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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Renaissance der Apanage. Ein Krisenidyll.

| 84 Lesermeinungen

Was tut man, wenn das Kind arbeitslos wird? Früher hätte man gesagt: Such Dir eine neue Stelle. Im Moment ist das aber nicht so einfach, die Arbeitsagenturen sind auch nicht gerade der Ort, an denen man die Tochter sehen möchte, und nur so ist es zu erklären, warum bessere Eltern heute wieselflink alte Traditionen und Einstellungen ändern, und eigentlich ganz reizend sind. Sehr zum Ärger der Sozialneider.

Nun sitz ich hier als Beute
Gewissenloser Leute
Mit breitem Unterleib
Erich Mühsam, Rendezvous

Hatte sie bisher ihre wenig bejubelten Auftritte nur als vermögenfressendes Untier in den Depots der Eltern meiner Freunde, so debütiert die Krise gerade in der Rolle als Vollstrecker, und hat nun auch ein reales Opfer gesucht und gefunden. Das Opfer ist Mitte Dreißig, weiblich, gerade wieder alleinstehend, sehr adrett und gepflegt, wurde jäh und unerwartet zu Fall gebracht, und hat es noch gar nicht so richtig verstanden, wie ihr da geschah. Ihr Beruf galt als sicherster aller sicheren Bankberufe, fast schon Beamtentum, deutsches Beamtentum, nur besser bezahlt und Kunst an den Bürowänden. Ich habe nie verstanden, was genau sie da getan hat, außer auf die Pensionierung zu warten und hin und wieder eine Praktikantin zu halten. Sie störte nicht und wurde erst entdeckt, als ein Konzernumbau tiefe Schneisen in die Firmenstruktur riss.

Besagte junge Dame, Frau L., wurde also eines wenig schönen Tages zu einer Besprechung gebeten, und dort eröffnete man ihr, dass sie die Summe, die sie der Bank wegen des Erwerbs einer Immobilie noch schuldete, jetzt und sofort haben könnte, wenn sie nur bereit sei, ihr Büro auszuräumen und in Zukunft ihre Wohnung mehr nutze. Ansonsten sei man leider gezwungen, ihr fristgerecht zu kündigen. L. gelang es noch, den Betrag um 20.000 Euro nach oben zu handeln, ging in ihr Büro, erledigte noch ein paar Dinge, verabschiedete sich, rief ihre Eltern an, die sie in München abholten. Auf der Heimfahrt übergab sie sich nur zwei mal.

Bild zu: Die Renaissance der Apanage. Ein Krisenidyll.

20.000 Euro sind nun nicht viel Geld, wenn man gewisse Bedürfnisse an das Leben hat. München ist eine teure Stadt, selbst wenn man eine Wohnung hat; Auto, Nebenkosten, Putzfrau, Konzertbesuche und Essen kosten Geld, und die Zeit, L. früher in Bank verbrachte, kann sie auch schlecht daheim sitzen und die Wand anstarren. Ein paar Arbeiten wie Steuern und Wäsche blieben übrig, aber die sind nach ein paar Wochen auch erledigt. Die Suche nach einer neuen Arbeit gestaltet sich gerade in ihrem Bereich schwierig, denn überall werden Banker entlassen. Die Krise jedoch macht nicht den Anschein, als wollte sie ihr Drama enden, bevor L. sich beim normalen Lauf der Dinge mit Themen wie ALG II oder der HartzIV-Gesetzgebung konfrontiert sehen würde.

Natürlich könnte L. über ihren Vater, ein Herr mit gewissem Einfluss in meiner Heimatstadt, versuchen, hier eine Stelle zu finden. Schwer wäre das nicht, denn bei uns gibt es noch immer keine Krise, und die Beziehungen von Herrn L. reichen weit. Das Problem aber ist, dass L. selbst wenig Neigung verspürt, immer in der Provinz zu bleiben, und Herr L. nicht garantieren kann, einen gleichwertigen und ähnlich gut bezahlten Beruf zu finden. Wahrscheinlich müsste sich L. mit weniger bescheiden, einen Rückschritt in der Karriere hinnehmen und in eine Branche wechseln, aus der ein Entkommen nach dem Ende der Krise kaum möglich ist. Und obwohl Familie L. sehr sittenstreng ist, ja geradezu ein Hort strikter bürgerlicher Arbeitsethik, beschlossen sie also, die Tochter für das erste so zu belassen, wie sie ist, und sie reichlich mit einer Apanage zu versehen, bis sich die Umstände wieder bessern.

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Das ist im Übrigen etwas, das ich allenthalben höre: Eltern, die früher Sprüche wie „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ predigten, oder „meinst Du, ich hau mir wegen Dir das Maul ans Tischeck hin“ sagten, oder auch beklagten, sie kämen wegen des Nachwuchses „von Federn auf Stroh“, all diese gnadenlosen Vertreter eines liberalen Arbeitsmarktes und des Leistungsprinzips haben im Moment nichts anderes im Sinn, als ihre beruflich gefährdeten Kinder über den Stand der Finanzmittel in Kenntnis zu setzen. Es sei genug da, sie müssten keine Angst haben, es reiche für alle, Arbeit sei nicht so wichtig. Eine neue Phase der Großzügigkeit hat das Westviertel erreicht, alte Strenge verschwindet, Familien rücken zusammen und überhaupt macht es den Anschein, als könnte auch der schlimmste Niedergang niemanden wirklich treffen.

Ich, der ich das alles von Frau L. Senior gehört habe, weiß natürlich um den Sozialneid, der auf solche Eröffnungen zwangsläufig folgt: Die einen werden sanft von der Familie abgefedert, widmen sich ein, zwei Jahre der Kunst oder familiären Aufgaben, und werden beizeiten wieder für den Arbeitsmarkt reaktiviert, während andere diretissime in den Orkus deutscher Unsozialgesetze rauschen und dort in hässlichen Ämtern demütige Fragen über sich ergehen lassen müssen. Die einen werden später sagen können, sie hätten sich später eine Auszeit genommen, die anderen werden weniger angenehme Geschichten vortragen, und natürlich ist es ungerecht, weil jeder Personaler lieber das blühende, in der Provence entspannte Leben nimmt, als jene, die vom Überlebenskampf gebeutelt sind. Nach der Krise wird man keine Krise mehr sehen wollen, und da ist die Apanage und ein angenehmes Leben mehr als nur ein kleiner Startvorteil.

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Das schnelle Gerechtigkeitsempfinden wünscht sich natürlich, daß es allen gleich schlecht gehen möchte, daß wir alle das gleiche Schicksal erleiden und so die Krise ein gemeinschaftlich durchlittener Schock ist, auf daß wir uns bessern und wieder mehr auf Ausgleich bedacht sind. Nicht wenige würde L. in der Produktion sehen wollen, mit einer Schürze an einem Stanzgerät, und sehen sich nun Dank der Prinzipienlosigkeit meiner Klasse um dieses Vergnügen gebracht. Ihr Leiden wird nicht kleiner, wenn ich erzähle, dass es L. schon wieder prächtig geht und sie jetzt erst mal Urlaub machen möchte, und sollte ich sie in Rom oder Arezzo treffen, wird sie nicht im Mindesten wie ein Opfer der Krise wirken, wenn sie mit ihrer Einkaufstüte in einem Cafe ihrer Bestimmung entspricht. Die Apanage für bessere Kinder ist ungerecht. Auf den ersten Blick.

Nur, realistisch betrachtet ist es doch so: Bessere Familien können sich kaum sozialverträglicher verhalten. Einerseits ersparen sie dem Sozialsystem des Landes mit der Apanage hohe Kosten. Ihre Töchter nehmen nicht dem Beamten die Zeit weg, die er für die Beratung derer verwenden kann, denen es auch nichts bringt. Ihre Söhne müssen nicht Zukunftsängste erdulden, die Krise bekommen und vielleicht noch eine teure Trennung von ihrer Freundin durchleiden. Keiner verlangt vom Staat Geld, streitet sich um Mindestsätze oder spricht übermäßig dem Alkohol zu. Niemand bekommt mit der Apanage psychische Probleme oder wird gemütskrank. Eine Apanage für Kinder ist kein Luxus, sondern eine versteckte Subvention der Reichen für das Sozialsystem. Je weniger die Reichen vom Staat verlangen, desto mehr bleibt für die wirklich Bedürftigen.

