Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Politik am Katzentisch der feinen Leute

| 154 Lesermeinungen

Da war doch mal was. So Politiker, die sehr laut und indezent sagten, dass die bankenwelt unbedingt striktere Regeln bräuchte, dass sie jetzt aufräumen würden mit überzogenen Boni und riskanten Geschäften, auch bei den von ihnen beaufsichtigten Landesbanken. Passiert ist eigentlich nichts. Schlecht für den Staat, aber gut für den Fortgang der Umverteilung.

Eine Revolution ist sicher die autoritärste Sache, die es gibt, ein Akt, durch den ein Teil der Bevölkerung seinen Willen dem anderen Teil durch Flinten, Bajonette und Kanonen, alles das sehr autoritäre Mittel, aufzwingt; und die Partei, die gesiegt hat, muß ihre Herrschaft durch den Schrecken, den ihre Waffen den Reaktionären einflößen, behaupten.
Wladimir Iljitsch Lenin, Staat und Revolution

Auch, wenn es meiner Klasse nicht gefallen mag, und ich mich damit von der ein oder anderen Einladungsliste für Gartenpartys streiche: An massiven Steuererhöhungen für die bessere Gesellschaft führt in der aktuellen Lage kein Weg vorbei. Der Staat braucht Geld für die Behebung von Schäden, die durch einen Finanzkapitalismus entstanden, dessen Ursachen in den sozialen Veränderungen der letzten 25 Jahre liegen: Durch den rapide steigenden Reichtum der Oberschicht, durch die politisch geförderte Umverteilung von unten nach oben entstanden Vermögen, die zu groß waren, als dass man sie wie früher nur in realen Werten hätte anlegen können. Diese Reichtumsblase, dieses Geld, das dem Konsum entzogen wurde, suchte neue, renditeträchtige Anlageformen.

Der sträflich gefährlichen Erfindungen der New Economy, der Derivate und der Hedge Fonds standen und stehen vermögende Kunden gegenüber, die mehr Zinsen, mehr Profit, mehr Akkumulation von Reichtum wollten – und heute feststellen, dass sie ihr Geld nicht durch die Weltrevolution, sondern durch ein, sprechen wir es ruhig mal aus, weitgehend bankrottes Weltfinanzsystem mit anschließender Inflation verlieren werden, dank der Neigung der Staaten, wie England Geld zu drucken , oder wie Irland zukünftige Pensionszahlungen in kaputte Banken zu stopfen – etwas, das den USA mangels Pensionen verwehrt ist.

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Nun sind wir in Deutschland in einer relativ komfortablen Situation. Statt den Sozialstaat zu plündern oder die Geldpresse anzuwerfen, gibt es wirklich viele Reiche, denen eine Zwangsanleihe oder ein höherer Spitzensteuersatz bei gestrichenen Steuervorteilen nicht wirklich weh tun würde. Das Privatvermögen ist auch nach anderthalb Jahren Weltwirtschaftskrise immer noch so groß, dass man Österreich oder andere verschuldete Balkanstaaten einfach aufkaufen könnte, und genug für die kommenden Jahre der Dürre hätte. 

Würden sich die Reichen entschließen, das kommende Jahr nicht so elend zu sparen, sondern in Saus und Braus zu leben – hier ein 6er BMW für den Sohn, bald eine amüsante Weltreise, luxuriöse Gartenfeste, die gesellschaftliche Ächtung von Müllkaufhäusern und der Bildzeitung, vielleicht eine kleine Villa am See, einige Privatdrucke oder ein paar Kubikmeter Leipziger Schule für den Hobbykeller – würde es der Wirtschaft blendend gehen. Weil aber die bessere Gesellschaft genau das Gegenteil macht, und Discounter und Gossenmedien, deren leitende Mitarbeiter nicht den Eindruck machen, man könnte risikolos auf ein herausragendes Verhältnis zum Thema Tischsitten wetten, auf dem Vormarsch sind, gibt es als Rezept für diese unschöne Sparsamkeit wie aus dem „Blockviertel“ eigentlich nur eines:

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Diejenigen, die überproportional profitiert und das ganze Unheil durch ihre Begierde nach Geldanhäufung mit angerichtet haben, auch zahlen zu lassen. Wenn man die feinen Leute erst mal vor die Wahl stellt, das Geld dem Finanzamt zu geben, oder es im Konsum zum allgemeinen Wohle zu verschwenden, werden sie wieder anfangen, ihre Sofas mit Stoffen für 300 Euro den Meter zu beziehen, teure Autos zu kaufen und Immobilien zu restaurieren, und damit ihre Geldanhäufung wieder in Umlauf zu bringen. Nirgendwo steht geschrieben, dass Umverteilung in maroden Bankbilanzen enden muss.

 Außer, und das ist die Krux, in der Veranlagung der Regierenden. Ich will beileibe nicht behaupten, dass Personen wie Graf Lambsdorff ein Ausbund an sozialem Ausgleich waren, aber es scheint, dass nichts die bessere Gesellschaft besser mästet, als Regierungen, die von politischen Aufsteigern aus unluftigen Nichthöhen geleitet werden. Dass sich reiche Politiker selbst bedienen und vom Waffenlobbyisten Geldkoffer erhalten, liegt in der Natur der Sache und gilt fast schon als Brauchtumspflege. Der Wunsch, dabei zu sein, die Anbiederung, das Reindrängeln, das Hofieren der übrig gebliebenen Reste der besseren Gesellschaft dagegen wurde Kleinbürgern und der Mittelschicht perfektioniert. Der streberhafte Kohl, der Brioni-Schröder, der industrielle Clementismus, der Championsleague-Stoiber und nicht zuletzt das wirtschaftsbeirateske Teuerfriseuraussitzen merkelscher Prägung, das alles steht für eine Anbiederung an Kreise, die hintenrum vermutlich nicht wenig maliziös lächeln, über die Bereitwilligkeit, mit der Politiker aus weniger begüterten Kreisen für einen Brocken Anerkennung vieles zu tun bereit sind.

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So ein Politiker gewöhnt sich natürlich schnell und früh an die Annehmlichkeiten gesellschaftlicher Akzeptanz, die ihm einen begrenzte Zugang zu den besseren Kreisen gewährt. Jedem ist klar, dass er von Opern nichts versteht, aber man lässt es ihn nicht wie der Metzgermeistersgattin spüren. Man bedrückt ihn nicht mit Erzählungen von besseren Vorfahren, die er sich allein schon aus Wahrung der Volksnähe nicht erfinden darf. Man verdreht nicht die Augen, wenn der Politiker das Areal um seinen Teller in ein Kabul en miniature verwandelt, und gibt ihm nachher eine Zigarre. Man ist nett und freundlich, solange man das bekommt, was man möchte, kurz, man behandelt ihn zuvorkommend wie den Blockbewohner, der mal eben kostenlos die Heizung repariert.

Den Liebesentzug der normalen Bevölkerung, aus der er stammt, und die ihn mehrheitlich für diese Abstammung gewählt hat, bekommt so ein Politiker nur durch TV-Übertragungen zu spüren, die Mittel, mit denen sich die bessere Gesellschaft enttäuscht zeigt, fühlt er in dem Umfeld, dem er angehören möchte, und das ihn je nach Bedürfnis aufwerten oder ausschliessen kann.

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Eigentlich sind diese Politiker mit dem Drang nach gesellschaftlicher Anerkennung traurige Gestalten. Sie können und wollen nicht zurück, denn unten hat man mit ihnen Rechnungen offen. Sie können aber auch nicht wirklich nach oben, denn dafür fehlen ihnen Tradition und Geschichte. Diese Politiker sind die Neureichen der Macht, sie werden später in Wirtschaftsposten gehoben und hoffen, dass sich ihre Kinder nach oben heiraten, um so eine Art Dynastie zu gründen, die aber in Deutschland nie die Dimensionen der Kennedys oder Bushs erreichen wird – zu arm, zu mittelmässig, zu langweilig.

Sie stolpern und haspeln also durch eine Welt, die nicht die ihre ist, sie tanzen gequält auf der Gala und sind froh, wenn sie danach im Bademantel daheim sitzen können.  Sie reden zu viel mit Journalisten, in denen sie artverwandte Türenkratzer der besseren Gesellschaft finden. Man kann es ihnen nicht verdenken, dass sie nach oben wollen, dazu sind sie ja Politiker. Nur: Im Ergebnis gibt es fast zwei Jahre nach Ausbruch der Krise immer noch viel Geld für kaputte Banken, aber keine Gesetze, die Kontrollen wirkungsvoll verstärken, Strafen androhen und die Grundlagen für verantwortungsvolles Handeln an den Finanzmärkten bilden – sicher zum Schaden hoher Renditen, aber auch zum Nutzen der Gesellschaft.  Die Regulierung aber würde bedeuten, die Instrumente der Umverteilung zu begrenzen, was sicher kein Vergnügen ist, wenn man bei denen akzeptiert sein möchte, die an solchen Mechanismen wie die Junkies am Heroin hängen.

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154 Lesermeinungen

  1. Das sind die Denkmuster der...
    Das sind die Denkmuster der Weimarer Republik, die scheinbar einfache Erklärungen und wirksame Handlungsrezepte liefern.
    So einfach ist alles eben nicht. „Die Reichen“ suchen nach Anlagen ausserhalb der realen Werte? Weder die Quandts noch die Schaefflers noch die Albrechts haben ihr Vermögen auf Konten herumliegen, wo man es abbuchen könnte. Höhere Steuern bedeuten Einsparungen in Unternehmen, bestimmt nicht am Lebensstandard dieser Familien. Neid führt nicht weiter.
    Nein, man kann auch marode Banken nicht einfach sich selbst überlassen, weil dann Ihre und meine Altersversorgung zum Teufel wäre. Zum Beispiel.
    Weil Hartz IV wirklich nicht mehr zum Leben reichen, weil der Begriff „Hunger“ für breite Schichten in Deutschland begreifbar würde. (Ich weiss, was Hunger ist, denn ich wurde 1942 geboren).
    In Wirklichkeit scheint die Dimension der Krise den rationalen Umgang mit ihren Ursachen und deren Beseitigung zu erschweren. Lenin hat genausowenig den richtigen Weg gewusst wie Marx oder Engels. Das hat die Geschichte sehr deutlich gemacht. Diese Rezepte wieder hervorzukramen heisst nur, Hilflosigkeit zum Leitmotiv zu erheben.

  2. "Auch, wenn es meiner Klasse...
    „Auch, wenn es meiner Klasse nicht gefallen mag, und ich mich damit von der ein[en] oder anderen Einladungsliste für Gartenpartys streiche…“
    deswegen von einer gästeliste gestrichen zu werden?
    patrizier sein heisst doch u.a. auch grosszügig sein, ja?
    der ahnungslose kleinbürger wundert sich…

  3. Nun, was lenin sehr genau...
    Nun, was lenin sehr genau gesehen hat, gerade im oben zitierten Werk, ist das Problem der „Kleinbürger“, in einem zerfallenden System als etwas anderes als Besitzstandswahrer zu sein.
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    Abgesehen davon geht es ja nicht um Enteignung, sondern nur um den simplen Grundsatz der Solidargemeinschaft, und die paar Dutzend Milliarden, um die es geht, werden die fraglichen Personen durchaus zur Verfügung haben. Dass solche Familien auch weiterhin nicht Dosenessen servieren, finde ich ja gut und richtig. Das Problem ist gerade der Nichtkonsum, der dann ein vollkommen unproduktives Finanzwesen generiert.

  4. In diesen Kreisen gibt es...
    In diesen Kreisen gibt es einen beliebten Spruch, und der lautet „De nehma uns ois“ – die nehmen uns alles. Man ist dort der festen Überzeugung, dass, wenn es überhaupt Opfer des Staates gibt, sie selbst ganz vorne beim Bluten mit dabei sind. Keiner würde gleuben, von der Umverteilung profitiert zu haben. Wenn man dann noch kommt und sagt, dass sie entweder von ihrer sinnlosen Knauserei runterkommen oder einen teil des Vermögens opfern sollen, um Systeme wie die Renten nicht zu gefährden oder eine Inlation sondersgleichen zu erleben, könnte man auch ein Skunk mitbringen. Der Wunsch nach Mitleid ist gerade enorm ausgeprägt, nicht aber nach Kopfwaschen.

  5. Ich verstehe nicht, wieso...
    Ich verstehe nicht, wieso höhere Steuern auf _Privatvermögen_ gleichbedeutend mit _Einsparungen in Unternehmen_ sein sollen. Wo besteht da der Zusammenhang?
    P.S.: Wieso kann ich ohne JavaScript eigentlich nicht kommentieren?

  6. Wer sagt denn, dass das System...
    Wer sagt denn, dass das System „zerfällt“ – wo steht geschrieben, dass irgendetwas besser würde, wenn die Besitzstände nicht erhalten blieben? Wann ist je etwas dauerhaft „besser“ geworden, was Menschenwerk war?
    Ich kann die emotionale Haltung verstehen, die alle Probleme mit einer „Weltrevolution“ lösen möchte. Neuanfang. Das wär’s doch(!?)
    Aber wir haben (noch) die Chance, einen totalen Absturz vor einem generationenlangen Wiederaufstieg (den Sie und ich nicht mehr miterleben würden) zu vermeiden; dazu brauchen wir unter anderem auch Politiker, die „konservierend“, nicht radikal handeln. Damit sitzen sie noch lange nicht „Am Katzentisch der feinen Leute“-sie machen in gewisser Hinsicht nur deren Mist weg. Dafür muss man nicht dankbar sein, aber man sollte sie auch nicht beschimpfen.

  7. Ihre Politikerkategorisierung...
    Ihre Politikerkategorisierung hinkt gewaltig. Natürlich führen sie ein paar Auswüchse der Mittelschicht auf, die sich zu gerne durch die höheren Kreise stolpern. Aber eigentlich ist sowas auch oft ein Mittel für die höhere Sache. Es geht um Kompetenz und nicht um Knigge! Gottseidank gibt es noch ein paar Personen dieser Sorte in der Regierung, die einen guten Mittelweg finden können. Demgegenüber kann man ja als wunderbares Beispiel Herr von Guttenberg stellen, der sicher weiß wie der Löffel am Tische zu führen, das Leiten eines Unternehmens oder gar eines Ministeriums dagegen sehr fraglich ist.

  8. Wie schön, dass es so edle,...
    Wie schön, dass es so edle, gute Ritter gibt wie Don Alphonso:
    Ich bin dagegen ein Unternehmerschwein. Wir haben einen Familienbetrieb mit 1500 Leuten. Es wurde in den letzten 20 Jahren nur Geld für Steuerzahlungen entnommen. Der Rest der Gewinne sind im Unternehmen verblieben. Wir sind einer der Betriebe, die eine der höchsten Ausbildungsquoten in der Republik haben. In den Krisenzeiten, Anfang der 90er, wurde dreiviertel des Familienvermögens zurück in den Betrieb investiert, um die Arbeitsplätze zu halten. Klar: Vermögenssteuer – super Idee. Woher nehmen? Wir können dann nur den Betrieb stärker beleihen, oder Kredite aufnehmen. Wir waren dämlich: wir haben den Betrieb nicht genug ausgeschlachtet, dass wir nun Ihre edlen Forderungen erfüllen können – erst recht nicht in der Krise. Ich kenne mehrere Familienbetriebe auf die das hier beschriebene ähnlich zutrifft. Leider bin ich als schlechter Mensch auf die Welt gekommen. Aber wir haben ja Herrn Don Alphonso. Der ist gut, weise und edel. Der sagt jetzt wo es langgeht. Endlich wächst wieder zusammen, was zusammen gehört. Don Alphonso ist sozialistisch…und national…. kommt mir bekannt vor.

  9. Kompletter Unsinn. Es lohnt...
    Kompletter Unsinn. Es lohnt sich nicht, die vielen Denkfehler und die Realitätsferne aufzuzeigen. Denn man soll auf ein dummes Geschreibsel nicht in ernsthafter Weise eingehen. Nichts als überkandidelter Neidsozialismus. Würde eher in die ZEIT der roten Gräfin Dönhoff passen. Die FAZ ist auch nicht mehr das was sie war.

  10. @ Robert B.: Steuern auf...
    @ Robert B.: Steuern auf Vermögen gibt es derzeit in Deutschland nicht. Nur auf Einkommen. Aber selbst, wenn es Vermögenssteuern wieder gäbe, würden diese selbstverständlich auch auf Firmenwerte zu entrichten sein.
    Es geht darum, dass die wirklich grossen Vermögen eben in Unternehmen stecken, nicht bar auf Konten liegen. Wenn man da ran will, muss man es aus den Unternehmen nehmen.

  11. Wo ist hier was von national?...
    Wo ist hier was von national? Und wo steht hier was von Besteuerung von Investitionen oder Firmenvermögen?
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    Aus der Anonymität heraus erzählen kann man viel, aber letzthin gab es beim Handelsblatt die schöne Meldung, dass der Kapitalzuwachs bei Schäffler den Eindruck erweckte, als habe da jemand grosszügig abgehoben. Und soweit ich die Sache im Blick habe, ist der Markt der Vermögensverwalter in Deutschland in den letzten Jahren auch nicht gerade kleiner geworden. Es gibt extreme Auswüchse dieses Systems wie den grauen Kapitalmarkt, und bevor die Leute ihr Geld bei amerikanischen Gewerbeimmobilien verzocken, ist mir eine Steuer weitaus lieber.
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    Also tun Sie mir den Gefallen und lesen Sie, was da oben steht. Wenn Sie es immer noch besser finden, wenn ein Staat den irischen Weg geht und die Pensionszahlungen in Banken steckt, statt sich etwas bei denen zu holen, die in den letzten jahren blendend verdient haben, dürfen Sie das natürlich auch sagen. Aber bitte keine Unterstellungen.

  12. Kompletter Unsinn. Es lohnt...
    Kompletter Unsinn. Es lohnt sich nicht, die vielen Denkfehler und die Realitätsferne aufzuzeigen. Denn man soll auf ein dummes Geschreibsel nicht in ernsthafter Weise eingehen. Nichts als überkandidelter Neidsozialismus. Würde eher in die ZEIT der roten Gräfin Dönhoff passen. Die FAZ ist auch nicht mehr das was sie war.

  13. liberalissimo, mir ist...
    liberalissimo, mir ist durchaus klar, dass ich auf Ihre Gartenparty nicht eingeladen werden würde. Trotzdem fände ich es ausgesprochen erbaulich, wenn Sie sich auf meiner virtuellen Gartenparty der Argumente und nicht nur der Phrasen bedienten. Sie können natürlich auch sagen, was Ihnen lieber wäre: Eine bankrotte Commerzbank, ein abgesagter Deal zwischen DeuBa und PoBa?

  14. @ Unternehmerschwein
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    Jetzt...

    @ Unternehmerschwein
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    Jetzt sein Sie mal nicht so. Das bisschen Geld für die Obersten-Dausend-Zwangsanleihe kriegt man doch mit ein bisschen Steuerlochdurchschlüpfen locker wieder rein. Und wenn das dann doch nicht gehen sollte, sparen Sie das bitte bei den Gehältern ein, die Belegschaft wird es solidarisch danken. Oder Sie verlagern bitte Teile des Unternehmens ins Osteuropäische Ausland.
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    Wenn das alles nicht hilft, dann fahren Sie bitte mit dem Don das nächte „Fränkli-Ball“ Rennen in die Schweiz mit. Sie können sich hier doch informieren wie das geht.
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    Mal ehrlich, das Sprichwort sollte heissen: „So ehrlich das ihn die Schweine beissen“.

