Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Ich habe heute leider kein Foto für Sie

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„I’ve been looking so long at these pictures of you
That I almost believe that they’re real“

The Cure, Disintegration

Wenn ich die Frontkamera meines Smartphones nutze, um geschwind zu überprüfen, ob ich einigermaßen öffentlichkeitstauglich aussehe, erschrecke ich manchmal. Man sieht ja selten wirklich gut aus, wenn man aus einem komischen Winkel, womöglich in wenig schmeichelhaftem Neonlicht, spontan in die Kamera schaut. Deshalb mag ich keine Selfies. Wenn nicht mal ich das sehen möchte, warum sollte ich dann andere damit belästigen? Das ist ein bisschen, wie mit kurzen Hosen, oder auch mit Socken in Sandalen. Kann man machen, ist aber Geschmackssache.

Entsprechend hat mich auch der Hashtag #FacesOfProstitution nicht weiter interessiert. Ich weiß ja, wie Sexarbeitende aussehen, ich sehe das allmorgendlich im Spiegel, und war gerade neulich mit einer lieben Kollegin Pizza essen. Ich kenne die Geschichten, die Diversität, und weiß um vieles, das Sexarbeit jenseits der üblichen Klischees ausmacht. #FacesOfProstitution wendet sich eher an Leute, die eben diese Klischees von Sexarbeit im Kopf haben.

Man findet unter diesem Hashtag, ich habe die Bildersuche von Twitter bemüht, zahlreiche Selfies von sehr unterschiedlichen Personen, die der Sexarbeit nachgehen und recht entspannt aussehen. Obwohl, oder weil sie Sexarbeit machen. Losgetreten hat das Ganze eine Sexarbeiterin, die sich auf Twitter Tilly Lawless nennt und offensichtlich auch nicht glücklich mit der Art ist, in der Sexarbeitende in den Medien gerne mal als Opfer dargestellt werden. Oder als Lobbyisten der sogenannten Zuhälterindustrie, für den Fall, dass sie sich getrauen, aufzusprechen. Ganz selten begegnet mir ein Text, der Sexarbeit als – zugegeben, nicht ganz gewöhnliche – Arbeit begreift und die in diesem Bereich Tätigen nicht als Freaks abstempelt.

Die Süddeutsche Zeitung hat jedenfalls #FacesOfProstitution aufgegriffen, der Text ist weder sonderlich lang, noch böse, nur der im letzte Absatz ließ mich die Stirn kraus ziehen: Nicht über Sexarbeit zu twittern sei auch eine Entscheidung, die Millionen träfen, und dafür gebe es wohl Gründe. Ich möchte der Autorin da uneingeschränkt zustimmen, aber aus einer etwas anderen Perspektive und allgemeiner. Denn ginge es nur um Twitter, bräuchten wir gar nicht diskutieren, dann hätten wir nämlich kein Problem. Es gibt allerdings für Sexarbeitende sehr viele, sehr gute Gründe, sich grundsätzlich nicht öffentlich zu äußern.

„Trau´, schau, wem“ gilt in unserer Branche nicht nur im Umgang mit Kundschaft und Betreibern, sondern insgesamt und allumfassend und anscheinend auch im Umgang mit Medien. Ich kann mir schon vorstellen, dass so ein rotlichtig illustrierter, sensationsheischender Artikel öfter gelesen wird, als einer, der sich mit der komplizierten und zugegebenermaßen in weiten Teilen recht unerotischen Materie auseinandersetzt, wo denn in welchem Bereich der Sexarbeit welche Probleme auftreten und weshalb, und wie eigentlich sinnvolle Lösungsansätze dazu aussehen könnten.

Ich nehme an, Leuten ihr geschlossenes Weltbild zu bestätigen und das mit ein paar anregenden Fotos von nackten Hintern in zwielichtigen Etablissements zu garnieren, ist relativ schnell gemacht und verkauft sich einigermaßen zuverlässig. Im Endeffekt mache ich, wenn das Selbstbewusstsein eines recht einfach gestrickten Kunden mit auswendig aufgesagten Plattitüden aufpoliere und dabei Strapse trage, auch nichts anderes. Ist halt die Frage, ob das gute oder schöne Arbeit ist und ob es womöglich auch besser geht.

Jedenfalls, ich lehne gewisse Kundschaft aus gutem Grund ab, und ich würde auch mit einigen Leuten nicht über Prostitution reden, damit sie später darüber schreiben. Es gibt eine Grenze, und zwar die des guten Geschmacks. Es ekelt mich an, wenn mein Berufsstand einerseits fetischisiert und andererseits marginalisiert wird. Es mag schwer vorstellbar sein, aber auch unsereins schätzt eine gewisse Normalität und gesittete Umgangsformen. Das Maß an moralischer Überheblichkeit, das notwendig ist, um von Sexarbeitenden zu verlangen, sie sollten doch mal Gesicht zeigen, um mit ihren Argumenten gegen die Stigmatisierung, die sie von der Möglichkeit, aktiv an der Diskussion teilzunehmen ausschließt, ernstgenommen zu werden, ist marie-antoinettesk. (Ja, ich weiß, Rousseau. Aber das hätte doch niemand erkannt.) Man muss damit rechnen, dass alles, was man als Sexarbeitende sagt, früher oder später gegen einen verwendet wird. Und mit viel spärlich verhüllter Haut illustriert.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe natürlich gar nichts gegen kontroverse Berichterstattung einzuwenden. Man kann, ja man soll sogar bitte, unterschiedlicher Meinung sein, wenn man eine konstruktive Diskussion führen möchte. In den extremen Positionen liegt selten das rechte Maß, und jede Ideologie oder Weltanschauung darf sich wegen mir gern ein hübsches Stück weit der Vernunft unterordnen. Die Prostitution ist weder ein glamouröses Wellnessevent auf der Insel der Glückseligen, noch ein unbedingt auszumerzender Sündenpfuhl. Sexarbeitende sind weder Helden, noch Opfer, sondern in aller Regel einfach Menschen, die ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, und sich aus den mannigfaltigsten Gründen für diese Option entschieden haben. Dass Betroffene im Einzelfall  nicht wild darauf sind, ihre Geschichten zu erzählen, erst recht, wenn es Leidensgeschichten sind, liegt möglicherweise daran, dass sie nicht identifizierbar sein wollen um sich beispielsweise vor Beschämung jedweder Art zu schützen. Denn der respektvolle Umgang mit Sexarbeitenden kann ruhig flächendeckend noch ein bisschen geübt werden.

Nur werden so die Geschichten leider beliebig, sie werden von Dritten erzählt, es gibt keine Bilder und keine Sensationen. Es ist letztlich unser Privatleben. Es geht niemanden etwas an, warum sich jemand im Einzelfall ausgerechnet für Sexarbeit entscheidet. Es geht aber eine Gesellschaft etwas an, ob eine Berufsgruppe, und sei sie noch so unliebsam, benachteiligt, in ihren Grundrechten eingeschränkt und vom Diskurs ausgeschlossen wird. Ich würde mir Berichterstattung wünschen, die genau da ansetzt, und sich nicht damit zufrieden gibt, altgediente Klischees von allmählich aus der Zeit Gefallenen zu reproduzieren.

Über die Arbeitsbedingungen zu reden, halte ich für dringend nötig. Und zwar vornehmlich mit Betroffenen und mit Experten, und nicht unbedingt mit denen, die am lautesten schreien. Wenn es sich aufgrund ihres Betroffenseins Menschen nicht leisten können, ihre Position zu vertreten, dann könnte man ja als Journalist einfach mal ihren Positionen trotzdem Gehör verschaffen. Und zwar gerne bis zu dem Punkt, an dem ihre Stimme wirklich vernommen wird. Dass die abwertenden geschmacklosen Äußerungen einer Ordensschwester in der Diskussion um Sexarbeit in Deutschland eher gehört werden, als die Stimmen der Prostituierten, die sich trotz aller Widrigkeiten zu dem Thema äußern, finde ich gelinde gesagt kurios. Natürlich ist die Perspektive derer, die in der Beratung arbeiten, wertvoll. Aber es gibt mehr als eine Beratungsstelle, und inwiefern es der Meinungsbildung der geneigten Leser dienlich ist, immer wieder das gleiche Netzwerk zu Wort kommen zu lassen, diese Frage ist doch bei den Sexarbeitenden wie auch den Beratenden gleichermaßen angebracht. Selbstverständlich müssen die Bedürfnisse gerade derer, die sich nicht selbst zu Wort melden können, unbedingt berücksichtigt werden. Das gilt unbestritten besonders für migrantische Sexarbeiterinnen, die allein schon die deutsche Sprache nicht in ausreichendem Maß beherrschen. Das gilt aber auch für die, die schweigen, weil sie Angst haben, das Sorgerecht für die Kinder zu verlieren, die Wohnung gekündigt zu bekommen oder die Chance auf eine berufliche Umorientierung zu verspielen.

