Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Glaube, Liebe, Zeigenwollen.

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Vorbemerkung: Anne Hufnagl hat den schönsten Tag des Lebens als Berufsalltag – als Hochzeitsphotographin begleitet sie Paare zum Standesamt, zum Altar und zu rauschenden Festen, die heutzutage oft mit „überkommenen Geschlechterklischees“ in Verbindung gebracht werden. Nur – die Realität ist eben anders, kann Anne Hufnagl berichten:

Hochzeit traditionell in weiß? Mit einem kitschigen Blumenstrauß? Den die Braut womöglich im Laufe der Feier schwungvoll über die Schulter wirft, damit sich die nächsten Hochzeits-Kandidatinnen um die Trophäe balgen können? Die Ehe als Institution ist tot, das war doch längst abgemacht. Und die ewig gleichen Rituale bei Trauung und Feier scheinen vielen aus meiner Generation wie ein dumpfes Echo aus fernen Tagen. Und dennoch: die Paare, die ich als Hochzeitsfotografin begleite, entscheiden sich sehr bewusst für solch wiedererkennbare Motive. Die Bilder, die sie sich von ihrer Hochzeit wünschen, sollen sagen: Wir sind zu zweit, wir sind verbunden. Seht alle her!

Sie sitzen mir gegenüber, jung, Ende Zwanzig vielleicht. Sie in schicker Bluse, er im Polo, die Stimmung ist angespannt. Vor wenigen Sekunden habe ich meinen Preis für die Hochzeitsfotos genannt, den sie schon von der Webseite kannte. Er hörte ihn offensichtlich zum ersten Mal und atmete hörbar ein. „Ganz schön teuer!“, platzt es dann aus ihm heraus. „Thorsten!“, faucht sie ihn an, und weiter: „Qualität kostet nun mal! Ich will mir an so einem Tag keine Gedanken übers Geld machen!“. Schnitt, ein anderes Paar, ein anderes Vorgespräch. „Wir sparen uns das alles selbst zusammen, wir studieren noch. Wir wollen eine Gartenhochzeit bei uns feiern, nichts Pompöses. Aber die Fotos sind uns halt wichtig, für Facebook und so, du weißt schon.“

Beide Paare werden am Ende buchen, beide Paare werden ihre Fotos ein halbes Jahr später glücklich überall herumzeigen – bei Facebook, bei Instagram, in einer Online-Galerie. Es wird Fotobücher geben, filmpostergroße Abzüge über dem Sofa. Als ich frage, ob ich einige Fotos auch in meinem Portfolio zeigen darf, ist Thorsten der erste, der ja sagt. Denn am Tag der Hochzeit habe ich seine Braut in ihr Kleid geschnürt, weil niemand anders die komplizierte Schnurführung verstand, und durch meine Heldentat größere Katastrophen verhindert.

Kern meiner Arbeit ist allerdings nicht die Tagesrettung durch waghalsige Korsett-Manöver, sondern das Festhalten der hochzeitlichen Inszenierung in ästhetischen Fotos. Wichtig dabei ist, dass alles möglichst natürlich und ungestellt aussieht – die klassischen „Hochzeitspaar steht da und grinst debil in die Kamera“-Fotos sind so out wie Bubbletea. Dennoch handelt es sich bei guten Hochzeitsfotos in der Regel nicht um Zufallsprodukte, sondern um sorgfältig ausgewählte und festgehaltene Momente. Es gilt, die Aufmachung und Inszenierung des Paares in die Fotos zu übernehmen und dabei das Individuelle, was trotz aller Traditionen jeder Hochzeit innewohnt, herauszuarbeiten.

Die Außenwirkung ist seit je her ein wichtiger Pfeiler der Ehe. Heute, durch die vielfältigen Möglichkeiten, das eigene Bild des gelungenen Lebens via Internet Millionen Menschen zugänglich zu machen, ist sie für viele vielleicht sogar der wichtigste. Sieht man sich das Ausmaß des betriebenen Aufwands heutiger Hochzeiten an, ist es kaum zu glauben, dass wir in Deutschland eigentlich noch vergleichsweise kleine Brötchen backen. In Amerika wird mit mindestens doppelt so großen Kanonen gedonnert, und die bis zu 1.000 Gäste einer prachtvollen indischen Hochzeit würden über uns vermutlich wohlwollend, aber müde lächeln.

Dennoch hat sich auch in Deutschland im Laufe der letzten Jahre eine Kultur des Zeigenwollens etabliert. War es bis vor ein, zwei Jahrzehnten noch schicklich, die rauschenden Feste hinter verschlossenen Türen zu feiern und mit den eigenen finanziellen Möglichkeiten nicht hausieren zu gehen, ist diese womöglich typisch deutsche Bescheidenheit heute überwunden. Wer hat, der kann, und vor allem: der zeigt.

Mehr denn je richten sich Hochzeiten nicht überwiegend nach innen, auf das Paar und die engste Familie, sondern nach außen, an die Öffentlichkeit – seht, wir zelebrieren unsere Liebe. Das muss pauschal übrigens nichts Schlechtes sein, in anderen Kulturen wird es seit Jahrhunderten so gehandhabt. Warum nicht offensiv dazu stehen, dass man sich für den traditionellen Bund zweier Menschen entscheidet. Vielleicht unterstützt es tatsächlich auch die Bindung – wer einmal so laut „We are one“ gerufen hat, dem liegt gewiss auch daran, nicht gleich übermorgen „Sorry, war doch ein Fehler“ einzugestehen. Letztlich folgt diese Kultur des Zeigenwollens einfach auch der generellen Entwicklung von Technik und Gesellschaft. Früher lagen zwischen dem Moment des Fotografierens und dem Teilen dieses Moments mit anderen noch Stunden, Wochen oder gar Monate, in denen Filme entwickelt, Bilder vergrößert und Dia-Abende organisiert wurden. Inzwischen teilen wir augenblicklich, was wir sehen, was wir essen und auf wessen Hochzeit wir gerade tanzen. Und wenn wir es nicht sofort mit der ganzen Welt, wenigstens aber mit der Familien-Whats-App-Gruppe teilen – ist es dann überhaupt wirklich passiert? Pics or it didn’t happen!

Nun ist Heiraten heutzutage ja nicht ganz unumstritten. Die Grün-Links-Liberalen wollen die Ehe für alle, die CDU/CSU will den althergebrachten heterosexuellen Familienbund, die ganz Modernen wollen das archaische Unterdrückungsinstrument am Liebsten komplett abschaffen – und die jungen Leute? Die wollen heiraten, weil es sich eben „richtig anfühlt“ – und wer, wenn nicht der größte Zyniker und Miesepeter, will dagegen etwas sagen. Aus steuerlichen Gründen heiraten von meinen Hochzeitspaaren die Wenigsten, es ist ihnen schlicht egal, ob sie hier und da einen Euro sparen können. Die Hochzeit ist ohnehin so teuer, dass sich das kaum lohnt. Stattdessen ist in den Eheschwüren die Rede von Liebe, von Augenhöhe, von gegenseitiger Unterstützung, von gemeinsam Durchlebtem und einer Zukunft, in der beide zusammen stärker sind als allein. Kein Wort von Unterdrückung, von Zwang, von Selbstaufgabe, wofür „Ehe“ in den Augen vieler Kritiker ja angeblich vor allem steht. Wie krass die jungen Leute sind – denn sie glauben an die Liebe. Man kann das natürlich naiv finden, man kann Scheidungsraten ins Feld führen und spätere Patchworkfamilien, unglückliche Daheimbleib-Mütter und Männer, die kaum Elternzeit nehmen. Man kann das Ende der Liebe förmlich kommen sehen, während die wunderschönen Bräute noch glücklich in die Kamera lächeln und ihre Männer im Hochzeitsrausch mit den Kumpels anstoßen. Man kann sich aber auch einfach mit dem Paar freuen, sich mitreißen lassen vom Wissen, das jedenfalls an diesem einen Tag, in diesen Momenten, eine Liebe vollkommen und ohne Zweifel sein kann.

Man wird also als Zyniker nicht unbedingt Hochzeitsfotograf, sondern vielleicht doch lieber Anwalt oder Politiker. Denn wenn man diesen Tag in all seinen Facetten verstehen und fotografieren möchte, muss man vor allem eines: offen sein und verdammt nah rangehen. An die Leute, an die Gefühle, an alles, was da so passiert. Dabei ist es für mich von Vorteil, dass ich Menschen grundsätzlich mag (auch hier hätte der Zyniker Schwierigkeiten) und Leute mich wiederum auch gerne mögen. In liebevoller Aufdringlichkeit bin ich bei nahezu allen Momenten des Tages dabei, sehe die Braut morgens ungeschminkt und unausgeschlafen, diene als Lexikon der Hochzeitsbräuche („Auf welcher Seite muss ich denn das Strumpfband tragen?“), beruhige, wenn es hektisch wird, denn ich habe dieses „Heiraten“ schon ziemlich oft mitgemacht, und bleibe dadurch auch über die Hochzeit hinaus mit vielen Paaren freundschaftlich verbunden. Es braucht echtes Interesse am Wesen zweier Menschen und den Willen, ein Paar genauso abzubilden, wie es sich selbst sehen möchte, um den Job des Hochzeitsfotografen gut auszufüllen.

Denn es geht für mich nicht primär darum, etwas Eigenes mit dem Paar zu inszenieren – wie sollen Fotos Erinnerungen wecken, wenn sie gar nichts Echtes abbilden, sondern nur die Idee des Fotografen. Stattdessen ist es meine Aufgabe, meine Paare so einzufangen, wie sie an diesem besonderen Tag sein wollen. Vielleicht mit ein wenig Überhöhung und ein bisschen mehr Pathos, aber das ist auch das Einzige, was ich mir an eigenem Zuckerguss erlaube.

Aber wie sehen sich Hochzeitspaare eigentlich heute? Wie möchten sie wahrgenommen werden? Man würde jetzt annehmen, dass aufgrund unserer sich immer mehr diversifizierenden Gesellschaft und dem allgegenwärtigen Hang zur Individualisierung auch das Heiraten immer ausgefallenere, womöglich gar absurdere Formen annimmt. Jedoch: Das Gegenteil ist der Fall. Tradition steht im Mittelpunkt fast jeder Hochzeit, die ich begleite. Da werden Bäume vom Hochzeitspaar zersägt, Bettlaken in Herzform zerschnitten, kaum ein Paar kommt ohne Hochzeitskerze aus der Kirche – eine Tradition, die sich immerhin schon seit dem Mittelalter hält. Brautsträuße werden geworfen, Strumpfbänder vom Bräutigam erkämpft und der traditionelle Hochzeitstanz fehlte im letzten Jahr nur bei zwei von knapp fünfzig Hochzeiten. Dabei zwingt die Hochzeitspaare niemand dazu, all diese Bräuche aufrechtzuerhalten, sie könnten alles anders machen. Tun sie aber nicht. Selbst das Heiraten ohne Trauzeugen, die gesetzlich nämlich gar nicht vorgeschrieben sind, ist die absolute Ausnahme. Vielleicht liegt das ja daran, dass manche Traditionen, wie zum Beispiel Trauzeugen als enge Freunde, die per Definition ein Auge auf das Brautpaar haben und im Falle aufziehender dunkler Wolken am Beziehungshorizont mit Rat und Tat bereit stehen, eben gar nicht so schlecht sind. Vielleicht ist der Hang zu Traditionen und Bräuchen für viele auch eine Art Anker in einer Welt, in der „alles kann, nichts muss“, wo alles immer noch freier und noch individueller sein soll. Die Sehnsucht nach etwas Greifbarem.

Die moderne Hochzeit bleibt also eine archaische, dem Gendergleichmachungsfrauenbefreiungsantireligionsapparat zutiefst verhasste Institution, die dennoch von ihren Fürsprechern voller Inbrunst, Lebensfreude und ja! Liebe zelebriert wird. Weiße Kleider, teure Ringe, rauschende Feste, das Versprechen, nur einander zu lieben und sich zu ehren und zu unterstützen, komme was wolle: inmitten der hippen Tinder-Generation mit ihren polyamourösen Beziehungen und dem Widerstand gegen alles Althergebrachte hat sich eine Gegenkultur etabliert, die in unzähligen Instagram-Fotos, mit Hochzeitsmagazinen, Hochzeitsblogs und Facebookpostings daran erinnert, wie Beziehung eben auch sein kann. Verbindlich, traditionell, vielleicht ein bisschen altmodisch. „Whatever works“, wie es so schön heißt. Und scheiden lassen kann man sich notfalls ja immer noch.

 

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172 Lesermeinungen

  1. Natürlich wird immer noch und in Weiß geheiratet,
    … weil’s ja auch natürlich ist! Mag sein, das gendergestörte Feminanzen das anders sehen – das geht eher vorüber als die Lust, sein Glück zu zeigen und zu teilen. Gott sei Dank! (Verzeihung, werter Don!)
    Wir haben vor bald 30 Jahren geheiratet; hatten sicherlich zwischendurch mal Momente, in denen wir das nicht wiederholt hätten, aber die anderen Momente überwogen und überwiegen immer noch und immer wieder.
    Schade nur, dass wir damals keine so phantastische Fotografin hatten – aber für die Erinnerungen genügen auch unsere Schnappschüsse.

    • Titel eingeben
      Dass die Ehe den Gendergleichmachern eine verhasste Institution wäre, kann ich heutzutage ehrlich gesagt nicht beobachten. Das war vllt vor 40 Jahren noch so, aber da war ich nicht dabei. Die kämpfen eher dafür, dass das jeder unabhängig von seinem Geschlecht so halten kann wie er will, was wiederum bei den üblichen Verdächtigen (konservative Christen und Muslime) zu Schnappatmung führt.

      Als Angehöriger der angeblichen „Tinder-Generation“ sehe ich da eine Menge Strohmänner in diesem Text. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand abschätzig angesehen wurde, weil er früh geheiratet hat. Und dass es zu einem Wesensmerkmal unserer Generation gehören soll, sich gegen „alles Althergebrachte aufzulehnen“, kann ja nur als Scherz gemeint sein. Eine stromlinienförmigere Generation als unsere hat es seit dem Krieg wohl kaum gegeben.

    • @RalfHaus
      Teufel auch (und der steckt ja bekanntlich im Detail!), da wär mir doch glatt was entgangen, wenn Sie uns nicht alle darauf aufmerksam gemacht hätten: wo sich überall der ganz alltägliche Rassismus versteckt. In WEIß heiraten – ja wo gibt’s denn sowas? Und „natürlich“ – das ist eigentlich für alle Feminanzen (guter Neologismus, werd ich mir merken, und Sie sollten sich die Rechte daran sichern), R2G und andere „Progressive“ (gemeint ist aber eher der Fortschritt, der bevorsteht wenn man nach vornüber schon in den Abgrund kuckt) das Unwort schlechthin.

      Wie lange wird es noch dauern bis sie uns auch ganz offiziell die politisch korrekte (Geheim-) Polizei auf den Hals hetzen und mit ihrer Unterstützung den Alltag durchkämmen um alles auffindbar zu machen was in irgendeiner Weise politisch nicht korrekt oder rassistisch sein könnte? Wenn die uns beispielsweise zwingen, beim nächsten Restaurantbesuch darauf zu achten, dass man uns die Teile eines Menus nicht mehr getrennt serviert (wäre ja diskriminierend): also nicht mehr das Steak, auf einem Extrateller den Salat, daneben die Pommes, sondern den ganzen Klump ab in den Mixer: erst wenn auf dem Teller eine schleimiggrüne (das darf ruhig Assoziationen wecken!) Pampe vor sich hin dampft darf, nein muss, gegessen werden. Wo kämen wir denn hin wenn’s schmeckt. Der Weltuntergang könnte bevor stehen. Also auf ins Tollhaus der schönen neuen Inquisition: der politisch korrekte Wahnsinn eröffnet schier unerschöpfliche Möglichkeiten sich und vor allem anderen das Leben zur Hölle zu machen.

    • jeder nach seiner façon
      Dass gerade die Gendergleichmacher dafuer kaempfen, dass jeder es so halten kann wie er will, wuerden wohl nicht mal die Genderspezis selbst behaupten. Sonst wuerden sie die Ehe in Ruhe lassen, die genau das ermoeglicht und offensichtlich den Allermeisten weiterhin als die sinnvollste Lebensform gilt.

      Erkennbar gelingt es ihnen nicht, den Menschen die Freude am Bekenntnis zum Leben zu zweit und dann zu dritt, viert usw. abspenstig zu machen. Vielleicht sind sie deshalb so verbiestert …

  2. DUNKLER ANZUG STATT SCHWARZER BLOCK
    ein selten reaktionärer beitrag………….las ich doch gestern erst, der typische LINKSRADIKALE sei unter 25 jahre alt, hätte meist abitur, würde studieren oder sei arbeitslos, sei männlich und………………………..

    wohnt noch im „hotel MAMA“

    da muss ich doch für die zukunft der „Internationalen Brigaden“ und den „Schwarzen Block“ (damit meine ich nicht die CDU in Oberschwaben) schwarz sehen, oder ???

    wenn die dann alle mit 27 zum traualtar schreiten und als ersatz für „hotel MAMA“ dann MUTTI wählen und den MUTTIISTDIEALLERBESTEMUTTERKUTTER lesen ?

    • danke, Django,
      Die Idee, CDU-Ortsverein Biberach als Schwarzen Block zu bezeichnen, gefällt mir sehr.
      .
      Grosses Lob.

  3. Jooo, wos is nahatn dees ? Die Frau Hufnagl gibt den eingesprungenen Don ?
    .
    .
    . Seehr eignoatig .

    • Hanui, ganz normale
      Schleichwerbung.

    • Ach was! Es gab öfter sehr gute Beiträge anderer beim Don
      Da gab es eine Menge guter Texte anderer. Und das ist auch gut so.

      Auch Schleichwerbung ist ein alberner Vorwurf (man muss so einen Missmut wohl schon als normal erachten im Netz der Keyboard-Warrior – oft auch in Verbindung mit anderen Misses: -gunst, -trauen…). Sorry, aber das ist dünn. Wer das gelesen hat weiß, dass es diese Fotografin nicht nötig hat (es soll einige in der Branche geben, die trotz nicht ganz günstiger Preise von reinen Empfehlungen leben können, denn solche Arbeiten und Feste sind nicht zu unterschätzende Werbung).

      Der Don hat ja auf das bizzarste Event seit 40 Jahre DDR verwiesen. Dort geht es nicht nur in 2 Runden um die angeblich verfolgte Presse (wie EU-Kritik, z. B. an dem jährlich 200 Mio teuren Umzug des Parlamentes von Brüssel nach Strassburg, den nicht mal die Parlamentarier gut finden: alles schnell „nazi“, was von einem verrückten Katechismus dieser Tage abweicht, dabei wollen doch alle angeblich die Freiheit verteidigen), sondern auch um Polyamorie. Denn es geht doch angeblich darum, dass sich alle lieben, und die anderen seien die Menschen-Hasser (nur mal die letzte Kolumen der schrulligen Berg lesen – wie soll man nur mit den anderen denken – und klar, wer der Merkel nicht folgen mag, der ist sicher auch gleich Schwulen- und Frauenfeindlich! Wie beschränkt muss die eigene Weltsicht sein, um so etwas hin zu bekommen….). Im Aufbauverlag, der auf eine große Geschichte mit bedeutenden Autoren zurück schauen kann, gibt es ein Werk, dass auch für den respublica angepriesen wird und wo die angeblich Zukunft ohne Ehe beschrieben wird (auch auf dem Kongress die Rede, wo sicher sicher der eine oder andere Verteidiger von Kinderehen unheimlich weitblickend und so klug wähnt): Wie wir lieben (da jede 2. Ehe scheitere, sei das ohnehin Unsinn – wobei wohl hoffentlich jedem klar ist, wie sehr es für Kinder und Vermögen von Vorteil ist, wenn das Vorhaben glückt).

      Das ist nur alles überhaupt nicht neu. Und dabei muss man nicht mal auf die 68er verweisen, denn diese Diskussionen gab es auch schon Jahrzehnte vorher, z. B. in der Reformbewegung und auch in den 20ern.

