Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Spätmittelalte Männer träumen von alten Reichen

| 54 Lesermeinungen

Der Gott, der Eisen wachsen liess, ist längst schon in Pension. Unter Zentralgewalten Knüppel bleibt edlem Recken nur der Hohn. So gern würd er sich erheben und fordern das Geschick. Oder wenigstens ein wenig löffeln am Eis vom Movenpick.

Libenter homines id quod volunt credunt.
Gaius Julius Cäsar

Eines Tages sass ich, wie immer eigentlich, in der Bar Venezia in Mantua, und zufälligerweise kam die C. vorbei, die in einem Laden arbeitet, über den ich einmal geschrieben habe. Sie spricht gut englisch und ich phantastisch haptisch-italienisch, und so plauderten wir etwas, wie über den örtlichen Repräsentanten der Lega Nord, den ich am Vortag beinahe über den Haufen gefahren hätte. Da ist nämlich in Citadella Mantova so eine leicht illegale, aber sehr praktische Wendemöglichkeit, und die nehme ich gern mit Schwung. Nur war am Tag davor über den durchgezogenen Linien auch noch überraschenderweise der Stand der Lega Nord errichtet, und so schnell kann das gehen, aber immerhin, es wäre das Ende mit einer Barchetta aus Norditalien gewesen, und kein Alfasud. Das, sagte die C., hätte ihrer Mama aber gar nicht gefallen, denn die wählt Lega Nord und glaubt auch an Padanien und daran, dass sie alle Kelten sind.

Nun ist die C. von der Art, dass sie auch Attila der Hunnenkönig nach der Geschlechtsumwandlung sein könnte, und sie würde mir noch immer gefallen. Bei C. sehe ich Welt rosa und würde sie mir sagen, der Himmel ist grün, ich würde das auch hier genau so behaupten. Abetr keltisch? Mama C. würde durchdrehen, wenn sie sich nach Keltenart tätowieren lassen würde. Tatsächlich wäre kaum jemand des Keltentums so wenig verdächtig wie die Mama der C., jetzt mal vulgärgenetisch betrachtet, und auch die C. würde im bayerischen Stammesherzog durch den italienischen Einschlag auffallen. Nebenbei, die Kelten verschwinden so im 1. Jahrhundert von der Landkarte, auch in Bayern lassen sie stark nach, und danach kommt Völkerwanderung. Langabarden, Goten und dazwischen sogar ein paar Österreicher. Die sog. „Ethnogenese“ ist in der Archäöologie ein weites Feld, in dem es lustig zugeht, und gerade Oberitalien ist jetzt nicht ganz schlecht gemischt. Es ist also irgendwie nicht wirklich schlüssig, wie die Lega Nord davon auszugehen, dass es mal eine Art Region, Land oder Gebilde wie Padanien gegeben hat, das man mit einer Republica del Nord wieder aufleben lassen könnte. Denn eigentlich heisst sie ja Lega Nord per l’indipendenza della Padania.

Aber es ist Italien, und da sagen einem alle keltischen Stammesangehörigen natürlich, dass es, wenn Padanien schon nicht wahr ist, dann wenigstens gut erfunden sein soll. Das Padanienfest der Lega ist lange Jahre die lustige Seite des Versuches gewesen, einen Keil in die italienische Gesellschaft zu treiben. Damit konnte man behaupten, man sei schon immer anders gewesen, besser, stärker, blonder, genetisch anders, und nun werde man von der Diebin Rom ausgeplündert, zugunsten der nicht so ganz keltischen Leute im Süden des Landes, die nichts arbeiten wollen und deren Mafia immer noch so rückständig ist, dass sie in Drogen und in Müll macht, statt wie ehrenwerte Leute im Norden mit lautlosen Banken, Bauwirtschaft, Logen und Medien die Milliarden schiebt. Wer einmal die Lega in ihren grünen Hemden paramilitärisch aufmarschieren sah, lachte, und freute sich, dass es so etwas bei uns zum Glück nicht gibt, denn die CSU war allenfalls eine biedere Kopie dessen, was die Lega in Sachen Landeszerteilung wirklich plante.

Vor einem Jahr kam die Lega dann auch ins Schleudern, weil ausgerechnet diese Partei der vermögenden, mittelalten Sauberkelten eine problematische Parteienfinanzierung und andere Skandale aufwies, die man sonst nur der Diebin Rom nachsagte. Bei Cäsers De bello gallico hätte man auch nachlesen können, dass die Kelten jetzt eher flexible Moralbegriffe kannten, und obendrein auch eine Religion, die gar nichts mit dem christlichen Abendland zu tun hat, auf das sich die Lega so gerne beruft, wenn andere Völker sich an den Kelten ein Beispiel nehmen und ebenfalls nach Italien einwandern. Dass diese eher reichen, patriarchalisch orientierten, mittelalten und tonangebenden Männer dann statt der Nationalhymne lieber den Gefangenenchor aus Verdis Nabucco singen, ist nur eine weitere Absurdität dieser, nun ja, sagen wir mal, Bewegung, die sich dann noch hinstellt und von sich behauptet, sie wäre nicht links oder rechts, sondern sachorientiert. Was dem Umstand keinen Abbruch tut, dass die ideologischen Grundlagen von der uralten, sog. Neuen Rechten kamen.

Die Lega, das ist so eine der Sachen in Italien, die vergisst man, sobald man das Land verlassen hat, wie die scheusslichen Industriegebiete, Berlusconi, verrostete Stromleitungen, die Fabrikruinen, die Armut der alten Leute, die Tristesse all dessen, was vor der Schönheit des Landes noch einmal besonders gemein, vulgär und unpassend erscheint. Dieser Filter für all die Bossis und Finis, für diese verhuzelten Männlein, die alle so aussehen, als würden sie am liebsten immer noch spitze Schlangenlederschuhe und Hosen tragen, die im Schritt zu eng sind, ist nötig für die Italiensehnsucht, und zum Glück kann ich sagen: Er ist nicht mehr so wichtig, wie vor 10 Jahren. Die Lega ist eine italienische Partei wie jede andere: Man würde dafür nicht nach Italien fahren, und man ist froh, dass einen so etwas daheim nicht erwartet.

