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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Gebt 20 Fussballfans ein paar Jahre Zeit

| 103 Lesermeinungen

Eine kleine, laute Gruppe Ultras kann einen ganzen Platz frei von freundlichen Menschen räumen: Fussball mag ihr Leben sein, aber für andere ist es eine Belästigung und ein Beitrag zum Niedergang Europas.

Ich wünsche mir zum Geburtstag den Käfig, in den man Ezra Pound eingesperrt hat.

Im 19. Jahrhundert lag das Städtchen Riva noch nahe der Südgrenze der österreichischen Monarchie. Hatte es davor lange Zeit zum Einflussbereich des lebensfrohen Venedigs gehört, so ergänzte man unter den Habsburgern die Palazzi der Terra Ferma mit Jugendstilvillen und Grand Hotels des Historismus, und lebte hier recht gut. Goethe kam hier durch und Franz Kafka erholte sich. Dann kam der erste Weltkrieg und Riva wieder zu Italien, geriet ein wenig über den Aufstieg der Windsurfer im nahen Torbole etwas in Vergessenheit, und war ein behäbiger Ort, in dem man auch ohne Probleme statt Café einen deutschen, entkoffeinierten Filterkaffee bekommen konnte. Hinten zerfallen noch manche Traumvillen, vorne am Hafen ist es bunt, und das Treiben angenehm.

Es ist Sonntag, und man trifft am Hafen neben der venezianischen Festung aufeinander: Die deutschen Rentner, denen der Pool zu kalt ist, auf die italienischen, stolzen Nachwuchsherzeiger, die amerikanischen Reisegruppen auf eine koreanische Rucksacktouristin, die eleganten Herren und Damen und die quengelnden Kinder, die ein Eis wollen, Scharen von Bergradfahrern, die an diesem Wochenende ein Festival haben, auf Rennradfreunde, englische Ehepaare, die in der Nacht zuvor im Grand Hotel von Gardone Riviera zu viel getanzt haben, auf Grossclans aus der Lombardei, die sich hier in den Weingärten zum Essen getroffen haben. Gottes Geschöpfe gross und klein defilieren vorbei, und am Rand, in einem Cafe, sitzt auch der aufgrund technischer Probleme zur Faulheit gezwungene Autor dieser Zeitung, trinkt Tee und findet es schön: Dass dieser Platz einen Rahmen für das Interesse an den anderen bietet, dass Europa hier noch funktioniert, und dass hier alle respektvoll miteinander umgehen. So viele Menschen sind hier, 1000 oder mehr, aus vieler Banksterherren Länder, und es scheint nicht so, als würde nur ein böses Wort fallen. Prächtige Sonntagslaune, auch wenn ein Gewitter droht.

Aber das lässt sich noch Zeit. Irgendwo unten über Sirmione mag es rumpeln, hier herrscht das nicht allzu laute Stimmengewirr all derer, die gern hier sind und den Platz, so wie er ist, schätzen. Überhaupt, man kann die Fähigkeit, so eine Platz zu schaffen, der aus sich heraus die Menschen eint, mit Blick auf Frankfurt oder Berlin gar nicht hoch genug schätzen: Es gibt Architektur, die verbindet, und die vielen bunten Farben der Häuser tun ein Übriges, um die Szenerie herrlich unernst erscheinen zu lassen. Wo immer Krise und Kriege sein mögen, hier sind sie nic – Moment.

Irgendwo singen Leute. Das sagt nicht viel, in Brescia war ein Streicherquartett unter den Arkaden in Verona am Stadttor ein englischer Harfenist, und in Mantua singt nun schon seit Jahr und Tag einer mit seiner Gitarre, und immer gebe ich ihm, weil ich seine Lebensfreude mag – warum sollte also nicht auch hier jemand singen? Nun, weil sie zwar eine Melodie vortragen, aber es klingt aggressiv, mehr laut als schön, mehr fies als lieblich, mehr wütend als versöhnend und gar nicht wie das, was man hier sonst so sehen konnte. Da kommen Leute, die um jeden Preis laut sein und auffallen möchte, es wird lauter, und dann spuckt eine Strasse den gewalttätigen Bodensatz der Unterhaltungsindustrie Fussball aus: Ultras von Juventus Turin. Mit Fahnen, bengalischen Feuern, den üblichen Symbolen der Faschismusanhänger, und als sie den Platz betreten, skandieren sie auch U L T R A.

Dann ziehen sie quer über den Platz, brüllen alles andere nieder, marschieren in einer Art, die vor 45 gleichmässiger, aber vermutlich auch nicht einschüchternder hätte wirken sollen, und man sieht es ihnen an: Es gefällt ihnen. Es sind 20 sozial randständige Witzfiguren in Kleidung der Unterhaltungsindustrie, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können, denn als Haltungsunterschicht sollte man sein Geld besser einteilen, aber sie schaffen es, dass es jeder bemerkt, wer hier kommt. Irgendwelche Typen aus Riva, die für eine Millionärstruppe singen, die im Piemont beheimatet ist. Das Piemont hat noch nicht mal eine gemeinsame Grenze zum Trentino, in dem Riva liegt, aber das spielt keine Rolle: Hier sind sie und hier vergraulen sie die anderen. Nach ihrem Triumphzug erreichen sie ein Cafe, in das sie sich mit dem Rücken zum Platz setzen, mit Blick auf die Glotze, und weiter ihre Lieder des Hasses und der Verachtung singen. Gäste benachbarter Lokale nehmen schleunigst Reissaus, und sogar bei mir, auf der anderen Seite des Platzes, ist eine ungezwungene Konversation kaum mehr möglich.

Das sind, man muss es sich vor Augen halten, nur 20. Es wären vermutlich genug kräftige Bergradler auf dem Platz, um sich des Problems anzunehmen und die Herrschaften nachdrücklich um Ruhe zu bitten, aber natürlich ist es so, wie es ist: Den 20 wird der Raum akustisch überlassen, sie dominieren, und was die 1000 anderen davon denken, interessiert sie bestenfalls gar nicht, wie sie so mit dem Rücken zur Allgemeinheit dort sitzen. Aber die Vermutung liegt natürlich nah, dass sie nicht zufällig genau hier sind, und nicht in einer der vielen anderen, weniger schön gelegenen Bars der Stadt: Es dürfte ihnen darum gehen, ihre Überzeugungen der Welt möglichst laut und dauerhaft nahe zu bringen. Und selbst mein rudimentäres Italienisch reicht aus um zu verstehen, dass sie, wie ihre deutschen Gegenstücke, die Dummheit des gesamten Ring-Librettos noch zu überbieten in der Lage sind. Vermutlich würde ich mir eher Tristan und Isolde anhören, als solche Leute. Aber gerade, bis ich zahlen und gehen kann, geht es nicht anders. Derweilen wird der Platz deutlich weniger belebt, Riva hat ja auch noch andere nette Ecken.

Es gibt mehrere 10.000 Ultras in Europa, die Vereinen organisiert sind, und die oft in den Stadien eines öffentlich geförderten Sports den Ton angeben. Die meisten dürften ähnliche Erfahrungen gemacht haben: Dass man mit einer kleinen, lauten Gruppe jede Mehrheit terrorisieren und unter Druck setzen kann. Bei mir daheim reichen schon drei von denen aus, damit die eine ganze Strasse mit Kicker- und Naziparolen aus dem Bett treiben, denn der Weg vom Vereinsheil zum „Sieg Heil“ ist unter Alkohol oft nicht wirklich weit. Auf der anderen Seite stehen Menschen, die gelernt haben, dass man, wenn man sich benimmt, vom anderen auch Rücksicht erwarten kann. Vielleicht nicht im Beruf oder in der Politik, aber zumindest beim öffentlichen Sonntagsspaziergang. Nach so einem Nachmittag ist deutlich: Das Abkommen können 20 Gröler radikal aufkündigen. Weder müssen sie deshalb mit Sanktionen rechnen, noch gibt es für sie unangenehmere Erfahrungen als das Gefühl der Macht vor den Ohnmächtigen. Ochlokratie heisst das im Griechischen, die Herrschaft des Mobs, und man möchte solche Leute mit diesen Erfahrungen nicht 20 Jahre später treffen, wenn sie es so im Berufsleben einsetzen.

