zu wenig übriggeblieben. Ich dachte:
    Is ja voll krass, genau wie früher bei Marthaler in der Berliner Volxbühne, ey! Dann stellte es sich heraus: Es WAR Marthaler. Und das Publikum war begeistert. Murx den Offenbach, kann ich da nur sagen.

  182. Also nochmal das hFdN. Sie...
    Also nochmal das hFdN. Sie wären einfach in der gegenwärtigen Krise, der
    ideale Sündenbock. Viel besser als HartzIV. Ihre Ratings für Subprime „stinken zum Himmel“, da hilft auch kein umverpacken. Es sind nicht viele und kein Mensch
    kennt Sie.

  183. Flimm, Salzburg, King Arthur...
    Flimm, Salzburg, King Arthur (Purcell). Uhae!
    Kusej, Zuerich, Zauberfloete (vermtl. Schickaneder). Grmmm!

  184. herr d.a.

    "bliebe es so,...
    herr d.a.
    „bliebe es so, müsste man weiter darüber reden.“
    wenn sie gottes gehörgang finden …
    ich denke, das fäulein-ding ist durch. das hFdN kann sich selbst auseinandernehmen. um sich hernach zusammen-zu-setzen, in haltende arme zu fallen und schwelgen: was für ein ding! bis zum nächsten ding.
    „Freunde von mir sind inzwischen so vom hFdN genervt,
    dass sie ihr eigenes Besprechungsprojekt aufgemacht haben.“
    hab ich, ich weiß nicht … glaube, habe schon hineingelesen.
    ja. ohne den duktus des hFdN, geht das?
    und das noch: ich fahre ja öffentlich. ich lese; jede(r) zweite liest.
    nicht eine „zeitung“, die ihn anschreit. die lesen, die leute lesen bücher,
    ist so. ohne und trotz eines hFdN. das jedenfalls bleibt so. da bin ich
    mir sicher.

  185. Was soll das sein, hFdN?
    Ich...

    Was soll das sein, hFdN?
    Ich dachte, das heisst H1N5 oder so.

  186. HansMeier555 kann man das...
    HansMeier555 kann man das essen?
    kopfschütteln wie war das? Die wollen nur spielen? Dumm, das ich das nicht
    gemerkt hab.

  187. ...und ich werde mich auch...
    …und ich werde mich auch nicht mehr von Zeitungen anschreien lassen.
    Schwör`s

  188. @ von Rosinanten an mich:
    "Sie...

    @ von Rosinanten an mich:
    „Sie sind offenbar eine Feundin von Iris Radischs „gluckenhafter, geistiger Jungfräulichkeit“ (Rosinante 04:46). Nun denn, wenn’s gefällt.“
    Wie bitte?? Da zitiert man unschuldig Gaiman und Poe und ist damit plotzlich gluckenhaft geistig. So schnell kanns gehen, sapperlot.
    Chatte sich wer kann.

  189. Vroni 23:38, wenn Sie Ihre...
    Vroni 23:38, wenn Sie Ihre Beiträge mit wortmächtigen Autoren oder Autorinnen der Weltliteratur aufwerten wollen, sollten Sie diese wenigstens in einen sprachlichen Kontext stellen, der diese nicht abwertet. Dies nennt man (auch frau?) Respekt vor geistigem Urhebertum. Und, dies nur en passant, dies wäre auch ein Respekt vor der Muttersprache.

  190. et tu, Durs Grünbein! Der...
    et tu, Durs Grünbein! Der wahre Skandal ist ganz klar das überhaupt-gut-finden. Ich bleibe erschüttert und schüttele meinen zunehmend weniger naiven Kopf.

  191. Grünbeins Text ist reine...
    Grünbeins Text ist reine Anhimmelei, purer Geniekult wie im 19. Jahrhundert. Da ist nichts von Textanalyse oder Reflexion. Stattdessen sagt er nur „WOW. Einfach nur Wow. Wer vor diesem Buch nicht auf die Knie fällt, es anzubeten, der möge in den raumlosen Sphären ersticken“.

  192. So kann man es natürlich auch...
    So kann man es natürlich auch machen: Glaube statt Argumente.

  193. Grünbein wirkt einfach...
    Grünbein wirkt einfach lächerlich, wenn er das Auge und Protoplasma,und Tränen und die Elemente bemüht. Herrlich, dieses affektierte Sphärengesülze. Da fehlt mir doch glatt die Gabe mich überwältigen zu lassen – außer zu einem herzhaften Lachen!

  194. Mannomann, kommt heute kein...
    Mannomann, kommt heute kein Kulturbetriebsleiter ohne sich selbst überschlagendes Brainwanking aus?

  195. Zu Grünbein: Die Achse des...
    Zu Grünbein: Die Achse des Blöden. Ob Grünbein, Hegemann oder Biller. Mittelmäßigkeit die glaubt wenn Sie nur ihre Besonderheit wahlweise weihevoll, brutal oder laut genug behauptet, sich die Genialität schon irgendwie einstellt. Das Prinzip „des Kaisers neue Kleider“, wer es nicht rafft leidet an „einem Mangel an Gaben“. Auf solche Gaben verzichte ich gerne. Lieber für 3,50 Euro die Stunde Post austragen, als so eine abgestumpfte Kulturbetriebsmaschine zu werden.

  196. Was? Es erschaudert keiner...
    Was? Es erschaudert keiner ehrfurchtsvoll vor dem „Büchner-Preisträger Durs Grünbein, Mitglied des Ordens pour le merite“? Keiner steht mehr stramm? Oh weh.

  197. Ja, lieber Don Alphonso 11:42,...
    Ja, lieber Don Alphonso 11:42, so weit sind wir schon gekommen. Leider nur in Ihrem Blog.

  198. Lieber Don! Ihnen und Ihrem...
    Lieber Don! Ihnen und Ihrem Blog zuliebe habe ich diesen Grünbein Artikel gelesen. So ein Kitsch! Der letzte Satz des Artikels sagt alles: ‚… daß jeder Satz und jeder Dialog durchatmet und durchströmt wird von der Inspiration einer großen Schöpferin.‘ Da muss ich mich sofort in Technik und Motor erholen mit: ‚Dicht halten ist ihr Job‘.

  199. Grünbein oder Wie ich die...
    Grünbein oder Wie ich die Kontrolle über meinen Schließmuskel verlor.

  200. @DrMaus Kulturprekariat. Durs...
    @DrMaus Kulturprekariat. Durs dürfte auch nur ein Pseudonym dafür sein.
    Auf welcher freundlosen Party war denn die Bischöfin? Die im Tresor?

  201. Starker Quark, getretener...
    Starker Quark, getretener (Gruenbein meine ich)

  202. Nun ja, der Diskurs sucht sich...
    Nun ja, der Diskurs sucht sich eben einen Weg (und orientiert sich nicht zwingend an der Lobzuschanzerei des Betriebs).

  203. @ferry
    Demnächst wird es...

