Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Alt und laut: Einstürzende Neubauten als museale Artefakte

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Ein handelsübliches Abflussrohr ergibt in der Regel ein „e“

Das ist einer der Sätze, bei denen ich am vergangenen Samstag geschmunzelt habe, als ich ziemlich beeindruckt aus einer Menschenmenge im Haus der Kunst in München Richtung Bühne schaute.

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Wahrscheinlich bin ich relativ leicht zu beeindrucken und oft schon mit ganz einfachen Dingen zufrieden. Etwas Wind um die Nase und die Freiheit, mich auszuspinnen, sind mir viel lieber, als Status und Haltungsnoten. Spieltrieb geht mir vor Geltungsdrang. Experimentierfreude halte ich für ein Zeichen seelischer Gesundheit, den Exzess für ein urmenschliches Bedürfnis und das Hässliche für das notwendige Gegengewicht des Schönen. Es kann etwas durchaus unschön sein, und trotzdem sehr gut. Es ist dann vielleicht ein wenig unkomfortabel, aber die Welt ist nun mal nicht nur Wohlklang, Wahres und Schönes, ich kann da nicht helfen. Und ich lasse mich gerne begeistern, ich mag Menschen, auch wenn es nicht immer danach aussieht, auch, wenn sie mir manchmal beim besten Willen zu anstrengend sind. Anstrengend werden sie mir dann, wenn sie zu glatt, zu schön, zu perfekt sind. Ich mag die Brüche, die Dissonanzen, das menschliche Imperfekt.

Vermutlich sorgen diese Anteile meiner Persönlichkeitsstruktur mit dafür, dass ich als Hübschlerin ohne nennenswerte Ambitionen ganz gut durchs Leben komme, mich an Plastikblumen in billigen Stundenhotels nicht störe und die innere Zerrissenheit meiner Kunden mich nicht erschreckt, sondern anzieht. Für mich hat die Arbeit mit Menschen, die mir die Inkongruenz in ihrer Biographie, ihrem Selbstbild, der nach außen gekehrten Fassade zeigen, so unsagbar viel Reiz und Charme, dass ich mich kaum für eine Alternative erwärmen kann.

Besagte Persönlichkeitsanteile sorgen wahrscheinlich auch dafür, dass ich es manchmal gerne wild und ungestüm mag. Wenn es scheppert und rappelt, ist es meistens gut für mich. Schon immer gewesen. Funkenflug ist wunderbar, und eine der schönsten Arten von Luftbewegung ist, wenn mir von der Musik das Kleidchen flattert. Geht es zur Sache, geht mein Herz auf.

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Was mich durchaus mit einer gewissen Ambivalenz erfüllt. Es gibt Tage, da wünsche ich mir wenig sehnlicher, als ein Strickmuster, das es mir erlaubt, von 9 bis 5 ins Büro zu gehen, einen Mann mit Seitenscheitel und CSU-Ortsverbandsmitgliedschaft lieben, und ein Helene-Fischer-Konzert als kulturelles Highlight betrachten zu können.

Einfache Lösungen, die Flauschigkeit der eigenen Komfortzone, begrenzt von einem recht übersichtlichen Tellerrand. Ein Leben als vermeintlicher gesellschaftlicher Optimalfall. Stattdessen arbeite ich zu unmöglichen Zeiten mit den unmöglichsten Leuten, suche nach der Schnittmenge von schwarzem Block und Ordnungshütern, und gehe auf Konzerte, die andere Leute als Körperverletzung betrachten. Und wieder andere als Avantgarde. Und vermutlich haben beide Seiten ein bisschen recht mit ihrer Einschätzung.

Das jedenfalls dachte ich mir, als ich mutterseelenallein in einer Menschenmenge im Haus der Kunst zu München stand, um mir die Einstürzenden Neubauten anzusehen. Und anzuhören. Also das Gesamtkonstrukt erleben.

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Es ist etwa zwanzig Jahre her, dass ich zum ersten Mal mit dieser Musik in Berührung kam, und ich kann heute noch nicht sagen, was mich mehr gepackt hat: Blixa Bargelds Stimme, seine radikale Wortgewalt, oder die Brachialität der Gesamtperformance. Brachial, das trifft es hervorragend, sowohl konzeptionell als auch deskriptiv. Jedenfalls war ich schlagartig und nachhaltig angetan. Damals, und auch am Samstag.

„Schonungslos“ ist auch ein Wort, das mir einfällt, und „großartig“. Ja, auch „schön“, weil die Musik für mich mit Momenten verknüpft ist, weil sie sich durch meine Biographie zieht, weil ich darin Worte und Ausdruck gefunden habe und mich gesuhlt. Aber einfach „schön“, das wäre zu wenig. Und auch wirklich gelogen, denn rein akustisch lösen geprügelte Stahlplatten bei mir schon auch eher einen Fluchtreflex aus. Zumal ab einer gewissen Lautstärke.

Es braucht aber wohl, um die Zwischenräume leuchten zu lassen, das Hässliche, das Laute, Unangenehme als Gegengewicht. Das Gesamtkunstwerk entsteht nicht durch Negierung dessen, das zu negieren wir neigen, weil es unangenehm ist. Kunst braucht für mich schon auch ein Stück Unfähigkeit, Fehlbarkeit und Pathos. Vor dem Hintergrund der Mittelmäßigkeit wird Besonderes erkennbar, könnte man vielleicht sagen.

Besonders sind die Neubauten. Und laut. Unfassbar laut, habe ich das schon erwähnt?

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In der Dachkonstruktion des Westflügels des Hauses der Kunst finden sich Fensterelemente. Man kann, durchaus, man muss den Gedanken aber erst mal zulassen können, diese Konstruktion als Musikinstrument nutzen. Angst, dass einem das Ding auf den Kopf fällt, darf man sicher haben, aber: Keine Schönheit ohne Gefahr.

Wahrscheinlich muss man konsequent schalldruckorientiert arbeiten, aber dann funktioniert die Umwidmung eines Daches zur Klangerzeugung ganz hervorragend, und manche Frequenzen fahren durch Glas und Metall sehr eindrücklich durch die Magengrube in Richtung Stammhirn. Ziemlich beeindruckend, wenngleich natürlich in etwa das Gegenteil von Belcanto.

Dagegen nimmt sich die Flugzeugturbine, die anscheinend routinemäßig zum Einsatz kommt, fast schon bescheiden aus. Unprätentiöse Außergewöhnlichkeit, ihr Klang: zart, irrsinnig schön für meine Ohren, klirrend (aber ganz anders, als die Dachfenster), und ein wenig erschreckend. Erschreckend, weil völlig fremd. Ungehört in dieser Form. Normalerweise macht auf Flugzeugturbinen ja auch niemand Musik.

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Fast niemand.

Experimentierfreude, Töne zu suchen, fehl schlagen, vielleicht am eigenen, steigenden Anspruch scheitern, und am Ende dann machen, dass Schrott herzzerreißend schön klingt. Eine krude, außergewöhnliche und seltene Mischung aus Haltung und Geschmeidigkeit, braucht es wahrscheinlich, um das Konzept Einstürzende Neubauten 35 Jahre lang durchzuziehen, sich im Haus der Kunst auf eine Bühne zu stellen, und ganz souverän den Zusammenbruch, das in-sich-Zusammenstürzen, zu feiern. Und dabei gut auszusehen. Vielleicht nicht in Höchstform zu sein, aber deswegen nicht minder beeindruckend. Das ist eine Art Metakompetenz, der gelingende Versuch, zwei unvereinbare Gegensätze zu vereinen, indem man sie gleichermaßen vage und treffsicher verkörpert. Oder benennt. Wie gesagt, ich bin von der Sprache Bargelds absolut begeistert.

