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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die neue Mitte ist 50+

| 84 Lesermeinungen

Die Kinder sollen es besser haben, sagt die Gesellschaft - und verhält sich, als würden diese Kinder bald in der Sintflut ertrinken. Wichtig wäre harte Umverteilung, aber dazu fehlt der Politik der Mut.

Einleitung: Von dieser Überschrift darf ich, Don Alphonso, mich schneller angesprochen, als mir offen gesagt lieb ist, denn die Zeit eilt und eben war ich doch erst noch 22 und hatte ausser noch 8 Semestern feierrn und ausgehen eher wenig im Kopf – schon gar keine Gedanken über Altersvorsorge, Generationengerechtigkeit und Schuldenstände. Und wenn ich ganz, ganz ehrlich bin, denke ich auch heute und im Moment lieber an meine nächste Bergtour als an die Rente oder das was davon übrig bleiben sollte. Zum Glück ist die junge Generation zumindest in Person von Katharina Nocun ganz anders und im Gegensatz zu mir bei halbem Alter auch sehr erwachsen. Sie war politische Geschäftsführerin bei den Piraten, und betreut heute neben der Snowden-Kampagne bei Campact auch noch fünf Kälber und war so freundlich, in einem Gastbeitrag ein paar unangenehme Dinge so zu erklärt, dass auch ich sie nachvollziehen kann:

Wenn man an der S-Bahnhaltestelle Hamburg Dammtor aussteigt und auf die Uni zugeht, kann man es gar nicht übersehen. Links neben einem altehrwürdigen Bildungspalast aus vergangener Zeit steht eine große silberne Installation. Das eine passt nicht zum anderen. Und deshalb fällt es auf.
2011 wurde die Vermögens- und Schuldenuhr aufgestellt. Sie zeigt die wachsende Verschuldung der Stadt Hamburg und gleichzeitig das steigende Vermögen der reichsten zehn Prozent der Hamburger. Die Zahlen driften im Sekundentakt immer weiter aus einander. Auf dem digitalen Anzeigefeld rattern rote Zahlen unaufhaltsam. Die Summen sind gigantisch.

Wenn man einmal alle Feel-Good-Literatur über meine Generation außen vor lässt, bleibt eine beängstigende Tatsache: Seit 1945 war unsere Gesellschaft nie so ungleich wie heute. Nie zuvor war die Schere zwischen Arm und Reich so groß. Die heutigen Rentner erleben, verglichen mit dem was kommen wird, ein letztes goldenes Zeitalter des Sozialstaats. Ihren Kindern hinterlassen die Alt-68 einen Schuldenberg inmitten des entfesselten Turbokapitalismus. Aufgewachsen in der Überflussgesellschaft nagt eine ganz neue Sorge an uns: Wir könnten die erste Generation sein der es nicht besser gehen wird als ihren Eltern. Dabei ist genau das, was sich alle Eltern für ihre Kinder wünschen.

Neben dem großen Audimax am Campus der Uni Hamburg hatte sich vor einigen Jahren jemand einen Spaß daraus gemacht, ein Loch zu buddeln. Darüber trohnte ein Schild, auf dem in großen Lettern stand: „Haushaltsloch“. Ich weiß nicht, wann es jemand wieder zuschüttete. Fakt ist: Das echte Haushaltsloch ist immer noch da. Die öffentlichen Schulden sind zwar 2013 erstmals seit 1950 absolut um 30,3 Milliarden gesunken. Dieses Wunder verdanken wir jedoch nicht einer langfristigen Strategie, sondern einmaligen Sondereffekten in staatlichen Nebenhaushalten. Der Schuldenberg hat die Marke von 2 Billionen Euro in Folge diverser Bankenrettungen bereits vor geraumer Zeit überschritten. Im Haushalt für 2013 wurden fast 33 Milliarden Euro allein für Zinszahlungen reserviert. Das ist der drittgrößte Haushaltsposten – bei einem historisch niedrigen Zinssatz und guter Wirtschaftslage wohlgemerkt. Natürlich sind das nur Zahlen, und Geld ist nur Papier. Aber es gibt wenige Möglichkeiten, sich für einen Staat schnell und unkompliziert zu entschulden, die nicht in einem zeitweiligen Wirtschaftskollaps münden.

Von Jahr zu Jahr sinkt der Handlungsspielraum. Der Bundestag verhält sich wie ein Gast, der jeden Abend in die Bar kommt und einen Whisky nach dem anderen anschreiben lässt. Die Kinder würden später einmal Manager werden, wird in Richtung Bar gelallt. Richtig viel verdienen werden sie, die Welt bereisen und dementsprechend später die Rechnung zahlen. Das Problem ist nur, dass die wenigsten von uns Manager werden. Geschweige denn luxuriöse Gehaltszahlungen erwarten. Denn unser Alltag ist die Krise. Der Subprime-Crash zermalmte jedes Gefühl der Sicherheit. Nichts hätte eindrucksvoller zeigen können, wie zerbrechlich die trügerische Sicherheit ist, in der wir leben. Danach kam die Euro-Krise.

Vor der mit Landesmitteln alimentierten HSH-Norbank kampierte 2011 Occupy Hamburg. Es herrschte Aufbruchstimmung. Nur ohne Aufbruch. Denn während die einen abends den Besetzern lauschten, paukten die anderen fleißig, um in Regelstudienzeit fertig zu werden. Immer auf der Jagd nach dem nächsten Schein, dem nächsten Credit Point, dem nächsten Praktikum oder damit beschäftigt in einem Callcenter die Miete zu verdienen. Aber die meisten schauten wahrscheinlich eher amerikanische Serien im Stream, und haben innerlich längst kapituliert.

Zu Zeiten Rudi Dutschkes war es einfach, zur Revolution aufzurufen. Egal aus welcher politischen Ecke man kam, so waren die Fronten doch klar. Was der Russe für die einen war, gab Springer für die anderen her. Die politischen Manifeste der Studentenbewegungen triefen von ideologischem Pathos, der vielen Autoren heute wahrscheinlich schlichtweg peinlich wäre. Unvergessen bleiben die Bilder von „Ho Ho Ho Chi Minh!“ rufenden deutschen Studenten.

Wer in die heutige Zeit hineingeboren wird, für den stellt sich die Lage komplizierter dar. Wir haben Ideologien an uns vorbeiziehen und ihre Führer alt, träge und etabliert werden sehen. Der Joschka Fischer von damals wäre gegen den rot-grünen Außenminister in tadellosem Zweireiher auf die Barrikaden gegangen. Nach der Einführung von HartzIV und dem Krieg im Kosovo wäre mit großer Sicherheit der eine oder andere Stein geworfen worden. Wir haben gesehen, wie Sozialdemokraten Sozialabbau salonfähig machten und die Union den Atomausstieg endgültig besiegelte. Wir glauben alles mögliche, aber keine Wahlversprechen.

Wir hegen keinen grundsätzlichen Groll gegen den Kapitalismus, aber wir lieben ihn nicht. Wer in einer Zeit aufwächst, in der ständig von Wettbewerbsdruck, Globalisierungszwängen und Alternativlosigkeit die Rede ist, der lernt schnell, dass die Wirtschaft nicht dafür da ist, um uns dienen, sondern dass wir Bereitschaft mitbringen sollen, unsere Arbeitskraft in den Dienst der Wirtschaft zu stellen. Wenn behauptet wird, dass Mindestlöhne schlecht für die Wirtschaft sind, werden schließlich auch zuallererst die Mindestlöhne infrage gestellt. Nicht die Wirtschaft. Oder gar das Menschenbild, das hinter solchen Fragen steht. Zwänge machen pragmatisch. 2009 gingen mehr Menschen als während der Unruhen von 68 auf die Strasse, um gegen Bildungsgebühren auf die Straße, statt sich an Weltrevolutionen zu versuchen. Die Welt ist zu komplex für den Glauben an das eine perfekte politische System. Alles ordnet sich einer erdrückenden Alternativlosigkeit unter.

Mehr als die Hälfte der Wähler ist älter als 50. Menschen in meinem Alter sind nicht mehr die Zielgruppe für die Parteien. Eine große Reform des Rentensystem wäre in Anbetracht der Lage politischer Selbstmord. Gespart wird hingegen gerne bei langfristigen Investitionen wie Bildung und Infrastruktur. Über neue Einnahmen zu reden wäre schließlich ein politisches Risiko. Der Schuldenberg wächst so immer weiter und gibt jeder Nachfolgeregierung ein um wenige Millimeter enger geschnürtes Korsett aus Zinsverpflichtungen mit. Die Reichen werden sicherlich reich erben, die Armen erben zumindest ihren Anteil an den kollektiven Schulden. Doch wer denkt, die Politik ignoriere die Demographie bei Haushaltsplänen im Fünfjahrestakt, der irrt. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Und nach der Wahl gibt es stets mehr ältere potentielle Wähler. Die Babyboomer marschieren auf die Rente zu. Und wo die Babyboomer sind, da ist die Mehrheit. Da ist die neue Mitte.

2031 geht dieser geburtenstärkste Jahrgang in Rente. Zeit ist unser kostbarster Besitz, wenn es um die Frage geht, wie dieser Konflikt entschärft werden kann. Denn die Zeit wird zunehmend knapp. Im Raum stehen viele Vorschläge. Beispielsweise eine große Rentenreform, bei der alle in einen Topf einzahlen und vom Manager auf die Krankenschwester umverteilt wird. Doch an den Pensionen der Beamten zu rütteln, gilt in den Volksparteien als politischer Selbstmord. Ein Zukunftsbeirat wäre denkbar, der Gesetzesvorhaben auf ihre Folgen für unsere Kinder hin prüft. Doch wer die Rente mit 63 ohne sozial gerechte Gegenfinanzierung beschließt, wird sich wohl kaum einen derartigen Bremsklotz für die eigene Politik ans Bein binden wollen. Alles was unsere Gesellschaft bräuchte, wäre nur ein wenig Mut. Und die Bereitschaft sich des eigenen Zukunftsatheismus zu entledigen.

Keiner traut sich die Wahrheit auszusprechen, doch eigentlich wissen es alle. All jene, die politische Ämter mit Wahlgeschenken erkaufen, deren Finanzierungsmodell nicht über die eigene politische Karriere hinausreicht. Alle, die den Schuldenberg mit politischem Flickwerk weiter in die Höhe treiben, statt langfristig stabile Systeme zu schaffen. Politiker, die Nachhaltigkeit vor allem als eigene Daseinsvorsorge verstehen. Hier wird ohne Not der soziale Sprengstoff der Zukunft angerührt. Dabei wollen wir doch eigentlich alle, dass es unsere Kindern einmal besser haben.

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84 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Was Frau Nocun m.E. bei aller grundsätzlichen Richtigkeit ihrer Analyse immer übersieht, ist, dass von ihr für ihre eigene Generation befürchtete Schicksal bei uns Pillenknickern (bin Jahrgang 1968) schon längst eingetreten ist. Schon uns wird es nie so gut gehen wie unseren Eltern. Was ich außerdem nicht verstehe, dass Frau Nocun für eine Partei eintritt, die – möglicherweise unbewusst – eben jenen Turbokapitalismus den Frau Nocun zu recht beklagt, noch befeuert statt sich ihm mit Macht entgegenzustellen: http://www.sueddeutsche.de/politik/neoliberales-herrschaftssystem-warum-heute-keine-revolution-moeglich-ist-1.2110256

    • Wenn ich Ihrem Gedankengang- der ja schlüssig ist - folgen darf, ....
      … dann haben diese Pillenknicker ja bereits den Schaden – von wegen noch einmal knapp davongekommen – und werden eben keine dieser sogenannten glücklichen Rentner der Jahrgänge 1938-45 sein.

      Ja, die Pillenknicker der Jahrgänge 1969 + wissen das alle. Zumindest die aus meiner Umgebung und was man von/über Pillenknicker/n aus der Presse entnehmen darf.

      Dann frage ich mich doppelt (jetzt nicht vorwurfsvoll an Sie gerichtet, sondern an mich und den Rest): Warum die Pillenknicker, diese 50+ dann derart – wider besseren Wissens – auf ihrem bräsigen Hintern sitzen und eine bräsige, nur an ihrem Vorteil ausgerichtete Regierung wählen, die ihre bräsigen Botschaften (nur ja nix verändern) genau an die 50+ richten.

      Wer oder was zur Hecke hat die so bräsig gemacht?

      Wenn ich einzelne dieser Wesen frage, dann kommt immer nur: „Ich kann doch eh nix ändern!“- Und: „Dafür dass man kaum was ändern kann, macht es diese Merkel doch ganz gut!“

      Versteht irgendeiner, weshalb ich an solchen Tage lodere…? Die Bräsigkeitsverwalterin mache es gut …?

