Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Bluten für den Luxus

| 36 Lesermeinungen

Der Neoliberalala, der Freund von Premium, Business Class und Powerdenglisch, hat zwei Todfeinde: Das eine ist der Kommunist; der heisst üblicherweise Gregor oder Oskar und schreibt für das Neue Deutschland, oder er heisst Sarah und isst gerne Hummer. Das ist der Klassenkampf von unten. Hm. Also, mehr oder weniger. Und dann gibt es noch den Klassenkampf von oben. Den betreibt der andere Todfeind, der Erzreaktionär. Dem reicht schon eine einzige kleine Nadel, und er schreibt einen bluttriefenden Blogeintrag bei FAZ.net.

Et odor vestimentorum super omnia aromata.

Carlo Filago (1589-1644), Quam pulchra es

Ich blute. Bevor ich den Schmerz überhaupt begreife, verfärbt sich der Stoff des Hemdes rot.

Zum Rudelverhalten überheblicher Geschäftsklassenreisender und anderer subalterner Sachbearbeiter gehört das schnelle Einkaufen, das sog. „Shoppen“ von irgendwelchen Dingen, die sie auf Reisen vergessen haben. Dergleichen unter Termindruck bei den üblichen Markennamen zu tun, ist ein Statussymbol in einer Zeit, da auch bildungsferne Schichten in ihr Mobiltelefon plärren, dass nicht das Flugzeug, sondern der ungleich routinierter nach Meilen und mehr klingende „Flieger“ „mal wieder nicht on schedule“ ist. Der Einkauf unterwegs ist hochgradig mit dem Komplex der möglicherweise finanziellen, nicht aber gesellschaftlichen Aufsteiger verknüpft, und ernährt und erhält in seiner Verschwendung Kreditkartenfirmen, Flughafenboutiquen, und, wie meinesgleichen erfreulicherweise gerade in der Finanzkrise erleben darf, den Schuldnerberater. Dabei wollte sie doch nur mobil, flexibel und global sein: Die moderne Funktionselite, deren Bedeutung es nicht erlaubt, alle störenden Nichtigkeiten vom Zebrastreifen bis zum Fremdwort Danke zu beachten; müssen sie doch von Termin zu Termin eilen, weil es ohne sie nicht, unter keinen Umständen gehen würde.

Manche werden mir jetzt vielleicht nachsagen, ich würde diese Leute hassen – aber es stimmt nicht. Solche Leute hasst man doch nicht. Was ich wirklich hasse ist, wenn ich durch eigenes Verschulden, in einem Anzug steckend, gezwungen bin, auf die Schnelle unterwegs etwas Vergessenes zu kaufen. Ich hasse es, man könnte denken, ich selbst sei auch nur so ein schmie[Edit: Sehr geehrter Herr Porcamadonna! Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir wegen 7 (!) ungebührlicher Bezeichnungen einer soziale Randgruppe 21 Punkte von Ihrem Verbalinjurienkonto abziehen und den ganzen Passus streichen müssen. Ihre Verträglichkeitsbeauftragte Eulalia Josefine Hinzengruber], und ich bin heilfroh, dass ich wenigstens genug Bargeld hatte, um das Hemd nicht wie so einer mit Karte zahlen zu müssen. Und weil es so übel mit Konsumversprechen zugekleistert war, habe ich es auch gleich abgelichtet:

Bild zu: Bluten für den Luxus

Und was sie einem nicht alles versprechen! Modell LH-Dandy. Sind wir nicht alle ein klein wenig Oscar Wilde? „Casual Luxury“ steht auf einem mitbezahlten Stofffähnchen mit Knopfloch, das hinter einem natürlich mit Markennamen versehenen Knopf steckte. Nicht nur, dass man diesen „schlampigen Überfluss“, wenn ich das Denglische korrekt eindeutsche, mitbezahlt. Nein, es ist trotz seiner Verkündigungsmission immer noch das dezenteste Hemd mit den wenigsten Torheiten für die Mülltonne. Die anderen hatten ein blaues Band – bekannt als Trophäe, nach der Luxusschiffe <strike>wie die Titanic </strike> [Edit: Bedaure, da bin ich wohl einer Legende aufgesesen] bei der Ozeanüberquerung greifen wollten – mit dem eingewebten Wort „Luxury“ in der Verpackung. Überhaupt haben inzwischen alle Hemden, die nicht gerade in den Arbeitslagern des chinesischen Mörderregimes zusammengenäht und für fünf Euro verschleudert werden, diese neumodischen Glupperl anstelle von Nadeln, um sie in der Verpackung zu fixieren. Glupperl mit Kugeln am Ende, damit man sich nicht verletzt. Oder sie anderweitig verwendet.

