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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Verkauft die Kinder, uns fehlt das Geld

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Wer konnte ahnen, dass angesichts der katastrophalen PISA-Ergebnisse von 2003 in Berlin jemand auf die Idee kommen konnte, Kinder mit einem Bildungsanspruch in die Welt zu setzen. Jetzt sind sie da - und wir haben den Salat.

Vorbemerkung Don Alphonso: Bei uns am Tegernsee wurde im Schlossgymnasium die Ganztagsbetreuung von Schülern hinterfragt, weil die Eltern ohnehin viel Zeit für ihre Kinder hätten. Statt Kriseninterventionskräften gibt es Strand und Alpenpanorama, wer sich austoben will, kann das an der schuleigenen Kletterwand machen, und als Herr Beisheim der Schule viel Geld zukommen lassen wollte, lehnte man bestimmt ab: Die Vorgeschichte der Person hat nicht wirklich gut gefallen, und Geld, pfff. Das ist tegernseenormal und wurde hier oft beschrieben. Weil das aber nicht deutschlandnormal ist, habe ich, mittelalter Single ohne Verpflichtungen, als Kontrast Katrin Roenicke, junge Mutter von zwei Kindern gebeten, einmal aufzuschreiben, was Schule in Berlin bedeutet und wieso es eigentlich dort weder einen Segelclub noch Skipisten gibt, und die Schulen auch nicht in einem Schloss residieren.

Wenn Bildung frei macht,
so will der Deutsche seine Bildung dazu auch so billig wie möglich haben.

Wenn der November die Temperatur merklich absenkt, der Himmel grau und die Sonne am Nachmittag verschwunden ist, dann gibt Sankt Martin vielen Eltern halt. Kurz nach der Umstellung der Uhren auf die unerbittliche Winterzeit, die dazu führt, dass nach der Schule kein Kind mehr auf einen Spielplatz geht, weil man ab 16:30 Uhr die eigene Hand nicht mehr vor den Augen sieht, ist das Martinsfest ein Highlight: Es werden Lagerfeuer angezündet, man wickelt Stockbrotteig um lange zurechtgeschnitzte Äste, der erste Glühwein wird für die Eltern aufgesetzt und für die Kinder ein überzuckerter Glühpunsch. Die Kinder basteln in Schule und Kita Laternen, sie üben Lieder ein und am Ende läuft man, wahlweise mit Fanfarenzug, Sambatruppe oder pur, im Dunkeln durch ein paar Straßen und trägt das Gebastelte wie das Eingeübte zur Schau.

Doch dieses Jahr läuft das anders: Die Eltern, nicht die Kinder, basteln und üben ein. Wir basteln Transpis mit wütenden Sprüchen und wir üben ebenso wütende Parolen ein, die wir beim Laternenumzug unserer Kinder eins wie das andere zur Schau stellen. Man hat uns den beschaulichen Sankt Martins-Umzug genommen, denn es ist ernst. In Berlin ist Schule nämlich ein Krampf.

© Katrin RönickeKinder. Laternen. Alles schön. oder?

Ähnlich wie die Berliner Bäcker sind Berliner Schulen für Süddeutsche immer wieder ein Schock. Während man die einen immerhin gut durch Bio-Läden ersetzen kann und schwäbische Bäckereien, in denen man Weckle statt Schrippen bekommt, boomen, hat Berlin seine ungenutzten Schulgebäude verscherbelt – egal, wer braucht Mauern, wenn man beliebig viele Container aufstellen kann? Wer konnte denn ahnen, dass irgendwann im Prenzlauer Berg und im Friedrichshain Latte-Machiavelli-Muttis die lieben Finkid-bezipfelten Kleinen in Emmaljungas zum Baby-Yoga schunkeln und fünf Jahre später in die Schule schicken würden? Wer konnte ahnen, dass in Berlin angesichts der PISA-Ergebnisse von 2003 irgendjemand auf die Idee kommen konnte, ernsthaft Kinder mit einem Bildungsanspruch in die Welt zu setzen.

Nun – da haben die Eltern wohl nicht so richtig aufgepasst. Die Eltern, das sind wir. Das Kind ist nun da und seit diesem Sommer auf einer Schule, genauer: einer staatlichen Schule. Die Schule seines Einzugsgebietes, denn wir haben keinen Sonderaufwand betrieben, das Kind anderswo unterzubringen. Damit fallen wir als Bildungsbürgertums-Eltern schon mal komplett aus dem Rahmen. Andere Eltern bemühen psychologische Gutachten, die ihrer Brut besondere Fähigkeiten wie Hochbegabung oder Hochsensibilität attestieren – ein Freifahrtsschein für die besonders begehrten Schulen. Andere – gar nicht so wenige – fahren 30, 45 oder 60 Minuten zu einer Waldorfschule in einem anderen Stadtbezirk und begnügen sich damit, dass ihr Kind vor dem Ende der zweiten Klasse zwar nicht lesen können, dafür aber seinen Namen tanzen wird. Für diese Eltern, angesichts der Aussicht auf die staatliche Schule, ein fairer Deal.

© Katrin RönickeDie ehemalige Max-Kreuziger-Schule in Friedrichshain. Eine Investorengruppe hat sie mit dem Architekturbüro „Arin + Partner” in hochwertige Wohnungen umgebaut.

Während Schule ohnehin für eine Vielzahl von Menschen aus persönlichen Gründen ein absolutes Reizthema ist, bin ich bisher nur politisch und wissenschaftlich motiviert auf die Barrikaden gegangen. Zumindest war das bisher immer so. Meine eigene Schulzeit in Süddeutschland war eine gute Zeit. Einige Kinder waren fiese Mobber und manche Lehrer inkompetent, aber gelernt habe ich immer gern, und Schule an sich vom ersten Jahr an gemocht. In der Oberstufe lernte ich bei einem wundervollen Biologie-Lehrer, der sein Fach merklich liebte, dass die Natur unglaublich clever ist: Er las uns aus Konrad Lorenz‘ Geschichten über die Gans Martina vor um uns zu zeigen, wie frühkindliche Prägung funktioniert. Im Chemielabor legte er weniger Wert darauf, sklavisch Strukturformeln auswendig zu lernen, sondern lächelte selig, wenn eins verstand, dass und warum freie Radikale in Kettenpolymerisationen und Substitutionsreaktionen so abgehen. Irgendwann sah man überall das Schlüssel-Schloss-Prinzip und war verblüfft, wie schlau die Natur all diese Dinge eingefädelt hatte. Kurz: Liebe. Diese Liebe habe ich mitgenommen, als ich mich nach Berlin aufmachte, wo ich zunächst Biologie studierte. Doch leider hatte man in Berlin gerade auf den neuen Bachelor umgestellt. Dieses Studium habe ich nach drei Jahren ausgelaugt und demoralisiert geschmissen. Danach dauerte es noch einmal zwei Jahre, bis ein Professor zaghaft über eine Mailingliste, auf der ich immer noch eingetragen war, anmerkte: Man habe das Gefühl, der Studiengang sei schwer studierbar.  Bravo. Berlin hat zerstört, was die süddeutsche Provinz aufgebaut hat.

Im vergangenen Jahr kamen wir alle zurück zu jenem Ort an dem wir 2002 unser Abitur gemacht hatten. Neun Jahre hatte ich das eckige Gymnasium in einem beliebten Kurort besucht. Der Verein der Freunde dieses Gymnasiums hatte anlässlich unseres Erscheinens extra einen Sektempfang bereitet. Zudem wurden wir Teil einer Führung durch das Schulgebäude, wo uns offenbart wurde, wie sehr auch heute, in den Jahren der Krise, diese eine Schule sich nicht unterkriegen lässt. Kurz: Das Geld fließt. Der Sektempfang fand in den neugebauten Horträumen der Schule statt, die seit letztem Jahr auch eine Ganztagsschule ist. Auch wenn das Wort „Hort“ zu meiner Schulzeit ein ostdeutsches Fremdwort in dieser Region war, ist doch die Schule heute ganz nach dem Motto „Learning from the Best“ mit einem exquisiten Ganztagsversorgungsprogramm  ausgestattet. Sämtliche naturwissenschaftlichen Schulräume waren nicht nur generalüberholt, sondern technisch und im Sortiment großzügig bestückt worden. In meinem Biologie-Studium habe ich Praktika absolviert, wo wir weniger Instrumente hatten. Weswegen man sich in der Regel alles selbst kaufen musste, was ohnehin in Berlin an der Tagesordnung ist, denn Bildungseinrichtungen sind immer knapp bei Kasse.

© Katrin RönickeIm beschaulichen Schlosspark kann man auch im 21. Jahrhundert noch Postkutschen beobachten.

Ich laufe durch diese Schule vier Stockwerke hoch, vier Stockwerke runter. Zu unserem Empfang samt Führung (ooohhh! Aaaaahh!) waren auch einige unserer damaligen Lehrerinnen und Lehrer gekommen. Man fragt mich wie es mir ginge. Ich antworte in knappen Sätzen, denn im Moment der Frage geht es mir bescheiden. Ohne dass ich genau sagen könnte, warum eigentlich. Ich antworte ausreichend, meine Kinder erwähne ich nie.

Noch am selben Abend hat das Orchester beim Fest im Kurpark einen Auftritt. Mein Herz rutscht in die Hose. Ich musste meine Kurortschule etwa 5-8 Jahre besuchen, ehe mir bewusst wurde, dass ich selbst auch sehr gerne Teil dieses Orchesters gewesen wäre. Aber auf manche Ideen kommen Arbeiterkinder aus dem Osten etwas später als andere. Habitus hin, Herkunft her – es war jenes popelige Schulorchester, das mir gezeigt hatte, dass ich bei klassischer Musik weinen muss. Die Wandelhalle wird von ihrer seltsam pompösen Lichterdekoration hell erleuchtet. Um mich herum Kurgäste, Eltern, Großeltern, Lehrerinnen und Lehrer, meine alten Klassenkameraden. Ich fühle mich als wäre ich nie weg gewesen und fremd zugleich. Das Orchester beginnt. Und auf einmal bricht es in mir zusammen: diese Kultur, dieses Wissen, diese umfassende Bildung, dieses Geld! Als Erziehungswissenschaftlerin hat man doch ein sehr genaues Bild davon, wie man sich Bildung und Schule und die Begleitung von Kindern in Ihr Leben vorstellt. Die bittere Erkenntnis lautet:

So. Ich stelle mir das so vor. Ich kann das selber gar nicht glauben, wollte ich nicht nach der Schule so schnell es geht weg? Einfach weg? Weit weg?

© Katrin RönickeFrüher fand ich diese Bäumer bieder…

Das Orchester spielt, ich lausche, es ergreift mich sofort wieder, rührt mich im Innersten. Welch eine Leistung: Ein Orchester, bei dem jedes Kind mitmachen kann und das um die ganze Welt tourt. Man muss dafür nicht bezahlen, man muss nur ein Instrument spielen. Ein Schulorchester eben, für jede Schülerin, für jeden Schüler dieser Schule zugänglich. Einer Schule, die 31 Zwölftklässler nach Den Haag zum „International Criminal Tribunal for the former Yugoslawia (ICTY)“ schickt. Endlich kapiere ich, was ich für ein irrsinniges Glück hatte. Bisher hatte ich mich – weil Hauptstadtbewohnerin – immer besser gefühlt, hipper, weltoffener. Nach meinem Weggang hatte ich für diese meine Vergangenheit, diese meine alte Heimat manchmal heimlich, manchmal auch nicht so heimlich, nur Mitleid. Ich merke, wie ich mir plötzlich wünsche, ich könnte meine Kinder auf diese eine, diese richtig gute Schule schicken.