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Und nehmen wir an, Herr L. würde wirklich nicht mehr vermögen, als seine Tochter an die Stanzmaschine zu schicken, wo sie Lederteile für Schaltknäufe fertigt und sich dumme Sprüche ihrer Kollegen anhören muss: Die Arbeit in Deutschland ist begrenzt. Es wird tendenziell weniger Arbeit geben. Mit jedem Kind reicher Eltern, das sich weiter unten einordnen und arbeiten muss, verliert ein anderer seinen Arbeitsplatz. L. würde sicher fallen, aber was würde aus der Person, die den Arbeitsplatz notwendiger bräuchte, und nicht genommen wird? Warum sollte L. etwas tun, was sie hasst, während eine alleinerziehende Mutter keine Arbeit bekommt? Natürlich gäbe es für das Problem die ultimative Lösung nach dem DDR-Gassenhauer „dann steigt aus den Trümmern der alten Gesellschaft die sozialistische Weltrepublik“. Dafür aber wird auch das Momentum der aktuellen Krise nicht ausreichen, und selbst im Idealfall kommunistischer Hoffnungen wäre das Resultat nicht so, als daß die Schuhverkäuferin von Arezzo und Herr L. und, das muss ich gestehen, auch ich dem vorbehaltlos zustimmen könnten.

Die Apanage also, die wieder fröhliche Urstände feiert, ist mehr als nur eine freundliche Haltung von nachsichtig und familiensozial gewordenen Eltern: Es ist auch eine Stützung der besten aller möglichen Welten, in der wir leben. Sie ist ein Phänomen einer bestimmten Schicht, aber sie lindert die Probleme durch alle Schichten; sie wirkt elitär und ist im Rahmen unserer Klassengesellschaft hochgradig sozial. Und systemerhaltend, natürlich. Mir ist klar, daß diese Analyse neuer bürgerlicher Tugend für niemanden allzu befriedigend sein kann, kleinliche Rachsucht würde L. wegen ihrer Mitverantwortung für die Krise als kleinstes Rädchen auf der Strasse sehen wollen, im Unglück und in Tränen, keinesfalls aber mit einem feinen Strohhut in einem Cafe an einer Piazza zu Zeiten, da andere zur zunehmend schlecht bezahlten Arbeit fahren, wenn sie überhaupt noch dürfen – gerecht ist das alles natürlich nicht, aber die Krise macht absolute Begriffe opak und gelbstichig, und ich denke, die junge L. wird sich bei all dem ganz vorzüglich zu betragen wissen, und keinem Menschen dabei weh tun. Das ist schon einiges, in Zeiten wie diesen.

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Begleitmusik: Ein anderes Beispiel für sozialen Ausgleich von oben findet man akustisch auf der CD „Musik der Hamburger Pfeffersäcke“ bei Raumklang. Auch in Hamburg war man im 18. Jahrhundert reich und konnte es sich leisten, einen Komponisten zu halten, deren Werke uns auch heute noch erfreuen. Darunter waren Größen dieser Zeit wie der eingängige Telemann (Pfeffersäcke eben), Händel und Reinhard Keiser, die hier vereint und vom Orchester Elbipolis zusammen mit der Sopranistin Yeree Suh eingespielt wurden.

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84 Lesermeinungen

  1. Warum verteidigen Sie die...
    Warum verteidigen Sie die Frau? Hat sie denn jemand angegriffen?

  2. Das kommt sicher noch, man...
    Das kommt sicher noch, man kennt doch die Neigung des Publikums, Reiche im Schmutz zu sehen Beispiele sind hier in den Kommentaren:
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/02/18/lob-der-reichen-erben.aspx
    Ich denke, es ist durchaus angemessen, mal über die gesamtgesellschaftlichen Vorteile so eines Verhaltens nachzudenken, besonders, wenn man nebenbei das Vergnügen hat, den Hass eines Berliner Sozialneiders in den Mails mitzulesen. Ich bin mir sicher, dass der das hier nicht mögen wird.

  3. Demütig sind die Fragen in...
    Demütig sind die Fragen in den häßlichen Ämtern überhaupt nicht. Eher demütigend für die Befragten – das war wohl eher so gemeint?

  4. Ich muss zu meiner Schande...
    Ich muss zu meiner Schande geschehen, noch nie in einem Arbeitsamt gewesen zu sein, und ich habe mich auch noch nie irgendwo beworben. Allgemein hat man bei uns aber ein tiefes Misstrauen gegen das Arbeitsamt und hört unschöne Geschichten über nicht gerade ideale Behandlung. Aber wie gesagt: Es gab auch so immer was zu tun.

  5. <p>(Vorbeugend: Die Arbeiten...
    (Vorbeugend: Die Arbeiten habe ich mir selbst beschafft. Mein Vater hätte etwas für mich tun können, aber seine Branche war Stahlbau und nicht unbedingt das, was ich gern gemacht hätte)

  6. Ich dachte schon, da läge ein...
    Ich dachte schon, da läge ein Tippfehler vor.
    Zu tun gibts reichlich, unbestritten. Ginge ich alleine danach, ich könnte mich noch dreimal klonen. Allein, der Glaube, ich könnte all das auch für einen warmen Händedruck bei einer Tasse Kaffee als Bezahlung tun, der stirbt nicht aus – gerade bei den Vertretern der hier so liebevoll beschriebenen Teile der Gesellschaft. Schon ein einigermaßen faires Angebot wird nachgerade als Unverschämtheit zurückgewiesen – „jeder Student macht das für ’nen Zehner“. Sicher, aber ob das dann auch taugt, ist eine andere Frage, die wiederum keinen mehr interessiert. Nicht nur Blogger, auch weite Teile des Handwerks lieben diese Einstellung – soviel zum „goldenen Boden“.
    Es ist immer wieder schön zu erleben, dass es auch Menschen gibt, denen gewisse Teile der Realität bis heute verwehrt geblieben sind. Schmerzhaft wird das erst, wenn man dem Wahn erliegt, es könnte jeder das Seine zu beitragen, sich zu dieser Gruppe dereinst dazuzählen zu dürfen.

  7. Eine hübsche Beschreibung...
    Eine hübsche Beschreibung eines Aspekts des trickle down-Effekts. In der Tat, hier zeigt sich dass der Staat sehr gut daran tut, Reichen über hóhe Steuerfreibeträge Kinder zu subventionieren.

  8. Apanage. Sowas nennt sich...
    Apanage. Sowas nennt sich Transferleistungen und sichert schon seit fast 20 Jahren den sozialen Frieden in den neuen Bundesländern in Form von Zuwendungen an Kinder und Enkelkinder, die die Rentner von ihrer vergleichweise hohen Rente abgeben.

  9. Die Arbeit in Deutschland soll...
    Die Arbeit in Deutschland soll begrenzt sein? Wo denn bitte? Ich (35) werde seit meinem 16. Lebensjahr mit Arbeit überhäuft, in wechselnden Branchen, aber das Muster ist immer gleich und es gibt auf Jahre hinaus keine Aussicht, dass sich das ändern wird. Als ich das letzte Mal die Stelle wechselte, musste ich 23 verschiedene Jobangebote ablehnen, weil ich nur eines annehmen konnte.

  10. Ich biete mich der Familie L....
    Ich biete mich der Familie L. zur Adoption an….

  11. Frau L. könnte sich doch aber...
    Frau L. könnte sich doch aber wenigstens einigen mildtätigen Werken widmen, wie das ja schon ihre Vorläuferinnen taten. Zum Beispiel Alte und Kranke pflegen oder an einige Hungrige etwas Brot verteilen. Schon um des Seelenheils willen. Wenn man schon an die unbegrenzte Geldvermehrung geglaubt hat, muss man doch ein gläubiger Mensch sein. Und dann wäre doch allen geholfen.