Denn mitunter macht auch die Gesetzgebung den Eindruck, als hätten da 20 Lobbyisten so lange so laut gebrüllt, dass sie am Ende allein die Gesetze für das Saatgut schreiben durften. Manchmal denkt man, da gibt es mehr als 20 Schreiber, die einen untragbaren Chef eines Unterhaltungskonzerns mit besten Beziehungen zur Politik wieder zurück in den Salon schreiben, wenn er nur den Verdacht für das Sportgeschäft ausgeräumt und sich allein belastet hat. 20 überlaute Krisenschreiber schaffen es in Absprache mit der Wirtschaft, Mindestlöhne zu diskreditieren. Am Ende kommt dabei selten das heraus, was der Allgemeinheit nutzt oder gefällt, aber die 20 haben eine gute Zeit und die Gewissheit, dass sie es mit anständigen Menschen zu tun haben, die sich gar nicht so schnell zusammentun und etwas mit Argumenten ändern können, wie sie ihre bengalischen Lügenfeuer anzünden. Weit haben es solche 20 im öffentlichen Raum schon gebracht, und wenn man ihnen weiter Raum gibt, werden sie es in ein paar Jahren noch weiter bringen. In meiner Heimatstadt jedoch hat man nach einigen zu unschönen Vorfällen zumindest die Gröler aus der Altstadt vertrieben, die grossen Leinwände stehen jetzt woanders, wo sie keinen stören; man hat das Problem abgeschoben, aber noch lange nicht gelöst. An der Unart, wie in dieser Gesellschaft ein Unterhaltungsgeschäft zu einer öffentlich allseits geförderten und unkritisch bejubelten Parallelstruktur gemacht wurde und wird, wird sich vor einer radsportartigen Skandalkaskade nichts ändern, und so wird man auch weiterhin mit 1000 anderen solche 20 erdulden müssen, die im Glauben handeln, die Mehrheit stünde hinter ihnen, egal, wo sie jetzt ihren Brandsatz werfen.

In Verona sassen übrigens zwei alte Herren in einem Cafe nur einen Tisch weiter, die rosa Gazzetta dello Sport auf dem Tisch, und redeten angeregt und gestenreich über Calcio, ohne deshalb lauter als die anderen zu sein. Das ist die Vergangenheit, und sie würde recht gut zu den hübschen Häusern von Riva passen. Die Gegenwart der Ultras wurde dann übrigens vom Gewitter weggeschwemmt. Der Mensch denkt, Gott lenkt, könnte man am Sonntag sagen.

HINWEIS:

Wie oben erwähnt, sind die Stützen während der letzten Tage nur im Notbetrieb gelaufen, weil sich das Administrieren von Italien aus als kaum machbar erwisen hat. Ich kann deshalb nur empfehlen, Kommentare im dafür zur Verfügung stehenden Blog abzugeben.

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103 Lesermeinungen

  1. auch "Stützen der Gesellschaft" können nerven
    Nicht nur Fußballfans können einem dem Spaß am Leben verderben. Gestern fuhr ich mit der Eisenbahn von Frankfurt nach Hause. Schräg gegenüber saßen eine junge und eine ältere Frau, die sich sicherlich für die Stützen der Gesellschaft halten, und schwatzten pausenlos und laut über die fabelhaften Leistungen ihres Lebens und das ihrer Kinder und Eltern – nonstop. Kein Thema war ihnen zu persönlich, um es nicht mit der Eisenbahnzufallsbekanntschaft vor den zum Zuhören gezwungenen Mitfahrer auszubreiten. Während ich versuchte, dass geschwätzige Theater zu ignorieren, schwur ich mir, nie wieder deutsche Bundesbahn.

    • hans
      Im “Bordrestaurant” gibt es Weizenbier…

    • Titel eingeben
      Gleiches Problem. Im Gegensatz zu dem Autor hätten Sie sich aber nicht in Gefahr begeben, hätten Sie die Störenfriede zurecht gewiesen. Da liegt der kleine aber feine Unterschied.
      Die Störung die von diesen Leuten ausgeht ist als nebensächlich anzusehen, die in der Luft liegende Gefahr bzw Bedrohung schneidet viel tiefer und ist das wirkliche Problem.

    • ...auch Tiger können nerven !
      …”und schwatzten pausenlos und laut über die fabelhaften Leistungen ihres Lebens und ihrer Kinder und Eltern- nonstop.”

      Schauen Sie mal in den Spiegel:

      …”und ich schrieb pausenlos und detailliert über die fabelhaften Leistungen meines Lebens, dass ich als junge Ingenieurin schlauer als alle männlichen Manager zusammen war, dass ich für meine Verbesserungsvorschläge 27(!) % Gehaltserhöhung bekam, dass meine Tigerbabies die schlausten von allen Kindern waren, dass sie mit summa cum laude promoviert wurden, dass ich mit dem Fahrrad ins Antiquariat fahre, um mir Schmökerlesestoff zu holen…”

      Verstehen Sie, ansonsten ernstzunehmende und geschätzte Tigerin, dass diese etwas einfacher als Sie gestrickten Leute genau das Gleiche machten, wie Sie in den Stützen…?

      So macht man das im gemeinen Volk, in der 2. Klasse der DB…

      Dass Sie schmollenderweise gar nicht mehr DB fahren wollen, weil Sie von der redundanten Banalität abgestoßen wurden…na ja, das wäre doch genaus so, wenn ich aus dem gleichen Grund keine Blog-Kommentare mehr lesen würde, oder ?

      P.S. Ich habe Sie bisher nicht für hochmütig und überheblich gehalten!

    • Ihre Probleme
      möcht ich auch haben! My Goodness!

    • Sie haben recht
      …in der 1.Klasse der DB hat man mehr Platz ; in der 2. ist es deutlich unterhaltsamer.

    • Das ist der Grund...
      …warum ich mich nebst verheerenden Zugverspätungen, ewigen Umsteigewartezeiten dann schließlich ein Auto gekauft hatte. Das sie sich alle aber wie die Kaninchen vermehren, ist bald kein Raum mehr da, um nur mal etwas auch für sich sein zu können. rund um die Uhr im Einsatz. Und wenn ich den werten Lesern noch etwas mitteilen darf, was ich eigentlich mal alles in einem Buch schreiben wollte, ich bin von der Eisenbahnpolizei in Prag ca.1980 aus dem Zug mit Schlagstöcken geprügelt worden, als Frau die einen normalen Tourismusurlaub gemacht hat. Weil die Züge wegen einem Fußballspiel überfüllt waren und nicht alle mitfahren durften!

    • Ein paar dahergelaufene Herrschaften geben sich hier wirklich viel Mühe, dem miserablen Ruf der Fussballfans auf allen Ebenen gerecht zu werden. Mal vorne tum vulgär und mal hinterhältig und angeblich “kritish”. Und am Ende landen sie alle im gleichen Mülleimer. Ungeachtet dessen habe ich ein dickes Fell und da wird es noch ein Nachspiel geben, also nur her mit dem Material.

  2. Puh
    Schade um den schönen Sonntag. Dass aber überhaupt wer für diese Mischung aus Dummheit und krimineller Energie, die sich Profifußball nennt, erwärmt, ist schwer verständlich. Da könnte man gleich so einen Hönes hofieren – oder Adidas-Schuhe kaufen. Würg!

    • Titel eingeben
      Ich habe mir gerade in Italien sehr schöne Turnschuhe OHNE Markenlogo gekauft. Sport sollte schon sein, aber darum geht es ja nicht.

    • Titel eingeben
      Heureka – die Stecknadel im Heuhaufen! Wenn ich nicht so skeptisch wegen der Größen wäre (mal passen mir diese, mal andere) würde ich glatt sagen: bitte bringen Sie mir ein Paar mit!

  3. Anstoß
    “Manchmal denkt man, da gibt es mehr als 20 Schreiber, die einen untragbaren Chef eines Unterhaltungskonzerns mit besten Beziehungen zur Politik wieder zurück in den Salon schreiben, wenn er nur den Verdacht für das Sportgeschäft ausgeräumt und sich allein belastet hat.”

    Vielen Dank für ihre feinen Ausführungen mit leichter und spitzer Feder, geschätzter Don. Hatte schon gestern bei der Zeitungslektüre den Eindruck, das darf doch nicht wahr sein, warum nimmt denn keiner Anstoß daran? Was wir jetzt brauchen, sind Champions-Leaks.

  4. Der Platz...
    Sicherlich, so einen Platz haben wir nicht in Frankfurt. Allerdings muss ich sagen, dass bei uns in der Nachbarschaft fast alle Kontinente vertreten sind und man lebt friedlich miteinander, sagt artig “Guten Tag” und Deutsch ist die gemeinsame Verbindungssprache. Einzig eine Familie sticht dort raus, zu laut, zu viel “ihr anderen interessiert mich nicht”. Aber dumme Menschen gibt es überall und es spielt auch keine Rolle, aus welchem Land sie kommen.

