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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Sushi, Sex und Sittlichkeit

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Vorbemerkung: Vor 200 Jahren starb, verhasst und bewundert gleichermassen, Marquis de Sade. In der folgenden Epoche, die wir, von einigen massenmörderischen Aussetzern abgesehen, gern als aufgeklärte Neuzeit betrachten, hat sich viel getan, und die einst so gefürchteten Werke des Marquis sind in jedem Buchladen wohlfeil erhältlich. Noch leichter ist es, im Internet Pornographie zu konsumieren, auf Plakaten räkeln sich halbnackte Frauen in Posen, die zu Urgrossvaters Zeiten, der dem Franzosen den Bauch im Krieg bedenkenlos aufschlitzte wie eine Wurst, noch unsittlich gewesen wären. Und wer das Pech hat, unter dem rotgrünen Regime in Kreuzberg zu leben, muss gerade feststellen, dass man sich Uropas Sichtweise wieder zu eigen macht: Dort nämlich sind Plakate verboten, die nach Meinung der dortigen Inquisition Frauen sexistisch darstellen. Wir sind zwar weit gekommen, wir sind wirklich nicht mehr prüde, Sex ist ein ganz normales Thema und auch die FAZ hatte heute eine Bildstrecke des Pirelli-Kalenders. Man tut gut daran, sie sich anzuschauen, so lange es noch geht: Denn die Zeiten ändern sich.

Beispiele gibt es zuhauf. In Australien wurde nach einer Internetkampagne das Videospiel GTA V aus den Regalen geräumt, weil es Szenen sexistischer Gewalt und Darstellung von Prostitution bringt. In England veröffentlichte die Regierung eine Liste der sexuellen Praktiken, die nun nicht mehr öffentlich dargestellt werden sollten. Einen Nichtnur-Pornofilter zum Schutz der Minderjährigen gibt es dort schon länger, und auch in anderen Ländern werden solche Ideen immer wieder ins Gespräch gebracht – in Deutschland etwa durch Alice Schwarzer, die vermutlich schon bei meiner Portraitsammlung des Rokoko fragen würde, wo hier der offene Kamin ist. Und auch das Tragen von Kleidern mit darauf abgedruckten Frauen zieht einen Shitstorm nach sich.

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Vieles davon hat mit dem Internet zu tun, aber bisweilen manifestieren sich diese Kämpfe um sexuelle Freiheit und Verbote auch in der Realität. Alice Schwarzer bekam bei ihrer Buchpremiere zum Thema Prostitution Besuch, den Antonia Baum dankenswerterweise hat sprechen lassen. Die nächste Station der Kampagne ist, beginnend mit dem heutigen Tag, das schöne München,

wo ein Hofbräuhaus steht und ein Kongress zum Verbot der Prostitution stattfindet, gefördert unter anderem vom Sozialreferat der Stadt mit Steuermitteln, unter der Organisation des Vereins Kofra e.V.. Wie „Tanzen gegen Prostitution“ aussieht, hätte mich durchaus interessiert, noch mehr aber, das gebe ich zu, hätten mir harte Debatten zwischen den verfeindeten Lagern gefallen. Und auch, wenn die Podien an sich so viel Meinungsunterschiede wie der Volkskongress von Nordkorea versprechen: Dies ist ein freies Land und der Kongress wird vom Volk mitfinanziert. Prostitution ist ein anerkannter Beruf und nicht illegal, es gilt das Recht der Meinungsfreiheit, und ausserdem ist Kofra feministisch. Sie werden doch nicht die Meinung von besuchenden Frauen unterdrücken?

Allerdings wurden dann jene Sexarbeitsaktivistinnen, auf deren Erscheinen ich mich sehr gefreut hätte, bei der Anmeldung von der mit öffentlichen Mitteln geförderten Organisation ruppig aussortiert. Nun wird die Münchner Sozialreferentin also wirklich widerspruchsfrei Grussworte an Alice Schwarzer hören und ganz so attraktiv, dass ich dafür allein nach München fahren würde, ist Tanzen gegen Prostitution dann doch nicht. Eine derartig einvernehmlich-politische Stimmung wird es in München seit den Bierzeltreden von Franz-Josef Strauss nicht mehr gegeben haben, und alle werden verlangen, dass jene, die ausgewiesen wurden, das Schreckliche, Unsagbare, Entsetzliche nicht mehr tun, wofür die „gefallenen Frauen“ nach Uropas Weltsicht eigentlich ganz gute Gründe haben. Nachdem ich aber schon Journalisten an einem kostenlosen Buffet mit öligem Fingerfood gesehen habe, schreckt mich auf dieser Welt keine Perversion mehr. Und was mir eine Sexarbeitaktivistin, nennen wir sie in der Tradition der Oper „Cosi fan tutte“ Despina Castiglione, im persönlichen Gespräch zu dem Thema erzählte, fand ich so bemerkenswert, dass ich sie bat, das doch einfach selbst aufzuschreiben. Nie könnte ich das so schön ausdrücken, und ich verspreche hier auch mehr Vergnügen als bei meiner Schilderung des mit Steuergeld bezahlten Tanzes gegen bezahlten Sex.

sushi

AB HIER NUN DER GASTBEITRAG VON DESPINA CASTIGLIONE

Will der Herr Graf ein Tänzchen wohl wagen

Beim durchaus pikanten Thema „Sex gegen Geld“ reden viele Menschen gerne mit, und obwohl angeblich keiner etwas damit zu tun hat, leistet sich dennoch jeder eine Meinung.

Mir ist noch niemand begegnet, der auf die Frage, was er denn von Prostitution halte, mit völliger Gleichgültigkeit reagiert hat, im Gegenteil. Auf die Frage, ob er oder sie denn schon einmal als Anbieter oder Kunde in diesem Bereich aufgetreten ist, antwortet allerdings die weit überwiegende Mehrheit mit einem für meinen Geschmack manchmal etwas zu entschiedenen „Nein, ICH doch nicht“, gefolgt von einer Aufzählung mehr oder weniger nachvollziehbarer Gründe, warum man selbst niemals so etwas tun würde und am Ende läuft es meist auf eine Conclusio des Stickmusters „bei mir ist alles super, zumindest so lange ich DAS nicht nötig habe!“ heraus. Nötig, soso.

Haben Sie es denn nötig, dass man für Sie putzt und aufräumt, weil Sie es selbst nicht auf die Reihe kriegen? Können Sie weder kochen noch putzen und sind am Morgen nicht mal in der Lage, sich selbst einen anständigen, fair gehandelten Kaffee zu kochen, und kaufen sich deshalb lieber diese völlig überteuerte Plörre, von schlecht bezahlten Angestellten in prekären Arbeitsverhältnissen lieblos in den To-Go-Becher gekippt? Waren Sie gar mal beim „All-you-can-eat“, wo man so viel in sich hineinstopfen kann, wie nur irgend rein passt, und das zum Festpreis?

sushc

Sie leisten Sich da also eher einen kleinen Luxus, machen es sich halt einfach, schätzen schlicht und ergreifend Ordnung und Reinlichkeit eben so hoch wie ihre Freizeit, und können es eben bezahlen? Der Italiener ums Eck kriegt das Saltimbocca auf einem Niveau hin, das Sie vermutlich mit jahrelanger Übung nicht erreichen? Sie wollen manchmal einfach unkompliziert was zu essen?
Und nicht immer dieses Chaos in der Küche haben.

Man kann hierzulande annähernd jede Dienstleitung auf fast jedem Niveau kaufen, und die weit überwiegende Mehrheit findet das eigentlich auch ganz gut so. Dass Menschen in Jobs mit guten Arbeitsbedingungen dank höherer Qualifikation und Bezahlung in aller Regel in diesem System zufriedener sind, als Schulabbrecher auf Mindestlohn in der Gebäudereinigungsbranche, nimmt man billigend in kauf. Es kann schließlich nicht nur Häuptlinge geben. Nur wenn Sex zur Dienstleistung wird, geht der Selbstreflexionsgrad schlagartig durch die Decke, es braucht Sondergesetze, weil es kann ja nicht angehen, dass es leichter ist, eine Pommesbude zu eröffnen, als ein Puff. Was übrigens billige Polemik ist, und nur zeigt, dass Leute, die eine solch blödsinnige Argumentation führen, noch nie versucht haben, irgendwo Räumlichkeiten für ein Bordell zu finden.

Und plötzlich sorgt sich alle Welt um das psychische Wohlergehen der Huren, fühlt sich qua moralischer Überlegenheit nicht nur ermächtigt, sondern geradezu verpflichtet, alles, inklusive der korrekten Kondomverwendung bis ins kleinste Detail zu kontrollieren und zu bewerten. Zu unserem eigenen Besten, auf dass wir auf den Pfad der Tugend zurückkehren und nach allgemein anerkannter Façon glücklich werden. Natürlich braucht der Regulationswahn in Sachen Sexkauf keine wissenschaftliche Grundlage, denn erforscht hat man die Sexarbeit in Deutschland noch nicht ernsthaft. Man weiß ja nicht mal, wie viele Sexarbeitende es hierzulande gibt  Glauben Sie nicht? Schauen Sie mal hier. Man hat sich stattdessen aber eine Meinung gebildet, und die steht fest, denn wer braucht schon Objektivität, wenn er moralisch haushoch überlegen ist.

sushb

Akademisch gebildete, postmenopausale Frauen aus gutem Haus verfassen dann in der felsenfesten Überzeugung, das einzig Richtige zu tun, auf ihren unter ethischen Gesichtspunkten in durchaus fragwürdigen Verhältnissen gefertigten Klapprechnern in gebürstetem Aluminium Appelle gegen Prostitution, und meinen eigentlich Menschenhandel und Ausbeutung. Dabei verstehen sie nicht, wie ermächtigend und befreiend es sein kann, die Stromnachzahlung oder die Klassenfahrt für die lieben Kleinen zusammengevögelt, und sogar noch ein paar Euro für einen Kinobesuch übrig zu haben, wenn man nicht in Wohlstand geboren wurde.

Mir persönlich erscheint als wirksames Mittel gegen Ausbeutung durchaus die Stärkung der Arbeitnehmerrechte, und gegen Menschenhandel und Gewalt möchte ich keinen rührseligen Appell, sondern ganz praktisch alles, was das Strafgesetzbuch zu bieten hat, angewendet sehen. Aber was weiß ein gefallenes Mädchen wie ich schon von der Welt.

Was ich aber weiß ist, dass die Moral doch nicht ganz über allem steht, denn wo ein drängendes Bedürfnis auftaucht, da findet sich in einer dunklen Ecke auch sicher jemand, der bereit ist, es zu befriedigen. Und je größer die Not, desto schlechter die Konditionen und umso härter die Bandagen, mit denen gekämpft wird. Das Problem an Armutsprostitution ist mehr die Armut, und weniger die Prostitution.

sushe

In den meisten Fällen ist die Sache ganz banal und auch ziemlich fair: Zwei oder mehr erwachsene, und weil es um Sexarbeit geht, sage ich das dazu: in aller Regel auch geistig vollkommen gesunde Menschen entscheiden sich, Geld gegen sexuelle Gefälligkeit zu tauschen. Dann wird der Tausch durchgeführt, das kann mehr oder weniger auf- oder anregend sein, und am Ende gehen zwei oder mehr Menschen wieder ihrer Wege, denn das ist Bestandteil des Vertrages. Das ist ein bisschen, wie Essen gehen und sich danach darüber freuen, dass die Küche nicht eingesaut ist. Man schenkt sich noch ein Glas Wein ein, freut sich daran, dass man keinen Ärger mit dem Aufräumen hat, und gut.

Freilich, kann man jetzt sagen, nach dem Sex gibt es aber doch nichts aufzuräumen. Naja. Hatten Sie schon mal Lust auf sexuelle Nähe, aber nicht auf den Partner? Oder haben Sie schlicht keinen Partner, und auch keine Lust darauf, sich einen zu suchen, inklusive des dann nötigen sich-auf-den–anderen-Einlassens? Haben Sie vielleicht gar Gelüste, die ihr Schatz nicht erfüllen kann oder möchte, oder die Sie sich gar nicht getrauen, in Worte zu fassen? Möglicherweise kennen sie auch die verheerende Wirkung von Affären mit emotionalem Ungleichgewicht? Das kann schon mal chaotisch werden, nicht wahr?

Sehen Sie: Es gibt ganz simple Gründe dafür, die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen zu erwägen, dazu muss man nicht zwingend pervers sein. Manchmal wünscht man sich ein Gegenüber, das gewisse Bedürfnisse fachkundig zu stillen weiß, und anschließend diskret verschwindet. Überhaupt Perversionen. Bleiben wir doch beim Essen, da bin ich nämlich ziemlich eigen. Außerdem ist Essen ein bisschen wie Sex. Alle machen es, und jeder macht es ein klein wenig anders.

sushf

Ich bin regelmäßig erstaunt, wie viele Menschen gerne Sushi essen. Viele gehen dafür außerhaus, weil ihnen die Herstellung in der eigenen Küche zu aufwendig… lassen wir das. Jedenfalls, diese Menschen essen mit für mich absolut nicht nachvollziehbarem Genuss rohen Fisch, der in kalten Reis und Algen eingewickelt ist. Und dazu gibt es in Essig eingelegten und vergorenen Rettich. Das ist absolut nicht meine Welt.Ich möchte mich nicht gegen Sushi im Allgemeinen aussprechen, nur ist in meinen Augen Sushi kein Nahrungsmittel, ich finde es fürchterlich und möchte damit nichts zu tun haben. Ich möchte nicht auf einem Fischkutter arbeiten, auch nicht für viel Geld. Wobei ich davon ausgehe, dass die Arbeiter auf den Kuttern nicht reich werden. Mir gefällt es nicht, dass man Fischen den Kopf abhackt, um sie dann in ungenießbare, für meine Nase nach Hafenbecken riechende Häppchen zu verwandeln. Aber ich laufe deswegen nicht barbusig mit einem Transparent in Händen durch die Straßen und rufe dazu auf, Sushi zu verbieten. Ich belästige auch niemanden mit meinen Theorien über die Risiken einer nicht ganz einwandfreien Kühlkette im Spannungsfeld zwischen rohem Fisch, prekären Arbeitsverhältnissen in der Gastronomie und der allgemeinen Darmgesundheit. Ich esse einfach kein Sushi.

Mir persönlich wäre es ganz recht, wenn Leute, die anscheinend weder Sex noch Menschen mögen, sich aus der Diskussion um Sexarbeit heraushalten würden. Ich kann nicht beurteilen, ob ein Sushi gut oder schlecht ist, ich habe von solchen Sachen keine Ahnung, und ich will mich eigentlich auch gar nicht bemühen, hier Kompetenzen zu entwickeln. Ich überlasse das Thema Leuten, die sich damit auskennen, die werden schon wissen, was sie tun.

sushd

Ganz ähnlich ist es mit den Huren. Die wissen, wenn ich sie so unter Kolleginnen frage, erstaunlich gut, was sie wollen und was sie brauchen, um ihre Arbeit gut –also für alle Beteiligten gedeihlich- machen zu können. Sie wünschen sich sichere Arbeitsplätze, günstige rechtliche Rahmenbedingungen, freundliche Kundschaft und anständige Entlohnung, wie alle anderen Mitglieder der arbeitenden Gesellschaft auch. Man könnte fast auf die Idee kommen, das seien ganz normale Leute, die ihren Job machen, ihre Steuern zahlen und ansonsten in Frieden gelassen werden wollen.

Was unsere Dienstleistung jedoch von den meisten anderen Berufen unterscheidet ist die Einordnung als sozial unwerte Tätigkeit und die damit einhergehende dringende Notwendigkeit absoluter Diskretion. Man könnte es durchaus auch Stigmatisierung nennen. Meine Kundschaft kann es sich jedenfalls nicht leisten, den Kollegen am nächsten Tag von dem gelungenen Abend mit mir zu erzählen. Mir sind Fälle bekannt, in denen der Umstand, sexuelle Dienstleistungen in Anspruch genommen zu haben, zur umgehenden Entfernung des Betreffenden aus dem Arbeitsleben geführt hat. Ich weiß, dass an dieser Stelle einige Damen leise applaudieren, aber wissen Sie was: das ist böse, und ich sehe in solchem Verhalten ein Symptom eines in sich geschlossenen und damit stark eingeengten Weltbildes. Wundern Sie sich nicht, wenn ihnen die Gegenseite auch Job- und Gesichtsverlust an den Hals wünscht. Ich bin absolut für Gleichberechtigung und einen respektvollen Umgang im Miteinander der Geschlechter, da gibt es gar nichts zu diskutieren. Aber Gleichmacherei und femicalvinistisches Gedankengut halte ich für ungesund.

sushg

Dementsprechend wird mir sehr unwohl, wenn sich mir bei näherer Betrachtung die Vermutung aufdrängt, dass die Diskussion, wie die Gesellschaft und der Gesetzgeber mit Prostitution umzugehen haben, sich gar nicht darum dreht, was denen, die in der Sexarbeit tätig sind, nun wirklich nutzt. Sie dreht sich befürchterlicherweise um den Grad an Freiheit, der dem Einzelnen bei der Ausgestaltung seiner Sexualität zugestanden werden soll. Und das ist der Punkt, an dem mir mein vegetarischer Teller wieder hoch kommt, und der, an dem es schon lange nicht mehr nur um die geht, die Sex gegen Geld anbieten, sondern um die, die sich nicht dem aktuell herrschenden neopietistischen Selbstoptimierungswahn in vorauseilendem Gehorsam unterwerfen wollen.

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249 Lesermeinungen

  1. Danke!!!
    So, dankeschön, jetzt muss ich lächeln.

    • Gern geschehen, es ist mir ein Vergnügen, das hier zu haben.

    • ekel erregend
      aha, nun weiß man also wes geistes kind er ist, dieser werte don alphonso: sexualität als säuberungsaktion des ungepflegten männlichen sexualorganes!

      EDIT: Rest wegen unflätiger Sprache editiert. Lesen Sie gefälligst die Einleitung.

    • Auch Sie haben das nicht verstanden; Der untere Teil ist ein GASTBEITRAG EINER SEXARBEITERIN. Lesen sie halt, bevor sie hier rumpöbeln

  2. Transparente Mehrklassenmoral...als Folge von Vernunftmangel, geistig gut "gespiegelt".
    Dieses Zitat hätte Schlußwort sein können.
    Seine eigene Dummheit zu erkennen mag schmerzlich sein. Keinesfalls aber eine Dummheit.
    Oliver Hassencamp

  3. Villeicht ist es doch nicht ganz so einfach, Prostitution als Geschäft zu verstehen.
    Ein Diskussionspartner entgegnete mir auf eine klar positive Meinung zur Legalität wie Legitimität fon Prostitution einmal sinngemäss: „Stellen Sie sich eingfach vor, Sie müssten Ihren nackten Arsch einsetzen, um sich Ihren Lebensunterhalt zu verdienen.“ Und fragte danach weiter, wenn das alles so sauber, geschäftsmässig und nüchtern abliefe, ob dann demnächst die Arbeitsagenturen Arbeitslosen entsprechende Jobs anbieten sollten, mit allen damit verbundenen Konsequenzen (Ablehnung = Arbeitslosengeldkürzung).

    Treffer. Die Fragen zielen deshalb ins Schwarze, weil sie einen Punktstrahler auf den Kern der meisten pro Prostitutionsargumente richten: Dass es sich um ein normales Geschäft handle, eine Dienstleistung wie Wäschereinigung. Ich bin ziemlich sicher, eine sehr grosse Mehrheit der Deutschen würde das verneinen.

    Das muss einen nicht zur Ablehnung legaler Prostitution bringen. Ich bin aus ganz pragmatischen Gründen weiterhin entschieden gegen jeden Versuch, das Anbieten oder den Ankauf von Sex zu verbieten. Zum einen, auch wenn die schwedischen Behörden an dieser Stelle offen lügen, weil das Geschäft sich nicht beseitigen, nicht einmal eindämmen, lässt. Zum anderen, weil das Abschieben in die Illegalität oder in halblegale Grauzonen die weiterhin vorhandenen Prostituierten als Menschen deutlich schlechter stellt. Nur Wesen mit geradezu grössenwahnsinnigen Ausrottungsphantasien von jahrtausendealten Menschheitskonstanten kommen trotzdem auf solche Ideen (hallo Frau Schwarzer).

    Dennoch kaufe ich das Argument nicht, Prostitution sei eine normale Dienstleistung und eigentlich sollte man bei Kollegengesprächen Empfehlungen für gute bzw. Warnungen für schlechte Dienstleistung aussprechen. Wer das dennoch glaubt, kann sich ja selbst die oben gestellte Frage beantworten. Wer nicht will, dass Prostitution zum normalen Angebot einer Arbeitsagentur gehört, für den ist das keine normale Dienstleistung, case closed.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Zumutbarkeit
      ich denke, Du gehst von der Annahme aus, dass jeder, der arbeitssuchend ist, auch jede zumutbare Arbeit annehmen muss. Dabei gibt es aber durchaus noch Aspekte, die einen Arbeit nicht zumutbar machen. Das können gesundheitliche Gründe sein (schwerhörige Menschen im Callcenter, Menschen mit Sprachschwierigkeiten im Callcenter), das können religiöse Gründe sein (sehr religiöser Mensch im „Satanas Club“), das können auch Gründe sein, die der Ethik entsprechen (Abtreibungsgegner im Abtreibungskrankenhaus). Aus genau den gleichen Gründen wäre es auch möglich, den Frauen und Männern (bitte die nicht immer vergessen) zwar entweder einen entsprechenden Job anzubieten, aber die Ablehnung zu akzeptieren oder aber erst bei entsprechendem „ich bin durchaus an xy interessiert“-Kreuzchen einen Job zu offerieren.

      Wasm den „Arsch hinhalten“ angeht – nun, sagen wir es so: der eine oder die eine mag dies für schlimm halten, der nächste sagt sich „ist mir lieber als mich 8 Stunden zu verbiegen um die Billigkonserven einzuräumen“. Auch das ist Selbstbestimmung. Interessanterweise (siehe Artikel) wird es als schlimmer angesehen, sich einmal für 80 Euro penetrieren zu lassen, jemanden oral zu befriedigen oder auch manuell als für das gleiche Geld 8 Stunden an der Kasse zu sitzen und sich von zig Leuten anpflaumen, beleidigen usw. zu lassen, sich den Rücken krumm zu arbieten usw. N

      Nur mal so als kleine Rechnung: 8 Stunden täglich im Verkauf , dazu kommen noch 1 Stunde Vorlauf – und eine Stunde Nachlaufzeit, nicht gerechnet. Das wurde mit 800 Euro brutto vergolten und vom Jobcenter sogar noch als Bombenchance angesehen. 8 Stunden lang bedienen, einsortieren, aussortieren, kassieren, lächeln, sich den Klogang verkneifen usw. Warum sollte da nicht auch jemand sagen dürfen „ich geh lieber anschaffen“?

    • Ich verstehe die Antwort nicht ganz? Ich bin mir nach wie vor ziemlich sicher,
      dass ich für die Position, Prostitution sei eine normale Dienstleistung, nicht einmal annähernd eine Mehrheit fände.

      Und mit einem rationalen Argument kommen Sie an der Stelle sehr schwer weiter, gefühlte Einschränkungen persönlicher Menschenrechte sind politisch wirkungsmächtig, aber nicht rational. Dagegen spricht auch nicht, dass einige Menschen das natürlich anders entscheiden können, es gibt nahezu keine legale oder illegale Handlung bzw. Unterlassung, die keine Befürworter findet. Die Frage ist immer, ob es zu einem allgemeinen Gesetz (im Sinne von Regel oder Regelannahme) reicht.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Einschätzungen können sich ändern- Früher war der Pirellikalender Pporno und heute ist er „Stil“ in der FAZ.

    • Alle Einstellungen können sich ändern, aber bei "Eigene Körperöffnungen
      anderen gegen Entgelt zur Verfügung zu stellen“ halte ich das für eher unwahrscheinlich.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ich empfehle da das Buch „Dame Venus“ von Jacques Rossiaud, erschienen bei Beck. Um mal eine Geschichte aus meiner Region zu erzählen: Kaiser Maximilian hat bei einem Einzug in Regensburg zwischen Schottenkloster und Fidelgasse einer Aufführung von tanzenden Sexarbeiterinnen nicht nur beigewohnt, sondern auch mit den Damen getanzt. Öffentlich. vor den Granden des Reiches. Und niemand fand das daneben.

    • Hübsche Geschichte Don. Gegenprobe: Wieviele Damen oder Herren des Hochadels
      oder des Landadels oder des Klerus oder der städtischen Oberschicht frönten der Sexarbeit? Genau. Case closed.

      Nicht dass uns deutlich mehr Entspanntheit in Sexualfragen schaden würde. Das hat nur nichts damit zu tun, für wie „normal“ man eine solche Tätigkeit für sich oder seine Söhne und Töchter hält.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Uh-oh, da möchte ich auf den Visitationsbericht aus Niedermünster hinweisen, auch in Regensburg, wo man sich mit dem Verhalten der Nonnen beschäftigte. Ausserdem rate ich zu Franz blei, Geist und Sitten des Rokoko, da wird man bestens bedient. Es ist dutchaus zutreffend, dass beim steigenden sozialen Stand der Wunsch nach Belohnung stieg, aber es lassen sich genug Beispiele finden, wo Brüder zur Erlangung höherer würden den Machthabern ihre eigenen Schwestern zugehalten haben. Man war damals gerade in den führenden Schichten nicht so wie heute.

