Home
Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Gespeichert und verdammt in alle Ewigkeit

| 80 Lesermeinungen

Wenn man möchte, dass etwas gut wird, muss man meistens entweder Geld in die Hand nehmen und jemanden bezahlen, der Ahnung und Zeit hat, oder man macht es selbst. Gutes braucht eine gewisse Sorgfalt, und die braucht eben Zeit, und wie es mit der Zeit und dem Geld ist, nun, das ist allgemein bekannt.

Deshalb wasche ich beispielsweise meine Strümpfe von Hand, vor allem die Guten aus Nylon, weil sie auch nicht ganz billig sind und die Waschmaschine ihnen nicht gut tut. Anfangs musste ich mich überwinden, denn ich bin eher praktisch veranlagt, und wenn ich schon eine Waschmaschine besitze, möchte ich sie eigentlich auch gerne verwenden. Aber die Ergebnisse –sowohl im negativen Bereich die der Maschinenwäsche, als auch die positiven mit der Handwäsche- haben mich überzeugt, und ich stelle mich regelmäßig ans Waschbecken und betrachte das Strümpfewaschen schon fast als meditative Übung. Sie dürfen sich das gerne klischeemäßig vorstellen, ich höre Musik und singe unter Umständen sogar mit. Vielleicht tanze ich auch um das Waschbecken herum, zu viel verraten soll man ja aber auch nicht.

schugea

Ab und zu muss ich schmunzeln, wenn ich ein bestimmtes Paar zur Hand nehme, und hübsch aussehen tut es obendrein, wenn ich die Sachen zum trocknen aufhänge. Es macht mir wirklich mittlerweile Spaß, und trotzdem ist es Arbeit. Aber das Ergebnis lohnt, wie ich finde. Meine Strümpfe halten, seit ich sie von Hand wasche, mindestens drei Mal so lang. Ich mag es einfach, wenn etwas gut gemacht ist. Man muss sich halt nur etwas Mühe geben.

Deswegen habe ich auch vorhin Strümpfe gewaschen. Wegen der Notwendigkeit einerseits, aber auch wegen des meditativen Aspekts und des sich angesichts der ordentlich auf der Leine hindrapierten Strumpfwaren einstellenden Wohlgefühls.

Besonders gut war es nämlich um mein Wohlbefinden nicht bestellt, nachdem ich zur Kenntnis genommen hatte, worauf sich die Regierenden in Sachen Prostitutionsgesetz, das ja wahrscheinlich bald Prostituiertenschutzgesetz heißen wird, geeinigt hat.
Ich will jetzt nicht sagen, dass man sich nicht bemüht hätte.
Bei neuer Kleidung liest man halt den Waschzettel, oder man hört auf jemanden der sich auskennt. Ich habe ja keine Ahnung, wie man das macht, wenn man ein Gesetz entwirft. Auf jeden Fall sicher anders.

Wie dem auch sei, ich und meine geschätzten Kolleginnen, wir bekommen jetzt endlich „Schutz und Schirm“ für unsere beglückende Tätigkeit, zumindest wenn ich dem Herrn Weinberg von der CDU glauben schenke.  Für mich sieht das von Ferne momentan noch eher aus, als legte man den Huren doch eher Steine in den Weg, vor allem, falls sie jemals wieder in einem anderen Bereich Fuß fassen möchten, aber es ist ja auch alles noch ganz frisch und ich bin sehr gespannt, was genau in diesem Gesetzesentwurf stehen wird.

schugec

Das mit den Steinen, die einem für einen eventuellen Ausstieg in den Weg gelegt werden, kann mir persönlich relativ egal sein, ich fühle mich mit meinem Job wohl und werde wohl im Rotlicht alt und runzlig werden und niemals nicht in ein bürgerliches Angestelltenverhältnis zurückkehren. All jenen, die aber irgendwann mit der Sexarbeit abschließen wollen, vielleicht weil ihnen die eben doch spezielle Arbeit mit Sex doch nicht so gut tut, wie sie dachten, oder das Studium irgendwann nun mal vorbei ist, kann das aber nicht egal sein. Denen, die immer fordern, der Ausstieg aus der Sexarbeit müsste erleichtert werden, eigentlich auch nicht.

Der mir angedachte Schutz und Schirm schaut also so aus, dass ich mich nach einer verpflichtenden „Gesundheitsberatung“, welche durch einen Arzt oder vielleicht auch beim Gesundheitsamt, aber eben ganz sicher nicht mehr anonym erfolgen kann, bei einer noch nicht näher bezeichneten Behörde anzumelden habe, um legal arbeiten zu können. Diese Behörde wird wohl kaum keine geringere sein wird als die jeweils örtlich zuständige Polizei, hätte man nicht auf eine Sonderregelung abgezielt, man hätte ja das Gewerberecht bemühen können. Über meine Anmeldung bekomme ich dann eine Bescheinigung, die ich auf Verlangen vorzeigen muss, um nachzuweisen, dass ich eine aufgeklärte, selbstständige und freiwillig handelnde Person bin.

Sollte jemals eine Kundschaft sich erdreisten, nach dieser Unsäglichkeit zu verlangen, werde ich der Bitte selbstverständlich gerne nachkommen. Nachdem ich den Personalausweis der Gegenseite zum Zwecke der korrekten Rechnungslegung abfotografiert habe, natürlich. Es soll ja alles seine Ordnung haben, nicht wahr? Nein, Papierrechnung per Post nachhause kostet nicht extra, ich werde schließlich nach Zeit bezahlt, und habe als kluge Geschäftsfrau den Verwaltungsaufwand mit einkalkuliert.

Dankenswerterweise bin ich alt genug, um nur alle zwei Jahre vorstellig werden zu müssen, Kolleginnen unter 21 dürfen sich jedes Jahr neu anmelden. So hält man den Datenbestand aktuell, die jungen Dinger sind ja so unglaublich sprunghaft und wissen nicht, was sie wollen.

schugeb

Durch die Verknüpfung von relativ engmaschiger „Gesundheitsberatung“ und Anmeldepflicht entstehen also hübsche Datensätze, sogar mit detaillierten Bewegungsprofilen, weil die Sexbranche nun mal eine ist, in der die Dienstleistenden relativ mobil sind. Manche, so habe ich gehört, fährt gerne zum arbeiten in eine andere Stadt, wegen der vielgerühmten Toleranz und Anerkennung, die unsereinem ja ständig entgegengebracht wird.

Wissen Sie, ich bin von wenigen Dingen so überzeugt, wie davon, dass diese umfangreichen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohl auch in finanzieller Hinsicht auf Kosten der Betroffenen erstellten Datensätze bei jeder Gelegenheit gegen sie verwendet werden. Ich denke mit Schaudern zum Beispiel an die Alleinerziehende, die vom nichtzahlenden aber rach- oder eifersüchtigen Expartner im Namen der moralischen Reinhaltung an den Karren gefahren bekommt, wenn sie das Geld für die lieben Kleinen zusammenvögelt, weil der Mindestlohn nach Abzug der Kitagebühren kaum mehr für die Miete, geschweige denn für den Sportverein oder die Klassenfahrt reicht. Da wird sicher einiges an schmutziger Wäsche gewaschen werden, nur sicher weniger zartfühlend als bei mir daheim.

Und das ist noch eine Kleinigkeit, ich mag mir gar nicht vorstellen, vielleicht bin ich auch einfach nicht boshaft genug, das zu können, welchen Missbrauch man mit diesem perfiden Konstrukt aus scheinheilig-pseudofreiwilliger Beratung, Sonderregistrierung und durchgängiger Kontrolle treiben kann. Personenbezogene Gesundheits- und Sozialdaten womöglich bei der Polizei, früher oder später aller Wahrscheinlichkeit nach länderübergreifend vernetzt gespeichert und laufend aktualisiert. Und das auch noch flächendeckend als Schutz, Fürsorge und Empowerment verkauft. Respekt. Keinem anderen Berufsstand würde man solche Arbeitsbedingungen zumuten. Schon gar nicht Politikern, die sich für Vorträge bei Banken und Lobbyistenvereinen bezahlen lassen. Oder Lobbyisten, die Politikern gern in vielfältiger Weise zu Diensten sind, wenn die Gegenleistung passt.

