Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren (83)
 

Kapitalismus ohne Markt

30.03.2009, 07:46 Uhr  ·  Ich bin bekanntlich der höflichste Mensch von der Welt, aber unhöflich wäre es auch, aus dem eigenen Herzen eine Mördergrube zu machen. Wenn versucht wird, die katastrophalen Entwicklungen einer kapitalistischen Spekulation schönzureden, indem die Erfolge der Marktwirtschaft dem Kapitalismus zugeschrieben werden, und der Abgrund, in den wir starren, als normaler Zyklus beworben wird, ist es an der Zeit, über Unterschiede zu reden: Über den Unterschied zwischen dem realen Markt und den Hirngespinsten eines sich selbst ad absurdum führenden Kapitalismus

Von

Versuchen Sie einmal, einen Porsche für einen Euro zu kaufen. Es wird Ihnen nicht gelingen. [...] Macht aber ein Eisverkäufer den Versuch, Ihnen ein Schokoladeneis für 60.000 Euro anzudrehen, wird ihm dies ebenso wenig gelingen.
Rainer Hank bei FAZ.net

In dem zitierten Beitrag findet sich vieles, worüber man reden könnte. Der Autor versucht in neoliberaler Ehrenrettung, “den Kapitalismus” als Segensbringer darzustellen, sei es nun mit Statistiken zur Armutsentwicklung, Lob für die Garde neoliberaler Macher von Friedman über Thatcher bis Reagan, oder mit massiver Verkennung des Romans “Oliver Twist”, der eben jenes frühkapitalistische Elend beschreibt, das jenseits der reichen Staaten allerorten, vom chinesischen Wanderarbeiter bis zur indischen Näherin, in der Folge des Kapitalismus anzutreffen ist. Darüber kann man streiten und geteilter Meinung sein; was mich aber verwundert zurücklässt, ist der Versuch, einen einzigen Kapitalismus zu erfinden, der uns allen geholfen har, und mit dem wir deshalb alle leben müssten, egal ob in der angeblichen Boomphasen wie den letzten 25 Jahren, oder eben auch der aktuellen Krise.

Bild zu: Kapitalismus ohne Markt

Denn es gibt nicht “den Kapitalismus”, genauso wenig wie es “die Krise” gibt. Wollte man Rainer Hank glauben, so erlebten wir gerade nur einen weiteren typischen Wirtschaftszyklus, bei dem auf eine lange Phase stürmischer Entwicklung von Märkten und Geschäftsmodellen nun der Moment der notwendigen Anpassung erreicht ist: Firmen erkennen die Veränderung der Märkte, verschlanken sich, passen sich neuen Gegebenheiten an, und entwickeln dadurch die Fähigkeit, zum nächsten Aufschwung beizutragen. So gesehen tragen Veränderungen der Märkte zu einer Verbesserung des Gesamtsystems bei, die Leistungsfähigkeit steigt, die Gewinne steigen, und damit auch der Wohlstand. Die Krise ist wie eine Kurve, vor der man notgedrungen abbremsen muss, um auf dem Scheitelpunkt Gas zu geben und fröhlich die weitere Strecke zu befahren, an deren Ende Torte und Tee wartet.

Diesem System von Veränderung und Anpassung an den Markt verdanken wir tatsächlich den Atomausstieg und die Förderung regenerativer Energien, neue Antriebskonzepte für Autos, ein wachsendes Angebot für biologisch hergestellte Nahrungsmittel, Reduzierung von Tierversuchen und eine neue Blüte der Glasbläserkunst auf Murano  – einfach, weil es neue Märkte gibt. Es sind Märkte, die Konsumenten mit ihrer Nachfrage geschaffen haben, sie funktionieren nach marktwirtschaftlichen Regeln, und werden durch den Kapitalismus und sein Gewinnstreben in diesen Märkten möglich und gefördert. Und natürlich funktionieren sie auch, weil tatsächlich niemand gezwungen wird, ein Eis für 60.000 Euro zu kaufen, um so die Regeln des Marktes auszuhebeln.

Bild zu: Kapitalismus ohne Markt

Aber neben diesen zyklischen Veränderungen, die ein notwendiger Wesensbestandteil der Marktwirtschaft sind, die immer präsent sind und nur auffallen, wenn mehrere Zyklen mehrerer Märkte gleichzeitig erscheinen und sich überlagern, was dann als “Rezession” bezeichnet wird, gibt es auch noch eine andere Art der Schwankung: Die Krise. Die Krise hat nur noch begrenzt und im  negativen Sinn mit den Märkten zu tun. Die Wirtschaftskrise entsteht erst, wenn sich signifikante Teile der Wirtschaft nicht mehr marktwirtschaftlich verhalten, sondern die Anforderungen der Märkte ignorieren und verleugnen. In solchen Situationen lösen sich Gier und Gewinnstreben vom Markt ab, und erfinden zum eigenen Nutzen Werte, die nicht vorhanden sind.

Dieser Kapitalismus tut plötzlich genau das, was die Marktwirtschaft verhindern sollte: Es entsteht das Paradox, dass sich der Kapitalismus nicht um den realen Markt schert und selbst einen Markt erfindet, diesen Markt Politikern und Medien über Lobbyisten, Bestechungszahlungen, PR-Mitarbeiter und Versprechungen nahe bringt. Solche Krisen, in denen das Kapital den Markt nicht mehr als Grundvoraussetzung begreift, an dem man sich orientieren muss, um zu überleben, und sich seinen eigenen Markt schafft, der schöner ist, leichter, mit weniger maulenden Mitarbeitern und Problemen, der Geld ohne Arbeit verspricht und andere Schlaraffenländer mehr, gab es in der Wirtschaftsgeschichte oft genug. Die Krise der italienischen Banken des 14. Jahrhunderts, die holländische Tulpenmanie, die Mississippi-Spekulation und die Südseeblase im 18. Jahrhundert: Zu jeder Zeit scheint der Mensch empfänglich für Zukunftsmärkte, die sich später als nicht existent herausstellen. Aber selbst solche Betrügereien schafften es nicht, global Unruhe hervorzubringen, sie waren regional begrenzt und in diesen Gesellschaften mit geringen physischen Geldmengen und Geldgeschäften beherrschbar.

Bild zu: Kapitalismus ohne Markt

Im 20. Jahrhundert sieht das allerdings erheblich anders aus. Das Dritte Reich etwa bezahlte die Aufrüstung nicht mit Geld, sondern durch das System der Mefo-Wechsel, und es war offensichtlich, dass eine Bezahlung ohne Neuschulden und das Drucken von Geld nur durch den räuberischen Einsatz eben jener Waffen gegen andere zu beschaffen sei – allerdings zeigte sich bald, dass Hitler und seine Freunde aus der Wirtschaft den neuen Markt des 2. Weltkrieges mit krisenhaften globalen Folgen falsch eingeschätzt hatten. A propos neuer Markt: Auch der Neue Markt der Internetblase von 2000 war, mit den besten Beratern, Unternehmern, Journalisten, Politikern und Investoren versehen, ein weiteres Beispiel für dir Trennung zwischen dem exzessiven Kapitalismus der Börsengänge und der mauen Nachfrage des realen Markt nach neu geschaffenen Produkten. Der Aktionär glaubte, dass seine Internetklitsche mehr wert sei als die Lufthansa, der Politiker glaubte an die Jobmaschine Internet, und der Gründer glaubte, er sei der nächste Bill Gates.

Und nur 7 Jahre nach dieser letzten grossen Krisenerfahrung des Kapitalismus erwischte es nicht nur einen vom Kapitalismus erfundenen Sektor, sondern den Kapitalismus als solchen, und mit dem Geldverleih seine Existenzgrundlage. Die Krise entsteht, weil die Banken schon wieder entscheidende Bewertungsfehler bei ihren eigenen Kreditprodukten machen, und den Markt ignorieren. Aus Schulden schlechter Bonität wurden neue Pakete, es wurden Derivate konstruiert und Aufsichten gelockert, es gab jede Freiheit, aus Schulden neue Werte zu machen, die bei jedem Weiterverkauf im kapitalistischen System noch mehr wert wurden, die Bücher des Kapitalismus schwollen so an, dass die Marktwirtschaft eine Weile davon profitieren konnte. Das alles war möglich, ohne dass die zugrunde liegenden Papiere besser als der Eisbecher für 60.000 Euro gewesen wären, was man jetzt sieht, wenn Banken ihre Billionen, die sie nur in den Büchern hatten, abschreiben müssen. In Frankfurt, London und New York waren die Türme voll von Freunden der 60.000-Euro-Eisbecher. Und wenn die Schuldenkrise erst mal durch das massive Drucken von Geld und Inflation gelöst ist, wird uns allen der dieser Eisbecher mit 60.000 Euro gar nicht mehr so teuer vorkommen.

Bild zu: Kapitalismus ohne Markt

Heute schon bekommt man nicht nur Collateralized Debt Obligations zusammen mit einer Finanzierung des Kaufs nachgeschmissen, man kann in der City of London auch gebrauchte Aston Martin DB7 für weniger als 15.000 Pfund erwerben. Zusammen mit dem in Folge der Krise zerstörten britischen Peso bekommt man auch den Porsche für nur 40.000 Euro. Oder noch weniger, je nachdem, wie verzweifelt der Händler ist. Nach der grossen Wirtschaftskrise von 1929 musste man in Amerika Autos verschrotten, deren Besitzer sich das Benzin nicht mehr leisten konnten. In Dubai stehen heute am Flughafen verlassene Autos von Leuten, die vor ihren Schulden flohen. Die Schlüssel stecken noch. Der aktuelle Kapitalismus hat den Wert eines Wagens schon auf unter einen Euro, auf Null gesenkt.