Ein Jahr später in Berlin sammle ich Unterschriften, damit die Schulsozialarbeiter an der Grundschule meines Sohnes nicht in weniger als zwei Monaten gekündigt werden. Die Schulleitung hatte es aus der Presse erfahren: Anfang vergangener Woche stand in der Zeitung, dass neben unserer Schule auch viele andere Schulen ihre Sozialarbeiter verlieren würden. Weil: Aus unerfindlichen Gründen hatte Schulsenatorin Scheeres jetzt erst bemerkt, dass ihr leider eine Million Euro in ihrer Kasse fehlt.  Eine Million fehlt. Von Haushaltsdingen habe ich wahrlich keine Ahnung, aber ich lese manchmal beim Bio-Bäcker die großen rot unterstrichenen Überschriften der Klatschpresse und irgendwie kommt es mir so vor, als ob eine Million selbst im armen Berlin vergleichsweise lachhaft ist (Stadtschlösser und Großflughäfen, sowie kaputte Dächer und Gleise von kürzlich errichten Hauptbahnhöfen werfen ganz andere Summen in die Debatte). Es ist – seien wir doch ehrlich – ein lächerlicher Betrag für den Senat, erst recht in Relation zu allem anderen. Doch Scheeres muss offenbar sparen: Weitere vier Millionen werden aus der Vorbereitung von Jugendlichen für die spätere Ausbildung in einem Projekt in Spandau gezogen – ein Projekt, dessen Erfolgsquote bei 90 Prozent liegt. Warum fällt plötzlich, am Jahresende auf, dass Geld fehlt? Vielleicht liegt es an der eben vom Senat durchgeschubsten Strukturreform, die Berlins Landespolitik in Zukunft jährlich zehn Millionen Euro kosten soll? Weil die steuerfreie Kostenpauschale von 1000 auf 1.500 Euro pro Abgeordneter erhöht, das Budget für Mitarbeiter von 580 auf 3.000 Euro verfünffacht und der gesamte Senat mit zwei Senatoren mehr ausgestattet werden soll? Man weiß es nicht.

© Katrin RönickeMit Laternen und Schildern: Unsere Kinder müssen etwas früher politisch werden, als im Süden.

Der Laternenumzug jedenfalls, der zu einer Demo umfunktioniert worden war, trommelte sich an einem Donnerstagabend durch die Straßen dieser Stadt. Begleitet von Polizeiautos skandierten Zehnjährige voller Inbrunst: „Die Schulsozialarbeiter müssen bleiben!“ Immerhin sind Berlins Kinder eines sehr früh: Politisch aktive Subjekte, die Parolen brüllen.

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133 Lesermeinungen

  1. Bildung-Geld-Vernunft?...Gesellschaft "Vernunft-b(B)ewußt(sein)-los"!?...St. Martin?!
    Denken können ist die notwendige Bildung-Basis, sein Leben souverän,
    mit Vernunft lenken zu können.
    Lesen, schreiben und rechnen können, reichen nur, um sich bedenkenlos,
    „Vernunft-los“ lenken zu lassen, gelebt zu werden.

    Der Mensch nutzt seinen freien Geist und seine angeborene Freiheit, um sich gesellschaftlich,
    mittels „Geld-Macht-Daten“, immer intelligenter versteckt, komplexer verstrickt, zu versklaven; vor allem Bildungstechnisch, ausgerichtet auf „Beruf?“, anstatt Vernunft.
    Die damit verbundenen „Gerechtigkeitsfragen“, löst er dann gewissenhaft intelligent im Rahmen und
    im Namen der schrumpfend verbleibenden „Würde-Freiheit“ als „Chancengleichheit“
    …und das seit Menschengedenken…Würde als Chance!
    Masochismus und Sadismus auf intelligenteste, schizophrene Weise realisiert.
    Geld frißt Herz und Seele auf.

    Der St. Martin-Mantel, der ZU ausGLEICHENden TEILEN “ „ver-ge-teilt“ wird, geschichtlich-symbolisch, ist auch der „Geistwärmende-Bildungsmantel“, für alle bedingungslos gleich.
    Wird das überhaupt (noch?) in der Geschichte bewußt erkannt und vermittelt?…
    sonst demonstrieren…:-)

    Der heilsame, vom Übel befreiende, Geist im Menschen ist die Vernunft, als Ergebnis von lebenslanger Selbsterkenntnis und Einsicht.

    Gruß
    W. Hennig

    • das schnöde Geld regiert den schönen Geist
      wenn ich freundlich anmerken dürfte, dass lebenslange Erkenntnis leider für kleine Kinder keine Option sind.
      Wenn ich außerdem anmerken dürfte, dass wir leider in einer Gesellschaft leben, in der Lesen, schreiben und rechnen können schon manches mal, bei so manchem Kind nicht mehr erreicht werden (ich muss nur wieder kurz auf PISA verweisen). Denn so manches Kind ist derart von seinen sozialen Problemen zerfressen, dass Schule und lernen keinen Platz in seinem Leben haben.

      In berlin muss Uschi Glas persönlich Brote für all die Kinder schmieren, die ohne gefrühstückt zu haben mit knurrendem Magen in der Klasse sitzen. Grundschulkinder.
      Das mag alles sehr fern für Sie sein. aber das ist hier bittere Realität. deswegen würde ich davor warnen, soziale Probleme kleinzureden.

      Es mag ihnen nciht behagen, dass wir hier über das schnöde Geld reden, statt über den schönen Geist. Nur müssen Kinder hier die Realität dessen ausbaden, was passiert, wenn man an ihnen spart, während man überall prasst. Und das lieber Wolfgang Hennig, hat gravierende Folgen für den schönen Kindergeist.

    • Liebe Frau Rönicke,
      bitte nicht aufregen, ich zeige auf die Ursache. Natürlich ist die Gegenwart so wie
      sie ist, schlimm und bedarf „jetztmögliche Hilfe“. Aber wenn wir nie bewußt anfangen
      den von mir beschriebenen „Weg“ parallel zu gehen, bewußte „Vernunft-Bildung“,
      dann ändert sich nichts, wir „bekämpfen“ dann ewig die bei Kindern sichtbaren
      Erwachsenenprobleme, Vernunftmangel der Vorgeneration. Dieser „Elend-Kreislauf“
      kann letztendlich, nur gut wirksam, mit „Vernunft-Bildung-System“ von Kind an,
      verhindert werden.

      Außerdem ist mir das Thema „schnödes“ Geld nicht unangenhm, sondern im Gegenteil,
      über die „Bedeutungshoheit“ von Geld „MUß“ nachgedacht werden, denn Geld ist
      verantwortlich für Menschen-Elend. Das genau ist meine Absicht. Auf dem Bildungsweg
      Vernunft stoßen Sie automtisch darauf.
      Ist Geld als Leben-Basis gut?…u.v.m.

      Geld frißt Herz und Seele auf…das Übel der Menschen.

    • das stimmt schon
      ich sehe in Bildung auch etwas anderes, als die Vorbereitung darauf, auf die Ausbeutung durch den Kapitalismus und die Orientierung auf Geld abzurichten. Keine Frage, da bin ich ganz bei Ihnen.

    • Brote schmieren ....
      das ist fuer mich alles andere als sehr fern. Keine 20km weg. In den low decile schools in Auckland (vorwiegend South- und West-Auckland fehlt bis zu 50% der Schueler sowohl Fruehstueck als auch irgendwas Vernuenftiges in der Lunchbox. Die staatlich finanzierte Schulmilch wurde vor etlichen Jahren eingespart, seit diesem Jahr stellt Fonterra fuer alle low decile schools kostenlos die Milch zur Verfuegung. Brote schmiert nicht Uschi Glas persoenlich, sondern eine Unzahl Freiwilliger, einfache Leute ‚von der Strasse‘. (Die werden vom Rest der Gesellschaft nicht etwa als nuetzliche Idioten angesehen, sondern bekommen fuer ihren Einsatz die Anerkennung aller. Go figure.)

      Die Gruende fuer derartige Zustaende sind hierorts teils strukturell, teils mangels Bildung und Interesse der Eltern hausgemacht. Probleme die man eigentlich in der ‚dritten Welt‘ erwarten wuerde (und genauso wird’s hier bewertet und benannt). Ich bin schockiert, dass Berlin auch nicht besser dasteht – doppelt schockiert, wenn man bedenkt dass Deutschland in Vergleich ein wirklich reiches Land ist. Sowohl bei Politikern als auch bei manchen Eltern scheinen die Prioritaeten durcheinandergeraten zu sein?

      Wenn manche Kinder derart von ihren Problemen zerfressen sind, dass Schule und Lernen nicht mehr stattfinden, wuerde man hier drueben von Verwahrlosung reden. Laege es an der familiaeren Situation, so ist letzten Endes die Unterbringung in einer Pflegefamilie der einzige Ausweg (wobei auch die hiesigen Freiwilligen an ihre Grenzen stossen). Das wird es aber hoffentlich nun doch nicht sein, wovon Sie reden?

      Dass Kinder ausbaden muessen wenn ‚an ihnen gespart wird, waehrend man ueberall prasst‘ – d’accord. Nur ein Teil der Verantwortung dafuer liegt jedoch in der Politik. Der groessere Teil wohl eher in der Gesellschaft (eingeschlossen Elternhaus und weitere Familie). Ein nach Deutschland zurueckgekehrter Freund hat noch neulich ueber die weiterhin hohe Kinderfeindlichkeit der deutschen Gesellschaft geklagt (und sich offen gewundert, wie das auf lange Sicht gutgehen soll).

  2. Lasst sie spielen, die lieben Kleinen
    Die Gymnasien verplempern zu viel Zeit damit, die Kinder zu amüsieren und zu unterhalten. Als Universitätsdozent ist man immer wieder geschockt, wie naiv und kindlich manche Studenten noch sind, Natürlich ist es seitens der Eltern verständlich, die Kinder so lange wie möglich vom Ernst des Lebens zu bewahren, doch man tut ihnen keinen Gefallen. Verlieren sie früh die Eltern, sind sie gänzlich unvorbereitet und versagen im Leben. Sie wissen kaum wie man sich um einen Job bewirbt; Jungverheirate Abiturienten können nicht einmal die Monatsrate ihrer Hypothek ausrechnen. Auf der Uni muss man ihnen erst beibringen, was sie in der Schule hätten lernen sollen.

    • ist das so?
      das im Text genannte Gymnasium schickte seine Schülerinnen vergangenes Jahr nach Den Haag an ein Tribunal für die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien. Wo, wenn nicht dort, wird der Ernst des Lebens gelehrt?
      sicher: Studium und Uni sind immer irgendwie ein kleiner Schock. Aber dank Bologna ist der nicht mehr so groß, seit Bachelor und Master die Universität maximal verschult haben.

  3. Die Jungen
    Nicht nur die zehnjährigen werden sich politisieren müssen – aus Notwehr!

    Jede(r) etablierte Meinungsmacher beansprucht mittlerweile nur seine- wie gehabt Meinung – sei im
    Interesse der Jungen.

  4. Nur Mut!
    Wer aus dem sozialen Gehege der süddeutschen Provinz kommt, nimmt in Berlin an einem harten Auswilderungsexperiment teil. Man braucht dazu ein dickes Fell und Pioniergeist. Dann kann man die Stadt als Goldgrube ansehen, Erfolge feiern oder es sich in der sozialen Hängematte gemütlich machen.

    Zum Schulwesen: Alle Lehr/Lernmittelverlage haben dort ihre Vertretungen und beraten gerne Lehrer und Eltern. Sie und Ihre Kinder werden staunen, was sich da für eine Welt auftut. Natürlich kostet Sie das jährlich einige Hundert Euro, aber Sie und Ihr Ehemann werden ja sicher iin Berlin gutes Geld verdienen. Mein Sohn war jedenfalls auf dem Gymnasium den Lehrern immer einige Seiten und Stunden voraus. Und wo hat man einen ehemaligen Mathe-Dozenten der Uni Dresden als Lehrer, den es nach der Wende – aus welchen Gründen auch immer – an die Schule meines Sohnes verschlagen hat und der für das naturwissenschaftliche Einser-Blitzstudium meines Sohnes an der TU Berlin die Grundlage schaffte.

    Sie sehen, es gibt immer Verlierer und Gewinner, und schließlich können Sie die Hauptstadt des östlichen Maghrebs wieder verlassen und in Ihre wohlgeordnete, aber langweilige Heimat zurückkehren.

    • Weckle sind langweilig, Schrippen sind spannend
      Na ja, wir Preußen, nä? Das Maul nimmt man jedenfalls immer noch so voll wie zu Kaisers Zeiten. Höhö. Die Schwaben und Bayern – kernig aber etwas einfältig die da unten, die essen alle Tage Lunge mit Knödel, was? Und ist die Hauptstadt auch noch so kaputt, korrupt und unfähig, Hartzler, Politiker, Türken und Maghrebiner, der wilde Osten, egal – ist ja doch die Hauptstadt und alles sooo kreativ. Das dient also alles einem höheren Zweck, ein AUSWILDERUNGSEXPERIMENT, sozusagen Deutschlands kaputte Zukunft im Brennglas. Wer sich da an die Spitze der Ratten setzt, schafft’s überall. Mahlzeit, habe fertig, wohl bekommt’s.

    • So kommt es eben
      Wenn die vielen Alten sich die Gelegenheit ihre feuchten Träume an den wenigen Jungen auszu leben nicht nehmen lassen.

