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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
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Diese gedämpften, jungen Dinger und ihr Überziehungskredit

11.04.2013, 17:45 Uhr  ·  Früher gab es eine Apanage, heute gibt es dazu noch ein Konto und einen Dispokredit, und das ist der Urgrund allen Übels: Denn mit der finanziellen Freiheit werden bessere Kinder zu Sklaven der Banken und sozialer Schirflagen, und schreiben schlechte Bücher.

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Wenn Sie denken: Der hat doch sicher einen fiesen Text über die Thatcher geschrieben und ist jetzt nur zu feige, um den zu bringen – dann haben Sie leider recht.

Früher waren die jungen Leute beim Studieren auch nicht vermögender als heute; im Gegenteil, man blieb meist an der Uni, an der man begann, in der Stube, die man gemietet hatte, und für Flausen wie drei Studiengangwechsel und jedes Jahr eine neue internationale Station war einfach kein Geld da. Man füllte billige Ordner mit Papier, man rief mit dem Festnetz an und war froh, nicht zu den Armen zu gehören, die jeden Tag von ihren Kinderzimmern aus pendeln zu müssen. Zum See fuhr man mit dem Rad oder der S-Bahn oder, aber das war ganz selten, mit einem Käfer Cabrio, zweifarbig und wie ein Aquarium, wenn es regnete. Trotzdem sind die Geschichten, die man so vom Studenten-Allotria vergangener Tage hört, immer recht erbaulich. Die Seidenstrumpfhosen mögen nur gemalt gewesen sein, und die Zigarettenspitzen halfen, mit einer Zigarette pseudorauchend durch den Tag zu kommen: Aber lustig ist es gewesen. Und danach begann das Leben, das eigene Einkommen, und alles wurde gut.

The Internet is for Pr0n!

Mir ist das in den Sinn gekommen, weil sich so ein guter, satter und erfreulicher Kreis der Generationen gerade in mir schliessen wollte: Solchen Familien geht es nämlich irgendwann zu gut, dann ziehen sie ihre Kinder aseptisch rein und fern alles Schmutzpartikel auf, woraufhin die natürlich allergisch werden, und dann bekommen sie auch noch einen allergischen Schock vom falsch dosierten Waschmittel. Ja so kann es gehen. Daraufhin bekommen sie Cortison, auf das sie – hoppla! – nun ebenfalls allergisch reagieren, und obendrein von Spray eine Rachen- und Mandelentzündung bekommen. Kann das möglich sein, fragt man den Arzt entsetzt, und der sagt: Ja. Das gibt es. Und wenn die Lunge zu ist, die Bronchien röcheln, das Schlucken nur dann wie Feuer schmerzt, wenn das Wasser genau richtig lauwarm ist und nicht wie Schwefelsäure, sollte es etwa zu kalt oder zu heiß sein, und sich die Entzündung dann das auch noch im ganzen Kopf ausbreitet, dann denkt man so bei sich: Naja, an irgendwas muss unsereins auch aussterben, und wenn es schon dank der familiären Zuwendungen nicht der Rentenbetrug oder ein Leben ohne Seezugang oder Bergblick ist, dann halt Waschmittel und Cortison.