    @ferry
    Demnächst wird es sicher eine Sixt Reklame mit Frau Bischöfin geben, in der sie ankündigen wird: ‚Nächstes Mal miete ich mir einen Sixt – versprochen!‘

  204. ... dieser letzte Satz...
    … dieser letzte Satz erinnert ein wenig an Joyce: dass ein lebendiger Stil einem Strom vergleichbar sein solle, der Farbe und Textur der Gebiete annimmt, durch die er fliesst.
    Wuerde dieses Abkupfern bei einer 17-jaehrigen nicht so eng sehen. Vermute, dass ihr solch peinliche und partiell offen unsinnige Affirmation und Parteinahme eher schadet als nuetzt.
    Man koennte die Saetze des Gruenbein-Artikels, je nach Sinnlosigkeit, nachgerade in eine Rangordnung brinbgen. Meine Nummer 1 waere der Satz: „Es wäre genauso richtig und genauso sinnlos zu sagen, das Auge habe das Protoplasma bestohlen oder die Träne die Elemente, weil sie Chlornatrium enthält.“
    MfG
    G.S.

  205. omg, wie man im klerikalen...
    omg, wie man im klerikalen amerika sagt, oh, mein gott!… was seid ihr hier fuer penner und geistesfremde philister. – wenn gruenbein den advokaten des ganzen gibt, das mehr ist als die summe seiner teile – in dessen lichte alle fragmente ihre eigene bedeutung, herkunft und identitaet verlieren und eben zu dem selbstlebenden einen werden, dann sagt er damit weiter nichts, als dass er den ersten und oberster lehrsatz der alchemie der kuenste zitiert.
    dieser lehrsatz allerdings sollte jedem geistesmenschen im gewissen und in der wahrnehmung brennen… wenn nicht…. ja dann… – wohl bekomm’s – zaehlt weiter eure brotkrumen, ihr erdenvolk.

  206. <p>Liebe Rosinante, aber...
    Liebe Rosinante, aber dafür ist Herr Grünbein ganz vorne auf der 1!
    .
    (Im Ernst: Da zeigt sich wieder die unfassbare Arroganz des Literaturbetriebs, Grüneins Text in Kurzform lautet „Wir wissen genau was gut und gut für Euch ist, also haltet den Mund.)

  207. Seien wir doch mal ehrlich:...
    Seien wir doch mal ehrlich: Grünbein ist selbst unlesbar, welch Wunder also, daß er jemand Gleichgesinnten lobt.
    Ich bleibe dabei: Nichts von Lebenden (Deutschen) lesen!
    PS: Vom „Pour le Merite“ gab es nur eine ernstzunehmende Klasse – deren letztes Mitglied starb am 17.02.1998

  208. Das ganze hat ja auch etwas...
    Das ganze hat ja auch etwas sehr Gefährliches: Da, wo die Intellektuellen (hier: der Literaturbetrieb) versagen, da werden Tür und Tor geöffnet für ekeligste antiintellektuelle Reflexe. In einigen Kommentaren zum FAZ.NET-Grünbein Artikel reckt eben solcher AI sein keckes Haupt. Man kann durch die Sachlage wenig entgegnen; es ist zum Verzweifeln.

  209. Sind wir schon im Sommerloch?...
    Sind wir schon im Sommerloch? So ganz ohne Sommer?
    Wake me for meals…

  210. auxtroisglobes, das liegt aber...
    auxtroisglobes, das liegt aber auch an der unterschiedlichen Erwartungshaltung: wenn man davon ausgehen kann, dass der Autor eines Beitrags auf einen eingeht und sich mit einem auseinandersetzt, kann man auch über wirklich Abseitiges immer noch reden. Das geht hier ja auch. Was man bei Grünbein gerade sieht: Das ist die Reaktion auf eine Diskursverweigerung. Und ich denke, die meisten Medien haben das Problem, das daraus erwächst, einfach noch nicht verstanden. Deshalb können sie den Diskurs weder steuern noch für sich nutzen.

  211. auxtroisglobes, mir gehen...
    auxtroisglobes, mir gehen mittlerweile auch die Ideen aus.
    Buchhändler-Boykott? Ein Witz in Zeiten von Amazon.
    Ein Machtwort von MR-R? Vielleicht lieber gleich die Ghostbusters anrufen.

  212. @abf: Ich bin halt kein...
    @abf: Ich bin halt kein „Geistesmensch“ und Kunstmetaphysik brauch ich so dringend wie ein Furunkel am Arsch. „Wovon man nicht sprechen kann, davon soll man schweigen“, Wittgenstein mein ich. Die Brotkrumen nehm ich übrigens dankend an.

  213. Liebe Rosinante, lieber...
    Liebe Rosinante, lieber Don:
    „… so weit sind wir schon gekommen. Leider nur in Ihrem Blog…“
    .
    Oh nein, nicht nur hier im Blog. Lesen Sie die inzwischen freigeschalteten Leserkommentare zu Grünbeins Text.

  214. @Don, 13:08
    Richtig. Als...

    @Don, 13:08
    Richtig. Als jemand, der „Axolotl“ nicht gelesen hat, wäre ich ja durchaus offen für die Behauptung aus berufenem Munde, das sei trotz Plagiat gute Literatur. Aber dann müsste jemand wie Grünbein sich schon herablassen zu erklären, was genau daran so gut ist und wo hier „das Neue“ erkennbar wird.
    .
    Uns einfach nur sein persönliches Überwältigungserlebnis zu schildern (in der Art, wie es romantische Teenager in ihr Tagebuch schreiben), das genügt mir nicht.

  215. Was ist denn aus dem...
    Was ist denn aus dem Schirrmacher Leseforum geworden, „reading room“ oder so. Ich sehe keine links mehr dahin. Da konnte man zu Littell Kommentare auf Kommentare schreiben und sogar Antwort vom Kommentator bekommen. Hat sich nicht durchgesetzt?

  216. Habe gerade den Artikel von...
    Habe gerade den Artikel von Grünbein zum Thema Hegeman gelesen! Bin entsetzt! So viel schmierige Lobhudelei auf einmal. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren Herr Grünbein ist in extremer Erklärungsnot!

  217. Irre ich mich, wenn ich aus...
    Irre ich mich, wenn ich aus Grünbeins Text eine gewisse Geringschätzung für die bestohlenen Autoren herauslese, nach dem Motto:
    „Eure Texte sind nur das Rohmaterial, aus dem das Genie die Kunst erschafft“?

  218. Ich lese es so: Der Schlamm...
    Ich lese es so: Der Schlamm darf sich glücklich schätzen, von der Neuberliner Promethine (oder Prommitine?) geformt und mit Leben behaucht zu werden.

  219. Hat eigentlich schon jemanden...
    Hat eigentlich schon jemanden MRR gefragt?

  220. Langsam, aber sicher mündet...
    Langsam, aber sicher mündet die Debatte über den Lurch in ein einziges großes Gähnen.
    .
    And now there is something completely different…
    .
    DA, bitte übernehmen Sie!

  221. Es gibt Momente, wo mir die...
    Es gibt Momente, wo mir die angelächsische Attitüde trotz allem lieber ist als der altdeutsche Geniewahn.