      DIE, genau diese 50+-Typen, die diese Aussagen machen, machen zusammen mit den jungen neoliberalen Hamsterradtypen, die sich allzeitbereit ins bolognesische System einbringen, turbostudieren und zusammen mit diesen 30jährigen Effizienzfrettchen die mir in meinem Kundenberatungsalltag als besonders Manieren-los und dreist auffallen, MEINE Politikverdrossenheit aus. Wähle seit einiger Zeit nur DIE LINKE, gerade weil sie so fleißige Junge an der Spitze hat (die alten SED-Gefährten sind auch nicht so mein Ding …). DIE LINKE: Unterm Strich die etwas besseren aller schlechten.

      Ich bin also voll auf der Seite der Jungen und der Autorin des Gastartikels hier, die man alle jetzt schon um ihre Zukunft betrügt. Und es wäre ein leichtes, iher Interessen mit denn der 50+ zusammen zu bringen. Denn Sie, Thomas Eibel haben da vollkommen Recht. Gutes Post!

      Der Autor des Süddeutsche-Zeitung-Artikels hat ebenfalls auf seine Art Recht, denn der hat das Geschickte am neoliberalen Zeitgeistes durchschaut, warum er so zäh sich hält. Dass er verführt, die Dinge „freiwillig“ zu tun, statt zu zwingen.

      Gegengift: Distanz. Abschalten.

      Es ist leicht, diesen Zwang zum „Freiwilligen“ zu durchschauen, wenn man sich ein wenig Distanz zum Treiben verschreibt und mal abschaltet. Warum tun es so wenige? Es sind doch mittlerweile fast 50% aller Abi-Jahrgänge der Jungen studierte, gscheite Leut?
      (Oder doch bloß blöd-studierte strukturelle Analphabeten dank Bachelor- und Master-Turbo …?)

      Raus aus dem Hamsterrad, abschalten, Distanz. Das Apple-iPhone abschalten. Von mir aus für drei Wochen ins Kloster. Dann fällt es einem wie Schuppen aus den neoliberalen Head&Shoulders-Haaren, was diese Ü50-Politik in Tateinheit mit neoliberalen Marketing-Sirenengesängen plus hysterischen Echtzeit-Terror-Nachrichten der Medienlandschaft mit Einsicht und Tatkraft des zoon politicon anrichtet: Eine aufsteigende Parese fast aller Jahrgänge, bis zur kompletten Lähmung und Handlungsunfähigkeit. Gefühl der durchgängigen Ohnmacht.

      Gruß
      Der Kater

    • Uns 'Pillenknicker' geht und wird es besser gehen als unseren Eltern
      ich verstehe die Sorgen von Frau Nocun, aber ihre Analyse finde ich nicht oder nur teilweise richtig. Ja, die jungen Erwachsenen haben z.Zt. keine guten Aussichten. Dazu werde ich noch einen eigenen Kommentare schreiben.

      Warum es uns ‚Pillenknickern‘ (Jg. 65) nicht besser gehen soll wie unseren Eltern, verstehe ich nicht. Beziehen Sie sich dabei auf eine eventuell zu geringe Rente in der Zukunft?

      Bereits jetzt werden die fehlenden Kinder und 35- durch Menschen aus dem Ausland ausgeglichen. Deutschland wird nicht entvölkert. Diese Ausländer zahlen genauso Steuern wie wir. Und sie zahlen auch in die Rentenversicherung ein wie Sie und ich. Sorgen kann man haben, Panik ist nicht angebracht.

      Einzelschicksale sind wenig aussagekräftig, trotzdem möchte ich eines schildern: mein Vater wurde ’36 geboren im Sudetenland. Vertreibung und Reise nach Bayern ’45.

      Arbeit bei Bauer mit Schlägen und im Schnee teils barfuß. Lehre mit 15, Heirat mit 21, wohnt einige Jahre bei Oma. Dann Hausbau mit Nachbarn und selbst. Nach der Arbeit (Gießerei) noch zuhause von 19 – 21 Uhr im Keller. Er werkelt selbst mit 78 noch mehr als ich.

      Mein Leben war und ist materiell dagegen gut, obwohl ich eher faul bin. Mein Vater wurde noch Betriebsleiter, ohne Abi oder Meistertitel. Er hat sich seine Rente mehr als verdient. Und ich muss mich halt zusätzlich absichern. So what?

    • Differenzierte Sicht
      ich verstehe die Sorgen von Frau Nocun, aber ihre Analyse finde ich nicht oder nur teilweise richtig. Ja, die jungen Erwachsenen haben z.Zt. keine guten Aussichten. Dazu werde ich noch einen eigenen Kommentare schreiben.

      Warum es uns ‚Pillenknickern‘ (Jg. 65) nicht besser gehen soll wie unseren Eltern, verstehe ich nicht. Beziehen Sie sich dabei auf eine eventuell zu geringe Rente in der Zukunft?

      Bereits jetzt werden die fehlenden Kinder und 35- durch Menschen aus dem Ausland ausgeglichen. Deutschland wird nicht entvölkert. Diese Ausländer zahlen genauso Steuern wie wir. Und sie zahlen auch in die Rentenversicherung ein wie Sie und ich. Sorgen kann man haben, Panik ist nicht angebracht.

      Einzelschicksale sind wenig aussagekräftig, trotzdem möchte ich eines schildern: mein Vater wurde ’36 geboren im Sudetenland. Vertreibung und Reise nach Bayern ’45.

      Arbeit bei Bauer mit Schlägen und im Schnee teils barfuß. Lehre mit 15, Heirat mit 21, wohnt einige Jahre bei Oma. Dann Hausbau mit Nachbarn und selbst. Nach der Arbeit (Gießerei) noch zuhause von 19 – 21 Uhr im Keller. Er werkelt selbst mit 78 noch mehr als ich.

      Mein Leben war und ist materiell dagegen gut, obwohl ich eher faul bin. Mein Vater wurde noch Betriebsleiter, ohne Abi oder Meistertitel. Er hat sich seine Rente mehr als verdient. Und ich muss mich halt zusätzlich absichern. So what?

    • Guten Morgen Kater,
      alles richtig und wahr, nur warum die letzte Wahrheit verschwiegen?
      Ich will meine Argumentation nicht zum x-ten Male wiederholen, aber was sie beklagen ist nun mal die völlig normale Entwicklung der Demokratie. Deshalb nennt man das, was wir heute haben ja auch Post-Demokratie. Details gibt’s sogar in Wikipedia.
      Ich verstehe ja, dass sie sich der Einsicht, die sie sogar hinschreiben, mittels Klammer auf und zu, und Fragezeichen verweigern wollen:

      „Es sind doch mittlerweile fast 50% aller Abi-Jahrgänge der Jungen studierte, gscheite Leut?
      (Oder doch bloß blöd-studierte strukturelle Analphabeten dank Bachelor- und Master-Turbo …?)“

      Selbst die Autorin scheint infiziert, ihr Mangel an Wissen (-wollen?) ist an dem Ho Chi Min Zitat erkennbar. Sie scheint es für lächerlich zu halten, dass ein Volk unter ungeheuren Opfern über Jahrzehnte gegen verbrecherische Kolonialmächte ankämpft, und das auch noch erfolgreich….?

      Aber wie sie schreiben, so einfach wäre es nämlich tatsächlich: „Raus aus dem Hamsterrad, abschalten, Distanz. Das Apple-iPhone abschalten. Von mir aus für drei Wochen ins Kloster.“ All dies tat ein Teil meiner Generation als wir älter wurden… und wir tun es noch:
      „Du solltest jeden Tag 20 Minuten meditieren, es sei denn, du bist zu beschäftigt.
      Dann solltest du eine ganze Stunde lang sitzen.“

      Aber, sehen sie, dass das irgendwo passiert?
      Warum ist es also falsch dies alles zynisch, aber natürlich völlig distanziert zu akzeptieren? Wer von den Betroffenen die Wahrheit sehen will, der kann sie sehen. Sie ist vor aller Augen.
      Ausreden sind wie immer völlig uninteressant. Entweder man tut es, oder man bleibt halt bei den Schafen und Zombies.
      Gibt es einen Grund warum man dieser Entwicklung eine gewisse Gerechtigkeit absprechen sollte?
      Zumal…

      Verglichen mit dem, was diese von den Betroffenen ja für so toll gehaltene Mutti-Regierung, in Zusammenarbeit mit den Kriegstreibern von NATO, USA und GB gerade anderen Ländern antun will, ist das Schicksal jener Masse denkunfähiger deutscher Mittelmässiger ja wohl ein Kinderspiel oder?

      Gruss, TDV

  2. Oh bitte nein
    Was wir Kinder der Babyboomer brauchen sind weniger Langzeitstudentinnen, die uns was vom Steinewerfen und vom tollen jugendlichen Josef F. erzählen und davon, wie wir die eigenen Eltern am Besten enteignen zur Durchalimentierung einer bequemen, wohlstandsverwöhnten Kaste von Hobbyrevolutionären. Ich weiss, ihr seid der Liebling der Medien, aber auch wenn ihr noch so laut schreit, eure Situation stellt nicht einmal ansatzweise die Realität dar.

  3. da fehlt ein Wort
    .. darf ich .. mich angesprochen _fühlen_ …

  4. Neue Idee
    „Aufgewachsen in der Überflussgesellschaft nagt eine ganz neue Sorge an uns: Wir könnten die erste Generation sein der es nicht besser gehen wird als ihren Eltern. Dabei ist genau das, was sich alle Eltern für ihre Kinder wünschen.“
    Liebe Gastautorin, ich kann Sie füglich beruhigen. Ihre Sorge ist nicht „ganz neu“. Jede, wirklich jede Generation vor Ihnen hatte diese Sorge. Ihr Alleinstellungsstolz ist unnötig.
    Und vielleicht etwas versteckt eine Idee, die Ihnen mit Recht neu erscheint und vielleicht auf Anhieb nicht passen mag: Jede, wirklich jede Generation hat selbst daran gearbeitet, dass es ihr „besser ging“. Keine hat ihre Eltern vorgeschickt oder mit einem „ihr wollt doch sicher, dass wir es besser haben, oder!?“ zu nötigen gesucht. Und ja: manche Generation hatte mit Lasten aus der Vergangenheit zu kämpfen, die Ihre Klage sehr sehr deutlich amüsant erscheinen lässt.
    Unbestritten eines kann Ihre Generation besser als alle Generationen zuvor: Forderungen an andere stellen, nur nicht an sich selbst. Aber auch hier können Sie entspannen: die so eifrig eingenommene Opferposition, in der sich bequem leben lässt, nimmt Ihrer Generation (die übrigens auch die meine ist) einfach niemand ab.

    • Generationengerechtigkeit
      Lieber E.R. Langen,

      natürlich ist die Sorge kein Alleinstellungsmerkmal und bereits 1980 war die Sorge ja auch schon durchaus berechtigt, wenn man sich heute einmal die Rentenentwicklungen anschaut.

      Es geht hier nicht um Schuld, es geht um eine grundsätzliche Frage der Gerechtigkeit. Generationengerechtigkeit, wenn man so will. Wir sehen eine demographische Entwicklung und Wirtschaftswissenschaftler aller Lager warnen davor, dass die Belastungen deutlich steigen werden. Ich zahle wie viele meiner Altersgenossen in die Rentenkasse ein und die Berechnungen zeigen, dass ich am Ende mehrere Zehntausend Euro mehr einzahlen werde als rausbekomme. Tendenz stark steigend. Zu einem gewissen Teil kann ich das auch nachvollziehen, die Situation ist wie sie ist. Wofür ich dann allerdings kein Verständnis habe ist wenn immer mehr Finanzierungsmodell in die Zukunft verschoben werden, statt sie jetzt auf feste Beine zu stellen. Da ich nichts von einem Generationenkonflikt halte, ist mein Alternativvorschlag, wie wir durch diese Jahre, die uns erwarte,n kommen, dass wir die Umverteilung stärker zwischen den Starken und Schwachen Schultern angehen statt sich aufs Alter zu fixieren. Und ja, ich halte das für sozial gerecht. Mir fehlen ehrlich gesagt die Alternativen. Denn bei den sinkenden Rentenansprüchen und sinkenden Einnahmen durch das Verhältnis Arbeitnehmer/Rentner, droht eine Generation Altersarmut. Und auch das wünsche ich niemandem.

