Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Bessere Tote und schlechtere Staaten am Steuer

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Würde man auf der Strasse fregen, was man verstaatlichen sollte, kämen vermutlich Antworten wie : Banken. Kunstsammlungen von Steuerhinterziehern. Das Parteivermögen der NPD. Springer. Privatfernsehen. Atomreaktoren. Und was wird verstaatlicht? Die Autoindustrie, die damit zur neuen Staatsbahn heruntergewirtschaftet wird. Heute sind Autos vom Staat subventioniert und sehen aus wie Opel, früher waren sie dagegen pleite und ausgesprochen schön. Heute wollen Politiker mitreden, früher hatten Dichter etwas zu sagen. Ein Systemvergleich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die MM auf dem großen Kurs wieder mit Begeisterung aufgenommen, die damit verbundenen Risiken beurteilte man im Vergleich zu den gerade erst erlebten kriegerischen Auseinandersetzungen als untergeordnet.
Wikipedia über die Mille Miglia

Der Niedergang der Eisenbahnen als gern genutztes Verkehrsmittel begann weniger mit dem Automobil, dessen Zuverlässigkeit in den frühen Jahren doch sehr zu wünschen übrig liess – nein, der Niedergang begann mit dem Irrglauben, man könnte Eisenbahnen betriebswirtschaftlich betreiben. Es folgten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts heute noch wohlbekannte Höhepunkte der freien Marktwirtschaft: Die Gründung von Aktiengesellschaften, die Spekulation mit Land und Rohstoffen, hohe Erwartungen, überraschend gestiegene Herstellungskosten, unangenehm dünne Kapitaldecken bei gleichzeitig hochspekulierten Aktienkursen, dann die Erkenntnis, dass sich die Linie doch nicht so rentierte, Kursstürze, hektische Rettungsversuche, Pleiten, ruinierte Anleger, ein gestörtes Vertrauen in die Marktwirtschaft und massive Eingriffe des Staates, indem die wichtigen Bahnen übernommen und in eine Staatsfirma überführt wurden.

Zugfahrten wurden von da an staatlich subventioniert, mit den alten Aktien konnte man die Sanitäranlagen weitaus hübscher als mit Hypo Real Estate Aktien tapezieren, und in dem unter staatlicher Hoheit zusammengepferchten Volk machte sich die Überzeugung breit, dass es das ja wohl nicht sein könnte, alle in so einem Eisenzug. Die Jungen machten sich lieber zum Wandervogel auf, die Mittelschicht entdeckte Fahrrad, Motorrad und Faltboot für sich, und wer es sich leisten konnte, liess sein Leben beim Untergang von Hochseedampfern, beim Sturz aus dem Aeroplan, oder in sich überschlagenden Automobilen. Womit wir bei dieser einschneidenden Massnahme für den Genpool der besseren Gesellschaft wären:

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Ein Mercedes 720 SSK von 1929, eben jenem Jahr, als die Börsen die Generalprobe zu unseren heutigen Problemen aufführten. 225 Pferdestärken hat das Monstrum, und wer wollte, konnte die Zuverlässigkeit der Konstruktion bei 190 km/h während der Mille Miglia auf unbefestigten italienischen Strassen testen – auch ein Mittel, um der Tristesse der Wirtschaftskrise zu entgehen, sei es nun durch Ablenkung oder Einlenkung in den Strassengraben, wie es dem Futuristen und Rennwagenverehrer Gabriele D’Annunzio sicher gefallen hätte, der im Bett mit den Worten „Ich langweile mich“ scheiden musste.

Daimler-Benz gab es damals übrigens erst seit drei Jahren: Schon vor dem gigantischen Knall ging es den deutschen Autoherstellern reichlich dreckig. Um zu überleben, schlossen sich Daimler und Benz 1926 mit Hilfe der Deutschen Bank zusammen, reduzierten Kosten und begradigten Produktlinien. Gerade noch rechtzeitig: Der grosse Krieg war damals erst 8 Jahre vorbei, die üble Inflation von 1924 dürfte noch in bester Erinnerung gewesen sein, und als Hersteller eines Spassmobils für frisch verarmte Spekulanten hatte man sicher nicht die besten aller Überlebenschancen. Trotzdem haben sie alles überlebt.

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Andere hatten weniger Glück. Die französische Marke Gordini etwa, die in den 30er Jahren mit kleinen Motoren reichlich glücklos versuchte, die damals staatlich geförderten Silberpfeile des Dritten Reiches auf der Rennstrecke in Schach zu halten. [Edit: Einem stilistisch zum frohen Löschen einladender Kommentator (geht es auch ohne Beleidigung?) ist insofern Recht zu geben, als sich Gordini erst in den 50er Jahren mit den „Silberpfeilen“ im Grand Prix und in den 30er Jahren nur mit den Sportwägen wie BMW herumschlagen musste] Eine höchst sympathische Marke voller Geschichte und Geschichten, mit vielen heldenhaft verlorenen Rennen und einer Francoise Sagan als Kundin, die mit frischem Führerschein und Bestseller einen schnellen, luxuriösen 24s wie im obigen Bild fuhr – soviel dann auch zum Thema „Bonjour Tristesse“ und seiner real existierenden Durchführung. Der Marke hat es langfristig nichts geholfen, 1968 war Schluss mit dem Rennsport, und Frau Sagan raste sich dann doch lieber mit einem Aston Martin ins Koma. Wie sagte sie nicht so schön? Sie glaubte nicht an die Liebe. „Nur an die Leidenschaft.“

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Man könnte viele unerfreuliche Geschichten von all den Schicksalsgenossen Gordinis erzählen, oder auch das Ende von Frazer-Nash betrauern, die 1957 im von Rezession geplagten England die Rennwägen abstellten; im gleichen Jahr, da man wegen eines schweren Unfalls die Mille Miglia untersagte. Es begann die Zeit der Sicherheit und der sicher sinnvollen Bedenken, das Volk mobilisierte sich, raste zuviel und eiferte Futuristen, Rennfahrern und reichen Erben nach, das Ableben am Steuer wurde banal und verlor nun als letztendliches Merkmal des Deppen jeden falschen Anschein des Heldentodes. Der DADA-Autonarr Francis Picabia hatte wieder einmal recht, als er sagte: „Die Moral verkürzt den Menschen, der Mensch verkürzt das Leben.“

Der Weg des Autos verlief seitdem nicht nach oben; aus dem Luxusgegenstand wurde ein Massenprodukt, aus dem Lieblingskind der Deutschen ein Gebrauchsgegenstand, den man abschreiben kann, allenfalls noch ein Zeichen der Firmenhierarchie. Das Auto verlor jeden Anschein des Abenteuers, die Strassen wurden glatt und die Linien gerade, die Motoren säuseln leise und brüllen kein Lied vom Tod mehr, die Pannen verschwinden und die Maschine winkt beim Parken ein. Man kauft einen SUV, damit der andere beim Unfall den größeren Schaden hat. Autofahren ist kein Abenteuer mehr, man meidet Pässe, und die Klimaanlage entkoppelt vom Draußen. Man kann mit 200 Sachen gegen den Betonpfeiler der Brücke rasen, mit aller Zuversicht, intakter aus den Airbags gekratzt zu werden, als man nach einem 100 km/h langsamen Überschlag in einem ungeschützten Ferrari der frühen 50er aufgefunden wurde.