    • Normal ist die falsche Kategorie
      nicht, weil es das Argumentationsmuster des abweichenden Verhaltens als sozial oder ethisch abseitig oder gar minderwertig aufzunehmen scheint. Nein, Prostitution ist kein normaler Beruf wie Müllmann oder Krankenschwester, beides nur Beispiele extrem anspruchsvoller Berufe, die sicher nicht jeder zu leisten im Stande ist. Da wie dort braucht es spezielle Fähigkeiten sowohl physischer, wie psychischer Art, die nicht jedem zueigen sind (und auch vom Arbeitsamtmitarbeiter nicht mal eben eingefordert werden können). Es gibt natürlich noch mehr Beispiele für schwierige Berufe.
      Kein Beispiel gibt es dagegen dafür, dass Frauen aus Osteuropa für Geld hierher gelockt werden und für wenig Geld alte Menschen pflegen müssen, oh nein, doch gibt es, ok, also Müllmänner aus Anatolien hierher … , argh nein,
      Also Galliani hat gesagt, dazu später ..

    • Normalität
      Die Frage nach der Normalität scheint mir am Kern der Sache doch gründlich vorbei zu gehen, denn einerseits gibt es genügend Berufe, die auch nicht der Norm entsprechen, und trotzdem nicht mit dem Stigma behaftet sind, es bei der Sexarbeit eben der Fall ist.

      Soldaten, Bestatter, Menschen, die z. B. Ebern und Stieren Samen zur kommerziellen Verwendung „entnehmen“ (lachen Sie nicht, manchen Tieren scheint ein vorgewärmtes Plastiktütchen allein nicht zu genügen, um in Stimmung zu kommen) … alles Arbeiten, die man als ungewöhnlich, also eben nicht normal, bezeichnen kann. Nur kommt niemand auf die Idee, diese Tätigkeiten zu verbieten, ganz ungeachtet dessen, dass es sicher Menschen gibt, die sie nicht ausüben möchten oder die potentiell Schaden davon nehmen könnten.

      Ich bin da ganz bei Ihnen, wo niemand eine Arbeit tun müssen soll, bei der er körperlich oder seelisch erheblichen Schaden erleidet, oder die er aus ethischen (wegen mir auch religiösen) Gründen ablehnt.
      Deshalb spreche ich mich auch entschieden dagegen aus, die Ablehnung jedweden Jobangebotes durch die Arbeitsagentur mit Sanktionen zu bedrohen, aber das ist eine ganz andere Frage als die, ob man nicht erwachsenen Menschen die Freiheit zugestehen sollte, den Beruf auszuüben, für den sie sich entscheiden.
      Auch wenn man selbst diese Tätigkeit für sich ablehnt.

      Die Arbeitsagentur ist in meiner Wahrnehmung keine moralische Instanz, deswegen kann ich die Argumentation, Sexarbeit sei nur dann als Beruf anzuerkennen, wenn die Arbeitsagentur auch in die Sexarbeit vermittelte, so nicht nachvollziehen.

    • Darum ging´s gar nicht. Es ging um die Frage, ob es vorstellbar ist, Prostitution
      (wie Berufsmilitärs) in den Katalog der Bundesanstalt für Arbeit aufzunehmen. Die klare Antwort darauf lautet: Nein. Ich will da gar nicht lange über Begründungen streiten, weil es beim „normal“ hier nicht um die Frage von individuellem Normalitätsempfinden geht. Das „Stigma“ dürfte weniger in der Zuschreibung, als in der Natur der Arbeit selber liegen.
      Gesellschaftlich kann ich die Frage, was „normal“ ist und als normal zu behandeln, gar nicht ausschliesslich von der Empfindung von Betroffenen abhängig machen. Weshalb „meine Empfindung“ auch kein gutes Argument darstellt. Was für Sie persönlich „normal“ ist, ist es für die grosse Mehrheit der Deutschen, der Europäer allgemein, eben nicht.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      THorHa, ich glaube Sie übersehen da etwas Entscheidendes. Geht es um etwas was die Gesamt-Gesellschaft als „normale Tätigkeit“ betrachtet, oder die betreffenden Individiuen für sich selber?
      Es geht mal wieder um Besserwisser, diesmal der widerlichste Zweig jener Spezies, der moralischen (also heuchlerischen) Besserwisser, die den Anderen ihre Meinung aufzwingen wollen.
      Wie üblich wäre es interessant zu erfahren, ob diese letztlich wirklich die Mehrheit sind, oder nur durch Lautstärke, bzw die Verstärkung durch Politik und Medien, solchen Einfluss haben.

    • @rossdorn:
      Tyler, beantworten Sie sich diese Frage doch bitte selbst. Und fangen Sie einfach mit der Überlegung an, ob eine Gesellschaft tatsächlich alles, ausnahmslos alles, zulassen und rechtlich gleichbehandeln soll, was auch nur 2 Menschen aus ihrer Mitte „freiwillig“ tun.

      Ich habe klargestellt, dass ich im Ergebnis nicht Schwarzers Auffassung bin und Prostitution weder bekämpfen noch illegal machen will. Ich halte nur nicht viel von der Begründung (Geschäft wie jedes andere) und halte auch die Auffassung für bewusst naiv, alle Frauen, die als Prostituierte arbeiten, hätten sich als 18jährige diese Tätigkeit reflektiert-bewusst ausgesucht. Das ist in etwa genauso einseitig wie Schwarzers generelle Sexfeindschaft.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Auch Reiche taten und tun das
      Zitat: Gegenprobe: Wieviele Damen oder Herren des Hochadels
      oder des Landadels oder des Klerus oder der städtischen Oberschicht frönten der Sexarbeit?

      Die Probe kann gemacht werden, und sie klappt direkt doppelt.

      Zum einen geht der Adel einer ganze Menge Tätigkeiten nicht nach, die wir deshalb kaum als problematisch bezeichnen: Schuster, Koch, etc. Dass Adel etwas nicht tut, bedeutet daher nichts.

      Zum anderen betätigt sich der Adel durchaus in der Sexarbeit. Ok, die Benennung ist etwas anderes, man spricht dann von Mätressen, Hochzeiten und Erbfolge, und die Bezahlung ist etwas weniger transparent in Gefallen, Einfluss und Königreichen. Das Prinzip bleibt aber das gleiche: die (auch) sexuelle Beziehung besteht nicht aus Liebe, sondern als Mittel zum Zweck des Gewinns.

    • Aber ThorHa....
      Wieviele andere „18jährige“ kennen sie denn die sich ihre „Tätigkeit reflektiert-bewusst ausgesucht“ haben????

    • Mehrheit
      „Ich bin ziemlich sicher, eine sehr grosse Mehrheit der Deutschen würde das verneinen.“

      …die würden so manches verneinen, egal ob’s „gut“ oder „schlecht“ ist … für wen? Oder auch bejahen…
      .
      „Meinungen sind wie A’schlöscher: jeder hat eins“ (amerikanischer Schauspieler in seiner Rolle als cooler Rächer)

    • Vielen Dank, ThorHa,
      Sie sprechen mir aus dem Herzen. Wann immer ich die Herren energisch die Pro-Prostitution-Position einnehmen sehe (lese), wäre mein Vorschlag, sich erst wieder zu äußern, wenn sie sich fünf Tage selbst prostitutiert haben, mit mindestens vier Freiern pro Tag. Ich bin ziemlich sicher, dass danach mit den Pro-Kommentaren ziemlich schnell schluss wäre…

  4. Rahmenbedingungen für diese Dienstleistungsbranche könnten so
    aussehen (wobei es mir einfach zu lästig ist, jetzt – wie heißt das neuerdings so schön? – gendergerecht zu sein; ich nehme nur die Frau als Anbieterin und Leistende ins Visier):

    !.) Sie gehen in eine geschlossene Einzelzelle in strenge Quarantäne.
    2.) Am Ende der Inkubationszeiten aller bekannten übertragbaren Krankheiten werden Sie ärztlich und labormedizinisch untersucht.
    3.) Wenn auch die B- und C-Proben einwandfrei sind, bleiben Sie weiter in strenger Quarantäne und können von dort aus Ihr(e) Angebot(e) an andere Quarantänezellen senden und/oder welche von dort empfangen.
    4.) Sobald Sie sich handelseinig geworden sind, erfolgt Zuführung in eine geschlossene Gemeinschaftszelle und Ausführung der vereinbarten Dienstleistungen.
    5.) Danach Rückführung in die jeweiligen Einzelzellen.
    6.) Nach Ablauf der längsten bekannten Inkubationszeit und Untersuchungen ohne positive Befunde Entlassung aus der Einzelzelle.

    Diese Liste kann man sicher noch ergänzen.

    Machbar? Praktisch nicht – und so wird auch weiterhin das, was Sie ganz frisch von Ihrem Vormittagskunden erhalten und an Ihren Nachmittagskunden weitergegeben haben, von Letzterem seiner Ehefrau, seiner neu kennengelernten Freundin und sonstwem überreicht werden – zu deren nachträglicher „Begeisterung“. Wenn Sie die Folgen Ihrer Promiskuität wenigstens ganz alleine tragen müssten: Sei’s drum. Aber leider ist das nicht so: Die Probleme mit HIV beispielsweise entstanden vor allem wegen fehlender Enthaltsamkeit und Treue. Und Sie wundern sich noch über Ablehnung?

    • Nicht einmal die Bundesregierung sieht erhöhte Gesundheitsrisiken
      Promiskuität, verbunden mit Leichtsinn, birgt immer Gefahren. Ob diese bei prostitution höher sind, dürfte zu belegen sein. Also immer her mit den Zahlen und Fakten. Was Enthaltsamkeit und Treue angeht – beides sind persönliche Aspekte, die abeer nicht als gemeingültige Aspekte gelten sollten.

    • Das ist ebenso richtig wie unsinnig..
      In der Praxis stimmt das…. allerdings geht die Diskussion hier über Sex und nicht über Dummheit.
      Wer ihm unbekannte Sexualprtner ohne Schutz penetriert, warum sollte der nicht mit den Konsequenzen leben müssen?

      Genau diese, ihre heuchlerische Form der Argumentation macht das alles so lächerlich.

  5. Ts,ts
    Es kann nicht sein, dass dieses Thema ohne Sexualwissenschaftler
    diskutiert wird.
    Neulich ging es aus SPON um die Einführung von Sexkundeunterricht
    an den Schulen in Ba-Wü. Dort konnte man erfahren, dass ein Lernmodul
    “ wie gestalte ich einen Puff“ sich an 10- jährige richtet.
    Leider beteiligten sich an der Diskussion nur Männer und Mütter mit
    schulpflichtigen Söhnen, keine Mütter von Töchtern, die womöglich eine
    andere Vorstellung von deren beruflichen Zukunft haben.

  6. Exploration: Prostitution, Drogen, Sushi
    ich erinnere mich, eine Fahrt an der Küste entlang, Campagne, ich hatte keine Karten und ein Italiener mit Mountainbike wies mir den Weg.
    Wir fuhren vorbei an sehr vielen Prostitutierten, am Tage auf Stühlen sitzend an kleinen Büschen o. vor alten , vereinzelten Häusern.
    Viele waren schwarz und hin und wieder machte mein Begleiter eine Bemerkung, wie zB. „lass sie, du kannst nichts machen,“- als wir gerade an einer eher hübschen Rothaarigen vorbeifuhren.
    Er zeigte mir ebenfalls Anwesen, am Meer, wo sich eine ehrenwerte Organisation eingekauft hatte.
    Mein Begleiter war , so glaube ich, recht religiös.
    Vielleicht lag es an dieser Kombination, dass ich an jenen Bildern überhaupt nichts romantisches o. genremässiges fand, was ich fotographisch festhalten wollte.
    Hier im Blog erwähnt, erntete ich einen Kommentar, dass es wohl so schlimm nicht sei,..und so…
    Auf ähnliche Weise stiess mir eine Verknüpfung von eigentlich harmlosen
    Drogenkonsum auf, eine Geschichte aus Sizilien- und der auch noch eher harmlosen Weise der Beschaffung.
    Erzählt von einem Sizilianer beim gemeinsamen Abschied feiern.
    Nur, so naiv bin ich nicht, um zu nicht zu vermuten, wer in der dritten Reihe den Markt bedient. Und hinter all den Anekdoten loderte versteckt die Angst und der Respekt vor etwas auf(beim Erzähler), wovon ich(doch naiv?) keine richtige Ahnung hatte.
    Ich vermute, es handelt sich um eine Gratwanderung, bei der es auf beiden Seiten ziemlich bergab geht.
    Sushi lernte ich ich durch einen japanischen Kommilitonen kennen und am ehesten wurde mir Tamago und Maki aus dem Supa in ffm empfohlen, da
    eher billig und immer frisch. Damals, Kundschaft waren Studenten(woran erkennt man die?) und Schüler, jüngere… ;
    ok,..irgendwo i.d. Nähe vom Römer..;
    mit shoju o. der pik. grünen, scharfen Sauce -delikat!
    Getrunken wurde grüner Tee aus dünnem, aber einfachen jap.
    Porzellan.
    ..Ach ja und nun die Frage nach der Yakusa(!?)..möglich bei Sushi und dem vielen unbekannten dort.
    Aber mir ist nichts aufgefallen und erwähnt hat sie dort auch niemand,..

    Um auf die etwa 50km an der Küste zurückzukommen.
    Was hätte ich tun oder denken sollen?
    Ja, was soll man denken?

  7. Cosi fan tutte
    Nur ein Name, der eine Welt in sich schließt: Vanozza de Catenei.
    Bleibt mir doch mit der Schwarzer vom Hals!

  8. Es gibt nichts entspannenderes
    als hochemotionale gesellschaftliche Probleme zu akademiesieren und nach Studien
    zu rufen, Belege für eine Aussage zu fordern.

    Schon sitzen alle Beteiligten wieder auf festen Stühlen.

  9. jeder ist seines Glückes.....
    ..Erträglichkeit der Arbeit-@twister-Supermarkt usw..
    Je nach dem , was jemand im Rücken hat, hält er es aus o. nicht.
    Eine intakte Familie, Freunde etc..
    Die andere Seite sollte der Betriebsrat, bzw.Einhaltung der Hygienefaktoren sichern…-sollte!
    Wenn jemand in die Prostitution -sagen wir- einsteigt, spielen nach meinem Erkenntnisstand i.d.R. andere Dinge eine Rolle:
    Armut, schlechte Einstiegschancen auf dem A-Markt,..Hautfarbe, Sprache, Kulturkreis, nicht Integriert sein…;
    ..und erst dann Verlockung, schnelles Geld……bad company/Drogen.
    Und damit habe ich zunächst einen einseitigen Erklährungshintergrund.
    Die andere Seite ist der Markt, der Bedarf, bspW. in Hafenstädten o. Messemetropolen.
    An dieser Stelle würde ich es als Notwendigkeit ansehen Hygienefaktoren zu überdenken..alles etwas menschlicher gestalten.
    Einer Gesellschaft, die an allen Ecken in die Anonymität und Isolation o. Kriminalität abgleitet, eine gewaschene Prostitution zu verordnen, halte ich ethisch für verfehlt.

  10. Titel eingeben
    Werter Don,

    vielen Dank das Sie Despina die Chance gegeben haben, diese Zeilen zu schreiben. Sie haben hinsichtlich des Amüsierfaktors nicht zuviel versprochen. Alleine für die Zeilen: „Aber ich laufe deswegen nicht barbusig mit einem Transparent in Händen durch die Straßen und rufe dazu auf, Sushi zu verbieten……“ würden wohl mancher gestandes Kabarettist viele Meilen weit laufen.
    Der Einwand von ThorHa das es trotzdem kein normaler Job ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Nur wenn ich mir diese intelligenten Zeilen durchlese, dann kann in der Branche – in der weiß Gott extrem viel falsch läuft – nicht alles auf Zwang hinaus laufen.

    • Das freut mich. Ich habe etwas den Eindruck – und mir geht es da ja auch nicht anders – dass da enorm viel Hörensagen und schräge Eindrücke eine gewisse Rolle spielen, namentlich bei der Behandlung in den Medien, die da immer ein besonders rotlichtiges Thema draus machen. Meine Hintergrundgespräche jedenfalls waren in einem museumscafe und ich finde, man sollte da durchaus mal den emotionalen Aspekt zurückschrauben und nüchterner herangehen.

    • Dem kann ich mich anschliessen. Ich bin im Ergebnis durchaus bei der Autorin,
      was nur geht, wenn man die Prostitution nicht für ausgesprochenes Teufelszeug hält.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  11. Akademisch
    ist das nicht nur.
    Die Phalanx der Prostitutionsgegner erkennen die Ausübung von Sexualität als soziologisches Problem, aus der Perspektive von Machtbeziehungen. Es geht entsprechend nicht um all die kleinen Nöte und Probleme unserer kleinen schmutzigen Welt da draußen. Ziel ist ein radikaler Egalitarismus qua Fehlen von Machtmitteln und Hierachien in der sozialen Beziehung. „Wir werden alle Fiesen Killen“. Sexarbeit ist da ein eminenter Störfaktor, weil sie das Problem auf andere Weise löst, die Perspektive öffnet dafür, dass die zwischenmenschliche Beziehung, Leidenschaft, Hingabe, Not und Elend angenommen und aufgehoben wird. Daher auch keine Diskussion mit SexarbeiterInnen.
    Das versperrt den Weg, die Ursachen der wirklich teilweise hochdramatischen Versklavung und Unterdrückung von Frauen in diesen Berufen anzugehen, also Frauenhandel, Korruption in den Herkunftsländern, organisierte Kriminalität, Geldwäsche. Hells Angels machen ja immer noch was her. Wer hatte da so schön gefeiert bei den Herrenabenden von vom Fromberg mit dem Hanebuth in Hannover?

  12. .
    das ist ja alles ganz nett, und im prinzipe spricht m.e. wirklich nichts dagegen, denn niemand kann einem anderen sein leben vorschreiben dürfen. wer will, soll wollen und tun dürfen.

    was mich dagegen in der tat ein wenig, sagen wir, beeindruckt hat, ist, dass den aussagen zufolge zu urtheilen, mit recht selbstverständlich erscheinender nonchalance davon ausgegangen wird, dass die kundschaft eine männliche und die anbieterseite eine weibliche sei oder zu sein habe – so beachte man zum beispiele „zur umgehenden Entfernung des Betreffenden aus dem Arbeitsleben geführt hat. Ich weiß, dass an dieser Stelle einige Damen leise applaudieren usw.“

    dies ist nun ein umstand, der doch recht bedenklich stimmt.

    wenn nun ein mann lust hat, unkompliziert auswärts sexuelles zu erledigen, so ist dies ein leichtes, denn entsprechende plätze lassen sich finden.

    wenn nun aber eine frau dasselbe verspürt, so ist dies vorhaben deutlich aufwendiger umzusetzen, denn es verlangt rein logistischerweise mehr vorbereitung und mehr wissen (und aus gründen der moral noch mehr diskretion) – und im durchschnitt des dienstleistungsspektrums ist es auch deutlich unerschwinglicher, so dass es sich die nicht so gut verdienende frau nicht in gleichem masse wie ihr männliches pendant, das meist doch noch ein klein wenig mehr verdienen mag als sie, leisten können wird, selbst eine kleine goldene dienstleistung in den grauen alltag zu integrieren.
    sehr gerne jedoch lasse ich mich von ihnen, liebe Despina Castiglione, in dieser hinsicht eines besseren belehren, und ich hoffe dazu sehr, dass ich mich täusche.
    und, nun ja, mag man achselzuckend anführen, sei es also doch so ähnlich wohl wie beim coiffeur und beim blusenbügler.

    dies nun aber bezeichne man tatsächlich als bigott.

    • Frauen(nach)fragen
      Verehrte Donna Laura, ich habe ja in erster Linie mal aus meiner Perspektive erzählt, und da ist es in der Tat so, dass ich als weibliche Anbieterin hauptsächlich auf männliche Nachfrage treffe. Aber nicht ausschließlich, es fragen durchaus Paare und auch höchstselten mal einzelne Frauen an. Über die Nachfrage von weiblicher Seite an männliche Anbieter kann ich nur wenig sagen, wenngleich ich auch schätze, dass der Markt da wesentlich kleiner ist.
      Das hängt sicher von mehreren Faktoren ab, als da zu nennen seien die notwendige finanziellen Möglichkeiten, die bei geringerem Durchschnittseinkommen der Frauen naturgemäß hier die Nachfrage eher einschränken werden;
      dann sicher eine Sexualmoral, die Frauen auch heute noch davon abhält, sexuelle Bedürfnisse angemessen zu kommunizieren und auszuleben;
      und sicher auch schlicht: weniger Zeit für Eskapaden als es viele Männer haben, wenn ich mir so anschaue, welches Pensum eine berufstätige Mutter zu erledigen hat, dann frage ich mich, wann sie denn so eine Dienstleistung in Anspruch nehmen soll.
      Ist sie alleinerziehend, kann sie es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht leisten, ist sie verheiratet, so riskiert sie ihre Ehe, und Beziehungen, in denen das anders läuft, als zwangsmonogam oder zumindest zwangsmonogam geheuchelt, sind imho doch eher selten.
      Da greift also vieles ineinander.

      Grundsätzlich glaube ich, dass ein entspannterer (nicht verantwortungsloserer, das soll bitte nicht verwechselt werden) Umgang mit Sexualität allen Geschlechtern gut tun, und den Umgang miteinander deutlich erleichtern würde, was sich auch deutlich auf die Beziehungsqualität auswirken könnte. Positiv, wohlgemerkt.

    • Titel eingeben
      recht herzlichen dank, liebe Despina Castiglione, für ihre ausführliche und freundliche antwort.

      selbst wenn alle voraussetzung optimal wäre, was sie selten ist, so bliebe nun verwunderlicherweise nun doch die schwierigkeit einer einfachen geschäftsanbahnung bestehen.
      es bleibt doch verblüffend, dass die männer, die ihre dienste frauen anbieten möchten, in der halb verhüllten öffentlichkeit nicht dergestalt in erscheinung treten, wie sie und ihre kolleginnen.

      und ja, so ist es wohl tatsächlich:
      zeit, geld und nerven – dieser flotte dreier gibt zu oft den spielverderber.

  13. Titel eingeben
    Guter Text. Überlegt. Aber:
    dass die Diskussion, wie die Gesellschaft und der Gesetzgeber mit Prostitution umzugehen haben, sich gar nicht darum dreht, was denen, die in der Sexarbeit tätig sind, nun wirklich nutzt.
    Hey, glauben Sie etwa, es ginge in solchen Diskussionen ums Aushandeln von Tarifen? Oh nein.

    • Nein, es geht natürlich über die Lufthoheit der moralisch einzig richtigen Auffassung. Und ich denke, darüber wird noch viel zu schreiben sein. Daher habe ich ja auch als bekennende Kunstfigur ohne Unterleib diese Gastautorenrubrik.

    • Titel eingeben
      Daß es nur eine einzige, ach, moralisch will ich nicht sagen, eher: ständische Gesellschaftsauffassung gäbe, glaube ich nun nicht. Und insofern wird es da immer Differenzen geben. Ich z.B. würde meinen Ehemann sehr bürsten, wenn ich erführe, daß er für sexuelle Dienstleistungen Geld ausgäbe – nicht zuvörderst die Hure (aber die aus pragmatischen Gründen natürlich auch). Denn ich habe einfach die kleinbürgerliche Auffassung, daß man das Geld innerhalb der Familie zu halten und sich kostspieliger Spielereien zu enthalten hat. Und sexuelle Dienstleistungen sind (zu) kostspielig. In finanziell weiteren Gefilden mag man das anders sehen oder auch aushandeln – und da mir diese Gefilde unbekannt sind, finde ich es auch durchaus interessant, mal von jemand zu lesen, der damit wirklich seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, denn so jemand kommt sonst kaum zu Wort – aber meine Welt ist es nicht. Wobei ich mich allerdings frage, wie sich die Rahmenbedingungen dieses Gewerbes in den letzten 30, 50 Jahren verändert haben – das tät mich schon interessieren. Denn darüber bekommt man ja sonst nie Auskunft.

  14. Wenn Sex weniger dramatisch wäre, wäre vieles menschlicher
    Grosses Kompliment, Don, und Despina für den brilliant geschriebenen Text, dem ich voll und ganz beipflichte, dass sich irgendwoher eine sauersahnige Schimmelmoral heraufgebildet hat, die Sex und sexuelle Dienstleistung zu ganz merkwürdigen, schmutzigen Teilen des Lebens stigamtisiert hat.
    Ich glaube, da ist eine ganz grosse Machtfrage darin verborgen, wenn wir alle ( da haben Sie völlig recht, donna laura, das niemand über Frauen als nachfragende Kundinnen nachdenkt) Sex nur in ganz bestimmten Szenarien konsumieren können.
    Die Welt wäre meines Erachtens wirklich menschlicher, wenn man sich seine erotischen Bedürfnisse so unkompliziert erfüllen könnte wie die Wahl zwischen Sushi oder Pizza.
    Wenn Sex kein grosses Problem-Thema wäre, würden viel weniger Beziehungen scheitern – man würde sich zum täglichen Zusammenleben vor allem den Menschen aussuchen, der einem als Gefährte die reichste Freude machen würde.
    Morgen gerne noch mal mehr. ThorHa, ich würde des begrüssen, wenn Sexarbeit im Katalog der Arbeitsagentur vorkommen würde.
    Und hallo, Savall, schön Sie wieder mal zu lesen.