Meine Grossmutter hätte es sehr ungnädig beurteilt. Geboren im Bayerischen Königreich, hat sie wie alle in dieser Zeit bei ihrer Mutter und Grossmutter noch Nähen gelernt. Es war damals nicht nur üblich, Näharbeiten selbst zu besorgen. Die Familie hätte, wie man in Bayern sagt, das „Gred“, die üble Nachrede bekommen, wenn sie nicht selbst Monogramme, Borten und Tischdecken hätte sticken, häkeln und nähen können. Meine Oma hat das alles als Kind gelernt, und es gab nichts, was sie nicht mit Stoff hätte machen können. Von ihrer eigenen Grossmutter hatte sie ein Nähtischchen mit Mahagonifurnier geerbt, das heute seit 140 Jahren seinen Dienst in der Familie tut. Und weil man, wie der Volksmund in Bayern sagt, von den reichen Leuten das sparen lernen kann, hat sie verlangt, dass man Stecknadeln beim Kleidererwerb nicht einfach wegwirft, sondern ihr bringt, auf dass sie in das rote Samtkissen mit der Rosshaarfüllung verbracht werden. Auch aus Schutz für den Käufer: Sieben Nadeln stecken in jedem Hemd, sieben Nadeln muss man finden und zählen, dann sticht man sich nicht.

Bild zu: Bluten für den Luxus

Nadeln kann man immer brauchen. Meine Grossmutter hatte sogar einen grossen, U-förmigen Magneten, mit dem sie heruntergefallene Nadeln aufsammelte. Man darf nicht vergessen: Noch im 19. Jahrhundert waren Nadeln sehr teuer, und der Nadelmacher ein handwerklicher Beruf. Für Nadeln brauchte man beste Materialien, um sie dünn, elastisch und gleichzeitig stabil zu gestalten; sie durften nicht zerbrechen, und wer jetzt mit den Schultern zuckt, möchte sich überlegen, wie er mit der Technik des 19. Jahrhunderts ein Öhr in die Nadel bekommt. Gar nicht so einfach: Früher bestanden Nadeln aus zwei zusammengesetzten, verdrillten Stahldrähten. Eine Arbeit, die Kraft und enorme Geschicklichkeit erforderte. Eine Arbeit, die in England am Beginn der Erforschung der Arbeitsteilung und der industriellen Produktion stand: In „The Wealth of Nations“ rechnet der schottische Ökonom Adam Smith vor, wie stark man die Produktion steigern und die Kosten senken kann, wenn man die Herstellung in einzelne Schritte teilt und von Spezialisten durchführen lässt. Trotzdem war es ein weiter Weg von der Nationalökonomie der Aufklärung über die Kurzwarenläden meiner Grossmutter bis zu meinem Hemdenkauf, bei dem Klammern anfallen, die man nur wegwerfen kann. Es sind diese Dinge, es ist diese unsägliche, oktroyierte Verschwendung von Rohstoffen, Produktion und Energie, weshalb der Unterschied zwischen mir und den oben beschriebenen Cre[Edit: Herr Porcamadonna!!! E.J.H.] allenfalls ein relativer ist. Der Umstand, dass ich mir solche Probleme bewusst mache, ändert nichts am Abfall, und die Frage, die ich mir beim Auswickeln solcher Konsumprodukte stelle, lautet: Wer ist eigentlich schlimmer? Das konsumgeile Werbeopfer, das wegen Luxusanhängern für die Mülltonne gerne mehr zahlt, oder der Käufer, der das alles kennt und trotzdem so unsagbar dumm – was ist denn das Rote auf dem Hemd?

AAH!

Hinten, in der Mitte, dort, wo ich an der Kartonfüllung mit Kraft zerrte und mit einem weiteren Klammer rechnete, war dann doch eine einzige Stecknadel. Erst im Stoff, dann im Finger.

Ich weiss nicht, ob die Pein die Rache des vermutlich grenzenlos beleidigten Adam Smith ist, ein Hinweis meiner verärgerten Grossmutter oder einfach nur der Zorn der Schöpfung, aber ich habe die Nadel aufgehoben und in den roten Samt gesteckt, wo es kaum auffällt, wenn noch ein wenig von dem Blut dran ist, das ich für Lügen gab, die nur Idioten für erstrebenswert halten.

0

36 Lesermeinungen

  1. Drittes Posting. Dritter...
    Drittes Posting. Dritter Volltreffer. Wunderbar beobachtet und bitter wahr. Ich freue mich auf mehr.

  2. Kleine Korrektur:

    Die...
    Kleine Korrektur:
    Die Titanic hat nie auch nur im entferntesten am Kampf um das Blaue Band teilgenommen. Zur Zeit als die Titanic ihre erste und letzte Reise antrat hatte die Mauretania der Cunard Line das Blaue Band mit einer durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 27 Knoten im Besitz.
    Die Titanic konnte 21 maximal 22 Knoten (Sie ist nie mit voller Geschwindikeit gefahren) erreichen. Da sieht man ziemlich deutlich das Sie nicht einmal dran denken brauchte das Blaue Band zu gewinnen.
    Diese Geschichte gehört in das Reich der Legeden… :)