Hauptsache aber, es erklärt den armen Frauen mal jemand, wie man Kondome benutzt. Weil, dass man das jetzt muss, steht ja dann auch im neuen Gesetz, und wer weiß, ob die Kolleginnen im Bordell das mit den Kondomen so drauf haben.

schuged

Und damit komme ich zu einem der Punkte, die ich loben muss: Die Kondompflicht. Für die Kunden. Endlich. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es genug Wahnsinnige gibt, die ungeschützten Verkehr nachfragen, und leider zu viele arme Seelen, die diese Nachfrage zu bedienen bereit sind, weil sie solch unangenehmer Kundschaft (es sträubt sich etwas in mir, dieses Wort zu verwenden) nichts entgegenzusetzen, dafür aber einen wahnsinnigen Erwerbsdruck im Rücken haben. Wenn da nur eine mit dem Verweis auf die neue gesetzliche Regelung ihrer Kundschaft die Lümmeltüte aufzwingt und sich vor welchem Unbill auch immer, der mit ungeschütztem Verkehr nun mal einhergehen kann, schützt, ist es ein Gewinn.

Und es wird niemandem schaden, wenn der Gesetzgeber klar stellt, dass die holde Männlichkeit in Gummi zu packen gefälligst in der Pflicht und Verantwortung des Kunden selbst liegt, weil alles andere einem körperlichen Angriff auf die Sexdienstleisterin gleich kommt.

Die bisher beispielsweise in Bayern bestehende Regelung, Sexdienstleistende für ungeschützten Verkehr zu bestrafen, ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, weil sie dafür sorgt, dass je schwächer, also abhängiger von dem verdienten Geld die Dienstleistende ist, um so höher ihre Erpressbarkeit durch bösartige Kunden. Gerade in Kombination mit den Sperrbezirksverordnungen entstehen da Konstrukte, bei denen man sich nur die Haare raufen kann, weil immer die Sexarbeitenden die Zeche zahlen, während übergriffige Kunden beruhigt nachhause gehen und ihre weiter ihre Keime verteilen können, weil sie weder von Bußgeldern noch Haftstrafen bedroht sind.

schugef

So schaut das aus, das ist nicht schön, aber das ist die Realität und der Arbeitsalltag der ach so anerkannten und super geregelten Prostitution in Bayern, das ist Schutzpolitik nach christsozialem Verständnis, zur Not eben zu Lasten des zu Schützenden.

Ich bin ja sehr dafür, es bei den Sperrbezirken, wenn man wirklich seitens der Politik glaubt, dass man sie braucht, genau so zu handhaben, wie man es jetzt bei den Kondomen zu tun gedenkt: Wer die Musik bestellt, der zahlt. Wer eine Sexdienstleistung im Sperrbezirk nachfragt, wird bestraft. Insgesamt bin ich dafür, das diejenigen, die Verwerfliches tun, dafür zur Rechenschaft gezogen werden. So kompliziert ist das eigentlich doch gar nicht.

Mir deucht aber, dass es bei dem, was man sich für die Prostituierten jetzt ausgedacht hat, eben wieder nicht darum geht, die Sexdienstleistenden besser zu stellen. Die Kondompflicht für Freier ist ein Bonbon, mehr nicht, hingeworfen um sagen zu können: „Schaut, wir stärken die Dienstleistenden gegenüber den Freiern!“ Der Rest ist Kontrolle, Sonderbehandlung und Ausgrenzung aus dem normalen Wirtschaftsleben, ist Datensammelei und ganz sicher nicht das, was man als einen mutigen Schritt hin zu Normalisierung, Anerkennung und Entkriminalisierung -also schlicht heraus aus der Grauzone und hinein in die Gesellschaft, zu der wir eh gehören, bezeichnen hätte können.

15

80 Lesermeinungen

  1. Die Koalitionspläne sind nicht nur konsequent, sie sind auch noch richtig!
    Und das wird dann klar, wenn man sich die unterschiedlichen Grundlagen ansieht, von denen aus Autorin und die Regierung argumentieren:

    Die Autorin möchte und verlangt, dass Prostitution als normaler Beruf angesehen und dementsprechend den normalen gewerberechtlichen Regeln wie andere Berufe auch unterworfen wird. Auf dieser Grundlage ist es nur konsequent, die Sonderbehandlung von Prostitution für einen Skandal zu halten.

    Nur ist das nicht die Grundlage der Koalition, nicht die der Mehrheit in der deutschen Bevölkerung und ganz nebenbei auch nicht meine. Deren Grundlage ist (ganz grob), Prostitution als ein notwendiges und unausrottbares Übel anzusehen, sie deshalb eng zu überwachen und den in diesem Bereich verbreiteten Menschenhandel und weitere Delikte zurückzudrängen. Auf dieser (!) Grundlage sind die Gesetzespläne der Koalition moderat und vernünftig, wenn auch im Ergebnis vermutlich weitgehend wirkungslos.

    „Normalisierung, Anerkennung und Entkriminalisierung“ ist genau das, was ich nicht will. Ich möchte absolut nicht, dass irgendjemand es irgendwann für völlig normal hält, eine arbeitssuchende Tochter eines der Schwestern meiner Frau zu fragen, warum sie denn nicht anschaffen geht. Weshalb ich grosses Verständnis dafür habe, dass auch mit der Regierung über das Programm von „Normalisierung, Anerkennung und Entkriminalisierung“ nicht zu reden ist, was auch immer einzelne in Sonntagsreden so von sich geben. Und ich bin zusätzlich absolut sicher, dass die Regierung damit tatsächlich eine relativ breite Bevölkerungsmehrheit vertritt, was genau das ist, was Regierungen in Demokratien normalerweise tun sollten.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Ich sehe die Grenze nicht.

      Ich sehe nicht, dass es einen speziellen Bereich „Prostitution“ gibt, und der Rest ist frei davon. Das Problem ist doch, dass die Grenzen fliessend und die Grautöne mannigfaltig sind, und es herzlich wenig bringt, wenn man eine Definition draufklatscht und dann Verfolgungs- und Zwangsmassnahmen einleitet. So bekommt man nur eine Fassade hin, vor der gelogen und hinter der geschummelt wird, wie es gerade nur geht.

    • Das von Ihnen ausgeführte, verehrter Don, ist ein Allgemeinplatz,
      der für alle Abgrenzungen zwischen dem Erlaubten und dem Verbotenen in jeder Gesellschaft gilt. Nichts als Graubereiche, trotzdem verzichten wir nicht auf die Abgrenzung. Und für eine Gesellschaft, die Prostitution mehrheitlich klar ablehnt, ist die Verschiebung aus dem Verbotenen ins Geduldete bereits ein ziemlich massives Zugeständnis.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Sie werden lachen – Prostitution ist un Deutschland legal. Grundsätzlich und höchstrichterlich. s geht also nur um die Frage, wie man da zu sinnvollen Lösungen kommt. Diskriminierung halte ich für doof und Datenspeierung ist ein grosses Übel, das Tür und Tor für alle möglichen Risiken öffnet. Das kennt man hierzulande recht gut.

    • Danke Herr Haupts
      Die Abgrenzung ist punktgenau an der Stelle, wo die ARGE einer Frau in der logischen Konsequenz Alphonses, dass Prostitution doch eh überall schon sei (z.B. in der Ehe, harhar) dann völlig rechtens dann einen Prostitutionsjob vermittelt, vemitteln will und dann auch darf. Logisch.
      Und das dann auch noch sanktionieren kann, falls die Frau sich weder da bewirbt noch hingeht. Das ist dann konsequente Anwendung.

      Und der noch unheimlichere Punkt hinter DIESER punktgenauen Abgrenzungsstelle ist dann der, wo Zeitarbeitsfirmen (die eh schon wie Zuhälter sind) dann völlig legal als Prostitutionszuhälter arbeiten dürfen und die vom Arbeitsamt zwangsverschickten Frauen für mind. 30% weniger „arbeiten“ lassen als das „Stammpersonal“.

      Und nein Alphonse, bitte sich nicht bequem in literarische oder gar romantische Behauptungen der fließenden Grenzen hineinstehlen. Das ist unredlich. Damit kann ein Gesetzgeber nichts anfangen, er darf nicht so freestyle herumplänkeln, sondern muss leider einfach Grenzen ziehen. Transfer bilden? Gerne: Gestohlen wird in einer Gesellschaft auch eh überall, die Grenzen seien doch fließend, warum dann an einer Stelle eine Grenze setzen und verbieten und an einer anderen nicht…

      Was für eine geistige Schmalspur, feuilletonistisch halt.

      Herr Haupts sagte völlig zu Recht, als er im (derzeit verendenden Zwillingsblock) sagte, Don hätte da einen blinden Fleck.
      Oh ja, den hat er.

    • Sie gleiten da in einen ganz anderen Themenbereich ab, zu der Frage, ob es angemessen und hinnehmbar ist, einem Menschen in ARGE-Manier vorzuschreiben, zu welchen Bedingungen er welche Arbeit zu machen hat, habe ich eine ziemlich klare Meinung, nämlich, dass ich diese Vermittlungspraxis weder als zielführend noch würdig empfinde.