Diese Krisen des Kapitalismus aufgrund falscher Bewertungen verursachen erst danach die Krise der Marktwirtschaft. Die Versuche, wie gewohnt in der Kurve eines Wirtschaftszyklus gegenzusteuern und einen neuen Kurs einzuschlagen, sind sinnlos, weil die Fahrer des Wagens des Kapitalismus schon vorher von der Strasse der Marktwirtschaft abgekommen sind. Das Kreischen der Journalisten, PR-Handlanger, Volkswirte und ahnungslosen Politiker, das wir jetzt hören, ist nicht die Angst vor der Kurve, sondern die Erkenntnis, dass die Typen am Steuer schon seit einer Weile nur den Abgrund unter den Rädern haben, und das der Grund war, warum es die letzten paar Jahre so schön leicht und schnell gelaufen ist. Was man in London bei den G20 hoffentlich im Gegensatz zu Teilen der Presse verstanden hat, ist der Umstand, dass die Karre nicht gesteuert, sondern nach dem mehrfachen Überschlag, den wir jetzt erleben, aus der Schlucht gezogen werden muss: Leider von denen, die noch auf der Strasse der Marktwirtschaft geblieben sind. Das ist bei den Rasern aus deutschen Banken noch relativ einfach, denn hier gibt es noch eine funktionierende Realwirtschaft, aber die Reparatur der Schuldenwracks aus angloamerikanischer Produktion wird reichlich lange dauern. Sollten die Raser und ihre Fans bei der Bergung aus den Wracks herausfallen und in der Schlucht verbleiben, wäre es meines Erachtens alles andere als tragisch.

Bild zu: Kapitalismus ohne Markt

Denn mit diesem durchgeknallten Kapitalismus, mit Nitroglycerin im Tank und Halluzinationen im Hirn, wird man die schwere Wegstrecke, die die Marktwirtschaft nun auf Jahre sein wird, nicht beherrschen. Dieser von jetzt an schlaglochübersäten Strasse mit vielen engen Kurven wird es egal sein, ob die Irren am Steuer schon wieder in die Schlucht rasen. Es wird immer eine Marktwirtschaft geben, manchmal wie bei den Derivatehändlern an der Wall Street und manchmal wie auf den Schwarzmärkten nach dem 2. Weltkrieg. Den Mittelweg zu finden, ist die Aufgabe der G20. Und das Herzensanliegen jedes Freundes der Marktwirtschaft, der nicht mehr für asoziale Raser zahlen will, die sich 70% mehr Gehalt gönnen und die Politik erpressen.

 
  Weitersagen Kommentieren Empfehlen Drucken
 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden
Lesermeinungen zu diesem Artikel (83)
Sortieren nach

The world is nuts! Und so wird...

The world is nuts! Und so wird es bleiben, es kann einen in der Tat erzürnen, aber es half damals nichts, es hilft heute nichts und morgen wird es auch nicht helfen. Die Ehrlichen zahlen nun die Teche und werden die Ärmel hochkrempeln, die anderen warten bis sie wieder dick kassieren können. well done Don

Für den letzten Depp „Auch...

Für den letzten Depp „Auch der Neue Markt der Internetblase von 2000 war, mit den besten Beratern, Unternehmern, Journalisten, Politikern und Investoren versehen, ein weiteres Beispiel für dir Trennung zwischen dem exzessiven Kapitalismus der Börsengänge und der mauen Nachfrage des realen Markt nach neu geschaffenen Produkten.“ – Weil jede Krise tendenziell im Wesen eine „Überproduktionskrise“ ist, wie wir seit Marx wissen. Was wir auch wissen, ist, dass das zu einer Unterkonsumtion der Massen nicht im Widerspruch steht. Wenn´s Dicke kommt, und es kommt Dicke, zeigt sich dies dann auch als Kombination von Inflation mit einer Deflation, vor dem Hintergrund einer Rezession (Stagflation). Und genau dies wird dann der Grund für „die schwere Wegstrecke, die die Marktwirtschaft nun auf Jahre sein wird“. Ich denke, Sie haben die Sache begriffen, auch wenn Sie es auf Ihre bekannte Art verharmlosen. Aber so begreift es vielleicht auch der „letzte Depp“ (bayrische Bezeichnung für „Freunde der Marktwirtschaft“, bzw. weniger nett: „Marktidioten“).

0 donalphonso 30.03.2009, 08:23 Uhr

Herb, gern geschehen. . Devin,...

Herb, gern geschehen. . Devin, ich bin kein Marxist. Prinzipiell kann ich sehr gut mit dem markt, weil der Markt jedem die Möglichkeit gibt, in die Wirtschaft direkt einzugreifen. Man möchte Nestle nicht mehr sehen? Man gehe zum örtlichen Schokoladenmacher. Man lehnt Tierquälerei ab? Der Bioladen hilft. . Und diesmal wurde ja gerade nichts "überproduziert". Es wurde gar nichts produziert, noch nicht mal bunt bedrucktes Papier. Es wurde nur erfunden. Das konnte Marx so nicht ahnen.

0 Quallenregen 30.03.2009, 08:28 Uhr

Sehr schöne...

Sehr schöne Morgenlektüre, passt um meine Morgendepression auf verträglichem Level zu halten und nicht zu überschwenglich in den Tag zu gehen.... @Devin...dem gibt es nichts hinzuzufügen

0 Black Jack 30.03.2009, 08:31 Uhr

Also das Auto ist schön! Das...

Also das Auto ist schön! Das muss man sagen und damit bleibt festzuhalten, dass es in jeder Krise Gewinner gibt! Und ganz ehrlich, es war und ist doch schon lange so, dass wir alle Kosten externalisiert haben. Fabriken haben kein Lager mehr, ihr Lager sind die LKW auf der Autobahn, die Kosten der billigen Burger, die jeder von uns wollte sind auf andere Volkswirtschaften abgewälzt wurden. Wir sind also genau so schuldig, keiner kann glauben, dass Kleidung, die bei Billigstdiscountern für 3,99€ angeboten werden, nach unserem Vorstellung fair und umweltgerecht produziert und hierher noch geschifft werden! Wer von uns ist wirklich unschuldig? Haben wir nicht alle davon genascht, vom Kuchen. Die einen halt mehr, die meisten nur weniger?? Klar sollten die Großkuchenfresser jetzt auch mehr zahlen und helfen; aber das Leben ist nicht gerecht. Wenn es so wäre, dann würden Kühe Menschen fressen! Die einzige Hoffnung, die bleibt, ist, dass wir endlich vom Wahnsinn wegkommen, dass es immer xx% Wachstum und Rendite geben muss. Wachstum darf nie wuchern, sonst ist es Krebs! Allerdings sehnt sich ein Teil von mir danach wie einst Diogenes in der Tonne mich zu sonnen und an der Gier und Dummehit der Menschen zu erfreuen. Den hier irrt Heraklit, diese beiden menschlichen Gaben sind unveränderlich! Die ändern sich nie!!

0 Quallenregen 30.03.2009, 08:38 Uhr

@Don Lieber Don,man muss kein...

@Don Lieber Don,man muss kein Marxist sein um den ungezügelten Markt..auch wenn es der Markt der Illusionen ist, etwas kritisch zu beleuchten..und gewissenWahrheiten auf den Tisch zu legen. Es wurde sehr wohl was produziert...Luftschlösser...und alle haben sie gekauft ohne zu hinterfragen. Bei Blog von T.Strobl wird das ja zu Genüge zerlegt.

0 donalphonso 30.03.2009, 08:42 Uhr

Quallenregen, heute ist ein...

Quallenregen, heute ist ein schöner Tag, denn der Börsenblase geht die Luft aus. Der Markt funktioniert! . Blackjack, natürlich ist keiner unschuldig, aber man kann sich trotzdem überlegen, was man wo ausgibt. Ich müsste eigentlich immer den allerneuesten Rechner haben - Blogger halt - und was mache ich? Schreibe immer noch auf meinem alten E500 einer untergegangenen Marke. Man muss den Menschen eben nahebringen, klug zu kaufen. Nicht einfach, aber irgendwo muss man anfangen. "We’ll start the war from right here!", sagte Theodore Roosevelt Jr. 1944, als es ihn an den falschen Strandabschnitt der Normandie gespült hatte.

0 Quallenregen 30.03.2009, 08:46 Uhr

Lieber Don, falls du mal...

Lieber Don, falls du mal einen Ersatzwagen brauchst... in unserer Sonntagszeitung hat jemand seinen Barchetta zum Verkauf angeboten.BJ 2001....4900 dukaten...und ich habe gedacht Autos sind nichts mehr wert :-) Also wenn die Krise nun schon die Cabriofahrer trifft........

0 Quallenregen 30.03.2009, 08:53 Uhr

Lieber Don, da möchte ich dir...