  3. Aus vielen der genannten...
    Aus vielen der genannten Gründe und aus meiner Überzeugung, so viel wie möglich den örtlichen Mittelstand zu unterstützen, gibts bei mir nur noch Maßhemden. Kostet bei gleichem Stoff wie Konfektionsware keinen Cent mehr, ist Lichtjahre besser verarbeitet und passt auch noch so wie es soll.
    Ganz davon abgesehen, ist es ein Luxus für den neureiche Marke(ting)nopfer gar kein Gespür haben.
    …andererseits vergesse ich auch selten etwas zu Hause ;)

  4. Das ist der Unterschied...
    Das ist der Unterschied zwischen Handwerk und industrieller Produktion (die industrielle Produktion setzt sich auch im Diensleistungssektor immer mehr durch – man schafft „Service-Fabriken“). Das Ergebnis entspricht dem o. Beschriebenen. Es werden sicher Kommentare kommen, die auf die Preisunterschiede hinweisen werden. Natürlich ist vieles billiger geworden – meist aber nur „billig“.
    Ohne nostalgisch zu werden: Meine Großmutter hat mir in meiner Schulzeit (ich bin Jahrgang 1950) noch eigenständig Hemden genäht. Damals war das ab und an ein Zankapfel, weil mir die nicht „modisch“ genug waren. Heute hätte ich das gern wieder, aber es gibt niemanden, der mir ein Hemd nähen kann – zumindest nicht in Verwandtschaft und Bekanntschaft. Wie gesagt – es geht nicht um Nostalgie und früher war Alles besser, aber es ist sehr viel verloren gegangen.
    Die Krise, die wir z.Zt. haben, wird ja allenthalben als Chance bezeichnet – schaun wir mal!

  5. Danke, besonders für den...
    Danke, besonders für den Hinweis auf meinen Fehler. ich habe es oben berichtigt.
    Mein Problem mit solchen Dingen ist ihr erkennbar vormodernen, voraufklärerischer Charakter. Diese Klammern und die Anhänger müssen auch produziert und eingesetzt werden. Das bezahlt man auch. Es macht das Produkt nicht billiger, sondern teurer. Im Ende, bei diesem Hemd nach der Wertschöpfungskette, sicher ein paar Euro. Es ist ein Zehnt für den Konsumgötzen, irgendwo hinter der Luxusfassade sitzt jemand in einer türkischen Fabrik und macht den Anhänger hin, der etwas vortäuscht, was in seiner Welt nie sein wir und der Käufer in Form von Verschwendung gut heisst. Ich sehe da keine Moderne. Und auch, wenn es kleinlich sein mag: Der Kampf beginnt an dieser Stelle.

  6. früher war natürlich alles...
    früher war natürlich alles besser!
    dafür haben wir jetzt obama!

  7. Don Alphonso hat einen Knall....
    Don Alphonso hat einen Knall.

  8. Echter Luxus und echter...
    Echter Luxus und echter Fortschritt
    @Sisyphos: Sehen Sie, meine Frau macht noch solche Hemden. Das ist dann echter Luxus auf der Haut (da zieh ich nicht mal ein Unterhemd drunter), und sie ist noch gar nicht so alt, eher jung – nicht meine Haut, meine Frau; ich bin Jahrgang 53, den Jahrgang meiner Frau verrate ich nicht, dann würde ich Sie vielleicht noch mehr ärgern. Und sie hebt auch alle Nadeln auf, aber nur die langen, die kurzen, die heutzutage in den Hemden stecken, wenn sie stecken, taugen für gar nichts. Also ist das ein Fortschritt, solche Nadeln zu ersetzen durch ein zwei Klammern. Das ist so besehen weniger Material – und Arbeitszeitverschleiß. Aber in der Tat, vielleicht findet sich ja da eine Idee für eine spezielle Wertstofftonne, Stahl soll ja teuer sein.

  9. Schlaumeyer hat einen grünen...
    Schlaumeyer hat einen grünen Dackel. Und wenn Sie begründen, warum ich einen Knall habe, führe ich gern die Sache mit ihrem grünen Dackel aus. Und warum der nicht blau ist, wie alle anderen Dackel.

  10. Vielleicht liegt es ja an mir...
    Vielleicht liegt es ja an mir und meiner Bildungsferne. Aber ich sehe in dem Artikel weder einen Sinn, noch fühle ich mich besonders unterhalten. Stecknadeln in Hemdverpackungen… Klar, das wäre ein Thema für den Quatsch-Comedy-Club oder Dirk Bach. Dort erwarte ich aber auch keinen besonderen (Tief)Sinn. Herr Alphonso, das können Sie doch bestimmt besser. Ich drücke Ihnen den Daumen.