    • Hoppla hier komm icke
      Ditt iss ma wieda typisch für ditt Berlina Bärenjejrunze: Hier jibt et allet – wer wollte mehr?
      Erwartbare Lehrgerechtigkeit zB
      Nebenbei: Der Erfolg von Sohnemännchen belegt genau diesen, nicht aber die Exzellenz der Umstände, unter denen dieser, nun ja, erfolgte.
      Aus kleinstädtischer Perspektive vermute ich hinter dem Hype um die Ganztrags- und Gesamtschulen, den Versuch SPD-involvierter Kreise, kostengünstig den Nachwuchs zu pushen: „Am XXX-Gymnasium hätte er es schwerer, da sind die Mütter zu Hause und die Au-Pairs bringen Fremdsprachen ins Haus. An der Gesamtschule aber stehen wir sozial ganz oben.“
      Muss doch gehen, nach unten noch ein bisschen treten und andere Lebensentwürfe durch Wortwahl wie „Herdprämie“ desavouieren …
      Und Ganztagsschulen schaffen auch Bedarf nach neuen Stellen, zudem wird mal kurz eben der Markt an freien Angeboten (Musikschulen, Sportvereine, Pfadfinder, kirchliche Gruppen) aufgeraucht. Kann ja nicht verkehrt sein, har, har, har.
      Und die Kids? Ist der Anfahrtweg lang genug, sehen sie im Winter die Sonne nur beim Hofgang – an 5 Tagen. Am WE sind sie dann platt und hängen in den Seilen. Non scholam sed vitae … früh wissen, wie sich die Eltern fühlen als Lernziel.

      Disclosure: Abitur 80er Berlin (West); Biologiestudium in Bayern, 1er-Abschluss, na klar;-)

  5. kaltes Schaudern
    Bei der Beschreibung Ihrer Situation überkommt mich das kalte Schaudern. Ich würde, meinen Kindern zuliebe, wieder zurück nach Süddeutschland ziehen. Das müsste doch möglich sein!

    • Titel eingeben
      weil das hier jetzt auch haeufiger kommt: nein, es ist nicht moeglich. Denn zu meinen Kindern gehoeren mehrere Menschen, nicht nur ich und wir sind sehr bemueht, dass alle diese Menschen und diese Kinder ein gemeinsames Leben fuehren. Niemand von uns hat Interesse, ueber 500, 600 Kilometer hinweg pendeln zu muessen… dieses gemeinsame Leben findet in Berlin statt. Deswegen kaempfe ich hier vor Ort fuer eine bessere Situation, anstatt abzuhauen. Generell finde ich das auch eine fragliche |Loesung, die Folge ist Ghettoisierung – davon halte ich wirklich nichts

  6. Was ist das?
    Was sind Transpis? Hat das was mit Schweißabsonderung zu tun und gibt es deshalb wütende Sprüche?
    Was sind Latte-Machiavelli-Muttis?
    Wie darf ich mir die „lieben Finkid-bezipfelten Kleinen in Emmaljungas“ vorstellen?
    Was passiert konkret, wenn Schulsozialarbeiter nicht mehr da sind?

    Ich würde gerne Ihren Text besser verstehen können. Helfen Sie mir bitte. Oder sind Definitionen auch bei Google erhältlich?

    • Pardon
      Transpis = Kurzform für Transparente
      Latte-Machiavelli-Mutter = Persiflage auf die Wortschöpfung „Latte-Machiato-Mutter“ – zu finden bei der Autorin Julia Niemann in der taz
      Finkid = eine in Berlin sehr verbreitete Kinderkleidermarke, deren Jacken und Kapuzenpullis sich durch eine zipfel-Kapuze auszeichnen, so dass die kleinen Kinder eher aussehen wie kleine Zwerge. Die Jacken sind immens teuer.
      Emmaljungas sind eine hippe, teure Kinderwagen-Marke, die sich dadurch auszeichnet, ein wenig wie Kinderwagen aus den 60ern auszusehen.
      Wenn die Schulsozialarbeiter nicht mehr da sind, fallen zumindest bei uns weg: Gewaltprävention, Beratung von Eltern mit Kindern, die sozial auffällig sind, Theatergruppe und Fußballclub, eine Schulinsel als Ort, an den Kinder sich jederzeit mit ihren Sorgen wenden können…

      gern geschehen

    • Titel eingeben
      Gewaltprävention bei Grundschulkindern?

    • Titel eingeben
      aber ja! unbedingt. erstens geht die Grundschule hier bis zur 6. Klasse. zweitens war dies gerade letztes Jahr in der 1/2. Klasse notwendig

    • Titel eingeben
      Das wird sogar in Bayern angeboten, wenn auch etwas zu spät, wie die Attacken in S-Bahn und U-Bahn traurigerweise zeigten.

  7. Fragen
    „Doch leider hatte man in Berlin gerade auf den neuen Bachelor umgestellt. Dieses Studium habe ich nach drei Jahren ausgelaugt und demoralisiert geschmissen. Danach dauerte es noch einmal zwei Jahre, bis ein Professor zaghaft über eine Mailingliste, auf der ich immer noch eingetragen war, anmerkte: Man habe das Gefühl, der Studiengang sei schwer studierbar. Bravo. Berlin hat zerstört, was die süddeutsche Provinz aufgebaut hat.“
    .
    Hm. Berlin hat das zerstört? Wirklich? Ganz Berlin? Na ok, wenn 3 Millionen Menschen an einem Curriculum werkeln, mag das wohl schwer studierbar sein. Aber kann das stimmen? Oder hat einfach die Liebe zum Schlüssel-Schloß-Prinzip am Ende nicht gereicht? Haben am Ende Leistungsanforderungen zerstört, was die Provinz leider eben doch nicht so richtig aufgebaut hat? Keine Frage, Leistung ist böse. Aber Liebe zum Fach reicht womöglich manchmal nicht. Ein Studium kann hier und da auch Arbeit sein.
    .
    Oder in einem Satz: dass immer alle anderen die Schuld haben, wenn man es selbst nicht packt, lernt man womöglich nicht in der Provinz, sondern eben doch erst in Berlin. Im bösen zerstörerischen jetzt.

    • naja
      ich sag es mal so: mit meiner Studienkombi haben damals 10 Leute angefangen (das war Bio Kernfach, Chemie Zweitfach), wir waren wirklich die erste Runde im neuen Bachelor, absolute Versuchskaninchen. Und von uns zehn war ich die letzte, die es hingeschmissen hat. Es ist niemand mehr übrig.
      Klar: anfangs führte ich das auch auf meine Unfähigkeit zurück. Als dann aber nach zwei Jahren ohne Witz diese E-Mail von diesem prof. über den Verteiler kam, habe ich angefangen, die Sache anders zu sehen. Ach – irgendwann werde ich das noch einmal ausführlicher verarbeiten. Dieses Bio-Studium war in vielerlei Hinsicht… eine Erfahrung. Die ich auch nicht missen möchte. Ich bin sehr froh, dass ich dort Grundlagen geschaffen habe, die vielen Geisteswissenschaftlern abgehen.

    • Wenn ich mich hier kurz einklinken darf: ich war ja in Berlin mit Netz und doppeltem Boden und einer sicheren Finanzierung, aber ich kenne genug, bei denen es nicht so war, und die hatten in vielerlei Hinsicht zu leiden. Während man in München etwa sein Studium dank der Vollbeschäftigung als angehender Akademiker recht gut nebenbei finanzieren kann, war das bei den Studenten in Berlin, mit denen ich zu tun hatte (gleiches Alter, 1 Jahr Abstand, 2004) immer ein Problem. Und das setzte sich auf vielen Ebenen des täglichen Lebens fort. Ich weiss nicht, ob es am Personal der Unis lag (da habe ich auch famose Leute kennengelernt), aber mir ist noch sehr lebhaft in Erinnerung, wie entsetzt manche aus ostdeutschen Provinzunis über die Berliner Zustände waren.

  8. Schlechte Schulen sind ein Verbrechen an Kindern, besonders und doppelt an solchen
    aus ohnehin bildungsfernen Schichten. Ein Hoch auf Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen, in allen drei Bundesländern funktionieren die Schulen überwiegend und flächendeckend (für BaWü mit dem zusatz: noch). Was ich dagegen aus Berlin, Bremen und Nordrhien-Westfalen höre, lässt mir die Kinder dort ausserordentlich leidtun.

    Und obwohl das in der bildungspolitischen Landschaft kaum jemand hören will, geschweige denn zugeben – funktionierende Schulsysteme garantieren die angeblich so bildungsfeindlichen Schwarzen deutlich besser. Obwohl man als Roter eigentlich auf nichts mehr versessen sein sollte, als auf gute Schulen. Statt dessen verkämpfte man sich um Gesamtschulen und zog sich für zwei Jahrzehnte (bis PISA und TIMMS) auf soziale Korpulenz zurück. Nur wird man davon eben weder satt noch verbessert es die Lebenschancen der eigenen Kinder.

    Die Autorin hat eigentlich nur eine Chance – wegziehen.

    Gruss,
    Thorsten Haupts.
    der die Schule trotz einiger schlechter Lehrer und einiger mobbender Schüler liebte. Es war natürlich das beste Gymnasium im weiten Umkreis in einem – na :-) – langjährig schwarz regierten Ort in einem grossen roten Land.

    • Selbstgefälligkeit ist ein Verbrechen an der Bildung
      Ob Schwarz oder Rot ist wohl nicht die Frage. Selbstgefälligkeit, mangelnde Neugier und pharisäerhafter Dunkel sind viel schlimmer. Selig die, die da leben in ihrem (selbst gebastelten) Himmel… „Ein Hoch auf Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen“ braucht für Kenner nicht weiter kommentiert werden. Meinungsstark, das schon.

    • Don't worry
      Die Gnadenlosigkeit der Positionen wird von der Gnadenlosigkeit der deutschen
      Demografie locker überboten.

    • Egal
      Was die vor 1971 Geborenen auch veranstalten, es landet in der Tonne.

    • Wir immer, mal point-on, mal weit daneben...
      „Die Autorin hat eigentlich nur eine Chance – wegziehen.“ Das wäre richtig, nur zieht es die Autorin sicher vor unter Vorgabe aller möglichen Gründe genau dazu eben nicht in der Lage zu sein. Ausreden sind wwie immer billig…

      „Obwohl man als Roter eigentlich auf nichts mehr versessen sein sollte, als auf gute Schulen.“
      Mit Verlaub… als Roter würde man auch wegziehen und sich auf so etwas gar nicht einlassen. Falls nicht, ist man kein Roter, sondern hält bestenfalls die SPD für rot. (Ja, solche absurde Personen gibt es tatsächlich noch immer…)

  9. Titel eingeben
    Wenn die Autorin mir mal einen Augenblick meinen bodenlosen Zynismus verzeihen kann, der weder Inhalt noch die Zahlen in Frage stellt, aber, wie bei mir üblich anmerken will, dass ich hier keinen Unterschied zu dem restlichen deutschen Gejammere sehen kann….
    Über dem Beitrag steht als Motto : „Wenn Bildung frei macht,so will der Deutsche seine Bildung dazu auch so billig wie möglich haben“.
    Ein Gag, sicher, aber doch arg ein wenig billig geraten. Und so suche ich dann im Beitrag auch vergeblich danach wer denn diese Deutschen sind, die die Bildung ihrer Kinder so billig wie möglich haben wollen und warum sie keiner von denen sind?

    Sehen Sie, das Problem mit der ungeheuerlichen und vorsätzlichen Inkompetenz der eingesetzten Politiker ist in diesem Blog nicht gerade neu und so fragt sich unsereiner angesichts des Kontrastes der Erinnerung mit der Gegenwart auch nicht mal mehr gross warum dies so ist. Es hat sich herumgesprochen, dass es eben wie immer ALLE diese Deutschen waren, die auch diesmal wieder, vor gar nicht so langer Zeit erst, genau jene politischen Parteien und deren „Fachleute“ in den Bundestag, bzw für Bildung in Landtage berufen haben.
    Abgeordnete die für einen Staat stehen, dessen unappetitliche Prioritäten man ja kennt… Gewählt von Bürgern die sich dann, wenn das Kind im ja eigentlich bereits vorher bekannten Brunnen deutscher Bildung ersaufen muss, über das mangelnde Geld für die Bildung ihrer Kinder beschweren?

    Könnten Sie mir das erklären?
    Wer hat Sie gezwungen Kinder in die Welt zu setzen?
    Wer hat Sie gezwungen diese in Berlin in einzuschulen?
    Warum sind sie anscheinend sogar noch stolz darauf, dass sie sich nicht darum gekümmert haben, dass ihr Kind in einer der besseren berliner Schulen kopmmt?