Ich werde mich deshalb nicht darin versuchen, zu beschreiben, wie unfassbar großartig ich das finde, was dieser Mann mit Worten macht. Nach zwanzig Jahren überrascht, beeindruckt und erfreut mich dieses Phänomen noch regelmäßig. Mehr, als entrückt grinsend und zufrieden nickend im Publikum zu stehen, kann ich da als Statement leider nicht bieten. Sie erleben mich sprachlos, auch angesichts der Setlist, die ich mir, hätte man mich vorab gefragt, genau so gewünscht hätte. „Greatest Hits“, angeblich ironisch, für mich auch sehr episch.

Das Publikum, überhaupt. Für Münchner Verhältnisse eine recht bunte Mischung, den Altersschnitt dürfte ich durchaus gesenkt haben. Die Achtziger habe ich in Windeln verbracht und bin zum Mauerfall mit dem Fahrrad im Kreis gefahren, die meisten Leute im Publikum dürften zu dieser Zeit mit anderen Dingen befasst gewesen sein. Und einige, ganz wenige, noch nicht geboren, was mich sehr gefreut hat. Generationenübergreifender Krawall als anerkannte Ausdrucksform fraglich arrivierter Sub-Kultur. Wie schön, wenn Sachverhalte sich nicht eindeutig zuordnen lassen. Diversität ist super.

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Differenzierung auch. Deshalb, und weil ich als schüchternes Mauerblümchen mich nicht getraute, die Kamera zum Konzert mitzubringen und ungefragt Menschen zu fotografieren, habe ich mich gestern erneut auf den Weg gemacht, um mir die Ausstellung „Geniale Dilletanten“, in deren Rahmen das Konzert am vergangenen Samstag stattfand (und die Sie noch bis zum 11. Oktober diesen Jahres dort besuchen können), anzusehen. Einerseits empfand ich es als erstaunlich, in ein Museum zu gehen, um eine Zeit zu betrachten, zu der es mich schon gab, andererseits habe ich damals eben Sandburgen gebaut und niedlich ausgesehen. Mein „Wissen“ über das Lebensgefühl dieses Jahrzehnts ist theoretisch. Nicht nur, weil ich sicher in einem der konservativsten Elternhäuser dieser Dekade aufgewachsen bin. Das im Rückblick aufkommende Gefühl des sich genau-dagegen-Wendens hat die Ausstellung aber in mir angestoßen.

Die Ästhetik der Achtziger ist mir nicht fremd: polyesterbezogene Stühle, löchrige Jeans und toupiertes Haar sind Kindheitserinnerungen. Nicht nur, natürlich, aber auch an den seinerzeit schon recht regen Widerspruchsgeist von Klein-Despina, die mit kratzendem Matrosenkragen um den Hals auf dem Spielplatz die Dorfpunks beobachtet und sich dort viel mehr zuhause gefühlt hat, als in der Idylle des Neubaugebiets.

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Das Wort „Dorfpunk“ habe ich übrigens schon einige Zeit nicht mehr gehört, in einem der Filme zur Ausstellung taucht es auf. Widerspruchsgeist, der ich bin, habe ich den Film, der im Eingangsbereich der Ausstellung zu sehen ist erst angeschaut, bevor ich sie verlassen habe. Ihn anzusehen, bevor man das obere Stockwerk betritt, mag eine schöne Einstimmung sein auf das, was es dort zu sehen und hören gibt.

Das ist weit mehr als Einstürzende Neubauten, und viel, das ich noch nicht bewusst gehört und gesehen habe. Fotografien, natürlich. Malerei. Und viel Akustik. Ein weiterer Film, den ich nur in der Ecke stehend verfolgt habe, der Raum in plüschigem Rot wie damals das Kino, in dem ich die unendliche Geschichte angesehen habe. FSK ab 6. Da gab es auch eine Band, von der ich nichts wusste. Und schon bin ich am lesen, herummäandrieren, schauen. Jemand spricht über Gorbatschow. Mir fällt kein Politiker ein, der heutzutage einen auf einem kleinen „i“ endenden Kosenamen trüge. Ein mit Legosteinen gefüllter Kanister. Musik, die ich nur am Rande wahrnehme. Die Frisuren scheinen allmählich wieder in Mode zu kommen.

Nach knappen drei Stunden, die ich nicht alleine in den „Genialen Dilletanten“ verbracht habe, verlasse ich das Haus der Kunst und fühle mich ein bisschen als Punk.

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48 Lesermeinungen

  1. nostalgisch
    Anzunehmen ist, dass nach nunmehr 35 Jahren diese alten Herren (falls es noch die gleichen sind) eine gewisse Professionalität entwickelt haben und nun sogar richtige Musik spielen? Oder markierten sie nur? …um ihrem alten Dilettanten-Image zu entsprechen? (Ohne die Verpflichtung damals zum schicken Hamburger Zadeck-Theater und damit volle Pulle ins Feuilleton gehievt, wären die heute zu Recht vergessen).
    Ich vermute, der Aufsatz oben entspringt weniger Ihrer Musikliebe als Nostalgie. (Kenn ich nur zu genau. Obwohl: als ich nach drei Jahrzehnten mal wieder die erste King Crimson-LP auflegte (ich bin viel älter als Sie), war ich erstaunt, dass ich diesen Kitsch mal ganz toll und „progressiv“ fand. Ich war wohl erwachsen geworden.

    • Nunja, die Frage nach der Professionalität dürfte in dem gegebenen Kontext nicht ganz einfach zu beantworten sein. Es ist beides, und das ist gut so, weil genau an der Bruchstelle wird es ja interessant.
      Und für echte Nostalgie, will ich mal hoffen, bin ich noch nicht ganz alt genug.

  2. Heute trinken Ex-Punks nach dem Auftritt Prosecco (aber Rosé, bitte)
    So besichtigt am vergangenen Mittwoch in einer Frankfurter Bar nach der Lesung eines gewissen Oskar R., der den Blixa nach eigenem Bekunden wohl sehr gut kennengelernt hat, in den wilden 80ern.

    Lustige Anekdötchen waren da dabei, aber die Musik aus der Szene, nu ja.
    Habe mir dunnemals lieber die Kracher von Boy George und Bruce Springsteen (passt nich so zusammen, wa?) oder halt Kate Bush angehört.

    • Demnächst
      findet wohl im HdK auch ein Konzert der Goldenen Zitronen statt. Mit anschließender Diskussionsrunde.

      Auf den ersten Blick kann man das amüsant finden, auf den zweiten finde ich es gar nicht so abwegig, seine Jugendkultur zu reflektieren. Und wer dazu Prosecco trinken mag, mei. Jünger wird man nicht und Geschmack verändert sich.

  3. L e e r journalismus...........
    in diesen Tagen und Wochen wird ja viel über die Krise und Glaubwürdigkeit des Journalismus gesprochen.

    1440 Wörter einer sich hinter einem Pseudonym verbergenden, angeblichen Autorin, die die Krise des Journalismus versinnbildlichen.

    Die große Chance über das zu schreiben, was die Autorin angeblich am besten kann, wird somit einmal mehr verspielt.

    Früher gab es einmal das Sprichwort: “ Schuster bleib bei Deinem Leisten.“

    Mit freundlichem Gruß

    B.Klingenberger

    • Schimpfen kann jeder
      Wenn mir was nicht gefällt, ist das noch lange keine Entschuldigung, an „Krise des Journalismus“ zu denken. Selbst wenn ich es täte, würde ich erst recht keine Energie darauf verschwenden, die Keule herauszuholen.

      Despina, ich mag ihren Schreibstil gerne, und ich unterstütze unseren Hauptgastgeber, D A, Ihnen weit mehr Raum zu geben als fast jedem anderen Gastautor. Sie haben eine sehr persönliche Stimme, vielleicht eben, weil sie kein Leben führen, das „man“ so führt.