    • Titel eingeben
      Danke! Gleichfalls! :-)
      Das neue Layout animiert, mal wieder mitzumachen. Und dieser fulminante Beitrag erst recht. Ich bin in dieser Beziehung auf jeden Fall für Lockerheit und, ja, für möglichst weiträumige offizielle Anerkennung der Sex-Arbeit. Die Kriminalität und der Mißbrauch wuchern immer in rechtlichen Grau- oder Schwarzzonen.

    • Titel eingeben
      Wenn Sex weniger dramatisch wäre, wäre vieles menschlicher
      I beg to differ.
      Nicht menschlicher, sondern flach-belangloser.

  15. Nachdenklicheres...
    „Und plötzlich sorgt sich alle Welt um das psychische Wohlergehen der Huren, fühlt sich qua moralischer Überlegenheit nicht nur ermächtigt, sondern geradezu verpflichtet, alles, inklusive der korrekten Kondomverwendung bis ins kleinste Detail zu kontrollieren und zu bewerten.“ Und
    „…dass die Diskussion, wie die Gesellschaft und der Gesetzgeber mit Prostitution umzugehen haben, sich gar nicht darum dreht, was denen, die in der Sexarbeit tätig sind, nun wirklich nutzt. Sie dreht sich befürchterlicherweise um den Grad an Freiheit, der dem Einzelnen bei der Ausgestaltung seiner Sexualität zugestanden werden soll.“

    Nun, dafür werden Sie lautstarken, unzähligen Widerspruch erhalten (ausserhalb dieses Blogs…). Natürlich nicht weil Ihre beiden Gedanken falsch sind, sondern vielmehr gerade, weil sie richtig sind, und der grosse blöde Haufen es nun mal ganz gar nicht mag, wenn man ihm seine verdummte und verdummende Heuchelei in die Spiesser Visage zurückwirft.
    Wir hatten hier im Blog vor kurzem das Thema „Ressentiment“ und auf nichts anderes läuft es auch hier hinaus. Die zu-kurz-Gekommenen (in diesem Falle sexueller Feuden), um die es in den beiden Zitaten geht, sind nun mal die grosse Mehrheit und in einer Demokratie, etwas auf das wir ja alle so stolz sind, sind sie die Mehrheit und entscheiden und WERTEN.

    „Ganz ähnlich ist es mit den Huren. Die wissen, wenn ich sie so unter Kolleginnen frage, erstaunlich gut, was sie wollen und was sie brauchen, um ihre Arbeit gut –also für alle Beteiligten gedeihlich- machen zu können. Sie wünschen sich sichere Arbeitsplätze, günstige rechtliche Rahmenbedingungen, freundliche Kundschaft und anständige Entlohnung, wie alle anderen Mitglieder der arbeitenden Gesellschaft auch.“

    Prostitution ist nur in Gesellschaften möglich in denen natürliches Ausleben der Sexualität unmöglich ist.
    Sie leben also von den unerfreulichen Zuständen, die sie ja an anderer Stelle kritisieren und wollen, wie übrigens alle, gerne jenen Teil jener unappetitlichen Wirklichkeit behalten, der ihnen nützt und nur den Rest ändern.
    Da Männlein und Weiblein bei geringerem Neurotischsein beide die Sexualität für einen erfreulichen, unbedenklichen und Freude bereitenden Austausch halten, setzt ihr Beruf eben jene Form der Gesellschaft voraus, die sie so kritisieren.

  16. was soll das ?
    so schreibe ich nix mehr
    es übernimmt nur die Hälfte und manche Zeichen gar nicht
    meinen Beitrag von 5:56 können Sie löschen
    der Sinn wird eh nicht klar ohne Casus 2

    • Pardon, wenn ich das doch freischalte, da liegt offensichtlich ein Bug vor, und dem würde ich gern auf den Grund gehen. Waren da Sonderzeichen drin? Ich wäre um den Rest des Kommentars sehr dankbar.

    • Titel eingeben
      es war das „kleiner als“ und das „grösser als“ Zeichen dabei
      die hat es schon letztes Mal bei den Pfeilen nicht übernommen
      diesmal ist ein kompletter Absatz verschwunden
      im Kommentierfeld war alles korrekt zu sehen
      sonst hätte ich ja nicht auf „Meinung abschicken“ geklickt
      danach erscheint es verstümmelt bei den Kommentaren
      vielleicht liegt es an Linux

    • Danke. Das ist ein Problem der HTML-Tags, die man hier nutzen kann, um die Schrift zu editieren. Offensichtlich begreift das System nicht, dass geöffnete und nicht geschlossene Pfeile eine andere Bedeutung haben. Ich kümmere mich darum und danke für die Erklärung.

    • Titel eingeben
      diesmal waren es keine Pfeile
      es ging um IQ grösser bzw. kleiner Ø
      Test: IQ Ø

    • Titel eingeben
      ich hatte nach Test: geschrieben :
      IQ kleiner als Zeichen Ø Semikolon IQ grösser als Zeichen Ø

    • Titel eingeben
      http://de.selfhtml.org/html/allgemein/zeichen.htm#html_eigene

      < müssen Sie als &lt; „maskieren“
      > als &gt; – dann gehts.

    • Titel eingeben
      &lt
      &gt
      &euro

    • Titel eingeben
      &

    • Was ist los?

    • Titel eingeben
      Der Server scheint die im Text hochgeladenen „groesser“ und „kleiner“ Zeichen nicht ordentlich einzupacken, sodass sie spaeter irgendwie im html untergehen.
      An U.Bruckbacher: unbedigt die ‚;‘ mit eingeben (und Alles OHNE Leerzeichen dazwischen!) , dann klappt es. Ich hoffe die IT repariert das bald.
      -gh

  17. Gleichberechtigung????
    ….“Ich bin absolut für Gleichberechtigung und einen respektvollen Umgang im Miteinander der Geschlechter, da gibt es gar nichts zu diskutieren.“….

    In diesem Fall wären Sie dafür die Käuflichkeit von Sexualität abzuschaffen und zwar genau dort wo sie anfängt: in den Köpfen von (meistens) Männern die meinen sie hätten einen Anrecht drauf sich
    an Frauen gegen Geld zu befriedigen: die Freier.

    Sie , als Autor reihen sich in eine „schwetzende“ Reihe von Journalisten ein die viel sagen, wenig meinen aber Haupsache in postmodernem Neoliberalismus schwelgen. Und wenn Sie noch das Argument brächten
    Prostitution sei sexuelle Selbstentfaltung der Frau – ein Absurdum – dann wären Sie ganz Mainstream! Das ist in Deutschland mehr als erbärmlich.

    • Pardon. sie haben den Text nicht verstanden.Der kursive Teil, die ersten vier absätze, sind von mir. Der Rest, auf den sie sich beziehen, ist von meiner Gastautorin, die selbst als Sexarbeiterin aktiv ist und über und für sich selbst spricht.

      Und dass ich vor allem nur plaudere, sehe ich nicht als Makel an. Gegen Neoliberalismus und Degradierung der Menschen nach dessen Vorstellung finden sie bei mir im Blog tonnenweise Beiträge.

  18. Titel eingeben
    Mir gefiel der Text auch.

    Denkwürdig, wie der Feminismus den Weg des Paternalismus beschreitet, der besser weiß, was für andere gut ist ( mag bei Kindern noch stimmen ), als diese selbst. Das klingt so ganz anders als das Recht auf Selbstbestimmung, dass sonst immer die Emanzipationsbestrebungen begleitet hatte.

    Dabei wurde nicht die Religion, sondern die Soziologie als Vehikel gewählt, die uns zu Opfern der Umstände macht, zu Fallgeschichten von Verhältnissen, die es nach radikaler Ansicht auch grundlegend zu verändern gilt, damit definierte Wirkungen erzielt werden. In gewisser Weise ist Emanzipation naiv, etwa so wie das kommunistische Paradies: das mathematische Limit einer Folge von Revolutionen. Immer unerreichbar, nähert man sich doch stetig dem Ziel. Die Selbstbestimmung führt uns lediglich in Markt- und Vertragsverhältnisse ein, die wir frei von Bevormundung durch Autoritäten, aber im Rahmen von Gesetzen und Sachzwängen gestalten und die Gewinner und Verlierer produziert, womit der Status Quo erneuert wird. Nun, da uns eine optimistische Perspektive, der Glaube an eine Fluchlinie abhanden gekommen ist, versucht man die Welt, die man nicht haben möchte, einfach zu verbieten und so sind wir wieder bei Dons Uropa angekommen. Es ist der Weg der Macht.

    Ich glaube, man hat hier ein dickes Brett zu bohren und man sollte sich keine Illusionen darüber machen, dass der liberale und der radikale Diskurs einen gemeinsamen Punkt besäßen. Die Verbesserungen, die A sucht und für erreichbar hält, wird B immer für nichtig erklären, für etwas, dass einen nicht wirklich weiterbringt, während umgekehrt A B stets für unrealistisch halten wird. Es ist ein Spiel, das simultan auf verschiedenen Feldern gespielt wird und keiner kann auf dem Feld des anderen einen Gewinnzug machen. Man kann die Leute nur bearbeiten oder verführen, sich A oder B zu nähern.

  19. An donalphonso
    Mein vorheriger Kommentar bezieht sich auf Ihren Part des Artikels. Ich möchte noch hinzufügen dass wenn sie schon keine Kenntnisse über den „Stop Sexkauf“ Kongress haben, Sie dieses heute und morgen nachholen können. Ein kleiner Tanzbeitrag ist auch dabei, denn: für die wichtigen Themen des Kongresses scheinen Sie sich nicht zu interessieren.

    Stattdessen lassen Sie eine der ganz wenigen aber dafür ganz laut „brüllenden“ (freiwilligen?) Prostituierten zu Wort kommen, im Namen Aller Prostituierten um den ganzen Sumpf an Ausbeutung, Menschenhandel, Kriminalität vermischt mit Rassismus und Frauenverachtung in Deutschland schönzureden.

    Ich empfehle Ihnen die Gründe zu erforschen weswegen Frauen in der Prostitution landen, mit welchem Hintergrund!?…. Da werden Sie auf ewas ernsthaftere Abgründe stossen – diese haben mit Ihrem lockeren gesellschaftlichem Salongeplauder bestimmt nichts gemein.

    • Sie haben den Beitrag offensichtlich nicht gelesen – da steht doch drin, dass die Autorin für Ausbeutung und den ganzen Sumpf nichts übrig hat und sich da auch scharfe Gesetze wünscht – aber nur nicht allein auf Prostitution bezogen. aber sie argumentiert halt nicht da, wo es Ihnen gefällt, sondern bei den Ursachen.

      Es macht keinen Sinn, einen Kongress zu besuchen, der kein Kongress ist, sondern eine Werbeveranstaltung für eine vorgefasste Meinung. Auch das gebe ich mir manchmal – ich war auch schon bei Bierzeltreden, in katholischen Messen, in Moscheen, bei Judenhassern in Niederbayern, auf Lsungem von Schwarzbuchverfassern. die den Holocaust relativierten – ich kann mit vielem, ich bin tolerant, ich höre gerne zu, wenn es thematisch attraktiv und kontrovers ist. Das ganze Gedankengebäude von Frau Schwarzer kenne ich ebenso, und ich weiss auch, was die Ziele deren juristischer Wünsche sind. Ich höre mir alles an und bin aufgrund meiner langjährigen tätigkeit für jüdische Medien auch Abgründe gewohnt.

      Aber wenn ein Kongress zwecks Meinungsdiktatur schon damit anfängt, präventiv genau die Leute mit anderer Meinung rauszudrängen, um deren Rettung es eigentlich gehen soll – dann ist mir das zu viel. Und Presse ist sicher nicht dazu da, ausgerechnet solchen Figuten nach dem Mund zu schreiben. Die SPD München, die das mitfinanziert, bekommt da auch noch ein paar Anfragen. Keine Sorge. Ich beschäftige mich damit so lange, dass Sie froh wären, wenn es wieder um Torten ginge,

  20. Sie werfen leider alles in einen Topf. Wahllos.
    Ihr Kommentar ist sehr undifferenziert und ich erlaube mit die Meinung dass Sie nicht besonders viel Empathie gegenüber Opfern von Menschenhandel empfinden denn sonst würden Sie einen Gedanken daran verschwenden wie Menschenhandel einzudämmen ist. Es funktioniert bekanntermassen nur durch die Eindämmung der Nachfrage.

    Oder meinen Sie wirklich die Würde der käuflichen Frau bleibt unangetastet wenn man ihr vor und nach der „Dienstleistung“ die Tür offen hält und es grössere Betten mit sauberer Wäsche im Bordell gibt?
    Gern würde ich erfahren wie Sie Frauen vor sexueller Ausbeutung retten wollen!?

    • Ich verschwende prinzipiell keine Gedenken, das ist das eine- Gedanken sind schwer und damit geht man nicht leichtfertig um.

      Es geht mir hier um legale Sexarbeit. das gibt es in Deutschland, egal was Sie sagen, das ist das Gesetz und das gilt auch für Sie. Hier ist nun also der Text einer Frau, die diesem Beruf legal nachgeht und dazu ihre Meinung vertritt. Dass sie mit Menschenhandel nichts am Hut hat, steht drin und wird auch nicht mehr, wenn sie hier weiter rumwinseln.

      Ich will niemanden „retten“, ich hin kein moralisch überheblicher Trottel. Ich will, dass sich Menschen frei von Vorurteilen, moralischen Zwängen und wirtschaftlichem Druck für das Leben und die Arbeit entscheiden, die ihnen zusagt. Ich bin nicht für oder gegen Prostitution, ich bin für die Freiheit des Individuums und dafür, dass der Staat das so weit wie möglich garantiert, so wie er einschreiten soll, wenn diese Freiheit unterminiert wird. Gegen Schleuser, aber auch gegen Moralapostel, die in einer Gruppe das einfachste Opfer für ihre Ziele heraussuchen und versuchen, darüber moralische Erpressung zu machen. Ich habe in meinem Leben sehr viel mit Diskrimiierung zu tun gehabt, da muss mir niemand was erzählen. Wenn der Staat das aber zulässt, mus man zumindest mal darüber eden, dass es einen Unterschied in den Auffassungen zum Thema gibt. Das nennt man Meinungspluralismus und das ist ein Grundbestandteil unserer demokratischen Gesellschaft, und zwar gerade dann, wenn es heikel wird.

      Kofra will den nicht haben und ihre eingeladenen Politiker allein beeinflussen. ich lasse diejenigen zu Wort kommen, die eine andere Sicht haben.

      Sie dagegen schleichen sich hier anonym in den Kommentaren herum, wie ein bigotter Kunde zu einer Sexarbeiterin, und befriedigen hier im Geheimen ihre Gelüste nach Unterstellungen. Gerade Sie sollten vielleicht etwas Verständnis für andere haben, die vielleicht auch nicht immer das Richtige tun, würde ich meinen. also, reissen sie sich gefälligst am Riemen, wenn sie hier weiter mitreden wollen.

    • Nutzer Gast hat sich mit weiteren persönlichen anfeindungen einen Platz im Spam gewünscht, den ihn ihm nicht vorenthalten wollte.

      Ist halt ärgerlich; wochenlang laufen die Debatten ziviliert ab und dann kommt einer und man muss wieder löschen. Ist das mit dem Anstand bei divergierenden Standpunkten so schwer?

    • Drogen
      Nach zwei Flasche Moralin geht es mir auch oft so, daß ich Gut mit Böse verwechsle. Sie werden auf meinen Rat nicht hören wollen, aber: Nehmens des Zeug ned, des verwirrt auf die Dauer den Geist.

    • Wir brauchen unbedingt einen Fav-Buton.

    • Einspruch
      „Es funktioniert bekanntermassen nur durch die Eindämmung der Nachfrage.“
      .
      Wie bei der amerikanischen Prohibition Anfang des 20. Jahrhunderts?

    • Nachfrage eindämmen funktioniert nicht
      Alkohol und Drogen zeigen, dass die Nachfrage immer vorhanden ist und selbst in Ländern in denen Gefängnisstrafen bis hin zur Todesstrafe für Drogenbesitz üblich sind, werden trotzdem Drogen gehandelt und konsumiert.

      Gerade die gescheiterte Alkoholprohibition und der verlorene „War on Drugs“ zeigen doch, dass das Problem nun mal nicht die Nachfrage sondern ganz im Gegenteil das Verbot ist, welches die Entstehung der organisierten Kriminalität mit allen Ihren Begleiterscheinungen wie Menschenhandel, Korruption, Mord u.ä. erst ermöglicht.

  21. Warum können nicht alle sein wie ich, Alice?
    Ich hoffe doch, alle die hier schreiben, kennen das Thema aus eigener Anschauung? Denn es ist nichts öder als über Dinge zu schreiben, über die man im Grunde nichts weiß. Mal abgesehen davon, dass das für manche ein Hauptsport ist. Das sind die Leute, die andere gern nach ihren eigenen Vorurteilen gestalten würden und wenn das nicht geht am besten ein Verbot erlassen – egal aus welchen Gründen, mal religiöse, mal feministische, mal ernährungbedingte, you name it. Im Grunde geht es um das Thema Freiheit des Einzelnen vs. Staatliche Verbote, oder die Frage, ist Sex gegen Geld (ohne Zwang und Gewalt) unter Erwachsenen heute eine Dienstleistung, wie jede andere? Nicht unter sittlichen Aspekten, sondern unter dem Aspekt des staatlichen Gewaltmonopols. Frühere Gesellschaften waren da schon deutlich weiter. Die Verengung des Sex auf die Einehe in der Folge der christlichen Leere und die staatlicherseits erfolgte Prämierung derselben, haben den Blick dafür getrübt, dass Sex ein menschliches Grundbedürfnis ist, das auf vielerlei Arten gestillt werden kann. Dass dem so ist zeigt die Tatsache, dass gerade in katholischen Ländern das Gewerbe immer im Aufschwung ist und nie Konjunktursorgen kennt. Leuten, die die Welt gern nach ihrer Fason modeln, ist das selbstverständlich ein Dorn im Auge.

  22. Sittlicher Blumenstrauß
    Sie sind jung und schön. Er ist alt und reich. Sei es aus Zuneigung oder purer Lust hätten Sie durchaus Spaß an einer Liebesnacht mit alt und reich.

    Als Mitbringsel erwarten Sie nicht mehr als einen Blumenstrauß.
    Sie Romantikerin!

    Oder finden Sie es OK, wenn er sich finanziell an Ihrer Garderobe beteiligt?

    Dann sind Sie die typische Ehefrau. Oder die typische Hure.

    Oder wie muss man das sehen?

    • NNaja, also, die allermeisten ehen laufen heute schon unter Gleichen, ser oft berufstätigen und finanziell unabhängigen Menschen und die paar Yellopress-Beispiele sind eine ziemliche Ausnahme. Dass gewisse Politiker da mitmachen, ist nicht wirklich mein Geschmack, aber so ist es nun mal. zum glück aber meist anders.

  23. sehr guter Artikel! Complimenti!
    Complimenti! der Text ist ausgezeichnet!
    ich finde vor allem die Erwähnung von Sushi als genial gewählte
    Allegorie für den „Normalsex“ von Herr und Frau Biedermann!

    Über den Sex zu reden ist für fast allen Menschen unmöglich.
    Sie glauben nur darüber zu reden. In Wirklichkeit reden sie dann
    mit und über sozial erwarteten Wortschablonen, vorfabriziert vom
    Machtblock der jeweiligen Gesellschaft, sei sie religiös oder
    pseudo-meutral ausgerichtet.

    In einer „Perversion“ geht es um Verdrehung. Dabei wird der Begriff
    „Verdrehung“ im übertragenen Sinn als zielentfremtedes
    Verhalten angesehen.
    Das philosophische Problem dabei ist, dass ZUVOR eine willkürliche
    Festlegung stattfand, was der „Normalzustand“ wäre, ohne dass
    dem Objekt die Möglichkeit gegeben wurde, in freier Wahl, den
    Bedürfnissen entsprechend sich zu verhalten!
    Der Philosoph Charles Fourier schrieb vor 200 Jahren ein Buch darüber.

    So gesehen, ist das, was allgemein als „Sex“ angesehen wird,
    eine echte Perversion, denn die Vorgänge, die mit dem Begriff
    verbunden werden, sind krankhaft verstümmelte Reste einer
    freien Gefühlsentfaltung.

    Und da kommt auch der durchaus passendeVergleich mit Sushi ins Spiel.
    Japan ist wahrscheinlich innerhalb der industrialisierten Ländern
    das sexuell verklemmteste Land, nur noch vergleichbar mit der USA.
    Da passt es, dass sie ein geschmackloses Essen zusammenstellen,
    bei dem der LEIBLICHE Genuss der optischen Erscheinung
    unterworfen wird, und diese Kombination als „schick“ hingestellt wird!

    Nicole,
    Sexarbeiterin und Moderatorin bei Sexworker.at

    • Danke....
      Sie haben mich mit ihrem Kommentar zu Japan zum Lachen gebracht. Sie dürfen gerne mal vorbeikommen, dann führ ich sie hier ein wenig rum.

      Warum ist es so schwer zu Dingen, von denen einem eigentlich klar sein sollte, dass man von ihnen rein gar nichts kennt ausser anderer Leute Meinungen, nicht immer gleich selber eine haben muss?

    • Titel eingeben
      Ich muß auch sagen, Sushi als Allegorie zu verwenden ist Spitze, zumal die Definition von Sushi an Grebe „Reich mir mal den Rettich rüber“ angelehnt ist, der im Prinzip auch die neo Biedermeier im Blick hat. Im Ganzen sehr guter Blogbeitrag, hat mich nach manchem „Durchhänger“von Don wieder ein bisschen versöhnt:-)

    • @uschi
      Ich habe mich sehr gefreut, dass Ihnen der Rettich aufgefallen ist. Ich hatte Grebe im Ohr, absolut richtig.
      Vielleicht bekomme ich irgendwann die Gelegenheit, über Pfeffermühlen zu schreiben.
      Das wäre mir ein Fest.

  24. Titel eingeben
    Wehrter Don,
    ein sehr gelungener Beitrag.
    Ich muss Ihnen sagen, lassen Sie diese Dame ruhig noch ein wenig Gast in Ihrem Blog sein.
    Herzlichst P.

  25. .
    vermutlich ist es ihnen, lieber dreamtimer, ebenso wie vielen lesern hier, nicht unbekannt, dass sich gewisse, in den medien laut tönende kreise der so genannten männerrechtsbewegung, die durchaus auch in den leitmedien recht präsent sind, nicht entgehen lassen, „den“ feminismus auch mit dessen eigenen mitteln – zuweilen sind manche recht radikal, was stets einer friedlichen diskussion abträglich sein muss – zu desavouieren. allein, dies ist einerseits zu leicht und andererseits nicht ohne schwierigkeiten, denn wie es so ist, sind männer und frauen, die sich der gleichstellung verschrieben haben, durchaus nicht in allem einig – das fängt bei der weltanschauung an und endet in den schlüssen.

    nun denn, empfehlenswert in dieser frage ist es, den artikel abolitionnisme/abolitionismus (deutsch ist kürzer und mit verweis auf sittlichkeitsvereine, von denen sich diese libertäre ansicht, ja, abgrenzt) zu konsultieren, um die differenzierungsfähigkeiten zu améliorieren (und nur dies; ich sage damit keineswegs, dass ich mich dem anschlösse); ich weiss, es ist nicht leicht, und differenzierende dispute sind im netz kaum zu führen, weil optimistischerweise gedacht zumindest aus rhetorischen gründen stets zum schwächsten glied des gegners (nicht, was sie wieder denken mögen, ts) gegriffen wird.

    allerdings ist eine differenzierung notwendig, denn nur allzu gerne werden unterschiedlichste bereiche zu einem veritablen pot-au-feu vermengt.

    wie von Don Alphonso weiter oben betont, so geht es darum, den menschenhandel und den zwang, die ohnedies strafrechtlich bewehrt sind, zu bekämpfen. einige sehen den goldenen weg dazu in einem verbot der prostitution – und hier gibt es auch wenig faire, aber diskussionenbefeuernde annahmen, die mit den sauren trauben entgangener freuden auf gegnerseite argumentieren, wie auch immer –, andere sähen m.e. nicht ganz zu unrecht darin ein weiteres verbot, das gewisse schutzräume eliminierte und und eine stigmatisierung fortschriebe. denn verboten ist zum beispiel diebstahl – ein umstand zum schaden eines anderen [sic!] im gegensatz zur freiwillig ausgeübten sexuiellen dienstleistung – ja auch, und er geschieht dennoch.
    hier geht es darum, gewisse härten, die mit kriminalisierung verbunden sind, zu beseitigen, und, wenn ich noch einen hinkenden vergleich anführen darf, dies in ähnlicher weise und mit ähnlicher, erhoffter wirkung wie die liberalisierung des umgangs mit drogen.

    ceterum censeo, die diskussion über die prostitution bleibt eine verlogene, wenn sie vergessen möchte, dass frauen einen deutlich erschwerten zugang zu männlichen prostituierten haben.

    auch hier haben männer andere handlungsspielräume als frauen.
    und dies geht an?