      Entsprechend kann ich Ihnen und auch Herrn Haupts nur beipflichten, wenn es darum geht, dass niemand weder von einer Behörde noch einer anderen Person oder in die Prostitution -oder jede andere Arbeit, die er aus moralischen Gründen für sich ablehnt, gezwungen werden sollte.
      Das zu klarzustellen ist aber wohl kaum Gegenstand eines Gesetzes, das die Rechtsverhältnisse in der Prostitution zu klären hat.

      Selbst wenn man, und das sei Ihnen unbenommen, Sexarbeit als ein „notwendiges Übel“ betrachtet, so haben die Menschen, die ihr nachgehen unbestritten gewisse Rechte, und die würde ich gerne geachtet sehen.
      Gerade, wenn man damit argumentiert, dass die Prostitution ein Übel sei, finde ich es wichtig, darauf zu achten, dass denen, die ihr nicht mehr nachgehen möchten der Weg in eine bürgerliche Existenz nicht versperrt wird.
      Und genau das sehe ich mit den geplanten Regelungen kommen.

    • Womit lassen sich Freiheitsrechte begründen?
      Herr Haupts,

      Sie sagen ganz zutreffend, dass die Mehrheit der Bevölkerung Prostitution ablehnt. Ich denke jedoch, Sie ziehen hier die falschen Schlüsse daraus. Die Einschränkung von Freiheitsrechten (z.B. Gewerbefreiheit) ist nicht automatisch damit gerechtfertigt, dass irgendeine ominöse „Mehrheit“ keinen Gefallen an der jeweiligen Tätigkeit bzw. dem jeweiligen Freiheitsbereich findet.

      Ach Gabba-Hardcore-Techno, um einmal ein Beispiel zu nennen, wird von der „Mehrheit der Bevölkerung“ abgelehnt. Aus, wie ich finde, durchaus nachvollziehbaren Gründen. Nur, das bedeutet aber längst noch nicht, dass dieser Mehrheit daraus das Recht erwächst, dem kleinen Rest an Gabba-Fans den jeweiligen Musikgenuss zu verbieten.

      Ich sehe das bei der Prostitution ganz ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass die Prostitution in vielen Bereichen von „problematischen Praktiken“ und Missbrauchserscheinungen (z.B. Ludentum, organisierte Kriminalität, Ausbeutung von Osteuropäerinnen bis hin zum Menschenhandel, Krankheitsrisiken) gekennzeichnet ist.

      Hier muss der Staat gegensteuern. Im Interesse aller.

      Aber eine vollständige Datenerfassung von Prostituierten? Und das dann als „Schutz“… Was genau soll das bringen? Haben Sie da eine Idee?

    • .
      „wo die ARGE einer Frau“ –
      nicht doch, lieber Gast/12.12 u, wo bleibt denn da die gleichberechtigung.

    • @john Dean: Falscher Vergleich, es geht nicht um Freiheitsrechte.
      Sie haben übrigens in jeder (denkbaren) Gesellschaft zu vielen Dingen keine Freiheit, spätestens dann nicht mehr, wenn die Ausübung von (beliebiges einsetzen) als gesellschaftlich schädlich erkannt wurde.

      Unabhängig von der Debatte, ob Prostituierte sich selbst schaden (das ist mir tatsächlich egal), steht es für mich ausser Frage, dass die vollständige Legalisierung von Prostitution gesellschaftlich schädlich wirkt. Seitdem ich vor vielen Jahren in Hamburg das volle Spektrum (am Rande) kennenlernte, vom Edelcallgirl bis zur LKW-Strassenstricherin, kaufe ich das Argument nicht mehr, Prositution sei auch nur eine Berufsentscheidung für einen Beruf mit miesen Rahmenbedingungen. Bei vielen, IMHO soagr den meisten, Menschen zerstört Prostitution etwas, was ich ganz grob als „Selbstachtung“ bezeichnen möchte.

      Mir wäre kein anderer Beruf bekannt, in dem das derart flächendeckend geschieht. Mir wäre auch kein anderer Beruf bekannt, in dem man seine eigenen Körperöffnungen anderen zur Benutzung zur Verfügung stellen muss. Ich nehme zur Kenntnis, dass es einzelne gibt, die damit klarkommen oder das gerne machen (gibt es eigentlich irgendetwas menschenmögliches, was nicht mindestens ein Mensch auf der Welt auch gerne macht?), aber das rechtfertigt nicht die vollständige Normalisierung.

      Man hat Prostitution in Deutschland weitgehend entkriminalisiert (danke Don, aber das wusste ich schon), mit der Folge, dass wir an dieser Stelle tatsächlich zum Bordell Europas wurden. Ich bin über die Folgen nicht glücklich und möchte deshalb diesen Weg nicht bis an sein logisches Ziel weiterverfolgen, an dem Prostitution ein Beruf wie jeder andere wäre. Er ist es nicht und nichts wird mich jemals davon überzeugen, er sei es.

      Sexualität ist normalerweise integraler Bestandteil der eigenen Persönlichkeit, was für keine andere der gefährlichen oder schmutzigen Tätigkeiten gilt, die gerne als „Alternative“ zu Prostitution herangezogen werden. Kassiererinnen mögen mies bezahlt und nicht selten auch mies behandelt werden, aber sie verkaufen normalerweise keinen Teil ihrer Persönlichkeit bzw. müssen diesen abspalten.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Das mit dem Bordell Europas, mit Verlaub, konnte mir noch niemand schlüssig darlegen. Es ist ja ganz unzweifelhaft so, dass man keine belastbaren Zahlen zur Prostitution in Deutschland, geschweige denn in Europa insgesamt hat, auf die man eine solche Aussage wirklich stützen könnte.

      Es geht auch nicht darum, etwas zu normalisieren, weil ein paar Leute es schön oder gut finden, sondern es geht darum, die in dem Bereich Tätigen bestmöglich zu schützen, und zwar auch vor einem Mob von Tugendwächtern, die ihr Weltbild von entgeltlichem, ausserehelichem Geschlechtsverkehr bedroht sehen.

      Was jemand als integralen Bestandteil seiner Persönlichkeit betrachtet, ich nehme da gerne den überzeugten Vegetarier im HartzIV-Bezug als Beispiel, der im Schlachthof arbeiten soll, damit käme man dann auch schön zu dem Thema zurück, sei doch bitte dem Betroffenen selbst überlassen.
      Diese Entscheidungsgewalt des Einzelnen zu schützen wiegt für mich schon etwas schwerer als das Unbehagen anderer, mit dem Thema nur am Rande konfrontierter Menschen, die von Sexarbeit eher eine sehr theoretische und damit nicht zwangsläufig zutreffende Vorstellung haben.

      Die Regelung der Rechtsverhältnisse für einen noch so ungeliebten Geschäftszweig ist etwas anderes, als der Schutz von Persönlichkeitsrechten. Ich würde es sehr begrüßen, wenn das hier entsprechend differenziert betrachtet werden könnte.

    • Sexualität ist dem Menschen angeboren, Ideologie (wie Veganismus) nicht!
      Und deshalb kann und werde ich „Was jemand als integralen Bestandteil seiner Persönlichkeit betrachtet … sei doch bitte dem Betroffenen selbst überlassen.“ das nicht tun, schon gar nicht, wenn es um die Aufstellung gesellschaftlicher Regeln geht. Die gelten zwangläufig für alle, obwohl es keine Regel ohne Ausnahme gibt, nur lässt sich genau das gesetzlich nicht erfassen.

      Die vollständige Verschiebung von Prostitution in den Bereich „normaler“ Arbeitsverhältnisse ist zwangsläufig ein Angriff auf Persönlichkeits- und damit grundlegende Menschenrechte einer grossen Mehrheit. Weshalb das nie passieren darf.

      Den „Mob von Tugendwächtern, die ihr Weltbild von entgeltlichem, ausserehelichem Geschlechtsverkehr bedroht sehen.“ kaufe ich ebenfalls nicht, das ist eine geradezu klassische Weltbildableitung aus dem Axiom „Alle Frauen sind Huren, die einen lassen sich langfristig mit der Ehe bezahlen, die anderen halt von Fall zu Fall“. Ich akzeptiere das Axiom nicht als gültig, wäre ich (verpartnerte) Frau, fielen mir dazu noch ganz andere Sachen ein.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ich finde, das ist argumentativ Glatteis. Die Gesellschaft und ihre Regeln bestehen nun mal in Abhängigkeit vom Individuum und umgekehrt, und wer das ohne Ideologien oder Glaubenssätze erklären kann, nur zu.