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Und nun, in einer tiefgreifenden Krise wie dem Gründerkrach und seinen insolventen Eisenbahnen, stehen wir vor dem nächsten Schritt der Entwertung und Entmystifizierung: Das Auto verkommt vom Gebrauchsgut zum Subventionsmoloch. Autobanken bekommen staatliche Garantien, eine Spekulantin im Pelz verlangt vom Staat Milliarden für ihren gescheiterten Raubzug auf einen Autozulieferer. Ein Autohersteller, dessen letzter relevanter Beitrag zur Automobilgeschichte auf den Namen „Manta“ hörte, soll mit Milliardengarantien gestützt oder gar zum Staatsbetrieb gemacht werden, und wer ein altes Auto hat, bekommt 2500 Euro als Handgeld für einen  Neuwagen wie den opelianischen Dacia, den der Hersteller aus seiner russischen Halde unverkäuflicher Fahrzeuge nach Deutschland umleitet. Willkommen im Land der Zwangsbeglückung mit dem DaciaGolfKombiOpel, wo man 3 Cent für den gefahrenen Kilometer bekommt, um sinnlose Überkapazitäten zu erhalten und ungeliebte Produkte zu verschleudern.

Es mag im ersten Moment Rüsselsheim retten, aber es macht aus dem begehrenswerten Gut des Automobils das Wegwerfprodukt Auto, und das ist dann sicher kein 720 SSK oder Gordini mehr. Was schert die Subventionspolitik die Erfahrung: Großbritannien hat in den 70er Jahren auch versucht, mit einem Staatskonzern seine unbeliebten Automarken zu retten – MG und Rover gehören heute den Chinesen, Jaguar und Landrover einer indischen Firma, Mini, Rolls Royce und Bentley den Deutschen.

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Es ist vielleicht nicht das Schlimmste für eine Marke, in Schönheit zu sterben. Nur so kann es noch die Sehnsucht geben, die den Staatsbetrieben immer abgeht, egal ob Zug, Airbus oder Wartburg und seine Nachfolger. Nur Tote betrauert man und wünscht sich wirklich, in einem wollüstig geformten Allard nach Rom zu brausen, oder mit einem Sunbeam Talbot 90 Mk II über die lichten Hügel der Toskana zu gleiten. Nichts evoziert die Leidenschaft, von der uns die Werbung vergeblich überzeugen möchte, so sehr wie der Tod und das Unwiederbringliche. „Am Steuer seines Rennwagens hat er das Bewusstsein, nur noch von sich selbst abzuhängen“, schreibt Philippe Soupault, Großneffe des Autofabrikanten Louis Renault, 1929 über einen Rennfahrer, wenige Monate vor der Weltwirtschaftskrise. Es wäre sehr schade, würde man nach deren Neuauflage nur noch vom Staat abhängen.

Stellen Sie sich einfach die Frage: Würden Sie lieber neben Francoise Sagan und Francis Picabia durch Südfrankreich oder neben Angela Merkel und v.u.z. Guttenberg durch Brandenburg fahren?

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73 Lesermeinungen

  1. also Don, wenn du schon...
    also Don, wenn du schon rhetorische Fragen am frühen Sonntag morgen stellst, dann bitte keine, bei deren bildlicher Vorstellung einem der Frühstückskaffee wieder hochkommt ;-)

  2. Manchmal, werter Don, kommen...
    Manchmal, werter Don, kommen mir Ihre Lobeshymnen auf Nostalgie-Objekte vor wie Christian Morgensterns hinreißendes „Huhn in der Bahnhofshalle“: Sehr sympathisch – aber es stört. Auch hier wieder: Wildes Geflatter um exzentrische Wesen am nicht immer richtigen Platze. Und der praktische Nutzwert?! Dazu eine kleine, aber wahre Anekdote vom Eingang des Arlberg-Tunnels (vor ca. 15 Jahren): Dort, 200 Meter vor dem Loch, am Straßenrande – ein grandioses britisches Cabrio antiken Baujahres, mit eben diesem von Ihnen so bejubelten Flair. Außerdem zwei ratlose ältere Herren aus Innsbruck und Graz, auf dem Rückwege von einem St.Galler Kongress – Rechtshistoriker beide, der eine allerdings begüterter Privatgelehrter und Besitzer des Gefährts, das sich dem Geist verweigerte. Wir (etwas jüngere Geisteswissenschaftler + Kleinkind) auf dem gleichen Wege, freilich im ältlichen R4 – halten also und bieten Hilfe an, welche stante pede, mit verzweifelt-begehrlichem Blick auf die staatlich subventionierte hintere Stoßstange des Renault, alsbald geheischt wird. Nun ja, dem ungleichen Kräfteverhältnis der beiden Wagen gemäß, ließ sich das Problem durch Nutzung der Notrufsäule (70m vom Ort des Geschehens entfernt) lösen. 20 Minuten später meine Frage an meine Frau, die noch einen Tag zuvor in St.Gallen dieses Cabrio offen angeschwärmt hatte: „Wie – sagtest Du noch mal – wolltest Du am liebsten nach Graz fahren?!“ Später, unter Grazer Kollegen, deren verblüffende Replik: „Wie – Sie auch?! Willkommen im Club!“.
    .
    Ach – und noch was, verehrter Don und Wikipedia-Zitator: Ihr gesamter Artikel ist ein Fake – geben Sie es zu! Ihr erstes Bild zeigt einen Oldie mit Bielefelder Nummer. Schauen Sie doch mal bitte in der Wikipedia unter den Stichwörtern „Bielefeld“ und „Verschwörungstheorie“ nach. Sehen Sie, Bielefeld gibt es gar nicht – also auch nicht Ihr Foto, vielleicht nicht einmal Sie selbst?

  3. ...ich würde gerne mit...
    …ich würde gerne mit Laetitia Casta eine Trecker-Fahrt durch den Kaukasus machen!