      Man verzeihe mir das folgende Zitieren der einen Veranstaltung: „Ficken für den Weltfrieden“ (klar, damit alle Schuldigen benannt seien: Trump, AfD…) – man siehe aber die Adresse in der URL: https://re-publica.com/17/session/ficken-den-weltfrieden.

      Bei dem Titel hört man direkt: „Da simmer dabei! Dat is prihima! Viva Colonia! Wir lieben dat Leben die Liebe und die Lust wir glauben an den lieben Gott und ham uch immer Durscht…“

      Und damit das Feindbild stimmt: „Welcome culture 2.0: fighting anti-collaborative behaviours“

      Nach dem Krieg sind ja überall die Kollaborateure gejagt worden, heute offenbar die angeblichen Anti- Kollaborateure (der offiziellen hiesigen Politik bzw. der EU, die unter anderem für das Obige steht, und Eurobonds wie sie der Franzose möchte, der sich nich durchsetzen werden kann, bei der Einführung all dessen, was Deutsche schon lange erdulden müssen)

      Ganz wichtig, wie bei den Teletubbys: Alle immer Gruppenschmusen – der Traum meiner hyperspätstalinistischen Klassenlehrerin…

      Sehr zu empfehlen ist Hans-Eckardt Wenzel Europahymne: https://www.youtube.com/watch?v=FRoXnALBXrE

      (wer sie nicht kennt, sollte ruhig mal reinhören – den Text gibt es irgendwie nicht online? Schön beobachtet: „es treibt die Völker in den Streit“ und „Völker spalten“: Wen sollen wir aktuell alles hassen? Polen, Ungarn, Russen, Briten – da sorgt man anders als bei der Türkei für gründliche Klärung im Sinne von verbrannter Erd – und US-Amis)

      Stimme der klasse Autorin gern zu in ihren Beobachtungen, und wir durften in den letzten Jahren etliche Hochzeiten erleben. Und das gibt auch Hoffnung, dass sich eben nicht alle von wildgewordenen Linksbizarren den Kopf verdrehen lassen, die beklagen, dass welchen soziale Ungerechtigkeit so wichtig wie Schwulen- oder Frauenhass vorkommen könne (und Hauptsache nicht als Indianer oder arabische Prinzessin zum Fasching ziehen). Und dann taumeln sie der von Arbeitgeberverbänden begünstigten Schein-Konservativen hinterher… (bisher war noch jede Zuwanderungswelle in der Geschichte der BRD auf Wunsch der Arbeitgeber erfolgt, was nun eine herrliche Kulisse für angeblichen Humanismus abgibt – wobei wie immer die Gewinne bei wenigen verbleiben, und die Lasten der Gesellschaft aufgehalst werden).

      Wünsche der edel schreibenden Fotografin noch viele so schöne Beiträge und viele gute Aufträge (das ist a) auch eine Frage des Anstandes und des Gönnens, und b) drängt sich einem Selbstständigen geradezu auf)! Herzliche Grüße, der Dame mit dem großen Herz!

    • Alphonsos Absenz ...
      … hat den angenehmen Nebeneffekt, dass auch seine Stalkerin sich bedeckt hält.

    • Ich denke, er radelt gerade in Italien,
      oder erholt sich davon – nur Geduld!

  4. Mit der Ehe verhält es sich,
    wie mit allen anderen Dingen auch, dialektisch. Der Hass und die Grausamkeit, in der viele Ehen früher oder später versinken, ist direkte Folge des Eheprinzips. Nicht des Prinzips von Beziehung an sich. Des Eheprinzips. Eben weil man früher oder später merkt, dass der andere nicht mehr so leicht weg kann, nicht ohne zumindest gleich auch seine materielle Existenz zu ruinieren, macht sich Nachlässigkeit, Desinteresse, Rücksichtslosigkeit, später dann Gehäßigkeit, Boshaftigkeit und Hass breit. In Beziehungen, die nicht derart in Beton gegossen sind, kann sich ein Partner in der Regel nicht derart gehen lassen. Er wird sich über längere Zeit zusammenreißen, wenn er seines Darlings nicht verlustig gehen will. Auf die Spitze treibt es für mich dies englische Ehepaar, von dem jüngst berichtet wurde, es habe sich in fünfzigjähriger Ehe kein einziges Mal „Ich liebe dich“ gesagt. Das ist clever. So macht man das. Man macht es sich schwer, um es auf lange Sicht leicht zu haben. (Natürlich wäre es meinem Argument dienlicher, wenn es sich nicht um ein Ehepaar handeln würde, aber gut.)

    Ähnlich dialektisch verhält es sich mit dem Pomp der Ehezeremonie. Kreiert er doch eine tragische Fallhöhe, der die mühevollen Ebenen des Alltags niemals werden gerecht werden können.

    Kurzum. Mich erinnern all diese Kleinbürger immerzu an Emma Bovary. Nicht wenigen wächst ja dann auch ein ähnliches Schicksal zu. Und das seit 160 Jahren!

    P.S.: leider werden berechtigte Zweifel an linksgrünen Auswüchsen des Zusammenlebens vermengt mit der nach wie vor nicht argumentativ zu widerlegenden Forderung, dass auch Schwule und Lesben heiraten und Kinder adoptieren dürfen sollten könnten. Müssten. Überhaupt ist der Text intellektuell nicht auf der Höhe der Stützen der Gesellschaft, aber dem sei verziehen…

    • Ach was
      1. Es sind noch nicht mal die meisten Ehen, die in Hass und Grausamkeit versinken.

      2. Ihre Begründung, warum das ihrer Meinung nach so sein müsste, spiegelt eher ihre eigenen Egoismen wieder als irgend etwas strukturelles.

      3. Das biologische Argument gegen voll gleichberechtigter Homoehe ist absolut stichhaltig, weil Homoehen nun mal fundamental unfruchtbar sind, anders als Heteroehen. Irgend ein dritter muss involviert sein, und seine / ihre Rechte als Vater oder Mutter gehören gewahrt.

    • Hach, mit was für einem Pöbel
      man sich hier neuerdings herumschlagen muss. Muss das sein, werter Don? Können solche Leute nicht einfach bei focus.de unter sich bleiben? Hach, hach…

    • Naja
      Ich sehe bei der Volladoption eher die Seite des Kindes und nicht die von Leuten, die Rechte einfordern.
      Solange privillegierte Leute (Fußballspieler, Schauspieler etc.) sich nicht outen, weil sie negative Folgen für ihre Karriere befürchten, scheint dieses Konstrukt gesellschaftlich nicht akzeptiert zu sein. Warum ein Kind dem aussetzen, wenn es Möglichkeiten gibt, bei dem einem Kind nicht noch ein zusätzlicher Rucksack umgeschnallt wird.

    • Die Überhöhung...
      der Ehe in ihrem Schließungspomp hat in der Tat eine Menge Illusionen befördert, auch weil Alles was nicht passte früher mit gesellschaftlicher Ächtung oder Tabu belegt war.
      Das ist heute nicht mehr so, die jungen Leute wissen, was sie erwartet, nur siegt die Hoffnung über den Pessimismus des Feminanzentums. Und da spricht dann nichts gegen den Genuss den Augenblicks,mit Pomp und Zeremoniell.
      Und wer es heute immer noch nicht begriffen hat, dem ist ohnehin nicht zu helfen. Man kann keinem zum Wissen zwingen, weder Feminanzen noch realitätsferne Romantiker oder ist das nicht dasselbe nur vor bzw. nach dem Erwachen aus dem Traumland?

    • Kind eines Lesbenpaares
      Hallo Miesepeter,
      warum müssen wir immer gleich 150% fordern?

      Die Einen treibt ihr mangelnder Horizont seit Jahrhunderten dazu, Homosexuelle zusammenzuprügeln, weil sie sich ihrer eigenen unklaren Gefühle nicht reif zu bemächtigen gelernt haben – den eigenen im Erfahrungshorizont limitierten Vorfahren sei dank.

      Und nun muss andererseits nicht nur die Ehe, sondern umgehend auch das volle Glück der Eltern rechtlich eingefordert werden!

      Mir ist als Konservativem, der von Grundsätzen aus zu denken versucht, absolut einleuchtend, gefühlt ohnehin sympathisch, wenn homosexuelle Erwachsene füreinander die Pflichten als Eheleute übernehmen möchten. Im Beitrag wird ja der innige Wunsch nach Gemeinsamkeit eindrucksvoll bebildert und beschrieben!

      Wer sich liebt, geht miteinander gerne ins Bett. Wer sich rechtlich aneinander binden möchte, soll das tun können vor dem Gesetz.

      Wie Mario hier präzise schreibt, ist AUTOMATISCHES ADOPTIONSRECHT aber etwas, das die Seele der Kinder völlig außer Acht lässt. Und dafür habe ich weder geistig, noch gefühlt irgend eine Sympathie, ich verstehe es nicht, wie man negieren kann, dass Kinder immer drei Eltern haben werden – zwei biologische, zwei rechtliche – und dies eben nicht natürlich, sondern rechtlich konstruiert werden soll.

      Wer mit schwulen Freunden offen spricht, erfährt eben, dass viele Paare sich mit lesbischen Paaren arrangieren wollen, um gemeinsame Kinder zu zeugen. In 90% jedoch die Erfahrung ist, dass die Frauen darauf bestehen, dass es ihr Kind ist, da sie es ja gebären…

      Da beginnt es erst. Und es ist keinerlei moralisches Urteil damit verbunden – aber Erwachsenen zerren und zanken bereits VOR der arrangierten Zeugung um Rechte und Zugang zum Kind…

      Wie fühlt man sich, wenn man das später für sich erschließt, als Kind?

      Zufällig lernte ich einen jungen Menschen kennen, 20 Jahre alt. Kind eines Vaters, der sich aus religiösen Gründen gegen die Mutter und Tochter entschied, da sie der falschen Religion angehören. Diese Religion sieht sich als die Auserwählte an, in dem nur von Müttern ihrer Religion geborene Kinder den Segen des Unausprechlichen haben.

      Wie fühlt sich so ein Kind, das keinen Vater hat?

      Und die Mutter erzog das Baby in lesbischer Partnerschaft. Und da war dann eine Frau, die wie ein väterlicher Freund auftrat – aber kein Vater war. Und nicht nur eine Freundin der Mutter, wie es über viele Kindheitsjahre zunächst gesagt wurde.

      Wie fühlt sich ein Kind, dessen Mutter etwas vorzugeben versucht, was aber nicht ehrlich gelebt wird?

      Wie fühlt sich ein Kind, das einen Vater möchte, wie alle anderen in der Grundschule – und nicht die Freundin der Mutter?

      Natürlich. Ich bin nicht fortschrittlich.
      Genau das will ich auch nicht sein, wenn wir über die zeitlos seit Menschengedenken bestehenden Bedürfnisse von Babies und Kindern reden, die eben selbstlose Eltern brauchen – nicht 150%ige Rechte.

      Das focus.de Niveau findet sich auch dort, wo man es nicht sehen mag.
      Das gilt in jede Richtung.

      Ich kann nur eindringlich appelieren – es gibt sicherlich auch homosexuelle Paare, die Kinder liebevoll und ihren Bedürfnissen entsprechend erziehen. Aber die ist im Einzelfall zu entscheiden – wie aus guten Gründen bei JEDER Adoption!

      Warum homosexuelles Sexualleben dazu führen soll, dass hier anders als bei allen anderen Adoptionen gesetzlich alles ermöglicht werden soll, was die Natur nicht von sich aus ermöglicht, dazu gibt es kein einziges mir bekanntes Argument.

      Es wäre überraschend, ausgerechnet vom größten Miesepeter einen Grund zu erfahren, der vom Wohl der Kinder aus entspringt.

    • Ich mag Ihren Kommentar
      und würde ihn selber so formulieren, hätte ich die Muße und das Geschick dazu, dabei stimme ich Ihnen kaum zu.

      Der Text wiederum erscheint mir, gerade weil er „intellektuell nicht auf der Höhe“ ist, durchaus erhellend. Die Aussagekraft liegt immerhin über der Einschätzung eines Konditors, welche Bedeutung Hochzeitstorten heute haben.

      Um zum Abschluss noch unmissverständlich klarzustellen, dass dieser Kommentar ein einmaliger, von mir selbst nicht wirklich zu erklärender Ausflug in die Kommentarspalten eines Online-Nachrichtenportals ist (bilden Sie sich darauf gerne etwas ein, sofern sie wollen) und unsere kurze Beziehung unmittelbar vor ihrem jähen Ende steht, erlauben sie mir zum Abschiedsgruß ein aufdringliches

      „Ich liebe Sie“ und weiter so!

  5. addendum
    Zu bescheiden Frau Hufnagel?
    Zu Ihrer Leistung als gute Photographien gehört auch das Dirigieren des Paares und der Gästeschar. Als halb neutrale Autorität sorgen Sie oft erst für präsentable Bilder.
    Amateure machen (oft) viel zu wenige Bilder von Gruppen, die sie nicht gut aufstellen nach Struktur, Licht, Hintergrund.

    Als Profi in Darstellung beraten Sie Ihre Kunden doch auch zum Vermeiden von unvorteilhaften Situationen.

    Ihre Anwesenheit berechtigt das Paar zum Knipsverbot für Gäste in der Kirche. Knipser mit und ohne Blitz während Ringtausch oder Predigt gehören für mich zu den abstossenden Erinnerungen an Hochzeiten.
    Kauftip: Vereinbaren Sie das Honorar für die Photographin einschließlich Bildrechte. Ziel ist nicht das Sparen. Mit den Bildrechten und Daten können Sie gleich und später Bilder mailen, Photobücher erstellen oder beim Anbieter Ihrer Wahl (zB Marco Tägl) Fahnen, Alubonds, Tapeten bestellen. Sie können Jahre später ein Bild bearbeiten und ausdrucken.

    pics or it didnt happen. Schon nach Monaten verblasst die Erinnerung. Die guten Bilder der Photographin prägen, bestimmen dann die Erinnerung ans Fest, die Darstellung des Paars.


    • Vermeiden von unvorteilhaften Situationen
      Die wird es immer geben (Geschmacksverirrte halten drauf). Es kommt darauf an, dann nicht den Auslöser zu betätigen, sondern ein bißchen zu warten, bis sich das gelegt hat, oder, wenn sich das nicht einstellt, ein wenig nachzuhelfen, eine präsentable Situation zu schaffen. Das braucht ein gewisses Fingerspitzengefühl, und je nachdem, was vorher besprochen alles abgelichtet werden soll, kann das bestimmt ganz schön hektisch werden.
      Sympathie und der Wille, die besten Seiten sichtbar zu machen, ist dabei gewiß notwendig.

    • Titel eingeben
      Liebe Colorcraze, ich bitte mißverständliche Ausdrucksweisen zu entschuldigen. Die von mir aufgezählten Leistungen der professionellen Photographin erwarte ich bei Frau Hufnagl als erbracht.
      Es sollte keine Kritik sein, sondern eine Erweiterung. Wenn die Autorin meine Punkte auch noch aufgezählt hätte, würde es vielleicht wie Werbung klingen.

      Wem die Preise hoch erscheinen, dem gebe ich zu denken daß Mieten in HH auch 22 Euro betragen können. Frau Hufnagl ist eher mit dem slk350 zu vergleichen, als mit der Barchetta von früher oder einem Fox.

  6. Jedes Experiment ist wertvoll,
    …und was man auch gegen die Ehe sagen kann, sie ist sicher ein Experiment. (Oscar Wilde)

    Liebe Frau Hufnagl,
    vielen Dank für Ihren charmanten Beitrag und die hübschen Bilder!
    Kennen Sie den Bildband „Forever and a Day“ von Philippe Cheng?
    Die schönsten Hochzeitsfotos (von fremden Menschen), die ich kenne…

  7. Nach 'Welt ohne Grenzen' auch 'Kinder ohne Beziehung
    Die Stützen der Gesellschaft, heute noch in und durch die Familie, wird in der Zukunft aus der Retorte kommen – Lied: Im Jahre 2525 – also warum all dies‘ Theater?
    Weil es das menschlichste alles Zusammenlebens in der Zelle bestätigt, die Familie! Vielleicht fragen Sie sich mal wem Sie ihr Leben verdanken

  8. schöne Bilder und gut geschrieben
    Bisher habe ich nur die Beiträge von Don Alphonso hier gelesen. Ihrer ist der erste von einem anderen Autor. Zum Lesen angefangen habe ich deshalb, weil ich mitten in der Vorbereitung für eine Scheidungsverhandlung bin. Da ist mir Ihr Beitrag über den Beginn wohltuend in die Augen gesprungen. Ich habe mit Interesse gelesen und manche Erkenntnis mitgenommen.

  9. Titel eingeben
    „Mich erinnern all diese Kleinbürger immerzu an Emma Bovary.“ – Was??? Kleinbürger scheinen mir die hier Abgebildeten nur wirklich nicht zu sein. Kleinbürger sind die, die mangels eigener Ideen oder Möglichkeiten das Credo der jetzt 50 bis 70 Jahre alten Ex-Revolutionäre oder verhärmten Feministinnen nicht loslassen können, dass die Ehe nur etwas für Kleinbürger sei.

  10. ???
    Ich glaub‘, ich bin im falschen Blog.

    Nichts für ungut.

  11. Früher war es auch nicht so anders
    “die ganz Modernen wollen das archaische Unterdrückungsinstrument am Liebsten komplett abschaffen”, ist nicht ganz so modern. Zu meiner Zeit, also zu Zeiten der berüchtigten 68ern, war heiraten auch total out und die ganz Linken wohnten in Kommunen. Unsere erste Tochter kam unehelich zur Welt. Wir aber wurden immer bürgerlicher und schließlich gingen wir sogar zu einem Rechtsanwalt, um ganz bürgerlich testamentarisch festzuhalten, was mit unserer Tochter geschehen soll, sollten ihre Eltern umkommen. Der Rechtsanwalt war uralt. Der hörte sich unsere Sorgen an, lehnte sich schließlich entspannt zurück und schlug vor: ‘Heiraten sie einfach. Das ist die billigste Lösung. Dann werden die meisten ihrer Sorgen legal gelöst.’ Und da wir sparsam sind, haben wir des Rechtsanwalts Rat befolgt. Wir hatten viele Photographen auf unserer selbstbekochten Hochzeit.

  12. Also die Heliumballonherzaktion ist ja in ihrer Kitschig- und Einfallslosigkeit nicht zu überbieten
    Da fällt mir als Erstes eher eine Werbeaktion von Autohaus und Versicherung ein, aber keine Hochzeit. Aber zweifellos jeder wie er mag.

    Ob es einen Zusammenhang zwischen den ausufernden Inszenierungen und den ja wohl in 50% der Fälle folgenden Scheidungen geben mag? Ich würde das vermuten.

    Mittlerweile sollen übrigens auch schon Kleinkindergeburtstage professionell organisiert werden. Warum eigentlich?

    „Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist.“ Oscar Wilde
    Aber der Zitate sind viele. Und die Wahrheit findet sich dann allemal im Alltag.

    PS:Hoffentlich symbolisiert das Sägenfoto nicht wirklich was. Aber Übung hilft bekanntlich manchmal weiter. Für die dicken (Ehe-)Bretter sollte dann die Handhaltung nochmal verbessert werden.

    Wo ist denn der Don hin? Zur Hochzeit?

    • Titel eingeben
      „eine Werbeaktion von Autohaus und Versicherung“.
      .
      Wenn man das kalte, viereckige Haus dahinter sieht, …ja, es passt.
      (Vielleicht deshalb dieser Drang zum Kitsch?)

  13. Wunderbar, diese eleganten Spurwechsel des Don
    hier im Blog wie auf zwei Rädern in den Bergen! Danke dafür!

  14. Wir wollen unseren Don Alphonso wieder haben
    !

    • der Kaiser ist tot...
      … es lebe der Kaiser!

      Nun, die Unterwürfigkeit des Deutschen gegenüber dem als Autorität anerkannten Leithammel, äh Leitautor, ist einfach nicht tot zu kriegen.

      Wir wollen unseren Kaiser wiederhaben!
      Keine versponnenen crazy Ludwigs aus Luftschlösschen irgendwo im wolkigen Bayern…

      Klasse Photographin. Klasse Beobachterin.
      Da sollten wir doch mal eine Woche ohne Leitidol die Zeitung lesen können, oder nicht?