Lieber Don, da möchte ich dir widersprechen..der Markt funktioniert nicht..ansonsten müssten nicht Milliarden von Steuergeldern ihn stützen ;-)...nichts anderes ist die Wahrheit...aber wir könnten auchmal annehmen ...wir lassen alle Banken vor die Hunde gehen die sich verspekuliert haben sowie das es keine Bürgschaften des Staates für die Wirtschaft mehr gibt...was würde deiner Meinung nach passieren?

0 donalphonso 30.03.2009, 08:53 Uhr

Quallenregen, ich bin...

Quallenregen, ich bin antizyklisch und greife dort zu, wo andere nicht mehr wollen: Auf der Insel der Probleme. Dort, wo die ganz grossen Luftschlösser gebaut wurden. Was ich allerdings meinte, war eine Produktion von etwas Realem, was kein Mensch mehr will: Autos von Chrysler etwa. Da muss eine Marktkorrektur her.

0 donalphonso 30.03.2009, 09:00 Uhr

Sobald man hier die erste...

Sobald man hier die erste grössere Bank pleite gehen lässt, hat man einen "good oldfashioned bank run". Und das wäre dann der Tod des Systems. Es würde Jahre dauern, bis es danach wieder läuft. Das einzige, was ich mir vorstellen könnte, wären so einer Art Rooseveltsche "Bank Holidays", also eine Schliessung der Banken für zwei, drei Wochen, und dann schnell und gross aufräumen, zusammenlegen und gegenrechnen. Schlimm für Aktionäre, Anleger, Investoren und Rentner, aber so könnte man das system vielleicht runterfahren, ohne dass es gleich implodiert. Solange könnten Spar- und Raiffeisenbanken die Notversorgung übernehmen. Im Prinzip würden ja drei deutsche Grossbanken völlig reichen.

0 Black Jack 30.03.2009, 09:00 Uhr

Werter Don, und so sehen wir,...

Werter Don, und so sehen wir, was "große" Menschen ausmacht: Ein Spruch, der Zeiten überdauert, wenn etwas schief läuft trotz aller Kosten (und im Falle Roosevelts extrem blutige Kosten) sagen, na dann jetzt von hier an vorwärts! Ich sagte ja bereits, dass das Leben nicht planbar ist, nur wenige Konstanten hat: Gier und Dummehit sind unerschöpflich, darauf kann man bauen, ansonsten gehen wir dacore. Es muss nicht immer das neuste grellste und schon gar nicht das billigste sein. Oma sagte immer: Zu billig können wir uns nicht leisten! Recht hat sie gehabt!

0 Quallenregen 30.03.2009, 09:03 Uhr

Liebr Don, dagegen ist nichts...

Liebr Don, dagegen ist nichts einzuwenden...die Autos braucht keiner und viele andere auch nicht..und wenn die Marktkorrektur gleichzeitig 100000 neue Arbeitsplätze in anderem Bereiche bringen würde... wäre alles bestens...aber wohin damit oder geht das zu Lasten des Steuerzahlers via ALG2?

0 donalphonso 30.03.2009, 09:08 Uhr

Es gab mal die Idee von der...

Es gab mal die Idee von der "gerechteren Verteilung von Arbeit". Darum könnte man sich ja mal kümmern, wenn der fehlgeleitete Kapitalismus damit beschäftigt ist, seine Frakturen auszuheilen und nicht immer dazwischenzuplärren.

Danke, Don - für diesen...

Danke, Don - für diesen Artikel. Ich habe mir ja die letzten Tage etwas verwundert die Ohren gerieben, als es überall tönte: "Es ist vorbei, jetzt geht es wieder aufwärts." Vorbei? Oder doch nur wieder ein kollektives "aufwärts-Schreiben", so wie man im Oktober 08 anfing, sehnlichst die Krise der Realwirtschaft "herbeizuschreiben". Erlebe es gerade mittelbar bei der Baselworld mit. 10% weniger Aussteller, denn die sind "nicht mehr da". Aber Uhren gehen angeblich immer, denn "in Krisen besinnt man sich auf wahre Werte". Das widerspricht zwar der derzeitigen Lage von CH-Uhrenmanufakturen, aber egal. Die Aussteller von Schmuck und Co - nervös. Am Anfang sehr nervös. Mittlerweile stellt man fest, ja Aufträge werden gemacht, aber allgemeine Zurückhaltung. Trotzdem - ich ahne schon, wie die Schlagzeilen nach dem Ende der Messe lauten werden :)

0 Quallenregen 30.03.2009, 09:09 Uhr

Das mit den Banken würde ich...

Das mit den Banken würde ich dir so unterschreiben :-)..

0 Quallenregen 30.03.2009, 09:19 Uhr

Die gerechte Verteilung der...

Die gerechte Verteilung der Arbeit in Zusammenhang mit Grundeinkommen +x für Wertschöpfung ,würde mich entfernt an was erinnern....was nicht gänzlich abzulehnen wäre. Die gerechte Verteilung der Arbeit zu Dumpinglöhnen würde mich andererseits an Baumwollfelder erinnern........was bestimmte Kreise sicherlich nicht ablehnen würden

Schöner Beitrag, Don, danke,...

Schöner Beitrag, Don, danke, dass Du mir die Arbeit abgenommen hast. Ich wäre ansonsten versucht gewesen, diese Hank-Propaganda an bekannter Stelle außerhalb von FAZ.NET in ihre Einzelteile zu zerlegen. Das Problem ist - genau wie von Dir dargestellt - immer dasselbe: die "gute" Marktwirtschaft, nicht wahr, diese schöne legacy von Adam Smith, in welcher der Bäcker mit dem Schuster, und der Müller mit dem Jäger, und der Schmied mit der Müllerstochter... ja, dieses Bild gefällt uns, von diesem Kapitalismus wollen wir träumen, den wollen wir wiederhaben. Köhler, Merkel, Reinhard Marx und jetzt eben auch Rainer Hank, Keynes- und Schumpeter-zitierend, aber offenbar Keynes- und Schumpeter-nicht-gelesen-habend, alle proklamieren sich zu Cheerleaders der guten alten Zeit, in der alles noch ganz, ganz anders war, von wegen Realwirtschaft und so. Das Problem ist - und das versuche ich in so ziemlich jedem Beitrag - den ich als Blogger je verfaßt habe, den Leuten klarzumachen: Diese Fiktion ist falsch, und diese Marktwirtschaft hat es - als Institution - nie gegeben. Was es hingegen gegeben hat, sind unterschiedliche Akkumulationsstufen im Kapitalismus. Das bedeutet, das die Rendite auf das weltweite Finanzkapital nach dem Krieg noch durchwegs mittels Realwirtschaft verdient werden konnte, in den 80ern dann schon nicht mehr, da mußte der bei Rainer Hank ach so liberale Ronald Reagan schon massiv mittels staatlichen Rüstungsausgaben nachhelfen, und aktuell erleben wir eine Phase (ob es DIE Endphase ist, darüber scheiden sich die Geister), in der die Rendite tatsächlich vorwiegend aus Finanztransaktionen ohne jegliche Rücksicht auf die Realwirtschaft erzielt wurde. Dass das prinzipiell geht, wissen wir bereits seit 100 Jahren, seit den unterschiedlichen Thesen zu den Konsumgütermärkten von Rosa Luxemburg und Tugan-Baranowski. Letzterer formulierte eine recht simple Aussage, die tatsächlich auch zutrifft, nämlich: es gibt zu jedem Niveau des Konsumgüterangebots ein Niveau von Investitionsgüterbeschäftigung (und damit Einkommen und Kaufkraft), das sicherstellt, dass der Markt für Konsumgüter geräumt wird. Zu seiner Zeit meinte Tugan-Baranowski natürlich noch Kohle und Stahl und derlei Dinge, aber auf die moderne Epoche übersetzt bedeutet das nichts anderes als: eine real orientierte Marktwirtschaft kann sich auch recht stabil als "Casino-Kapitalismus" entwickeln, weil die in letzterem erzielten Einkommen für Kaufkraft und Nachfrage nach den Erzeugnissen der ersteren sorgen, das System daher insgesamt eine Weile stabil ist. Und komfortabel ist dieser Zustand natürlich auch, genauso wie du oben schreibst, denn "alle 4 Räder sind in der Luft", drehen sich daher natürlich besonderes leicht - Und alle sind zunächst happy. Allerdings nur solange, bis irgendein Nexus zwischen Finanz- und Realsphäre schlagend wird (zB Ausfälle von US Hypothekenschuldnern) und auf die rasierklingen-dünnen Sicherheitsmargen einer im Überschwang (weil sich die Räder ja alle so leicht drehen!) hochgezüchteten und hochgeleverageten Finanzwritschaft zurückschlägt: Dann tritt eine Kettenreaktion ein, eine kataklismische Implosion von Kreditpyramiden, wie aktuell sehr hübsch zu beobachten. Daher ist es einfach nur zum Aus-der-Hautfahren, wenn jetzt die Köhlers und die Merkels und die Reinhard Marxens und diverse andere Moralisten auf der Bühne erscheinen und was von "böse Banker" erzählen und strengere Regulierungen fordern, offenbar ohne den Hauch einer Ahnung, was das bedeutet: Die Entwicklung zum Casino-Kapitalismus, das Entstehen von Hedegefonds, Private Equity, Derivaten, Subprime, etc. kam ja nicht von ungefähr, sondern spiegelte nur den Umstand wieder, dass das Kapital in der Realwirtschaft keine vernünftigen Renditemöglichkeiten mehr findet (nota bene: nicht punktuell, sondern aggregiert). Was wir hier also in Wahrheit erleben, ist das, was Keynes den "sanften Tod des Rentiers" genannt hat (was Hank aber nicht wissen kann, weil er ihn entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hat), von dem er sich eigentlich den Übertritt in ein besseres und friedlicheres Zeitalter erwartet hat. Dem ist aber nicht so, weil der Rentier sich gegen seinen sanften Tod massiv sträubt, mittels ABS, Hedgefonds, usw. Die Politik hat daher in Wahrheit nur 2 Optionen: das bunte Treiben nach einer gewissen Schamfrist weiterlaufen lassen, dazu müßte sie aber eher noch Regulierung abbauen und die Liberalisierung vorantreiben, und all die negativen Auswüchse des Casino-Kapitalismus billigend in Kauf nehmen. ODER: sie bringt den Kapitalismus tatsächlich zurück auf die Stufe der Realwirtschaft (etwa so, wie sich das Mises, Hayek und Konsorten immer vorgestellt haben). Dann sollte sie sich aber darauf gefaßt machen, dass es gesellschaftlich drunter und drüber gehen wird. Wir lachen vielleicht derzeit über so was, aber ich kann immer wieder nur betonen, dass Hitler nicht durch das Proletariat, sondern durch die in der Hyperinflation der 20er-Jahre geschorenen Sparer, Rentner und Vermögensbesitzer großgemacht wurde.