Ich überlege schon den ganzen Tag, wo eigentlich der Unterschied zwischen dem legendären Padanien und den angeblich so grandios-legendären Deutschland der D-Mark unter Helmut Kohl sein sollen. Denn so wenig wie Mama C. Keltin ist, so wenig waren die Jahre unter Kohl in etwas, das in meiner Erinnerung und für viele andere Jüngere allzu viel Sentimentalität verdient hätte. Ich mein, nicht umsonst sieht man diese Bilder, Schlagzeilen, irrwitzigen Unterfangen von damals und sagt sich: Das könnte man heute alles nicht mehr machen. Ein Strauss wäre undenkbar. Ein Rhein-Main-Donaukanal wäre undenkbar. Neue Atomkraftwerke, Rüstungswettlauf, der allgegenwärtige, dumpfe Gestank der Reaktion der geistig moralischen Wende… dass diese alte BRD ein rundum netter, guter und lebenswerter Staat war, können allenfalls die Profiteure behaupten, spätmittelalte, eher patriarchalisch veranlagte Menschen, die sich mit der Moderne nicht zurecht finden und gern ihren eigenen spätmittelalten, patriarchalischen Weg mit hohen Rentenbezügen gehen wollen, mit all den angeblich so tugend- und arbeitsamen Mittelständlern und Professoren und Honoratioren eines Landes, das nach ihrem Bestreben loskommen soll von der Räuberin Brüssel.

Die Zeiten, da die Politik noch eine gefällige Komponente haben musste, sind natürlich lang vorbei, und sieht man den Steinbrück oder die Merkel, so ist da nicht wirklich ein herber Absturz Alternativenlega für Kohls Deutschland, aber im Ernst: Die politische Zukunft des Landes habe ich mir, so privat, anders als einen Typus vorgestellt, der mir in Italien todsicher mit Freizeitsandalen ins Bild latschen würde, und auch nicht als einen, der meint mir erzählen zu können, wie das richtige Deutschland auszusehen hat: So, wie sich halt der typische Legamittelaltling das richtige Padanien vorstellt. Als eine Ort der kulturellen Hegemonie des gesunden Menschenverstandes. Ich habe die 8oer Jahre in Bayern überlebt, ich weiss schon, warum ich Italien immer als Ort der Befreiung betrachtet habe. Irgendwo kichert hämisch jemand unter dem fetten Gras im Bärental, heute Nacht träume ich hoffentlich nicht von Ignaz Kiechle, Friedrich Zimmermann, Manfred Kanther und anderen führenden Figuren Deutsch-Padaniens, die zusammen Wurst in Kartoffelsuppe essen und mir aus dem neuen Spiegel – Thema passend, wie die Südeuropäer ihren Reichtum verstecken – vorlesen, und dann fordern sie alle zusammen so etwas wie Renovatio Imperii.

Das wäre ein schlechter Start. Denn morgen fliege ich ans Südende von Europa, in die Region zwischen Syracus und Agrigent, gleich gegenüber von Afrika, wo es natürlich keine Kelten gibt, in den Schatten einer normannischen Burg, und dann werde ich mir griechische Tempel, italienischen Barock, römische Bikinimädchen und byzantinische Mosaike anschauen. Ich mag dieses Europa lieber als zu einfache Erklärungen spätmittelalter Männer, die sich immer benachteiligt fühlen, weil sie es auch sind: Das Leben und die Liebe küssen keine bitteren Kleingeister, weder in Bad Nauheim, noch im Parlament, weder in Mantua noch in Rom. Natürlich wird es dafür Stimmen geben. Endlich wieder gesunder Menschenverstand, keine Vielschichtigkeit mehr, keine komplexen Überlegungen, ob wir nicht vielleicht auch Schuld sind, Papa sagt jetzt mal was Sache ist. Immer das gleiche von Rostock bis Syracus. Ich werde mich an den Strand setzen und ihnen den – Rücken zudrehen..

HINWEIS:

Dem Kommentarblog, in dem dieser Beitrag ebenfalls steht, und in dem Schreiben und Administrieren sehr viel einfacher geht, sollten Sie keinesfalls den Rücken zudrehen.

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54 Lesermeinungen

  1. Ave Homo FAZus !
    Coelum,non animum mutant,qui trans Alpes currunt
    .
    Seneca

    • Titel eingeben
      … „trans mare“, wenn ich ncht irre. Und so sprach wohl Horaz. Aber manches Gebierge ist ja hoch wie Meere tief.

    • Übersetzung?
      Wer über See geht, wechselt den Himmel, nicht den Charakter …

  2. Titel eingeben
    das Südende von Europa, da würde ich jetzt auch gerne hin, seufz …

  3. Spätmittelalte Männer
    In der politischen Arena und Jungvergreiste auf den Zuschauerbänken, die darauf warten, dass
    Serviert wird.

    • Hoffentlich
      kann Muttis Catering die Wünsche befrieden.
      .
      Zu Würsten in der Kartoffelsuppe wird es sowieso nicht reichen.