  11. ... musste es denn unbedint...
    … musste es denn unbedint ein gestreiftes Hemd mit weissem Kragen (und vermutlich auch weissen Manschetten) sein? Dass tragen doch nur noch Bubis! Nebenbei: Der U-förmige Magnet ist bei uns als Hufeisenmagnet bekannt. Mein Grossonkel, ein Schneidermeister, hatte einen in seiner Werkstatt

  12. Nachdem ich keinen Fernseher...
    Nachdem ich keinen Fernseher habe und das Programm nur aus erzählungen kenne, kann ich dazu wenig sagen. ich glaube aber nicht, dass dort jemand über die Smithsche Reichtumstheorie spricht.
    Es musste. Mal wieder. Erstens musste ich nach Frankfurt, da passt es. Und zweitens habe ich seit der Ausgrabung auf dem Bajuwarenfriedhof von Petting – da gibt es nämlich Bilder – kein gestreiftes Hemd mit weissem Kragen mehr gekauft. Ich fand es irgendwie hübsch retro, und die Alternativen hatten entweder einen hässlichen Stoff, eine schlechte Verarbeitung oder ein Produktionsland, das ich nicht unterstütze.

  13. ein S-SPAZIERENGEFÜHRT,...
    ein S-SPAZIERENGEFÜHRT, Heiliger Theobald,
    das habe ich nun davon, Schusseltiger, unterwegs Schraube verloren. Klak Klak Klak. Tak tak tak.
    Lieber Allonso, verflixt und zugenähter Hemdenkragen, die Füllwortschleifenschachteln, Hectoooooooor, wo??! Klammer auf, Klammer zu und wie oft habe ich ihnen schon gesagt, ich möchte mein Mineralwasser 3° kälter!
    3, nicht 4! Sekunde, ahhh, ja, feiiiiiijn, komm, gib her, gibs dem Frauchen, böses Hundi.
    Also, lieber Spiegel, nein, Alfredo,
    wo waren wir stehengeblieben, jaaaahahaha, dort, an der Ecke… Mittelstrasse Wildschweinimbiss: Meinem Satz fehlte noch ein Wort und ein Buchstabe, um genauer und grüner zu sein – auf keinen Fall blau! Klammer auf Klammer zu:
    „Don Allonso hat Seinen Knall SPAZIERENGEFÜHRT.“
    So ist es richtig! Und streiten Sie es bloß nicht ab, ich habs, wir aheben es – genau gesehen, heute, mittags; mein Grüner hat sogar daran geschnuppert, daher kennen sie ihn ja auch bloß. Don Alfi hat hat einen Knall spazierengeführt und mein Hundli hätte sich beinahe mit BEIDEN angefreundet, OBWOHL der Knall bestimmt nur eine Promenadenmischung ist. Beim Knall wird gespart, aber die Hemden ausbreiten! Und das erstbeste, hatschi, erstklassige Feuilleton verstopfen. Ja, wo kommen wir denn da hin? Doch bestimmt bald in den Bild Blog, oder gleich in die Pfanne?
    Aber vorher muß ich mit dem Magentadackel noch zum Proktologen, er läuft auch schon grün an. Ich glaube, der hat die Schraube verschluckt. Got it? Schraube verschluckt.
    Und mein rosa Mietzy muß jetzt zum Psychiater, auch Ihretwegen, Adolfo! Sie haben sie nicht erwähnt, das verkraftet sie nicht. Dabei sahen sie nicht nur den grünen Dackel, nein, sie sahen und sehen doch vielmehr. Und sie schreiben NOCH vielmehr. Das ist sehr fein und fleißig und erlesen und witzig sogar, aber das Mietzy müssen sie schon erwähnen dabei, sonst geht das Feuilleton zugrunde und die Katzenhalsbandetage bei Hermès auch und sie hätten keine Plattform mehr, zum Kreiseln, nicht? Das wäre ja vielleicht ein Weltuntergang.
    Hectooooor, wo bleiben Sie denn, bringen Sie dem Herrn doch einen Stuhl. Er hat sich so erregt, daß er jetzt wackelt. Gerade begriff er die Bedeutung des Wortes Redundanz und nun ist ihm ganz schwindelig Klammer auf Klammer zu und er schimpfte auch laut, na, wenn das mal nicht hochansteckend wird, zur Epidemie, nein, Hector?Uiii.
    „Mansion-Verschnitt“, schimpfte er, Hector, was kann er nur wollen – bringen sie ihm doch auch einen Calvados und halten sie ihm die Hand, ein wenig. Ja, so ist’s gut, gell, ach Mietzy.
    Ja. Wahrscheinlich möchte er eine Einladung in unsere Jagdgeselllschaft und traut sich nicht so recht zu fragen, in seinem befleckten Hemd, weil er noch keinen Schein hat auch, wie? Aber das müßte ich dann erst mit meinem Mann, besprechen, naturgemäß, was Hundli, was Hector? Der landet ja dann bald. Abendmaschine, richtig.
    Hàllooo, la terre?
    Das ist aber schön, geht es ihnen also besser? Haben sie Luft geholt? Bravo, tapferer Bleistift, kritzelkrakel, Klammer auf. Soll sich ruhig setzen. Klammer zu. Einen Keks? Na sehen Sie, und den Knall, den Schuss, den haben sie nun auch gehört, was? War gar nicht so schlimm. Nur eine kleine Verstopfung. Macht ja nichts. Die Heuschrecken werden es schon nicht riechen. Und wer braucht schon Schwarz auf Papier, doch nicht wir, was, Mietzy, hier wollen wir nicht weitergehen, wie , Grünli, Mietzl, Magenta? Nein, kommt! Pfiff.
    Und ab.