    • wissen Sie...
      zuerst wollte ich noch ernsthaft auf Ihre Fragen antworten, die sich in den ersten beiden Absätzen finden-

      Aber der letzte Absatz – sorry, keinen Bock. Zynismus hin und kritisches Nachfragen her.

      Schönen Abend noch

    • Titel eingeben
      Es gab hier schon mal einen Fall, da wurde mir ein an sich sehr schönes Thema von einer von mir geschätzten Autorin mit ähnlichem Generve kaputt gemacht und ganz ehrlich, ich will so ein unziviliertes Anraunzen in der Form hier nicht lesen. Offenheit ist keine Einladung, um andere runterzumachen und wenn das jemand hier erntshaft machen will: Ich komme gern und spiele dann mit.

    • Titel eingeben
      Und nein, hier hat auch niemand vor, auf so etwas weiter einzugehen. Es legt hier ja auch vermutlich keiner einen gesteigerten Wert auf die Nachfrage, was das eigentlich für Eltern gewesen sein müssen, die einem Kind nicht bessere Manieren beigebracht haben.

  10. "sie wissen wie es geht"
    nach Volker Pispers

    wenn statt Investitionen in Bildungsinfrastruktur und Qualifikation der Bildungsarbeiter (in ausreichender Menge) der der Bildung zugedachte Teil der gesellschaftlichen Wertschöpfung in die krebsartige, administrative, theoretisierende Bildungsindustrie und Bildungspolitik umgelenkt wird. ist das Endergebnis auch ohne Grundschulabschluss vorhersehbar.

    Kein Wunder, dass der staatliche Schulzwang auffälliger wird, nachdem die jahtzehntelange Ressourcenfehlallokation nicht mehr durch operative Sofortmassnahmen verschleierbar ist.

    • Titel eingeben
      Das eine schlosse ja das andere nicht aus, es wird halt generell zu wenig Geld in die Bildung gesteckt.

  11. Gerlinde Unverzagt, Lehrerhasserbuch?
    Gerlinde Unverzagts „Lehrerhasserbuch“ entstand ja auch in Berlin. Die Autorin war alleinstehende Mutter (freiberufliche Autorin) mit vier schulpflichtigen Kindern.

    • hier geht es weder um die Lehrer, noch um die Schule
      Lehrer und Schule sind in unserem Fall nicht das Problem, die sind ganz prima!

  12. Verkauft die Kinder, uns fehlt das Geld
    Bravo Frau Rönicke, nicht jeder bemerkt was um ihn herum vorgeht, das scheint bei Ihnen anders zu sein.
    So lange in Deutschland die Betreuung und Bildung ein „Finanzproblem“ ist wird sich nichts ändern, total egal wer an der Macht ist und über das Geld bestimmt, umdenken muss sehr schwer sein.
    Aber ist nicht jeder selber für seine ganz persönliche Situation verantwortlich? Ist es nicht so, dass Berlin auch Bereiche des Lebens ganz ausgezeichnet bedient? Es muss ja einen Grund geben warum Sie in Berlin leben, Bildung und Betreuung wird es wahrscheinlich nicht sein. Denken Sie doch mal darüber nach, vielleicht ändert sich ja etwas in der Auffassung und vielleicht gibt es dann auch umsetzbare Vorschläge, wie wir unseren Kindern helfen können, Ihr Beitrag ist doch gut dazu geeignet darüber eine Diskussion zu beginnen, die vielleicht zu einer Veränderung im Sinne unserer Kinder beiträgt.

  13. Wenn eine Schule schon Sozialarbeiter benötigt, dann ist doch das Kind....
    … schon längst in den Brunnen gefallen. Im übrigen halte ich nichts davon, Kinder zu politisieren. Eine Forderung wird nicht richtiger oder falscher, weil sie aus dem Kindesmund kommen würde. Schließlich halte ich es für bedenklich ein schönes Kinderfest in eine primitive Polit-Demo zu verwandeln. Ich habe selbst drei Kinder und wir sind extra für die Kinder umgezogen, um auch eine vernünftige Schulbildung sicher zu stellen. Mir wäre es nie eingefallen, in ein Ballungszentrum zu ziehen oder zu bleiben. Ich stelle mir hier konkret die Frage, ob die Wertigkeit der Kinder unterhalb der Wertigkeit der politischen Rechthaberei liegt…

    • in Finnland...
      PISA-Gewinnerland, ist es mehr als ueblich, an Schulen sowohl Schulsozialarbeiter als auch Pszchologen zu haben. Das ist default. Und ich haette mir das auch fuer BaWue gewuenscht, ehrlich… dann waeren manche weniger privilegierte vielleicht nicht so abgesoffen… ueber das Schulsystem in BaWue kann man eigentlich gesondert noch einmal schreiben… die guten PISA-Ergebnisse kommen va durch eine starke soziale Selektion. Not sure, if win…

  14. Ach diese Lehrer! Ach diese Kinder!
    Spricht der Lehrer: „Sag’ mir. Fritze,
    Wo sitzt dir die Nasenspitze?
    Sitzt die Nase ins Gesicht,
    Oder im Gesicht, du Wicht?“
    Fritz erwidert: „Ins Gesicht.“ –
    „Nein, da sitzt sie eben nicht!“
    Weiter nun der Lehrer fragt:
    „Wenn im Wald ein Zweig dich schlägt.
    Wohin schlägt er dich wohl dann —
    Ins oder im Gesicht, sag’ an?“

    Ins Gesicht, denkt Fritz, war schlecht.
    Dann ist „Im Gesichte“ recht. —
    „Wieder falsch! Wo sitzt die Nase?“
    Schreit der Lehrer in Ekstase.
    Fritz bleibt still vor Angst und Bangen,
    Und der Lehrer brüllt: „Ihr Rangen.
    Kann mir keiner von euch sagen,

    Wo er seine Nas’ tut tragen?“ – –
    Erst ein Schweigen ringsumher,
    Dann ertönt’s: „Ich weeß, Herr Lehr’r!“ –
    „So, du weißt’s? Nun, wo denn. Paul?“
    Der erwidert: „Übersch Maul!“

    Demetrius Schrutz, 1895

  15. Rückfahrkarte in die Provinz
    Die Einführung des Bachelor-Studiums ist nicht das Verschulden Berlins, die Umstellung erfolgte bundesweit. Das ewige Berlin-Bashing ist destruktiv, wer lieber Weckle und Spätzle im Original essen möchte, sollte besser wieder in die kuschelige Provinz zurück. Vielen Berlinern, die im übrigen erfolgreich eine Schule besucht, studiert und gar promoviert haben, gefallen die meckernden Schwaben so gar nicht. Keiner hat sie gerufen,

  16. Keine Experimente?
    Im Hauptstadtslum versagt also das staatliche Bildungssystem, wegen kein Geld. Ich dachte immer, die Leute zögen massenhaft dorthin, weil die Wohnungen günstig sind oder es zumindest waren und um mit dem Leben zu experimentieren und weil man in Berlin, anders als sonst in Deutschland einen städtischen Binnenmarkt gibt, auf dem auch Leute ohne viel Geld, all die Gesellschaftskünstler etwa, wertvolle Dienstleistungen nachfragen können. Also Bildung z.B. Helmut Weiß deutet das schon an, wird dann aber sofort wieder niedergemacht von einem politisch korrekten Sozialdemokraten, der sich an dem Wort „Auswilderungsexperiment“ aufgeilt, dass Herr Weiß verwendet hat. Da ist ja so einfach, dass man schon fast geneigt ist, zu trollen.

    Freilich gibt es im 21-ten Jahrhundert nicht mehr nur den Markt und den Staat, mit seiner ewig gleichen, scheintoten Dialektik, sondern auch noch den digitalen Sozialismus, für die der Markt schon zu ineffizient ist: zu hohe Transaktionskosten, zu geringe Transparenz und man kennt die Leute nicht, die Entscheidungen treffen. Alles verschwindet hinter Corporate Identities. Warum also sollte man diesen Masken noch vertrauen?

    Der Markt bildet dann weitgehend einen Zusatz. Bildung gibt es bei Coursera kostenlos, nur wer dann auch noch einen Nachweis will, ein Zertifikat, den Beweis von Leistung und die Anerkennung der bürgerlichen Gesellschaft, der muss tief in den Geldbeutel greifen. Das ist noch kein Modell für Kinder und Jugendliche, aber wir sind ja immer noch im kreativen Berlin und nicht im bürgerlichen München.

    Das gewöhnliche Leben ist ohne brauchbare Pauschalangebote sehr viel anstrengender, was ein Nachteil ist. Das kann man ohne weiteres zugeben. Man muss auch sorgsamer auf seinen Status achten und intensiver an der Status-Ökonomie teilnehmen, als wenn man quasi automatisch durchgereicht wird, sobald man ordentlich, pünktlich und fleißig, jeden Punkt aufsammelt, den einem die institutionelle Bürokratie hinlegt. Es gibt dann eine Gesellschaft und nicht bloß dessen staatliches Surrogat. Wenn dann der staatliche Anbieter auch noch versagt, müsste man ihm eigentlich erst recht das Geld entziehen, schließlich benötigt man dies für anderes, z.B. um den Kindern Bildung zu ermöglichen. Stattdessen wird nun für ein sterbendes System demonstriert. Man wählt den Tod statt das Leben.

  17. Wird die Schule in diesem Land, besonders natürlich auch in Berlin, nicht überbewertet ?
    Obwohl ich das beste Abitur an „meiner Schule“ im entsprechenden Jahr machte, habe ich kaum eine Erinnerung an meine Schulzeit, und das was da gelegentlich aufblitzt, ist eigentlich immer schlecht. Es gibt Mitschüler, die konnte ich bei dem letzten Klassentreffen, das ich besuchte, nicht einmal zuordnen.

    Ob mich diese Zeit als Mensch geprägt hat, glaube ich nicht. Eher glaube ich, dass für mich meine Zeit an der Universität, die ich damals trotz aller Mängel wg. des allgemeinen „Nachkriegsmangels“ („hier hilft der Marshallplan“, stand im Experimentalsaal des chemischen Instituts) als mich positiv prägende Institution in Erinnerung habe, eine glückliche und prägende Zeit war. Meine Universitätsstadt liegt heute nicht sehr weit von meinem Wohnort entfernt und ich fahre immer noch gerne und häufig dort hin, wenn auch im wesentlichen zum Einkaufen und Herumlaufen. In die Stadt meiner Schule, die auch nicht weit weg ist, komme ich eher nur sehr gelegentlich aus rein beruflichen Gründen. Der vorgenannte „Nachkriegsmangel“ zog sich übrigens aus meiner Sicht bis in die siebziger Jahre hin, als ich schon längst auch mein Staatsexamen hinter mir hatte, ein Gesichtspunkt, der auch gerne verdrängt wird.

    In Bayern kommt natürlich bezüglich der Schulzeit die totale Allmacht der Pauker hinzu, die irgendwo weit oberhalb des „lieben Gotts“ stehen und dementsprechend willkürlich und wohl auch bewusst ungerecht handeln, ohne jemals Sanktionen fürchten zu müssen.

    Aus meiner Zeit in Berlin kenne ich den ganzen dummen Unfug, wie im Artikel beschrieben, der um die Schule, sogar schon für die Kleinen getrieben wurde. Ich kenne Leute, die ihr Kind dort nicht einmal in der Grundschule in eine normal öffentliche Schule gaben, weil sie das „Umfeld“ störte. Hernach kenne ich das abendlange Philosophieren, welches denn nun das beste Gymnasium der Stadt sei. Ein Name, der Nichtberlinern gar nichts sagt, tauchte dabei häufig auf.

    Kürzlich erhielt ich von unserem „Klassensprecher auf Lebenszeit“ ein eigenartiges Schreiben mit der Ankündigung des 50-jährigen Abiturs + zugehöriger „Feier“ und der Aufforderung Terminvorschläge zu machen. Ich bin wohl auf zwei Klassentreffen, die Jahrzehnte zurückliegen, jeweils für einen Teil der Zeit erschienen und seither nicht wieder. Diese Festivitäten endeten, wie mir manchmal später berichtet wurde, oft alkoholtoxisch. Nicht deswegen, sondern wegen des wirklich geringen Einflusses, den die Schule auf mich hatte, weiß ich nicht, was eine solche Feier soll, habe das Schreiben wohl in einer tiefenpsychologisch motivierten Handlung verlegt, weil ich ohnehin keine Lust hatte es je zu beantworten. Weshalb ich mich mit Leuten zusammen setzen soll, deren einzige Gemeinsamkeit darin besteht, dass man für einen Zugang zur Universität halt eben ein Abitur braucht und dies an einer höheren Schule (so hieß das früher einmal) erwerben muss, und sonst eigentlich keine weiteren Gemeinsamkeiten, verstehe ich nicht.