    Will sagen: bei uns wird “Internationalität” direkt gelebt – auch ohne Platz.

    • Ich weiss, es geht auch ohne, aber Plätze können da sehr hilfreich sein, weil man nicht anonym seines Weges geht, sondern gezwungen ist, zusammen zu kommen. So wie in Siene, zum Beispiel. Das hat zwar Siena auch nicht gerettet, aber die Idee war gut.

  5. Humbuk
    Selten so einen undifferenzierten und verallgemeinerten Quatsch in diesem Blatt gelesen.

    • Die Vorhersehbarkeit solcher Müllkommentare ödet mich an.

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      Ebenso wie die Reaktion auf solche. Viel interessanter als Ihre Meinung zu dieser zugegebenermaßen nicht sonderlich ausgefeilten Kritik fände ich, was Sie zum Beitrag von “Paulianer” sagen, den ich von Herzen unterstütze.

    • Ich schreibe über das, was ich sehe. Wer ausgefeilte Kritik möchte, sollte dafür sorgen, dass ausgefeiltes Benehmen in den Städten herrscht. ich wohne mitten in der Altstadt, ich rufe öftern mal die Polizei, wenn Fussbalanhänger plötzlich auch Nazigedöns plärren und ich bin mit den Schäden in diesen selbstgemachten, rechtsfreien Zonen konfrontiert. Die Ultras können in den Stadien machen, was sie wollen, aber in der allgemeinen Öffentlichkeit bekommen sie enben auch mal die Reaktionen, die angemessen sind. Und wenn ihnen das nicht passt, sollen sie sich bitteschön wie jeder andere auch benehmen.

    • “Billige Ausreden und Ablenken vom eigentlichen Themen, gespickt mit Unterstellungen und Trollereien” – so würde ich diese Einlassung unter Freunden umschreiben. Das sind Leser, denen ich nicht nachlaufen würde.

  6. Bisher
    …konnte ich Antifaschisten verstehen.
    .
    Mittlerweile werde ich den Verdacht nicht mehr los, dass lebenslanger Generationen übergreifender Kampf
    Gegen den Faschismus etc. die Kombattanten mehr als nur ein bisschen geprägt und
    nicht nur ihr Menschenbild beeinflusst hat, sondern auch ihre Methoden.
    .
    ” wenn man mit dem Teufel ist, braucht man einen langen Löffel.”

    • Titel eingeben
      Faschismus wäre auch mal ein Thema; ich wohne hier ja gerade mal 3 Minuten von d’Annunzios Villa und eine kleine Radlerei von Mussolinis Residenz am Gardasee entfernt. Diese Art des Riviera-Faschismus ist gerade in Italien wohl etwas, das verharmlost wird und als gereinigte Lehre wiederum recht gut zur Ideologie passt, die mache aus dem Fussballs machen.

    • Titel eingeben
      Die d’Annunzio-Villa! So ein seltsamer Ort. Einer der eindrücklichsten Momente meiner bisher leider einzigen Gardasee-Reise war das. Ich möchte Sie ermuntern, sich des Themas einmal anzunehmen.

  7. Titel eingeben
    Derweil kann man auch noch beruhigt durch Bayern reisen und – Radio hören. http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/triest-hauptstadt-literatur-100.html – “Triest war damals eine gute Stadt um reich zu werden.”
    .
    Die Hörer also waren schon gestern am 7.5. zufällig ebenfalls bei Don Alphonso`s Thema. Ungefähr jedenfalls. Zeit ist Luxus, ja.
    .
    Und der Bayrische Rundfunk soll ja nun demnächst auch noch abgewickelt werden. Weil sich kaum noch einer für ihn einsetzt.
    .
    Ein durchaus bemerkenswertes Stück Radiofeuilleton, sicherlich.

  8. Recherche Null
    Wenn dieser Text nicht als Satire gemeint ist unterstelle ich dem Verfasser jetzt mal schiere Unwissenheit und nicht die geringste Recherche. Die Ultra-Bewegung mit Nazis gleichzusetzen ist an Schwachsinn kaum zu überbieten. Ich, als Supporter der Ultra-Kultur, bin absolut gegen Ausländerhass und Faschismus. Mit einem seriösen Job mit gutem Gehalt würde ich mich jetzt auch nicht als soziale Randschicht bezeichnen und Gewalt in jeder Form lehne ich konsequent ab. Eine ganze Kultur, die Farbe und Stimmung in die Stadien bringt mit Hooligans, die pöbelnd und brüllend durch die Straßen ziehen gleichzusetzen ist in meinen Augen pure Hetze und nichtmal BILD-Niveau! Vllt sollten sie mal ins Stadion gehen und mal echte Ultras erleben, bevor solch ein Unsinn in einer “seriösen” Zeitung verbreitet wird. Andere Leute verlieren für Pfusch ihren Job!

    • Danke!
      Vielen Dank für diesen Kommentar, der mir als Nicht-Ultra, sondern passivem Vor-dem-Fernseher-Fußball-Genießer aus der Seele spricht. Schon bei der Verbindung “Ultra” und “gewaltbereit” schrillen bei mir regelmäßig die Alarmglocken… Ich frage mich, wie oft man noch in deutschen Medien darauf hinweisen muss, dass Ultras diejenigen sind, die wundervolle Choreographien (als leuchtendes Beispiel der BVB) und die Fangesänge organisieren und NICHT Hooligans, die andere Ziele haben. Hierbei ist zu erwähnen, dass ich die italienische Fankultur nicht kenne und einschätzen kann, allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass es wirklich um Turiner Ultras als solche geht, sondern eher um den Ultra im Allgemeinen. Ich kann zu dieser Thematik übrigens nur die immer mal wieder erscheinenden Artikel über Fankultur und Sicherheit in Stadien der Zeitschrift 11Freunde empfehlen, die objektiv und sachlich darüber berichtet.

    • ...
      …dem kann ich absolut nur Zustimmen. Der Großteil der Ultras in deutschen Stadien entspricht absolut nicht dem Bild, welches hier gemalt wird. Vielmehr jedoch tragen diese Gruppen in allergrößtem Maße dazu bei, dass die Bundesliga Wochenende für Wochenende ein so besonderes Ereignis für eine Vielzahl von Zuschauern im Stadion und vor dem Fernseher macht. Natürlich gibt es überall schwarze Schafe und ich selbst habe im Fußballstadion schon einmal einen rassistischen Kommentar ein paar Reihen hinter oder vor mir hören müssen. Dies sollte jedoch tunlichst nicht pauschalisiert und vor allem nicht – so wie in diesem Artikel – mit dem Begriff Ultra in Verbindung gesetzt werden. Auch die angebliche Gewalt, die in Fußballstadien angeblich herrschen soll wird in den Medien in den letzten Jahren absolut unsachlich behandelt. Rein sachlich gesehen, sind die meisten anderen Freizeitaktivitäten (z.B. selber Fußball spielen, aber dafür sind wir Fans ja zu faul :D) weitaus gefährlicher, als ein Besuch in einem Fußballstadion!

    • Das Wort “unterstelle” ist das einzige, das den ganzen Kommentar umfassend beschreibt. Dessen Verfasser darf gern mal in meine Heimatstadt kommen und den Spraydreck seiner Kollegen wegmachen. Danach kann man reden, davor weiss im Netz niemand, dass man ein Hund ist. Aber sicher. alles sind sie ganz famose Kerle und was in Italien los ist, Lazio, faschistischer Gruss und so, das blendet man einfach aus.

    • Mir ist durchaus bewusst, dass man immer bei den Guten sein will, aber die Prolls da auf dem Platz waren eben anders. Und sie haben eine Strategie. Wenn man das Treiben der Ultras als “Stimmung” bezeichnen möchte, kann man das tun; ich höre diese Schlachtgesänge ja auch ab und zu mal gezwungen und finde das peinlich, dumm und geschmacklos und dass das in der normalen Öffentlichkeit nicht anders behandelt werden sollte, als aus dem Ruder laufende Facebookparties.

    • Ausweis
      Darf ich mir erlauben, Sie darauf hinzuweisen, dass der Verweis auf Ihren seriösen Job mit gutem Gehalt bedauerlicherweise der bestmögliche Ausweis Ihrer sozialen Zugehörigkeit ist. Wahrscheinlich ist diese Art von auskunftsfreudigem Exhibitionismus Personen eigen, die einen Job machen und voller Freude sind, endlich etwas vorweisen zu können, an dem doch die ganze Welt voller Bewunderung Anteil nehmen muss.

