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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das jüdische Vermächtnis des Tegernsees

| 36 Lesermeinungen

Der Bayer als ein solcher vollendet das irdische Dasein, wenn es ertragreich war, gern an einem See im Münchner Süden. Auch am Starnberger See und am Kochelsee leben Mitglieder der besseren Gesellschaft, aber allein der Tegernsee hat es zum Spitznamen "Lago di Bonzo" gebracht - und das schon während des Nazireiches, als hier Herrschaften wie Himmler wohnten und andere Herrschaften wie Röhm in der Nacht der langen Messer über eben jene sprangen. Dafür kann der See nichts, und so schrieb Thomas Mann hier, August Macke malte, Ludwig Ehrhard besass einen Bungalow, und auch ich habe hier eine kleine Wohnung mit Bergblick. Und Einblick in das Wesen der Bewohner und ih ihre Geldkoffer.

„Erlauben Sie mir zu versichern, dass ich mich für ein vom Glück sehr begünstigtes Mädchen halte. Ich bin durch und durch glücklich und amüsiere mich köstlich.“

Lucy Honeychurch in E. M. Forsters „Zimmer mit Aussicht“

Servus!

Bild zu: Das jüdische Vermächtnis des Tegernsees

Sagt man bei uns auf dem Berg. Oder Griassdi. Oder Griass God. Glücklicherweise haben wir hier auch Berge, auf denen das absolut nicht lächerlich oder nach Art des Kommödienstadls klingt. Hier am Tegernsee. Da, wo ich wohne. Und dort, wo man wohnt.

Der Tegernsee liegt am Rande der Alpen; von Norden reist man über die Münchner Schotterebene leicht aufsteigend an, und entlang der Ufer erreichen die Berge schnell Höhen von weit über 1000 Meter. Am Südende steht der Wallberg, und dort stehe auch ich. Im Sonnenuntergang. Es ist nicht ganz hässlich, hier oben. Unten ist es auch nicht schlecht, wenn man bereit ist, für eine Wohnung in etwa so viel wie für eine sehr gute Münchner oder extrem gute Frankfurter Innenstadtlage zu zahlen. Dafür ist man in einem gigantischen Westviertel und in ein paar Minuten an einem grandiosen See, in dem die Wasserleichen sehr gepflegt aufgefunden werden, oder in den Bergen, von wo aus man in kürzester Zeit vorzügliche Kliniken erreicht, wenn man mit dem Rodel als fliegende Baumschere in einen Abgrund jagt. Ausserdem gibt es famose Friedhöfe mit reaktionären Dichtern, Nazigenerälen und einem Bundeskanzler. Und selbst die Erbtante, die nicht mehr auf den Schlitten passt, kann sich durch die besten Cafes schmausen, bis das Fettabsaugen und Liften der hiesigen Schöheitsspezialisten vom letzten aller Ärzte nach bewährter Sensenart kuriert wird, die verantwortlich für unsere Gesellschaft der reichen Erben ist.

Ich könnte tagelang über diese meine Heimat dergleichen Freundlichkeiten sagen, aber wirklich grossartig ist die Lage am Rande der Republik: Um etwa meinen verbeulten Sportwagen von Berliner Idioten am Alexanderplatz anzünden zu lassen, müsste ich 640 Kilometer fahren; um den gleichen Wagen im Parkverbot des Campo in Siena abschleppen zu lassen, sind drei Kilometer weniger notwendig. 440 hässliche Autobahnkilometer durcheile ich zum Verlagshaus der FAZ, 308 grandiose Kilometer dagegen fliegen auf dem Weg nach Riva del Garda vorbei. Am Tegernsee hat man den banaleren Teil dieses Landes hinter sich. Nur die hiesige Staatspartei lauert noch in Wildbad Kreuth, aber die hat bei der letzten Wahl schon einen Vorgeschmack auf ein politisches Schicksal bekommen, das einen gewissen Herrn Schalck-Golodkowski an die Ufer dieses wunderbaren Sees gespült hat.