  15. Ja Don Alfons, wenn das...
    Ja Don Alfons, wenn das funktionieren würde, hätten unsere überaus mittelmäßigen und vor allem denkfaulen Politiker das längst gemacht. Bis tief in die Wählerschaft der CDU hinein ist das Schröpfen von Milliardären durchaus populär, die 5000 Stimmen aus dem Umfeld der Milliardäre können vernachlässigt werden. Wenn wirklich Geld von Staatswegen besorgt werden muss, dann von den „Armen“. Nur da ist richtig was zu holen. Einmal wegen des großen Multiplikators. Und zum zweiten: Großes Geld ist scheu wie ein Reh und schnell wie ein Hase. Und ruckzuck über die Grenze. Und da muß auch keiner mit Koffern im Gebirge herumfahren. Die ungerechteste aller Steuern belegt das. Denn die Mehrwertsteuer ist nicht nur die ungerechteste, sondern auch die ergiebigste Steuerart. Das Aufkommen ist deutlich höher als die Einkommenssteuer. Ungerecht ist sie deshalb, weil ein „Armer“ sein Einkommen Monat für Monat restlos oder fast restlos ausgeben muss. Bei Geldanlagen fällt sie nicht an.

  16. Werter Don, ist das nicht sehr...
    Werter Don, ist das nicht sehr wohlfeil, die veröffentlichte Mehrheitsmeinung hier aufzuwärmen ? Das nachzubeten, was von Münteferings, Nahles und Lafontaines einerseits sowie Klebers und Journalisten-Kollegen andererseits als „Wahrheit“ dem geneigten Publikum verkauft wird ?
    Natürlich geht es darum, wenn es zwangsläufig gilt, dem ängstlichen Publikum das Gürtel-Engerschnallen zu erklären, auch Schuldige zu präsentieren. Diese müssen natürlich eine gesellschaftliche Minderheit sein. Wo persönliche Verluste und Abstriche unvermeidlich sind, muß es auch jemanden geben, den man dafür verantwortlich machen kann, dem man den Schwarzen Peter zuschieben kann.
    Ich darf dem geneigten Leser versichern, dass die wenigsten „Reichen“ mit Derivaten und sonstigem „Teufelszeug“ reich geworden sind, wie die Mehrheitsmeinung oder z.B. Münte exkulpierend behauptet, um die angeblich Schuldigen, die sinnigerweise auch identisch sind mit denen mit den breiteren Schultern, auch mehr belasten zu dürfen.
    Sicher gibt es auch die „De nehma uns ois“-Haltung in der Münteferingschen Zielgruppe, aber die Paranoia ist nicht weit, wenn ständig nach neuen Steuererhöhungen gerufen wird. Und wie schon mal hier geschrieben, Angst haben müssen eigentlich nur die, die etwas haben, denn ihnen kann genommen werden, sowohl durch die Finanzkrise als auch durch den Fiskus. Wer nichts auf der Bank hat, ist dem gegenwärtigen „psychischen Leidensdruck“ auch nicht ausgesetzt.
    Und den Slogan „Umverteilung von unten nach oben“, sicherlich gepaart mit „alles für alle, und zwar sofort“, hätte ich vom Sozialromantiker Don natürlich nicht erwartet.

  17. Wolfram500, ich mache mir...
    Wolfram500, ich mache mir Lenin da absolut nicht zu eigen, der Witz ist aber: Laut Marx würde die Akkumulation den kapitalisten via Weltrevolution ins Verderben reissen. Nun zeigt sich, dass es auch ohne Aufstand der Massen geht. das ist ein wunderbarer historischer Treppenwitz, auf den hinzuweisen ich mir erlaubt habe.
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    Dass es bei Umwälzungen immer mehr Verlierer als Gewinner gibt, ist klar. Dummerweise haben wir jetzt aber eine Umwälzung der allerheftigsten Sorte, ganz ohne bewaffnete Proletarier, und man muss da irgendwie was tun, damit der Laden wieder läuft. Staatsverschuldung? Hyperinflation? Bankenverstaatlichung und verlorenes Jahrzehnt a la Japan? Oder eine gemeinsame Anstrengung unter Einbeziehung jener, die überdurchschnittlich gut verdient haben?

  18. So isses, Don Alphonso. Sie...
    So isses, Don Alphonso. Sie zeichnen da ein Sitten- bzw. Politikergemälde von geradezu Grosz’scher Hässlichkeit, wie selbst der Altmeister dies nicht hätte besser anlegen können. Und das aus diesem Munde! Chapeau! Mir ist, als müsste ich nach der Lektüre den Unrat aus meinen Augen waschen… PS. Peripher, aber da Sie schon mal Wladimir Iljitsch zitieren: war er es nicht, der (sinngemäß) sagte, der Deutsche könne schon allein deshalb keine Revolution machen, da er zuvor eine Bahnsteigkarte lösen müsste?

  19. Umverteiler, ich war diese...
    Umverteiler, ich war diese Woche in Rottach-Egern. Da gibt es beige Rentner-Sackjacken mit Pelz für 4.500 Euro. Und es kamen in ein paar Minuten zwei Benteys und ein Rolls Royce vorbei. Deutschland ist in seinen Spitzen ein enorm reiches Land, und es ist doch wirklich nichts dabei, das hier offen anzusprechen: Es gibt riesige Vermögen auf der einen Seite, und eine Notlage auf der anderen Seite. Nun ist die Notlage gerade dabei, die Vermögen in einem Umfang zu vernichten, wie kein Finanzamt das je tun könnte. Wäre es also nicht sinnvoll für die Vermögensbesitzer, dazu beizutragen, dass die Notlage gemindert und damit auch ihr Vermögen geschont wird?.
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    Mag ja sein, dass das Kapital ein scheues Reh ist, aber aktuell haben wir eine veritable, globale Notlage – man kann es gern woanders versuchen, bittschön, aber nicht wundern, wenn sich die tollen Investmentalternativen in 3 Monaten als die neuen Brandherde herausstellen.

  20. Eigentlich müssten...
    Eigentlich müssten diejenigen, die Sie meinen, gerade jetzt besondere Lust zu augenfälligem Konsum empfinden. These: Diejenigen, die heute das Geld haben, sind eben nicht die feinen Leute, sondern die zu Geld gekommene Arbeiterklasse. Beim Staat ist das Geld leider nicht besser aufgehoben, die sind auch allesamt depressiv.

  21. @ Don
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    Zwischenfrage: wie...

    @ Don
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    Zwischenfrage: wie viele Einkommensmillionäre und wie viele Vermögensmilliardäre gibt es im schönen Lande D, die wir zur Ader lassen könnten?
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    Persönlich hätte ich wenig dagegen denen z.B. die innenstädischen Immobilien zu entreissen um dann … ja was dann … die an Heuschrecken zu verkaufen die sich daran übernehmen und dann einen Bailout brauchen … nein, verdammt …
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    Die bessere Lösung: jeder Einkommensmillionär muss sich – und jedem Familienmitglied – jedes Kalenderjahr einen Opel In*ignia zwangskaufen (Vollausstattung). Das hätte, neben der Opel-Rettung, den schönen Nebeneffekt das man die an der Ampel erkennt und ausgiebig schmähen kann. Eine angemessene Strafe für Sozialfeindlichkeit wäre das Kauern im Opel ja auch noch.

  22. wow, alle Achtung!...
    wow, alle Achtung!

  23. Es waren ja gerade die...
    Es waren ja gerade die höheren Steuern die dazu beigetragen haben die Profit-Gier zu erhöhen. Weil man „Reichen“ heute bis zu 60 % ihrer Einnahmen wegnimmt, wurde der Wunsch laut, mehr Rendite zu bekommen. Das hat den ganzen exzessiven Rendite-Kreislauf ja erst angekurbelt. Der Staat schreibt vor und die Bürger, auch die Reichen, reagieren. Man muss bei der Prozesskette schon ehrlich bleiben. Es ist ja nicht umgekehrt. Nicht die Bürger oder die Reichen sind die, die diesen Prozess verschärft haben, sondern die Politiker und der Staat. So nach dem Motto, wenn es viele Reiche gibt, erhöhen wir die Abgaben, damit – wir – „der Staatsapparat“ mehr haben. Und noch eines, der Staat kann sich seine Bürger nicht aussuchen, die können abwandern, aber die Bürger können sich den Staat aussuchen. Das ist bereits in Deutschland in massivem Maße in den letzten Jahren passiert und hat Deutschland schon richtig geschadet. Übrigens sollte man dabei kein Land pauschal (z.B. nur Steuern) mit dem anderen vergleichen, denn diese Vergleiche hinken. Erhöht die Steuern für Reiche in Deutschland, dann werden diese abwandern und es bleibt keiner mehr übrig der noch in Deutschland in Arbeitsplätze investieren will oder hohe Steuern zahlt. Mit ollen Kammelen, Lenin, etc. zu kommen ist ungefähr so als ob man auf der Cebit mit dem Rechenschieber herumfuchtelt. Ich hoffe wir sind zweihundert Jahre weiter im Kopf. Deutschland muss ein Klima für Reiche, Wohlhabende und Investoren schaffen und nicht umgekehrt. Denn nur daraus entstehen Arbeitsplätze und werden Löhne gezahlt. Reiche können das auch in Dubai, Arme kommen da erst gar nicht hin. Auch wenn man solidarisch mit weniger verdienenden ist, sollte man Realist bleiben. Der Staatsapparat und die daraus resultierende Abgabenlast ist das Problem Deutschlands und der halben EU, nicht die Reichen. Die Diskussion ist mal wieder nur zur Ablenkung gestreut. Da lässt sich so schön auf der Emotionalität „Neid“ rumdrücken.

  24. etiterum, ich sehe das genau...
    etiterum, ich sehe das genau so und warte sehnsüchtigst auf meine silbernen Säulenleuchter.

  25. Unternehmerschwein ist meiner...
    Unternehmerschwein ist meiner Meinung nach ein passendes Beispiel für eine ganz bestimmte Problematik. Das servile Verhalten des Mittelstandes gegenüber dem Finanzfeudalismus hat in Deutschland lange Tradition. Es zeigt sich klar und deutlich in der selbst auferlegten Denkblockade bei der Suche nach den Ursachen der Krise.
    Der Mittelstand wird nicht von unten sondern von oben ausgenommen. Allerdings fehlt der Charakter, um gegen seine Herrn zu revoltieren. Marx und der erfolgreiche Unternehmer Engels erkannten diese Problematik deutlich. Sie wussten, dass der blutleere Mittelstand nur durch die Unterstützung der Arbeiter zu einem Aufstand gegen seine Unterdrückung von oben getrieben werden kann.
    Heutzutage plappert der Mittelstand die Parolen nach die ihm von oben eingepflanzt werden. Sein wahrer Feind währe nach wie vor der Arbeiter, Angestellte und Hartz IV Empfänger. So entstehen charakterlich defizitäre Verhaltensweisen wie das rumtreten auf Schwächeren welches auch in der Politik mit Vorliebe praktiziert wird. Man denke nur an Mißfelder.
    Dabei sind es seine wirklichen Verbündeten im Kampf gegen die finanzielle Enteignung von oben. Wer wird denn wohl die Zeche der Finanzkrise schultern müssen? Die angeblichen Feinde von unten sind es nicht – der größte Teil zahlt ja nicht einmal mehr Steuern. Die Zeche zahlt der Mittelstand.
    So gibt es nach dem weiterhin gültigen Spruch: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ nun einen wesentlich aktuelleren: „Wer ist der Dümmste im Land? Der Mittelstand!“

  26. Klar_und_hell,...
    Klar_und_hell, zufälligerweise wurde dieser Beitrag nicht in obigen Trümmern verfasst, sondern an einem ort, wo sich die Herren Sachs, beisheim und Schalck-Golodkowski einig sind, dass das Klime für reiche ganz exzellent ist. Und meine Heimatgemeinde hat nicht nur Berge und einen See, sondern auch einen famosen Hebesteuersatz, der die Region äusserst attraktiv macht. Ich überlege gerade, ob mir irgendeine Region einfällt, die für Reiche angenehmer sein könnte – Monte Carlo vielleicht. Die Kanalinseln und die Karibik. Aber sonst? Deutschland ist extrem reichenfreundlich, da muss man sich nur mal anschauen, was der Staat an Infrastruktur für Reichtum stellt: Opern, Museen, Theater…

  27. Alle Teilnehmer ohne...
    Alle Teilnehmer ohne Kinderstube oder leidend unter Wohlstandsverwahrlosung, welche es ja auch noch gibt, moegen doch ihre Vermoegen und Einkommen auf diesem Blog angeben! Ich unterstuetze den Don (wie immer) voll und ganz. Warum? Als wissenschaftlicher Nachwuchs werde ich im Land der Silberkannen in Britischen Peso bezahlt wie ein Hausdiener. Ist das korrekt? Wieviel Zinsen nehmen unsere reichen Brueder und Schwester pro Tag ein? Welche Vermoegen hortet Ihr, OHNE dafuer gearbeitet zu haben? Der Sponsor von Chelsea hat nicht mal Englisch gelernt.
    Das Problem im Beitrag des Dons liegt ganz woanders, naemlich in Bochum (wo auch er nicht hinfahren mag). Streiks fuer Zechen, Handyschrott und Automuell jederzeit, aber die Betonuni rettet keiner. Bildung und Forschung sind unerwuenscht. Ich hoere im Radio: Wieder eine Investmentbank verstaatlicht. Was bekommt denn und wie subsistiert das staatliche Bildungssystem?
    Lieber Don, meiden Sie die Gartenpartys unserer gierigen Zeitgenossen – Sie werden ihre Erfahrung mit der Inflation schon machen. Kommen Sie auf die Insel, hier sieht alles jetzt schon aus wie die DDR im Endstadium. Und alle Banken gehoeren dem Staat! Das ist UNDERSTATEMENT!

  28. @jaques B.: Ich kenn das nur...
    @jaques B.: Ich kenn das nur von Stalin: „Die Deutschen werden nie ein Revolution zustande bekommen, denn dazu müßte man ja den Rasen betreten.“

  29. Vielleicht noch etwas zum...
    Vielleicht noch etwas zum Thema Neid – ich hoffe, das wird gelesen, bevor wieder darauf rumgeritten wird: Ich empinde sowas nicht. Ich bin in einer sehr privilegierten Lebenslage, und ein Grossteil meines Umfeldes wäre massiv von meinen Vorschlägen betroffen. Trotzdem finde ich, dass man darüber reden kann, ohne gleich dem anderen Nazitum, Dummheit, Leninismus oder den Ruf nach dem Schafott zu unterstellen.

  30. Lieber Klar&Hell,
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    Die...

    Lieber Klar&Hell,
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    Die obersten Einkommensbezieher wurden über die letzten Jahre, genau wie die untersten Einkommensbezieher, entlastet. Belastet wurde der mittlere Einkommensbereich und das wesentlich.
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    Es handelt sich dort jedoch vorwiegend um Spiesser, sie sozialversicherungspflichtig arbeiten und und eventuell auch noch die Frechheit haben Familien zu betreiben und sich in Grenzfällen darüber hinaus unterstehen ihren Kindern Bildung einzutrichtern, was, wie wir gelernt haben, steuerlich und sozial ungerecht ist.
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    Das gehört bestraft, das ist doch wohl klar. Auch, aber nicht nur, durch das planvolle Abschmelzen von deren Altersvorsorge und Absicherung vor den Folgen der Arbeitslosigkeit.

  31. Witzig, wie die Zielgruppe der...
    Witzig, wie die Zielgruppe der FAZ hier sofort rot sieht, wenn jemand höhere Steuern fordert. Allerdings stimmt, dass die Argumentation nicht ganz logisch ist. Eine höhere Vermögenssteuer führt nicht unbedingt zu mehr Konsum sondern nur zu anderen eventuell unerwünschten Formen der Steuervermeidung. Man könnte überlegen, ob man am Rädchen Einkommenssteuer oder Umsatzsteuer dreht, weil: das ist die Besteuerung von Zufluss und Abfluss aber nicht von Substanz (Vermögenssteuer). Substanz – also das Vermögen – ist an sich neutral. Wirksam wird Vermögen erst, wenn es ausgegeben wird. Entweder für den Konsum. Ob das gut ist oder nicht, darüber kann man natürlich auch noch streiten. Oder aber es wird investiert mit Steuervermeidender Wirkung. Und genau da setzen die Tricksereien der Milliardäre bis runter zu den Vermögenden an. Zu hinterfrage wäre also, was wirklich steuerfrei sein soll? Z.B. eine Stiftung, die nichts anderes ist als eine langfristig strategisch orientierte Marketingabteilung eines Konzerns und deren Stiftungszweck die Beeinflussung und Korruption der Politik durch Gewährung von „Annehmlichkeiten gesellschaftlicher Akzeptanz“ durch „einen begrenzte(n) Zugang zu den besseren Kreisen“ ist? Der steuerbefreite Verkauf von Unternehmen, die dann Heuschrecken zum Zwecke der fremdfinanzierten Eigenkapitalrenditemaximierung ausschlachten? Die Investition in Verlustgeschäfte, nur um grundsätzlich dem Finanzamt ein Schnippchen zu schlagen? Der Missbrauch amerikanischer Steuervorteile durch investierende deutsche Kommunen und Städte?
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    Man könnte ja mal die These aufstellen, ob die Finanzkrise in Deutschland überhaupt Auswirkungen gehabt hätte, wenn es in all diesen Bereichen keine Steuersparmöglichkeiten gegeben hätte. Ich wage mal die steile These, dass wir – genauso wie Afrika – von der Krise komplett verschont geblieben wären, hätten die Politiker in der Vergangenheit gegenüber den „Reichen und dadurch Mächtigen“ mehr Rückrat bewiesen. Natürlich international, denn als Exportland sind wir natürlich noch von den Krisen anderer Länder abhängig.
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    Vermögenssteuer wäre für mich also nicht der Lösungsansatz, sondern eine Bereinigung oder besser noch Abschaffung der unendlichen Möglichkeiten für Steuerbefreiungen und -minderungen, die maximal nur von den „Reichen und dadurch Mächtigen“ genutzt werden können.
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    Ansonsten hab ich nix gegen Vermögende. Allerdings sollten sie ihr Geld nicht für Tand ausgeben (Porsche, Kunst und Klöppelspitzen), sondern in einen Weltraumbahnhof in Peenemünde investieren. Ich finde, sowas fehlt uns hier in Deutschland. Das bezahlt bestimmt nicht der Steuerzahler. Aber ein Superreicher vom Schlage eines Bill Gates vielleicht? Nun gut, ich bin kein Kulturhistoriker. Der hat natürlich andere Prioriäten ;-)

  32. Werter Driver,
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    ich teile...

    Werter Driver,
    .
    ich teile Ihren Schmerz, möchte Sie aber bitten Ihren Stossseufzer:
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    „… Als wissenschaftlicher Nachwuchs werde ich im Land der Silberkannen in Britischen Peso bezahlt wie ein Hausdiener. Ist das korrekt? … “
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    ein wenig zeitgeistiger zu formulieren, nämlich so:
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    „… Als wissenschaftlicher Nachwuchs werde ich im Land der Silberkannen in Britischen Peso bezahlt wie ein Hausdiener. Ist das GERECHT ??? … “
    .
    Denn Sie haben, als wissenschaftlicher Nachwuchs, zweifelsohne ein Entitlement auf eine herausgehobene Behandlung, einen bevorzugten Lebensweg, Ruhm und Reichtum sowie willige Weiber. Sollte man Ihnen das nicht angedeihen lassen sollten Sie über moderne Formen der Unmutsäusserung, z.B. das Anzünden von Gesandtschaften skandinavischer Kleinstaaten, hypothetisieren.
    .
    Unser Mitgefühl, auch wegen der spürbaren Gerechtigkeitslücke, wäre Ihnen sicher.