      Und darum gehts: Kein Zombie werden! Aber das haben Zombies so an sich: Hütchen, Schühchen Täschchen fassend auf alles Fremde einprügeln.

      Weil es Angst macht, dass man sein Leben im Biedermeier vergeigt hat.

    • Ich danke, sehr nett. Solange ich hier eingeladen werde, bleibe ich auch gerne da.

  4. Punk sei dank
    Auch wenn ich mit den „Neubauten“ nie so wirklich etwas anfangen konnte, wenn ich die Musik dieser Zeit mit dem vergleiche, was aus BR3 und Konsorten sülzt – war das eindeutig lebendiger.

    Die Stimmung war nicht die heutige global-fatalistische Resignation, sondern ein persönlicher Aufbruch aus der spiessigen Vorgegebenheit, lustvoller als die Spiegelstrichfechtereien der verschiedenen Ismen-Anhänger, und intelligenter und menschlicher als der ganze „Sympatisanten-Dumpfkreis“.

    Ausgerechnet Herrhausen müssen die Idioten umbringen – einen der letzten Banker mit nicht nur Zahlen im Kopf. Da kann man jetzt wieder Verschwörungstheorien ausbrüten…

    Das Merkmal unserer Zeit ist Selbstentfremdung. Manische Selbstoptimierung. In ihrem Beruf sind sie in gewisser Weise Nutzniesserin des Outsourcing.

    Warum liegen am Eisbach nur noch alle im Bikini oder Riesenshort herum?

    Warum wickeln sich alle sofort in ihr Handtuch, wenn sie in einer Fkk-Nacht in einer Therme aus dem Wasser kommen?

    Warum kommt niemand (ausser Kinder, Irren und Freaks) auf die Idee, dass es sich an diesen heissen Tagen schön anfühlt, barfuss in der Stadt zu laufen, die Unterschied wenn die Temperaturen des Bodens etwas abgekühlt haben. Nein, man fährt 50 km zum „Barfusspark“…

    Mich freut es, dass Sie auch ein ganz anderes Thema diskutieren, als üblich. SO ergiebig ist kommerzieller Sex nun auch wieder nicht.
    Es geht darum, sein Leben bewusst zu leben, und nicht nur als Zombie das zu tun, was alle Zombies auch tun, Michael Jackson oder Britney Spears hören.

    Bevor ich heiratete, habe ich öfter „Swingerclubs“ besucht, als stressarme und dennoch gleichberechtigte Art, seinen Hormonhaushalt bei Laune zu halten, und eine ganze Menge netter Frauen kennengelernt.
    Irgendwie wollte ich, dass das „ja“ freiwillig bleibt, nicht von der Knete abhängt – auch wenn ich mir sie so ähnlich wie meine nette Friseurin vorstelle.
    Denn die ganze Pr0noindustrie, von den Plateaustelzen zu den Gummibrüsten, finde ich ekelhaft und treibt nur einen tieferen Keil in die Lust zwischen Mann und Frau – die sich dann in ein DorisDay Schlafzimmer verbannt fühlen, wo nicht nur der Gummibaum welkt.

    Mal sehen, wie Griechenland jetzt die allgemeine Lage verändert – sie hätten es längst rausgeschmissen, wenn das harmlos wäre.

    Aber im Moment haben wir mal richtig Sommer, und während die Jugend cool in ihren Badeklamotten abhängt, und die Geilgreise lefzentropfend dem raren Frischfleisch im Nacktbadebereich hinterherhecheln, frage ich mich, ob auf der Zeitachse immer Zukunft kommt.

    In den Achtzigern dachte man doch eher, dass Badekleidung ausstirbt – aber heute ist alles Sexuelle „kindesmissbrauchend“ , während neunjärige Mädchen auf dem Smartphone Hard-Core Seiten aufrufen als Mutprobe.

    Weit normaler fände ich es, wenn -oft damit genervt- explizit erotische Parties wie das Fantasy Fest in Key West, FL oder Diskotheken wie der KitKatClub weit weniger besonders oder „anrüchig“ wären. Ich erinnere mich, dass München in den Achtzigern einen manchmal sehr textilarmen Fasching feierte.

    Selbstentfemdung und Persönlichkeitsoptimierung zur Erzielung eines maximale Returns on Beziehungsinvestment heisst die Devise.
    Wenn man noch gelegentlich nach dem Kurs gemeinsam in die Sauna ginge, würde man schnell herausfinden, wer nur hübsch oder nur ein Idiot ist.
    So wie ich im Moment schwitze, kommen mir automatisch heisse Gedanken, und ich frage mich, warum ich eine Short hier zu hause trage, weil man das eben so macht. Man will ja nicht so albern sein, wie der nackte Glatzkopf in Sex and the City auf dem weissen Sofa.

    Aber manchmal könnten wir uns gut überlegen, ob man alles immer so weiter machen sollte. Warum nicht öfter mal barfuss laufen? Warum nicht mehr Events ohne Kleider?
    Und warum Jugendliche in den Arrest stecken, wenn sie in einer Therme das naheliegendste von der Welt gemacht haben?

  5. Was soll man bei dieser Hitze schon zu Griechenland sagen
    ThorHa: Hab mich sehr amüsiert.

    Bei Sex ist das so, er ist bestimmt nicht alles, aber wer „nie“ daran denkt, ist meistens das grösste Ferkel.

  6. Der Punk ist nackt!
    Er ist gar kein Punk!

    Was macht eigentlich colorcraze?

  7. Titel eingeben
    Aaah gute Musik, The Can, die Neubauten, Mixcloud kommt auch gut in Th.
    Das „Risiko“ an den York Brücken, Bier und knutschen, war eine gute Zeit.
    Danke für ihre Zeilen und ihre Begeisterung;-)

  8. Dorfprunk - Fülle des Wohllauts, antiquarisch evtl. noch zu finden, auf CD o.ä. -
    Dahergeführt vom Geist wunderbar eindringlicher Musikerzählung – wir alle raunende Beschwörer des Imperfekts. Im Ohr der anderen.

    Ingrid Bergmann trifft Ingeborg Bachmann. Malina in Rom. Suhrkamps nachdenklich Sonnenbrille zur Rechten. Weit stürzen die Artefakte empor.

    Niemand ist Ohr, keiner hat Gesicht. Seelische Glasplatten. Konsequent Schalldruck orientiert.

    Museale Einhausungen negieren Unfähigkeit, Stück und Pathos nie. Kein Sex auf Holz. Höchstform haltender Geschmeidigkeit.

    Alle Jahrzehnte spreizen in Beziehung. Zwischenräume Gegengewicht. Polyesterlöcher. Schnittmenge Stahlfluchtreflex. Töne auf Faßbinders Leinwände. Es wird.

    Expierimentierfreude Metakompetenz. Frisuren bleiben allmählich aber doch Mode. Suhlflucht. Nackte Phänomen als bunte Mischung. Harribo vom Amt. Flauschigkeit zerleben. Die Magengrube im Stammhirn.

    Die Magengruben im Stammhirn ziehen vergangene Bergleute an. Leise rattern Körbe zur Tiefe. Fülle des Dunkel.

    Ein ungefähr von acht Buchstaben.

  9. Politiker mit i am Kosenamenende vielleicht nicht, aber eine Politikerin - unsere
    „Mutti“…

  10. Früher - alles vorbei. Man kann es sich so kaum noch vorstellen- und war doch gelebtes
    leben. http://tinyurl.com/orrebyp

    Aber „Tauben im Gras“ (Wiki) – ein klassisches „trotzdem“.

  11. ZUhören??
    Da der Strom der Meinungen offenbar ziemlich versiegt zu sein scheint, schade, fällt mir beim Wiederlesen noch einmal auf, wie wichtig es ist, die Zwischentöne des Zweifels unserer Vorstellungen zu hören, wo alle Welt nur den Paukenschlägen seiner Erwartungen und Vorurteile lauschen will.