  222. Bis jetzt bringt es Grünbein...
    Bis jetzt bringt es Grünbein auf 15 Kommentare; die Bischöfin auf 67

  223. Also auch noch eine...
    Also auch noch eine Geringschätzung der Leser?!

  224. Was den Reading Room angeht:...
    Was den Reading Room angeht: Soweit ich verstehe, ist das inzwischen:
    .
    http://www.faz.net/buecher
    .
    fridericus, erstaunlicherweise finde ich ja, dass darin exakt jene „Wir da oben ihr da unten“-Attitüde spricht, die mitunter das Thema dieses Blogs ist. Insofern finde ich es durchaus angemessen, den Fall weiter zu verfolgen.

  225. minna, Andrea Diener und...
    minna, Andrea Diener und dieser Beitrag hier marschieren zusammen auf die 400 Kommentare zu. Was ich erstaunlich finde (oder auch nicht), ist dir geringe Zustimmung für den bekränzten Poeten. Aber ich bin ja auch nur ein Blogger, was weiss ich schon?
    .
    FS, Leser, was sind schon Leser, wenn es um die ewige Kunst geht?

  226. (Und kann man darauf noch...
    (Und kann man darauf noch irgendwie nichtironisch reagieren?)

  227. Wenn ich nicht so faul wäre,...
    Wenn ich nicht so faul wäre, würde ich mal ein Grünbein-Buch abschreiben, vielleicht reicht ja auch das Scannen, leicht verschlimmbessern und dann veröffentlichen. Den Titel weder ich mal ändern. Herr Grünbein fände das sicherlich prima. Ich bezweifele nur, dass das Werk jemand kauft und brauche deshlab noch ein Lobhudler, die den „Hype“ erzeugen.

  228. @ muscat 13.08h

    I'll be your...
    @ muscat 13.08h
    I’ll be your tooth-fairy. What shall I bring you to eat?
    P.S. „Herausgegeben von Werner D’Inka, Berthold Kohler, Günther Nonennmacher, Frank Schirrmacher, Holger Steltzner“ steht auf der Titelseite der FAS (D 56112 vom 21.2.). Was bedeutet dieser Satz? Was für eine Arbeit macht ein Herausgeber?

  229. @minna und FS
    Das ist doch...

    @minna und FS
    Das ist doch menschlich: die Sünden einer Bischöfin sind viel interessanter als das langatmige Loblied eines Poeten.

  230. "Woran erkennt man einen...
    „Woran erkennt man einen mittelmäßigen Schriftsteller? An der Fülle lobender Besprechungen.“ (Helmut Arntzen)
    Dann dürfte ja alles klar sein. Oder?

  231. HansMeier555, danke für die...
    HansMeier555, danke für die Hinweis auf die Leserkommentare zum Grünbein-Text. Die sind teilweise saftig, und Ihr Verweis auf Dieter Bohlen sehr amüsant. Falls bis morgen Früh kein neuer Eintrag unseres Gastgebers vorliegt, schreibe ich zu diesem Kulturschlammbad etwas Eingehenderes. Jetzt bin ich dafür zu müde.

  232. fionn, rohe Leber natürlich;...
    fionn, rohe Leber natürlich; ich will auch mal in die Bundeswehr.

  233. Rosinante, es wird etwas...
    Rosinante, es wird etwas vorliegen, aber den Nutzerzahlen nach zu schliessen, erfreut sich dieser Beitrag immer noch der Lesergunst, also nur zu.

  234. ...naja; der "Betrieb" könnte...
    …naja; der „Betrieb“ könnte sich auch ein bischen mehr anstrengen.

  235. fionn 14:42
    Das halte ich für...

    fionn 14:42
    Das halte ich für eine gute Frage.

  236. Durs Grünbein ist schon ein...
    Durs Grünbein ist schon ein sehr lesenswerter Autor genauso wie Herta Müller. Allerdings habe ich den heutigen Text von Grünbein in der FAZ nicht verstanden, er sollte schon erklären, was so toll ist an diesem Jungfrauen-Buch.
    Krachlederne Soli-Bekundungen unter Rodelfreunden helfen da nicht.

  237. Wirklich: es ist Zeit für ein...
    Wirklich: es ist Zeit für ein Machtwort von MRR: Dieses Buhch ist schlähcht!!! Klipp und klar, ganz einfach, mehr ist dazu nicht zu sagen! Das ist Schund, das ist Müll, das ist Kitsch, das ist total Nineties, das ist das blanke Gegenteil von neu und innovativ!
    .
    Und alle Diskussionen über Urheberrecht sind eigentlich zuviel der Ehre für Frau Hegemann. Über dergleichen sinnvoll diskutieren heißt nur den Standort dieser peinlichen Person dialektisch bestärken. Und das sollte man vermeiden. Denn in einem bin ich pessimistischer als Sie, D.A.: ich glaube nicht, dass Hegelolita nach dem ganzen Rummel in der Schublade verschwinden wird. Ganz im Gegenteil: von dieser Person werden wir noch viel hören. Als ich sie bei Harald Schmidt sah, dachte ich nur: oje. Von keinerlei Selbstzweifel angekränkelt. Null Reflexion, Diskretion, Verfeinerung. Stattdessen: Eine Abgefeimtheit, eine Vulgarität, dass es einen graust und dazu noch ein Sendungsbewusstsein nahe der Stratosphäre. Lolita-Charme? Nullkommanull. Stattdessen kommt sie rüber wie eine fünfundvierzigjährige Szeneschlampe. Dazu herzlichen Glückwunsch: Dieses Rollenverhalten ist schon mal ein gutes Investment in die zu erwartende künftige Kulturschickeriakarriere. Schmidt war dementsprechend sichtlich beeindruckt.
    .
    Dr. Grünbein oder Wie ich lernte, den Mangel an Gaben zu lieben

  238. Stilkritik jetzt versuch ich...
    Stilkritik jetzt versuch ich es auch mal mit Küchenpsycho:
    Vielleicht ist das alles kindliche Prägung. Etwa, wie bei Kriegskindern für die, die
    Welt auch nur aus Tod und Waffen besteht und das alles ganz toll und selbstverständlich finden.

  239. Werter Don, Sie haben recht!...
    Werter Don, Sie haben recht! Schluß mit ärgern! Schon amüsant wieviel rechtschaffende Kulturträger bei diesem Thema ihren Gehirnschmalz vergeuden! Als ob es in diesen Tagen nix anderes zum Tratschen gäbe! Z.B. : Promis und Alkohol am Steuer, oder Olympia, oder…?

  240. minna, klar ist das kindliche...
    minna, klar ist das kindliche Prägung, und dafür kann sie einem leidtun (keine Ironie). Aber inzwischen ist sie erwachsen und verantwortlich für das, was sie tut (nochmal keine Ironie).

  241. .
    stilkritik, aber solange die...

    .
    stilkritik, aber solange die Warlords jubeln ?