  12. Lieber Don,
    es gibt keine ID...

    Lieber Don,
    es gibt keine ID ohne Alter ohne Auto. Wie alt ist Frau L. jr und was faehrt sie fuer eine Kiste? Ich stimme zu, dass die Apanage den Staat entlastet, allerdings in geringerem Masse als die schon diskutierte Reichensteuer. Offenbar heimst Frau L. mehr Abfindung ein als viele andere Lohn ueber Jahre. Die wird zwar auch besteuert, aber das aendert am Anstieg der Staatsschulden nix. Warum reden Sie schon vom Ende der Krise? Weil der DAX ueber 4000 gerutscht ist?
    Im DLF hoere ich allenthalten Sendungen uebers Vererben, das passt zur Alterung. Ist Frollein L. ledig? Dann wundert mit das Auszahlen der Summen als „Apanage“ noch mehr. Warum haeppchenweise? Ist das nicht viel eher unstandesgemaess, die Kontostaende erst in der Krise zu enthuellen („Es ist genug da…“)? Ihre Geschichte klingt, als sei Frollein L. Tochter von Beruf auf Lebenszeit.
    Als Psychologe frage ich noch: Welche Farbe hat ihr Auto?
    Beste Gruesse

  13. Werter Don,
    wünschen sie...

    Werter Don,
    wünschen sie etwas mehr Harmonie im Blog nach der hitzigen Killerspieldebatte?
    Nie und nimmer würde ich das Vorgehen des Herr L. verurteilen. Zudem wer sagt den, dass man innerhalb der Familie für die Seinen Gerechtigkeit wünscht? Ich persönlich würde für mein Lieben stets das Beste wünschen, unabhängig von der blinden und abstrakten Gerechtigkeit.
    Jedes andere Vorgehen würde mir auch herzlos erscheinen.

  14. Der letzte Weltkrieg liegt 60...
    Der letzte Weltkrieg liegt 60 Jahre zurück, die Vermögen wachsen und die Bevölkerung schrumpft.
    Da wird es auch für den gebeutelten Mittelstand allmählich Zeit, in der aristokratischen Realität anzukommen.

  15. Finmike, ich weiss, diese...
    Finmike, ich weiss, diese 10er-Haltung ist höchst unerfreulich. Aber, und das muss man auch sagen, in gewissen Bereichen wiederum verpönt, besonders, wenn es alle mitkriegen. Oft genug gibt es alte Beziehungen; der Glaser, der Kamindienst und der Schlüsselmacher, zu denen ich gehe, kennen meine Familie seit jeher. Vieles läuft da über Empfehlungen; ich habe noch nie sowas im Internet nachgeschlagen. Bei Webdienstleistungen sieht das leider anders aus. Der Fluch der Unpersönlichkeit.
    .
    Nachdem die L. aber auch schon langsam zu alt für Kinder wird, ihr Freund nicht ,mehr existiert und die natur ihren Lauf geht, wird es auch Aufsteiger geben. es ist natürlich nicht mehr so einfach wie nach dem Krieg.

  16. DFHLS, da ist eher so das...
    DFHLS, da ist eher so das trotzige „Ich lasse mir von amerikanischen Bankern doch nicht das Leben meiner Kinder vorschreiben“-Haltung. Man ist reichlich empört und nicht gewillt, sich dem Druck zu beugen. Ich finde das sehr erfreulich und hoffe, dass es reicht.

  17. Strappato, bei uns kommt das,...
    Strappato, bei uns kommt das, glaube ich, aus dem bayerischen Hang zu französischen Übernahmen. Wie das Böflamot oder das Trottwahr. Man muss sich das Wort Apanaasch auch schön breit gesprochen vorstellen. Manchmal sagen das auch Marktleute, wenn sie Kindern etwas schenken. Und natürlich sind das Transferleistungen, aber wer will schon nach Berlin, wo die ganzen armen Gamer leben, klingen?

  18. @Kommentatorius - ich würde...
    @Kommentatorius – ich würde Ihnen ja gerne im vollen Umfang zustimmen – nur leider haben Sie vergessen, zu erwähnen, was in etwa Sie da eigentlich machen, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
    So drängen sich mir leider zwei Vermutungen auf, womit sich jemand „seit dem 16. Lebensjahr“ in wechselnden Branchen beschäftigen könnte: alles, was a) mit bis zu, aber nicht unbedingt einschließlich, 7,50 Euro gemeinhin entlohnt wird oder b) man nicht unbedingt mit seinem guten Namen verbunden sehen will.
    Sicher werden Sie nicht widerstehen können, mich und die werte Leserschaft zu erleuchten, sollte keine meiner Vermutungen zutreffen. Ich persönlich freue mich in solchen Fällen immer besonders dann, wenn ich nicht Recht behalte.

  19. Don, gerade Ihr Glaser wird...
    Don, gerade Ihr Glaser wird Ihnen zu der „10er-Haltung“ ein Liedchen singen können – vorzugsweise ein Blues, vermute ich…

  20. Ohne hier zu idyllisch sein zu...
    Ohne hier zu idyllisch sein zu wollen – mein Glaser hat sich vor zwei Jahren zu seinem Glaserhaus den daneben stehenden Stadthof gekauft. Das macht man nicht für einen Zehner. Bei uns in der Stadt wird wie blöd denkmalsaniert, und da braucht man nun mal Glaser, die was davon verstehen. Ausserdem ist das steuerlich absetzbar, es lohnt sich also nicht, einen Schwarzarbeiter zu nehmen.

  21. einen hab ich noch, so kurz...
    einen hab ich noch, so kurz vor dem Feierabend: einen Beitrag über all die Schwarzarbeit, die in den beschaulichen Villen in Ihrer Nachbarschaft enthalten ist, könnte ich mir fast so amüsant vorstellen wie Ihre Ausführungen zur Steuerflucht. Dem Verdacht, dazu etwas im Internet nachschlagen zu müssen, könnten Sie sich damit auch weiterhin erfolgreich entziehen.

  22. Das tragische am Leben von...
    Das tragische am Leben von Höflingen und Liebedienern ist, dass sie Überlebensprobleme bekommen, wenn dass sie nährende System zusammenbricht und sie mit der Grundlage des Lebens konfrontiert werden.
    Essen kommt von Arbeiten. Ich meine damit wertschöpfende Arbeit, nicht die populäre Form der parasitären Dienerarbeit, wie sie in den „Beraterjobs“ und den höfischen „Controllings- und Verwaltungsjobs“ so fürstlich mit höfischen Zuwendungen entlohnt wurde.
    Die Jungs und Mädels, die 1988/1989 die Höflinge und Liebediener des höfischen Funktionärssystems zur Bewährung in die Produktion schicken wollten, hatten übersehen, dass die mit den unseren um und bei Franz-Josef schon für den Fall vorgesorgt hatten.
    Wir sollten da besser Vorsorge betreiben. Z.B. darüber nachdenken, wie wir ja aus der Nichtbeachtung des Abs. 2 §14 des GG ganz leicht ableiten können.
    Ich muss mal zu einer Versammlung einer Partei gehen und den Vorschlag machen. Mal schauen, was dabei heraus kommt. Besser als Fernsehen ist da allemal.

  23. Zweifelos sind apanagierte...
    Zweifelos sind apanagierte Damen ein Gewinn für die Gesellschaft. Sie bereichern das Stadtbild mit elegantem Outfit statt mit Ballonseideparka, verkonsumieren gewissermaßen vorgezogenes Erbe, das ansonsten in die Taschen gewissenloser Börsenhaie flösse oder mit Berlinimmobilien vernichtet würde, für die schöne Dinge des Lebens, sie stehen nicht dem Arbeits-, aber durchaus dem Flirtmarkt zur Verfügung.
    Ich sehe nur Vorteile, und Arezzo muss ja auch leben.