    • Im großen und ganzen d’accord, Donna Laura. Was hingegen die Gleichberechtigung in diesem Fall angeht, nun, ohne in Details zu gehen, da gibt es doch technische Schwierigkeiten.

    • Kernproblem
      Ich glaube, Menschenhandel ist nur ein Nebenschauplatz, ein Mittel um Einigkeit bei der Problembeschreibung quer zu allen Lagern zu erreichen, das Problem, auf das sich alle einigen können, etwa so wie bei Terrorismus oder Kinderporno. Das ist heute das gängige Muster. Dann fangen die Leute an, ihre sozialtechnologischen Vorstellungen auszubreiten und die Sache verläuft irgendwo zwischen Initiative, Maßnahmenkatalog und Verfassungsgericht wieder im Sande.

      In Wahrheit geht es bei all dem aber um die Gesellschaftsfähigkeit der Prostitution, um ihre allgemeine Anerkennung: links der Supermarkt, dann kommen ein oder zwei Textilgeschäfte, dann der Frisiersalon und rechts daneben gehen die Leute in den Puff, daneben eine Bäckerei, schließlich kommt der Gemüseladen oder alles in einer anderen Reihenfolge. Am Rande der Gewerbeparks findet man auch ein paar Fitness-Studios und gut besuchte Frauen-Bordelle, gedacht für Managerinnen, die sich nach der Arbeit entspannen und befriedigen lassen wollen. Oft befinden sich die Leute auch in beiden Etablissements und es wird in Fitnessmagazinen diskutiert, wie man beides bestmöglich miteinander kombiniert. Ist das eine Gesellschaft, die wir in Ordnung finden?

      Wenn nicht, dann glaube ich nicht, dass man irgendjemanden davon überzeugen kann, selbst wenn das als imaginäre Lösung des Menschenhandelsproblems ausgegeben wird. Wenn man das hingegen o.k. findet, dann auch wenn es das Menschenhandelsproblem nicht löst und es bei einer Dunkelziffer von Illegalen bleibt.

    • So ist das. Und da der Menschenhandel völlig unabhängig von Legalität oder
      Illegalität der Prostitution stattfinden wird, ist seine Bekämpfung (für die zu wenig getan wird) das denkbar dümmste Argument.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Zu "meiner Zeit"....
      Zugegeben, das war in den 70ern…aber es gab jede Menge Tageszeitungen die eine eigene Rubrik für die damals so genannten „Kavalierdienste“ hatten. Und ich weiss auch, dass zB in München in der Dachbar des Bayrischen Hofes immer schon Prostituierte sitzen.

      Oder hat sich da was geändert?

    • In der Dachbar des bayr. Hofes
      dürfen die Kolleginnen sicher nicht sitzen. Das ist sozusagen das Herz des Sperrbezirkes. In einer Stadt, in der über 95% der Stadtfläche Sperrbezirk sind, in dem sexuelle Dienstleistungen weder angeboten noch nachgefragt werden dürfen.
      So liberalisiert und anerkannt ist die Tätigkeit nämlich nicht, wenn man man genau hinsieht.
      Und die Bußgelder sind saftig, nach allem, was ich so höre.

    • @Despina...
      Danke für die Info, das wusste ich nicht. Deshalb schrieb ich auch „zu meiner Zeit“ in diesem Falle den 70ern.
      Aber was Sie schreiben passt natürlich zu meinem Bild von DE, BY und MUC.

      Schade finde ich hingegen, dass Sie meine oben gestellte, grundsätzliche Frage ignoriert haben.

    • @rossdorn
      Verehrter rossdorn, dann habe ich Ihre Frage übersehen, oder nicht verstanden.

      Wenn Sie von mir wissen möchten, ob dort Damen sitzen, dann kann ich Ihnen nicht weiterhelfen, denn ich sitze dort nicht und entsprechend kann ich es nicht beurteilen.

      Andernfalls helfen Sie mir bitte auf die Sprünge, ich muss zugeben, dass es mir bei der Menge an Kommentaren nicht ganz leicht fällt, den Überblick zu behalten.

    • Sehr geehrte Donna Laura,
      Sie beschwerten sich mit den Worten: ceterum censeo, die diskussion über die prostitution bleibt eine verlogene, wenn sie vergessen möchte, dass frauen einen deutlich erschwerten zugang zu männlichen prostituierten haben.

      auch hier haben männer andere handlungsspielräume als frauen.
      und dies geht an?

      Was immerhin mal eine originelle Klage aus Frauenmund über die Schlechtigkeit der Welt ist. Würde ihnen jemand zuhören, würden sich die meisten Männer ja über die Ungerechtigkeit des Universums beschweren, weil sie einen deutlich erschwerten Zugang zu kostenfreiem Sex haben.

      Wie auch immer, da wir ja Gott sei Dank nicht in Schweden leben, wo Ihnen Verfolgung, Bloßstellung und Strafe drohen, kann Ihnen geholfen werden:

      Ich nehme Ihr Geld gerne, kann aber leider nicht garantieren, dass ich meine Latte auch hoch kriege. Daher sind Spesen für chemische Hilfsmittel sowie eine Anreisepauschale bei ansonsten erfolgsabhängigem Honorar, gesondert in Rechnung zu stellen.

      Mit freundlichen Grüßen
      ihr ergebenster Giaccomo C.

    • .
      bester Giaccomo C., ich hoffe sehr, meine kleine botschaft erreichte sie noch: den herren wird ja zugehört, sie sind auch kaum zu überhören – dabei ging es doch lediglich um eine unkomplizierte weise zusammenzukommen – die beiden geschlechtern zugänglich sein sollte, um die diskussion darüber nicht in die bigotterie abgleiten zu lassen, was sie üblicherweise tut, weil man äpfel von birnen kaum zu scheiden vermag, einerlei – und emotionale verwicklungen, weil man das eine nicht vom anderen zu trennen vermag, dürften dabei jedoch als negativkosten zu buche schlagen.

      dabei war nun das ganze auch nicht persönlich gestaltet, sehe ich das recht auf legalen zukauf gewisser leistungen und legale ausübung eines gewerbes als eine der vielfältigen errungenschaft der freiheit an – im sinne von: ich teile nicht ihre meinung, doch gäbe ich mein leben dafür, dass sie sie äussern dürften-, doch war es nur eine frage der zeit, bis jemand einen vorschlag unterbreitete, wofür ich ihnen natürlich sehr danken möchte, allein scheint mir das früchtchen, das es unterbreitet ein wenig pralle vollreife zu besitzen, so dass nicht nur die hürde des pekuniären zwischen uns stünde, ganz abgesehen davon, dass etwas gewisses, ihren werten ausführungen nach zumindest, nicht so besonders stü- oh, was wollte ich noch sagen? ach ja, pardon, besten dank, besonders für ihre geschätzte ergebenheit…

  26. Titel eingeben
    Wäre auch für einen Fav-Button oder etwas ähnliches.

    Und im übrigen Goethe:
    Wir hören’s oft und glauben’s wohl am Ende:
    Das Menschenherz sei ewig unergründlich,
    Und wie man auch sich hin und wider wende,
    So sei der Christe wie der Heide sündlich.

  27. Selbstachtung
    hat man, oder auch nicht.

  28. .
    „Über den Sex zu reden ist für fast allen Menschen unmöglich.“

    das, liebe Nicole, ist eine erfahrung, die man hier aufstöhnenderweise, doch nun eben nicht so, bereits seit jahren macht und zum anderen seufzenderweise immer wieder hörte, dass dies thema doch so privat und als thema auch dergestalt unerquicklich sei, und überhaupt, man solle es doch lieber tun, als darüber zu reden (als ob man sich für eines von beiden entscheiden müsste, nun denn).

    über die saftigen vorgänge an sich muss man im netz sich ja nicht äussern, wenn man dies nicht möchte, auch wenn dies sicherlich eines gewissen interesses auf manchen seiten nicht entbehren würde, doch allein sich die gesellschaftlichen implikationen und wirkungen auf die lebensführung des individuums des themas zu gemüte zu führen, wäre aufschlussreich.

    jedoch, man(n) vertritt im umfeld die ansicht, dass es gerade die männliche seite im allgemeinen sei, die in der regel nicht einfach nur zum spass an der freude vollziehen könnte, sondern die dazu noch etwas (selbstredend positives) über ihre qualitäten als mensch an sich und als mann im besonderen erfahren möchte und zuweilen eine gewisse, teilweise recht unangenehme anhänglichkeit entfalteten. mithin ergibt sich daraus, dass es für frauen durchaus nicht einfach sei, unkompliziert, das heisst ohne verpflichtungen und ohne einen emotionalen oder psychischen preis zu zahlen, sex zu finden.

    • selbstachtung als Sexarbeiterin
      Cara Dona Laura, für den Ausspruch „Selbstachtung hat man, oder auch nicht“,
      sehe ich regelmäßig im Forum für professionelle Sexarbeiterinnen verwirklicht,
      bei dem ich Moderatorin bin. Wenn Kolleginnen Beiträge setzen, in denen sie
      ihre Probleme beschreiben, dann kann man die Beiträge grob gesagt in zwei
      Kategorien einteilen. Die eine Gruppe sucht Bestätigung von Kolleginnen und
      Mitleid, die andere Gruppe erzählt zwar von Problemen, aber sucht praktische
      Maßnahmen um unabhängiger zu werden.
      Ein Beispiel dazu sind Kolleginnen, welche fragen, wie man Drogenabhängigkeit
      mit Sexarbeit verbinden kann, und die durch Drogen verursachte Probleme mit
      den praktischen Vorgängen der Sexarbeit zu vereinbaren. Hier sieht man klar,
      dass die betroffene Person wenig Selbstachtung hat. Die Ratsuche nach außen
      hilft nicht nur nicht, sondern verschärft das Problem, da jeder Zuspruch von aussen
      den Mangel an SELBST-Achtung verringert.
      In dem Zusammenhang wehre ich mich auch gegen die gebetsmühlenartig wiederholte
      Lüge, dass wir uns verkaufen, oder unseren Leib verkaufen! Wir leisten Service,
      wie eine Friseuse, Masseurin oder Krankenschwester. Wenn es einen „Verkauf“ im
      ökonomischen Sinn gibt, dann bei den Fußballern! Dazu kann man jede Zeitung
      öffnen und liest, welcher Verein welchen Mann gekauft oder verkauft hat!
      Nicole

    • Donna, da sagen Sie was. Das geht genau konträr zu der Auffassung, die Medien
      gerne verbreiten. Offenbar kennen Sie und ich die gleiche Sorte „Männer“, auf die genau zutrifft, was Sie ausführten. Obwohl das auch eine Funktion von Alter ist – je jünger, desto anhänglicher.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • .
      liebe Nicole, für ihre replik danke ich ihnen sehr, allein jedoch habe nicht ich von selbstachtung parliert, sondern ein altgedienter komentator namens smaug direkt über meinem bescheidenen beitrag; vermutlich meinten sie ihn.

      lieber ThorHa, es war auch männliche weisheit, die ich hier zum besten gab. und, ja, es dürfte ziemlich wahr sein.

    • Werte Nicole,
      natürlich stimme ich Ihnen zu, ihr Kommentar zu den Drogenabhängigen zeigt ja wie realistisch Sie die Dinge sehen, aber ich stosse auch auf Ungereimtheiten.

      Sie schreiben (nur auf den ersten BLick) zu Recht:
      „Wir leisten Service, wie eine Friseuse, Masseurin oder Krankenschwester.“

      Wenn alle Männer das auch so sehen würden, was glauben sie wieviele Kunden Sie dann noch hätten?

  29. Projektion
    Es gibt in der Psychologie das Prinzip der Projektion. Das lässt sich – stark vereinfacht – gerade anhand der aktuell nahenden Weihnachtszeit ganz gut veranschaulichen.

    An Neujahr steht man auf der Waage – oder will sich in die Hose zwängen, die mal gepasst hat – und stellt fest, dass man durch die Völlerei während der Feiertage ein wenig zugenommen hat; fünf Kilo müssten runter.

    Dann kommen die Nachbarn und überreichen die Neujahrswünsche. Dabei fällt einem auf, dass ja der Herr Müller von nebenan sogar zehn Kilo Übergewicht hat – und schon ist man selbst wieder schlank.

    Ähnlich läuft es bei dieser Diskussion: Wenn andere nicht mehr begehren dürfen, sind selbst die begehrenswert, die damals im Tanzkurs von niemandem aufgefordert wurden – und das bis heute nicht verwunden haben. Ist alle Welt kastriert, erscheint auch der Impotente nicht mehr als unfähig.

    Vor einigen Jahren kommentierte die Londoner „Times“ nach einem britischen Prostitutionsfall (den Kommentar schrieb eine Frau): Die wahren Huren sind die Frauen, die einen langweiligen Investmentbanker (oder im Autoland Deutschland eben einen Ingenieur) heiraten, ohne ihn zu lieben. Zumindest das wird wohl nicht verboten.

    Dennoch: Hätte doch damals im Tanzkurs der Kalupke Fritz die Schwarzer Alice zum Tanz aufgefordert, was wäre uns erspart geblieben!

  30. .
    Savall, 6.12.2014, 12.09 u – „Gleichberechtigung in diesem Fall angeht, nun, ohne in Details zu gehen, da gibt es doch technische Schwierigkeiten“.

    man kann nur vermuten, was sie, lieber Savall, meinen, doch meine rede geht hier von jüngeren, agilen männern, die spass an der freude und am vorgang haben und sich etwas dazuverdienen möchten.
    dann dürfte das allgemeiner erfahrung kein ding der unmöglichkeit sein.


    • Nein, gewiß nicht. Aber da scheint diese Regel zu greifen:

      „Er wär‘ ein Narr! Ein flinker Jung‘
      Hat anderwärts noch Luft genung.
      Er ist auch fort.“

    • Wenn es kein Angebot gibt, frage ich mich immer,
      gibt es tatsächlich eine Nachfrage?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • .
      nach allem, lieber ThorHa, was man so mitbekommt als holde weiblichkeit, dürfte die nachfrage durchaus bestehen.

      es gibt ja angebote, aber finden sie diese einmal – spontan, ohne internetanschluss.

    • Aber Donna....
      auch Männer müssen sich aufraffen, wenn sie dasselbe Bedürfnis wie Sie verspüren.

      Und ich würde mich sehr wundern wenn dergleichen Männer heutzutage keine Hausbesuche mehr machten…

      Ich kannn nicht verstehen was Sie eigentlich beklagen?

      PS: Filmtip: Fading Gigolo, 2014, von John Turturro, mit Woody Allen als Zuhälter. (Bitte um Himmels Willen nicht mit „Magic in the Moonlight“ verwechseln, den nur auf eigene Verantwortung…)

  31. Mich stört das Argument
    dass z.B. Menschenhandel und ausbeuterische Verhältnisse ver-
    schwinden, wenn man die Nachfrage erschwert.

    In was für Zeiten leben wir denn.

    Wen interessiert die Nachfrage? Die Angebote werden gnadenlos
    in den Markt gedrückt.
    Das sollten die in diesem Bereich tätigen Aktivisten selbst am besten wissen.

  32. Nett geschrieben. Es dürfte sicherlich gerade im gehobeneren Segment Damen und
    vereinzelt auch Herren geben, die diese Tätigkeit absolut freiwillig ausüben und dabei auch sehr gut entlohnt werden. Was ist nur mit all den Prostituierten, die täglich zehn bis zwanzig Männer auf sich lassen, davon die wenigsten ästhetisch interessant oder vielleicht gepflegt. Mit all den Damen, die bei kaltem Wetter auf den Strich gehen oder in einem versifften Wagen auf Kundschaft warten und sich grossen Gefahren aussetzen ? Wann handelt jemand freiwillig ? Hierzu empfehle ich den heutigen Beitrag in der Welt online.

    • Meinungen gibt es viele, aber man darf die, die einem nuicht passt, diskreditieren. Wie das ausgerechnet mit der Springerpresse gehen soll, verstee ich sowieso nicht.

    • Titel eingeben
      Täglich 10 bist 20 Männer? Her mit der Adresse!!! Das sind ja Traumzustände so viele Kunden zu haben…
      Und ja, den Artikel in der Welt habe ich gelesen. Angeblich verdienen „Zuhälter“ 100.000 Euro an einer Dame… auch diese Adressen hätte ich gerne. Ich wäre schon mit der Hälfte an Einkommen zufrieden.
      Immer wieder interessant, dass eine Ordensschwester mehr Ahnung von meiner Branche hat, als ich die schon jahrelang davon lebt.

  33. Die Konkurrenzgesellschaft hat vor allem Angst vor Nähe und wirklichen Gefühlen
    Wenn ich noch einmal nachdenke, ThorHa, haben sie doch recht, dass Sexarbeit keine „normale“ Arbeit ist, weil sie doch ein Stück mit unserem Herzen (im Sinne Exuperys) geleistet werden muss – weil man als Mann nur kann, wenn man zumindest ein bisschen angetörnt ist, und als Frau schnell keine Kunden mehr hat, wenn man ausstrahlt, dass einen das alles ankotzt. Im Zeitalter der cinematographischen Akrobatie-Leistungen reicht es nicht mehr, den Rock hochzuschieben und zu sagen, jetz mach mal, Kleiner.
    Du kannst dabei schlecht an den Schulaufsatz deiner Tochter oder Rehbraten oder an Fussball oder das Tuning deines Mantas denken, während das bei den meisten Schrei&&jobs schon geht.
    Der Höchstleistungsanspruch hat alle gesellschaftlichen Bereiche durchdrungen.

    Unkomplizierter Sex für Mann und Frau wäre ja nett, komplett daccord, aber so hierarchisch unsere Gesellschaft immer mehr auf das Sammeln von Hackordungspluspünktchen, bleibt die essentielste Grundlage voll auf der Strecke: Entspanntheit, Phantasie, Abwechslung.
    Sex ist eine Form von Sozialprestige generierendem Poweryoga nach Match-Punkten geworden.

    Und eine zweite Komponente verdirbt uns den Spass: Die sexuelle Revolution und Befreiung war DAMALS eine Jugendbewegung aus einem homogenen Kulturbereich – genauso die FKK-Popularität in Ostdeutschland oder München.
    Jetzt sitzen auf jeder Saunastange pensionierte stieläugige Schweinebratenfriedhofsbesitzer und Borat-Lookalikes, die die Aussagen über die (fiktiven-Film)-kasachischen Hobbys für Folklore statt für Ironie halten.

    Als attraktive Frau im öffenlichen Raum ist man meistens auf der Flucht, wenn es um erotische Signale geht.

    Wenn es dann mal um Sex gehen soll, dann bitte First Class; irgendwo habe ich gelesen, dass das ge$ilstse an den grausigen fünfzig Grautönen nicht die Sexpraktiken, sondern der Learjet gewesen sei.

    Da entsteht ein Nachfragegefälle auf beiden Seiten: Mann ahnt, dass er die Ansprüche kaum erfüllen kann. Frau ist es leid, immer nur Frösche zu befriedigen.

    Die „unkomplizierte“ Affäre ist meines Erachtens eine Illusion: entweder ist sie so „gut und intensiv“ , so dass sie die Qualität der ersten Beziehung verblassen lässt, oder so vorbehaltvoll minderwertigkeitsverkrampft, dass sie über ihre Anlaufschwierigkeiten kaum heraus kommt.

    Sex hat etwas mit Grenzüberschreitung zu tun, und da denke ich auch, so stromlinienförmig uns unsere Gesellschaft haben möchte, bleibt käuflicher Sex das winzige, einhegbare Ausbruchsritual, dass sich eine mainstreamautoritäre Spassgesellschaft erlaubt.

    Und da fände ich es wirklich fair, wenn für Frauen ein ähnliches Angebot promotet würde; ich habe allerdings die Vermutung, dass es sehr oft weniger gut getanzter Sex ist, der gewünscht wird, als soziale Aufwertung: Schatz, Du bist so toll, so aufregend, so jung.
    Und das ist viel schwieriger zu erreichen.

    Der Zahnarzt hat es leichter, wenn es die Harley nicht mehr bringt, und er in Pattaya über die zickigen deutschen Weiber hetzen kann.
    Die mollige Sekretärin in Kenia muss viel mehr einstecken. (ähhh..)

    In meiner SingleZeit habe ich Swingerclubs für eine entspannte Möglichkeit gesehen, aus dem Beziehungsanbahnungsgegockel auszusteigen.
    Nicht jedermanns/frau Sache, aber meiner Meinung nach ein weit besserer Ansatz für „unkomplizierten“ Sex als die mir immer peinlich psychisch nah vorkommende Situation der Prostituition.

    Sex ist im Kern nicht völlig anders als tanzen – das kann eher anarchisch/animalisch sein, oder höfisches Menuett, je nach Geschmack.

    Und so wie man bei unterschiedlichen Vorlieben der Küche nie die Beziehung in in Frage stellen würde, sollte man seine Bedeutung auch nicht überbewerten… schliesslich werden wir, wenn wir mal ehrlich sind, alle älter (grins)

    • Da spricht mir einer...
      …aus dem Herzen.

    • Ausnahme:
      Swingerclub.

    • Titel eingeben
      lieber TGA, zu einem lifestyleprodukt dürfte sex streckenweise schon geworden sein. aber das tamagotchi will ja auch wirklich gefüttert werden…

      was die nachfrageseite, die vorhin ThorHa ansprach, anbelangt, so kann ich mir beim seitenblick auf die geschlechtsgenossinnen durchaus vorstellen, dass etliche – ebenso wie männer jedoch auch (diejenigen, welche man meidet; dies ganze gesprochen ausserhalb einer finanziell entgoltenen tauschbeziehung) – hören möchten, dass sie etwas ganz besonderes seien, weil dies im organ zwischen den ohren offensichtlich etwas einschaltet.

      dass man einander ohnehin respektvoll und freundlich behandelt – geschenkt. doch grossartig arien zu singen von der einzigartigen vortrefflichkeit eines fb ist nun nicht unbedingt besonders gewünscht, auch von frauen nicht; dies nun sei alles eine frage der auswahl. und es werden ohnehin nicht diejenigen sein, mit denen man den meisten spass haben dürfte, die ein solches einfordern.

      eine affaire nun ist jedoch etwas anderes ein nsa (no strings attached).

    • (oh pardon, da fehlt noch der name bei eben abgesandten beitrag unter The Great Artiste und Filou: donna laura war’s.)

    • Danke TGA und Zustimmung zu praktisch allem, was Sie ausführen.
      Für mich überraschend eines der ganz wenigen Gebiete, über die ich vor 30 Jahren schon genauso dachte, wie heute. Wobei ich nicht das mindeste Problem damit habe, mich als zweimaligen Kunden in sehr jungen jahren zu outen. Das damalige Resultat lässt sich am besten unter „vergessen macht´s schöner“ zusammenfassen :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  34. och jo
    Das strukturieren des Themas über Marktgesetze/Phänomene entlockt mir die unterschiedlichsten Assosationen in Form von Leasing, Anmietung einer Leistung, Werkvertrag, Erfüllbarkeit, Verspätetete Lieferung, Minderung,
    Ablass, Niesbrauch, Eigenbedarf, Standortfaktor, Giffen Paradoxon,..Vorleistungen, Betriebsmittel, G+v,.Magisches x-Eck,.
    Aussenhandelsgleichgewicht, Dispositive Faktoren, unausgeglichene Zahlungsbilanz, Abgrenzungsproblem im Steuerrecht, Verfassungstreue ,
    Nachhaltigkeit, Abschreibung i.S.; Opportunitätstheorie, Manteltarif;
    Veröffentlichungspflicht, Treu und Glauben,..wie in allen anderen Bereichen auch…

  35. Statt die eigene Hilflosigkeit
    bei der Gestaltung der Angebotspolitik zuzugeben, spielt man sich
    gegenüber Dritten ( vulgo: Volk) als großer Lehrmeister und
    Gesellschaftserzieher auf, um aus eigenem Unvermögen Profit
    zu schlagen.
    Das ist einfach superfies.

    Nein, Danke!

  36. Huren müssen stigmatisiert bleiben
    schon weil wir sonst keine passende Metapher mehr für eine bestimmte Sorte Qualitätsjournalisten und -politiker hätten, die ja ebenfalls nur ihren Job machen.

  37. Ob der Klimawandel menschengemacht ist
    weiß ich nicht. Aber zu seiner Bekämpfung ist Politik bereit
    Hunderte Milliarden auszugeben.
    Gegenüber dem garantiert von Menschen gemachten Drogen- und
    Menschenhandel ist man angeblich machtlos.

  38. Warum nicht?
    @dreamtimer, E.R.Binvinhier:
    Das Sexcenter neben Waschstrasse und Lebensmittel-Discounter – für speziell für Männchen und für Weibchen und für welche die sich gemeinsam treffen wollen – warum nicht; wie die Kurse im Fitnesscenter- man kann ja Nacktyoga als Schnupperkurs besuchen, sollte es dann aber vermieden haben, Zwiebelkuchen oder Chili con Carne gegessen zu haben…

    Im Ernst, wenn Sexbedürfnisse undramatisch, sauber, angenehm und auch ein Hauch lustig zu befriedigen wären, wäre die Welt wahrscheinlich ein bisschen besser, weil (hoffentlich) der immer zu kurz gekommene Frauenfeind aussterben würde, der seinen besonderen Spass an Gewalt und Zwang als Ausdruck seiner (Pseudo)Macht geniessen würde.