      Etwas, das sich gesetzlich nicht erfassen lässt, in ein Gesetz gießen zu wollen, ist wohl kein Erfolg versprechendes Unterfangen. Entsprechend muss man solche Sachverhalte in kleinstmögliche sinnvolle Einheiten aufdröseln und angemessen regeln.
      Und angemessen heisst eben auch, dass die Freiheiten des Einzelnen gegenüber einer Gesellschaft, und sei sie noch so wohlmeinend, bis zum maximal verträglichen Punkt zu verteidigen sind.

      Und dann geht es letztendlich um erwachsene Menschen, die im Konsens entscheiden, sexuelle Gefälligkeiten gegen Geld zu tauschen, und ich sehe nicht, wo da die Gesellschaft als Ganzes einen Schaden erleidet.

    • "integraler Bestandteil..."
      Herr Haupts,

      eine Randnote vorab: Ich mag bei Ihnen, dass Sie sich Ihre Auffassungen im Allgemeinen sehr sorgfältig bilden. Das möchte ich Ihnen bei diesem Thema zwar nicht gänzlich in Abrede stellen (zumal: so völlig auseinander sind wir beide da garnicht), aber wenn Sie gleich mit Sexualität einen „integralen Bestandteil“ der Persönlichkeit etc. anführen, dann treffen Sie damit zugleich, wie Sie auch vorbei zielen.

      Denn es geht hier um Berufsfreiheit. Das ist ein sehr hohes Gut, und das gilt auch dann, wenn uns beiden die jeweiligen Berufe überhaupt nicht gefallen. Ich denke, jedenfalls so ganz grundsätzlich, gilt das eben auch für die Prostitution. Oder genauer: Sollte es gelten…

      Tatsächlich wird es hier ja hier bereits schwierig: Angefangen von Menschen, die eher unfreiwillig in diesen Berufszweig hinein rutschen, über die Stigmatisierung dieser Tätigkeiten (was eine berufliche Entwicklung außerhalb des Millieus erschwert), bis hin zu Frau D. Castiglione, die mit ihrem Beruf und sich selbst im Reinen zu sein scheint.

      Und ich geben Ihnen an einer ziemlich enscheidenden Stelle recht: Auf viele Menschen hat der Beruf der Prostitutierten einen eher negativen Einfluss auf die eigene Selbstachtung. Vielleicht kann sogar gesagt werden, dass ein gewisser Anteil der Prostituierten AUFGRUND (!) ungenügender Selbstachtung erst den Beruf der Prostituierten ergreift. Mangels ausreichender Kenntnis und Qualifikation kann ich aber kaum sagen, wie stark dieses Problem ausgeprägt ist – im Groben würde ich es auf etwa 20 Prozent schätzen – ähem, und damit noch unterhalb des Prozentsatzes bei jenen Menschen, die länger als ein halbes Jahr als Callcenter-Agent im Outbound arbeiten…

      Dennoch ist Ihr Punkt sehr wohl ein Punkt: Ein Berufsbild, das in seiner Ausübung doch recht häufig mit tiefgreifenden Problemen verbunden ist, das bedarf staatlicher bzw. gesellschaftlicher Ordnung – und dies in besonderen Maße.

      (das gilt dann übrigens auch für den Bereich der im Outbound tätigen Callcenter-Agents, auch wenn sich die Problemlage im Vergleich dann doch deutlich unterscheidet – an den sehr verbreiteten Problemen kann nicht gedeutelt werden)

      Aber ein Verbot des Berufs? Das ist es ja auch nicht, was Sie fordern.

    • Prostitution als ein notwendiges und unausrottbares Übel
      Sehr geehrter Herr Haupts,

      Sie sind ja ein toller Hecht !

      Lais von Korinth, Tullia d’Aragona, Marie-Louise O’Murphy, Namen die Ihnen nichts sagen werden, die jedoch Kulturgeschichte geschrieben haben.

      Wenn die Damen, wie diese, heute einen solchen Stil nicht mehr leben können oder es ihnen erschwert wird, so haben gestandene Männer, wie Sie, mit ihrer Einstellung alles hierzu beigetragen, was Ihr Geist und Manneskraft nur dazu beitragen konnten.

      Männer wie Sie braucht das Land !

    • @John Dean/despina:
      Ich bin für mich untypisch ungerne in diese Diskussion gegangen, weil es unausweichlich war, dass jemand, der überzeugt von seiner Berufswahl ist, sich in seinem Selbstbild getroffen fühlen muss, wenn man ihm sagt, dass man den Beruf nicht für anständig hält. Die Aussage „(Beruf) ist unanständig“ kratzt für den persönlich betroffenen Rezipienten immer an „Ich bin unanständig“.

      Aber ich habe es auch schon früher gesagt – ich akzeptiere, dass der Beruf existiert, dass er eine nicht ausrottbare Nachfrage befriedigt und dass es nichts bringt, ihn in die Illegalität zu verschieben (genauer – gesellschaftliche Kosten und gesellschaftlicher Nutzen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis). Um mich selber zu zitieren – ich will diesen Beruf deshalb reglementieren, kontrollieren und für die in ihm Tätigen möglichst rechtssicher machen. Dabei bleibe ich.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Sehen Sie, so weit sind wir gar nicht auseinander.
      Den letzten Absatz würde ich Ihnen weitestgehend so auch unterschreiben, mir geht es letztlich um nichts anderes.
      Sie sehen nur aus einer ganz anderen Perspektive auf die Sache,
      nämlich von aussen.

    • @voltaire: Die Nummer gebe ich ungezogen zurück.
      Ihr Argument ist exakt analog zu: Friedrich der Grosse war ein toller Herrscher, deshalb weiss ich gar nicht, was man gegen absolutistische Monarchien haben kann.

      Und auf dem Niveau habe ich letztmalig in der Schule diskutiert.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ich auch:
      „Ich nehme zur Kenntnis, dass es einzelne gibt, die damit klarkommen oder das gerne machen (gibt es eigentlich irgendetwas menschenmögliches, was nicht mindestens ein Mensch auf der Welt auch gerne macht?), aber das rechtfertigt nicht die vollständige Normalisierung.“ (Thorsten Haupts)

      Word!
      100% Word.

    • Wie wahr, Gast, wie wahr
      Gast sagt:
      5. Februar 2015 um 17:34 Uhr

      Wo kämen wir denn hin, wenn das dumpfe mittelmässige Spiessertum nicht mehr dem Rest vorschreiben dürfte, wie er zu leben hat.
      Schliesslich ist man die Mehrheit! Und auch die will jemand auf den sie herabschauen kann.
      Bei Negern und Muslimen hat man es ja bereits verboten….

      Mein Gott ist es schön nicht zwischen euch leben zu müssen!

    • @haupts
      haupts, was geht es dich überhaupt an, was andere Leute machen. steck deine nase in deinen kram, ja. was weißt du vom willen der mehrheit in deutschland ? was weißt du überhaupt von der sache ? garnichts weißt du, aber hauptsache deinen senf dazugeben.
      aufgeblasene spießer sind auch ein unausrottbares übel, ganz besonders wenn sie so unwichtig und unrelevant sind wie sonstnochwas.

    • @ Ross Dorn
      Oh ja! Das Killer-Argument des Spießertums ist ja auch immer recht beliebt.

      Argumente allerdings, warum das spießig sein soll, wären mir noch lieber gewesen.

      Ein kleiner alter 69-er Linksanarchist etwa? Die sind gerne extrem sex-linksliberal. Waren es damals auch, zumindest theoretisch, mit Kindern (siehe auch Linke, Grüne). Und in allem gerne gegen das, was sie generell als Spießertum bezeichnen, jedoch nicht näher ausführen.

      Nix für ungut, Sie alt-linke Socke!

      Ihre neue Socke,
      socksock
      der Gast

    • @ Wehner
      Oh Wehner!
      Mit dem Namen ‚Wehner‘, dieses Königs der kreativen politischen Beleidigung, haben Sie nur das persönliche An-Gemotze (leider bei Ihnen unkreativ und langweilig) gemein.

      Der echte Wehner wusste zumindest zusätzlich zu seinen göttlichen Sottisen auch zu überzeugen.

      Auch Sie ein Altlinker. Aber nur im Blute,
      nicht im Intellekt.

      Dazu, zum Intellekt des kreativen Beleidigens, gehört der Gebrauch von Gehirn, nicht nur des plumben Beleidigens des Herrn Haupt. Ein Rechter, leider, aber menschlich ein Guter vor dem Herrn, und fair im Disput bis zum Umfallen.

      Neeeein, ich bin nicht Herr Haupts,
      nicht einmal ein ursächlicher Fan.