    • Relationen
      1) “Seriöser Job und gutes Gehalt” > wenn es gut läuft, können Sie mit der Zustimmung zum ersten Teil der Aussage rechnen.

      2) “nicht … soziale Randschicht” > da wo der Autor schreibt ist “Randschicht” etwas anders definiert als bei Ihnen. Siehe 1.

      3) Eine beliebige Firma besteht auch nicht nur aus den Brüsten, die sie im Werbeclip über die Mattscheibe defilieren lässt. Trotzdem ist das die Wahrnehmung, die (in diesem Fall erwünschter Weise) erzeugt wird. Also jammern Sie nicht über die schrecklichen Fehlurteile Ihrer Mitmenschen, sondern bekommen Sie ihr Marketing in den Griff, indem Sie ihre Flakhelfer-Ableger an die Kette legen. Aber ich wette, dass die “guten” Ultras ebenso kuschen wie jeder normale vernünftige Mensch auch.

      4) Jede Form übertriebenen Zugehörigkeitsgefühls ist pathologisch und wird mit empirisch belegbarer Vorliebe von…sorry…Randgruppen praktiziert, deren Homogenitätsmerkmal fehlende Umgangsformen und ein Platz in den unteren 1-2 Einkommensdezilen sind. Und vielleicht fehlende Zuwendung in der Kindheit.

  9. Titel eingeben
    “Die unzüchtige Roheit der Vergnügungen beklagend, sah sich der König gezwungen, die Römer mit ihnen zu unterhalten, weil sie eher den letzten Rest ihrer nationalen Selbständigkeit würden hingegeben als dem Spiele entsagt haben. Bei jeder feierlichen Gelegenheit, zumal beim Amtsantritt des Konsuls oder anderer hoher Staatsbeamten wurden noch immer öffentliche Lustbarkeiten veranstaltet; und die wenigen Geschichtschreiber jener Epoche haben nicht versäumt, wie ein wichtiges Ereignis aufzuzeichnen, daß Theoderich während seiner Anwesenheit in Rom dem Volk Spiele im Amphitheater und im Circus zum besten gab. Denn nur diese beiden Schauplätze werden noch als im Gebrauch erwähnt, während den Circus Flaminius und den des Maxentius schon tiefes Schweigen bedeckt.”
    – Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter – Kapitel 32

    “Mein Erzieher lehrte mich, im Circus weder für die ” Grünen ” noch für die ” Blauen ” mich zu ereifern; dagegen unterwies er mich, wie man Anstrengungen erträgt, sich mit wenigem begnügt, bei allem selbst Hand anlegt und sich fernhält von Dingen, die einen nichts angehen; auch flößte er mir Widerwillen gegen Angeberei ein.”
    -Marc Aurel, “Selbstbetrachtungen”

    Ich habe mit Fussball nix am Hut.
    Ich will hier also auch gar nicht über Ultras, Hooligans, richtige oder falsche Fans anfangen.
    Ich bin mir sicher, dies wird zur Genüge geschehen.

    Keine eigenen Beispiele dazu, wie ich mal positiv überrascht wurde oder negativ (nichts von beidem; ich erwarte nichts gutes oder auch nur interessantes und konnte diesen Leuten noch immer aus dem Weg gehen).
    Über die durchkapitalisierten Auswüchse eines durchkapitalisierten Schauspiels.

    Über Hoeness wird auch ungleichmehr geredet als über seine Wurstfabrik.
    Oder die Beschäftigungsverhältnisse dort.

    Ich erinnere mich an Beckenbauer, wie er zu irgendeiner WM in Deutschland, über dasselbe im Hubschrauber fliegend, meinte, dies sei ein wundervolles Land und er könne es gar nicht verstehen, wie (ich habe vergessen, was genau man diesem Land hätte antun können).
    Abgehoben ist der Heli in der Schweiz, wo Beckenbauer wohnt und Steuern (nicht) zahlt.

    Ich erinnere mich an Daum und frage mich, ob Klopp nicht noch ein wenig mehr die Sorte Mensch ist, die sich egal welchen Mittels aufzubessern versuchen könnte.

    Ich sehe ständig, wenn es zu einer Überschrift reicht oder nicht, die Korruption in den Organisationen (ausser Beckenbauer und wie sie alle heissen) zu verklären und scheine der Einzige zu sein, der sich freut, den Scheiss nicht zu bezahlen.
    (Coca-Cola bezahlt das, nicht etwa die Fankurve (haha))

    Bin ich eigentlich so gottverdammt hirnverbrandt all diesen Klatschspaltenmist einfach nur nicht zu verstehen, oder haben Ultras etwa irgendetwas im Leben erkannt, was mir entgangen ist?

    Ich meine, wir schreiben 2013.
    Wer geht denn noch her und bekennt, dass Coca-Cola sein Lieblingsgetränk sei?

    Wir haben 2013 und von Fussball weiss ich das gleiche wie das, wass ich (unartikuliert) auch vor zwanzig Jahren wusste: Bayern-Fans verstehen nix von Kapitalismus und sind überhebliche Arschlöcher.

    Wie dem auch sei, dem Threadsteller sei gewünscht ein zwei mal am Wochenende die Bahn mit Fussballfans zu teilen. vorzugsweise in Ostdeutschland.
    Nicht, weil er das verdient hätte (weiss ich nicht), sondern vielmehr, weil er die gesamte Tragik der Doppelmoral viel zu sehr unten festmacht, als das er ihr gerecht werden könnte.

  10. Kaum zu glauben
    solche einen wirren Artikel in der FAZ zu finde…

    Weil der feine Herr ein wenig aufgeschreckt wurde beim Latte Macchiato trinken stellt er die gesamte Ultra-Bewegung in die Nähe der NSU oder gar der Taliban.

    es geht doch nichts über ein einfaches Weltbild …

    • Ich fände es ganz wunderbar, wenn man sich derartig verhersehbarer Pöbeleien hier enthalten könnte und ich darf auch sagen: Ich greife so hart durch, wie ich das für richtig halte, um das umzusetzen. Im Beitrag kommt weder die NSU noch ein Taliban vor und wer nicht lesen kann, möchte bitte irgendwohin gehen, wo man Analphabeten mehr schätzt. Gerne helfe ich auch nach.

    • was ich von donalphonsos kommentaren halte:
      (nichts)

    • Danke für diesen schönen Beleg der Diskursfähigkeit mancher vom Schicksal wenig begünstigter Stadionbesucher.

  11. Hm... :D
    “Die meisten dürften ähnliche Erfahrungen gemacht haben: Dass man mit einer kleinen, lauten Gruppe jede Mehrheit terrorisieren und unter Druck setzen kann.” Fand ich cool. Das war dann schon menschheitskritisch. :D

    Ultras, Spanische Inquisition, Puritaner, Faschisten, Anti-Faschisten, Kommunisten, Polit-Korrekte, Gendervögel, EU-Fanatiker, Sozialisten, Marktradikale, Konzerne, Lobbygruppen etc.

    • Ich fürchte, man wird da von “Gefallenem Unkulturgut” sprechen müssen. Die einen möchten die Politiker beherrschen, die Pressesprecher Journalisten wie mich und der Ultra die Strasse und einen Raum mit Sonderrechten für sich. Ich fand es bei der Recherche recht interessant, welchen Einfluss sich solche leute dann nicht nur ausserhalb, sondern auch innerhalb des Fussballs anmassen. Das sind noch nicht mal nur die Feuerwerkskörper, sondern auch die Mitsprache bei den Verkäufen in der Fankurve oder die Spielerpolitik der Vereine. Da gab es dieses Jahr wieder bemerkenswerte Entwicklungem. Die Gazzetta schreibt, diese Leute wären eine Schande für den Sport, und die Schande für den Sport rottet sich statt dessen per Netz und SMS zusammen.

    • Etwas genauer bitte...
      ich lese sie jetzt lang genug um zu wissen, dass sie keineswegs zu ignorant sind, um nicht zu erkennen, dass sowas wie “ULtras” keinswegs vom Himmel, oder aus einem Vakuum fällt, sondern das Resultat gesamtgesellschaftlicher Entwicklung sind.
      Sie haben es zwar angedeutet, aber nicht zu Ende geführt, warum?

      Wenn es nur an den eigenen Privilegien interessierter Zynismus ist, so habe ich dafür Verständnis, denn einige der Beiträge hier sind ja genau jene Art der Dummheit die auch mich dazu bringt, vorsätzliche alle Formen der Höflichkeit schlicht und einfach zu verlassen.