    Wenn jeder Topf kurzzeitig sein Überdruckventil im Deckel fände, wäre es obsolet zu denken, Heah, ich bin zwar zu blöd, einen Gabelstapler zu wenden, aber jede Menge Angst und Schmerz kann ich Dir trotzdem zufügen.

    Diesen Typ Mann ( als Frau wirklich selten), die Idee der Vergewaltigung als demoralisierende Kriegswaffe, das sind Dinge, die ich viel lieber von der Weltoberfläche verschwinden sehe, als die freie Entscheidung, ob ich lieber 20 Minuten einem betagten Alm-Öhi einen von der Palme wedele, oder acht Stunden bei Primurks Pullover falte.

  39. Steuern zahlen
    Das horizontale Gewerbe macht gigantische Umsätze. Die sollen gefälligst auch Steuern zahlen. An dieses Thema will aber keiner ran.

    • Pffff, also, Steuern stand als thema auch auf meiner Gesprächsliste und erstens wird da genauso geklagt wie am Tegernsee und zweitens geht es nicht, wenn prostitution wie auhc immer verboten wird.

    • Titel eingeben
      So? Da habe ich aber unter der Hand schon sehr anderes gehört, mit ganz erstaunlichen Zahlen bezüglich eines großen Fischerdorfs…

  40. eher romantisch denn libertär
    muten hier viele Beiträge an;
    irgendwie geordnet und anerkannt war das Gewerbe ohnehin, Arthur Koestler beschreibt das im ersten Band seiner Autobiographie über seine Zeit in Paris sehr gut (es empfiehlt sich natürlich auch Koestlers weitere Bände zu lesen!) und gabs nicht bis vor kurzem – also bis zur Überschwemmung des Marktes – auch hier Ordnungen mit Amtsarzt und Konzession fürs Betreiben eines Würstelstandes für jene, die aus Altersgründen aufhören wollten?

  41. Wunderbar
    Wunderbarer Text mit schönen Parallelen auf Sushi etc.!!! Geistreich! Interessant finde ich: Männer, die ja durchaus Kunden der Prostituierten sind, verneinen vehement die Möglichkeit, es könne sich bei dem Angebot um eine Dienstleistung handeln… („Aber…MICH hat sie geküsst“, „Das kann gar nicht sein, Sex ohne Gefühle zu haben, nein…“). Nun, liebe Herren: Ehefrauen haben seit Jahrhunderten (auch) Sex ohne Gefühle, stellen also „Körperöffnungen zur Verfügung“.

    • Sex ohne Lust - vielleicht (arme Ehefrauen UND -männer). Sex ohne Gefühle
      hoffentlich niemals, denn dann sollte die Ehe längst beendet sein. Nein, das machen Sie sich erheblich zu einfach, die Gleichsetzung von Ehe („dauerhaft gekaufter Sex“) und Prostitution ist weder okay noch in irgendeiner Weise richtig. Und – aber das nur ganz nebenbei – kein Argument, um Verbündete zu gewinnen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  42. Danke für diesen Appell für Selbstbestimmung und gegen Tugendterror!
    Tat einfach gut!

  43. alles relativ
    ein wunderbarer text dazu paßt diser witz vorzüglich

    wobei die veröffentlichten handgeschriebenen briefe A.Einsteins letzthin in dieser zeitung mich zu diesem witz führten

    Einstein ist nach Japan und Amerika eingeladen worden. Warum ist er so berühmt? Was bedeutet seine Relativitätstheorie?

    Sie bedeutet, daß dieselbe Sache je nach dem Zusammenhang etwas ganz anderes bedeuten kann. Nehmen wir an, du sitzest im Hemd auf dem heißen Ofen – dann wird dir eine Sekunde erscheinen wie eine Stunde. Nehmen wir aber an, es sitzt ein Mädel im Hemd auf deinen Knien, dann kommt dir eine Stunde vor wie eine Sekunde. Hast du verstanden?

    >Ja, natürlich…und mit die zwei Sachen reist er?<

  44. Blinder Fleck
    Hmm… Gut geschrieben und schlüssige Argumentationskette, keine Frage. Der Hauptpunkt, der mich aber immer wieder an der These der Prostitutionsbefürworter zweifeln lässt, fällt hier wieder unter den Tisch. Es hört sich alles schön an und man wünschte sich, so einfach wäre die Welt, aber ich kann das leider so nicht abkaufen. Der Punkt also, den ich meine: Diese Gleichsetzung sexueller Dienstleistung mit anderen minderwertig konnotierten Dienstleistungen, als wäre da kein Unterschied, ist mE. nach sehr ignorant. Ich möchte mir als Mann gar nicht anmassen, beurteilen zu können, was frau gerne macht, sondern ich möchte schlicht verstehen. Vielleicht erklärt mir das ja jemand. Für mein Dafürhalten fällt hierbei jedesmal völlig der Aspekt der körperlichen Integrität unter den Tisch. Und das regelmäßig auf so plumpe Weise, dass ich mich schon deshalb nicht mehr von der Argumetnation angesprochen fühle. Jeder hat doch (im „Normalfall“) seinen natürlichen, sehr sensiblen, körperlichen Schutzbereich, in den er niemanden eindringen lassen will, dem er nicht vertraut oder den er nicht mag. Wenn ich mich nun als Mann in die Situation versetze, ich solle auch nur eine Frau küssen, für die ich nichts empfinde oder von der ich mich nicht angesprochen fühle, dann stellen sich bei mir alle Nackenhaare hoch. Wenn ich das auch noch auf Sex übertrage, und das mehrfach am Tag, kann ich für mich nur behaupten, dass ich nach 2 Tagen vermutlich ein psychisch nicht mehr ganz stabiler Mensch wäre. Nun kann es natürlich sein, dass da mit mir etwas nicht stimmt oder aber… nun ja, dass diejenigen, die so was einfach nicht mehr fühlen, sondern die Feilbietung sexueller Dienstleistungen mit Putzen gleichsetzen – vorsichtig gesagt – unter einem nicht mehr ganz gesundem Eigenempfinden leiden. Es geht mir nicht um moralische Diffamierung, aber für mich liegt einfach ein himmelweiter Unterschied zwischen Flurputzen und jemanden-an-mienem-Körper-lassen. Die Gleichsetzung erscheint mir so kindisch, dass sie mich verstört. An sich würde ich ja gerne für die Befürworter sprechen. Aber wenn es nur ein paar Frauen gibt, die ein ähnliches Empfinden haben, wie ich es für mich zugrunde lege, und durch Geldnöte oder Menschenhandel in diese Situation gebracht werden (von all den VERSKLAVTEN Zwangsprostituierten aus Osteuropa etc. mal abgesehen), sich von zweifelhaften Gestalten besteigen lassen zu müssen… Hmm, sorry, da ist nichts zu machen. Auch wenn der vollsatte Mitteleuropäer sich das in seiner selbstgefälligen Ausbeuter-Pose gerne so zurecht legt. I don’t buy it. Solche Dinge fordern ihren Tribut in der menschlichen Psyche. (Und btw: alle Herren, die hier so großspurig für das natürliche Recht auf unterworfene Frauen plädieren und das auch schön elitär zu rechtfertigen wissen, können das Berfusbild beim nächsten Gespräch über Zukunftspläne ja mal ihren Töchtern als spätere Nebenverdienstmöglichkeit nahelegen – ist ein völlig normaler Beruf.. jaja…). Aber wie gesagt, vielleicht habe ich ja auch nur ein völlig verklärt-romantisches Frauenbild. Hoffen wir nicht…

    • Körperlichkeit
      Zunächst möchte ich gerne anmerken, dass ich Sexarbeit nicht als minderwertig konnotiert betrachten möchte, sondern meiner Perspektive auf Sexarbeit als eine anspruchsvolle, anstrengende und in der breiten Masse völlig unterschätzte Berufstätigkeit beibehalte.

      In der Tat, da gebe ich Ihnen völlig recht, ist es nicht jedermanns Sache, körperlich eng mit anderen Menschen zu arbeiten. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass körperliche (und nicht zu vergessen: emotionale) Nähe auch in manch anderem Beruf eine wichtige Rolle spielt. Denken Sie zB an Pflegende von Menschen mit und ohne Behinderungen, an Geburtshelfer, Physiotherapeuten und so fort.

      Alle diese Berufe erfordern -wenn verantwortungsvoll und professionell ausgeübt- ein hohes Maß an Empathiefähigkeit, Einsatzwillen und Kompetenz, zusätzlich dazu auch noch die Fähigkeit der Ausübenden, auf ihre eigene Psychohygiene zu achten, wollen sie sich nicht beizeiten zuschanden arbeiten.

      Ähnlich würde ich die Anforderung an einen Menschen beschreiben, der in der Sexarbeit tätig werden möchte, plus eben der Bereitschaft, sexuell mit im Prinzip fremden Leuten zu interagieren. Wobei man es in der Pflege ja auch schwerpunktmäßig mit Fremden zu tun hat, wenn man es beruflich macht.

      Worauf ich hinaus will ist, dass die Kompetenz, die es braucht, um professionell sexuelle Dienstleistung anbieten zu können, viel zu wenig geschätzt wird. Abgesehen von den Kunden, die bereit sind, angemessene Entgelte zu bezahlen, nimmt nämlich kaum jemand wahr, dass zu einer sexuellen Dienstleistung, die für die Anbieter- und auch Kundenseite wirklich gewinnbringend (und damit meine ich:nicht ausschließlich finanziell gewinnbringend für die Anbieterseite) ist, Kompetenzen notwendig sind, die über das Beinebreitmachen ein ganzes Stück hinausgehen.

      Attraktivität ist in diesem Kontext mMn ein interessanter Beobachtungsgegenstand, denn es muss einem als Sexarbeitendem nach meiner Ansicht gelingen, in dem jeweiligen Kunden etwas attraktives, also anziehendes, zu finden. Das gelingt übrigens mir zum Beispiel seltener über die Optik, als über das Miteinander. Ich komme mit Menschen, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen wunderbar klar, mit unflätigen Personen kann ich aber nicht arbeiten. Und ungewaschen ist mir noch keiner untergekommen, was die Sexarbeit von der Pflege übrigens unterscheidet.

      Man braucht einen Zugang zu dem Menschen, mit dem man da arbeitet, man muss ihn annehmen können. Aber auch da: ich bin mir sicher, dass es einem guten Therapeuten manchmal nicht viel anders geht, und er sich den Zugang zu manchen Klienten trotz fehlender Sympathie (die ja hier wie dort auch nicht zu ausgeprägt sein sollte) erarbeiten muss. Es heisst ja auch Sexarbeit, und nicht Sexjustforfun. Und die professionelle Distanz ist etwas, das auch fast jedem Berufstätigen gut tut, da nimmt sich die Sexarbeit ebenfalls nicht aus.
      Es mag für Menschen in anderen Berufen sonderbar klingen, sexuell mit einem anderen Menschen zu verkehren, und dabei eine professionelle Distanz zu wahren. Aber das unterscheidet eben Beruf und Hobby.

      Es mag also nicht jedermanns Sache sein, mit fremden Menschen Sex zu haben, und wer nicht möchte, der soll natürlich nicht müssen.
      Die Berufswahl ist aber eben eine persönliche Entscheidung, die in vielen Fällen etwas mit Vorlieben und Neigungen zu tun hat. Meine Vorlieben und Neigungen sind eben so, und ich würde mich sicher nicht in der Sexarbeit verdingen, wäre es für mich nicht eine schöne und auf der zwischenmenschlichen Ebene auch eine sehr beglückende Arbeit. Und das, obwohl die Arbeitsbedingungen denkbar mies sind, da bin ich völlig unromantisch.

    • Titel eingeben
      „Es geht mir nicht um moralische Diffamierung, aber für mich liegt einfach ein himmelweiter Unterschied zwischen Flurputzen und jemanden-an-mienem-Körper-lassen.“

      Ist es ja auch, was man allein schon am Stundenlohn erkennen könnte, wenn man wollte, oder?
      Es gibt da ja auch eine gewaltige Bandbreite von der Crack-Hure zur Luxus-Liebesdienerin. Glauben Sie wirklich, dass auf Letztere auch täglich 20 Freier kommen?

    • Titel eingeben
      Danke für die Frage; vielen Dank auch für die Antwort.

      Ich glaube, ein „carnaler Humanismus“, wie er hier angedeutet wird, als Bedingung dafür, an der Sexarbeit keinen psychischen Schaden zu nehmen, existiert als Position in unserer philosophischen Tradition nicht. Selbst Autoren, die enthusiastisch über sexuelle Grenzüberschreitungen schrieben, hatten klare Zielgruppenpräferenzen, ein Beuteschema, wenn ich das richtig erinnere. Die Gründe dafür scheinen nachvollziehbar, denn das ist keine Haltung, die einer vorbringen kann, ohne sie durch das eigene Beispiel zu authentisieren. Unsere Humanismen sind vergleichsweise leichtgewichtig und auf Universalität ausgerichtet, geistige Konstrukte, die man um einen Kern von Altruismus, Mitleid oder Empathie herum aufgebaut hat und das bezeichnet noch nicht ihre großspurigen Varianten, in denen der Mensch in die Nähe der Götter gerückt wird, allerdings nur um anschließend wieder unter die Mängelwesen zu fallen und narzistische Kränkungen zu erleiden: Hybris und Sündenfallmythos, noch einmal modern durchgespielt.

      Nun ließe sich argumentieren, dass Pluralismus bereits vorbereitet und anglegt ist und das heißt auch, dass die Überforderungen der Seele, das was weiter oben unter dem Stichwort der Zumutung oder Zumutbarbarkeit diskutiert wurde, durch Differenzierung gemildert wird. Das Subjekt muss sich nicht auf der Ebene der Gewohnheiten und Empfindungen in Kongruenz zu allen anderen bringen. Es muss genügen, dass die ethische Einstellung erkennbar bleibt. Das wäre dann Toleranz für Rationalisten.

    • Antwort auf Despina
      Danke Ihnen für die ausführliche Antwort. Auch ich betrachte Sexarbeit nicht als minderwertig konnotiert, sondern ich meinte die damit verglichenen Tätigkeiten, die in unserer Gesellschaft offenbar als weniger annerkannt gelten (wie zum Beispiel auch Putzen), was sich an deren Verütung ablesen lässt – auch wenn natürlich jeder gerne behauptet, das sei ehrenwerte Arbeit usw. nur teuer soll’s hlat eben nicht sein… Ebenso wenig zweifel ich an Ihren Ausführungen über Anforderungen und psychologisches Feingefühl, die es in ihrem Beruf zu erfüllen und einzubringen gilt.

      Beim Durchlesen meines gestrigen Kommentars fällt mir auf, dass mir einige Sachen wohl auch zu impulsiv geraten sind. IdR. tätige ich auch keine online Kommentierungen.
      Ich finde es gut und mutig, dass Sie offen für das einstehen, was sie tun. Und wenn Frauen das wirklich möchten, wünsche ich mir nichts mehr für diese, als sichere und gute Arbeitsbedingungen. Für einen Mann ist ihre Darstellung ohnehin eher befreiend. Wenn dem so ist, dass Sie das gerne tun. Wunderbar. Man hört aber von unterschiedlichen Frauen sehr verschiedene Einschätzungen dazu.

      Ich glaube, dass man an Glaubwürdigkeit gewinnt, wenn man die negativen Aspekte und Schattenseiten nicht ausblendet. Und da hinken gewisse Vergleiche (auch der mit Pflegeberufen) für mich nach wie vor. Diese Vergleiche versuchen die sexuelle Dienstleistung zu etwas zu machen, was sie mMn einfach nicht sein kann. Und ich finde, man sollte das akzeptieren, um passendere Lösungsansätze zu finden und glaubwürdiger zu wirken. Der Intimitätsgrad einer sexuellen Handlung ist mEn immer noch ein sehr anderer als der angeführter verglichener Berufe. Und wäre den Prostitutierten überhaupt damit geholfen, wenn man ihre Arbeit mit Terppen-Putzen gleichsetzt und es nur um’s Abfertigen geht?

      Wenn ich das richtig einschätze, gibt es in diesem Beruf durchaus spezifische Gefahren und Eigenarten, da er mit dem Triebausleben zu tun hat, welches zuweilen sehr selbstsüchtig und selbstgerecht geraten kann. Und ich bekomme da einfach immer noch ein mulmiges Gefühl, wenn ich von Männern höre, diese Frauen wollen’s alle nicht anders, freie Fahrt und ab dafür. Wenn man dann von Abfertigungsgaragen oder von durch besoffene Wiesn-Gänger überfluteten Münchener Bordellen hört (guter SZ-Bericht kürzlich – von einer Frau), stellt sich für mich immer noch die Frage: Soll es das sein, wer will so was? Wo zieht man also die Grenze, welche Reglementierungen sollte es geben? Klare Aussagen von den Prostituierten selbst wären hier mit Sicherheit das Beste.

      Ich habe bei diesem Thema oft das Gefühl, nie die ganze Wahrheit zu hören, sondern immer nur die plakative Seite. Sie haben recht, jeder Mensch hat unterschiedliche Vorlieben und das ist gut so. Aber es ist nun mal ein recht sensibles Thema, bei dem viele Dinge zusammenkommen.

  45. Pingback: Der schlimmste Reaktionär: Der Edel-Reaktionär | freitag!-logbuch Privatblog Vroni und Wolf Gräbel

  46. integrationsfördernd
    Also, der österreichische Verfassungsgerichtshof hat gegen die Abschiebung einer Nigerianerin aus Österreich mit der Begründung entschieden, dass diese durch ihre Tätigkeit als Prostituierte in Österreich beruflich integriert sei.

  47. Pingback: Prostitution, oder: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? | Der nachdenkliche Mann

  48. Relax
    Also ich hatte schon gute und schlechte Sushi und gute und schlechte Huren.
    Und gute Debatten zum Thema und abstossende.
    Was ich gelernt habe, ist das in dieser Debatte ein Mittelmaß ganz sinnvoll wäre.
    Zunächst einmal muss man schlicht und einfach zur Kenntnis nehmen, dass es Sexarbeit und einen Nachfragemarkt dafür gibt.
    Die einzige Frage kann also nur sein, wie gestaltet man diesen diesen Markt so aus, dass er für SexarbeiterInnen und Kund(In)en maximal befriediegend ist.
    Die Frage kann eigentlich nur von den Sexarbeiter(inne)n und ihren Kund(inne)n geklärt werden.
    Warum Mittelmaß?
    Wenn aufgrund falsch verstandener Libertinage die Gesellschaft sich nicht kümmert, machen sich Zuhälterei und Menschenhandel breit der Ausbeutung von Sexarbeiter(inne)n ist Tür und Tor geöffnet.
    Leider geschieht haargenau das selbe, wenn man in einem Anfall moralinsaurer Realitätsverdrängung die Prostitution verbietet. An der Sexarbeit wird sich nichts ändern, wohl aber an ihrer Organisation und Ausgestaltung und die wird so sein dass Sexarbeiter(inne)n aber auch ihre Kund(inne)n völlig entrechtet werden. Was aber derzeit wohl die moralinsauere Position befeuert ist eigentlich ein Kampf zwischen 2 Hurengruppen, die siech spinnefeind sind: Auf der einen Seite die Sexarbeiter(inne)n auf der anderen Seite die Ehehuren, die gestützt auf das Ehehurenprivileg im Scheidungsrecht zu tausenden volgende Nummer durchziehen: Gut verdienenden Mann suchen (Möglichst qualifizierter Angestellter oder Beamter, möglichst keine Freiberufler, die können zu gut trixen) ihn in Hormonkoller setzen Heiraten, möglichst schnell 2 Braten in die Röhre dann den Tuppes doch nicht mehr so toll finden, per Anwalt bis aufs Hemd ausziehen und dann bis ans Lebensende gut versogt sein. Dass diese Ehehuren den Sexarbeiter(inne)n für den von ihnen geschaffenen ausweg aus dem Hormonkoller spinnefeind sind, wird auf der Hand liegen und dass ihnen von B wie Bazillen bis Z wie Zwangsprostitution alles recht ist, was einem Argument auch nur entfernt ähnlich sieht, ist wohl kaum abzuleugnen. Würde man in die Diskussion über Sexarbeit einfach einen Passus einmischen, dass Ehen die der Verdeckung der Prostitution dienen für nichtig erklärt werden können, der Sturm im Wasserglas würde sich schnell legen. Denn bevor sie das eigene geschäftsmodell ad akta legt, wird die Ehehure sich eher mit den Sexarbeiter(inne)n arrangieren.

  49. Testament
    Eine der größten Verführungen zur vollkommenen Abhängigkeit besteht darin, den zur Katharsis dargebotenen Penis mit Tränen zu waschen. Danach diktieren sein Testament.

  50. Titel eingeben
    Für mich gibt es mehrere, interessante Fragestellungen:
    1. Sind die Positionen von Steinzeitfeministinnen wie Schwarzer a) relevant oder b) gut begründet?
    2. Ist Prostitution eine ganz harmlose und unproblematische Tätigkeit?
    3. Gibt es staatlichen Regelungsbedarf?
    4. Sollte Prostitution verboten werden?
    5. Finde ich es erstrebenswert, Frauen für Sex zu kaufen?

    ad 1: Nein/nein
    ad 2: Eher nicht. Die große Vielzahl von Problemen „im Gewerbe“ sollten jedem Zeitungsleser/in halbwegs bekannt sein. Schutzgelderpressung, Gewalt, Betrugsdelikte, Drogen, organisierte Kriminalität etc.

    Es ließe sich allerdings gut behaupten, dass der Großteil aller relevanten Probleme „im Gewerbe“ auf die Herren der Schöpfung zurück geht.

    ad 3: Ja, eindeutig. Sowohl zum Schutz der Prostituierten (z.B. vor Ausbeutung und Schutzgelderpressung), zum Schutz der Öffentlichkeit vor Belästigung und auch zum Schutz der „Freier“, z.B. vor Krankheit und Ansteckung. Die OK ist zu bekämpfen. Es wäre evtl. auch zu überlegen, ob eine Dienstleistung, die ein erhöhtes Maß staatlicher Betätigung nach sich zieht, ggf. mit einer Sondersteuer belastet werden sollte.

    ad 4: Nein. Prostitution lässt sich auf eine zivile Weise organisieren, welche die Würde der Frauen wahrt bzw. diese vor Schäden und Benachteiligungen weitgehend schützt. Faktisch schadet ein Verbot der Prostitution deutlich mehr als das es nützt. Ich persönlich würde allerdings dort, wo Prostitution der Bestechung politischer Entscheidungsträger dient, durchaus Verbote (hier: für die Freier) für sinnvoll halten. Das heißt, z.B. EU-Funktionsträgern, Spitzenbeamten (ab der dritten Ebene), Kommissionsangehörigen und EU-Parlamentariern würde ich die Nutzung von Prostitution pauschal verbieten. Mindestens 3/4 aller EU-Parlamentarier geht z.Zt. mehrmals im Jahr in den Puff, und lässt sich dies zumeist von „Gönnern“ bezahlen. Ich finde das nicht okay.

    Das wäre vielleicht auch ein Thema für einen separaten Artikel.

    Grundsätzlich aber ist von einem Verbot der Prostitution kaum Gutes zu erwarten. Die Zahl der Sexualdelikte ist beispielsweise in jenen Ländern höher, in denen Prostitution verboten ist. Ginge es Schwarzer tatsächlich um den Schutz der Frauen, müsste sie sich für die Rechte der Prostituierten einsetzen und eben dafür, dass Prostitution legal bleibt.

    ad 5: Nein. Möglicherweise bin ich an dieser Stelle auch einfach zu verklemmt. Ich finde es geradezu scheußlich. Wenn zivilisierte, erwachsene Menschen hingegen Interesse an dieser Dienstleistung haben, dann gibt mir meine persönliche Abneigung längst noch nicht das Recht, diese Freiheit beschneiden zu wollen.

    • Nachfrage
      Werter Jean Dean,
      haben Sie für die Aussagen hinsichtlich der Häufigkeit von Puff-Besuchen von EU-Parlamentariern irgendwelche belastbaren Aussagen und/oder Quellen?

  51. Titel eingeben
    Ich habe hier einen Kommentar, der einerseits sauber und nachvollziehbar argumentiert, auch wenn ich es anders sehe. Mein grosses Problem ist jedoch die provokante Wortwahl und, das gebe ich zu, nach vielen Bauchschmerzen habe ich mich entschieden, ihn nicht zu bringen. Ich bin hier sehr viel liberaler als die anderen Blogs und würde das im Zweifelsfall eben selbst auch verantworten, aber mein Gefühl sagt mir, es würde der Sache nicht gerecht. Ich bitte da um Nachsicht.

    Wir haben uns für den Namen „Despina Castiglione“ nicht ohne Grund entschieden, der Nachnahme spielt auf Europas frühen Frauenrechtler Baldassare Castiglione an, den Autor des Hofmannes, der darin gehalten wird, allen Frauen mit grösstem Respekt und ohne vorurteil zu begegnen. Und so würde ich mir auch die Deabtte wünschen.