  33. Was wir erleben, ist der...
    Was wir erleben, ist der Absturz des absolutistisch herrschenden Wachstumszwang-Rumpelstilzchen, das sich mit einem simplen Wirtschaftssteuerungstrick etabliert hat. Dieser Absturz gibt uns die Chance, den Konfliktkampfweg des weltindustriellen Fortschritts zu verlassen und auf den kreativen, machtsystem-minimierenden Akzelerationsweg im Evolutionsprozess-Angebot überzugehen. Das alteuropäische, humanistische Befreiungs- und Erleuchtungsprojekt kann in einem spirituellen Liberalismus (= evolutionsprozess-logische zu Ende gedachter ORDOliberalismus) vollendet werden.
    Das hinreichende Know-How ist vorhanden. Die wissende und dazu entschlossene Bundeskanzlerin ist auch da. Alles läuft darauf hinaus, dass diese historische Chance der Krise in die öffentliche Diskussion tritt. ‚Nah ist, / Und schwer zu fassen der Gott. / Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.‘

  34. Liebe Herrentorte,
    .
    auch wenn...

    Liebe Herrentorte,
    .
    auch wenn ich Ihrer Argumentation ein dickes Tortenstück herausschneide, aber es gibt seit § 15b EStG (der Pizza-Paragraph) keine Steuer-Spar-Möglichkeiten mehr, und das seit Jahren.
    .
    Die „Steuerschlupflöcher“ die Sie vielleicht meinen mögen sind politisch gewollte Gesetzgebung, also mitnichten „Schlupflöcher“. Über den Sinn von z.B. der Tonnagebesteuerung liesse sich selbstverständlich trefflich streiten.

  35. Herrentorte, das Schöne ist...
    Herrentorte, das Schöne ist doch: Wenn hier jemand Zielgruppe der FAZ ist, dann bin ich das.
    .
    Trotzdem ist es in meinen Augen ein Kernproblem der Krise, wie gerade bei den Reicheren gehäuft und geknausert wird. Statt die Gelegeinheiten zu nutzen, wird auch bei Leuten, die es absolut nicht nötig haben, für eventuelle Notfälle gehortet. Der Griff zum Gold etwa. Dumme Barren und Münzen. Statt eine Frau damit einzudecken und mit ihr essen zu gehen. Man bunkert sich und das Geld ein und wundert sich, wenn die Liquidität aus dem markt verschwindet. Und da fände ich ein Drohszenario nett, das sagt: Entweder machst Du dicken Konsum, oder Du zahlst das Finanzamt, und das macht dann Konsum. Ich sehe natürlich auch die Probleme der Umsetzung, aber die Horterei ist wirklich ein verstärkendes Problem der Krise.

  36. Der Artikelschreiber erscheint...
    Der Artikelschreiber erscheint neidisch, sozialistisch und zu keiner Inspiration fähig.
    Leider komme ich zu dem Schluss, daß nur die gute, alte Hyperinflation die Dinge langfristig wird richten können. Das sagt so natürlich kein Politiker.
    Privateigentum muss Privateigentum bleiben.
    PS: Der obige Artikel hat mich zum Kommentar inspiriert, daher nehme ich den letzten Teil meiner Bewertung zurück.

  37. ja, es gibt eine sehr feine...
    ja, es gibt eine sehr feine Grenze zwischen anregender Unterhaltung zu Tische, wo die eine oder andere „unkoventionelle“ Idee debattiert werden kann, und irgendwelchen unverschämten Gedanken von Leuten, die ins Geld gehen. Die Reaktionen bleiben nicht aus. Eine Umverteilung von unten nach oben? Alles selbst verdient! Vor Jahren war die Umsatzrendite von 2% nicht aushaltbar und heute reicht die von 5% auch nicht (und wer redet schon über Eigenkapitalrenditen?). auch wenn die Nettokapitaleinkommen mit 550 Milliarden Euro im Jahr schon fasst die Nettolöhne und -gehälter erreichen (623 Milliarden im Jahr Bezugsbasis 2007, s. http://www.bmas.de/…/statistisches__taschenbuch__2008.html, sorry für etwas Statistik im belletristischen Salon). Das ist doch nur korrekt bei all der Mühe, die man sich macht. Die Steuern, die Konkurrenz, die unterqualifizierten Arbeitnehmer, die zu teuer sind, zu wenig flexibel und und und. Komisch ist nur dass radikale Vorschläge zur Lösung all des unternehmerischen Elends auch nie so recht goutiert werden. Natürlich gilt diese Leistungs- Lohnverhältnis nie für die da unten. „Sie wollen mehr Geld, weil ihr Risiko durch die Arbeitslosigkeit stark gestiegen ist, weil sie in den letzten Jahren auf Lohn verzichtet haben, weil sie mehr leisten? Ich bitte sie. Das gefährdet die Konkurrenzfähigkeit und in China warten schon Andere. Seien Sie froh , dass Sie einen Arbeitsplatz haben. Guten Tag!“ Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher Verhältnisse, kommen komischerweise auch nie auf. Und die unternehmerische Freiheit, die von staatswegen in die Welt gesetzt wird, will ja auch noch entlohnt werden! Man hätte ja auch anders können! Und wer da jetzt eine Drohung heraushört, nein nein, hier wird niemandem ein Willen aufgezwungen. Und die Antwort „wir können auch anders“ wäre sicherlich sehr unverschämt. Dafür gibts dann dann nicht mal mehr den Katzentisch.

  38. Don,
    .
    dann wäre doch das...

    Don,
    .
    dann wäre doch das Düsseldorfer-mit-ihren-Hühnern-an-Ostern-auf-Sylt-Verhalten eines, das man „den Reichen“ als neues Ideal vorscheiben sollte?
    .
    Nicht auszudenken, das man die armen Menschen dafür jahrelang verachtet hat. Sie haben immer alles richtig gemacht, nur wir waren zu doof es zu erkennen.
    .
    Das schmerzt.

  39. gewiss können die, die noch...
    gewiss können die, die noch reichlich haben – auch weil sie zuvor entsprechend profitierten, etwas abergeben. aber, wem? und was macht der dann damit? ich misstraue dem staat im umgang mit geld genauso sehr wie kaputten, unseriösen banken, mittlerweile.
    ich kann mich zurücklehnen, mich beträfe das nicht. besser noch, das betrifft mich dann viel mehr, wenn nicht passiert was sie schreiben. aber trotzdem können ihre nicht-mehr-zur-gartenparty-einlader ihr geld behalten. das erspart wenigstens weitere zynisch-blumige ankündigungen, das geld sinnvoll verwenden zu können, das zu wollen.

  40. Der Artikelschreiber ist...
    Der Artikelschreiber ist wohlhabend, lebt in einer bevorzugten Millionärsregion, obendrein erzreaktionär und plant gerade seine Reise zur Mille Miglia in einem britischen Klassiker. Nichts könnte also weniger zutreffen.
    .
    Und, wenn ich mal eine Frage stellen darf: Wenn die gute, alse Hyperinflation kommt, was bleibt dann vom Privateigentum auf Konten, Depots und Sparschweinen?

  41. Umverteilung von oben nach...
    Umverteilung von oben nach unten funktioniert in maximaler und evolutionsprozess-logischer Weise durch Zinssenkung – für risikofrei Anlagen in den Promillebereich. Alles Große ist bekanntlich einfach u n d leicht erreichbar. Man muß nur den Geniepunkt im Evolutionsprozess suchen und finden.
    ‚Zinspromille sind Menschheitswille‘ lautet eine der Merksätze der KREATIVEN.

  42. Lebemann, ich bin durchaus der...
    Lebemann, ich bin durchaus der meinung, dass mandeville mit der Bienenfabel ein ganz vorzügliches Buch geschrieben hat. Man muss die Düsseldorfer dennoch ächten, sonst wären es ja keine Düsseldorfer, aber wenn sie ihr Geld unter die Leute bringen, hat es wenigstens einen guten Zweck, dass sie Düsseldorfer sind. Wenn sie es aber nicht tun, bin ich für einen Stimulus, der keine Abwrackprämie ist, sondern eine klare Drohung.
    .
    Die Idee mit dem Insignia ist ganz hervorragend, oder wäre es – gibt es vielleicht eine Möglichkeit, sie zum Insignia zu verpflichten und Opel dennoch verschwinden zu lassen, bis sie nie wieder Astras bauen?

  43. Die Geldzirkulationsthese war...
    Die Geldzirkulationsthese war schon vor 100 Jahren falsch und ist es immer noch. Wer glaubt das sich eine Krise die durch übermäßigen Konsum ausgelöst wurde sich dadurch beheben ließe das man noch mehr konsumiert hat null,null Ahnung von Wirtschaft und sollte sich einfach gar nicht dazu äußern …

  44. Irgendwo bei 52.000 Euro...
    Irgendwo bei 52.000 Euro Jahreseinkommen ist man bei der höchsten Progression in der Steuertabelle in Deutschland. Macht 43 % = 22.360 Euro Steuern, plus Sozialabgaben, plus Mehrwertsteuer und andere Steuern macht das eben je nach Konsum des Beziehers 55 % oder 60 % vom Jahreseinkommen aus. Die Steuerkurve ist progressive, dass heisst unterhalb der 52.000 Euro wird der prozentuale Anteil immer kleiner, bis er irgendwo bei ca. 8.000 Euro im Jahr auf Null fällt (lediger, alleinlebend) . Über 52.000 Euro bleibt er gleich. D.h. jemand mit 3 Mio. Euro Einkommen zahlt ca. 1.3 Mio Euro Steuern und dazu noch so ein paar hunderttausend Euro Sozialabgaben. Er trägt ca. 58 mal soviel zu den Steuereinnahmen und Sozialabgaben bei, wie jemand der 52.000 Euro versteuert. Selbst wenn er alle möglichen Steuersparmodelle in Anspruch nimmt, und den Steuerbetrag auf die Hälfte reduzieren kann, zahlt er immer noch so viel wie ca. 30 Normalverdiener. Es gibt so viele Standorte in Europa die mittlerweile sehr attraktiv sind und weniger Steuern verlangen als Deutschland, dass es lachhaft ist, so zu tun Deutschland wäre das einzige Land in dem man glücklich sein kann. In vielen EU-Mitgliedsstaaten im Osten liegen die Spitzensteuersätze für Einkommensteuer bei 15 % oder 19 %. Das ist weniger als in der Schweiz. Unser Beispiel könnte durch den Umzug mal lässige 700.000 Euro Steuern sparen. Jedes Jahr, ganz legal und moralisch einwandfrei, weil er sogar was für die Belebung des Ostens tut.

  45. Ich möchte nochmal darum...
    Ich möchte nochmal darum bitten, hier entweder die Anwürfe so auszuformulieren und mit Argumenten zu unterfüttern, dass man reden kann, oder sich selbst an solche Ratschläge, den eigenen Schreibauslauf betreffend, zu halten. Ich denke, man wird zumindest darin übereinstimmen, dass die massenhefte Verschiebung vin geld in unproduktive Bereiche, die jetzt zusammenbrechen, nicht extrem weise ist, also sollte man damit etwas anderes machen. Das kann man hier gerne diskutieren. Aber den nächsten, der einfach nur rumplärrt, schalte ich erst gar nicht frei.

  46. Die Frage ist doch, kann...
    Die Frage ist doch, kann Staatsversagen mit geballtem Staatsinterventionismus kuriert werden ?
    Zuerst wird natürlich jeder „Rechtgläubige“ und „Medial-Indoktrinierte“ sagen: Was heißt hier Staatsversagen, das war doch der böse Manchester-Kapitalismus, der uns hier reingerissen hat. Führen wir uns doch mal vor Augen, was uns in die Krise geführt hat, wobei es massig Kenner der Materie gibt, die Krisen im „Kapitalismus“ für absolut normal und unvermeidbar halten und dennoch keinem anderen System mehr allgemeine Wohlstandsvermehrung zutrauen, weil die Knappheit der Produktionsmittel zu ihrem optimalen Einsatz führt.
    Die politisch abhängige FED hat 2001 nach dem Platzen vom New Economy Bubble und nach 9/11 die Geldschleusen geöffnet und das Zinsniveau dauerhaft unter die US-Inflationsrate gebracht. Ergebnis: kein vernünftiger US-Bürger sparte mehr, vielmehr war das Motto „shop till you drop“, gerne auch auf Pump. Die am Aktienmarkt 2001 qua Mini-Crash abgebaute „Vermögenspreisinflation in Aktien“, auf der natürlich ein Großteil der Altersvorsorge der Amerikaner aufgebaut ist, ließ den Amerikaner sich ärmer fühlen. Billiger Kredit, und zwar für jeden, auch sogenannten NINJAs (no income, no job, no assets), trieb die durch die FED in zweistelligen Jahresraten kontinuierlich wachsende Liquidität in den Immobilienmarkt. Political Correctness und regierungsamtliche Politik zur „Gleichstellung“ von Minorities schrieb den Immobilienfinanzierern vor, keine vermeintlichen Diskriminierungen mehr vorzunehmen, um auch wirtschaftliche Randgruppen in Form eines Eigenheims zu Profiteuren der Marktwirtschaft zu machen. Fannie Mae und Freddie Mac als halbstaatliche Immobilienfinanzierer sollten dieses Konzept „Eigentum für alle“ umsetzen und stehen für die Hälfte der amerikanischen Immobilienkredite, die zum großen Teil von dem „first lender“ an sie durchgereicht wurden. Konsum und Autos wurden natürlich auch nur noch auf Pump gekauft, Sparen lohnte sich nicht, und der Kredit wurde vielen ja auch geradezu aufgedrängt von den Banken, die natürlich ihr Scherflein dazu beitrugen, dass die größte Volkswirtschaft heute in allen Bereichen hoffnungslos überschuldet ist. Die Banken fanden das Mittel der Securitization, um weitere Schulden, die sie in ihre eigene Bilanz als Passiva hätten aufnehmen müssen, als VERMÖGENSWERTE und damit als Aktiva statt Passiva zu „verbriefen“ und weiterreichen zu können. Die gebotenen Zinsen auf solche „Assets“ waren etwas höher als der Marktzins, folglich haben sich vornehmlich deutsche Landesbanken oder deren ausgelagerte Conduits bzw. Zweckgesellschaften in Dublin, die außerbilanziell laufen konnten (Staatsversagen beim deutschen Bankregulierer), mit solch toxischen „Wertpapieren“ vollgesogen. Ratingagenturen, die diesen Ramsch als erstklassig eingestuft haben, werden vom „Issuer“, vom Gläubiger der „securitized debts“ bezahlt, wieso sollten die den Schrott nicht auch AAA einstufen, zumal die Subprime-Schulden von 1000 Habenichtsen statistisch nicht gleichzeitig ausfallen im Vergleich zu denen von einem Habenichts. Hinzu kam, dass diese historisch gesehen noch nicht ausgefallen waren. Rein statistisch haben 10.000 NINJAs also eine fast staatengleiche Bonität im Vergleich zum Einzel-NINJA.
    All diese „Webfehler“ sowie als Könung noch die CDS (Credit Default Swaps) sind Insidern, aber auch Politikern lange bekannt, hätten längst qua Gesetz und Verordnung abgestellt werden können, da alle Marktakteuer, auch die gierigen Banker, Finanzmarktkontrollen und Regulierungen unterliegen. Sollte der Staat aber nicht letztlich bewußt weggeguckt haben nach dem Motto, laßt die mal machen, wird schon gutgehen ? Jetzt ist man natürlich auf Politikerseite schnell bei der Hand, den Schwarzen Peter von sich zu weisen, an die „gierigen Banker“ zu delegieren, die perfiden Ackermänner, die sich hochnäsig noch weigern, Steuerzahlergeld anzunehmen, wo doch heute jeder größere Betrieb mit nicht vorhandenem Steuerzahlergeld zugeschüttet werden soll.
    Der galoppierende Staatsinterventionismus ist das Fortführen des politischen Regulierungsversagens füherer Zeiten mit anderen Mitteln. Das Zuschütten der Märkte mit kostenloser Liquidität und das „quantitive easing“ als Anerkennen und Hereinnehmen gegen Bargeldausgabe von privaten Verbindlichkeiten als WERTPAPIERE ist die konsequente Fortführung einer schon vorher das Schuldenmachen gegenüber dem Sparen privilegierenden Geldpolitik, die eigentlich die Umverteilung von oben nach unten bewirken soll, weil jeder konsumieren kann, ohne vorher Konsumverzicht geleistet zu haben.
    Kurzum, der Teufel soll mit dem Beelzebub ausgetrieben werden, weil man vorher massiv geschlampt hat und Panik vor der unberechenbaren Deflation hat, die den gewünscht steuerbaren Konsum abwürgt und den Bürger nicht mehr lenk- und beeinflußbar macht, was diesen wiederum unberechenbar macht, wozu sich der Kreis zu Don’s Lenin-Zitat schließt.
    Merke, die Politiker sind die, die nicht nur materiell am meisten zu verlieren haben, viele von ihnen können gar nichts anderes mehr außer Politik.

  47. Don,
    .
    von Sylt lernen heisst...

    Don,
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    von Sylt lernen heisst siegen lernen.
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    Das „System Sylt“ wäre logischerweise von der Linkspartei verbindlich einzufordern und durch entsprechende Gesetzte zu zementieren (fest wie die Strandpoller).
    Es gibt ja auch ein gehöriges Element der Umverteilung darin, und zwar an sympathische Gastronomen, Hoteliers und an die Hersteller gehobener, schnell überalternder Gebrauchsgüter, die teilweise handwerkliche Kunst voraussetzen. MCM scheiterte bekanntlich am Mangel der bundesweiten Umsetzung des „System Sylt“.
    .
    Insignia ohne Opel? Je nun, die haben ja, wie man las, nicht mal die Bodengruppen für die Schleuder. Obwohl sich der 4×4 Turbo gar nicht schlecht fährt, nur furchtbar eng ist er.