      Aber: Er argumentiert zumindest, das ist toll. Das findet man nicht mehr so oft in Blogs und Foren, wo der platte Impuls impegidisch Hoch-Zeiten feiert. Wo andere aus geistiger Unfähigkeit nur ad personam nur platt zu beleidigen geistig in der Lage sind.

      Selbstreflektur:
      Oh ja, ich war in meiner Antwort an Sie auch eine Millisekunde *hach* beleidigend.

      Aber weisdu was solls! (Ein Standardspruch unserer unschlagbaren polnischen Hausmeisterin, die gute Seele mit Slang.) Manchmal musses.

      Socksock

    • Hmmmm....
      Ist ja ein beachtliches Niveau hier mittlerweile…
      Besonders Forist Gast tut sich da hervor.
      Ich beuge mich seiner überragenden Logik. Er hat mich durchschaut…..

      Ich bin jemand der in der Prostitution ein nun mal existierendes „Übel“ sieht, der aber Prostituierte schützen will. Ganz im Gegensatz zu seiner Heldin Merkel zB… also bin ich sicher auch Kinderschänder.

      Um mich zu wiederholen, ich kann darauf verzichten mit solch genialen Menschen in einem Land zu sein.

    • @ donna laura sagt: 6. Februar 2015 um 12:06 Uhr
      Da haben Sie wie meist Recht mit Ihrer Einschätzung.
      Und ich glaube wie stets Grund für diese zu haben.

      Ich habe in den letzten Tagen sowohl „Citizen Four“ gesehen, Laura Poitras selber war in Bill Mahers „Real Time“ am 29.1. zu Gast, und ich sah die Doku über Aaron Swaartz der es gewagt hatte Creative Commons zu gründen und dafür von der US Justiz in den Selbstmord getrieben wurde.
      Der Film lief in der Reihe Soryville auf BBC 4 an seinem zweiten Todestag. Gibt’s im Internet

      Wer detaillierte Infos über Absicht, Sinn und Erfolg der unbegrenzten Datensammlung der USA nachlesen will, dem sei im vorletzten „The New Yorker“ der Artikel „The Whole Haystack“ empfohlen.
      Kurz gesagt wird dort beschrieben, wie Gen. Alexander behauptete man hätte 54 Terroranschläge damit verhindert, eine Aussage die eine gewisse Frau Merkel ausdrücklich bestätigte!
      In Wahrheit gab es genau eine einzige Anklage, und zwar gegen einen Somali in San Diego, der $2000 in seine Heimat überwiesen hatte. An eine Organisation, die die Amis, wie so oft zunächst unterstützt haben, um sie dann eines Tages zur Terror-Organistion umzutaufen.
      Die Ausführliche Recherche dazu hat The New Yorker abgedruckt.

      Wer an der Arbeit der NSA und dem Zusammenspiel der US Justiz unter Obama Interesse hat, dem e-mails ich den Artikel gerne, einfach e-mail mit der eigenen Adresse schicken an t……………….@hotmail.com

  2. Titel eingeben
    Ach was, um die Situation der Sexarbeiter geht es nicht, die sind Frau Schwarzer und Schwesig herzlich egal. Im Gegenteil, man will sie gängeln. Denn sie untergraben die Macht der Frauen über die Männer indem sie Sex relativ einfach verfügbar machen. Daher sind es auch meistens Frauen, denen die Prostitution ein Dorn im Auge ist.

    Ein wenig Männerhass und Sexfeindlichkeit ist sicher auch dabei. Die neuen Protestanten.

  3. Pingback: Wer »das Geld für die lieben Kleinen zusammenvögelt, …« | Dierk Schaefers Blog

  4. Titel eingeben
    @haupts

    Es gibt eine Menge Jobs, die weit mehr entwürdigend und auch gefährlich sind, warum geht Ihnen ausgerechnet bei der Prostitution so der Kamm?

    • @ M 10:44
      Ohne Ansehen der Person; ohne die Prostituirte oder unsere Autorin kränken zu wollen: hic rhodos, hic salta, M! Nennen Sie uns fünf Jobs die ein wenig entwürdigender sind.
      Die sexuelle Selbstbestimmung der Frau ist in Deutschland ein so hohes gut, daß eine „Vergewaltigung in der Ehe“ bestraft werden kann. Reflektiere, selbstbestimmte Frauen können frei selbst bestimmen, sich für Geld, fürs Vaterland oder als Luxusweibchen hinzugeben.
      Die Masse der Prostituierten wird zumindest im laufenden Betrieb nicht frei entscheiden können.
      Es wäre ein grober Fehler gegen Verstand und Logik, die Position von Frau Castiglioni für die Beurteilung der Situation aller Prostituierten zu verwenden. Sie ist im Gewerbe wohl vergleichbar mit Don A. unter den Bloggern.
      Zur Selbstbetrachtung gehört maßgeblich die Spiegelung der Außenbetrachtung. Bis die Hure wieder die Stellung der mittelalterlichen Hübschlerin, der römischen Kurtisane oder gar die der Hetäre, der Geisha erreichen kann muß viel Zeit vergehen. Und wir müssten die Zuhälter, den Straßenstrich, das (verzeihung) „Billigfleisch“ verhindern. Ein Jungaraber würde dann zumindest den Mercedes der „Schlampe“ respektieren.

    • Also bitte, Sie können nicht wirklich behaupten wollen, es sei in irgend einer Weise fraglich, dass eine Vergewaltigung durchaus in einer Ehe stattfinden kann. Die Zeiten, in denen eine Frau ihrem Ehemann Untertan zu sein hatte, sind dankenswerterweise vorbei, zumindest hierzulande und in den meisten Köpfen, und ich halte das für eine ganz große Errungenschaft.
      Genau wie die Tatsache, dass das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung für alle Geschlechter gilt, übrigens.

      Was meine Stellung angeht, muss ich Sie leider enttäuschen. Ich bin ein ganz kleines Licht, und dass ich hier schreibe ist ein wahnsinniger Zufall und nein, wirklich, ich bin ganz sicher keine Rotlichtgröße, Sie überschätzen mich maßlos.
      Ich bin eine von denen, die einfach auf eigene Rechnung ihre Brötchen verdienen und fertig.
      Wie die Kolleginnen, die ich kenne, eben auch.

    • auf Despina Castiglione
      Vergewaltigung in der Ehe gibt es. Ja und das ist nicht richtig.
      Ich stoße mich an der Bezeichnung. Teil des schrecklichen Erlebnisses Vergewaltigung ist die rituelle Beschmutzung der eigenen Person und der Familie. Der vom vertrauten Sexualpartner erzwungene Beischlaf bringt diese rituelle Beschmutzung nicht mit.
      Dieses Unrecht möchte ich durch die Frau selbst sanktioniert sehen. Die Staatsmacht kann unterstützend wirken.

      Sehen Sie den Wohnungseinbruch als rituelle Beschmutzung der Imtimsphäre wie ich? Sehen Sie den Ehebruch im Ehebett als verstärkendes Merkmal der üblen Tat?
      Es mögen für Sie nur graduelle Unterschiede sein; Unterschiede sind es.

    • Also mit Verlaub.
      Ich habe dazu eine komplett andere, durchaus begründbare und überdachte Meinung, die zu äußern ich mir an dieser Stelle aber verkneifen werde.
      Allerdings bitte ich darum, das Thema auch nicht weiter zu vertiefen,
      so recht passt es nicht mehr zum Beitrag und für Relativierung von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung habe ich nur sehr wenig bis gar kein Verständnis.

  5. Illegalität
    Sehr geehrte Frau Castiglione, ich fürchte, das neue Gesetz treibt die Abieter/innen in die Illegalität und damit in Abhängigkeit von Aufsichtsbehörden und „Beschützern“. Auf diese Weise wird die rotgrüne „Errungenschaft“ der Legalisierung korrigiert durch die Strafbarkeit der Anonymität. Gefällt mir nicht.

    Doch weshalb sollten Sie mit dieser Regierung besser fahren als ich? Haben Sie FDP gewählt? Oder sind Sie mit Schuld an MerkelSchäubleNahlesGabriel? Ja?

    Denken Sie an die Gesundheitskarte. Riesige Mengen sensibler Daten auf staatlich „gesicherten“ Speichern mit sehr vielen Zugangsberechtigungen. Mitmachzwang.

    Denken Sie an das Mindestlohngesetz. Die Aufzeichnungspflichten bis zum Verlassen des Betriebes.

    Als letztes Beispiel für die Databulimie der Verwaltung: Diese Jahr müssen die Händler einen großen Teil der Kassen austauschen. Ab 2016 müssen alle Transaktionen längerfristig auslesbar gespeichert werden. Merkel kann nachvollziehen, daß im Bergisch Gladbacher WolfordStore um 16:37 ein Strumpf der Gröe S für 149,90 gekauft wurde. Falls Kundendaten für Bonus etc erfaßt sind, hat Merkel auch Ihren Namen.