  242. Sie wurde 18 und darf jetzt...
    Sie wurde 18 und darf jetzt ihre eigenen Bücher lesen. (Titanic).

  243. Herrlich! Hier wird D....
    Herrlich! Hier wird D. Grünbein zu G. Dünnbrei geschlagen. Mir gefällt’s.

  244. Literatur im Gespräch vom...
    Literatur im Gespräch vom 21.2.2010
    http://www.darvins-illustrierte.de/newsimg/3437-literatur_im_gespraech.jpg

  245. Parodie und Plagiat des...
    Parodie und Plagiat des Plagiats:
    .
    „Doch was da unter dem Namen Grünbein in der „FAZ“ erschien, ist auf ganz andere Weise der Kommentar des Dichters zur Debatte. Nach SPIEGEL- Informationen ist dieser Grünbein-Text über das Plagiat selbst ein Plagiat.
    Der Originaltext, den Grünbein offenbar nur aktualisierte und in dem er ein paar Namen änderte, ist von Gottfried Benn und erschien in den zwanzig er Jahren in der „Vossischen Zeitung“. Benn verteidigte damals die Schriftstellerin Rahel Sanzara gegen Plagiatsvorwürfe zu ihrem Roman „Das verlorene Kind“. Auch der erschien damals – wie heute Hegemanns Buch – im Ullstein-Verlag.“
    .
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,679857,00.html
    .
    Der Vadder

  246. ...ansonsten halte ich mich da...
    …ansonsten halte ich mich da ‚raus:
    .
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,679857,00.html

  247. Elender Klamauk....
    Elender Klamauk.

  248. Vielen Dank Herr Schirrmacher,...
    Vielen Dank Herr Schirrmacher, vielen Dank Herr Grünbein!

  249. War's doch schon vor zwei...
    War’s doch schon vor zwei Wochen. Ist ja sonst nichts los. Vielleicht meussen die Amerikaner mal wieder Hochhaeuser in Flugzeuge werfen.

  250. Wenn zu der Namensliste...
    Wenn zu der Namensliste disqulifizierter Kritiker sich ein Dichter gesellen will, schadet das nicht. Mit den Grünbein-Kopfgeburten ist es sowieso nicht weit her (René Descartes – welch ein Thema für ein Langgedicht!); Grünbein gehört selber zu den Profiteuren abgesunkener bzw. nichtexistenter oder nicht offengelegter Maßstäbe für Literatur. Sein Debüt „Grauzone morgens“ war ja ganz interessant, aber die Kunst hat er schon lange verraten; der Ansatz trägt sowieso nicht; Dichtung ist was anderes. Es war ja damals auch eine politische Sache, daß der Bücherpreis an einen aus der ehemaligen DDR ging. Wenigstens steht die Leipziger Jury mit ihrer Entscheidung nun nicht so ganz alleine da. Auf diesen Höhepunkt kann man sich noch freuen. Das Moralisieren dagegen langweilt mich allerdings auch zunehmend. Die Kunst ist wirklich woanders und hat nichts mit dem Feuilleton und der ganzen Preiszeug zu tun. Es sind genau jene „Reiche“, die Grünbein bemüht, die ihn natürlich richten. Ich werde kein Gedicht mehr von DG lesen, habe es sowieso schon lange nicht mehr getan, wenn es mir nicht aus der FAZ entgegenkam. „Schädelbasislektion“ ist ja gerade im Ramsch. Man nenne doch nur ein einziges Gedicht von Grünbein, das substanziell wäre. Das flutscht doch nur so klassizistisch durch, und die FAZ-Leser mögen das natürlich, denkt die Redaktion, weil sie das versteht. Gedichte, die man sofort versteht, sind sowieso die besten, gelle? Wenn dann noch ein paar interlektuelle Witzchen und Wortspiele hinzukommen, die einen ein wenig fordern.
    Ezra Pound, Usura-Canto:
    http://media.sas.upenn.edu/pennsound/authors/Pound/1939/Pound-Ezra_12_Canto-XLV_Harvard_1939.mp3
    – das (EP wird von DG ja gerne mal zitiert) ist einfach was anderes, und gleichweit von Grünbein, Hegemann und all dem anderen Zeug entfernt. Und das ist ein fairer Vergleich, Leute, eine einzige Berührung mit denen, die die „Gabe“ haben, und ihr könnt doch alle nach Hause gehen. Und all jene, die gerne über die neusten Bücher auf dem Laufenden sind und die ihr zu mehr als Kauf herumkriegt mit eurem Gelüge, sind kein verlorenes Publikum der Kunst und sind nicht zu bedauern.
    Warum DG sich dafür hergibt, ist mir trotzdem nicht klar. Er ist dafür dann doch zu klug, eigentlich, ein solches Urteil kann ihm nicht unterlaufen. (Aber vielleicht täusche ich mich, es interessiert mich auch nicht weiter.)

  251. Kleiner Hinweis: Es kann gut...
    Kleiner Hinweis: Es kann gut sein, dass ich angesichts solcher Vorgänge den Vertrieb von „kulturkonservativem Friedhofsgemüse“ hier etwas redizieren werde, nachdem das scheinbar als genehmer Gegenstand dümmlicher Witze aufgefasst wird.

  252. Don, machen Sie dem hier ein...
    Don, machen Sie dem hier ein Ende…. bitte, bitte!

  253. Darf ich fragen...
    Darf ich fragen „kulturkonservativem Friedhofsgemüse“ ?

  254. Es hat Herrn Grünbein...
    Es hat Herrn Grünbein gefallen, das so in dieser Zeitung zu formulieren:
    .
    http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc~E840FC9CB389A43038939D310DD3237C8~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    .
    „Fällt eigentlich niemandem auf, was für ein hässlicher Biodiskurs das Ganze ist? Der wahre Rassismus tobt sich augenscheinlich heute zwischen Jung und Alt aus, zwischen vitalen Welpen und kulturkonservativem Friedhofsgemüse.“

  255. Ah, Dursi, alle schön...
    Ah, Dursi, alle schön „vorgeführt“ – ich bin mal wieder nicht auf dem neusten Stand gewesen. Es reicht mir, und ich möchte trotz Mißverständnis nichts zurücknehmen. „Der gebildete Leser wird natürlich sofort den „Sound der Väter“ herausgehört haben.“ Jaja, das mögen wir besonders. Ressentiment an allen Enden.

  256. D.A.: Typisch fuer mich, dass...
    D.A.: Typisch fuer mich, dass ich sowas nicht lese.
    Vitale Welpen? Die Welpen der Huendin meiner Freunde pinkeln momentan auf jede Teppichecke (Ikea).

  257. Naja, da bin ich wohl als...
    Naja, da bin ich wohl als ältere Dame kulturkonservatives Friedhofsgemüsse.

  258. Ahr, reingefallen! (ich...
    Ahr, reingefallen! (ich jedenfalls). Aber ich kann meine Komentare immer noch ohne rot zu werden lesen.

  259. Sensation! Die "vitale Welpe"...
    Sensation! Die „vitale Welpe“ wurde 18 und darf jetzt *selbst* kopieren! Und alles nur, weil Stoiber mal „Kompetenzkompetenz“ gesagt hat! Danke Deutschland!!!