  48. Neidisch sind Sie...
    Neidisch sind Sie wahrscheinlich tatsächlich nicht, das wirkte zunächst so.
    Bleibt noch die Sozialismusanahme, nach dem Motto: Wer bedürftig ist, um den muss sich um jeden Preis gekümmert werden, egal wie er sich zuvor verhalten hat. Und wer diesen Preis zu zahlen hat bestimme ich… und nehme mir im Gegenzug entsprechende Vorteile heraus.
    Vom Privateigentum auf Konten, Depots und Sparschweinen bleibt eben nichts. Das ist ja gerade der Trick!
    Darum das Privateigentum in anderer Form von Grundstücken, Firmen, etc.
    Gruß

  49. Verehrtester Don...
    Verehrtester Don Alphonso,
    offenbar war der Text zu diesem Thema auch in der Redaktion der FAZ nicht ganz unumstritten, wie die wohl unmittelbar nach Ende der Diskussion entstandenen Fotos (oder sollte man nicht doch lieber die gute alte Schreibweise „Photographien“ verwenden?) der Redaktionsräume eindrucksvoll belegen.
    Grundsätzlich halte ich Substanzsteuern wie die Vermögens- und ihre kleine Schwester die Erbschaftssteuer für unzulässig und für reine Neidsteuern. Selbst wenn die gegenwärtige Lage ausnahmsweise eine Vermögenssteuer als einen Retter in der Not rechtfertigen würde, sollte geklärt sein, welches Vermögen man vorweisen muss, um als „reich“ zu gelten.
    In der Einkommensteuertabelle wird der Höchststeuersatz von 42% ab einem Einkommen von € 52.152 für Alleinstehende bzw. € 104.304 für Verheiratete fällig. Übrigens haben wir seit 2007 schon eine „Reichensteuer“, weil es nämlich noch einen „Tarifbalkon“ (schönes Wort!) von 45% für Einkommen über € 250.000 gibt.
    Ein Lehrer-Ehepaar, beide als Oberstudienräte in NRW verbeamtet und über 45 Jahre alt, sind mit € 118.000 Einkommen schon in der höchsten Progression, wenn auch nur mit einem sehr geringen Teil. Dieses Ehepaar wollen wir doch jetzt nicht zu den Reichen rechnen, die mal wieder die Esszimmerstühle neu beziehen lassen sollen?
    Nun zahlen aber auch die wirklich Reichen keine 45% Steuern. nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Letzten Jahr zahlen die 450 reichsten Deutschen im Durchschnitt 34,3% Einkommenssteuer. Trotzdem tragen aber 5% aller Einkommenssteuerzahler ca 40% des Steueraufkommens, die oberen 10% sogar über 50% des Steueraufkommens. Zum Vergleich: die unteren 50% aller Einkiommenssteuerzahler tragen gerade mal mit 6,2% zum Einkommenssteueraufkommen bei. Wenn wir die oberen 5% mal als „reich“ definieren, was wohl nicht ganz verkehrt sein dürfte, so wird dort schon einiges Geld abgeschöpft. Eine deutliche Anhebung des Spitzensteuersatzes würde wohl schnell zu dem Ergebnis führen, dass der Anteil der unteren 50% auf ein Maß abnehmen würde, was die Frage aufkommen ließe, ob dieser geringe Anteil den immensen Aufwand bei der Steuererhebung überhaupt noch rechtfertigte. Das wäre aber ein anderes Thema.
    Wenn Sie nun erreichen wollen, dass die „Reichen“ um der Vermögenssteuer zu entgeghen, lieber konsumieren sollen, sehe ich ein Problem. Die vielen Millliarden, die da verprasst werden müßten, sind wohl auch mit Gartenfesten, die an die Lustbarkeiten Augusts des Starken anknüften, nicht annähernd zu verfressen und zu versaufen. Soviel Kaviar gibt das Kaspische Meer gar nicht her. Das schöne Geld vor der Steuer in Sicherheit zu bringen, in dem man sich Vermögenswerte (noch´n Schloss, YSL´s Kunstsammlung -inzwischen ausverkauft!- oder alle auf Halde stehenden VW Phaetons) kauft, ist damit zur Vermeidung der Vermögenssteuer wohl auf dem Holzweg.
    Anstatt hinterher mit großem Aufwand aus versteuertem Aufkommen erworbenes Vermögen zu besteuern, wäre es wohl sinnvoller unser völlig verwahrlostes und wegen seiner Unüberschaubarkeit ungerechtes Steuersystem radikal umzubauen. Der „Professor aus Heidelberg“ hat die Pläne seit Jahren in der Schublade. Wir sollten die jetzige Krise nutzen, auch solche längst überfälligen Projekte endlich anzugehen. Denn ein Teil der Schuld am jetzigen Zustand trägt auch ein Steuersystem, das allein aus Steuerspargründen abenteuerliche im Finanzmarkt und im Wirtschaftsrecht induziert. Stattd dessen wird wieder kräftig im Status quo herumgewurschtelt und selbst ein Kopf wie Don Alphonso möchte Steueransätze wiederbeleben, die vielleicht im Mittelalter mangels besserer Alternative sinnvoll waren.
    PS: Auch in Deutschland gibt es noch Vermögenssteuern. Nämlich neben der Erbschafts- und Schenkungssteuer, z.B. die Grund- und die Kraftfahrzeugsteuer, aber auch so aparte fiskalische Instrumente wie die Hundesteuer. Alle diese Steuern treffen doch gerade die Upperclass besonders. Ein Jagdschloss ohne Jagdhund ist schließlich undenkbar! Und wie soll ich ohne meinen Range dem Wild nachstellen?

  50. klarundhell, dann erzählen...
    klarundhell, dann erzählen Sie doch mal, wo es hübscher ist. Österreich? Steht gerade vor dem Staatsbankrott. Schweiz? Da geht die Steuerersparnis durch die Lebenshaltungskosten drauf. Monte Carlo? Uh-oh, wir erinnern uns an Boris Becker und seine Deutchlandaufenthalte. Und was Steuersparmodelle angeht – da hat man jahrelang frohgemiut darauf losgehebelt, mit Kredit und Verlustzuschreibung und wenn möglich alles was geht auf die Firma und und und. In meiner Heomatstadt ist ein Notar, der ein Haus in der Altstadt gemacht hat, und von sich sagt, dass er in seinem Leben keine Steuern mehr zahlen muss. Ich glaube dem das.
    .
    Tabelle ist das eine. Was der Steuerberater daraus macht, ist das andere.

  51. Nicht dass sie - die Stützen...
    Nicht dass sie – die Stützen der Gesellschaft – reich sind ist das Problem, sondern dass sie geizig sind. Gäbe es eine Möglichkeit die Reichen zu einem standesgemäßen Lebensstandard zu verpflichten, hätte es nie eine Krise gegeben. Wenn sich jeder der es sich leisten kann auch sein Versailles hinstellt und eine angemessenen Anzahl von Lakaien beschäftigt, dann brauchts keine Vermögenssteuer.
    Das Neidargument läuft also ins leere: Gerade weil die Reichen sich weigern zu konsumieren und ihr Geld lieber in diversen Finanzinnovationen parken werden sie dieses Geld verlieren. Wie jedes Recht verfällt auch die in Buchgeld akkumulierte Kaufkraft als Recht auf Konsum wenn sie nicht ausgeübt wird weil die Nichtausübung seine Grundlagen erodiert weil weniger schöne Dinge zum kaufen produziert werden und eingesparte Dienstleitungen i.a. nicht nachträglich konsumiert werden können. Egal ob mit oder ohne Zutun des Staates. Der fiskalische Weg ist bloß der geordnetere und auch vernünftigere weil ein Teil der Kaufkraft dann ev. nocht wirksam gemacht werden kann und nicht komplett in Inflation oder Deflation (d.h. Zahlungsunfähigkeit der Schuldner) verfällt.

  52. <p>Diese Politiker sind die...
    Diese Politiker sind die Neureichen der Macht, sie werden später in Wirtschaftsposten gehoben – da haben Sie recht! Ganze Listen könnten mit diesen Adressen gefüllt werden. Zuerst in der Politik für die Lobby in jeder Richtung empfänglich, dann selbst am Trog der Großen. Welche Erbärmlichkeit – z.B. eines Clement usw.
    Politiker, die gegen Anti-Korruptions-Regeln verstoßen, müssen ohne Pension und ohne Abfindung in die Wüste geschickt werden.

  53. Das Suff-Barometer
    Man mache...

    Das Suff-Barometer
    Man mache eine Liste mit möglichen Ausgaben, sodann lasse man sich langsam vollaufen. Wenn der Alkohol-Pegel steigt, überprüfe man die Liste. Nur die Ausgaben, die am Ende noch auf der Liste stehen, sind es wert, in die Tat umgesetzt zu werden. (Inspiration: Herr von Hirschhausen)

  54. Ich kann Sie, was die FAZ...
    Ich kann Sie, was die FAZ angeht, beruhigen: Zu sehen ist – als kleiner Insiderwitz – das Innere eines gemeinschaftlich von Staat, Land und Investor gekillten Bürogebäudes einer Chemiefabrik vor Wittenberg, das inzwischen unter Denkmalschutz steht.

  55. Lieber Don,

    wie immer ein...
    Lieber Don,
    wie immer ein erfrischender Beitrag
    .
    an Symbole wird sich ständig angebiedert und offensichtlich vollzieht sich dies nur unter der Bedingung ihrer Abtragung und Ersetzung: Die Anbiederung geht nur allzuhäufig (oder eher ausnahmslos) einher mit der perversen Verkehrung der Symbolbedeutung in das eigentliche Gegenteil ihrer ursprünglichen Bedeutung. Kaufen Sie T-Shirts gegen den Kapitalismus. Als Gegenbewegung hat sich bis heute nur das immerwährende Schmieden neuer Symbole durchgesetzt, welches, wie bereits von Ihnen geschildert, eine kurze, vom Abenteurergeist belebte Zeit beschert, bis jene von Neuem kanonisiert und abgetragen werden. Gedenken Sie mit der karolingischen Teilung auch hierin eine neue Zeit einzuläuten? Zumindest würde es den Weg zum besteuerten Bayreuth Tourismus von ausserhalb eröffnen.
    .
    Und ausserhalb kann man dann »tanken für den Regenwald«.
    Gruß

  56. Ich würde auch lieber in den...
    Ich würde auch lieber in den Bergen wohnen. Aber kann ich mir das leisten?
    Gegen eine Steuererhöhung habe ich nichts. Aber was würde dadurch für die Allgemeinheit besser?
    Der Don hat allerdings gut reden, denn er wäre von einer Steuererhöhung nicht betroffen, weil er nahe der Schweiz wohnt.

  57. Don,
    .
    den Herrn Klar&Hell...

    Don,
    .
    den Herrn Klar&Hell sollte man zum Beispiel „Haus in der Altstadt machen – keine Steuer, nervermore“ aber auch vollständigerweise die §§ 7h und 7i EStG erläutern und sagen was „Sanierungskostenanteil“ bedeutet und dies darum arrondieren das vorab tatsächlich Geld – viel Geld – angefasst wird bevor der steuerliche Effekt eintritt. Und das es auch verbaut wird.
    .
    Und das auf solcher Baustelle auch wer arbeitet.

  58. Man darf das natürlich nicht...
    Man darf das natürlich nicht mit irgendeinem haus irgendwo machen, sondern mit einer wirklich steueradäquaten Immobilie. Aber darauf verstehen sich eben manche, und der Stadt tut das auch gut.
    .
    Binnenfischer, wenn der Staat weniger Schulden aufnehmen muss, muss er weniger Zinsen zahlen, und kann damit die späteren Lasten reduzieren – es sei denn, es kommt die oben angesprochene Inflation, dann ist es egal.

  59. Langsam fallen die Masken. Ist...
    Langsam fallen die Masken. Ist es schon vor 12 oder nach 12. Und – ist es schon so weit, daß man aufpassen muß nicht auf einen Pestball eingeladen zu werden ;-)

  60. joe.bluesky - Sie sind doch...
    joe.bluesky – Sie sind doch nicht nur auf der Liste, Sie sind schon mittendrin.
    .
    Die schmerzenden Beulen in Ihren Achselhöhlen und anderswo sind nur die sichtbaren Symptome des nahenden Exitus.

  61. ...
    @Freiheit&Verantwortung
    Beware, he is a socialist! He want’s to spread the wealth around!
    .
    Ich weiß schon, was jetzt noch kommt: HIV’ler die sich LCDs kaufen , an der Falsche hängen und schwarz arbeiten. Undeserving poor. Jobsucher, die zu blöd oder zu unflexibel sind oder die Rechtschreibung nicht anständig beherrschen. Eine Gesellschaftsphilosophie aus dem 19. Jahrundert, die das Scheitern auf den Charkter des Individuums zurückführt.
    .
    Ehrlich, Leute wie sie würde als sozialistischer Diktator am liebsten nach Alaska schicken, da können sie dann meinethalben mit Sarah ihre Ayn Rand Bibelstunden veranstaten.

  62. Hat Herr Alphonso etwa sein...
    Hat Herr Alphonso etwa sein kommunistisches Herz wiederentdeckt ? Ich bin schockiert & not amused ;) Es sieht wohl weltweit danach aus, als wenn die großen Volkswirtschaften in eine Phase der verstärkten Staatlichkeit eintreten. Oder zumindest nach einer Tendenz, in der die großen Privat- & Produktionsvermögen in einen Kreislauf zurückgeholt werden um einer Allgemeinheit vermehrt zu dienen. Ob das mit dem Instrument Steuererhöhung oder mit Staatsbeteiligungen geschehen bleibt abzuwarten…. Der Kennedy Deutschlands ist Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg mit seiner Gemahlin aus der Linie Bismarck. Mich würde nicht überraschen, wenn wir in seiner Person einen zukünftigen Kanzler wiederfinden und damit das Retro-Royale wieder ein Platz in der Öffentlichkeit bekommt.

  63. @Don Alphonso
    Wie Sie schon...

    @Don Alphonso
    Wie Sie schon sagen, „was der Steuerberater daraus macht, ist das andere“. Wie wollen Sie ihre tollen Ideen denn dann durchsetzen, wenn Sie das unternehmerische Vermögen nicht zusätzlich belsten können, weil darüber Arbeitsplätze verloren gingen, und an das Privatvermögen nicht herankommen, weil „wenn möglich alles was geht auf die Firma“? Ähnlich wird es mit der Einkommenbesteuerung sein. Steigen die Steuern, bleibt das Geld eben in der Firma und wird über unternehmerische Geschäfte ins Ausland verschoben. Dann fällt das Einkommen da an, wo es weniger oder keine Steuern kostet. Außerdem: Bereits die Ankündigung von „Eingriffen“ in Privatvermögen untergräbt das Vertrauen in den Rechtsstaat. Und das ist genau das, was man in der derzeitigen Lage wirklich als Allerletztes brauchen kann.

  64. Der Exportweltmeister...
    Der Exportweltmeister Deutschland hat sich durch die Globalisierung, die EU und den Euro leichter mäßten können und der deutsche Binnenkonsum ist schlank geblieben durch Mangel wie: Wir geben nichts,wir sparen oder zu niedrige Lohnabschlüße(Mindestlohn?). Die Völlerei durch Verkauf an den Nachbarn bei gleichzeitiger eigener Hungerkur wird auch für Japan und China aufhören. Der Tisch ist leer. Also wer deckt ihn neu und mit was. Der Staat mit Steuergeld, gepumt von den nächsten Generationen oder alle die Bargeld haben gönnen sich doch noch ne extra Wurst. Kann ja auch ein FAZ Abo für nen Studi sein oder ne Europa-Reise für die Mutter der asiatischen Schwiegertochter.Blog sei Dank.

  65. An Umverteiler und andere, die...
    An Umverteiler und andere, die hier immer mit den Keulen „Staatsversagen“ und“Staatsintervention“ oder „Sozialismus“ argumentieren möchte ich ungern (weil SpOn) auf folgenden akzeptablen Artikel über den Münchener Philosophie-Professor Karl Homann verweisen, der sich differenziert mit der Notwendig staatlicher Regulierung auseinandersetzt mit dem Ziel – ich drück das mal jetzt mit meinen Worten aus – den Autonomiespielraum des Einzelnen (jedes Einzelnen wohlgemerkt) zu erhalten und sogar zu erhöhen, indem er in das System klare und verständliche Grenzen für alle einzieht.
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    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,606901-3,00.html
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    Regeln setzen – und in diesem Sinne verstandene Regulierung – ist also unerlässlich für die Schaffung von Handlungsspielräumen. Der Mindestlohn kann z.B. eine solche klare und für alle verständliche Regel sein und zwar in reinster ordoliberaler Tradition.
    .
    Um es anders zu formulieren: Ich finde dieses FDP-Sprechblasen-Produzieren über den ineffizienten Staat und „Privat kann alles besser“ einfach zum Kotzen. Sollen die Fans dieser Parolen doch mal den Fuß vor die Tür setzen, wie gerade für sie alles gut organisiert und effizient wurde mit ihren Steuergeldern. Denn sie fallen nicht gleich nach übertreten der Türschwelle in den Jauchegraben, sondern finden auf überwiegend schlaglochfreien und gut beleuchteten Wegen zum nahe gelegenen Briefkasten. Letzteres allerdings nicht mehr so oft, seit die Post privatisiert wurde.
    Ansonsten bin ich sogar weitgehend d’accord mit Ihrer Argumentation wie gesagt bis auf die parolenhaften Sprechblasen.

  66. A was - wer das geld ins...
    A was – wer das geld ins Ausland verschiebt, hat doch eh kein Vertrauen mehr in den Staat. Und ich glaube nicht, dass das Leben für die Reicheren dieses Landes vor 20 jahren so extrem schlimm war, dass sie nicht ein, zwei Schrittchen auch mal zurückgehen können. Es gibt für die HartzIVler keine Garantien mehr, warum soll es für die Reichen noch Garantien geben, dass es immer mehr wird? und nicht alle sind Unternehmer oder haben Unternehmen mit Auslandstöchtern.
    .
    Prinzipiell aber hoffe ich schon darauf, dass diese Leute antizyklisch konsumieren. Klingt zwar blöd in diesen Zeiten, aber das gehört nun mal dazu. Ich nehme das Geld der FAZ ja auch für den Konsum, den ich nachher wieder verblogge. Und das könnten dann eben die weicheren Faktoren sein, die menschen dazu bringen, mit ihrem Geld nicht mehr in Löcher zu gehen, in denen es schlimmer als unter der Steuer reduziert wird. Wir haben heute einen DAX von 3600, und wir werden auch noch die 3000 sehen, es werden Immofonds geschlossen und Hedgies können nicht mehr zahlen – wie sich Leute da noch über so ein paar Steuern beschweren können, ist mir schleierhaft.

  67. Don Alphonso, was soll die...
    Don Alphonso, was soll die Neiddebatte ?
    Mir sind Unternehmer, die mit Ihrem Vermögen und Namen für Ihren Betrieb haften x-fach lieber als die Besitzfunktionäre von „Betrieben“, wie Bahn, Telekom, Banken, Krankenversicherungen usw. Wer mit seinem persönlichem Eigentum unterehmerisch wirkt, dem sollten alle Freiheiten gelassen werden, sich als Unternehmen zu entwickeln und ordentlich Kohle zu verdienen. Das Problem sind die Besitzfunktionäre, deren Sinn und Trachten ganz objektiv – da denen ja nichts gehört – darauf gerichtet ist, kurzfristig möglichst viel aus „ihrem“ Betrieb herauszuholen. Eine Möglichkeit, deren „Wertschöpfung“ auf breitere Schultern zu verteilen, wäre eine Beziehung, z.B. 1:20 zwischen kleinstem und größten Gehalt herzustellen: Streicht der Boss je Jahr 20 Millionen ein, stehen dem Pförtner 1 Million je Jahr zu….
    Mit so einer Relation (nicht für Privatbetriebe !) käme ordentlich Geld unter die Leute…. Mir ist eh nicht klar, warum gewerkschaftliche Arbeitskämpfe z.B. der Bahn das Lohnziel nicht am Einkommen z.B. von Mehdorn festmachen…

  68. Lear: Wenn das kommen sollte,...
    Lear: Wenn das kommen sollte, ist die Grenze nicht weit, und Meran ist ein schöner ort für ein Exil.

  69. WErter Don Alphonso,
    so...

    WErter Don Alphonso,
    so zornig? Mir ist nur nicht klar, ob Sie es ernst meinen, oder sich über die Zornigen lustig machen? Vielleicht sollte ich noch mal zwischen den Zeilen lesen! Aber ich denke, dass wir durchaus ein kapitalistisches Wetterleuchten erleben. Die Nemesis der Gier ist der Totengräber dieser Generation von Kapitalismus. Wird der nächste gerechter? Wohl nicht, dazu ist der Mensch nicht in der Lage über seinen eigenen egoistischen Schatten zu springen. Selbst hunderte von Jahren bester Erziehung hat auch den Adel nie gefreit davor, erst sich slebts zu sehen, dann nichst und am Ende vielleicht die Bedürfnisse der anderen.
    Ich sage immer die A…löcher sind gleichmässig verteilt, egal welche Stichprope man erhebt. Es gibt sie in jeder Schicht!
    Ansonsten schliesse ich mich Ihnen an, Viva la Revolution! (Und das von einem, der noch nie anders als c gewählt hat?!)

  70. Die F.A.Z. leistet sich einen...
    Die F.A.Z. leistet sich einen Hofnarren. Ist ja eigentlich lustig oder nur ein Zeichen der Ratlosigkeit, des Eigeständnisses jahreslang nur Mainstream verbreitet zu haben und die heraufziehenden Probleme übersehen zu haben?

  71. @ das wird teuer,
    .
    ich darf...

    @ das wird teuer,
    .
    ich darf Sie beruhigen – als die Diskussion um Vermögenssteuer/Erbschaftssteuer um 2005 wieder anfing, und die ersten Referentenentwürfe entsprechender Gesetze vorlagen, haben die Inhaber grosser Vermögen in den Folgejahren daraufhin bereits optimiert. Bei „Milliardären“ treffen solcherart Gesetze hauptsächlich ins Leere, man glaubt es kaum.
    .
    Insofern treffen derartige „Reformen“ stets nur den sozialversicherungspflichtig erwerbstätigen Michel und den „kleinen Mittelstand“. Die können sich die Beraterhonorare nämlich nicht leisten, aber es gibt sooooo viele mehr von denen, das sich das wirklich prima rechnet. Ein Narr, wer Böses dabei denkt.
    .
    Und ach ja: auch Sie können Ihre privaten Steuerberatungskosten auch nicht mehr in Ansatz bringen. Ist doch gerecht, oder?