      Eine soziale Marktwirtschaft ist ein komplexes System mit einander verzweigter interdependenter Bereiche. Ein Gut, welches wir gar nicht genug schätzen können ist der Soziale Frieden. Dieser ist nur möglich, durch eine Umverteilung innerhalb unserer Gesellschaft um marktgegebene Ungerechtigkeiten auszugleichen. Man braucht nicht Wirtschaftswissenschaft studiert haben um die Zahlen für die nächsten Jahre zu deuten. Wenn immer weniger Menschen einzahlen und wir im Gegensatz zur Schweiz in einem System leben, dass nicht automatisch in der Rente umverteilt, ist die Rentenkürzung der nächsten 20 Jahre quasi im System einprogrammiert. Das ich persönlich keine Rente erwarte, das sollte die geringste Sorge sein – damit habe ich mich abgefunden. Dass die Politik jedoch sehenden Auges den Sozialen Einschnitten der Zukunft den Weg bereitet, das sehe ich mit großer Sorge in Hinblick auf den sozialen Frieden. Wer sich einmal anschauen will, was passiert, wenn ganze Viertel nichts zu verlieren haben, kann sich die Berichte aus den Unruhen in den Vorstädten von London und Paris zu Gemüte führen. So etwas wünsche ich mir ehrlich gesagt nicht. Für niemanden.

      Ich bleibe dabei: Ich will ganz persönlich, dass meine Kinder es einmal besser haben als ich. Ich kann nicht erkennen, was an diesem Wunsch schlecht für die Gesellschaft wäre. Ich denke es ist in weiten Teilen der Kern dessen, was Familien ausmacht. Vielleicht auch die Gesellschaft.

  5. Na, das ist ja toll, dass wir so nebenbei mal das Alter der Kunstfigur erfahren: 56 Jahre
    ist si/e/r schon und damit ihr/sein/em Erfinder mindestens etwas mehr als die sieben verflixten Jahre voraus.

    Ansonsten: Phhh. (Na gut, die Autorin hat halt polnische Eltern, da hapert es eben mit der deutschen Sprache und die Universitäten nehmen ihre Stud/ierenden/ent(inn)en sowieso schon lange nicht mehr für so voll, als dass sie sich fördernd und fordernd darum kümmerten.)

    • Erstens habe ich den Text redigiert. Wen es also wo hapert, dann mit meiner Sprache. Ansonsten hat jeder sein recht auf seine besonderheiten.

      und beim Alter liegen Sie zweitens krass daneben.

    • Tchi
      Dabneben, Don, daneben ja. Aber nicht krass daneben!

    • mich nervt so eine bissigkeit kolossal.

    • Wie unverschämt manche Leute doch daher kommen.
      Wie unverschämt kann man denn sein, und sich so über den ein oder anderen Rechtschreibfehler beschweren? Ich verstehe diese Aggression gegenüber den Autoren ohnehin nicht, halte sie vielmehr für feige.

    • Ja, die kommt aber meist doch von älteren Damen.
      Man lasse sie mit der Heiterkeit des jungen Mannes – vorüberziehen.

  6. Schulden und Söhne
    Die Autorin hat völlig recht, und die Verschuldung ist DAS Instrument der Ungerechtigkeit. Das süße Gift. Die Armen, auch die armen Institutionen wie die der Bildung, erben die Schulden schon lange (Sparpakete). Die Reichen vererben ihren Reichtum – zusehends steuerfrei. Die Frage nach der Akzeptanz ist nicht neu: Junge und Arme wählen nicht. Der „turnout“ in Sachsen und bei der EU-Wahl lag unter 50%. Für mich ist das keine Demokratie. Die Schuldenblase als größte Blase aller Zeiten wird weiterwachsen – das ist die Entscheidung von 2008.
    In puncto „was machen“ scheiden sich die Geister. Natürlich hat auch jeder arme BA seine kleine Chance auf den plötzlichen Aufstieg. Natürlich lässt es sich in armen Nischen auch in Berlin (über)leben. Natürlich verleiht auch der nächste Zeitvertrag Hoffnung, aber natürlich ist das demographische Übergewicht der (jetzt) Alten und der 68er, die noch feste Stellen bekamen, nicht zu knacken. Diese Kohorten haben schon Dland wiedervereinigt mit dem „sich selbst tragenden Aufschwung“, dann die agrarische Südflanke Europas in Absatzmärkte für deutsche Exporte umgewandelt.
    Hats was gebracht ?
    Allerdings ist das Organisationsniveau der Jungen auch verheerend, s. Piraten. Und was ist eigentlich aus den Vorschlägen des „Professors aus Heidelberg“ geworden? Warten wir einfach auf den nächsten Aufschwung, vielleicht fallen dann einige Krümel auch auf unsere Teller…

    • Krieg und Frieden
      Lieber Driver,

      in einer Sache kann ich sie beruhigen: Die Wahlbeteiligung junger Menschen war bereits in der Vergangenheit tendenziell am unteren Rand der Skala. Allerdings geht der Trend in allen Altersgruppen zunehmend zur Nichtwahl und wie sie genau richtig sagen gerade bei den niedrigen Einkommensgruppen sehr stark: http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/wahlen-in-deutschland/55594/nach-altersgruppen

      Ich denke nicht, dass das Organisationsniveau entscheidend ist. Es gibt einige Stiftungen und Vereine, die sich für die Rechte der zukünftigen Generationen einsetzen und mit Sicherheit, sollte hier auch mehr getan werden. Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass die Mehrheiten in Demokratien eine ganz entscheidende Rolle spielen. Wir sind auf die Solidarität der Mehrheit angewiesen, wenn wir etwas für die Generationengerechtigkeit bewegen wollen. Und die Mehrheit ist tatsächlich 50+. Hier muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Sowohl innerhalb bestehender Parteien als auch in der Gesellschaft.

      Beste Grüße,

      Katharina Nocun

  7. Seniorenteller
    Mich überrascht der Gastbeitrag, da nach den letzten Texten z.B. über Weltraumfahrstühle Piratenpateiler bei Don nicht so gut weg kamen.
    Gestern noch wurde im Netz kritisiert, dass die Generation Y zu unpolitisch sei.

    Für mich hat der Text zwei richtige Aussagen:
    Die politischen Mehrheiten werden von älteren Leute gemacht und im Zweifel auch im Altenheim.

    Der jetzigen Generation wird es (erstmal) nicht besser gehen, als der Vorherigen.

    Die zweite Feststellung ist aber einzuschränken: Mit dem wirtschaftlichen Wachstum in den 50er und 60er Jahren war es möglich eine entsprechende Karriere zu machen, auch ohne das heute notwendige Hochschulstudium. Unsere Eltern haben mehr verdient und bekommen eine höhere Rente als wir.
    Besser gehen heißt aber auch, dass für uns der Urlaub am Mittelmeer satt im Harz selbstverständlich geworden ist, 5-Tage-Woche und ggf. 35-Stunden-Woche.
    Hinzu kommt technischer Fortschritt vom Internet bis zur Medizin. Funktelefone.
    Nein: Es geht uns sicher nicht schlechter, selbst wenn wir weniger Geld haben sollten.

    Und: Sehr viele haben im Krieg fast alles verloren, die jetzigen Generationen haben die Chance, wieder etwas zu erben oder eine gute Ausbildung bezahlt zu bekommen.

    Falsch ist für mich die Aussage zur Schuldenproblematik:
    „Keine Schulden“ war Slogan der FDP, darf aber seit Keynes als überholt angesehen werden, der geldpolitische Maßnahmen, wie eben Deficit Spending bei Krisen forderte. Bernacke schrieb jüngst, die jetzige Wirtschaftskrise wäre ja eigentlich schwerer gewesen, als die der 30er Jahre.
    Nein, weltweit sind die geldpolitischen Maßnahmen überraschend und erfreulich erfolgreich, die Krise konnte abgefedert werden.
    Nur leider klingt das wie ein Freibrief, weil Schulden machen, das einfachste Mittel der Politik ist. Daher sollten die vorhanden Defizitgrenzen von 60% des BIP nur ausnahmsweise und vorrübergehend überschritten werden. Aber da z.B. Spanien und Irland nicht nur 2 Jahre, sondern 5 Jahre Krise hatten, muss ganz stark überlegt werden, wie z.B. die Jugendarbeitslosigkeit dort reduziert werden kann.

    Gegen Staatsschulden von 60% des BIP, für die 1-2% Zinsen gezahlt werden, ist bei einer Inflation von rund 1% nichts einzuwenden. Das ist finanzierbar und die vorgezogenen Investitionen helfen.

    Die langfristig niedrigen Zinsen sind aber ein Ergebnis, dass Rente nicht nur generationenübergreifend geleistet wird, sondern zunehmend als Rücklage, wie in den USA üblich. Es ist zu viel Geld im Topf, eigentlich geht es uns schon zu gut.

    Die Thesen sind also „undankbar“: Die geldpolitischen Maßnahmen waren erfolgreich, erben tun wir vielleicht auch, uns geht es besser als der vorherigen Generation, auch wenn wir vielleicht weniger Geld auf Tasche oder dann mal eine kleinere Rente haben werden.

  8. Schulden auf den Teller
    Die Formulieren „geht uns besser/schlechter“ ist TV-Sprache und maßlos unspezifisch. Besser geht’s nur denen, die ihr Vermögen sichern können und die Kosten dafür dem Staat aufdrücken. Schlecht geht es allen, die privat nix erben und/oder bei Institutionen arbeiten, die keine Lobby haben und nicht durchgefüttert werden, die keine Beamten sind, sondern „Freie“, die auf Zeitverträgen darben, deren Ausbildung nicht nachgefragt ist o.ä.
    Was mich überrascht: Wie oft diese Schuldenblase zum Seniorenteller kleingerechnet wird – das können die Pensionäre sonst am besten. Ooooch, waren ja nur 60% (geplant), jetzt müssen es noch ein paar Pünktchen mehr sein, alles nur „für die arbeitslosen Jugendlichen in Spanien“. Die Schulden sind out of control, Tilgung und Zinsen null, und doch ist da diese absolute ANGST vor jeder Veränderung – und Besteuerung. Siehe Japan, Schuldenstand 250% BIP, die älteste Gesellschaft der Welt. Dann blasen die noch ihr AKW in die Luft. Konsequenz: Geld für Tepco.
    Die Blase wird platzen, aber bis dahin machen wir Gammelfleisch-Party.

    • Seniorenteller II
      Ist übrigens richtig: Fast kein Staat hat es je geschafft, seine Schulden langfristig wieder abzubauen, solche wie Schweiz und Norwegen mal ausgenommen.
      Regierungen hinterlassen mit einer gewissen Schadenfreude der nächsten einen wachsenden Schuldenberg.
      Japan: Herr Abe: Schicken sie bitte endlich die alten Leute nach Hause!
      Arbeiten bis zum Umfallen ist volkswirtschaftlich keine Lösung, sondern die müssen mal Platz für Junge machen. Deswegen bin ich übrigens für die Rente mit 63, auch wenn es ein Wahlgescheck ist.

      Energiewende: Zu den Geschenken an die nächsten Generationen, weil zur Energieautarkie führend, gehören die rund 25Mrd die jährlich mit der EEG-Umlage geleistet werden.

      (Ich bin mit 15 Berufsjahren offenbar schon älter und damit Besitzstandswahrer)

  9. Titel eingeben
    Bei der Beschreibung der Situation gebe ich dir recht. Die Verschuldung und der Demografische Wandel werden in Zukunft sicherlich harte Einschnitte erfordern, ähnlich den Hartz IV Reformen.
    Wo du jedoch unrecht hast ist bei deinem Lösungsvorschlag die „harte Umverteilung.“

    Schlagwörter wie Nationalstaat oder die Volksgemeinschaft gehören auf die Müllhalde der Geschichte, denn wir leben in diversen multikulturellen Gesellschaften, gesteuert von supra- und transnationalen Gebilden. Damit einher geht aber auch die Abschaffung der Solidargemeinschaft. In Zukunft werden wir unsere Probleme eben privat lösen müssen, durch den Rückbau zu einem liberalen Minimalstaat , öffentliche Daseinsvorsorge nur noch am Existenzminimum und Investitionen durch Public-Private-Partnership.

  10. ich protestiere
    Sehr geehrte Frau Nocun, ich möchte Ihnen auf das schärfste widersprechen.
    In diesem Staat, Bundesrepublik Deutschland 2014 wird knallhart umverteilt. Zu hart.
    Kennen Sie noch Menschen, die sich Überstunden auszahlen lassen? Ich kenne nur noch Abfeiern, Freizeitausgleich.
    Unter der Beitragsbemessungsgrenze geht für einen Meister schon 60% des Gehaltes in Steuern und AN-Anteil der Sozialkassen.
    Dazu 19% Steuer auf Waren oder Versicherungen.
    Dazu Mineralölsteuer, Ökosteuer und auch darauf noch MWSt.
    Grundsteuer, Schaumweinsteuer, Biersteuer, Durchleitungsgebühr für Strom, EEG und KWK
    Und und und
    Gefühlt verbrauche ich nur 20% meines Einkommens selbst.