  4. ...eine einfach zu...
    …eine einfach zu beantwortende Frage Herr Alphonso: …. weder noch, und ich habe auch keine Lust bei der Mille Miglia neben einem schlecht gekleideten (bayerischen) Showmaster im gesponsorten Rennwagen zu fahren.
    Dann doch lieber kurz vor Cortina d´Ampezzo rechts abbiegen und mit der Angetrauten* alleine über die Pässe Richtung Bolzano fahren. (*deren Vorfahren mütterlicher Seite übrigens am Ende des 19. Jahrhunderts unanständig viel Glück mit der Finanzierung von südamerikanischen Eisenbahnlinien hatten)
    Allen Sportwagenliebhabern die das Pech haben keinen KAP-Bogen bei der Einkommensteurerklärung ausfüllen zu müssen, und somit verdammt sind hauptsächlich Autos der Firma Burago zu kaufen, empfehle ich den Film „Grand Prix“ von John Frankenheimer aus dem Jahr 1966, oder „Monte Carlo or Bust!“ von Ken Annakin aus dem Jahr 1969.
    Allen anderen empfehle ich die Tramezzinis am Passo Pordoi und frische Bremsbeläge.

  5. Matthias, es geht nichts über...
    Matthias, es geht nichts über Schockeffekte. Nichts.
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    Kampfstrampler, man erlebt viel mit solchen alten Dingen.Meine allerhöchste Achtung besitzen jedoch die beiden Piloten eines bentley Blower, der 2007 exakt bin zum Ortsschild von Brescia kam, und dort verendete, nach 8 Kilometern. Das sind wahre Helden.
    .
    Der SSK ist fraglos eine weitere geniale Finte, um die Existenz von Bielefeld vorzutäuschen, keine Frage.

  6. evm, warum ausgerechnet der...
    evm, warum ausgerechnet der Kaukasus? Trecker versteht man ja, wenn man aus dem Kuhkaf äh den nicht so ganz städtischen Regionen Bayerns kommt, die Dame auch, aber Kaukasus? Brrr.

  7. Shylock, die MM hat natürlich...
    Shylock, die MM hat natürlich ein Problem durch die Anmutung einer Werbeveranstaltung, aber wenn das Wetter nur ordentlich schlecht ist, verwaschen sich all die Unterschiede, besonders in den offenen Wägen. Allerdings sind die meisten Starter einfach Leute, die der MM wegen kommen, und nicht, weil es ein Promiauflauf in gewissen Bereichen leider ist. Man muss sich das Passende raussuchen.
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    Ich nehme an, dass die Vorfahren rechtzeitig ausgestiegen ist, während die Angetraute zu ihrem Investment steht. Ich finde aber, man kann das verbinden, indem man über Pässe in den Süden zockelt, dann die MM mitnimmt und danach wieder über Pässe heimfährt. Das eine schliesst das andere ja nicht aus. Und meine Bremsklötze sind nach all den Bremsscheiben zerkratzenden Touren des letzten Jahres frisch eingeut worden.

  8. tja, da kommen so ganz...
    tja, da kommen so ganz beiläufig beim sonntäglichen Geplänkel dann doch die kleinen Unterschiede zu Tage, …ich fuhr diese Touren mit einem Automobil das noch Trommelbremsen besitzt …

  9. Der oben als Fern- und...
    Der oben als Fern- und Fernreiseziel angegebene Sunbeam hat ebenfalls Trommelbremsen. Und würde dann im Zweifelsfall auch einen FAZ-Aufdruck bekommen. In Fraktur.

  10. Diesmal, werter Don Alphonso,...
    Diesmal, werter Don Alphonso, ist Ihnen wirklich ein hübscher Artikel gelungen!
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    Sollte Opel nun endgültig die Tore schließen müssen, wäre das für die dort Beschäftigten sicher traurig, aber für die Auto-Welt (v.a. ästhetisch) kein Verlust. Kaum eine Auto-Marke dürfte in Deutschland so ein konstant schlechtes Image gehabt haben, wie die Rüsselsheimer.
    Daran hat sich in den letzten Jahren auch nichts dadurch geändert, dass man gelegentlich von langweilig-modern-einheitsbreiig-designeden und übermotorisierten Opel auf der Autobahn mit 250 km/h überholt wurde.

  11. Don, an Schockeffekten habe...
    Don, an Schockeffekten habe ich berufsbedingt in diesen Zeiten unter der Woche eigentlich schon genug….

  12. P.S.: hatte ich eigentlich...
    P.S.: hatte ich eigentlich schonmal erwähnt, dass mein erstes Auto ein allerdings-nicht-wirklich-MM-taugliches „Aschdra Cabrio“ war? Jaja, die Sünden der Jugend….

  13. "MG und Rover gehören heute...
    „MG und Rover gehören heute den Chinesen, Jaguar und Landrover einer indischen Firma, Mini, Rolls Royce und Bentley den Deutschen.“
    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Aston Martin als weiterer Hersteller in UK inzwischen Eigentümer hat, die in Kuwait sitzen …
    und zu Brandenburg gilt immer noch Rainald Grebe, von Merkel wollen wir gar nicht mehr reden:
    http://www.youtube.com/watch?v=AzOTMXroAr0&feature=related

  14. PS an Shylock: Würde es Sie...
    PS an Shylock: Würde es Sie sehr stören, gäbe ich zu, dass es mir bei diesem Blog im Kern nur darum geht, genug für einen Oldtimer zu verdienen, um mit dem dann Italien zu bereisen und Berliners vorzuführen, dass Urbanität ganz anders geht?
    Bildungsbürger, das freut mich, wenngleich es natürlich auch nur ein Versuch der Überlastung der Leserschaft ist. Zu Beginn meinte mal jemand, ich würde mit Sprache, Anspielungen und doppelten Böden den Lesern zu viel zumuten, und insofern bin ich natürlich gespannt, ob nun jemand zum Buchregal geht und schaut, ob es nicht bessere Zitate von Picabia zu dem Thema gäbe. Wenngleich er sich nämlich von Man Ray am Steuer hat ablichten lassen, hat er doch in meinen Büchern nur sehr wenig über Automobile gesagt, die ihm aber sehr wichtig waren.
    .
    Wenn GM wirklich klug wäre, würden sie Opel behalten, und ihre irrwitzigen US-Schleudern komplett einstellen. Opel ist zwar für mitteleuropäische Regionen vollkommen überaltert, aber immer noch Meilen besser als die Motorkutschen in den USA. die immer noch Blattfedern einbauen. Opel wäre da schon mal ein guter Anfang, um wieder Anschluss an die zweite Welt zu finden.

  15. Matthias, in diesem Blog haben...
    Matthias, in diesem Blog haben sogar manche zugegeben, dass die in Berlin wohnen. Dagegen ist ein Opel ja noch ähnlich geschmackvoll wie Swarovskikristalle. Am Notebook. Der Freundin. Die Doreen heisst. Und viel besser als Berlin.

  16. <p>geschmackvolle...
    geschmackvolle Auto(rennen), Stil, Klasse, Vermögen, Herkunft, Kultur…
    .
    vereint in einer Person:
    Aussicherheitsgründengelöscht.de
    unter ganz leichten Abwandlungen.