    Gerade da Unvollkommene, Gebrochene ist spannend, wenn es ehrlich ist – selbst da wird das Megapeinliche einer Katzenberger oder von Familie Geissens – theoretisch- spannend, weil da ein indiskreter Bruch zum normalen Privilegienträger deutlich wird – praktisch dennoch eine Katastrophe, weil es völlig falsche Akzente für den armen Zuschauer setzt.

    Der Protest als systemstabilisierende Attitüde, Luhmann, glaube ich??, da gibt es viel an „Dagegen“, was über die plakattragende Maus von Uli Stein nicht herauskommt.

    Meine Frau hat neulich einen sehr klugen Gedanken geäussert, als sie sagte, sie habe sich sehr über den Spott und die Häme über Sarah Fergie Fergusson geärgert, als die Photos um die Welt gingen, die den Reitlehrer an ihren Zehen nuckelnd zeigten. Erotische Phantasie ist vielfältig, und immer leicht zu verletzen – sobald irgendetwas von der DorisDayFamilie -Ken und Barbie, zwei Kinder ein Hund und ein Station Wagon ( heute ein VW Touran) abweicht, windet sich Deutschland vor Lachen.

    Wir sollten uns besser zuhören, gerade wenn wir am Schmimmen, statt am Dozieren sind, und insofern auch ein Kompliment an unseren Hauptgastgeber, D A, Despina eine Plattform anzubieten, wenn sie mal nicht über das Klischee käuflichen Sexes schreibt, sondern über den Mut, sein Leben auszuprobieren, gelegentliches Scheitern inklusive.

    Nur der Mut zum Risiko kann uns als Gesellschaft neue Impulse bringen – und dafür sind vor allem Menschen wichtig, die sich nicht als ihre eigene perfekte Inszenierung wahrnehmen. Merkelsche „Alternativlosigkeit“ ist ätzend – und oft verkleistert sie nur mögliche Auswege, weil sie einen nur auf Schienen denken lässt.
    Darum lese ich gerne, Despina, Ihre sehr lebendige, bildliche Sprache, weil sie deutlich macht, was sie denken.
    Da gibt es ein Buch, dass die peinlichsten literarischen Formulierungen zur Sexualität auflistet, und Ihre Art zu texten, hebt sich wohltuend normal von so vielem Gestelzten ab; so wie es mir auch bei D A gefällt, weshalb ich auf dieser Seite zu den Stammkunden gehöre.

  12. Titel eingeben
    „Ich mag…das menschliche Imperfekt.“ Wie sympathisch. Es gibt kaum noch Sprache und Ausdruck für den Imperfekt. Wird der heute doch mit ‚Selbst schuld‘ übersetzt. Umso schöner der Text.

  13. Neubauten bei den SdG...
    …so passt dieser Gastbeitrag zu des Hausherren Vorliebe zum Thema Immobilien. Hörtipp: Kalte Sterne. Bevor das gesamte Inventar eines mittelständischen Bauunternehmens bei den Neubauten auf der Bühne stand. Amphetamine reptiles!

  14. Titel eingeben
    In der Tat, genitale Dilettanten. Bei diesem Wetter würde ich aber auch das Profane nicht verschmähen:

    https://www.youtube.com/watch?v=bIIGKV27FaY

    Sed fugit tempus, die Musik entwickelt sich weiter und bald ist auch die AfD Geschichte (zum Glück).

  15. Punk...
    …ist einfach wunderbar. Probehören ist schonmal gut. Von Rock’N’Roll bis Experimental, alles drin. Vorab. Es handelt sich um eine Erfindung aus USA. McLaren/Pistols/England war nur Zweitverwertung. Hier zwei Standardwerke zum Lesen. „Please Kill Me“ (McNeil/McCain/Grove Press). Gibts in deutscher Sprache. Englisch ist viel besser. „Verschwende deine Jugend“ (Jürgen Teipel/Suhrkamp). In dieser Reihenfolge lesen. Zur deutschen Geschichte des P gibt es die gleichnamige Kompilation auf dem fast vergessenen Medium CD. Die originalen Schallplatten sind schwer zu bekommen. Toller Erstüberblick. Die amerikanischen und englischen Platten gibts heute noch und sind zum Testen online verfügbar.
    Beide Bücher verdienen 100/100 Punkten und sind klassische oral histories. Und viel mehr als nur Musik. Unglaubliche Energie, die beim Lesen fühlbar ist und NICHTS, aber auch gar NICHTS, mit Iros und Biertrinken aus der Flasche im Stadtpark zu tun hat.

  16. Total OT
    Oxi….
    Kommt den alten weissen Männern evtl. in den Sinn, dass sie
    letztlich nicht gegen den Feminismus verlieren werden, sondern
    gegen die jungen weissen Männer.

    zu lesen war: mehrheitlich stimmten die Ü55 für NAI, die jüngeren
    für OXI.
    wer unter den EU Verhandlern ist unter 55 Jahren?

    • und irgendwann
      werden die EU-Eliten feststellen, dass sich nachfolgende Generationen
      nicht am Rechner ausdrucken lassen.

    • Endlich haben sich die Griechen ihren GROXIT ...
      … selbst gewählt.

      Jetzt dürfen sie bald auch selbst schauen, wie es ohne weitere EURO-Scheinchen weiter geht.
      .
      Die Ü55-Säcke haben eben Angst, dass ihre Renten auf Drachme2 umgestellt werden und ihr süßes Frührentnerleben in Gesamteuropa schlagartig vorbei ist. Sie können dann nur noch in GR vor der Taverne sitzen und bald wieder vermehrt lokal produzierten Wein trinken, statt in Zürich, Paris und London auf dicke Hose mit edlem franz. Champagner zu machen.
      .
      Die Jugend erhofft sich von der Drachme2 preisliche Wettbewerbsfähigkeit (dh. mehr Wettbewerbsfähigkeit ohne eigene individuelle Anstrengung sondern über kollektive Verarmung).
      .
      Da passen die Erwartungen der Generationen wohl nicht recht zusammen …

    • Werden sie denn verlieren?
      Ich bin mir da nicht so sicher… und zwar koste es was es wolle.
      Die USA benötigen Greichenland als NATO Vorposten, der von West Europa finanziert werden muss.
      Und die Troika Leute Und Merkel/Schäuble arbeiten so hart dran, weil sie genau wissen, wenn die Griechen damit durchkommen, werden Spanien, Portigal, Italien und wer weiss wer noch folgen…

      Ich beobachte das alles natürlich mit unverholener Freude, gemischt mit Ekel beim Lesen ALLER Medien, die den namen Lügenpresse ja leider verdienen. Was drin steht (IN ALLEN!) sind meinungsmachende Manipulations- und Verdummungs-Versuche, statt der banalen Wahrheit, die sogar der konservative Economist abdruckt…

      Das nicht-europäische Ausland, auch die USA haben weniger Hemmungen dazu ein paar Dinge zu schreiben. Man diskutiert ganz offen, dass die Finanzwirtschaft, vertreten durch die Troika, jetzt schon versucht, unliebsame Regierungen aus dem Amt zu entfernen, und ob das am Ende, bei aller Liebe zum Geld und den Banken, wünschenwert wird.

      Selten war die Welt schöner…. Einstürzende Neubauten halt, aber in der real existierenden Welt ist sind die sogar für meine Ohren Musik.
      (Sorry, Despina, von Beethoven über Wagner und Mahler zu Stravinski, von Hendrix über Radiohead zu Linkin Park… aber EN? Nein, Danke.)