Wie man weiss, hat sich das Schicksal mit einem lauten Ding Dong anders und für eine andere entschieden, und mir ging es eigentlich zu gut zum Sterben, denn ich hatte nebenbei viel warme Torte. Und „Hunnen und Rebellen“, die Autobiographie von Jessica Mitford. Eine Schwester namens Nancy war die berühmte Autorin, zwei andere, Diana und Unity, waren berüchtigte Nazianhängerinnen, und Jessica war die Kommunistin (und obendrein das Vorbild für die kleine Schwester von Sebastian Flyte in Evelyn Waughs „Brideshead revisited“). Das Buch, bei Berenberg erschienen, ist ein famoser Spass, und ich kann es wirklich nur empfehlen, beim stationären Buchhandel, beim Internetversand wünsche ich eine Cortisonallergie dass es kra. Diese ganze Clique von jungen, sorglosen, vermögenden, leicht schrägen und enorm talentierten Leuten hiess damals „bright young things“. Und man weiss, wie sie lebten: Finanziell von den Familien kurz gehalten, sorglos am Monatsanfang und schlank am Ende, ohne Credit, aber so lustig, wie es eben ging, weil der Ernst des Lebens noch kommen würde, und die Freiheit draussen in der Nacht war, oder beim Wachteleieressen in der Landschaft vor Oxford. Auch die Wachteleier hatte Frau Mama geschickt, und als Nancy Mitford – damals schon bekannte Autorin – doch einmal ausreissen wollte, kam sie bald voller Reue zurück: Ohne ihre Nanny war sie nach zwei Wochen knietief in der ungewaschenen Kleidung gestanden.

The Internet is for books!

Literarisch sind solche Zwangsbeziehungen natürlich ein Glücksfall, denn damit lässt sich jeder Generationenkonflikt, jedes Treffen von Personen, jeder Streit und jede schlimme Notlüge ganz einfach erklären: Sobald das Geld weg ist, muss man sich wieder treffen, reden, speisen, in den Gärten sitzen und reden; wie im richtigen Leben verdickt sich dann die Handlung, und kein armer Dichter muss nach Ausreden suchen, warum ausgerechnet jetzt Tante P. mit dem Amerikaner im Schlepptau auftaucht. Jeder völlig absurde Zufall lässt sich konstruieren, jede Bekanntschaft kann erklärt werden, jede alte Geschichte kann plötzlich zur Sprache kommen, und zwar genau dann, wenn man sie für die Handlung braucht. Und vor allem weiss doch jeder, wie das ist, wenn man pleite heimfährt und überlegt, was man alles plündern muss, um bis zum nächsten Ersten durchzukommen, und welche Studienfortschritte, die man das letzte mal erfunden hat, jetzt weiterdichtet. So werden Bücher geistreich und voller Esprit und grotesker Gestalten, so entstehen Clans und Geschichten, und der Leser wandert mit dem Helden mal hinein und mal hinaus in die weite Welt, bis das Materielle zur Heimkehr zwingt.

Heute wäre so etwas vollkommen unrealistisch, denn mit dem Geld der Eltern kommt auch der Überziehungskredit und die Kreditkarte, und damit ist der Freiraum sehr viel grösser, wie auch der Abstand zur Familie enorm gewachsen ist. Aufgrund der Entfernung ist man nicht mehr so oft daheim, Telefon reicht, und aufgrund der finanziellen Flexibilität ist es auch nicht wichtig. Es sind doch nur ein paar hundert Euro Dispo, bald ist wieder der Erste. Und bis zu dem Tag, da man sich vor dem Geldautomaten fürchtet, vergehen schon gut zwei Jahre, denn der Weg in die Hölle ist lang und mit vielen Rückzahlungsvorsätzen und Caipigläsern gepflastert. So, wie früher alle nach drei Wochen daheim den Kühlschrank ausräumten, reduzieren jetzt alle ab dem dritten Wochenende die Ausgaben, und am vierten Wochenende sind die Pfandflaschen dran und das alte Modem wandert zu Ebay. Jetzt nach Hause wäre ein Alptraum; Studienerfolge erfinden ist ja noch lustig, aber was sagt man, wenn die Eltern fürsorglich fragen, ob man denn mit dem Geld auskommt? Die Wahrheit, dass man seit einem Jahr von den Zinsen aufgefressen wird und das Geld von der Tante K. auch restlos weg ist? Oder lügt man tapfer Lebensbeherrschung, die nicht da ist? Oder findet man einen Mittelweg mit zusätzlichen Ausgaben, für die man Geld braucht, das dann in die Tilgung gehen soll, aber nur soweit es nach dem nächsten Wochenende noch da ist? Schliesslich will man doch auch mal wieder feiern, die Leute reden ja schon, dass man nur noch Geschnorrte raucht und ein Bier pro Abend trinkt. Dispokredit ist nicht nur kein Geld, sondern auch keine Herzensbildung.