    Dazu Regulierungen, Vorschriften und Einengung. Als jüngeren Menschen sollte Sie dies noch mehr stören, sollten Sie die staatlichen fesseln noch frischer Spüren. Höchstarbeitszeit, E-Check, Kleinwekzeugesicherheit, Hygieneverordnung, Toilettenzwang (Zwei ab 1 Mitarbeiter)
    Freundliche Grüße

    Michael Radloff

  11. hans
    Die Konsequenz wäre aus Pirattensicht, dass mindestens 40% vom bedingungslosen Grundeinkommen als private Vorsorge geriestert und 60% davon als lebenslängliche Sofortrente geleistet werden. Der Rest sind Vertriebs- und Verwaltungskosten, die über Hartz IV aufgestockt werden. Außerdem wird komplett in bitcoins oder wahlweise in Lebensmittelmarken ausgezahlt. Banknoten werden meistbietend gerahmt versteigert wie dann seinerzeit Barockbilder mit halbfreistehenden Titten.

  12. "Über neue Einnahmen zu reden wäre ... " schlichter populistischer Unsinn.
    Was im Text natürlich nicht steht – Steuer- wie Staatsquote sind seit vielen jahren, eigentlich seit Anfang der achtziger, weitgehend unverändert, die Staatsquote schwankt seitdem zwischen 45 und knappen 50%.

    Und bei etwas unter 50% braucht der Staat keine neuen Einnahmen. Wer dafür plädiert, der sage doch gleich, er möchte das Elternprinzip für unmündige Kinder einführen: Alle Verdienste werden an den Staat abgegeben, der davon noch ein Taschengeld zuteilt und die Masse für „Investitionen“ (viel wahrscheinlicher: Personalausgaben, Bevormundung und Unfug) einsetzt.

    „Alle, die den Schuldenberg mit politischem Flickwerk weiter in die Höhe treiben … “ sind genau alle die, die in jedem Bereich des öffentlichen Lebens neue Ausgaben, mehr Ausgaben fordern. Wichtig, noch wichtiger, gestern, sofort, ganz viel. Die meisten wissen dabei ganz genau, wer das bezahlen soll. Andere natürlich! Die Politik reagiert nur auf das Bedürfnis der Wähler, alles jetzt zu bekommen, die Kosten (aka Steuern und Gebühren) dafür aber auf morgen zu verschieben.

    Nach dem Lesen dieses gedankenlosen Beitrages habe ich jetzt einen Grund mehr, mich über das Scheitern der Piraten zu freuen. Da ist an zeitgemässem Pathos alles drin, was Studenten in 30 Jahren vielleicht einmal peinlich sein wird. Heile Welt über Umverteilung und höhere Steuern.

    In einer Frage tut mir die Autorin allerdings leid – und vielleicht hat das auch mit ihrem Beitrag zu tun: Selten bis nie wurde den heutigen Studenten deutlich gesagt, dass mit der Erhöhung ihres Bildungsanteils auf 40% eines Jahrganges (von 5), mit ihrer Chance zum Studium, ein deutlicher Marktwertverlust für Akademiker und ein verschärfter Wettbewerb um die begehrten Jobs verbunden ist. Logisch, zwangsläufig und unvermeidbar. Vielleicht kommt das Krisengefühl daher.

    Vielleicht kommt es aber auch aus dem Studiengang der Autorin. Politikwissenschaftler neigten schon immer zu sozialistischen Anwandlungen. Nach Streichen der Idealismusanteile bleibt nacktes Eigeninteresse stehen, schliesslich ist der Staat der grösste Arbeitgeber für Absolventen der Geisteswissenschaften. Und kann deshalb gar nicht gross genug sein.

    • Herr Haupts, wieder mal voll ins Schwarze!
      Text eingeben

    • bitterböse Realitäten
      Man könnte Ihren Kommentar als zynisch empfinden – wenn er nicht so böswillig und realistisch von jeder bisher politischen Größe verfolgt würde – immer in guter Absicht……
      Ihrem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen – auch wenn es weh tut: Herr Haupt, Sie brachten es auf den Punkt

  13. Wunderbarer Text, alles genau richtig. Und so angebracht.
    Hinzu käme evtl. noch, dass man mit vielen Alten bzgl. bestimmter Dinge quasi schon biologisch nicht mehr rational sprechen könnte (was diese wiederum oft klug listig verheimlichten, sich ihre bedürftige Überlegenheit nicht kaputt machen zu lassen, „wenn ich schon nicht mehr schnell laufen oder gut zuhören kann, dann aber richtig“), einfach weil das das Alter so mit sich brächte, Stichwort „Vergreisung zzgl. Alterslust“. Also der offensichtlichen bis insgeheimen Lust auch daran jetzt so alt geworden zu sein, eine eigene Leistung! – und nun „nicht mehr zu müssen“, also ggfls. auch mal ein Stück rücksichtsloser bis ignoranter sein zu dürfen, als man es früher eben gedurft hätte, als man eben noch jung war und unerfahren, noch arbeiten gehen musste und noch nicht alles das wusste, was man jetzt eben längst weiß.

    A propos, wer ist denn der als Herr verkleidete Schäfer da in dem Bild, bei aller schönen Verkleidung hat er wohl vergessen wie ein Herr den Stock herumzudrehen, als Schäfer der Heide trugen die meisten bei Sonne und Regen in der Tat die Krückenöffnung immer nach vorne, es ist von Osten her so Brauch bei klugen Hirten

    Oder wollte das unbewusst gar die Richtung vorgeben, in der junge Erwachsene wie die Garben auf dem Felde sich gen Alter oder Joseph von Ägypten weise zu neigen haben?

    Bei der Klugheit des Textes hier doch wohl eher nicht.

  14. Im Übrigen gehörten vermutlich auch weiterhin Geduld und Überblick dazu, teilweise davon hier ja
    schon vorhanden.

    Nähmen wir alle mal vergleichsweise Herrn Gauck zur Hand, der wäre am 24.1.1940 geboren, der überahm also, durch seine Wende, also die, die zu erreichen er fleissig mitgeholfen hatte zu erreichen, so wie an- u. befeuert durch lebenslang erlittenes Unrecht und familiäre Verkrüppelung auch mit (die Familienstrukturen waren gewaltsam verkrüppelt worden, ganz anders, als z.B. bei Herrn Alfonso, von dessen Vater man nur Gutes, Mut & Tapferkeit und anwesende Liebe weiß; man lese zu Gauck ggfls. Wiki,) … im Alter von 50 Jahren die Stasi-Unterlagenbehörde.

    Um sodann, immer noch angetrieben von diesen innere Kräften, zehn Jahre lang da hinzugehen, sehr energisch, mit viel Einsatz, oft erhöhtem Blutdruck auch, immer noch schlaflosen Nächten, ungeduldig bis ausgleichend bei Bedarf, also ausgleichend wirkend auf andere vornehmlich, solche, die noch erbärmlicher dran gewesen wären.

    Und wir sollten uns das in der Tat so auch für Herrn Alphons vorstellen können? Von 50 bis 60 in Berlin so ein Amt, und mit der Gefühlsklage, aus solchem Antrieb? Zum Glück wohl eher nicht, bis überhaupt nicht.

    Und wer heute zwischen Mitte Zwanzig und Mitte Dreissig wäre, übernähme doch sowieso demnächst schon mehr Republik, als jemals zur Übergabe bisher angestanden hätte.

    Darum ggfls. auch Eile mit Weile, alles ist verständlich. Aber bitte keine unnützen Karrieren, verantwortlich sein natürlich schon; aber sowohl für den Beruf, als auch für die Bildung, wie für den Feizeitnachmittag in der Badeanstalt. 50+, mit allem was daran hinge, würde man noch früh genug – und ganz von alleine.

    Und bis dahin hieße es leben! (Und sobald alle selber 50+ wären, könnten sie ja dann alles selber – und ggfls. auch ganz anders, gerechter machen.)

    http://tinyurl.com/pcmbybo

    (Übrigens vermutlich teils auch ganz einfach so eine Art „psychologische Dosis-Wirkungsbeziehung“ – zuviel Bevormundung durch Alter wäre ätzend – hielten die sich aber völlig raus, übernähmen nur (noch) Verantwortung für sich selbst, nebst der für die eigene, höchstens anonyme Unsichtbarkeit, dann wäre es auch wieder nicht allen recht?)

  15. Kinderlose Politiker
    Es ist doch schon mal ein grundsätzliches Problem, dass z.B. Frau Merkel keine eigenen Kinder geboren hat. Sie kann daher gar nicht fühlen, was Eltern fühlen. Frau Nahles übrigens ebenso.

    Daher kein Wunder, dass kein großes Interesse an „später“ besteht und eben auch nicht daran, dass es irgendwelchen Kindern besser gehen sollte als den Eltern.

    • Ella Maria
      So heißt die kleine Tochter von Frau Nahles lt. einem Artikel im Focus. Weshalb unterstellen Sie Frau Nahles, am zukünftigen Wohlergehen ihres Kindes kein Interesse zu haben?

  16. Wieder mal ein sehr guter Artikel vom Don
    Und wenn es mein Vorposter, Herr Elbel, nicht schon getan hätte, würde auch ich auf den Artikel von Byung-Chul Han in der Süddeutschen hinweisen. Dieser kam mir spontan wieder in den Sinn, als diesen Beitrag hier las…

    • Klargestellt : Der Artikel ist von Fr. Nocun ..
      .. und ist von Don A. (nur) redigiert.
      Hab ich allerdings auch erst schlussfolgern können, nach lesen der Kommentare. Oder irre ich mich?
      Wäre gut, dass zukünftig etwas besser herauszustellen, z. B. mit ‚von Katharina Nocun‘

    • nicht von Don Alfonso sonder von Fr. Nocun
      Gastbeitrag von Fr. Nocun auf Blog von Don

    • nee
      Der Artikel ist nicht „vom Don“ sondern von einer Frau …(lesen Sie selbst, oben).

  17. die Jüngeren sind schon ärmer
    in meinem Umfeld sind viele der „Jungen“ schon lange in der Lage, nicht mehr das Einkommen und Vermögen ihrer Eltern zu erreichen. Die Ursachen sind zum Einen immer längere Bildungszeiten — da warten nicht wenige mit Mitte 30 noch mal auf eine Umschulung, weil der Erstberuf eine Sackgasse war oder sie rotieren zwischen prekär und arbeitslos stetig hin und her, weil sie einen überlaufenen, falschen Beruf gelernt haben. Heute muss man flexibel sein und stetig neu anfangen und was neues lernen, viele kommen da nicht mehr weit bei Einkommen und Vermögen. Hinzu kommt die unsägliche Lohnzurückhaltung speziell in DE – so würde ich in Dänemark angelehnt an das Jahr 2002 heute 19% real mehr Lohn erhalten als hier in DE, wo man die Löhne real sinken lässt, was auch künftige Rentenansprüche mit absenkt, die laut OECD in DE eh schon am unteren Ende stehen zusammen mit USA und Japan.

    dann der soziale Wandel hin zu schnellen Scheidungen, Langzeitsingletum und Bindungslosigkeit – sowas macht auch arm, denn man kann sich die Kosten des Lebens nicht teilen. Die heutige Generation ist schon jetzt ärmer als ihre Eltern. Meine Eltern hatten in meinem Alter 3 Kinder und ein Haus, ich mit Mitte 30 nix davon, das Einkommen reicht von der Hand in den Mund, sparen kann man da nichts mehr und ich denke, das geht vielen Jüngeren so.

    ich fang auch stetig von vorne an, weil ich mit dem bisherigen nichts beruflich erreicht hab, es gibt für meinen gelernten Beruf nämlich kaum Stellen ausgeschrieben und die Bezahlung wurde immer schlechter, ist heute wohl so in Zeiten des „Fachkräftemangels“ und „demographischen Wandels“.

    wenigstens hab ich keine Schulden vom Studium, im Gegensatz zu manchen Kommilitonen, die Kredite dafür aufnahmen und nun dennoch erstmal von der ARGE und einem vom Steuerzahler subventioniertem Praktikum leben.

    • In welchem Jammertal sind wir eigentlich?
      zB mein Jüngster: grad 24 J. alt, noch kein Msc (Masterthese eingereicht), mit oder trotz Studium (wie man will) 5-stellige Summe im mittleren Bereich auf der hohen Kante bei mittelhohem Wechsel (ich weiß auch nicht, wie er das gemacht hat, denn 50% waren für die Miete). Seit 1.7. in Lohn und Arbeit, Gehalt 4x so hoch (inflationsbereinigt) wie meines damals zum Berufsstart mit 27 Jahren.