      Aber beim zugegebenermassen berechtigten Herumhacken auf solchen Fussballfans Ursache und Wirkung so gänzlich ausser acht zu lassen ist nicht ihr Stil.

      Aber nun, auf zu WordPress….

    • Titel eingeben
      Ich weiss, aber die gedankliche Weiterführung wollte ich denen überlassen, die dazu bereit sind. Ich vertraue auf das Denken der Leser mehr als auf einen Holzhammer der Argumentation (oft, zumindest).

    • Es gibt eine einfache Lösung....
      Man kann den Fussball, wenn man ihn denn trotz aller Vorurteile liebt, problemlos in grossem Umfang vor der Glotze geniessen. (Ich habe trotz 11.000 km Distanz jedes Bayern Spiel live am Computer gesehen.)
      Wer in die Stadien geht, wer vor oder nach einem Spiel in den entsprechen U- oder S-Bahnen fährt, oder Samstags Mittags in die Fussgängerzonen geht, der KANN wissen was ihn erwartet.
      Etwas wie es ihnen passiert ist, kann immer mal vorkommen. Sie scheinen aber keine bleibenden Schaden bei dem Vorfall genommen haben und ich glaube mehr als jene paar primitiven Störer ärgert sie, dass sie eben nicht dumm genug sind um ignorieren zu können, dass sowas nur ein Symptom für den generellen Niedergang unserer europäischen Gesellschaften sein könnte?
      Das widert an und erschreckt zugleich, deshalb hab ich meinen Wohnsitz ja gewechselt. Ab einem gewissen Alter ändern sich die Prioritäten und man zieht seine Konsequenzen… ;-)

  12. Einfach nur schade...
    [Edit des Autors de Artikels: Ich bin nicht ganz doof und sehe durchaus, wo und aus welcher Ecke diese Kommentare kommen, die es darauf anlegen, diese fraglichen Personen zu beschönigen (painting lipstick on a pig sagt man dazu im Englischen) und gleichzeotig versuchen, mit Anführungsstrichen und Bildbezügen zu arbeiten. Bitte gehen Sie zurück in Ihre Foren und amüsieren Sie sich anderweitig, den Rest landet im Spamordner. Danke für die Aufmerksamkeit, so vorhanden: Don Alphonso]

    • Titel eingeben
      „Im Namen der Toleranz sollten wir … das Recht beanspruchen, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“
      Karl Raimund Popper

  13. Vielleicht das kleinere Übel?
    Auch wenn die Behauptung einer kathartischen Wirkung von Kampfsportarten widerlegt ist: Sollte man nicht eher froh darüber sein, dass das Geld und die Energie von vielen Faschos in einer kommerziellen, gut definierten Unterhaltungsveranstaltung gebunden ist? Dass diese einfache Erfolgserlebnisse bietet und Sehnsüchte nach Ruhm, Kampf und Ehre stillt?

    • Die "Medizin" Fussball wirkt nicht mehr wie erwartet
      Das haben Sie sehr treffend formuliert. Ich sage zu diesem Rummel ganz drastisch vereinfachend immer: “Kriegsersatz”, ich meine aber das Gleiche wie Sie. Sie haben recht ! Fussball und andere ähnlich gelagerte Zeiterscheinungen kanalisieren die ungerichteten Kräfte und Aggressionen der Massen, sodass sie keinen Schaden anrichten. Das hat eine ganze Weile funktioniert. Ich meine aber, dass das dauerhaft auch in das Gegenteil umschlagen kann und dass das gerade geschieht.

      Die Droge des Partei-Ergreifens, Zuschauens und Mitbrüllens (als Kampfersatz) alleine genügt offenbar nicht mehr. Man braucht nun immer mehr den “Kick” . Das Fussballgeschäfr hat also langfristig auch eine gefährlich stimulierende Wirkung die dann letztlich doch gerade das Proletenhafte und Gewalttätige befördert. So betrachtet hat der Fussball für mich als Instrument der “psychischen Entschlackung” in Friedenszeiten ausgedient, er dient allerdings noch ganz hervorragend als perfekte Geldmach-Maschine und als vorzügliches Ablenkungsmanöver von wichtigeren Dingen des Lebens und der Gesellschaft. Warum wohl präsentieren sich die Konzernspitzen als Sponsoren und manche Politiker vor den Fotoapparaten als Fussball-Eiferer ? (Peinlich !)

      Don Alphonso gebe ich im wesentlichen recht. Mir persönlich ist es egal als was sich die störenden und lärmenden Ansammlungen mit der Bierflasche in der Hand in den Zügen sehen. Auch wenn ein sog. “Ultra” feine Abgrenzungen zu “Hooligans” sieht – ich habe nichts davon. Für mich scheint beides gleichermassen bedenklich und ekelhaft. Die Uniformierung, das Skandieren. Ich muss diesen Menschen-Trauben ausweichen und sehe mich in solchen Mengen in der Öffentlichkeit in einer Bedrohungssituation. Das Gröhlen, das Saufen und das Prügeln treten in der Menschheitsgeschichte nun mal gerne als Tripel auf. Den “braven Ultras” muss ich sagen: Mitgefangen, mitgehangen. Wie wäre es mit einem neuen Hobby, damit man Sie nicht mit den “Bösen” in einen Topf wirft ?

    • Ich muss zugeben, dass mir die Differenzierung auch mit der Selbstbeschreibung als “Ultra” leicht gefallen ist. Wenn man durch italienische Städte geht – ich war etwa vorgestern in Verona – sieht man recht oft “Ultra”-Schmierereien dieser Leute, und ich denke, für einen Hausbesitzer ist es völlig irrelevant, wie sich diese Gruppierungen definieren. Und was die Stimmung, das Ausleben im Stadion angeht, mit Spruchbändern und Dauergesang: Vielleicht gibt es ja auch Leute, die da gar nicht so mitmachen wollen. Da geht es dann tatsächlich um Dominanz einer gewissen Fankultur, vor der sich dann die Anzugträger in ihre Kabinen zurückziehen.

      Der Sportler als Politikerergänzung ist natürlich unschön, aber daran sind auch die Medien schuld, die einen korrupten Doper sehr viel gnädiger als einen korrupten Politiker behandeln, wenn es nur der richtige in der richtigen Sportart ist. Und ich habe auch den Eindruck, dass das Thema “Doping im Fussball” weniger wichtig ist, als etwa im Radsport, in dem andere Nationen dominieren. Dopende Kicker, das gibt es vielleicht doch nur in Spanien…

  14. Titel eingeben
    Sehr geehrt Don Alphonso,
    Jede Gesellschaft weidet wie eine beliebige Herde der Schafe, aber die Hirten dieser Herden haben die Unterschiede. Diese Unterschiede ist die Weltanschauung und die Konfession, obwohl man jene und andere vereinen kann.
    Die Hirten nicht unterstützend die Gewerkschaft der Hirten heißen von den Diktatoren :)
    Usw.

    • Liebe Osnova2000,
      das sehe ich auch so, aber ich finde, man sollte dabei den anderen respektvoll in Ruhe lassen, wenn der partout nicht möchte.

    • Titel eingeben
      Liebe donalphonso.
      Ich lebe in der Ukraine.
      Meine Heimat hat aufgehört, die sozialistischen 22 Jahre rückwärts zu sein.
      Bis jetzt kann der bedeutende Teil der Gesellschaft die folgende Tatsache nicht übernehmen:
      Die Umwandlungen der Gesellschaft der gleichen Menschen in der Gesellschaft der Tiere im Käfig.
      Ich habe eine Empfindung was hinter der Gesellschaft die Jagd verschiedenen Geschlechtes sozial dem Parasiten, die Kirche und übrig führt.
      Ich werde bildlich sagen.
      Die Fußballfans seid einfach der Stab, der der Wirt den Hund für den Gehorsam schlägt.

  15. Frage:
    Was haben Ultras und Mille-Miglia-Fahrer gemeinsam ?
    .
    Beides sind Leute,die um jeden Preis laut sein und auffallen möchten und gelegentlich auf öffentlichen Plätzen in italienischen Städten als kleine lautstarke Minderheit die grosse Mehrheit terrorisieren

    • Ich habe entlang der Mille Miglia bislang weder faschistische Grüsse, noch das Abschiessen bengalischer Feuer und Raketen auf andere, noch Sprechchöre gegen Ausländer, noch Schlägereien, noch Hass der Ferrarifreunde auf Porschefahrer erlebt. Ich denke. der Vergleich zuient nicht allzu gut.