  17. ... Investment rechtzeitig...
    … Investment rechtzeitig ausgestiegen? … man war persönlich natürlich nie richtig involviert! Das Bankhaus hatte die Aktien lediglich sehr erfolgreich emissiert, über deren uninteressante Kursverläufe ist nichts überliefert …
    Mit Frakturschriften habe ich leider persönliche Probleme, aber so ein kleiner Sunbeam Tiger ist in den Bergen bestimmt ganz nett !
    Vielleicht haben Sie da gerade unbewusst ein grosses Problem der MM entdeckt, … das mittlerweile die meisten Starter einfache Leute sind, und sich die Unterschiede verwaschen…
    In diesem Sinne: „Doswidanja“ und noch einen schönen Sonntag !

  18. Ich muss ganz ehrlich sagen,...
    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir Aston bei den Kuwaits besser gefällt, als nachgebaute MGs aus China. Ich liebe MG. Und es tut wirklich weh. Bei den Kuwaitis kann man wenigstens sagen, dass sie genauso borniert, reaktionär und in Spleens verhaftet wie ein britischer Landedelmann der 30er Jahre sind.

  19. Es geht hier viel um...
    Es geht hier viel um Stil.
    Bitte erlauben Sie mir eine private Frage.
    Welche Sonnenbrillen-Marke bevorzugen Sie?

  20. Oh, Bildungsbürger, ich muss...
    Oh, Bildungsbürger, ich muss sagen: Sie kennen da aber schlimme Sachen. ich bin ja kein Freund der bayerischen Polizei, seit mich deren Mitglieder einmal im Tränengas durch einen Wald bei Wackersdorf jagten, obwohl ich und meine Freunde als dem leistungskurs Englisch nur unsere Besorgnis ob der Strahlung Ausdruck geben wollten, aber seitdem solche Neureiche Bayern meiden, wo ihnen die Gurken staatsgewaltlicherseits abgezwackt werden, bin ich doch wieder etwas versöhnt.
    .
    ich bin ja im Frühjahr – genauer Mitte Mai – wieder bei der MM und werde garaniert keine Promiberichte machen. Sondern das schildern, was diesem Publikum sicher gefallen mag.

  21. (ok, vielleicht läuft mir...
    (ok, vielleicht läuft mir einer dieser Leute auch vor die Tastaturflinte, aber dann ist es Schicksal, und ich übernehme keine Haftung)

  22. Shylock, kein Tiger, sondern...
    Shylock, kein Tiger, sondern das hier:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Sunbeam-Talbot_90
    Zu solchen Börsenverläufen und Versandungen von Eisenbahnen möchte ich als Literatur anraten: Lion Feuchtwangers stürmisches Jugendwerk „Der tönerne Gott“. Und als Bankiersspross wusste er, worüber er schrieb.

  23. Lehrling, im Sportwagen, in...
    Lehrling, im Sportwagen, in dem es grässlich zieht, trage ich eine russische Pilotenbrille mir gänzlich unbekannter Herkunft. Einfach, hässlich, funktional. Ansonsten komme ich aus Bayern und habe diese schweren Knochenwülste über den Augen, die vielleicht etwas grob und wenig vergeistigt wirken, aber ansonsten genug Schutz vor der Sonne bieten.

  24. Meine Güte, Herr Alphonso,...
    Meine Güte, Herr Alphonso, Sie müssen hier in Berlin ja Federn gelassen haben, dass Sie so einen Groll hegen (und pflegen) ….
    Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall noch viele erfolgreiche Blogs damit Sie sich bald einen richtigen Sportwagen leisten könnten!

  25. Groll ist gar kein Ausruck -...
    Groll ist gar kein Ausruck – wie Pitigrilli einmal so schön sagte: „Ich bin rachsüchtig wie eine Rothaut und habe das Hirn eines Elefanten“.
    Darf ich noch einen Hinweis geben? Das Blog ist die Gesamtheit aller Beiträge unter „Stützen der Gesellschaft“, und nicht der einzelne Beitrag. Mehr erfolgreiche Blogs sind also gar nicht nötig, zumal ich ja keinen überrestaurierten Neuwagen will, sondern etwas in der Art der Top Gear Challenges: Reichen 5000 Euro, um in einem britischen Wagen der Zeit der Mille Miglia von Cambridge nach Rom zu gelangen? Mille Miglia on a budget, gewissermassen. Sonst ist es ja nicht spannend.

  26. Don, bekanntermaßen werden ja...
    Don, bekanntermaßen werden ja die meisten Cabrios und Oldtimer im Lande erstaunlicherweise in Hamburg gefahren. Schneiden die Hanseaten daher vielleicht besser bei Ihnen ab als die Berliner? Apropos, ich könnte mir vorstellen, ein Blog über Hamburg würde hier bestimmt für gute Laune sorgen….;)

  27. Ja, klingt spannend! ...sollte...
    Ja, klingt spannend! …sollte ich auf dem Weg nach Italien einen kaputten alten Sportwagen mit Frakturschrift sehen, werde ich natürlich anhalten und Ihnen mit Draht und Lassoband hilfreich zur Seite stehen !
    .. und Danke für den Tip, aber mir Literatur der (ca.) 20er Jahre zu empfehlen, ist wie Eulen nach Athen tragen …
    Wollen wir mal hoffen das der rothäutige Elefant hier nicht das ganze KPM-Porzellan zerdeppert und er am Ende noch einen Neuwagen leasen muss …
    So, die Familie ruft, ich wünsche einen schönen Sonntag!

  28. evm, ich war nur selten in...
    evm, ich war nur selten in Hamburg. Nehmen Sie mir das nicht übel, aber unter all den grossen, nordischen Menschen da oben, die alle so blond und hochwangig sind, komme ich mir als im Süden eindeutig verortbarer Kurzhälsler immer etwas deplaziert vor. Ausserdem habe ich Hamburg noch nie ohne Regen erlebt. Ich fühle mich dort nicht wohl. Hoffentlich verübeln Sie es mir nicht, aber ich kann sogar mit Tirolern – Erzschurken vor dem Herrn alle miteinander – eher als mit Hamburgern, besonders, wenn diese gross und teutonisch sind.

  29. Shylock: Gaffa Tape!...
    Shylock: Gaffa Tape! Kabelbinder! Montagekleber! Das hält sogar meinen bescheidenen Stadtpalast zusammen.
    Viel Spass bei der werten familie, und beste Grüsse an die Frau Gemahlin (das Töchterlein ist aber noch nicht dirchgebrannt?).

  30. Übrigens: Ein feines Blog aus...
    Übrigens: Ein feines Blog aus Hamburg, das auch wegen der Klassenunterschiede zwischen Tegernsee und Rotlichtviertel mein Projekt hier angenehm nordisch erdet, ist die Rückseite der Reeperbahn.
    http://www.mattwagner.de/blog.htm
    Das lese ich immer, wenn ich wieder zu viel Porzellan und Schnitzereien des 18. Jahrhunderts gekauft habe.