Lieber Don, reden wir jetzt...

Lieber Don, reden wir jetzt nur noch in Auto-Metaphern? Gut. Dann sollten wir erst mal die Wirtschaft "ankurbeln", d.h. ihren Motor. Uebrigens kann die Schuessel ja auch offroad fahren, abseits des Pfades der Tugend, deswegen gabs den Boom der SUV-Panzer. Mein Tipp: Begrenzt den Hubraum und auch die Einkommen. Wo ist die Vermoegenssteuer? Warum soll ein Bankenversager mehr bekommen als die Kanzlerin? Und wo ist da die (Motor-)Leistung? Noch ein vergessener Aspekt: Selbstheilung, Selbstreinigung, Selbstreferenz, Eigenverantwortung. Merke: Auto-Sprech = F.D.P.-Sprech. Der Markt muss sich auch selbst aus dem Sumpf ziehen, notfalls mit Geld vom Staat. Dann pflastern eben die frisch gedruckten Scheinchen unsere Autobahn. Zur teutonischen Marktwirtschaft gibt es nur einen einzigen Spruch: Laeuft und laeuft und laeuft.

0 donalphonso 30.03.2009, 09:51 Uhr

Driver, ich bin kein Freund...

Driver, ich bin kein Freund der freiwilligen Überlassung von Wortschlachtfelder an die Konkurrenz. Nur über meine Wortleiche!

0 Rainersacht 30.03.2009, 10:09 Uhr

Oha, wenn man schon Marxist...

Oha, wenn man schon Marxist genannt wird, weil man ME-Werke gelesen hat, dann ist es nicht mehr weit bis zur Kommunistenhatz. Ansonsten: Kapitalismus funktioniert nur mit Wachstum, und Wachstum ist vorbei. Da helfen auch keine Märkte.

0 donalphonso 30.03.2009, 10:18 Uhr

Thomas Strobl, die wirklich...

Thomas Strobl, die wirklich spannende Frage ist natürlich hiermit angerissen: Ist das schon die finale Krise? Oder erst die Vorstufe? Ich vermute, es wird noch eine lange Phase des Leugnens geben, ein Jahr auf alle Fälle, und in dieser Zeit werden wir wirklich schlimme Dinge in netter Verpackung erleben. Dann erst wird man sich dazu durchringen müssen, in das System massiv einzugreifen. Und damit meine ich nicht "Geld reinpumpen", sondern - na, sagen wir mal, Argentinien lässt grüssen. . Wird die Politik die kraft haben, danach auch Änderungen zu implementieren? Ich glaube es nicht, aber es wäre ganz nett, wenn es gelänge. Auch für die Zukunft staatlicher Ordnung. . Meines Erachtens ist es die grosse Systemkrise. Das System hat alles mögliche an Blasen abgegrast, Aufschwung Ost, Gewerbeimmobilien, Filmfonds, Emerging Markets, new Economy, Hedgefonds. Es ging alles schief: Asiencrash, LTCM, Kabel New Media, Währungskrise in Russland. Am Ende haben sie es bei sich selbst probiert, weil es da am einfachsten ist, und alle mitmachen. Die Dauerkrise des Kapitalismus ist nach 40 Jahren in sein Herz zurückgekehrt.

Schöner Beitrag, Don...

Schöner Beitrag, Don Alphonso, vielen Dank für die klare Unterscheidung zwischen funktionierender Marktwirtschaft im Kleinteiligen und der Macht internationaler Konglomerate zur Manipulation von Preis, Nachfrage und Politik. Steht auch ausführlich beim Schöngeist Glabraith, in "Wirtschaft für Staat und Gesellschaft" von 1972 glaube ich. Ich werde mich heute auf die Lösung des Bilderrätsels beschränken: ein freaky fancy Frazer Nash von der letzten MM?

Hanks Essay fiel mir auch...

Hanks Essay fiel mir auch ziemlich auf. Erster Gedanke war, geht es schon wieder los, haben sie es immer noch nicht begriffen? Ziemlich vergessen wurde von Hank auch der Gedanke, dass DER MARKT, der angeblich gut funktionierte, und zu dem er anscheinend nach "den bisschen Korrekturen" zurück will, bereits vorher ordentlich verzerrt war: Dieser Markt preist(e) noch nie und nicht im Mindesten die Kosten der Verschwendung der Ressourcen ein. Nicht die Zerstörung von Küstenanteilen durch die Shrimps-Zucht, nicht die Verschwendung von Luft und Wasser, nicht die Zerstörung von funktionierenden Binnen-Märkten durch Dumping, Lohn-Dumping und gezielter Überschwemmung mit Billig-Material (nennt sich schlicht Mitbewerber verdrängen, ist Teil der Produktzyklen der Boston Consulting Group und ist ein typisches Marktverhalten, das gemeinhin "akzeptiert" ist). Die Preise dieses so "behandelten" Marktes waren übrigens schon immer verzerrt, sie hatten schon immer Luftblasen drin. Wir "wirtschafteten" schon immer, ohne den Wirtschaftspartner Natur einzubeziehen. Jetzt gibt es die Rechnung: Co2-Anstieg in den Meeren, Überwärmung. Dass diese Art, mit solchen halb-virtuellen (also nicht ganz wahren) Preisen zu wirtschaften, nur ein weiterer logischer Schritt war, den Boden als nächstes mit komplett-virtuellen Produkten unter den Füßen zu verlieren, ist mir klar. Wenn wir also über solchen komplett abgehobenen Kapitalismus ohne Markt reden, dann bitte auch über seine elendige Vorstufe (zur der Hank und andere anscheinend zurück wollen): Kapitalismus, der noch nie "gerechter Markt" war. Gerecht - hier nicht im Sinne des dehnbaren Begriffs "sozial gerecht" - sondern gerecht und angemessen im Sinne von Preisen, die eher den wahren Wert abbilden. Auf deutsch: Das Dumping-Geraffel war viel zu billig, der wahre Preis von über die Meere geshipperten Billig-T-Shirts mit Billig-Logistik (weil das Öl so schön billig war) und Billigpressspanmöbeln ist der von vergifteter Natur, der nichts zurückgegeben wurde. Die Natur gehört allen, und alle, die damit nichts zu tun haben (kien Fabrik aus dem Boden gestampft, keine nichtsnutzigen Produkte "ersonnen" haben) , zahlen die Zeche mit Dürre, vergiftetem Wasser und unbewohnbaren Küstenstrichen. Ich sehe nirgends einen Kapitalismus und einen entsprechenden Markt, der je "funktioniert" hätte. Er hat immer geraubt.

0 Quallenregen 30.03.2009, 10:31 Uhr

@Driver soviel Sachverstand...

@Driver soviel Sachverstand von Autos und dann zum Schluss hin..so unverständliches wie Selbstheilung,Eigenverantwortung,Gelddruck und läuft und läuft und läuft..lol Auto Sprech = f.d.p. sprech?????? is das was zu Essen? oder eine Stiftung für geistig liegengebliebene?...wenn ja...ADAC....der schleppt die übelsten Karren ab..und der Jahresbeitrag ist erschwinglich...

0 derbeobachter 30.03.2009, 10:34 Uhr

"In Frankfurt, London und New...

"In Frankfurt, London und New York waren die Türme voll von Freunden der 60.000-Euro-Eisbecher. Und wenn die Schuldenkrise erst mal durch das massive Drucken von Geld und Inflation gelöst ist, wird uns allen der dieser Eisbecher mit 60.000 Euro gar nicht mehr so teuer vorkommen." Da müßte eigentlich auch der letzte Gläubige kapieren, daß diese Krise nur eine Chance für die ist, die sie vorausgeahnt haben. Das sind die Edelmetallbesitzer, denn die haben auch in der Hyperinflation das Geld für einen wie auch immer teuren Eisbecher.