  260. Ich möchte die FAZ...
    Ich möchte die FAZ keinesfalls mit meinem „wahren Rassismus“ belasten.

  261. 1) Ich bin bedeutend jünger...
    1) Ich bin bedeutend jünger als Herr Grünbein.
    Und Benn muß ich auch nicht so gut kennen, wie der Herr meint. Ich habe mal mit 13 etwas ähnliches gemacht (verklausuliert gespottet, daß Mitschüler bestimmte Kiaser nich tauseinanderhalten könnten), da sagte mein Deutsch- und Geschichtslehrer: „Das ist eine Arroganz, die dir nicht zusteht.“ Er hatte Recht, damals. Ob Herrn Grünbein die Arroganz zusteht, mögen andere entscheiden. Vielleicht steht sie garkeinem zu.
    Wenn ich richtig gelesen habe, findet er das Buch immer noch gut. Und: Er liefert den antiintellektuellen Strömungen unter Halbgebildeten (oder interessierten Laien, wie mir) eine solche Steilvorlage, daß es gruselig wird.
    Überhaupt, warum sollte niemnad mehr so „vätersoundig“ schreiben? Woher soll ich das denn wissen, letztens war noch Tellkamp toll, „aus Deutscher Erde gehoben“. Nein, ich bin ehrlich beleidigt, nicht wegen des Tricks, sondern wegen der Arroganz mit der man als interessierter junger Mensch, der nach Orientierung sucht, behandelt wird.
    Witzigerweise kam mir im Auto der Gedanke, daß ja tatsächlich von Familie Hegemann Kunst geschaffen wurde/sein worden können: Aktionskunst! Wenn dies ihr Ziel war, das Feuilleton instrumentalisiserend bloßzustellen wäre das doch ein schöner subversiv-anarchistischer Streich, der einem die Altlinke sympathisch machen kann/könnte. Gewinn dann aber spenden.

  262. Auch wenn wir zwar...
    Auch wenn wir zwar kalendarisch schon über Karneval raus sind: witzig gehts immer! Oder: witziger gehts nimmer!
    Wenn bitte Airen jetzt noch verkünden könnte, dass er ja eigentlich bei Helene Hegemann abgeschrieben hat?
    Ich schlage außerdem vor, dass Autoren zukünftig nur noch in plüschigen Tierkostümen auftreten, die Kritiker nackt, dass Bücher nach Gewicht verkauft werden und falls dann immer noch jemand zu den Lesungen kommen sollte, dann — gut, dann hat die Welt auch nix anderes verdient.
    Zum Lachen, wenns nicht zum Heulen wär!

  263. jetzt macht der don hier den...
    jetzt macht der don hier den westerwelle. – last ‚real‘ man standing. – scheingefechte, mein lieber. – aber populismus hat seinen reiz, na klar.
    keep on surfing!

  264. In der Tat ist es eine...
    In der Tat ist es eine Unverschämtheit, die Kritiker hier und sonstwo des „Rassismus“ zu zeihen. Lassen Sie sich bitte trotzdem nicht aus der FAZ vertreiben. Der Anwurf ist einfach zu lächerlich und zeigt nur, dass Herr G. selbst zu den älteren Herren (und ältlichen Damen) gehört, bei denen Fräulein H. offenbar reflexhaft Frühlingsgefühle auslöst. Jung und „vital“ (was soll das bitte heißen? Kraft durch Freude?) ist hier nur der bestohlene Blogger.

  265. Man kann sagen was man will,...
    Man kann sagen was man will, die Pennälerwitze stehen den Herren ausgesprochen gut.

  266. "Mir ging es um den Irrsinn...
    „Mir ging es um den Irrsinn einer kriterienlosen Literaturdebatte.“
    .
    Da hat er nicht Unrecht. Mal abgesehen davon, daß „Plagiat“ sehr wohl ein Kriterium ist, wie auch „weiblich, minderjährig, kaputt“ harte Kriterien sind — wenn auch nicht ganz so hart wie die Drogen, die die Hegemann genommen haben will.
    .
    Und beim Roman der Sanzara, worum ging es damals? Gerichtsmedizin?

  267. In der dritten Klase habe ich...
    In der dritten Klase habe ich mal im Schulaufsatz eine Geschichte verwurstet, die ich bei Micky Maus gelesen hatte und bekam dafür eine gute Note. Die Kameraden petzten natürlich und nannten meine Quellen. Aber der Lehrer fand es trotzdem gut geschrieben („brüll“, „quietsch“ „aufjaul“) und bleib dabei.
    .
    Meine Schwester hatte eine Hanni-und-Nanni-Hörspielkassette wo eines der Mädchen (ich glaube Jenny) sich an der bösen Lehrerin, von der sie immer gedeckelt wurde, dadurch rächte, daß sie ein Gedicht von Ludwig Uhland als ihr eigenes ausgab — was die dumme Kuh natürlich nicht bemerkte und sich somit irreperabel blamierte.
    .
    Mein Bruder füllte seine Abi-Zeitung mit einer Pleiade herrlicher satirischer Gedichte, die ihm allgemeine Anerkennung einbrachten. Erst Jahre später entdeckte ich, daß er den Text zu 95 Prozent aus der (ca. 40 Jahre zuvor erschienenen) Abizeitung eines Verwandten geklaut hatte. Ach könnte ich meine damalige Bewunderung ungeschehen machen.

  268. Angewidert wendet man sich ab....
    Angewidert wendet man sich ab. Statt eines Wortes, das fällig gewesen wäre, ein eitles Spiel. Ein Dichter tut so etwas nicht.

  269. Nachtrag: So etwas wäre in...
    Nachtrag: So etwas wäre in der F.A.Z. vor 10 Jahren noch undenkbar gewesen.

  270. Na, da durfte Durs der...
    Na, da durfte Durs der dichtende Dauerdebattendadaist sich doch tatsächlich mal selbst Gassi führen, das Grünbein heben und sein Revier markieren. Das macht aber noch keinen vitalen Welpen.

  271. Ich finde noch nicht mal den...
    Ich finde noch nicht mal den unterstellten Rassismus schlimm – wirklich ekelhaft ist das feige Verkriechen, wenn es um das Nennen von Namen geht. Soll er sich halt hinstellen und sagen, wen er meint. Dann kann man es auf allen Ebenen ausfechten. So ist es eine Sprachnummer, wie man sie sonst auch von Jörg Haider kannte: Jeder weiss, wer gemeint ist. Aber die wahren Rassisten sind andere.

  272. Ich find es trotzdem sehr...
    Ich find es trotzdem sehr erhellend.
    .
    Wie soll man in einer Welt, in der sich Ernst und Satire schon lange nicht mehr auseinanderhalten lassen, in einer Presselandschaft, wo die gesündesten und vernünftigsten Urteile am ehesten von der „Titanic“ zu erwaten sind, noch Ironie erkennen?
    .
    Grünbein hat sich einen Jux erlaubt, aber der Biller hatte es ja ernst gemeint.

  273. Lieber Don,
    ich glaube das mit...

    Lieber Don,
    ich glaube das mit dem „Rassismus“ meint er gar nicht mal als Vorwurf, mehr so als amüsierter Schlachtenbummler beim „publizistischen Bürgerkrieg“.
    Welpen gegen Friedhofsgemüse — das ist womöglich ein Versuch, Debatten wie die um Foucaults „Biopolitik“ oder Sloterdijks „Menschenpark“ zu verulken.
    Hier die junge käufliche Körperlichkeit des Privatfernsehens, dort das altehrwürdige Feuilleton.
    Sie lieber Don, schreiben ja gegen beides gleichermaßen an. Wenn der Dichter selber weiß, wen er meinte, dann wohl kaum Sie oder Frau Diener.
    In Wirklichkeit ist es ja eher so, daß die Welpen und das Gemüse sich gerade nicht bekriegen, sondern eine Symbiose eingegangen sind. Womöglich hat er das noch nicht begriffen?