  4. Fast die ganze Wahrheit
    Bei allem Verständnis für diese eben völlig berechtigte Kritik an den konservativen „Mittelalten“ (da zähle ich wohl auch dazu – nicht zu den Konservativen!, wo ich das nur wenig anders formuliere: http://blog.herold-binsack.eu/von-der-kapriole-zur-dialektik-vom-tragischen-helden-zum-pharisaer/), sollte nicht unterschlagen werden, dass auch dieses Europa keines der Völker ist. Ich habe es vor Jahren einmal versucht, das gegebene Europa mithilfe des Euphemismus‘ „Europa der Nachbarn“ – http://blog.herold-binsack.eu/kein-europa-der-nachbarn-2/ – zu unterwandern. Bis nach Berlin – ins Auswärtige Amt – bin ich gekommen. Aber wen wundert es, dass der junge – extrem junge – Staatssekretär vorab bestens informiert war, über mich und meine politische Vita. Doch obwohl es mich ein wenig amüsierte, dass ich mit meinen unverhohlen subversiven Ansichten bis in die Reihen der CSU dringen konnte, machte es mich auch nachdenklich.
    .
    Sollten wirklich die bayrischen Sonderlinge die einzigen sein, den dieser Braten aus Brüssel nicht schmeckt? Und sollte etwa eines Lenins Einwand, nämlich, dass dieses Vereinte Europa entweder eine reaktionäre Utopie oder schlichtweg ein Unding ist, völlig überholt sein?
    Gerade das wunderschöne Italien, das Sie hier beschreiben, werter Don Alphonso, hat doch am meisten unter diesem Europa, besser: unter dem Euro, gelitten. Bis auf die sicher nicht wenigen Eurogewinner. Die Masse der Völker rings ums Mittelmeer ist heute ärmer denn je, teilweise schon enteignet, wenn sie Hausbesitzer waren.
    .
    Natürlich ist die genannte Alternative keine wirkliche. Ein Zurück zum alten Währungssystem scheint nicht nur nicht möglich, sondern eben keine Lösung. Denn die Massenverarmung hätte es auch so gegeben. Nur hätte sie dann einen anderen Namen.
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    Die Griechen erkennen das nicht ganz falsch. Es ist und bleibt das koloniale Verhältnis, was dieses Elend verursacht. Mit oder ohne Euro. Es ist u.a. eine neue deutsche Großmacht, welche nämlich an diesem Elend prächtig verdient. Nicht ganz überraschender Weise seit der Wiedervereinigung in ganz besonderem Maße. Doch wo uns die Konservativen glauben machen möchten, dass ein viel zu niedrig bewerteter Euro für neue deutsche Armut stehe, da ist es genau umgekehrt. Er steht für neuen deutschen Reichtum, allerdings ebenso wie für mickrige Löhne. Doch dass der „Mittelstand“ am meisten verarme, das lässt sich bestenfalls überhaupt nur damit begründen, dass ein solcher Mittelstand noch was zu verlieren hat.
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    Und das scheint mir des Pudels Kern. Der Euro macht es leichter die Machtverhältnisse – wie die Klassenverhältnisse – zu verschleiern. Scheinbar gleich sind wir doch alle. Und es ist eben die Rolle der Konservativen die diesbezügliche Wahrheit auf den Kopf gestellt zu belassen. – Nein: so schimpfen sie: Die wahren Armen sind die (gestrigen) Reichen (FAZ). – „Gestrig“ sagen sie nicht. Und das nur, weil dieser Euro es ermöglicht hat, die Schere zwischen reich und arm besonders in den armen Ländern noch mal größer werden zu lassen. Dort also u. U. die reicheren Reichen sitzen. Aber wer sitzt den dort? Es sind doch „unsre“ Reichen!
    Man muss die konservativen Wahrheiten also nur auf die Füße stellen, und wir haben fast die ganze Wahrheit.

    • Ihre Argumentation
      wird in dem Punkt unglaubwürdig, an dem sie den gravierenden Unterschied zwischen Mittelstand und Mittelschicht verkennen.

    • Erklären Sie es. Tatsächlich ist die Lega ja beides: Die Partei der kleineren und mittleren Betriebe und derer, die meinen, viel verlieren zu haben, also Mittelschicht. In Italien teilweise also deckungsgleich.

  5. Schade, diese Missvertaendnisse.....
    Ein wenig enttaeuscht, denn gerade aus diesem Blog haette etwas mehr Offenheit gegenueber dem Neuen, mehr Zustimmung zur Pluralitaet erwartet.

    Man kann sich trefflich ueber die Proffesionalitaet der Kommunikation* der AfD streiten, nur mich begeisterten zwei Punkte; ad 1) dass es ueberhaupt moeglich ist, in Deutschland sich noch kontraer zur „Alternativlosigkeit des Euros“ zu aeussern ad 2) das endlich jemand (und da es sonst keiner tut…) sich laut und deutlich zu den fortgesetzten Rechtsbruechen meldet, im Namen der Eurorettung begangen werden . (Schuldenschnitt vs. Schulden“verlaengerung“).

    Das auch hier im Blog die grosse semantische Falle („wer gegen den Euro ist, ist gegen Europa, rueckstaendig, will in die Vergangenheit zurueckt, kleingeistig und womoeglich deutschtuemmelnd…. das ganze Programm) zelebriert wird, wie enttaeuschend.

    M.E**, kann und soll es nicht um die Rueckkehr in die spiessigen 80ziger gehen (and die ich mich zu gut erinnere, brhhh), sondern genau ums Gegenteil, Europa zusammenzuhalten.

    Es ist ganz klar zwischen Europa einerseits, und EU, Euro und den Grossmachtstraeumen diverser transeuropaeischer Europhil Eliten andererseits zu unterscheiden, ich gehe sogar soweit, der Euro und (wesentliche Teile der Bruessler Beamten Autokratie ) gehoeren abgeschafft, um ein friedliches Zusammenleben in Europa zu erlauben.

    ad Euro) Der Euro war uns ist ein politisches Konstrukt, das wirtschaftlich nie funktionieren konnte; und nur unter unrealistischen Annahmen „gerettet“ werden koennte, fuer deren Schaffung es keinerlei demokratische Legimitation irgendwo in Europa geben wuerde.

    Wie schon innerhalb Deutschlands schoen zu beobachten, braucht es fuer eine funktionierende WUnion, entweder einen einheitlichen Wirtschaftsraume mit grob aehnlichen Produktivitaetsfortschritten, oder Transferzahlungen, also Geschenke. Wie es nicht funktioniert, wenn 3 fuer 13 zahlen sollen, ist gerade beim dt. Laenderfinanzausgleich schoen zu beobachten. (um den Euro dauerhaft zu retten, muessten Bayern, BAWUE und Hessen fuer ganz Europa zahlen, wie soll das gehen?)
    Ohne Geschenke, aka Transfers, klappt es nicht (auch nicht innerhalb der USA). Ich wundere mich, dass in der Euro Diskussion die verfehlte argentinische WU (und nichts anderes war der Peso Peg) nicht thematisiert wird. Dort konnte man Ende 2000/2001 sehr schoen nachverflogen, wie sich ein Land, dessen Produktivitaetszuwaechse wesentlich niedriger sinde als die des Partners in der WU (hier USA), durch importierte Deflation zugrunde geht. (auch interner Abwertungsdruck, populistisch „permanente nominal Lohnkuerzungen“ genannt) Das Ende, massive externe Abwertung und echte Schuldenrestrukturierung, sind bekannt.

    Importierte Deflation passiert seit Euro Einfuehrung in Italien, Spanien, Frankreich etc. Es ist erstmal nicht aufgefallen, weil alle diese Laender kurz vor Euroeinfuehrungn noch mal einen kraeftigen Schluck aus der Abwertungspulle (i.V. zu D) genommen haben, Deutschland durch die Kosten die Kosten der Wiedervereinigung schwaechelte und ausserdem die Banken (u.a. durch grosszuegiges Wegsehen der Aufsichtsbehoerden) eine temporaeren Ausweg durch voellig ueberproportionierte Kredite geschaffen haben.