    • Kleinvieh macht nur kleinen Mist
      die grossen Faschisten saufen kein Bier und gröhlen rum
      die sitzen im Salon und nippen am Schampus
      da beraten sie dann,wie es mit uns weitergehen soll
      guckst du mal wiki: guide stones – Georgia/USA
      u.a. Reduzierung der Menschheit von 6 auf 0,5 Milliarden
      das ist doch mal was richtig asoziales
      da freut man sich direkt,dass die Ferrarifreunde keine Porschefahrer hassen
      allerdings sollen die Barchettafahrer die Opelfahrer hassen
      hab ich zumindest mal irgendwo gelesen
      und am Tegernsee lässt man Ausländer in Ruhe
      aber hetzt gegen Berliner und Tätowierte
      für mich jedenfalls ist Mob ein Besen und Ultra ein Waschmittel
      makabrerweise riecht es besonders intensiv nach Frühling
      aber ich werde es in Zukunft nicht mehr verwenden
      versprochen
      .
      mit freundlichen,antifaschistischen Grüßen

  16. Der Profi"sport" und seine Protagonisten...
    ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Die als Sport verkleideten Werbeveranstaltungen sind ein Spiegel für die Unfähigkeit oder die Verkommenheit der die Poltik gestaltenden Parteien. Das ist spätrömische Dekadenz in Reinform.

  17. Endlich Katharsis
    Es ist immer ein wenig unangenehm, wenn die menschliche Notdurft öffentlicht verrichtet wird. Nicht aus Not, sondern aus Narrentum. Denn nichts anderes ist es, wenn Erwachsene öffentlich stolz darauf sind, sich gemeinsam mit anderen zu erleichtern. Als gäbe es nicht diese gigantischen Bedürdnisanstalten, wo Abertausende sich darin ergehen, einfach alles laufen zu lassen. In der Gewissheit: Ich bin nicht allein. Ich habe ein Zuhause. Ich bin umfangen von der Arena einer riesigen Toilette. Jetzt die Spülung. Endlich Katharsis!

  18. Fußballfans
    Diese sog. Fußballfans sollten das bekommen, was sie eigentlich wollen. Täglich [Edit: So kann ich das leider nicht bringen. Don Alphonso]!!! Asoziales Gesindel ist das. Allerdings muss ich einigen Kommentatoren hier recht geben, in die Faschistenecke kann man Ultras pauschal nicht stellen. Es sind einfach nur Asoziale. Ich konnte dies erst kürzlich im Zug erleben, als 10 von diesem Gesindel das Abteil gestürmt haben.

  19. Wenn
    …der Traum von der ” Offenen Gesellschaft ” in Gated Communities und No Go Areas endet.
    .
    So interessant wie vorhersehbar.
    Besonders wenn die Wasserträger meinen, sie seien die Feuerlöscher.

    • Ja, man wird den Eindruck nicht los, dass das so eine “Henne und Ei”-Frage ist. Das nährt sich von selbst.

    • Manchmal
      …bin ich den BWLern dankbar, die so schöne Begriffe wie
      GRENZNUTZEN und GRENZKOSTEN
      kennen.

  20. Was haben Sie denn gegen Wagner?
    Man kann doch nicht Stütze der Gesellschaft sein ohne für Richard Wagner zumindest Hochachtung zu empfinden.

    • Doch das geht! Sehr gut sogar. Ich mag Rossini. Ich gehöre zum lustigen, schmerbäuchigen, prassenden Teil der vom Schicksal begünstigten und stelle die Meistersinger auf einen Stufe neben “Schiri wir wissen wo Dein Auto steht”. Und was ich von den habichtgesichtigigen, steifen, humorlosen Wagnerverehrern halte, die sich diesen Historismusklimbim ohne Lachkrampf anschauen können, werde ich auch mal niederschreiben.

    • hans
      Und was hat Rossini aus Tell gemacht? Einen deutschenhassenden Sniper. Wes Brot ich ess, des (Karl X.) Lied ich sing. In den Rhein (ohne Gold) mit ihm! Auch wenn er den Trüffel-Tournedo-Burger mit foie gras erfunden hat. Klingt nicht nach Vegetarier.

  21. Der Nachwuchs rollt ?!
    Sehr schöner Text. Kommt mir bekannt vor. Nur habe ich den Eindruck, wo immer Sie Sich befinden, wir hier anderswo sind einen Schritt voran – oder hinterher?

    Denn hier bei uns wächst der Nachwuchs. In den Kindergärten und Schulen. Das meint, “die 20″ sind ca. 5-14 Jahre jung, sie profilieren sich ungehemmt in Kindergärten, Vorschulen, mischen die Gruppen, später die Klassen, die Schulen auf, terrorisieren Mitschüler, Erzieher und Lehrer; vernichten, weil kaum gebremst, im Namen der persönlichen Freiheit mit ihrem Verhalten Lebensläufe und gesunde Entwicklung Gleichaltriger, ja ganzer Familien.
    Das System, die Masse schaut zu, unfähig oder unwillig, einzuschreiten, genau wie Sie schreiben. Folge davon sind reihenweise Kinder und Jugendliche, ganze Familien mit psychischen Problemen, denen bei diesem rasant wachsenden Bedarf so keine Hilfe gegeben werden kann. Die Täter scheinen geschützt, unterstützt in ihrem Wahn, die Opfer gehen leer aus, tragen die Schäden, die Kosten und den Spott der Gesellschaft. Wer es wagt einzugreifen, trägt nicht selten negative Folgen davon.
    Im wirklich schlimmen Fall erleiden die betroffenen Familien die Fürsorge unkompetenter Sozialbeamter, sie sehen sich früher oder später angeklagt, weil ihre Kinder Opfer “der 20″ aus “eigener Schuld” geworden sind: es wird versucht, den Familien jener Stempel “unfähige Eltern”, “nicht anpassungsfähig”, oder “kriminelle Handlungen im Sinne des Kinder- und Jugendschutzgesetzes” aufzudrücken. Es ist bekannt, dass aus solcher Situation heraus schon Opferkinder aus ihren Familien herausgenommen wurden. Ganze Familien wurden so terrorisiert, dass sie mehrmals Schule und Wohnort wechseln mussten. Von den Folgeschäden durch erzwungene Umzüge und Schädigung des Ansehens per sozialer Medien im Netz im privaten und Berufsleben der erwachsenen Eltern ganz zu schweigen.
    Wenn man nicht ohne Spalier, Hiltlergruss und Gegröle der Schulkinder (1.-6. Kl.!) die Dorfstrasse vorbei an der Schule fahren kann, hat das mit Freiheit nicht mehr zu tun *).
    Sandkastenkrieg im freien demokratischen Staat.
    Also das Spielfeld ist wohl nicht nur das Spielfeld, aber in jedem Fall – der Nachwuchs rollt.
    Es wäre schon an der Zeit, die reale Entwicklungsrichtung unserer Gesellschaften und unseres Nachwuchses zur Kenntnis zu nehmen und entsprechend darauf zu reaglieren. Schnellstens.
    Aber keine Angst, das trifft ja nur die anderen. Oder?

    *) Hierüber brauchen wir nicht diskutieren, das haben wir als Familie über viele Monate
    Tag für Tag erlebt. Es kennzeichnet eine extreme Verhaltensentgleisung der beteiligten Kinder und Erwachsenen.

  22. Ich muß schon sagen,
    interessanter als der Artikel selbst sind die (teilweise) unangemessen wütenden Entgegnungen Don Alphonsos auf die dazu geschriebenen Kommentare.

    Sie sollten etwas gelassener werden, Don Alphonso, dann klappt’s auch besser – auch mit den Inhalten.

    • Ecatarina, willkommen in meiner Welt, wo First-Time-Störer nicht gehätschelt werden.

      Ich mache das hier im Internet schon etwas länger mit, und dass nach solchen Texten sofort der Mob mit Beleidigungen aufkreuzt, ist auch nichts Neues. Das hat man, wenn man über sonst verhäzschelte Extremgruppen schreibt, im Übrigen immer, das hat natürlich oft mit Sport zu tun, das ist aber bei Überzeugungsrauchern, Autobahnrasern und Applefanboys auch nicht recht viel ander.

      Ich behandle diese Leute eher nur so mittelgut, weil sie

      a) im Gegensatz zu den häufig vorgebrachten Lügen, sie seien Stammleser, einfach nur hier hereingeschwappt kommen.

      b) anhand der Referrer als Abkömmlinge gewisser Quellen im Netz indentifizierbar sind, die ich allerdings auch kenne.

      c) ganz offensichtlich den Text nicht mal gelesen haben, bevor sie ihre Wut hier in die Kommentare kippen, Hauptsache Beleidigen, wenn man so dumm wäre und auf sie eingehen würde, bekäme man keine Antwort.

