Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Aufsteiger: Wer hat Angst vor solchen ökonomischen Beziehungsrisiken?

| 105 Lesermeinungen

Wissen Sie denn nicht, dass ein reicher Mann und ein hübsches Mädchen sehr viel gemeinsam haben?
Blondinen bevorzugt

Gottes Schöpfung ist gross, sehr gross und mitunter leider auch etwas zu gross, was man erkennt, wenn man vom glücklichen Süden aus an den Main fährt und dort entdecken muss, wie viel Land sich nördlich davon ausbreitet. Aber das Land ist halt da und dort, wo ohne göttlichen Konstruktionsfehler vermutlich Meeresboden sein sollte, liegt auf dem Elbesumpf das Fischerdorf Hamburg a. d. Elbe. Hamburg hat sogar eine Seite bei Wikipedia und lebt vom Export von Regen, Nebel, juristischen Big-Brother-Teilnehmern, Witzen über die Elbphilharmonie und Presseerzeugnissen, die Zeit oder Spiegel heissen. Und die Zeit wiederum hat diese Woche in reichlich geschmacklosen Farben ein Titelbild mit einer eher dünnen Frau, die Boxhandschuhe, aber kein Dirndl trägt und fragt:

Wer hat Angst vor solchen Frauen? Sie sind jung, gut im Beruf und behaupten sich im Leben. Viele von Ihnen bleiben ohne Partner – und werden ständig gefragt: Warum?

sparta

Und ich bin mir sicher, die Zeit hat hochkorrekt Experten so lange befragt, bis das Ergebnis flauschig, tröstend, doch irgendwie partnerversprechend und frei von einer bitteren Wahrheit war:

Das ist so, weil manche, wie es die Schöpfung in ihrer Norddeutschland schaffenden Grausamkeit vorgesehen hat, einsam, frustriert und an ihren eigenen Zielen grandios gescheitert in Altersarmut enden werden.

Nun bin ich natürlich kein Anhänger der reinen Prädestinationslehre. Ich glaube an den freien Willen des Menschen, sich sein eigenes Unglück zu schmieden, und ich denke das alles so gut erklären zu können, dass es niemand mehr nötig hat, an den Kiosk zu rennen und die Zeit zu kaufen. Und für die Dreistigkeit „behaupten sich im Leben“ zu bezahlen, die angesichts des Mimimis bei Twitter und dem ständigen Selfempowerment über Prosecco und Frustshopping von der Realität karikiert wird.

Der Durchschnitt dieser jungen, erfolgsorientierten Singlefrauen und -männer kommt in etwa aus dem, was man gemeinhin als Mittelschicht bezeichnet. Das sind Leute, die mit ihrem Besitz gut auskommen, aber kaum in der Lage sind, dem Kind einen wirklich begüterten Start ins Leben neben dem Studium oder wie man das da mit dem Master heute nennt zu finanzieren. Sie haben also eine Ausbildung und eine halbwegs erträgliche Stelle fern der schmutzigen, körperlichen Tätigkeiten, bei denen die Männer- und Migrantinnenquote in ihren Augen gar nicht hoch genug sein kann. Sie wohnen in einer meist grösseren Stadt zur Miete, und jetzt wollen sie zielstrebig das Projekt Partnerschaft angehen. Dafür gibt es, da machen Mann und Frau keinen Unterschied, zwei vorteilhafte Gruppen: Dynamische Aufsteiger wie sie selbst, oder junge Angehörige der hierzulande absolutistisch herrschenden Oligarchie, die an die Stelle von Prinzen und Prinzessinnen aus dem Märchen getreten sind.

spartb

An jedem dritten Tag des Monats geht die Miete weg und verdeutlicht klar den Vorzug der zweiten Gruppe, die sich mit diesen Niederungen des Daseins allenfalls als Geldempfänger mit einem Blick auf das sich füllende Konto herumschlagen muss. Und nach dem ersten Wochenende ist da immer gleich eine Kollegin, die dieses Wochenende natürlich nicht in der Stadt war, sondern bei dem X. am See, was etwas ganz anderes als das selbst bezahlte After Work unter anderen ist, die ihre Angst vor der Nebenkostenabrechnung im Caipi ersäufen. Es bleibt daher nur selten aus, dass der aufstrebende Nachwuchs auf die Idee kommt, das Glück bei den Vermögenden zu suchen, die sich ihre Wohnungen nicht erst mühsam ersparen müssen. Die Aufstrebenden sind gut im Rechnen und bieten als Gegenleistung für die Beteiligung am partnerschaftlichen Vermögen wie im Beruf hohe Leistungsbereitschaft, total Gummitment an die gemeinschaftlichen Zielvorstellungen, ein gutes Aussehen, soziale soft Skills und hohe Verlässlichkeit angesichts der komplexen Herausforderungen so eines auf Wachstum bedachten Projekts.

So wird man vielleicht Vorstandsassistentin, aber das kleine Problem bei uns ist ein anderes: Die Oligarchie pflanzt sich in beiderlei Geschlecht fort, und für jeden Spross gibt es rechnerisch eine Sprössin. Man wächst zusammen auf, lebt im gleichen Viertel, hat die gleiche Sozialisation, kann sich das gar nicht anders vorstellen und ist in aller Regel recht schnell vergeben. Bis dann die Aufsteiger als junge Arbeitnehmer in diesen Markt eindringen, ist der Rahm längst abgeschöpft – und das muss so sein, schliesslich will die Oligarchie weiter bestimmen. Was Aufsteiger beim Markteintritt vorfinden, sind die Reste, bestehend aus Schwerenötern, Geschiedenen, Homosexuellen, Prüden, Spätstartern, Versagern und einem Haufen von sexuell opportunistisch jagenden Überzeugungssingles, die ganz genau berechnet haben, dass es in ihrem Leben an nichts mangeln wird, solange sie sich nicht Partner und Kinder anhängen lassen. Aber natürlich haben sie in der Regel Manieren, beherrschen die Kunst der höflichen Verstellung und tragen die Makel nicht so offen mit sich herum, wie andere den Aufkleber vom Leasingunternehmen an ihrem Golf. Wenn man aus diesen Kreisen kommt, ahnt man meist frühzeitig die Fehler, erfährt die grausigen Details aus dem Umfeld, und achtet nicht auf Besitz, den jeder hat. Aufsteiger sehen zuerst die Chancen und Möglichkeiten und ignorieren völlig den Umstand, dass da irgendwo ein Haken sein muss.

spartc

Der Haken aus unserer Sicht ist ein anderer – genau das nämlich, was uns da geboten wird. Es ist eine Option auf einen weiteren Fortschritt, das Versprechen einer noch besseren Zukunft, eine Umsatzentwicklung des Glücks. Hin und wieder versuchen windige Anlageberater etwas ähnliches, das nennt man „grauer Kapitalmarkt“. Man soll in einem unreglementierten Bereich stiller Gesellschafter werden, die kompetenten Initiatoren ruhig machen lassen und langfristig an zumeist gesellschaftlich vorteilhaften Profiten gut verdienen – Prokons rumänische Wälder lassen grüssen. Wenn es schief geht, sind jedoch Nachzahlungen nicht auszuschliessen, und gemeinhin sollte man so etwas nur tun, wenn man auch noch über andere Vermögenswerte verfügt. Man nennt das Risikostreuung. Aber genau das ist in der Kultur der Monogamie nicht möglich, die all die Risiken problematischer Anlageformen mit sich bringt. Sie ist in Sachen seelischer Grausamkeiten und Erniedrigung weitgehend unreglementiert, sie kann enorm teuer werden, und die Kompetenz der Initiatoren solcher Begehren beruht ausschliesslich auf deren Selbsteinschätzung, beziehungsweise dem, was ihnen in der Zeit geschmeichelt wird. This is FAZBlogarta:

Karriere vergeht, Hektar besteht.

Im Ernst: Ein Problem wäre es überhaupt nicht, wenn sich solche Aufsteiger in die Gegebenheiten einfinden könnten. Das Problem sind die boxhandschuhtragenden Zukunftserwartungen, das Hochrechnen früher Erfolge auf das Kommende, und die Unfähigkeit zu akzeptieren, dass es letztlich nur selten so glatt wie erwartet laufen wird. Ich las gestern etwas über angebliche Superkräfte, die „working mums“ in sich selbst entdecken wollen, und damit fängt das schon an – da wird die gefühlte Überforderung in Überlegenheit umgedeutet. Das geht eine Weile, aber irgendwann wird die Distanz zur beruflichen gelebten Realität zu gross, und mündet in eine Krise. Dann muss etwas her, das diese Kluft zu überbrücken in der Lage ist – und als Angehöriger der Oligarchie sollte man an diesem Punkt besser ganz weit weg sein, denn als solcher hätte man hier Nachschusspflichten. Angesichts der realen Bedingungen der Wirtschaft mit dem brutalen Konkurrenzkampf ist so eine Entwicklung ein Risiko für das Gesamtvermögen. Das macht man bei uns nicht, und deshalb pflegen solche Beziehungen dann auch recht früh an unterschiedlichen Auffassungen bei der wirtschaftlichen Entwicklung zu scheitern.

spartd

Für unsereins ist die Geschichte damit eigentlich erledigt, für die anderen geht sie weiter. Es ist nicht so leicht, nach den durchaus angenehmen Erfahrungen mit Vermögenden die Ansprüche zu reduzieren, und sich wieder Partnern zuzuwenden, die anstelle einer Immobilie nur hohe Erwartungen besitzen, die weder über einen Strand noch einen Bergblick verfügen. Auch sie haben nur eine einzige Chance, und die sollte ideale Resultate bringen. Also suchen viele weiter, werden nicht jünger, erfahren erste Rückschläge und sind doch nie in der Lage, die Anforderungen an ihr Leben den schwindenden Gegebenheiten anzupassen. Das Berufsleben zwingt sie im Gegenteil dazu, sich selbst stetig als besonders gut herauszustellen, das behalten sie auch im Privatleben bei, und drängeln sich auf einem sehr kleinen und sehr schwierigen Marktsegment der Liebesökonomie. Manche haben vielleicht Glück, andere sehen das, fühlen sich bestätigt, und sind irgendwann bestätigt Mitte 40, allein, und noch immer nicht im Vorstand.