Deine Tante kennt Deinen Facebook-Account

Und so bestimmen nicht mehr die Eltern, in welchem Umfang sie welche Geschichten glauben möchten, sondern die Kundenberater der Kreditinstitute. Sie entscheiden, wie die Geschichten unter welchen Auflagen weitergehen, und natürlich haben die Dramen auch Vorteile: Es ist vergleichsweise anonym, man kann sich lange, sehr lange mit einem geschlossenen Briefkasten beruhigen, und bis es in Deutschland unerträglich, wirklich unerträglich wird, muss schon recht viel passieren. Das System will ja weiterhin keine Geständnisse, sondern genau so viel Luft lassen, dass horrende Zinsen bezahlt werden können. Keine Generalbeichte ist nötig, keine Frage, warum man denn nichts gesagt habe, muss gehört werden: Man zahlt die Zinsen nicht nur auf die Schulden, sondern auch auf die Befreiung vom Zwang, einer Familie Rechenschaft ablegen zu müssen. Und insgesamt ist es, wenn ich das den Blogs diverser Berliner richtig entnehme, immer noch angenehmer, als eine langwierige Erklärung, warum das alles schon seit Jahren schief gelaufen ist. So vermeidet man natürlich Konflikte. Und so fad ist dann auch diese Verzweiflung.

Dabei darf man den Familiengeschichten meistens durchaus entnehmen, dass Eltern mit einem gewissen Schuldenstand rechnen und obendrein vermutlich lieber einmal die Kinder richtig entschulden würden, als all die Folgen auf Jahre weiter zu finanzieren. Denn während so eine Apanage ein schwindender Besitz ist, der einen aber mobil und wendig hält, sind Schulden etwas, das jede Entscheidung erschweren. Am Ende des Monats kann man einfach nicht zu einem Vorstellungsgespräch durch das Land reisen, und am Anfang des Monats muss man Angst haben, dass die Firma die Kosten zu langsam erstattet. Wird die Wohnung zu teuer, muss die nächste billiger werden, und die Kaution darf auch nicht mehr kosten. Das Dispolimit ist dann das Limit des gesamten Lebens, und sorgt so für noch ein wenig mehr Entfremdung, die dann wiederum im Internet durch Klagen unter Gleichangespannten kompensiert wird. Wenn am Ende die Frage, ob man den Umzugswagen rechtzeitig zurückbringt, entscheidet, ob man durchkommt oder ist, ist nur noch für die Betrachter aus der Ferne und in intakten Familien die Frage offensichtlich: Was hat das noch mit bright young things zu tun?

Dieses Waschmittel kann tödlich sein

Nichts. Es ist wie so oft, die Moderne klingt mit ihren Möglichkeiten viel besser als der Zwangsurlaub daheim und die dicken Tantenküsse, aber die Freiheit hat nicht nur ihren Preis, sondern auch ihre Zinsen und Zinseszinsen. So feiert man sich in ein Umfeld, in dem es allen schlecht geht, so schreibt man Romanentwürfe über Verlierer, so verschwindet die echte Familie mit den alten Möglichkeiten, und irgendwann, wenn andere längst funkelten und leuchteten, fallen sie, mit der Bierflasche in der Hand, aus dem Club. Nicht fallen lassen! Das sind als Pfand zwei Schrippen und vielleicht genug Kohlehydrate bis zur nächsten Überweisung. Aber so ist das nun mal mit der Ironie: Den einen bringt das Waschmittel um, und der andere versteht nicht, dass der alte, enge Weg an der Familie eigentlich gar nicht so schlecht war. Man kann sich natürlich auch über unseren niedrigen Vermögensmedian in Deutschland erregen, oder über die Methoden der Banken und ihr Verständnis von Menschen:

Aber diese Literatur, diese junge, deutsche, die dabei herauskommt, die ist wirklich schlimm. Das Dispolimit ist kein gutes Lektorat, man merkt es immer wieder. Zum Glück kann man Waugh und die Mitfords öfters lesen.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (28)
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hans

Die Musik, diese junge, deutsche, ist noch viel, viel schlimmer. Statt Nutbush City Limits etwa Berlin Visa Limits.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

Die letzte Rettung ?