Ich höre von Frauen, die heimlich arbeiten, niemanden in Kenntnis setzen, wo und wann und dass sie überhaupt der Sexarbeit nachgehen. Offiziell sind sie als Tänzerin, Modell, Masseurin tätig, keine Statistik erfasst sie. Weil sie mehr Angst davor haben, als Hure gebrandmarkt zu werden, als vor dem, was ihnen ein Kunde antun könnte. Und diese Frauen sollen Gesicht zeigen und für ihre Anliegen Position beziehen? Sich beim Gesundheitsamt anmelden und womöglich einem Datenaustausch zwischen den jeweils nur teilweise und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich zuständigen Behörden zustimmen? Während sie in einer rechtlichen Grauzone zwischen unausgegorenem Bundesgesetz und flächendeckenden Berufsausübungsverboten in Form regionaler Verordnungen manövrieren? Und wer aus der Praxis heraus anmerkt, dass derlei Ansinnen eventuell an der Realität vorbeigehen, darf sich als Zuhälterlobbyist beschimpfen lassen? Entschuldigung, ich finde das an Zynismus nicht zu überbieten. Mir ist wichtig, dass die Leute legal und somit sicher arbeiten können. Damit diese Rechnung aufgeht, muss die Legalität aber mehr Schutz bieten, als die Illegalität. Ob die aktuelle Berichterstattung zu einer sachlichen Diskussion beiträgt, die geeignet ist, solche Zustände herbeizuführen, halte ich für hinterfragenswert. Deswegen gibt es von mir leider weder ein Tegernseelfie noch ein #FaceOfProstitution.

 

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66 Lesermeinungen

  1. Respekt, Frau Castiglione
    Sie schreiben gut, sie schreiben in der FAZ, sie sind eine privilegierte Sexarbeiterin. Sie schreiben für sich, über sich, für eine handvoll „Schöngeister“ die sich Prostitution a la Belle Epoque impressionistisch pointillieren wollen.
    Lassen Sie jedoch andere über das unendlich grosse Elend in der 99,99 Prozent der Immigrantinnen auf den Strassen und in Bordellen Deutschlands vegetieren berichten, denn so etwas wie Solidarität mit dem Schicksal von hunderttausenden von Zwangsprostituierten empfinden Sie offenbar nicht. Im Falle eines Sexkaufverbotes bräuchte ich mir um eine Kurtisane wie Sie keine Sorgen zu machen, Sie können lesen und eben gut schreiben, damit kann man Geld verdienen, die Sexualität könnten Sie auf Augenhöhe, ganz ungezwungen, ohne Preisliste weiterhin geniessen können. Aber all den anderen Armuts-/und Zwangsprostituierten wünschte ich ernsthafte Ausstiegshilfen und ein Aufenthaltsrecht bei Aussage gegen Menschenhändler. PS: Akzeptieren Sie doch auch andere Frauen die nicht käuflich sind und auch nicht als solche sigmatisiert werden wollen!

    • Sie verstehen da etwas gründlich falsch. Mir geht es nicht darum, die privilegierte Sexarbeit schön zu schreiben. Mir ist daran gelegen, dass auch für die, die es nicht so schön haben, wie ich – mittlerweile -, würdiges, sicheres und legales Arbeiten möglich ist. Sonst bräuchte ich mir die Mühe nicht machen, wäre ich ignorant, ich könnte mich auch in meinem Ohrensessel zurücklehnen und mir denken „was stört es mich, wenn anderen Leuten das Arbeiten unmöglich gemacht wird, dann gibt es für mich sogar weniger Konkurrenz.“

      So könnte ich sogar auf das Sexkaufverbot ganz gelassen warten, aber das wäre in der Tat unsolidarisch. Es ist falsch, paternalistisch und bigott, ein Sexkaufverbot zu fordern, mit der Argumentation, es schade ja nicht den Sexarbeitenden, im Gegenteil, sondern treffe nur die Kundschaft. Bestrafen Sie den Kauf von was-auch-immer, die jeweils damit ihren Lebensunterhalt bestreitenden Produzenten oder Dienstleister werden sich sicher herzlich bedanken.

      Was Ausstiegshilfen und Bleiberecht angeht, da bin ich ganz bei Ihnen. Nur habe ich davon in den Eckpunkten zum neuen Gesetz nicht viel gelesen. Dass die u. a. mit der aktuellen Berichterstattung oftmals beförderte Stigmatisierung einen Ausstieg erschwert, ist allerdings etwas, das ich von vielen Kolleginnen höre. Die Verwendung von Worten wie „Zwangsprostituierte“ wird in diesem Zusammenhang übrigens auch von Sexarbeitenden kritisiert.
      Genau wie die Mär von der Käuflichkeit. Menschenhandel ist nämlich verboten. Prostitution oder Sexarbeit, wie Sie es nennen möchten, ist eine Dienstleistung. Sexarbeitende möchten vor Menschenhandel geschützt werden und in Frieden und Sicherheit ihre Dienstleistung erbringen können.

    • Sie machen es sich zu einfach....
      Zunächst einmal ist es relativ ironisch, daß sie hier anonym antworten.
      Und dann auch direkt wieder dieser Gutmenschen-Kommentar. Die üblichen Schlagwörter von Zwangsprostitution und 99,99% der Frau die in diesem Gewerbe arbeiten, es aus Zwang machen. Es fehlen einem, bei soviel Unsinn und vor allem Respektlosigkeit gegenüber diesen Frauen, einfach die Wörter. Wo haben Sie eigentlich ihre Zahlen her? Und wissen Sie eigentlich wieviele Frauen diesem Geschäft nachgehen? Gerade um der Zwangsprostitution entgegenzuwirken, sollten die Verfahren vereinfacht werden. Es wird somit nicht einer Mafiaähnlichen-Struktur überlassen Frauen zu übertölpeln (speziell Immigrantinen).
      Akzeptieren Sie doch bitte auch, das viele Frauen diesem Gewerbe nachgehen (käuflich sind wir alle!). Machen Sie ncith den Fehler hier einen Sündenpfuhl aufmachen zu wollen. Die Zeiten sind, Gott sei Dank(!), vorbei. Leider haben aber Leute wie Sie dies immer noch nicht begriffen, daher auch die Probleme für die Frauen in diesem Gewerbe.
      Erst wenn wir akzeptieren, daß Frauen sich bewußt für dieses Gewerbe entscheiden und wir sie nicht mit Stemplen versehen (käuflich!) wird sich etwas ändern. Frauen wollen in keinem Gewerbe, in keienr Branche stigmatisiert werden. Akzeptieren auch Sie, daß es Frauen gibt die im sexuellen Gewerbe arbeiten und sich dazu entschlossen haben. Diese Frauen und deren Entscheidung geht es ebenso zu unterstützen!

  2. Mutig, mutig Frau Castiglione
    Die Begrifflichkeit Sexarbeit dokumentiert Ihren Willen, diese Profession als Beruf wie viele andere darzustellen. Ist sie das wirklich? Ich akzeptiere die Realität der Prostitution, es gab sie immer und es wird sie geben. Ist aber nicht ein Problem, in welchem Umfeld dieses Gewerbe stattfindet? Drogen, Menschenhandel und Kriminalität begleiten dieses Geschäft. Insofern darf man Zweifel haben an der Freiwilligkeit der Sexarbeiterinnen. Auf- und Ausstiegschancen sind wahrscheinlich die Ausnahme, das Ende eines solchen „Berufslebens“ meist traurig. Aber vermutlich habe ich ein völlig falsches Bild von der Szene. Und die Frauen sind alle glücklich in Ihrem Beruf

    • Die Frage ist berechtigt, und ich würde mich nie erdreisten zu behaupten, dass es in der Branche keine Missstände gibt. Das Umfeld ist sicher in manchen, wahrscheinlich vielen Bereichen problematisch, aber die Frage muss erlaubt sein, inwiefern die Rahmenbedingungen diese Zustände befördern. Und da vertrete ich eben die Haltung, dass eine sinnvolle Regulierung, die eine gewisse Qualität sicherstellen muss, den in diesem Bereich tätigen Menschen auf lange Sicht nutzt.
      In der Prostitution findet man die Schnittmenge verschiedenster Spannungsfelder, von schlichter Armut über Suchterkrankungen, Geschlechterfragen, Sexualmoral, eine nicht enden wollende Liste an Themen. Entsprechend kann es keine einfachen Lösungen geben. Schon gar nicht, wenn der Gesetzgeber sich erst seit anderthalb Jahrzehnten mit dem Thema einigermaßen konstruktiv befasst.
      Solange man aber nicht weiß, wie die Branche überhaupt aussieht, ist es eben auch schwierig, Maßnahmen zu ergreifen, die dazu führen die Situation derer, die im Rotlicht arbeiten, zu verbessern. Deshalb rate ich dazu, auch ganz intensiv mit den Leuten zu diskutieren, die aus der Praxis kommen. Und zwar aus jeder Art von Praxis, eil sich die Arbeitsumstände natürlich deutlich unterscheiden.
      „Gelungene“ Sexarbeitsbiografien bekommt man ja oft genau deshalb nicht mit, weil „gelungen“ nicht selten heisst: niemand bekommt etwas mit.