  14. Schönen Tag noch. Kein...
    Schönen Tag noch. Kein Wunder, dass Sie grüne Dackel bevorzugen.

  15. Kleinbürgertum unterm...
    Kleinbürgertum unterm Hemdkragen
    „Produktionsland, das ich nicht unterstütze“. Oh, wenn Sie da nicht auf die Marketingstrategen reingefallen sind? Woher wollen Sie wissen, wo Ihr Hemd produziert worden ist? – Wegen des Preises? Oder glauben Sie gar, was man Ihnen erzählt? „Made in Germany“ ist bestenfalls das Etikett (und vermutlich noch nicht einmal das). Im globalen Kapitalismus gibt es keinen exklusiven Produktionsstandort mehr, es sei denn in second life. Also doch noch etwas Kleinbürgertum unterm Hemdkragen, oder sitzt Ihre Naivität noch tiefer?

  16. Es ist nicht made in Germany....
    Es ist nicht made in Germany. Es ist nur nicht made in ferner Osten wo man mit ziemlicher Sicherheit von unerfreulichen Bedingungen der Produktion ausgehen kann. Es ist made in einem Land, das man als sog. Designermarke nicht zwingend reinschreiben würde, aber doch so, dass ich damit leben kann.
    Das ist nicht kleinbürgerlich. Ich mache mir einfach Gedanken über das, was ich tue. Nur, weil es vielleicht keine eindeutig richtige Antwort gibt, verbietet mir nicht, Fragen zu stellen. Und das fundamentalistische Blabla von wegen, dass in der Globalisierung alles falsch ist, und es kein Richtiges im Falschen gibt – diese Schlacht heben wir uns, würde ich vorschlagen, für den Tag auf, da wir Imariporzellan des 18. Jahrhunderts mit Wedgwood aus Indoniesien vergleichen.
    Demnächst werde ich ohnehin mal was über die Bedeutung von Falten und Knicken in der abendländischen Kunst schreiben – auch da kann man sich dann mal überlegen, wo wir gerade stehen und was man effektiv tun kann. Aber wenn ich hier dazu aufrufe, Stoffe zu kaufen, bei denen der laufende Meter wegen des britischen Pfundes für sagenhaft billige 400 Euro zu haben ist, wird das die Linke auch nicht erfreuen. Selbst wenn die Herstellung recht nah am Traum der kommunistischen Urgesellschaft ist.

  17. Glupperl ?
    Ich kenne ja viele...

    Glupperl ?
    Ich kenne ja viele Ausdrücke, Herr Porcamadonna, aber das…
    ist mir noch nicht untergekommen!
    Warum kann man Nadeln mit einem „gnubbeligen“ (jaja, das Wort ist doch auch exotisch, oder?) Kopf nicht weiterverwenden? Oder waren diese… Gott bewahre! nicht spitz am anderen Ende?
    Die grandiose Übersetzung „schlampigen Überfluss“ habe ich übrigens der werten Mama (meiner, nicht Ihrer!) ihres Zeichens Übersetzerin zukommen lassen – und damit „ihren Tag gemacht“.
    Beste Grüße!
    PS: Wenn die eingetroffen sind, bitte kurz Bescheid geben.

  18. meine güte, wer soll das...
    meine güte, wer soll das alles lesen? ne nadel in die stirn und auf nach bachmanningen..

  19. So sagt man in Bayen. Bei uns...
    So sagt man in Bayen. Bei uns wäre es mit den gewachsenen Mündern schwer, gespitzt Wöscheklummern zu sagen, wie man das im Norden tut. Bei uns sagen die Waschweiber äh Wäschefrauen alle „Hosd a Glubbahl“, wenn sie danach verlangen. Niemand sagt bei uns „Klammern“. Und mir fällt auch immer zuerst Glupperl ein.
    Das ist wie mit dem Nudlwoigler (woigeln – ausrollen). Ich muss immer erst nachdenken, bevor mir „Nudelholz“ einfällt.

  20. Was schnöselt da ein...
    Was schnöselt da ein Schnösel über die Schnösel für die Schnösel…

  21. Konkret zum Thema der nicht...
    Konkret zum Thema der nicht geschätzten Hemdennadeln (ich weiß, sie sind nur ein Symbol für das alles): Meine Mutter ist ausgebildete Weißnäherin – so hieß das damals, wenn man Gebrauchswäsche und nicht Haute Couture nähte – auch ich nähe (habe es von ihr gelernt, Kleider, Hosen, all das) und muss sagen: Die Hemdennadeln, deren Verschwinden oder deren Nichtmehrverwenden du beklagst, taugen nichts. Null, nada. Sie sind kürzer als herkömmliche Stecknadeln und haben elendig kleine Köpfchen. Mit denen ist nicht gut arbeiten, sie greifen kaum Stoff und man sticht sich fürchterlich oft damit. Eine gute Näherin, die auch schnell arbeiten will, tut die weg.
    Handwerkliche Grüße