      PS: Ich schrieb soeben in anderer Kommentierung, ich sei konservativ. Ihren Kommentar finde ich schlicht grob unhöflich Frau Hufnagel gegenüber. Das mal ganz nebenbei. Da ist nichts Konservatives, nichts an Respekt, nichts an Anstand zu finden. Nur – blinde Gefolgsamkeit.

      Und das nehmen Sie gerne mal mit aufs stille Örtchen und denken darüber nach. Es gehört sich einfach nicht.

      Und nun entschuldige ich mich, dass ich meinen Brass über etlich unhöfliche so-genannte Anstands- und Traditionsbewahrer in diesem Blog-Kommentaren an Ihnen auslasse. Aber ohne Kritik gibt es keine Entwicklung zur Sonne – ich dachte, diese Dauerbotschaft des Don Alphonso sei angekommen… offensichtlich nicht.

      So wird das nichts mit dem Kaiser wiederbekommen… ohne Respekt und Anstand.

    • Titel eingeben
      ich stimme dem vonMicha vorbehaltlos zu. Beinahe. Die ungehörigen Unhöflichen wollen sicher keinen Willi, weder mit noch ohne Bart. Die wollen ihren König Ludwig.

      Der Kini hat einen Riesenbeitrag abgeliefert im kleinen privaten Salon (online seit 4906 Tagen)

      Und ja, Donnie Doomsday war radeln. Zwei Eroica in einer Woche.

    • an die geschätzten Herren vonmicha und Melursus (dass es Herren sind vermute ich mal)
      Ich bin kritikfähig und nehme diese von Ihnen selbstverständlich zu Herzen. Mein eher scherzhaft gemeintes kurz ausgedrücktes Verlangen nach dem Don sollte jedoch nicht zu ernst genommen werden.
      Nie käme es mit in den Sinn die mir völlig unbekannte Frau Hufnagl grob unhöflich zu behandeln (immerhin schreibe ich Ihren Namen richtig) und die Bilder sind wirklich große Klasse, der Text ist für mich weniger interessant da selbst klaglos (sagt man „glücklich“?) verheiratet.

      Ich könnte auch behaupten, es war ein Test, ob die verehrte Autorin auch kritische freche Kommentare veröffentlicht, so wie der Don.
      Diesen Test hat sie mit Bravour bestanden.

  15. alles OHNE
    @Kirsten Reiner

    das mit „kinder ohne beziehung“ passt ja volle in mein weltbild, so haben wir doch:

    1. romane ohne handlung (spachfabulierer)

    2. hochschulpräsidentInnen ohne hochschulabschluss (BaWü)

    3. sex ohne unterleib

    4. könig ohne land (jüngster sohn von Heinrich II)

  16. Hallo Frau Hufnagl ...
    … sie haben in ihrem Artikel (wahrscheinlich aus Versehen) zwei Klischees ausgelassen. Wobei ich natürlich nicht dafür garantieren will, dass es auch noch ein paar mehr sein könnten.

  17. Meine Güte
    Absolut grotesker Seitenhieb auf „Ehe-für-Alle“-Befürworter. Da geht es doch gerade darum, dass Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare mit Heteros gleichgestellt werden. Damit sie ihre Verpflichtung sich selbst und dem Staat wahrnehmen + das auch in Weiß und Glitzerfotos präsentieren, sofern die das denn wollen. Traurig, wie hier schon wieder unnötig eine Kluft aufgemacht wird.Habe Frau Hufnagl bislang auf Twitter witzig und offen wahrgenommen, aber dass hier populistisch und so ganz allgemein auf „Genderkacke“ eingedroschen wird, stimmt mich sehr traurig. Man kann auch als Feministin heiraten wollen (sogar in weiß) oder gar gläubig sein.

    • Liebe Merle,
      ich schrieb „Nun ist Heiraten heutzutage ja nicht ganz unumstritten. Die Grün-Links-Liberalen wollen die Ehe für alle, die CDU/CSU will den althergebrachten heterosexuellen Familienbund, die ganz Modernen wollen das archaische Unterdrückungsinstrument am Liebsten komplett abschaffen – und die jungen Leute? Die wollen heiraten.“ Worin hier ein Seitenhieb gegen Ehe-für-alle-Befürworter liegt, erschließt sich mir leider nicht.
      Mit herzlichen Grüßen,
      Anne Hufnagl

    • Frau Hufnagel, Gesetz aller (auch linken) Kleingeister:
      Die (hier also: Sie) schreibt bei dem (hier also: der Don), der ist „beliebiges einsetzen“ (Beweis durch Behauptung), deshalb sind nun auch Sie „beliebiges einsetzen“. Also konnte Ihre sprachlich wertneutrale Bechreibung nur ein „Seitenhieb“ sein. Guilt by association – eines der Lieblingskampfmittel bestimmter Gruppen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  18. Don war eine Kunstfigur! Don ist Anne Hufnagl! Anne Hufnagl ist...
    So, nun ist es raus. Und die und demnächst dann vielleicht wieder er hat hier ein Projekt laufen:Kunstfigur in Bildern und Texten sowie in der Reflexion ihrer Leser und Betrachter in Zeiten des Internets. In Wirklichkeit der erste Undercover-LSBTTIQ-Blog. Vielleicht wird’s ja eine Diplomarbeit?

    Der ansatzlose Autorenwechsel ist doch eigentlich ein sehr schöner Hinweis auf die Blogs dieser Welt.

  19. „Der betörende Glanz der Dummheit“ (Esther Vilar)
    Bestimmte Jobs – wie Hochzeitsfotografin – kann man nicht zynisch ausführen, zumindest nicht ohne den Konsum psychotroper Substanzen.

    Denn Zynismus setzt die Fähigkeit zu kritischer Durchdringung des gesellschaftlichen Scheins und reflexive Distanz voraus.

    Aber als Hochzeitsfotografin ist man zu nah daran und zu sehr Mitspielerin. Da kann man das ganze Elend, was sich beim Arrangement einer Hochzeit manifestiert, nicht ins Bewusstsein kommen lassen und zugleich gute Miene machen.

    Die Inszenierung einer Hochzeit ist immer verbunden mit Kitsch, Illusion und Lebenslügen.

    Intelligente Menschen, die sich wirklich lieben, heiraten nicht. Denn sie durchschauen die Ehe und wissen, was hinter dem Schein die wirklichen Motive zum Heiraten sind.

    Nun gibt heutzutage im Zeitalter des Narzissmus auch Paare, die ihre Trennung bzw. Scheidung medial zelebrieren: „Endlich glücklich getrennt/geschieden! Aber wir bleiben selbstverständlich Freunde!“

    Trennungs- und Scheidungsfotografin ist möglicherweise eine Marktlücke, vermutlich aber inkompatibel mit dem Job einer Hochzeitsfotografin.

    Neo-Biedermeier ist in, gesellschaftskritische Reflexionen sind – in der massenmedialen Öffentlichkeit – megaout.

    Die Biedermeier-Menschen mögen sich in ihrem äußeren Verhalten sehr unterscheiden, aber dies gilt nicht für ihre Charakterstrukturen. Denn hier ähneln sie sich, egal ob es sich Traditionalisten und Retros oder links-grün-alternative, feministische, homophile, pseudo-kritische und -moderne Systemmitläufer handelt.

    Möglicherweise will/muss sich D.A. im Feuilleton der FAZ neu und marktgerecht – dem gesellschaftlichen Wandel entsprechend – positionieren.

    Daher die Artikel über Radtouren und die Technik rund ums Rad zu Zeiten, in denen eigentlich ein großer Bedarf an kritischer politischer Diskussion besteht, daher die Beschreibung der Lebenswirklichkeiten und Rituale von privatisierenden Spießern, von traditionalistischen Gestrigen etc.

    Denn diese arbeitenden und konsumierenden Systemrädchen sind die tatsächlichen „Stützen der Gesellschaft“, deren unreflektiertes Mitmachen die Megamaschine des Kapitalismus – und den Sozialparasitismus der „Oberschichten“ – am Laufen hält.

    Religion war früher das Opium des Volkes, Konsum ist das heutige. Natürlich gehören zu dieser Normalität Alkohol, Psychopharmaka und Drogen. Denn die Realitätsflucht und Verdrängung bedürfen chemischer Unterstützung.

    Das passt zu den TV-Sendungen mit Themen wie: Kochen, Zoo, „Bares für Rares“, Leben der Promis usf.

    • Ach ist das schön, wie Sie sich die alleinige Weisheit
      des wahren Lebens mit dem Schaumlöffel einverleibt haben. Auch wenn Sie sich selbst und Andere nicht leiden können, wäre es schön, Sie würden eine alte preussische Tugend beherzigen und jeden nach SEINER und nicht Ihrer Fasson selig werden lassen.

    • Selig werden ohne Verstand?
      @Ulrich Dust

      Sie wollen der Irrationalität freien Lauf lassen?

      Fine by me.

      Dann aber beschweren Sie sich bitte nicht, wenn Menschen selig werden wollen, indem sie die Grenzen öffnen. Oder einen Djihad führen. …

      Dass „jeder nach seiner Façon selig werden soll“, bezog sich in Preußen nur auf den Glauben, nicht auf eine Narrenfreiheit im Handeln.

      Soviel sollte man mindestens wissen.

    • "Intelligente Menschen ... heiraten nicht"
      Es gibt in diesem Blog einige Kommentatoren, die versuchen ihre Meinung dadurch zum Argument zu machen, dass sie den Vertretern von Gegenmeinungen die Intelligenz absprechen. Diese Leute wissen sicher selbst, dass das so wirksam ist wie die Marketingmode, auf den zu verkaufenden Artikel „30% gespart“ zu drucken. Machen es aber trotzdem. Und nehmen die Verachtung in Kauf.

  20. Ernst Jünger: „Das wird nicht akzeptiert.“......
    Überall leuchten nach dem Sieg Macrons die Augen überwiegend weiblicher Nachrichtensprecher.

    Was auf sie zukommen wird, ahnen sie noch nicht.

    Niemals sollte man die Texte großer Menschen eins zu eins übernehmen.
    Aber wer tut das schon, außer den Gläubigen; weltweit parodiert man Nietzsche
    unter links-christlichen-öko-multikulti-Vorzeichen eines neuen Synkretismus, der die kompletten „Eliten“ infiziert hat, und als Religion des Globalismus zu fungieren hat;

    („Es naht sich, unabweislich, zögernd, furchtbar wie das Schicksal, die große Aufgabe und Frage: wie soll die Erde als Ganzes verwaltet werden? Und wozu soll »der Mensch« als Ganzes – und nicht mehr ein Volk, eine Rasse – gezogen und gezüchtet werden?“ F. N.)

    Er gibt sich als normale Weltoffenheit.
    Dabei ist sein im großen Stil versuchter manichäischer Messianismus überall mit den Händen zu greifen; selbst bei der Faz leuchten die Augen:

    „23:46 Cai Philippsen
    Liebe Leser,

    mit Beethovens „Ode an die Freude“, die Emmanuel Macron für seinen Auftritt vor dem Louvre gewählt hat, wollen wir uns heute bei Ihnen verabschieden. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse.

    Ihre FAZ.NET-Redaktion“.

    Dagegen Ernst Jünger: DIE HERRSCHAFT DER TITANEN:

    http://www.4pt.su/de/content/ernst-jungers-ausblick-ins-21-jahrhundert

  21. In Case of Emergency break glass (Wo ist Goodnight?)
    Ein schöner Beitrag, der mich in meiner heiratsfreudigen Filterblase völlig unterstüzt. Selbige Filterblase würde auch des Dons Vermutung bestätigen, dass Kinder wieder modern sind. Manche dieser Kinder heißen gar Karl, und dass bei Eltern mit Arzt-Hintergrund.

    Für alle heute zu kurz gekommenen: Siena, Umwerfer, Schadmünchner, Pinarello, Ralf Stegner, *bayrische Flüche*, Silberkanne, Anne Helm, *Portrait einer barocken Schönheit mit merkwürdiger Unterlippe*

  22. Beliebigkeit vs Verbindlichkeit
    Die Ehe ist ja ein verbindliches Versprechen – was natürlich abgelehnt wird von Leuten, die schon Tatsachen nur als diskriminierende Einschränkungen ihrer Weltsicht wahrnehmen können. Der unbefangene und unverbindliche Umgang mit Beziehungen findet sein Äquivalent im flexiblen Umgang mit der Wahrheit. Und so, wie man der Meinung ist dass „wahre Liebe“ über Ehezeremonien und respektvollem Umgang stehe, so meint man eben auch dass die wahre Wahrheit (die sich ständig ändern kann) über der Realität zu stehen hat.
    So Leute gab es schon immer, aber heute sitzen sie im Parlament.

    • Daumen hoch
      Schön gesagt

    • wolfpunkt@web.de
      Sie bringen es wunderbar auf den Punkt!

    • Volle Zustimmung
      Udn sehr schön formuliert. Verbindlichkeit ist eine Lebenseinstellung. Und die einzig tragfähige Basis für gegenseitiges Vertrauen – egal ob in einer Partnerschaft oder in der Gesellschaft. Das ist leider mit den 68ern und deren antiautoritären Erziehungmethoden immer mehr verloren gegangen. Die Folgen sehen wir heute in der Tat in den Parlamenten…

  23. Pingback: Glaube, Liebe, Zeigenwollen. – FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung – Aktuellenachrichten24.info

  24. Naidoo singt von Marionetten, da springt auch schon der Böhmermann,
    .
    .
    Quadrata….Comiidiiään , und macht sich plötzlich zu Muttis oder Chulzens Liebling.

    Wie sich alles fügt in Doitschland !

    Von der versteht von nichts etwas mausert sich zur Kritikerin ihrer KiTa-Wehr ,

    Hauptsache, ins politisch-korrekte Horn stossen .

    Ich frage mich, WER sich zu so einer Armee noch meldet, außer, sie nehmen den sonst nirgends.

    Aische darf nicht, hat der Imam verboten, Uschi und Marianne, weil automatisch be-und gefördert.

    Aber Werner, Horst und Sven ?

    Macht nix, die Amis hauen unsere Jungs schon raus, wenn wieder jemand auf Brunnenbauer schießt, und die sind unbewaffnet !

    Macron bricht den papiernen Widerstand der Dolmen in ,,unserer“ Regierung gegen die Schuldenunion ,

    offizielle Zahlen hinsichtlich weiterer Goldstücke, die zu uns kommen, eher Fehlanzeige,

    bei Kriminalität wird gelogen, was der doofe Michel hält,

    alles paletti in D 2017.

    Diskutieren wir also über die Tuffigkeit von Hochzeitskleidern .

    Aa scho wuaschd.

    • Herr Moser
      ich muss auch schon aufpassen, dass ich nicht monomanisch werde.
      Aber Recht haben Sie.
      Liest man etwas in den blogs, die in Danischs Bestenliste stehen, dreht es einem die Fußnägel auf.

      Bin gespannt, wie weit das Wasser im Kochtopf, in dem wir sitzen, noch erhitzt werden kann, bis man heraushupft, sprich: auf die Straße geht oder anders wählt. Oder ob man im Topf bleibt.

      Zum Hochzeitsthema: Habe meine Frau ihr zuliebe nach 13 Jahren nur standesamtlich kürzlich noch kirchlich geehelicht.
      Das Einzige, was wichtig ist, ist die Trauformel, und nicht die gutgemeinten Handyfotos der Gäste oder die professionelleren der Fotografen.

      Mich kotzt der event-Charakter der Hochzeit an, und ich konnte es leider auch nicht ganz verbergen, was eine leichte Trübung der Frohstimmung zur Folge hatte.

    • Auauau, Herr Nahuatl , das hätten Sie besser lösen sollen ,
      .
      .
      indem Sie sich vorgestellt hätten, es wäre ein Firmenevent, und ein bissl schauspielern muß man da ja,
      außer man verinnerlicht Staubsauger oder Wegwerfwindeln als Lebensinhalt.

      Ich hab‘ leicht reden, ich bin nicht verheiratet oder liiert, war es auch nie,
      der One-night-stand ist mein Ding ,

      wenn man älter wird, muß man Geld ins Spiel bringen ,

      aber NIE Mecker, wo warst du , Schatz, wir müssen reden.

      Frauen sind anders, und wenn Sie ihr eine Freude machen,
      dann richtig (gespielt) .

      Soviel vom Bradlesser zur vegetarischen Kost .

      Frech, steht mir nicht zu,
      aber

      Sie kennen mich !

    • ja, auau
      ich bin eh über mich hinausgewachsen und habe in weiser Voraussicht 2 langjährige Freunde, Alleinunterhalter und Alkoholausschenker vom Feinsten, eingeladen, die ganze Arbeit leisteten und für immer einen Felsen im Brett haben.

      Das Ganze löste sich relativ zügig in kleinere Grüppchen auf, wobei besagte 2 und ich und 2 Damen eine Kleingruppe bildeten. Erstaunlich auch, wie schnell ein Gelübde auf den Prüfstand gestellt wird.

      Sie haben eh auch einen Riesenstein bei mir im Brett, Ihrer Unmissverständlichkeit wegen. Und weil Sie Menschliches von sich preisgeben, was mir sehr sympathisch ist.

    • Da bin ich froh, Herr Nahuatl, dass Sie's nicht ins falsche Röhrl
      .
      .
      gekriegt haben ,war ja schon a bissl persönlich, und aus unberufenem
      Munde no dazua.

      Aber, ja, Unmißverständlichkeit erlaube ich mir zuzuschreiben,

      und die mich nicht ausstehen können, sind halt lieber a bissl Lulu.

      Relativiererei, halt.

      Wer aber aufs Maul geschlagen wird, weiß, dass nicht alles relativ ist,

      und dass es EINE Realität gibt .

      Und die ghert gnennt, bein Naum !

    • Titel eingeben
      Wir bleiben wieder im Topf, wie der Frosch.
      Hatten wir ja schon mal, bis wir ’45 verbrüht wurden.

  25. Liebe ist...
    „Mit 17 hat man noch Träume

    da wachsen noch alle Bäume

    in den Himmel der Liebe.“ (Peggy March anno tobak)

    Mit 34 sieht man das ALLES anders…

    Mit 68 ist ALLES anders,

    da werden die Ehemänner von ihren Ehefrauen beim Einkaufen nur

    noch herumgeschubst wie Deppen, wie zu beobachten ist.

    Mit der Liebe ist es oft wie mit dem Ritzel bei der Toskana-Rundfahrt, Materialermüdung und dann muß man halt schieben.

    Der Artikel ist eigentlich eine schöne ethnologische Bestandsaufnahme, was gibt’s da zu meckern?

    Hier sollten nicht nur vomLebenenttäuschte zu Wort kommen.

  26. Jetzt
    aber schön weiter dem Fonsi links-grün-genderversifft nach dem Mund reden, denn sonst wendet er sich böse und nachtragend gegen Dich (wie er es bislang mit allen Frauen getan hat, die sich von ihm unterstützen ließen und dann doch eine eigene Meinung kundtaten).

    • Liebe Enttäuschte Frau,
      Es ist natürlich unvorstellbar, dass a) meine Meinung sich einfach so recht oft mit der des lieben Dons deckt (Sie fragen sich nun sicher: als halbwegs emanzipierte Frau? Wie geht das denn?) und b) der Don, so sich Meinungen mal nicht decken, vielleicht gar nicht gleich zum bösen Wolf mutiert. Im Übrigen wurde mir weder in meinen Artikel hereingeredet, noch bin ich ein unterstützungsbedürftiges kleines Frauchen. Gerne können wir daher beim „Sie“ bleiben.
      Mit herzlichen, denkbar unenttäuschten Grüßen
      Anne Hufnagl

    • Dass der Don links-grün-genderversiefft wäre, ist mir neu.
      Text eingeben

    • ... Eroberer sind nie nachtragend ...
      Madamina, il catalogo è questo
      Delle belle che amò il padron mio;
      un catalogo egli è che ho fatt’io;
      Osservate, leggete con me.

      In Italia seicento e quaranta;
      In Alemagna[2] duecento e trentuna;
      Cento in Francia, in Turchia novantuna;
      Ma in Ispagna son già mille e tre.