    • Das halte ich für ein Gerücht.
      — Zitat —
      Drogen, Menschenhandel und Kriminalität begleiten dieses Geschäft.
      — Zitat Ende —

      Das halte ich für ein Gerücht. Zwar ist in der Frankfurter Elbestraße ein Junkie-Treff, evtl. ist Beschaffungskriminalität denkbar (habe es aber nie erlebt), aber in den Laufhäusern geht es strikt proper zu.

  3. Wie brauchen uns nicht mehr darüber zu streiten, dass ich Ihre Ziele für falsch halte
    (volle gesellschaftliche Gleichstellung der Prostitution mit jederanderen Form von Arbeit). Wen meine Position dazu interessiert, kann sie in diesem Blog einige Beiträge zurück nachlesen.

    Aber nehmen wir einmal an, ich würde Ihre Position für richtig halten und sie unterstützen. Dann ist Ihre Herangehensweise immer noch falsch. In der Vergangenheit waren Gruppen, die massive Veränderungen wollten, immer und nur dann erfolgreich, wenn die ersten ihrer Mitglieder offensiv und offen ihre Anliegen vertraten.

    Im Gegensatz zu den Gewerkschaftlern der ersten Stunde im 19. Jahrhundert drohen Ihnen auch nicht Tod, Gefängnis, Familienhunger. Sondern im schlimmsten Falle Ausgrenzung durch Teile der heutigen Gesellschaft. Trotzdem zu verlangen, anonym bleiben zu dürfen und andere Ihr Anliegen vertreten zu lassen, ist mimimi. Darüberhinaus überlässt es jenen das Meinungsfeld, die nicht der Auffassung sind, dass alle oder die meisten Prostituierten diese Arbeit gerne oder freiwillig tun, aus ihren Erfahrungen in Beratung, Behörden, Polizei.

    So wird das wirklich nie etwas, sorry. Veränderung ist immer ein Risiko, Sie verlangen eine Änderung (Ihres rechtlichen und gesellschaftlichen Statuses), wollen dabei aber unerkanntbleiben und die Arbeit durch andere erledigen lassen. Menschlich verständlich, politisch aussichtslos.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Was heißt hier "nur" Stigmatisierung,
      Sehr geehrter Vorposter ! Können SIE sich eigentlich vorstellen, was es bedeutet, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz außerhalb des „Milieus“ permanent auf Gummiwände zu stoßen? Gesellschaftlich isoliert zu werden?
      Sämtliche Ehrenämter die man ausgeübt hat, aufgeben zu müssen, weil man als Sexarbeiterin öffentlich geoutet wurde? Nein, können Sie nicht. Über die Folgen eines solchen Zwangsoutings können Sie und Ihresgleichen – gut dotierte berufliche Position, gesellschaftlich integriert etc. sich ebensowenig ein Urteil erlauben, wie über die Situation eines Antragstellers auf SGBII, der verzweifelt auf seinen Bescheid wartet, weil im Jobcenter WIEDER MAL die kompletten Unterlagen verklüngelt wurden oder gleich im Reißwolf gelandet sind. Ich finde es nachgerade unerträglich wenn sich Außenstehende ein Urteil anmaßen über die Handlungsweise und die soziale Lage von Menschen, deren Lebensumstände sie allenfalls vom Hörensagen kennen.

    • gesellschaftliche Gleichstellung der Prostitution nach H.Haupts ..
      Die gegenwärtige, wie auch die vergangenen Gesellschaftsordnungen erkennen nun einmal die Prostitution nicht an. Thorsten Haupts, eine dieser fragwürdige Stützen dieser Gesellschaft, will um seiner selbst willen geliebt werden. Der »Zug des Herzens« muß es sein.

      Ja, Herr Haupts solange es Menschen mit Ihrer Einstellung gibt, wird es auch Zwangsprostitution geben, denn Sie, sie tragen Ihren Beitrag, innerlich lächelnd auf die Prostituierten herabschauend, bei!

      Berufliche Anerkennung der Hure, auf Augenhöhe, ist Voraussetzung zur Beseitigung all des gegenwärtig damit verbundenen Elends, auch wenn es dem Ego der „Haupts“ weh tut.

      Bedauerlicherweise gibt es noch viele von den Thorsten Haupts.

    • @Frau Wessel: Ich kann nicht erkennen, was an Ihren Ausführungen die Überlegung
      widerlegt, das Schicksal sei in jedem Falle besser, als das, was z.B. die ersten Gewerkschafter oder die ersten Suffragetten ernsthaft befürchten mussten. Denn dazu muss ich nur unterschiedliche Gefährdungen einschätzen können. Und mich nicht in die Lage von Leuten versetzen.

      @Professor WasAuchImmer:
      Was genau war, ist oder sollte Ihr Argument sein?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist der Punkt, an dem zu erwartende Nachteile, oder wie Sie es nennen „Schicksal“ schlimmer sein müssen, als das, was anderen Menschen widerfahren ist, um die Beschwerde über einen Missstand zu legitimieren. Ich denke, man darf (und soll vielleicht sogar, das wäre eine andere Überlegung) auch dann suboptimale Zustände benennen und kritisieren, wenn man dadurch nicht in märtyrerhaftes Licht rückt.

    • Mir ging´s gar nicht darum, Diskriminierung oder Stigmtisierung kleinzureden.
      Mein Hinweis bezog sich auf die Aussichtlosigkeit eines politischen Vorhabens, bei dem die davon Betroffenen versuchen, gesichtslos zu bleiben und sich durch andere vertreten zu lassen. Das wird IMHO unter keinen Umständen funktionieren. Den Vergleich mit anderen (früher diskriminierten) Gruppen habe ich nur deshalb gezogen, weil mir die Begründung für die Gesichtslosigkeit angesichts der realen Gefahrenlage nicht vollkommen einleuchtet.

      Oder noch kürzer – Wasch mich, aber mach micht nicht nass, ist ein frommer Wunschtraum. TANSTAAFL.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ja, es ist schwierig und sicherlich nicht optimal, seine Forderungen und/oder Kritik sozusagen aus der Deckung heraus vorzutragen. Aber letztlich eben auch eine Risikoabwägung, und die fällt ja auch individuell unterschiedlich aus. Es gibt ja dankenswerterweise einige Kolleginnen, die sich auch öffentlich zeigen können und wollen.

  4. Tut mir leid...
    …ich verstehe unter Menschenhandel auch Ihre Tätigkeit denn Sie verkaufen (selbst in Ihrem Fall) etwas das fast das wichtigste zwischenmenschliche Interaktion ist, Sie kommerzialisieren Sexualität. Das einzige Stigma dass ich zur Zeit in Deutschland erlebe ist dass man als Frau zur Ware degradiert wird, gibt es doch so viele die ihr Geld damit verdienen/verdienen müssen. Verstehen Sie!? Ich möchte nicht zur Ware stigmatisiert werden. Weil ich meinen Körper NICHT zur sexuellen Benutzung durch andere verkaufe. Es ist salonfähig dass Frauen eine Preisliste mit sich herumführen (!?), Sie und Ihrergleichen fördern diese Entwicklung. Ausserdem habe ich einen Sohn. Sie arbeiten daran dass Sexualität eine Dienstleistung ist, ich arbeite daran meinem Sohn zu vermitteln dass Sexualität keine Dienstleistung ist und Frauen keine Ware sind. Wer schadet wem? Wünsche Ihnen alles Gute!

    • Nein, tut mir leid, ich arbeite nicht daran, dass Sexualität eine Dienstleistung wird. Das fände ich in der Tat schrecklich. Ich möchte aber gerne, dass sexuelle Dienstleistungen in einem sicheren und würdigen Rahmen erbracht und in Anspruch genommen werden können. Sexualität ist sehr viel mehr, als nur sexuelle Dienstleistung. Aber das erfordert eine differenzierte Betrachtung, und vor allem wohl die Bereitschaft, sich von tradierten Beziehungs- und Rollenbildern frei zu machen.

    • Titel eingeben
      „despina“ kommerzialisiert die Sexualität?
      .
      Nicht doch eher & schon immer die Journalisten & deren Blätter („sex sells“), die allgegenwärtige Reklame, das Fernsehen, Hollywoodfilme, Schlager & Popmusik, Literatur, etc… ?
      Wewerfen Sie mal einen Blick auf einen beliebigen Zeitungskiosk.
      Und schauen Sie mal in eine Statistik über die meist aufgerufenen Websites…

    • Nicht übertreiben.
      @FRAU — Zitat —
      Sie verkaufen […] etwas das fast das wichtigste zwischenmenschliche Interaktion ist
      — Zitat Ende —

      Kappes: es ist nicht die wichtigste Interaktion, sondern die tabuisierteste.