  24. was für ein unsinn, die...
    was für ein unsinn, die überbewertung der monetären unterstützung,
    gefallener höherer töchter durch ihre eltern.
    wieviele sollen das denn sein, die der bedürftigen gegenseite gegenüberstehen:
    eins zu 10.000?
    und wie weit in die noch ungegründeten generationen einer frau L. reicht denn
    die apanage der stammfamilie?
    gerade diese situation: gekündigt, 35 jahre, weiblich,frischgetrennt-
    verwette ich blindlings einer blitzheirat mit zwillingsgeburt.
    schmeisst man den kiesel in den tegernsee hüpft er oder bildet kreise.
    Frau L. könnte leicht doch der ausgang dürrerer stammbaumästchen sein.
    man wird sehen.

  25. Verehrter Don Alfonso,

    ich...
    Verehrter Don Alfonso,
    ich stimme zu … Die in den häßlichen Ämtern gestellten Fragen wären demütig, falls die höhere Tochter des Herrn L. um staatliche Apanage nachsuchen würde. Um entsprechend peinlichem vorauseilenden Gehorsam zu entgehen, weicht sie doch lieber auf die stattliche Apanage ihres Erzeugers aus. Hier handelt sie standesgemäß sicher, analog zu ihrer Freundin, der jungen Wilden aus der Geschichte mit dem apokalyptischen Buchsbäumchen.
    Wobei … wenn man es sich genau überlegt, die Handlung doch einen anderen Ausgang nehmen wird.
    Wir müssen bedenken, daß die Dame eine Mittdreißigerin ist. Hier steht sicherlich bald ein später Kinderwunsch an. Sie könnte sich zum Beispiel auf Kosten der Bundesanstalt weiterbilden lassen und mit diesem netten kleinen Zubrot versehen auf die Jagd nach einem altledigen Erbsenzähler gehen, dessen MBA seinen Mann nicht mehr standesgemäß ernährt weil seine Partnerschaft in einer gebeutelten Unternehmensberatung ausläuft.

  26. "Danke für die Titt'n" -- die...
    „Danke für die Titt’n“ — die BILD-Werbung nebendran ist echt Realsatire.
    Aber hey, das Werbeumfeld wird letztlich aufgewogen durch die Chance, hier mal was völlig neues zu wagen, nicht wahr?

  27. Trapanal, das stimmt: Das ist...
    Trapanal, das stimmt: Das ist ärgerlich. Allerdings hat die Redaktion keinen Einfluss, die Onlinewerbung wird ganz woanders verkauft. Nachdem es hier aber in den letzten Tagen ja von Gamern wimmelte, kam die Bild mit ihren Claims sicher auch auf ihre Kosten.

  28. Parbleu, jetzt müssen sie nur...
    Parbleu, jetzt müssen sie nur noch Hausgesetze aufstellen, die regeln wer, wann, wie und unter welchen Umständen jemand Apanage (Fräuleingeld, Wittum) bekommt, und schon ist das Bürgertum vollends bei der Aristokratie angekommen.

  29. Tochter von Beruf, auch nicht...
    Tochter von Beruf, auch nicht schlecht. Früher mussten die einen standesgemäßen Bräutigam an Land ziehen, aber auch das scheint infolge der Krise entbehrlich geworden zu sein.
    Ansonsten, No. 6 *), so ist es.
    Obwohl, hat es die Agentur so sehr mit der standesgemässen Weiterbildung? Tauchsiedelehrgänge für Bewerbung und Telefonakquise, gern von Unternehmen für Telefonmarketing durchgeführt, das ist nichts für eine höhere Tochter mit dazu passendem Stecher.
    —-
    *) Ich bin keine Nummer! Ich bin ein freier Mensch!
    Nummer Sechs war eine schöne Fernsehserie, damals. Etwas weniger action, etwas mehr Tiefgang als Mit Schirm, Charme und Melone.
    Gutes Pseudonym, Respekt.

  30. Don Alphonso, Ihre kleinen...
    Don Alphonso, Ihre kleinen Geschichten sind zwar recht unterhaltsam. Aber sind sie auch relevant? Eine Geschichte über den missratenen Sohn eines aserbaidschanischen Oligarchen, der in Baden-Baden das Schwarzgeld des Vaters verzockt, sagt mir viel mehr über das Land, in dem ich lebe, als Ihre Geschichte der mittelfristig gescheiterten höheren Tochter über die Situation in Deutschland. Die Gesellschaftsschicht, aus der Sie berichten, ist einfach zu statisch. Weshalb wir uns um L. nun wirklich keine Sorgen machen müssen.

  31. Kommentatorius, ähnliches...
    Kommentatorius, ähnliches kenne ich auch vin vielen, aber es gibt in Banken gewisse Spezialgebiete, in denen es momentan nur eine Richtung gibt: Nach unten. Das hat mit Qualifikation nichts zu tun, sondern mit Spezialisierung auf volatile Geschäftsfelder. Bei riskanten Firmen.
    Nod Osnohpla, wenn ich dort mal wieder eingeladen bin, frage ich nach.

  32. Driver, Autos sagen bei uns in...
    Driver, Autos sagen bei uns in der Stadt wenig, weil es da einen Weltmarktführer gibt, aber Papa hat ihr vor ein paar Jahren einen schwarzen Kleinkombi besorgt. Das ist hier vollkommen üblich, man muss sich hier wirklich wehren, keinen Wagen dieser Firma aufs Auge gedrückt zu bekommen
    .
    Die Abfindungen sind bankentypisch und jetzt relativ gesehen nicht so arg hoch, wenn man mit einbezieht, dass es der Bank mehr bringt, schlank und rank zu wirken, als ein paar zehntausend mehr zu haben, um sie in den Abgrund der Krise zu werfen. Geld ist für die Banken weniger das Problem, als eine fehlende gute Story. Mit erreichten Stellenabbauzielen kassieren Vorstände durch ihre Aktien ein vielfaches von dem, was so eine mittlere Angestellte bekommt. Ausserdem erspart man sich mit sowas lange, stressige Auseinandersetzungen und scheidet im Guten, was ja auch einen gewissen Wert hat. Gerade bei Banken, bei denen die Loyalität wichtig ist. Insgesamt finde ich es besser so, als das Vorgehen von Discountern, Stichwort 1,30 Pfand.
    Töchter und Söhne sind wir im gewissen Mass alle irgendwo. Und genauso üblich ist es, nicht alles zu sagen. Ich kenne Fälle, da wurde das wirklich erst beim Testament offenkundig. „As Goid zammahoidn“ ist so eine ganz typisch bayerische Eigenschaft. Und natürlich stellen sich manche inzwischen die bange Frage, wie schlimm das noch wird. Viele haben ja auch Verpflichtungen, da kommt die Krise zur Unzeit: Sie haben gebaut oder zwei Kinder, sie haben über ihre Verhältnisse gelebt oder an der falschen Stelle investiert. Teilweise sind die Polster sehr dünn; die Polster aber sind es, die die Sicherheit geben. Da springen jetzt die Eltern ein.
    .
    Zur Familienplanung kann ich in dem Fall nichts sagen, würde da aber nichts ausschliessen wollen

  33. Kyros, nein, ich habe schon...
    Kyros, nein, ich habe schon ganz andere Dinge erlebt, das hier ist eben das Hauptthema des Blogs.
    .
    Ich mag das Wort vom „Sozialneid“ nicht, aber das Phänomen gibt es – ich müsste da auch mal was drüber schreiben, über diese bastardisierte Version des Klassenkampfes – und es ist nicht das erfreulichste, sehr wohl aber das erfolgreiche Resultat dessen, was der Kapitalismus aus seinen Gegner zu machen in der Lage ist. Und natürlich kommt sowas bei diesen Geschichten auf, stazut sich dann aber an und sucht sich andere Auswege. Vorurteile. Minusgefühle. Das erstaunliche ist ja, dass es im Gegensatz zur öffentlichen Meinung gar nicht so schlimm zugeht unter den „Reichen“, dass man dort nur sehr wenige unsympathische Menschen findet, und auch bei der Suche unterm Sofa wenig findet, was man denen am Ende wirklich ankreiden könnte. Und das ist nicht Tarnung, sondern einfach nur die – mitunter stark beneidete – Sicherheit, aus der Grosszügigkeit folgt.