    Übrigens schaut die Schule, in der ich mein Abitur machte (die prominenteste Familie des Ortes lies dort alle ihre offsprings zum Abitur gelangen, außer der dann viel später wichtig werdenden Tochter aus 2. Ehe des Familienchefs) noch erheblich besser aus, als die oben abgebildete Schule mit den Bäumen davor. Es handelt sich um ein altes Gebäude mit vorne verzierter Fassade, einer sehr großen Freitreppe und vor der Vorderseite einem respektablen Park. Es war (was da jetzt ist, weiß ich nicht) nur eine sehr partielle Internatsschule, wobei das Internat nur für Mädchen war, die Schule allerdings „gemischt“, wie das damals hieß. Der weit überwiegende Teil der Schüler kam aus der Stadt, an deren Rand das Gebäude liegt. Wenn ich jemals ein Photo gemacht und auch aufbewahrt hätte, würde ich trotz des vorherigen Geschreibsel dieses nun hier hineinstellen. Dass ich keines zur Hand habe, werden Herr Sigmund F. und seine freudlosen Jünger wohl richtig zu interpretieren wissen.

  18. Titel eingeben
    Beim Besuch meines ehemaligen Gymnasiums in RP. bzw. einer dortigen Kleinstadt am Rhein , war ich schockiert. Völlig heruntergekommen! Eine ehemalige Vorzeigeschule.
    Die dazugehörige Stadt ist ebenso untendurch, wie mir Jahre danach Urlaubsbekanntschaften aus der entsprechenden Gegend berichten.
    Wer ist denn Schuld?
    Mein Denken, Fühlen und Bewerten bezgl. Nestwärme und Kindheitserinnerungen entsteht ähnlich, wie das der Autorin.
    Spontan erinnere ich mich an die Geschichte mit dem Huhn, dass den Stall wechselt und in der neuen Hühnergemeinschaft eine ganz andere Position einnimmt.
    Mir ist dabei noch nicht ´mal ganz klar, ob im Berliner Hühnerstall die obere oder untere Stange besetzt wird, -ist auch gar nicht wichtig.
    Wichtig erscheint mir die neu gewonnene Möglichkeit des Vergleichs von Strukturen und die dazugehörende Motivation auf Einflussnahme.
    Das eine o. andere berliner HUhn wird ´sowas stören, den badischen Hühnern im Nachhinein
    schmeicheln u./o. umgekehrt.
    …Ja, was wollte ich eigentlich sagen?…ha, ha ,..aha…hmmmm

  19. Titel eingeben
    Bildung ist für alle da. Bei der Bildung ist es aber wie bei allen anderen Gütern, die Verteilung. Auch hier spielt die Lobby der Standorte die ausschlaggebende Rolle. Die Standorte mit einer selbsternannten Elite und Macht in den Gremien sorgen dafür das Ihre Kinder die besten Voraussetzungen für Bildung erhalten. Chancengleichheit ist nur eine Phrase. Durch Bildung werden die Voraussetzungen geschafft um die sogenannten Eliten an der Macht zu halten. In unseren Bildungseinrichtungen müsste ein Ausgleichssystem eingeführt werden um ein gleichmäßig hohes Niveau einzuführen. In der Politik müssen die Bildungsausgaben am Bedarf orientiert werden und nicht an anderen Haushaltsbedingungen. Das würde aber bedeuten das die Politiker sich nicht von den Lobbiiesten vorschreiben lassen wo die Prioritäten liegen.
    Geld für Schulen ist aber nicht alles was Bildung ausmacht. Es muß das Umfeld der Kinder beachtet werden. Unsere Gesellschaft verroht zunehmend. Es gibt kein Miteinander sondern nur noch Egoismus. Das aber ist ein Produkt der Führungsebene: Alles für mich und nur den Rest für die anderen. Das wird gefördert und gefordert. Egoismus auf allen Ebenen.
    Bildungsgleichheit für alle ist in unserem Lande genauso eine Farce wie Demokratie.
    ALLE MENSCHEN SIND GEICH, NUR EINIGE SIND GLEICHER:

    • Warum alles so ist wie es ist
      Herr Kempen, verglichen mit dem Egoismus und dem Konkurrenzdenken, das man an Orten wie Hong Kong oder Singapur findet, sind die Deutschen Waisenknaben. Südkoreaner konkurrieren sogar, wenn sie in der gleichen Firma, im gleichen Team arbeiten. Sie würden ihnen deswegen aber nicht ohne weiteres Verrohung vorwerfen.

      Man muss nach tieferen Ursachen suchen und da braucht man gar nicht so weit gucken. Nehmen sie die behütete Mittelstandswelt, aus der Frau Rönnicke in Berlin gefallen ist. Diese Welt ist ein eher sanfter, fast idealer Ort und all das klingt ja auch noch nach in der persönlichen Art sich auszudrücken, reflexiv auf das Leben Bezug zu nehmen und den Kindern und nicht nur den eigenen, die emotionalen Best Moments der eigenen Kindheit weiterzugeben. Das genaue Gegenteil dieses hässlichen, oft rassistischen Spießbürgertums, dass sich die Deutschen stets selbst vorwerfen d.h. die Gefahr, die sie für sich selbst in ihrem verzerrten Spiegelbild erkennen. Dennoch gibt es darin oder an dessen Rand beruflichen Frust und Misserfolg, Dauerabeitslosigkeit, Dropouts, gescheiterte Ausländerintegration, Armut, Alkoholismus usw. Das ist für sich genommen noch nichts Ungewöhnliches, wo in der Welt gibt es schließlich keine Artmut oder Drogenprobleme? Nur liegt die einfachste Weise, beidem zu entkommen eben genau darin, die Ärmel hochzukrempeln, Disziplin und Konkurrenzdenken in dem Stil zu entwickeln, den wir jetzt bei den Asiaten beobachten und der uns zutiefst unheimlich ist, wie etwas aus einer gerade glücklich verlassenen Vergangenheit, die wir nun für barbarisch und rückschrittlich halten und in die wir selbst nicht zurückkehren wollen.

      Es gibt nicht nur einen Klassenkampf von Oben, das zentrale Thema des Stützenblogs, sondern auch einen der Mitte und in beiden Fällen geht es ohne Zweifel auch um Werte, nicht nur materielle, die es lohnt, zu verteidigen. Kurz, es geht nicht so sehr um Chancengleichheit vor dem großen Rennen, sondern darum, das Rennen selbst unsichtbar zu machen, nicht durch Wettbewerb infiziert zu sein, ein reines, sozialdemokratisches Herz beim Rennen zu behalten und den Kapitalismus aus ganzer Seele zu hassen, während man auf die Annehmlichkeiten eines gut bezahlten Jobs nicht verzichten will.

      Man arbeitet im Kapitalismus, denkt und fühlt aber sozialistisch, universalistisch. Das funktioniert deswegen so gut, weil wir eine Beamten-, Arbeiter- und Angestelltenmentalität haben, d.h. es wird aktives, wirtschaftliches Handeln i.w. darauf beschränkt ein Gehalt auszuhandeln. Bei Beamten noch nicht einmal das. Sonst bleibt wirtschaftliches Handeln passiv, wie das glückliche Gerede darüber zeigt, wieder ein Schnäppchen gemacht zu haben oder Heizkosten erstattet zu bekommen, fast so als hätte man da etwas ausgehandelt. „Geiz ist geil“, das genau diese Mentalität abbildet, wird als weit obszöner empfunden, denn nacktes Fleisch. In jedem Falle geht es um niedere Instinkte, aber die einen findet man nun ganz natürlich und Prüderie gehört therapiert, für die anderen schämt man sich.

      Dazu passt auch, dass man Kaufleute für eine Elite hält, die so eine Art Inzucht betreiben oder für eine Bande von Hallodries und Verbrechern, die es unrechtmäig allzu weit gebracht haben, für zockende Psychopathen usw. Vermutlich stimmt das auch alles, nur wird dann lautstark darüber geklagt, nicht zu dieser Elite zu gehören und keine Chancen darauf zu haben.

    • Titel eingeben
      Klassenkampf von Oben und von der Mitte sind tatsächlich unterschiedlich, das eine ist der Ausbau von Privilegien, das andere das Gefühl, dass einem die Privilegien von Oben und Unten genommen werden. Die eine bekommen es zugewiesen und die anderen nehmen es. Das ist der Zweifrontenkrieg der Mittelschicht, in dem dann Parteien wie die AfD, Schill, Berlusconi oder die Front National entstehen. Zeichen der Hilflosigkeit, weil diese Parteienj dann natürlich auch nicht mehr Interesse zeigen, den Leuten zu helfen. Folgerichtig neigen sie dann auch dazu, Elite allein über geld zu definieren, was Oben nur einen Teil des Selbstverständnisses ausmacht. Lustigerweise rennt dann die Mittelschicht am Tegernsee in die Sternelokale und wer dort wohnt, hat gar keine Lust auf den Stress.

    • Gerechtigkeitsfragen
      Da der Rechtspopulismus offen an das Konkurrenzdenken und an die Abgrenzung nach Unten, zu Ausländern oder Muslimen hin appeliert, ist er aber besonders bei der Unterschicht beliebt. Die linksliberale Mitte hingegen zensiert die Konkurrenz selbst. Sie will nicht, das sie überhaupt existiert. Insofern transformiert sie jeden Angriff auf die Oberschicht in Gerechtigkeitsfragen. Wenn sie sich selbst angreift, geht es um Proporz und Benachteiligungen und die Unterschicht darf eben nicht in animalisches, Testosteron getriebenes, psychopathisches Konkurrenzdenken zurückfallen, hässliche Worte benutzen usw.

      Man kann sie durchaus für diese Anstrengung loben, es zu vermeiden dem K-Wort etwas Positives abzugewinnen und alles in zivilisiertere, friedlichere Codes zu übersetzen. Sobald sich die Leute dann aber wundern, das nicht überall fair und gleich gespielt wird, das beim Geld die Liebe aufhört, dann kann man schon einmal auf die diversen Verschiebungen und Verdrängungen aufmerksam machen, finde ich.

    • Nach oben schielen...
      Es gibt bestimmt einige, die in die Sternelokale gehen, weil sie das Essen genießen wollen. Aber es wird auch einige geben, die dorthin gehen, weil sie sich dann gleich „wie die Oberen fühlen“. Es gibt, auch bei den Stützen, im Normalfall immer jemanden, der noch reicher ist, der noch mehr Einfluss hat. Und an denen orientieren sich viele, auch innerhalb der oberen Kreise. Von daher ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Mittelklasse an dem orientiert von dem sie annimmt, dass es für die obere Klasse stehen würde. Jede Klasse guckt nach oben, auch innerhalb der Klassen gibt es diese Blickrichtung.

  20. Mag sein,
    dass man im digitalen Sozialismus die Transaktionskosten minimieren kann, dafür
    explodieren die Investitionskosten.
    Und für die will keiner gerade stehen, wenn man von der NSA mal absieht.

    • Die Frage ist...
      …auch wenn die ‚Jungen‘ die Segnungen des digitalen Sozialismus begeistert
      nutzen, sind sie in der Lage die finanziellen Lasten zu tragen.

      Dagegen nimmt sich das ‚Rentenfinanzierungsproblem‘ doch sehr bescheiden aus.
      Die Ü70 und ihre Follower werden sich warm anziehen müssen.

    • Der NSA dankbar sein
      Der Verweis auf die NSA ist ein Ausweichmanöver, damit die bürgerliche Seele von all dem in Ruhe gelassen werden kann, damit sie in der Distanz wieder zu sich selbst findet. Ich würde gerne den ersten sehen, der deswegen auch sein Verhalten geändert hat. Es ändern sich die Befindlichkeiten, der Diskurs, der nicht auskommen kann ohne den Hinweis auf Gefahren, Risiken und Nebenwirkungen. Lob den Warnern und Mahnen und den Bedächtigen. Insofern würde ich auch die „German Angst“ nicht allzu ernst nehmen. Es ist ein „Bewusstsein“, was sich bildet, wie man in den 70er Jahren sagte. Man kann der NSA auch ruhig mal dafür danken.

    • Nicht man der NSA danken...
      …man muss.

      Das beantwortet leider nicht die Frage: wer trägt die Kosten, wenn das Anfüttern mit
      kostenlos Angeboten vorbei ist und die Daten eingesammelt.

    • Sorry
      Es sollte heißen, nicht man kann der NSA danken.