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Wie schon gesagt, ich könnte tagelang erzählen, aber ich denke, ich erkläre den See, seine Fremdheit und seine allgemeine Gültigkeit für uns alle nicht im Grossen, sondern im Kleinen an seiner sehr spezifischen Umsetzung eines jüdischen Vermächtnisses. Den Juden nämlich ist eine Erziehungsmethode zu verdanken, die für hiesige Verhältnisse erheblich modernisiert wurde: Am sogenannten Wochenfest Schawuot, das an die Übergabe der zehn Gebote an Moses auf dem Berge Sinai und damit an die Gründung der jüdischen Religionslehre erinnert, werden im Judentum traditionell die Kinder eingeschult. Um diesen wie überall auf der Welt heiklen Vorgang zu erleichtern und das Lernen kindgerecht zu gestalten, werden die ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets, das es zu erlernen gilt, als Honigkuchen verschenkt oder mit Honig auf eine Tafel gemalt, und die Kinder lecken sie ab. Damit soll ihnen die Süsse der Heiligen Texte und der Schrift, die im Judentum eine hohe Bedeutung hat, nahegebracht werden. Es kann nicht ganz erfolglos gewesen sein, denn die Juden gelten gemeinhin als das Volk der Bücher.

Meine Grossmutter jedoch war nicht ganz so feinsinnig. In den Zeiten des späten Wirtschaftswunders bekamen wir Kinder von ihr in einem quietschroten Netz sogenannte Golddukaten – Münzen aus goldenem Staniolpapier und Schokoladenfüllung. Ziemlich viel davon. Ehrlich gesagt habe ich mich daran als Kind so überfressen, dass ich von da an den Sinn der Sparsamkeit erkannte. Ich weiss nicht, ob es so wirklich beabsichtigt war, aber im Kern sind solche abgewandelten Ansätze gar nicht schlecht, wenn es um Tugenden wie Haushalten und das Bewusstsein für Werte ging – für 5 ungeliebte Dukaten, wenn ich mich recht erinnere, gab es im Kindergarten einen Schlumpf.

Das Gefühl für Geld dürfte sich bei den nachfolgenden Generation jedoch drastisch ändern, wenn die Altvorderen ein wirklich feines, alteingesessenes Café mit Kronleuchtern und dunkler Holzvertäfelung im Ort Tegernsee besuchen. In diesem Café, direkt an der Strasse der Steuerzieher, der Route von München über den Achenpass ins abgabenfreundliche Kleinwalsertal gelegen, und fern der allzu bekannten Wege mit den respektlosen Nachstellungen dreister Behörden, gibt es als Mitbringsel für die Kleinen das hier:

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Geldkoffer, prall gefüllt mit dicken Schokoladenbündeln. Man fragt sich, wie der erzieherische Effekt auf Kinder ausfällt. Versuchen sie, sich in der Privatschule bessere Noten zu erkaufen, als sie ohnehin schon fast garantiert werden? Spielen sie damit Szenen aus dem VW-Betriebsrat nach? Üben sie für den späteren Beruf als hessischer CDU-Schatzmeister? Nehmen sie den Koffer mit, wenn sie auf den Ledersitzen in Papis Limousine am schönen Achensee vorbei nach Österreich fahren, und gewöhnen sie sich damit schon mal an die Vorzüge Schweizer Konten? Und werden sie später, wenn sie als Lobbyist den Koffer bei Politikern über deren Freundlichkeiten und das Meucheln weniger genehmer Parteifreunde vergessen, sich bei diesem Versehen an die Süsse der Kindheit erinnern?

Auf den ersten Blick mag man glauben, dass dieser See und seine Bewohner der besseren Gesellschaft, die sich lautstark über die Probleme der Anlage KAP der Steuererklärung beschweren, weit weg sind von dem, was andernorts das Leben unter weitaus weniger erfreulichen Umständen ausmacht. Es ist, um es kurz zu sagen, eine Region, in der Kindern von früh auf vermittelt wird, dass das natürliche Vorkommen von Geld in Koffern ist, wo es in Bündeln lebt. Sehr fremd, wird man sagen, dort die Tegernseer, hier der Rest. Ich aber denke, auch wenn der Tegernsee ein Ort ist, dessen zynisches Motto in der Krise lauten könnte: Wohnen, wo sich andere den Urlaub bald nicht mehr leisten können – es ist immer noch ein gemeinsames Land, in dem wir leben, unter Abtrennung gewisser Regionen zu unser aller Wohl, natürlich. Und wir alle haben etwas vom Tegernsee. Ich habe die Berge, das Wasser und die wirklich sagenhafte, silbrige Luft, was meine Lebenserwartung deutlich erhöht (soviel dann auch zur Theorie, im Tod wären alle gleich). Und Sie, werte Leser, haben Eliten, die wie unschuldige Kinder vom Tegernsee mit Geldkoffern spielen, sie verdanken diesen harmlosen Angelegenheiten solche Interviews mit einem beleidigten Steuerstraftäter, und einen Ministerpräsidenten, dessen jüdische Vermächtnisse noch etwas verfälschter waren als das, was den Kindern hier an ursprünglich jüdischen Erziehungsmassnahmen zugemutet wird.