Deshalb geht das so aus. Wegen der Unfähigkeit, mit Klassenunterschieden umzugehen, wegen einer Fehleinschätzung der Märkte und dem mangelhaften Anpassungsvermögen. Oder ganz kurz: weil sie so sind, wie sie gezüchtet wurden. Jung, gut, behauptend – und voll am Markt vorbei.

Boxhandschuhe OMG WTF. Keiner hat Angst vor denen. Man will sie einfach nicht. Bei uns steckt man die Kinder zur Einschulung in Trachtenjanker und bodenlange Dirndl. So geht Oligarchie.

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105 Lesermeinungen

  1. Naja, auf der Netzseite der Zeit steht's auch so falsch:
    „Viele von Ihnen…“, aber die Druckausgabe bringt’s richtig:“Viele von ihnen…“

    Hinweis(e) auf die Nachbarschaft à la

    stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2014/12/04/aufsteiger-wer-hat-angst-vor-solchen-oekonomischen-beziehungsrisiken/

    oder

    stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2014/12/04/aufsteiger-wer-hat-angst-vor-solchen-okonomischen-beziehungsrisiken/

    gibt’s wohl neuerdings nicht mehr sofort?

    • Es war der Wunsch der FAZ, dass wir das Blog jetzt standalone ausprobieren. Ich denke, dass es wichtig ist, um Fehler zu finden und das huer besser zu machen. Wie es generell weiter geht, weiss ich auch nicht, aber ich habe hier auch nie mehr als einen Tag weiter gedacht.

  2. Der ist so wunderbar böse (und natürlich wahr) ...
    … dass ein Kommentar dazu kaum etwas beitragen kann. Ich habe mich über den Titel auch schlappgelacht, weitere Fragen wie die nach statistischer Relevanz oder Empirie oder historischer Einordnung stellten sich gar nicht mehr.

    Angst? Wer zu hohe Ansprüche hatte, scheiterte auf dem Beziehungsmarkt schon immer, Mächenprinzessinnen sind genauso selten wie Märchenprinzen (erinnert sich jemand noch an die wehleidige, angeblich feministische, gleichnamige Buch-Meisterleistung aus den achtzigern? Die dürfte wenigstens ihre Autorin an den Fussabsatz der Oligarchie befördert haben).

    Mädels, auch junge Männer haben keine Angst. Aber der Markt ist für sie und gegen Euch, das ist alles. Bis das begriffen wurde, dürfen sich noch Legionen von Autorinnen an der „Angst“ des modernen Mannes abarbeiten. Gehirngespenster schlagen nicht zurück.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Tja, Adler, ... da sindse wieder, die drei Probleme ...
      ‚Beziehungen‘ und ‚Markt‘ und ‚Risiken‘.
      Genau das ist das was nicht passt (kognitive Dissonanz)
      Es als Markt und Riskiko anzusehen.

      In diesem Problem und diesem Problemdenken ist Dons Artikel verhaftet (ich sag mal, bei dem ist es bewusst …, er will ja rumprovozieren, diese hochgegenderten Damen provozieren und die Bruderschaft der Männer als Gewerkschaft aufzeigen, bei der sich die Frauen einen abarbeiten können bis sie schwarz werden, weil die zusammenhalten mit dem niedrigen Anspruch – ähnlich wie Arbeiter früher gemeinsam beschließen, nur ja nicht schneller zu arbeiten, weil es den Lohn versaut …, nur ja nicht merh Ansprüchen gerecht zu werden) – aber sind SIE leider auch verhaftet.

      Sie springen drauf an wie nix und sehen gar nicht die Ironie, dass es gar nicht passt. Dass gerade dieses gewerkschaftliche (‚ihr verwöhnten Mädlz, da könnt ihr schwarz werden …, der Kerl zieht nicht‘), dieses kommerzielle und das Überoptimieren das große Übel ist. Auch wenn ganze Gesellschaften seit Biedermeier und früher. Und heute noch mehr. Deswegen passt es immer noch nicht. Die Frau als Ware. Der Mann als Ware. Wo bleibt da das Prickeln, dieses flau werden im Bauch, die Erotik.

      Dass ein ‚Markt‘ für Männer oder gegen Frauen sei,
      Was ist das für eine Sprache.

      (Überhaupt: ‚Märkte‘. Dieses ganze kommerzielle VWL und BWL-Gefasel, wenn es um Menschen geht. Nicht die ‚Märkte‘ drehen sich oder gehen unter oder ‚boomen‘, sondenr immer der Mensch. dem geht es dann schlecht(er) ode besser.

      Bin je nun nicht wirklich ein Sprachpfleger, ein Pc schon gar nicht (sage auch schon mal Arschloch zu jemandem, wenn ich das für richtig halte …), doch es ist schon so: Das BWL-und auch das gewerkschaftliche Denken (die Gewerkschaft der Männer) geht extrem ins Private, ins Gehirn hinein. Bis ins Schlafzimmer und nimmer hinaus.

      Da will und wollte meinereiner es nie haben.

      Und weil ich schon immer so gedacht hatte und so unterwegs war, hatte ich auch nie Schwierigkeiten mit dem Anbandeln und mit dem Angebandelt werden, auch nicht mit dem Festhalten (wenn ich es denn wollte). Und Ansprüche habe ich trotzdem und stehe dazu: Wenn ein angebandeltes Wesen keine Katzen mag und sich dazu noch in einer Geschlechts-Gewerkschaft wähnt, dann war es das. Oder miese Sprache. Erledigt, aus die Maus, au revoir! Einmal so jemanden gehabt, ein Novembergrauen, nie wieder!

      Gruß

      Der Kater

      Apropos Gespenster:
      Schöne Anschlagtafel gesehen auf dem Oktoberfest heuer
      in 50er-Jahre-Schreibschrift:
      „Unschlagbare neue Gespenster eingetroffen!“

    • Ich erkläre es so, dass die die Sichtweisen hoffentlich verstehen. Muss ja nicht jede sanft zum Zeit-Partnerunternehmen elitepartner geleitet werden. Gilt aber für Frauen wie für Männer gleichermassen.

    • Don, über ElitePartner ...
      … und weitere Dummfüge müsste auch mal geredet werden.

      Wg. DIE ZEIT und Partnerunternehmen.
      Riecht tatsächlich nach: Wie treiben wir die Schafe äh Schäfinnen ins Gatter unserer Elite-Partnervermittlung? Haha! Natürlich mit einem Artikle, der ihnen Angst einjagt, dass sie keinen mehr abkriegen, you stupid.

      Ich höre sie lachen in ihrem Büro.
      Hab aus gutem Grund schon lange kein ZEIT-Abo mehr.
      Wer nicht gerade eine Professur-Ausschreibung sucht, braucht die überhaupt nicht kaufen. ZEIT-Verschwendung.

    • @Maunz:
      Wo bleibt da das Prickeln, dieses flau werden im Bauch, die Erotik.

      War hier einfach nicht das Thema? Thema war, dass ganz viele junge Frauen einfach „alte Jungfern“ bleiben und dass die ZEIT suggeriert, es läge an „Angst“.

      Ich bezweifle zum einen, dass sich das überhaupt nennenswert verändert hat, es wird nämlich ganz „neoliberal“ überhaupt nur deshalb sichtbar, weil für die ZEIT Akademikern 2014 = Akademikern 1965 ist. Ältere Frauen in meinem Umfeld schätzen den „natürlichen“ Anteil an unbemannten Frauen auf 10 bis 20% seit Christi geburt.

      Und ich bezweifle zum anderen, dass das ganze irgendwas mit Männern oder Angst zu tun hat.

      Erotik ist eine völlig andere Baustelle, zu Töpfen passende Deckel ebenso. Die ZEIT hat einfach übersehen, dass die Frauen nicht wollen. Egal, was sie sagen. Das kann man offen machen (keinen Bock) oder versteckt (über das Anforderungsprofil an Männer). Und ich denke, der Don wollte auf letzteres hinaus.

      Kein Drama, nirgendwo. Nur einige von keiner Ahnung beleckten ZEIT Druckerschwärzeverbreiter.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • @Horsti ... ;-)
      … kann es net einfach ganz anders sein, dass im Alter einfach weniger Männer real existieren. Also einfach ähm mehra als Frauen weggestorben sind. Nur mal so?

      Dabei sterm die Mannskers nur früher wech.

      Immer wieder zur Sauregurkenzeit wird in Medien ein Schuh draus gemacht, dass die Damen deswegen im Alter allein(iger) seien, weil sie zu hohe Ansprüche hätten.

      Die Angstmache und das versteckte thin tank Kommando an Frauen, sich zu bescheiden (oder sich eine hundssauteure Partneragentur ihres Vertrauens zu wenden) geht seit 1990. Da hieß es schon in der Presse und den Feuilletons, diese urban legend, eine 30jährige Frau in New York hätte in ihrem ach doch so hohen^^ Alter in dieser Stadt eher Chancen vom Blitz derschlagn zu wern als einen Kerl zu finden.

      Grüße

    • Der Markt
      soll gegen die Mädels sein?

      Abschaffen —— SOFORT !!!

  3. Dankeschön für die flotte Antwort! Zum Thema etwas, was ich
    wohl mal irgendwo drüben gesehen habe:

    Tu Es Foutu

    Tu m’as promis et je t’ai cru

    Tu m’as promis le soleil en hiver et
    un arc en ciel
    Tu m’as promis le sable doré, j’ai recu
    une carte postale

    Ich weiß nicht, ob sowas

    youtube.com/watch?v=qOGSqC7xds8

    hier erlaubt ist, aber es passt meiner Meinung nach wie die Faust aufs Auge.