  72. Es muss nicht gleich eine...
    Es muss nicht gleich eine Revolution sein, eine Evolution reichte zu – allerdings in welche Richtung? Im Darwinjahr böte sich der Gedanke an, dass, da wir uns Freiheitsgrade des Handelns erwarben, die viele Folgen zerstörerischen Wirtschaftens nicht, ungenügend verursacherbestrafend oder zu spät wirken lassen, Vorteil nur dem zukommen sollte, der Eigennutz lediglich aus gesellschaftsdienlichem Handeln zieht. Da wir alle uns darin gleichen, den eigenen Nutzen am klarsten zu sehen und unser Wirken für das Gemeinwesen eher zu unseren Gunsten zu verzerren, sollte dort der Allgemeinheit wesentliches Mitsprachegewicht zugestanden sein. Marx´ Gedanken zum Mehrwert sind, auch wenn darauf fußende Korrekturbemühungen bislang scheiterten, nicht überholt. Warenproduktion fußt auf der gewinnbringenden Nutzung von Ressourcen (Rohstoffe, Arbeitskraft …), die mit derm Begriff der Allmende treffend gefasst werden können. Damit wird hervorgehoben, dass mit diesen Ressourcen sorgsam zum Wohle der Allgemeinheit umgegangen werden sollte. In bereits erwähnter „Aufgabenteilung“ orientiert sich der Unternehmer am ihm persönlich zufallendem Gewinn – eine Rendite, die von ihm relativ leicht überschaut und kalkuliert werden kann – , das demokratische Gemeinwesen, der Staat dagegen widmet sich mehr der schwieriger zu ermittelnden, am Allgemeinwohl orientierten Rendite unternehmerischen Wirkens (beispielsweise der nötigen Wahrung von Krankheits-, Alters- und Pflegefürsorge, dem Aufbau und Erhalt eines wirsamen öffentlichen Dienstes etc., Förderung von Entwicklungen und Steuerungsmöglichkeiten, die ökologischen und gesellschaftlichen Verwerfungen abhelfen können). Erst eine solche Aufgabenteilung zu fairer Ordnung der Gewinnaufteilung in einem transparenten, demokratisch kontrollierten Prozess unter dem Primat sozialökologischer Gesichtspunkte berechtigt von sozialer Marktwirtschaft in einem demokratischen Gemeinwesen zu sprechen.
    Zur Zeit ist die Balance der Mehrwertverfügung dahingegen erheblich gestört, (man vergegenwärtige sich nur die unvorstellbare Höhe privater aber dennoch auch sozial höchst einflussreicher Vermögen einerseits und die ebenfalls schwindelerregende Höhe der Staatsverschuldung) als der privater Nutzung und Entscheidung unterliegende Gewinnanteil unangemessenen Umfang erreichte und damit privater Einfluss auf eigentlich demokratisch zu fällende Entscheidungen Übergewicht erhält. Beispiel: die Automobilbranche nutzt (durchaus konform ihrer Aufgabe, Autos zu produzieren und zu verkaufen) einen Großteil ihres Gewinns über Werbung und Lobbyarbeit zur Entwicklung autogerechter Städte und Landschaften und kümmert sich zwangsläufig wenig um eine gesunde, allseitige, ressourcenschonende und ölologische Mobilitätsentwicklung (was auch nicht deren Aufgabe ist). Dem Staat dagegen fehlen weitgehend die Mittel, hier wirksam korrigierend und zwecksetzend Einfluss zu nehmen.
    Diese Argumentation zielt auf eine durchgreifende Steuerreform. Schon die Einkommenssteuer ist ein interessantes Beispiel, meinen doch Einige, dass hier bereits eine Umverteilung von reich zu arm erfolge. Diese bemerkenswerte „Logik“ verschweigt, dass die Einkommen der Reichen nicht transparent in Tarifauseinandersetzungen mit Arbeitgebern erstritten, sondern im kleinen Kreis Gleichgestellter gegenseitig zuerkannt werden. Wichtig wäre deswegen der Blick auf den privat verfügbar bleibenden Nettobetrag, der nachgewiesenermaßen ab einer außerordentlichen Höhe erhebliche Folgen für die Allgemeinheit nach sich zieht. Denn unbestritten wirkt die Macht privater Geldmengen derzeit in einem Umfange, dass statt von einer Demokratie von einer Kapitaleigneroligarchie gesprochen werden muss.

  73. Dein Optimismus, Don, dass mit...
    Dein Optimismus, Don, dass mit oder ohne Vermögensteuer hier und anderswo noch irgendetwas zu retten wäre, der ist bewundernswert. Das muss dann wohl die gute Kinderstube, die nette Nanny und das Zuversicht heischende Klima dort gewesen sein. Denn absehbar bricht jetzt das ganze Kartenhaus in sich zusammen, als das sich der Kapitalismus ganz programm- und minskymäßig mal wieder erwiesen hat, einschließlich des Geldwertes, und das dicke Ende kommt auch gar nicht mit einem börsenmäßigen Krach, sondern es kommt mit einem großinflationären Quieken. Und dann sind wir alle Milliardäre. Der große Verteilungskampf, wer die Zeche bezahlen darf, der beginnt übrigens gleich nach der Bundestagswahl. Bis dahin hält der Kellner noch still und wedelt nur übungshalber schon mal mit der Rechnung. Wäre ich reich, dann würde ich nicht erst an die Vermögenssteuer denken, sondern mir ein paar Condottieri zulegen. Am besten gleich ein paar mehr …

  74. Germanasty, nach nur 3,5...
    Germanasty, nach nur 3,5 Stunden haben Sie den 70. Kommentar unter diesem Beitrag gelassen. Es könnte also durchaus sein – aber da müsten Sie die FAZ fragen – dass man dort einfach auf die Idee kam, das Bloggen auch von jemandem machen zu lassen, der weiss, wie das wirklich geht, und der die in ihn gesetzten Erwartungen auch so lala erfüllt. Ich habe aber schin den Eindruck, das die FAZ sehr benau wusste, was sie da mit wem tut.
    .
    1707, auch hier nochmal:ich bin der Letzte, der einen Grund zum Neid hätte.
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    Blackjack, hier ist nie etwas zornig. Hier wird nur geplaudert. Aber man wird ja wohl nochmal auf die Defizite einer bestimmten Politikergruppe hinweisen dürfen, die die macht des Volkes nutzen, um sie irgendwelchen demokratisch nicht legitimierten Gremienzuzuschubsen.

  75. Don, ich verstehe ihren...
    Don, ich verstehe ihren heutigen Beitrag als Aufruf oder Vorschlag an ihre Klasse in Deutschland einen Teil ihres Geld auszugeben – nicht im Sinne einer klassischen Investition – sondern eher wie ein Mäzen z.B. Handwerker bezahlt um ein Schloß aufwendig und historisch korrekt sanieren zu lassen, oder wie früher für die Öffentlichkeit gestiftet wurde, Bäder, Parks, oder andere Einrichtungen.
    Ein sehr lobenswerter Vorschlag – gibt es auch schon Beispiele ?

  76. @Klar_hell

    Sie sollten Ihre...
    @Klar_hell
    Sie sollten Ihre Rechenbeispiele noch mal überprüfen, da sie falsch sind.
    Ich gebe mal ein paar Stichworte:
    Spitzensteuersatz/Durchschnittssteuersatz, Grundfreibetrag, Beitragsbemessungsgrenze im Bereich der Sozialversicherungen.

  77. Klaus Jarchow, meine...
    Klaus Jarchow, meine Unterkunft am schönen Tegernsee inmitten vin Bergen und nahe vieler Grenzen habe ich mit Bedacht gewählt, sollte es wirklich ganz schlimm kommen. Dann werde ich mich eben zurückziehen und den Kellerraum an einen Flüchtling aus der Toten Zone vermieten. Das sollte dann für mein Essen reichen, bis sich alles wieder einigermassen eingerenkt hat.
    .
    Was den Darwinismus angeht: Da hat die FT mal wieder alle Arbeit schon geleistet:
    http://blogs.ft.com/capitalismblog/
    Wenn wir hier in Deutschland anständige Wirtschaftsblätter und nicht nur Krempel wie die FTD und die WiWo hätten, hätte man das längst kopiert und mit hochspannenden Gastautoren aufgezogen.
    .

  78. klar_und_hell,

    "Irgendwo bei...
    klar_und_hell,
    „Irgendwo bei 52.000 Euro Jahreseinkommen ist man bei der höchsten Progression in der Steuertabelle in Deutschland. Macht 43 % = 22.360 Euro Steuern, plus Sozialabgaben, plus Mehrwertsteuer und andere Steuern macht das eben je nach Konsum des Beziehers 55 % oder 60 % vom Jahreseinkommen aus…. D.h. jemand mit 3 Mio. Euro Einkommen zahlt ca. 1.3 Mio Euro Steuern und dazu noch so ein paar hunderttausend Euro Sozialabgaben. Er trägt ca. 58 mal soviel zu den Steuereinnahmen und Sozialabgaben bei, wie jemand der 52.000 Euro versteuert.“
    überh
    Wer 52000,– Euro versteuert zahlt keineswegs 22.000 Euro Einkommenssteuer sondern je nach Familienstand deutlich weniger, weil er ja erst für sein Einkommen über 52000,– Euro die 43% bezahlt. Sozialabgaben, so sie ein Mensch mit 3 Millionen Euro Einkommen überhaupt bezahlt, werden – je nach Sozialversicherungsart bei Beträgen so um die 5000,- bis 6000,– Euro/Monat gekappt. Für einen abhängig Beschäftigten also maximal um die 1000,– Euro vom Bruttolohn/-gehalt. Und jemand der 3 Millionen Euro im Jahr verdient, wird im Normalfall auch Einkünfte aus Kapitaleinkommen haben, die deutlich niedriger besteuert werden.
    Wissen Sie es nicht besser oder wollen Sie Andere für dumm verkaufen?

  79. @Don Alphonso,

    Haben sie sich...
    @Don Alphonso,
    Haben sie sich jemals mit dieser Finanzkrise auseinander gesetzt und über das was Oskar L. in irgendwelchen TV Talkshows artikuliert hinaus Gedanken gemacht? Verstehen Sie warum diese Krise entstanden ist? Haben Sie sich jemals ernsthaft mit dem Thema Volkswirtschaft und deren Zusammenhänge gerade im Bezug auf Gerechtigkeit in der Gesellschaft auseinander gesetzt? Beim Lesen ihres Artikels kommen mir da recht große Zweifel auf. Um Ihnen zu helfen und diesen Missstand zumindest etwas zu beheben, empfehle ich Ihnen das Buch mit dem Titel „Was sie schon immer über Wirtschaft wissen wollten?“ Dieses Buch erschien im Verlag der Frankfurter Allgemeine Buch. Es sollte Ihnen keine Schwierigkeiten bereiten es zu besorgen…!

  80. @ Don: Tscha - die 'Financial...
    @ Don: Tscha – die ‚Financial Times‘ im schönen London, die erscheint ja auch an einem Ort, wo die Scharlatane inzwischen bejagt werden dürfen. Hier dagegen haben wir eine zum ökonomischen Camembert gereifte ‚Financial Times Deutschland‘, deren Redakteure keinen Zeh in vorurteilsfremde Gewässer außerhalb ihres guten alten Börsentümpels stecken mögen – und allen Scharlatanen verzieren wir engelsgeduldig mit Lorbeerblättern den Rüssel, bzw. werden sie mit Pensionsberechtigung, als wäre nichts geschehen, auch wieder in die niegelnagelneuen Öchspertenkommissionen berufen. Nun gut – man kann natürlich auch Benzin zum Feuerlöschen nehmen. Der Ausgang aber wird in jedem Fall völlig ’sinnfrei‘, wiewohl ruinös sein. Ich bin schon gespannt, als was der kommende Post-Liberalismus sich dann entpuppen wird …

  81. Lieber mmaltensen,
    .
    So...

    Lieber mmaltensen,
    .
    So holperig die Ausführungen der Herrn Klar & Hell auch sein mögen, so hat er im Falle der Besteuerung nicht Unrecht wenn er sagen wollte das jemand, der 3 Mio zu versteuerndes Einkommen hat mit hoher Wahrscheinlichkeit absolut mehr Steuern zahlt als jemand mit 52 T€ zu versteuerndem Einkommen.
    .
    Wenn wir nun unterstellen das Herr 3 Mio€ steuerliche Verluste produzieren will, da ihm der Vorgang des Steuerzahlens körperliche Schmerzen bereitet, so bleibt ihm hauptsächlich übrig:
    Verluste aus Gewerbebetrieb zu produzieren – dies bedeutet das er echtes Geld so investieren muss das es in dem Steuerjahr auch zu Verlusten führt, idR also investiert wird, und wahrscheinlich auch zu sekundären Effekten wie Beschäftigung, Honorare an Dienstleister etc., führt. Investiert er nur in „Verlustbringer“ ist sein Geld ebenso weg als hätte er Steuern gezahlt.
    Ferner bliebe die Investition in Denkmalschutzimmobilien nach §§ 7h/7i, die aber auch das „Ausgeben“ von echtem Geld mit den erwähnten Sekundäreffekten, bedingen würde. Auch hier gilt: Investiert er nur in „Verlustbringer“ ist sein Geld ebenso weg als hätte er Steuern gezahlt.
    .
    Obiges würde, okonomisch sinnvolle Investitionen vorausgesetzt, sehr nahe bei dem liegen was der Don hier propagiert: nämlich das „die Reichen“ ihre Kohle nicht horten sollten, nicht in sinnfreien Derivaten verjuxen, sondern – ökonomisch sinnvoll „ausgeben“, also auch investieren, sollen.
    .
    Dieser Auffassung schlösse ich mich weit gehend an. Der Androhung anderenfalls drastischer steuerlicher Zwänge in Teilen ebenfalls.
    .
    Das „typisch deutsche“ Neidgejammer in seiner vielfältigen Ausprägung hat hier wenig Platz.

  82. und weil wir gerade dabei...
    und weil wir gerade dabei sind: Laut Statistik (http://www.bmas.de/coremedia/generator/28736/statistisches__taschenbuch__2008.html)
    betrugen die Kapitaleinkommen 2007 brutto 634 Milliarden Euro und netto 550 420 Milliarden Euro. Macht ungefähr einem Anteil von 30% des Volkseinkommens aus. Und ergibt einen direkten Steuersatz von sage und schreibe 15%.
    Wenn man diese Zahlen liest und sie mit diversen Kommentaren vergleicht, darf man dann von einem gewissen Realitätsverlust sprechen? Oder sprengt das das gepflegte Plaudern?

  83. <p>Frankfurter Allgemeine...
    Frankfurter Allgemeine Buch, natürlich habe ich von Wirtschaft – wie auch von Journalismus – nicht einen Funken Ahnung. Ich habe Vor- und Frühgeschichte studiert. Ich kenne mich mit venezianischen Gläsern aus. BWL und VWL ist nur was für Leute mit brotberufszwang. Dass ich bei Dotcomtod als einer der bestinformierten Spezialisten für die New Economy galt, war alles nur Zufall, und dass ich seit 2006 reichlich vor dem kommenden Crash gewarnt habe, ist nur Glück gewesen. Ich weiss nichts vom Grauen Kapitalmarkt, ich war auf all den Kongressen immer nur auf die Buffets aus, aber ich habe mal erlebt, wie beim Founders Forum 2001 versucht wurde, ein Buch aus dieser Reihe zu machen, Stichwort Venture Capital – und weil ich das miterlebt habe, bleibe ich lieber so dumm, wie ich bin. Die Leute, die das machen wollten, waren nämlich Pleitiers, die zu Business Angels wurden. ich habe wirklich keine Ahnung, aber das ist besser, als so eine Ahnung wie diese Leute da zu haben.

  84. Zitat: "... wie sich Leute da...
    Zitat: „… wie sich Leute da noch über so ein paar Steuern beschweren können, ist mir schleierhaft.“
    Der Unterschied ist: Steuern werden notfalls mit Staatsgewalt und Schauprozessen eingetrieben, niemand zwingt Sie jedoch dazu in einen Hedgefond zu investieren!

  85. @Umverteiler

    Die neoliberale...
    @Umverteiler
    Die neoliberale „Elite“ hat erst jahrzehntelang Deregulierung, Eigenverantwortung und weniger Staat gefordert, nachdem sie das mit Hilfe großzügiger Millionenzahlungen an Beratungsfirmen (Lobbyarbeit), Medienbeeinflussung (INSM) und großzügiger Versorgungswirtschaft ehemaliger Abgeordbneter (Müller, Clement) erreicht hatte und enorme Gewinne eingefahren hat. Im Nebeneffekt hat sie dabei das Finanz- und Wirtschaftssystem an die Wand gefahren.
    Aber was passiert jetzt? Statt auch nur ansatzweise die Verantwortung für das zu übernehmen was passiert ist, holt m an den Zeigefinger heraus und schreit: Der Staat ist schuld! Wir wurden nicht genügend reguliert! Man hätte besser auf uns aufpassen müssen!
    Wo ist da die vielgepredigte Eigenverantwortung?
    Das ist als Krankheitsbild ein klarer Fall von Schizophrenie…

  86. werter Herr Lebemann,

    wenn...
    werter Herr Lebemann,
    wenn Herr/Frau Klar_und_Hell, die ,- öh – mir nicht ganz unbekannte und von mir als eigentlich selbstverständlich erachtete, Tatsache, dass jemand mit 3 Millionen Euro Einkommen mehr Steuern bezahlt als mit 52 000 Euro, mitteilen wollte, dann hätte er/sie dies ja vielleicht auch getan. Alles Andere wäre ja auch wohl eher eine „Mann-beisst-Hund“ Meldung. Wenn er/sie sich aber irgendwelcher grob falscher Zahlen bedient, so sei es mir erlaubt sie zu korrigieren. Un was ihre Bemerkung „Das „typisch deutsche“ Neidgejammer in seiner vielfältigen Ausprägung hat hier wenig Platz“ so bitte ich sie doch mir nicht irgendwelche beliedigenden Motive zu unterstellen. Und da wir hier in einem Blog sind, denke ich mir doch, dass immer noch der Blogbetreiber bestimmt, was hier Platz hat. Bestimmte Attitüden sind wohl fehl am Platz.
    Mit vorzüglicher Hochachtung

  87. Klaus Jarchow, meines...
    Klaus Jarchow, meines Erachtens wird die Krise länger als die FTD dauern. DEenn selbst, wenn es zu einem Aufschwung kommen sollte, wird die FTD nicht besser als vor dem Crash dastehen. Also immer noch Verluste mache. Und die kauft auch keiner. Insofern gehe ich mal davon aus, dass der Vulgärneoliberalalaismus nicht mehr lange Bestand haben wird.
    .
    Ich glaube aber, um das zu machen, was die FT vorführt, braucht man einen genz bestimmten Schlag Autor. Autor, nicht Journalist. Leute mit schwarzem Humor, Rückgrat und flink-giftigem Stil. also etwas, das es in Deutschland nicht gibt.
    .
    Und schon gar nicht unter BWLern.

  88. Werter Herr Lebemann,

    jetzt...
    Werter Herr Lebemann,
    jetzt habe ich sie vielleicht missverstanden, was ihre Intention betrifft. In diesem Falle:
    Nix für ungut
    .