    • Natürlich werden sie verlieren.
      je länger sie versuchen ihre Welt am Leben zu halten, desto
      größer der Schaden, desto ungnädiger das Urteil derer , die das
      alles ‚ausbaden‘ sollen.
      Der demografische Wandel läßt sich nicht mehr rückgängig machen.

      Auch nicht in Griechenland.

    • NIcht ob, sondern WANN sie verlieren
      Sie schreiben:
      „Natürlich werden sie verlieren.
      je länger sie versuchen ihre Welt am Leben zu halten, desto
      größer der Schaden, desto ungnädiger das Urteil derer , die das
      alles ‚ausbaden‘ sollen.“

      Das habe ich nicht bestritten. Jedes Denken und jede Vernunft sagen das… Aber die Merkel, Gabriel, Schäuble, die Finanzwelt, die Banken und sogar der Freidens Nobelpreis Träger sagen etwas anderes…
      Der Kommentar von Rödder im Printspiegel auf S.128 spricht ein deutliche Sprache.

      Das manager magazin allerdings sieht das noch immer so:

      „Das griechische Votum ist ein weiteres Symbol für die gescheiterte Strategie der Euroretter und für den Linksrutsch in Europa. Statt unseren Wohlstand zu sichern, wird nach Konsum und Umverteilung gerufen – auch in Frankreich.“

      Man kann das als Linksrutsch bezeichnen, aber das zeigt nur das nicht-verstehen-wollen, was da abläuft. Der zweite Satz lässt die Heuchelei natürlich erkennen. Es geht dem manager magazin keineswegs um das sichern „unserer“ Profite, sondern um die Profite der Klientel des magazins, das ist völlig legitim, missverstehen sie mich da nicht.
      Bei der Greichenland Pleite ging es, wie bei der HRE, darum die Verluste der Banken zu sozialisieren, während man die Profite privatisieren will.
      Man sollte auch nicht vergessen, dass ein grosser Teil der Bankenprofite seit langem durch Zins Manipulationen (Libor), und durch Wechselkurs Manipulationen erwirtschaftet wird… (und die sogeannten: systemrelevanz und alternativlosigkeit, natürlich)

      Bei dem Referendum ging es, wenn man mal tiefer schaut, um die Frage nach welchem Grundsatz demokratische Staaten zu funktionieren haben.
      Dem Allgemeinwohl über das die Bürger entscheiden, oder das Wohl der Konzerne, Banken, und Fianzwelt-Wohl, jene Welt von Verträgen und Veinbarungen in der die Anwälte herrschen und entscheiden.
      Letzteres aber natürlich nur dann wenn, wenn es in den Banken in den Kram passt, wie der eindeutige Verstoss gegen den unmissverständlichen Absatz aus dem Maastricht Vertrag unübersehbar gezeigt hat, oder?
      Der Steuerzahler muss sich entscheiden ob er weiterhin, wie Schafe, verbercherische Politik mittragen will.
      Mir scheint, dass man Griechenland auch jetzt noch retten muss, weil sonst die drei anderen Länder, weil sowohl Spanien, also auch Portugal und Italien dem griechischen Beispiel folgen werden, was dannnämlich das Geld der Banken kosten würden anstelle des Geldes der Steuerzahler.
      Die Medien, und natürlich das manager Magazin vornweg verschwiegen das, das ist nicht bösartig, es ist deren Job.
      Aber mehr und mehr Leute verstehen was da abläuft und so wird es interessant, ob die vereinte Meinungsmache der Medien den Deckel auf der Wahrheit draufhalten kann.
      Den ganzen Scheiss ausbaden muss dann übrigens wieder eine „linke“ Regierung, wie schon damals als Schröder Kohl nachfolgte.

      Ich bin gespannt, wie das weiter geht…
      Erfreulich endlich mal in interessanten Zeiten zu leben.

  17. punk war nie populär
    also Punk mit populären Radiosendern die den Mainstream bedienen zu vergleich passt nicht, die Neubauten liefen damals nicht im BR3 so wie auch heute dort keine populäre underground-musik läuft. Ebensowenig waren die damaligen Punks damals bei den Nackerten an der Isar, das waren damals die sogenannten Müslis. 15 jahre später …. Also so Anfang der Neunziger konnte man altgewordene Punks an der Isar beim Brettlsurfen finden, aber auch nicht nakt.

    Nix für ungut…

    • Heute sind wir alle Müslis ...
      … denn heute darf/muss sogar der selbstoptimierende Veganer Porsche fahren; habe ich gelesen.
      .
      In meiner alten Karre liegt seit Jahren in der Seitentasche ein billiger Button mit englischer Flagge und der Aufschrift „Punks not dead“. Habe ich damals auf der Strasse aufgelesen und seither liegt er da und wartet auf sein erstes Treffen mit „der Ordnungsmacht“. Ich hoffe, die schicken dann keine Hundertschaft – nur wegen dem Button.

    • .
      nun ja, eine nette geschichte. so ungefähr sieht heute subversivität aus. das sprüchlein geht ja noch weiter: „… it just smells like it.“ und noch weiter: „… and it needs adult diapers“.

      musikalische lautäusserungen dagegen, die noch in diese richtung gehen – abweichungen gibt es ja immer, und was wäre ein richtiger punk, der sich an irgendwelche reinheitsregeln hielte – sind durchaus noch hier und da in kleinen clubs zu finden. beispiele? love a, frau potz, turbostaat. und ja, sie singen, falls man das so nennen möchte, gar doitsh.

  18. Mut zum Risiko
    TDV: Nett, sie mal wieder zu lesen; und wenn ich Ihre Klangfarbe ein wenig abziehe (alles Lügenpresse..etc) würde ich Ihnen gar nicht sehr widersprechen…
    Es ist schon niedlich, wie Begründungen für das 3. Hilfspaket zusammengebastelt werden: „Nein, Klein Erwin, wenn Du deinen Wellensittich wieder erwürgst, kauf ich Dir bestimmt keinen Vierten..“

    Man kann wohl kaum mit Trillionen zuscheissen, wo irgendwann Billionen statt Milliarden fiktiver Schulden aufgetürmt sind. Das ganze ist eine grosse Tragödie in endlosen Akten – hat es angefangen, als man Mossadegh und Lumumba für nicht tragbar hielt? Ich sehe dabei nicht die USA als Feind -33-45- hat sie Europa wohl schon gerettet, sondern die tragische Fehleinschätzung der Chefideologen des Privatkapitalismus, den „realen Sozialismus/Kommunismus“ als Erzfeind wahrzunehmen, ohne die hoch pragmatische Variante Chinas zu ahnen und zu motivieren.

    China war tausende von Jahren eine Kulturnation, als man bei uns noch auf den Bäumen sass, und über kollektive vs. individuelle Menschenrechte kann man immerhin leidlich gesittet streiten. Hobelspäne gibt es überall.

    Wenn man Loretta Napoleonis klugen Gedanken zum islamischen Staat folgt, ist dies ein viel schwierigerer Gegner, weil er nicht nur zu SykesPicot „NEIN“ sagt, sondern zum aufklärerischen Menschenbild.
    Und vieles ist -leider- tolpatschig provoziert worden, ja ok von…

    Wenn man sich fragt, was ihn für einen neuzeitlichen Menschen attraktiv macht – dann ist das die grosse Erlösung von dem intergalaktischen Minderwertigkeitskomplex in den fast jeder junge Mensch, der wohl kein Londoner Penthouse zu erben hat, hineingeboren wird.
    Endlich zu den Siegern zu gehören, und die ganze Wut rauslassen…

    Wo ist der begeisterte Ansatz der sogenannten „freiheitlichen Welt“?
    Für Youtube, Facebook oder das neueste Smartphone wird keiner in Jubelchöre ausbrechen, und aus Tofuschnitzel und gewaltfrei Genderkorrekter Sprache kann man kein Arkadien backen.