  22. Als einer, der Musterhemden...
    Als einer, der Musterhemden auftragen muss wie Du, lieber Don, die Barchetta seiner Schwester, kann ich der Kernaussage des Beitrages nicht folgen. Im Grunde vergleichst Du einen haflingerbespannten Leiterwagen, der über Kopfsteinpflaster holpert, mit einer Mondfähre, denn die Textilindustrie hat in den letzten paar Jahrzehnten Quantensprünge hinter sich. Da die Zeit der Domestiten glücklicherweise beendet ist, würdest auch Du lieber selbstgestrickte Rollkragen tragen, als ein echtes Leinenhemd um 1900 zu bügeln. Atmungsaktiv und bügelleicht sind Schlagworte aus der Werbung, die allerdings – wie jegliche Legende – doch einen wahren Kern in sich birgt. Sagen wir, mit ein Hemd der guten Preisklasse ab 150 Euro aufwärts sollte man vom Stoff her mit handgemachten Durchschnitt aus den 1960igern überhaupt nicht mehr vergleichen. Genaue Zahlen habe ich nicht, aber da dürfte sich doch ein kompetenter Mensch innerhalb der FAZ-Redaktion finden: Die deutschen Marken – wobei ich für Wöhrl-Hausmarken nicht garantiere – werden eher in Ungarn, Rumänien und Bulgarien gefertigt denn in Türkei oder dem roten Riesenreich.
    Und mit Nadeln – auwehzwick – habe ich als jemand, der ein bisserl kürzere Arme hat als die Norm, so meine Erfahrungen. Schneiderinnen können anscheinend nicht zählen und vergessen diese mordsgefährlichen Waffen an den unmöglichsten Stellen im Stoff.
    Blog ist im Reader.

  23. Herrlich. Erst der Artikel,...
    Herrlich. Erst der Artikel, dann die Kommentare.
    Ein Schauspiel zu Text.

  24. Nichts ist so wie es...
    Nichts ist so wie es scheint!
    Also lieber Don – ich darf doch Don sagen? -: auch wenn Sie viel (und gut) reden, merke ich doch, wenn Sie sich am Thema vorbeimogeln. „Made in Germany“ habe ich nicht behauptet, sondern nur erwähnt, als möglicher aber vermutlich gar nicht möglicher Produktionsstandort, ansonsten war meine Vermutung/Behauptung, dass Sie gar nicht sicher sein können, wo denn nun das gute Stück produziert worden ist. Allein die Wunschvorstellung, dass das halt nicht „made in ferner Osten“ ist, ist somit eine kleinbürgerliche. Einer etwas anstrengenden Sendung mit dem guten Karl, dem Lagerfeld – ich glaube, es war mit der Maischberger -, habe ich mir gemerkt, dass der Unterschied zwischen den Massenwaren, die definitiv (bis zum letzten Knopf) made in „ferner Osten“ sind, und gewissen Designerstücken, gar oft der Stoff nur ist, der wohl eine exklusive Herkunft haben mag, aber verarbeitet worden sein kann, eben auch in eine der Produktionsstätten des fernen Ostens. Diese Teile werden halt um die halbe Welt geflogen, um dann am Ende hier als – na ja – Designerstück verscherbelt werden zu können. Niemand, außer dem Hersteller (und der oft auch nicht) weiß somit, wo das Stück letztlich produziert (genäht, zusammen-genäht, end-genäht) worden ist. Und damit sind wir nicht bei einer fundamentalistisch-urkommunistischen Kritik, von wegen nichts Gutes im Bösen, sondern bei einer ziemlich neuzeitlich-pragmatischen Erkenntnis, die da lautet: nichts ist so wie es scheint.

  25. Die Textilindustrie ist die...
    Die Textilindustrie ist die klassische erste Industrie der Industrialisierung überhaupt. Es ging damals in Manchester los und ist mittlerweile in Bangladesh. Sie ist in einigen Produktionsschritten kapitalintensiv, aber nicht unbedingt hochtechnisiert und braucht nicht viele gut ausgebildete Leute dafür. Das zusammennähen, die Konfektion, dafür braucht man Leute, die auch unter Sweatshop-Bedingungen arbeiten, man braucht vorher die Bauern, die in Zentralasien die Baumwolle ernten, pestizidverseucht.
    Aber ein alter Sulzer-Webstuhl, den man in Tschechien abmontiert und in Indien wieder aufgebaut hat, läuft nach wie vor rund. Und liefert gewohnte Qualität.
    Es gibt keinen Betrieb nennenswerter Größe in Mitteleuropa mehr, der die komplette Wertschöpfungskette von Spinnerei, Weberei, Ausrüstung, Konfektion in einer Hand hat.
    Ist nicht mehr bezahlbar.
    Der letzte Produktionschritt ist evtl „Made in EU“, die Vorprodukte, also Garne und Stoffe sind von auswärts.