  34. HansMeier555, die Ursachen...
    HansMeier555, die Ursachen für den neuen Reichtum liegen auch einfach im Fortschritt begründet. Man kann sich heute einfach mehr leisten, und oftmals ist „Reichtum“ einfach auch nur die Fähigkeit, die richtige Konsumentscheidungen zu treffen. Wenn Leute einen grossen Teil ihres Einkommens in kurzlebige Güter stecken, wird das nichts. Und das liegt oft auch nicht an Armut, denn die Umsätze von Jamba, der Zigarettenfirmen und der Spieleindustrie kommen ja auch irgendwo her.
    Finmike, man könnte aus solchen Fällen mal eine kleine Serie machen. Ich habe da seit längerem eine Anfrage bei einem Kleinbetrieb laufen, weil man an dem aufzeigen kann, wie es funktionieren kann.

  35. So beschrieben hat das...
    So beschrieben hat das Antworten der Familie L. durchaus etwas Sympathisches. Ist es doch befriedigend zu vernehmen, dass privates Kapital, statt eigenprofitorientiert dem Gang der Dinge die dann in den Krisen fassbar destruktive Richtung aufzunötigen, auf solche Weise auch direkt konsumbelebend und unmittelbar arbeitsplatzförderlich wirken kann.
    Unverständlich dagegen, wieso dieser Blog auch unter dem Wort „Elite“ abgelegt wird. Sollte dafür nicht eine Renaissance des Verstandesgebrauches Voraussetzung sein?

  36. Reichtum heisst doch, daß man...
    Reichtum heisst doch, daß man vom Couponschneiden leben kann und nicht arbeiten muß.
    Das ist die harte Realität, auf die wir uns einstellen müssen.
    Wir müssen lernen, es mit gutem Gewissen zu tun.

  37. "sie wirkt elitär und ist im...
    „sie wirkt elitär und ist im Rahmen unserer Klassengesellschaft hochgradig sozial. Und systemerhaltend, natürlich.“
    Das ist ja gerade die Krux. Die Systemerhaltung. Nur weil Adenauers Republik fuer viele Kriegsbeteiligte und -gewinnler ein gangbarer und von den Alliierten geduldeter Weg war, heisst es ja nicht dass er bis auf alle Ewigkeit festzementiert sein muss.

  38. hiddensee, das stimmt...
    hiddensee, das stimmt natürlich. Wobei ich eher den Eindruck habe, man würde gerne die 70er Jahre fortschreiben, auch und vor allem bei meiner Alterskohorte. Also die Schmidtjahre. Angesichts des angehäuften Reichtums allerdings gibg es den Reichen nie besser, und wenn sie allen Adenauer und Erhard versprechen, meinen sie dennoch etwas Neues: Eine Systemerhaltung auf dem Stand 2005/6.

  39. mmaltensen, das ist eine gute...
    mmaltensen, das ist eine gute Frage, die ich nicht beantworten kann.
    .
    Es ist halt so, dass diese Stadt im Prinzip das meiste schon irgendwie geregelt hat, und soziale Werke sind wiederum meist kirchlich organisiert. Das kann reichlich stressig werden, wenn man nicht allzu katholisch ist. Abgesehen davon: Ich habe in meiner Zeit in der NE extrem viele Kündigungen sehr nah miterlebt, die meisten wollten erst mal was für sich selber tun, statt für andere. Es ist ja nicht so, dass die das mal eben so wegstecken, nach 12 Jahren Arbeit.

  40. Fredericus Secondo, man kann...
    Fredericus Secondo, man kann den Leuten schlecht vorwerfen, dass sie in Berufe gehen, die ihnen vom System als sichere Berufe für die Zukunft angepriesen wurden. So arg gross ist die Auswahl dann auch nicht, und was passiert, wenn jeder nur das tut, worauf er Lust hat, sieht man ja recht schon an gewissen deutschen Profibloggern und digitalen Pennern. Sie hatte eben Pech. Andererseits braucht man Verwaltungstätigkeiten, und in zwei, drei Jahren wird sich das auch wieder einrenken, weil die Veränderungen ja auch irgendwie geregelt werden müssen. Nur im Moment ist das anders.
    .
    Und die grosse Veränderung sehe ich einfach nicht.

  41. Avantgarde und, ja, auch...
    Avantgarde und, ja, auch kleinerberg: Sowas ist natürlich auch ein kleines Konjunkturprogramm. Würde so jemand nur daheim sitzen und knausern, niemand ausser den Discountern und den Stadtwerken hätte etwas davon. Ihre Zahl ist nicht gross, aber auf der einen Seite ist da der Multiplikatoreneffekt, auf der anderen Seite die Frage: Ja, was wäre denn besser? Heirat? Das macht man in diesem Alter nicht mehr so schnell und hirnlos. Kinder? Teuer. Männer generell? Uh-oh, wer weiss schon, was da noch alles passieren mag. Einbunkern, in einer guten Gegend, abwarten und dann wieder durchstarten – wer es kann, tut nicht falsch daran.

  42. NO.6, der Heiratsmarkt der...
    NO.6, der Heiratsmarkt der kleinen Stadt ist im Alter 30+ schon reichlich eng, ausserdem ist München eine ganz andere Stadt, das fügt sich nur sehr schlecht zusammen. Denkbar wäre es natürlich, aberich persönlich glaube, dass man sich auf die Liebe, die grosse Liebe nicht mangels Alternativen, sondern nur aus Leidenschaft einlassen sollte. Und nicht, weil es gerade past. Aus dieser Kategorie nämlich speist sich der Strom der Frauen von 40 Jahren, die keine Lust mehr auf Ehe hatten und sich scheiden lassen. Was wiederum ein ganz eigenes, schweres Kapitel ist.

  43. Verschrotten wir die noch...
    Verschrotten wir die noch (fast) neuen Autos und die Karrieretraeume. Das ganze Gerede vom „Ankurbeln des Konjunkturmotors“ ist ja auch reine Auto-Metaphorik. Also bleiben wir im Bild: Die Adenauer/Erhard/Kohl & das Maedchen-Republik wird hinweggespuelt vom Schuldentsunami. Das sieht im TV immer so schoen aus, wenn die Autos wegschwimmen…
    Auch der anzukurbelnde Motor wird verschwinden. Der Elektromotor kommt, eben werden neue Batterien erfunden und, und die Getriebebauer verlieren auch noch ihren Job und schlurfen den „Opelianern“ und „Nokianern“ hinterher. Geld vom Staat? Wenns noch gueltige Wertverbuergungen gibt, dann bitte sehr.
    Schrieben Heinzen/Koch nicht schon in den 80ern „Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden“? Dass die Reichen reicher und die Armen aermer werden (oder allenfalls beide aermer). Und dass das Beamtentum als Lehrer oder auch Bankieuse jaeh enden wird, enden muss. Frollein L. moege sich der Ballerspiele enthalten und ein gutes Buch zur Hand nehmen.
    Ein Tipp: Phillip Tamms „Billigflieger“ und den promesso sposo, der auf „Malle“ seine wahre Liebe findet. Ein echtes Maedchenbuch, Balsam auf Frollein L.s Seele. Und voller Hoffnung fuer Jungs und Maedchen aller Kohorten.
    Die Dolce Vita kennt viele Spielarten. So eine Krise bringt uns nicht gleich um.
    P.S. Gibts ein digitales Spiel zum Verlieben?