  4. Ein kurzes Feedback zum neuen Blogsystem
    Wirklich gut gefällt mir, dass ich nicht mehr zwei Minuten auf die Seite warten muss. Da scheint wirklich entschlackt worden zu sein. Außerdem gut: Dass jetzt im „Reader“-Modus die Bilder angezeigt werden. Ohne das war es vorher immer ein eingeschränkter Genuss (Ich lese halt gerne ohne die Ablenkungen drum herum aber mit den schönen Bildern…)

    Inhaltlich: Böse aber auf den Punkt. So mag ich das.

    • Danke, ich sehe das mit der Gschwindigkeit auch, das war früher ein einziges Ladeelend.

      Das ist die deutlich entschärfte Version, sollte man vielleicht dazu sagen…

  5. Irgendwie
    passen solche Aufsätze nicht in der FAZ? Gut beobachtet und beschrieben, Don. Die Sichtweise liegt m.A.n jedoch quer zu vielen Kommentaren in der FAZ. In diesen wird doch immer beschrieben: alles ist möglich, die Gesellschaft ist nach oben offen, man muss nur nicht ganz dicht sein, um die Chancen zu ergreifen, etc.
    So, und jetzt muss ich nach der Mittagspause wieder ran, um meinen Teil zur Erhöhung des BSP beizutragen. Prof. Sinn oder Herr Braunberger wird es hoffentlich freuen.

    • Pardon, aber wenn die Gesellschaft nach oben offen wäre, würde man das deutlich merken. Es gibt innerhalb der Schichten eine gewisse Mobilität, aber Generalfehler wie Falsche erziehung oder fehlende Erfahrung gleicht man mit Geld nicht aus. viele Jourmalisten dürfen mal bei einem Kongress an den Katzentisch oder im Luxushotel schlafen, aber das ersetzt nicht ie vorteile, die man hat, wenn sich schon die Urgrossväter kannten.

  6. Das ist schon in Ordnung - dadurch weiß ich nun, dass andere allenfalls
    soviel Informationen erhalten sollen/dürfen, dass sie in die Lage versetzt werden, sich den Rest selbst zusammenzusuchen.

  7. Falsche erziehung
    wunderbarer text passend zur milchigen suppe heute draußen und die
    Falsche erziehung oder fehlende Erfahrung das ist ein doppelter freudscher ansatz sehr gelungen

  8. Heimliche Werbung um Erbschafts- und Vermögenssteuer?
    Es wundert mich selbst, dass ich mich das erst nach so vielen Jahren der Lektüre frage, aber die „Stützen der Gesellschaft“ machen auf so erschütternde Art den Abstand deutlich zwischen der „herrschenden Klasse“ und denen, die sich in der Illusion wiegen, wie unsere Väter an kommenden Wirtschaftswundern verdienen zu können oder selbst eins zu sein, dass es mir manchmal wie ein schreiendes Plädoyer für eine verschärfte Erbschafts- und Vermögenssteuer vorkommt.

    • Erbschaftssteuer würde ich abschaffen, aber Vermögenssteuer sollte man durchaus machen. De facto zieht die erbschaftssteuer auch nur bei denen, die keine Gestaltungsmöglichkeiten haben, der Rest nutzt Ausnahmen.

      Aber man mus doch nur mal durch ein Blockviertel und dann durch ein Villenviertel fahren. Ist das ein Land? Wie sind die erfahrungen derer, die durch einen schmalen Gang nach Hause kommen und die jener, die durch einen Garten gehen? Und wie soll das passen?

    • Aber Don....
      Wie soll das passen?

      Immer wieder: Die Wahlergebnisse zeigen doch, dass es passt, … und zwar ganz ohne Problem

    • Ja, sicher, ich mein, oich persönlich habe ja eine Präferenz für Parteien, die mich ganz ernsthaft auszunehmen versprechen, weil ich denke, sie haben recht – aber dann kommen die anderen, die sich von den anderen ausnehmen lassen, und wählen die. Und die sind nun mal in der Mehrheit.

      Also nehme ich es halt, wie es ist, und habe meine Pflicht getan.

    • Ja, kann ich verstehen, aber....
      Man geht ja auch nicht zur Bundeswhr, nur weil alle ihre Pflicht tun, oder? Wäre es nicht sinnvoller die Partei der Nicht-Wähler immer weiter anwachsen zu lassen? Dass die Linke mal etwas erreicht ohne sich zu korrumpieren wie alle, (Gysi scheint ja bereits Israel verteidigen zu müssen….man fasst es nicht!) scheint mir noch unwahrscheinlicher als dass die Zahl der Nichtwähler so anschwillt, dass selbst die Medien mit all ihrer Gleichschaltung nicht mehr in der Lage sein werden, den Deckel draufzuhalten…
      Aber wahrscheinlich hat am Ende der Zyniker recht, der sagt, dass beides gleich kindisch ist….

    • Titel eingeben
      Aber nein doch, werter Don, nicht Vermoegenssteuern sondern Erbschaftssteuern muessen erhoeht werden. Wieso sollte die Westviertelerin bestraft werden weil sie sich einen Westviertler geangelt hat? Aber auch: Wieso sollte jemand, der sich Vermoegen durch eigene Arbeit erwerben moechte, bestraft werden – verglichen mit jemandem, der selbiges Vermoegen erbt?
      Und man komme mir nicht mit „Doppelbesteuerung“! Das Geld im Wirtschaftskreislauf wird immer und immer wieder neu besteuert – das Einkommen des Handwerkers war ja in der Regel auch mal besteuertes Einkommen seines Auftraggebers.

  9. 300 300 300 300
    schön daß Sie aus solch einem brutalen Machwerk zitieren. Mir hat der Film gefallen. Langsam beginne ich Leonidas zu verstehen.
    Und, statt den Haken, die Fehler in der Kunstfigur des Autors zu suchen, möchte ich den armen Damen noch eine mitgeben, noch eine einschenken:
    Mit jedem Jahr werden die „guten“ Männer weniger. Mit jedem Jahr steigen die Chancen für die verbleibenden Männer, eine tüchtige, ansehnliche und jüngere Freundin zu finden.

    Deshalb Ihr Damen, greift irgendwann zu. Als Kleinanleger bringe ich eine Analogie von der Börse: Optionen laufen aus. Optionen müssen ausgeübt werden. Eine monogame Beziehung eingehen ist ein Wagnis. Ein Kind zu empfangen ist ein Wagnis. Aber ohne Risk no Fun, no Cash, no King in Wiege.

    Und noch ein Tip an die Leserin, hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwegen am Tegernsee gibt es einen Oligarchiesprößling mit drei Wohnsitzen, Barchetta-Cabrio, vielen Gemälden und Küchenkennnissen. Auf gehts, auf die Neureuth

    • Naja, es wird halt in den Medien immer so romantisch zugeflauscht – und am Abend wird dann bei okcupi aussortiert, dass Eugeniker noch was lernen könnten. Da möchte ich halt darauf hinweisen, dass die Stelle eher wenig ist in einer Welt, die sich nicht über Arbeit definiert.

    • Also ähm ...
      … zerschtamal kommt man in die Barchtta nur mitm Schuhlöffel neí. Host mi. Geht gar nicht. ;-)

      Küchenbasiskenntnisse vorhanden dass ja.
      Doch welche Dame will jeden Tag Apfelstrudel oder mit Käse eingeschneites irgendwas. ; -)

      Gemälde haben ist an sich gutartig.
      Mindestens bei jedem zweiten dieser durchaus sinnigen und nachdenkenswerten Biedermeier-Portrait-Schinken ausgesucht hässlicher Menschen mit gierigem Krämerseelenblick kommen einem jedoch schlechte Träume in Richtung Ebenezer Scrooge, schlotter. ;- )
      Es zeigt, dass der Besitzer einen sehr schwarzen Humor hat. Der Kater wäre da visuell zu sensibel.

      Das Einzig-s-te bei dem gedrungene Bergvolk dort (sie nennen es 7 Zwerge …, abisserl mehra sans scho …), wären die taupefarbenen Kühe. Aus denen kommt vermutlich Edelkakao raus. So teuer wie die Gegend aussieht.

      Schlatz
      Der Kater

    • Titel eingeben
      „Die guten Männer“ werden nicht weniger. Sie interessieren sich aber nicht mehr für die Enddreißigerin mit irgendwasmitMaster-Karriere, vom Arbeitgeber eingefrorenen Eiern und seelischen Problemen, die am PArtner abgearbeitet werden. Fragen Sie im Gegensatz dazu doch Damen in den Mitt-Zwanzigern, ob die denn Probleme haben, einen Partner zu finden, v.a. einen älteren. Sehr wahrscheinlich nicht.

      Da ist längst ein gnadenloser Markt, das ist Selektion, da wird instinktiv so gehandelt, dass es für die Evolution günstig ist. Das Internet mit seinen Fleischmarktplätzen macht es nur leichter und offensichtlicher.

      Das aggressive Gekreische, was aus so mancher Ecke immer gleich ertätnt, wenn solche Beobachtungen mal geschildert werden, kann darüber nicht hinwegtäuschen. Das ist, vermute ich, ohnehin mehr eine fortgeschrittene Form des Pfeifens im Keller.

  10. Mehr als ein Funktionstest
    Deswegen hießen ja schon bei uns damals in den 70ern die Bälle der Ritterschaft „Mischehenverhütungsball“, und auch wenn das im Sauerland und Münsterland ein wenig konfessionell schattiert wurde, war jedem und jeder klar dass damit nicht nur Konfession sondern auch Vermögensstand gemeint war, was denn sonst.

    • Jungbauernball heisst das im Oberland, Kuh gegen Tagwerk. Ich finde das übrigens gar nicht so schlimm, es passt halt und wenn die Leute zufrieden sind, ist es doch prima.

  11. Don, wann lässt du dir das endlich im Patentamt als Markenzeichen eintragen:
    Klassismus TM

    ; -)

    Nix zu danken.