      Ich gehe meistens mit echten Lesern und Diskutierenden sehr respektvoll um, aber momentan kommt hier halt ein externer Mob, und dem will ich keine Basis oder Platform bieten. Man nennt das Community Management, und wenn sich einer von denen bei der FAZ beschweren möchte, kann er das natürlich gern tun: Ich sehe meine Aufgabe darin

    • Und dumme Anmachen landen hier auch im Spam, wenn sie es im gönnerhaften Ton versuchen.

  23. Bruckbachers Vergleich trifft schon zu
    Auf der Mille Miglia stehen sich nicht gegnerische Mannschaften gegenüber, sondern die Zuschauer sind auch Sympathisanten, die ihren tiefergelegten Fiat oder Opel mit dem “bösen Blick” um die Ecke geparkt haben. Die Schlachtgesänge finden in den Marken-Foren des Internets statt. Wenn man auf der Oldtimermesse Techno Classica das Unwort “Umweltzone” fallen läßt, ist das so, als ob man mit dem falschen Fan-Schal in der falschen Fan-Kurve sitzt, und man muß beizeiten mit einem blauen Auge rechnen.

    • Also, wenn man die Mille Miglia konkret erlebt, würde ich das klar bestreiten wollen. Erstens, weil Opel keine dort relevante Marke ist und zweitens weil das freundliche Interesse, das ich im Käfer selbst erleben durfte, niemanden und kein Fahrzeug ausschliesst. Wenn sich manche im Netz streiten, mag das sein, aber vor Ort, und nur darum geht es, ist es eindeutig anders. Man kann gepflegt darüber reden, dass da zu viele 300SL und zu wenige normale Autos mitfahren, aber das ist dann eben eine Diskussion, und kein Aufmarsch marodierender Idioten. Ich denke, die ganz grosse Mehrheit der Zuschauer sind einfach Freunde der Durchfahrt, Schulklassen, der Dorfpriester und der Sindaco und nicht anreisende Deutsche, die meist nach einem Tag wieder verschwunden sind.

  24. Rechtschreibung
    Ich weiss nicht, ob es an fehlenden Geldmitteln liegt, aber die Qualität der Schreibe hat in der Süddeutschen (offline und online) merklich abgenommen. Angesichts der zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehler, wäre es schön gewesen, wenn dieser Artikel vor seiner Veröffentlichung redigiert worden wäre.

    • Hm, das hier ist die FAZ, und nicht die Süddeutsche Zeitung.

      Aber Fehler machen wir natürlich alle, und ich bin dankbar, wenn man mich konkret darauf hinweist. Generelles Genörgel am Niedergang ohne Beispiel ist mir dagegen gleichgültig.

  25. Titel eingeben
    Nur nicht aufregen. Im TV (Phoenix/Arte) dafür heute übrigens die Wiederholung des absolut wunderbaren Berichts “Sils-Maria und das Waldhaus”. Die Hohe Schweiz. Immer wieder sehenswert.
    .
    Und zum Glück kann es das TV immer noch viel besser, professioneller, als es die meisten der aufwärts fahrende Privatmänner vermögen: http://www.youtube.com/watch?v=yYxhdbSJmv0
    .
    http://www.arte.tv/de/programm/244,broadcastingNum=1486376,day=4,week=51,year=2012.html – Witzig dabei, wie sich herausstellt, dass die Inhaberfamilie selbst eigentlich eine richtige Künstlerfamilie ist. Bald mehr, als die meisten Gäste. Zur Hundertjahrfeier des Hotels zeigen sie es überzeugend. Nur übers Jahr, wenn all die berühmten Philantropen, Künstler, Blogger und Dichter hier absteigen, dann muss man natürlich lediglich die angenehm berührte Gastgeberfamlie markieren. Dankbar sein, rein dankbar sein fürs Kommen. Denn alles andere wäre schlecht fürs Geschäft. (Und jeder Idiot schickt denen hinterher “sein neustes Buch”, “die eigene Autobiographie”, klar “mit freudiger Widmung”, etc..)

  26. Canto für Canto
    Wie können Sie sich wünschen, was Sie längst besitzen? Ist nicht die Gefangenschaft hienieden, beispielsweise auf öffentlichen Plätzen, längst überführt worden in – sagen wir einmal – Schwanengesang. Canto für Canto.

    • Ich brauch den zum Wegsperren von hässlichen Fussballpropagandisten.

    • Zweitnutzen
      Deren Gesänge aber blieben. Ich würde Ihnen zu Bienenwachs raten. Nicht auszudenken, wenn eine Sirene unter den Weggesperrten wäre! Biologisch korrekt wäre zudem etwaiges Ohrenhaar epiliert. Später. Nach Entfernung. Ein Zweitnutzen. Ein wunderbares Geschenk!

  27. Ich erkenne meine Rinder am Gang
    Taeusche ich mich, oder ist nicht doch wieder mein Freund vom Gaesteklo wieder aufgetaucht?

  28. Ultras gibt es in Italien seit 70 Jahren
    Sie sind Teil der Vergangenheit, die Gegenwart in Italien ist eine andere. Gebt 20 Spießbürgern ein paar Jahre Zeit….

  29. Oh na sowas
    Fußball ist ja ein Reizthema, weia! Dabei wäres doch so leicht: Wie bei Olympia mit diesen Scheichkriecher Bach: ignorieren, nicht ansehen, nicht kaufen. Einfach durch Verweigerung finanziell austrocknen, diesen Schmarrn, egal ob Schimpansen Lieg oder IOC.
    .
    Aber weil das mit den Fußball auch hier unten soviel Gerotze hervorruft: bitte lieber das mit dem Wagner! Das will ich lesen. Sind die Meistersinger wirklich kriminell? und wer sind die Habichtgesichter?

    • In dem Fall war es leider nicht möglich, ich mag meine sonntägliche Ruhe zu sehr. Ändern wird das nichts, aber sie sollen wissen, dass dieses Verhalten abgelehnt wird.

    • das mit dem Wagner war doch nebensächlich
      interessant war das mit dem Tannhäuser
      das war die Lusche,die den Elfmeter verschossen hat
      anno 77 im Champions Lieg Finale
      dass ihn der Wagner dann ausgewechselt hat war nur konsequent
      trotzdem waren am Ende die anderen die Meistersinger
      aber deshalb kann man sie nicht als kriminell bezeichnen
      dann schon eher diesen Raggazini,den italienischen Schiri
      aber heute weiss man,warum er das Abseitstor gegeben hat
      weil er einer von den Habichtgesichtern war
      und ein Alki noch dazu
      die Pfeife

  30. hans
    Würde Wagners Ouvertüre zu Tannhäuser mit unverstärkten 110 dB über italische Plätze hinwegfegen, wäre zwar erstmal Ruhe, aber es bestünde wahrscheinlich akute Einsturzgefahr. Dafür müssten sich die Raggazzini nicht mehr mit billigem Vernidot besaufen.

  31. Was tun wir?
    Ach werter Don, wie trifft er in´s Schwarze, der Artikel!!
    Lasst uns Schmählieder auf die Pestbeulen öden Fussballbetriebs ersinnen – Absinth trinken und zurückblöken.

  32. Fußball und seine Fans
    Schaun Sie, Fußball!!!
    Ein weites Feld tut sich auf. Schon im 3. Jhdt. v. Chr kannte man diesen Sport, der sich unter der Zhou-Dynastie weiter ausbreitete. Auch in Mesoamerika, bei den Mayas kannte man das Ballspiel zum Vergnügen aber auch
    für rituelle Zwecke.
    Der “richtige” Fußball entwickelte sich im England des 19. Jhdt.
    bei den Proletariern derboomenden Industriealisierung als repräsentatives Massenvergnügen.. In seinen Anfängen ging es eher nichr gesittet, sondern brutal und unfair zu. Aufgrund von Verboten durch die Krone kamen doch schließlich Reglements auf.
    Damit leite ich über zu dem Grüppchen der 20 Fans. Man sollte doch Toleranz (und sei es repressive) walten lassen, Schliesslich werden hierbei aktionistische, uralte Atavismen freigesetz und spielerisch erprobt, Ggf. als Ersatz für kriegerische Handlungen. Seinen wir doch mal ehrlich, wo kann ein junger Mensch so voller Inbrunst in Gefahr und Spiel ergeben? Zumal die Schule der Nation, das Militär mit der Wehrpflicht, einer öden Berufsarmee weichen mußte.
    Die jungen Menschen können im öffentlich gehegten Raum (Piazza) soziodarwinistische Muster (Patterns) durchdeklinieren. Der Lernprozess für diese aufgeweckten jungen Fans, homo homini ludens, und ihr Tun ist von immenser, nicht zu unterschätzender Bedeutung. Spielerisch erproben sie coram publico wie man als Minoritätengruppe gegenüber der Majorität sich Raum und Beachtung verschaffen kann. Einübung in Demokratieund Berufsleben par excellence. Was bedeuten uns da schon einige Kollateralschäden? Das muß in Kauf genommen werden, damit dieses ausgezeichnete Kulturgut weiterhin der Menschheit zum Nutz und Frommen, und zur Refexion darüber, dienen möge.