  44. Driver, dazu ist der Wille zur...
    Driver, dazu ist der Wille zur Bewahrung durch alle Schichten viel zu gross. Nicht umsonst gewinnt die FDP bei den Wählerstimmen. So viel man auch gemault hat, bis 2007, niemand hat wirklich Lust auf die Veränderungen, die 2009 und 2010 bringen werden.

  45. Georgiana Darcy, ich glaube...
    Georgiana Darcy, ich glaube nichjt, dass dort wirklich jemand hin möchte. Bei „uns“ hat es sich der Adel mit den Töchtern einer lokalen Beamtenadelsfamilie reichlich verdorben, die ziemlich ungeniessbar waren. Brr. Es macht nicht mal Spass, daran zu denken.

  46. Lieber Don,
    ich fuerchte, Sie...

    Lieber Don,
    ich fuerchte, Sie haben da ein Reizwort benutzt, das mich provoziert und herausfordert. „F.D.P.“? Keine Angst, ich fange nicht wieder mit dem „Guidomobil“ an … Aber als Juergen W. im Wahlkampf 2002 aus allen Wolken viel und das „Geld vom Staat“ verdammte, das jetzt allenthalben fliesst, da war ich doch am Strand von Hiddensee an vorderster Front dabei. Mir gefiel besonders der „freie Fall“ des Liberalen, der in den Umfragen heute immer in genau jene 18% muendet, welche Juergen W. prophezeit hat. Man muss eben nur den richtigen Einsatz haben fuer das grosse Spiel… Das Gedicht des Tages im DLF klang vor einigen Tagen etwa so: „Zwischen zwei Stuehlen sitzt der Liberale – auf seinem Sessel.“ Die Sehnsucht nach dem Beamtenstuehlchen ist in der Tat bei der Mehrheit stark ausgepraegt. Verstaendlich? Gewiss, aber moechen Sie dafuer im gelben V-Ausschnitt herumlaufen?
    Der langen Rede kurzer Sinn: Seit die F.D.P. auf den harten Baenken der Opposition sitzt, hat sie doch wenigstens eine Ahnung vom Outfit der „AAgenturen“ fuer die niederen Staende. Oeffentlich ueberfluessig zu sein ist fuer manche die haerteste Strafe. Die Krise hat eben doch auch ihre guten Seiten, und sei es nur die eine oder andere „Wertberichtigung“.

  47. Ja, die FDP, ein Thema für...
    Ja, die FDP, ein Thema für sich. Irgendwie bürgerlich, aber , wie soll ich das sagen, irgendwie der Kleinbürger unter den Grossbürgern. Die Partei der Besitzstandswahrung eben, der Notargebühren, der Ärztekammer und der staatlichen Zuschüsse zu privaten Gewinnen. Ein grosses Threma. Aber irgendwie möchte ich hier nicht, ich habe keine Lust zu, ich finde es grad so nett hier, dass mir kein parteipolitischer Text einfallen möchte. Die FDP. Vielleicht erzähle ich mal von Westerwelle im Parkcafe in München. Oder auch nicht. Ich glaube, ich will einfach nicht.

  48. noch so einer, das ist doch...
    noch so einer, das ist doch genau das Problem: Dass es dann so erscheint, als müsste man so etwas tun. Als habe man das bitter nötig. ich wüsste da übrigens ein feines Geschäftsmodell, die Gründung einer Firma, in der keiner wirklich was tut, aber alle tolle Titel haben, in der man die Zeit prima überbrücken kann – und die keine PR-Agentur ist.

  49. Ich bin auch verwundert, es...
    Ich bin auch verwundert, es gab keinen Anlaß, keinen Widerspruch zu Appannagen. Reckt sich hier ein vorauseilend-gehorsames schlechtes Gewissen? Diesmal so ganz und wirklich ohne Grund?

  50. Euer Liebden mögen mir...
    Euer Liebden mögen mir nachsehen, dass mir das arme – vermutlich etwas dickliche – Kind nicht im geringsten leyd tut. Werde mal im Internet nachsehen, ob es itzo bereits kleine Auffangbehältnisse für Krokodilstränen gibt, wie es Peter Ustinov weiland in „quo vadis“ benutzte. Eigentlich verlangt der gegenwärtige Schlamassel mal wieder nach einer kräftigen, allseitigen militärischen Abreibung – wenn es nur nicht so kursschädlich wäre …

  51. gelungene Realsatire!

    Dass...
    gelungene Realsatire!
    Dass der „trickle down-Effekt“ nicht funktioniert, haben inzwischen sogar die Amis begriffen.

  52. <Bei "uns" hat es sich der...
    Klingt auch nach einer hübsche Geschichte, die Sie beizeiten erzählen könnten.
    .
    Nichtsdestotrotz erinnerte mich das von Ihnen beschriebene Phänomen doch sehr an die noblesse de robe – die ja ursprünglich auch dem Bürgertum entstammte – und etwa ab dem 18. Jahrhundert Sitten, Gebräuche und auch Weltsicht des alten noblesse d´épée übernahmen….
    .
    Details (wie die Apanage) sind ja oft nicht nur gute Anedoten, sondern auch darüber hinaus interessant. Davon jedenfalls bin ich jedenfalls nach Clifford Geertz überzeugt – der ja die gesamte balinesische Kultur in all ihren Facetten anhand der Hahnenkämpfe erklärt. Ob sich nun die gesamte bürgerliche Kultur des beginnenden 21. Jh an der Apanage-Praxis bayrischer Bürgersfamilien erklären läßt, sei freilich dahingestellt. Aber man kann ja mal mit der Idee spielen…

  53. Ab ins Kloster, jaaa! Wenn...
    Ab ins Kloster, jaaa! Wenn schon wie früher dann richtig.

  54. Stefan, nur die Erfahrung aus...
    Stefan, nur die Erfahrung aus einem vorhergehenden Beitrag zum Thema reiche Erben.
    .
    Frundsberg, das Problem ist, dass sich Kriege durch Beute bei diesen mickrigen Rohstoffpreisen nicht refinanzieren lassen. Und dem Kinde geht es gut, und dick ist es auch nicht.

  55. @Vroni. Ja, wie schlussendlich...
    @Vroni. Ja, wie schlussendlich Thildchen vom Gut Ungnade aus der früh verarmten Buddenbrookslinie. Oder doch besser noch wie die groteske + großartige Sesemi Weichbrodt, die – wenn ichs richtig erinnere – auch unschuldig von Armut bedroht, ein erfolgreiches Mädchenpensionat gründete + dann sogar die letzten Sätze eines Jahrhundertromans sprechen durfte.

  56. ja, vroni, Kloster, das wärs...
    ja, vroni, Kloster, das wärs doch.
    Wenn man die nicht nur ökumenisch sondern auch noch gemischtgeschlechtlich aufzieht, das ganze eher benediktinisch antstatt franziskanisch oder gar trappistich regelt, da hätte man doch ganz schnell einen Bereich, der gerade in der Krise boomen würde.

  57. Bei Gargantua und Pantagruel...
    Bei Gargantua und Pantagruel findet sich so ein Kloster, dessen Devise es ist, dass jeder tun kann, was er tun will.Sehr feine Idee. Jetzt brauchen wir nur noch einen Sponsor und einen Gott, auf den man sich einigen kann.

  58. achso, haben Sie eine bessere...
    achso, haben Sie eine bessere Idee?
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    Ich denke, Georgina Darcy, dass das das am ehesten aus einer gewissen Wurstigkeit heraus erklären kann, zusammen mit einem „Mia san mia und schreibm uns uns“. Dazu kommt auch dieses Gefühl, dass man es sich leisten kann und man ja sonst das Gerede bekäme. Das „leisten können“ ist die bayerische Variante des Leistungsprinzips.

  59. Don, stimmt, eine neue Art...
    Don, stimmt, eine neue Art Kloster muss her. In der La Grande Chartreuse züchtet man zwar Katzen und macht einen feinen Likör, der in den 60ern mal hipp war – aber man würde wegen des Schweigegebots eine höhere Tochter kaum hineinkriegen.