    Nur, dass geht nicht permanent. Die Selbsttaeuschung von Kohl und anderen, dass sich mit dem Euro „wundersam“ die Ursachen fuer die teilweise heftigen Wechselkursschwankungen verschwinden und „wundersam“ die ganze EU auf dem hohen nordeuropaeischen Lebensstandard gezogen wird, war nie mehr…. als ein Traum.

    Und die von der EZB letztlich veroeffentlichen Zahlen, die man am besten in der auslaendischen Presse nachliest (da in der dt. Presse durch die – selbstauferlegte?- Omerta nichts zu finden ist), sind die relativen Vermoegensverhaeltnisse wohl nicht so, dass Deutschland von Euro profitiert hat. Ich wuerde behaupten, ganz im Gegenteil, denn wir importieren ca. 70% unserer Exporte, und da schadet ein relativ schwacher Euro nur, da wir viel fuer Vorprodukte, Oel, etc bezahlen, und wenig fuer die Produkte, und unsere Eigenleistung bekommen (selbst wenn die Papierschnitzel etwas wert waeren, was mit Target, STEP, ELA, SMP etc hoechst zweifelhaft ist).

    Schade, das auch hier die Argumente vermischt werden. Natuerlich wuerde Deutschland noch ein bisschen mehr „dolce vita“ nicht schaden…. man muss es sich nur leisten koennen… und den Euro koennen wir uns nicht leisten, ohne bankrott zu gehen. Punktum.

    Im weitern gilt es, diese Krise moeglichst ohne weitere Kollateralschaeden zu beenden. Ohne weiteren Schaden fuer das Vertrauen in die europaeische Rechtsordnung, ohne mehr Animositaeten zwischen allten Beteiligten. Nur wer genuegend naiv ist, kann glauben, dass es ohne Schuldzuweisungen gehen wird, ohne Erpressungsversuche…

    Der Euro muss weg, um Europa friedlich zusammenzuhalten.
    Und letzteres wollen wir ja schliesslich alle, oder?

    * und sicher ueber die Inhalte
    ** keine Verbindung zur AfD, bis jetzt

    • Nicht der Euro
      muss weg, sondern seine „Retter“.

    • Was retten die Retter?
      Herrenlose Schulden, denen ihre Schuldner abhanden gekommen sind.
      Dazu verdammt auf der Suche nach Ersatz mit erhobenen Daumen um den
      Globus zu trampen.
      Solchen Waisen ein trockenes Plätzchen zu bieten und sie ‚ehrlich‘ zu machen, ist gelebte christliche Nächstenliebe.
      Wenn es bei einem Rinnsal geblieben wäre und sich nicht zu einer Flut ausgeweitet hätte.

    • @Paule Panther - Danke. Ich wollte mich schon verwundert kopfschüttelnd abwenden
      Merkwürdiges Geplauder hier über alles mögliche … während das Haus an allen Ecken brennt.

      Seltsam. Man hat den Eindruck, man ist unter lauter Sprößlingen schwerreicher Familien, die mit dem Gefühl aufgewachsen sind, daß – egal, was passiert – ihnen selbst jedenfalls nichts passieren kann.

      Und denen das auch genügt.

      Warum aber auch Sie nach eigener Aussage bis jetzt noch keine Verbindung zur AfD haben, verstehe ich nicht so recht.

      Um sich zurückzulehnen und „die anderen machen“ zu lassen, ist es schon ein bißchen spät. Je länger die Konkursverschleppung betrieben wird, desto teurer wird sie.

      Auch wenn alle aufstehen, die es verstanden haben, daß es nicht fünf, sondern höchstens eins vor zwölf ist, bleibt immer noch die traurige Tatsache, daß viele nicht verstehen können oder (aus ideologischer Verblendung) wollen.

      Dabei könnte ja jeder seine Schlüsse ziehen aus der Alltagserfahrung, daß ein Hindernis auf der Straße nicht dadurch verschwindet, daß man die Augen fest schließt.

      Und daß man in dem Fall besser anhält, einen anderen Weg sucht oder auch evtl. wendet, aber jedenfalls die Bremsen zum _geregelten_ Stoppen benutzt und NICHT das Hindernis leugnet und weiterfährt, bis es kracht.

      Die jetzige Lage sehe ich als historische Situation, und ein „jetzt oder nie“ in Bezug auf politisches Engagement scheint mir die angemessene Reaktion zu sein.

    • Hervorragende Wiedergabe
      Danke für diese hervorragende, sachliche und nüchterne Wiedergabe.
      Warum Sie aber (noch) nicht bei der AfD sind, erschliesst sich mir ebenfalls nicht. Es ist teilweise wortwörtlich unsere Kritik an der Sache, die Sie hier so prägnant wiedergegeben haben.
      Ich bin mir sicher, das ihre klare Sicht der Dinge viel Gutes (in der AfD) bewirken könnte.

    • AfD und die eigene Positionierung
      Hmhmm……

      Mir ist durchaus klar, wie spaet es ist, und ich ueberlege noch, ob die AfD fuer mich der richtige Weg ist. (was ich denke, koennen Sie meiner Kommentarhistorie, die die FAZ teilweise veroeffentlich hat, entnehmen)

      1. Programm. In aller Deutlichkeit, ich halte es fuer Volksverdummung, sich wiederholt in die Oeffentlichkeit zu stellen, mit dem Ziel, den Euro „geordnet“ abzuwickeln. Das ist entweder grob fahrlaessig, oder dumm; und mit Beidem moechte ich nichts zu tun haben. Sowenig ich eine oeffentliche Diskussion der Abwicklungsdetails fuer sinnvoll halte, es muss fair gesagt werden, die Abwicklung des Euros, wie auch immer, wird kein Vergnuegen, und wird persoenliche Verluste fuer viele bedeuten. (im Euro bleiben auch, by the way)
      2. Abgrenzung zur „braunen Sosse“. Ich kann nicht beurteilen, inwieweit es sich um eine Medienschlammschlacht handelt, aber im Moment „gewinnen“ die Schmutzfinken. Einige der fuehrenden Figuren, die sicher viel wirtschaftlichen Sachverstand mitbringen, bringe ich auch mit Kontakten zur FPOE, UKIP etc in Verbindung. Und wieder: mit beiden Bewegungen kann und will ich nichts zu tun haben. Wie gesagt, ich kann nicht beurteilen, ob es Kommunikationsfehler der AfD oder dem Rauch tatsaechlich Feuer vorangeht; nur kann ich es auch schlecht beurteilen.
      3. Ich werde, sobald die AfD das kommuniziert hat, auf jeden Fall meine Unterschrift leisten, um der AfD die Teilnahme an den Bundestagswahlen zu ermoeglichen; weil ich die Partei auch jetzt schon fuer ein wichtiges demokratisches Korrektiv halte.