  33. Schlachtgesänge
    Gestern standen beim Gang durch die Düsseldorfer Altstadt an jeder Ecke Polizeifahrzeuge und gröhlende Fans zogen durch die Gassen. Überall waren ihre Schlachtgesänge zu hören. Später in der Nacht gab es dann massive Auschreitungen von Nürnberger Fans. Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger verwendet die NRW-Bereitschaftspolizei inzwischen 30 Prozent ihrer Einsatzzeiten auf die Sicherung von Fußballspielen. Da läuft etwas massiv aus dem Ruder.

    • Rechtsfreie Räume, trotz allem. Aber halt von den “Richtigen” in Anspruch genommen.

      Die Irren von der Piratenpartei wollen sich für Fankultur und Pyrotechnik in geschlossenen Gebieten einsetzen…

    • hans
      Pyrotechnik in geschlossenen Räumen – hat da nicht ein gewisser Mr. Fawkes das Patent drauf? Schade, dass es damals nicht geklappt hat. Und auch die V2en fielen daneben. Warten wir also auf den 25. Mai, wenn es dunkel wird um Wembley.

  34. The medium is the message
    Seit langer Zeit habe ich wieder in die “Stützen” geschnobert und bin völlig entsetzt. Was ist denn hier passiert? Nur, weil man auf Kommentare direkt antworten kann, muss die Diskussion doch nicht so grob werden. Das beeinflusst den besten Gastgeber. Wo sind all die netten Plauderer geblieben? Wenn ich Krawall möchte, gehe ich in ein SPON-Forum.

    • hans
      Selber schuld. Der Typ hat doch in seinem Leben noch nie gekickt. Allenfalls gekickert. Und dann über Fussball ablästern… Der Herr Sportbegeisterte fährt im Sommer downhill mit dem Veloziped und im Winter mit dem Rodel. Bergauf nur mit dem „Sport“- wagen an parkenden Opeln vorbei. Und dann erst die Verschnaufpausen bei Tee und Kuchen. Seinen Kreislauf bringen nur gehässige Kommentare ins Wallen. Bald wird er Beta-Blocker brauchen.

    • Das wird ein lustiges Thema für die Stützen, aber zuerst mal: Viagra.

    • hans
      Endlich wieder ein Thema, bei dem der Hausherr sich auskennt ! (Steilvorlage angesagt)

    • Gebt 20 Fußballfans ein paar Jahre Zeit
      Tja meine liebe Kastanie so ist es, lauter Leute denen Zuhause niemand zuhört!

  35. Leider lenkt Gott nicht immer,
    und so müssen europaweit die Bürger viel Steuergeld für die oft nicht nur lauten, sondern auch gewalttätigen Exzesse der Fußballchaoten bezahlen. Es muß doch möglich sein, daß die jugendlichen Fußballmillionäre die von ihnen provozierten Stadion- und Straßenschlachten selber finanzieren. Auch wenn dann die Privatvillen der Herren Matadores etwas weniger protzig und die Luxusuhren etwas kleiner ausfallen müßten. Das werden die meist steuersparsam untergekommenen Herren doch verkraften?

    • Vielleicht noch ein kleiner Hinweis: Für mich macht es keinen Unterschied, auf Spam oder Veröffentlichen zu drücken. Man kann diese Entscheidung aber beeinflussen, etwa, indem man auf Drohungen, Lügen, Unterstellungen und vulgäre Wörter verzichtet. Was von 5 Fussballfans hier im Schnitt einer schafft. Es geht also. Es ist möglich. Beim Rest sorge ich aber dafür, dass sie hier automatisch gefiltert werden, wenn es zu derb wird.

  36. Typisch
    Soziologisch gesehen ist mir dieser Blog schon immer als eine Art virtuelles Wohnzimmer des Kleinbürgertumes vorgekommen. Da ist man durchaus links , gegen das Kapital und die minderwertigen Waren der Discounterketten ( die nebenbei die eigenen Immobilien entwerten, weil der Fleischer, der sie mietete, Geschichte ist ) , weil Biofleisch besser ist und der ererbte Barockschrank mehr hermacht als der Ikeamüll .
    Gleichzeitig grenzt man sich scharf ab gegen den Pöbel, der sich auf italienischen Piazzas nicht zu benehmen weiss und, wer weiss, seine Manierenlosigkeit am Ende noch so weit treibt , die Altstadtimmobilien und Silberteekannen zu enteignen. obwohl er doch nicht mal einen Abschluss in Kunstgeschichte hat.

    • Das ist in der Form zwar auch nicht freundlich, aber fast durchwegs akzeptabel formuliert. Allerdings habe ich kulturgeschichtliche Fächer studuert, das ist nicht zwingend Kunstgeschichte, wo ich zwar viel gehört und fächrrübergreifend gelernt habe, aber tatsächlich natürlich keinen Abschluss haben kann (wobei man natürlich sagen muss, dass klassische Archäologie damals durchaus ein rein kunstgeschichtliches Fach war und mit Archöologie im Sinne von Ausgraben und Befunden nichts zu tun hatte). Damals konnte man Nebenfächer nehmen, so viele man wollte, aber zum Abschluss musste man sich konzentrieren.

      Ich hoffe, das trägt zum allgemeinen Verständnis bei.

    • Kleinbürgertum oder nicht Kleinbürgertum
      Werte Möwe, ist das noch eine soziologische Kategorie?
      .
      Scheint mir so aktuell wie ‘Avantgarde’ .

  37. Titel eingeben
    “Sprengstoff unter die Verträge!” – “Mein bewegtes 21. Jahrhundert – ein Pionieroffizier und Diplomat berichtet” – Ob so oder so ähnlich in 30 oder 40 Jahren Titel dann veröffentlichter Memoiren lauten könnten – u.a. die Vertragsschlüsse Deutschlands unter der gegenwärtigen Kanzlerin auch mit betreffend?

  38. Titel eingeben
    Was aber sind ein paar Jahre? fragt sich manch einer dazu vielleicht unwillkürlich auch noch.
    .
    Und erinnert sich eines anderen Vorfalls: Es drängt sich eben womöglich das Diktum des berühmten chinesischen Premiers Tschou En-lai auf, der Charls de Gaulle fragte, ob die Französische Revolution ein Erfolg gewesen sein. Der erwiderte, für eine Antwort sei es noch zu früh.
    .
    Und selbiges sollte man evtl. uns heutigen bzgl. der Zeit Deutschlands unter Konrad Adenauer als Kanzler sagen. Meint: Versäbelt die Union dies jetzt und die nächste Zukunft, wär’s womöglich auch aus damit.
    .
    Ob die Adenauer-Zeit eine gute Zeit war entscheidet sich jetzt. Und ein de Gaulle an Stelle unserer Kanzlerin heute würde wahrscheinlich nicht mitjubeln übers gestern, sondern wäre eher wohl auch weiterhin äußerst vorsichtig, hielte sich evtl. mehr als bedeckt, würde mahnen: Es gilt!
    .
    Beim Blick auf die Fans woanders – man lässt ihnen gerne Zeit – die eigene Zeit nicht ganz zu vergessen … .

    • Hach! Adenauer und de Gaulle
      Was für ein Vergleich;-)
      .
      Soweit mir bekannt, hatten diese schon ein Leben bevor sie Regierungschef wurden.
      .
      Aber wer weiß, vielleicht schafft es jemand Frau Merkel zum Churchill umzuschreiben.

  39. geehrter Don,
    die chronologische Abfolge in lhren Blogs ist offensichtlich nur etwas für
    Versteher der Relativitätstheorie, mfG.T.
    p.s.; wo ist der Ferrari und das Fahrrad?

    • hans
      Auch die Vermessung der Raum-Zeit-Krümmung mittels Viagra-Selbstversuchen braucht seine Weile. Ob Schrödingers Katze noch lebt? Der Hund von Baskerville ist lange tot.

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