  52. ole@hamburg.de
    „Mir ist noch niemand begegnet, der auf die Frage, was er denn von Prostitution halte, mit völliger Gleichgültigkeit reagiert hat, im Gegenteil.“

    Schade. Vielleicht laufen wir uns mal über den Weg. Mir ist es schnurz, schnuppe, piepegal. Und dabei wohne ich in Hamburg, nicht in München oder sonstwo in Nordkorea.

  53. Tiefe Fallhöhe der FAZ
    Ich bekomme den Eindruck, dass ein gewisser Ex-FAZ-Journalist mit seinen Enthüllungen „Gekaufte Journalisten“ Recht hat. Jetzt also schon wieder eine Promotion für die Prostitutionslobby in der FAZ? Wie verzweifelt müssen Sie, als Journalisten, sein.

    Edit: Ich schalte das nur frei und auch nur stark gekürzt, um klarzustellen, dass Ulfkotte-Anhänger hier keinen Platz haben. Echt nicht. Verdächtigungen bitte auf irgendeinem Verschwörungsforum. DWN oder RT, aber NICHT hier. Don

    • Scheißliberale
      Tja, wieso unterstützt die FAZ den Kapitalismus, statt in aufrechter Empörung gegen alles Elend der Welt anzuschreiben, gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, seit der neolithischen Staatenbildung?

      Vermutlich ist da diese Grundüberzeugung, dass die Medien Macht und Ökonomie nicht deckungsgleich sind. Es sind halt Scheißliberale, die anderen, unter gesetzlichen Auflagen, Vertragsfreiheit zugestehen, d.h. darin den grundlegenden Modus der Regelung gesellschaftlicher Verhältnisse sehen. Da dies prozessural ist, benötigt man eigentlich keine Weltanschauung mehr, d.h. wie die jeweilige Realität im Augenblick ist, ist nicht so wichtig. Die Leute müssen nur Wege finden, sich zu einigen. Das ist allerdings unwahrscheinlich, denn gerade wo es um Werte und Normen geht, brechen heilige Kriege aus; kein Meter geweihter Erde darf an die Feinde gehen. Dann benötigt man doch wieder die Macht sie zu brechen und die Kontrahenten, aus den Eingeweiden der Gegner zu entfernen, auch gegen deren erklärten Willen.

    • Titel eingeben
      Hmm, der Diskussionsthread ist zerbrochen. Ich bitte dann darum, diese Beiträge, die in der Luft hängen und ohne Zusammenhang keinen Sinn ergeben, auch zu löschen.

      Thx

    • Welche genau? Ich lösche eigentlich nur sehr ungern einfach so los. Zumal die Beitrag auch an sich on Ordnung sind,

    • ...
      „Scheißliberale“ war eine direkte Antwort auf einen anderen Beitrag, der eine Attacke gegen die FAZ, Journalisten, Lobbyisten und ähnlich furchterregende Personenkreise fuhr.

    • Wurde der direkt als Antwort abgeschicht, indem darunter geantwortert wurde, oder im allgemeinen Kommentarfeld? das ist wirklich wichtig.

    • ...
      Als Antwort, aber auf einen Beitrag, der vermutlich selbst „pending“ war, s.d. meiner, der freigegeben wurde, schließlich im Hauptstrang endete.

    • Hm, das ist natürlich ein Problem – das ist im System so nicht vorgesehen. Ich kümmere mich darum.

  54. Pingback: Worum geht es Feministen eigentlich? Beispiel Prostitution. | Meinungen und Deinungen

  55. Nur am Rande
    In dem verlinkten Artikel von Frau Baum, wird erwähnt, dass es
    während der Veranstaltung zu Prosteten kam.
    Das hat SPON nicht gebracht.
    Sonst wird sowas, wenn es z.B. in Kirchen oder Politikveranstaltungen vorkommt, gerne mit Bild verbreitet.

    Steht Frau Schwarzer unter Denkmalschutz?

    • Prostitution hat ihren Platz in den Medien als „Schmuddel“ und nicht als „echte politische Forderug“. Und so wird sie halt oft ausgegrenzt, wenn es um politische Fragen geht, und natürlich gibt es auch bei den Medien einen Hang, sich bei der gefühlten „moral majority“ einzusortieren. Mitunter auch unbewusst. siehe Edathy.

  56. Prostitutes are paid for taking their clothes off. Models are paid for putting others' clothes on.
    Alles ist eben relativ. Neben den vier Hauptsätzen der Thermodynamik gilt in dieser Welt auch der Erhaltungssatz der Prüderie. Nimmt die Prüderie gegenüber einer Sache ab, nimmt sie gegenüber einer anderen Sache zu. Die Gesamtmenge an Prüderie bleibt konstant. In Schweden und Frankreich werden statt der Prostituierten die Kunden bestraft. Nicht unlogisch, denn ohne Nachfrage sollte es auch kein Angebot geben. Wobei natürlich niemand in diesen Ländern dieses Prinzip auch konsequent auf die Lieferung und den Erwerb illegaler Drogen anwenden will. Die Prostitution bleibt eines der großen Dilemmata der Menschheit. Ich schlage deshalb vor, sie unter den Teppich zu kehren und mit dem Mantel des Schweigens zu bedecken. Dies ist die beste Art des Umgangs mit solchen Zwickmühlen der condition humaine.

    • outsourcing von Sexarbeit
      Es ist in patriarchal-kapitalistischen Ländern üblich, bestimmte
      Bereiche des Geschäfts ins Ausland zu verlegen, auch ‚outsourcing‘
      genannt. Genau dies ist das sogenannte ’schwedische Modell‘!
      Durch die eingeführten Gesetze fliegen nun die Kunden in mit Ryan-Air
      in die Bordelle der baltischen Ländern, und die Gesamtkosten,
      inklusive Flug, sind bei aufwendigen Diensten sogar geringer, als
      vorher in Schweden. Bösartige Verleumdung ist es, wenn nun jemand
      behauptet, dass Ryan-Air hinter dem „schwedischen Modell“ steht!

      Nicole,
      Sexarbeierin und Moderastorin bei http://www.exworker.at

  57. Hallo Don...
    Ich habe jetzt zum 2.Male festgestellt, dass Kommentare unter „Gast“, statt unter dem eingeloggten Namen erscheinen….. ???

    • Ups, das ist unerfreulich – vielen Dank für die Meldung, ich werde versuchen, das beheben zu lassen.

  58. Danke
    Danke, Don Alfonso, Despina Castiglione und auch den Kommentatoren fuer diesen interessanten Beitrag.
    Claudio

  59. und hier ist ihre Millionenfrage ......:
    man hat ihnen die Augen verbunden und sie an einen unbekannten Ort gebracht.
    dort hören sie schrille lustvolle Schreie
    wo befinden sie sich ?
    .
    A: im Zoo im Papageienhaus . . . . . B: im Kino bei einem Gruselfilm
    c: beim Frauentennis . . . . . . . . . . . . D: in einem Sex-Dienstleistungs-Center

    • Wo ich mich befinde?
      In einem Plattenbau, in dem Bewohner sich dem Sado-Macho hingeben.

      Zur Erheiterung der übrigen Mieter.

  60. mal weiter gedacht
    Wer soll eigentlich die ‚richtige‘ Arbeit machen, wenn wir unserem weiblichen Nachwuchs auf dem Weg in die Prostitution auch noch eine gesellschaftliche ‚Autobahn‘ bauen? Gründen Glanz und Gloria Bavarias auf FT und AV?!

    • Prostitution ist, wenn man Gelegenheitsgraufälle aussen vor läst, keine Massenerscheinung unter Frauen und wird das auch nie werden.

      Wobei das natürlich meine bayerische Sicht ist. Ich lebte ja eine Weile im Osten und bin da mit so einer Art sexuellen Freizügigkeit in Kontakt gekommen, die dort als vollkommen normal gilt und bei uns aufgrund des umstandes, dass es das nicht gibt, vielleicht darunter laufen würde. Man muss ich nur mal Super-Illu anschauen.

    • Ja, Frauen sollen die 'richtige Arbeit' machen
      Die Vorstellungen gehen wohl dahin, dass es einen unerschöpflichen
      Pool an Frauen gibt, die PR und Medien gerne bedienen.
      Wie hier schon festgestellt folgt der Feminismus der paternalistischen
      Blaupause – welcher sonst?
      Nur muss jetzt alles kapitalisiert werden.
      Heimchen am Herd – pfui!
      Hätte doch genügend Zeit sich anderswo nützlich zu machen.

      Nur wie immer im Kapitalismus, das Problem der übersättigten Märkte.

  61. Effizienz ♬
    „..lets take a little walk and tell me who do you love…“
    Bo didley, Quicksilver, George Thorogood;
    ..der Takt/Rhytmus ist interessant…

  62. Die Entlarvung des Aktivismusses....
    Besser kann man die moralische Selbstgerechtigkeit der wohlmeinenden aber ignoranten und selbstbezogenen Engagierten nicht beschreiben.

  63. Warum wurde mein Beitrag "Unangemessenes ZEIT-bashing" vom 7.12. /11.29 Uhr nicht freigeschaltet?
    Text eingeben

  64. Danke!
    Vielleicht mußte tatsächlich eine Italienerin einen solchen text schreiben. In Italien ist Prostitution verboten und das ist schlimm. Nicht nur für die Prostituierten (die es natürlich gibt), sondern auch für die Freier. Wenn man über das Wohlergehen der Prostituierten diskutiert, dann gibt es nur eine Lösung: Bordelle, die eine hygienische Ausstattung bieten, Kontrolle, sowohl von staatlicher, als auch medizinischer Seite und vor allem Respekt. Man darf nur hoffen, daß die „Gutmenschen“ dieser Welt, einsehen, daß ihre Vorstellung einer perfekten gesellschaftlichen Ordnung durchaus nicht grundsätzlich die richtige ist.
    Was Frau Schwarzer betrifft, leider hat sie jeglichen Bezug zu ihrer eigenen Bewegung verloren. Was Frauen heute wirklich wollen, versteht Frau Schwarzer leider nicht mehr.

  65. Danke! Ich war noch bei Sex und Sushi!
    Don Alphonso, eine Liste der ca. 10-15 letzten Kommentatoren, wie es im wordpressblog üblich war, ist hier nicht einzurichten, oder?

    Wer, außer TDV, geht schon jeden Tag alle Kommentare erneut durch, um seine Anmerkungen zu machen, die dann natürlich als solche erkannt werden wollen..:-)

    Meine augenblickliche „Blogbefindlichkeit“:

    Man gewöhnt sich an allem. Auch am Dativ!

    • Ich werde das anfragen, mir fhlt das auch.

    • .
      hm, ja, vielleicht sogar noch mehr der neuesten kommentare, vielleicht dreissig. wenn das so hübsch weitergeht, wie im moment (dazu kann man sie, lieber Don Alphonso, nur beglückwünschen, falls das so früh schon erlaubt ist), verliert man auch mit dieser leiste den überblick.

      ceterum, das ganz alte system wäre ja auch noch eine möglichkeit.
      man fängt dann immer unten an und verschwendet durchaus nicht soviel zeit (ich zum beispiel sehe ohnehin keinerlei werbenachrichten, also kann das argument des verweilen auf der seite nicht das stichhaltigste sein [naja, vermutlich doch]) mit dem hin- und herscrollen, und den kommentar, auf den man reagieren möchte, legt man ohnehin in den tab daneben, weil man ihn sowieso ganz oft nicht sehen kann.

      eine andere möglichkeit ist, per suche auf der seite stets teile des datums einzugeben – mit dem ergebnis, dass man, falls die rückwartssuche (was für ein wort) nicht funktioniert, alle kommentare des tages durchspringen muss; ein wenig manisch erscheint dies doch.

      aber naja, antiquiert, das dürfte mea parvitas nun tatsächlich sein. die antwortfunktion ist wahrscheinlich moderner…

    • .
      pardon, dass ich noch einmal technisches nachfrage:
      vor tagen versuchte ich, per bbcode smileys einzubauen, was so ähnlich erfolgreich funktionierte wie kursiv, fett und zentriert, nämlich nicht, was bei kursiv ein wenig bedauerlich ist.
      die hübsche spielerei des durchstreichens funktioniert zum glück.

      wie sollte man denn links einflechten?

    • Guten Morgen Pascha....
      … mal wieder knapp daneben, machen sie sich nichts draus. Man kann die eigene Antworten durch Lesezeichnen markieren, 24 Stunden später nachsehen wer was drauf geantwortet hat.

      Manche wollen halt zeigen wie all-wissend sie sind, ich hingegen bin nur jemand der Widerspruch will, wenn er eine (seine) Meinung äussert, dazu dann noch bei Bedarf eine Portion Ironie, Sarakasmus oder Zynismus, je nach NIveau der Antwort. Ich lerne nämlich gerne und trenne mich gern von falschen Meiunungen. Manche wie zB ThorHa oder TGA haben das sofort begriffen.
      Wer das nicht sieht ist schon selber Schuld….

  66. prüde
    Darf ich auch kommentieren, obwohl ich
    die obigen Einführungs-Texte nicht gelesen habe?

    Ich habe nur die Kommentare verfolgt.
    Eigentlich müsste man ja dann schweigen…

    Ich bin etwas prüde und schamhaft …
    Eine der Frauen, die ja sowas von aus der Zeit gefallen sind.
    Dabei habe ich auf dem Gebiet nur eine andere MUSIKALITÄT.
    Wie bei der Religion, auch da glaube ich eher NICHT.
    Das kann für andere fad sein, ich weiß.

    Ich bin (deswegen) eine Prostitutionsbefürworterin.
    Mag nur keine Ausführungsdetails.
    Ich bin so frei – und schaue da – weg.

    Bin froh, wenn von mir keiner Verrenkungen
    erwartet, wo ich einen Lach- oder Heulanfall bekäme.
    Ich bin die harmlose Kuschelliese, bin aber gut
    beim „Pferdestehlen“, und wenn es mal stürmt.
    Ich bestehe darauf, dies sein zu dürfen, ohne
    meinerseits diskriminiert zu werden.
    Gönne meinerseits Ausritte, die mir ja eh zu wild wären.
    Eifersüchtig würde ich bei anderen Untreuen.
    .
    Der Satz von DespinaCastiglione macht es deutlich:
    „In der Tat, da gebe ich Ihnen völlig recht, ist es nicht jedermanns Sache, körperlich eng mit anderen Menschen zu arbeiten.“

    IdT: Eine Fußpflegerin muss auch eine niedrige Ekelschwelle haben.
    Nun, gilt das nicht auch für den Frauenarzt,
    oder dem Prostata-Begutachter?
    Doch was für ein ANSEHEN diese Berufe genießen!
    > Gute Lobbyarbeit: Götter in Weiß.
    > Nachmachen Ladys! Ihr Göttinnen in Schwarz. Rot. Gold.

    • zu: niedrige Ekelschwelle
      Gabi, gefühlt würde ich Ihnen recht geben.
      Tatsächlich weiß ich es besser.
      Es gibt eine Menge, die sich derartige Tätigkeiten wünschen, wie
      Fusspflege, Masseur/Bademeister, Friseuse o.ä.
      Und nicht nur dass, es gibt auch Kassiererinnen an Supermarktkassen,
      für die das der Traumjob ist . Ganz zu schweigen von Putzfrauen, die
      vernarrt in ihre Tätigkeit sind.
      Ah, und erst Leichenbestatter. Auf die Frage was ihnen an dem Beruf
      so gefällt: der Umgang mit Menschen.

    • Nur mal so....
      Mir scheint, Ihr „Problem“ ist wohl, dass Sie sich stets vorbehalten jeweils nur Ihre Meinung gelten zu lassen, wenn es zur Frage kommt: Ist das jetzt nur noch „Pferdestehlen“ oder etwas, das nicht mehr in diese Kategorie fällt?

  67. Das Sexdilemma des modernen Mannes
    Wenn man sich unsere Gesellschaft so ansieht, wenn man sie tagtäglich erlebt-es kann einem mehr als einmal pro Tag kotzübel werden. Nicht nur angesichts solcher Phänomene wie A. Schwarzer oder jenen Autorinnen (vielleicht sind das sogar Männer, die das Weib nur mimen), die uns auf T-Online.de mit Weisheiten beglücken wie „Hab mehr Bauchgefühl“-was angesichts des vermutlichen Übergewichtes der Betreffenden wohl kein Problem darstellen sollte. Je mehr man sich als Mann in diesem Land von Frauen anhören muss, um so mehr kommt man zu der Überzeugung, dass sich das Leben der Betreffenden wohl oft nur zwischen Störungen prämenstrueller, postmenstrueller, menopausaler und psotmenopausaler Art sowie Stilldemenz hin und her bewegt. Unsere Gesellschaft wird nicht von dynamischen Männern, sondern von alten Weibern dominiert. Viele davon verbringen den Hauptteil ihrer Zeit damit, sich über jemand wie Lothar Matthäus aufzuregen, wenn er wieder mal eine 20-jährige vernascht, übersehen dabei aber gern, dass wir längst eine Gesellschaft haben, die sich darin gefällt, alles was früher tabuisiert wurde, zu einem gesellschaftlichen Trend zu erheben. Bestes Beispiel: Thema Homosexualität. Auch in Sachen Diskriminierung wird jeder bis aufs Messer bekämpft und gesellschaftlich marginalisiert, der sich auch nur im Ansatz schuldig zu machen scheint. Es gibt nur eine Ausnahme wo die Moralwächter(innen) immer noch gnadenlos sind und wo Diskriminierung gesellschaftlich nicht nur akzeptabel, sondern sogar ein Muss ist: beim Thema Alter, vor allem beim Thema „reifer Mann und jüngere Frau“. Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen-reifere Männer wie ich kennen und halten sich an gesetzliche Altersgrenzen. Aber angesichts dessen, was einem in unserer Gesellschaft an reifen Damen angeboten wird (dabei gibt es viele attraktive ältere Frauen mit guter Figur, die sich ihrer Attraktivität nur nicht bewusst sind), bleibt uns Männern oft nur die bezahlte Dame als Ausweg, wenn wir unsere (oft noch sehr frischen) Gelüste ausleben wollen. Warum also ausgerechnet ein Gewerbe (DAS Gewerbe) stigmatisieren, das so alt ist wie die Menschheit? Es ist darüber hinaus gar nicht so einfach, das Wort „Prostitution“ überhaupt zu definieren. Handelt eine Frau, die rein statusbewusst denkt und die einen ansonsten sehr langweiligen Mann heiratet, nur um versorgt zu sein, weniger verwerflich als eine Prostituierte? Sie handelt nur weniger ehrlich. Dass eine Frau für ihre Dienste Geld nimmt schließt andererseits nicht unbedingt aus, dass dabei auch Gefühle im Spiel sind. Ich habe schon etliche sehr einfühlsame Prostituierte kennengelernt, die im Unterschied zu den sonst so häufigen Stressemanzen das Verhältnis Mann-Frau nicht auf den Geschlechterkrieg reduzieren, und die sehr wohl über ihre sexuellen Dienste hinaus dem Mann auch Rückhalt und Stütze zu geben versuchen. Nicht selten passiert sogar das, was im Film „Pretty Woman“ thematisiert wurde: aus einer Bettgeschichte wird eine ernst- und dauerhafte Beziehung. Wo sollen wir vom Alltag gestressten Männer denn sonst zu Potte kommen, wenn nicht im Puff? Das leben ist schon stressig genug, die Beziehung Mann-Frau sollte es nicht sein. Jean-Jacques Rousseau, der berühmte Kulturphilosoph hat einmal gesagt: die Frau hat die Pflicht, dem Mann zu gefallen. Attraktivität ist eine Typus-, keine Alterssache. Wenn Frauen das bedenken würden, wäre der Beziehung Mann-Frau schon sehr geholfen. Jeder reife Mann würde gern mit einer ATTRAKTIVEN(!), auch älteren Frau, ausgehen. Keiner würde bei einer feschen Lady in den Pass gucken wollen. Er denkt aber als selbstbewusster Mann auch an sein Image und wird sich nicht mit einem übergewichtigen, komplexbehafteten Etwas (gleich welchen Alters!) in der Öffentlichkeit sehen lassen wollen. Mauerblümchen sind nicht gefragt. Callgirls (oft Studentinnen) sind in der Regel schlau genug, das zu wissen. Wir Männer sehen auch auf die inneren Werte der Frau, vorausgesetzt sie sind entsprechend verpackt. Also Frauen, wenn ihr von Männern was wollt, macht euch schön, sonst bleibt uns nur der Gang zu einer wohlgestalteten Dame, die uns pro Abend vielleicht zwei Hunnies mehr kostet-dafür aber etwas fürs Auge bietet und dem Mann die Befriedigung verschafft, die er in der spätkapitalistischen Gesellschaft nun einmal sucht. Mit Triebstau ist niemand geholfen, ein Mann, der sexuell nicht zufrieden gestellt ist, wird sich auch sonst kaum friedlich verhalten können. Wenn Testosteron und Adrenalin den Blutdruck in die Höhe jagen und man nicht „zum Schuss kommt“, dann ist das weder für den Körper noch für den Seelenfrieden vorteilhaft. Wenn Frauen endlich auch einmal für Männer etwas Verständnis haben würden statt immer nur von deren Seite Verständnis, Empathie und Rücksichtnahme einzufordern, dann wäre unsere Gesellschaft ein echtes Stück weiter. Sexualität ist ein Grundbedürfnis und sollte kein Erpressungs- und Zwangsmittel in der Hand männerhassender Amazonen sein. Prostitution hat also nachgewiesenermaßen auch einen therapeutischen Effekt und der Gang zu einer Professionellen sollte nicht nur völlig legal und gesellschaftlich akzeptiert sein, sondern in Einzelfällen sogar von der Krankenkasse finanziert werden.

    • Kleiner Hinweis – Absätze helfen.

    • Au weia - Königskinder
      So vorgetragen, logisch nachvollziehbar, wird der Graben zwischen Harry Hirsch und den anderen 50% der Gesellschaft richtig deutlich. Ich begrüsse den Beitrag sehr, weil er eine Form männlicher Denkungsart, die alles andere als selten ist, wirklich klar und wirklich hinreichend differenziert ausspricht.

      (Absätze helfen wirklich) Aber er macht klar, wie sehr man(n) seine Umwelt als Funktionseinheiten, als zu geniessende Gegenstände wahrnimmt, natürlich können sie auch mal nett und lieb und klug sein, solange sie ihre Rolle erfüllen.

      Wie oft hört man nicht Sprüche im Stil : jetzt habe ich ihr schon diese teure Uhr geschenkt, und dann ist sie doch wieder mit diesem Penner ausgegangen….

      Auch Frauen können mit der reziproken Wahrnehmung eines Mannes als gestyltes Persönlichkeitspackage ( die drei Lieblingstiere der Frau, der Nerz im Schrank, der Jaguar in der Garage, und das Kamel vorm Fernseher, das alles bezahlt) aufwarten, das kann in ritualisierten Floskeln sogar länger gutgehen – führt aber letztlich zu einer ziemlichen Einsamkeit zu zweit, weil man gar nicht dahin kommt, den Kern des anderen zu entdecken, weil man ihn sich gar nicht vorstellen kann.

      Wenn das Plapperradio aus der Form kommt, oder das Programm nicht mehr gefällt, wird ein neues gekauft.

      Wie in uralte Freundschaften entfaltet sich der Reiz der Liebe um so mehr, je länger man zusammen um seine Träume oder gegen seine Ängste gekämpft hat.

      Wenn Sex ein weniger problematischeres Feld wäre (was antörnt, hier unterscheiden sich die weiblichen und männlichen Perspektiven bisweilen deutlich), wären die Chancen auf mehr glückliche Ehen sicher höher, weil es wirklich keine Frage der Schönheit oder der Überbreite des Hinterns (sonst würde keinem Computernerd der Name Kardashian etwas sagen) ist, ob jemand scharf machen kann. Oft sind die resignativen Fressorgien beider Geschlechter nur ein Ausdruck gemeinsamer Selbstaufgabe, an der man sich gegenseitig die Schuld gibt.

      Und SOO wichtig ist Sex auch nicht, es gibt weit kostbarere Gefühle, die nichts mit der hedonistischen Brauchbarkeit des anderen zu tun haben.

      Das Lachen eines Menschen, mit dem man sich nach vielen Jahren immer noch spannend unterhalten kann, ist unbezahlbar, die Weichheit eines Öhrchens ganz bezaubernd, und man wird das nie begreifen, wenn man nur mit der Strichliste im Kopf da sitzt und zählt, wie der andere Pluspunkte sammelt, dafür, genauso zu sein wie man ihn sich gewünscht hätte.

      Irgendwann kann man sich dann nur noch eine kompatibel beschädigte Hülle als Gegenüber suchen, und sich über gemeinsam geteilte Statussymbole versichern, ein grossartiges Leben zu führen.

      Das sind dann die älteren Ehepaare der Stützen der Gesellschaft, die genauso öde über Rehbraten, Roy Lichtenstein, Rio de Janeiro oder RollsRoyce sabbeln, weil sie mit nichts wirklich etwas verbinden, ausser dass es sauteuer war.

      Was mir an Despinas Tonfall gefallen hat, dass sie sehr klar über etwas geredet hat, das kontrovers und nahe an der Seele liegt, und das ist etwas was ich oft an weiblichen Freundinnen schätze.