0 Quallenregen 30.03.2009, 10:45 Uhr

@Vroni Das trifft leider...

@Vroni Das trifft leider nicht nur auf den Kapitalismus zu...der hier im Zusammenhang mit der Demokratie sein Unwesen treibt...jegliches real existierende Gesellschaftssystem hat bis heute seine überwiegenden Mitglieder ausgebeutet und das wird sich nicht ändern..weil immer irgendwelche PseudoEliten an ihre eigenen Taschen denken... Der Mensch an sich sollte diesbezüglich mal zum großen Sprung ansetzen....in der Hoffnung auf einen Evolutionsquantensprung der vielleicht nie kommt.

Dauerkrise und...

Dauerkrise und Überproduktionskrise @Don Alphonso: Natürlich sind Sie kein Marxist, aber das schützt Sie nicht vor gewissen wahren Erkenntnissen. Allerdings stimmt Ihre These von der „Nichtproduktion“ nicht so richtig. Denn Schulden werden gemacht, nicht nur um weitere Schulden zu machen, sondern um die realen Güter und Dienstleistungen zu konsumieren, auf einem durch Schulden (bei den Produzenten wie bei den Kunden) erweiterten Markt. Wir sehen das doch an der Abwrackprämie: Damit die Leute Schulden machen, um ein Auto zu kaufen, für 10, 20 Tsd. Euros, genehmigen sie sich 2,5 Tsd. vom Staat/v. Steuerzahler/von sich selbst, schon mal vorab - als Kredit also. Die Theorie war bisher in etwa so. Schaffen wir einen Hype an den Börsen, dann glauben sich die Leute in einer Hochkonjunktur und nehmen Kredite auf, die wiederum die (sich in einer Dauerkrise befindenden) Realproduktion ankurbeln hilft. Die Produkte wurden generell als billig (geiz ist geil) angepriesen, solchermaßen als Nebenprodukt eines Finanzhypes damit verschleiert verschleudert. Diese Verschleuderung ist aber nicht Ausdruck vom Sinken des Realprodukts, sondern vom Steigen desselbigen. Allerdings zum Preis des Fallens des Wertes der Arbeit (einschließlich des Wertes der Arbeit auf Grund und Boden, denn auch der Grundzins ist mit der Kapitalverzinsung gestiegen - weltweit). Auch die Finanzprodukte greifen letztendlich auf die Kapitalverzinsung, jenem Ausdruck dieses Verhältnisses von Arbeit und Kapital. Und 25 % Gewinnoptionen im Bankensektor (Ackermann) sollen diese Realproduktion noch weiter unter Druck setzen, sollen maximalen Profit gerade dort abpressen. Die dortigen Belegschaften sollen intensiver (und extensiver - einen Teil am Besten entlassen) ausgebeutet werden (und wenn’s sein muss, sind Teile der Firma „unter den Hammer“ zu bringen/zu zerstückeln (Stichwort: Hedge Funds). Die Verschuldung der Unternehmen zielt auf das dort investierte Kapital, nicht um dieses zu konsumieren, sondern um es neu zu investieren. Das (Finanz-)Kapital schafft es, den Bären zweimal zu häuten. Noch ist die Finanzindustrie aber kein Second Life. Sie will und sie kann kein Geld aus Geld machen – das ist nur Ideologie! Wahr ist, dass die Arbeit alle ernähren muss: die Realproduktion wie die Finanzproduktion! Häuser wurden gebaut – weit über den Bedarf -, nicht nur, damit die Banker verdienen, sondern damit ein davon abgeleiteter Markt entsteht (ein weiterer Konsummarkt) auf der Grundlage der allseitigen Verschuldung. (Nur im Irak wurde wahrscheinlich so am Bedarf entlang gebaut. Sozusagen eingebettet. Speziell für Haliburton und garantiert durch die US-Army – Krisensicher!) Denn auch der Konsummarkt für leichte Konsumgüter (Computer, Handys, etc. und diese Produkte sind dafür ziemlich typisch) wurde überflutet mit Produkte, die nun keiner mehr kauft (da der 1. Markt, der mit den Häusern und ihren Krediten, zusammen gebrochen ist) und natürlich mit den Firmen, die diese Güter herstellen - und deren Einrichtungen. Die Krise in der Realproduktion ist die eigentliche Krise, eine Krise, die nicht erst durch die Finanzkrise ausgelöst wurde, sondern die seit Jahren verschleiert so vor sich herdümpelt (ganz typisch auch: die Autoindustrie). Die gen. Finanzprodukte waren auch der verzweifelte Versuch, diese Krise unter dem Teppich zu halten, vor allem aber sind sie das Instrumentarium einer Superausbeutung der Arbeit. Sämtliche Schulden (Industrie, Konsumsektor, Staatssektor) müssen letztendlich wieder erarbeitet werden. (Einfache Rechnung: So könnte uns durch die Produktivität der Arbeit längst alle ein 3 Stundentag beglücken, so schuften wir weiter mit mindestens 8 Stunden am Tag. Das ist das Ergebnis dieser Superausbeutung.) Die Verbriefung der Kredite half das nicht nur besser zu verschleiern, sondern auch entsprechend zu vermarkten. Und wenn die Kredite billiger werden, muss die Arbeit wieder mal mehr leisten. Betriebskosten sind Kosten der Arbeit – verteuern diese/senken den Lohn -, sowie die Steuern und Abgaben die des Konsumenten – erhöhen den Preis/oder schmälern den Profit. Wenn Letzteres, dann erhöht das den Druck auf die Arbeit. Das ist das Wesen der Sache. Das Wesen der Überproduktionskrise ist, dass Güter geschaffen werden in Massen, aber am Bedarf der Massen vorbei (daher deren Unterkonsumtion), aber für einen realen Markt – einem solchen, der erst bedürftig gemacht worden ist und daher einem Kartenhaus von diesem. Die Marxisten unterscheiden auch die allgemeine Krise des Kapitals (wo solches nämlich die Regel geworden ist – in etwa seit der Herrschaft des Finanzkapitals – als solche auch als politische Krise bekannt, da Dauersystemkrise - Lenin/Hilferding) von der periodischen Überproduktionskrise. Man könnte sie auch mit der Krise einer durch die Pille neurotisch gewordenen Frau vergleichen. Der Dauerkonsum macht Dauerschlechtgelaunt. Und dazwischen die Perioden – die kennen wir ja alle. (Schrei mir bloß hier keiner von Sexismus – das ist längst evident, zumal die Pille noch andere Nebenwirkungen hat, aber lassen wir das.) Die Überproduktionskrise, die wir jetzt haben, verschärft die allgemeine Krise bis hin zum Stadium der politischen Aufstände. Und der Markt ist nicht außer Kraft gesetzt, sondern er zeigt sich so, wie er offen immer wäre, wären da nicht die Manipulationen durch das Finanzkapital: ein äußerst prekäres auf abstrakte Verhältnisse beruhendes komplexes System. Abstrakte Arbeit ./. abstraktes Kapital. Kapital aber ist da nur, soweit es sich auf dem Markt realisiert hat (1, Komplexitätsstufe – KSt-, Widerspruch zu 6. KSt/Preis), Arbeit ist es immer (2. KSt/Lohn und Neurose des Kapitals, aber der Mehrwert dieser Arbeit realisiert sich nur durch das Kapital, wo es Kapital geworden war (somit ist Arbeit in das Kapital eingebunden, hat keine selbständige Existenz – 3. Kost – auch und vor allem für die Arbeit selber, Widerspruch zu 2. Kost), nach seiner Realisierung auf dem Markt (4. und komplizierteste Komplexitätsstufe, denn etwas ist hier Voraussetzung von etwas, wovon es nur Folge sein kann). Und das alles in der Form des Geldes (5. KSt), vermittelt durch den Preis (6. KSt) und angeheizt durch den Zwang nach Maximalprofit (7. KSt) – um jeden Preis (n-KStn). – Wahrlich ein Markt voller geisterhafter Hände. Und das war nur das Einmaleins des Kapitals. Wer da an das Funktionieren eines solchen Systems glaubt, muss ein fanatischer Spieler sein oder einfach ein uninformierter/ungebildeter Mensch, ein Marktidiot eben.

Ich glaube nicht, daß es noch...

Ich glaube nicht, daß es noch ein Jahr dauert bis zum Finale. Im Sommer/ Herbst werden die Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellen, dann kommt die Krise bei den kleinen Leuten an und die Lügen platzen. Um England muß es schlimm stehen. Seit einem Jahr lasse ich mir ebay-Angebote bezüglich beaconsfield und bourne end per mail zuschicken( ich sammele Enid-Blyton Bücher, die hat da gewohnt) und seit einigen Wochen sind Immobilienangebote dabei. Man will immer noch mehrere hunderttausend Pfund, aber vor 2 Jahren wären die Häuser wohl noch eine Million wert gewesen. Und vermutlich finden sich jetzt überhaupt keine Käufer mehr. Ich vergleiche die heutige Situation mit 1989 und dem Untergang der DDR. Wer hätte denn im März/ Aril 89 daran geglaubt, daß im November das Projekt DDR beendet und die Mauer Geschichte sein würde?

0 elbsegler 30.03.2009, 11:11 Uhr

Lieber Don Alphonso, wenn Sie...