      Ja, ich werde mich fragen lassen muessen, warum ich nicht mehr getan habe…

  6. @colorcraze im Blog gegenüber
    … der Kommentar, der die Stützen der Weltpresse brach (ich konnte ihn nicht plazieren):
    .
    @colorcraze – In Ihrer Annahme steckt ein Widerspruch. Wenn die beladenen Wattestäbchen als unbrauchbar entsorgt worden wären, könnte man sie nicht mehr gebrauchen. Meiner Meinung nach ist die Geschichte mit der Fabrikfrau fake. Entweder hat jemand die DNA untergeschoben, um sie auf eine falsche Fährte zu lenken oder um jemanden, der Ihnen im Weg ist, zu belasten …. oder die Frau war wirklich an jedem Tatort. Es wurde ja nie gesagt, welche beiden Taten gleichzeitig stattfanden.
    .
    Es kann natürlich auch sein, dass die Dame mit dem TatortDNA gerade dann genau von der deutschen Justiz beobachtet wurde, als eine der ihr zugeschriebenen Taten stattfand und das die Dame etwas tat und somit ein Alibi hatte, welches sogar die Unterschieber nicht vor Gericht diskutieren wollten.
    .
    Das Unterschieben einer DNA ist ein krimineller Tatbestand.

  7. Verschwörungstheorien
    Sind eine feine, unterhaltsame Sache.
    .
    Nur was passiert, wenn das woran alle glauben und ganz selbstverständlich immer
    ‚ausgehen‘ sich als Farce herausstellt.

  8. @Binvonhier
    Als ich zum ersten Mal beim Bundesverfassungsgericht war – zur Anhörung zum Vertrag von Lissabon – fuhr ich mit der Bahn nach Hause. Sofort hinter Karlsruhe setze sich ein großer, sehr kräftiger netter Holländer neben mich. Wenn man mich aus dem Zug hätte ziehen wollen und er nicht zur Seite gerutscht oder rutschen wollte, war ich gut geschützt. Er fing ganz offensichtlich eine Unterhaltung an, fragte laut und ganz gezielt, was ich in Karlsruhe gemacht hätte, und (mehrmals) ob ich wirklich nicht noch wo anders gewesen wäre. Bis Utrecht unterhielten wir uns über Europa. Er wollte jedes Detail aus der zweitägigen BVG Anhörung wissen. Die beiden Männer vor uns und das ganze Abteil waren mucksmäuschenstill.

    • @Der Tiger
      Und da beklagen sich die Leute immer, dass sich niemand für die Angelegenheiten anderer
      Interessiert. :)
      Konnten Sie ‚ herausgeben‘ ?

  9. @binvonhier
    Ich denke schon. Hier ist mein Tagebuch dieser Reise:
    .
    The best present came from the German supreme court, which organized the hearing with respect to the appeal against the German government’s signature of the (EU) contract of Lissabon just after my birthday. In order to attend that event, I went to Karlsruhe.
    .
    Everybody was there, the (SPD) minister of external affairs, Steinmeier, who had negotiated the contract on behalf of Germany; the (CDU) minister of internal affairs, Schäuble; various members of the Bundestag; of the EU parliament, and dozens of high level burocrats. The judges asked many questions to give them every possible opportunity to explain, why the Lissabon contract was necessary, and everybody talked and talked… all of it being properly minuted of course.
    .
    Made Tiger grin, once the court has decided that the contract of Lissabon violates the German constitution, it will be a piece of cake to proof how even the existing EU contracts violate the German constitution by using all those examples, which the politicians and burocrats have nicely delivered to the court themselves.
    .
    The audience of this show was very exclusive. I had a seat in the very back on the other side of the glass-windows that surrounds the court room, very obvious the place of an observer and not of a participant. Being outside of the court room, I could get up, whenever I wanted without disturbing the procedure. I did, when important people talked, and move closely to the front – yet still on the other side of the window and everybody could watch me watching.
    .
    Certain people knew for various reasons, who I was, and hoped I would address them and demonstrate in public that I was on the same side then they. But Tiger didn’t address anybody. In the breaks he just wiggled around within meters of the various desperate people (in particularly the minister of external affairs) and enjoyed the most sophisticated birthday present he could ever have hoped for.
    .
    On my journey back to the Netherlands, a big Dutch man took place beside me. He made a very friendly impression and was dressed like a farmer. Soon he started to ask questions, and the entire train-department got to learn, what I was doing, why and how. Under the supervision of that big Dutch man, I got home safely. No mislead German police man dared to arrest me from the train on ground of false accusations, but really in order to rescue the image of the German government by holding back the beaten-up poor ESA staff member.

    • Werter Der Tiger
      Sie haben ja einige Erfahrung, was die Platzvergabe beim BVG betrifft.
      Was halten Sie vom Verfahren des OLG München im NSU Prozess?
      .
      Hat das BVG Ihnen wertvolle Hinweise gegeben für den Fall, dass Sie zukünftig
      nicht berücksichtigt werden?

  10. @binvonhier
    Ich habe allerdings viel Erfahrung mit der Sitzverteilung des BVG. Bei meinem ersten Besuch wusste ich gar nicht, dass man sich anmelden muss. Das habe ich erst im Zug auf der Hinfahrt gelernt. Da war eine Gruppe Studenten aus Köln, die auch zu der Anhörung wollten. Ich bin einfach morgens hingegangen, habe erklärt, dass ich aus den Niederlanden komme und gefragt, ob sie mir noch ein Stühlchen hinstellen. Aber irgendjemand erschien nicht und ich bekam einen Platz.
    .
    Bei der Lisabon Urteilsverkündigung hatte ich auch keinen reservierten Platz. Das war damals vom Ausland her schwierig und die Nachfrage war groß. Ein Freund – Richter am Oberlandesgericht in Frankfurt – hat mir geraten, trotzdem hinzugehen und zu sagen, dass die Öffentlichkeit Anspruch auf genügend Raum hat, und dass der Vorsitzende (Voßkuhle) einen größeren Saal bereitstellen muss, wenn ein so großes Interesse besteht. Ich bekam einen Platz.
    .
    Beim nächsten Mal war ich auf dem e-mail Verteiler des BVG. Ich habe innerhalb einiger Stunden angerufen und bekam keine Reservierung mehr. Daraufhin schrieb ich dem Präsidenten und legte ihm das Argument meines Richterfreundes vor. Ich bekam eine Antwort in einem Brief, dessen erste Seite offensichtlich eine Photokopie war und der, dem Poststempel nach, in Belgien aufgegeben worden war — nach der Sitzung. Aber keinen Platz. Mein Freund fand das amüsant.
    .
    Mittlerweile habe ich Routine und rufe sofort an, wenn ich die Einladung per e-mail kriege (was keineswegs jedes Mal der Fall ist) und wenn ich Interesse habe. Oft denke ich, dass der zuständige Beamte, Herr Stadtler schon auf meinen Anruf wartet. Jedenfalls erkennt er mich immer sofort.
    .
    Was ich über den Richter in München denke: In dem Moment, wo er gemerkt hat, dass seine Leute nicht korrekt gehandelt haben, hätte er aus eigener Initiative das Ausleseverfahren für ungültig erklären und sich um eine andere Lösung bemühen müssen.