.... und wenn sich so manches "sweet young thing" gelegentlich in ein Monster verwandelte -- Mangels an Kohle -- da blieb dann nur noch die letzte Rettung, die man selten erwaehnte.
Man hoffte auf eine substanzielle Erbschaft, und auf den Guten Sinn der betuchten Verwandschaft, etwas von ihrem Vielen and die Leidenden und nicht mehr so jungen "sweet things" vor deren Abreise ins Jenseits, abzutreten.
Natuerlich blieben solche Gedanken geheim, denn man moechte die Verwandschaft ja nicht veraergern -- aber schlimme Zeiten schaffen schlimme Gedanken und so mancher der auf seine monatliche Stipende wartete, hofft dass man bald etwas mehr bekommt, denn es ist doch wichtig. dass man dem Stande gemaess lebt -- selbst wenn man ab und zu etwas knapp dran ist.
Auf der Rennbahn fressen die Ponies sowieso unheimlich viel Geld beim Wetten --- ausserdem "one has to keep up appearances, what". Sowas braucht schon etwas Geld.
Life is not an easy ride -- selbst mit Dispokredit, Credit Cards, und alten Modems die man hoffentlich noch verkloopen kann.
Kein Wunder, frueher schickte so manche Familie ihre weniger erfolgreichen Sproesslinge nach Kanada oder Australien, um die aus dem Weg zuhaben. Diese sogenannten Remittance Men, warteten immer auf ihre Remittance um ihren "living standard" auch in fernen Regionen aufrechtzu halten.
"Keeping up standards, is important", erklaerten die immer.
So isses manchmal -- nicht nur in Brideshead, aber wohl auch in meiner und ihrer Nachbarschaft.
Pax vobiscum

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

"Frieden, Wohlstand, Freiheit" - so die zeitliche Abfolge in Wertewelt der 1979 geborenen.

man möchte es über all dem Geplänkel nicht vergessen.
.
Und die 1979 geborenen haben sicher alle Hände voll zu tun im Moment, diesen vollkommen richtigen Standpunkt gegen alte Leute von gestern, die heute Ende fünfzig oder sechzig sind, und immer noch, wohl weil sie es nicht besser wissen und nicht anders können, für sich und diese Republik zuerst und ängstlich-einseitig das Paradigma ihrer Generation - Wohlstandsmehrung - betreiben - als könnte da noch was verloren gehen oder wäre noch von Bedeutung - und dann erst zaghaft bis unvollkommen sich selbst Freiheiten gestatten.
.
"Your peers are your natural allies" - hin- u. wieder stimmt das sogar.
.
"Europa war für meine Großeltern Frieden, für meine Eltern Wohlstand und für uns heute bedeutet es Freiheit. Und diese Freiheit werden wir nicht preisgeben". http://fdp-horstmar.de/act_130127.htm
.
Und wäre es womöglich die Freiheit weniger Republik u vererben, als vorgefunden. Also eine Repulik mit einer weniger prächtigen Finanzausstattung - genauso, wie weniger Privatvermöen, also ererbt oder erarbeitet.
.
Nur die Freiheit hätte eben zugenommen.

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2 PeterWolf 12.04.2013, 02:33 Uhr

Fazit

Wehrter Don,
darf ich ihren Beitrag so verstehen:
"Oberschicht" (als Synonym für die "Stützen") ist weniger eine Frage des Baren, sondern mehr eine Geisteshaltung?