      — Zitat —
      Es ist salonfähig dass Frauen eine Preisliste mit sich herumführen
      — Zitat Ende —

      Womöglich mit Preisschildchen? Du kippst von hinten nach vorne über.

      Es ist durchaus richtig, dass wir Kerls uns nach ausnehmend hübschen Mädels umdrehen. So what? Die Mädels machen das gleiche, nur unauffälliger.

    • Abgesehen davon sind Preislisten gar nicht so üblich, ganz oft wird einfach auch nur die Zeit mit einem festen Stundensatz vergütet.

    • Titel eingeben
      Frau Castiglione verkauft ihre Talente, ich die meinen (die woanders liegen). Als Arbeitnehmerin in einem börsennotierten Unternehmen wird mir nicht mehr Respekt entgegen gebracht als der Autorin. Meine Arbeitskraft ist bestenfalls eine Ware, schlimmstenfalls ein notwendiges Übel (Übel, weil man mich derzeit immer noch bezahlen muss und nicht bei Wasser und Brot im firmeneigenen Sklavengefängnis halten kann.) Wie sollte ich mich, wie sollte irgendein Arbeitnehmer sich unter diesen Umständen über die Autorin erheben?

    • Wer schadet wem?
      Es ist schon unglaublich, wie manche Frau auftritt und so ganz offen Sexarbeiter angreift und dann auch noch fest davon überzeugt ist, dass das etwas gutes bewirkt. Die FRAU will ihrem Sohn beibringen, dass Frauen keine Ware sind, indem sie ihn vom Sexkauf abhalten will? Nun ja. FRAU hat da wohl einen blinden Fleck, denn damit bringt sie ihrem Sohn das exakte Gegenteil bei: Dass Prostituierte eine Ware sind. Dass man sie behandeln kann, wie ein Stück Sch*, weil selbst die FRAU – seine Mutter – Sexarbeiter nicht respektieren kann.

      Dass FRAU meint, sie sei irgendwie von Stigma betroffen, weil sie sich als Ware empfindet, zeigt eigentlich nur wie verquer diese Debatte ist, in der sich die „guten“ Frauen als Opfer stilisieren und Prostituierte und ihre grundlegenden Bürgerrechte aufopfern. Eine Nicht-Hure hat keine Ahnung vom Stigma der Sexarbeit. Schon gar nicht dann, wenn sie so viel Energie in das Praktizieren des Stigmas reinsteckt.

      Liebe FRAU, wenn Sie bereit sind, Prostituierte auszuverkaufen, weil sie sich irgendwie dadurch verletzt fühlen, dass manche Männer (und manche Frauen) für Sex bezahlen, hat das nichts mit Kommerzialisierung von Sexualität zu tun. Das hat schlicht und einfach damit zu tun, dass Sie Sexarbeiter*innen nicht ausstehen können.

      Natürlich kommen all diese Gefühle mit „Ich will aber nur Menschenhandel bekämpfen“ daher. Das sind Ausreden, die wir inzwischen alle durchschaut haben. Wer gegen Prostitution kämpft, kämpft nicht mehr gegen Menschenhandel. Die Tatsache, dass Sie Sexarbeit als Menschenhandel bezeichnen, zeigt das sehr gut. Sie interessieren sich keinen Schimmer dafür, was Menschenhandel wirklich heißt und was für eine Ausbeutung das ist. Ihnen geht es darum, Ihrer Abneigung gegen Prostituierte Luft zu verschaffen, ihrem Sohn bei zu bringen, dass Prostituierte keine Menschen sind (sondern Ware). Also mal im Ernst, liebe FRAU: andere FRAUEN sehen das anders! Wir respektieren Sexarbeiterinnen als Frauen und Menschen wie wir alle auch. Es ist Zeit, dass auch Sie so etwas lernen.

  5. Danke!
    Ich möchte mich nicht an der Diskussion beteiligen, sondern mich einfach für diesen Artikel und den Mut der Autorin bedanken!

  6. You need people like me so you can point your f.ckin' fingers...
    Frau Castiglione,

    Sie verstehen nicht. Eigentlich verstehen Sie erschreckend wenig.
    Prostitution ist bekanntlich das älteste Gewerbe. Und das hat seinen Grund. Ebenso wie seine Form. Und die werden Sie oder irgendwelche Politiker nicht ändern.
    Um Sie ein bisschen an den Abgrund der Wahrheit heranzuführen:
    Für ein bisschen Geld erlauben Sie mir, Sie nicht mehr mit „Frau“ anreden zu müssen. Für ein bisschen mehr Geld darf ich Sie ganz anders anreden.
    Etc.
    Folglich ermöglichen Sie die Auflösung des Rechts für eine Handvoll Euros. Das Recht ist wesentlicher Bestandteil der (Zivil-)Gesellschaft. Und es ist gerade nicht käuflich.
    Ergo, kann Ihr Gewerbe niemals Inklusion in die Gesellschaft erfahren.
    Sie sind draußen. Und Sie kommen nicht zurück. Das ist der Preis für Ihren (Stunden-)preis. Und der ist höher als meiner. Damit muss ich leben. Tue ich auch, weil ich drin sein will. In der Gesellschaft.
    Beides geht leider nicht. Sorry.

    • Sie haben einen interessanten Rechtsbegriff, scheint mir.
      Aber ich kann Sie beruhigen. Es ist keine Frage des Preises, wie Sie oder irgendjemand anders mich anreden darf oder nicht. Manches ist einfach nicht verhandelbar, auch wenn sich einige Menschen mit dieser Vorstellung schwer tun.

  7. "Die Würde des Menschen "ist" unantastbar"...heißt es.
    Sie haben in der Person Don…einen würdigen Dialogpartner.
    Ein ausgiebiger, sehr ausgiebiger, Dialog zum Thema Würde
    für sich und anschließend Wahrnehmungen von Antastungen der
    Würde, auch durch sich selbst, möglich oder nicht?
    Oder „soll“ sie nicht angetastet werden?
    Falls doch, vielleicht auch in/mit?…der freien Marktwirtschaft?,
    Berufswirtschaft?, Geldwirtschaft?, Sexarbeit?, Arbeit-Zwang
    überhaupt?, reales Gesellschafts-Zwangleben?…und und und?
    Keiner „klagt an“, kein Richter nimmt wahr,…oder ist alles gut?…
    was die Würde betrifft? Schwerpunktmäßig auch auf Ihr Thema bezogen.
    Wie merkt man Würdeantastung? Haben Sie es gelernt, erlebt?…
    keine Extreme jetzt oder Verallgemeinerungen…diesen Satz
    kennen wir gut…aber keine „Verharmlosungen“ bitte…
    das habe ich noch nicht gehört. Sie? Aber genau da finden
    wir sie vielleicht…die „verbotenen“?, warum eigentlich?,
    Würdeantastungen…inhumanes Leben-Verhalten?…
    wir alle gegen uns, wir selbst gegen uns?
    Wir möchten doch „nur“ human(er?) zusammen leben, oder?
    Also los…vor dem „Quatschen“ und der „Realisation“ steht
    unvermeidbar das Denken:=)

    MfG
    W.H.

  8. Danke für den tollen Artikel
    Lasst doch einfach diejenigen die Spaß an der Sexarbeit haben, weiterhin in Frieden ihre Dienstleistungen verrichten. Danke.

  9. Respekt.
    Bin von der Kraft Ihrer Sprache ebenso beeindruckt wie vom Inhalt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

  10. "...sich von tradierten Beziehungs- und Rollenbildern frei zu machen" ?
    [Link und Zitat eines Leserbriefes aus dem deutschen Ärzteblatt gelöscht]

    Es ist ein Affront und undemokratisch dazu dass Sie meinen obigen Kommentar, der Auszug aus dem Deutschen Ärzteblatt mit dem Bericht
    einer Ärztin zu der erbärmlichen Lage der Prostitutierten an der Deutsch-Tschechischen Grenze nicht posten.
    Dass Kinder von Prostituierten der Prostitution weitergegeben werden oder dass sie in Heimen aufwachsen, ist das Ihre Vorstellung von …“sich von tradierten Beziehungs- und Rollenbildern frei zu machen.“ ???
    Es geht darum weiterzudenken als nur bis zum nächsten Kunden/Freier denn das System „Prostitution“ perpetuiert sich in die Gesellschaft hinein und wirkt zerstörerisch. Dazu tragen Sie ganz beachtlich bei.