Lieber Don Alphonso, wenn Sie von den "Typen am Steuer" schreiben, überkommt mich eine Befürchtung. Die "Masters of the Universe" haben das Lenkrad in notorischer Selbstüberschätzung schon vor ein Paar Jahren verkauft, weil sie ja wußten wo die Karre hinfährt. Jetzt wollen sie sich von Vater Staat `ne Rohrzange leihen, um am Kurs doch noch was ändern zu können. Das würde aber voraussetzen, dass die Herrschaften überhaupt erkennen können, wo die Straße verläuft. Leider hatte man zur Verwirrung des Kunden massenhaft Nebelwerfer gezündet, ohne auf die Windrichtung zu achten. Und jetzt hat sie der eigene Nebel eingeholt und man ist in der Suppe ohne Lenkrad unterwegs. Ich befürchte, die Karre rast in die Haupttribüne.

0 donalphonso 30.03.2009, 11:16 Uhr

colonius, die Ähnlichkeit der...

colonius, die Ähnlichkeit der Pleite des Ostens nach dem militärischen Wettrüsten der 80er und den Risiken durch das Immobilienwettrüsten heute sind aus mehreren Gründen auffällig. Aber gerade das Beispiel England, das nun seit zwei Jahren durch ein Tal des Jammers geht, vollkommen von Banken abhängig ist und vollkommen überschuldet ist, zeigt doch, wie stabil trotz allem so eine Gesellschaft sein kann. Ich würde also nicht auf einen Umsturz setzen. Das kann bei uns niemand mehr. Frankreich ist da noch eine andere Nummer, aber UK und Deutschland? Eher wird Westerwelle Bundeskanzler. (Mein Ding wäre das auch nicht).

@ Quallenregen, das Wort...

@ Quallenregen, das Wort Quantensprung ist in diesem Zusammenhang ein putziges. Denn ein Quant ist so ziemlich das kleinste Teilchen, das wir grade noch messen können... :-) Über Gesellschaften und ihre Systeme (bürgerlich, nicht bürgerlich, schimmeladelig) wird hier in diesem Blog genug gedünkelt. Jetzt ist mal nur das blanke Geld und der blanke Markt dran. Diese Fokusierung gefällt mir. Ich werde keine Diskussion über oder gegen oder für den Kapitalismus mehr gutheißen (und auch keinen Businessplan mehr), die nicht endlich den Faktor Natur einbezieht. Muss da immer auf den Zeigefinger (Verordnung, Gesetz) einer wie auch immer gearteten (mehr oder weniger demokratischen) Regierung gewartet werden? Geht es nicht mal auch so? Wir hatten es im letzten Don-Beitrag über Nomaden. Mongolische Nomaden geben zumindest symbolisch der Natur etwas zurück, in dem sie Teile der frisch gekochten Hammelsuppe nach den 4 Windrichtungen um die Jurte herum auf die Prärie geben. Sie haben also wenigstens ein rudimentäres Bewusstsein. Wir haben gar keins mehr. Wir fahren mit den Autos rum, als gäbe es kein morgen. Daher sind für mich echte Nomadenvölker einen Hauch klüger als jene digitalen Sesshaften oder digitalen Nomaden mit ihren prätenziösen Bio-T-Shirts, welche nur die Funktion haben, sich gegenüber den "Bioschlampern" zu distinguieren. Aber nicht die Funktion, wirklich einen nachhaltigeren Lebensstil einzuläuten. Es wird weiter zigmal mit der Karre zu sinnlosen Meetings gefahren, die mit Telefon- und Screen-Präsentation genauso gingen.

0 Hartmut Dresia 30.03.2009, 11:26 Uhr

Wir brauchen eine...

Wir brauchen eine Wiedereinführung der klassischen sozialen Marktwirtschaft.

0 donalphonso 30.03.2009, 11:30 Uhr

*hüstel* - also zurück zu...

*hüstel* - also zurück zu Adenauer würde ich auch nicht wollen.

muß man nun einen Acker...

muß man nun einen Acker suchen mit Brunnen, und ein Paar Hühner drauf und selbstversorgen und auf die Horden warten?

0 Chat Atkins 30.03.2009, 13:03 Uhr

"Papiergeld kehrt über kurz...

"Papiergeld kehrt über kurz oder lang immer zu seinem inneren Wert zurück - zu Null" (Voltaire). Derivate kannte der Mann noch nicht, vermutlich hätte er uns hierzu etwas über Hygienepapiere für sanitäre Zwecke erzählt ...

0 Dem Philosoph ist nichts zu doof 30.03.2009, 13:04 Uhr

Don Alphonso Schöner Diskurs,...

Don Alphonso Schöner Diskurs, nur leider ist die angeblich entgleiste freie Marktwirtschaft mal wieder völlig schuldlos an der Miesere, denn sie kann und soll nur nur eines: wertfrei den Konsumenten bedienen. Wenn Müll gefragt wird, sprich Konsum ohne Sinn und Verstand, dann wird halt Müll produziert. Ob der fortlaufende Konsum von Müll glücklich macht, muß weder der Kapitalismus noch die freie Marktwirtschaft beantworten können. Kapitalismus ist schließlich keine Lebensform, sondern eine Wirtschaftsform. Und wenn der Bürger sich das Auto und das Eigenheim auf Pump kaufen will, dann ist der Bänker halt der Held der Herde und darf vorne weg laufen. Ihm dann ins Kreuz zu Fallen, weil er dahin maschiert, wo es ihm am besten gefällt, lenkt doch nur von der eigenen Unfähigkeit ab, sich zu überlegen wofür man eigentlich mit der Herde rennt ( betrifft mal wieder ganz besonders den Aktionär, der sich so lange riesig darüber freuen konnte, endlich völlig moralfrei Geld zu verdienen, ohne zu wissen woher und wovon es kommt ). Im Übrigen heißt doch freie Marktwirtschaft=Selbstbedienung, jeder kann soviel für seine Leistung oder Produkt nehmen, wie er dafür vom Käufer bekommt. Das heißt: Aufhören mit dem Jammern über unser Warensystem und hin zu den Vertretern unseres Wertesystems, denn die habens verbockt. Fragt doch nicht immer die Wirtschaftsvertreter nach Lebens-Konzepten und Lebens-Werten, das ist gar nicht ihr Revier und davon haben sie auch keine Ahnung. Also wer ist jetzt schuld? Genau, die Vertreter der Lebens- und Werte-Konzepte! Die Politiker also? Weit gefehlt, die zählen zur Riege der Wirtschaftsvertreter. Die Philosophen, Ethiker und Religionsvertreter und Schulen sind schuld, denn die haben nicht die Kurve gekriegt. Wenn sie noch irgendeine Daseinsberechtigung für sich beanspruchen, sollten sie vielleicht mal aus ihren Cabrios aussteigen und ein Stück zu Fuss gehen. Hauptsache, ich bin nicht schuld.

0 Avantgarde 30.03.2009, 13:18 Uhr

Das mit der Hedgefondsdrohung...

Das mit der Hedgefondsdrohung ist lustig. In etwa so, als würde mir ein Einbrecher drohen, nicht mehr bei mir einbrechen zu wollen, wenn ich das große Türschloss installiere. Weniger lustig ist leider die Tatsache, dass weite Teile der Finanzwirtschaft noch immer nicht verstehen wollen, was sie angerichtet haben. D.h. bei der nächsten Chance machen die genauso weiter.

0 niklgramm 30.03.2009, 13:47 Uhr

So amüsant Ihr Text zu lesen...

So amüsant Ihr Text zu lesen ist, frage ich mich, ob Sie nicht einer Art von ökonomischer Nostalgie aufsitzen. Glauben Sie wirklich, dass es ein Zurück zu einer "richtigen" Marktwirtschaft mit einer Ökonomie der Produktion geben kann? Mir scheint diese Annahme ein wenig nostalgisch. Ich würde eher annehmen, dass wir uns derzeit am Beginn eines Zeitalters des globalisierten Finanzkapitalismus befinden. Die Zeiten, in denen England Silberkannen produzierte, sind wohl wirklich vorbei (über die opeloiden Sunbeam Talbots möchte ich mich jetzt nicht auslassen). Dieser Globalfinanzkapitalismus erlebt gerade seine erste dicke Krise, das ist wahr – aber daraus auf sein Ende zu schließen, erscheint mir naiv. Die reagano-thatchero-miltonfriedmansche Periode ist gewiss vorbei, sie wird im Rückblick eher als eine Übergangsperiode vom fordistischen Kapitalismus zu diesem neuen "Regime" erscheinen. (Lesen Sie französisch? Dann könnte ich Ihnen einen ausgezeichneten Text von Yann Moulier-Boutang empfehlen, im letzten Heft der Zeitschrift multitudes.) Noch ein Wort zum bedingungslosen Grundeinkommen. Mir scheint, Sie verstehen diesen Vorschlag vollkommen falsch: Es geht nicht darum, die Menschen in irgendein Paradies, irgendeine rabelaissche Abbaye de Thélème zu versetzen – wie auch, mit 1.000 oder 1.500 Euro im Monat? Das Einkommen von der Arbeit abzukoppeln, würde im historischen Überblick einen weiteren Schritt in einer Entwicklung darstellen, die mit dem Übergang von der Leibeigenschaft zur Tagelöhnerarbeit zur wohlfahrtsstaatlich abgesicherten 38,5-Stunden-Woche eingesetzt hat. Allzu paradiesische Zustände werden ohnehin schon durch ökologische Krisen und durch die krisenhafte Entwicklung des Globalfinanzkapitalismus (s.o.) vereitelt werden, da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen…

0 Streifzug 30.03.2009, 14:03 Uhr

Zum Artikel: Der Markt lebt...