  89. Endlich werden auch mal ein...
    Endlich werden auch mal ein paar Medienberater arbeitslos. Formulierungen wie „Die Reichen bezahlen zwei Drittel aller Steuern“ versagen, wenn sie nunmal vorher vier Fuenftel aller Vermoegen besitzen und aller Einkommen abraeumen. Ausserdem: Wenn die Reichen derart stoehnen unter der Steuerlast, warum hat dann der Staat 2 Billionen Schulden – Staatsanleihen, die eben jene Reiche gezeichnet haben. Ueber die Statistik der Vermoegensverteilung gibt es keine Diskussion, und mit Arbeit hat die nichts zu tun.
    Spielen wir Poker: Ab welchem Vermoegen/Jahreseinkommen sollte ein Steuerzahler als „reich“ gelten? Don: uebernehmen Sie! (Verrechnungseinheit Silberkannen)

  90. Wenn den Reichen genommen...
    Wenn den Reichen genommen werden soll, was vielen in einer Art linearem Gerechtigkeitsempfinden logisch erscheinen wird, werden Reiche und Wohlhabende Mittel und Wege finden, wie sie es verhindern oder zumindest abschwächen können.
    .
    Wir erinnern uns: Sie haben mehr Optionen und Beziehungen als ein mittlerer Angestellter.
    .
    Ich bin sonst nicht so negativ, aber dieser primitive mathematische „Vermögensausgleich“ ist deutlich zum Scheitern verurteilt. Warum? Westliche Gesellschaften der heutigen Tage (dazu gehört Germany ganz sicher) sind Ethnien, die entlang von Materiellem und Geld denken und danach sich ihre Lebenspläne aufbauen. Es ist tief verwurzelt, das Sein über das Haben zu definieren. Diese Denke (die auch und gerade „Arme“ in den westlichen Gesellschaften haben) wird alle Kräfte mobilisieren, damit sie ihren Reichtumsüberschuss behalten können. Das gibt sogar einen Sinn, denn der wohlhabende oder weniger wohlhabende Nachbar nebenan macht es ja genauso und ist genauso zu allen Tricks fähig. Nur so überlebt man und nur so überleben Familien in Gesellschaften mit dieser Denkkategorie. .
    Wer es hingegen nicht tut (aus Idealismus, oder weil er sich nichts aus Geld macht), wird hier im reichen Europa mit ziemlicher Sicherheit ein Leben als armer Trottel oder Psycho fristen, der das Spiel nicht kapiert. Co si fan tutte gilt nicht nur bei Weiwern, Verführung und bei Musik:-).
    .
    Andere Denkkategorien
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    Es gibt Ethnien, die diese oben genannten Denkkategorien gar nicht erst HABEN: Sie teilen, sie geben für ihre Mitglieder, sie betrachten Natur nicht als Ausbeutungsbasis, sondern als zu respektierende Umgebung. Diese Ethnien befinden sich am Aussterben (Buschmänner zum Beispiel), weil sie von der Gierigen, denen die ersteren Denkkategorien zu eigen sind, erfahrungsgemaß in der Menschheitsgeschichte einfach selbstbewusst plattgewalzt wurden und werden. Warum? Weil die egoistischere, materielle Denkkategorie, die die raubgierigere und rücksichtslosere ist, sich der Mehrzahl befindet, ganz simpler Grund. Ganz normale Evolution? Es ist noch nicht der letzte Spruch gesprochen, ob das wirklich DER evolutionäre Vorteil ist, zu den Rücksichtsloseren zu gehören, der endgültige Beweis steht noch aus. Möglicherweise werden sie sich gegenseitig ausrotten, oder auch nicht.
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    Es geht die Legende, dass Indianer sich deswegen haben so leicht ihren Boden, ihre Grundstücke abknöpfen ließen, weil sie gar nicht verstanden hatten, was der Weisse Mann wollte. Für den Indianer gab es den Begriff, diese Kategorie gar nicht im Kopf: eigener Boden. Für den Indianer gehört das allen, den Pferden Gott. Es war für ihn nichts, was man jemandem abnehmen oder kaufen kann. Egal ob diese Legende stimmt oder nicht: Sie illustriert bildhaft, was Denkkategorien oder nicht vorhandene Denkkategorien ausmachen: alles.
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    Solange wir „Weisse“ die extrem materiell ausgerichteten Denkkategorien haben, sind flach mathematische Umverteilungsunternehmungen zum Scheitern verurteilt. „Sie neahma uns ois“ das sagt alles und gibt sofort Kräfte frei, die es verhindern werden oder gar in macnhen Konstellationen zum Bürgerkrieg führen. Ich will es nicht verurteilen, meine Frau Mama denkt ähnlich, und sie ist es immerhin, die die Geschicke der Familie derzeit zusammenhält.
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    Wenn es uns aber nicht gelingt, zu neuen Denkkategorien zumindest vorzustoßen, sehe ich noch eine Finanzkrise und noch eine und evtl. sogar Wirtschaftskriege undsoweiter. Es wird sich nichts ändern. Es liegt am Denkprinzip. Es ist ein sehr zähes, es wird möglicherweise scheitern, aber nicht jetzt und nicht in den nächsten 50 Jahren. Geschichte denkt in längeren Atemzügen, Don weiß… .
    Der „Fehler“ in der Argumentation des Beitrags
    .
    Der Don macht in seinen herrlich provoaktiven Ausführungen, um die Reichen hier zu kitzeln :-) (sind überhaupt welche anwesend?) diesen „Fehler“: Er versucht, das System mit den Denkkategorien des Systems zu heilen. Oder wie Systemiker so erfreulich elegant sagen: Die Lösung ist eigentlich das Problem.

  91. @TucholskyfuerArme
    Das...

    @TucholskyfuerArme
    Das Programm „Eigentum für NINJAs“ hat die amerikanische Politik unter tatkräftiger Unterstützung der FED geschaffen. Es sind primär politische Entscheidungsträger gewesen, die sowohl die Immobilienblase als auch die maßlose Überschuldung in den USA möglich gemacht haben, namentlich Greenspan, Clinton und viele andere.
    Die FED ist an keinem Inflationsziel orientiert, sondern an Wohlfahrtmaximierung und Vollbeschäftigung, das Festlegen von FED-Zinssätzen ab 2001 unter Inflationsniveau war ein Schlag ins Gesicht von Sparern und eine explizite Aufforderung an alle Marktteilnehmer, sich noch mehr zu verschulden und Risiken zu verdrängen. Man kann auch von „gepumptem Wachstum“ sprechen, irgendwann muß die Luft rausgehen, wenn die Zinsen für Verschuldung nicht mehr gezahlt werden können, von Tilgung der Schulden ganz zu schweigen.
    Nicht mangelnder Konsum ist unser Problem, sondern massive Überschuldung, auf Kredit finanzierter Konsum, dessen Zins- und Tilgungslasten sich nicht mehr aus laufendem Einkommen bestreiten lassen.
    Auf deutschen Strassen sind Zwei Drittel aller Fahrzeuge geleast oder finanziert, wir leben über unsere Verhältnisse. Und weil sich Kreditexzesse nicht dauerhaft aufrechterhalten lassen und wir irgendwann die Rechnung für die auf Konsumentenkredit finanzierte Fernreise präsentiert bekommen, müssen jetzt massig verbriefte Forderungen, die eigentlich „werthaltig“ sein sollten, auf Null abgeschrieben.
    Es ist eine Überschuldungskrise, die mit weiteren staatlichen Schulden ausgestanden werden sollen. Angestochene Blasen, aus denen die Luft entweicht, sollen mittels hektischen weiteren Gepumpes vor dem Implodieren bewahrt werden.

  92. Ach so, und, Frankfurter...
    Ach so, und, Frankfurter Allgemeine Buch: Es ist für Sie reichlich bezeichnend, dass Sie einen Fernseher haben und so etwas hier auch erwähnen. Natülich habe ich keinen Fernseher. Ich habe Bücher. Literatur. Na Sie wissen schon. Zeilen, keine Sprechblasen. Texte, keine PR.

  93. "Neid" ist doch bloß das...
    „Neid“ ist doch bloß das Pseudo-Argument derjenigen, die sich entweder ihre eigene Rücksichtslosigkeit und Missgunst schönzureden versuchen oder sich einbilden, dass sie sich mit solchem Geseier an bestimmte Kreise ranwanzen können.
    Will die FAZ eigentlich solche Spießer als Publikum oder ist ihr das irgendwann nur mal entglitten?

  94. Wundervoll, was für ein...
    Wundervoll, was für ein ethnologischer Blick, ich habe herzlich gelacht! Gerade böten sich auch noch andere interessante Objekte für die Verschwendungssucht: zum Beispiel im Preis halbierte Häuser im Süden (falls es am einem am Tegernsee zu kalt wird). Bald findet sich sicher auch ein Stadtpalast in Chelsea oder Mayfair für einen Appel und ein Ei. London hat ja eine gewisse Auswahl an Westvierteln…und wenn Sie nochmal ein halbes Jahr warten, gibt´s noch ein manor house im Tudorstil als Dreingabe, sponsoring vom national trust eingeschlossen.
    .
    Und wenn Sie danach immer noch finanzielle Überschüsse haben: verewigen Sie sich, aber bitte nicht in Stein oder Marmor. Was wäre denn mit einer Stiftungsprofessur? Aber bitte nur in den Humanwissenschaften, ich sage das natürlich gänzlich ohne akademischen Lokalpatriotismus. Setzen Sie ein Zeichen! Ärgern Sie BWLler! Oder suchen Sie sich irgendeinen anderen Grund!

  95. @ Umverteiler: You got it!...
    @ Umverteiler: You got it!

  96. @ mmaltensen
    .
    Ebenfalls...

    @ mmaltensen
    .
    Ebenfalls nichts für ungut, ein klassisches Missverstehen. Es ist halt ein Manko des Blogs das man stets verkürzt kommuniziert.

  97. @ Don - zu den BWL'ern: Wer...
    @ Don – zu den BWL’ern: Wer unten einsteigt, um möglichst schnell oben rauszukommen, von wo aus er uns dann auf Grund seiner dunklen Erfahrungen die Welt erklärt, der verkündet uns zwar notwendigerweise Anrüchiges und Vorverdautes, aber er ist nie ein Genie.

  98. Wo isser? der “spontaneous...
    Wo isser? der “spontaneous urge to action”,(Keynes, Shiller) siehe in diesem jutem Link blogs.ft.com/capitalismblog . Danke!
    Don Alphonso Stilkritik ist ein guter Anfang, daraus wird Popularität und dann vielleicht sogar Erziehung. Na, wir hier jedenfalls investieren jetzt alles in Commodities, Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Essen. Es geht immer weiter.

  99. Don Alphonso, wenn ich Sie...
    Don Alphonso, wenn ich Sie richtig verstehe schlagen Sie Ihrer Klasse Mäzenatentum und gezielt eingesetzten Luxus aus Deutschland vor, verstehe ich Sie hier richtig ? Schloß Salem renovieren und nicht dem Land die Erbstücke zweimal verkaufen wollen, zum Beispiel ?

  100. Werter Klaus Jarchow,
    .
    Ob...

    Werter Klaus Jarchow,
    .
    Ob dies so stehen bleiben kann ist fraglich, denn jede grossbürgerliche Familie, jede „reiche“ Familiendynastie gründet sich – geht man weit genug zurück – auf einen oder mehrere die „Unten“ einstiegen und, mit welchen Mitteln auch immer, nach „Oben“ strebten.
    .
    Mir sind keine Fälle bekannt in denen habituell Untätige zu Reichtum kamen. Die Lotterie mal aussen vor. Und was irgendwann mal als „Genie“ gilt, definiert der Zeitgeist und teilweise auch der Zufall – wer kennt heute noch Herrn Tesla.

  101. @Freiheit und Verantwortung,...
    @Freiheit und Verantwortung, hell und klar ua: Mei, lassen`S doch bitte des Neidgedöhns. Es gibt doch wirklich genügend Menschen in diesem Land – und ich nehme an, auch in diesem digitalen Kaffeekränzchen – die auch mit 10-20% weniger ihres Vermögens ein gutes Leben führen könnten. Und ich meine das ganz im aristotelischen Sinnne.
    .
    Oder glauben Sie wirklich, es ist kostengünstiger, in 10-15 Jahren vielleicht in Bodyguards, Hochsicherheitsgerätschaften und Autos mit Panzerausrüstung investieren zu müssen, wie das die bessere Gesellschaft Lateinamerikas zwangsweise tut? Weil die soziale Polarisierung der Gesellschaft dann so weit gediehen ist, dass es nicht mehr anders geht? Glauben Sie denn, in so einer Gesellschaft lebt es sich angenehmer?

  102. @ Kaffeetrinker
    Ich trinke...

    @ Kaffeetrinker
    Ich trinke auch gern Kaffee! Das verbindet uns.
    Ansonsten: Natürlich hat Scheitern etwas mit dem Charakter zu tun. Aber was Scheitern oder Erfolg ist, das definiert doch jeder zu großen Teilen selbst! Das ist doch gerade der Witz der Verantwortung und gibt jedem die nötige Freiheit sich zu entfalten. Jeder nach seiner Facon und so gut er kann.
    Ich sehe gerade, das dieser Blog ja sogar eine Serie darstellt, ich bin hier aus Versehen ‚reingeraten ; ) (habe übrigens auch kein TV) und fand es ehrlich anregend und unterhaltsam.
    Vielen Dank an die Organisatoren!
    Schönen Nachmitag!

  103. Don Alphonso, Sie haben in...
    Don Alphonso, Sie haben in wohlgesetzten Worten zusammengefasst, was ich nur wesentlich rüder an bei Gelegenheit passender Stelle absondere. In der Politik heben wir von der breiten Masse Mitglieder aus den eigenen Reihen aufs Schild, damit sie unsere Interessen vertreten, sie schauen jedoch dann aus dieser Höhe und Distanz verächtlich auf uns herab. Und mühen sich, denjenigen zu Diensten zu sein, die sich als vermögender und einflussreicher darstellen. Und das aus den unterschiedlichsten Psycho- oder Ego-Gründen.
    Als es mir erstmals im Job gelang, in die Lage zu kommen, ca. 50.000 DM Steuern im Jahr zu zahlen, war ich sehr stolz darauf, soviel zum Gemeinwesen beitragen zu können. Das wurde mir erst bewußt, als ein junger Kollege, weit entfernt von dieser Summe, geiferte, er wolle dem Staat(!) doch keine müde Mark gönnen und suche deshalb nach Schlupflöchern. – Nun mag ich ja in mancher Hinsicht sehr naiv sein, aber ich denke, der Ansatz des Stolzes, für ein Ganzes im Rahmen der Möglichkeiten verantwortlich zu sein, hat für mich bis heute Charme. Vielleicht schenkt ja ein Reicher ein Teil seines Geldes der Allgemeinheit, zum Bs. der Uni Bochum, da sie hier erwähnt wurde.
    Natürlich bin ich für Konsum, und zwar in jeder möglichen Form. Darum bin ich auch dafür, nicht nur den Klein-Steuerzahlern mit der Dröppelminna Geld zukommen zu lassen, sondern auch und gern den Hartz-Empfängern, die ja ausschließlich konsumieren müssen – siehe MwSt-Diskussion. Und den Ansatz, mit einer Entweder-Oder Lösung bei den wirklich Wohlhabenden zu winken, finde ich sehr erheiternd.
    Ich freue mich über jedes extravagante Auto, dass ich sehe und weitere Symbole von Luxus und Wohlergehen. Neid ist mir nicht gegeben, ich muss mich dazu nicht anstrengen oder ihn mir verbieten. Es grummelt nur in mir, wenn ich jemanden mit einem qualifizierten Arbeitsplatz sehe, der darin etwas bewegen kann, Strategien entwickeln und Umsetzungen forcieren muss. Diese Möglichkeit habe ich seit einigen Jahren leider nicht mehr, statt dessen müsste ich von Hartz leben. Millionen (112 p.a.) brauchte und brauche ich als Entgeld nicht.
    Wut empfinde ich jedoch, wenn befreundete Saturierte im kleinen und großen Kreis mit Aktiengewinnen und Steuerschnippchen prahlen (wobei sie möglichst preiswert oder am besten umsonst an alles herankommen wollen) und im nächsten Atemzug über Arbeitslose und sogenannte „Sozialschmarotzer“ drohend herziehen, die mit dem Hartz-Geld die Tabak- und Alkoholindustrie unterstützen. Im Sinne dieser Diskussion: wenigsten das! Da ist bei mir die Grenze erreicht, und ich weise die (meist) Herren in die Schranken. Wer dann auf meine Gesellschaft fürderhin verzichtet, o.K.
    Interessant finde ich, dass sich viele parteimäßig einer Mittelstandsgruppe zugehörig fühlen, der sie garnicht angehören und die sie nicht vertritt. Wie die Schafe auf dem Weg zur Schlachtbank. Alles das ist nicht neu und seit langem untersucht. Aber Denken, und zwar rational in jeder Konsequenz, ist schwierig und u.U. unangenehm. Zerstört das Bild von der eigenen Wichtigkeit, vom eigenen Lebensansatz.
    Ja, was geschähe, würde eine Regierung sich wirklich dem Wohle aller im Volke widmen? Mir schwebt vor ein Putsch der 18%+ Neoliberalen, sozusagen von oben nach unten.

  104. Mal ganz leise und nebenbei...
    Mal ganz leise und nebenbei bemerkt: wer „Harz IV“-Bezieher als „HIVer“ diskreditiert, offenbart damit entgültig die schäbigsten Abgründe seines Charakters. HIV ist ein Virus, dem ich nicht mal diese Sorte Ignoranten als Einfallgebiet wünschen würde.
    Man kann auch ganz offen von ALG2-Empfängern reden, wenn man schon seine Vorurteile und die eigene Merkbefreiung darstellen will.
    Intelligent wirkt man dabei allerdings auch nicht. Wer sich den Schuh anziehen mag – bitte sehr.

  105. Man könnte hier Churchill...
    Man könnte hier Churchill zitieren „“Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“ – aber der wäre dann doch zu gross für kleine deutsche Schausteller.

  106. Finmike, danke für den...
    Finmike, danke für den Einwurf.

  107. Luft anhalten. So lange wie...
    Luft anhalten. So lange wie möglich. – Ausatmen…
    Sind Sie nicht überwältigt, Don?
    Ich habe es getan. Luft angehalten. Und bin beinahe zerplatzt vor lLachen. Ich sah KLAR UND HELL, wie er sein Fensterputzmittel und die Taschenlampe zusammenpackt und zwecks Belebung des Ostens mit 700.000 gesparten Steuern durch die Darkness stolpert. Das Licht, vielleicht ist es nicht die Lampe, vielleicht ist es gar er selbst.

  108. Werte Bargeldbesitzer,
    lassen...

    Werte Bargeldbesitzer,
    lassen sie uns mal alle zusammen ein Konjunkturpaket erstellen.
    Wenn sich ein jeder, der noch etwas Bares hat -das nicht in Betrieben oder Aktien feststeckt- sich jetzt ein schönes Auto kauft, möglichst von ein europäischen Premium-Marke, dann sollten wir das Problem mindern.
    Noch existiert die Industrie, die so etwas feines wie ein E-Klasse (5er, etc) herstellen kann. Ob das bei anhaltender Zurückhaltung von uns – der Klientel – in zwei Jahren noch der Fall sein wird, darf bezweifelt werden. Wenn erstmal die Zulieferindustrie zusammengebrochen sein wird, dann dürfte sich auch für die betuchten Menschen die Auswahl an erstklassigen Fahrzeugen erheblich eingeschränkt haben. Also los und kaufen! Ich werde morgen bestellen.

  109. Im Gegensatz zu Ihnen,...
    Im Gegensatz zu Ihnen, finmike, halte ich die Bezeichnung „HIVer“ für ironisierend-zutreffend, insofern darauf angespielt wird, dass diese armen Teufel so verachtet werden, als hätten sie eine ansteckende Krankheit. Ein ALG II-Empfänger ist faktisch und objektiv der letzte Dreck, indem er nämlich durch einen ihm von außen angetanen Zwang dazu gemacht wird.

  110. @Georgiana Darcy
    Dieses...