Der Tegernsee also ist ein sehr spezieller Ort, mit sehr allgemeinen Lehren und Folgen. Mir ist durchaus bewusst, dass man die Auswirkungen nicht mögen muss. Aber ich denke, Sie sollten Ihre Zustimmung, die Kritik oder den Volksaufstand wenigstens fundiert begründen können, ohne sich dem Ärger eines Immobilienerwerbs am See aussetzen zu müssen. Ich werde Sie deshalb in der nächsten Zeit etwas herumführen, und es wird auch ohne Geldkoffer Ihr Schaden nicht sein.

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36 Lesermeinungen

  1. "Das Geld vergnügt und quält...
    „Das Geld vergnügt und quält alle“ (Jüdisches Sprichwort)

  2. Ich muss jedenfalls nicht in...
    Ich muss jedenfalls nicht in die Halacha schauen, un zu wissen, dass Schwarzgeld im Gegensatz zu Steuern nicht koscher sind.

  3. Also ich werde zur Einschulung...
    Also ich werde zur Einschulung meiner Kinder diesen Blogbeitrag auf den Bildschirm holen, denselben mit Honig einschmieren und ihn dann von meinen Kindern abschlecken lassen auf dass sie sich die heiligen Worte für ihr Leben einprägen mögen. Bin zwar kein Jude, aber andere Religionen haben auch ein Recht auf Erkenntnis.
    Was mich übrigens in dem Interview mit dem Zumwinkel am meisten ärgert ist der Satz: „Ich habe aus einem Unternehmen, das mehr als eine Milliarde Euro Verlust machte, Werte in zweistelliger Milliardenhöhe geschaffen.“ Ja, so sind sie. Sie glauben, alles Gute und Tolle auf dieser Welt käme direkt von ihnen. Und ihre Mitarbeiter, die haben natürlich gar nichts geschaffen.
    Irgendwo habe ich mal für diese Art von Selbstbetrug den Begriff „Pseudologia Fantastica“ gelesen: Die Kunst, an die eigenen Lügen zu glauben, die man erzählt. Diese Persönlichkeitsstruktur ist wohl sehr verbreitet in den besseren Kreisen.

  4. <p>Ich kenne ja ein paar...
    Ich kenne ja ein paar aufgeflogene Steuerhinterzieher persönlich, und die haben sich danach immer sehr, sehr klein gemacht. Ich finde Drohungen gegen Herrn Zumwinkel wegen seiner Taten für übertrieben und nicht angemessen, aber nach diesem Interview verspüre ich durchaus eine gewisse Lust, ihm eine weitere Gestaltung seines millionensüssen Lebensabends zu wünschen, die vom Wort „Bewährungsauflagen nicht eingehalten“ geprägt ist. Besonders, weil dieses Interview vermutlich von seinem PR-Mann abgenickt wurde. Wer sowas tut, ist sicher nicht frei von anderen Taten, die man nur bedingt als klug bezeichnen möchte.

  5. Dieser Blog verdirbt einem die...
    Dieser Blog verdirbt einem die Lust an all den bunten Kommentaren und Expertenmeinungen zum Leben der Reichen und Schönen… denn er führt einen so authentisch und pointiert in diese Welt ein, dazu eine Prise Sarkasmus – und man wünscht sich Stützen der Gesellschaft im Friseursalon.

  6. Ach, ich verstehe den...
    Ach, ich verstehe den Zusammenhang nicht.
    Was ist jetzt das jüdische Vermächtnis – Schokoladengeld? Steuerhinterziehung?
    Wenn ich nicht schon bekannt wäre mit Ihren Beiträgen würde ich Böses vermuten. So bin ich nur ratlos.