      Männliche Konversation ist sehr oft so plakativ gorillatrommelnd „MeinHausmeinBootmein Auto“ – während Frauen sehr viel öfter offener über den Weg nachdenken, wie wir wohin in unserem Leben kommen können.

      Und diese Ungewissheit der Reise ( einen Tod musst Du sterben) ist dem Menschen weit aus angemessener.

      Dass es genauso dumpf grollende weibliche Emanzo-Primaten gibt – keine Frage, sie sind mir in der freien Wildbahn allerdings viel seltener begegnet, als wirklich nette, attraktive, kluge Frauen, die nicht den Partner gefunden haben, den sie verdient hätten.

      Ketzerische Frage: Vielleicht bekommen die Keulenschwingerinnen mehr Medienpräsenz, um allen anderen Frauen zu zeigen, dass Harry Hirsch und Konsorten doch da im Vergleich richtig einfühlsam sind?

      Dass das hier im allgemeinen eine recht offene, multiperspektivische Diskussion ist, begrüsse ich sehr – und Ihr Beitrag, Despina, war eine wirkliche Bereicherung des Horizonts dieses Blogs.

    • Titel eingeben
      Was ist daran modern? Die Einkleidung als „spätkapitalistisches Hamsterrad“? Solcherart Tunnelblick gab es bereits in der Gründerzeit, und noch früher sicher auch…
      Wer solcherart Abregungssex sucht, soll bitte auch dafür zahlen. Denn das ist dann keine Sache auf Gegenseitigkeit. Weshalb solcherart gepolte Männchen stets nur Statusstreßweibchen anziehen werden, die um des Geldes willen das, was dranhängt, mitmachen.

  68. Der Mensch ist vom Geld besessen...
    aber geistig nicht in der Lage diese Besessenheit als Freiheitsberaubung zu sehen, zu akzeptieren, einzusehen was Geld als Lebensbasis bewirkt.
    Wer von Freiheit redet sollte sich fragen ob er DIE Arbeit, die er heute
    als freiwillig bezeichnet, auch machen würde wenn er geldunabhängig
    wäre. Die heutige „gefühlte“(und allseits postulierte Freiheit) ist
    Ergebnis von „Selbstbetrug“, „Selbst-und Massenselbsthypnose“,
    zum gezwungenermaßen friedlichen, aber doch fragwürdigen, Erhalt
    des/der bestehenden Gesellschaftssysteme…auf Basis Geld.
    Die speziell hier angesprochene Sex-Prostitution „für Geld“ ist genau so wenig frei wie jeder andere Geld-Prostitution-Job, auch als
    „Geld-Selbständiger“. Wirklich selbständig, human handeln kann der Mensch nur ohne Geldbesessenheit, vom Geld bestimmt zu werden.
    Solange sind alle Moral, Ethik…Freiheit, Frieden…Wünsche abhängig
    von der „Gunst“ des Geldes. Frei vom Geldzwang, vom Geld besessen,
    Geldbesitz zu sein würde die meisten „Themenprobleme“ eliminieren.
    Der Geistreifegrad, der Vernunftreifegrad, vom Geldbesessenen,
    zum Geldbestimmenden, freien Human zu werden braucht wohl noch
    Reifezeit. Alle Beiträge hier entbehren der Einsicht des Geldzwangs
    und somit, auf Grund dieser Zeit-Status-Quo-Tatsache, auch die Einsicht, daß jeder „aus seiner (Geld-Freiheit-)Sicht“ argumentativ „Recht hat“. Alles ist real moralisch, ethisch, frei, friedlich…gefühlt,
    im Rahmen des Geldzwang, der Geldbesessenheit als Lebensbasis,
    in die wir alle ungefragt „hineingeboren und hineinerzogen werden“.
    Das „Sex-Blog“…pari…unentschieden…
    wegen Vernunftreifemangelaufbau…Geldbesessenheit, Unreife der Human-Gesellschaft.

    • Titel eingeben
      Weiß zwar nicht, inwiefern dieser Beitrag was mit dem Thema zu tun haben soll, aber daß man mit ein wenig Vermögen und einem halbwegs sicheren Einkommen sich von der Geldpanik weitestgehend absetzen kann, der Groschen scheint bei Ihnen immer noch nicht gefallen zu sein.

    • Ginneh, wie Sie sehen....
      Ihre Einsicht ist zwar richtig, aber am falschen Ort.
      Es ist einer der wenigen Punkte an denen auch dieser Blog allergisch reagiert. Ich habe ein paar mal in den letzten Jahren versucht darauf anzuspielen, dass man das tatsächliche Wesen eines Menschen (auch von sich selbst) erst dann sehen kann, wenn der Zwang zur Arbeit durch die Möglichkeit der Freiheit ersetzt worden ist, jedem auch ein simples Nein zur Antwort zu geben. Und zwar eben NICHT, weil die Macht und Geld-verhältnisse es erlauben.

      Bei dem Thema streiten meist diejenigen, denen diese Freiheit mangels Besitzes fehlt, mit denen die gerne verdrängen, dass ihre vermeintliche Freiheit mit einem (wegen des Erbes) die ganez Jugend durchlaufendem Anschleimen an die „Alten“ verbunden war. Was dann im Allgemeinen die entsprechende politische Einstellung zur Folge hat. Denn im Spiegel sich selber anzuschauen, wäre zu unangenehm.

      Lassen Sie sich nicht beirren, Sie haben Recht. Ich weiss aus eigener Erfahrung wie das von beiden Seiten aus aussieht und sehe es seitdem wo immer ich auch hinschaue….

  69. Relax 2
    War mein Kommentar über die Feindschaft zwischen SexarbeiterInnen und Ehehuren gar zu garstig und wurde deshalb nicht freigeschaltet?

    • Ich kann der Argumentation folgen, aber die wortwahl würd mich in Teufels Füche bringen.

    • Titel eingeben
      Schalten Sie ruhig frei, ich antworte dann dieser Wortwahl entsprechend. Man darf doch den Pöbel nicht aussperren.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • alles Nutten ausser Mutti
      und alles Pöbel ausser ThorHa …


  70. Die gesamten rechtlichen etc. Forderungen der Autorin und auch ihrer Kollegin Nicole haben natürlich meine volle Unterstützung – nur damit wir uns nicht mißverstehen.
    Aber bei der ganzen Diskussion hier finde ich doch höchlichst irritierend, daß niemand, noch nicht einmal irgend ein religiöser Spinner, über den Zusammenhang von Sex und Liebe auch nur ein Wort verloren hat. Über Sex wird hier geschrieben, also ob es sich um eine Hygienemaßnahme handle, die mann eben gelegentlich an sich vornehmen lassen muß, so wie man eben auch regelmäßig zum Zahnarzt geht. Im Gegensatz zum ganzen Gerede über sexuelle Prüderie, scheint mir das eigentliche Tabu inzwischen zu sein, über Liebe zu reden. Offensichtlich bin ich einer der letzten unverbesserlichen Romantiker, aber für mich ist Sex eine wunderbare Form der Intimität mit einer geliebten Person – und nicht eine psycho-physische Hygienemaßnahme. Und insofern denke ich schon, daß alle Vergleiche mit anderen Dienstleistungen ziemlich hinken.
    Natürlich bin ich nicht naiv und weiß, daß man auch rumficken kann, ohne ein näheres persönliches Verhältnis zum Sexualpartner zu haben. Habe ich ja auch gelegentlich gemacht, bevor ich die Liebe meines Lebens getroffen habe. Aber mal ganz ehrlich: Das entspricht doch der Differenz zwischen einem auf der Straße heruntergeschlungenen Berlin-Döner für ein Euro fuffzich und einem Essen, das man für seine Gäste unter Aufbietung allen Könnens gekocht hat.

    • Naja, das Problem ist doch – niemand schreibt öffentlich gern über seine Liebe. Das finde ich auch richtig so und auch, wenn da ein leicht einseitiger diskurs läuft, so weiss man doch, dass er notwndig ist, um dem anderen Raum zu lassen. Ich schreibe über vieles, aber ich würde den Teufel tun und hier allzu deutlich machen, was meinen Wesemskern zu begeistern mag.

    • Sex und Liebe
      Verehrter Bolschewik, die Liebe ist ein anderes Thema als die Sexarbeit, oder Sexualität an sich, und gewiss ein viel größeres. Ich kann zu beidem nur erzählen, was ich erfahren habe.

      Da ist zum einen die Tatsache, dass das Liebe ohne Sex funktioniert, und zum anderen der Umstand, dass Sex ohne Liebe eben auch ganz gut geht.
      Das sind die Extreme, und dazwischen irgendwo changiert dann die Sexarbeit, zugegebenermaßen mit einer Tendenz zu Sex ohne Liebe.
      Was nicht heisst, dass man sich in dem Kontext lieblos begegnen muss. Wie ich weiter oben schon schrieb, ist es notwendig, den anderen in einer gewissen Weise annehmen zu können, damit die Sache gedeihlich verläuft.

      Das gilt für die Sexarbeit, aber viel mehr noch für die partnerschaftliche Beziehung zu einem anderen Menschen. Dieses Angenommen-werden ist nach meinem Empfinden ein wirkliches Grundbedürfnis, das jedem Menschen innewohnt. Und es ist nicht jedem vergönnt, das Gefühl des angenommen-sein in (s)einer Beziehung/Partnerschaft/Ehe zu erfahren.
      Für manche Menschen ist sexuelle Interaktion eine Art, sich dieses Gefühl zu verschaffen, und ich meine sogar, nicht für ganz wenige.
      Von diesen wiederum entscheiden sich also einige, sexuelle Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

      Nur, weil es eine vergütete Dienstleistung ist, heisst das nicht, dass die Beteiligten dabei nicht Gefühle wie Zuneigung empfinden könnten.
      Mir scheint es eher so, dass genau hier ein weiteres Tabu liegt, das die Diskussion der ganzen Frage mit erschwert: sexuelle Zuneigung soll im moralisch einwandfreien Fall auf genau eine Personen bezogen sein.

      Für mich ist nachvollziehbar, wenn Menschen die Haltung vertreten, emotionale Zuneigung sei mit ideeller Treue, sei mit körperlicher Treue gleichzusetzen. Ich halte diese Gleichsetzung für falsch und nicht zielführend, wenn die Zielsetzung ist, ein erfülltes Liebesleben sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler Ebene zu ermöglichen.
      Und ob das dann Liebe ist?

      Möglicherweise muss es ja auch nicht immer die Liebe sein, die romantische und mittlerweile auch ziemlich abgelederte, weil der Ausdruck so grauenhaft inflationär gebraucht wird.

      Vielleicht darf und soll Zuneigung und Respekt und die Bereitschaft den anderen anzunehmen ja einfach reichen, und die Liebe bleibt, was sie vielleicht ist: ein seltener Glücksfall, eine Haltung, eine Momentaufnahme.

    • Danke!!!
      Ein wertvoller Beitrag zwischen einem Haufen belangloser Polemik…

    • .
      „Für mich ist nachvollziehbar, wenn Menschen die Haltung vertreten, emotionale Zuneigung sei mit ideeller Treue, sei mit körperlicher Treue gleichzusetzen. Ich halte diese Gleichsetzung für falsch und nicht zielführend, wenn die Zielsetzung ist, ein erfülltes Liebesleben sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler Ebene zu ermöglichen.
      Und ob das dann Liebe ist?“

      da, bin ich, liebe Despina Castiglione, wie man hier allseits weiss, so ziemlich auf ihrer seite.


    • Werte Despina,

      mein Kommentar bezog sich gar nicht so besonders auf Ihren Beitrag, sondern eher auf den Diskurs über Sexualität, wie er hier in den Kommentaren geführt wird. Ich denke auch, daß Ihre Arbeit einen gesellschaftlich wertvollen Beitrag leisten kann, dort wo Liebe und sexuelles Begehren auseinanderfallen. Und wenn dabei gegenseitige Anerkennung, Respekt und ordentliche Bezahlung herrschen, dann ist das eine prima Sache.
      Und ich bin Historiker genug um zu wissen, daß die enge Bindung von Liebe und Sexualität eine ziemlich junge gesellschaftliche Konstruktion ist; und daß sie, wo der Anspruch auf Ausschließlichkeit erhoben wird, ganz schnell eine repressive Komponente bekommt. Ich denke, in diesen beiden Punkten sind wir uns wahrscheinlich ziemlich einig.
      Was mich eher stört – und das bezieht sich, wie gesagt, nicht direkt auf Ihren Beitrag – war diese Rede über Sexualität, als ob das etwas wäre, das mann eben „braucht“, wie ein Auto oder ein Smartphone. Und das, wie es in einem Kommentar phantasiert wurde, in der Ladenpassage gleich neben dem Fitnesszentrum erworben werden kann. Die romantische Liebe mag eine bürgerliche Ideologie sein; doch Sexualität als Konsumgut scheint mir einfach die neoliberale Verfallsform dieser bürgerlichen Ideologie zu sein.
      Insofern erscheint mir Ihr eher seelsorgerischer Ansatz – wenn ich mir diese Formulierung erlauben darf – eine zumindest humanitärere Sicht auf dieses ziemlich komplexe Thema zu eröffnen.

    • Despina 15:43 Uhr
      Danke, ja…

      Genau das ist es, was leider den meisten nicht gefällt, dass das Zusammengehen von Liebe und Sex eben nicht selbstverständlich sind.
      Und es gibt nicht viel Widerlicheres auf der Welt als das „Besitz“ Denken bei Verheirateten. Manche Männer und Frauen fallen dann auf ein ebenso unfassbares, wie vieles über sie sagendes Niveau.
      Ich weiss ja nicht wie weit zB Büchern und Filmen trauen darf, aber die Szenen in denen Ihre Kolleginnen jeden x-Beliebigen bei der ersten Begegnung sogleich Schatzi oder Ähnliches Ansprechen, widersprechen Ihrem letzten Satz.
      Sowas ist Heuchelei und spricht meint nicht den Mann sondern den Geldbeutel.

  71. Die Reihen fest geschlossen!
    Ach, wenn es bei der bezahlten Sexarbeit doch wirklich so einvernehmlich zugehen würde, wie dies Despina Castiglione hier als Istzustand schildert. Doch leider werden die Roten Betten in der Mehrzahl von Höllenengeln und anderen mafiösen Gruppierungen betreut. Gewalt und finanzielle Abhängigkeiten können dann kaum zu einem erfüllten, selbstbestimmten Leben führen.

    Dieser Kofra-Kongress in München (hab das Programm mal durchgelesen, die Reihen fest geschlossen), scheint leider exemplarisch für das momentane Klima beim medialen Diskurs zu sein. Klare Kante mit Verboten, einseitige Sichtweisen auf komplexe Zusammenhänge, Empörungswellen auf allen Kanälen. Der unser Gemeinwesen zusammenhaltende Kitt schwindet, und bei sogenannten Montagsdemos werden Vorurteile mit rechten Erweckungsreden angeheizt.

    Alte Tugenden, wie einander ruhig zuzuhören, argumentativ darauf zu antworten und dem Gegenüber zumindest mit Achtung zu begegen, gehen im Getöse der Sozialen Medien unter. Keine guten Aussichten für ein gedeihliches Zusammenleben der Geschlechter!

  72. for Ladies only
    ..steppenwolf -Rockmusik,..ein langes interview mit einem Gruppenmitglied.
    ….der Mann ist nicht dumm!-.John k.(!?)..irgendwo ein f zuviel?
    ..ein geniales cover,..phallusauto;
    ..every woman i know, s´crazy ´bout an automobil…covergraphy; ein weibl. Torrero(nackt) mit schwarzem Stier.
    ..nach der Einführung merkt man plötzlich, alles geht.

    Der lange Text (@h.h.) beinhaltet für mich eine Wahrheit am Schluss, die Erpressbarkeit betreffend. Kurioserweise haben besonders prominente
    User der Branche gerade damit ein Problem.
    Aber nach langem Denken bezueglich der Blogthematik in analytisch/ ökonomischen Rastern bin ich in die künstlerisch verklärende Ecke geflüchtet.
    Zuvor noch die Romantisierung meidend, entdecke ich gerade im Zeitfaktor das zerfliessen der Grenzen,..o. die Schnittstellen.
    .Prostitution hat in der Langsamkeit keine Chance.
    O. habe ich etwas übersehen?
    ..perfect day..-L.Reed, Sonaten von Chopin
    ..nein nicht Bilitis v.Debussy

  73. Titel eingeben
    Vielen Dank für einen sehr interessanten Beitrag und auch die (vielen) interessanten Kommentare.

    Was mich an dieser Diskussion (und auch anderen) wundert ist, daß manche Teilnehmer sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, die Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu führen. Ich vermute, auch die (meisten) Befürworter der Prostitution sind gegen Menschenhandel und Ausbeutung, ihnen also dies vorzuwerfen ist falsch. Letztendlich geht es doch darum, ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen und soweit möglich Ausbeutung zu vermeiden.

    Mich erinnert das ein wenig an die Verlogenheit in der Debatte um Drogenfreigabe: als in England ein Regierungsberater einmal die Risiken verschiedener synthetischer Drogen mit beliebten Sportarten verglichen hat, mußte er seinen Hut nehmen. Es scheint nicht möglich zu sein, eine ehrliche Diskussion zu führen, die nicht auf die emotionale Ebene gezogen wird.

    Ist das eigentlich eine neue Entwicklung, oder war das schon immer so?

    • Nein, das ist neu...
      Wie Ihnen sicher in der Politik aufgefallen ist, leben wir in radikal demokratischen Zeiten. Die Mehrheit, also das dumpfe Mittelmass, hat Recht, Merkel ist Kanzler und alle anderen Parteien haben sich Ihrem Stil angepasst, denn mit Denken, Prinzipien und Standpunkten ist bei keiner Wahl die Mehrheit zu erringen möglich.

      Und so ist die demokratische Mehrheits Meinung, bzw, das was man in dieser Verkleidung an all die Heuchler verkaufen kann, von allergrösster Bedeutung.
      Was Sie erwähnten, jenes Zusammenwerfen von „Prostitution mit Menschenhandel und Ausbeutung,“ ist ein Beipiel dafür, der Umgang mir Drogen ein weiteres….

      Falls Sie da Besserung erhoffen, so wird das auf absehbare Zeit nicht möglich sein. Die Mehrheit hat endlich die Macht und es bedarf einiger Katatstrophen bevor solche Leute diese wieder hergeben, oder abgenommen kommen. Um missverstädnnissen vorzubeugen: Leider wird es dann natürlich auch nicht besser…

  74. Katalog der Bundesanstalt für Arbeit?
    ThorHa sagte: „Es ging um die Frage, ob es vorstellbar ist, Prostitution
    in den Katalog der Bundesanstalt für Arbeit aufzunehmen. Die klare Antwort darauf lautet: Nein.“

    Nein ist andere als eine klare Antwort. Es braucht wenig Phantasie sich vorstellen, daß das in 10 Jahre im Katalog der Agentur steht, und kurz darauf Bordellbesitzerinnen die ersten offenen Stellen melden.

    In 20 Jahren wird Prostituierte/r dann Ausbildungsberuf, drei Jahre.

    In 25 Jahren führt dann die erste private Business School den Studienschwerpunkt „Bordell-Management“ im Diplom-Studiengang Event-Management ein, 8 Semester incl. Praxissemester.

    Wette ich drauf. Die Gesellschaft bleibt nicht stehen.

    • Es ist leider sehr viel wahrscheinlicher, dass legale Prostitution in 10 Jahren
      nicht mehr exisitiert. Weil es zwar ziemlich wenige, dafür umso einflussreichere Frauen über 50 gibt, die deren Existenz als eine gegen sie persönlich gerichtete Frauendiskriminierung betrachten (bzw. der Auffassung sind, die Männer sollten gefälligst ihnen mehr Beachtung schenken). Und sich diese Frauen mit allen Paternalisten, Strukturkonservativen und Bevormundungsinstitutionen dieser Republik verbünden, wenn´s der „guten Sache“ dient.

      Würde ich Ihre Zukunfts“vision“ teilen, wäre ich persönlich übrigens im Schwarzer-Lager. Ich betrachte Prostitution als ein unvermeidbares gesellschaftliches Ventil, deren Ausübung man deshalb für deren Arbeitskräfte so sicher machen sollte, wie möglich. Und nicht als einen anzustrebenden Ausbildungsberuf.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      „Und sich diese Frauen mit allen Paternalisten, Strukturkonservativen und Bevormundungsinstitutionen dieser Republik verbünden“
      glaub ich nichtmal, daß sie sich mit den Paternalisten und Strukturkonservativen verbinden. Als strukturkonservativ sehe ich z.B. mich an: ich will mit diesem Gewerbe möglichst nichts zu tun haben, sehe aber ein, daß es in einer gesellschaftlichen Nische durchaus gebraucht wird, und schlichtweg nicht abschaffbar ist. Weswegen ich auch nie auf die Idee käme, dies per Dekret abschaffen zu können.
      Nein, ich denke, die verbinden sich eher mit … Geschäftswitterern. Nichts beflügelt das Geschäft so sehr wie eine Prohibition, das hat man doch hoffentlich aus den albernen US-Versuchen zumindest gelernt.
      Ich denke eher, daß da der Hase hinläuft.

    • Ich glaube, der Konflikt geht da urch alle Lager, der Unterschied ist nur, dass das eine Lager sehr laut und das andere sehr feige ist. Das Problem ist ein wenig, dass man es meisten der Frauenpolitik überlässt, und da ist viel Ideologie und wenig erfahrung dabei. Und die nimmt nun alles, was ihr hilft, eben von den harten Katholiken bis zu femen – in der Sache sind sie sich nämlich alle einig. Darunter sind allerdings besonder viele aus der Zeit gefallene Feministinnen, die einfach nicht wahr haben wollen, dass sich die Zeiten radikal geändert haben und ihre gefühlten Ururenkelinnen mit zwölf vermutlich schon mehr Porno gesehen haben, als die in ihrem ganzen Leben – und trotzdem nicht psychisch kaputt sind. Das passt denen nicht ins konzept, und daher sind das ihre Hauptkampffelder. Bereiche wie Prostitution im homosexuellen Sektor kommen aus dem gleichen Grund erst gar nicht vor -uninteressant für Feministinnen.

      Es geht um die Deutungshoheit. Und die wollen viele.

    • Wo ist das Problem?
      Natürlich sollte die Sanktionierung des Ablehnen solch eines Arbeitsplatzes indiskutabel sein. Aber sollten Bordellbesitzer nicht solche freien Stellen melden können, um Prostituierten, die von er Strasse weg in sicherere Häuser wollen, diese auch zu vermitteln? Ich bin sicher auch Despina hätte nichts gegen sichere Arbeitsplätze.

      Bitte übersehen Sie nicht, ich habe „sollte“ geschrieben. Ich meine damit also weder den heutigen Staat noch die heutigen Zustände bei den Arbeitsämtern.
      Vernünftige und sinnvolle Entwicklungen haben heutzutage ja äusserst selten eine Chance.

    • Sichere Arbeitsplätze
      Natürlich, das ist ja ein ganz zentraler Punkt. Die Arbeit soll sicher sein, und natürlich braucht es dazu auch sinnvolle Regelungen, deren Nichteinhaltung sanktioniert werden kann und muss.

      Es liegt mir ja völlig fern, Sonderrechte einzufordern. Aber wenn ein Beruf weder als Gewerbe noch als Freiberuf anerkannt ist, und der berufsbezogene Regelungsbedarf über Polizeigesetze oder das Baurecht abgewickelt wird, hat das mit Anerkennung und sinnvoller Regulierung nichts zu tun.

      Auch, wenn auf Bundesebene ein Gesetz da ist, wird ja in den Ländern ganz unterschiedlich verfahren. Eine Kollegin muss, wenn sie mobil sein will (was durchaus branchenüblich ist), 16 verschiedene Verfahrensweisen der Länder im Blick haben, um nicht irgendwo in einen Fettnapf zu treten.
      Sicherheit bedeutet auch Rechtssicherheit, und da wünscht man sich dann eben schon einheitliche, klare und übersichtliche Regelungen.
      Mir erschließt sich nicht, warum das nicht möglich sein soll.
      Ausser, man lässt „Ressentiments“ als Argument gelten, aber das war noch nie eine zielführende Haltung.

      Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass Anerkennung und „Normalisierung“ auch heisst, Standards festzulegen, an die sich die Akteure dann halten müssen. An einem Sachkundenachweis z.B. wenn es um die Vermeidung von Gesundheitsrisiken geht, hätte ich gar nichts auszusetzen, jede Küchenhilfe muss sich schließlich auch beim Gesundheitsamt belehren lassen, bevor sie den Kochlöffel gegen Entgelt schwingen darf.

      Aber da beisst sich die Katze in den Schwanz: Einerseits wird nach Regulierung verlangt, andererseits will sich niemand wirklich sachlich mit der Frage auseinandersetzen. Es geht in der Diskussion viel zu emotional zu. Und das schadet eben der Sache.

      Wenn ich mir so ansehe, wie die Lage momentan ist, und mal extrapoliere, wie das mit dem neuen Gesetz so werden soll, dann befürchte ich, dass sich vieles zugunsten von Bordellbetreibern und Agenturinhabern, und wenig zum Vorteil der Arbeitenden wenden wird, und dann als Regulation und Standardisierung verkauft wird, was eigentlich Monopolisierung und die Schaffung von Abhängigkeiten bedeutet.