      Was sagt das? Auch heute ist alles möglich – aber wohl nur für die, welche ein Ziel haben und alles für den Erfolg tun. Da wir zudem nie arbeitsscheu waren und Freude an unseren interessanten Berufen haben, gibt es für uns keinen Grund zur Klage. Eben Einzelschicksale. Die einen erkennen die Möglichkeiten, die die Zeit bietet, die anderen lassen sie vorüberstreichen.

      Eines ist für mich sicher: DIE Möglichkeiten, die mein Sohn wahrnimmt, hatte meine Generation nicht. Einfach grandios! Aber – er arbeitet und lernt sehr, sehr, sehr viel.

      Der larmoyanten Grundtendenz von Artikel und Kommentaren kann ich mich nicht anschließen.

    • Als Handwerker
      . . .. hat er dieses Einkommen sicherlich nicht, und auch nicht als Erzieher. Ich gebe grundsätzlich recht, dass man chancen ergreifen soll. aber nicht jeder kann start uper, internetpionier o.ä. sein. Und diese Möglichkeiten , die ihr Sohn ergriff,gibt es nunmal nicht für 100% der Bevölkerung. Von daher ist es schon etwas zynisch.

    • Danke
      Danke danke.

      Und: ich kenne im engsten, engen und erweiterten Freundeskreis nur solche Beispiele. Dazu noch ein paar bodenständige Handwerkergesellen und -meister, in Lohn und Brot seit sie 16 sind.

  18. Glückwunsch ...
    … zu dieser passenden Analyse. Entgegen der vielen Mitkommentatoren glaube ich, dass auch die heutige „Generation 50 +“ durchaus zu Zugeständnissen bereit wäre. Es geht auch nicht um die Sorge, dass es den folgenden Generationen nicht besser geht als der vorangegangenen. Es geht vielmehr um den Erhalt des bestehenden System.

    Eine Lösung: Länger arbeiten. Die Bereitschaft zur Erhöhung der Lebensarbeitszeit würde m.E. nach auch steigen, wenn die Entwicklung des Rentenniveaus in den Medien präsenter wäre. Zumindest die Möglichkeit zur längeren Arbeit (sei es mit oder ohne weitere Möglichkeiten, „Rentenpunkte“ zu erwerben) wäre schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung.

    Mir fehlt allein der Glaube, dass sich hier zu schnell etwas bewegt. Der nächste Schritt zur „Problemlösungsvermeidung“ wird wohl eher die Eingliederung einiger kapitalgedeckter Altervorsorgesysteme sein. Soweit mir bekannt ist, wird u.a. darüber diskutiert, die Ärzteversorgung perspektivisch wieder in das Rentensystem einzugliedern. Bei Rechtsanwälten hat das BSG im April diesen Jahres für einen Paukenschlag gesorgt, der die Attraktivität des Anwaltsversorgungswerks in meinen Augen mindert.
    Ich persönlich gehe davon aus, einmal „in Stiefeln“ zu sterben und finde das in Ordnung – wohl wissend, dass es sicher ein Privileg ist, keine körperliche Arbeit verrichten zu müssen. Hier wäre das sicher kaum möglich.

    • Die Lösung: Länger arbeiten
      Mein Vater ist 61 und ohne Unterbrechung durch Arbeitslosigkeit o.ä. festangestellt seit er 15 ist, die letzten 30 Jahre konstant an der Beitragbemessungsgrenze.
      Ich gönne ihm und jedem mit ähnlicher Vita die Rente mit 63 von ganzem Herzen. Mit welchem Recht fordern Sie von solchen Menschen noch ein paar Jahre länger zu arbeiten?
      Noch einmal: Lebensläufe wie die der weinerlichen Autorin sind jenseits des Medienzirkus NICHT DIE REGEL, andere bauen in dem Alter ein Haus, gründen eine Firma, aber hängen nicht noch immer irgendwelchen idealistischen Träumen hinterher, die in der breiten Bevölkerung nichtmal mehrheitsfähig sind.

  19. mea culpa
    Wie ich eben lerne, hat Frau Nahles ein Kind, seit 2011

  20. Titel eingeben
    Sehr geehrte Frau Nocun!

    Ehrlich gesagt, ich finde Ihren Artikel peinlich. Mein Vater, Jahrgang 1917 kam mit 30 aus der Gefangenschaft, hatte bis dahin Arbeitsdienst abgeleistet, ein Semester studiert, war dann eingezogen worden, überlebte den Krieg und kam in Gefangenschaft. Sein Vater, Jahrgang 1880 wurde mit 21 Jahren (in Physik) promoviert. Mein Vater war offensichtlich wesentlich schlechter dran als sein Vater.

    Als ich mit dem Studium fertig war, gab es für eine Frau mit Interesse in Computerkartographie (Vorraussetzung für Google Maps) in Deutschland keine Stelle. Frauen wurden aus Prinzip nicht in Akademikerpositionen eingestellt, auch nicht als Pilotinnen bei der Lufthansa. Ich musste nach Kanada auswandern, um anspruchvolle Arbeit zu finden. Heute werden Frauen in solchen Positionen bevorzugt eingestellt und befördert.

    Jede Generation muss ihren Weg finden. Zu glauben, dass die Älteren ihnen einen roten Teppich ausrollen, ist naiv.

  21. Zitat: "Seit 1945 war unsere Gesellschaft nie so ungleich wie heute."
    Werte Gastautorin, ich „vergewaltige“ mal mit wenigen Beispielen Ihren Ungleichheitsgedanken:

    1945 -> 48-Stunden-Woche zzgl. evtl. Überstunden.
    2014 -> 35-Stunden-Woche (IG-Metall). Überstunden werden mit Freizeit ausgeglichen.

    1945 -> Ein Teil des geringen Einkommens wird konsumiert. Der Rest wird gespart. Für Haus oder Auto.
    2014 -> Der Großteil des Einkommens wir verkonsumiert. Gespart wird bestenfalls für Urlaub. Auto wird finanziert. Eigene Immobilie wird trotz historisch niedriger Zinsen nicht erworben, obwohl „Miete zahlen“ teurer ist.

    1945 -> Sozialhilfe erhalten trotz Nachkriegssituation nur wenige.
    2014 -> Die Anzahl der H-4-Bezieher geht in die Millionen.

    1945 -> Flüchtlingen aus dem Osten wird geholfen so gut es geht.
    2014 -> Flüchtlinge und Asylbewerber kommen zuhauf und protestieren sogleich gegen die angeblich schlechte Wohnsituation und fordern höher qualifizierte medizinische Versorgung.

    • ...was für Vergleiche
      Es reicht, auf den Post von Herrn Michler, s.u. zu verweisen.

    • Der Vergleich stimmt nur....
      wenn man nur oberflächlich auf Differenzierung der Realitäten verzichtet!
      Die Arbeitsdichte ist in den 35 Std. deutlich höher als i nden ehemaligen 48 Std. Auch 1945 wurde der größte tei ldes Einkommens verkonsumiert, für sparen war gar kein Geld da.
      Auch ein finanziertes Auto muss bezahlt werden.
      Der Bauanteil für eigenes Eigentum ist heute höher als 1945 ff, obwohl Immobilien mangels steuerlicher Absetzbarkeit von Zinsen auch relativ heute deutlich teurer sind.
      Sozialhilfe erhalten heute auch deshalb mehr, weil es wesentlich bequemer ist, eine Maschine statt schwierige oder einfachere Menschen zu beschäftigen.
      Die Flüchtlingshilfe damals wurde längst nicht nur als Segen betrachtet. Und hat bei einigen Bevölkerungschichten einen erheblichen Wohlstandsverlust verursacht. Heute kommen Flüchtlinge meist aus anderen Gründen als damals.
      Nicht mal 10% der heutigen Flüchtlinge hätten damaligen Kriterien standgehalten.

  22. Warum soll es eigentlich den Kindern besser gehen?
    Ein Großteil der heutigen Jugend bekommt ja einen fliegenden Start und kann auf das Erbe von Großeltern und Eltern hoffen, wenn sie nicht kostenpflichtig ins Altersheim abgeschoben werden. Da ist das Ersparte schnell weg. Wer nichts hat und wer’s nicht schafft wird in Deutschland auf einem Niveau unterszützt wie nie zuvor in der Geschichte. Die Schulden sowohl des Staates (Peanuts) als auch die privaten Schulden lassen sich wie gehabt mit einer Währungsreform elimininieren und allen können alle wieder bei Null anfangen wie die Generation der Rentner – das ist doch mehr als gerecht. Dann kann das BNP wieder wachsen wie früher und alle sind glücklich. Das sind doch schöne Aussichten.

  23. Seit 1945 war unsere Gesellschaft nie so ungleich wie heute...
    Wenn man den Satz „Seit 1945 war unsere Gesellschaft nie so ungleich wie heute“ zu Ende denkt, bedeutet das ja wohl, weitestgehende Gleichheit stellt sich in einem Land nur nach einem Krieg ein. Na, wenn das die Voraussetzung ist, verzichte ich gerne…

    • Titel eingeben
      Damit wäre wohl auch geklärt warum die Piratenpartei mit dem Slogan „Bomber Harris, do it again“ in den Europawahlkampf gezogen ist :D

    • Noch genauer - der Satz impliziert, dass die beste Zeit für Gleichheit vor 1945 gelegen hat.
      Erinnert mich an einen führenden Landespolitiker in den ostdeutschen Ländern. Dem wird das Zitat zugeschrieben: Wenn man Ostdeutsche vor die Wahl „Margarine für alle“ oder „Butter für einige und Margarine für einige“ stellt, werden sie sich für „Maragrine für alle“ entscheiden.

      Ausgeprägte Gleichheit gibt´s immer da, wo der Staat Armut für alle festschreibt. Das Modell nannte sich „Sozialismus“.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  24. Danke
    Guter Artikel, danke.

  25. Zu viel Polemik
    Das bestehende Rentensystem wird zu oft angezweifelt – es ist so gut wie die Solidaritätsgesellschaft, die es unterstützt.
    Wenn diese Gesellschaft nicht dazu steht, wird es auf Dauer zu einem Problem werden.
    Wichtig ist, dass möglichst viele Menschen eine Vollzeitbeschäftigung haben und in dieses System einzahlen, dann wird es auch weiter sicher sein.
    Politiker, die sich gegen unser Rentensystem aussprechen wollen, dass dieses Solidarsystem scheitert und schüren den Zweifel in der Bevölkerung, weil sie ein System nach amerikanischem System möchten, das aber nicht im entferntesten so gut ist wie unser jetziges.

  26. Titel eingeben
    Ich kann Ihre Lamentiererei nicht nachvollziehen. Hätten die sog. „68er“ mehr an Sie denken sollen, damit Sie auch versorgt sind ? Zum einen wird der Einfluss der sog. „68er“ auf das politische System – und auf das wirtschaftliche System erst recht – meist total überschätzt. Zum anderen kann ja Ihre Generation sich auch politisch engagieren und für bessere Bedingungen für Ihre Generation sorgen.

    Der Hinweis in dem Artikel, daß heute alles „viel komplexer“ sei als in dem „Frontendenken“ der „68er“ Zeiten, macht es sich zu einfach, um eigene Lethargie, fehlende Zukunftskreativität zu legitimieren.

    Gerade in den aktuellen politischen Konflikten zeigt sich altes „Frontendenken“ – auch, wenn es nicht die in der Tat komplexe Realität widerspiegelt – .

    Was mich in dreierlei Sichtweisen wie den Ihren immer wieder erstaunt, wie wenig Idealismus in ihnen enthalten ist und damit auch wie wenig Lust an neuen eigenen Ideen. „Pragmatismus“ ist eine gute Sache, aber nicht dann, wenn keine „Prinzipien“, kein „Idealismus“ mehr dahintersteht. Das sollte die jüngere Generation vielleicht ändern, dann brauchen sie weniger in ihrer eigenen „Rentensicherungsfurcht“ verharren.

  27. Titel eingeben
    So viele Rechtschreibfehler, so viele Denkfehler! So falsch: „die Armen erben zumindest ihren Anteil an den kollektiven Schulden.“ Die Armen beteiligen sich eben nicht an den Schulden. Wie auch: sie sind arm. Sie zahlen NULL Lohnsteuer! Zahlen muß die arbeitende Mittelschicht. Die Autorin jammert in die falsche Richtung. Doofe Beamtenkritik: welcher tüchtige Handwerker wäre denn bereit, für eine A7 oder A8 Besoldung zu arbeiten? Was will die Autorin: eine Sozialversicherung nach Schweizer Vorbild. Könnte man machen, wenn Deutschland eine freie, unabhängige Nation wäre.