Und manchmal geschehen die Dinge so dicht, dass man womöglich deswegen übersähe,

Grundkenntnisse vorausgesetzt.
.
"Ursprünglich preußischer Staatsbürger, war er seit seiner Übersiedlung nach Grundkenntnisse vorausgesetzt.
.
"Ursprünglich preußischer Staatsbürger, war er seit seiner Übersiedlung nach Basel 1869 staatenlos." http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche
.
vs.
.
"Die Demonstranten skandierten „Nie wieder Deutschland."" http://tinyurl.com/d2jxlox
.
Vielleicht gehört ja zu den langfristig grenzüberschreitend-grenzaufhebenden Kulturwirkungen des Internet eben doch auch eine, wenn auch wahrscheinlich überwiegend noch unreflektierte, "Verinternationalisierung der Massen"? Also des jungen Nachwuches zumindest? Und durchaus überhaupt nicht unwünschenswert? Aber ganz sicher Tatsache?
.
Was früher Nietzsche (anfänglich unbedingt ein junger Hochbegabter) "könnten-wollen heute-demnächst viele-alle"? "Es wär' ihr Schicksal?" (Da das Internet und seine Wirkungen die historisch sich ereigende Realität wären.)
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Wir würden das möglicherweise Ernst nehmen.aupt nicht Unwünschenswert? Aber ganz sicher Tatsache?
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Was früher Nietzsche (anfänglich unbedingt ein junger Hochbegabter) "könnten-wollen heute-demnächst viele-alle"? "Es wär' ihr Schicksal?" (Da das Internet und seine Wirkungen die historisch sich ereigende Realität wären.)
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Wir würden das möglicherweise Ernst nehmen.
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Und was wohl passieren würde, wenn man die Diskussionsplatform "www.staatenlose-auslaender.de - wir geben unsere Staatsbuergerschaft zurück!" online stellen würde - ein aus dem Hintergrund wissenschaftlich Interdisziplinär objektiv begleitetes Forschungsprojekt - obigem Raum und Platz zu geben? Zu kanaliseren, Form, Forum, Größe, Stärke, Inhalte und Richtung besser abzuschätzen?
.
Gedämpfte Erwartungen - auch an die Eliten, ja.

4 Andreas Wilfling 12.04.2013, 10:28 Uhr

Exzellent

Was fuer ein exzellenter Beitrag . Sehr treffend, wie man sich Unabhaengigkeit mit Abhaengigkeit erkauft. Oder ist es etwa in Wirklichkeit nicht nur so, das man Abhaengigkeit von Leuten die man kennt durch Abhaengigkeit einer grossteils anonymen Organisation ersetzt ? Die einen dann auf lange Zeit am Haken hat ?
Vielleicht besser, sich von denen auf die Nerven gehen zu lassen, die einen wenns wirklich drauf ankommt raushauen

Grammatik

Bitte lesen sie sich den Artikel noch mal auf grammatikalische Fehler durch. Er ist kaum zu lesen: "dann ziehen sie ihr Kinder aseptisch rein und fern alles Schmutzpartikel auf"
"und sich die Entzündung dann das auch noch im ganzen Kopf ausbreiten"
das macht doch keinen Sinn, Alphonso!