    @Georgiana Darcy
    Dieses Argument „with taxes I buy civilization“ ist hinlänglich bekannt.
    Der Effekt ist, dass der Nutzen von Infrastruktur und „Staatlichkeit“ gemeinhin weithin überschätzt wird im Verhältnis zu aufgewandten Steuern.
    Das läßt sich natürlich nicht „generalisieren“. Wenn ich 1.000 Euro an Einkommen- bzw. Lohnsteuern im Jahr zahle und dafür die Polizei aufrechterhalten wird, erscheint mir das als ein geringer, geradezu preiswerter Beitrag für die „Vorhaltung von Recht und Ordnung“. Sollte ich jedoch als Privatperson 1 Million an Einkommen- bzw. Lohnsteuern im Jahr zahlen (was in diesem Leben wohl nicht mehr passieren wird), so würde ich mir schon die Frage stellen, warum dann einer der von meinen Steuergeldern finanzierten Polizisten nicht dauerhaft vor meiner Haustür Wache schiebt, um die Steuergrundlagen zu schützen. Es könnte also durchaus so sein, dass der „einfache Mann“ z.B. von der „solidarischen Finanzierung“ der Polizei in weit stärkerem Maße profitiert als derjenige, der sich noch zusätzlich einen Bodyguard leisten muß.
    In diesem Zusammenhang sehe ich die teilweise sinnlose Investition in Infrastruktur im Zusammenhang mit dem Konjunkturprogramm II auch als Volksverdummung. Was nützt es im Sinne von Bildungsinvestitionen, wenn die bereits von außen gestrichene Schule jetzt ein zweites Mal gestrichen wird, nur weil die Kohle da ist und in der Kommune verbraten werden muß ? Werden dadurch die Schüler schlauer oder motivierter ?

  111. Ob B-Prekärer, F-Broker oder...
    Ob B-Prekärer, F-Broker oder HH-Gartenfeierer – schön lieber Don, wie Sie Provokation mit einer homöopathischen Dosis Restvernunft erzeugen. Soviel Kunst in FAZ, ich würde jetzt sogar auf die verschwundene Bild-Werbung klicken, um diesen Online Portal das Leben um wenige Sekunden zu verlängern.
    Die inflationären Link- und Rechtskeulen nerven, es wird langsam Zeit sich von kinderschuh-demokratischen Stereotypen zu lösen. Ich weiß, dass der Autor da nicht konform ist, aber einen sozial-effizienten Kahlschlag ala Grundeinkommen gepaart mit schwarzarbeit- und steuerhinterziehungsvernichtenten Reformen werden zukünftige Generationen nicht herumkommen…und sei es, dass vorher noch Dunkelheit herrschen muss, bis es die letzten Blitzer begriffen haben…

  112. @ Lebemann: Ich redete - bei...
    @ Lebemann: Ich redete – bei genauerem Hinlesen werden Sie’s unschwer erkennen – über BWL’er, und nicht über Tätige und Untätige. Schaue ich auf Gründerfamilien, dann sehe ich einerseits in erstaunlichem Ausmaß Tüftler, Techniker und Ingenieure, die den Grundstein zur zünftigen Familienvilla legten. Ökonomen wurden damals schon bei Bedarf nur ‚hinzugekauft‘, der Hans Fallada schildert uns den ‚Ökonomen‘ in seinen Romanen noch in aller damaligen Erbärmlichkeit. Der deutsche Großgrundbesitz übrigens stammt bis heute aus Karl des Kahlen Zeiten, was daher mit ‚Tätigkeit‘ in den meisten Generationen nur wenig zu tun hat, sondern mehr mit Kontinuität. Woran wir wiederum sehen, dass wir in Deutschland nie eine Revolution hatten, die diesen Namen auch verdient. Vermutlich, weil’s uns an Leuchten und an Laternen mangelte.
    In England gründete sich manch ein Unternehmen allerdings auch auf Piraterie und Kolonialraub, also auf die handgreifliche Spekulation mit anderer Leute Besitz – über die Mentalität, über die Kultur und die Intelligenz solcher Leute geben uns die Romane eines Herrn Dickens erschöpfend Auskunft, denn der traf sie als berühmter Mann ja tagtäglich. In Holland bildete auffällig häufig Sklavenhandel und Zwangsarbeit den Grundstock – in Indonesien (Java) sind die Mijnhers bis heute nicht sonderlich beliebt, da mögen sie mehr Kultur haben als in einen dicken Laib Gouda passt. Ruhig mal Gerstäcker lesen. Sie können solche historischen Vorgänge gern ‚unanrüchig‘ nennen, es ist schließlich lange genug her, seither ist eine Menge Zierrasen darüber gewachsen. Sogar die Leichen im Keller haben schon Moos angesetzt …

  113. Die Conclusio höhere Steuern...
    Die Conclusio höhere Steuern mag ja richtig sein. Nur die Grundlage wirkt mir doch zeithistorisch bedingt. Der Reichtum wird auch möglich, weil die Gesellschaft in der Verfassung ist und die Chance bietet, Privatvermögen derart anzuhäufen und die Möglichkeit lässt, dieses zu mehren. (Und sei es durch die steuerliche Abzugfähigkeit der Studienkosten für teure Privatschulen selbst im Ausland, wenn auch wohl nicht in der Schweiz). Wer mehr profitiert, weil ihn die Gesellschaft seine Möglichkeiten mehr als reichlich ausschöpfen lässt, der sollte auch bereit sein, dieser Gesellschaft dafür mehr zurückzugeben.

  114. Ist dies hier wirkich die...
    Ist dies hier wirkich die FAZ?
    Mir schwebt zu viel Klassenkampf in der Luft.
    Warum die Polemik und der Neid?
    Alle revolutionären Argumente sind altbekannt und werden deshalb nicht besser.
    Mit Zerstörung ist noch nie eine Gesellschaft vorangekommen.
    Zustände wie in Berlin braucht unsere Republik nicht überall.
    Also wird es besser sein zu zivilisierten Verhaltensweise zurückzukehren.
    Hier sollte sich jeder an den kategorischen Imperativ erinnern.
    Also: Besser das Geld via Konsum zurück in den Kreislauf speisen, als es bei Lehman Bros., Madoff oder zukünftig bei der Vermögenssteuer lassen.

  115. @Umverteiler
    Das Schöne am...

    @Umverteiler
    Das Schöne am Konjunkturprogramm II ist ja, dass man jetzt in dringend reparaturbedürftige Schulen und Infrastruktur investiert ohne Sparzwang – denn den hat man ja zurückgestellt – um dann später, wenn die Konjunktur wieder läuft und die FDP (Flowers Deutsche Pudel) wieder vom „Schlanken Staat“ und „Investition in Bildung“ schwadronieren darf, man wieder alles verrotten lassen kann bis zur nächsten Krise :-). Von daher funktioniert dieser Aspekt des Systems doch ganz gut. Übrigens, woher haben Sie die Info, dass schon gestrichene Schulen jetzt noch mal gestrichen werden ? Oder haben Sie das einfach mal so ins Blaue daher gesagt?

  116. @Herrentorte
    Ich meine, das...

    @Herrentorte
    Ich meine, das hier gesehen zu haben:
    http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-konjunkturpaket-verschwendung-ID1236016961781.xml
    Vor allen werden Zweitanstriche ja als dauerhafte Investition in die Bildung unserer (nicht Don’s) Kinder verkauft. Dass die neugestrichene Schule wegen Schülermangels und Zusammenlegung demnächst ohnehin geschlossen werden könnte und man mit dem Fahrrad auch gut auf „geschotterten“ und nicht asphaltierten Radwegen fahren kann, was kümmert’s die Bürgermeister, die nur das Beste für ihre Gemeinde im Sinn haben ?
    Der Freibrief für die Gießkannen-Kur ist ausgestellt, jeder bediene sich, solange der warme Geldsegen noch sprudelt.

  117. @ van der Laan: Zwischen...
    @ van der Laan: Zwischen Zerstörung und Selbstzerstörung gibt es immer noch gewisse Unterschiede, auch wenn der Effekt der gleiche sein mag. Was wir gerade erleben, das ist die Selbstabschaffung der Vereinigten Marktradikalen, von Klassenkampf ist das weit entfernt …

  118. Kinder, das war ein Tag -...
    Kinder, das war ein Tag – lasst Opa mal ausruhen, der ist eh noch auf Grippocaps. Danke für all das Mitreden.
    .
    Vielleicht noch ein Hinweis, weil das viele wohl verstört hat: Das litararishe Zitat am Anfang meiner Beiträge steht nie in einer geraden Linie mit dem, was ich schreibe. Das obige Zitat ist eher peinlich für Lenin, weil in dieser Krise die „autoritärste Sache“ immer noch das Geklüngel gewählten „Kleinbürger“ ist, die Lenin so verabscheut hat. Die Bilder illustrieren, was passiert, wenn so ein System mal tatsächlich über den Jordan geht. Wäre ich von der ML-Font, sähe das hier nochmal ganz anders aus.

  119. Oleg, konkret schlage ich vor,...
    Oleg, konkret schlage ich vor, dass der besitzende Stand jetzt die Geldbeutel aufmacht und sich etwas Hübsches zur Aufheiterung für die kommenden schweren Tage kauft, und idealerweise nicht unbedingt chinesischen Elektroschrott oder Kleider aus Sklavenarbeit. Es wird grau genug, diesen Sommer – warum nicht etwas prunk in dieen Tagen?

  120. Naja, ich seh' schon, hier...
    Naja, ich seh‘ schon, hier sind keine Denker am Kommentieren, sondern Schraubendreher (Schraubendreher im Sinne von: Man müsste nur da ganz arg und dort ein bisschen herumtunen, oder mal das Rumgieren lassen, dann wird das schon wieder …).

  121. @Vroni: Technokraten halt....
    @Vroni: Technokraten halt. Alles hat eine wissenschaftliche Lösung und die soziale Komponente blendet man aus.

  122. Aber nein! Lustvolle...
    Aber nein! Lustvolle Eyperimentierer. „Wie reagiert mein Umfeld auf die anschaffung eines sportlichen Salonwagens der 50er Jahre und der Dokumentation meiner Reise nach Rom 1. Klasse.“ Sowas.

  123. Umverteiler, der reiche...
    Umverteiler, der reiche Steuerzahler profitiert sicherlich unterproportional von den Polizisten, die er mitfinanziert. Dafuer hat er mehr von der Subvention kultureller Institutionen und dem Erhalt der Strassen, die er mit seinen Autos befaehrt, waehrend der bescheidene Arbeitnehmer beides nur begrenzt – wenn ueberhaupt – nutzen kann. Gleicht sich das nicht also wieder aus?

  124. Vroni, Sie haben Recht....
    Vroni, Sie haben Recht. Erstens, was auch immer man tut, es wird nicht wieder wie früher. Zweitens, oben die Schlauen, dazwischen die korrupten Politiker und unten die Dummen. Mechanischer hat auch Lenin nicht gedacht. Drittens, der Konsum wird es schon richten? Lafontaine könnte es nicht alberner simplifizieren. Vielleicht ist die Ahnungslosigkeit moderner Eliten die wirkliche Krise. Aber man sollte sich zurückhalten. Wie sagte schon Goethe. Den Dummheiten seiner Epoche entgeht kein Mensch ganz.

  125. Das Privateigentum ist keine...
    Das Privateigentum ist keine volkswirtschaftliche Rechengröße, es ist ein Wesen aus Fleisch und Blut.
    Endlich rückt diese Grundtatsache wieder ins Bewußtsein.

  126. @Umverteiler
    Report München...

    @Umverteiler
    Report München BR! Also wenn ich für weniger Staat plädieren würde, dann bei diesem Sender :-)
    .
    Ich brauche mir nur die Grundschule nebenan anzusehen. So einen Bau kenne ich aus meiner Grundschulzeit und der hieß damals schon „Alte Schule“. Wir hatten aber Unterricht in der „Neuen Schule“! Da liegen Welten zwischen den 60er Jahren und heute. Die Alte Grundschule damals war trotzdem noch besser in Schuss als die Grundschule heute von nebenan! Da geht’s nicht um einen Anstrich sondern um Vollsanierung!
    .
    Übrigens, was Effizienz Staat vs. Unternehmen betrifft. Ich kenne Konzerne, da wird Geld regelrecht verbrannt!

  127. Lieber Don Alphonso,
    Es freut...

    Lieber Don Alphonso,
    Es freut mich, daß Sie meine Idee übernommen haben.
    Schon am 3.Dezember habe ich in der FAZ gepostet
    „Was wir jetzt brauchen, sind keine popeligen Konsumgutscheine aus dem Kaugummi-Automaten, sondern ein solemnes feudales Verschwendungsprogramm in bester absolutistischer Tradition. Finanzieren werden es unsere erlauchten Eliten. Die haben ihren Konsumscheck über 500 Billionen schon erhalten, jetzt möchten sie doch geruhen einmal wieder was davon herauszurücken. Liebe Familien Quandt, Flick, Thurn und Taxis, und wie Sie alle heißen: Fassen Sie einfach mal Mut und hauen Sie ein paar hundert Milliarden auf den Kopf! Bauen Sie sich ein paar barocke Traumschlösser in den Voralpen, halten Sie sich ein Elite-Opernhaus (nur für Privatvorstellungen!), laden Sie die Berliner Bettlerschaft allwöchentlich zum haute cuisine Bankett ins Adlon ein! Kaufen Sie sich keinen Ferrari, sondern gründen Sie lieber gleich eine Sportwagenfirma. Halten Sie sich Hofpoeten. Fahren Sie in die Toskana und schauen Sie sich an, was Stil ist und versuchen es auch mal. Reißen Sie Ihre schäbigen Wohn- und Geschäftshäuser ab und bauen Sie sie nach ästhetischen Mindestanforderungen wieder auf. Tun Sie es für die Konjunktur! Für die Weltwirtschaft! Für Deutschland! Für Ihr gnädiges Andenken bei der dankbaren Nachwelt. Und tun Sie es mit Ihrem eigenen Geld.“
    Und grüßen Sie den Helg Scarbi von mir…

  128. Damenwahl, "der reiche...
    Damenwahl, „der reiche Steuerzahler profitiert sicherlich unterproportional von den Polizisten, die er mitfinanziert“ so,so. Also ich denke mir, dass es den reichen Steuerzahler ohne Polizei gar nicht gäbe. Schutz des Eigentums als Staatsgarantie bedeutet eigentlich, dass es ohne Staat gar kein Eigentum gäbe. Warum sollte der Rest der Mannschaft den Ausschluss vom – insbesondere – Gebrauch der Produktionsmittel, die er ja braucht, mitmachen, wenn dahinter keine Gewalt stünde? So oder so, ich wette, ohne Polizei wäre das schnell vorbei. Klar stellt sich das unser wackerer Liberaler so vor, dass hier das von ihm erarbeitete Eigentum ist und dort der steuergierige Staat, aber in Wahrheit …. Und im Übrigen wäre dann auch die Konkurrenz eine Andere. In Russland, als der Staat schwach war, wurde die des Öfteren ausgeschossen. Auch von der Infrastruktur profitiert er doch etwas mehr als für sein Auto. Der ganze Reichtum will ja auch produziert sein. Inklusive der Bereitstellung des „Humankapitals“ entsprechend gebildet und fähig. Ganz zu schweigen von den ganzen internationalen Gesetzen zur „Freiheit des Kapitalverkehrs“ und des Investitionsschutzes. Dazu wäre der „reiche Steuerzahler“ wohl auch kaum in der Lage. Aber auf welchem Grund er steht, das braucht den reichen Steuerzahler nicht zu interessieren. Jedenfalls so lange es den Grund gibt.

  129. Man wundert sich über nichts...
    Man wundert sich über nichts mehr,lieber Don.
    Ein Sprichwort…von den Reichen sparen lernen….
    Mir ist die Diskussion hier etwas zu Rückwärts gewand ..siehe Marx,Sozialismus usw…oder aber von obigem Sprichwort inspiriert, mit Standesdünkeln behaftet wie Neiddebatte.
    Alles Inhalte, die zum totschlagen gebraucht werden..aber nicht wirklich weiter helfen in der heutigen Zeit.
    Was nicht zur Debatte steht sind die Fakten, Vermögensverteilung in Deutschland,die Geldvernichtung, Inflation usw.
    Wo nichts ist.. kann man nix holen..da schließe ich den kleinen Mann,den Klein und Mittelständigen Unternehmer usw mit ein.
    Leute die sich hier gegenseitig an die Backe hauen,obwohl sie zur gleichen Seite gehören…zumindest in der jetzigen Finanzschräglage.
    Weitere Belastungen dieser Menschen und Unternehmen ist nicht zumutbar..
    (Kleine Einschränkung..Unternehmen die ihre Mitarbeiter mit Hungerlöhnen abspeisen,so das mit Hartz 4 aufgestockt werden muss,machen auch nur Preise auf dem Markt kaputt,sind also überflüssig. )
    Preisdumping ,Lohndumping,Ausbeutung
    Nehmen wir die letzten Jahre..auf der einen Seite gabs Steuererleichterungen,lach….,auf der anderen Seite wurde es doppelt und dreifach wieder rausgeholt und indirekt so auch die Preise am Markt befeuert,in vielen existenziellen Bereichen.
    Dazu noch die Anhebung der Mineralölsteuer, mit der man die Preise in allen Bereichen weiter nach oben Zwang und die Menschen immer mehr in die Sparsamkeit oder Mittelknappheit trieb…ok,,nicht alle,aber die überwiegende Mehrheit../die Reichen wissen sowiso zu sparen ;-)
    Kleiner Denkansatz für unsere Politikerkaste :-)..wer sein Geld bei der Mineralölsteuer und damit verbundenen Preiserhöhungen liegen lässt,kann es leider wonanders nichtmehr zum Konsum verwenden und Unternehmensstützkäufe machen…ich bin mir sicher das die Mehrzahl der Bürger sofort Konsumieren würde…wenn sie es denn hätte.
    Zweiter kleiner Denkansatz…Die Erleichterungen der letzten Jahre im Bereich Kapitalvermehrung,Wertpapierhandel usw kritisch durchleuchten,nicht nur die Banken.
    Man könnte tagelang schreiben..und würde immer noch kein Ende finden…
    Erinnert mich grad dran..vor Einführung des Euros hatte man Preissprünge von ein-zwei Pfennig an der Zapfsäule,heute sind es locker 4 Cent innerhalb von Stunden..(Geldwertunterschiede von ein paar Jahren)
    Hilft alles nichts…in der heutigen Zeit kann sich die Gesellschaft nur gemeinsam aus dem Sumpf ziehen in den uns die Gierigen und die Politik getrieben haben und dazu benötigt es der Hilfe der Sparsamen…auch wenn sie es noch nicht wahrhaben wollen,es liegt in ihrem eigenen Interesse.
    Nicht mit der Steuerkeule drohen, sondern ermuntern zum sicherem Investieren…genau da sollte sich die Politik mal sinnvoll betätigen.
    Der Staat sind wir..alle..ohne Ausnahme…
    Dritter Denkansatz…liebe Berufspolitiker..ihr auch!! wobei man bei den Pensionsbezügen meint sie wären im Schlaraffenland zuhause….

  130. ach übrigens...gute Genesung...
    ach übrigens…gute Genesung wünsche ich

  131. Da muss ich doch wieder an den...
    Da muss ich doch wieder an den Professor Kirchhoff denken, mit seiner revolutionären Steuervereinfachung.
    Als man ihn fragte, wie das Modell finanzierbar sein soll, wenn die Reichen MAXIMAL 25% Steuern bezahlen, da legte der Herr ein versonnenes Lächeln auf und meinte: Wenn die Reichen ERST MAL 25% Steuern bezahlen, ist das Modell finanziert.
    Das momentane Steuermodell schikaniert aber in erster Linie die Nicht-Reichen. Da muss fast jeder gefahrene Kilometer nachgewiesen werden, da muss inzwischen wieder jede Übernachtung mit Belegen eingereicht werden, statt Pauschbeträge geltend zu machen. Das darf ja nicht sein, dass jemand vielleicht 80 Euro Pauschale geltend gemacht hat, aber nur 70 bezahlt hat. Und womöglich noch ein Frühstück nicht von der Verpflegungspauschale abzieht. Da sind die Steuerprüfer denn auch vollauf beschäftigt.
    So sieht das aus. Je mehr Geld jemand verdient oder hat, desto leichter wird es für ihn. Ein Zumwinkel nimmt den Zinsfreibetrag in Anspruch, und das fällt keinem auf.
    Schon mal mit einer für internationale Konzerne tätigen Bilanzbuchhalterin gesprochen? Die entsprechende Klientel weiß genau, wovon ich rede.
    Die momentanen Steuersätze sind nichts wie Sand in den Augen der kleinen und mittleren Einkommen. Eine „Zwangsabgabe für Reiche“ wäre das auch.
    Und natürlich hilft das alles wenig, wenn es nicht EU-weit durchgesetzt wird.