  31. Wirklich zu blöd. Am Montag...
    Wirklich zu blöd. Am Montag drauf bin ich für ein Weilchen in Rom, kann’s aber nicht vordatieren. Die freitägliche sfilata der Oldtimer vor der Engelsburg hätte ich mir ja zu gerne wieder einmal angesehen…

  32. Das ist wirklich schade....
    Das ist wirklich schade. Allerdings wird es hier etwas Ersatz geben, und ausserdem: Ich mein, Rom… ich glaube nicht, dass man dort alte Autos wirklich vermisst.
    .
    (bei uns schneit es gerade, bei 2 Grad, Matsch, hässlich, an Rom im Mai denken schmerzt nur)

  33. Ach nein, eine autofreie Roma...
    Ach nein, eine autofreie Roma wäre nicht schlecht, bleibt aber ein Wunschtraum. Wenn aber Blechsalat schon sein muß, dann lieber einer aus Zeiten, als die Zutaten noch nicht Cw-Wert-optimiert waren, sondern durch allerlei Schönheit, Zierrat und Verchromung dem Auge noch heute wohltätige Gelegenheit zum Verweilen bieten. Wie ja auch die Architektur der Stadt einen augenfälligen Verweis auf jene glücklichen Epochen darstellt, als man noch nicht glaubte, eine Rendite von 25% sei ein Menschenrecht.
    .
    Und Rom im Mai ist angesichts der hierzuköln herrschenden nieselgrauen 5° eine in jeder Hinsicht herzerwärmende Erwartung.

  34. Bei der MM hat man ja den...
    Bei der MM hat man ja den Vorteil, dass die Strecke gesperrt ist – mit dem normalen Verkehr würde ich da nicht rein wollen – fast so schlimm wie München am Freitag Nachmittag.

  35. Sie haben recht Don...
    Sie haben recht Don Alphonso.
    Wie sagte unser englischer Konkurrent:
    „Our cars are like women.More fun when they are over thirty“
    MM hat in Kreisen, in denen die Autos sportlich bewegt werden, so a wengle
    a Geschmäckle.
    Deswegen gilt meine Bewunderung auch mehr den Autos und mancher Sozia.
    „Lieber einmal Sydney Rome als dreimal Paris-Dakar“

  36. @Bildungsbürger: bei der...
    @Bildungsbürger: bei der Verfolgung des von Ihnen angegebenen Links zeigt mir meine firewall den Angriff eines „Bloodhound.Exploits“ an. Die Seite lautet: xapads.ru/lov. Bitte n i c h t anklicken!!!!!
    Es könnte demnach sein, dass Ihre Dissertation, zumindest die in digitaler Form, von malsoftware verseucht ist. Ich an Ihrer Stelle würde das mal überprüfen! Ernsthaft! Falls ich mich irren sollte und der Angriff wäre über einen Internet-Scan gekommen, bitte ich vorsorglich um Entschuldigung.

  37. Wenn Brandenburg ein Synonym...
    Wenn Brandenburg ein Synonym für Hölle ist, tun wir zweiteres bereits und ich fände es in einem dieser hübschen Vehikel sogar erträglich. Dass nur noch 1% der damaligen Automarken bei gleichzeitiger Vervielfachung von PKWs existiert, ist so bitter wie Klimawandel und Energienot zusammen.

  38. Alles schön zu lesen und sehr...
    Alles schön zu lesen und sehr unterhaltsam, aber nüchtern betrachtet ist das Auto doch wohl eine der unintelligenteren Lösungen, um von A nach B zu kommen. Vor 100 Jahren war es vielleicht mal anders, und ein altes Auto mag eine gute Wertanlage sein, aber die Idee als solche ist heute so verrottet wie Detroit (oder meinetwegen Berlin). Dass die großen Autobauer von Wolfsburg bis Zuffenhausen sich inzwischen ihre eigenen Grabdenkmäler (vulgo: Museum) errichtet haben, gibt Anlass zu Hoffnung. (Die Krise hat auch ihre guten Seiten.)

  39. Sehr schöner, ausgesprochen...
    Sehr schöner, ausgesprochen gelungener Beitrag, verehrter Don Alphonso! Eine Perle!

  40. Lieber Don!
    Sunbeam Talbot 90?...

    Lieber Don!
    Sunbeam Talbot 90? Klingt wie Simca, ein altes Codewort unserer Kindheit. Aber aus der „Tagesschau vor 30 Jahren“, Simca und Talbot stehen schon seit Dekaden nicht mehr im Register. Frage: Wer als erser vom „Akkumulationsprinzip“ schrieb, hatte der ein Auto oder dessen Industrie vor Augen? Immerhin solls ja bald wieder Gefaehrte mit Akkumulatoren geben. Welch ein Kompromiss!! Nochmal zur Klarstellung: Frueher war alles besser, auch fuer die Autos, als die mal drei oder vier Sonntage frei bekamen. War das nicht der Startschuss fuer das Millennium SUV? Und haben nicht alle SUV-Fahrer die „autofreien Sonntage“ noch in den Knochen? Der Strich8 ist ja auch nach ’68 benannt, und wurde das meistverkaufte Sternmodell aller Zeiten.
    Was sind all diese heutigen Monster mit Blattfedern gegen Simca/Talbot/Hanomag/ Borgwardt/DAF (oder Manga)?
    Der (Re-)Import der unverkaeuflichen „Dacia“s ist nur die letzte Phase des Niedergangs. ABER, lieber Don, die wichtigste Frage ist doch nicht, wem die Laube gehoert. Das wichtigste ist das Motorengeraeusch – medial schwer zu vermitteln. Und deswegen haben Elektrogeraete und Rollatoren mit E-Motor (und ohne Getriebe) keine Chance auf der deutschen Autobahn. Angesichts Ihrer Nostalgie: Welches Automobil-Museum empfehlen Sie? (Nur mit BAB-Anschluss. Und kann ich die Motoren da auch anwerfen?)

  41. Es gibt sogar ein paar gute...
    Es gibt sogar ein paar gute Nachrichten zum Thema Auto: so bleibt z.B. der Urnerboden auch dieses Jahr neutralisiert, so dass Wickeldraht und Isolierband wahrscheinlich nicht zum Einsatz kommen müssen.