      V’han fra queste contadine,
      Cameriere, cittadine,
      V’han contesse, baronesse,
      Marchesane, principesse.
      E v’han donne d’ogni grado,
      D’ogni forma, d’ogni età.

      Nella bionda egli ha l’usanza
      Di lodar la gentilezza,
      Nella bruna la costanza,
      Nella bianca la dolcezza.

      Vuol d’inverno la grassotta,
      Vuol d’estate la magrotta;
      È la grande maestosa,
      La piccina è ognor vezzosa.

      Delle vecchie fa conquista
      Pel piacer di porle in lista;
      Sua passion predominante
      È la giovin principiante.

      Non si picca – se sia ricca,
      Se sia brutta, se sia bella;
      Purché porti la gonnella,
      Voi sapete quel che fa.

    • @Otto Moser
      Damit war vermutlich die Frauenquote der Stützenautoren (wie setzt man das Gendersternchen nochmal ?) gemeint, welche hier offenbar gerade eingeführt wird. Im Grunde seines Herzens ist der Don halt eine echte Suffragette, ich hab es schon immer geahnt.

      @Frau Hufnagl:
      no offense, ich hab Ihren Text mit Freude gelesen und begrüße Abwechslung.

    • Lieber Moser,
      der Don ist ein ganz Linker. Sie müssen ihm also viel nachsehen.

  27. "Kein Wort von Unterdrückung, von Zwang, von Selbstaufgabe, ...
    …wofür „Ehe“ in den Augen vieler Kritiker ja angeblich vor allem steht.“

    Wie schief man mit der selbstverständlichen Annahme solcher Vorstellungen liegen kann , hat sich ja beim Schleswig-Holstein-Debakel der SPD auf’s Allerschönste gezeigt.

    (Hach, ich könnte mir die mißmutige Visage des Herrn Stegner bei der anschließenden Verlautbarung der Niederlage noch stundenlang angucken… Gute Nacht in Bordesholm!)

    Da verkündet der nach Höherem strebenden Herr Albig lauthals, dass sein Heimchen am Herd bei seinen weltpolitischen Höhenflügen, „gefangen in ihrer Mutter- und Hausfrauenrolle“ leider nicht mit abheben konnte und deswegen nach langen Jahrzehnten doch endlich gegen was Adäquates ausgetauscht werden musste.

    Und prompt schlägt das Schicksal zu… zahlreiche Wechselwählerinnen (sprich Mütter und Hausfrauen) in vorgerücktem Alter wissen nun, was der um ihre Stimmen Bettelnde so von ihnen hält.

    Viel schöner, als dass ein Kandidat durch die Ranküne seiner Gegenspieler zu Fall gebracht wird, ist doch so ein schicksalhafter Stolperer allein aus Hochmut und Dummheit (man musste ja auch unbedingt eine Home-Story mit der Neuerwerbung in die Klatschspalten drücken).

    • @Perkeo kein Wort von...
      Es gibt dafür ein altes Sprichwort:

      „Hochmut kommt meist vor dem Fall.“

      Das gilt auch für die Spezialdemokraten und kommenden Sonntag ganz besonders auch in NRW,
      wo Frau KRAFFFFT sich in gewohnter nichtssagender Redundanz übt.

      WIR KÖNNEN DAS.

    • Schön wäre es wenn man solche Leute öfter abstrafen würde
      Wenn es den wahr ist offenbarte der Mann seine Grundhaltung.
      Aber wirklich neu ist das bei Politikern eigentlich nicht,
      idR meint man mit solchen Worten aber frühere Koalitionspartner
      (Was Eheleute ja ggf auch sind)

      Es kann auch sein das manchen Politikern der Supervisor* fehlt
      bei dem sie ungestraft solche Einfälle äußern dürfen.
      * Ich hätte auch Psychoanalytiker oder Psychiater schreiben können.

      PS Ich wünsche der diffamierten Dame alles gute für die Zukunft!
      Ich hoffe sie versucht nicht nachzutreten sondern schwingt sich,
      den Ballast losgeworden, zu neuen Höhen auf oder schiebt entspannt erst mal eine ruhige Kugel.

      Wäre sie bei Ihm geblieben hätte Sie ggf das gleiche Ende wie
      Dr. Kohls erste Gattin gefunden.
      (was kein Schuldzuweisung sein soll,
      manche Entwicklungen sind leider so und ab einem bestimmten Level
      in der Gesellschaft schreibt keiner eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie wegen akuter Eigengefährdung um dort den Start in eine
      andere Entwicklung zu ermöglichen)

  28. Dem aufmerksamen Betrachter war es schon immer klar,
    dass unsere ach so modernen und im Nirwana des selbsterträumten Feminismus lebenden Frauchen eigentlich nur eines wollen: geheiratet werden. Sie möchten trotz allen anderslautenden Geredes auch eigentlich nur, dass der Mann hierzulande sich wieder benimmt wie man es von einem Mann erwartet. Warum sonst sollten unsere R2G-Muttis das Land mit Angehörigen von Kulturen fluten wollen, denen bei dem Begriff „Feminismus“ zuallererst das Wort „Prügel“ einfällt? Dass R2G nicht gerade in Logik schwimmt ist klar. So macht man es denn um ein paar Ecken herum. Alles nur um die traditionellen Geschlechterbilder, die alle so nachdrücklich wenn auch uneingestandenermaßen wollen, durch die Hintertür und mit einem Heiligenschein intellektueller Absicherung versehen wieder zu installieren. Das ganze Manöver war zwar eigentlich unnötig wie ein Kropf (zumindest für die etwas Schlaueren), aber manche müssen wohl eben eine besonders lang Schleife fliegen um wieder bei sich selbst anzukommen. Je intelligenter, desto kürzer die Schleife, desto weniger Verlust an Zeit und anderen Ressourcen. Und das predige ich hier und woanders schon seit Jahren wie Sauerbier. Aber manche brauchen eben etwas länger.

    Und die ganze nervige, stressige, Papier- und andere Ressourcen verschlingende „gender-mainstreaming“-Kiste dient letzten Endes auch nur zu einem: Frauchen will Aufmerksamkeit, mit allen Mitteln. Und sei es dadurch, dass die Weicheidaddys sich die Finger wundschreiben und machen sollen wie ein gedopter Affe nur um sicherzustellen, dass in einem Text immer Mutti so oft genannt wird wie Pappi.

    Und auch Charles Bukowski hatte recht als er sagte: „der Feminismus wurde von hässlichen Frauen erfunden um sich mit seiner Hilfe in die Gesellschaft zu integrieren.“ Anders finden die Hässlichen und Übergewichtigen ja wohl auch kaum Beachtung. Bzw. dient deren Geschrei auch dazu anderen Frauen jene Männer madig zu machen, die sie selbst aus verständlichen Gründen nicht abbekommen. Es ist für die übergewichtigen XX-Chromosomenträgerinnen ja auch bequemer durch Schreien und die dicke Pauke auf sich aufmerksam zu machen statt durch einen tollen Body, der eben nur durch Disziplin, Verzicht, Diät und Fitnesscenter zu haben ist. Sie schreien dann „wir wollen keine Krümel, wir wollen die ganze Bäckerei!“ Tja, und so sehen sie dann eben auch aus.

    Dass Frau nie was anderes wollte als geheiratet zu werden zeigt sich auch schon in dem Umstand, dass trotz des zeitweilig paranoiden gender-mainstreaming eine Sache davon immer verschont blieb: selbst die „emanzipierte“ Frau hat auch heute noch nichts dagegen, im Falle einer Heirat den Namen des Mannes anzunehmen. Das dürfte wohl für 80%+ der Fälle gelten. Bei den anderen handelt es sich um Lehrerehepaare wo die Frau einen Doppelnamen führt-wobei der Mann aber bisher nicht gezwungen wurde ebenfalls einen Doppelnamen zu führen-eigentlich gendermäßig völlig inkorrekt.

    Wenn man ganz einfach nur wartet und gar nichts macht wird sich der ganze Femi- und Genderkram durch seine vielen inneren Widersprüche wohl von selbst erledigen.

    Auch das Erpressen von Männern funktioniert nicht: wer sich denn doch nicht dazu durchringen kann zu heiraten und sich an die Kandare legen zu lassen (und bei all dem was man in den letzten Jahren von Frauenseite geboten bekam überlegt man es sich denn doch schon sehr reiflich), für den gibt’s jede Menge Alternativen. Selbst dann wenn sie ein klein wenig was kosten.

    • MGTOW
      nennen das die Amis.

    • Gemein
      aber deckt sich mit meinen Beobachtungen.
      Einige alleinerziehende Mütter ( aus den Geschichten hinter den One-Night-Stands könnte Henscheid eine Fortsetzung der Vollidioten schreiben), einige Mischehen von Adipositas-per-magna-Damen, die Goldstücken die BAMF-Farce ersparten und fruchtbar für zwei sind ( ich bin 2 Öltanks), das sind Verbindungen, aus denen Träume gewebt werden. Die Webfehler sehen sogar Unbedarfte schnell.

    • Herr Charles
      Im allgemeinen heiraten ja eher Ähnliche, sowohl vom Aussehen, als auch von der Ausbildung her. Was auch gut ist, denn es sind mehr Männer als Frauen über gewichtig. Und das Aussehen? …

    • ... Frauchen eigentlich nur eines wollen: geheiratet werden.
      Klingt chauvinistisch und trifft auch auf viele meiner BekantInnen (korrekt geschrieben?) nicht zu, aber bestätigt wird es z.B. durch die aktuelle Almased-Werbung: „Wenn du mit Almased fleißig abnimmst, dann klappt’s auch mit der Hochzeit!“ Ich denke, die Werbeleute und -psychologen wissen am besten, womit sie Frauen locken können.

    • @ Ulrich W.
      Man beachte, dass die junge Almased-Konsumentin im Werbespot zum Rendezvous im Hause ihres Freundes ihren Hund mitbringt.
      Das gibt dem Ganzen die persönlich-private Note.

      Anderenfalls würde man sie womöglich als Callgirl beim Hausbesuch einordnen und die Zielgruppe der Almased-Käuferinnen wäre dadurch unnötig eingeschränkt.

  29. Pingback: Glaube, Liebe, Zeigenwollen. – Stützen der Gesellschaft › Aktuelle-schlagzeilen.com

  30. Außerdem, sparen ist eine Kunst.
    Hochzeitsfeiern als Mahn- oder Gedenkveranstaltung
    der verschrumpelten Mohrrübe
    die die Isobarenkarte verbaler Tiefgebiete
    «Ach wie flüchtig, ach wie nichtig/
    ach wie toll, ach wie wichtig»
    für psychosoziologische Studien
    ungünstig platzierter Tischnachbarn bereit hält

    angesichts
    mehr oder weniger überraschend auftauchender Gesprächslöcher – bzw. gräben
    wird entsprechende Kondition empfohlen, um ritualisierte Feierlichkeiten mit ihren Risiken performativer Grenzerfahrungen einigermaßen erfreulich wieder verlassen zu können:

    kennst du die richtigen Lieder?
    bist du vor mythomotorischen, normativen Tanzaufforderungen gefeit?
    (AldenSchuhe vertragen einiges)
    wagst du ein Späßchen mit Prinz Schnaps?
    gehörst du zu den Vertrauten, bist du ein guter, angenehmer Zuhörer?
    (du gähnst nicht bei programmatischen Lobhudeleien ungeschickter Darsteller)
    bist du bereit dem Teller Suppe ein nö-jetzt-nicht zuentgegnen?
    oder
    dem Stück Kuchen mit Eigengeschmack? (leichte chemische Note)
    ziehst du morgens um sieben noch mit: zum nächsten Delinquenten?
    nimmst du den herrlichen Frühlingsmorgen noch wahr?
    bist du gut einquartiert?
    und wie verabschiedest du dich?

    Julie London – Cry Me A River
    https://www.youtube.com/watch?v=SwheXIa8Cl0

  31. Liebe vergeht...
    …Grundstück besteht! Naa, i teil´ ned gern, sooo leicht moch´i´s eana ned. Retrospekriv hat sich meine Skepsis gegenüber pompös inszenierten Eheschließungen häufig bewahrheitet – die Fallhöhe der Betroffenen war entsprechend hoch, die Scheidungskosten ebenso, von den mittlerweile angeschafften Kindern, Hunden, Katzen etc. ganz zu schweigen. Wie kindlich ist doch der Glaube, dass sich das „ganz große Kino“ bestimmt durch´s gesamte Leben ziehen wird, wenn es nur opulent genug zur Schau gestellt wird! In abbildbaren, leeren Äußerlichkeiten zu suchen, was man in sich selbst nicht finden kann, sich nicht mehr an ein gegebenes Versprechen halten, ist mMn ein Merkmal unserer Zeit. Der schöne Schein… Mir persönlich hat sich der Sinn dieser pappigen, öffentlichen Darstellungen noch nie gänzlich erschlossen, dementsprechend bin ich ihr auch noch nie auf den Leim gegangen (obwohl es sich in meiner Region gehört, als Frau bis spätestens 25 unter der Haube zu sein!). Gelegenheiten? Durchaus! Nur würde ich es für ungustiös halten, via FB, Twitter u.a. die ganze Welt mit den dabei entstehenden Illusionsfotos zuzusch***.

  32. OT: Inzwischen kapieren die ersten Journalisten,
    dass Ralf Jäger ein Sicherheitsrisiko ist. Wird der Mann nicht abgewählt, wird die Zahl der Terrortoten weiter steigen.
    .
    https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article164382003/Hannelore-Kraft-verdient-keinen-Wahlsieg.html
    .
    Passt nicht so zu schönen Hochzeitsfotos, ist aber bittere Realität jenseits der Idyllen.

  33. Wirklich gut
    Hochzeit ist auch:

    Wir wollen es besser machen als unsere Eltern. Ehe ist, wenn man trotz der Desillusionierungen durchhält.

    Hochzeit meiden ist wohl auch:
    Wir wollen auf keinen Fall die gleichen Fehler machen wie unsere Eltern.

    Schöne Bilder, interessanter Bericht. Machen Sie auch Taufen?

  34. @Sirisee 14.50 h
    Tolles Gedicht,

    vmtl. auf Italienisch?

    Wären Sie so freundlich und gäben den Sprachunkundigen vielleicht eine Übersetzung ins Deutsche, damit wir was davon haben?

    Mille gracie.

    • ... con piacere ...
      Teure Dame, dies ist die Liste
      der Schönen, die mein Herr geliebt hat.
      Eine Liste, dich ich selbst anlegte.
      Seht und lest gemeinsam mit mir.
      In Italien sechshundertvierzig;
      In Deutschland zweihunderteinunddreißig;
      hundert in Frankreich; in der Türkei einundneunzig;
      doch in Spanien sind’s schon tausenddrei.
      Darunter sind Bauernmädchen,
      Zofen, Mädchen aus der Stadt,
      Gräfinnen, Baronessen,
      Marquisen, Prinzessinnen,
      Frauen jeden Standes,
      jeder Gestalt, jeden Alters.
      In Italien sechshundertvierzig; usw.
      An Blonden lobt er
      ihr sanftes Wesen;
      an Brünetten ihre Treue;
      bei den Hellblonden ihre Lieblichkeit.
      Im Winter mag er die Dicken,
      im Sommer die Dünnen.
      Die Großen nennt er majestätisch,
      die Kleinen stets bezaubernd.
      Die Alten verführt er aus Vergnügen,
      damit sie auf die Liste kommen.
      Seine größte Leidenschaft
      sind die jungen Anfängerinnen.
      Es tut nichts, ob sie reich sind,
      häßlich oder schön,
      ob sie reich sind, häßlich oder schön;
      wenn sie nur einen Unterrock trägt,
      wißt Ihr schon, was dann geschieht!
      Wenn sie nur einen Unterrock trägt, usw.

      (aus Don Giovanni…)

    • Schreiben Sie einfach mal eine Zeile davon in eine Suchmaschine.
      Ergebnis:

      http://www.murashev.com/opera/Don_Giovanni_libretto_Italian_German

  35. Titel eingeben
    Frau Hufnagl, ich wollte nur sagen, dass mir die vielen bösen Kommentare zu Ihrem Artikel eher unverständlich sind; mir hat der Artikel, aber auch die Art und Weise, wie Sie an Ihre Fotographen-Aufgabe heranzugehen scheinen, sehr gut gefallen. Das gilt auch für die geschilderten Brautpaare mit ihrem Optimismus und ihrer Freude an sich selbst und dem Ereignis. – Frau Hufnagl, schreiben Sie noch ein bisschen mehr!

  36. Denn wo Hoffnung und Glaube ist.....
    An den Schx(¿$&# Computer: Oh nein, nein, nein, ich schreibe nicht zu schnell! Sollte mein Beitrag doppelt sein, bedankt auch bei der Technik!

    @ Merle sagt:
    „Meine Güte (…) Man kann auch als Feministin heiraten wollen (sogar in weiß) oder gar gläubig sein.“

    Nein, kann man nicht!

    Ich glaube Sie wissen nicht, was eigentlich Feminismus ist?

    Der Feminismus ist der Feind jeder Ehe, der Feind des Mannes, der Feminismus trennt den Menschen in zwei Teile, in der nur ein Teil Recht haben kann, die Frau.
    https://deutschelobby.files.wordpress.com/2014/10/rockefeller.png

    Der Feminismus hasst Männer. Abgrundtief. Ein paar Beispiele?

    Aus der Buchliste, die es auf Deutsch gibt:

    Nur ein toter Mann ist ein guter Mann
    Der Mann, ein Irrtum der Natur
    Warum der Mann nicht lieben kann
    Ein bisschen Männerhass steht jeder Frau
    Warum Hunde besser sind als Männer
    und, natürlich:

    „Manifest zur Vernichtung der Männer“

    Ich könnte diese Liste um etwa 50 weitere deutsche Titel erweitern.
    Das alles sind nur sehr wenige feministische Buchtitel, die den Mann nur als Schwein sehen.

    „Ich bade in den Tränen der Männer“,
    https://allesevolution.files.wordpress.com/2014/11/jessica-valenti-bathe-male-tears.png

    Sehen Sie, das ist Feminismus.
    Die ehrliche Hardcore-Feministin Jessica Valenti hat viele Nachahmer.

    Nein, ich glaube nicht dass Sie wissen was Feminismus eigentlich ist und wie viel Männerhass darin steckt. Schauen Sie sich Alice Schwarzer an. Hören Sie ihre Sprüche wie „Was ist ein Mann in Salzsäure? Ein gelöstes Problem“.

    Nur Hass und Krieg im Feminismus, wohin man auch blickt:
    http://rojaciwan.eu/wp-content/uploads/2017/02/1-1038×576-752×440.jpeg

    Wenn Sie von Feminismus sprechen, meinen sie Gleichberechtigung denke ich. Das sind Rechte. Aber nichts Feministisches. Feminismus sieht nur den Feind, das Hassobjekt Mann.

    Und nun zum Heiraten:
    Muss man die Ehe mögen, um Hochzeitsfotograph zu werden? Ist die Kolumnistin also verheiratet? Oder wird hier nur theoretisch abgehandelt? Das würde mich interessieren.

    Wie überhaupt sich mir die Frage stellt, woher hier all die Zyniker kommen, die Hochzeiten oder Hochzeitsfotos kitschig finden, gleich an Scheidung denken und so weiter.

    Eine Hochzeit ist ja nicht nur ein Festakt, sondern die äußere Demonstration an die in Einzelheiten zerschlagene Welt, dass sich hier zwei Menschen fanden, die eine Gemeinsamkeit leben wollen, um der Kälte und Isolierung des Menschen zu begegnen.

    http://gutezitate.com/zitate-bilder/zitat-gesetze-und-religiose-regeln-gaben-einer-frau-fast-immer-elementare-sicherheit-auch-wenn-ein-mann-warren-farrell-198857.jpg

    Und wenn sie scheitern, dann auch weil die Umwelt das Scheitern als Selbstverständlichkeit betrachtet, weil die Umwelt keine Atmosphäre der Dauerhaftigkeit liefern will, weil die Umwelt die Liebe mit Schmerz verbindet: Den Schmerz des betrogenen Mädchens, den Schmerz des zurückgestoßenen jungen Mannes, den Schmerz ohne Geld bei Frauen nicht anerkannt zu sein, den Schmerz zu dick, zu dünn, zu klein, zu unattraktiv zu sein.