    Meine Bitte an alle Leser: Zahlen Sie zumindest Teile mit Bargeld. Halten Sie am Bargeld fest. Wenn Typis wie der Abba recht bekommen, muß man Frau Castiglione mit Silberkannen bezahlen. oder Amazongutscheinen. Oder die Firma bekommt eine Jahresrechnung für die Nutzung der Marke Stützen der Gesellschaft….

    • Mit den Amazongutscheinen wäre ich dann aber auch vorsichtig, lieber Melursus.
      Ansonsten ja, das Datensammeln ist extrem unschön und nimmt Überhand, wobei ich mich immer wieder wundere, wie oft man das noch sagen muss.

    • Titel eingeben
      lieber melursus,
      „Doch weshalb sollten Sie mit dieser Regierung besser fahren als ich?“

      das haben sie trefflich und schön zugleichgesagt.

      liebe despina,
      „wobei ich mich immer wieder wundere, wie oft man das noch sagen muss.“

      hm. vermutlich solange, wie es aus gründen der sicherheit nicht mehr zu machen sein wird. oder so.

  6. .
    hmrpf, der gast da eben, das war ich. pardon.

  7. Gehört
    die Prostitution zum Abendland? Ist sie eine Stütze der Gesellschaft? Warum trinkt man Schnaps?
    .
    Ich will nicht jammern. Wir leben in einer freiheitlichen Gesellschaft. Und da kann jeder machen, was er will (mit gewissen Einschränkungen). Wer beim horizontalen Gewerbe mitmachen will, soll das tun. Die Schutzbedürftigen sind aber die, die da nicht mitmachen wollen, aber mitmachen müssen. Der Rest soll aufhören zu jammern. Schließlich muß ich zum Rauchen auch vor die Tür.

    • @Mob
      „Wir leben in einer freiheitlichen Gesellschaft. Und da kann jeder machen, was er will (mit gewissen Einschränkungen)“.

      Haben Sie über die Freiheit Mensch(Individuum) und Gesellschaft
      wirklich genug nachgedacht?
      Die freiheitliche(n) Wechselbeziehung(en), Wechselwirkung(en)?
      Das ist kein Gleichgewicht, sondern „Geld-Gesellschaft-Arbeit-Zwang“
      Schieflage. Nur diese Schieflage zu Gunsten Gesellschaft…sprich
      freie Marktwirtschaft(mit vorgegebener Jobauswahl), freie
      Geldwirtschaft(Geld bestimmt den Mensch…umgekehrt wäre gut)
      und Vernunft unreife, ohnmächtige Führung angesichts der
      beiden Freiheit-Mächte bescheren inhumane Schieflage.
      Auf humaner Basis…Einer für Alle…Alle für Einen…in gleicher Freiheit…Wechselbeziehung…
      Gleichgewicht…würde unsere schiefe Gesellschaft zusammenbrechen
      wie ein Kartenhaus…vielleicht nicht schlecht für eine dann mögliche
      Gesellschaft auf humaner Basis…alles auf Augenhöhe Vernunft!?

      Gruß
      W.H.

    • Titel eingeben
      «Haben Sie über die Freiheit Mensch(Individuum) und Gesellschaft
      wirklich genug nachgedacht?»

      Einerseits kann man da überhaupt genug nachdenken? Anderseits: sie können ja leider nicht in meinen Kopf gucken. Ich halte den Ausspruch von der ‹freiheitlichen Gesellschaft› für einen großen Beitrag zur Volksverdummung.

      Das Wechselspiel von Staat und Gesellschaft hat mit Rousseaus ‹Gesellschaftsvertrag› ihre metaphysische (oder besser: transzendentale) Basis verloren. Das hat man dann auch auf die Gesellschaft ad interiorem angewandt und nennt das dann ‹einvernehmlich›.

      Und ohne diese Basis: Was nützt es dem Vogel zu fliegen? Irgendwann muß er einen Boden berühren. Eine ‹humane Basis› ist auch nur Etikettenschwindel. Die gibt es auch nur auf metaphysischem Grund und Boden. Und wenn die sich relativ schimpft. Für die ‹freiheitliche Mehrheit› ist Abtreibung von Föten mit Trisomie 21 Diagnose ‹human›. Das läßt sich beliebig erweitern.

      Das Dilemma ist doch: Die Bösen sind immer die anderen.

  8. ...verdammt in alle Ewigkeit...
    ist wohl Ergebnis der Pfingstgeschichte…Sprachverwirrung…
    „verdammt“…“verdummt“…“verDOMt“!?…Free-DOM-HEIT?!
    Ver(nunft)DOMT-HEITET?!…Vernunft-HEIT?!…befreit von
    KrankHEIT im Geistbereich und führt zu GesundHEIT?!…
    wer weiß…aber interessant merkwürdige parallele Analogien…
    analoge Parallelen…sprach-laute-geschichtlich!?

    Gruß
    W.H. :=)

    • wobei
      der Speicher eigentlich ein Zwischenlager ist. Niemand lagert Korn ein, um es dort drin zu behalten.

    • Das Korn im Speicher...
      wird im „verdrehten“ Geisthandeln der Gegenwart als „Nutzung“ sichtbar.

  9. Titel eingeben
    Als Begeisterte Leserin Ihres Blogs, stelle ich letzte Zeit doch fest, dass Ihre Themen sich schwergewichtig um das Thema Sex drehen. Leicht irritierend für mich, mit meiner, ich belustige mich jedes Mal wenn ich die um politische Korrektheit so ziemlich krampfhaft bemühte Bezeichnung ‚ Migrationshintergrund‘

  10. Warum?
    Die nahe liegende Frage zur Datensammelei – seitens der Polizeibehörde – ist doch: Warum? Warum werden diese Daten gesammelt?

    Möglicherweise liegt das daran, dass man sich davon erhofft, den Problembereich der „Osteuropa-Importe“ besser in den Griff zu bekommen. Wenn das mit dieser Methode klappen sollte und osteuropäische Importprostitutierte damit rechtlich gestärkt und die Menschenhandel betreibenden Strukturen geschwächt werden, dann könnte sich diese Maßnahme lohnen.

    Aber nur dann.

    Den Ärger von Frau D. Castiglione über die pseudofreundliche, genau genommen übergrifige, Begründung der Gesetzesinitiative kann ich durchaus nachvollziehen. Hier wird vom Gesetzgeber nicht mit offenen Karten gespielt. Und, dass diese Maßnahmen etwas bringen, das darf durchaus angezweifelt werden, zumal dann, wenn über die Gesetzesinitiative hinaus keine weiteren Maßnahmen erfolgen. Dann dient die ganze Datensammelei nur dem Sicherheitsapparat und seinen Interessen – zu Lasten der Bürgerrechte, die – das sollte nicht nicht zu betonen sein – auch Prostituierte haben sollten…

    Nun: Aber am Ende wird die zu mindestens 50 Prozent gründlich verblödete Bevölkerung in Deutschland trotzdem Merkel oder AfD wählen. Warum auch immer…

    • Man hätte da den Blick beispielsweise gen Österreich wenden können und sehen, dass es dort eine Registrierungspflicht gibt, die leider den erhofften Effekt nicht zu haben scheint.
      Meine Theorie ist ja die, dass, wer in der Lage ist, Menschen in die Prostitution zu drängen oder gar zu zwingen, seine Schäfchen auch dazu bringen wird, sich hübsch ordentlich als freiwillige und über die gesundheitlichen Risiken aufgeklärte Dienstleisterinnen anzumelden.
      Eventuell macht man da den Bock zum Gärtner, obwohl es oberflächlich betrachtet ja erst gar nicht so schlecht ausschaut.

  11. Alle wollen unser Bestes und dann irgendwann kriegen sie es auch.
    Der grosse Schatten der Möglichkeit des Big Data Minings ist eben die Normiertheit unseres Verhaltens.
    Man kann fast nicht mal eben zwischen zwei Geschäftsterminen eine Zeitlücke von zwei Stunden entstehen lassen, für die man vor niemand ein Alibi hat. Bewegungsprofil und Reisebordcomputer sind ggf. auslesbar.

    Das Bargeld abschaffen? Irgendwann kommt ein schlauer Optimierer daher, dass man auf seinen Apparät der neuesten Generation eine „anonyme“ Kleinbeträge-App aufladen kann, bei der dann nur noch auffällt wenn jemand dieses Unterkonto ein wenig häufiger auflädt als ein statistischer Normalbürger in gleichen Arbeits- und Steuerverhältnissen.

    Und dann ist es wieder leicht, ALLE Zahlungen auszulesen.