  42. downhillranzoni, s kommt halt...
    downhillranzoni, s kommt halt immer darauf an, was man daraus macht. Das schöne an der MM ist halt die Begrenzung auf exakt jene Fahrzeuge, die damals schon starteten, und das Fehlen all der langweiligen Kisten nach 1957. Es ist die ideale Landschaft, die ideale jahreszeit, die ideale Strecke – ein paar Nachteile mögen sein, aber perfekt ist es nirgendwo.
    wolfram500, Link ist erst mal editiert – so toll war das Ziel ja auch nicht. *hust*

  43. Max, das problem ist halt: Die...
    Max, das problem ist halt: Die Kunden wollen es so. Es muss alles vernünftig sein, nur der Motor, der darf 17 Liter schlucken. Aber wenn ein Auto offen ist, oder gar irgendwie nach Spass ausschaut, ist es mit dem Spass vorbei. Im Prinzip gibt es ohnehin nur noch ein Aitomarke und ein paar Typen mit unterschiedlichem design.
    wivo, in den USA ist die Anzahl der gefahrenen Kilometer im letzten Jahr stark zurückgegangen, und auch in Deutschland fuhr man zu Zeiten des Benzinhöchstpreises nicht mehr mit dem auto zum Zigarettenholen. Aber es gibt immer noch eine Generation (meine), zu deren unabingbaren Heilsversprechen es gehörte, einmal an einem lauen Abend die Gardesana von Torbole nach Malcesine im offenen Sportwagen zu fahren, Ti sento im Radio und den Lichtern von Limone spiegeln sich finkelnd im See, während der Motor das Lied von Freiheit und Erfüllung singt. Das kriegt man aus den Menschen nicht so schnell raus.
    .
    Mit etwas Pech stehen wir vor dem Ende der Autoindustrie. Mit etwas Glück vor der Neuentdeckung des Reisens.

  44. "fast so schlimm wie München...
    „fast so schlimm wie München am Freitag Nachmittag.“
    Werter Vetter.
    „Nachmittag“ ist sehr relativ. In München beginnt und endet die rush-hour eher als in anderen Städten!
    Wenn ich um 16:00 Uhr nachhause eile zum fünf Uhr Tee und Shortbread, sind die Straßen bereits wieder frei!

  45. Werter Vetter,
    die Gardesana,...

    Werter Vetter,
    die Gardesana, ob occidentale oder orientale, ist natürlich wunderbar. Besonders nach einer Anreise über den Reschen und das Gampenjoch.
    Ein wahres Heilsversprechen allerdings bedeutet für mich die Grande Corniche im offenen Sportwagen mit röhrendem Auspuff!!!

  46. Sehr geehrter Don,

    Ihre...
    Sehr geehrter Don,
    Ihre Beiträge zaubern mehr und mehr ein ähnliches Finkeln in meine Augen wie die Lichter Limones.
    Ach, zum 5 Uhr Tee ist es noch so schrecklich lang…

  47. Wenn sich die 10 Autokonzerne...
    Wenn sich die 10 Autokonzerne auf 5 reduzieren macht es das jämmerliche Fass nicht mehr voller. Die Motorisierung hat einen nostaligischen Wert erreicht, PS ohne Stärke, Motorengeräusch nur noch mit synaptischer Wirkung von Pferdegestank.
    Techno-Zyniker sehen in der Informationsgesellschaft die neue Reiseform, Skype statt Bewegung…höchst unbefriedigent. Ok, maybe der elektrische Tesla-Roadser nach Lotus-Rezept, so wie Ihre Bildobjekte den €$§-Sammlern vorbehalten, mit dem Nischen-Luxus der Stille, sogar BeifahrerIn läßt sich mit Musik oder cabrionesken Windgeräusch etwas leiser drehen. Abseits davon eine gute Frage, die Zukunft des Reisens… Der fiktive Transrapid, die Container-Billigflüge, Privat-Helis oder mitfahrgelegenheit.de. Wo sind die Errungenschaften nach 100 Jahren Futurismus, jenseits von Espresso-Machinen-Design?

  48. <p>Danke für all die netten...
    Danke für all die netten Worte aus Kühlergrill-Mündern echter Spritköpfe.
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    Der Mensch ist ein sinnenfreudiges Wesen, das auch Krach und Gestank schätzen kann. Ich glaube durchaus, dass das Thema Mobilität in seiner aktuellen Form in der Krise steckt, und dass das Brüllen von Motoren irgendwann verklungen sein wird. Aber ich fände das schade. ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn die Geschäftsreisenden-Kombis von den Autobahnen verschwinden würden. Aber ein Leben ohne das Glücksgefühl, die ersten Rampen des Jaufenpasses zu nehmen, im Wissen, dass nach 200 Kurven Meran und der Frühling wartet? Ich bin kein melancholischer Mensch, aber allein beim Gedanken an diese 15 Minuten hoch zu Gipfel, die Missa Salisburgensis im Radio, drückt es unter meinen Augen. Die Frage ist, was es uns wert ist. Mehr, sicher unendlich viel mehr als die paar Liter Sprit. ich mein:
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    Das geht nur mit einem Auto. Die Kälte, der Wind, das Licht.

  49. Don Alphonso: Ach ja, das Lied...
    Don Alphonso: Ach ja, das Lied von Freiheit und Erfüllung, pfiff das nicht auch der Marlboromann damals auf 1 Ps im Wilden Westen (oder war’s im Studio vor Fototapete? – egal), bevor er an Lungenkrebs verreckte?
    Neuentdeckung des Reisens: d’accord. Aber dann bitte à la Goethe (für Stützen der Gesellschaft) oder Seume (fürs Proletariat).

  50. Ich bin ein Freund der Grand...
    Ich bin ein Freund der Grand Tour: Keine Autobahn, viele Kurven, oft Anhalten, alles anschauen, sich bilden und lernen. Lombardische Kirchen, tiroler Schlösser, venetische Villen, graubündner Raiffeisenbanken.
    Im Ernst, ich fahre nicht langsam, aber für die Strecke Tegernsee – Mantua brauche ich trotzdem einen vollen Tag. Mindestens.

  51. Die Grand Tour kann man gelten...
    Die Grand Tour kann man gelten lassen. Wenn Graubünden nicht auf Raiffeisenbanken reduziert wird. Man verachte nicht die dortigen karolingischen Kirchen und Waltensburger Meister. (Aber für Raiffeisenbanken hätte gewiss auch Goethe volles Verständnis.)

  52. Von der Bank aus sind es nor...
    Von der Bank aus sind es nor 600 Meter bis zum Kloster Müstair mit den bedeutenden karolingischen Wandmalereien. Das kann man auch zu Fuss gehen.

  53. Ach, die alten...
    Ach, die alten Zeiten….
    Immerhin war Opel bis 1918 Hoflieferant der Hohenzollern in Berlin….

  54. Ins Exil fuhren die...
    Ins Exil fuhren die Hohenzollern dann aber doch mit dem Zug. Irgendwie typisch.
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    Immerhin hatte Opel mit dem Raketenauto von 1928 nochmal ein Fahrzeug im Programm, das ich auch gern mal gefahren wäre.