  11. Das ist der Witz
    Wenn man mit einem Silberlöffel im Mund geboren wurde, brauchen einen die Sorgen und Nöte der Menschen ja nicht zu interessieren. Dann kann man auf selbige herablächeln und sich genügsam an den Strand legen.
    Nur für allzu schlau sollte man sich dann nicht halten.
    *gegen DAs Stirn klopf*
    *ein Hohlgeräusch zu vernehmen glaubt*

    • Widerspruch!
      Es ging und geht nur um die Furcht derer, die mit einem silbernen Löffel im Mund geboren
      wurden.
      Der Spruch: Es geht um die Zukunft unserer Kinder und Enkel ist mir noch aus dem
      Wahlkampf 2005 in Erinnerung und wurde nicht nur von den gleichen Protagonisten vertreten,
      Sondern von DENSELBEN ( v.Pierer, Kirchhoff, Kohl etc.)
      .
      Dummerweise haben alle jüngeren Nichterben gemeint, sie seien auch gemeint.

  12. Europa, der Euro und Helmut Kohl
    Vorab, Europa ist toll. Immer noch. Trotz des Euros. Wenn auch inzwischen nicht mehr ganz so sympatisch und entspannt wie in der Zeit vor dem Euro. Aber schon immer noch.

    Was in Italien passiert,weiß ich nicht und möchte mich auch nicht einmischen.Ich bin weder ein dt. Stammtisch noch die EU. Aber weil der Name Helmut Kohl gefallen ist, den will ich nicht wieder haben. Wegen seiner Arroganz, seiner Dummheit und seiner Eitelkeit. Und seiner langatmigen europäischen Gechichtsschgeschwurbeleienen mit denen er meinte, demokratische und ökonomische Prinzipien ausser Kraft setzen zu können. Und wegen seiner Schwarzgeldgeschichten, seiner Meineide, seiner Ganovenehre. Und weil er den Euro hier eingeführt hat.

  13. Wenn das alles so einfach wäre, wie im Beitrag geschildert...
    …gäbe es diesen Blog vermutlich nicht.

  14. 10% der ital. Bevölkerung horten das Doppelte der ital. Staatsverschuldung als Vermögen
    Italien ist doppelgesichtig. Arme Bevölkerungs-/Landesteile werden dominiert von einer diebischen, politisch gut verdrahteten Kaste.
    Durch Einräumung komfortabler Privilegien wird die pol.Verwaltung gefügig gehalten. So beträgt der Etat des ital.Präsidialamtes das 8-Fache dessen, was Deutschland hier aufwendet. Unvergessen Pressefotos leichter Mädchen, chauffiert in Regierungflugzeugen. Unvergessen die Steueramnestien.
    Während die EZB als Staatsfinanzierer mit 100 Mrd. Euro auf Staatsanleihen aus Italien sitzt, sind dort jene 10% abgetaucht, deren Vermögen das Doppelte der gemeinsamen Staatsschuld beträgt.
    Es soll vergessen gemacht werden, dass Italiens Bevölkerung als Ganzes ein höheres Netto-Finanzvermögen ( in BIP-Relation) bunkert als Deutschland.
    Denn Italien leistet sich zwar ein verschwenderisches Staatswesen, zieht es aber vor. dessen Etatrisiken via EU armen Staaten wie der Slowakei aufzubürden.
    Italien zeigt die enge Verzahnung von Privilegierung und gefügiger Verwaltung.

  15. Erfrischend
    Bravo und Danke fuer einen so schoenen Text. Herzerfrischend.

  16. Das Leben, die Liebe und das Glück redseliger Hofnarren der Korruption
    „Euro“ bezeichnet längst nicht mehr eine Währung, sondern ein korruptionsgetriebenes Transfersystem.
    Welche Milieus dabei in Europa die Schaltstellen der Macht besetzt halten, erkennt man deutlich am Typus der Begünstigten:
    Griechenland diebische Eliten, Irlands Steuerschieber, Spaniens Immobiliengaukler, Frankreichs Kervielbankensystem, Italiens Schwarzgeldkultur und als (vorläufige) Krönung Zyperns Geldwäscher.
    Bemerkenswert auch der „Vertreter Deutschlands“:
    Schäuble, dessen Name unmittelbar verknüpft ist mit dem Milieu illegaler Parteienfinanzierung.
    Schäuble, der gegen schweizer Ermittler tobte, als er im Fahndungsnetz zur Leuna/Elf Aquitaine-Bestechungsaffäre auffällig wurde,
    Schäuble, der von dem Waffenschieber Schreiber eine quittungslose 100.000 DM-Zahlung annahm und sich später einen kabarettreifen Streit mit der CDU-Schatzmeisterin über den Verbleib der Summe lieferte…
    ESM-Europa ist ein Europa der Korruption.

    • Nicht zu vergessen die deutschen Forderungen, die aus dem Export stammen und vorrangig gerettet werden. Ich jedenfalls spüre hier im Ressort in Sizilien keine Krise.

    • Die deutschen Forderungen
      …können vielleicht auch schwimmen – von Insel zu Insel. :-)
      Oder von Krisenland zu Krisenland.

  17. Titel eingeben
    Schlaf Michel schlaf
    die Faz die hüt die Schaf
    sonst kommt des Goldmans Draghilein
    erstickt das böse Michilein
    schlaf Michel schlaf

    Schlaf Michel schlaf
    die Merkel hüt die Schaf
    geh fort du böses Denkerlein
    und weck mir nicht die Lämmelein
    Schlaf Deutschland schlaf

    • Wir haben eindeutig ein Problem, aber wenn die Lösung wie die AfD aussehen soll, sollte man auch auf die Ähnlichkeiten hinweisen.