    • Verehrte „Frau“,

      Sie können mein Moderationsverhalten gerne als Affront auffassen, das ist Ihnen unbenommen. Nichtsdestotrotz werde ich den Leserbrief, ein Auszug wäre in meinen Augen etwas anderes, den Sie zitiert haben, hier nicht verlinken, es ist eben ein Leserbrief, und nur, weil er im Ärzteblatt steht, hat sein Inhalt keine allgemeine Gültigkeit, sondern bildet eine Einzelmeinung ab.

      Ich gehe aber gerne mal auf die Thesen ein, die Sie hier anscheinend vertreten sehen möchten.

      Die genannte Organisation gehört nach meinem Wissen genau zu dem Netzwerk, das ich kritisiert habe, weil es laut und mit marktschreierischer Penetranz die immer gleichen Gruselgeschichten verbreitet, nach denen, wie Sie es ja auch in Ihrem ersten Kommentar behaupten, 99,99 % der Prostituierten ihrer Arbeit nicht freiwillig nachgehen, pro Tag unfassbar viele Freier bedienen müssen usw.

      Man kann diesen Thesen Glauben schenken, jedoch, betrachtet man die Zahlen etwas genauer, wird klar, dass es sich lohnen könnte, sie zu hinterfragen.

      Ich will es mal ganz simpel vorrechnen:

      Gehen wir von 400.000 Prostituierten in Deutschland aus, wie es die Emma tut. Bei 99,99 % Zwangsprostituierten wären das 399.960 Personen, was heißt, dass nur 40 Sexarbeitende in Deutschland freiwillig diesen Beruf gewählt hätten und demgegenüber knapp die Entsprechung der Einwohner von 4 Großstädten als Zwangsprostituierte mitten unter uns existieren müssten.

      Ausgehend von 51 % männlicher Bevölkerung, von der ich aus Altersgründen großzügig mal die Hälfte abziehe, komme ich auf 20.558.100 sexuell aktive Männer, von denen ich nochmal 10% wegen Homosexualität aus der Rechnung nehme.
      Gerundet errechnet sich so, dass auf 46 Männer in Deutschland eine gezwungene Prostituierte käme.

      Schenkt man weiterhin der Aussage Glauben, dass die Damen am Tag zwischen 10 und 20 Freier zu bedienen hätten, also nehme ich 15 als Schnitt, komme ich bei 20 Arbeitstagen im Monat auf 300 „Freierkontakte“, so nenne ich es mal, pro Zwangsprostituierter. Daraus könnte man konstruieren, dass jeder sexuell aktive, heterosexuelle Mann in Deutschland 6,5 mal im Monat eine Zwangsprostituierte aufsuchen müsste, um das alles irgendwie stimmig zu rechnen.

      Ich diskutiere gerne sachlich mit Ihnen. Ich lasse auch gerne Ihre Ansichten über Sexualität und Moral und all das stehen. Aber ich werde nicht jeder undifferenzierten Meinung eine Plattform bieten.

  11. Titel eingeben
    Ich frage meine Umwelt seit 120 Jahren: Was hat man gegen Socken mit Sandalen? Und wieso? Was spricht dagegen? Weil alle das sagen? (ich vermute, mehr isses wirklich nicht).
    Ich trage – schon aus Protest gegen dies irre Verbot – ganz bewusst Sandalen MIT Socken (..aber auch, weil’s sonst scheuert).

  12. Titel eingeben
    Danke. Ich mag Sie & Ihre Texte.

  13. Sexarbeit ist auch eine Chance selbstbestimmt, unabhängig, frei und flexibel zu leben.
    Ich habs echt satt, dass Ausbeutung immer an Prostitution festgemacht wird.

    Opferschutz muss für alle Arbeitsbereiche gelten und Ausbeutung muss auch in anderen Berufen bekämpft werden!

    Schließen wir doch alle Betriebe die Ausbeuten mit Sondergesetzen, denn die bestehenden Regeln scheinen ja nicht auszureichen…

    Warum gibt es da keine Registrierungs und Meldepflicht für jeden Erntehelfer, jede Pflegekraft, jede Gastrokraft, jeden Arbeiter, der über Fremdfirmen und Arbeitsamt im Heimatland hier her kommt. Diese Firmen und Behörden halten massiv die Hand auf und die Menschen arbeiten unter teils menschenunwürdigen Bedingungen hier… das interessiert aber niemanden, denn es ist moralisch verwerflich sexuelle Dienstleistung gegen Geld anzubieten… da müssen die Frauen „gerettet“ werden, auch gegen ihren Willen, aber es keineswegs moralisch verwerflich osteuropäische Arbeitskräfte auszubeuten, denn das schont ja den eigenen Geldbeutel.

    Diese Scheinheiligkeit und Doppelmoral ist unfassbar.

    Hauptsache das Kilo Fleisch ist günstig…
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-12/schlachthof-fleischindustrie-arbeiter-osteuropa-ausbeutung

    Wäre ja nicht machbar die Eltern selbst zu pflegen und Altenheime sind zu teuer!
    http://www.das-marburger.de/2012/07/systematische-ausbeutung-osteuropaische-pflegekrafte/

    Lieber illegal und damit billig in der Pflege, … warum sagt der Frau niemand welche Rechte sie in Deutschland hat, und dass sie ihre Kinder zu sich holen kann?
    http://www.welt.de/vermischtes/article122978910/Viele-Kinder-nennen-ihre-Muetter-Bankautomat.html

    Moderne Sklaverei!
    http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=9296:-polnische-perlen-das-niedersaechsische-kuenstlerkollektiv-werkgruppe2-thematisiert-in-braunschweig-die-ausbeutung-osteuropaeischer-pflegekraefte&catid=38:die-nachtkritik&Itemid=40

    Zitat:
    Osteuropäische Pflegekräfte arbeiten oft rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche.
    Die fünfzehn Menschen, die dennoch mit werkgruppe2 sprachen, erzählten von einer Welt zwischen liebevoller Fürsorge und wirtschaftlicher Not. Und verbotenen Gefühlen. Wie den plötzlichen Ekel, der eine unerfahrene Pflegekraft würgen lässt, als sie zum ersten Mal ihre Patientin wickeln soll. Der Abend thematisiert die gerne verdrängten, enormen psychischen Belastungen, denen nicht nur ausländische Pflegekräfte ausgesetzt sind. Und den Skandal, dass billige Arbeitskräfte die Defizite eines ineffizienten Gesundheitheitssystems ausgleichen müssen. Es mag abgedroschen klingen, aber das, was die „Polnischen Perlen“ von ihrer Arbeit erzählen, erinnert tatsächlich an eine moderne Form der Sklaverei.
    Zitatende

    900€ für 24 Stunden, 7 Tage die Woche…
    Legal, illegal, fast egal?
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ausbeutung-von-pflegekraeften-legal-illegal-fast-egal.6393de15-0d4f-4b74-9826-730b8b6fb937.html

    Arbeitssklaverei für osteuropäische Wanderarbeiter
    https://www.wsws.org/de/articles/2013/08/27/wand-a27.html

    Zitat:
    In Deutschland erwartet viele von ihnen ein Inferno an Ausbeutung und Ausplünderung. Sie verlassen ihre Heimatländer, um dem Kahlschlag zu entgehen, den die von der EU und dem IWF erzwungenen Privatisierungs- und Sparmaßnahmen verursacht haben. Doch auch in Deutschland werden ihnen selbst minimale soziale Rechte verweigert.

    Am 19. August strahlte die ARD die Reportage „Deutschlands neue Slums, das Geschäft mit den Armutseinwanderern“ von Isabel Schayani und Esat Mogul aus. Die beiden Autoren enthüllten die katastrophalen Arbeits- und Existenzbedingungen, unter denen Wanderarbeiter leben.

    Gezeigt wurden Menschen, die versuchen, Arbeitslosigkeit, Hunger, Krankheit und Kriminalität in den Slums ihrer Heimatländer zu entkommen. Entweder schlagen sie sich auf eigene Faust nach Deutschland durch oder vertrauen sich skrupellosen „Vermittlern“ an. Diese versprechen tariflich abgesicherte Arbeitsverträge und die Bereitstellung von Wohnraum, um die Menschen dann tatsächlich in Arbeitssklaverei zu zwingen……Zitatende

    Das ist nicht mit einer Eindämmung von Prostitution zu bekämpfen!

    Ja, es gibt auch Ausbeutung in der Prostitution, und trotzdem entscheiden sich viele für diese Arbeit, weil sie es als bessere Option sehen, als all die, die sie sonst haben.

    Ich frage mich wo hier die Politiker_innen sind, die aufstehen und vehement fordern, die Ausbeutung zu beenden durch entsprechende Gesetze.

    Wo bleibt Alice Schwarzer mit einem Appell gegen Ausbeutung von osteuropäischen Arbeiter_innen, wo sind SIE und fordern lautstark die Arbeitsausbeutung von Menschen beiderlei Geschlechts in Billiglohnjobs zu beenden?