  55. Der Opel Kapitän von 1949 war...
    Der Opel Kapitän von 1949 war eigentlich auch noch ein recht akzeptales Fahrzeug!
    http://www.auto-nostalgie.de/1_Fahrzeugpass_Opel_Kapitaen/image001.jpg

  56. Auch wenn tatsächlich die...
    Auch wenn tatsächlich die Exoten unter den Auto-Mobilen längst verschwunden sind und immer weniger und grössere Hersteller sich immer stärker gleichende Modelle auf den Markt bringen, glaube ich nicht an den Niedergang des Autos und der Faszination des Autos an sich. Das individuelle Reisen ist immer noch ein starkes Bedürfnis und ich sehe keine Technologie, die das Auto hier in naher Zukunft verdrängen kann. Wird es irgendwann nur noch drei oder zwei oder gar einen einzigen Anbieter von Automobilen geben? Oder entstehen durch die Grösse und Gleichförmigkeit der Etablierten nicht vielmehr neue Nischen, die durch frische Ideen von unabhängigen Unternehmern mit Leben gefüllt werden können? Die zunehmende Spezialisierung und sinkende Fertigungstiefe könnte es in Zukunft auch kleinen und flexiblen Strukturen ermöglichen, im Automobilsektor mitzumischen (vielleicht ist da aber auch der Wunsch Vater des Gedankens).
    BTW: Respekt vor deinem kreativen Output hier in dieser Rubrik, komme leider kaum mit dem Lesen nach…

  57. Lieber Don,
    Sie werden von Mal...

    Lieber Don,
    Sie werden von Mal zu Mal besser. Der Zwang, alle zwei Tage etwas Standesgemäßes abzuliefern, ist halt liebenswert und lehrreich.
    Zumal Sie den Begriff „Zwangsbeglückung“ aus dem herrschenden Zeitgeist gepflückt haben — wie wär’s denn mit einem Thema namens „Zwangsbeglückung oder Die Verstaatlichung der Freiheit“ — sofern Sie es wagen, sich (und uns) mit dem IPCC, den Öko-Dschihadisten, den Gender-Verkrampften und den zu EU-Bonzen aufgestiegenen Hinterbänklern anzulegen?

  58. Geht man so weit in die...
    Geht man so weit in die Vergangenheit wie Don Ferrando, findet man natürlich hübsche Autos – selbst von Opel.
    Ein weiteres Beispiel ist der Opel Admiral aus den 30ern:
    http://www.autohaus-rogen.at/uploads/pics/Opel-admiral-1.jpg

  59. Come Sta, ich fürchte, Sie...
    Come Sta, ich fürchte, Sie irren sich in meiner Person. Ich fahre gern Auto, aber ansonsten bin ich ein Freund des naturnahen Lebensstils. Unnd ich laufe sicher mehr Höhenmeter, als ich fahre – schliesslich habe ich einen Berg vor der Haustür, und da bin ich ganz froh, dass es keine Autos gibt. Auch kann ich mich tagelang über Menschen aufregen, die der Natur den Respekt verweigern, TK-Pizza kaufen oder nicht nachhaltig denken.

  60. Ich habe hier von den letzten...
    Ich habe hier von den letzten drei Jahren MM über 1000 Bilder wahrhaftig schöner Wägen – seien wir ehrlich, was an Autos gefällt, ist die Gefahr, die Dummheit und die Vergeudung von Krankenkassenbeiträgen in weitaus stabilerer Botanik.

  61. Mein Gott, was für eine...
    Mein Gott, was für eine Nabelschau…

  62. Nun, um so eine Art Nabelschau...
    Nun, um so eine Art Nabelschau geht es ja auch beim Bloggen – aber es macht eben auch den Reiz der Sache aus.

  63. Auto fahren wird wie Zeitung...
    Auto fahren wird wie Zeitung lesen und geschmackvoll Essen oder Veranstaltungen zum puren Genuß, alles andere, zweck gebunden vernünftige durch Internet und andere Surrogate ersetzt, findet sich am Ende vielleicht in rein virtuellen „Realitäten“ gespiegelt statt gelebt.
    Wer nicht zur Genußspitze dazu gehört (als Lieferant oder als empfindender Mensch), fällt ganz tief – weil unterhalb der Genuß-Schwelle schaut der Mensch meist nur auf den Preis und die Bequemlichkeit, dort ist kein Leben, nur der Schatten davon.
    Es sind zwei Welten, deren Abstand sich rapide vergrößert. Nicht jeder Kommentierende hier scheint das zu sehen, appeliert an die „Vernunft“, wo es doch gerade sehr vernünftig ist, das Leben zu genießen.
    Denn wozu wäre es denn sonst da ?

  64. Philip-Ernst, Fürst zu...
    Philip-Ernst, Fürst zu Schaumburg-Lippe +, besass in den Jahren zwischen 1956 und 1961 einen weissen Alfa Romeo Giulietta Spyder, das Hochzeitsgeschenk seines Vaters Wolrad. Ich wäre für mein Leben gerne einmal mitgefahren – leider ergab sich das nie. Deshalb habe ich mir später ein solches Auto gekauft und restaurieren lassen. (Leider war ich selbst zu ungeschickt dafür)
    Nach fünf Jahren, einer ellenlangen Liste von Pannen, Reparaturen und Ersatzteilen, konnte ich mich als ein für allemal von dem Leiden der Oldtimer-Liebe geheilt bezeichnen. Wunderschön anzusehen, aber das Mass an Idealismus, das ein solches Auto verlangt, überfordert mich.
    Für mich ist die MM wie eine Reise in die Antarktis: schöne Fotos, tolle Abenteuer, unvergessliche Eindrücke. Von den erfrorenen Zehen spricht keiner.

  65. @driver
    automuseum mit nettem...

    @driver
    automuseum mit nettem konzept:
    „Technische Güter müssen regelmäßig benutzt werden, wenn man sie für die Zukunft erhalten will. Die im Museum ausgestellten Fahrzeuge sind funktionsfähig und werden regelmäßig benutzt.“
    irgendwo zwischen osnabrück und bielefeld:
    http://www.automuseummelle.de/
    das kann man sich wohl mal ansehen.

  66. Ich kann mir nicht...
    Ich kann mir nicht helfen…heute lass ich mir mal eine geistige Selbstentleibung durchaus durchgehen.
    Nix gegen Autos und schön das genug Leute da sind die darüber fachsimpeln :-)..aber …. irgendwie geht mir das dann doch am blogeintrag vorbei…indem das Staatsverhalten,die Wirtschaft und ein gewisses Wertedenken aufs Korn genommen werden..aber vielleicht ist das ja nur die Nebensächlichkeit und das Auto die Hauptsache…
    Ich werde morgen früh erstmal alle Autozeitschriften abonieren um meinen geringen Sachverstand anzuheben von 0 auf 0,5 damit ich von den wirklich wichtigen Dingen überhaupt was verstehe :-)
    Im Endeffekt bin ich nun dümmer als zuvor…..aber ich werde schon noch raus finden wo im Auto Bug,Heck,Steuerbord und Backbord sind.