  28. Umverteilung von alöt nach jung findet bereits statt
    die rentenerhöhungen der letzte Jahre beweisen dies, ebenso das Absenken des Rentenniveaus, zudem müssen Rentner jetzt ihre Krankenversicherung bezahlen, bei zusätzlichen Einkünften zu 100%. Kinder die vor 1992 geboren wurden, werden bei der Rente weniger berücksichtigt. Bei all der Betrachtung sollte einmal mit einbezogen werden, welche Leistungen derzeit an die Familien stattfinden. Das fängt bei der kostenlosen Familienversicherung in der GkV an, des Mutterschutzes und des Elterngeldes, geht über das Kindergeld weiter usw. Es genügt ein Blick in die versicherungsfremden Leistungen um nur einen Bruchteil der Transferleistungen von alt nach jung zu sehen.
    Die Verschuldung, die den zukünftigen Generationen auf den Teller gelegt werden, sind der rettung der Banken, Versicherungen, Konzerne zu verdanken. Der Politik der letzten Jahre von unten nach oben zu verteilen. Ich sehe keine wirkliche Protestbewegung unter den jungen Menschen zum ESM, TTIP etc. Hier wird alles einfach hingenommen, geht es aber gerad hier um ihre Zukunft.
    Die Rente nach 45 Beitragsjahren ist kein Rente mit 63 und betrifft auch nur einen kleinen Personenkreis. Wer 45 Beitragsjahre vorweisen kann, der hat in der Regel mit 15 Jahren zu arbeiten angefangen, das können sich viele Studenten gar nicht vorstellen.

  29. "Ausgewogene" Gleichheit muss das Ziel sein.
    Dafür hat die Politik zu sorgen. Tut sie aber nicht. Wir, die Besitzenden, unterstüten keine Systeme, keine Politik, die unseren Wohlstand hier und heute um nu einen Cent zu unseren Lasten schmälert. Unser tägliches Handeln ist entsprechend. Ergebnis: Die Politik begünstigt die Besitzenden massiv!

    Was ausgewogen sein soll? Nun, ich will es mal andersherum formulieren, was keinesfalls ausgewogen ist: Eine Gesllschaft, in der eine sagenhalt reiche Oberschicht alleine damit beschäftigt ist, Vermögen zu sicherun und Einkommenssteuern zu „optimieren“, mit einer sehr reichen obren Mittelschicht, die sich ebenfalls nicht gegen den materiellen Reichtum wehren kann, und eine sehr breite (wachsende) Schicht, die mit Nichts da steht, in einem maroden Bildungswesen sozilisiert wird, kaum berufstuglich gemacht werde kann und dann horrende Mieten zahlen soll – oder eben vorher „aussteigt“.

    Augenmaß ist gefragt. Ausgewogenheit. Dafür aber setzt sich niemand ein. Denn die Menschen aller Schichten ind Egoisten. Je reicher, desto egoistischer. Bis auf die Knochen wird grickst, getäusch, manipuliert, betrogen und korrumpiert. Jede Tag. An allen Ecken und Enden.

    Und wenn mal eine Pause ist, dann wird in Blogs getextet, wer wie die Welt z verbessern habe ….! Nur Wenige denken daran, selbst damit anzufangen! So wird ohne Not der soziale Sprengstoff der Zukunft angerührt.

    PS: Ich habe die Kurzassung aufgschrieben, bin also massiv angreifbar. Kann man angreifen. Kann man aber auch verstehn wollen. Ich höre nun auf, denn lt. Mark Twain werde nach den ersten 20 Minuten eine Predigt nur noch wnige Sünder bekehrt…..!

  30. Träume
    Es klingt großartig, lasst uns den Kapitalismus abschaffen, lasst uns eine humane Gesellschaft erschaffen.
    Ein Punkt wird dabei oft nicht berücksichtigt, das Geld der Umverteilung im Namen der Gerechtigkeit muss von irgendwelchen Menschen erwirtschaftet werden und wenn diese(r) das als ungerecht empfindet, dann ist es mit der Umverteilung bald vorbei, weil es nichts mehr zum Umverteilen gibt. Frankreich ist bereits in einer ähnlichen Situation und das nützt weder den Armen noch den Reichen.

    Die Reichen vererben ihr Geld, die Armen erben die öffentlichen Schulden. Das ist Unsinn. Denn ein wesentlicher Teil der Bevölkerung zählt keine Steuern, die „Armen“ betrifft die Schulden nicht.

  31. Warum so resigniert?
    Es überrascht, daß die Tatsache der Politik für die Generation 50+ als unumstößlich hingenommen wird. Schaut man sich die großen Veränderungen in der Politik an, dann werden die Chancen gegen diese Politik, derzeit zelebriert von der GroKo mit dem Rentenpaket, deutlich. Wenn die Union quasi auf Zuruf lange als unumstößlich geglaubte, ja konstituierende Grundsätze, wie Wehrpflicht, Ja zur Kernkraft etc. über den Haufen wirft, dann kann auch die generationenungerechte Verteilungspolitik beendet werden. Wenn es sein muß auf Zuruf. Allen voran haben die Medien hier die Pflicht, der Öffentlichkeit täglich reinen Wein über den Unsinn des aktuellen Rentenpaketes einzuschenken. Wenn die Generation 50+, so sie denn Kinder hat, täglich aufs Brot geschmiert bekommt, die derzeitige Rentenpolitik verfrühstückt die Finanzen ihrer Kinder und Enkel, dann wird sich der Wind schnell drehen. Denn niemand ist einer soliden Finanzpolitik abgeneigt, wenn er die Konsequenzen kennt. Dennoch ist der Egoismus nicht zu unterschätzen, schließlich träumen die Solaranlagenbesitzer auch eher von der Rendite auf Kosten der Armen im Land, als von der Rettung des Klimas. Warum? Weil die Medien es ihnen im grünen Drall täglich neu eingeschenkt haben, ohne an die Folgen zu denken.
    Deshalb müssen eben diese Medien nun die Kehrtwende einläuten und für eine sinnvolle Politik werden.

    Also lieber Don Alphonso, bitte nicht resignieren, sondern frisch ans Werk!

    MfG, Daniel J. Hahn

  32. Ist es so?
    Keiner von uns ist Prophet, keiner kann in die Zukunft gucken. Daher sind die beiden Fragen, die ich habe, auch nur vom Zweifel gesät und erheben keinen Anspruch auf Gültigkeit:
    .
    1. Ist es nicht so, dass die Produktivität unserer Gesellschaft immens gestiegen ist? Also heute ein Landwirt das leistet, was vor 70 Jahren noch vier oder fünf Bauern plus einem Heer an Hilfskräften stemmen mussten. Will sagen: Die Arbeit immer weniger Menschen reicht aus, um immer mehr Bedürftige (Rentner, Kranke etc.) zu versorgen.
    .
    2. Ist es nicht so, dass durch 70 Jahre Frieden diese Gesellschaft so wohlhabend geworden ist, dass sie sich die Schulden leisten kann? Denn der Wohlstand steckt ja zu einem nicht kleinen Teil wiederum in produktiver Kraft (Bildung, Fabriken (die nicht nur Waffen produzieren), durchschnittlich sehr gute Gesundheit), so dass zumindest die Zinsen aus den Schulden immer bedient werden können. So lange jedoch die Zinsschuld bezahlt werden kann, ist das Zurückzahlen der eigentlich geliehenen Summe unerheblich, denn die lässt sich immer durch Umschuldung hereinholen.
    .
    Beide Punkte sind nur Thesen, und sie sollen Aspekte wie die extreme Verzerrung der Vermögensverteilung, soziale Ungerechtigkeiten etc. nicht klein machen. Aber vielleicht können sie dazu beitragen, einmal diese bequemen Formeln wie „weniger Jüngere + mehr Alte = Sozialcrash“ auf Schlüssigkeit zu prüfen.

  33. Zukunft
    Als ich vor 40 Jahren meine Ausbildung begann, wurde im Fach Sozialrecht folgendes vermittelt:
    GKV und RV muß der Staat verwalten, da der einzelne gar nicht fähig ist, sich mit diesen Systemen auseinander zu setzen.
    Das Ergebnis ist heute zu bewundern in Form von hohen Beitragssätzen, Selbstbeteiligung und privater Altersvorsorge.
    Die Referenten damals waren ausschließlich Beamte und sowohl damals als auch heute weder von der GKV noch von der RV betroffen.

  34. cui bono?
    Wie bei jedem Kriminalstück sollt diese Frage nicht aus den Augen verloren werden.

    Wie gelangt also das Geld von der öffentlichen Verschuldung in das Vermögen der reichsten 10% der Hamburger?

    Und wer sind die „reichsten 10%“? Sind das Leute mit Villen am Elbufer? Wohl kaum, denn das ist das reichste 0,1%. Fehlen also 9,9%.

    Die verbleibenden 9,9% sind doch wohl die von einem System profitieren, das Pensionärshaushalte des „öffentlichen Dienstes“ zu den einkommensstärksten Haushalten überhaupt macht, die ein deutlich höheres Durchschnittseinkommen (und Vermögen) aufweisen, als der durchschnittliche Arbeitnehmerhaushalt.

    Die verbliebenen 9,9% sind doch auch wohl diejenigen, die sich die Unanfechtbarkeit lebenslanger garantierter „Alimentierung“ (so heißt das tatsächlich) durch die Öffentlichkeit sichern, während sie gleichzeitig durch aktives Handeln die Unsicherheit der Lebensverhältnisse des Rests der Bevölkerung erhöhen.

    Die verbleibenden 9,9% sind also vor allem diejenigen, die ausreichende Sicherheit der Lebensverhältnisse genießen, um auch politisch tätig zu sein, so das sie aus Ihrer Mitte die große Mehrheit der Abgeordneten des Bundestags entsenden können.

    Die 68er haben diese 10% wohl die „herrschende Klasse“ genannt. Und sie waren erfolgreich darin, ihre eigene Position in dieser Klasse zu erkämpfen. Jetzt wird der Rahm abgeschöpft.

    Freiwillig wird hier nix hergegeben werden, und für den Fall, das die 90% wegen dieser Verteilung schlechte Laune bekommen sollte und etwa gegen „die Macht“ aufbegehren wollte, hat man bereits Vorsorge getragen. (Grüße an das für dieses Forum zuständige Text Mining System und die Sentiment Analysis).

    Übrigens sind 10% gar keine so schlecht Quote, wenn man mal in andere Länder schaut, in der die dem 0,1% vom Elbufer entsprechende Klasse die ganze Sache unter sich ausmacht.

  35. Es sind nicht die Schulden, es ist die Kinderlosigkeit
    Volkswirtschaftslehre müsste man können: Den Den Staatsschulden stehen gegenüber: (a) die damit gebaute Infrastruktur, (b) die Vermögen die aus den Bundesanleihen bestehen. Beides, Infrastruktur und Bundesanleihen, werden ebenfalls an die junge Generation vererbt. Ein Problem der Generationsgrechtigkeit stellen Staatsschulden also nicht dar. (Wir haben schon ein Verteilungsproblem, aber nicht hier.)

    Problematischer ist die Kinderlosigkeit. Den heutigen Alten geht es ja deshalb gut, weil ihre vielen gut ausgebildeten Kinder die Rente für sie erarbeiten. Die jetzt 50-Jährigen haben sich aber für Karriere entschieden (die ja auch den heutigen Rentnern zu gute kommt), die Frauen außerdem für Freiheit, gegen die Männer usw., und vor allen Dingen gegen Kinder. Da wird es denn in 30 Jahren knapp mit der Rente.

    Leider fehlt es bei dem Problem der Kinderlosigkeit im Moment noch an der Einsicht des Volkes. Meine weiblichen akademischen Bekannten springen mir fauchend ins Gesicht, wenn ich die Idee der 3-Kind-Familie nicht schlecht finde. Schade, dass die Autorin sich über die Staatsschulden beschwert und nicht über die Kinderlosigkeit. Sie bellt den falschen Baum hoch.