  12. Das fehlende Stressmanagement der jungen Erfolgsdamen
    Meiner Erfahrung nach ist die Ursache nicht Vermögende versus unerzogene Aufsteiger, sondern dass die Zeitdamen keinen Humor haben wollen und auch in der Ehe den Karriere- und Emanzipationskampf weiterführen. Man kann einen Prinzipienstreit darüber führen, wer in der neuen gemeinsamen Wohnung das Klo putzt, oder man sagt nichts, stellt stillschweigend eine Putzfrau an und zahlt – ebenfalls stillschweigend (und wenn man wirklich erfolgreich ist, hat man genug, um sich das leisten zu können).
    .
    Man lächelt freundlich und sagt wiederum nichts, wenn es sich herausstellt, dass man mit dem Gebrauch irgendeiner Haushaltsfunktion Recht hatte, aber nicht darauf bestand, sondern es den neuen Mann selbst herausfinden ließ.
    .
    „My home is my castle“ sagen die Engländer. Wenn der Emanzipations- und Karrierestress nicht vor der Haustür bleibt, fehlt der Rückzugsort und das Verhältnis geht früher oder später am ständigen Stress kaputt.

  13. ist ein bisschen altmodisch
    @Prince Matecki – Willkommen zurück! Wenn sogar Sie sich mit „Du“ anreden lassen (für eine alte Dame wie ich, ist das sehr gewöhnungsbedürftig), scheint Dons Mischehenverhütungsball letztendlich doch zu funktionieren.

  14. Duzen von Stand
    Lieber Tiger, ma chère tigresse, das Duzen ist in bestimmten Bereichen des Adels, nicht nur in Deutschland, gar nicht ungewöhnlich. Dem liegt die alte, bis ins Spätmittelalter gehende Auffassung zu Grunde, dass Adelige alle miteinander verschwägert oder verwand wären und damit eine Basis des Duzens auch ohne nähere Kenntnis besteht. So auch in der KaKanischen Armee und teils heute noch unter „Offisieren“ (man spricht das z wie s aus) des österreichischen Bundesheeres. Selbst in merry old England sind manche Familien stolz darauf dass sie die Queen als „meine geliebte Tante“ oder als Hochadel „meine geliebte Schwester“ anschreiben dürfen und die Queen (etwa bei Kondolenz an eine Herzogin-Witwe) auch genau so zurück schreibt.

    • Unterschicht
      Unterschicht meint, es wäre des Ansehens von Ihro Ehren Schulbildung zuträglich,würden Ihro Ehren die Beträge künftig vom Kammerdiener verfassen lassen.

    • Aber, aber... Unterschicht !
      Haben sie Mitleid…. er gesteht ja selber „…dass Adelige alle miteinander verschwägert oder verwand…“…sie wissen doch wie schwer es ist heutzutage noch brauchbare Sklaven zu bekommen. Ausgerechnet wenn man nach Jahrhunderten der Inzucht immer dringender welche braucht.

  15. Früher war alles besser...
    … auch die Optik dieses Blogs. Werde da nicht warm mit.

    Ein schöner und sehr treffender Beitrag immerhin! (Das dann also doch wie früher.)

  16. Feintuning über die Ansprüche
    wer nicht ernsthaft einen Partner sucht, legt einfach die Meßlatte höher.

    Und manche dieser „Top“-Frauen sind für einen Mann als „Frau“ echt uninteressant bzw. ein Problem. Da können sich die Damen gerne einbilden, was wie wollen.

    Ein Blick in die „vegane Yoga-Szene“ reicht….

  17. Das geht rein wie Honig
    Ich hatte die beschriebenen Aufsteiger in Verwandtschaft und Beruf.
    Elitär, abgehoben, immer im Glauben, Kultur könne man kaufen und am Ende sehr einsam. Und die ganzen tollen Ärzte, Apotheker, Architekten
    usw. waren dann wieder unter sich. Ich erinnere mich noch an den Rat:
    “ du mußt dich nicht mit irgendwelchen Leuten umgeben, schau nach Leuten die dir nützlich sind“, oder als ein regionaler Künstler auf dem Sterbebett lag: „die Bilder mußt du jetzt kaufen, wenn er tot ist, steigt der Preis“. Nun, ich bin immer noch mit „irgendwelchen Leuten“ unterwegs und es geht mir sehr gut.

  18. Stimmt
    Kann ich zu 100% so bestaetigen.

  19. Blockviertel, Villenviertel
    Es passt natürlich meistens überhaupt nicht. Diese Prägung ist viel stärker, als mancher zugeben möchte. Oft geht sie bis zu einem körperlichen Unbehagen anderen Gepflogenheiten gegenüber. Aber es kann funktionieren, wenn man eine gemeinsame gedankliche Basis hat und der Aufstiegswillen auf der einen Seite nicht gar zu stark ist, sondern stattdessen gegenseitige Neugier da ist und der Wille, voneinander zu lernen. Aber dann sollte bei beiden viel geistige Substanz vorhanden sein. Und erfahrungsgemäß gelingt es eher einer Frau, den Mann zu formen als umgekehrt. Es sei denn, sie ist mindestens zehn Jahre jünger.
    .
    Pointiert gesagt: Wenn jemand um der Villen willen eine Verbindung eingehen will, ist es wahrscheinlich, dass es gerade wegen der Villen scheitert. Das ist so eine Art Abstoßungseffekt wie bei einer mißlungenen Transplantation.
    .
    Allerdings gibt es auch einen gehoben Lebensstil, der einfach nur angenehm und hilfreich ist und oft gar nicht mehr so viel mit Geld zu tun hat. Er findet sich oft in den alten Eliten, in denen sich Ansehen und „Aura“ nicht mehr zwangsweise mit Reichtum und Erfolg paaren und wo man verstärkt mit dem Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit lebt.

    • widerspruch zum Märchen
      Jordanus, ich habe immer gleichaltrige befreundet, aus meiner liga, ohne absicht. Ihnen widersprechen kann ich also nur aus Märchen und Literatur. Ist es nicht die Frau, die den Prinzen oder Ritter bekommt und sich ihm anpasst?
      Gut, Darcy lernt von Ms Bennett. Die Bibel schreibt vom Mann, der dem Weib anhängt. Doch Frauen können Königinnen werden – Männer bleiben Prinzgemahl.

  20. Don schrub: "Wie Vermögende denken, wenn sie mit Karrieremenschen ..
    … .sexuell zusammen kommen.“

    Ja, wie denken se denn.
    (Wo laufen se denn)

    Zuallererst ist der sogenannte Vemögende (mit altem Geld nehme ich an?) derjenige, der in dieser Gesellschaft das Hamsterrad auf Turbo eingestellt hat.

    Er ist doch derjenige, der „investiert“, „anlegt“, die Bedingungen für das Höher Weiter Schneller schafft und selbst oder per Family Office seine Geldspeicher auf dem Weltmarkt vermehren tut.

    Ja, wie soll er denken, wenn er auf einen Emporkömmling äh Karrieremenschen trifft:
    „Du arme Existenz, ich habe deine Marionnettenfäden inder Hand!“ so etwa.

    Oder gar: „Du bist doch schon gef*ckt“, … von meinem Geldsystem!“

    Klar ist es besser, die beiden kommen nicht zusammen, es würde eh nur SM daraus. Die armen Kinder, wenn sie denn welche bekämen.

    Gruß
    Der Kater

  21. Wer wie was: Mareike?
    „Es war der Wunsch der FAZ, dass wir das Blog jetzt standalone ausprobieren. Ich denke, dass es wichtig ist, um Fehler zu finden und das huer besser zu machen. Wie es generell weiter geht, weiss ich auch nicht, aber ich habe hier auch nie mehr als einen Tag weiter gedacht.“

    Danke, „Mareike Ernst“
    Aber mal im Ernst… was soll das verwirrende „Mareike Ernst“ neben dem Artikel, der doch von Don ist, oder?

  22. Übersetzungshilfe für Normalos
    Markteintritt = Beginn der Sklaverei
    Liebesökonomie = Prostitution
    Anpassungsvermögen = Arschkriecherei
    Immobilie = Betonsarg
    Trachtenjanker = bayr. Zwangsjacke

  23. 50iger jahre schreibschrift
    ach diese zeile hat mir jetzt aber gefallen mit dieser im hinterkopf gehst du immer lächelnd durch die straßen trotz aller schmerzen

    hier nochmals * unschlagbare neue gespenster eingetroffen*

  24. eiszeit ist angebrochen
    ja hr. don sind sie schon bei den wiesbadener eisverhältnissen angekommen? ist ihr salong schon eingefroren? doch wohl nicht hier ists immer so entspannt lustig

  25. Titel eingeben
    Der Aufsteiger drängt sich immer in den Vordergrund und redet viel zu viel . Seine Sprache ist oft gespreizt,weil er sich abheben will. Im Beruf wird er schnell daran erkannt , dass er sein Soll übererfüllt und keine Pausen machen kann.
    Und das Auftreten. Er wirkt immer irgendwie auf der Flucht , als ob er gleich von einem Wesen gefressen wird, das in der Nahrungskette höher steht.
    Meistens hat er auch billiges Baumwollzeug an und schlechtes Schuhwerk. Auffällig am Aufsteiger ist , dass ihm der Optimismus der oberen Mittelschicht fehlt und dass er nur selten aufsteigt.

    • Gut, es ist natürlich mein Fehler, dass ich es speziell an beruflichen Karrieremenschen festmachte, wie die Zeit auch. aufstieg an sich ist durchaus richtig, allein schon, weil es so etwas wie ein genetisches Bottle Neck bei uns gibt und die besseren Kreise wegen Kinderverweigerung tatsächlich sehr viel kleiner werden. Ich sehe halt nur Probleme darin, wenn man das allein am Beruf festmacht.