    Darum scheint mir die erotische Liberalisierung nach wie vor als eine Trumpfkarte unserer Gesellschaftsordnung: Phantasien haben und ausleben zu dürfen – im Dialog erwachsener Menschen.
    Daraus kann man stabile Freundschaften entwickeln – und ich bleibe dabei ein Befürworter der lebenslangen Ehe, einem Menschen, mit dem man eine gewisse Zeit in allen Facetten des Lebens verbracht hat, zu versprechen, dass man auch bei Gegenwind und Regenwetter zu ihm halten wird. Ehe als eine Art Superfreundschaft, die eben das schwierige Thema Sexualität einschliesst, in dem jeder ein Stück weit individualistisch geprägter Egoist ist.

    Menschen sind keine Restaurantbestellungen, die man nach Lust und Laune austauscht. Meist kommen die gleichen Probleme mit dem nächsten Lebensabschnittspartner zurück.

    Ich sehe aber auch einen Riesenunterschied zwischen einmal oder dreimal geschieden; ich schildere hier nur ein Ideal von Ehe, das gerade wie guter Wein mit jedem überstandenen Sturm wertvoller wird; und die Möglichkeit von Zweier- (ggf. mehrfacher) Partnerschaften auf Augenhöhe ist eines der Topargumente für den liberalen Kapitalismus; wenn man nicht betriebsblind wird, und das für „Liberalen Kapitalismus“ hält war er längst nicht mehr ist.

    Kein Mensch will zu den Verkehrstotenzahlen von 1970 zurück, aber wir leben mittlerweile in einer Vollkaskogesellschaft, in der jede Abweichung vom „SWR/BR/HR 3 Stammhörer“ fürchterlich geahndet wird, mit Elchentzug auf Lebenszeit.
    Wir sind so eine lockerflockigflapsige Spiessergesellschaft geworden, in der -weil angeblich so viel erlaubt ist- jede Normverletzung gleich mit Höchststrafe geahndet wird. Siehe die Häme für Zehennuckeln; das einzige, was von Sarah Fergusson in der Geschichte bleiben wird.

    Interessant übrigens, das es nie eine militante Bewegung für sexuelle Freizügigkeit gegeben hat, das ist immer eher privat geblieben – und wenn man die Seuche von Tätowierungen und Piercings ins Auge fasst, die exhibitionistische Teile der Gesellschaft selbstverletzend geniessen, scheint das auch nur eine Spielart des narzistischen Statuswettkampfes zu sein, statt ein ganz unmittelbarer Hedonismus, ein gutes Essen, eine Cabriofahrt am Seeufer mit schöner Musik, eine schöne nette, liebenswerte, nackte Frau dankbar zu geniessen, das man ein Leben leben darf, das einem das geschenkt hat.

    Halte ich eindeutig für erstrebenswerter als alle Arten ideologischer Erlösung.

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      Hallo TGA

      Ich befürchte nicht ich, sondern Sie werden ihre Meinung zum Thema „Lügenpresse“ irgendwann noch ändern. Aber lassen wir das, denn selbstverständlich haben die Medienkonzerne das Recht ihren Besitz, die Medien, in erster Linie zu ihrem eigenen Vorteil, dem Profit für die Anteilseigner, zu benutzen.
      Es ist nicht deren Schuld, dass die Augstein, Heigert, Nannen & Co ausgestorben sind, die noch „dem Ganzen“ Priorität zugemessen haben….

      „Das ganze ist eine grosse Tragödie in endlosen Akten – hat es angefangen, als man Mossadegh und Lumumba für nicht tragbar hielt? Ich sehe dabei nicht die USA als Feind -33-45- hat sie Europa wohl schon gerettet, sondern die tragische Fehleinschätzung der Chefideologen des Privatkapitalismus, den „realen Sozialismus/Kommunismus“ als Erzfeind wahrzunehmen“

      33/45 stimme ich natürlich zu, wenn man auch den Übergang zu Truman als ungeheuerlichen Einschnitt in der US Kultur verstehen muss. (Er hat die USA bis zur Kenntlichkeit entstellt!)
      Wer ist begann denn den Chefideologen, und zwar mit Waffengewalt zu folgen ? Bis wann hat man in DE noch soziale Marktwirtschaft betrieben, und Bahr/Brandt Ost-Politik betrieben?
      Ich halte das USA Bild, an das man sich in Europa eigenartigerweise noch immer klammert für das eigentliche Problem. Auch DE hat sich in einen seiner verbrecherischen Militäreinsätze, dem in Afghanistan hineinziehen lassen, der auch nach 14 Jahren keinerlei Verbesserung dort geschaffen hat. DIe Taliban können abnwarten…
      Die US Politik im „Greater Middle East“ (so nennen das die amerikanischen Kritiker) hat durch ihre Wahnsinnspolitik funktionierende Staaten, wie Iraq oder Libyen in ein Desaster verwandelt und nebenbei noch Al Kaida und ISIS erschaffen.
      Ohne diese US Aussenpolitik, kein Terrorismus.

      Sie nennen das „tolpatschig“? …gut, aber das ist nur das Problem der Amerikaner. Merkels Politik ist das der Deutschen… Wie ich gerade lesen musste, nehmen deutsche Soldaten an Manövern in der Ukraine teil? Toll!

      Das Thema „Minderwertigkeitskomplex“ darf man in der politisch korrekten Welt wie so vieles andere auch nicht ehrlich durchdenken. Sie umschreiben das so: „Für Youtube, Facebook oder das neueste Smartphone wird keiner in Jubelchöre ausbrechen, und aus Tofuschnitzel und gewaltfrei Genderkorrekter Sprache kann man kein Arkadien backen.“ Ich bin nun mal kein netter Mensch und obwohl ich weiss, dass es in seiner Krassheit übertrieben ist, drücke ich es lieber deutlicher aus, weil die Denkbarrieren immer eingerissen werden sollten: „Was wenn es eigentlich gar kein Komplex ist?“
      (Bevor einer hier zu keifen anfängt, NICHT die Menschen, ihr DENKEN, ihr Mangel an Denken, der ist minderwertig)
      Die Wahlergebnisse sprechen Bände, erinnern Sie sich an Don Alphonsos Dank Adresse an die 99%, die im Interesse des 1% gewählt haben? Keiner hat das je besser ausgedrückt als er….

      Noch eines, bzw zwei Dinge:
      „Interessant übrigens, das es nie eine militante Bewegung für sexuelle Freizügigkeit gegeben hat, das ist immer eher privat geblieben – und wenn man die Seuche von Tätowierungen und Piercings ins Auge fasst, die exhibitionistische Teile der Gesellschaft selbstverletzend geniessen, scheint das auch nur eine Spielart des narzistischen Statuswettkampfes zu sein“

      Was „Bewegungen für sexuelle Freizügigkeit“ angeht hat unsere kapitalischte Leit“kultur“ ein Exampel an Wilhelm Reich statuiert. Wer gerade guten Sex hatte, wird weder zur Arbeit losrennen wollen um mehr konsumieren zu können, noch kann er ein Tier quälen.
      Deshalb wird bei uns die christliche Religion am Leben erhalten, auf dass die Dummeit nimmer ende…. (Auch hier die USA als Musterbeispiel, trotz Supreme Court Gay Marriage)
      Ich finde „Tätowierungen und Piercings“ sind das was man derzeit STATT Individualität hat? Beschränktes Denken und geistige Inzucht, bei der man sich gegenseitig bestätigt, dass 2 plus 2 immer 5 ergibt, solange nur alle Anwesenden zustimmen, ermöglichen solche Entwicklungen.