  7. Ach, diese Welt... diese Welt...
    Ach, diese Welt… diese Welt langweilt sich dem Tode entgegen, deshalb wird auch noch nicht nach meiner Enthauptung gerufen. Diese Welt, wie ich erfahren durfte, lächelt über meine Texte und ist ganz froh um etwas Unterhaltung. Und all die bunten Kommentare und Expertenmeinungen kommen ohnehin nicht dorthin, wo ich bin. Das „reich“ der Medien ist die Armut von Idioten, die glauben, sich vor den Medien als reich präsentieren zu müssen. Gerade bei Herrn Zumwinkel sieht man, was passiert, wenn sie dann doch mal den schweren Gang in die Öffentlichkeit antreten müssen.

  8. <p>Emh, es geht um die Frage,...
    Emh, es geht um die Frage, wie man Kinder konditioniert, und was man ihnen als gut und begehrenswert verkauft. Ich zum Beispiel habe von Kindheit an panische Angst vor Spritzen und meide deshalb die Ärzte. Andererseits haben mich meine Eltern in früher Jugend auf Berge hochgeschleift und oben bepicnict. Das mache ich noch immer gerne, und denke dabei auch ein wenig sehnsuchtsvoll an früher. Das kann man mit allem machen: Büchern, Geldkoffern, öffentliche Demütigungen auf dem Markt… letztere haben ihren Charakter des Spektakels vielleicht auch deshalb über Jahrhunderte bewahrt, weil man Menschen dabei nicht nur demütigen, sondern daneben auch noch Lebkuchen kaufen konnte. Und wenn Sie einem Kind billige Schokolade geben, während Sie Abartigkeiten des modernen Privatfernsehens laufen lassen, endet es vielleicht auch als fetter Psychopath mal in einem Camp. Und findet das richtig.
    So gesehen ist die Anleitung zur Steuerhinterziehung fast noch sozialverträglich.

  9. "Diese Welt, wie ich erfahren...
    „Diese Welt, wie ich erfahren durfte, lächelt über meine Texte und ist ganz froh um etwas Unterhaltung.“ – Im Gegenteil, sie ist dankbar für die Texte – nicht nur der Unterhaltung wegen.

  10. <b>Steuern kosher?</b> [Don...
    Steuern kosher? [Don Alphonso, 28. Januar 2009, 10:41] Das könnte doch maximal dann gelten, wenn diese im Bereich eines einstelligen Prozentbereiches des Einkommens blieben. In dem Moment aber, wo Steuern den Zehnten übersteigen, stellt sich der Staat — zumindest was die Güterverteilung angeht, aber dies hat ja einigen Symbolwert — über Gott und wird damit selbst zum Götzen. Götzendienst aber kann nicht kosher sein.
    Über die theoretisch-theologische Schlüssigkeit dieser Überlegung hinaus ist diese auch praktisch verifizierbar. Denn die absurde Staatsquote, die nicht nur die Zehn-Prozent-Marke, sondern gar die Fünfzig-Prozent-Marke weit hinter sich gelassen hat und mittlerweile auf den Vollsozialismus zusteuert, hat bereits dazu geführt, daß der Bürger in Not nicht mehr Hilfe von Gott erwartet, sondern vom Staat.

  11. Nun, gerade die Steuerlast in...
    Nun, gerade die Steuerlast in Israel, die bekanntlich auch von den Ultraorthodoxen abgenickt wird, fängt bei 10% an und geht bis zu 47%, und dann kommt noch massenhaft anderes dazu. Was man so hört, ist gerade die Staatsquote einer der Gründe, die manchen davon abhalten, nach Israel zu gehen.
    Aber warum sollte der Bürger auch anders reagieren als die Bürger der Familie Schäffler, der Zumwinkel mit seinem Millioneneinkommen, das im Aufsichtsrat bewilkligt wurde, und so viele von deutschen Bürgern gehaltene Banken?

  12. Don Alphonso, aha, danke für...
    Don Alphonso, aha, danke für die Erklärung.
    Ja so machts Sinn, auch die Gegenüberstellung von „Bildung lieben lernen“ zu „Geld lieben lernen“ durch unterschiedliche Süssigkeiten.
    Andererseits sind Sie ja ein Gegenbeispiel, hat doch Ihre Grossmutter (die, wie wir alle wissen, für gewöhnlich recht hat) versucht Ihnen die Liebe zum Geld nahezubringen, trotzdem geben Sie Ihr Geld für Bücher aus.
    (Zugegebenrmassen ist ein ordentliches Buch wohl bald auch ein sicherere Anlage als Geld o.ä.)