  67. Wingthom, es macht gerade den...
    Wingthom, es macht gerade den Anschein, als würde die Kluft rapide zusammenschnurren. Schon mancher ist auch darüber hinweg, wenn er seine Spekulation nur ordentlich gehebelt und dann erfahren hat, dass Werte verschwinden, Schulden aber bleiben.

  68. wolfram500, danke, dass sie...
    wolfram500, danke, dass sie das Messer mit dem Verkauf auch nochmal umgedreht haben, das in meinem Alfistiherzen steckt. ich habe all die bösen Berliner Kommentare überlebt, nur um jetzt am Verkauf eines Alfas zu sterben und in den letzten Zügen zu hören, dass es sich nicht gelohnt hätte.
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    Sollte morgen jemand ganz in weiss an Ihrem Bett stehen, denken Sie sich nichts. Das wird jetzt jede Nacht geschehen.

  69. Don, ich stimme zu: die...
    Don, ich stimme zu: die Austauschprozesse zwischen „oben“ und „unten“ nehmen rapide zu, für viele geht’s weiter nach „unten“ als sie es sich je vorstellen konnten.
    Die im Böllschen Sinne „heiligen“ Zahlen auf den Konten wurden zu lange als real angesehen, dabei sind sie nur Konvention wie alle Werte.
    Deshalb bäumen sich ja ganze Staaten gegen die Neube-Wert-ung ihrer Industrien und Dienstleister, das Vertrauen schwindet sonst rapide und wenn sich zuviele Menschen „unten“ wohnlich einrichten, fehlt der Antrieb zur Mehrleistung, weil die sich dann objektiv nicht lohnt.
    Am Automobil und an anderen Luxusprodukten, die über das Notwendig-Vernünftige hinausgehen, wird sich die Kluft dann deutlich zeigen. Auch daran, wer noch in „Rente“ gehen wird, also eine Rendite verzehren kann, statt bis zum Tod zu arbeiten. Und wer in Urlaub gehen kann.
    Das erschüttert dann ja die Medien ganz besonders, denn Werbung ist für die Leute „oben“ nur ganz selektiv notwendig, zielt ja auf die Menschen in der Mitte, die sich den Konsum dann nicht mehr leisten können. Die froh sein werden, ein beheiztes Dach über dem Kopf zu haben, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und einigermaßen gesundes Essen und eine mediale Berieselung, die das Ganze erträglich vorkommen lässt.
    Das soll nicht pessimistisch klingen, schließlich wären Milliarden Menschen froh, diesen Zustand einigermaßen sicher ihr eigen nennen zu können.
    Ob wir da „unten“ es dauerhaft ertragen können, dass es einigen da „oben“ frivol gut geht, ob eine Demokratie diese Unterschiede aushält, wird man sehen.
    Evt. sind Society-Medien wie Bunte, TheInsider.com und Spiegel dann der Kitt, der alles zusammen hält. Die unten bewundern die oben, benötigen sie als Projektionsfläche ihrer Träume, als Ersatz für dysfunktionale Kirchen, Parteien und andere sich selbst verwaltende Institutionen.

  70. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Alphons,
    habe heute erst diesen Beitrag gelesen und muß sagen: Respekt, Ihre Fachkenntnis in Bezug auf alte Automobile scheint ganz passabel zu sein und die Liebe zu den Alpenpässen teile ich mit Ihnen und dem Herrn Shylock, der Mille Miglia kann ich jedoch nach mehrmaliger Teilnahme nur noch sehr wenig abgewinnen, fahren Sie mal zum Gran Premio Nuvolari oder gleich nach Goodwood.
    Allerdings, nach Berlin-bashing jetzt Opel-bashing, ich hätte auch nicht das Selbstbewußtsein, hinter einem Lenkrad mit dem Blitz Platz zu nehmen, finde aber, daß
    1. manche Opel der letzten Jahre ein besseres Design haben als beispielsweise die Produkte des Herrn Bangle und
    2. eine Abhängigkeit von der Außenwirkung immer etwas kleinbürgerliches hat, ich nehme mich da selbst nicht aus und
    3. die Definition über die Automarke ein bißchen von gestern ist.
    Auch Opel-Fahrer mit Berliner Kennzeichen können sehr nette und kluge Menschen sein!
    Herr Wolfram500,
    Sie müssen etwas falsch gemacht haben! Ein gut gepflegtes, altes Automobil bleibt in der Regel nur dann liegen, wenn man es nicht artgerecht behandelt. Und wenn es liegen bleibt, braucht man kein abgeschlossenes Informatik-Studium, um es wieder zum Leben zu erwecken! Außerdem verliert es nicht an Wert, wird (selbst in Berlin) nicht so schnell zerkratzt und macht viel mehr Spaß. Versuchen Sie es doch einmal mit einem Engländer!

  71. Hugoservatius, wann immer ich...
    Hugoservatius, wann immer ich den Jaufenpass fahre, ist ein Opel drin. Und er ist immer langsam. Nur das vorletzte Mal war der Opel schon im Passeier Tal vor mir, und dazwischen ein Dutzend anderer Gefangener, die ich einen nach dem anderen überholen musste. Was im Passeier Tal nicht gerade die wahre Freude ist. Oben auf dem Pass habe ich dann 40 Minuten essen, photographieren und warten können, bis der breite Opel mit der Schlange dahinter kam.
    .
    Ich habe ein Recht, über Opel schlecht zu reden.

  72. Herr Alphons,
    meine Erfahrung...

    Herr Alphons,
    meine Erfahrung ist leider immer wieder die folgende:
    Sella-Paß, 9.30 Uhr, die Morgensonne vertreibt langsam die letzten Nebelschleier und wärmt das offene Cockpit, uneinsehbare Spitzkehre, anbremsen, Zwischengas, zweiter Gang, am Scheitelpunkt herausbeschleunigen, ca. 4000 Touren und dann:
    EIN HÖLLÄNDISCHES WOHNMOBIL, komplett mit Fahrrädern hinten d’rauf und kleinem Anhänger für den Kartoffelsalat, mitten auf der Straße und unter dem Ausstoß von Dieselwolken mühsam die 20 km/h-Marke erreichend!!! ICH HASSE SIE!!!

  73. Ich sage es mal so: Ein Elend...
    Ich sage es mal so: Ein Elend kommt selten allein.
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    Schwarz und gelb, das sind die Farben des Todes am Berg. Da helfen nur PS. PS und nochmal PS, und die Bereitschaft, den Holländer mehr zu terrorisieren, als er einen terrorisiert. Dann gehen die schon beiseite.

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