    • Titel eingeben
      Ob wir rote, gelbe Kragen
      Helme oder Hüte tragen
      Stiefel tragen oder Schuh
      Oder ob wir Röcke nähen
      Und zu Schuhen Drähte drehen
      Das tut, das tut nichts dazu.

      Aber ob wir Neues Bauen
      Oder Altes nur verdauen
      Wie das Gras verdaut die Kuh
      Ob wir in der Welt was schaffen
      Oder nur die Welt begaffen
      Das tut, das tut was dazu

      Ob wir rüstig und geschäftig
      Wo es gilt zu wirken kräftig
      Immer tapfer greifen zu
      Oder ob wir schläfrig denken
      Gott wirds wohl im Schlafe schenken
      Das tut, das tut was dazu!

      Drum ihr Bürger, drum ihr Brüder
      Alle eines Bundes Glieder
      Was auch jeder von uns tu!
      Alle, die dies Lied gesungen
      So die Alten, wie die Jungen,
      Tun wir, tun wir was dazu.

    • Wo sich alle bürgerlichen Kräfte vereint sehen
      Wie wär‘s damit. Gerade gepostet als Leserbrief hierzu: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nach-gruendungsparteitag-skeptische-reaktionen-auf-alternative-fuer-deutschland-12149884.html. Aber noch nicht freigeschaltet (doch bald zu lesen in Herolds Weblog):
      .
      „Wo sich links von rechts unterscheidet
      Dass die AfD eine konservative – somit nicht linke – Partei ist, dürfte unbestritten sein. Dennoch würde ich sie nicht so ohne weiteres dem rechten Rand zuordnen. Der im Umfeld dieser Partei zu beobachtende extreme Antikommunismus sollte die Linke nicht dazu verleiten, sie allein danach zu beurteilen. Reicht doch der Antikommunismus bis in die Reihen der Partei „Die Linke“ selbst. Von der Position einer revolutionären Kritik an diesem Europa des Kapitals aus, sollte eine revolutionäre Linke die Auseinandersetzung mit dieser Partei, gerade in der Kernfrage, nämlich in der Haltung zum „Vereinten Europa“, nicht scheuen. Ein „Europa der Völker“ kann man, ja muss man verteidigen, doch richtet sich eine solche Politik fundamental gegen eine deutsche Vorherrschaft. Und so wie sich dort alle bürgerlichen Kräfte vereint sehen, nämlich in der „Verteidigung der deutschen Interessen“, so unterscheidet sich genau hier links von rechts.“

    • Genial
      Darf man den Text kopieren und weiterverlinken?

      Genau diese Art der Satire war ich von Scheibenwischer gewohnt. Gibts ja nicht mehr, heutzutage, in deser Mediendiktatur aka deutsche Republik.

    • Aber gerne!

  18. Genau so!
    So kann man sich, so muß man erklären, was Kohl bei der von ihm eingestandenen diktatorischen Einführung des Euro antrieb: er wollte es einfach glauben, dass die schöne Idee einer gemeinsamen Währung stärker ist als alle ökonomischen Daten, als alle Erfahrungen mit mit dem Finanz- und Wirtschaftsgebaren der Teilnehmer. Man fühlt sich an die „Feuerzangenbowle“ erinnert: „Jetzt stellen wir uns mal ganz dumm“, und tun so, als ob die Franzosen und die Italiener jetzt ganz andere wären, sie haben immerhin ihr Defizit und ihre Verschuldung heruntermogeln können.
    Nein, die Ausgeburt von Kohls Phantasterei muß keinen und darf keinen Bestand haben. Man ist nicht rückwärtsgewandt, wenn man den Euro aufgeben will, man ist nur bescheidener Realist.

  19. An den nicht so wohlhabenden Gast
    Natürlich, man kann sich an den Strand legen oder seine Zeit lesend auf dem Biedermeiersofa verbringen. Man kann aber auch etwas Ungewöhnliches und Gewagtes machen, für das finanzielle Unabhängigkeit Vorraussetzung ist. Damit macht man sich bei den alten Männern und Muttis äußerst unbeliebt, weil sie einem weder mit Posten noch mit Geld bestechen können. Es gehört allerdings ein gehöriges Maß an Mut und gesellschaftlicher Genügsamkeit dazu.

  20. Zeitenwandel
    Wissen Sie, Don Alphonso, gerne erinnere ich mich an das Italien (und besonders Sizilien!) der 70er und frühen 80er und den phantastischen Kontrast zu Deutschland, den ich damals genossen habe.

    Heute fahre ich lieber nach Zingst, um endlich wieder einen Hauch Deutschland genießen zu können. Was hat sich geändert? Ich würde sagen, der Genuß, mit dem man auf Zimmermann und Co. eingedroschen hat, hat die Substanz zerstört, zu der man auch mal nach Hause kommen konnte.

    Heute lebt man in einem Mulitikultiland voller denglischsprechender Idioten, die z.B. glauben, man könne hierzulande mit der Sonneneinstrahlung von Alaska genug Strom produzieren, um die Atomkraft zu ersetzen.

  21. freies Padanien - freies Bayern
    So wie die mittelalten Männer dort von Padanien träumen, so träume ich hier vom freien Bayern, wenn ich es recht bedenke, sogar vom Königreich Bayern. Warum denn nicht? Vom freien Land der freien Bürger, die selber entscheiden, ob sie konservativ und barock sein wollen, ein bisschen hinterfotzig und einigermaßen arbeitsam. Vom Land, in dem man das Eigene bewahren darf und nicht unter Generalverdacht steht. Das Land, das nicht jedem als Mülleimer für perverse politisch korrekte Experimente dienen muss. Das Land, das kein Interesse daran hat, allen zu gefallen, sondern einfach „ist“. Und wem es nicht gefällt, der könnte uns gern den Rücken zuwenden. Schließlich wäre es ja ein freies Land.

  22. Differenzierte Betrachtungsweisen stünden auch lyrisch Begabten gut zu Gesicht.
    Oder soll die ganze rhethorische Kunst in erster Linie die (bewusste?) Ignoranz von Fakten überdecken!?