      Nochmal Sorry, mich treiben die Kosten für diese schöne neue Welt um.
      Sie scheinen auch nicht durch Fiat-Money lösbar. Auch dieses System ist
      Auf Akzeptanz angewiesen und muss sich Regeln geben, die umso akribischer
      eingehalten werden müssen, je virtueller es ist.

    • Was ich mir nicht vorstellen kann...
      … dass die USA bereit und in der Lage ist sich an vereinbarte Regeln akribisch zu halten.

      Bleibt nur die Option der Hegemonie, die nach eigenen Gutdünken Regeln formuliert
      und die Einhaltung von Anderen nicht nur fordert, sondern auch die Durchsetzung
      erzwingt.
      Das kann bei Nicht-US-Bürgern schon zu Befindlichkeitsstörungen führen und
      rechtfertigt nicht nur jede German-Angst.

    • Zahltag
      Ah, ich sehe das Missverständnis. Meine Schuld! Ja, ihre und meine Daten und kostenlose Dienste usw. Ja, das alles hat wenig mit dem zu tun, worauf ich hinaus wollte.

      Der Computer-Benutzer gehört einfach zur Umwelt des IT-Systems, wie auch die Ökonomie. Die Hypothese ist die, dass Informationstechnologie ein selbstreflexives, gesellschaftliches Subsystem bildet, das alle anderen, vor ihm entstanden Subsysteme „irritiert“. Allem voran natürlich die Wirtschaft, aber auch die Medien, die Erziehung, die Kunst, das Recht usw. Das ist kein Schluckauf, der schon wieder vorübergeht und es wird auch nicht durch Produzenten-Konsumenten Beziehungen bestimmt. In jedem dieser Subsysteme gibt es auch einige wenige es definierende Institutionen. Für das Recht sind es die Gerichte, für die Politik die Parlamente, für die Wirtschaft die Unternehmen, für die Erziehung die Schulen, für die Kunst die Museen und Galerien, für die Wissenschaft die Universitäten und für das IT-System, sind es das Internet und Open Source. Das ist keine offensichtliche Aussage, v.a. wenn man die Geschichte überblickt, aber wenn man eine Weile darüber nachdenkt, gibt es keinen anderen Fixpunkt, auf den die systemische Differenzierung zuläuft.

      Man kann auf all diese Irritationen defensiv reagieren, sich bedroht fühlen, ein Bürger mit seinen Befürchtungen über den Zahltag und den Verlust seiner Kultur, aber wenn ich jemand bin, der wenig Geld hat, der in einer Subventions-Metropole wie Berlin lebt, mit diesem kaputten Staat, ohne signifkante Industrie und Aussichten auf eine langfristige Anstellung, ohne gehobenen sozialen Status und Privilegien, dann gilt das letztlich wenig. Dann sind die Hemmungen geringer, sich dem Neuen zu überlassen, so wie es eben ist. Ich glaube, die Frage, die Sie mir stellen und die Schirrmacher auch immer wieder stellt, ist nicht wirklich von Bedeutung, aber ich bin jetzt zu müde das noch weiter auszuführen und ich habe heute schon viel zuviel geschrieben.

    • Das letzte Subsystem, das alle anderen irritiert hat, wären dann die Funkmdeien Radio und
      Fernsehen gewesen?

      Die fragen von Binvonhier und Schirrmacher sind übrigens mitnichten dieselben.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • @ThorHa
      …danke…

      Ist wohl etwas unromantisch immer zuerst zu fragen: Wer zahlt…und Wer putzt…

    • Massenmedien
      Ja, die Massenmedien. Es ist allerdings schwierig hier heute noch den Fokus anzugeben. Ich glaube nicht, das Fernsehen, Radio, Journalismus usw. verschwinden werden, aber es ist auch schwierig, sie von dem zu unterscheiden, was irgendein Typ auf Youtube einstellt. Was sind Nachrichten und was sind keine?

    • Inzwischen vor allem Auflösungstendenzen, weil es vieles gibt, was wichtiger ist 8und was wichtig ist, glauben viele auch so mitzubekommen). Wenn ich heute ein Medium mit Zukunft kaufen müsste, dann würde ich Fefes Blog nehmen.

    • @ dreamtimer
      Vielen Dank für die, für mich aufschlussreiche Ist-Beschreibung.
      Wenn Sie eine Anmerkung gestatten, wo eine IST-Beschreibung ist auch eine
      Zukunftsbeschreibung möglich.
      Damit entfällt ein Großteil der Irritation. Um diese aufrecht zu halten, muss man
      entweder schneller werden und/oder Entscheidungen treffen, die nicht mehr
      Nachvollziehbar sind.
      Beides erfordert den ganzen 380Grad 3D Menschen, wenn man nicht über
      Die eigenen Füße stolpern will.
      Nur höchstdotierte Pausenclowns a la Yahoo- Chefin zu installieren, wird nicht
      reichen.

    • Titel eingeben
      Ich sehe da keine Zukunft über Fefes Arbeits- oder vielleicht auch Lebenszeit hinaus. Das lebt einzig von dieser Person, da ist keine „Nachfolgeregelung“ in Sicht, die funktionieren könnte.
      Es ist damit so ähnlich wie mit Crowdsourcing für einen Dieter Hildebrand-Film – das funktioniert, weil man Dieter Hildebrand kennt. Das ist aber alles nur Unterhalt des Bestehenden, der Mittelalten oder Alten, und nichts wirklich Neues im sinn von „neue Leute machen was anderes“.

  21. hans
    „Vorbereitung von Jugendlichen für die spätere Ausbildung“ – dafür gibt es auch einen Ausdruck: „Honk“ (Hauptschüler ohne nennenswerte Kenntnisse). Hauptsache, Millionen für Schläger und Doofe ausgeben, nur die Normalos, die kriegen nix ab. Hurra Deutschland! Früher gab es für jeden Sprachfehler eine Spezial-Sonderschule nebst Ausbildungsexperten, heute wird halt inkludiert. Spart Geld, genauso wie G 8. GSG 9 war gestern. Und, wie wir gerade zwischen den Zeilen lesen, brauchen wir auch eine Vorbereitung von Gymnasial-Abschliessern für das Bachelor-Studium. Komisch, meine (männliche) Generation ging binnen zwei Wochen von der Schule der Nation auf die Hochschule. Null problemo.

  22. Titel eingeben
    „der krieg ist mir aufgezwungen worden“ – oder „wiederkehrende muster unemanzipierter erziehung in emanzipations- also verbesserungsfähigen gesellschaften“ … .
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=jJErO1sUhfg
    .
    für den überbau von gesellschaften im irrtum, im unreflektierten irrtum zumal, war aber ansonsten faktisch noch immer alles geld der welt da.
    .
    clark zeigt in seinem wunderbaren, jungen buch aus diesem jetzt vor allem eines exemplarisch – und daher hoffentlich für möglichst viele pflichtlektüre – nämlich wie die männer in so unterschiedlichen staaten wie frankeich, england, östereich-ungarn, deutschland, italien und sofort von den selben blöden testosteronverblendungen getrieben sein konnnte. stärker werden, für immer gewinnen, den immerwährenden endgültigen sieg und triumpf durch sie selber final und für alle zeiten erreichen. geredet wird hinterher. aus unserer position einsamer stärke, usw., usf. und er zeigt dies anhand von verwalterm., soldaten, politikern, journalisten, geheimdienstlernern, usw. mit deren bewussten und uns heute sichtbaren unterbewussten anteilen, in selbst- u. fremdzeugnissen. bewundernstwert.
    .
    und einmal mehr kommt das von außen, aus der angelsäschssdchen welt, so wie google und co auch. und wir verharren einmal mehr und immer noch in nationalstaatlicher enge und irrtum?
    .
    für die generation @ und die zukunft, dem wunsche und ansprche nach mindestens supra-national, pflichtlektüre, gerne auch vorgelesen (bloß kleine 29h während man auf die kids aufpasste), denn auch erwachsene brauchen erzählung, eben die erzählung vom jetzt und ihnen selbst, zum ausruhen und innehalten vom selber-erzählen u. vorlesen auch.
    .
    http://www.amazon.de/Die-Schlafwandler-Europa-Ersten-Weltkrieg/dp/3837123294/ref=tmm_abk_title_0
    .
    wie die serbischen schweinzüchter für eine schulbuchsteuer stimmten, damit die schweinepreise konstant bleiben konnten, köstlich. bei 85% männlichen analphabeten im serbisch-ländlichen raum vollkommen logisch. ein schelm, wer beim hören evtl. nicht manchmal auch „niederbayern“ dachte, statt serbien. oder „berlin“.
    .
    und attentäter werden immer aufm hasenbergel gefunden. das deren schuld. und ihre schwachen väter dazu. (?)
    .
    http://www.amazon.de/Die-Schlafwandler-Europa-Ersten-Weltkrieg/dp/3837123294/ref=tmm_abk_title_0
    .

  23. Titel eingeben
    kostprobe nach art der teaser, rein zufällige stelle: http://www.youtube.com/watch?v=gGaGim3aYvk&feature=youtu.be

  24. Titel eingeben
    @dreamtimer
    das Huhn ist also ein Kaufmann!

  25. Fast ein Glück
    Dass die Kinder des neuen Jahrtausend keine Baby-Boomer sind.
    Die Gesellschaft kann sich das nicht leisten.

  26. Was ich an der Berliner Schulpolitik nicht verstehe..
    Worauf wartet man eigentlich?
    Schulgebäude werden verkauft, die Schüler in Containern untergebracht…alles von der Hand
    In den Mund…

    In Kommentaren klingt durch, dass die ehemalige renommierte Schule heruntergekommen
    sei wie der ganze Ort. Vermutlich dem demografischen Wandel geschuldet. Davon kann in
    Berlin wie in anderen Stadtstaaten nicht die Rede sein.

    Worauf also wartet man?

    • Titel eingeben
      Im Prinzip „wartet“ „die Berliner Schulpolitik“ darauf, daß „man“ sie bei der Mittelvergabe mal ausreichend bedenkt. Was voraussichtlich am St.-Nimmerleins-Tag stattfindet, denn gebäudesubstanzerhaltende Ausgaben sollen stets „andere“, „Private“ aufbringen, nicht die Stadt, die kein Geld hat, und diese „Anderen“ wollen natürlich ROI sehen und machen dann Wohnungen oder Bürogebäude draus – mit Schulen ist kein Blumentopf zu gewinnen, die werden als Wanderzirkus angesehen (die Privatschulen mieten ihre Gebäude nur, weil sie nie wissen, ob sie im nächsten Jahr noch bestehen). Siehe das aufschlußreiche Bild von Fr. Rönicke aus Friedrichshain. Mit „demographischem Wandel“ hat das alles wenig bis nichts zu tun, eher damit, daß keiner den Bedarf antizipieren und dann auch vorsorgen darf, denn daß sich das „Kinderaufkommen“ in den verschiedenen Kiezen immer mal örtlich etwas verschiebt, ist stadtalltäglich, und das wohl seit Stadtgründung. Wenn man keine kulturrevolutionär chinesische Planwirtschaft will, die den Leuten vorschreibt, in welchem Viertel sie in welchem Lebensalter zu wohnen haben, muß man halt mit Schwankungen im Schüleraufkommen bei den vorhandenen Schulen rechnen.

    • Titel eingeben
      Wobei, so, wie Fr. Rönicke dies durchaus angemessen ironisch am Anfang des Artikels thematisiert, hat das schon mit „demographischem Wandel“ zu tun: Wenn das Schlagwort „demographischer Wandel“ nämlich Ausrede für Beuteverhalten der Alten (im Sinne von aus dem Fortpflanzungsalter raus) wird: „wir sterben eh aus, wir brauchen keinen Kindern was hinterlassen“.

    • Das klingt sehr nach...
      …verraten und verkauft.
      Kenne mich in Berlin nicht aus, hielt deshalb die Bewohner für Leute, die sich
      wehren können.
      Dass auch im Schulwesen zu viele kreative Wolkenschieber unterwegs sind,
      die sich gegenseitig im Weg stehen.
      Aber wenn man auch in der Schulverwaltung nur auf das Geld starrt, wie das
      Kaninchen auf die Schlange…

    • Frau Rönicke lässt sich von einem besseren Ort aus entschuldigen, und zwar einem, an dem wohl jeder jetzt gerne wäre… Süden.

      Würde aber auch cum grano salis lesen.

    • Sind schon Weihnachtsferien in Berlin?
      …oder gehen die Kinder jetzt in Sizilien zur Schule?