    • Das hat ja mehrere Dimensionen
      „Aufstieg“ setzt voraus, dass sich in mehrerne Dimensionen was tut, das ist bei weitem nicht auf die „Karriere“ – was auch immer das ist – beschränkt. Es waren m.E. immer schon Geld, Bildung, Amt, Stand und Titel, die darüber entschieden. Der Spross des alten Adelsgeschlechts der verarmt in der kleinen Wohnung mit gerade mal noch vier Stühlen aus dem früheren Familienschloss wohnt, wird meist mehr Klasse haben als der aus bäuerlichen Verhältnissen*) stammende Schnellchecker-Investmentbanker. Und selbst dann werden vielleicht die eigenen Kinder, oft aber erst die Enkel die Schwelle überspringen.

      *) Fügen Sie ein, welche benachteiligte Gruppe Sie mögen oder nicht mögen

      Ich ermüde den einen oder anderne vielleicht, aber ich kann immer wieder nur auf Paul Fussell’s „Class“ verweisen, gibt es antiquarisch auch auf Deutsch, sollte aber besser auf Englissh gelesen werden. Der beschreibt die USA der 70er und 80er Jahre, aber mit ein bisschen Abstraktionsvermögen kann man die dahinterliegenden universellen Mechanismen erkennen. Und vielleicht auch besser verstehen, oder besser darüber erschreckern, warum manches in den USA so ist wie es ist, und warum es oft keinen Sinn macht, aus jenem Kulturkries stammende Konzepte auf den unserigen zu übertragen, der trotz aller fortlaufenden intellektuellen Kotaus immer noch und zum Glück eigenständiger ist als es manche wahrhaben wollen. Ja genau, die PoCPoC-Sprachneurotiker meine ich damit, denen schenk ich auch kein -Innen.

  26. Working Moms
    Es gibt auch Frauen wie der Tiger, die sich garantiert nie als
    working Moms gesehen haben und den Unterschied von selbstbestimmt
    und fremdbestimmt genau kennen.
    Dazu muss frau nicht in Bad Homburg sozialisiert sein.
    Dazu gehört nicht Feminismus oder Emanzipation sondern Souveränität.
    Darauf legen die meisten Männer sowenig wert, wie die Mainstream-
    Feministinnen.
    Sie lassen sich nicht vereinnahmen. Sie bereiten Schrecken.

    • WAs mir – zuerst einmal neutral – auffällt, ist das „Branding“. Man sagt jeute nämlich nicht mehr abwertend „Schlüsselkinder“, was in meiner Kindheit übersetzt hiess „der Mann verdient zu wenig Geld und Personal haben sie auch keines“. Der ganze Komplex wird inzwischen positiv umgedeutet, und das finde ich angesichts des Wandels auch gut. Auf der anderen Seite muss man aber auch konstatieren, dass viele Frauen heute arbeiten müssen, weil sonst das Geld nicht reicht bzw. die Versorgungsehe keine Option merh ist, weil Scheidungen heute gesellschaftlich nicht mehr verfolgt werden. Ich kann das also verstehen und auch den Umstand, dass man sich selbst positiv belegt -> Empowerment – aber gleichzeitig werden damit kritische Fragen abgebügelt. Und ich werde den Eindruck nicht los, dass speziell diese Haltung einmal, wenn das Alter kommt und man gerade in den Kreativberufen nicht mehr gefragt ist, eine Bauchlandung zur Folge hat. Das Versorechen ist nicht, dass jede einen gut bezahten Posten bekommt, sondern nur wenige, und über die anderen spricht man nicht.

    • @DA 8:26
      Es ist so platt wie wahr: Man kann heute alles haben, aber man kann nicht alles haben. Und was man hat und was man tut, hat seinen Preis, und der Preis besteht meist darin, dass andere Möglichkeiten ausgeschlossen werden. Mit ein bisschen nüchterner Logik eigentlich klar erkennbar.
      Setzt aber voraus, dass man nüchtern und logisch denken kann, und daran fehlt es oft denen, die am lautesten jammern und herumpöbeln. Weil: ist ja anstrengend, macht Mühe. Noch so ein Preis den keiner zahlen will.

  27. Zur Quote
    Wissen Sie denn nicht, dass ein reicher Mann und ein hübsches Mädchen sehr viel gemeinsam haben?

    http://i.imgur.com/gQrjtUa.png

    • Da hat einer meinen Heizpilz in den Pool gestellt!
      Links gehen hier.
      Schön zu wissen.

    • Ich komme ja etwas bei den „rich guys“ herum und auf Anhieb fällt mir da keiner ein, der korpulent wäre. as hat sich in de letzten 70 Jahren drastisch geändert. Die einzihge Ausnahme, die mir kommt, sind Russen in einem Lokal auf Teneriffa, aber da war das Fett noch die kleinste Auffälligkeit – alle Briten und Deutsche kamen im Anzug und die Russen in Adidas-Ballonseide. Der Beitrag ist noch immer ungeschrieben, aber ich habe auch ein Bild von deren Tisch gemacht, nachdem sie gegangen sind.

  28. Deirfiur hat es vorgemacht...
    ….Alphonso hat es nachgemacht:
    Eine Person, zwei Identitäten!

    Er hat es angekündigt, dass er ab und zu als Frau kommentieren werde.

    Nein, so macht das absolut keinen Spass.
    Wenn man sich nicht auf jeden einzelnen Kommentator beziehen kann, wird das ganze Kommentariat zu einem einzigen Endlosbandwurm…

    • In Frauenkleidern?
      Da hätte ich gerne das Bild dazu.
      Schön mal wieder von Ihnen zu hören,
      Pascha.
      Man kann sich beziehen.
      Aber nur einmal.

    • Soll ich mehr Verschachtelung anfragen, also weiter eingerückte Antworten? Theoretisch wäre das kein Problem, drüben wiederum wurde abrr genau das kritisiert.

    • .
      oh, bitte, keinerlei verschachtelung [flehentlicher augenaufschlag], bleibt es doch ein nicht ganz so wirklich kleines missvergnügen, immer wieder wie jemand aufmerksamgestörtes die verschiedenen rattenschwänzlein an disputationen zusammenzusuchen – sowohl im weissen salon, wie nun auch hier, und da schwindet zuweilen die lust.
      .
      recht angenehm war es doch dereinst – man kann sich ja auf einen bestimmten mitredner beziehen und sogar die uhrzeit angeben -, als sich alle hübsch in die eine schlange stellten. und so konnte man dort anknüpfen, wo man zuvor aufhörte, und nichts musste einem menschen mit einem zuviel an zeit entgehen.

    • Wie man sieht, es ist angekommen. Danke.

    • .
      oh, bitte, keinerlei verschachtelung [flehentlicher augenaufschlag], bleibt es doch ein nicht ganz so wirklich kleines missvergnügen, immer wieder wie jemand aufmerksamgestörtes die verschiedenen rattenschwänzlein an disputationen zusammenzusuchen – sowohl im weissen salon, wie nun auch hier, und da schwindet zuweilen die lust.
      .
      recht angenehm war es doch dereinst – man kann sich ja auf einen bestimmten mitredner beziehen und sogar die uhrzeit angeben -, als sich alle hübsch in die eine schlange stellten. und so konnte man dort anknüpfen, wo man zuvor aufhörte, und nichts musste einem menschen mit einem zuviel an zeit entgehen.

    • NEIN!!!
      Bitte nicht!

  29. Maklergebühren
    Kurz OT.
    Zum beliebten Thema Maklergebühren gibts lustiges Neues, einfach den ersten Beitrag glotzen:

    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/Panorama-die-ganze-Sendung,panorama5326.html

    • Es hat doch wohl hoffentlich niemand geglaubt, dass die Mieter da einen Freischuss kiegen und sich bereichern können? Das ist Deutschland, wir sind eine Oligarchie. Das steht sogar im Grundgesetz. Glaube ich.

  30. Die ZEIT....
    Es ist natürlich wahr, für ZEIT Geld auszugeben wäre absurd. Aber was kann man heute, ferne der Heimat, denn heranziehen um ein paar Informationen zu erhalten…
    Man muss halt Brechreiz und hochkommende Aggressionen beim Anblick eines Joffe überwinden können, und sich zugleich beim Lesen immer bewusst bleibt, dass dies natürlich nicht DE, sondern die Sicht der ZEIT auf DE ist. Ist natürlich nicht ganz so einfach, wenn man vorher bereits die Schlagzeilen in der FAZ intus hat und deshalb Gelesenes erst mal nicht mehr wirklich ernst nehmen kann.
    Aber man kann die ZEIT aus dem Internet runterladen, wenn man weiss wie…. Dann, bei einer Tasse Cafe über den Strand auf die Bucht von Tokyo, rüber bis Chiba zu blicken, und dazu die drei oder fünf lesbaren Artikel auf dem tablet aufzurufen…
    Warum nicht? Das heutige Titelbild kann man, wie Don ausführte, einfach auch als Hinweis benutzen was man da vor sich hat, und nicht vergisst, dass die Zeit der Qualitätsmedien mit dem letzten Jahrhundert zu Ende ging.

    Allein der Rest der ersten Seite…. Ein Artikel gegen die Linke, einer für E.on, einer für Israel (der darf in keiner Ausgabe fehlen!), die Chinesen haben es gewagt einen Deutschen wegen Doppelmordes zum Tode zu verurteilen: kann Merkel ihn retten?, und ein Brief von Schmidt an Kohl… der mich unangenehmerweise daran erinnert, dass ich ausgerechnet mit den beiden mal einer Meinung bin. (Der Kettenraucher beschwert sich über die unsägliche Dummheit von Merkel und ihren Medien-Freunden im Umgang mit Russland/Putin.)

    Mal im Inhalt schauen was es Lesenswertes gibt.
    Ein Muslim der in Indien lebt, also: auch Andere sind rassistisch.
    Eine Belehrung, dass Kriege etwas Positives sind, was wir aber spätestens seit Struck und Köhler wissen.