  60. Ernst Wilhelm, meine...
    Ernst Wilhelm, meine Geschichten sind immer und überall in jeder Hinsicht nicht relevant. Relevant ist alles andere, nur das hier nicht, das hier ist Geplauder für Menschen mit einem gewissen Bildungs- und Vermögenshintergrund, oder für Leute, die wissen wollen, was man in dieser Klasse so denkt. Dieses Blog möchte unterhalten, das ist alles.

  61. Golo42, vielleicht eine...
    Golo42, vielleicht eine Klarstellung, bevor es zur Verwirrung kommt: Das Blog hier ist „Stützen der Gesellschaft“. „Die Renaissance der Apanage“ ist ein Blogeintrag, und der ist unter Elite abgelegt. Mein Elitenbegriff ist so schwammig, wie er nur gerade sein kann. Diesmal heisst Elite eben „muss sein Kind nicht der Schmach des Arbeitsamtes aussetzen“.
    .
    HansMeier555, das mit dem Couponschneiden ist lange vorbei. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich nicht genau weiss, warum die L.s so vermögend sind, es kann auch was anderes als Aktienbesitz sein. Der Vater hat seinerzeit ein Vermögen in der vollkommen unspektakulären Industrieanverwaltung gemacht.

  62. Dumpfbackigkeit und Dekadenz...
    Dumpfbackigkeit und Dekadenz kommen nur vor den Fall. Es freut mich tierisch. Inkl. der beiden „Übergaben“. Genau diese Dekadenzgesellschaft finde ich, ganz passend, sowieso zum Kotzen. Damit L nicht die Wand anstarren muss, kann sie sich ja, auf Papas Kosten, ein paar moderne Gemälde kaufen, vielleicht was avangardistisches aus China. War vor 12 Monaten noch der letzte Schrei. Ich wußte doch, dass diese Krise was Gutes hat. Hoffentlich sinkt der Einfluß von Big Daddy auch noch so weit, wie das Einkommen der Tochter.

  63. Ah ja, ich habe ja schon...
    Ah ja, ich habe ja schon darauf gewartet, dass sich doch jemand über den Niedergang freut. Ist das dekadent? Ich weiss nicht. Erst mal nur fürsorglich. Im weiteren Rahmen, relativ betrachtet, sicher. Aber das juckt dort keinen, denn man kann sich das leisten. Dass der Einfluss sinkt, kann ich mir nicht vorstellen. Dazu kennt man sich zu gut.
    .
    Vroni, bei Männern gab es ja noch die Chorherrn- und Damenstifte: Begräbnis wie ein Mönch, Prassen wie Villon. Und immer schön der Margarete von Navarra den Stoff liefern.

  64. @ Don
    "Ich habe nie...

    @ Don
    „Ich habe nie verstanden, was genau sie da getan hat, außer auf die Pensionierung zu warten“. Sie verstand es wohl auch nicht. Und das z.B. nenne ich dekadent. Oder die Putzfrau. Hier handelt es sich offensichtlich nicht um das Dienstschloss des Bundespräsidenten oden um jemanden der wöchentlich 80 h arbeitet. Und wenn der Gemeinderatsspezi vom Papa erst mal Insolvenz anmeldete, ist der Einfluss nicht mehr so groß, glauben Sie’s mir. Nebenbei: Ich bin einer der Trottel, die in den letzten Jahren mindestens wie ein Verrückter geschuftet haben, übrigens in einer sehr dekadenten Branche, aber nichts davon hatten. Ich zähle mich zu der trotteligen Mittelklasse, die dafür sorgt, dass andere ihr sechs- und siebenstelliges Einkommen überhaupt bekommen können, aber selbst mit den Brotkrumen abgespeißt werden. Und jetzt sagen Sie mir bitte, warum ich mich nicht über den Niedergang und die „Übergaben“ freuen soll, über die ich mich, wenn es sie wirklich gab, ebenso wirklich tierisch freue.

  65. Ich verstehe. Klar, kann man...
    Ich verstehe. Klar, kann man machen. Aber ich wäre überrascht, wenn es so käme. Da braucht es mehr als das, was man sich so landläufug als Provinzskandal vorstellt. Im Gegenteil, bei uns sind die Strukturen fest einzementiert.
    .
    Wer die Möglichkeit hat und mit dem System nicht klarkommt, macht oft selbst was auf, um der Ausbeutung zu entgehen. Das ist vermutlich der sauberste Weg, und der beste obendrein: Dann ist das Warten auf die Fehler der anderen nicht so lang.

  66. Das Kloster bei Gargantua und...
    Das Kloster bei Gargantua und Pantagruel, in dem jeder machen kann, was er will: ist das nicht mehr so ein frühneuzeitlicher Vorläufer der Kommune I?

  67. @Don
    Fals Sie mit Ihrem...

    @Don
    Fals Sie mit Ihrem letzten Beitrag von 21.52 mich meinen. Provinzskandal ist was anderes. So ein „Geschäft“ unter Freunden ist vielleicht wirklich ganz normal, so lange es geht, z.B. bis zur Insolvenz. Und diese Strukturen können schneller aufbrechen als mancher glaubt. Darüber hinaus sagen Sie es, wer die Möglichkeiten hat… Die hat man aber nicht, weil man z.B. auf bestimmte Strukturen/Institutionen angewießen ist und mit Ehrlichkeit und Integrität arbeiten würde. Dem steht aber eine rießige finanzkräftige Industry gegenüber, mit Lügen, Übertreibungen, Emotionen wo Rationalität angebracht wäre, und maßlos viel Show. Also ziemlich genau das, was die Gesellschaft will, aber ihr nicht überall bekommt. Aber was rede ich, ich glaube nicht das Sie es wissen. Sie verteidigen mir zu sehr die falschen.

  68. Puh - kann ich mir nicht...
    Puh – kann ich mir nicht vorstellen. Nein, ich glaube, Rabelais war auf eine sehr andere und selbstironische Art subversiv. Weshalb man ihn heute auch noch lesen kann, im Gegensatz zu dem verquasten Politkauderwelsch der 68er. Vielleicht ist das Kloster bei Rabelais auch nur verständlich, wenn man sich die Umbruchzeit in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vor Augen führt. Eine Art liberale Flucht in einer Zeit, die eine Festlegung für irgendeine reichlich radikale Doktrin forderte. Da war die Kommune 1 doch ganz anders.

  69. Richtig, Alexis, ich meinte...
    Richtig, Alexis, ich meinte Sie. Aber ich weiss noch nicht mal, ob ich diese Klasse verteidige. Es ist doch so: Ich zerre sie in ein Rampenlicht, in dem sie nicht sein wollen, und versuche zu erklären, warum sie so sind. Sie sind keine Verbrecher, weil sie reich sind, und das Geschäftsfeld der Familie könnte unglamuröser und dezenter nicht sein. Irgendwo zwischen Leasingvertrag, Erbsenzählerei und langfristigen Kundenbeziehungen. Ich kann mich da nur an die Einzelfälle halten, weil es Sinn und Zweck dieses Blogs ist, die übliche Sicht auf die Oberschicht als homogene Gruppe aufzuweichen. Und natürlich tendiere ich dazu, sie nicht schlecht zu finden.

  70. @Don
    In der Tat, es ist...