    Wir werden zu lebendigen Fischstäbchen in unsere Reihenhausschachteln dressiert, leasen ein paar exklusive Erlebnisse, vermehren uns pflichtbewusst unter 30, sonst gibt es Rentenabzüge – und werden dann 10 Jahre nach unserem Hinscheiden aus krankenversicherungstechnischen Gründen zu supergesundem Biodämmstoff verarbeitet.

  12. Stigmatisierung und Ausgrenzung
    noch dazu mit den heutigen Mitteln der Datenhaltung halte ich auch für eine ganz perfiden Angriff der Saubermänner auf unsere verehrte Frau Despina und ihre Kolleginnen.

    Einen sehr schön differenzierten Beitrag gab es unlängst beim WDR. Da werden die Feministinnen zitiert, wirklich zu Wort kommen aber Prostituierte (ganz freiwillige wie eher nicht so freiwillige), noch dazu kommen (oft verfremdet) Freier zu Wort.

    Wie gesagt: Sehr schön differenziert, sehr hörenswert. Deshalb auch der Link:
    http://www.wdr5.de/sendungen/dok5/die-sex-dienstleisterinnen100.html

    (Disclosure: Ich hatte so viel mit „Saubermännern“ zu tun. Immer schön etepetete und wir tun ja alles zum Wohl der Menschheit. Das waren immer die ärgsten Widerlinge, wenn es darauf ankam, mal den Lippenbekenntnissen auch gute Taten folgen zu lassen. Optimierer des eigenen monetären und sonstigen Profits. Ich glaube einfach keinem Saubermann mehr. Punktum.)

  13. Titel eingeben
    Auf der einen Seite soll Prostitution ein ganz normales Gewerbe sein. Auf der anderen Seite läufen die Prostituierten Sturm, wenn sie ihr Gewerbe anmelden sollen – so wie jeder normale Einzelunternehmer auch.

    Auf der einen Seite soll Prostitution eine normale Tätigkeit von selbstimmten Erwachsenen sein, die das aus freiem Willen tun. Auf der anderen Seite werden dann wieder die alten Klischeebilder bedient; vom „rachsüchtigen Exmann“ oder dem großen bösen Freier der die arme kleine Prostituierte unter Druck setzt und zu etwas zwingt.

    Das ist alles ziemlich bigott.

    • Das stimmt so leider nicht, da haben Sie glaube ich etwas missverstanden.

      Es geht nicht um eine Gewerbeanmeldung. Die würde ich sofort und liebend gerne machen, wenn man mich nur lassen würde.
      Die Sache ist nämlich so, dass Prostituierte weder ein Gewerbe anmelden dürfen, noch als Freiberufler anerkannt werden, sie haben schlichtweg keinen Status, und daran ändert auch das neue Gesetz wohl nichts. Das ist das, was mich im Kern aufregt.

      Denn anstatt die Prostitution, wie es eigentlich ja wohl mit dem ProstG ursprünglich angedacht war, aus der Sittenwidrigkeit und einem Wust von Sondergesetzen und -Regelungen in das normale Wirtschaftsleben einzugliedern, schafft man jetzt neue, wieder kompliziertere Regelungen, die nicht darauf abzielen, Normalität und damit Fairness einkehren zu lassen, sondern weiter auf Kontrollzwänge, Druck und Repression abzielen.

      Und in diesem Klima der Kriminalisierung, das man durch die Sonderbehandlung eben schafft, gedeihen auf dem Boden von Rechtsunsicherheit dank kleinteiliger Regelungen auf Länderebene eben Abhängigkeit und Stigmatisierung.

    • Titel eingeben
      Das ist jetzt aber Rabulistik :P Man streiche Gewerbe und setze dafür Tätigkeit ein.
      Ich sehe die Pflicht zur Anmeldung als weiteren Schritt in die Normalität. Nur weil mit dieser Pflicht nicht die Rechte einhergehen, die sich mancher gewünscht hätte, ist die Maßnahme immer noch meilenweit entfernt von Druck und Repression.

    • Naja.
      So gesehen haben wir ja schon eine Anmeldepflicht, nämlich beim Finanzamt und der Sozialversicherung, da herrscht absolute Normalität. So betrachtet hätte es den Aufwand, den man jetzt betreibt also nicht gebraucht, aber es geht eben nicht um Normalität.
      Es geht darum, ein Überwachungsmaßnahmen zu installieren, die man für moralisch geboten hält.

  14. Danke Herr Dean
    Vermutlich ist Prostitution in der Gesellschaft weiter verbreitet als sich Herr Haupts eingestehen will oder kann.
    Viele Freier gehen heimlich zur Dame Ihrer Wahl und prahlen damit nicht am Stammtisch oder im Kegelclub – ist halt nicht schick und paßt nicht so Recht zum christlichen Weltbild.

  15. Filmtip OnTopic
    Joss Whedon, der Macher von Buffy hat eine kleine Serie plus Film geschaffen. Firefly lief nur ein Jahr und ist ein toller Weltraumwestern mit Pferden, Colts und Laserkanonen.
    Zu den vielen Ideen Whedons gehört die Figur der Hure Inara Serra. Eine sehr angesehene, einflußreiche, intelligente und selbstbewußte Frau. Ihre Dienste sind den 1/10 Promille vorbehalten.

    In einer Episode retten die Cowboys ein Hurenhaus vor der Rache eines lokalen Bullys.

  16. droit de la route ou loi pour gagneuse?
    Werte Dispina,

    nach den wenigen Artikeln, die bisher in der FAZ von Ihnen publiziert wurden, liegt zunehmend mehr der Schluß nahe, daß Ihr Name und was unsereins spontan hierzu zu assoziieren bereit wäre, in Kontrast zu Ihren Gedanken zu stehen scheint.

    Ja, bei Reinigung unserer bas de soie steht man tatsächlich hin und wieder vor einem kleinen Problem. Ich gebe sie ja außer Haus. Ferdinand S. in der Maximilianstraße ist da wirklich eine gute Adresse.

    Was Sie da über dieses neue Gesetz schreiben, scheint ja wirklich schockierend für all die Mädels.

    Doch wie ich immer sage, man kann sich nicht um alles Elend in dieser Welt kümmern.

    Ich denke solange die Mädels über die Sie schreiben, ihre Verabredungen mit dem Handy vorbereiten, im Stil der Straße mit 140 Zeichen, billige Kleinanzeigen schalten und übers Internet kommunizieren, gar noch ein Handy im établissement eingeschaltet lassen und Kunden von der Straße bedienen, die auf das kleine Silbertablett nicht selbstverständlich das Geld, wie ihr Handy mit danebenliegendem Akku legen, wirkt doch die Klage über ein solches Gesetz eher lächerlich.

    Da Draußen hat man sich doch schon längst an die Totalüberwachung gewöhnt und die erste „Scheinempörung“ ist längst vorüber.

    Selbstverständlich hat jede cortigiana ihre Webseite – aber macht sie darüber Geschäfte ? Sicher nicht, wenn sie stilvoll arbeitet.

    Heilige Einfalt, man sollte doch zwischen dem Leben und der Straße unterscheiden.

    Mit freundlichem Gruß
    ObjectBe

  17. Prostitution vs. Charlie Hebdo
    Zitat Herr Haupts:“Die vollständige Verschiebung von Prostitution in den Bereich “normaler” Arbeitsverhältnisse ist zwangsläufig ein Angriff auf Persönlichkeits- und damit grundlegende Menschenrechte einer grossen Mehrheit. Weshalb das nie passieren darf.“

    Das klingt so, als würde man sagen die von Islamis erschossenen Zeichner von Charlie Hebdo und alle noch lebenden Karikaturisten gehören nie zur freien Presse, weshalb der Staat jetzt alles, was sie tun strengstens kontrollieren und überwachen muß, damit Moral und Sitte für die Islams gewahrt bleiben.

    Glück auf Herr Haupts

  18. Bildung, Bildung, Bildung...
    Zitat von Herrn Haupt zu Voltaire: “ Und auf dem Niveau habe ich letztmalig in der Schule diskutiert.“

    Lieber Herr Haupt,

    über das Niveau Ihrer Schuldiskussionen zu spekulieren erscheint wenig weiterführend.

    Jedoch scheint Ihnen entgangen zu sein, daß Friedrich der Große Wilhelmine Encke als seine Mätresse mit Achtung und Würde,wie mit einer jährlichen Apanage von 30 000 Tälern wohl mehr schätze, als Ihre persönliche Achtung vor dem Berufsstand einer Cortigiana.