  274. @Durs
    dromologisches...

    @Durs
    dromologisches Geplapper: zwischen Pappdeckel. Stimmt, ich hab gut lachen, denn ich les lieber den Heussi und die Frenzel.

  275. Natürlich nicht. Würde er...
    Natürlich nicht. Würde er sich nicht feige hinter der nächsten beleidigung verkriechen und ihn jemand vor Gericht zerren, würde er versuchen, sich mit dieser Argumentation rauszuwinden. Wie Haider früher auch. Und macht es das weniger ekelhaft?

  276. Der Herr Büchnerpreisträger...
    Der Herr Büchnerpreisträger beliebten also, einen Scherz zu machen, apart-apart. Womit ja nun hinreichend bewiesen wäre, dass … ja, was nun eigentlich? Dass ein herausragender Lyriker (ich meine natürlich Benn) auch grausame Prosa schreiben kann? Dass ein verschwurbelter Text durch 90 Jahre Lagerung nicht besser wird? Dass die Käuflichkeit des etablierten Feuilletons nur von seiner Arroganz übertroffen wird? Denn die Absicht ist ja klar: Wenn der Pöbel (vulgo Publikum) nicht aufhören will, auf die unzureichende Bekleidung des Kaisers hinzuweisen, zeigt man halt mal einen Taschenspielertrick, um der Masse zu zeigen, wie saublöd sie doch im Grunde ist. Es wird aber nicht funktionieren. Denn Hand aufs Herz, mir scheint, das sind schon Rückzugsgefechte. Der Großdichter Grünbein hat mit dieser Aktion die Hosen ganz tief heruntergelassen. Er weiß es nur noch nicht.
    .
    Und, Don: Denken Sie bloß nicht an Fahnenflucht. Jetzt, wo es gerade lustig wird.

  277. Wer einmal lügt, dem glaubt...
    Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht… auch wenn es nachträglich als geplante Aktion verkauft wird. Die Frage die man sich jetzt stellt, ist, was sonst ist nur Bluff in der Welt der Literatur. Außer den anderen Werken Grünbergs, zum Beispiel, ist das neuste Opus von Martin Walsers Tochter ‚Am Anfang war die Nacht Musik‘ echt, oder irgendwo abgeschrieben, oder eigentlich im Wesentlichen das Opus ihres Vaters, der es aber aus irgendeinem Grund nicht selbst veröffentlichen wollte. Und wie steht der Suhrkamp, soweit ich verstehe der Verlag Grünbeins, zu diesem Theater?

  278. don, sich hier angegriffen zu...
    don, sich hier angegriffen zu fuehlen, ueberschreitet die grenze zum groessenwahn – die der ‚kunstfigur‘ oder des verfassers, das mag ich nicht beurteilen.

    jeder hat respekt vor schaffensfreude. jetzt flott auf zum naechsten beitrag, der wartet sicher schon. – ist besser so.

  279. <p>Gartenzwerg</p>
    <p>Wie...

    Gartenzwerg
    Wie wäre es, wenn wir jetzt mal innehalten und das hier aufgeführte Theaterstück einfach beenden. Was als wirklich berechtigte Kritik an den Schreibern der deutschen Schwafelrunde begann, wandelt sich zunehmend in Dons Jodel/Rodelclub mit eingetragenen Mitgliedern.
    .
    Die größten Kritiker der Zwerge sitzen in der Gartenlaube und berauschen sich verbal über die nicht vorhandene Zipfelmütze. Ist das Ablästern über diesen billigen Hype wirklich abendfüllend?
    .
    fragt sich ein kleiner Wicht in Dons Schrebergarten

  280. Ohne den Text nochmal zu...
    Ohne den Text nochmal zu lesen, als einer von Benn gelesen und nicht auf H.H. bezogen, muß er natürlich anders wahrgenommen werden; das Befremden hat ja viel mit Grünbein zu tun, der so eine Position von seinem Naturell hernicht einnehmen kann. Ich besaß von D.G. die ersten drei Gedichtbände, bis „Falten und Fallen“ bin ich mitgegangen, ich häbe sie längst aus meiner kleinen Bibliothek aussortiert. Benn ist noch da. (Von Benn lasse ich mir die Gabe und das Reich auch gern gefallen. Dies auch, weil hinterrücks etwas an Benn kleben bleibt von dieser Farce.)

  281. Lieber Gartenzwerg! Ich denke...
    Lieber Gartenzwerg! Ich denke Sie machen es sich zu einfach. Die Frage, die sich im Anbetracht dieses Theaters stellt, ist nämlich: Hätte Herr Grünbein den Artikel geschrieben, wenn Don nicht das Theater ‚Das Versagen des heiligen Feuilletons deutscher Nation‘ initiiert hätte. Zweitens, hätte Herr Grünbein so einfach zugegeben, den Text seines Lobes geklaut zu haben, wenn nicht der gesammte Blog nicht nur über das Buch von Fräulein Hegemann, sondern auch über ihn hergefallen wäre – statt die Welpen für ihre fantastische Dadaleistung zu graulen. Im Übrigen kann man wohl annehmen, dass MRR und damit das FAZ Feuilleton schon vor Erscheinen merkte, woher das Lobesgedicht stammt; es aber, statt es zurückzuweisen (wie es sich für eine anständige Zeitung unter normalen Bedingungen gehört hätte), Dons Blog zum Fraß hingeworfen hat.

  282. @HansMeier555 / 23. Februar...
    @HansMeier555 / 23. Februar 2010, 19:25
    Wir haben in der Oberstufe Anfang der 70er Jahre unsere Jahresarbeiten grundsaetzlich an andere Gymnasien verkauft.
    Da gab es einen richtigen Markt.
    Geaergert hab ich mich nur immer, wenn jemand an einer anderen Schule auf meine Arbeit dann eine bessere Note als ich bekam.
    Die“Fragwuerdigkeit der Zensurengebung“ eben.

  283. Lieber Tiger,
    ich frage mich...

    Lieber Tiger,
    ich frage mich nur, ob nicht langsam zu viele Verschwörungstheorien im Umlauf sind und Dons Blog das Kugellager der Welt sein muss, die Achse der Blöden ist ja schon krumm genug. Der Benn-Text bringt da nur eine weitere Brechung in das zunehmend absurde Geschehen.
    .
    Bin halt nur ein kleiner Wicht – aber kein Troll.