Zum Artikel: Der Markt lebt von der Konkurrenz, sie ist seine Seele und sein Lebenselixier. Hier liegt meiner Meinung nach das Problem des Kapitalismus: Er hat keine Konkurrenz mehr. Erstaunlicherweise übergehen das seine Befürworter stillschweigend. Konsequenterweise müssten Marktbefürworter den Aufbau einer Systemkonkurrenz vorantreiben und nicht in dumpfer Siegeshudelei verharren. @Don Alphonso Bei einer Ihrer Antworten (in einem anderen Artikel) kam mir folgender Gedanke, den ich nun bildhaft darlege: "Ist er möglicherweise jemand, der in einem schönen alten vornehmen Haus wohnend eines Tages ein Geräusch vernahm? Ein Knirschen, Knacken, nicht eindeutig zu verorten oder zuzuordnen. Nicht sehr laut aber doch irgendwie bedrohlich. Von da an fragt er alle Bewohner und Gäste nach diesem Geräusch. Die Antworten, die er bisher bekommt, sind typisch aber nicht zufrieden stellend: In einem so alten Haus knirscht es immer mal. Holz arbeitet. Es wird sich nur was gesetzt haben ... Die Erklärungen reichen ihm nicht. Er durchstreift das Haus vom Keller bis zum Dachgeschoss. Fragt das Personal. Holt sich Rat bei Fachleuten. Keine Antwort stellt ihn zufrieden. Er diskutiert (wenn auch verklausuliert) immer wieder in vielfältigen Variationen dieses eine Thema. Er hat das Gefühl die Lösung vor sich zu haben aber sie nicht erkennen zu können." Sollten Ihnen diese Zeilen etwas sagen, freue ich mich über eine Antwort. Ansonsten betrachen Sie sie einfach als Fantastereien als eines leicht verschrobenen Menschen.

0 donalphonso 30.03.2009, 14:05 Uhr

(sobald ich wieder online bin!...

(sobald ich wieder online bin! heute Abend!)

Man möchte eigentlich bei...

Man möchte eigentlich bei jedem einzelnen Absatz des Artikels Kontra schrei(b)en angesichts dieser Schönwetteranalysen, dass man das unter dem Artikel nicht kann ist schade und obwohl sich die FAZ mit ihren Blogs vielversprechend geöffnet hat wohl ein Hinweis auf den Anspruch journalistischer Deutungshoheit. Ein Part ist aber besonders blauäugig / zynisch und deshalb würde ich ihm hier gerne einen Link entgegenstellen: "Zunehmend selbstbewusst schält sich auch ein ganz neues Modell des asiatischen autoritär-paternalistischen Kapitalismus heraus, wo zentrale Planwirtschaft von oben und experimentelle Marktwirtschaft von unten nicht als Gegensätze erachtet werden. Dieser asiatische Kapitalismus hält sich nach der Erfahrung der Krisenanfälligkeit des westlich-amerikanischen Modells jetzt erst recht dazu ermächtigt, seinen eigenen Wahrheits- und Erfolgsanspruch zu behaupten. Wie stilbildend wird das asiatische Modell künftig werden?" Wer sich den hier http://www.nlcnet.org/article.php?id=613 verlinkten Artikel durchliest wird schnell einsehen, wie zynisch allein die distanzlose Erwägung einer solchen Alternative ist.

"Macht aber ein Eisverkäufer...

"Macht aber ein Eisverkäufer den Versuch, Ihnen ein Schokoladeneis für 60.000 Euro anzudrehen, wird ihm dies ebenso wenig gelingen."...Wenn Sie wüssten, was Lebensmittel kosten ! Die müssen ständig nachgelegt werden. Der Porsche wird einmal gekauft und jahrelang benutzt. Der Tagesbedarf eines Menschen ist ca. 2500 Kalorien, das sind 15 Eiskugeln @ 1 Euro pro Tag. Das sind pro Jahr 5475 Euro. Bei 75 Lebensjahren müssen sie ein Vermögen auf den Tisch legen, welches ca 3 Stück 60TEur-Porsches entspricht. (bei 3% Zinsen.) (Diese Berechnung wurde Ihnen von Ihrem Ernährungsberater kostenlos zur Verfügung gestellt.)

0 H. Ahrens 30.03.2009, 14:52 Uhr

Danke an Don Alphonso, Thomas...

Danke an Don Alphonso, Thomas Strobl und vroni und danke an die Redaktion von FAZ.net, hätte eine solche Debatte hier wohl zuletzt erwartet. Gewissen affirmativen Denkschablonen bin ich auch unterworfen und out-of-the-box-Denken ist in Deutschland prinzipiell schwer. So finde ich es gut, dass eine Debatte entsteht, in der ernsthaft und sachlich Argumente und Zusammenhänge genannt werden, ohne dass man als Linkspartei-Anhänger gebrandmarkt wird.

0 Woolloomooloo 30.03.2009, 15:28 Uhr

@ Streifzug Solche Beiträge...

@ Streifzug Solche Beiträge mag ich. Dafür lohnt der Blick ins Blog. Keine Zitaten-Orgien des gebildeten Bildungsbürgers, garniert und verziert mit Latein und Französisch. Und wer sich verschroben nennt, hat eh einen Stein im Brett. Meine derzeitige Lebensanschauung habe ich aus der evolutionären Erkenntnistheorie. Hört sich hochwissenschaftlich an, ist aber ganz einfach. Sie bildet den Gegensatz zur mittelalterlichen Scholastik, bei der im Diskurs mit Zitaten der jeweiligen Autoritäten bewiesen werden sollte, wieviel Engel auf eine Nadelspitze passen. Das Ganze ist auch heute noch im Gebrauch... Wenn man Darwin oder Konrad Lorenz liest, stellt man fest, das es keine allgemeingültige Wahrheit oder ein eigentliches Ding hinter den Dingen gibt, das es zu erkennen gilt. Dies Metaphysik kann ausüben wer will. Der kann dann ewig nach der Wahrheit suchen, oder danach welche Gesellschaftform "richtig"ist. Das Gehirn, mit dem das geschied, ist aber kein Erkenntnisapparat (welsches objektive Wahrheiten erkennen soll), sondern lediglich ein Organ, das das Überleben sichern soll. Entwickelt über Jahrmillionen. Und da der Mensch irgendwann durch Entwicklung seiner Hand greifen kann, muss er auch b e g r e i f e n. Leider vielleicht. Er hat dieses Gehirn und muss nun alles begreifen, dauch die Zukunft, sich selbst und den Tod. Und das ist nun das Problem des Menschen geworden. Er sucht (und muss suchen) nun Sinn und Methode, wo sie im Chaos nicht zu finden ist. Wenn ich jetzt mit dem Finger nach oben zeige und dies in 12 Stunden wiederhole, zeige ich doch immer nach oben - oder. Objektiv betrachtet zeige ich aber durch die Erdrotation nach unten. Also was ist jetzt oben und Unten an sich? Und dann ist der Raum ja gekrümmt und selbst das Licht macht einen Bogen. Wer dies alles wirklich b e g r e i f e n wollte, könnte nicht leben. Die Autisten können davon ein Lied singen. Und als einfach strukturierter Mensch denke ich, das die (vielgelobten und gewünschten) Hochbegabten arme Schweine sind. Einer ihrer Protagonisten hat in Turin zum Schluß eine Droschktengaul umarmt und ist dann dem Wahnsinn anheimgefallen. Also richtige Wege gibt es so viele, wie es Menschen auf der Welt gibt. Und da wir gerade beim Kapitalismus sind, glaube ich, er ist so erfolgreich, weil er die Evolution nachbildet. Die Naur wir nach einer Katastrophe wieder beim Bakterium anfangen und der Mensch vielleicht wieder mit dem Tauschhandel. Aber der Kapitalismus wird (leider) nicht überwunden werden können, so wie die Evolution auch nicht. In diesem Sinne...

Dazu hat Gabriele Goettle...

Dazu hat Gabriele Goettle einen trefflichen & fundierten Kommentar in der taz vom 30.03.2009 veröffentlicht: "Der Schein trügt"

0 ErnstWilhelm 30.03.2009, 16:51 Uhr

Thomas Strobl, zur zweiten...

Thomas Strobl, zur zweiten Option, den Kapitalismus tatsächlich zurück auf die Stufe der Realwirtschaft bringen. Hier hat man ein weiteres Problem. Es bedarf der Regulierer. Und diese werden schwer zu finden sein. Denn sie sollten kompetent sein und Erfahrung in der entsprechenden Branche habe. Was wir stattdessen in heutigen Regulierungsbehörden sehen, sind mittelmäßige Leute in wirkungslosen Behördenapparaten mit lebenslanger Arbeitsplatzgarantie. Weiterhin sollten diese Regulierer unabhängig sein. Dann hat man zunächst einen Widerspruch zur oben genannten Kompetenz. Denn woher soll die Kompetenz kommen, wenn nicht aus eben der betreffenden Branche inklusive der entsprechenden Kontakte und Netzwerke. Und auch wenn Deutschland nicht Aserbaidschan ist (ich lebe in Baku). Bei einem Beamtengehalt fällt es schwer unabhängig zu bleiben. Und schließlich müssen diese Regulierer mächtig sein. Mächtiger als so mancher Politiker. Zusammenfassend, die Politik müsste über ihren eigenen Schatten springen, sie müsste kritischen Sachverstand neben sich dulden, um ein derartiges reguliertes System zuzulassen und am Leben zu erhalten. Wie hoch sind die Chancen dafür?