    Mit freundlichem Gruß

    Voltaire

    • Halbbildung, Halbbildung, Halbbildung
      Lieber Herr Voltaire,

      der preußische König, dessen Mätresse Wilhelmine Encke war, war beileibe nicht Ihr Briefpartner und zeitweiliger Bewunderer Friedrich II., genannt Friedrich der Große, der hätte niemals 30.000 Taler für eine Frau ausgegeben. Wilhelmine Emcke war die Mätresse Friedrich Wilhelm II., genannt „der dicke Lüderjahn“.

      Auf den Willi kommt es an
      Gruß
      Besserwisser

  19. .
    so relevant das thema besonders für die im eher rötlich gefärbten bereich arbeitende gesellschaft ist, so sehr hätte es auch recht gut mit „deus ex machina“ harmoniert. denn das grosse brüderchen wird so wohl noch viel weniger vergessen, dass eine person irgendwann einmal dazugehörte – auch wenn sie selbst davon vielleicht dereinst nichts mehr wissen möchte –, ebenso, wie nichts dessen, was je einer im netz schrieb, wie dito.

    es gab zeiten, da witzelte man hier von den stützstrümpfen der gesellschaft…

    • Ich hoffe, ich schaffe es morgen bei Deus zu erklären, warum das im zweiten Schritt dann doch alle angeht.

    • Totaldatenerfassung auf dem Marsch
      Ich fürchte, dass wir hier – in diesem rotlichtigem Teilbereich der Gesellschaft – eine Blaupause sehen können, nämlich genau das, was der Gesellschaft als Ganzes droht: Ein sich immer enger ziehendes Netz aus Kontrolle, Überwachung und Gängelung.

      Es geht uns alle an.

    • Defätismus in Folge von Snowden und Islam ?
      Sehr geehrte Donna Laura,

      Ihr Bemühen, in der Ihnen wohl geboten erscheinenden Zurückhaltung, auf nichtvergessende, steuerfinanzierte, Schatteninstitutionen aufmerksam zu machen, hat zweifellos seine Berechtigung, auch zu diesem Thema (Dienstleistungen), von welchem ich nichts verstehe.

      Ich würde Ihre Worte, so schwer es mir fällt, als Defätismus interpretieren.

      Als stiller Beobachter dieses Blogs berühren mich Ihre mahnenden Worte sehr, denn sie machen auf einen Zustand von besonders freien Staaten aufmerksam, welcher uns Menschen offensichtlich manipuliert und uns zu selbstzensierenden, willfährigen Wesen macht.

      Offensichtlich ist eine erhebliche Anzahl der Menschen bereit sich hier ein- oder unterzuordnen.

      Doch wofür und zu welchem Preis ?

      Mit freundlichem Gruß

      B.Klingenberger

      PS: Frau Despina möge mir verzeihen, wenn ich mich hier nicht zum vorgegebenen Thema geäußert habe.

    • .
      le défaitisme… lieber B. Klingenberger, der reiz, die sammeley auf die spitze zu treiben, liegt doch nun in der möglichkeit, ihrer herr zu werden, und da dürfte es fraglich sein, ob es möglich ist – tyler hat da seine übliche meinung hierzu, soviel im leben dürfte zumindest feststehen :-) – eine demokratie dergestalt wiederaufzurüsten, dass sie den citoyens dient, und nicht etwa „menschen“ dem kapitalismus. mehr als nur begrüssenswert wäre dies.

  20. Titel eingeben
    „Die Zeiten, in denen eine Frau ihrem Ehemann Untertan zu sein hatte“

    Ist das in der Praxis jemals so gehandhabt worden? Ich habe da so meine Zweifel.

    • Nun, es mögen unter den Diskutanten unterschiedliche Auffassungen darüber bestehen, ob dem Gatten beispielsweise von Gesetzes wegen ein Vetorecht in der Frage, ob die Frau überhaupt einer Berufstätigkeit nachgehen darf, eingeräumt werden soll.
      Aber ich meine, das hätte es wohl gegeben, und solche Zeiten wären so lange auch noch nicht her.

  21. hopo@live.com
    Strümpfe waschen? Unterhosen waschen? Kondome etwa auch? Einmal benutzt, weg damit und neue her. Ich reiße jeden morgen (nunja, mittags nach dem Aufstehen) eine neue Packung – Strümpfe jetzt – auf und werfe die gebrauchten abends / nachts in den Müll (bzw. meine Haushälterin). Es gibt Strümpfe und den Rest übrigens längst als Abo. Regelmäßige Lieferung frei Haus und auch ein bisschen günstiger für notorische Sparfüchse und Schnäppchenjäger.

  22. Titel eingeben
    Mich interessiert momentan nur die Frage, warum mein letzter Beitrag der CENSURA Opfer geworden ist, obwohl meinerseits die wohlgemeinte Wahrheit zum Ausdruck gebracht worden ist.

  23. Werte Despina...
    Sie machen doch sonst so einen intelligenten Eindruck…

    Wie kommen Sie auf die alberne Idee, eine Merkel Regierung könnte Regelungen verabschieden die Ihre Interessen zur Grundlage haben?

    Haben Sie ein Vorstellung davon wieviele Spiesser Stimmen das diese Frau kosten könnte?

    • Ach, meine Interessen als Grundlage, so vermessen war ich ja nie.
      Aber dass es so hanebüchen werden würde, hatte ich dann auch nicht angenommen.

  24. Pingback: Markierungen 02/06/2015 - Snippets

  25. Titel eingeben
    @donalphonso mein kommentar ist nicht mehr zu finden

    ich hatte den gestern noch vor der großwäsche abgeschickt und anschließend bin ich mit meinem bandscheibenvorfall fast nicht nach hause gekommen

  26. Nichts ist für unsere "Regenten" ...
    … wichtiger als die Quantifizierbarkeit ihrer „Untergebenen“ – daher die Anmelde- und Registrierungswut.
    .
    Da wird dann gerne etwas als „lückenloser Schutz“ dargestellt, was letztlich nur die „lückenlose Besteuerung“ sicherstellen soll.
    .
    Welche Gewerkschaft verhandelt eigentlich den Mindestlohn im Rotlichtviertel ?

  27. Torsten H
    Hat Herr TH eine eigene Website, auf der er sein offensichlich 100% Wissen und Bescheidwissen zu allem und jedem verbreiten und ich es lesen kann?
    Oft sind seine Gedanken ja, äh, interessant und sogar – wie sagt man? – „weiterführend“, aber manchmal scheint’s (mir jedenfalls), er will nur den Leu wecken (necken?) …und er hat vor allem: viel, sehr viel freie Zeit.

    • Ich verbringe pro Tag insgesamt weniger als eine Stunde auf allen Internetplattformen,
      auf denen ich schreibe oder/und lese.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  28. ein wenig
    @melursus: „Nennen Sie uns fünf Jobs die ein wenig entwürdigender sind.“
    .
    Soldaten, Politiker, Immobilienhaie, Journalisten, manche Musiker (Dixieland, GabbaGabba, „Volks“musiker) …

  29. Off Topic
    „Das Anbieten einer Wohnung auf dem Vermittlerportal AirBnB kann zur fristlosen Kündigung führen. Das Landgericht Berlin billigte das Vorgehen eines Vermieters, der seinen Mieter zuvor deswegen abgemahnt hatte.“

    Es gibt auch giute Nachrichten.

  30. Staatsknecht ist die entwürdigendste tätigkeit
    würde ich sagen denn der Staatsknecht muß alles machen, was die mafia von ihm verlangt.
    es ist am allerbesten wenn die sexarbeiterinnen und kunden auf parkplätzen oder sonst irgendwo zusammenkommen; auf diese weise kassiert die frau das geld von mir und nicht der Staat, der sie ja nur schurigeln und ausnehmen will. Der staat ist der allergrößte gauner, die hand aufhalten und das geld dann an frigiditätspropagandisten weitergeben. aber wir lassen uns von dieser Staatskrake sowieso alles gefallen. Von mir aus kann es so sein daß die legalen Puffs geschlossen werden- da ich sowieso ausreichend zeit habe kann ich mich auf irgendeiner plattform mit frauen absprechen – dürfte überhaupt kein problem sein. und dann kriegt die frau das geld und nicht der Mafiastaat. gut so.

    • Bei solchen Beiträgen würde ich mir eine Kennzeichnung als Sarkasmus wünschen, wenn sie denn so gemeint sind.

  31. THE TIMES
    hat einen Andrew Norfolk, der sauber recherchiert und einen riesigen Kinderschänderskandal aufdeckt, verübt durch muslimische Einwanderer und gedeckt durch „political correctness“ eines linken Establishments, mit völligem Behörden und Staatsversagen. Die FAZ hat … ?,?,?… .
    Andere Tiefpunkte.

Kommentare sind deaktiviert.