    • Titel eingeben
      Naja, wehren, das ist nicht so leicht, denn es geht ja nie wie in Kleinstädten um _die eine Schule_, an der jetzt Eltern dies und das meinen oder durchsetzen wollen, sondern stets auch um die Auswirkungen auf andere Schulen (bekommt die eine einen Sozialarbeiter, fehlt er anderswo oder andere wollen auch, und das ist dann vom Budget her nicht drin), und das bremst jedwede Durchsetzungsfähigkeit doch merklich aus.
      Es gibt auch einen Haufen Privatschulen, auch konfessionelle Schulen usw. usf., weiß allerdings nicht, ob die schon ab Grundschule anfangen.

    • Es soll schon mal Leute gegeben haben, die Dienstreisen machten, Vorträge hielten oder Seminare veranstalteten. Ich kann mir das zwar nicht vorstellen, weil Arbeit, aber andere sind da anders.

    • Die Privatschulen sind halt nicht ganz billig, und obwohl sich dieses Blog ja gerne über Klassenunterschiede erfreut, ao würde ich meinen Kindern so etwas nie nie nie antun. Bei uns war das immer nur ein Zeichen des Versagens der Eltern bei der Erziehung. In Berlin ist das natürlich anders, aber dennoch: Undenkbar.

    • Bis zum St. Nimmerleinstag auf
      Ausreichend Geld für Schulen zu warten, ist auf jeden Fall kein
      Zukunftsträchtiges Konzept.
      Mir erscheinen die Verhältnisse eher was mit konzeptioneller Lähmung zu
      tun zu haben und dem Glauben, als Metropole sich durch Zuwanderung zu
      reproduzieren.
      Eine Hoffnung, die sich nicht nur für Metropolen nie erfüllt und wie man seit
      Der letzten Bevölkerungszählung weiß, sich auch nicht in Berlin erfüllt hat.

      Da wird auf „Auswilderung“‚zu setzen, zum Schenkelklopfer.

    • Bei uns ...
      Bei uns kamen andere Kinder immer dann auf die Privatschule, wenn sie zu dumm oder sozial zu ungeschickt für die normale Schule waren. Unser feixendes Mitleid war ihnen sicher.

    • Das war bei uns auch so. Vor allem die Prügler aus besseren Kreisen, die einen erkennbaren Hau hatten. Nichts für anständige Leute.

    • Titel eingeben
      Was Container angeht, die mußten die Schüler an dem 70er-Jahre-Gymnasium im tiefsten BaWü vor einiger Zeit auch ertragen, das ist nichts berlinspezifisches.

    • Von der Besitzstandwahrung des sozialen Kapitals
      Es stand schon vor gut 5 Jahren im Kursbuch (nicht dem der DB AG, damals im ZEiT-Verlag) zu lesen.
      .
      Schon damals war die frage bei den links-grün-liberalen (jede andere Kombination passt auch) Berliner Bildungsbürgern nicht mehr, staatliche oder private schule, sondern nur noch, welche private Schule. Staatlich war schon damals abgehakt. Soviel zum Erbe der 68-er.
      Ach so, konfessionellen Schulen in katholischer Ausführung, soll schon damals der Ruf angehangen haben, eher wenig türkischstämmige Schüler zu beschulen, Verzeihung, für ein sprachlich homogenes Umfeld Sorge zu tragen.
      Was das Schulgeld angeht,in der sächsischen Provinz ist es so, dass das Schulgeld für die konfessionelle Schule am Ort auch nicht viel teurer ist, als das Fahrgeld zur staatlichen Veranstaltung anderenorts.
      .
      Wer aber ist der Semantikkönig, der es geschafft hat, für den Vorgang der Zurichtung der zu beschulenden Jugend für die Belange von Industrie und Handwerk den hierzulande fast schon geheiligten Begriff der Bildung zu substituieren? Und wer alles ist nicht auf diese semantische Volte hereingefallen? Hier liegt der Fehler, wie auch sonst, wenn eine Sache nicht beim richtigen Namen genannt wird.

  27. Noch einmal zum Thema "Auswilderungsexperiment"
    Der letzte Zensus hat ergeben, daß in Berlin ein Viertel der Bevölkerung einen Hochschulabschluß vorweisen kann, der höchste Wert in Deutschland, weit vor dem vergleichbaren Stadtstaat Hamburg. Auch die Quote der Hartz IV Empfänger (ca. 16%) stellt einen Höchstwert dar. Daß es zwischen beiden Zahlen einen Zusammenhang geben könnte, ist anzunehmen. Die vielen Ministerien, städtischen Behörden und sonstigen bundesdeutschen Verfassungsorgane, die unzähligen Hochschulen, parteinahen Stiftungen und Interessenvertretungen haben natürlich eine große Anziehungskraft für jene Sozialwissenschaftler, westdeutsche „höhere Töchter und Söhne“, die man gemeinhin anderswo „Schwemme“ nennt, die aber in Berlin gute Chancen haben, wenigstens ein prekäres Arbeitsverhältnis zu ergattern.

    Berücksichtigt man ferner, daß Berlin nicht ausreichend für die Hauptstadtlasten entschädigt wird, noch andere Soziallasten reichlich zu tragen hat, seinen Haushalt durch rigoroses Sparen ausgeglichen hat, muß man eben hinnehmen, daß die Berliner Infrastruktur zur Zeit verrottet.

    Es ist ziemlich heuchlerisch, die Regierung Merkel dafür verantwortlich zu machen, wenn doch hier und anderswo unterschwellig nur das platte Vorurteil bedient wird, nämlich daß Berlin keine Hilfe verdiene, weil alle Einwohner dumm, faul und ungebildet seien und ihr Elend selbst verschuldet hätten.

    Man komme mir nicht mit dem Flughafen BER, der beweisen würde, daß die Berliner nicht mit Geld umgehen können. Es ist eigentlich ein Bundesprojekt, das von einem Hamburger Architektenbüro versemmelt wurde. Daß eine Handvoll Beamte ein solches Riesenpojekt
    nicht „beaufsichtigen“ kann, dürfte jedem Londoner klar sein. Wer das britische Bauwesen kennt, weiß auch, warum der Olympiapark rechtzeitig und im Kostenrahmen fertig wurde.

    Glücklicherweise sind die Brandenburger und ihre z.Zt. wenig beliebten Verwandten, die Berliner „Bouletten“, lupenreine Stoiker und haben bisher alle Zeitläufte glücklich überstanden.

  28. M.E.
    Kann man die aufgetretenen Probleme nicht mehr mit “ Mehr Geld“ überpinseln.
    Das geht in relativ geschlossenen Veranstaltungenv wie die Autorin, das für die
    Berliner Abgeordneten und Senatoren beschreibt.
    Das lässt sich nicht auf Verhältnisse übertragen, von denen erwartet wird, dass sie
    Nach allen Seiten „offen“ sein sollen.

    • Titel eingeben
      Naja, das Konzept sieht im wesentlichen so aus, daß es eine Grundschule (in Berlin traditionell bis zur 6. Klasse, was im Süden nie so war, da wurde stets in der 4. verteilt) gibt, und danach die Wahl zwischen „Stadtteilschule“ (Art Realschule, manche mit Gymnasialzweig) und Gymnasium. Selbstredend haben die Schulen dann auch jeweils ein besonderes „Profil“, um die Wahl nicht so einfach zu machen. Jedenfalls gibt es nach der Grundschule nur 2 Zweige, die letzten Hauptschüler gingen vor 1, 2 Jahren ab, die Hauptschule wurde abgeschafft, weil die Absolventen nicht mehr unterkamen. Vor 2, 3 Jahren wurden Mensen an den Schulen gebaut; dies ist jetzt auch in BaWü der Fall.

  29. OT
    Zur Zeit kann man sich nicht beklagen.
    Eine Offenbarung folgt der anderen.

    Schön die Grenzen der Aufmerksamkeitsökonomie präsentiert zu bekommen.
    Die SPD beherrscht die mediale Agenda. Nur schlägt sich das weder in Zustimmung seitens
    Der eigenen Basis noch der Wähler nieder.

  30. Titel eingeben
    Wenn den Berliner Nudelhipstern ihr Multikulti-Inklusionswolkenschloss vor die Füße fällt, ist das nur gerecht. Da gab es auch letztens einen schönen Artikel in der Zeit über eine Schule in Neukölln: „Für manch eine Mutter ist es schon schwer genug auszuhalten, wenn ihr sechsjähriges Kind mittags nach Hause kommt und „du Hure“ sagt. Wenn aber der Unterricht nicht stattfinden kann, weil Kinder kein Wort Deutsch sprechen, wenn Kinder im Unterricht überhaupt nicht mehr mitkommen, weil sich zu Hause niemand um ihre Hausaufgaben kümmert oder darum, wann sie ins Bett gehen, wenn Kinder aggressiv oder gar gewalttätig sind, weil sie es nicht anders kennen aus ihrer Familie, dann ist die Schmerzgrenze besorgter Eltern meistens erreicht – und der klassische Konflikt perfekt.“

    • Führt zur Etmischung der Schichten über das Abstimmungsverhalten mit den Füssen.
      Individuelle verständlich und nachvollziehbar. Und natürlich genau das, was eine Gesellschaft mit ohnehin immer schwächer werdenden Bindungskräften unbedingt braucht.

      Manchmal fragt man sich wirklich, ob die Sozis mit ihrer irren Bildungspolitik in Deutschland unbedingt die Privatschulen für Besserverdienende fest etablieren wollen … Praktisch tun sie das jedenfalls.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ich wäre total dafür
      Dass die Bundeswehr die Schulen übernimmt.
      Kein Spaß !
      Wer sonst kennt sich mit Kasernierung und Inklusion so gut aus.

    • Irre Bildungspolitik der SPD?
      Als in Berlin vor etwa 4 Jahrzehnten die Gesamtschulen mit einem ausgedehnten polytechnischen Bereich und mit fachübergreifendem Projektunterricht eingeführt wurden, bei gleichzeitiger Modernisierung der angestaubten Curricula und Schaffung unterschiedlicher und durchlässiger Leistungsniveaus, war die Begeisterung bei Lehrern, Eltern und Schülern groß. Und was ist daraus geworden? Die KMK hat alles glattgebügelt („Vergleichbarkeit der Abschlüsse nicht gewährleistet“), die Lehrer wurden alt und resignierten, die Eltern genossen das Leben, die Schüler fummeln lieber an Smartphones und Spielkonsolen herum. Sprachunkundige Zuwandererkinder und geringes Ansehen weiblicher Lehrkräfte in dieser Gruppe erschwerten den Unterricht immer mehr. Inzwischen gibt es in allen Teilen Deutschlands Schulen, in denen gar nichts mehr funktioniert. Da ist nun der Vorwurf der „irren Bildungspolitik“ wenig hilfreich.

    • Vermutlich schon...
      In NRW wurden die Gesamtschulen zu einem ähnlichen Zeitpunkt eingeführt (war SPD-Stammland) und es brauchte keine 4 Jahrzehnte, um die Ergebnisse zu sehen: Trotz weit überdurchschnittlicher Ausstattung mit Lehrern, Räumen und Material wollte sich das erhoffte Niveau einfach nicht einstellen.
      Da das Düsseldorfer KuMi aber davon überzeugt war, daß das nicht so sein könne, wie es aussah, wurde eifrig weitergemacht…

    • Nudelhipster haben eher keine Kinder...
      Wenn sich das so entwickelt hat folgt daraus bloß dass Schule unter diesen Bedingungen wesentliche Erziehungsaufgaben übernehmen muss, weil die Eltern das nicht können. D.h. Ganztagsschule. Die darf nicht einfach die Verlängerung der Vormittagsschule in den Nachmittag hinein sein. Dafür braucht man schon ein eigenes Konzept – und auch z.T. eigenes Personal. Es will also bezahlt sein.
      Wer ist dafür verantwortlich, dass in diesem Land die großen Vermögen wachsen, aber immer weniger zum Gemeinwesen beitragen? Die Nudelhipster? Oder eher die „Tegernseer“? Oder die ominösen Mittelschichtler, die so laut nach unten trampeln?

    • Eben!
      Und nun soll „mehr Geld“ die Lösung sein.

    • OT
      Wurde das eigentlich mal erforscht – diese immer wiederkehrende Sehnsucht nach den
      „Edlen Wilden“, die so eine große Bereicherung für unsere Zivilation sind und unsere
      auch individuellen Mängel ganz sicher beheben können, wenn man ihnen nur freundliche
      Aufnahme gewährt?
      So eine Art Zinksalbe für alle Wehwehchen.

    • Ja
      Kennt man aus dem Gartenbau: Trägt die Krone von Obstbäumen Früchte nicht mehr so wie gewünscht, wird sie (auch teilweise möglich!) durch neue Reiser ähnlicher aber anderer Sorten ersetzt/ergänzt – Aufpfropfen nennt man so etwas. Klappt prima!