    Aber dann das erste Interessante: Historikerstreit in Frankreich zum Faschismus! (Leider nur le Pen Bashing)
    In „Wirtschaft“: Warum das Zerschlagen von Google falsch wäre (Nicht gelesen)
    Die ARD brauche ein neues Programm und ein Immoblienriese bietet Mietern eine Chance. Letzteres, bzw das Herum Gedruckse des Autors, ist mässig lustig.
    Der 1017te Rat wie man richtig Zähne putzt.
    Dann mal wieder eine Kritik zu Don Giovanni, von einer Frau die politisch korrekt meint: „allen herrschenden politischen Realitäten zum Trotz: Als Erlöserhormon und gesellschaftliches Allheilmittel hat das gute alte Testosteron ausgedient.“ Was das nützt könnte sie heute bei Don Alphonso nachlesen…

    Danach eine Glosse von einem Mann zum Nachfolger Schirrmachers, Jürgen Kaube, der sei „im Gegensatz zu Schirrmacher und dessen Debattenfeuilleton ein »Mann des klassisch-konservativen Feuilletons“.
    Wir erfahren, dass bei der FAZ 200 der 900 Stellen abgebaut werden und, dass die ZEIT meint: „Für die längst überfällige Frau im Herausgebergremium (der FAZ) reicht es selbst im Jahr 2014 immer noch nicht. Damit sind die Chancen für eine Frau an der Spitze der FAZ für viele Jahre vertan.“
    Frau Radisch schreibt zum „heldenhaften Tod der Tugce“ (jemand mit Sinn für schwarzen Humor, hat den Artikel im Feuilleton auf dieselbe Seite gestellt, wie die von Don erwähnte Titelgeschichte … statt eines Oligarchen hat Tugce nur einen arbeitslosen Serben und den Tod gefunden!) Obwohl auch Frau Radisch vom tatsächlichen Hergang nicht mehr wissen kann als andere auch, ist Tugce nicht nur Heldin sondern auch Beispiel für geglückte Integration, „das Leben für andere zu opfern“ zeugt von deutsche Werten, während der Serbe zeigt wie Integration nicht geht.

    Also insgesamt drei lesbare Artikel sind, wie in jeder ZEIT Ausgabe meiner Erfahrung nach, ungefähr Schnitt….

    Zusatz: Als Beispiel dafür wie es um das Thema Gewalt gegen Frauen in einer der profit-trächtigsten Branchen bestellt ist, fand ich heute morgen Wisssenswertes:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gewalt-gegen-Frauen-Australische-Haendler-stoppen-Verkauf-von-Grand-Theft-Auto-V-2480639.html

    Ich weiss natürlich auch nicht ob Computerspiele Verhalten verursachen, aber die Beschrtiebung ist bemerkenswert….

  31. Meritokratie und Partnerwahl
    Irgendwie ist die deutsche Gesellschaft da wohl stecken geblieben. Ein aus meiner Sicht wahrscheinlicher, aber kaum kommunizierbarer Grund wäre, dass die bereits seit Jahrzehnten vorherrschende Statuszuweisung durch Leistung dazu geführt hat, dass intelligente Individuen in der Oberschicht deutlich überproportional zu finden sind, und dass weiterhin die Partnerwahl in der modernen Gesellschaft in der Regel unter Individuen ähnlicher Intelligenz geschieht. Damit müssen wir wohl leben, bis künstliche Intelligenz, Biotechnologie und künstliche Gebärmütter die Sache übernehmen. Die ostfälische Landbevölkerung im süd-östlichen Niedersachsen hat bis dahin eine Zwischenlösung gefunden, den Heiratsmarkt in Ingeleben.

    http://www.vereintes-niedersachsen.de/vereine/junggesellen-club-ingeleben

    Lieber Don, fahren Sie doch mal hin und schauen sich das aus süddeutsch-chauvinistischer Sicht an. Immer am Mittwoch vor Himmelfahrt. Sie werden dies Ihr Lebtag nicht vergessen.

    • Argumente mit Intelligenz sind ein ähnliches öffentliches No, no wie
      Argumente über Benehmen und Schichtzugehörigkeit (sexuelle Belästigung von Frauen). Wir nehmen uns medienkollektiv die Freiheit, über Ursachen nicht mehr zu sprechen, um niemanden zu verletzen. Dementsprechend effektiv sind die diskutierten Lösungsansätze.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  32. Titel eingeben
    Das Problem hat sich mit dem Bolognastudium nochmals drastisch verschärft: wir liefern seit ein paar Jahren nur noch schmalspurige Hochleistungsrinder aus, denen die Zeit für ein privates Studium generale neben dem eigentlichen Studium fehlt. Das war früher eine sehr gute Chance, sich wenigstens kulturell über die Oligarchie hinauszuarbeiten, wenn schon die Millionenwohnung in Zürich gefehlt hat.

  33. OT
    Jetzt erdreisten sich US-Präsidenten (Obama) schon, anderen Ländern
    das Recht eine Nation zu sein, abzusprechen.

    Es darf nur eine geben.

  34. sattgesehen
    ja E.R.Binvonhier souverän habe ich mir jetzt die neueste meissener kollection angesehen und bin berauscht von der schönheit des wellenspiels und des stechpalmenmotivs generell der gesamten jahreskollektion 2014

    und das alles bei einem wöchentlichen finanzrahmen von 15euro machen sie mir das mal nach

    und was das jetzt mit der zeit ist das sollten sie wissen soviel journalistisches gespür hätte ich erwartet wenn sogar ich draufgekommen bin mit meinem spatzenhirn

    oder ich schicke sie bevor sie in ein konzert gehen ins erlebniswelt-musikinstrumentenbau.de welten um ihren horizont zu öffnen

  35. Hype
    Bevor wir uns demnächst dem Generationenkonflikt hingeben,
    sollten wir vielleicht ersma den Geschlechterkampf hinter uns
    lassen können? Zumindest den gehypten …?
    .
    Normale Menschen gehen ihrer Arbeit nach / widmen sich
    ihrer Familie … darf man in deren Nähe sein, ist es ein Glück.
    Aber für die Medien ist das halt zu fad.
    Hier macht sich u.a. der feine Bertelsmann-Verlag SCHULDIG!
    Zu Bertelsmann SE gehört > RTL etc.
    .
    ‚Undank ist der Welt Lohn‘– das haben die heutigen jungen Frauen
    bei ihren Müttern gesehen.
    So treu-doof wollen sie nicht mehr sein.
    Nun, die Jungs haben Mama auch gesehen.
    Sie identifizieren sich mit dem Papa, der meistens weg ist.

    • Das Seltsame ist, dass der Single längst wieder moralisch abgewertet wird und das Familienglück freudig beschrieben wird, gleichteitig aber ein Frauenbild postuliert wird, das nicht zur Familie passt. eines, wo es noch nicht mal für die Partnerschaft reicht. abwr was dann in der folge kommt, sind Forderungen nach mehr Geld, einfluss und Quoten, sprich, mehr Verteilungskampf unter denen, die mit dem System nicht klarkommen, statt dass das System himterfragt wird. Früher verdienten Männer genug, um eine Familie zu versorgen, heute mit den gestiegenen Ansprüchen nicht mehr. Das bringt und zwingt die Frauen in die Arbeit, und dann wird es eben etwas ungemütlich. Dass speziell die Durchsetzungsfreudigen dann nicht die Gefühle ansprechen und sich selbst aus dem Genpool werfen, ist halt so.

  36. ...
    ??? – null Ahnung wovon Sie sprechen.

    Von Ihren persönlichen Erlebniswelten evtl.

  37. Titel eingeben
    für die Zeit Geld auszugeben ist schon heftig. Aber die werfen ja die Probeabos ja schon fast dem Hinweis die Kündigung nicht zu vergessen raus

    • Ja, da bin ich auch immer wieer erstaunt, wie die das machen. aber Zeitungen vrdienen mehr Geld mit wrrbung und dafür brauchen sie Reichweite. Und knallige Cover.

    • Geld ?
      Gibts kostenlos im Internet… Es gibt Leute die sowas mit ihrem eigenen Gedl bezahlen?

      Mist… da bin ich wohl wieder auf Ironie reingefallen, was?

  38. Soziologie
    Was der Don – sehr treffend und durchaus amüsant – beschreibt, wird von Soziologen ja bereits umfangreich untersucht und beschrieben mit Begriffen wie „Homogamie“, „assortative mating“ und „soziale Schließung“. Natürlich hat es das schon immer gegeben, allerdings hat in der Regel zumindest ein Teil der Männer aus den oberen Gesellschaftsschichten Frauen aus unteren Schichten geheiratet. Frauen, wenn sie jung und hübsch sind, verfügen eben über eine Anziehungskraft, die gelegentlich auch Klassenschranken durchlässig macht. Diese „Ausnahmebeziehungen“ werden aber seltener, weil Frauen heute generell in weitaus größerem Umfang eine höhere Bildung genießen, was vor allem unter dem Aspekt der Gelegenheit zur Paarbildung relevant wird. Der Arztsohn trifft im Medizinstudium auf die Tochter des Unternehmers, man findet sich nicht nur physisch anziehend, sondern stellt auch eine ähnliche Sozialisation fest. Später, wenn der Arztsohn selbst Arzt ist und von der Krankenschwester aus dem Arbeiterhaushalt angehimmelt wird (soll es immer noch geben), ist der zwar vielleicht einer kleinen Affäre nicht abgeneigt, befindet sich aber mit der Unternehmertochter in einer festen Beziehung bzw. Ehe, die er nur in seltenen Fällen für die Krankenschwester aufgeben wird.

    Ich habe – auch ohne empirischen Beweis – die starke Vermutung, dass die so oft beklagte weitere Öffnung der sprichwörtlichen Schere zwischen Arm und Reich nicht unerheblich auf die durch homogame Paarbildung verstärkte Einkommens- und vor allem Vermögensakkumulation zurückzuführen ist.