    • Vollkaskoaufpassermentalität kotzt mich auch an
      Lieber The Great Artiste,

      dass hier in Europa und ganz speziell in D so fürsorglich auf uns aufgepasst wird, kotzt mich auch dermassen an. Seit diesem Monat freut sich der liebe TÜV über sein neu entwickeltes Prüfprogramm, um die ganzen elektronischen Überlebenshelferlein zu prüfen, ohne die ein dicker SUV wohl nicht mehr pilotierbar ist.
      .
      Ich hoffe ja, die sagen mir dann und schreiben in den TÜV-Bericht rein, dass mein ABS oder mein Airbag, mein ASP, PDC oder welcher elektronische Scheiss auch immer nimmer funktioniert aber eben trotzdem das Bapperl dahin bappen wo es hingehört, weil die Karre sauber fährt und schnurgerade bremst. Ob ich das Helferlein dann reparieren lasse sollte bitte schön meiner eigenen Risikoeinschätzung vobehalten bleiben.
      .
      Ich habe jedoch die Befürchtung, dass der TÜV sein liebes Bapperle nimmer wird draufbappen wollen, nur weil mein Airbag potentiell nimmer zündet bzw. mein Auto wieder so stur geradeaus bremst wie die ganzen schönen Oldtimer aus den 70iger und 80iger Jahren.
      .
      Ist wohl eine vergebene Hoffnung, wo doch bereits diskutiert wird, wie die Schuldfrage sich beim „selbstfahrenden Auto“ verhält.
      Also für mich ist das klar: Beim „Fahrer“.
      .
      Wer „fahren“ und dennoch die Lenk-Verantwortung delegieren will, der soll bitte mit der Bahn fahren! Das Verfahren ist seit 2 Jahrhunderten bewährt und umweltfreundlich obendrein.

    • Also ich finds gut....
      Ich wüsste nicht warum Menschen die sich so ein computerisiertes Auto, noch dazu in SUV Form zulegen, anderes verdient hätten.
      Ich freue mich sogar auf die ersten Unfälle, wenn ein Auto wegen eines Hackers bei Rot losfährt.
      Und… auch sie werden damit Leben müssen, dass in einer Dermokratie, das richtig ist, wofür die Mehrheit stimmt, und sei es, dass ab morgen 2 plus 2 fünf ergibt.
      Ich befürchte, das „selbstfahrende Auto“ wird kommen…

  19. Zu dieser Zeit gab es Keith Jarrett, Weather Report, Chick Corea, King Crimson ...
    … Genesis, Supertramp, Kate Bush u.s.w.
    warum sollte man sich diese Geräusche von EN antun?
    Und Blixa Bargeld, genauso albern wie Farin Urlaub.
    Und der Hagenwestern nuckelte auch an einem Zeh,
    da war das noch erlaubt.
    Schön dass Tyler wieder schreibt.
    Kommen Sie mal ans Trinkbüdchen?
    Und den Artisten lese ich immer noch gerne.
    Beide haben gelebt, ohne Weichspüler.
    .
    kdm sagt:
    3. Juli 2015 um 11:32 Uhr
    nostalgisch
    Zu King Crimson gibt es andere Meinungen.
    .
    http://www.babyblaue-seiten.de/index.php?albumId=981&content=review
    .
    Und Despina,
    ohne Sex lm Vordergrund schreiben Sie besser.

  20. Schön, mal wieder vertraute Stimmen zu lesen...
    @Mediensegler: danke für das Kompliment, es kommt wirklich darauf an, gelebt zu haben, um zu wissen, wo oben und unten ist. Das Kompliment kann ich gerne zurückgeben, auch an Tyler -(oder Thorha) mit allen Differenzen- weil ein echtes Gespräch lebt von Differenzen ohne Diffamierungen.
    Und auch Despina – ein etwas ungewöhnlicher Lebensentwurf mit einer sehr bildlichen Sprache ist eine schöne Stimme mit Sex oder ohne..

    Vor allem wäre es schön, wenn das freischalten hier wieder schneller klappen würde..

    Gute Nacht an alle!

  21. Für Tyler
    TDV sagt:
    8. Juli 2015 um 01:47 Uhr
    ????
    Was und wo ist ein Trinkbüdchen?
    .
    Das ist die alte Spielwiese,
    die der Don uns gnädigerweise gelassen hat.
    Da trifft man alte Bekannte.
    https://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2015/03/29/aussterben-gehort-dazu-aber-reich-sollte-man-dabei-sein/comment-page-1/#comment-44843

  22. Spannende Zeiten
    @Gast, TDV: Da liegen wir wirklich nicht mehr weit auseinander, den grössten Unterschied würde ich in der sprachlichen Akzentuierung sehen, was nicht wild ist.
    Selbst Eisenhower warnte noch vor dem „militärisch industriellen Komplex“, aber der Übergang von Roosevelt ( der die Great Depression erlebt hatte) zu Truman-Superman war ein markanter Einschnitt ( darum auch mein „TGA“).
    Dass der Grexit vermieden werden muss, dass die anderen „linken“ (oder rechten) Parteien in Europa nicht hochkommen sollen – ich bin mal gespannt, wie die europäischen Eierjongleure das hinkriegen wollen. Wahrscheinlich wird uns das grosse Omelett am Ende als das Ei des Kolumbus verkauft, bei dem wir uns über das bisschen Staub, Bodendreck und Vogelkacke im Rezept nicht stören sollen.

    WENN man die Griechen rauswerfen wollte/könnte hätte man es wohl längst getan…

    Auch als Wirtschaftshistoriker ist Währungspolitik mittlerweile undurchschaubar geworden – aber es ist markant, dass seit den 80ern Vermögenswerte exponentiell nach oben gingen, während die deutschen Löhne nur moderat stiegen und eine enorme Kreativität nach nichtregulären Beschäftigungsverhältnissen entfaltet wurde, damit alle brav weiter „bitte bitte“ sagen.

    Dass Sex aus wirtschaftspolitischen Erwägungen böse und eklig zu bleiben hat, ausser zur Produktion frischer Rentenbeitragszahler, sehen wir, glaube ich, ähnlich. Make Bruttosozialprodukt, not love.

    Immerhin- ich glaube an Liebe und Freundschaft, und die Kraft der Wertschätzung für das Essentielle in engen menschlichen Beziehungen, und ich bin zuversichtlich, dass sich die Verhältnisse nicht so verscheusslichen, wenn man sich der Fragilität unseres „Systems“ bewusst ist, und sein Lebensglück nicht an den PS des Autos, dem Preis des Hauses und der Länge des Bootes misst.
    Vielleicht kenne ich deshalb mehr klügere Frauen als Männer…

    • Einverstanden
      Ich bin beeindruckt. Sie sind der erste Mensch den Übergang von Roosevelt zu Truman so sieht wie ich selber.

      Auch beim Griechen Rauswurf sehen wohl alle selber denkenden Menschen dasselbe, eigenartig, dass es von denen so wenige gibt. Jetzt haben die Merkel/Schäubles schwere Arbeit vor sich, nicht dass jetzt Italiener, Spanier, Portugiesen, und wer weiss noch auf dieselbe Idee kommen, iher Schulden auf diese Art und Weise anzubauen…
      Wenn ich morgens an die Durchsicht der deutschen/europäischen Medien gehe (dauert 15 Minuiten) dann fällt mir immer auf, dass sich nur ausser-europäische Medien and die Wahrheit trauen. Verständlich, denn deren Rergierungen droht ja nicht Machtverlust, wegen einer absurden Politik.

      Heute morgen im Bloomberg Magazine gefunden:

      http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-07-09/proof-that-merkel-is-europe-s-economic-bully

      Um nochmal auf die US Präsidenten zurück zu kommen…. zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich einen Kandiaten, der sogar mir gefällt

      “No single financial institution should have holdings so extensive that its failure could send the world economy into crisis. If an institution is too big to fail, it is too big to exist.”