  26. ...und die hummerverspeisende...
    …und die hummerverspeisende Sahra heisst Sahra, und nicht Sarah…

  27. Zu ,,Stützen der...
    Zu ,,Stützen der Gesellschaft“ paßt dieses Hemden-Thema vorzüglich! Denn: sie sind weg gebrochen, umgefallen, es gibt sie nicht mehr. Das deutsche Bürgertum, auch die Chefetagen dieser Zeitung, trägt textilen Sondermüll, nicht mal biologisch vollständig abbaubar, irgendwelche petrochemisch ,,veredelten“ Dinge – und nichts Anderes mehr! Auch der italienische Edelschneider liefert keine Erleichterung. Dort hat man Stoffe, die wohl edelste Rohfasern (Kashmir, feinste Merinoauswahlen…) als textiles Startmaterial enthalten. Aber darauf folgt stets die ,,textile Veredlung“ (auf stets petrochemischer/chemischer Basis), die etwa so sauber ist wie die Kampagnen dieser Zeitung gegen Frau Ypsilanti.
    So gründlich dass die Wolle eben keine wirkliche Wolle mehr ist; vergleichbar den Tomaten, die wir zur Zeit im Supermarkt finden, keine Tomaten sensu strictu, eher die Ideen von Tomaten.
    Das Wirkliche, mein lieber @schusch, wäre sehr wohl bezahlbar, wenn man denn ein anderes Geschäftsmodell hätte. Das Hauptproblem, das diesen Zustand generiert hat, ist nämlich die Tatsache, dass o.g. Stützen nicht mehr da sind, also ein kultiviertes, informiertes, kritisches Publikum, das als Feedback für die Qualitätskontrolle auf dem Markt sorgt, mit der das teure Geld für das Produkt eben nicht in den Handel, sondern an den Produzenten zur stetigen Steigerung der Qualität des Produktes geht. Wenn ein Baumwollhemd, in Indien für 5 € hergestellt, hier 70-90 € bei einer ,,Marke“ kostet, ist das nicht der Fall.
    Kashmir und feinste Merinogarne könnte man, wenn man denn wollte, ohne Petrochemie und Freunden behandeln, auch Baumwolle, sogar mit Naturfarben. Das aber gibt dieser Markt nicht her. Höchstens, indem man dem Edelschneider selber beschafften Stoff gibt, gegen weiteren Aufpreis natürlich.
    Oder man kleidet sich second hand. Ein BW-Hemd aus den Sechzigern, aus ägyptischer Khaki-Baumwolle, einem Garn, das man heute gar nicht mehr bekommen kann, weil die entsprechenden Spinnmaschinentypen nicht mehr in Gebrauch sind…
    Das Alles liegt am Fehlen der kritischen informierten Nachfrage, der Stütze, die diesen Markt tragen müßte. Am drastischsten ist es wohl bei dem früheren Höhepunkt inspirierter manueller skills: den ,,naturgefärbten“ Orientteppichen (die Anführungszeichen beziehen sich auf den heutigen Zustand; hier wird keine Petrochemie verwendet, sondern die uns näherstehende Schwefelchemie beim sog. Antikwaschen). Aber unsere rezente Oberbekleidung ist nur sehr verhalten besser: da tragen wir textilen Sondermüll als unsere Illusion von Lebensstandard. So wie wir ja zur Zeit auch nicht wirklich Tomaten haben…

  28. Charmant und trefflich. Gern...
    Charmant und trefflich. Gern gelesen. Danke!

  29. Interessant und zugleich sehr...
    Interessant und zugleich sehr unterhaltsam. Ich hoffe auf viele weitere Beiträge!

  30. Gelegentlich, ich werde...
    Gelegentlich, ich werde demnächst mal über Stoffe bloggen. Und warum manche, als Bonzen verachtete Zeitgenossen mit angnehmem Einkommen bis zu 400 Euro (oder 700 britische Peso) für einen Meter ausgeben.
    Vielen Dank für das Lob, gern zu Diensten.

  31. Gelegentlich, ich werde...
    Gelegentlich, ich werde demnächst mal über Stoffe bloggen. Und warum manche, als Bonzen verachtete Zeitgenossen mit angnehmem Einkommen bis zu 400 Euro (oder 700 britische Peso) für einen Meter ausgeben.
    Vielen Dank für das Lob, gern zu Diensten.

  32. warum muss es ein...
    warum muss es ein edelschneider sein, tut es nicht auch die junge frau ein paar strassen weiter, die sich aus liebe zu stoffen und individuellem moededesign in eine schneiderlehre begeben hat und nun versucht, in einem eigenen kleinen atelier ihr auskommen zu finden…..