    • Titel eingeben
      Dysfunktionale Familie kosten den Staat bereits 10000 Euro pro Monat. Es gibt Probleme, die können nicht per Geld zugekleistert werden.

      @E.R.Binvonhier OT
      Ich finde das Zitat passend:
      “Das eigentliche Problem des Liberalismus ist, daß eine liberale Praxis nur möglich ist, wenn gewisse Traditionsbestände an Gewohnheiten und tief eingerasteten Sitten noch vorhanden sind, mit deren Hilfe die Gesellschaft ihre Schwierigkeiten meistert. Salopp gesprochen: sechs konservative Jahrhunderte erlauben es zwei Generationen, liberal zu sein, ohne Unfug anzurichten. Sind aber jene Bestände in der permissiven Gesellschaft einmal aufgezehrt, so werden die bestgemeinten liberalen Parolen zu Feuerlunten.”

    • @Frauke Angelin
      Glaub ich sofort. Braucht man dafür aber nicht einige Fachkenntnisse und
      Fingerspitzengefühl?
      Oder genügt es den heimischen Obstbäumen einfach LKW-Ladungen neuer
      Reiser samt Stämmen vor den Latz zu knallen.

    • Titel eingeben
      Wenn der Stamm hin ist, klappt das nicht mehr prima.
      Ein richtiger Apfelbaum wird aus einem Apfelkern großgezogen, und nicht gepfropft.

    • Titel eingeben
      Den Literaturgeschichtlern ist es jedenfalls ein Topos. Wobei das mit dem Mängel beheben eher nicht klappt, das gehört zu den sinnlosen Hoffnungen und Vorschußlorbeeren, aber der Blick von außen ist manchmal anregend, sich darüber klar zu werden, was man eigentlich tut.

    • Man braucht
      anfangs erstmal jede Menge Versuchsobjekte, die diese Versuche nicht unbedingt überleben, was ja nicht schadet, denn es gibt noch genug davon. Im Laufe der Zeit erwirbt man dann die nötigen Fachkenntnisse und Fingerspitzengefühl (furchtbar, die Schreiberei hier, dauernd werden Buchstaben unterschlagen!). Das Problem mit dem Vor-den-Latz-knallen haben wir hier nicht, denn unsere Obstbäume haben keine Lätze umgebunden, die stehen bloß nackt in der Gegend herum. Übrigens heißt die Methode richtig „Veredelung (NICHT Verelendung!!!) durch Aufpfropfen“…

    • Ein "hinner" Stamm
      ist tatsächlch schlimmer als eine „abbe“ Krone. Aber dass die neuen Sorten nicht von „richtigen“ Bäumen stammen, glaube ich nicht. Mag sein, dass das, was heute falsch sein soll, gestern richtig war und übermorgen auch wieder als richtig angesehen wird. Auf die herkömmliche Weise gibt’s jedenfalls nichts Neues:

      „Duo-Apfel Elstar und Golden Delicious bestäuben sich gegenseitig.
      Zwei altbewährte Obstsorten, die auf einem Stamm veredelt sind.
      Das spart Platz, denn Sie pflücken zwei verschiedene Apfelsorten von einem Baum.
      Der Duo-Apfelbaum wird nicht groß (ca. 300 bis 400 cm) und ist auch für den kleinen Garten geeignet.
      Erntezeit: ab Oktober.“ (aus: baumschule-pflanzen de apfelsorten)

      „Drei verschiedene Apfelsorten mit knackigen und saftigen Früchten für jeden Geschmack.
      Die Sorten tragen zu unterschiedlichen Jahreszeiten als Sommerapfel, Herbstapfel und Winterapfel. Die auf einen Apfelbaum veredelten Apfelsorten können sich gegenseitig befruchten die Ernte fällt dadurch wesentlich höher aus.“ (ibid)

    • @Frauke Amgelin
      Sie wollen wirklich behaupten heimische, kultivierte Obstbäume stehen in Schland nackt in
      der Gegend herum.
      Ganz ohne Lätzchen !!
      Ich muss doch sehr bitten.

    • Ja
      ich will das nicht bloß behaupten, das ist tatsächlich gelebte hiesige Realität, die Sie – Sie sind ja schließlich von hier! – jederzeit nachprüfen dürfen. Das ist auch durchaus kultiviert: Schon mal was von FKK gehört, resp. gesehen? Es gibt eine Menge Lebewesen, die sich schon in ihrer angeborenen Haut wohlfühlen, die brauchen ganz einfach keine weitere, überflüssige Dekoration.

    • Mag sein
      dass sich viele in ihrer eigenen Haut wohlfühlen, als Betrachter wünschte ich mir
      doch hin-und wieder wenigstens Bauchbinden.

    • Aha
      Bäume mit Bauchbinden? Gibt’s auch, aber nicht bei uns. Sie mögen offenbar Gummibäume, SeienSiedocheinfachmalvondort :-)

  31. Simple English, Windows Office, PKW-Führerschein...
    Das sind die drei Dinge, die man spaeter im Beruf braucht.
    .
    Warum man die armen Kinder mit dem übrigen Zeugs quälen und der Steuerzahler diese Quälerei noch finanzieren muss versteh ich beim besten Willen nicht.

    • Drei Dinge braucht der Sklave
      @ HansMeier555
      „Das sind die drei Dinge, die man spaeter im Beruf braucht.“

      Nein, das sind die drei Dinge, die man zukünftiger Allround-Sklave später braucht.
      Bis 40, in manchen Branchen bis 35.

      Ab dann muss man sich entweder etwas Hochraffiniertes einfallen lassen (Hartz 4) – sonst aus die Maus – oder in einer eigenen im Nebenerwerb hochgezüchteten Klitsche selbst Sklaven eingestellt haben.

    • Grundlegende Fertigkeiten
      Text eingeben

    • Titel eingeben
      …sind Lesen und Schreiben, die Grundrechenarten, alles Übrige kommt dann von selbst.

  32. Erfolgreiche Berliner Schulpolitik demonstriert:
    „Größtes Problem sei aber die schlechte Qualifikation der Bewerber, sagte Wunderlich. Selbst Abiturienten fallen massenhaft durch den Deutschtest. Jeweils 20 bis 30 Prozent der Bewerber scheitern beim Deutsch- und beim Sporttest, weitere 20 bis 25 Prozent an der ärztlichen Untersuchung. Die Polizei kritisiert bei den Schulabgängern zudem eine „steigend schlechtere Allgemeinbildung“, eine „sinkende Leistungsbereitschaft“ und ein Desinteresse an Teamarbeit.“

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/nachwuchs-in-berlin-gesucht-viele-polizei-bewerber-sind-dumm-lahm-und-faul/9094040.html

    Das Ergebnis von 40 Jahren erfolgreicher Wühlarbeit von roten und grünen Lehrern, die die genetische und sozial bedingte Ungleichheit der Schüler mit sozialer Korpulenz erstaunlich erfolgreich nach unten angeglichen haben.

    Aber es bleibt noch viel zu tun: Noch immer können 70 bis 80% der jungen Deutschen offenkundig minimales Deutsch und ebensoviele schaffen noch einen Klimmzug am Reck. Das muss aufhören, wenn 20 bis 30% scheitern, werden die durch das Können der Noch-Nicht-Scheiternden schwer traumatisiert.

    Berlin wird es zeigen: Gleichheit für alle ist machbar, Herr Nachbar.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Nicht nur "Wühlarbeit" roter und grüner Lehrer
      Der bedauerliche Mangel an Grundfertigkeiten hat bekanntlich noch andere Ursachen. Ich bin 1947 auf einer kleinen Dorfschule in der Sowjetischen Besatzungszone eingeschult worden und konnte nach einem Jahre lesen und schreiben, wie auch meine anderen 20 Klassenkameraden. Lehrer und Schulleiter hatten nur einen mehrmonatigen pädagogischen Schnellkurs auf Befehl der russ. Kommandantura als Qualifikation vorzuweisen. Für meinen Bruder bestand damals die einzige intellektuelle Anregung darin, mir beim Krakeln auf der Schiefertafel („SUSI SAUSE“) zuzuschauen. Er konnte deshalb bei seiner Einschulung bereits lesen und schreiben. Dämmert’s Herr Haupt? Gesellschaftlicher Durchblick dürfte wohl selten Sache der unteren militärischen Ränge zu sein.

    • Es war der Zorn
      über Herrn Haupts, daß ich das „s“ in seinem Namen vergessen habe, und über Frau Rönicke, der ein Kommentar wohl angestanden hätte. Was nützen Seminare im Süden, wenn sie als Erziehungswissenschaftlerin hier die Gelegenheit zu moderieren verstreichen läßt.

    • meine persoenliche meinung
      ist, dass in berlin die polizei einfach ein …. nicht sehr… geachteter job ist. gelinde gesagt. das ist eigentlich traurig. aber wer in berlin lebt und ein wenig auf zack ist, wird die polizei nicht so gut leiden koennen, denn bei den unzaehligen demonstrationen geben sie haeufiger anlass, sich schlechtestmoeglich zu verhalten.
      wer also bewirbt sich dann noch fuer die polizei…? ich denke, aus der gesamtheit aller berliner schulabgaenger ein ganz bestimmtes substrat… das ich allerdings auch noch nicht naeher untersucht habe – betrachten sie das hier also alles als eine reine hypothese

    • Titel eingeben
      ich muss um Ihre Nachsicht bitten. und bitte unterschaetzen Sie nicht den Nutzen von Veranstaltungen wie dieser hier in Florenz. auch fuer die Qualitaet von Blogbeitraegen in dieser geschaetzten Zeitung… :) ich bilde mich weiter, um noch viel besser fuer sie zu liefern! wirklich!

  33. Also Echt!
    Dieser neue Blog:Ich. Heute….
    So stell ich mir Unterhaltungen im Wartezimmer von Schönheits-Chirurgen vor.

  34. Jetzt bin aber auf der Leitung gestanden...
    „. …, dass an der kulturell- gesellschaftlichen Repräsentation angesetzt werden muss.“

    Sorry aber ich wusste nicht, dass es um eine ‚Hofdamenwelt‘ geht, die sich um eine
    Herrin scharen. Mangels Königshöfen muss man sich an den Universitäten und Konzernen
    umtun.
    Ich dachte, man würde sich für RL interessieren.

  35. Etwas mehr Status-Transparenz
    Wäre allerdings hilfreich.
    Wer sind die Herrinnen, wer ist Hofdame mit wieviel Einfluss, wer ist 1.2.3 Zofe und wer
    Gehört nur zum Küchenpersonal?

  36. Titel eingeben
    Ich moechte Sie freundlich um Ihre Entschuldigung bitten: seit Montag halte ich mich wegen einer Veranstaltung die komplette Woche ausser Landes auf und kam deswegen nicht dazu, auf Ihre zahlreichen Kommentare einzugehen. Mein Programm hier ist sehr straff, aber ich moechte mir kurz Zeit nehmen, auf Ihre Diskussion so gut es geht einzugehen. Bitte haben Sie Nachsicht, wenn ich nicht alles beantworten kann und bitte entschuldigen Sie auch, wenn es in den kommenden Tagen wieder lautlos von meiner Seite werden sollte…

    • ergaenzung
      wenn Sie eine Frage direkt an mich richten und eine Antwort erhalten wollen, dann beginnen Sie vielleicht mit @katrin roenicke so finde ich Ihre Frage dann leichter in den nun schon ueber 100 Kommentaren.

    • Titel eingeben
      Ach, liebe Frau Rönicke, 100 Kommentare sind doch noch nicht viel…

    • Ich meinte vielmehr: 100 Kommentare zu überblicken wird sehr schwierig, wenn man von morgens bis abends ein strammes Programm hat.
      Ich bin daher dem Gastgeber über die Maßen dankbar, dass er hier moderiert hat, während meiner Abwesenheit.

  37. Pingback: Wenn für alles Geld da ist, nur bei den Kindern wird gekürzt… – Katrin Roenicke

  38. Man kann sich
    Schon echte Herausforderungen für die Quoten-Damen in AR der Dax Konzernen
    ausdenken.
    Wie wär es mit, für dieKapitalseite aus Quatar im Aufsichtsrat zu sitzen.
    Da könnte man doch an der Quelle missionieren.
    Natürlich muss da aufpassen nicht über die Beine einer arabischen Prinzessin
    zu stolpern.
    Die Pirouetten möchte ich sehen.

  39. Was man bis jetzt so lesen kann...
    …hat doch ein ziemliches Inzucht-Geschmäckle.

    Vielleicht findet der Clash of Civilisation ja auch oder nur in den Kemenaten statt.

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