    Die Eindrücke, die man beim Durchqueren von Stadtvierteln verschiedenen Wohlstandsgrades gewinnt, dürften heute übrigens auch nicht sehr von denen abweichen, die sich vor 100 Jahren in diesem Land bei ähnlicher Gelegenheit geboten hätten.

    Wer das im Extrem erleben möchte, dem seien allerdings die US-amerikanischen Großstädte empfohlen. In beiden Richtungen wird Deutschland dort um Längen übertroffen. Außer dem staundenden Gast aus Europa scheint das dort aber niemand zu bemerken, obwohl diese Gegenden manchmal nur 20 min Autofahrt voneinander entfernt sind. Die Bewohner der einen Gegend begeben sich aber praktisch nie in das jeweils andere Viertel.

    Mein Vorschlag zum Steuerrecht: Einkünfte aus Kapitalvermögen oberhalb eines maßvollen Freibetrages deutlich höher besteuern!

    • Man kann auh fragen, ob scheidungen dort nicht eine weitere Rolle spielen. Bei den Vermögenden tun Scheidungen nicht weh, bei den Prelären durchaus, und sind sehr oft Grund für das soziale Durchrutschen. Während man sich früher zusammengerissen hätte, auch wenn es mitunter furchtbar war, kommt heute schnell die Scheidung und die folgen zeigen sich erst nach Jahren, dann aber recht deutlich.

      Meine eigene Lebenserfahrung ist halt, dass man schon früher kaum aus seinem umfeld kam und das jetzt, mit KiTas und Luxukindergärten und Privatschulen, zusätzlich verstärkt wird. Da verläuft dann das ganze Leben auf der Überholspur, und das bleibt sicher auch nicht ohne Folgen. Man sieht das bei uns, da hat das Reichenviertel inzwischen eine eigene Infrastruktur, vorne Waldorf und hinten Golf.

      Da müsste ich eigentlich mal was dazu machen…

      Das mit der Steuer sehe ich genauso. Das wird aber nicht kommen.

    • Steuern die zweite
      Ueber die Hoehe der Abgeltungssteuer kann man natuerlich streiten, aber anders als bei der Erbschaftssteuer findet hier tatsaechlich eine Art Doppelbesteuerung statt (bzw. faende, wenn Grossunternehmen ordentlich besteuert wuerden).

    • Abgeltungssteuer
      Natuerlich waere die frueher uebliche Besteuerung nach dem persoenlichen Steuersatz „gerechter“ (whatever that means), allerdings moechte ich zu bedenken geben, dass ein mit der Abgeltungssteuer vergleichbar effektives Eintreiben dieser Steuern wesentlich schwieriger zu bewerkstelligen ist – ausser wir wollen alle noch transparenter fuer den Staat werden (elektronisch sollte das alles ja kein Problem sein). Also ich nehme im Zweifelsfall die kleine Ungerechtigkeit fuer das einfache System gerne in Kauf.

    • @clavius: Die Verfestigung von Schichten über Heiratsverhalten
      ist längst Thema sozialwissenschaftlicher Studien. Bisher fehlen aber AFAIR belastbare Angaben zu der Grössenordnung dieses Beitrages.

      Schmankerl am Rande – Frauen haben in der Vergangenheit jedenfalls ein gösseren Anteil zudiesem Beitrag geliefert, sie heiraten praktisch nie „anch unten“.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  39. (wirklich nur ein test, ohne keks)
    italique
    barré
    centré
    gras

  40. keksfrei
    fein, durchgestrichen funktioniert demnach.

    doch auch ein smiley in ehren kann jemand verwehren… :-)

  41. .
    wie gesagt, durchgestrichen funktioniert, das ist doch auch schon mal etwas. der rest der experimente zwar nicht, aber das macht nichts.

  42. Das Reichenviertel
    Den Betrachtungen des Don über das Reichenviertel sehen wir gespannt entgegen. In der Tat soll es inzwischen in einigen Städten wieder ganze Straßenzüge geben, in denen keiner mehr arbeitet, obwohl es sich nicht um Hartz4-Bezieher handelt. Die sind nicht alle so reich wie Frau Klatten, aber man ist Erbe irgendeines gut sortierten Vermögens mit ein paar Immobilien und Unternehmensbeteiligungen, die einem ein sorgloses, arbeitsfreies Leben ermöglichen. Teilweise kommt morgens auch ein Firmenwagen mit Chauffeur vorbei und bringt die Kinder zur Schule, damit Mama und Papa noch ein bißchen länger schlafen können, bevor sie ihren Vormittag auf dem Golfplatz oder im Spa verbringen.

    Gelegentlich registriert man auch wieder Visitenkarten, die Ihren Inhaber als „Privatier“ ausweisen.

    Was die Scheidungsfrage angeht, deutet sich ebenfalls eine deutliche Abgrenzung an:

    Die Unterschicht heiratet sowieso nicht mehr, also gibt es dort auch nur noch wenige Scheidungen. Gemessen an der Anzahl der dort bestehenden Ehen ist die Rate aber hoch, wobei es in der Regel vor allem darum geht, Schulden zu verteilen.

    Die von Abstiegsängsten geplagte Mittelschicht hat nach wie vor eine hohe Scheidungsrate mit all den vom Don angedeuteten unangenehmen Folgen. Das bißchen Vermögen, dass man hatte, ist danach meistens weg.

    Die echte Oberschicht kennt natürlich auch Scheidungen, tendenziell sinkt die Rate aber (in der ganzen westlichen Welt) seit Jahren. Ein Faktor dürfte natürlich sein, dass die in prekären Verhältnissen allgegenwärtigen Streitigkeiten über die Finanzen seltener sind. Nicht nur hat man insgesamt (viel) mehr als man braucht, häufig hat jeder der Partner sein eigenes (ererbtes) Vermögen bzw. Einkommen, siehe oben. Was er damit macht, stört den anderen in der Regel nicht besonders, zumal auch mit exzessivem Konsum eine Erschöpfung der Mittel kaum herbeizuführen ist.

    • Titel eingeben
      Kann schon sein, aber koennen Sie diese Statistiken irgendwie belegen? Klingt ja alles halbwegs plausibel.

  43. Titel eingeben
    test

  44. Titel eingeben
    Ist das arg unfair, jetzt noch mal an den Wulff zu erinnern?

  45. Nachtrag, der Fairness halber: Der Artikel im Feuilleton der ZEIT hat mit dons
    Interpretation der Anreisser-Überschrift genausowenig zu tun, wie mit meiner. Die Überschrift spielt mit erwartungshaltungen, der Inhalt ist ein ganz anderer: Eine angebliche Angst der Gesellschaft vor unabhängigen jungen Fraue, die dazu führt, dass diese in Medien unter die psychopathologische Lupe genommen und ihre vermeintlichen defizite gesucht werden. Bei den ebenso alleinstehenden Männern geschehe das nicht.

    Ich halte zwar die diagnostizierte Angst von Nina Pauer für albern (immer diese Selbstüberschätzung), die Diagnose, die Beobachtung dagegen ist nicht falsch.

    Jung, Frau, beruflich erfolgreich, hübsch, 30, alleine??? Schon rotieren die dummdreisten Küchenpsychologen in den Redaktionen vieler idiotischer Medien (Pauer zitiert ausgerechnet GALA. Warum nicht AKTUELLE – der Unterschied ist marginal).

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Nun ja, ueber Altmaier wurde in aehnlichen Medien auch spekuliert – und ich nehme an ihm nicht zu nahe zu treten, wenn ich sage, dass er nicht einmal huebsch ist.

  46. Wenn Er so weiter schrieb, duerfte die naechste
    Eiszeit, den Tegernsee meterhoch unter Gletschereis zu bedecken, nicht mehr allzu fern sein.

    Und er nimmt das zu ernst, die wollen doch alle nur ein bisschen Büro und einen netten Mann in einer halbwegs erträglichen Wohngegend. Und Anerkennung dafür, was sie jetzt leisten – an weiblicher Anpassungsleistung ans Vorfindliche und Geforderte. So wie immer. Und viel gutes Gefühl fürs jetzt – und einen Mann für später und die Sorgen. Und nicht ständig über ‚ganz oben‘ nachdenken. Da redet doch Lieschen doch meist nur drueber oder traeumt davon, damit sie es nicht wirklich haben muss. Das kann doch nicht so schwer sein.

    Und Männer, die Frauen erklärten, anstatt ganz einfach zu lieben, waren frueher immer nur ‚ungehobelte Idioten ohne Herkunft‘.

    Der Brustpanzer im Bild ist uebrigens ungleich, so ungleich wie das reale Leben. Und Westviertel tragen ihre Fussfesseln in der Tat vermutlich ganz konservativ an Ort und Stelle, sicher am liebsten bis zur völligen Abnutzung.

    Außerdem waren die Frauen seid Jahrmillionen für die Liebe gemacht. Und haetten sich schuldhaft nicht geändert. Wer wollte Ihnen das verdenken? OK, lieblose Männer und lieblos es Geld, aber seid wann käme es denn auf die beiden an?

    ‚Die Schöpfung ist mehr, als Sie von ihr glauben!‘ (Marquis Posa vermutlich.Und des wahren Adels einzig mögliche Position?)

  47. Titel eingeben
    Och, das ist ein recht anregender Artikel vom Don, mit vielen weiterzuführenden Verästelungen. Der Anlaß als solcher, ein ZEIT-Artikel, scheint ja eher Abwegiges zu postulieren: daß 30jährige Frauen frei von Bobachtung sein sollten. Das wird aber nie geschehen, denn das ist das Alter, in dem sich die Kinderanzahl entscheidet: eins, keins, zwei, drei, mehr. Und ob Kinder in die Welt gesetzt werden oder nicht ist nunmal gesellschaftlich äußerst relevant, und bezüglich der verschiedenen „Stände“ unterschiedlich im Herkommen und in der aktuellen Ausgestaltung (der „bis zu 20% – jemand anders meinte sogar, 30% – bekommen auch in 2000 Jahren keine Kinder“-Theorie hänge ich übrigens auch an).
    Man müßte vielleicht mal „Junggesellen/ewige Jungfrauen“ vor 200 Jahren und heute vergleichen. OK, schwer, weil wenig Daten. Sind ja alle ausgestorben und insofern gibt es wenig Erinnerung daran. Aber mir scheint, daß die heutigen Turbokarrieristen halt oftmals die Äbte und Äbtissinnen von früher sind.