    @Don
    In der Tat, es ist nicht nur kein Verbrechen, sondern in meinen Augen ehrbar, reich zu sein, wenn man es redlich wurde. Und ich habe mit einer anständigen Unternehmertätigkeit der Eltern auch kein Problem. Aber um so mehr mit der Nichtsnutzigkeit der Tochter, genauso wie mit mehr oder weniger Angestellten (Managern) die ihre Millionen verdienen, jährlich – aktuell haben wir ja wieder ein paar Fälle – und mit unredlichen Unternehmern. Oder glauben Sie, dass es so was nicht gibt. Ich habe auch kein Problem, wenn jemand von seinem ehrlich verdienten Geld z.B. eine S-Klasse kauft. Wenn es ein Oligarch ist und sich den Stern auf dem Steuerrad mit Diamanten gestallten läßt schon eher. Und über Beziehnungskinder muss ich dann wohl nichts mehr sagen, oder kennen Sie redliche? Mit einer Kommune 1 habe ich übrigens nichts zu tun, mit Der Linken übrigens auch nicht. Schönen Abend noch

  71. ich erwarte demnaechst, in der...
    ich erwarte demnaechst, in der fortsetzung, zu lesen, dass die spaet-aufbluehende beginnt gesellschaftlich zu welken.
    sie wird einen mann kennen- und lieben lernen, einen aus der ’sozial unteren kaste‘, und aus liebe zu ihm wird sie ihre gueldenen steigbuegel selber halten, sich von ihrem hohen ross hinabschwingen und das harte leben kennenlernen, sich im oertlichen amt demuetigen und seelenlos ausfragen lassen und dennoch zufrieden laechelnd ihren aldi kaffee schluerfen ^^
    und wenn sie nicht verschieden … oder geschieden sind, dann schnorren sie noch heute. amen †

  72. das ist och mal ein nett...
    das ist och mal ein nett geschriebener artikel, herr alphonso.
    ohne haehme, aetzmittel oder bitterniss frei von der leber weg – direkt vom herzen, besser gesagt.
    was sich hier als position entfaltet, findet meine zustimmung – fast moechte ich sagen ’sympathie‘. weiter so.

  73. @Frundsberg/Don: muss ein...
    @Frundsberg/Don: muss ein Krieg unbedingt refinanziert werden? Bei Afghanistan macht sich da anscheinend keiner so richtig Gedanken. Und bei der Gelegenheit: was wurde eigentlich aus der nuklearen Bewaffnung der ehemaligen Sowjetunion? Werden die immer noch bewacht von Leuten, die auf ihr Gehalt ewig warten, oder ist mittlerweile bewiesen worden, das alles aus dem Bereich nachhaltig verschrottet worden ist? Ziemlich schwarze Gedanken, geb ich zu.

  74. Finmike, das ist wirklich eine...
    Finmike, das ist wirklich eine spannende Frage. Ich glaube aber, dass die Finanzkrise gerade die Amerikaner, aber auch die Russen und überhaupt alle zwingt, kräftig zu sparen. Wäre man extrem zynisch, könnte man natürlich denken, dass das Vermögen jedes Toten an andere geht, die dann mehr haben, aber a) deckt das nicht im Mindesten die Folgekosten einen Krieges und b) erwischt es dabei in der Regel meist diejenigen, die ohnehin nichts haben. Wem also brächte ein Krieg was? Von der Krise kann man doch prächtig mit Glotze für die Dumpfen und Ballerspielen für die Aggressiven ablenken., dann geht auch keiner auf die Strasse.

  75. j_who - nein, ganz, ganz...
    j_who – nein, ganz, ganz sicher nicht. Oh nein. Oh nein nein nein. Die Geschichte, die ich hjier nicht schreiben werde, aus Angst, dass mich die Bürgerschaft kreuzigt, ist die Geschichte einer unterklassigen Heirat, bei der gerade mal wieder allen die Spucke wegbleibt. Häusliche Gewalt, Opfer-Täter-Beziehung, Polizeieinsätze, Messer, das ganze Programm. Es ist ja nicht das erste Mal, dass so etwas passiert, es gibt auch Beispiele, in denen es klappt, aber das Zerbrechen solcher Beziehungen ist dann doch Warnung genug. Wenn erst mal der Clan des Herrn anrückt, um die gemeinsame Bude auseinanderzunehmen, ahnt man, warum man sich besser an den klassischen Rosenkrieg hält. A so a Baggage. Brr.

  76. Mit der Auslegung:"muss sein...
    Mit der Auslegung:“muss sein Kind nicht der Schmach des Arbeitsamtes aussetzen“, schimmert hinter Schwammigkeit merkwürdig konkret ein Selbstverständnis der sich den Stützen der Gesellschaft und damit sofort auch den Eliten zurechnen zu dürfen Wähnenden. Das soll aber des Aufhebens nicht weiter wert sein. Die Zuordnung „Krisenidyll“ jedoch fügt alles zu einer Merk-Würdigkeit: Da geschieht ein Desaster, das den Stützen der Gesellschaft, den Eliten so wenig voraussehbar war und dessen Beantwortung sich augenscheinlich weitgehend in hilflosem Abwarten bis zum Neustart in gleicher Richtung erschöpft. In diesem Zusammanhang rührte mich das Handeln der Familie L. geradezu, wurde doch hier die dem Kapital immer zukommende soziale Wirkkraft noch genügend in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Es muss ja nicht sogleich einem Douglas Tompkins nachgeeifert werden; auch eine Weitung des Horizontes, wie es Heiner Geißler erkennen lässt, ist nicht gleich jedem möglich. Dennoch ist es schade, dass ausgerechnet Frau Wagenknecht, bei noch nicht ganz abgeschlossenem Volkswirtschaftsstudium, die gründlichste Analyse dieses Wahnsinns mit Methode abliefert.

  77. "wegen dem Erwerb einer...
    „wegen dem Erwerb einer Immobilie“
    Gerade ein so belesener Mensch wie Sie sollte doch etwas gegen die Ausrottung des Genitivs tun. Ich lese Ihre Kolumne ja wirklich gerne, aber so etwas darf Ihnen nicht passieren, werter Don.

  78. Oh mein Gott - das ist...
    Oh mein Gott – das ist wirklich enorm peinlich. Darf ich Sie auch weiterhin um Hinweise bitten?

  79. (Oh je, jetzt bin ich wieder...
    (Oh je, jetzt bin ich wieder zu spät dran. Hier wird ja schneller gebloggt, als man kommentieren kann;-)
    .
    Die Klosterkommune: geschenkt. Das jedoch war nicht wirklich als ernsthafter historischer Vergleich gedacht. Die Tücken der virtuellen Kommunikation…
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    Zu Rabelais: subversiv war er sicher. Aber Schöpfer liberaler Fluchtwege? Ich denke, er war eher auf die saftige, derbe und rebellische populäre Kultur seiner Zeit bezogen, vor allem den Karneval, der die Welt auf den Kopf stellt und im Rollentausch eine Gegenwelt zur Ständegesellschaft inszeniert. Rabelais ist doch der große Demokrat unter den frühneuzeitlichen Literaten, schöpft viel aus volkstümlichen Quellen, verwendet er nicht sogar die Gaunersprache Rotwelsch? Das ist radikal. Nicht liberal.

  80. naja, in der Zeit musste man...
    naja, in der Zeit musste man wohl liberal sein, um überhaupt zu überleben. Er wurde ja auch verfolgt und verboten. Dagen wir mal, er empfand wohl eine aussergewöhnliche Freiheit des Geistes.

  81. "er empfand wohl eine...
    „er empfand wohl eine aussergewöhnliche Freiheit des Geistes. “ Die Idee gefällt mir sehr, damit gehe ich d`accord.

  82. @FinMike: Leider muss ich...
    @FinMike: Leider muss ich Ihnen eine Freude verderben, es sind tatsächlich Jobs zwischen 7,50 und 8 Euro Stundenlohn, die ich mache. Wer es sich leisten kann, so etwas nicht zu machen, herzlichen Glückwunsch.
    Dies war aber gar nicht mein Punkt ;-), mich wunderte nur die Pauschalaussage, dass die Arbeit begrenzt wäre.

  83. Wenn es wirklich so viel...
    Wenn es wirklich so viel Arbeit gibt, kann man das nicht selbstständig machen? Ausgründen?

  84. Wäre auch gerne als...
    Wäre auch gerne als Konzernerbe geboren worden – mit stattlicher statt staatlicher Apanage. Mein Trost: Der A von B und H hatte es scheinbar auch nicht leicht als letzter K.

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