  284. @Der Tiger: So weit geht es,...
    @Der Tiger: So weit geht es, denke ich, nicht. Das war aller Wahrscheinlichkeit nach schon so geplant, daß es am nächsten Tag (bzw. noch am selben) gelüftet werden sollte. Ich schreibe lieber hier, statt den Grünbein-Beitrag zu kommentieren. Ich weise auch gerne darauf hin, daß ich, ohne den Zirkus gleich zu durchschauen – ich bin dafür wohl zu naiv – weiter oben affirmativ mit den beiden Benn-Wörtern „Gabe“ und „Reich“ in Anführungsstrichen gegen Grünbein argumentiert habe. Die F.A.Z. fährt eine merkwürdige Mehrgleisigkeit, mir gefällt das nicht. Andererseits, Stefan George ist ja auch wieder hoch im Kurs, aber vermutlich, weil man sich damit schick vorkommt. Mir fällt das hier aus dem Geheimen Deutschland ein:
    „Wer denn wer von euch brüdern/ Zweifelt schrickt nicht beim mahnwort / Dass was meist ihr emporhebt / Dass was meist heut euch wert dünkt / Faules laub ist im herbstwind / Endes- und todesbereich“
    So sieht es doch aus; sie aber meinen, auf der Seite zu stehen, von wo aus solche Worte hingeworfen werden können. Und heute abend redeten sie im Frankfurter Literaturhaus über Helene Hegemann (Jury-Mitglied Ina Hartwig, Hubert Spiegel, Wilhelm Genazino und wer noch?), man kann sich das Für und Wider ja schön vorstellen. Wie öde. Ich möchte auch noch diese Verse aus Georges DIE TOTE STADT in dieses FAZ-Blog loslassen:
    „Doch strenge antwort kommt: Hier frommt kein kauf. / Das gut was euch vor allem galt ist schutt / Nur sieben sind gerettet die einst kamen / Und denen unsre kinder zugelächelt. / Euch all trifft tod. Schon eure zahl ist frevel“
    Bei dem was Grünbein von den fehlenden Kriterien geredet hat (Zustimmung zu HansMeier555 at 19.15) müßte man in der Tat einsetzen; aber das ist in den deutschen Feuilletons in ihrer derzeitigen Besetzung, Ausnahmen bestätigen die Regel, undurchführbar. Es ist auch schlimmer als früher; andererseits hat sich schon Karl Krauss aufgerieben, insofern wäre es vielleicht doch das klügste, alles laufenzulassen und auf die Erregungslust zu verzichten. Es wird immer so weiter gehen und die Kunst ist einfach darüber.

  285. Es gehört keine...
    Es gehört keine Verschwörungstheorie dazu, sich vorzustellen, was auch hätte passieren können, wenn nämlich anstelle von Herrn Grünbeins Geständnis ein Dritter ans Licht gezogen hätte, dass Herrn Grünbeins Lobgesang gestohlen war. Sie können sicher sein, dass wäre durchaus im Sinne gewisser Leute. Die würden dann mit voller Wucht über die Dummheit der FAZ herfallen und Herrn Grünbein preisen, weil er endlich dem kulturkonservatives Friedhofsgemüsse so schön eins ausgewischt hat.

  286. Deshalb haben sie es auch so...
    Deshalb haben sie es auch so schnell gelüftet, und diese Gefahr selbst spricht dafür, daß beide Schritte vorab geplant waren. Die FAZ versucht auf diese Weise wieder Oberwasser zu bekommen. Aber man mache sich klar, was sie dafür aufs Spiel setzt und wie weit sie gegenüber ihrem Leser geht. Wenn ich eine seriöse Zeitung aufschlage und es steht ein Beitrag von Durs Grünbein drin, habe ich keine Veranlassung, anzunehmen, daß er nicht vor Durs Grünbein ist. Eine Zeitung, die mich mit dieser Naivität bzw. durch meinen Vertrauensvorschuß auf den Arm nimmt, verärgert mich und verspielt ihr Kapital.

  287. Bin ich hier richtig beim...
    Bin ich hier richtig beim Narrenschiff? Wann legen wir ab?

  288. Etwas mehr Gelassenheit und...
    Etwas mehr Gelassenheit und humorvolles Kommentieren wären hier nicht verkehrt – bisher empfand ich Dons Blog immer als Oase inmitten dieser Selbstdarsteller und Besserwisser, wir haben ja schon Guido, den „Meister der Wichtigtuerei“ (Helmut Schmidt). Doch meine Hoffnung stirbt zuletzt.

  289. Man kann zweiterlei tun,...
    Man kann zweiterlei tun, Gartenzwerg: Man kann amüsiert plaudern, warum nicht, wenn der Ton stimmt.
    .
    Oder man kann anderen ohne Grund Rassismus nachsagen. Wäre diese Person ein Kommentator, hätte ich ihn sofort gelöscht und nie mehr zugelassen. Ich dulde kein derartig widerliches Benehmen in meinem Blog, ich muss dafür sorgen, dass der Diskurs hier zivilisiert abläuft, und es gibt keinen Grund, eine derartig eklatante Verhöhnung anderswo anders zu behandeln.

  290. @Deutscher Winter,
    kann man so...

    @Deutscher Winter,
    kann man so sehen. Selber haette ich nichts gegen einen verspaeteten Karnevals- oder vorgezogenen Aprilscherz einzuwenden – wenn er gut gemacht ist. Aber dieser Gruenbein-Beitrag: unoriginell und aetzend. Wenn Sie die obigen Beitraege Revue passieren. Das Unbehagen ist doch greifbar, d.h. die meisten Kommentatoren haben durchaus gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Dass niemand die Originalquelle benennen konnte, spricht m.E. ebenfalls fuer sie, die Kommentatoren. Denn wer sich an solchem Zeugs erfreut, von wem immer verzapft, …
    MfG
    G.S.

  291. Da hat Ihnen der Grünbein so...
    Da hat Ihnen der Grünbein so nebenbei aber eine schöne Lektion erteilt, Chapeau! Das kann Ihnen nicht schaden, denn in dieser Diskussion haben Sie vor allem jene zu Wort kommen lassen, die Grünbein und auch Herta Müller NICHT gelesen haben. Auch solche dümmlichen Einwürfe wie ,,man lese keine lebenden Autoren“ blieben von Ihnen unkommentiert.
    Mit Ihrem Haider-Vergleich und Ihrem Ruf nach der deutschen Justiz hauen Sie nun aber ganz schön daneben…

  292. Der Gärtner, nachdem Sie ja...
    Der Gärtner, nachdem Sie ja schon Ihrem bedauern Ausdruck gegeben haben, dass die FAZ mich weiterhin beschäftigt, überrascht mich Ihre Freude über diese Person gar nicht, zu ähnlich dürften Ihre Einschätzungen und moralischen Qualitäten sein.

  293. Herr Gärtner,
    Ihre Vorurteile...

    Herr Gärtner,
    Ihre Vorurteile in Ehren (ich habe auch welche), aber: Ich habe Frau Müller und Grünbein gelesen, bzw. es versucht, denn beide schenkte mir eine Freundin auf meinen Wunsch hin. Den zwei Büchern stand ich wohlwollend gegenüber (Das Banat interessiert mich sehr, als Dresdner bin ich zudem ein wenig „Lokalpatriot“) bis ich mich geschlagen geben mußte. Für mich ist das intellektueller Schnick-Schnack oder besser gesagt Mumpitz wie meine Oma sagen würde. Sozusagen Neo Rauch anstelle von Albrecht Dürer.
    PS: Meinen Tip, nichts von Lebenden zu lesen, können Sie beherzigen oder nicht, Ihre Wertung jedoch fällt auf Sie zurück.