  36. In Deutschland: der Mensch ist für "die Wirtschaft" da
    Aus dem Artikel: „…der lernt schnell, dass die Wirtschaft nicht dafür da ist, um uns dienen, sondern dass wir Bereitschaft mitbringen sollen, unsere Arbeitskraft in den Dienst der Wirtschaft zu stellen.“

    Die Dominanz des Kollektivs über das Leben des einzelnen ist in der Tat hier in Deutschland erschreckend hoch. Ich lebte 10 Jahre in den USA, die einen noch turbomäßigeren Kapitalismus pflegen, aber dort war die Einstellung: wie kann ich die Wirtschaft nutzen, damit es mir und meiner Familie gut geht, nicht: was muss ich tun, damit es der Wirtschaft gut geht. Als ich nach Deutschland zurück kam, war ich erstaunt (und entsetzt), welchem kollektiven seelischen Druck die Menschen hier ausgesetzt sind. Politik, Ausbildung, Publizität: sie alle betonen die Dominanz „der Wirtschaft“. Etwa: Familienpolitik im Dienst der Wirtschaft. Es ist, also ob die Nazi-Parole, „Du bist nichts, dein Volk ist alles“, noch lebt; statt „dein Volk“ heißt es nur heute „die Wirtschaft“; auch die kollektivistischen Forderungen der DDR-Zeit leben vielleicht fort.

    Das ist natürlich pervers, wie jeder sieht, der es sich bewusst macht. Aber es ist so.

  37. Titel eingeben
    Liebe Kinder,
    wenn mama und papa Schulden vererben, was ist da zu tun?
    Fürchtet Euch nicht.
    Ein ausgeschlagenes Erbe befreit.(Punkt)

  38. Es nervt...
    Demografischer Wandel, Rente.
    Darauf wird seit bald einem halben
    Jahrhundert herumgeritten, ich kann
    es nicht mehr hören. Diese alte Schall-
    Platte hat einen Sprung.
    Die demografischen Veränderungen sind
    bestenfalls ein Problem für die Realwirtschaft.

    Dummerweise leben wir aber im Finanzkapitalismus.

  39. "Hier wird ohne Not der soziale Sprengstoff der Zukunft angerührt. Dabei wollen wir doch eigentlic
    alle, dass es unseren Kindern einmal besser geht.“

    Ist das wirklich so? Ich habe da so meine Zweifel. „Unser“ Lebensprinzip heißt doch wohl sehr viel eher:Nach mir die Sintflut. Oder:Rette sich wer kann. „Höher, weiter, schneller, mehr!“ ist schlichtweg das falsche Lebensprinzip.
    Wie wäre es mit:Nachhaltiger, ökologischer, gemeinschaftlicher? U.a. wäre dann allerdings jeglicher absurder Reichtum Einzelner absolut unmöglich. Wäre das ein Verlust? Oder vielleicht doch ein Gewinn? Aber wer traut sich an eine wirksame Umverteilung? Das ist doch Kommunismus. Oder etwa nicht?

    Wenn wir wirklich wollten, dass es unseren Kindern und Enkeln einmal besser (Was verbirgt sich eigentlich hinter diesem „besser“?) gehen soll, dann müssten wir nicht nur zu den Feiertagen davon reden, sondern unser Leben ÄNDERN. Und zwar fundamental. Und das werden wir wohl erst, wenn wir nach der nächsten ganz großen Katastrophe dazu gezwungen sein werden. Von der Freiheit, dies jetzt zu tun, da wir noch einigen Handlungsspielraum haben, machen wir jedenfalls viel zu wenig Gebrauch. Oder gibt es z.B. wirksame Aktivitäten, die ca. 100 Mill. Tonnen Plastemüll aus den Ozeanen herauszuholen, der in den Mägen der Fische landet, die wir dann essen?

    Sehr wahrscheinlich ist es aber, dass es einfach so weitergeht mit dieser Entwicklung. Es sieht nicht gut aus, was da am Horizont zu vermuten oder teilweise auch schon zu sehen ist. Die Schlacht alt gegen jung und jung gegen alt muss natürlich auch noch geschlagen werden. Warum eigentlich, da es doch nur gemeinsam gehen kann?

  40. Wer wird den Schaden haben?
    Anders als hier beschreiben, bin ich mir nicht so sicher, dass der Schaden vor allem die Nachbabyboomer treffen wird.
    Ich gehe davon aus, das im Gegenteil die Babyboomer, zu denen ich auch gehöre am Ende auch den Hauptschaden tragen werden.
    Das hat mit Gruppen- und Machtdynamik zu tun. Es sit zwar richtig, dass Politiker sich an der Masse der Wähler orientieren müssen, ob sie wollen oder nicht.
    Nur stellt sich die Frage, wie lange die Babyboomer die relevante Wählergruppe sein werden. Ab einem gewissen Punkt oder deutlicher gesagt Senilitätsgrad nimmt die Bedeutung dieser Wählergruppe drastisch ab. auch die Fähigkeit sich gegen jüngere Interessen zur Wehr zu setzen nimmt mit zunehmenden Alter ab, bei wahrscheinlich gleichzeitiger radikaler Vorgehensweise der jüngeren Generation.
    Solche Prozesse laufen nicht linear ab, sondern exponential, was heisst dass der Umbruch für viele überraschend plötzlich eintreten wird, mit entsprechend radikalen Folgen für die ältere Generation.
    ich persönlich gebe keinen Pfifferling auf meine Rentenansprüche, wenn das Eintritt. Die einzige Chance wird dann wirklich der eigene Nachwuchs sein und für ein paar Wenige das Vermögen.

  41. Wie man eine Generation gegen die andere aufhetzt; Handlungsanleitung und Lösungsvorschlag
    Schritt 1
    Trotz aller Lasten der Wiedervereinigung ist Deutschland eine der wirtschaftsstärksten Nationen. Die Wirtschaft brummt, die Binnennachfrage und der Export sind Weltklasse. Die Steuereinnahmen sind ausreichend, es ist für alles genug Geld da: Soziales, Forschung und Lehre, Verteidigung, Verkehr, Renten, Pensionen, Kindergärten, Schulen, was auch immer. Der Wohlstand wird ganz wesentlich von den geburtenstarken Jahrgängen mit aufgebaut.

    Schritt 2
    In dieser Situation verzocken international vernetzte Banksysteme weltweit ca. vier Billionen US-Dollar. Alleine Deutschland wendet dreistellige Milliardenbeträge auf, um verantwortungslose Finanzkonzerne zu retten, und zwar im In- und Ausland (glaubt irgendjemand, deutsche Milliarden wären der notleidenden griechischen Bevölkerung zugutegekommen? Träumen Sie weiter!). Der Staat verliert die Möglichkeit, zu investieren, instandzuhalten und wirksam zu intervenieren. Jedes staatliche Handeln orientiert sich nur noch an den Bedürfnissen der (Finanz-) Wirtschaft und der Globalisierung.

    Schritt 3
    Die Folge der Finanzkrise ist eine Wirtschaftskrise: Während der Export weiterhin brummt, sinkt in Deutschland die Binnennachfrage aus einem ganzen Bündel von Gründen. Die schlimmsten Verschuldungsorgien aller Zeiten werden jedoch nicht den Banken und Finanzhaien zugeschrieben, sondern natürlich sind die Bürger schuld, weil sie ihr Geld nicht aus dem Fenster schmeißen, sondern vorsichtshalber mal etwas sparsamer leben. Und die Arbeitslosen, weil sie Hartz IV beziehen anstatt sich auf Jobs zu bewerben, die es ohnehin nicht gibt. Und der Mittelstand, weil er nicht mehr investiert. Und ganz besonders die Rentner und Pensionäre, die alten Säcke, die nichts mehr arbeiten wollen.

    Schritt 4
    Die Schuldigen für Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die Steuerlöcher sind ausgemacht: Die Alten, die Rentner und Pensionäre sind´s! Die sind an allem schuld! Diejenigen, die über die Altersgrenze weiterarbeiten (wollen), nehmen uns Jungen die Arbeitsplätze weg. Und die, die nicht mehr arbeiten wollen, sind Schmarotzer.

    Schritt 5
    Am besten weg mit Ihnen. Grönland wäre nicht schlecht. Oder der Südpol. Dann geht´s uns endlich besser.

    Schritt 6
    Ich (Jahrgang 1956) glaube, ich gehe lieber freiwillig. Bevor ich deportiert oder erschlagen werde. Oder ich bewaffne mich vorsichtshalber schon mal.

    Schritt 6 (1. Alternative)
    Ich höre auf, Zeitung zu lesen und Nachrichten zu gucken.

    Schritt 6 (2. Alternative)
    Ich glaub, mir wird schlecht…

    • So gesehen läuft etwas schief ...,
      …, wenn ein Land, das äußerlich wirtschaftlich prima da steht, innerlich als von Generationskonflikten und Untergangsgedanken gepeinigt scheint.

      Wenn mich nicht alles täuscht, dann ist das gar kein Widerspruch, sondern diese „Gegensätze“ „tolle“ Wirtschaftsentwicklung, Frustration und aufeinander neidisch sein bedingen einander: D. steht nur deswegen so prima da, weil alle gegen alle fechten.

      Mit den üblichen freundlichen Implizitheiten wie Billigfleisch-Export, Billigklamotten-Import, Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz, Dumpinglöhne, Neid, Erpressung. Nur deswegen steht D. anscheinend derzeit wirtschaftlich so „gut“ da, es ist geistig einen Neid- und Erpressungsgesellschaft, die „noch“ zu burnoutigen Höchstleistungen anstachelt. Noch.

      Recht nachhaltig ist das nicht.^^

      Auswandern ist jedoch nur für diejenigen eine Alternative, die mit ihrer kleinen Rente in den Süden abhauen können

      Alle anderen Nochnichtrentiers, möge es Leben & Arbeiten in Norwegen sein oder werweißwo, werden feststellen, dass auch woanders nicht alles Gold ist was glänzt. Genauso wie das Gold in D. eigentlich auch nicht glänzt. Nur sehr dünne Messingschicht.

      Gruß
      Der Kater

    • Es läuft etwas schief, wenn Lebensarbeitszeit und Lebensfreizeit schon fast gleichziehen?
      Einfache Rechnung für Akademiker: Kindheit und Ausbildung bis 25, Arbeiten bis 67, Rentenzeit bis 80. Positiv gerechnet ohne Arbeitslosenzeiten. Unsere Gesellschaft leistet sich also durchschnittlich 38 nichterwerbstätige Jahre gegen 42 erwerbstätige, Tendenz weiter steigend, aber es läuft etwas schief?

      Ich steige aus, ich kapier´s nicht mehr.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Natürlich ist Auswanderung keine Lösung...
      … mein Beitrag ist aber auch zur Verdeutlichung am Schluss stark überzeichnet.

      Allerdings habe ich schon die Befürchtung, dass diese ausgeprägte und derzeit sehr medienwirksame Kritik an jetzigen und künftigen Rentnern und Pensionären (die ja angeblich heuschreckenartig den jüngeren Generationen alles wegnehmen bzw. schon weggenommen haben), zu ganz negativen Auswirkungen führen kann. Sprache prägt das Bewusstsein, so heißt es, wer will also ausschließen, dass viele Jüngere (insbesondere chancenlose und leichtgläubige) diese miese Propaganda ernst nehmen und ihr Mütchen an denen kühlen, die sich aus Altersgründen nicht mehr gut wehren können.

      Wenn Menschen der Meinung sind, etwas ihnen zustehendes nicht zu bekommen, finden sie immer Sündenböcke. Und das kann dann bis zur Gewaltanwendung führen. Deswegen ist es wichtig, immer wieder auf die wirklichen Ursachen von Haushaltslöchern und Finanzmarktkrisen hinzuweisen.