  13. (mir fällt gerade ein: Es...
    (mir fällt gerade ein: Es gibt auch von Voltaire eine kleine Geschichte, in der ein fiktiver Bauer vorrechnet, was der sog. Zehnte in Realität für ihn bedeutet, wenn man die Folgekosten und Zusatzforderungen des XVIII. Jahrhunderts mit einbezieht. Danach kann man sich über die Staatsquote in unseren Zeiten nicht mehr beklagen, zumal, wenn man ehrlich ist, die Kunst der Steuervermeidung in unserer Zeit sehr ausgeprägt ist und selbst die Reichsten besser schützt, als es jede Bestechung eines Steuerpächters je vermocht hätte)

  14. Eine Regel gilt, auch im web:...
    Eine Regel gilt, auch im web: Langschreiber sind Langweiler.

  15. Nur unwesentlich weniger...
    Nur unwesentlich weniger ärgerlich als das Zumwinkel-Interview war seinerzeit übrigens die journalistische Begleitung des Falls durch die Wirtschaftsredaktion der FAZ, zumindest in den Anfangstagen. Aus mir unerfindlichen Gründen wurde da von verschiedenen Personen unter einem vorgeschützten „in dubio pro reo“ für Herrn Zumwinkel Partei ergriffen. Ist das eigentlich sonst niemandem aufgefallen?

  16. Mein lieber Donald, das ist...
    Mein lieber Donald, das ist das Credo der Generation Twitter – andere dagegen tendieren dazu, mit Verallgemeinerungen so lang wie das Hirn, wie man bei uns in Bayern sagt, vorsichtig zu sein.

  17. Servus, Don!
    Ich werde, anders...

    Servus, Don!
    Ich werde, anders als in längst entschwundenen dotcomtod.com-Zeiten, die für eine Weile höchst erfrischend waren, nicht „du“ sagen, sondern auf der „Siezgelegenheit“ (Annett Louisian) Platz nehmen. Es ist interessant, Sie wieder zu lesen — und, mit Verlaub, unterhaltsamer als weiland „Liquide“, das subskribiert und autorensigniert in einem Bücherregal steht. (Abweichende Meinung: Mein jungfräuliches Töchterchen las es jüngst, wähnte sich anschließend virtuell entjungfert und fand es gut.) Beklagenswert allerdings, immer noch a wengerl, ist Ihr orthographischer Umgang mit s, ss und ß; sed minima non curat praetor.
    Mit herzlichen Grüßen und gewohnt knorrigen guten Wünschen … bis denne!

  18. Lieber Donald,
    nur wer es kurz...

    Lieber Donald,
    nur wer es kurz sagen kann hat es verstanden? Diese Sprüche hab ich sowas von dicke. Da kommt dann so ein aufs Prinzip reduzierter Unsinn dabei heraus wie: Fliegen = Bernoulli. Wer verkürzt, vertieft nicht, vertseckt sein Halbwissen hinter irreführenden Schlagzeilen und leistet seinen persönlichen Beitrag dazu, der globalen Volksverdummung bis in höchste Reihen Vorschub zu verschaffen.
    Ich fürchte, nur lieber Don Alphosno, in diesem Fall müssen wir uns denn doch Donald´s Forderung beugen. Kurz und knapp also die bittere Wahrheit unseres Lebens: „Geld allein macht glücklich“. Keine Droge dröhnt besser. Hätte meine Mama mir das doch bloß schon als Kind vermittelt. Ich wäre nicht göttlichen Idealen nachgerannt sondern den schönen bunten Scheinen. So bliebe mir heute der höllische Neid auf den Tegernseer Geldadel erspart.

  19. ...Campo in Senia? Siena!...
    …Campo in Senia? Siena! Mensch!