    Haushaltshilfen aus Osteuropa…
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/haushaltshilfen-aus-osteuropa-geschaefte-in-der-grauzone-11802693.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Zitat:
    Wie viel Geld sie für die Rundumbetreuung bekommt? Barbara Tyrcz, die ihr Zuhause eigentlich 50 Kilometer südlich von Breslau hat, schweigt. Sie ist über eine deutsche Vermittlungsagentur nach Hessen gekommen. Und auch wenn sie das selbst nicht so formulieren würde: Sie ist Teil eines umstrittenen Geschäftskonzepts, an dem ein deutsches und ein polnisches Unternehmen mitverdienen und bei dem die Sozialabgaben in Deutschland umgangen werden. Eine Konstruktion, die typisch ist für diesen grauen Markt, der hinter verschlossenen Türen gewachsen ist.

    Teil 2 im Anschluß…

  14. Teil 2
    [Zitate gekürzt weil lang und Intention ja aus vorherigem Kommentar ersichtlich]

    Hat diese Frauen schon mal jemand gefrasgt, ob sie freiwillig arbeiten und ob es ihnen Spaß macht? Wurden sie gefragt welche psychischen Folgen es für sie hat wie „Leibeigene“ behandelt zu werden, rechtlos?
    Werden die Vermittler als „Zuhälter“ verfolgt? Wessen Interessen gilt es da zu schützen, die der Haushaltshilfen oder der Pflegebedürftigen, oder gar des Staates, der sein Gesundheitswesen nicht so organisiert, dass es sich der Normalbürger auch leisten kann. …. Zitatende

    Es gibt noch zig Beispiele, aber ich hab keine Lust mehr das zu dokumentieren. Ich hab jetzt ein Info-Gespräch mit einer Frau, die sich selbst als HarzIV Opfer bezeichnet und unbedingt Sexdienstleisterin werden möchte.

    Der Staat und die Politik sollte zunächst mal seiner Aufgabe nachkommen und für die Bürger bezahlbaren Wohnraum und Arbeit, die ein Einkommen ermöglicht, von dem man leben kann, schaffen.
    Wir hätten weniger Sexdienstleisterinnen, wenn es ausreichend Möglichkeiten und Alternativen gäbe für Frauen, und Migrantinnen hier zu arbeiten.

    Oh, ich hab vergessen, wenn Prostitution eingedämmt wird und jede einzelne Anbieterin registriert und gemeldet ist, dann lösen sich ja alle Probleme in Luft auf.

    Teil 3 folgt

  15. Teil3
    Ist eine Welt ohne Prostitution vorstellbar? Ja natürlich…
    Es ist auch eine Welt ohne Kriege, Mord, Betrug, Ausbeutung und Gewalt vorstellbar… und es ist ebenso utopisch!

    Es stellt sich weniger die Frage ob es vorstellbar ist, sondern eher ob es wünschenswert und realistisch ist.

    Und nein. Eine Welt ohne Prostiution ist weder wünschenswert noch realistisch!

    Eine Welt, in der niemand hungert, friert oder andere mitunter entwürdigende oder gefährliche Arbeiten verrichten muss um das tägliche Leben und ein Dach über dem Kopf zu sichern ist ebenso nicht realistisch… so lange weltweit Menschen in ärmeren Ländern für unseren Konsum ausgebeutet werden sollten wir zunächst mal diese Probleme angehen und nicht vielen Menschen eine legale Arbeit mit der sie ohne auf „Almosen“ angewiesen zu sein, leben können, unmöglich machen.

    Hier gibt es sicherlich Millionen Betroffene von Arbeitsausbeutung, die zumindest teilweise ebenfalls Opfer von Menschenhandel geworden sind.

    Nur bei denen geht es nicht um Prostitution, darum sind diese Menschen auch nicht interessant.
    Schließlich arbeiten die ja alle freiwillig, hausen nur zum Spaß in irgendwelchen Baracken und sind froh, wenn sie satt werden.

    Lassen sie uns nachdenken, wie wir gemeinsam gegen Ausbeutung in allen Arbeitsbereichen, gegen Ausgrenzung, Stigmatisierung und Menschenhandel vorgehen können und pro

  16. Titel eingeben
    und projezieren sie nicht ihre Vorurteile und Moral auf andere, die einen Weg für sich gefunden haben ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien auf eine legale Weise zu verdienen, ohne der Gesellschaft finanziell zur Last zu fallen.

    LG Tanja
    Sexdienstleisterin seit 10 Jahren

    • Kompliment
      @Tanja

      Dein Kommentar ist einen eigenen Blog-Beitrag wert. Argumente mit Hand und Fuß, und an der Schreibe ist nichts auszusetzen.

      Tip von mir – in geschäftlichen Flautezeiten ein Zubrot verdienen mit bloggen bei der FAZ? (Der Zeitung gehts wirschaftlich noch gut. Ich kaufe sie zwar nicht, deren Politikteil schießt mir den Hut vom Kopf, aber die Blogs lese ich regelmäßig.)

      Kompliment und Gruß, Wolf-Dieter

  17. Werte Frau Despina
    Ihre Feststellung, dass Legalität mehr Schutz als Illegalität bieten
    sollte, finde ich bemerkenswert.

    So selbstverständlich wie schwer herstellbar, in einer sich auflösenden
    Gesellschaft.

    • Nunja, aber ich finde, darauf läuft es eben hinaus. Ich finde schon, wenn der Staat mit einem Fürsorgegedanken an die Sache herangeht, diese Bedingung gelten sollte. Immerhin soll das neue Gesetz ja „Prostituiertenschutzgesetz“ heissen, da wäre es wünschenswert, dass es diesen Zweck auch erfüllt.

  18. Antwort an bürgerliche Erotowissentschaftler...
    Ja, hier schreiben wirklich die „Stützen der Gesellschaft“, die alles Besserwisser. Würde man sie fragen, z.B. Herrn Thorsten Haupts, so würden sie jeden Kontakt mit einer Hure weit von sich weisen. Doch schreibt Herr Haupts, dieser moralische Geschellschaftsbüttel vor einigen Wochen in diesem Blog:

    „Die vollständige Verschiebung von Prostitution in den Bereich “normaler” Arbeitsverhältnisse ist zwangsläufig ein Angriff auf Persönlichkeits- und damit grundlegende Menschenrechte einer grossen Mehrheit. Weshalb das nie passieren darf.“

    Darauf kann ich nur mit Karl Kraus sagen:
    „Muß es eine Sittlichkeit in dieser Welt der Finanzdiebe und Journalisten geben, so sei gefragt, ob nicht die Hure, die Achtung und Ansteckung um einen wahren — Schandlohn riskiert, sittlich tausendmal höher steht, als etwa jene Schufte.“

    • Hallo Fr. "eine Hure"...vielleicht bedeutet Sittlichkeit ausschließlich Seelenliebe?
      Der sittliche Mensch liebt seine Seele, der gewöhnliche sein Eigentum.
      Konfuzius

      …kein höher und kein tiefer…nichts weiter als Seelenliebe.
      Die Art und Weise wie jemand mit anderen (Seelen) umgeht, zeigt
      „Spiegel-Glashaus“ genau, wie er ebenso mit seiner Seele umgeht.
      So erfüllt die für jeden transparente „Sittlichkeit“ sowohl einen
      Gesellschaft-Selbsterkennungs- und Einsichtzweck, als auch
      den selben persönlichen.
      Wer andere „erniedrigt“, tut das mit dem Ziel, sich selber zu erhöhen…
      so einfach ist das mit der Sittlichkeit…für mich.
      Vielleicht kann mein Beitrag Ihnen ein bischen helfen:=)

      MfG
      W.H.

    • Und wenn schon ...
      Ja, sittlich tausendmal höher – geschenkt. Deshalb sind die Berufe Hure, Finanzdieb und Journalist (so kokettierte Karl Kraus, wir Zeitungsleser verstehen) weder normal noch alltäglich noch wünschenswert. „Büttel“ ist heutzutage beleidigender als „Hure“, so weit ist die sexuelle Revolution immerhin siegreich. (Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder, was ich nicht sage.)

    • liebe Tugendprahler.....
      Ach meine Herren, liebe Tugendprahler, es ist eine Freude das Spektrum Ihrer eigenen Privatmoral in Ihren Stellungnahmen zur Kenntnis zu nehmen. Aber haben Sie nicht ein bisschen mehr Mut für klare Worte ?

      In einem von Ihnen herbeigesehnten Sitten- und Wertestaat werden Sie nicht die ersehnte Freiheit finden, sondern Ihren persönlichen Tugendterror.

      Ich glaube Sie gut verstehen zu können, aber Sie, meine Herren, haben nun mal den Druck unterhalb der Gürtellinie und zu Ihrem Glück ist es uns bisher gelungen Ihrer Zurichtung zur Gebärmaschine zu entkommen.