    • Exakt. Die Anzahl der dauerhaft völlig Ungebundenen war auch schon vor 200
      Jahren wesentlich grösser, als man das heute noch weiss. Zumindest in den Schichten, in denen das (wirtschaftlich) überhaupt möglich war. Insofern im Westen wenig Neues, aber für eine schicke Schlagzeile und viel Küchenpsychologie reicht es immer.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  48. Titel eingeben
    @Tiger: es ist bisher nie dazu gekommen, weil ich zuwenig verdient habe, aber ich habe mir seit jeher geschworen, falls ich jemals Leute einstelle, die allererste Position ist die einer Putzfrau. Das ist das A&O überhaupt, sich um solche grobwiederholenden, gleichwohl reproduktiv ganz unerläßlichen (und insofern auch wichtigen: es käme mir nicht in den Sinn, eine Putzfrau als etwas „Niedriges“ zu betrachten, im Gegenteil, das ist eine ganz heikle Vertrauensstellung) Tätigkeiten nicht mehr kümmern zu müssen, sondern die – bwah – einfach ABGEBEN zu können. Das ist eine enorme Erleichterung. Schwiegermutter war so freundlich, mir eine Zeitlang Ihre Perle zu bezahlen, so daß ich nicht völlig ahnungslos bin. Das war schon echt klasse, eine ordentliche Wohnung jederzeit. Allerdings muß man dann eben auch „menschenkompatibel“ werden, denn man muß sich abstimmen, wenn dann gearbeitet wird, was gemacht werden soll und was nicht, und auch etwas auf den jeweiligen Charakter eingehen können, denn die Auffassung der Putzfrau, was zu machen ist und was nicht, ist eben Fakt und da muß man mit ihr verhandeln. Es kann eine enorme Hilfe sein, wenn man einen Menschen findet, mit dem man klarkommt. Aber genügend Selbstdisziplin wie nicht meckern, wenn Krach gemacht weil gearbeitet wird, ist dazu die Voraussetzung – und daran scheint es wohl an einigen Stellen zu hapern.

  49. Und dazu
    „Barry Lyndon“, als Film und als Filmmusik.

    Die Welt ist wohlig langsam.

  50. Fischerdorf Hamburg
    Mal eine kleine Geschichtsstunde:
    .
    Hamburg geht auf Karl den Großen zurück, der das Gebiet von den Sachsen erobert hatte.
    Vorwand war die Christianisierung des heidnischen Nordens.
    (was nie ganz geglückt ist)
    .
    Hamburg war aber schon immer Handelsplatz.
    (Hamburger Pfeffersäcke)
    .

  51. also wieso überhaupt
    also wieso überhaupt die dumme *Zeit* und ihre LeserInnen mit einer affektiven Erregung adeln? In England und Frankreich verliert man über solchen Firlefanz kein wort und setzt sich stattdessen mit einem guten Buch an den Kamin oder geht im Park spazieren. Über diese Damen sollten Sie einmal schreiben, lieber Don! Wen interessiert schon die Welt der gott- und geistlosen BWLer-Karrieren?

    fragt sich,
    wie immer,
    Ihre Marie

  52. "Titel"
    Dons Text scheint mir skeptisch gegenüber klassenwechselnden Heiratern zu sein. Oder geht es nur um solche die ihren Beziehungsertrag steigern möchten?

    Ich kann mich vage erinnern dass eine Heirat zwischen einem Erben und seiner Vermögensberaterin in diesem Blog einmal als ‚beste aller Mesalliancen‘ beschrieben war:

    http://blogs.faz.net/stuetzen/2013/05/27/die-vielleicht-beste-aller-moglichen-mesalliancen-3724/

    War das also nur eine Ausnahme von der generellen Skepsis gegenüber klassenübergreifendem Heiraten? Rechtfertigte das finanzielle Spezialwissen den Sprung in die bessere Gesellschaft?

    Die Autorin des ‚Wer hat Angst‘ ZEIT-Artikels hat sich übrigens vor einiger Zeit über die Entkernung des deutschen Mannes beklagt:

    http://www.zeit.de/2012/02/Maenner

    Ansonsten möchte ich ganz allgemein hinzufügen:

    http://waitbutwhy.com/2014/02/pick-life-partner.html?doing_wp_cron=1417835385.9203081130981445312500

    • Unangemessenes ZEIT-bashing
      Es gibt Zeitgenossen, die wollen um jeden Preis alle Printmedien in die gleiche Tonne kloppen, in der sich schon die yellow press befindet.
      Die geben mit ihrer Kritik solange keine Ruhe, bis sich alles auf SPON-Niveau eingependelt hat…

      Wem die FAZ zu reaktionär, der SPIEGEL zu infotainmentmäßig, die WELT zu springernah und die ZEIT zu banal, zu dumm oder gar zu dümmlich ist, der soll sich doch seine Zeitungen selber schreiben oder soll die NZZ abonnieren.

      In dem Dossier „Wer hat Angst vor solchen Frauen?“ habe ich vier verschiedene AutorInnen gezählt:
      Nina Pauer, Iris Radisch, Peter Kümmel und, am lesenswertesten von allen Artikeln, das Interview von Marie Schmidt mit der Literaturprofessorin Barbara Vinken, deren Thesen zur Genderdiskussion mit zum sachlichsten, informativsten und erhellendsten gehören, was ich seit langer Zeit zu diesem Thema gehört und gelesen habe!

      ZEIT: „Es bleibt aber eine Art Misstrauen gegenüber zu autarken Frauen zurück, oder?“

      Vinken: „Diese Angst nimmt im Moment bizarre Züge an. Das männliche Begehren schwankt hier ambivalent zwischen äußerstem Begehren und größter Angst.
      (…)

      ZEIT: „Man hat in diesen Filmen den Eindruck, so sehr die Frauen von Männern umgeben sind, sind sie doch einsam in einem ganz existentiellen Sinn.“

      Vinken:“Die finden die Vorstellung der Liebe im wahrsten Sinne des Wortes unerträglich. Sie sind unfähig zu lieben. Das finde ich beunruhigend.“

      Wie man eine solche sachliche, aber dennoch empathisch einfühlsame Analyse einer feministischen Literaturwissenschaftlerin, die dankenswerterweise eben mal KEINE amazonenhafte Attacke à la „Kampf den Schwanzträgern!“ ( Graffiti an der Stadtmauer von Nürnberg ) reitet, länderübergreifend denunziert, indem man das schwierige Verhältnis der Geschlechter auf das Problem von BWL-Studentinnenen reduziert- und gleichzeitig die angebliche entspannte Atmosphäre in Frankreich mit dem Hinweis glorifiziert, dass man dort lieber ein gutes Buch am Kamin liest, als sich über gesellschaftliche Umbrüche Gedanken zu machen.

      Nach einer Woche intensiver Bloglektüre zum Thema ‚Prostitution‘ stelle ich fest:

      Fazit (1): Ihr geistig und emotional hyperaktiven KommentatorInnen: Vertretet doch pro oder contra Positionen, wie es euch gefällt!
      Aber tötet nicht den Boten bzw. macht den Botenbericht nicht nieder, wenn er eine Botschaft enthält, die euch nicht gefällt!

      Die ZEIT ist nur das Medium. The medium is NOT the message!

      Fazit(2): Vielleicht könnte sich die Radikalfeministin mal namentlich oder per e-mail melden, aus deren Spraydose der 1000-fach kolportierte Menetekelspruch zum 1. Mal an eine RotzSozPol-Seminarwand gesprüht wurde:

      „EINE FRAU OHNE MANN IST WIE EIN FISCH OHNE FAHRRAD!“

      Fazit (3): Dass jeden Tag ca. eine Million Männer in Deutschland zu Prostituierten gehen, NUR um Macht auszuüben, und nicht um sich sexuelle zu betätigen, war nach der Lektüre des VG-blogs eine völlig neue Erkenntnis für mich!

      Fazit(4): Dass es zahlreiche wohlhabende, gleichwohl sexuell unerfüllte Frauen gibt, die sich einen gutgebauten, attraktiven toyboy halten, der sich dadurch „etwas dazu verdienen kann“, ist nicht zu beanstanden. Reine Privatangelegenheit.
      Dass es ihm, dem Gigolo, aber im Bewusstsein der verblühenden 50-jährigen Schönheit aber auch noch Spaß macht, das halte ich, mit Verlaub,für eine Spiegelung männlicher Ideologie mit umgekehrten Vorzeichen.

      Fazit(5): Luxushuren à la Mme Heidi ( vgl. Oberheuchler Elliot Spitzer in New York: 4000$ / Nacht ) mögen autarke Sexarbeiterinnen wie „Despina
      sein.
      Zwangsprostituierte auf dem Straßenstrich in Tschechien sind es mit Sicherheit nicht.

  53. Titel eingeben
    Ja müsste dann jetzt nicht eigentlich ein neues göttliches Rokokozeitalter gliederlösender Mätressen, fataler Kurtisanen, leidenschaftlicher Zweitfrauen und tragisch frühverstossener Kindsmütter heranreifen?

  54. baffffffff
    @colorcraze – Da bin ich echt erstaunt!! SIE haben kein Geld, eine Putzfrau zu bezahlen? Ich habe seit über dreißig Jahren eine Putzfrau (manchmal auch Putzmann). Wenn man es zu Stützen der Gesellschaft gebracht hat, ist es – meiner Meinung nach – nur eine Frage von Prioritäten, wofür man sein Geld ausgibt und was man mit seiner Zeit effektiver machen kann als Klo zu putzen.

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