  42. Alphonso hat völlig recht - und ist kein bisschen weiser
    Es ist schön, dass ein junger Mensch, nun ja, jüngerer, aufschreibt, was ansonsten immer niedergeschrien wird: Deutschland schafft sich per Armut an Kindern und Vergreisung ab. Die Egogeneration der 68er hat das Tafelsilber ihrer ebenso verachteten wie tüchtigen Eltern verscherbelt und sieht, mit ein wenige Glück, als letzter Rentnergeneration für die nächsten 75 bis 100 Jahre dem alimentierten Lebensabend in Goa entgegen. Oder Polen, wo neuerdings Billigaltersheime für deutsche Alte entstehen. Ein paar noch im Krieg geborene kommen auf diese Weise sogar in die alte Heimat in Schlesien oder Pommern zurück. Die Illusion, wir könnten mit jedem Jahrgang ein Drittel weniger Kinder haben und trotzdem leben wie immer, kann bereits ein Drittklässler widerlegen, einfachste Mathematik. Dann aber wird es spannend. Die 68er fanden ja nicht nur ihre Eltern, sondern das ganze Land furchtbar, und hofften, dass die Zuwanderer sie „nicht mit den Deutschen allein lassen“ würden, wie es zu meinen Studentenzeiten damals hieß. Das hat aber nichts geholfen. Wir haben nun eine große und weiter wachsende südeuropäische und muslimische Kolonie im Land, aber immer noch den demographischen Wandel, die zweithäufigste Volkskrankheit nach Alkoholismus.
    Ändert sich was? Bekommen die Frauen Jahrgang 1985, derzeit im besten Mütteralter, mehr Kinder als ihre eigenen Mütter? Bekommen sie nicht.1,39 die Geburtenrate für 2013 laut Statistischem Bundesamt. Wie denn auch. Au Pair, Credit Points, Praktikum, dann endlich ein Job, der Sinn des Lebens, dann Parship, dann 35 und keiner will se, die Ilse. Am Ende kein Kind oder eins noch mit 39.
    Lieber Don, Sie müssten unsere ganze Lebensweise infrage stellen, nicht nur die der 68er. Sie meckern, zu recht, aber doch nur, weil Sie sich selbst nicht mehr so schamlos an den Fleischtöpfen der Selbstverwirklichung bedienen können, wie die Väter und Mütter. Ich sag Ihnen was. Meine Eltern, Vor-68er, bekamen mich, als sie in einer 35 qm Zweiraumwohnung hausten, Ofenheizung und Außenklo, mein Vater Referendar, meine Mutter Verkäuferin und zusammen weniger Geld als ich als Student. Was werden Sie tun? Planen Sie, drei Kinder zu bekommen? Nein? Sie wissen es noch nicht? So von wegen Mutterkreuz und kein Gebärzwang und erst mal die Welt ansehen? Oder später noch nur mit Vollzeitunbefristetjob und 3500 netto? Haben sie schon das erste? Das würde helfen. Aber eine Partei, die das forderte, haben Sie neulich hier noch als eines von sieben Grundübeln bezeichnet. Das sei Ihnen unbenommen. Aber es nutzt nichts, darauf hinzuweisen, wie sehr es die Alten versaut haben. Sie müssen es besser machen, und anders. Eine andere Chance haben Sie nicht. Und es gibt schlimmeres.

    • Sehr klug geschrieben, und vermutlich so ziemlich alle Parameter gemäß heutiger Logik passend
      zusammengetrage, aber.

      Aber eines würde hier im Lande bei den meisten Diskussionen meist übersehen. Die Deutschen sind so nicht. Sie lassen sich nicht gerne die Butter vom Brot nehmen. Obwohl sie so oft so friedlich und wie teilnaiv daherkämen.

      also halten sie endlich alle fein schweigsam doch besser zusammen, und redeten über die ihnen tatsächlich zum vorteil seienden mechanismen nicht, nach dem motto, bloß nichts zerreden.

      und das wäre, dass ein weterer umbau der mitteleuropäischen volkswirtschaft auch weeiterhi etlang eines bereits eingeschlöagenen kurses erfolgeen würde, weils gut so ist: und zwar unter den zwei gesichtspunkten „internationalisierung“ und „weitere verdienstleistung“ machen werden, dass zwar manche leute hier teils weniger verdienen werden, aber über alles eben als deutsche (dank billigem einkauf dank deutscher marktmacht, wovon sie teil) auch weiterhin überproportinal preiswerter einkaufen werden.

      und zweitens auch weiterhin hier die „hochprofitlichen dienstleistungsspitzen“ für weltmärkte sein werden – und preiswertere produktion woanders stattfinden wird: für deutschland das gut. importieren wir doch umverteilbare wettbewerbsfähigkeit. und das werden die deutschen michel ganz sicher auch weiter so machen.

      und das wird vieles, wenn nicht das meiste, so meint man ggfls. ohne allzuviel risiko vorhersagen zu können, überproportional ausgleichen. daher kommt es nicht so schlimm wie befürchtet. zumindest, wenn deutschland sich nicht auf politischem wege – zwecks seiner gewollten finanzmacht-mässigen verkleinerung/relativierung – in der eu nicht zuviele no-bailout-schulden doch noch anhängen ließe.

      gelesen, „tesco in england bangt um seine gewinne, weil aldi und lidl kommen“? für den engl. käufer ist das gut, für europa ist das gut, für die zunächst steigenden freien familieneinkommen in england ist das gut, nur für teile der traditionellen engl. retail-wirtschaft halt nicht.

      und ja, zum glück sind wir täter. man stelle es sich umgekehrt vor: tesco würde hier überall aldi und lidl substantuiell unterbieten können, die preise würden wir schon mögen, aber nicht die in ihnen enthaltene politische botschaft.

      seien wir also verständig und tolerant bzgl. des aufbegehrens der anderern, sie haben es in der tatz schwerer. und kämpfen daher mit großer münze an den finanzmärkten zurück. sie haben ja auch sonst im moment nichts anderes.

      http://tinyurl.com/kpxfpc9

  43. Zwei Anmerkungen zu einem ansonsten absolut zutreffenden Beitrag
    Es waren und sind nicht die Alt-68er, die die Rahmenbedingungen dieser Gesellschaft so negativ verändert haben. Denn was aus ihnen wurde, siehe Joschka Fischer, widerlegt diese These.

    Nicht die Einnahmen sind das Problem, sondern die Ausgaben. Einnahmen hat der Staat momentan mehr als jemals zuvor.

    Nun, „unsere“ Kinder werden es wohl schlechter, deren Kinder aber vermutlich wieder etwas besser haben. Es sei denn, der neoliberale Kurs der Politik wird weiter fortgesetzt und Parallelgesellschaften werden weitere Sonderrechte eingeräumt. Denn irgendwann ist der in das Faß fallende Tropfen der, der es zum Überlaufen bringt. Ob das aber erst 2031 der Fall sein wird, wage ich angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung ganz ernsthaft zu bezweifeln.

  44. Fortschrittsromantik
    Man reibt sich verwundert die Augen: Woher kommt eigentlich der egozentrisch-narzisstische Anspruch, die eigene Generation müsse ein besseres Leben haben als jene davor? Welch‘ naiver Mumpitz is es zu hoffen, insbesondere angesichts des exponentiell steigenden Ressourcenbedarfs weiterhin endlos Konsumorgien feiern zu können? Nachfolgende Generationen werden sich einschränken (müssen). Sie werden deshalb aber nicht unglücklicher sein.

  45. O du mein Wehklagen
    Ohgottgott, die Generation Maxicosy merkt nun daß das ewige Smartfonstreicheln auch ein Ende haben kann.

  46. Hallo!
    eines möchte ich mal klarstellen. Die Renten sind keine Almosen sondern wurden von der arbeiteten Bevölgerung erwirtschaftet. Der Staat bediente sich reichlich an der Rentenkasse und hat eigentlich Diebstahl begangen. Ich habe Drei Kinder bekommen und erzogen und bekomme aber pro Kind nur 2 Jahre Rente angerechnet. Damals konnte man hier im Westen, auf dem Land nicht arbeiten mit Kindern den die Kindergartenzeiten, wenn man überhaupt einen Kindergartenplatz ergatterte, waren alles andere als Arbeitnehmer freundlich und das rächt sich heute in meiner Rente. Obwohl die Zeiten mit den Kindern nicht missen möchte. Mein Mann ging nach mehr als 50 Arbeitsjahren in Rente und das was er bekommt, trotz vieler Überstunden, ist gelinde gesagt ein Witz! Da wir nie in den Urlaub fuhren haben wir ein haus und konnten auch den Kindern Geld besteuern für eine eigene Inmobilie. Wir haben halt gespart. Der Arbeitgeber meines Mannes zahlte eine Lebensversicherung ein als Betriebsrentenersatz und darauf freuten wir uns, es sollte mal auch uns besser gehen z.B. Urlaub usw. aber jetzt zahlen wir kräftig Steuern und Krankenkasse -und Pflegkassenbeiträge. Allso nichts ist mit einer großen Reise! Aber die Dame spricht nicht von den Pensionären, die nichts oder fast nichts in die Pensionskassen einbezahlt haben aber ein sehr dickes Solär bekommen mit 13. Monatsgehalt! Diese ganze Aufrechnerei geht mir auf den Senkel! Jedenfalls ich freue mich auf meine Rente und hoffe ich kann Jahre eher gehen. Meine Gesundheit wird es mir danken!

  47. @Moritz 03.09.2014, 13:20 Uhr
    Guten Morgen Kater,

    alles richtig und wahr, nur warum die letzte Wahrheit verschwiegen?
    Ich will nicht alles zum x-ten Male wiederholen, aber was sie beklagen ist die völlig normale Entwicklung in der Demokratie. Deshalb nennt man das, was wir heute haben ja auch Post-Demokratie. Details gibt’s sogar in Wikipedia.
    Ich verstehe ja, dass sie sich der Einsicht, die sie ja sogar hinschreiben, mittels Klammer auf und zu, und Fragezeichen verweigern wollen

    „Es sind doch mittlerweile fast 50% aller Abi-Jahrgänge der Jungen studierte, gscheite Leut?
    (Oder doch bloß blöd-studierte strukturelle Analphabeten dank Bachelor- und Master-Turbo …?)“
    Selbst die Autorin scheint infiziert, ihr Mangel an Wissen (-wollen?) ist an dem Ho Chi Min Zitat erkennbar. Sie scheint es für lächerlich zu halten, dass ein Volk unter ungeheuren Opfern über Jahrzehnte gegen verbrecherische Kolonialmächte ankämpft, und das auch noch erfolgreich….

    Aber wie sie schreiben, so einfach wäre es nämlich tatsächlich: „Raus aus dem Hamsterrad, abschalten, Distanz. Das Apple-iPhone abschalten. Von mir aus für drei Wochen ins Kloster.“ All dies tat ein Teil meiner Generation als wir älter wurden… und wir tun es noch:
    „Du solltest jeden Tag 20 Minuten meditieren, es sei denn, du bist zu beschäftigt.
    Dann solltest du eine ganze Stunde lang sitzen.“

    Aber, sehen sie dass das irgendwo passiert?
    Warum ist es also falsch dies alles zynisch, aber natürlich völlig distanziert zu akzeptieren? Wer die Wahrheit sehen will, der kann sie sehen. Sie ist vor aller Augen. Ausreden sind wie immer völlig uninteressant. Entweder man tut es, oder man bleibt halt bei den Schafen und Zombies.
    Gibt es einen Grund warum man dieser Entwicklung eine gewisse Gerechtigkeit absprechen sollte?

    Verglichen mit dem, was diese von den Betroffenen ja für so toll gehaltene Mutti-Regierung, in Zusammenarbeit mit den Kriegstreibern von NATO, USA und GB gerade anderen Ländern antun will, ist das Schicksal dieser Masse denkunfähiger deutscher Mittelmässiger ja wohl ein Kinderspiel oder?

  48. Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an
    OT

  49. OT
    Unsere BK will noch geräuschloser Regieren!
    (FAZ net)
    Mit hilfreicher Unterstützung der Verhaltensforschung
    sollen die Bürger – ääh Menschen – in die „richtige“
    Richtung geschubst werden.
    Sie sollen sich nicht mit dem Spatz in der Hand in der
    Hand zufrieden geben, sondern der Taube auf dem Dach
    den Vorzug geben!

    Was fängt Frau Merkel nun mit dem Spatz an, der ihr
    von den Verhaltensforschern in die Hand gedrückt wird?
    :-)))

  50. Klar haben wir Alten jetzt die Mehrheit
    Und ist es nicht demokratisch wenn die Mehrheit sich durchsetzt? ist doch wohl so geplant. Wir wollen es auch gar nicht schlechter haben. Don Alfons, für den ich gerade in Rom in der Basilika des heiligen Alfons eine Kerze angezündet habe, denkt ja schließlich auch so: Sch… was auf die armen Leute. Warum haben sie auch kein Geld!

  51. Herbst
    Die Weinberge färben sich gelb und rot, ich empfehle ein Fläschen vom Vernidot.

  52. Was soll man von einer jungen Generation erwarten ....
    …. die vor Flagshipstores kampieren, um dann beglückt in die Kamera zu grinsen, dafür dass sie gerade wieder eine maximale Produzentenrente abgedrückt haben.
    .
    Wer sich so leicht ausnehmen lässt, der braucht sich nicht zu wundern, dass es ihm / ihr schwer fällt Vermögen durch eigene Ersparnisse zu bilden, so dass es ihnen „in der Zukunft einmal besser gehen wird“ als am Anfang der Ersparnisbildung. Aller Anfang ist eben schwer – das gilt besonders für den Konsumverzicht.

  53. "alle" ?
    „Keiner traut sich die Wahrheit auszusprechen, doch eigentlich wissen es alle. “
    .
    Glaub‘ ich nicht. Die Mehrheit sitzt vorm TV oder liest (wenn sie überhaupt liest) eins der vielen vielen bunten Unterhaltungsgazetten von Burda & Co mit (immernoch) riesigen Auflagen, wöchentlich! Die Mehrheit wählt immer die gleichen Schlächter, q.e.d.

  54. Pingback: Breitseite Ausgabe 9 (2014/10) | Team Presse

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