    Lesen Sie mal die Anzeigenblätter was Frauen sich wünschen: Groß und stattlich und Muskeln und natürlich Zaster und sie auf Händen tragen und – schon beim Lesen solche Wünsche suche ich früher den Strick, an dem ich mich als Mann aufhängen kann, da ich niemals dem gerecht werde. Und die Männer? Kein echter Unterschied.

    Und je früher die Jungs und Mädchen ins Bett springen – weil, man muss ja sich mit 14 austesten, ob man sexuell auch zusammen passt, es wäre ja eine Katastrophe, wenn sich nach 3 Monaten „fester Beziehung“ herausstellt, man hat sexuell ganz andere Neigungen….

    Und so wird schon in der gerade entwachsenen Kindheit Liebe mit Schmerz assoziiert. Dem Schmerz dem Anspruch niemals gewachsen zu sein.
    Bizarre Vorstellungen, die genährt werden von Bento (Würg), Stern und sogenannten modernen Pressebetrachtungen, bizarre Vorstellungen von „Wunschpartnern“.

    Aber Liebe ist ein Wunder. Meistens gibt es das ja nicht, meistens gibt es nur die Faszination, die Erotik, die Angst vor der Einsamkeit.

    Eine alte iranische Sage spricht davon, dass einst Mann und Frau aus einem Teil bestand und die Götter sie durch einen Blitz in zwei Teile getrennt haben. Seit dem versuchen beide Teile wieder zueinander zu kommen, um eine Einheit zu sein.

    Wer an Scheidung denkt, denkt negativ. Ja ja, ich weiß, die Zahlen. Gerade deshalb sollte man dem Negativen etwa positives entgegen setzen: die Hoffnung und der Glaube, dass eine Ehe zwischen Mann und Frau Bestand hat und mit Kindern gesegnet sein wird.

    Und das hat nichts mit Staat und Hilfe und Geld zu tun. Nur in Ländern, in denen Geld über alles geht, denkt man so.

    Denn wo Hoffnung und Glaube ist, ist auch die Liebe.

    Und nur durch eine positive Weltsicht und Welteinstellung kann man dem Wahn der Vereinzelung und der „Selbstverwirklichung“ entgegen treten.
    Ich denke aber diese Atmosphäre, die hinter der Hochzeit steht, kann kein noch so guter Photograph jemals aufnehmen.

    • Die alten Iraner...
      Lieber Tico,

      Man kann aber auch ergänzend sagen, dass die alten Iraner beim Zarathustra den Dualismus erfunden haben, damit meine ich nicht das weibliche Prinzip, ohne den wir heute nicht in gegensätzlichen Kategorien denken würden.

      Die Unterscheidung zwischen Ahura Mazda (Gott des Guten) und Ahriman (Gott des Bösen) stellt den Menschen zum ersten Mal vor die eigene Entscheidung und erfordert Verantwortung.

      Das war lange vor unserem Zeitalter der Aufklärung.

      Ansonsten Danke für die erhellenden Ausführungen.

      Aller „ismus“ muß zu Bedenken geben.

  37. Glaube, Liebe, Zeigenwollen
    Gibt es eine Korrelation zwischen dem Bierkonsum und der Verweildauer in der Ehe, sagen wir mal exemplarisch in Bajuwarien?

    https://infographic.statista.com/normal/infografik_9279_die_deutschen_trinken_weniger_bier_n.jpg

  38. Glaube, Liebe, Hoffnung
    Angesichts mancher Kommentare hier bin ich doch tief erschüttert, wie wenig Liebe diese ausdrücken. Sicher, für einige ist Liebe nicht viel mehr als eine chemische Reaktion, aber wer sich in dem Ausnahmezustand der Liebe befindet, wird sich daran wohl kaum stören.

    Wie trostlos das Leben ohne Liebe doch wäre. Liebe ist bedingungslos, sie ist selbstlos und warum soll das nicht symbolisch durch eine Hochzeit, durch ein Eheversprechen manifestiert werden? Zu heiraten, ist ja in der Regel kein Zwang. Was daraus wird – eine zeitlich unbegrenzte Garantie gibt es für die Liebe und vieles mehr leider nicht.

    Im Grunde geht das alles doch niemanden etwas an, das entscheiden die Liebenden doch ganz allein und das ist auch gut so.

  39. Lieber als Fortsetzung der Bilder mit anderen Mitteln
    „Man würde jetzt annehmen, dass aufgrund unserer sich immer mehr diversifizierenden Gesellschaft und dem allgegenwärtigen Hang zur Individualisierung auch das Heiraten immer ausgefallenere, womöglich gar absurdere Formen annimmt. Jedoch: Das Gegenteil ist der Fall. Tradition steht im Mittelpunkt fast jeder Hochzeit, die ich begleite.“

    Zwischen Resignation und Erleichterung stellen wir fest, dass Menschen das Beste für ihre Art schon erfunden und verwirklicht haben.

    Eines aber fällt doch an den ausgewählten Fotos auf. Die Braut steht im Mittelpunkt, der Bräutigam wirkt dagegen wie ein Statist. Er macht mit, weil er eine schöne Frau bekommt, nicht weil er an den Wert mittelalterlicher Traditionen glaubt. Sie glaubt es auch nicht, will es aber für die Bilder. Das steht auch so im Text, der es aber nicht erklärt.

    Dieser Wunsch sich immer wieder in Bildern zu sehen und darin zu vervielfältigen ist das vielleicht rätselhafteste Phänomen unserer Alltagskultur und er ist weiblich konnotiert. Man kann das als Narzismus pathologisieren, aber meistens hat es nichts krankhaftes an sich. Das Spieglein an der Wand versinnbildlichte noch den Neid und das Konkurrenzstreben der verbühenden oder schon verblühten Schönheit, aber hier auf den Bildern ist es Schneewittchen selbst, die sich immer wieder und anders sehen will. Vielleicht ist die Liebe, die hier gelebt wird, die Fortsetzung der Bilder mit anderen Mitteln?

    • Börse der Hoffnungen: viel Fantasie.
      … ist weiblich konnotiert. Man kann das als Narzissmus pathologisieren,…

      Oder man kann es so sehen:
      Es ist nicht Narzissmus, sondern dunkle Ahnung.

      Und Köder. Huhhh… Diese weiße Märchenbraut darf so einmal in ihrem Leben Prinzessin sein, danach ist sie es eher nicht wieder. Germanys next Top Trophy-Wife.

      Aber sie weiß tief drinnen, diffus hellsehend, ohne es exakt reflektiert zu haben: danach Windeln, putzen, Haushalt, Doppelbelastung (deutsche Männer sind immer noch im Haushalt wenig engagiert.)

      Also ein Köder für die Frau.

      Hypothese: Diese Prachtinszenierung! Dieser Glam! ist vor allem für die Frau, damit sie es sich nicht noch mal überlegt.

      Der Mann hingegen, der es sich nochmal überlegt, ist wohl allzu oft ein zart misogyner Altherrenwitz ähm Hollywood-Filmplot und Drehbuchschreiberidee. Die Frau in Furcht vor der Ehe angesichts ihrer glamour-befreiten, arbeitsvollen Zukunft jedoch Realität.

      Eine Feier, bei der der Mann im etwas besseren Anzug (selten Stresemann) als scheinbarer Statist etwas gelangweilt aber willig rumsteht.

      Vor einem Jahrhundert noch hatte die Braut ein schwarzes Kleid, einen weißen Rüschen-Dienstmädchenkragen und einen dünnen Schleier mit Kranz. (Er oft eine militärische Unform.) Interessant was daraus geworden ist: Cinderella goes Queen. Sogar japanische Frauen ziehen schon lange das weiße, üppigePrachtkleid vor statt der traditionellen Brautkleidung.

      Eine ganze Industrie ist daraus geworden aus dieser Börse der Liebe und der Hoffnungen. Hochzeitsplaner, Hochzeitsberater, Stylisten, Fotografen, Cuisine auch für die „normalen“ Schichten.

      Um den Gott der plötzlichen Scheidungen milde zu stimmen, wird auch von weniger Betuchten jedes Opfer und jeder Aufwand gebracht. Zusätzlich der soziale Druck, sich nicht „lumpen“ zu lassen.

      Meine erste Hochzeit war in großer Pracht und mit Hunderten von Gästen. Die Ehe dauerte 4 Jahre.

      Meine zweite war bescheiden in einer bayerischen Hütte mit Hausmusik. Und hält immer noch.

    • Schön gesagt
      Und das hier :“Zwischen Resignation und Erleichterung stellen wir fest, dass Menschen das Beste für ihre Art schon erfunden und verwirklicht haben.“ geht mir auch manchmal durch den Kopf. Man bemüht sich sein Leben lang, alles neu und besser zu machen. Verliert das Neue mit zunehmendem Alter seinen Selbstzweck, stellt man fest dass im menschlichen Miteinander alles Wesentliche längst gesagt ist.

      Nur bei Komplimenten lernt man immer noch dazu, wie diese Zeilen von Bernstein zeigen:
      „Ein bleiche weicher Kopfsalat
      Und ein kaputter Schuh
      Ein nasser Hut, ein Stückchen Draht
      Viel schöner bist doch Du“

    • Der Mann denkt ans Geld, die Frau ans Bild
      Im Artikel war es der Mann, der zögerte, die Fotografin zu engagieren, nicht die Frau. Sie wird nicht mit Bildern ihres Liebreizes geködert, sie will sie und immer neu und anders. Das Leben als Fotostrecke mit ihr als Modell.

  40. @NRWiraltenzusammen 16:10
    Mozart: Don Giovanni, sog. „Katasterarie“ des Leporello. Libretto (italienisch/deutsch): siehe z. B. http://www.murashev.com.

  41. Wer vorhat, zu heiraten , sollte sich beeilen, solange das noch
    ..
    erlaubt ist.
    Unsere Gesellschaft wird von einem kranken Mob geführt, dem angeblich bürgerliche, in Wirklichkeit aber offenbar krank-schwache, Politkreise hinterherdackeln.

    Das Normale ist denen ein Dorn im Auge.

    Ich, das schrieb ich oben schon, bin nicht verheiratet, habe das auch nicht vor,
    gönne aber allen,
    die meinen, es gehe gut, ihre schöne Hochzeit,

    und
    wenn es wirklich gut geht, auch gerne das.

    Fremdes Glück verursacht mir kein Ungemach ,

    das Dreinredenwollen der Politik und Lügenmedien in alles und jedes hingegen sehr wohl.

    Sie haben uns NICHTS zu sagen,

    und erst recht nichts anzuschaffen !

    • gretna green ...
      … kennt das noch jemand?

      … Joschka Fischer heiratete dort (ob die Braut weiß trug, weiß ich nicht)…

      … einige andere auch – man musste dort nicht volljährig sein – 2 Trauzeugen musste man mitbringen) … Eltern reisten manchmal an, um die „Vermählung“ zu verhindern …

      … so war´s – so ist´s und so wird es bleiben …

      …wobei die „glanzvollen Bilder“ damals nicht so wichtig waren …

      … der überbordende Narzissmus – (muss ich unbedingt an XYZ posten – whats-appen – mailen und unbedingt Onkel Paul und Tante Ottilie noch´n Foto-Buch schicken – in Großaufnahme selbstverständlich die Ehe-beringte Hand der Braut mit den heute anscheinend unvermeidlichen – hässlichen – aufgeklebten Krallen-Nägeln …

      … wem´s gefällt

    • Genau! Mir auch nicht ...
      Otto Moser – 9. Mai 2017 um 17:35 Uhr … Fremdes Glück verursacht mir kein Ungemach … Da haben wir den Unterschied zwischen Glücklichen und den angeblich die ganze Menschheit beglücken Wollenden.

      „Wenn du mich nicht heiratest, werde ich Priester.“ So damals der ziemlich junge Jorge Mario Bergoglio an seine Altersgenossin https://www.google.de/search?q=%22Amalia+Damonte%22&gbv=1&num=100

      … „In mich war er mal verknallt“, … sie seien „zehn bis zwölf Jahre alt gewesen“, erzählt die Rentnerin, „da hat er um meine Hand angehalten“. Sie waren beide Schüler in der katholischen Schule in Buenos Aires: Jorge habe ihr einen Brief geschickt. Darin habe er ein weißes Haus mit einem roten Dach gezeichnet und geschrieben: „Diese kleine Haus werde ich kaufen, wenn wir heiraten“. … – Ja, er hätte ein glücklicher Mann werden können, aber die Verhältnisse waren nicht so, damals und dort auch nicht.

    • Saluti e Auguri
      Seidne Bande hat die Kirche,
      Gut, um sich darein zu schmiegen;
      Unters Joch leg deinen Nacken,
      Werd ich meinen drunter biegen.

      Sonst, beim größten Heilgen schwör ich,
      Wenn du deinem treuen Diener
      Absagst, zieh ich vom Gebirge
      Fort und werd ein Kapuziner.

  42. Zwischen Begierde und Erfahrung
    Früher: Ehe ich eine Ehe eingehe, gehe ich eher ein.
    Heute: Zwischen Begierde und Erfahrung entsteht so manche Liebes-Paarung. In der Ehe gedeiht Erfahrung. Bekommt mit Kind noch mehr an Nahrung. Bleibt die Begierde in der Paarung. Auch sie braucht Nahrung in Erfahrung.

  43. Titel eingeben
    „Bubbletea“? Das muss wirklich „out“ sein – nicht mal ich hab auch nur das Wort jemals gehört (und bin alt genug. Vielleicht eine sehr lokal begrenzte Spezialität? Ach, man weiß so wenig. Auch nicht im Schlauen Buch von Tick, Trick & Track fand ich es. Nur ‚Blubberlutsch‘).

    • Bubble Tea
      Waren vor etwa 5-6 Jahren gräßlich schmeckende, bunte, chemische Säfte mit seltsamen, im Munde explodierenden Knubbelchen.

      Man konnte sie in kleinen Hütten und Buden kaufen, wie heute die Babynahrungs-Smoothies.

      Für dreizehnjährige vorübergehend interessant, weil neu und unbekannt.

      Mittlerweile aus guten Gründen im Orkus verschwunden.

  44. Liebe ist Magie
    „Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Jetzt weiß ich es. Mein vorheriges Reden war nur Vorwort, um die Aufmerksamkeit hierauf zu lenken:

    Die Liebe ist lebendig!
    Sie ist Magie!
    Liebe und Magie sind immer vorhanden.
    Viele Menschen haben gelacht. Viele Menschen haben gelogen. Viele Unschuldige wurden getötet. Viele haben sie verleumdet, getreten und
    betrogen.

    Doch die Magie lebt wie die Liebe. Auch wenn das Leichentuch gehisst wird.
    Wenn auch der Kelch der Wunder zerbricht. Die Liebe kündigt immer.
    Wie oft musst du getötet werden, bevor du die Wunder verstehst?

    Und dies sagte der junge Mann zu ihr:

    Komm mit mir auf eine Reise, auf der ich dich bewundere.
    Auf der ich deinen Körper berühre, wie Blinde ihn berühren.
    Und der Himmel wird zerbrechen, wenn wir uns lieben. “

    Es sind stets die Männer, die die Frauen verehren.

    Und daher steht die Frau im Mittelpunkt beim Hochzeitsfoto. Er warb um sie.

    Ich bin -leider- in einem Alter, in dem ich bedauere, nicht vierzig Jahre jünger zu sein.

    Und dennoch, wenn ich die Wohnung verlasse, sehen meine Augen all diese Frauen, ihr Lächeln, und es gibt keine Frau, die nicht Schönheit ausstrahlt, wenn man sie nur sehen möchte. Und das Herz eines jeden Mannes wird weich und warm und er erinnert sich der Zärtlichkeit.

    Die Hochzeit verspricht nur das, was der Mensch halten kann und sich unter aller Verantwortlichkeit stets erinnern sollte: Der Partner vertraut einem.

    Wenn es nur ein Foto gäbe, in der diese Magie der Liebe zu Ausdruck käme … nur ein Bild….

  45. Es gibt ein Leben unter dem Pantoffel,
    sagt mein Schatz und grinst.

  46. Wir haben auch geheiratet, tolle Sache, sehr zu empfehlen
    Gendergaga kann uns mal.

  47. Was ist das denn...
    … für ein sinnfreies Geblubber, das hier in den Kommentaren abgelassen wird? Grausam!!!

    • Titel eingeben
      Wie hätten Sie’s denn gerne?

  48. Titel eingeben
    Sie hat nichts und du desgleichen,
    Dennoch wollt ihr,wie ich sehe,
    Zu dem Bund der heiligen Ehe
    Euch bereits die Hände reichen.

    Kinder,seid ihr denn bei Sinnen?
    Überlegt euch das Kapitel!
    Ohne die gehörigen Mittel
    Soll man keinen Krieg beginnen. Wilhelm Busch

    Junggeselle aus tiefer Überzeugung,dennoch ein Familienmensch.

    Verehrte Frau Hufnagl,Ihre Bilder gefallen mir!
    Freundlichen Gruß

  49. Durch die Schilderungen (bergab) macht man sich doch Sorgen
    Was ist denn mit dem Don?

    Alternativen: Heiratet gerade, ist vom Rad gefallen und hat sich das Handgelenk gebrochen, ist erkältet, hat sich auf der Tour verliebt und keinen Bock auf Schreiben.

    Wär doch schön, wenn man wüsste, dass er gesund ist bis auf eine Erkältung vielleicht.

  50. Verliebt - verlobt - verheiratet
    Werte Frau Hufnagl,
    verliebt- verlobt – verheiratet? Warum nicht? – Aber der Event- und Kostenfaktor! Frau Hufnagl, Sie schreiben pro domo – klar!

    Zu meinen schaurigsten diesbezüglichen Erlebnissen gehören:
    a) Die Hochzeit eines deutschen Kommilitonen 1983 in New York, zu der sich die Gäste dort antike Kleidung ausleihen und tragen mußten, ein Stretchcar und anderer Quatsch, der finanziell dem Paar völlig unangemessen war.
    b) Eine türkische Verlobungsfeier 2004 in einer hessischen Turnhalle, viel Gooold und noch mehr Krach.
    c) Eine süditalienische Hochzeit 2009 in einem Restaurant, wo sich die schwarzen Witwen neidisch auf ihren Stühlen zu den zur singenden Heulboje tanzenden Gästen umdrehten. Das Video dazu war als Kunstwerk auch erst nach Monaten fertig und wies wohl deswegen ein time lag von etwa einer Sekunde zwischen Ton und Mundbewegung der Darsteller auf, hat aber dafür über 2.000 Flocken gekostet. Die Brauteltern hatten einen Kredit von 30.000 Euronen für den gesamten Spaß aufgenommen, der Brautvater trug einen neuen schlechtsitzenden Anzug für 2,5 €-Riesen.

    Mein Mann und ich haben (nur mit einer Freundin als Trauzeugin) 1988 ganz unspektakulär geheiratet, Moskau ZAGS. Auf dem einzigen Photo für 5 Rubel unser erster Sohn an der Hand als eine Art Mini-Me zwischen meinem Mann und mir. Es hat dennoch bis heute gehalten.

  51. Thema verfehlt oder Text nicht gelesen
    Es scheint, daß sich die Blogroll mehrheitlich vom Thema unbeeindruckt entwickelt (was nicht grundsätzlich schlecht ist). Der Beitrag handelt nicht vom Heiraten sondern von der bildlichen Darstellung derselben. Schlecht ist allerdings die offenbarte Intoleranz und der offenkundig schlechte Stil vieler Kommentare, und zwar auf allen Seiten der Glaubensbotschaften. Schade. Leute laßt euch gesagt sein: Das ist echt miserabel.

    • Richtig guter Stil ist ein Nick ,,gast''
      .
      .
      . aber auch nicht .

    • Apropos "schlechter Stil":
      Ihrer Meinung zu den Kommentatoren käme ernsthafter rüber, wenn Sie nicht namenlos als „Gast“ meckern würden.

    • Miserabel ist....sich wie ein miserabeler Troll hinzustellen
      Miserabel ist, sich hier komplett anonym wie ein Petzer zu melden und sich nicht mal einen identifizierbaren Nick zu geben.