  294. @Don Alphonso: "...du bist...
    @Don Alphonso: „…du bist schnell beleidigt. Das gefällt mir!“
    (Asterix bei den Korsen)

  295. Ein kleiner Nachtrag: die oft...
    Ein kleiner Nachtrag: die oft zitierten Zeilen von Hegemann
    .
    „Ich hingegen erfreue mich an der von mir perfekt dargestellten Attitüde des arroganten, misshandelten Arschkindes, das mit seiner versnobten Kaputtheit kokettiert und die Kaputtheit seines Umfeldes gleich mit entlarvt.“
    .
    stammen in Wirklichkeit von einer Makita. Zitat aus der Badischen Zeitung: „Makita schreibt dazu: „Es ärgert mich, dass ausgerechnet diese Sätze jetzt vielerorten als ,grandiose Sätze einer Siebzehnjährigen’ präsentiert werden. Ich bin 38, was soll ich dazu sagen?““
    .
    http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/kultur/literatur/das-prinzip-intertextualitaet
    .
    Und jetzt warten wir auf die nächste Abhandlung über „Virtuelles Zitieren als tabubrechendes Stilmittel einer Meta/Beta-Jugendkultur“.

  296. Na und?
    Der Grünschnabel...

    Na und?
    Der Grünschnabel Holden Caulfield hat seine ganzen Weisheiten in Wirklichkeit doch auch einfach nur beim reifen Schriftsteller Salinger geklaut.
    .
    Streng genommen kann man der Hegemann nix vorwerfen außer daß sie keine Romanfigur ist.

  297. Sehr guter Blogpost!
    Beim...

    Sehr guter Blogpost!
    Beim „heiligen Feuilleton deutscher Nation“ musste ich echt laut lachen ;)
    Vielen Dank!
    Weiter so!

  298. Aber gerne!
    .
    Gartenzwerg, die...

    Aber gerne!
    .
    Gartenzwerg, die fast schon panisch-ängstliche Weigerung der Literaturkritik, dieses Buch einer radikalen und alles aufdeckenden Untersuchung zu unterziehen – man will ja auf die Party und mit im Zug nach Leipzig – ist ein weiterer Aspekt der Peinlichkeit in diesem Fall.

  299. Na und? HansMeier555,

    streng...
    Na und? HansMeier555,
    streng genommen hat das „Arschkind“ den „Hegemann-Sound“ gut zusammengequirlt und den werten Damen und Herren der „deutschen Schwafelrunde“ (Zitat von mir) den „Sound“ für viele eigene Projektionen geliefert. Doch manchmal wummern die Techobässe allzusehr und der „Sound“ ist dumpf und matschig. Das es auch anders geht, zeigt schon seit Tagen die eidgenössische Presse. Heute schreibt z.B. Philipp Theisohn in der NZZ unter dem Titel:
    „Nennt das Kind beim Namen – Die Debatte um die Plagiatsvorwürfe gegenüber Helene Hegemanns Roman zeugt von vielfacher Ignoranz“.
    Zitat:
    „…Man mag beklagen, dass diese Erzählungen oft unsachlich, ehrverletzend oder indiskret sind, dass wir seither nicht mehr über Literatur, sondern über Maxim Billers Facebook-Freunde, Amazon-Bestellungen, alte Männer, junge Frauen und Lektoren im Technoclub reden. Das hätte man alles nicht haben müssen. Die einfachste – und strategisch vermutlich klügste, da langweiligste – Erzählung wäre nämlich gewesen: Hier wurde ohne irgendwelche poetologischen Hintergedanken ein wenig Fremdtext kopiert. Kein Intertext, keine Materialästhetik – Plagiat. Was denn sonst.“
    .
    Klare Worte, wie sie hier auch der Don anstimmt. Philipp Theisohn hat übrigens im Kröner-Verlag die Studie „Plagiat. Eine unoriginelle Literaturgeschichte“ veröffentlicht. Ja, klare Worte können so unoriginell sein!

  300. Sorry, hatte die Verlinkung...
    Sorry, hatte die Verlinkung vergesssen:
    http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/nennt_das_kind_beim_namen_1.5076939.html

  301. Leben die Blogger hier...
    Leben die Blogger hier eigentlich in der realen Welt? Alle haben abgeschrieben, auch die Großen. Wenn ich mir Tolkiens Nazgul anschaue, der nicht von der Hand eines Mannes erschlagen werden kann und Macbeth, der nicht sterben kann von einen Menschen, der von einer Frau geboren wurde, dann frage ich mich, ob der ein Schelm ist, der Arges dabei denkt.
    Oder geht es hier gar nicht um Fakten, sondern ist dies die Bühne für die Selbstdarstellung der Narzisten?

  302. Irgendwie sehe ich es nicht...
    Irgendwie sehe ich es nicht ein, nach 303 Kommentare nochmal mit den Grundlagen anzufangen und unhöflichen Kommentatoren den Unterschied zwischen Inspiration und Plagiat zu erklären.

  303. Wortklauberei. Ideenklau ist...
    Wortklauberei. Ideenklau ist Ideenklau.

  304. Erklären Sie das mal besser...
    Erklären Sie das mal besser dem Gericht, wenn es mit einer Verfügung die Verbreitung des Plagiats stoppt oder seine Schwärzung befiehlt. Manchmal ist man ja angesichts der Neuen Berliner Schludrigkeit froh um Schlagstock und Paragraph.

  305. "Das letzte Mal, als ein...
    „Das letzte Mal, als ein Gedichtband in Deutschland zu einem Bestseller wurde, liegt gut dreißig Jahre zurück.“ – Das letzte Mal, das ein unbedeutendes Buch in den Zeitungen zu einem großen Wurf erklärt wurde, liegt aber erst vier Wochen zurück. Und es geht gerade so weiter, jetzt mit Micheal Lentz – kein Vergleich der schriftstellerischen Qualitäten mit denen Helene Hegemanns ist dies natürlich, kein Plagiatswurf – was kann wohl, gebildete Welt, das tertium comparationis sein? – Das Herbeilügen großer Literatur, das wissentliche Fehlurteilen und die Maßstabslosigkeit des Feuilletons. Die sogar erklärte Bestsellermacherei im ersten Satz des Artikels – ja geht es, nach allem, noch selbstgewisser, gewissenloser, noch schamloser? (Anzahl der Adjektive ist 3)
    „Hundert Liebesgedichte, unterteilt in zehn Zyklen, eines schöner, schmerzlicher, bestürzender, klüger, egomanischer, wahrer als das andere. “ (Anzahl der Adjektive ist 6). Die zehn Zyklen erkennt man vermutlich an den leeren Seiten dazwischen, da steht dann entweder „drei“ darüber – oder ein einzelnes Wort oder diffuser Halbvers.
    http://www.faz.net/s/Rub623DDD92B4094D99B3AE3D31AC59B415/Doc~E9CFDC2CF54F2489CAB483D2A046932BF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  306. funzen,
    eine wirklich gute...

    funzen,
    eine wirklich gute empfehlung, die sie mir zukommen liessen, mit:
    .
    Bernd Wagner: Die Wut im Koffer. Kalamazonische Reden.
    .
    gekauft, gelesen, sehr gut. nochmals vielen dank dafür.
    .
    so gehet denn hin und tuet desgleichen, solange dieses werk noch wohlfeil im gebrauchtbuchhandel erhältlich ist.

  307. @ Helene Hegemann und das...
    @ Helene Hegemann und das deutsche Feuilleton
    http://www.youtube.com/watch?v=oYaPf9NMsDo

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