Antworten (3) auf diese Lesermeinung

4 die_kalte_Sophie 12.04.2013, 11:25 Uhr

Thatcher wäre natürlich wichtiger gewesen

aber die Volte in dem Text ist Klasse! Statt auf die versammelte Autoren-Herde herabzustoßen wie Nietzsches Adler, werden nur mal die Weibchen zusammen getrieben, und kurz geschoren. Irgendwie trifft der Text ins Schwarze, das Bull's Eye der Literatur. Da war was mit der Freiheit, da war was mit dem Geld, da war was mit der Familie, und das betrifft alle, also muss der Literat sich darum kümmern. Sex fällt mir noch ein, aber ansonsten war's das!
Und was Innen ist, ist auch Außen, sagt Hermes Trimegistos. Also stimmt's wohl hinten und vorne nicht mehr. Daran ist bestimmt die Mittelschicht schuld, oder? Nein, nur Spaß.
Oder, wart' mal! So dumm ist das nicht... Der Autor muss wissen, für wen er schreibt, was und warum. Er braucht mehr als eine FAMILIE, er braucht ein Milieu, er braucht ein Land, ein Volk, etc. Ansonsten ist die Versuchung groß, sich selbst für interessant zu erklären. Das willst Du aber nicht lesen, das willst Du nicht, glaub' mir.
Kein Land, kein Volk, keine Literatur!
Ist vielleicht doch die Mittelschicht dran schuld, vorallem diese Links-Liberalen Zersetzer...
Aaaah, ich mag gar nicht daran denken!

2 Gerd Kintzel 12.04.2013, 11:32 Uhr

Da kann man sagen was man will:

Eine klasse Schmonzette!

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

Schreiberlinge

Früher gab es Zeitungsartikel, heute gibt es Blogs. Und die schreibt jeder, der noch ein paar Kilobyte frei hat auf seinem Server. Früher hat man vor der Veröffentlichung einen Text noch korrekturgelesen, heute kann das der Rechner, macht es aber offensichtlich nicht.

Wenn es eines Beweises für die Überflüssigkeit von Blogs noch bedurft hätte, dieser Text wäre es. Ein Blog gilt als offensichtlich als publizierungswürdig, egal ob der Verfasser eine zu geringe Sauerstoffsättigung oder irgendwelche körperfremden Substanzen im Blut hat. Form und Inhalt sind gleichgültig. Ein paar thematische Schwenks, ein paar rhetorische Fragen und eine prinzipiell sogenannte kritische Grundstimmung genügen. Gesundheit!

Antworten (4) auf diese Lesermeinung

1 Der Tiger 13.04.2013, 10:45 Uhr

@Leser

Sicher, früher gab in der FAZ Korrektoren. Der Vater meiner Freundin war einer. Er hat meine Mutter immer mit den letzten Rechtschrebefehlern der Herren Herausgeber amüsiert. Damals gab es auch noch die Glansdruckbeilage am Samstag mit einer Frauenseite.

0 Köstlich 13.04.2013, 11:06 Uhr

Barrique schmeckt mir nicht aber gefällt ...

http://barrique.sanpatrignano.org/en

Hierher schicken die Italiener ihr -mit zu viel Speed- aus der Bahn geworfenes Jungvolk.
.
Und es kommt auch noch was schickes dabei raus!

0 E.R.Binvonhier 13.04.2013, 11:32 Uhr

Im benachbarten Kommentarblog

mit zu lesen, kommt einer Offenbarungng gleich.
.
Danke, D.A. Für diesen Beitrag.

1 E.R.Binvonhier 13.04.2013, 11:40 Uhr

Frau Thatcher

War wohl zutiefst von den Folgen des WK I und dem einsetzenden Verfall des Empire geprägt.
Dem Verlust der britischen globalen Deutungshoheit.
Diese wieder zu gewinnen fordert einen Staatsmann außerordentlich.

Wir kündigen Ihnen mit sofortiger Wirkung Ihren Disporahmen!

Django der Disposchreck ist mal wieder unterwegs. Nimm dir was dir nicht zusteht.
``
Der Mann von der Peergroup ist seinen eigenen Einflüsterungen erlegen. Anstatt Mors, mors zu rufen hätte er nach dem schon immer etwas konservativ-progressiveren Freistaat Bayern schielen sollen. Mia san Mia. Auf Hamburgisch heißt das: Wir sind Wir. Closed Society.

na ja

man kann auch übertreiben , nebenan wird recht heftig gekabbelt ,
muß das eigentlich sein ? mfG.T.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.