      Sie haben es doch Tag für Tag ganz real in der Hand das ganze Prostitutionsproblem in Ihrem Sinne zu lösen. (Ja,Ja ich meine den da..)

      Aber vielleicht hilft Ihnen der gute alte S.Freud, der da schrieb:“Die zärtliche und die sinnliche Strömung sind bei den wenigsten unter den Gebildeten gehörig miteinander verschmolzen; fast immer fühlt sich der Mann in seiner sexuellen Betätigung durch den Respekt vor dem Weibe beengt und entwickelt seine volle Potenz erst, wenn er ein erniedrigtes Sexualobjekt vor sich hat, was wiederum durch den Umstand mitbegründet ist, daß in seine Sexualziele perverse Komponenten eingehen, die er am geachteten Weibe zu befriedigen sich nicht getraut.“

      Vielleicht gelingt es Ihnen ja doch noch Ihr Problem mit Ihrer Frau zu lösen, dann gehe ich mit Frau Despina in den wohlverdienten Ruhestand.

      Doch bis dahin können Sie uns nicht als Menschen dritter Klasse behandeln.

    • Gnädige Frau, ich beschrieb hier im öffentlichen Stützenblog schon einmal meine
      persönliche Erfahrung mit Huren. Das müssen Sie nicht wissen, aber ich muss es auch nicht jedes Mal wiederholen.

      Ansonsten mache ich es ganz kurz – wenn Sie tatsächlich alles, was Sie heute für gesellschaftlich oder moralisch fragwürdig halten, wirklich NIEMALS tun oder noch niemals getan haben, sind Sie kein Mensch, den ich gerne kennen würde. Savonarolas sind selten ein guter Umgang.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • geht es tatsächlich um Sittlichkeit?
      wenn jedes Gewerbe, Branche, Ideologie, Hinz und Kunz die

      Scheu verloren hat aich öffentlich zu prostituieren und zu blamieren um
      in der Aufmerksamheitsökonomie zu überleben.

    • ...
      da sind die Menschen in den ‚reichen‘ Ländern noch übler dran,
      als die berühmten Hungernden sonstwo.

  19. Die Aussage, was ist denn die Aussage?
    Ich musste das entgegen meiner Gewohnheit 2x lesen (den mäandernde Stil ist Don A. geradezu geschwisterlich ähnlich), um Aussagen herauszufinden. Um was geht es eigentlich: eine junge attraktive Frau, die sich kulturell interessiert und sich mit der Kamera ausgerechnet in die Gypotothek verirrt. Pallas Athene, Niobiden und eine Protraitbüste aus der Kaiserzeit passen aber nun einmal nicht zusammen. Ebensowenig Aussagen, die über das selbst anscheinend ausgeübte Gewerbe stimmen mögen („Sexarbeitende sind weder Helden, noch Opfer, sondern in aller Regel einfach Menschen, die ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, und sich aus den mannigfaltigsten Gründen für diese Option entschieden haben“), na gut, und der Realität in Clubs aller Art. Man liest das und denkt sich: Na ja, der Don A ist zu beneiden, Reichtum zieht Schönheit an. Aber das betrifft halt ein enges Luxussegment und hinter 2 Schönheiten dieser Art stehen 200 andere. Und ich bezweifle, dass der Lebensunterhalt auf diese Weise bestritten werden „muss“; Aldi sucht immer Verkäuferinnen, und wenn sie schön sind, umso besser (die sind aber selten).

  20. kein Büttel
    Herr Haupts erscheint mir öfters „staatstragend“ doch as Herr, nie als Büttel. Seine Beiträge in dieser Zeitung sind sehr konsistent und immer informativ.
    der adhominem Angriff oben paßt nicht hierher.

    noch Honig gefällig?

  21. Moral ist, wenn man moralisch ist.
    Im Umfeld von Prostitution kommt es zu Kriminalität! – Im Umfeld der Baubranche kommt es auch zu Kriminalität. Wird deshalb trotzdem nicht gesellschaftlich geächtet.
    Ausbeutung von Menschen gegen ihren Willen! – Na wie gut, dass sowas in diesem schönen Land sonst quasi nie stattfindet…
    Sexuelle Revolution! – fast 50 Jahre alter Tobak. Noch ein paar Jahre weiter zurück, und wir fangen wieder ganz gruselige Sachen an…
    Sittlichkeit! – Fernsehen!
    Menschenhandel, Verstoß gegen Grundrechte,… – war verboten, ist verboten, bleibt verboten, wurde bestraft, wird bestraft, wird bestraft werden…
    Würde angetastet? – Dank Arbeitsamt zwangsarbeitender Kloputzer.
    Auflösung der Zivilgesellschaft durch Verkauf von Rechten! – Soldaten…

    Wo ist die Grenze für Dienstleistungen?
    1. Massage als medizinische Anwendung
    2. Massage für das persönliche Wohlbefinden
    3. Massage „mit Bonus“ für das persönliche Wohlbefinden
    4. Sex unter vorher abzuklärenden, einvernehmlichen Regeln
    5. Pauschale Regeln, die zwar einheitlich sind, aber nicht zwangsläufig einvernehmlich
    6. Vergewaltigung
    Gewisse schlichte Zeitgenossen scheinen ja zu glauben, dass bei legaler Prostitution alles bis Punkt 6 erlaubt wäre…

    Was bleibt? Moralische Empörung. Mit Rechtsstaat hat das wenig zu tun. Eher damit, anderen seine Wertvorstellungen via Gesetz aufzuzwingen…

  22. Guter Lobbybeitrag
    Ist doch alles ganz einfach. Da will ein Mann für Kohle rumvögeln ohne sich im Vorfeld und auf Dauer anstrengen zu müssen. Natürlich will er sich dabei seine Traumvorstellung erhalten, die Frauen hätten Spass und Freude daran, mit ihm Sex zu haben.
    Also einfach unter Pseudonym in einem Lobbyleitblatt konservativer Männer eine entsprechende Begründungssoße platzieren und alles bleibt so gut wie es ist.

    • Unnötiges Outing
      Nun könnte man diese Argumentation noch für stichhaltig halten, wenn
      a) es nicht in vielen Medien gegenteilige Argumentationen gibt, von denen jede überprüft wurde
      b) es nicht auch schon Gruppierungen gibt, in denen sich Sexarbeiter, die freiwillig tätig sind, zu Wort melden.

      Wieso wird denn Frau D. als Person angezweifelt, während die heulende, misshandelte, drogenabhängige Slovenka F., die verschleppt wurde, per se als existent, aber natürlich geschützt und daher pseudonymisiert, angenommen wird? Gesunde Skepsis sollte dann jeden Beitrag umfassen.

  23. Sind wir nicht alle ein bischen "bluna" ?
    Die Prostitution ist doch in unserer Gesellschaft der Normalfall. Die Journalie zeigt doch sehr schön wie man seine (inhaltliche) Seele verkauft.
    Die „Gesundheitsindustrie“ prostituiert sich für den Gewinn und „produziert“ keine Gesunden sondern kronisch kranke „Einnahmequellen“.
    Soll ich auf die Politik verweisen?
    Ist es für eine Frau schicker in einem 450€ Job als Alleinerziehende die sexuellen Anzüglichkeiten ihres „Arbeitgebers“ zu ertragen, der sehr wohl weiss, daß sie keine Wahl hat?
    Ist die Generation „Praktikum“ mit 100% arbeiten und 0% Bezahlung keine Hurengeneration? Die haben nicht einmal Einnahmen, es „muss denen also eine Befriedigung“ sein?

    Wo ist die Frage nach den Kunden?
    Eine Frau / ein Mann mag es als leicht ansehen etwas anzubieten, für das ein natürlicher Bedarf besteht.

    Wo bleibt denn die Diskussion über die grundsätzlichen Unterschiede bei diesem Markt?
    Männerprostitution gestaltet sich anders, weil die Nachfrage anders ist. Eine männliche Hure ist auch weniger stigmatisiert, das ist ein Hengst der es den verklemmten Schlampen so richtig „besorgt“.

    Es ist entlarvent, wie hier mit dem Thema umgegangen wird.
    Wir haben die Huren die wir uns machen und die Huren sind so wie wir sie wollen. So einfach ist das.
    Ihr wollt andere Huren?
    Ja dann müssten wir uns alle etwas ändern. Und das … kommt ja mal gar nicht in die Tüte.

    Zur Rechtslage:
    Ein unaufgeforderter Griff an die Brust einer fremden Frau ist in Deutschland praktisch nicht bestrafbar.
    Ein Mädchen kann sexuell benutzt werden, wenn es nicht ausdrücklich (und am Besten vor Zeugen) ablehnt.
    Ein Kind ist in Deutschland per Gesetz zur Dienstleistung im Haushalt der Eltern verpflichtet und durch die Gesetzgebung im Rahmen von H4 ist Prostitution eine Dienstleistung wie jede andere.
    Nicht umsonst passieren die aller meisten sexuellen Übergriffe innerhalb der Familie oder des engen Freundeskreises.