  33. Don Alphonso,
    Zunaechst...

    Don Alphonso,
    Zunaechst einmal, ein Genleman mag bluten, Schmerz verspuert er nicht. Grosse Geister leiden naemlich still.
    Tja sehen Sie, dem mit den vergessenen Sachen laesst sich leicht vorbeugen wenn man seinen Butler den Koffer packen laesst. Der vergisst nichts und packt auch viel schooner. Und ueberhaupt, wer geht denn noch selbst shoppen? Wie vulgaer. Koennen Sie sich denn bei Ihrer Position keinen persoenlichen shopper leisten?
    Ich weies gar nicht mehr wie enikaufen geht, koennte es auch gar nicht da in Britannien Angehoerige des Hochadels gar kein Bargeld bei sich trage duerfen um nicht versehentlich der ordinaeren Taetigkeit des Bezahlens nachzukommen.
    Der Flieger zu spaet? Na da haetten Sie mal lieber frueh genug in einen Privathelikopter investiert. (Damit wuerde ich beginnen, denn gute Helikopter sind derzeit schwieriger zu bekommen als Piloten, die bekommen Sie ueber jede gute Hauspersonalvermittlung).
    Uebrigens wuerde ich nie ein Hemd von der Stange kaufen. Ich koennte ja meinem Schneider nicht mehr unter die Augen treten! “Casula Luxury”, “Valentino”, “Ralph Lauren” – Grundguetiger! Muessen Sie den mit dem Mittelstand mithalten? Ein Mann wie Sie sollte doch seine Eigenmarke haben, die kreiert Ihnen jeder Herrenschneider auf der Saville Row ohne Aufpreis und was kann luxuriouser sein als der dezente Einnaeher im Sakko der darauf hinweist dass dieser Anzug / diese Hemd fuer Don Alphonso angefertigt wurde?
    Das erledigt dann auch gleich die Gewissensfrage nach Herstellung durch Kinderarbeit oder Moerderregime.
    Ich kann mich uebrigens auch noch daran erinnern dass eine unserer Zofen naehen konnte. Das war so um 1962, wir waren also auch ganz autark und konnten uns voelig selbstversorgen: Der Koch baute im Kuechengarten Gemuese an, der Wildhueter kuemmerte sich um die Jadg und um die Tierhaltung, die Zofen konnten naehen und den Rest erledigte Rotherhide, unser Butler. Also wenn wir da nicht der Zeit voraus waren in Sachen Food-Miles und Nachhaltigkeit!

  34. Kopfgeburt: Der Kauf den eines...
    Kopfgeburt: Der Kauf den eines Hemds, das man nicht wollte mit dem eigenen Blut zu bezahlen birgt so viel Zynsimus, das es fast ironisch erscheinen mag. Da wird sich zum Einen über die Anderen beklagt, aber zum Anderen gehört man anscheinend ebenso zu diesen Einen. Man verachtet eine Lebensweise, schließt sich dieser aber implizit durch seine Handlung an. Daher: Birgt ein Hemd an sich schon Individualität oder entwickelt sich seine Bedeutung erst durch die Abgrenzung bzw. Identifikation mit Anderen.

  35. Ich hab früher definitiv zur...
    Ich hab früher definitiv zur Kaste der überheblichen Geschäftsvielflieger gehört, die – wie oben herrlich geschildert – „dienstlich“ zum Konsum gezwungen werden. Das sicher beeindruckendste Erlebnis dieser Art hatte ich im Jahr 2004, als ich nach einer durchgearbeiteten Nacht (wie so eine im Investmentbanking aussehen kann: http://exbanker.blogger.de/stories/1345357/) meinen Wecker nicht hörte, und mich in Paris erst 45 Minuten vor Abflug auf den Weg zum Flughafen machte. In T-Shirt, Jeans und barfuß. Das telefonische Einchecken per Senator-Hotline war noch das kleinste Problem. Weil wir gerade die Luftlinie, mit der ich flog, investmentbankerisch berieten, konnte auch ein Airline Angestellter überredet werden, mit meiner Boarding Karte „stellvertretend“ zu boarden bzw diesen Vorgang zumindest in den Computer einzuspeisen. Damit war ich auf der Passagierliste und der Flieger wartete tatsächlich, bis ich mit Shuttle aufs Rollfeld gefahren wurde. Die erstaunt erbosten Blicke der zwangsverspäteten Passagiere, als ich mich barfuß auf meinen Platz setzte, gingen auch an mir vorbei. Ich machte mir nur Gedanken darüber, wo ich am Moskauer Flughafen mich so schnell einkleiden können würde, um es noch rechtzeitig zum 5Uhr Meeting in die Stadt zu schaffen. Auch diese Herausforderung wurde gemeistert. Soweit ist die Geschichte noch nicht wirklich beeindruckend. Wirklich beeindruckt aber bin ich im Nachhinein davon, daß ich wirklich stolz darauf war, ich meine richtig richtig stolz und froh, daß meine Wichtigkeit es für meinen Arbeitgeber rechtfertigte, für zwei Stunden Extraschlaf ungefähr 4000 Euro auszugeben.

  36. Sehr schön.... wurden Sie...
    Sehr schön…. wurden Sie zufällig von der Motette Quam Pulchra es von Carlo Filago inspiriert?? …. dann freue ich mich sehr weil die CD habe ich mit meinem Ensemble aufgenommen.
    Cordiali saluti!!
    Ercole Nisini

Kommentare sind deaktiviert.