    Das Kernproblem ist doch, dass man derzeit nicht mal über Alternativen nachdenken darf („alternativlos“ — von allen (!) „Volksvertretern, außer den Linken, postuliert), was letztlich ein Totschlagargument bzw. ein Denkverbot ist.
    Die AfD hat auch kein Patentrezept in der Schublade, aber ihre Hauptforderung lautet, dass es keine Tabus mehr geben darf; i.e. das Aufheben des Denkverbots.

    Wie kann ein vorgeblicher Freigeist wie Sie nur derart piquiert auf diese völlig berechtigte und zutiefst liberale Forderung reagieren?
    .
    Weitere Probleme der Rettungspolitik, welche die AfD berechtigterweise ankreidet, während Sie diese geflissentlich ignorieren: EU-Demokratiedefizit, Rechtsbrüche, Bürgerferne, …
    .
    Last but not least: von den „alten Reichen“ bzw vom wiederauferstandenen Römischen Reich träumen ja wohl viel eher die Konsorten Barroso, van Rumpoy, Schmidt, Kohl, … und alle Gleichgesinnten im Geiste. Somit zerfällt sogar der Aufhänger dieses Geschichterl bei genauem Hinsehen zu Staube.

  23. Bist du nicht willig so....
    Immerhin. Um ein Haar hätten die Kelten 18. Ju­li 387 v.Chr. Rom erobert (S. bei Livius),
    wären da nicht da die (dämlichen?) heiligen Gänse, der Göttin Juno geweiht, auf dem Capitol gewesen. Welche die schlafenden Rämer weckten, damit diese sich nun endlich verteidigten.
    Andere Keltenstämmein in jenen antiken Zeiten machten sich über Athen her und gelangten sogar bis nach Anatolien.
    Listigerweise schaffen es die Kelten heutzutage mit weniger brachialen Mitteln sich Europa via Brüssel und dem Instrument der Schuldengemeinschaft (Solidarität versus no bail out) gefügig zu machen.

  24. Säume nicht Seume zu folgen...
    Einen Spaziergang nach Syrakus auf Seumes Spuren in den heutigen Zeiten des Massentourismus wagen? So etwas können nur vollmotorisierte, bayerische Romantiker sich ausdenken. Aber eine denkbare Alternative ist´s ja.

  25. hans
    Gedämpfte junge Dinger träumen auch ab und zu von alten Reichen, z. B. Liz Mohn und Friede Springer. Die Furtwängler auch???

  26. @männliche texte - "das leben ist schön und teuer, es geht auch billiger, aber dann ist es meiste
    .
    nicht so schön.“
    .
    „ohne vatervorbild und mit beziehungsunfähiger, männerkritiserender emanzenzicke als mutter ist es schwer, ein liebevoller, verantwortungsbewusster familienvater zu werden, für den ohnehin kaum bedarf besteht.“ – oder „“wer d-zug fährt, muss zuschlag zahlen“, so definieren wir, der harte kern der finanziell unabhängigen … “
    .
    „um glück und erfüllung für die familie gesichert zu wissen, soll dein weib dich lieben, ehren und fürchten. jene drei empfindungen müssen ein ganzes bilden, also 100 von 100 teilen. die anteile dürfen variieren, aber niemals darf ein mangel am ganzen entstehen. du aber sollst der mann sein, dem liebe, ehre und furcht gebühren. wisst ihr, wie weit wir davon weg sind? mindestens genauso weit, wie von einer glücklichen und zufriedenen gemeinschaft.“
    .
    christian stadler hat bei octopus einen männlichen text vorgelegt. nicht alles ist womöglich nur gut. aber evtl. mal den nachtrag empfehlen.
    .
    „einigkeit und recht und freiheit steht wieder (nur noch) auf dem münzrand; wenn man so verladen wird, wie wir, dann wäre es schon anständig, uns nicht (noch) übermässig zu verhöhnen.“
    .
    („eine mutter werden ist leicht. man muss nur ein weib sein und sich ficken lassen. aber eine gute mutter werden…“ „dammwild hat was mit der pflaume vom norberts mutter zu tun, die ist mal bei ’ner geburt gerissen und musste mit fünf stichen genäht werden.“)

  27. @ sonstige allgm. Insel-Tip's
    und man wusste auch schon vorher (und zwar vor allem ohne die bloß noch alte faz?), was die jungen männer heute machen. nach osten fahren, auf dem boden schlafen oder in hütten oder unterm wagen, nicht nach süden, wohin auch sonst?
    .
    2.500 km querfeldein von berlin, frankfurt oder münchen mit dem pkw bis auf die krim. langsam, schön, erlebnisreich, zusammen und oft auch abenteuerlich, so sagt report. dahin, wo’s noch spaß macht. wo man noch frei wäre und mensch, „letzte chancen nutzen“. (keine kritik an wunderbaren bildern und worten von südl. inseln inmitten aller vier winde und gegenden, es lediglich festzustellen evtl..) denn wer wüsste, wie lange noch?
    .
    (hat in hamburg studiert und mit abschluß der krim-veranststalter (anfangs ca. 26), daher auch die web-side hier, spricht fliessend deutsch, fand hier aber nichts, keine anstellung, „zu unternehmungslustig und tatkräftig“ hat keiner gesagt: du kannst hier mit 26 nix werden, weil die von anfang 40 ja auch noch im wartestand… und selber hilflos.)
    .
    ja, träumen … . http://kazantip.de/

  28. Pingback: Fast die ganze Wahrheit

  29. gelangweilt
    Sehr verehrter Don!
    Dürfte ich Sie bitten, sich aus der warmen sizilianischen Asche zu erheben und einen neuen Bericht zu schreiben? Mir ist sehr langweilig.
    Mutti will wieder für eine volle Amtszeit antreten und V Leyern hat ihre Quote gekriegt. Dafür darf sie Schäuble im Rollstuhl herumfahren. Das BVG hat entschieden, dass der Normenkontrollantrag Bayerns und Hessens zum Luftsicherheitsgesetz teilweise erfolgreich ist und die Homo-Ehe scheint in Frankreich Thema Nummer eins zu sein. Ich gucke mir vor Langeweile sogar schon das Sexerläuten in Zürich an:
    http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/sechselaeuten-nachklappe-1.18065487
    .
    Auch wenn ich nicht oft mehr kommentiere, lese ich Ihre Berichte und meistens auch die Kommentare mit großem Interesse.
    .
    Ihr, Ihnen sehr ergebener
    Tiger

  30. Die schon wieder!
    Wie oft wollen die deutschen Konservativen den Kontinent eigentlich noch ins Unglück stürzen? Ich finde, zweimal reicht nun aber wirklich.

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