  20. (ich kann gar nicht sagen, wie...
    (ich kann gar nicht sagen, wie peinlich mir das ist)

  21. Li Monade, prinzipiell ist es...
    Li Monade, prinzipiell ist es ja nicht schlecht, wenn tatsächlich erst mal die Unschuldsvermutung gilt – nur würde man sich im Falle der Verurteilung oder der offensichtlichen Schuld dann wirklich eine deutliche Reaktion wünschen. Es ist wohl so, dass Herr Zumwinkel vor allem durch Verjährung vor dem Gefängnis gerettet wurde, und das hinterlässt mehr als nur einen schlechten Beigeschmack, wenn man das Interview liest. In meinen Augen ist es eine Selbsthinrichtung, wenn er auf die Tugenden seines Vaters verweist. Das tut man nicht.
    Allerdings wirklich hart war eine Klickstrecke bei der FTD mit den schönsten Orten für Steuerhinterziehung. Zusammen mit einigen Kommentatoren durch viele Medien, die eine Straftat als Notwehr gegen den Staat verkaufen, frage ich mich dann schon, wo wir eigentlich sind, und ob ein Staat mit weitaus mehr Mitteln nicht die logische Konsequenz wäre, solchen Bübchen ihre Spässchen auszutreiben.

  22. Wie schön, die...
    Wie schön, die FTD-Klickstrecke kannte ich noch gar nicht! Ich bin natürlich auch für die Unschuldsvermutung, im konkreten Fall war es aber wirklich ein ganz übles Feigenblatt. Toller Blog, übrigens.

  23. lieber don alphonso,
    sie...

    lieber don alphonso,
    sie habens also ohne „baumschere“ wieder ins tal geschafft.
    ich hatte gleich den geldkoffer besonders im blick.
    auch hier gibt es berge und manchmal schnee.
    und eine realschule und ein gymnasium,die sich an einem“planspiel börse“ beteiligt haben( ausgelobt von der sparkasse h.): aufgabe für die schüler war es, virtuelle 50.000 euro so zu deponieren(?), dass,es sich in wenigen wochen max. vermehrt.
    die schulen haben 1000 und 2000 euro gewonnen; das geld soll für den wirtschaftsunterricht verwendet werden.
    was gut und begehrenswert erscheint,wird also nicht nur von den eltern an die kinder verkauft.
    gruß
    frauholle

  24. Da schau her: Es gibt noch...
    Da schau her: Es gibt noch Menschen, die sich an Schalck-Golodkowski erinnern und wissen wo er „untergetaucht“ ist. Und ich dachte immer, ein kluger Kopf hinter der FAZ sei die Ausnahme.
    Der olle Goethe war übrigens strikt gegen den inflationären Gebrauch des Kommas. Aber ansonsten: Kann man nicht meckern. Boudieu hätte seine helle Freude. Weiter so!
    Ein Blockbewohner aus Ostberlin

  25. Unglaublich, jetzt hat es Don...
    Unglaublich, jetzt hat es Don doch tatsächlich geschafft, dass man bei der F.A.Z. nicht seine halbe Privatssphäre offenlegen und noch dazu sich jedes Mal einem nerventötenden Einlog-Prozess unterziehen muss, nur um ein Kommentar loszuwerden. Der Obama des Online-Journalismus.

  26. Das ist eine ganz simple,...
    Das ist eine ganz simple, wählbare Voreinstellung. Wie das gehandhabt wird, liegt an den einzelnen Bloggern.

  27. ...und nur nicht "kürzer...
    …und nur nicht „kürzer fassen“. Mal ein paar längere Sätze lesen zu dürfen, ist doch ein ähnlicher Genuß wie Rodeln und guter Kuchen ;-)

  28. Über den Achenpass ins...
    Über den Achenpass ins Kleinwalsertal? Schonmal eine Karte der Region gesehen?

  29. <p>Pardon, was ich damit...
    Pardon, was ich damit konkret meinte: Nach Tirol/Vorarlberg, und dann von den dortigen Banken aus in die beliebten und auf solche Dinge und deren Verwaltung spezialisierten Zweighäuser im Kleinwalsertal und Jungholz überweisen. Die Übergänge aus Deutschland werden ja durchaus von den Behörden beäugt. Näheres demnächst mal, wenn ich mit meinem Anwalt gesprochen habe. ;-)

  30. Schwarzgeld. Endlich das...
    Schwarzgeld. Endlich das zweitwichtigste Thema nach den Tischsitten. Wen kümmern die Tischsitten, wenn man sich ohne Schwarzgeld keine gesitteten Freunde leisten könnte. Allerdings gibt es uns ja sowieso bald nicht mehr w/virtueller Entjungferung.