      Miserabel ist einfach nur wie ein miserabler Besserwisser ohne Basis zu meckern, und zwar nach allen Seiten hin, ohne zu zeigen, wie es anders sein kann.

      Miserabel ist, wenn man erkennen darf, dass der Anonyme sich wie Troll verhält und vielleicht auch nur das im Sinn hat.

      Sie dürfen jetzt wieder verschwinden.

  52. Anders verheiratet
    Überraschend – oder auch nicht – wie viele Nonnen und Priester im römischen Stadtbild vorkommen.

    Dies erinnert daran, dass die Unreproduktiven, einmal in eine gesellschaftliche Ordnung eingepasst wurden in der es normal war, unverheiratete Frauen ab einem bestimmten Alter, ins Kloster zu schicken, wo sie dann eben mit dem dreieinigen Gott verheiratet wurden, der ja auch keine schlechte Partie ist. Indem die irdische Ordnung um eine virtuelle Dimension ergänzt wurde, die Welt und die Menschen darin, nicht alles waren, das existiert, nicht einmal das wichigste, nahm man ein wenig Zivilisationsstress heraus, das rattige des politisierten Geschlechterkampfes, in dem jede Gruppe mit ihren eigentümlichen Vorstellungen vom Leben hausieren geht und sie zur Norm für die Gesamtheit zu erheben versucht, ganz sichtlich ohne Erfolg, dafür mit um so mehr Nachdruck.

    • Selten eine so treffende Zusammenfassung gelesen
      „…das rattige des politisierten Geschlechterkampfes, in dem jede Gruppe mit ihren eigentümlichen Vorstellungen vom Leben hausieren geht und sie zur Norm für die Gesamtheit zu erheben versucht, ganz sichtlich ohne Erfolg, dafür mit um so mehr Nachdruck.“

      Vielen Dank!

  53. Ein Bild
    Sagt mehr als tausend Worte – und ihre Bilder, Frau Hufnagl, sind wirklich gut und außergewöhnlich. Ich bin im übrigen seit 19 Jahren glücklich verheiratet.

  54. Titel eingeben
    „Man kann das Ende der Liebe förmlich kommen sehen, während die wunderschönen Bräute noch glücklich in die Kamera lächeln und ihre Männer im Hochzeitsrausch mit den Kumpels anstoßen. Man kann sich aber auch einfach mit dem Paar freuen, sich mitreißen lassen vom Wissen, das jedenfalls an diesem einen Tag, in diesen Momenten, eine Liebe vollkommen und ohne Zweifel sein kann.“

    Ja, das ist richtig, man kann beides.

    Die eine Denken und die anderen wollen es halt nicht wissen.
    Man nennt Letztere auch dumm…

    • ach Mies e peter di nippon
      dum spiro spero ist sicher nicht das weiseste Konzept. Doch, TDV, glauben Sie nicht, daß allen Kommentatoren hier das Prinzip Unlustvermeidung bekannt ist? Wir wissen, daß das Leben ohne Frauen weniger anstrengend ist, ärmer an Schuhen und viel billiger. Doch die reine epikureische Lehre ist nicht wirklich was für Menschen.

      Klar, die Hochzeit ist ein größeres Risiko, eine yuugere Chance als selbst der Kauf eines Hauses.
      Ja, einige gehen da sehr leichtfertig ran.

      Doch geben Sie es zu, TDV, die Ehe ist die kleinste Einheit von Staat und Gesellschaft. Topf und Deckel funktionieren zusammen weit besser als alleine.

      Wie weit wären die Deutschen seit Karl Martell gekommen ohne Ehe und Familie?
      Das Scheitern von 30% müssen wir akzeptieren, dürfen es aber etwas kleinrechnen. Der gesellschaftliche Hauptnutzen ist erbracht, wenn ein oder mehrere Kinder aus dem Haus sind. Später scheiternde Ehen belasten nur noch die Protagonisten.

      Expartner sind recycelbar; Männer in der Zweitverwerwendung sind angeblich duldsamer, brauchbarer als die Version extra vergine.

      Lassen Sie Don Giovanni di Porcamadonna stellvertretend für uns im Zustand des freien Naschkaters. die anderen Deutschen sollen zwei, drei Kinder ehelich aufziehen und fördern und ihnen das Radfahren beibringen. Fünf.

  55. Wieder die alte Laier?
    Warum wundere ich mich nicht, dass TDV selbst hier noch Dumme entdeckt?Mit dem Wähler allein ist es nicht getan.

    Ich kenne ein kleines Mädchen, dass sich nicht einschulen lässt, weil ihr Kindergartenfreund etwas jünger ist und bis nächstes Jahr warten muss.Die Eltern unterstützen das.Ein Jahr Kindheit mehr kann nicht schaden.
    Die Kleine will den Jungen später auch heiraten. Auf den Einwand der Omi, ob der Hannes das dann auch möchte, kam die Antwort: Das bestimmen
    die Frauen…

    Vor 3 Jahren wurde ich per Mail zu einer Hochzeit eingeladen, ohne das Paar zu kennen.Ich bedankte mich und sagte mit Bedauern aus diesem Grund ab.Natürlich wünschte ich dem Pärchen alles Gute und immer ein großes Regendach, unter dem beide gemeinsam Platz haben, wenn es aus Kübeln schüttet.

    Nach einiger Zeit bekam ich schöne Hochzeitsbilder, damit ich eine Vorstellung hätte von ihnen, auch per Mail.Sie hätten sich über meine netten Zeilen sehr gefreut.

    Es ist ca 5 Jahre her, als ich in meinem Garten eine Karte mit einem Rest Ballon von einer Hochzeit in Graubünden fand.Es handelte sich Gartenbaufachleute, die versprachen, meinen Garten von Unkraut zu befreien.Freudig sandte ich das Ding unter Angabe meiner HP mit Wegbeschreibung zurück und habe nie etwas von den Feiglingen gehört. Der Weg war wohl zu weit und der Garten zu groß…Ein Luftballon halt, der platzte.

  56. "Wer intelligent ist, ... heiratet nicht"
    Wer … denkt, ist dumm. Es gibt in diesem Blog einige Kommentatoren, die versuchen ihre Meinung dadurch zum Argument zu machen, dass sie den Vertretern von Gegenmeinungen die Intelligenz absprechen. Diese Leute wissen sicher selbst, dass das so wirksam ist wie die Marketingmode, auf den zu verkaufenden Artikel „Limitierte Auflage“ zu drucken. Machen es aber trotzdem. Und nehmen die Verachtung in Kauf.

  57. Plagiatowski
    Auch die allseits hier so geschätzte Margarethe Sponowski..Spotowski oder so ähnlich, schreibt auf SPON jetzt auch von der Liebe. Aus aktuellem Anlass, weil sie auf der republi:ca 2017 darüber einen Vortrag hält.
    Und zwar mit der feministischen Philosophiererin Eva von Redecker.
    Frau Redecker schreibt in ihrem vorab veröffentlichten Vortrag:

    „Linke und anständige Leute starren gebannt und schockiert auf neue rechte Tendenzen. Deren Vergemeinschaftung funktioniert durch Ausgrenzung, durch Nationalismus, durch Beschwören vergangener Größe, durch Autoritarismus und Verachtung anderer“.

    Frau Stokowski dazu auf SPON:

    „Vergemeinschaftung von rechts funktioniert immer wieder gleich. In ihrem Zentrum stehen Nationalismus und die Sehnsucht nach einer vermeintlichen früheren, goldenen Zeit, die Sehnsucht nach Autorität und die Ausgrenzung von allem, was ihnen fremd erscheint und was sie deswegen verachten.

    Wieder Frau von Redecker:

    „Wäre es nicht am einfachsten, wenn es einen Algorithmus zur linken Vergemeinschaftung gäbe? Als Feministinnen und Kritische Theoretikerinnen sagen wir: gibt es längst! Die Sache heißt Solidarität“.

    Dazu ein ganz anderer, total neuer Ansatz von Frau Stokowski:

    „Aber niemals, wirklich niemals werden sie so tun können, als stünden sie für Liebe und Solidarität. Das sind genuin linke Formen der Vergemeinschaftung…. „.

    Ich habe SPON geschrieben, sie sollen sie „Plagiatowski“ nennen. Ich glaube nicht, dass sie das veröffentlichen.

    https://is.gd/NMIIih
    https://is.gd/Hu8Pm7

  58. Mea Culpa
    Mein Einspruch wurde auf SPON veröffentlicht.

  59. Hoch-zeit
    Wer diese traumhafte Anfangsidylle für bare Münze
    nehmen wollte, wäre ja naiv.

    Man mietet Schlösser, Orchester, Staffage um sich und
    anderen seinen Platz in der Gesellschaft vor die Nase
    zu halten. Koste es was es wolle.
    Wer aber soviel verspricht, „verpfändet“ dementsprechend
    TEUER sein Wort. Daran denkt noch niemand. Oder doch?
    .
    Diese Hochzeitskültür haben wir vom türkischen Nachbar.
    SIE waren ja auch die ersten, die unseren heiligen Rasen
    betreten haben (und nicht etwa die „Toten Hosen“)
    .
    Ich finde, vor jeder Hochzeit sollte Becketts Stück
    „Atem“ gezeigt werden.
    Aufklärende 35 Sekunden über > Anfang. Mitte. Schluss.
    Wahre Liebe lacht, sie kann nichts erschüttern.
    Die Ware Liebe erschrickt.(Hoffentlich)

  60. Wie schnell einem das Schöne entgleitet
    Vielen Dank für diesen schönen Artikel. Man sollte viel öfter über die geheimen sozialen Gehalte unserer Moden und Traditionen nachdenken – dies war immerhin ein Anfang. Es ist hoch interessant, an welchen Punkten in der Gesellschaft das Traditionsbedürfnis noch stärker ist, als die Menschen selbst meinen. Ein Parallelfall sind – natürlich neben den kirchlichen Festen – zum Beispiel die Abi-Bälle, bei dem sich selbst durch Alkohol, Drogen, PC-Spiele und allgemeine Desorientierung bereits etwas derangierte Pennäler noch einmal in die große Festgarderobe werfen. Vor allem Eltern mögen den Anblick, dass für „die schrecklichen Kinder der Neuzeit“ doch noch langfristige Kontinuitäten gelten könnten. Natürlich halten wir uns alle daran fest, an den letzten langen Beständigkeiten, an denen ansonsten ja wirklich fast alle sägen, die was zu sagen haben, auch die Konservativen samt ihrer radikalisierten Kampfpolitisierer. Sehr schön die Sache mit der „Hochzeitskerze“, die unsere entleerte Traditionsbedürftigkeit vielleicht am schlagensten illustriert.
    Was mich schmerzt und worin ich ein Zeichen der Zeit erkenne, ist der auffallende Umstand, dass wir alle immer weniger in der Lage zu sein scheinen, über etwas nachzudenken und etwas zu beobachten, ohne es gleich mit einer mehr oder weniger weit hergeholten Anfeindung und Diskreditierung in Verbindung zu bringen. Das ist regelmäßig übertreiben (liegt in der Natur des Diskreditierens), bis an den Rand, wo Spätere sich über unsere Stupidität wundern werden, vor allem aber vernagelt es uns die Offenheit des Verstands, über die Dinge ungefiltert, in vielen Perspektiven und mit offenen Fragen nachzudenken. Es wirkt auf mich wie ein Sprung, der auf halber Länge zu Boden fällt.
    „Nun ist das Heiraten in Deutschland heute nicht ganz unumstritten“ – nun ja, es ist in Wahrheit ziemlich unumstritten und gilt allenthalben vor allem deshalb als fraglos gerechtfertigt, weil es zur Heirat keinen Zwang mehr gibt (gerade am Samstag mit Schwiegervater geredet: „Wir mussten ja heiraten…“) und weil die Ehe für die Rollen viel weniger präjudiziert als je zuvor. Vielmehr ist das Heiraten anerkannt und respektiert, weil es nach außen (!) auf nichts als Liebe und Glück beruhen soll. Deshalb haben auch Ihre Photos eine neue Rolle, sie liefern dafür die „lebendigen“ Dokumente. (Wobei, wie Sie andeuten, auch die Entwicklung der Technik eine Rolle spielt, denn mit heutigen Apparaturen und einem Materialkostenfaktor nahe Null verliert ja auch das Fotografieren selbst das „Steife“ und Aufgestellte – die Feste sollen daher nicht nur die Tradition bedienen, sondern auch „eine tolle Party“ sein.
    Das sind letztlich Inseln, in denen die Gesellschaft von einem anderen Zustand träumt. Einem Zustand, wo das Menschliche im Vordergrund steht, das Individuelle, die reinen Herzen, das Füreinanderdasein statt nur für sich selbst und die Menschen nichts als zum Leben beitragen wollen. („Es braucht echtes Interesse am Wesen der Menschen“, wie Sie so vielsagend schreibend und was keiner bemerkt, dem bei Ihrem „Gendergleichmachungsfrauenbefreiungsantireligionsapparat“ gleich wieder die Wildpferde der eng geschnürten Vorurteile durchgehen).
    Jetzt schrieb ich Inseln, und das erinnert mich an „Die Einschiffung nach Kythera“ von Jean-Antoine Watteau (http://www.staedelmuseum.de/de/sammlung/die-einschiffung-nach-kythera-um-1709-10), da geht es auch um Etikette und ihre erotische Auflockerung, und, liebe Anne Hufnagl, was soll ich seufzen, was soll ich zetern … wie kriegen wir das nur wieder still, dass bei jedwedem noch so unschuldigen und eigentlich reichhaltigem Thema die Schreiber immer nur zu dem Punkt hinlaufen, wo etwas zu diskreditieren, anzufeinden, zu verspotten, in eine Front zu bringen ist? Don Alphonso ist da ja leider auch davon eher ein Vorreiter als einer, der den Unsegen davon noch durchblickt – ich glaube von ihm gibt es gar nichts zu lesen, ohne gegen irgendetwas den Ellenbogen auszufahren. Oder doch?
    Wirklich schade. Großes Thema, und Sie haben ja auch Fragen daran, die aus der Beobachtung kommen, aber dann plumpst es doch zu Boden zugunsten der preiswertesten Anfeindung, die es gerade einzuflechten gab.
    Da möchte ich aus der Jetztzeit fliehen, zurück, als es noch Menschen gab, die „Betrachtungen“ schrieben ;)

  61. Immerhin auch an der Spitze, weltnational, Datum 7.3.2017, 29.112 Aufrufe
    „Grow up: “Start a family” – Mercedes-Benz original“ https://tinyurl.com/mh38m6h – Und „weltnational – worldnational“ ist wohl die Wortschöpfung die wir ab sofort häufiger verwenden sollten? Und von wo nach wo welcher Konzern oder wer auch immer wie wirkte oder teilhatte im Grunde längst vollkommen Wurst, Hauptsache das passiert in größtmöglicher Zahl und ggfls. maximal gleichberechtigt und durch die große Zahl und die absolut zu setzenden Wahlfreiheit der großen Zahl sozusagen automatisch ausgewogen?

  62. Hochzeitsfotos
    Interessant finde ich, dass bis in die Mitte des 20. Jhdts das Hochzeitsfoto meist das junge Paar inmitten der Familie zeigte, also einArt Aufnahmeritual abbildet. Das ändert sich mit der zunehmend individualistischen Gesellschaft.

  63. Titel eingeben
    Herzlichen Dank Frau Hufnagl. Ihr Beitrag ist ein schöner Kontrapunkt zum allgegenwärtigen Lowlevel-Gendergegreine über das Ende der Gemeinschaft und ein schöner Beweis, dass der Mensch doch zoon politicon und nicht selbstreferenzielles, bindungs- und trostloses Ideologiepatikelchen ist, auch wenn das aktuell viele gern hätten.
    Für viele Kommentare im Blog kann man sich nur fremdschämen, Sie haben definitiv bessere verdient.
    Herzliche Grüsse und weiter viel Erfolg in Ihrem schönen Beruf!

  64. Ihr eines Poesiealbum (nein, nicht das Romanticdingens)
    https://www.annehufnagl.de/blog/

    ist noch leer: Wollen Sie das mit FAZ-Material wie diesem hier füllen?

    Apropos Glaube, Liebe, Zeigenwollen:

    Bislang knapp 500 glückliche Pärchen können Sie bald bewundern:

    http://1000miglia.it/attach/Content/Interna/2420/o/2017_05_10_ordine.pdf (wird wohl noch mal aktualisiert werden)

    Die alle geknipst – ohne Blitz, versteht sich, Rasende reagieren auf sowas unwirsch, gelinde gesagt – und dann von jedem 3100 (2700 + 400) kassiert: Das wär’s doch!

  65. Sein und Schein
    Dieser Blog ist wirklich brilliant, und wenn ich den Don beneiden wollte,dann nicht um seine 345 Fahrräder,5337 Barockgemälde und die Ferienwohnung im bayrischen Millionärsdorf,sondern um seine literarischen Fähigkeiten.
    Aber eines verstehe ich nicht.Er feiert oder lässt von seinen Gastautoren feiern alles bodenständige, hergebrachtes,bürgerlich-konservatives Brauchtum,aber selber macht er einen grossen Bogen um diese Dinge.Statt eine reiche Bauerntochter zu heiraten („Liebe vergeht,Hektar besteht“), bleibt er lieber Single.
    Die hergebrachten deutschen Grundnahrungsmittel, Bier und Schweinefleisch,verschmäht er als Abstinenzler umd Vegetarier.Die Menschen sind halt verschieden,aber wenn jemand kein gutes deutsches Bier und eine gut gegrillte Schweinshaxe mag, frag ich mich doch, ob er nicht ein verkappter Alien oder Berliner linksbizarrer Hipster ist.

    • Künstlertyp vielleicht
      Leute die vollkommen normal sind, können selten so unnormal großartig schreiben.

      Wenn der anfangen würde, Haxn zu essen, legte der sich wie die meisten danach erstmal hin, und dann hätte er vielleicht keine Lust mehr zum Schreiben, sondern zum Verdauungsschnapserl.

      Ehe, Haxn, Bier,
      der wäre dann nicht hier.

  66. Liebe und Magie
    Ein Kollege aus Ägypten ist zu Besuch in München. „Science is best“ sagt er ungefragt, aber das ist nur der Auftakt eines Gesprächs über weltanschauliche Fragen. Klar, Wissenschaft ist das Beste, aber dann gibt es da auch noch … Hexerei. Er glaube an Hexerei, bekennt er freimütig, Hexerei ist real. Es seien vor allem marokkanische Frauen, die Zauberinnen beauftragen würden, ägyptische Männer in ihren Bann zu schlagen. In seiner eigenen Verwandschaft sei das passiert, einem armen Cousin oder sogar einem seiner Brüder, ich erinnere mich nicht mehr genau genau. Auf meinen Einwand, dass die Marokkanerinnen vielleicht einfach nur reizvoll seien, verzieht er das Gesicht und schüttelt es voller Ekel.

    • Mensch, das ist doch ein Markt !!!
      Wenn sogar in einer Gesellschaft, die in der Schule den Satz mit der „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ auswendig lernen musste, die Esoterik blüht… dann müsste doch erst recht in (wie sagt man: submediterranen?) Kreisen mit Hokuspokus, culturally customized versteht sich, ein Bomben-Business zu machen sein. In der Branche müsste doch grade Goldgräberstimmung herrschen!