  132. ich danke vroni für ihren...
    ich danke vroni für ihren kommentar. und don alphonso für den auslöser.
    den reichen glaube ich ,ist das virtuelle Haben genug derzeit:
    es hat gar keine reizhöhe, sich etwas zu kaufen, was man mit den augen sehen
    kann.
    denn es herrscht ermüdender überfluß in allen preiskategorien-die augen sind satt!
    im taschenpalais dresden, erinnere ich mich an die auslagen des juweliers.
    ich weiß nicht wie er seine miete zahlt,aber wer kauft da?oder kaufte da?
    nebenan im grünen gewölbe des starken august liegen seine preziosen in unschätzbaren werten-schön-aber , das ist meine annahme,ohne reizwert
    für den sachunverständigen.
    reichtum ohne sinnlichkeit macht keinen konsumenten mehr.

  133. Ist es wirklich zu viel...
    Ist es wirklich zu viel verlangt, aus der Entwicklungsgeschichte, der Tiefe, der Dynamik, der Unübersichtlichkeit der aktuellen Wirtschafts- und Wachstumsabsturzkrise den logischen Schluß zu ziehen, dass wir Zeitzeugen eines erneuten Durchbruchsversuch einer neuen, evolutionsprozess-logisch fortgeschrittenen Weltordnung abspielt, und dass dieser Versuch vergleichbar ist mit der Französischen Revolution von 1789, und dass wir nur mittels einer universalen Evolutionsprozess-Theorie diese Weltrevolution im Konsens mit allen Akteuren zu steuern und über die Weltbühne zu bringen vermögen?
    Wenn dem so wäre, dann ist es doch völlig gleichgültig, wie die verqueren Macht-, die Ausbeutungs- und Steuerungssysteme früher oder heute funktioniert haben. Es käme doch allein auf eine projektfähige Evolutionsprozesstheorie an, aus der wir die Übergangspolitik, d.h. die zu institutionalisierenden Steuerungsinstrumente ableiten können? Wäre dann nicht der Merkelsche Ansatz ‚Charta-für-nachhaltiges-Wirtschaften-plus-Weltwirtschafts-Rat‘ der logische Politikansatz und wäre es nicht das Einfachste, sie nach ihrem Erkenntnisstand über ihre Evolutionsprozess-Theorie und ihre Vorstellung von der folgenden Weltordnung zu fragen.
    Wie schon gesagt: Alles Große ist genial einfach. Das sollte auch für diese Krise gelten.

  134. @HansMeier555
    Manche haben...

    @HansMeier555
    Manche haben halt keine Lust am Leben, sonst hätten sie ihre Kohle schon längt vermehrt in Umlauf gebracht. Sie haben eher Angst etwas zu Verlieren und hocken auf ihrem Gold wie ein analgestörtes Kleinkind auf seinem Nachttopf. Lieber wird wiedermal ein lukrativer Krieg angezettelt als einen Geld-Vermehrungs-Gang runterzuschalten …

  135. @TucholskyfuerArme
    Ich will...

    @TucholskyfuerArme
    Ich will den selbstherrlichen Eigennutz mit dem die Managerkaste in den letzten Jahren unser demokratisches Selbstbild manipuliert hat wirklich nicht verteidigen, aber so einfach kann man auch die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen. Ich habe in den letzen Jahren ab und an mal eine von diesen Studien unter die Lupe genommen, die von den offenbar unzählbaren Beraterfachexpertenbesserwisseragenturen im Auftrag des einen oder anderen Verbandes angefertigt wurden. Dass solche Studien tendenziös sind, erwartet man nicht anders. Was mich aber manchmal wirklich schockiert hat, war der Dilletantismus, mit dem diese Papiere angefertigt waren, meist aus veralteten Sekundärstudien zusammengeschnipselt und vielleicht noch mit einer Umfrage angereichert, deren fehlerhafte Konstruktion selbst ein guter Berufsschüler hätte auseinandernehmen können. Dennoch gut möglich, daß sie in den Entschlußdokumenten des relevanten politischen Gremiums genau diese Studie zitiert finden.
    Es entspricht nicht meiner Vorstellung von einem kompetenten Politiker, daß er sich so leicht manipulieren läßt. Und zu Wirtschaftsliberalismus mag man stehen, wie man will, verantwortliche Politik schafft Institutionen, die Risiken erkennen und abwenden. Schauen Sie bspw. mal in Drucksache 16/2740, da können sie lesen, daß man bei der BaFin zwar mußte, daß es sowas wie verbriefte Derivate gibt, die an den kleinen Mann vertickert wurden, sich aber nicht so richtig im Detail damit auseinandersetzen wollte, da hätte man sich ja einarbeiten müssen.

  136. @Don Alphonso
    Ich bin insofern...

    @Don Alphonso
    Ich bin insofern bei Ihnen, als es mich auch richtig ärgert, daß noch kein hochrangiger deutscher Politiker auch nur angefangen hat, darüber nachzudenken, wie das denn konkret so sein soll, mit der Regulierung, von der sich alle einig sind, daß wir sie jetzt irgenwie brauchen werden. Aber ich denke weniger, daß das was mit Bestandsschutz zu tun hat. Das ist eher Inkompetenz und Hilflosigkeit. Man wartet wahrscheinlich drauf, was die Amerikaner machen werden, um das dann abzukupfern.

  137. Naja irgendwie ist mir Don...
    Naja irgendwie ist mir Don Alphonsos Ansatz der Krisenbewältigung sympathischer als der der miesepetrigen Nahles Fraktion. Das Motto des unvergessenen Paul Gascoigne lautete schließlich auch: das meiste Geld habe ich für schnelle Autos, schöne Frauen und Alkohol ausgegeben, den Rest verprasst. Zu viel Konsum führt aber meistens zum frühzeitigen Herztod. Vielleicht wird das aber billigend in Kauf genommen.

  138. kleinerberg, Dresden ist halt...
    kleinerberg, Dresden ist halt generell ein Problem.
    .
    In meinen Kreisen herrscht die blanke Angst, weil jeder in der Familie die Geschichten aus der grossen Inflation kennt, die für die Reichen schlimmer als die Weltwirtschaftskrise war. Gehungert hat man so oder so, aber den Reichtum verlor man schon vor 1929. Und es wundert mich, dass es bei den Steuererhöhungsgegnern da nicht mehr Einsicht gibt: Sie haben die Liquidität, die der Markt braucht. Wenn sie sie nicht hergeben, werden die Staaten Geld drucken. Wie die Iren, die die Pensionszahlungen der Zukunft in die Banken stecken, um das Problem zu verschleiern. Dieses Geld muss auf den Markt kommen. Und in der Rezession sinkt die Menge der erwerbbaren Güter. Eine Inflation ist nur logisch, zumal es dann immer noch sein kann, dass die Staaten trotz allem für die Banken nachdrucken müssen. Vielleicht keine Hyperinflation, aber 10% über 5 Jahre sind auch brutal.

  139. Kermar, ich glaube, dass die...
    Kermar, ich glaube, dass die durchaus unter die Motorhaube geschaut haben, und dann überein gekommen sind, dass man da gerade wenig machen kann. Die Banken bauen ja gerade Risikopositionen ab, und für manche riskante Geschäfte gibt es eh keinen Markt. Trotzdem habe ich nach den Erfahrungen der New Economy Angst, dass man in drei, vier Jahren sagen wird, dass die Politik den wundersamen Aufstieg jetzt keinesfalls behindern darf, und nachdem die Kanzlerin dann immer noch so wie heute heissen wird, legt man die Grundlage für das nächste Debakel. Dann halt mit was anderem. Internet hatten wir schon länger nicht mehr.

  140. Germanasty, man muss in dieser...
    Germanasty, man muss in dieser Lage einfach die Frage stellen: Heute prassen, morgen Steuern zahlen oder übermorgen durch die Inflation verlieren? Und bevor ich drei jahre bis zum beinahekollaps weine und darbe, mache ich mir doch lieber jetzt ein schönes Leben, kaufe mir einen alten Sportwagen, fahre nach Rom, esse mich durch die Poebene, und sollte ich dabei zu Tode kommen: Jo mei. Zittern ist auch kein Leben.

  141. @Germanasty: Wenn man schon...
    @Germanasty: Wenn man schon Fußballer zitieren muss, dann aber bitte richtig. Der von ihnen Paul Gascoigne zugeschriebene Ausspruch stammt von George Best.

  142. Don Alphonso - glauben Sie im...
    Don Alphonso – glauben Sie im Ernst, dass „die Reichen“ (von vernachlässigbar wenigen Ausnahmen) in der Lage sind, ihr Geld vernünftig einzusetzen? Das Problem ist es nicht, dass die Menschen so verschieden sind, sondern dass sie sich sehr gleichen. Zu obigem Problem befragt führte ein Rabbi den klagenden Moralisten vor das Fenster und fragte, was er sehe. „Die Welt“. Dann desgleichen vor dem Spiegel. „Mich selbst“. – „Tja, ein wenig Silber reicht zu – schon sieht man nur noch sich selbst“.
    Evolutiv entwickelte sich zwangsläufig der Wertungsrahmen unserer Bewusstseinsorganisation dergestalt, dass wir den Hinterweltler statt des Kosmopoliten in uns präferieren (s. Prof. Bernhard Verbeek). Da hilft lediglich ein generelles Gegensteuern, das Ansehen und Reichtum nur über gleichzeitig altruistisches Wirken erreichbar werden lässt. So einfach und gleichzeitig wenig verwirklichbar ist das.

  143. @Don Alphonso, sag ich doch...
    @Don Alphonso, sag ich doch sympathischer Ansatz insbesondere in Gesellschaften mit Endzeitstimmung. In der Zeit nach 9/11 konnte man in New York auch eine gute Zeit haben. Die Mädels lockerer, viele Parties, alles ein bischen surreal.

  144. Ach, der Altruismus - der ist...
    Ach, der Altruismus – der ist doch längst zur Mitgleidschaft in einem Kunstförderverein verkommen. Ich bin mir bei Reichen vollkommen unklar, dort gibt es auch solche und solche. Im Kern bin ich einfach nu frh, in gesicherten Verhältnissen zu leben und ab und an etwas auf die Wallstatt rufen zu können. Krepieren und Prassen können sie gerne ohne mich.

  145. schöner artikel. im sinne von...
    schöner artikel. im sinne von unterhaltsam. aber die nachfolgende diskussion…! leute, alphonse sagt von sich, er sei vermögend. das heißt, er hat durch eine hyperinflation oder eine währungsumstellung etwas zu verlieren. das möchte er vermeiden. deshalb sein vorschlag, gemeinsam mit anderen finanziell bessergestellten die wirtschaftliche situation – also damit auch die unsrige – durch exzessiven konsum zu verbessern. statt sie durch exzessives sparen zu verschlimmern. das zeugt sogar von einem gewissen verantwortungsbewußtsein. und er verbindet sein engagement mit einem appell an seine gleichgestellten, daß dieser ’solidarbeitrag‘ sogar eine spaßige komponente hat. und sie sich deshalb nicht so haben sollen. das hat doch stil. woher dann stichworte wie ’sozialismus‘ und ’neiddebatte‘?
    diese dinge drohen vielmehr, wenn man weiter verharrt und hofft, ungeschoren mit seinem vermögen durchzukommen. wie spengler sinngemäß schreibt: die zukunft gehört dem tätigen, nicht dem philosophen. leider liegt da auch der kern des von a. beschriebenen problems – die vermögende schicht strebt nach statussicherung, sie ist zufrieden und rümpft die nase über ungehobelte aufsteiger. sie benutzt sie sogar und hebt sie damit an die wichtigen positionen zukünftiger macht. und kann sie eines tages nicht mehr einfach fallenlassen.
    sorry, es hat mich geschrieben…

  146. @Umverteiler: Der einsame...
    @Umverteiler: Der einsame Ordnungshüter vor ihrem Haus sei Ihnen gegönnt. Betrachtet man die Angelegenheit jedoch nicht ganz so eindimensional, könnte einem auffallen, dass auch ihr betuchter Steuerzahler weitaus mehr profitiert als angenommen: von gepflegten Strassen und Parks (siehe Damenwahl), Opern, Theatern und Konzerthäusern, sauberer Luft in den Städten, Trinkwasser direkt aus dem Hahn, öffentlichen Schulen und Universitäten für seine Kinder oder Adoptivkinder, usw. Nicht zu unterschätzen der Faktor der persönlichen Sicherheit: wo denken Sie, werden als Wohlhabender eher gekiddnapt, in Sao Paolo oder Regensburg? Sollten Sie all diese Dinge nicht zu schätzen wissen, empfehle ich Ihnen einen mehrjährigen Aufenthalt an einem Ort, an dem wirklich der Manchesterkapitalismus tobt, Ostasien beispielsweise. Sie kommen sicher kuriert zurück.
    .
    Mag sein, dass die es im Rahmen der Konjunkturprogramme auch zu absurden Projekten kommt. Aber denken Sie den ernsthaft, es gäbe eine Alternative zu dem antizyklischen Krisenmanagement a la Keynes, dass im Moment gefahren wird? Das stoppt die Krise zwar offensichtlich nicht, mildert sie doch hoffentlich ein wenig ab. Ein „Blitzgewitter zur Selbstbereiningung der Märkte“, wie es von einigen wenigen Marktradikalen gefordert wird, führt mit ziemlicher Sicherheit zu einem ökonomischen und sozialen Komplettzusammenbruch. Ich habe so eine ungefähre historische Vorstellungen, wie untergehende Gesellschaften aussehen: erleben möchte ich das nicht.

  147. Herr elbsegler ,don...
    Herr elbsegler ,don alphonso
    „Ein Lehrer-Ehepaar, beide als Oberstudienräte in NRW verbeamtet und über 45 Jahre alt, sind mit € 118.000 Einkommen schon in der höchsten Progression, wenn auch nur mit einem sehr geringen Teil. Dieses Ehepaar wollen wir doch jetzt nicht zu den Reichen rechnen, die mal wieder die Esszimmerstühle neu beziehen lassen sollen?“
    Also,es tut mir ehrlich leid,ich bin ganz und gar kein Kapitalismus-Hasser,aber-,ICH würde das Lehrer-Ehepaar (mit Kindern,ohne Kinder ???) bei 118.000 Euro schon zu „den Reichen“ zählen !
    118.000 Euro – das waren (es ist noch nicht so lange her- so um die 240.000 DM !!
    Also,da mußte meine Oma schon ganz schön lange für stricken !

  148. Solange es Politiker gibt, die...
    Solange es Politiker gibt, die nicht wissen, wohin sie das Steuergeld milliardenweise zuerst hinverschleudern sollen und solange es Leute gibt, die in Arbeitsgerichtsprozessen versuchen, einen Betriebsratsangehörigen wegen eines Brotaufstrichs für 50 Cent loszuwerden, solange ist ALLES surreal.
    Bevor jetzt wieder so ein Neidtotschlagsargumentsfuzzi aufschlägt: Ich meine wirklich SURREAL, nicht: ungerecht. (Über Letzteres bin ich längst raus seit meinen Tagen bei der Katholischen Jugend, als ich vom Vater aus nicht auf Burg Falkenstein durfte, weil meinem Vater zu seiner Zeit dort mal ein Rad geklaut wurde…, blah) Alore: über „ungerecht“ bin ich raus, ich meine wirklich „surreal“: Hat man eigentlich noch alle IKEA-Tassen im Schrank?

  149. Man muß das "Neid"-Geschrei...
    Man muß das „Neid“-Geschrei auch mal aus der Warte dieser Plärrer selbst sehen: Die stereotyp vorgebrachte Behauptung, man sei auf sie neidisch, dient vor allem dazu, sich selbst einzureden, es gäbe tatsächlich Gründe dafür, daß jemand auf einen neidisch sein könnte. Aber genau die fehlen normalerweise, weil die „Neid“-Schreier in der Regel gar nicht in der Lage sind, ihren Reichtum irgendwie sinnvoll einzusetzen. Ja, wenn sie ihr Geld, wie das der Gastgeber dieser kleinen Plauderrunde vorgeschlagen hat, tatsächlich auf befriedigende Weise auf den Kopf hauen würden, wenn man wüßte, die haben nicht nur die Kohle, sondern sind auch in der Lage, ihren Reichtum in vollen Zügen zu genießen, dann könnte man vielleicht neidisch werden; leider sieht es jedoch so aus, daß vielleicht gerade einmal ihre Erben dazu in der Lage sind, und das auch nur in besonderen Glücksfällen (aber das Lob der reichen Erben war schon mal Thema in diesem blog).
    .
    Ansonsten noch einen kleinen Schuß überflüssige Besserwisserei: Das Eingangszitat ist zwar tatsächlich in Lenins „Staat und Revolution“ zu finden, ist dort aber selbst wieder nur ein Zitat, nämlich aus dem Aufsatz von Engels „Von der Autorität“ (MEW 18, S.308).

  150. @golo42

    Andere Frage..glauben...
    @golo42
    Andere Frage..glauben sie wirklich das die Politiker in der Lage sind das Geld vernünftig einzusetzen ?????..lol
    Ja mei,warum klappt das bei mir nicht mit der Verdrängung des realen Wahnsinns.

  151. @Quallenregen
    Natürlich sind...

    @Quallenregen
    Natürlich sind auch die Politiker für sich nicht in der Lage Geld vernünftig einzusetzen. S. alle Menschen sind gleich…. Da hilft nur Transparanz und demokratische Kontrolle auf allen Ebenen.
    Nicht ohne Grund zitierte F. Schirrmacher letzten Oktober Engels: „Das Wesen des Staates ist die Angst der Menschheit vor sich selbst.“

  152. Man sollte sie nicht...
    Man sollte sie nicht übermäßig besteuern, man sollte sie an den höchsten Bäumen der Stadt hängen.

  153. Da ich so langsam die...
    Da ich so langsam die Intentionen des Authors nachvollziehen kann, hatte ich heute eine Idee: Die Ausschüttungen der staatlichen Lotteriegewinne sollte erhöht und die Gewinnchancen drastisch verbessert werden. Eine elegante Möglichkeit enorme Geldmengen unter das Volk zu bringen. Die meisten werden dieses Geld freiwillig für völlig überflüssige Dinge des Alltags ausgeben und so die Konjunktur beleben!

  154. lieber don.

    mal wieder lesen...
    lieber don.
    mal wieder lesen ich von ihnen eine sehr pointierte und scharf sezierte gesellschaftsbetrachtung. danke dafür.
    besonders erfreut bin ich diesmal über die bebilderung des beitrags mit (selbstgeschossenen?) fotografien. na, eigentlich auch schon bei vielen anderen ihrer blog-texte. mal abgesehen davon, daß die schönen verfalls-bilder für sich allein schon ein interessantes standing hätten: im kombination mit ihnen wird das geschriebene nochmal herrlich feinsinnig erweitert – mit einer ironisch-lächelnden unternote. irgendwie. all das durcheinander. die sinnlosigkeit. die vergängliche ordnung und pracht. tand, tand …
    ich mag ja veröffentlichungen, die es schaffen ein thema sowohl textlich als auch visuell auf hohem niveau zu spiegeln. und zwar nicht „nur“ illustrativ sondern unabhängig voneinander, jeweils in einer ihr eigenen erzählweise. das gelingt ihnen hier besonders. und in ihren älteren blog-beiträgen durfte ich das hin und wieder auch schon beobachten. sie sind ein guter erzähler. auf mehreren ebenen.
    chapeau und einen schönen gruß aus dem dorf an der düssel!

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