  31. Cropper, Sie haben ja keine...
    Cropper, Sie haben ja keine Ahnung. Wirklich: Schwarzgeld taucht traditionell erst beim Erbfall auf, wenn überhaupt. Und natürlich ist es legitim, Menschen ohne Sitten nicht einzuladen. Etwa, wenn sie nur kommen, um sich zu übergeben. Ich hoffe da auf Ihr Verständnis.

  32. <p>Was nun das Lob der Länge...
    Was nun das Lob der Länge und die Forderung nach Kürze angeht: Man sehe mir das nach, aber das Internet ist voller kurzer Texte. Es gibt hier draussen kein Bemühen um Länge. Länge ist eine bedrohte Art, weil sie nicht mehrheitstauglich ist. Aber weil auch die Minderheit ein Recht auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse hat, möchte ich weiterhin lange Texte und Sätze mit mehr als 50 Wörtern schreiben. Und sogar ab und an dem Dativ die Ehre geben. Wem es zu lang ist: Ich gebe mir Mühe, vielleicht sollte man sich auch beim Lesen Mühe geben.
    Die Kurzfassung „Geld allein macht glücklich“ würde ich übrigens so nicht unterschreiben wollen.Vor 500 Jahren waren die Lebensbedingungen erbärmlich, und trotzdem war die Welt kein Jammertal. Geld kann helfen, ist aber alles andere als eine Garantie, da muss man nur mal mit den Eltern meiner Freunde reden, die gerade hohe Summen an allen Fronten verlieren. Die haben noch immer genug für das ganze Leben, und schlafen trotzdem extrem schlecht. Und selbst im besten Fall bedeutet Vermögen immer noch Verantwortung, solange man es nicht über einen Schweizer Schwarzgeldsammler in einen Hedgefonds steckt.

  33. Soso, Don Alphonso, Sie sind...
    Soso, Don Alphonso, Sie sind also stolz auf den vermeintlich elitaeren Tegernsee, wo man sich bald keinen Urlaub mehr leisten kann. Mein lieber Freund, ich will ja nicht die Luft aus Ihrer Stolzgeschwellten Brust lassen, aber fuer uns Arrivierten ist der Tegernsee bestenfalls eine nette Haltestelle auf der Butterfahr der Neureichen.
    Wenn Sie denken der Tegernesse sei elitaer und teuer, dann duerfen Sie mich herzlich gerne einmal in London besuchen. Beim afternoon Tee im Ritz (wenn man Sie denn einlaesst) muessen Sie schon mehr als Schoko-Euros mitbringen, um sich die Tasse Tee zu £ 85 munden zu lassen, Schulgeld fuer standesgemaesse Institutionen wie Eton fangen bei £ 30.000 pro Jahr an und gehen bis £ 80.000, und Literatur brauchen wir unseren Sproesslingen nicht mit Honig nahezubringen, dafuer sorgen schon unserer Hauslehrer und die scharfsinnigen intellektuellen Scharmuetzel im Herrenclub, die eine gewisse Bildung und literarische Kenntniss vorraussetzen.
    Auch die vermeintlich kosmpolitische Teegernseeische Gesellschaft kann ich nur muede belaecheln. Sie moegen ja Schawuot haben, — wir haben Diwali, Chinesisches Neuhjahr, Guy Fawkes Night, Robert Burns Day, St. Patricks Day, Hannukah, Eid und noch einige multikulturelle Hoehepunkte mehr. Tegernsee war vorgestern, London ist heute.

  34. Ach? London, das ist doch in...
    Ach? London, das ist doch in diesem Land, das mit Litauen und Rumänien darum bettelt seine Peso in Euro umtauschen zu dürfen, und dessen Automobile von deutschen und Indern gebaut werden – dieses London? Wir reden nochmal darüber, wenn der Peso den Dollar von unten betrachtet – und ich für ein paar Franken einen hübschen Roadster hole, um dieser notleidenden Insel zu helfen.

  35. @teo

    Mon dieu, boudieu ist ja...
    @teo
    Mon dieu, boudieu ist ja ein sehr netter Verschreiber. Vor Senia, was ich glatt als Siena gelesen.

  36. ist diese Web site hat English...
    ist diese Web site hat English Unterstützung?

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