  67. Wiederkehr
    da ist man mal vier Tage von zuhause weg und eine familiäre Übernahme erfolgt aus dem Hinterhalt …
    heiraten ist doof

  68. The good old institution of marriage ...
    Liebe Frau Hufnagl, Sie haben İhre Tätigkeit als Hochzeitsfotographin sehr schön beschrieben. Insbesondere Ihr Einsatz in Sondersituationen, im Zuge von Hochzeitsvorbereitungen ( kenne ich von der Hochzeit meiner Tochter) und während des Events, es ist ja ein Event im positiven Sinne, zu mindest fürs Brautpaar) ein menschlicher ‚Blitzableiter‘ unbedingt notwendig ist zu haben. Die Generation Y hat nicht die kritische Haltung zur Ehe, wie wir, die Kinder von 68’er. Sie gehen mit Traditionen unverkrampft, locker, leger um und arrangieren sich, ohne Selbstaufgabe. Ich persönlich wollte nie heiraten, habe dann doch unter massiven Druck meiner Freundinnen geheiratet, habe ich mir einen lieben, netten Deutschen ausgesucht, da man in der TR, nicht nur den Man, sondern seine gesamte Familie heiratet, und ich dachte, ich a la Pygmalion, so einiges nach meinem eigenen Gutdünken gestalten kann, wie ich will. Später hat es sich gezeigt, dass ich seine Mutter abgeschätzt hatte, jedoch nichtsdestotrotz es war eine gute Entscheidung von mir.
    Herzliche Grüße an Sie, dem lieben Don und alle …
    Ihr El.pe

  69. Gibt es wirklich Leute die etwas dagegen haben
    das andere ihre Hoch-Zeiten feiern?

    Es gibt dazu Meinungen die mich an die
    Fabel vom Fuchs und den Trauben erinnern.

    Es war einmal ein Fuchs der Trauben fressen wollte.
    So sehr er sich auch bemühte eine zu erreichen,
    gelang es ihm doch nicht.

    Die sind eh sauer,
    meinte er nach dem er es aufgegeben hatte
    eine zu erreichen und sich trollte.

    (ggf entwickeln sich aus dieser Grundhaltung
    auch die bekannten Trolle)

  70. Wohltuende Abwechslung
    Seine Dauerkanonaden gegen Kahane und Holm haben nur genervt.

  71. Titel eingeben
    Zum Thema Heirat hat auch dieses Twitter etwas beizutragen:

    “ MaulendeMirthe‏ @MaulendeMirthe

    MaulendeMirthe hat Dunkelbunt retweetet

    Schließe mich da an.

    MaulendeMirthe hat hinzugefügt,
    Dunkelbunt @Mondenk1nd
    Warum merken eigentlich Menschen erst nach einer Heirat, dass ihr Partner ein ganz furchtbarer Mensch ist?

    Frage,weil ich es nicht verstehe

    Gefällt
    8
    Zonengabi
    Ms Bean
    SUV-MOM
    DerKlaus
    Jane Ohnetarzan
    ©Barschlamperich ☆🍻
    Dunkelbunt

    12:10 – 10. Mai 2017
    1 Antwort 0 Retweets 8 Gefällt mir“

    Disclaimer: Zehn Jahre verheiratet jewesen.

    Fazit: Sollte man mal gemacht haben, das Heiraten.
    Bietet sehr tiefe romantische Aspekte.
    Klappt dann nicht immer.
    Entscheidend ist danach, ob man noch in die Augen schauen kann
    dem Menschen, den man einst liebte.

  72. Text Eingebung
    Damit sie weiterfliegt

    Alter werden wir älter
    Manchmal regnets auch hier
    Die Pflaster glänzen dann
    Für solche Tage sollte

    Ein Pflaster her
    Ein Falter flieht durch die Tropfen
    Die Schönheit solcher Tage
    Mal mild mal sehr

    Es hält nichts, es fällt nichts
    Im schweren Meer
    Du behältst nichts, du verlierst nichts
    Musst dich nicht wehren mehr

    Wenn irgendwo Wahrheit liegt
    Tritt nicht drauf
    Heb sie auf
    Damit sie weiterfliegt

  73. Win-win-seit Jahrhunderten
    Zu unserer Klientel gehören eine Unmenge von Bewirtschaftern bayerischer und schwäbischer Schlösser, Burgen und anderer historischer Hinterlassenschaften. Immer öfter wird dort Hochzeit gefeiert. Welch tolle Motive sich dort zwengs Zeugnissen für die Ewigkeit finden, sowohl optisch als auch soziologisch!

    Ein schöner Nebeneffekt des Trends zur aufwändig zelebrierten Feier ist, dass diese Lokalitäten von März bis Oktober diesbezüglich weit im Voraus nahezu ausgebucht sind und die generierten Einnahmen auch, auf Umwegen, der Erhaltung dieser kulturhistorischen Stätten dienen.
    Wenn dieser Umstand die Umverteilungsfanatiker nicht doch ein bisschen weniger mürrisch aus der Einheitswäsche schauen lässt als sonst so, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

  74. Liebe Gemeinde!
    Als ich neulich in meiner Musikbox blätterte, fielen mir folgende Zeilen ins Auge:

    Love and marriage, love and marriage
    They go together like a horse and carriage
    This I tell you, brother
    You can’t have one without the other

    Love and marriage, love and marriage
    It’s an institute you can’t disparage
    Ask the local gentry
    And they will say it’s elementary

    Try, try, try to separate them
    It’s an illusion
    Try, try, try, and you will only come
    To this conclusion

    Danke Herr Sinatra für diese Einsichten!

  75. Pingback: Woanders ist es auch schön. | READ ON MY DEAR, READ ON.

  76. Frau Gevatterin
    Der Don schrieb beim letzten mal etwas von „Urlaub machen wollen“. Ich denke, daher meldet er sich nicht.

    Ich habe so den Eindruck, er schickte Frau Hufnagl vor , a la „Schreib mal was für mich, i bin nett da“.

    Und so schrieb sie über ihren Beruf. Vor zwei Tagen.

    Gut und schön und die Fotos ebenso und interessant.

    Was ich aber vermisse, ist wenigstens hin und wieder mal eine Bemerkung von ihr. So habe ich das Gefühl ,ganz ins Blaue zu schreiben. Wir bekamen einen Text „vorgeworfen“ und dann quasi gesagt „und nun prügelt euch darum“.

    Ich habe nicht das Gefühl, Frau Hufnagl liest das überhaupt. Sie wurde sooft angesprochen und hüllt sich in feminines Schweigen sozusagen….oder ist schlicht nicht mehr da.

    Ob Heirat oder nicht, ob Ehe oder nicht, – aber kann mir auch nur ein einziger eine nachweislich bessere Lebensform nennen, als die Gemeinsame und Verbindliche (!) unter einem Dach?

    Nein?

    Dann sollte man die Entscheidung zur Ehe nicht kritisierten, die Entscheidung der Hochzeit mit allem Brimborium auch nicht, denn das ist eine freie Willensentscheidung der Beteiligten und sich daran erfreuen, dass es immer noch Menschen gibt, die an das gute und schöne der Liebe glauben.

    Die Wirklichkeit, das Böse, die Zerschlagung von Geschirr, kann auch von alleine kommen, die muss man nicht herbei reden. Bei mir kenne ich aber auch Ehepaare, die mehr als 40 Jahre zusammen leben.

    Ich finde die Fotos schön, bin aber etwas enttäuscht, dass das Brautpaar auf dem letzten Foto einen so dünnen Ast durchsägt. Hatten die Furcht, der Braut schwinden vorzeitig die Kräfte, damit der Mann auch demonstrativ seinen Mann stehen kann? Quasi weißes Bettlaken auf bayerische Art?

    Gemäß meines Stammbaumes aus dem 16. Jahrhundert entwickelte ich mich aus dem Geschlecht derer „Nothnagl“ (aus dem Geschlecht derer…nett gesagt….)

    Ob Hufnagl, Nothnagl, also wenn da mal nicht Ähnlichkeiten vorhanden sind…. Frau Gevatterin, melden Sie sich mal.

    • Liebe geneigte und weniger zugeneigte Kommentatoren,

      ich darf Ihnen versichern, ich lese Ihre Kommentare, denn ich schalte diese für den Artikel auch frei. Jedoch bin ich hier nicht in der Eigenschaft als Blogbetreiberin, sondern wurde lediglich gebeten, einen Gastartikel zu verfassen. Das „Community-Management“, wie man so schön sagt, liegt vereinbarterweise weiter bei Don, da es mir auch zeitlich gar nicht möglich wäre, hier dauerpräsent auf alles einzugehen – dann hätte ich einen eigenen Blog. So aber mache ich das, was ich vor allem und am Besten kann: Fotos, denn davon lebe ich, und das beschäftigt mich ganz gut. Seien Sie also bitte nicht zu enttäuscht, hier wenig von mir zu lesen.

      Herzliche Grüße in die Runde,
      Anne Hufnagl

    • Twittern ist nun mal wichtiger, wie man weiter oben rechts sehen kann.
      Da ist ordentlich Betrieb, es bleibt somit nur selten mal Zeit hier etwas freizuschalten. Manches fällt auch unter den Tisch – gut, meine Frage wegen des zweiten, gestern noch leeren Poesiealbums haben Sie so

      https://twitter.com/Twelectra/status/862614347364827136

      beantwortet (Sie haben ZWEI eigene Blogs = Poesiealben – Romanticdingens und annehufnagl.de, letzteres seit heute, gestern lautete die URL-Zeile noch etwas anders…).

      Mein Hinweis auf die etwa 500 glücklichen Pärchen, die Sie samt deren Lieblingskindern mal knipsen könnten – die können sich die 3100 (2700 + 400) allemal lockerer leisten als so manche Hochzeiter –

      http://1000miglia.it/attach/Content/Interna/2420/o/2017_05_11_ordine.pdf

      war auch als ein Hinweis fürs Publikum gedacht: Könnte nämlich durchaus der derzeitige Aufenthaltsraum des DA sein, denn sein jüngster Beitrag dazu

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/mille-miglia-2014-kein-kratzer-auf-dem-heissen-blechdach-12945820/ueber-1700-kilometer-fuehrt-das-12945818.html

      hat eine würdige Nachfolge verdient.

    • Guten Tag,

      ja, Twittern ist für mich wichtiger – das mache ich schon seit 8 Jahren, und darüber kam auch der Kontakt zum Don zustande. Bei meinen von Ihnen erwähnten Blogs handelt es sich um mein berufliches Portfolio. Warum Sie deren Vorhandensein zu ärgern scheint, verstehe ich nicht ganz, aber das ist auch nicht schlimm, jeder nach seiner Facon. Meine Blogs sind jedenfalls ganz anders intendiert und aufgebaut als Dons Blog hier – meine Blogs sind da, um meine Arbeit, vornehmlich also meine Fotos zu präsentieren. Es findet dort kein reger Austausch statt wie hier, denn wie bereits geschrieben, dies könnte ich zeitlich gar nicht abdecken und es ist auch nicht mein Wunsch. Ich bin Fotografin und möchte meine Bilder zeigen, denn darin steckt mein Herzblut.

      Herzliche Grüße
      Anne Hufnagl

    • ... Gastartikel sind immer gut ..
      … und mitunter sind Leser einfach nur so garstig, wie alte Damen, die sich in einer Gemäldegalerie empören, weil die Direktion zwischen die vielen Rubens aus Platzgründen ein Bild gehängt hat und nicht merken, dass es ein Parmegianino oder Guercino ist. Das sollte man nicht ernst nehmen, da die alten Damen meistens ohnehin nur wegen des Kuchenangebots schimpfen. Variatio delectat.

    • Sehr geehrte Frau Hufnagl,
      Sie hatten hier eine Art Bewerbungsunterlagen abgegeben. Also schau ich mir die mal an & sehe eine Lücke, deren Vorhandensein mich nicht ärgert, sondern zur Nachfrage anregt. Freischaltung erfolgt nicht, nun ja, es wird halt anderweitig viel zu tun sein, dabei Gezwitscher zuhauf. Normalerweise katapultiert sich eine Kandidatin damit ins Aus – ich frage aber nach, auch weil Sie „hätte“ schrieben, obwohl Sie doch längst „haben“: Dass sich Ihr einer, vorgestern bereits gefüllter Blog von anderen unterscheidet, hatte ich bereits zur Kenntnis genommen & das Konstrukt mit der hier bewährt üblichen Ironie „Poesiealbum“ genannt.

      Zu Ihrem Netzauftritt: Muss denn diese durchgängige, elende Duzerei wirklich sein? Klar, junge Leute kennen’s vielleicht nicht anders & die sind ja normalerweise Ihre Zielgruppe, die jedoch hier kaum vertreten ist. Hier hingegen tummeln sich diejenigen, die sozusagen als Sponsoren für die Enkelbeglückung in Anspruch genommen werden sollen. Sponsoren? Ja, bei Ihren Wahnsinnspreisen, die Sie auch noch erhöhen wollen! Zudem geben Sie zwar scheinbar großzügig Nutzungsberechtigungen aus, ich habe aber nirgendwo gelesen, dass die Leutchen mit ihrer Zahlung tatsächlich Eigentum an ihrem eigenen Bild erwerben.

      Das ist so ähnlich wie bei der Auslöserdrückerin, die mich kürzlich mit deutlichen Worten auf IHR Recht an MEINEM Bild hinweisen wollte: Sollte ich wie bei mir üblich die Passbildchen & die neuen Ausweispapiere scannen & irgendwo im Netz verstecken wollen, um sie bei Notwendigkeit digital weiterreichen zu können, ginge das nicht ohne ihre Einwilligung & die würde sie nicht erteilen. Sollte ich mehr als die sechs Papierfotos benötigen, müsste ich welche bei ihr bestellen – gegen erneute Bezahlung, versteht sich. So schnell hab ich schon lange keinen Laden mehr verlassen. Glücklicherweise haben die Passämter der Gemeinden mittlerweile menschfreie Aufnahmegeräte, die richtige Vorgehensweise wird auf dem Monitor erläutert & der Spaß kostet weniger als die Hälfte, bloß ein paar Münzen…

    • Sehr geehrter Herr Pseudonym Don Joe Wanny,

      mein Netzauftritt ist genau dieses – mein, und ich duze meine Kunden, weil ich intime Momente fotografiere, und da ein „Sie“ denkbar seltsam wirkt. Dies ist meine Entscheidung und muss Ihnen nicht gefallen. Ich treffe all meine Kunden vor der Buchung und dann bis zur Hochzeit auch noch mehrmals und baue eine enge Beziehung zu ihnen auf, da ich ihre persönliche Geschichte in Fotos festhalten möchte. Auch dazu passt das Siezen nicht, da es nicht die Nähe ermöglicht, die ich zu meinen Kunden gerne haben möchte.

      Meine Kunden erwerben ein komplettes privates Nutzungsrecht an den Bildern per Fotovertrag, sie dürfen mit den Fotos, für die sie bezahlt haben, alles machen, außer diese weiterzuverkaufen (was ich im Übrigen auch nicht darf). Ob und welche Fotos ich zeigen darf, erfolgt mit schriftlicher Genehmigung der entsprechenden Bilder durch meine Kunden. Sprich: ich zeige nichts, wofür ich kein Einverständnis habe. Das deutsche Recht regelt Bildnutzung und den Erwerb von Bildrechten sehr eindeutig, und danach arbeite ich. So gerne Sie mir hier also irgend eine Art von Schindluder mit Bildnutzung oder Bildrechten unterstellen möchten, ich muss Sie diesbezüglich leider enttäuschen. Dass Sie mit einer Kollegin offensichtlich andere Erfahrungen gemacht haben, tut mir natürlich leid, fällt jedoch nicht in meinen Einflussbereich.

      Ach ja und die Preisgestaltung obliegt, wie in allen Bereichen, Angebot und Nachfrage. Meine „Wahninnspreise“ gehören in meinem Wohnort Hamburg zum Beispiel noch zum Durchschnitt, Kollegen nehmen hier gerne auch das Doppelte. Dass sich das nur ein Bruchteil Paare leisten kann oder möchte, ist mir völlig klar und auch völlig in Ordnung – ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn jemand keine paar tausend Euro für Fotos ausgibt. Jedoch finden sich eben jedes Jahr auch genug Paare, die das können und möchten, die ich dann eben begleite. Es zwingt doch niemand jemanden, mich zu buchen.

      Herzliche Grüße
      Anne Hufnagl

    • Titel eingeben
      ahufnagl sagt:
      „12. Mai 2017 um 12:58 Uhr
      Guten Tag,
      ja, Twittern ist für mich wichtiger“

      Wie wichtig Furzen dann wohl erst für Sie sein mag.

  77. Vom Zeigen*
    *Denn die Einen haben nichts zu verbergen, und die anderen haben nichts zum Zeigen.

    Auch die Hamburger Polizei will was zeigen: 1748 geklaute Fahrräder, die bei einer einzigen Razzia sichergestellt wurden. Vielleicht findet ja einer seine alte Liebe wieder

    (nicht die mit 2 Beinen, sondern die mit 2 Rädern. Keine Haare, sondern eine Kette auf den Zähnen. Die eine freut sich über kräftiges Reintreten, die andere nicht (das tut man sowieso nicht). Mit beidem spielen auch die Kinder. Der Wert steigt mit dem Alter (aber nur, wenn man regelmässig ölt). Die eine hat eine Bimmel, die andere hat zwei Hupen. Don Alfons liebt beides (ich auch). „Bergab geht leichter als Bergauf“ trifft auf die eine immer, auf die andere manchmal zu).

    http://www.polizei.hamburg/sichergestellte-fahrraeder-nach-durchsuchung/

  78. Tranquillo (Immer mit der Ruhe)
    Danke fuer die Reaktion

  79. Ich sehe hier sehr unterschiedliche Fotos
    Da ist für die verschiedensten Geschmäcker was dabei. Es sieht so aus, als hätte die Fotografin ein breites Repertoire und würde ihre Kunst ganz in den Dienst ihrer Auftraggeber stellen, anstatt einfach ihren Stil und Standard durchzuziehen.

    Das Bild in der Kirche gefällt mir mit Abstand am besten, weil es diskret ist, weil es der Würde der Situation gerecht wird, weil es die gesamte Hochzeitsgesellschaft in den Fokus nimmt, die Braut nicht so aufdringlich im Vordergrund steht und nicht zuletzt weil das weiche Licht und die Pastelltöne der Farben so zauberhaft wirken.

    Das Bild oberhalb erinnert mich gleich an drei verschiedene Sachen:
    Ich musste an mein Gelöbnis bei der Bundeswehr denken. Da standen jeweils 3 nach Körpergröße ausgewählte Soldaten auf beiden Seiten der Fahne und leisteten als Abordnung der Rekruten den Eid: „Ich gelobe der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen.“
    Auf dem Foto stehen links und rechts auch nach Größe angeordnet drei Herren und drei Damen. Gleich werden sie Zeugen sein, wie das Brautpaar durch den Rosenbogen in der Mitte schreitet und sich gegenseitig Treue und Dienstbarkeit gelobt.
    Zum zweiten dachte ich an das Gemälde der Familie jenes oberitalienischen Kriegsherren der Renaissance, das der Don kürzlich anlässlich Donald Trumps Amtseinführung besprach. So wie dort jeder durch seine Körperhaltung und Position im Bild seine Beziehung zum Fürsten verrät, scheint es mir, als wenn beim Hochzeitsbild die Position und Haltung der Personen etwas über ihre Beziehung zum Brautpaar erzählen will.
    Zum letzten und ganz besonders erinnert mich das Bild an die Studiofotos, die es noch von meinen Urgroßeltern und Urgroßtanten gibt. Die sind ähnlich inszeniert. Die Kleidung, die Barttracht der Herren, die Dekoration: Das gab es alles schon so ähnlich im Kaiserreich am Vorabend des Weltkriegs.

    Das Bild unterhalb desjenigen aus der Kirche, lässt mich dagegen an Fotos aus den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts denken. Das hat, finde ich, so ein wenig was von riefenstahlscher Körperästhetik …

    Aber das sind ja nur meine persönlichen Gedanken und Einfälle zu den Bildern, die glaube ich sonst hier noch niemand geäußert hat.

    Schön haben Sie über Ihre Arbeit berichtet und für sich geworben. Was Sie zu sehen bekommen, sind jedoch nur diejenigen Paare, die sich entschließen, einen Fotografen zu engagieren. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Die öffentliche Zurschaustellung der Hochzeitsfeier ist wohl immernoch ein Minderheitenvergnügen. Aber der zunehmende Wunsch überkommene Traditionen und Rituale zu leben, der ist vermutlich inzwischen schon bei einer Mehrheit der jungen Leute vorhanden.

    Herzlichen Dank für Ihren Beitrag! Und den von Ihnen betreuten Paaren wünsche ich viel Glück. Wenn der Internetauftritt zu Ihrer Hochzeit tatsächlich der wichtigste Pfeiler ihrer Ehe ist, dann werden sie das bitter nötig haben!