    Ihr/ich/wie sind die Gesellschaft die wir uns machen.
    Wer denkt die Hölle in der einige Gesellschaftteile leben wäre vom Himmel gefallen irrt.

    Also etwas weniger selbstgefällig bitte. Der Grat zwischen jedem von uns ein wenig selbst herbeigeführter Prostituierung von uns selbst ist schmal.
    Die Gesetze der letzten 15 Jahre haben ihn nur noch schmaler gemacht. Alleine dies ist ein sicheres Zeichen für unsere Gesellschaft und die Ausrichtung.

    Es sind die westlichen Staaten die in Kriegen die Massenvergewaltigung als Erniedrigung in breitem Einsatz haben. Das war in Jugoslawien so, das ist in der Ukraine so und das läßt sich auch ansonsten weiter verfolgen.

    Wer erniedrigt sich nun selbst und wer wird erniedrigt?

    Hab ich die religiöse Seite erwähnt? Nein? Gut so……

    • ..., das ist ein Hengst der es den verklemmten Schlampen so richtig “besorgt”.
      … und ich dachte, irgendwelche Tunten wären dat.
      Ausgenommen die westlichen Staaten Jugoslawien und Ukraine.
      Generell gilt:
      Wer Fersehen guckt, ist selber schuld; wer Prostitution braucht, ist selber schuld (von Behinderten einmal abgesehen). – Da liegt der Hund begraben, Prostituierte machen ihre Kundschaft durch ihre Tätigkeit zu Behinderten. Und die Blödmänner zahlen dafür freiwillig jeden Preis, freuen sich über jede Berührung.

    • Eine Runde lügen bitte ...
      „Ein Mädchen kann sexuell benutzt werden, wenn es nicht ausdrücklich (und am Besten vor Zeugen) ablehnt.“

      Ist neben glatter Rechtsfälschung auch noch Unsinn, es sei denn, man spricht Frauen die Sexualität ab und hält Sexualität per se für kriminell.

      „Ein Kind ist in Deutschland per Gesetz zur Dienstleistung im Haushalt der Eltern verpflichtet“

      Nach welchem Gesetz? Bitte Gesetzbuch und Artikelnummer.

      „und durch die Gesetzgebung im Rahmen von H4 ist Prostitution eine Dienstleistung wie jede andere.“

      Ist schlicht gelogen. Keine Arbeitsagentur darf oder kann Menschen die Prostitution auch nur nahelegen. Und so soll das auch bleiben.

      „Es sind die westlichen Staaten die in Kriegen die Massenvergewaltigung als Erniedrigung in breitem Einsatz haben. Das war in Jugoslawien so, das ist in der Ukraine so …“

      Massenvergewaltigung durch westliche Staaten? In Jugoslawien? Aus welchem Schauerroman stammt denn dieses Märchen? Und wo sind eigentlich überhaupt westliche Soldaten in der Ukraine, die zumindest theoretisch Massengewaltigungen begehn könnten?

      Suchen Sie sich für Ihre trüben Phantasien doch bitte einen Arzt. Dringend!

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Eigentlich sind sie mir ja zu eindimensional Hr Haupts
      aber da Sie so nett fragen:
      siehe fefe´s blog 6.4.2015
      siehe §1619
      siehe http://fachanwalt-arbeitsrecht.de/prostituierte-arbeitsrecht/
      und ansonsten sollten sie Ihre Beiträge zumindest gelegentlich mit Wissen untermauen, nicht mit Vorurteilen.
      Zum Rest dürfen Sie gurgeln und selbst Recherche betreiben, Sie werden sehen, das bildet ungemein.

    • Wie bei Diskussionen mit Ihnen immer - starke Meinung, zero Fakten.
      Ich frage nach, wo in Deutschland eine Arbeitsagentur Frauen in die Prostitution zwingen kann. Sie antworten mit einem Beitrag über vergangene rechtliche Verbesserungen. Ich frage nach Belegen für etwas anderes, Sie antworten mit fefes Blog (der sagt selbst, er sammelt alle VTs und prüft nichts nach).

      Die einzige Ihrer Antworten, die was taugt, war der Hinweis auf §1619 BGB. Der Rest bleibt das, was er war – VT Schrott der übelsten Sorte.

      Und wenn Sie mal irgendwann wirklich „Recherche“ betreiben, werden Sie schon rauskriegen, wo der Unterschied zwischen wirklichem Faktensammeln und „Links bei fefe abgreifen“ liegt.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • kleine Präzisierung
      Eine Stellungnahme vom Fachministerium:
      unter „Exkurs: Die Agenturen für Arbeit“ :

      http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/prostitutionsgesetz/0302010401.html

      Mag sich ein jeder selbst fragen was interessanter ist, das die Rechtsgrundlage für den Schutz entzogen wurde oder das die Agenturen beschlossen haben das erst mal nicht umzusetzen?

      Wir sind in der Postdemokratie vom veralteten Recht losgelöst. Wir haben „situatives Individualrecht“.

      Die Rechtssicherheit ist jedenfalls keine schützenswertes Gut mehr.

  24. "Doch bis dahin können Sie uns nicht als Menschen dritter Klasse behandeln."
    Auch dann würde es sich schlicht nicht ziemen. Die Klasseneinteilung aus Prostituiertensicht andererseits geht so, hab‘ ich mir sagen lassen:
    1. Klasse – der Freund (andere nennen ihn Zuhälter);
    2. Klasse – zahlungswillige Kundschaft;
    3. Klasse – die Nichtkunden (gemeinhin Wichser genannt).
    Also ist ein staatstragender FAZ-Leser automatisch sowas von dritter Klasse…

    • Also ich habe nicht die geringste Ahnung, wie Sie darauf kommen, dass es da so eine Klasseneinteilung geben könnte, aber ich will Ihnen nicht dagegenreden. Ich habe von so etwas noch nie gehört, und die Idee, dass die Partner von Prostituierten automatisch Zuhälter wären, ist naja, diskriminierend würde ich sagen. Am Ende sind es wohl in den meisten Fällen ganz normale Leute.

  25. Doch schon 54 Antworten ?
    Ad primum. Ich bin vorsichtig, wenn es um Dinge geht, von denen ich nichts verstehe.
    Secundam. Viele Worte um eigentlich die schönste Nebensache der Welt, auch wenn dafür manche Leute bezahlen müssen. Ist das aber in einer (festen) Partnerschaft nicht auch so?
    Tertiam. Ohne die Mädchen / Damen, die sich für diesen Beruf entschieden haben, gäbe es vermutlich weitaus mehr undefinierte Gewalt in dieser Gesellschaft. Wobei ich diesbezüglich eine andere Vorstellung habe.
    Determinatio. Mutig, in diesem Club auch mal ‚unter die Gürtellinie‘ zu gehen.

    • Mich würde ja die heutige Definition von "Mut" mal interessieren.
      Meinungen auf einem auch öffentlichen Blog fallen für mich nicht darunter, aber ich werde auch zunehmend älter.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Herr Haupts
      macht sich seine Welt wide wide witt bumm bumm, wie sie ihm gefällt ….

  26. Leider kein Photo ...
    Ich bin eigentlich ziemlich froh, dass hier diesbezüglich nicht aufgewartet wird, um dezent auf den Titel zurück zu kommen. Für meinen Teil: Ich bin ziemlich dick, klein und unattraktiv. Meine Goldhamster haben das Derby nicht gewonnen und ich denke, das ist auch gut so.
    Im Übrigen habe ich mal mit dem ‚Ludenkönig‘ Deutschlands einen Abend an der Theke verbracht. Nun ja.

  27. Titel eingeben
    Da hat mich des Dons Blog hierherverlinkt, und ich muß ehrlich zugeben, daß es schon sehr mutig ist, offen zu bekennen, daß man – wenn auch aus nachvollziehbaren Gründen – grundsätzlich Socken zu Sandalen trägt. Mir geht es wie der Autorin – es gibt eben Tabus.

    Ach ja, vielen Dank für diesen angenehm zu lesenden und lesenswerten Blogbeitrag!

  28. Könnte man in diesem Blog nicht einen Bildungsanspruch erwarten ?
    Da sagte „melursus am
    12. April 2015 um 22:55 Uhr
    kein Büttel
Herr Haupts erscheint mir öfters “staatstragend” doch als Herr, nie als Büttel.“

    Mag dieses Wort aus einer vergangenen Zeit Empörung hervorrufen weil man es nicht mehr versteht so ist doch, was Herr Haupts erneut zum Besten gibt, mehr als Universalwissen eines Mornigshowgockels eines billigen Privatsenders für Bildzeitungsleser anzusehen.

    • Mehr, viel mehr, vielmehr
      … wie eine Kunstfigur von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

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