      Bernie Sanders, (hoffentlich) 45. Präsident der USA

  23. Es geht ums Leasen und Entsorgen
    @ Koestlich: Wir können es wohl nicht ändern, ausser wir fahren Mercedes /8 300D (irgendwann will man ja auch ankommen) oder einen Volvo vom Power Buckel bis zur Amazon Reihe ( man möchte ja nicht nur leiden).
    Man sollte es sportlich sehen, glaube ich, so pervers es ist, sich einen völlig intakten 2003er 5er BMW in der Presse vorzustellen – wir leben auch nicht ewig, und der Derby Bentley, der seit 1937 im Familienbesitz ist, ist genauso ein Märchen geworden, wie ein lebenslanger Arbeitgeber.

    Freunde, bei denen man auch nach 20 Jahren getrennter Wege noch willkommen ist, eine Ehefrau ( ich liebe dieses Wort, gerade weil alle darüber herziehen) mit der man sich auf die goldene Hochzeit freut, und über die auch über die Momente, wo man sich wieder fand, nachdem man für Augenblicke dachte, sich verloren zu haben, das zählt.
    Und das nette an diesem Blog ist es auch, andere Melodien als die eigenen zu hören, ohne sich einzubilden, allen anderen den Marsch tuten zu müssen.

  24. ... die Griechen rauswerfen...
    Ausnahmsweise gebe ich bei dem Thema mal den US Medien den Vorrang, was natürlich auch wieder Meinung zur Lügenpresse bestärkt, die beschreiben das ein wenig realistischer… (nur ein Link zum Artiklel von heute morgen)

    http://www.salon.com/2015/07/08/radical_austeritys_brutal_lies_how_krugman_and_chomsky_saw_through_dehumanizing_neoliberal_spin/

    Wäre DE ein Land mit Medienvielfalt, dann gäbe es solche Artikel auch dort. Ich durchsuche Woche für Woche Print ZEIT und Print Spiegel, finde auch stets zwei oder drei lesbare Artikel, aber solch banale Wahrheiten finde ich dort nicht. Und das obwohl auch in den USA ein Land sind in dem Löhne in diesem Jahrhundert um ungefähr 0.2% pro Jahr gestiegen sind. Können sie im neuesten Economist nachlesen…
    Der Grexit ist kein wirklich interessantes Thema mehr, wenn man auch nach wie vor noch nicht ganz sicher sein kann of wirklich alles beim Alten bleibt. Da ssind die minus 33% der chinesische Börse wichtiger, und auch ob es tatsächlich Anonymus Leute waren die in den USA gehackt haben. (Wenn man die Uhrzeiten der tweets vergleicht, waren sie es wohl)

    Zum Nachdenken gibts Besseres. Die derzeit wertvollsten Medien scheinen mir The New Yorker und The Atlantic zu sein. In der Sommerausgabe von The Atlantic gibt es einen längeren, ganz ausgezeichneten und wohl durchdachten Aufsatz zur generellen Zukunft der Arbeit, die ja stets weniger wird….

    http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2015/07/world-without-work/395294/

    Kann ich ihnen fürs Wochenende empfehlen…

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  26. Werte Despina....
    Habe gerade im neuen Spiegel gelesen, wie rührend sich die Merkel Maschinerie um Ihr Wohlergehen müht:

    Prostitution
    Strengere Regeln
    Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) hat ihren Gesetzentwurf für das sogenannte Prostituiertenschutzgesetz auf Drängen der Unionsfraktion erneut verschärft. Vor allem die Regeln
    für Sexarbeiter werden strenger. So sollen Prostituierte direkt mit einem Bußgeld belegt werden, wenn sie ihre Anmeldebestätigung nicht vorweisen können. Im ersten Entwurf hatte es noch geheißen, dass die Verstöße „beharrlich“ sein müssten, um als Ordnungswidrigkeit geahndet werden zu können.
    Anders als bislang geplant wird auch „Gelegenheits –
    prostitution“ unter das neue Gesetz fallen. Die Unionsfraktion hatte befürchtet, dass das Milieu diese sonst als Schlupfloch nutzen
    könnte. Außerdem müssen die Sexarbeiter ihre verpflichtenden Beratungsgespräche mit staatlichen Behörden führen. Schwesig
    hatte vorgeschlagen, dass die Landesregierungen auch
    privat organisierte Fachstellen für die Beratung einsetzen können.“

    Ich war beim Lesen doch sehr beeindruckt, wenn ich auch gehofft hatte, dass Mutti persönlich den korrekten Gebrauch des Kondoms am Bundestags Mikrofon demonstriert…

    Gerecht finde ich, dass nicht nur für Prostituierte, sondern vor allem für Sex-Arbeiter die Regeln strenger werden. Und endlich wird konsequent gegen diesen Unfug vorgegangen, dass man als Freier möglicherweise mit einer Frau eine Begengung der sexuellen Art hat, die keine Anmeldebestätigung dabei hat!
    „Außerdem müssen die Sexarbeiter ihre verpflichtenden Beratungsgespräche mit staatlichen Behörden führen.“
    Sehen Sie, das ist es was mich interessieren würde… Wenn da jemand wie sie sich mit einem CSU Beamten über Ihre (oder seine???) Probleme unterhält. Könnten Sie so was per iPhone mitschneiden und ins Netz stellen?

    • Verehrter TDV,

      ich habe das gestern auch schon gelesen und war entzückt.
      Besonders erquicklich, dass wieder schwerpunktmäßig diejenigen mit Pflichten und Auflagen beglückt werden, die in dem ganzen Spiel eh schon den Kürzeren ziehen. So zeigt sich, dass ohne jeden Sachverstand dahinregiert wird, die Moralkeule hinter dem Rücken fest im Griff. Es ist unglaublich verlogen, das als Schutz zu verkaufen, da können Sie jede Kollegin fragen, egal in welchem Bereich sie arbeitet. Ich kenne keine, die für sich in dem neuen Gesetz einen Vorteil sehen kann.

      Was die Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern angeht, werden Sie wahrscheinlich auch enttäuscht werden. Ich gehe davon aus, dass weiterhin die Damen als Anbieterinnen und die Herren als Inanspruchnehmer im Fokus der überwachenden Behörden bleiben, und es wird eher ein Kamel durchs Nadelöhr spazieren, als dass ein Kunde, der ggü einer Dienstleisterin mit hohem Erwerbsdruck auf Sex ohne Kondom im Sperrbezirk besteht, eine Strafe für sein Verhalten zahlt, beharrlich, oder nicht.

      Es geht letztlich darum, Sexarbeit so unattraktiv zu machen, dass die Anbietenden verschwinden. Befürchterlicherweise wird das auch zu einem großen Teil gelingen. Was zwar sicher die Preise steigen lässt, aber wenn man bedenkt, wie teuer das diejenigen bezahlen, die dann in der Illegalität werkeln (müssen), kann man sich darüber auch nicht mehr freuen.

      Und ob ich Gespräche mit Beamten führe, ist noch nicht raus. Dankenswerterweise habe ich ja berufliche Alternativen, und die erscheinen vor dem Hintergrund des ProstSchG so attraktiv, wie selten vorher.

    • Scobel Glotzen
      Sie wissen, dass es bei Scobel am Donnerstag um Prostitution geht?

      Diese ehemals ungewöhnlich gute Sendung hat in den letzten Jahren zwar extrem nachgelassen, ist aber (Manchmal) immer noch eine Klasse für sich…

  27. Titel eingeben
    Nein, das war mir als nicht-Fernseherin nicht bewusst. Es gab nur kürzlich, also innerhalb des letzten Jahres meine ich, schon eine Sendung dazu. Die war nicht ganz schlecht, deswegen wundert es mich, wenn etwas neues kommt.
    Aber danke für den Hinweis, ich werde es mir wohl ansehen.

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