    • „Thorsten!!“
      An der Stelle will man fast schon nicht mehr weiterlesen, sondern sich nur noch die Bilder anschauen …

  80. Selbstdarsteller
    Guten Tag Frau Hufnagl,
    wenn möglich geben Sie bitte den hier wie auch beim Don vertretenen Selbstdarsteller die Beitraege frei.
    Ned das Frustbaederl ausfaellig werden.Das wollen wir alle nicht.

  81. Das Interesse an den schönen Seiten des Lebens scheint hier recht gering zu sein.
    Aus eigener Erfahrung kann ich jedenfalls feststellen, daß es immer gut ist, zu solchen Anlässen einen Profi zu beschäftigen. Noch ist ja keine Motivklingel erfunden und Erfahrung kann da keinesfalls schaden. Überhaupt ist es besser, ein Außenstehender photographiert, als daß jeder mit Smartphone oder sonstigen Knippskisten herumrennt und herumknipst. Das stört meist doch nur und mindert das eigene Erleben.

    Gute Photos, auch und besonders schwarz-weiße Photos, bieten viel Gesprächsstoff und halten manche Überraschungen bereit, die während der Feier selbst nicht aufgefallen sind. Insbesondere dem Brautpaar nicht, das in der Regel mit dem Spielen seiner Rolle mehr als ausgelastet ist und wird.

    Was mich ein wenig wundert, ist, daß scheinbar immer noch mehr photographiert als gefilmt wird. Vielleicht, weil Momentaufnahmen die Phantasie mehr anregen als bewegte Bilder?

    Nun ja, es gibt weniger schöne Berufe und solange das Glück der Anderen auf einen selbst abfärbt, muß es wundervoll sein. Ich wünsche Ihnen, Frau Hufnagl, daß es so ist und bleibt.

  82. Hochzeit ist Opium fürs Volk
    Während wir uns hier mit schöngeistigen Dingen beschäftigen, brennt anderswo die Luft, krachen die Ideale meiner Kindheit zusammen:
    die Wahrheitspresse mit ausserhalb dieses künstlerisch-intellektuellen Elfenbeinturmes, beispielsweise das Flag Ship Journal of Pressed Truth SPON melden gerade empört, bei der Bundeswehr sei eine Anleitung zum Bombenbauen gefunden worden.

    Und ganz im Vertrauen, jetzt kann ich es ja sagen: Das ist noch nicht alles!
    Aus eigenen Quellen, die verständlicherweise nicht genannt werden wollen, hörte ich kürzlich, die würden sogar mit echten Waffen hantieren.
    Ich finde das empörend.
    Was will eine Armee mit Bomben oder gar Waffen. Die könnten ja jemanden verletzen.
    Das wäre ja fast so schlimm, als hätten wir eine Frau als Verteidigungsminister.

    • Empörend
      Immer tiefer wird der braune Sumpf, in dem unsere Bundeswehr steckt.
      Und nicht nur die, wie man gleich sehen wird: Frau von Laiens militärische Antifa-Schergen sollen bei der Truppe Naz..Wehrmachtshelme entdeckt haben.
      Dabei handelt es sich vermutlich um den berühmten M35, benannt nach seiner Einführung im Jahre 1935, eine Weiterentwicklung des 1916 einfgeführten Helmes M16, der im Ersten Weltkrieg die Pickelhaube ablöste. Die Ausschussproduktion wurde damals übrigens an Luftschutzhelfer und die Feuerwehr verteilt und die tragen sie auch heute noch.
      Aber es kommt noch schlimmer: der von der Wehrmachtsentwicklungsstelle für 1946 projektierte M46 wurde mit einer Verzögerung von 35 Jahren etwa 1980 von der US Army und anderen Armeen auf dieser Welt, auch der Bundeswehr, als sogenannter „PASGT“ eingeführt. Aufgrund seiner Herkunft, die man nicht verstecken konnte und um die man auch nicht viel Aufhebens machte, hiess der Helm bei den Amerikanern „Fritz“ („Fritz 46“ wäre vielleicht besser gewesen). Als was der „Fritz“ bei der Bundeswehr getragen wird, weiss ich nicht, vermutlich als „Auf-keinen-Fall-an-die-Tradition-der-Wehrmacht-anknüpfender-Friedenshelm-garantiert-Nazifrei“, kurz: „AKFADTDWMAKFHGTNF“.
      Als sei das noch nicht genug, führte die US Army für bestimmte Truppenteile auch noch den M35 als „Advanced Combat Helmet, ACH“ ein.
      Wehrmachtsromantik, wo man hinsieht.

      Dass das MG3 der Bundeswehr eigentlich das MG42 der Wehrmacht und das berühmte AK47 der Russen ein Nachbau des Deutschen Sturmgewehres 44 ist, was selbst Herr Kalaschnikow zugibt, muss vielleicht noch hinzugefügt werden.
      Und wer trägt wohl traditionell blau eingefärbte Wehrmachtsuniformen?
      Natürlich die französische „Gendarmerie“.
      Wehrmacht, wohin man den Blick wendet. Es gibt viel zu tun, Frau von den Leyen. Fangen Sie schon mal an.

    • ... in der Tat...
      … man hat jetzt entdeckt, dass in vielen BW-Kantinen vegetarische Gerichte angeboten werden, wo der Hitler doch Vegetarier war! Angeblich soll UdvL schon einen „Fleischtest“ bei McKinsey entwickeln lassen, aber nur, wenn halal sichergestellt ist, weil wir brauchen die Menschen, sie bereichern und zwar auch dann, wenn sie im Zweitjob Syrer sind, weil das ist nicht das Problem, denn das sind Einzelfälle. Wenn BW-Soldaten künftig in den Kampf ziehen sollen sie zuvor ihrem Gegner laut zurufen: Wir sind die Qualitätsarmee, wir kommen mit Werten und distanzieren uns von der deutschen Gesichte, wir haben eine europäische. Und außerdem ist jetzt die Kita zuende, so dass wir kurzen Prozess machen werden, weil wir müssen heim. McKinsey hat herausgefunden, dass das so viel Verwunderung auslöst, dass der Feind schon fast besiegt ist … Und das hat nur wenige Praktikantenstunden gekostet, um das herauszufinden.

  83. Bilder sind Schall und Rauch
    Wenn irgendjemanden die Meinung eines langjährigen Hobby-Portrait-FGotografen interessiert (angefangen mit Super Paxette, dann Exa IIa, Canon AE1, Canon A1, aktuell Canon ID, Mark II. Besitze auch noch eine Rolleiflex 6×6 mit Schachtsucher, aber mit der kriege ich keine guten Bilder hin) (von oben angefangen):

    1. Das moderne „Spieglein, Spieglein, an der Wand“. Nur sagte das eben die böse Schwiegermutter. Und so schaut die Braut auch in ihr Smartphone hinein. Das sieht man sogar von der Seite. Hätte man nicht einen freundlichen Moment abwarten können. Oder ist das Kunst?

    2. Sind die Gardinen im Hintergrund so schwarz, weil in der Familie soviel geraucht wird? Müssen die mit aufs Bild?

    3. Nette Idee mit dem Fish-Eye und den roten Ballons vor weissem Hintergrund. Leider sind da auch weisse Ballons vor weissem Hintergrund. Gab es die auch in einer anderen Farbe?

    4. Auch die gehäkelte Klopapierrolle beziehungsweise die Kreissäge des Bräutigams mit Erdbeere garniert ist lustig. Wenn dahinter nicht die böse Hexe stehen würde, die irgendwas erstechen will. Könnte die mit ihrer rechten Hand nicht was anderes machen?

    5. Super-Bild mit dem überblendeten Gegenlicht, das aussieht, als würde dort das Paradies anfangen. Leider stehen links vom Bräutigam die grimmigen Türsteher, die, obwohl sie versuchen, einigermassen freundlich zu lächeln, ihre schußsicheren Knie-Protektoren durchschimmern lassen und sich so postiert haben, als seien sie jederzeit bereit, ihre .45 ACPs und .44 Magnums aus den Schulterhalftern zu ziehen, die sie notdürftig unter ihren Jackets versteckt haben. Wenn die Hochzeit nicht in einem Massakker geendet hat, von dem Toni der Pate behauptet, er sei nie dagewesen und kenne die Dame, von der behauptet wird, es sei seine Tochter, überhaupt nicht, könnte man die zwei Gorillas vielleicht etwas auf freundlich photoshoppen oder besser gleich ganz weglassen.

    6. Ein offensichtlich baufällige Kirche, in die sich niemand mehr hineintraut, ausser einem mutigen Priester, der gerade das Schlossgespenst verhaftet, welches von den umstehenden Zombie-Kumpanen wieder befreit werden soll. Wenn der mutige Pastor nur wüsste, dass ihm das von oben heimtückisch und böswillig hinuntergeschleuderte eiserne Kreuz gleich das Hirn zerschmettern wird, worauf er Mitglied der Zombiegemeinde Glückauf e.V. werden wird. Oder ist das etwa eine Hochzeit? Man weiss es nicht. Alles zu klein.

    7. Tolles Bild. Jedenfalls Leni Riefenstahl würde es gefallen. Und was auch immer dieser beleuchtete Zaun bedeuten soll, die Riefenstahlassoziation dreht die Phantasie in eine ganz andere Richtung.

    8. Das Bild wird mal als Postkarte verkauft werden. Unten drauf steht: „Na, nicht genug Holz vor der Hütte?“, oder: „Sägt dein Alter immer noch so grausam?“, oder: „Fortsetzung folgt auf der Rückseite. Trigger-Warning: Nicht überall sollte man seine blöden Pfoten hineinhalten. Nicht in meine Bilder und schon garnicht in die Endausscheidung der Holzsägeweltmeisterschaften, Klasse „Gemischtes Doppel“. Ein Tip: Kurt ist jetzt Linkshänder und trägt ärmellose Armani-Anzüge“.

    Ansonsten sind die Bilder Klasse. Ganz Grosse.

    • Titel eingeben
      Wo kommt eigentlich die Sitte her, das Fotohobby über die erworbenen Gerätschaften zu definieren? Das ist mir zuerst vor Jahren aufgefallen, als es für fotografierende Mitglieder der Gesellschaft unabdingbar war, „die EOS 350“ zu besitzen.

      Ich hätte an dieser Stelle nicht erwartet, nur makellose Hochglanzbilder gezeigt zu bekommen, auf denen man zu 5.) diese fürchterlichen Typen da links sicher lieber weglassen würde. Zu 3.) fällt mir auch zuerst anderes ein als technische Diskussionen über weiße Ballons. Es ist ja schon angemerkt worden: Diese normierte Ballonsteigeaktion an sich, vor einem Haus, dessen Anblick einem Schauer den Rücken hinunterjagt …

      Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Es paßt nicht annähernd in 6000 Anschläge, was einem bei diesen Fotos durch den Kopf geht, wenn man nicht nur abstrakt die Scheidungsraten kennt, sondern im eigenen Freundeskreis miterlebt hat, wie jeweils nach wenigen Jahren alles in richtig üblen, Schwerverwundete zurücklassenden Rosenkriegen endete.

      Danke also für diesen anregenden Beitrag.


  84. Werte Frau Hufnagl, ich finde Ihre Hochzeitsbilder ja sehr gelungen. Was mich als Nicht-Fotografin mal interessieren würde: haben Sie den Eindruck, es gibt immer noch die Suche nach „dem einen, 100%igen, ikonischen“ Bild, oder verschicken die Leute nur noch Serien, bzw. je nach Person ein anderes Bild?
    (Abgesehen vom Posten auf Facebook etc., wo man natürlich sowieso eher zu Serien neigt).
    Hintergrund: als ich vor 10++ Jahren heiratete, gab es viele, die knipsten, und wir freuten uns sehr darüber, alle Anwesenden auf Foto zu haben, aber verschickt haben wir dann letztlich nur 2 Bilder aus dem Fotostudio.
    Wir gehören allerdings nicht zur Facebook-Fraktion. Sie haben mit dieser sicher bessere Aufträge (weil die professionelle Serien wollen, also mehrere Stunden) als mit der „bilderarmen“, aber in puncto Abzüge/Dateien pro Paar müßten Sie eigentlich sehen können, ob es solche Leute immer noch gibt (evt. sogar viel, nur daß sie eben als Kleinvieh auflaufen, weil sie nur 1/2 h Fotostudio oder Location wollen).
    Inwiefern sich da das Verhalten geändert hat, würde mich echt interessieren. (Schon klar, daß Sie nur über Ihre eigene Arbeit Überblick haben, insofern keine Statistik. Aber haben Sie noch Nicht-Serien-Kunden?).

    • Guten Abend,

      die meisten meiner Paare verschicken ganz klassisch Dankeskarten. Für diese Karten werden in der Regel 2 – 5 Fotos ausgewählt, meist aus verschiedenen Situationen des Tages. Zusätzlich haben alle Paare auf meiner Webseite eine passwortgeschützte Online-Galerie mit den schönsten 60 – 70 Fotos. Der Link dazu wird auch gerne verschickt. Ansonsten steht es meinen Paaren und auch deren Gästen frei, alle Fotos frei zu verwenden und zu zeigen, sprich: es wird im Laufe der Wochen und Monate nach einer Hochzeit schon immer mal wieder was bei Facebook, Instagram & Co. hochgeladen, soweit ich das mitbekomme. Die Paare nutzen die Fotos insofern schon recht exzessiv, das ist sicher anders als früher. Von meinen Eltern kenne ich beispielsweise auch nur zwei Hochzeitsfotos, und die sind ganz traditionell im Studio fotografiert worden damals. Und in Schwarzweiß. Nach „dem einen“ Hochzeitsfoto suchen meine Paare allerdings eher nicht, die Wenigsten haben vorher überhaupt konkrete Vorstellungen, wie sie auf Fotos aussehen möchten. Die Ansage ist meist „Hauptsache schön“. ;-) Da habe ich schon relativ viel Gestaltungsfreiraum, mir da etwas zu überlegen, was auch zum Paar passt. Häufig fotografiere ich mehrere verschiedene Hintergründe und Setups mit den Paaren, damit sie später eine möglichst große Auswahl für sich haben.

      Herzliche Grüße
      Anne Hufnagl


    • Danke für Ihre Antwort, das ist interessant.
      So einen gewissen Hang zum ikonischen Bild gibt es demnach also immer noch, wenn bei den Dankeskarten 2-5 Fotos dabei sind (weniger wäre dem schmalen Geldbeutel geschuldet). Die Ansage ist meist „Hauptsache schön“. ;-) – das paßt dazu *ggg*
      Der Link dazu wird auch gerne verschickt – da haben Sie dann quasi die Rolle eines „externen Hochzeitsgastes“, oder auch eines „Dokumentators“, der alle Personen und diverse Stationen des Tages festhält, so daß man nicht einen Hochzeitsgast dazu verdonnern muß. –

      Apropos Hochzeitsbilder der Altvorderen:
      Meine Großeltern (nur 1 Paar, bei den zweiten war wegen Flucht kein Hochzeitsbild erhalten) sahen recht kläglich aus, meine Großmutter mit einem Kleckerschleier und einer Bluse mit weißen Kragen. Nach einigem Grübeln kam heraus, daß dies Bild an einem anderen Tag als dem Hochzeitstag gemacht worden war (die Hochzeit selbst bestand eigentlich nur aus dem Gang zum Standesamt, ohne Familienfeier – Brautpaar und Trauzeugen gingen hinterher einen Trinken, das war alles). Das war in den 1920ern.
      Meine Eltern – da gab es am Wochenende (unter der Woche mußte man arbeiten, solchen Privatkram konnte man nicht so auswalzen) eine große Hochzeit (Essen + Kirchgang mit allen Verwandten, immerhin so 20 Personen) – das war in den 1950ern – haben dann schon ein „besseres“ Bild mit eigenem Brautkleid und reinkopiertem Kirchenfenster (keine der Kirchen in der Nähe hat solche Fenster, schon gar nicht die, in der sie geheiratet haben, das müssen eine Art Schablonen gewesen sein).
      Es ist faszinierend künstlich, und wurde wohl 1 Tag vor der Hochzeit gemacht, also am Samstag.

  85. Copyright Infringement
    Meine rumänische Putzfrau in Paris hat mich mal gebeten, das von einem professionellen rumänischen Fotografen angefertigte Hochzeitsvideo ihrer Tochter auf YouTube hochzuladen.
    Prompt bekam ich Ärger wegen angeblicher Verletzung des Urheberrechts, weil die Band ein altes rumänisches Volkslied gespielt hat. das aber von einem griechischen Schnulzensänger mal gesungen und in die Hitparaden gebracht wurde (Denis Roussos oder Costa Cordalis).
    Dessen Urheberrecht hätte ich verletzt.
    Ich habe geantwortet, dass das Urheberrecht eines alten Volksliedes dem rumänischen Volk gehört, ich auch nicht Urheber des Videos bin, sondern der Fotograf, der das Verwertungsrecht vertraglich an meine Putzfrau abgetreten hat und die professionelle Hochzeitsband zusätzlich eine Art rümänische GEMA abdrückt, damit sie die Gassenhauer anderer ehemaliger Künstler öffentlich aufführen dürfen.
    Damit hatte sich das erledigt.
    Homecome-Message: immer der, der so ein Bild oder Video macht, ist „Urheber“. Dieses Recht kann nicht angetreten oder verkauft werden. Deshalb ist auch der Vorwuf, illegales Downloaden von Videos oder Musik sei ein Verstoss gegen das Urheberrecht, völliger Quatsch. SONY Pictures hat nicht das Urheberrecht auf „Star Wars“. Das hat allein Steven Spielberg. SONY hat aber das Verwertungsrecht. Und gegen das verstösst man als illegaler Downloader.
    Hat das ein Fotograf aber vertraglich abgetreten, darf man damit machen, was man will. Ausser einer der Hochzeitsgäste pocht auf sein Recht auf das eigene Bild und untersagt die Veröffentlichung. Das darf er nämlich. Dann muss man ihn wegretuschieren oder einen anderen Kopf drauf photoshoppen.

  86. bearsplaining II
    Tip für Hochzeiter oder runde GeburtstagsGastgeber:

    Geschenkeeinsammler und markierer (erwachsen) anstellen. feste klebeetiketten und wasserfeste stifte müssen auf jedes Paket am gabentisch. Dies kann eine neutrale Person ruhig und gelassen besorgen.
    Schaustücke und Nicht-Schau-Stücke anordnen und gegen Ende der Feier noch versacken oder verpacken.

    Zwei Probleme gibt es beim Danken: Von wem ist was?
    Wer hat sich beteiligt.

    ich habe es mehrmals erlebt, daß Billigheimer ihre Glückwunschkarte an oder in ein schönes Geschenk legen.

  87. Ich wüsste natürlich noch mehrere andere:
    http://edition-herre.de/edition.php5

    Als da z.B. wären Günter Rösler, Arno Fischer, Sibylle Bergemann, Harald Hauswald,…
    Also Fotografen!

    „Fotografieren“ ist ganz gewiss eine der Seuchen der Neuzeit. Täglich sollen es 1-2 Mrd. Fotos sein.

    Marlene Dietrich, klug (und vorausschauend) wie sie war, verbat sich einst weitere Fotos. Sie wäre längst totfotografiert worden. Aber das führt natürlich, wiewohl es richtig ist, hier viel zu weit.

  88. Titel eingeben
    Seit Jahrzehnten wissen wir, was es bedeutet, wenn ein „Technik und Motor“ – „Journalist“ einen Porsche mit dem Kennzeichen S – GO … bespricht.
    Porsches mit diesem Nummernschild stehen an allen größeren Flughäfen für koruppte Schreiberlinge zur Verfügung.
    Man erkennt sie (also die Schreiberlinge) auch an ihrem schmierigen Stil. Da verwechselt schon mal der eine oder andere beim glücklichen Abspritzen Alcantara mit „Wildleder“.

    [Editiert nach reiflicher Überlegung und nächtlichrt Nachfrage in einem erwähnten Punkt, der glasklar nicht bestätigt werden kann, und auch meinen Erfahrungen widerspricht. Sorry. Ich verstehe Misstrauen, aber Unzutreffendes kann und werde ich hier nicht freischalten. Don]

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