      Ob das im Sinne des Erfinders ist, muss die Politik beantworten.
      Ich als Arbeitende sehe das sehr kritisch.

  75. Technischer Kommentar
    Aus unerfindlichem Grund wird mein Kommentar mit dem Benutzernamen, und nicht dem pseudonymisierten Namen aus dem Profil veröffentlicht. Das ist ein wenig überraschend.

  76. zulutz@
    …diszplinierende Massnahmen bei Nichteinhaltung eines Termins, Streichung der Kleidergeldpauschale!

  77. vom Uterus bis zur Urne nix als Arbeit
    erst haben sie bei der Sexarbeit die Sicherheit vergessen
    dann hat mich die Geburtsarbeiterin raus geholt
    dann hat mich der Religionsarbeiter getauft
    dann haben mich die Bildungsarbeiter versaut
    dann 30 Jahre Waldarbeiter (das war sehr schön)
    irgendwann gehts in die Schweiz zum Todesarbeiter
    dann als Gesangarbeiter mit den Cherubim den Herrn lobpreisen
    ja gibts denn gar nie Feierabend ?

  78. Relax 3
    Schade, dass Sie sich nicht an meinen Relax Kommentar rantrauen,
    Ich lege in Sachen – Edit: wegen genau solcher Worte wie dem hier gelöschten kann und werde i9ch das so nicht freischalten. Don – noch einen drauf:
    Im Iran im Land der strenggläubigen Mullahs ist die Prostitution strikt verboten. wo käme man den da auch hin.
    Nun gibt es im Iran natürlich auf Prostitution nur halt Mullah und korankonform: Die Ehe auf Zeit. Sprich vor dem Vollzug ab zum Mullah, dann Spass, dann Fristablauf.
    M.a.w. die persischen Mullahs haben mehr Sinn für Humor als die eingetrockneten Schreckrauben, die bei ihren Antiprostitutionskongressen etwa so unter sich sind wie Pro NRW bei ihren anti Islam Veranstaltungen. (Ein Schuft, wer da etwa über Seelenverwandtschaft nachdenkt)
    Übrigens glauben Sie mir, es wird auch nach dem Verbot der Prostitituion nicht nur möglich sein, Bordelle zu betreiben, man kann in diesen Bordellen neuen Typs die Prostitution sogar hoch offiziell verbieten. Und sie findet trotzdem statt. Und es wird keinen Interessieren, denn nach einem Prostituitionsverbot gibt es ja auch keine Prostitution mehr und auch die (schein)heilige Alice wird nach einem Verbot der Prostitution die Rettung der höheren Töchter feiern weil -frei nach Morgenstern- , so schließt sie messerscharf,
    nicht sein kann, was nicht sein darf.
    Ich habe übrigens mal eine Zeit in Frankfurt gearbeitet. da stehen an bestimmten Strassen morgens Männer auf dem Strich, Kleinbusse holen sie ab für jede Art von dreckigen und gefährlichen Arbeiten Geld gibt es BAK (bar auf Kralle) die selben Männer suchen dann im Bahnhofsviertel eine Frau, die sie ranlässt und finden zumeist eine ebenfalls ausländische Prostituierte. Über Teil 2 wird viel Wind gemacht, über teil 1 nicht. dabei ist diese Arbeitsprostitution doch genau so beschissen wie die andere. Nein, ich denke, es ist schon die Feinschaft zwischen gewissen Damen im vertrockneten Ehestand und den Sexarbeiterinnen die zu so scheinheiligen beschützt die Frauen vor der Prostitiion Aktionen führt.

    • Titel eingeben
      Spätestens seit den 90ern ist Sklaverei „hier“ wieder „heimisch“.
      Und Sie sehen eine besserung der Verhältnisse im Ausweiten der Sklaverei, ja?

  79. geisha
    ja bruckbacher sehr schön beschrieben sollte ich jetzt aus
    offenbach-frankfurt soll das offenfurt-frankbach werden
    dann paßt ja bruckbacher auch bestens in diese wortakrobatik

  80. wenn Despina
    annähernd so einfühlsam ist wie sie hier schreibt, sollte sie noch die Telefonnummer nennen.

    Guter Blog.

  81. 1.Vorlesung 1.Semester SWL (Sexual-Wirtschafts-Lehre)
    Casus 1 :
    Frau , 25 Jahre/1,75m/60kg : Vaginalsex/30min mit Bauarbeiter
    Bruttogewinn = 80 €

    Casus 2 :
    Frau , 25 Jahre/1,75m/60kg : Vaginalsex/30min mit Ferrarifahrer + Pille vergessen
    Bruttogewinn = Villa + 6 Wochen Bali/Jahr + SUV

    Renditedifferenz: 50.000 %

  82. Oh, heilige Einfalt
    Seit nunmehr 12 Jahren gilt in unserem Land Prostitution gesetzlich nicht mehr als sittenwidrig. Moralische Argumente für das Verbot der Prostitution ziehen deswegen nicht mehr. Deswegen geht es nicht mehr um die Rettung „gefallener Mädchen“, sondern um die Befreiung der Sklavinnen, die zur Prostitution gezwungen werden. Per Definition darf es da keine Frauen geben, welche diesen Job aus freiem Willen gewählt haben. Da es jedoch Frauen gibt, welche diesem Dogma widersprechen, können diese nur psychisch krank sein. Ein einfältiges Konstrukt.

    • Sittenwidrigkeit
      Durch Abschaffung der Sittenwidrigkeit sind ja erst die angenehmen Klubs entstanden, die ganz normalen Wellness-Oasen ähneln. Diese Art der hygienischen und komfortablen Klubs dominiert das Geschehen der käuflichen Liebe und diese Klubs kann es nur geben, wenn Prostitution legal ist.

      Bei Verbot würde alles wieder in Richtung Straßenstrich, Wohnwagen etc. abrutschen, ein Angebot, was ich zB von jeher gemieden habe und auch nicht haben möchte.

  83. Zu den Urenkelinnen, die mit 12 Jahren
    schon mehr Pornos gesehen haben als ihre Vorfahren möchte ich etwas sagen. Ich habe Kinder großgezogen, in NRW. In der Grundschule, 3te Klasse, 8 und 9 jährige wurde Sexualkunde in brutalstmöglicher Form durchgenommen. Am Ende der Stunde setzt sich, in Anwesenheit der Lehrerin eine 8 jährige aufs Lehrerpult, zieht sich den Slip aus und fordert ihre Klassenkameraden auf sich jetzt in Natura ein Mädchen aus der Nähe anzusehen. Ein paar Tage später bittet mein Kind mich es wieder zur Schule zu begleiten. Aus Angst vor Übergriffen. Am nächsten Tage habe ich 2 Kinder an der Hand, die Kleine wurde am Vortag aufgefort sich auszuziehen. Nach einer Woche begleiten mich 4 Jungen und Mädchen. Vor der Schule treffe ich andere Mütter. 18 von 23 Eltern bitten die Klassenlehrerin vergeblich um Eingreifen. Schließlich zerrt ein Knabe während der grossen Pause ein Mädchen mit vorgehaltener Scherbe ins Gebüsch und stochert mit einem Stock zwischen den Beinen der weinenen und um Hilfe schreienden Kleinen herum. Die aufsichtführende Klassenlehrerin zieht es vor, nichts zu bemerken. Der Klassensprecher läuft um Hilfe schreiend ins Lehrerzimmer. Schließlich greift der Schulleiter ein und zerrt den Knaben weg. Anschließend wird der Klassensprecher vor seinen Mitschülern getadelt und seines Amtes enthoben, weil er einen Kameraden angeschwärzt habe. Der folgende Elternaufstand wurde niedergebügelt. (Sie wollen doch, dass ihr Kind eine Gymnasialempfehlung bekommt???). Die Klassenlehrerin wurde schließlich wegbefördert. (Und überraschenderweise doch nicht in den Landespersonalrat gewählt).
    Hier werden seit Jahren systematisch Grenzen überschritten, verschoben und schließlich für obsolet erklärt. ALLES ist hinzunehmen, zu tolerieren, zu akzeptieren… Das ist leider heute so, wirklich!

    • O_O

      Also, in Bayern wäre da der schulleiter weg. Und zwar sofort.

    • Ich habe grosse Schwierigkeiten, diese Geschichte zu glauben.
      Wenn sie wahr sein sollte – mit was für seltsamen Eltern sind Sie zusammen, bitte?

      Ich kenne ausreichend viele, bei denen hätte es eine Strafanzeige gegeben. Einschaltung der lokalen Medien, Protestbriefe an Aufsichtsbehörde, Lokal- und Landespolitiker. Und zwar ohne grosse vorherige Bitten und Verhandlungen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Grenzen überschreiten gehört zur Kindheit und Jugend doch irgendwie dazu ...
      … in jeder Pause lief die gesamte Bubenhorde bereits vor mehr als 40 Jahren an unserer Grundschule nach draussen und schrie -an den Lehrkräften vorbeirennend- ganz laut „… wir gehen eiern!“
      Anfangs auch „… jetzt eiern wir die Mädchen!“, das ebbte aber schnell wieder ab.
      .
      Alles endete in einem riesigen Buben-Knäuel auf dem Rasen. Bis es wieder zur nächsten Stunde bimmelte wurden Geschlechtsteile gequetscht und gekniffen wo es nur ging. Je lauter der ganze Haufen schrie, um so lustiger wars.
      .
      Da kam kein einziger Krankenwagen und ich kann mich auch nicht erinnern, dass sich die Lehrer (bis auf eine resolute Dame) damals darüber aufgeregt hätten. Ein gewisser Gruppenzwang („Ehrenkodex“ wäre wol zu viel gesagt) verbat es natürlich, dass man darüber in der Klasse oder bei Mama zuhause rumweinte.
      .
      Ich kann diesen Blödsinn zur Nachahmung wirklich nicht empfehlen. Ich sage nur, wie das -warum auch immer- auch damals schon war.

  84. Meine Sichtweise
    Ich gehe seit etlichen Jahren in FKK-Klubs und erlebe dort eine sehr entspannte Atmosphäre. Seit Prostitution legal ist gibt es solche Klubs, wo Frauen und Männer Eintritt zahlen und der Betreiber die Infrastruktur stellt. In den Klubs sieht man dann oft 40-50 junge, hübsche Damen meist osteuropäischer Herkunft und in etwa ebensoviele Herren aller Altersgruppen. So ein Erlebnis ist nicht billig, darum ist die männliche Klientel von den „Besserverdienern“ oder Privatiers dominiert.

    Das Ganze funktioniert gut bis sehr gut. Die Frau bestimmt den Service und wenn es gut läuft, bleibt der Gast eben länger mit ihr bzw. kommt es zu wiederholten Buchungen bei weiteren Besuchen. Wenn nicht, dann ist ein Basispreis von meist recht schlanken 50 Euro fällig.

    Aus meiner Sicht ist ein ein Win-Win. Wir Männer suchen das harmonische, ästhetische sexuelle Erlebnis mit einer attraktiven, jungen, schlanken, lieben Frau und diese hat das Ziel, schnell Geld zu verdienen, um sich meist profane materielle Bedürfnisse zu erfüllen (Iphone, Luxushandtäschchen, Auto etc.).

    Der Mangel des einen (Geld, bzw. zwangloser Sex) ist der Überfluss des jeweils anderen. Genau darum klappt es auch.

  85. zustände
    ja ich muß mich entschuldigen plötzlich war das schreibfeld verschwunden

    aber was mich erschüttert das ist das wegsehen von allen beteiligten ja wo sind hier die eltern? wovor haben die politiker angst? aber mit den heutigen medien kann man alles zurückverfolgen also bei gesundem hausverstand reagiert man entsprechend scharf

  86. Lea Ackermann
    Die Gastautorin schreibt dann noch „Akademisch gebildete, postmenopausale Frauen aus gutem Haus verfassen dann in der felsenfesten Überzeugung, das einzig Richtige zu tun, auf ihren unter ethischen Gesichtspunkten in durchaus fragwürdigen Verhältnissen gefertigten Klapprechnern in gebürstetem Aluminium Appelle gegen Prostitution, und meinen eigentlich Menschenhandel und Ausbeutung.“

    Kaum gesagt, da schlägt eine solche Dame (Bild weist sie aus als deutlich postmensopausal) gleich mit dem virtuellen Vorschlaghammer zu. Die hoch dekorierte und mit Preisen überhäufte Nonne Lea Ackermann „rettet“ die Damen aus deren Unglück. http://www.welt.de/regionales/nrw/article135057237/Prostitution-ist-Drecksarbeit-nicht-Sexarbeit.html

    Was machen eigentlich die netten Rumäninnen nach ihrer Rettung? Wieder für 200 Euro im Monat in Cluj oder Bukarest den alten tristen Job und dann Ausschau halten nach dem reichen Versorger, der sie erlöst? Oder selber Ordensschwester werden und dem bunten Leben entsagen??

  87. Titel eingeben
    miese Masche ThorHa, wir haben Schulpflicht in D. Am Schulhof endet der elterliche Schutz. Und dieses von Hellmut Becker und Hartmut von Hentig ausgebildete Lehrerp… hat viele Möglichkeiten ein Kind fertigzumachen. Aber sie haben recht, wir waren mit Eltern zusammen, die sich von „Studierten“ blenden, einschüchtern und manipulieren liessen.

    • Gut. Nehme ich zur Kenntnis.
      Ich glaube die Geschichte immer noch nicht. Sie passt einfach zu gut zu jemandem, der glauben machen will, unser gesamtes Lehrpersonal sei ausschliesslich von 2 Kinderschändern ausgebildet worden.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  88. Liebesdienste nein, Tötungsdienste ja?
    Hmmm….. eine Empfehlung der Arbeitsagentur an Jugendliche (vorwiegend Frauen) sich eine Zeitlang als Prostituierte zu verdingen (um die Miete zu bezahlen, das Studium schuldenfrei zu überstehen, die bedürftigen Eltern zu unterstützen oder sonstigen ehrenwerten Motiven) ist was ganz und gar undenkbares und moralisch eher fragwürdig.

    Merkwürdigerweise scheint es hier niemandem moralisch verwerflich, dass die Bundesagentur für Arbeit Jugendlichen (vorwiegend Männern) durchaus empfiehlt, sich mehrere Jahre als Soldat zu verpflichten und dabei (zum Schutz des Staates, des Nachbarn, der wirtschaftlichen Interessen am Hindukusch oder aus anderen ehrenwerten Motiven) das Töten zu lernen.

    Muss keine/keiner machen. Kann mann/frau aber.

  89. männer finden prostitution scheinabr natürlich toll
    Prostitution sollte keine gesellschaftlich anerkannte Tätigkeit werden, zu der irgend jemand aufgefordert werden sollte. Menschen, die auf Sozailhilfe angewiesen sind, werden auch aufgefordert, sobald wie möglich wieder eine Tätigkeit aufzunehmen. Und Prostitution sollte dann keine Option sein.
    Zudem sollte auch eine gesellschaftliche Mehrheit entscheiden können, welche Tätigkeit sie legitimiert.
    Prostitution kann niemand verbieten, da sie im Geheimen eh stattfinden könnte.
    Und es mag sein, dass es sich in manchen Kreisen scheinbar wie selbstverständlich etabliert.
    Aber wenn es gesellschaftliche nicht anerkannt ist, hat es seine Gründe.
    Und das wird auch so bleiben.
    Auch wenn dekandente Scheißer versuchen, das zu ändern.
    Meine persönliche Meinung dazu:
    Wer Menschen in die Prostitution leitet, indem er sich zwingt, macht sich des Menschenhandels schuldig.
    Wer Menschen zur Prostitution verführt, macht sich des Missbrauchs schuldig.
    Und ich würde eiskalt bestrafen.

  90. Die Frage....
    Die Frage die ich meinte steht hier

    http://blogs.faz.net/stuetzen/2014/12/05/sushi-sex-und-sittlichkeit-4771/#comment-106884

    Es geht mir dabei um das Verständnis, wie Sie diesen Zusammenhang verstehen, nicht um irgendwelche Kritik. Das dürften Sie ja an meinen anderen Beiträgen gesehen haben….

    • Titel eingeben
      Sie haben nicht unrecht, wenn Sie behaupten, dass für meine Dienstleistung ein nicht unerheblicher Teil an Nachfrage sich draus ergibt, dass der Umgang mit Sexualität insgesamt so ist, dass sie doch stark konfliktbehaftet daher kommt.

      Es mag sein, dass in einer idealen Gesellschaft Prostitution überflüssig wäre, genau wie vieles andere, das man heute als so selbstverständlich wie unerfreulich hinnimmt.
      Aber ich bin sehr sicher, dass wir von der idealen Gesellschaft, in der Sex nur aus selbstloser Liebe geschenkt wird, noch ein ganzes Stück weg sind. Ideale Verhältnisse würden dann ja bedeuten, dass jeder Mensch seine sexuellen Bedürfnisse von anderen unentgeltlich und gerne (das ist ja ein wichtiger Aspekt, Sex muss um ideal zu sein ja allen Beteiligten Freude machen) befriedigt werden.
      Wenn ich mich so umsehe, erkenne ich akut keine Gefahr für meine Branche.

      Das Paradox, Missstände zu kritisieren, von denen ich andererseits profitiere (Verknappung des Angebotes durch unattraktive Arbeitsbedingungen), ist mir bewusst.

      Aber die Realität zeigt, dass mein Ansatz trotzdem funktioniert: Wenn ein Kunde mir erzählt, dass er seit Erlebnis xy mit mir wieder Begehren für seine Partnerin empfinden kann, oder das Selbstbewusstsein wieder erlangt hat, auf seine oder andere Frauen zu zu gehen, dann verliere ich ihn möglicherweise als Kunden. Aber ich finde das schön, und es gehört auch zu meinem Berufsethos (ja, so etwas erlaube ich mir), im Endeffekt eben genau darauf hin zu arbeiten, dass es den Leuten mit ihrer Sexualität gut geht.

      Überdies habe ich den Eindruck, dass der Bedarf an entgeltlicher sexueller Zuwendung von „extern“ über meine restliche zu erwartende Lebensspanne erhalten bleiben wird, selbst wenn sich möglicherweise vieles im Umgang mit Sexualität allgemein zum positiven wenden sollte. Ich sehe aber momentan eher einen Backlash.

    • Titel eingeben
      „das ist ja ein wichtiger Aspekt, Sex muss um ideal zu sein ja allen Beteiligten Freude machen“
      Despina, dafür bekommen Sie von mir einen Kuß auf die Backe, ernsthaft!

    • Danke....
      Ja, genau das wollte ich wissen, es war sehr informativ und erfreulich sich mit Ihnen auszutauschen.

  91. Ihr wollt es schnell und billig?
    Ihr kriegt es schnell und billig! Aber das dann als Befreiung der Frau zu verkaufen ist billig! Und was seid ihr ???

  92. Falsche Analogien
    Wenn Despina die Vermietung ihres Körpers mit der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmitteln vergleicht, dann zeigt genau dies, wie krank die Argumentation der sogenannten Sexarbeiterinnen ist.

    Körper=Konsumartikel=käufliche Ware. Genau dies wollen wir nicht! Vielmehr wollen wir Körper=Individuum=Menschenwürde=unverkäuflich.
    Fragen sie mal eine Hure, ob sie sich für ihre eigene Tochter diesen „Beruf“ als wünschenswert vorstellen könnte. Keine wird dem zustimmen!

    Ich frage mich, ob „Despina“ wirklich so selbstentfremdet ist, dass sie sich be-denken-los der Gier des Patriarchats unterwirft, oder ob hier nicht wieder ein selbsternannter „Marquis“ seine frauenverachtenden Fantasien im sado-masochistischen Rollenspiel auslebt.

    • Für die Echtheit garantieren neben mir auch noch einige politische Institutionen und ansonsten wäre es ganz nett, wenn man hier mal die grössere Debatte rund um Themen wie „Patriarchat“ beiseite lassen könnte. das bringt uns nicht wirklich weiter, zumal das halt auch nur ein Kampfbegriff ist.

    • Titel eingeben
      Liebe/r Al Kraut, ich fürchte, Sie haben mich nicht recht verstanden. Eine Dienstleistung ist eine Tätigkeit, die jemand ausübt und dafür entlohnt wird. Hier wird nichts verkauft, denn es wechselt ja nichts den Eigentümer. Und dass Menschen und oder ihre Körper nicht verkauft werden sollen und dürfen, darüber besteht ja Konsens.

      Ich habe schon verstanden, dass Ihnen nicht gefällt, welche Dienstleistung ich erbringe. Aber das ist halt wie mit dem Sushi.
      Wenn man es nicht mag, ist das okay.
      Aber es ist simpler Anstand, Leute die das anders sehen, in Frieden zu lassen.

      Genau wie es simpler Anstand ist, andere Menschen nicht aufgrund mutmaßlicher oder realer sexueller Vorlieben abzuwerten.

      Ebenso unanständig finde ich persönlich es auch, Sadomasochismus mit Frauenverachtung gleichzusetzen.
      Es ist eine sexuelle Präferenz, die für sich genommen nach dem aktuellen Stand der Diskussion keinerlei Krankheitswert besitzt. Menschen aufgrund ihrer sexuellen Präferenz (die man sich bekanntlich nicht aussuchen kann) eine frauenverachtende Haltung zu unterstellen, ist … nunja … ich sage mal: fragwürdige Diskussionskultur.
      Würde jemand lesbischen Frauen Männerverachtung unterstellen, wäre das ja auch eine unzutreffende und plumpe Verallgemeinerung, nichtwar?

    • Ich habe einen weiteren Kommentar wegen respektlosem Umgang und wenig erbaulicher ansprache bei geringem wissen über de Sade gelöscht und mir damut sinnlosen Streit erspart.

    • Was soll man zu so viel Unsinn sagen
      Was sind Sie? Komiker?

      „Körper=Konsumartikel=käufliche Ware. Genau dies wollen wir nicht! Vielmehr wollen wir Körper=Individuum=Menschenwürde=unverkäuflich.“

      Sie scheinen noch nicht gemerkt zu haben, dass es in einer Demokratie niemanden interessiert, was Sie wollen, oder?

      „Wir“ wollen anscheinend mehrheitlich Kohl, Schröder und Merkel.
      Bei welchem von diesen drei Kanzlern fanden Sie denn das was Sie unter „Menschenwürde“ verstehen auf der „to-do-list“. Und zweite Frage, finden Sie wirklich kein dringenderes Problem im Zusammenhang mit Würde, als Prostituierte, die nichts weiter tun, als „Sicherheit am Arbeitsplatz“ zu fordern?

      Wissen warum es so sehr an Würde und etlichen anderen, sehr viel wichtgeren Dingen in diesem Land mangelt?
      Weil permanent ganze Herrscharen von Klugsch****** hauptberuflich anderen vorschreiben wollen, wie diese Anderen gefälligst zu leben haben!

  93. Zensur
    Hallo „Don“ Alphonso,

    so sieht also deine Debattenkultur aus. Sobald ein Kommentar nicht deiner eigenen Weltanschauung und deinem subjektiven Geschmacksempfinden entspricht, wird er aus „Ersparnisgründen“ gelöscht.

    Das ist Zensur. Aber vielleicht ist es dir auch zu anstrengend, über diesen Begriff mal kurz nachzudenken?

    • Nein, das ist keine Zensur. Es gibt hier klare kommentarrichtlinien und das bedeutet auch, dass man den anderen nicht verächtlichmachend angeht. Zumal es inhaltlich ja auch möglich gewesen wäre. Ihnen ging es um die Provokation und damit war das hier Ihr letzter Beitrag. Andere schaffen es auch, vernünftig zu reden und da lege ich dann auch keinen Wert auf die paar, die meinen, sie müssten hier rumkreischen. Lieber 240 gute kommentare als 240 Kommentare und 2 dummdreiste Pöbeleien. Schönes Leben noch.

  94. Titel eingeben
    Toller Blog! Mit mutigen Kommentaren und einer noch mutigeren Despina! Weiter so, FAZ

  95. Vorauseilender Gehorsam
    Uebrigens eine typisch deutsche Eigenschaft, der vorauseilende Gehorsam. Findet man in der Politik, bei Diskussionen wie dieser aber auch im Gesundheitswesen. Und so schoen wie Despina das formuliert hat kann ich das gar nicht. Und eigentlich will ich hier auch nicht das letzte Wort haben….

  96. das letzte Wort
    Ein sehr lesenswerter Artikel und mindestens eine genaue so tolle Diskussion und oder Meinungsäußerung der schreiber sowie leser….danke für tollen Stunden und das ich mal wieder ein Fremdwörterbuch benutzen musste.

    Und dazu noch wunsch erfüllt. @joe24….

  97. Sushisehnsuchtsvoll
    – Wenn meine Sehnsucht Sushi ist, bleibe ich nicht am Bratkartoffelherd, sondern geh zum Japaner. Da mein_e Partner_in fischallergisch ist, gehe ich alleine oder mit anderen Sushisehnsuchtsvollen

    aus: K.Fricke, Als Kundschaft in der Sexarbeit, Untertitel, Selbstbewusstsein (nicht nur) der Kundschaft und dessen Potenzial, vom 13.07.2013.

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