0 Commonwealth 30.03.2009, 16:55 Uhr

Immer auf die Englaender, das...

Immer auf die Englaender, das ist fies. Immerhin haben wir hier noch RR und Queen Victoria. Im TV laufen Millionaere durch das verarmte Brighton und verteilen Schecks an Beduerftige. Wir haben Fish&Chips, Vauxhall, Ingwerkekse und Teatime. Das reicht vollkommen. Die Unzufriedenen koennen ja gegen das Wahlrecht demonstrieren, so wie sie ja ueberall nur gegen irgendwas sind. Was wollt ihr denn? An der Einfuehrung einer Steuer fuer Reiche a la Alphonso hindert euch ja keiner. Aber im Zweifel zaehlen 400 Jahre Besitz mehr als 40 Jahre Arbeit. Ich sage nur: das Vereinigte Koenigreich ist systemrelevant. Fragt die Queen!

0 ErnstWilhelm 30.03.2009, 17:33 Uhr

Don Alphonso, die finale...

Don Alphonso, die finale Krise? Wohl kaum. Es gibt nämlich weit und breit keine Alternative. Und solange es mittelfristig auch wieder Gewinner gibt, gibt es keinen Anlass zum Aufstand. Ich sag es auch mal in meinem ostfälischen Platt, damit die Süd- und Hochdeutschen etwas zum Nachdenken haben: “In düsse Welt geiht dat Anschieten ummeschichtig, as et Hunnebieten. Man in’n Kapitalismus gifft dat de wanigsten Aneschettenen.“

das macht schon spass, zu...

das macht schon spass, zu lesen, wie der don sich hier freischwimmt. - es muessen ja nicht immer reflektionen ueber das elternhaus - respektive ueber details der elterliche oder eigenen lebenswelt sein. anstatt nabelschau die keule nun frisch und sicher aus dem zentrum schwingen und dabei weit ausholen. es trifft und kracht und splittert - es ist ein spass und macht spass.

0 ErnstWilhelm 30.03.2009, 18:15 Uhr

Streifzug, täuschen Sie sich...

Streifzug, täuschen Sie sich nicht. Es gibt Alternativen, es gibt verschiedene Kapitalismen. Ich hoffe nur das die chinesische Form nicht obsiegt.

0 Herr Liebreiz 30.03.2009, 18:25 Uhr

"[...]Sobald man hier die...

"[...]Sobald man hier die erste grössere Bank pleite gehen lässt, hat man einen "good oldfashioned bank run". Und das wäre dann der Tod des Systems[...]" Ich wäre dafür und bin mir sicher, dass uns das, wohl später denn früher, bevorsteht. Die Auswirkungen werden jedoch, je weiter wir diese natürliche Bereinigung verschieben, umso unglücklicher für alle ausfallen. Danke für den Artikel - jedes Wort ohne Bauchdruck.

Hallo Don, Es kann durchaus...

Hallo Don, Es kann durchaus Sinn machen (= profitabel sein), ein Schokoladeneis für 60.000 Euro zu kaufen, obwohl man weiß, dass es maßlos überteuert ist. Nämlich dann, wenn man glaubt, dass es später jemanden gibt, der einen noch höheren Preis bezahlen will, wenn man Recht behält und rechtzeitig verkauft. Es gibt viele Leute, die aufgrund dieser „Greater Fool Theory“ in allen Aktien-Spekulationsblasen in der Vergangenheit viel Geld verdient haben. Das bezieht sich allerdings nur auf Güter wie Schokoladeneis und Aktien, weil man diese schnell veräussern kann.

0 Herr Liebreiz 30.03.2009, 18:49 Uhr

"[...]Es gab mal die Idee von...

"[...]Es gab mal die Idee von der "gerechteren Verteilung von Arbeit". Darum könnte man sich ja mal kümmern[...]" Ich wäre hier sehr an einer, Deiner Idee dazu interessiert. Ich persönlich glaube, dass das nur über eine Dezentralisierung, Entstauchung von Produktion und Distribution zu gewährleisten ist. Durch Schaffung regionaler Arbeitsstrukturen. Würde bedeuten: zurück zu den Wurzeln. Dafür fehlt es jedoch auch an allen Ecken und Enden, nicht zuletzt leider auch an gesellschaftlicher Fähigkeit. War es Hildebrandt der sagte, dass der Kommunismus bewiesen hat, dass er nicht überlebensfähig sei und der Kapitalismus dies nur noch vor sich habe?

Ein bisschen nachdenken, kann...

Ein bisschen nachdenken, kann nicht schaden! @Don Alphonso: Der Kapitalismus bedient nicht die Nachfrage nach Müll, sondern schafft den Müll und stimuliert die Nachfrage entsprechend. So rum wird’s eine ganze Wahrheit. Dass er dabei so nebenbei auch den Menschen entsprechend modelliert, der dann wieder nach dem Müll verlangt, ist die weitere traurige Wahrheit. Verkürzt wahrgenommen, sieht das dann so aus, als hätte es schon immer diesen Müllmann gegeben. Das ist in etwa so, wie die Katzenfutterhersteller Zucker in das Futter machen – mit einer speziellen Duftnote vielleicht noch -, was nicht nur die Katzen süchtig auf das Zeugs werden lässt, sondern auch noch die Tierchen nierenkrank. Hat sich das noch nicht herum gesprochen, dass auch die div. Burgers nach demselben Prinzip unter die Massen gebracht werden? Die Leute werden nicht nur fett, sondern auch noch zuckerkrank und vor allem süchtig danach! Natürlich muss nicht jeder den Sch..? fressen; mir wird es schon schlecht vom Geruch, aber das liegt wohl daran, dass ich sowieso auf so etliche Nahrungsmittel allergisch reagiere – warum wohl? – und daher Identifizierbares bevorzuge. Also: ein bisschen nachdenken! - Kann nicht schaden.

0 donalphonso 30.03.2009, 19:24 Uhr

Avantgarde, sie werden noch...

Avantgarde, sie werden noch sehr lange Zeit haben, das zu lernen. Und es werden sicher auch weniger werden. Man muss nur warten können.

0 donalphonso 30.03.2009, 19:27 Uhr

Streifzug, ich wohne in einem...

Streifzug, ich wohne in einem sehr alten und sehr elitären Haus, einem Jesuitenkollegium Baujahr 1600. Ich kenne das alles. Man muss darauf nicht achten, das ist normal. Alte Häuser leben, sie armen, und manchmal räupern sie sich eben. Man solltegut zu ihnen sein, dann sind sie mit einem auch zufrieden. Man ist ja auch nicht Besitzer, sondern nur für eine Weile der Diener des Hauses.

Alles schonmal so gehört. Ich...

Alles schonmal so gehört. Ich vermisse einen intellektuellen oder ästhetischen Mehrwert dieses Blogbeitrages.

0 donalphonso 30.03.2009, 19:34 Uhr

Dieses Blog ist, wie es ist,...

Dieses Blog ist, wie es ist, manchmal belanglos, oft nur Plauderei und mitunter gar nicht so schlecht. Aber ich fand, dass diese Replik sein sollte. Danach geht es weiter mit Rom und vielen Bildern aus vielen Kirchen.

0 donalphonso 30.03.2009, 20:24 Uhr

Devin08, ich mit meinem Faible...

Devin08, ich mit meinem Faible für Dinge mit Geschichte bin eigentlich nur beim Essen für Neues anfällig - und da auch nur bei Herstellern, die keine Werbung machen. Essen muss der Mensch nun mal.

0 Avantgarde 30.03.2009, 20:33 Uhr

Wichtig ist es, dass hier...

Wichtig ist es, dass hier festgehalten wurde, dass die Spekulationen des Finanzmarkts sich größtenteils völlig von der marktwirtschaftlichen Realität abgekoppelt haben. Ich gehe sogar weiter und sage, vieles war schlichtweg kriminell, und war es auch, obwohl man es geschafft hat, den Staat an entsprechenden Regulierungen zu hindern. Credit Default Swaps sind meines Erachtens keine Finanzprodukte, sondern illegales Glücksspiel, wenn sie nicht tatsächlichen Besitz versichern und der Aussteller etwaige "Versicherungsfälle" auch befriedigen kann. Das muss man gar nicht per extra Gesetz regeln. Also: Da ist eine Versicherungsgesellschaft, die versichert meinen Picasso. Ich zahle ihr 10000 Euro pro Jahr, und wenn ich das Bild schuldlos einbüße, zahlt mir die Gesellschaft zehn Millionen. Die Gesellschaft hat auch diese zehn Millionen. Alles ok. Nun gibt es 100 Leute, die 100 eigene Picassos versichern. Würden den 100 Leuten gleichzeitig ihre Picassos geklaut, wären eine Milliarde fällig. Die Gesellschaft müsste aber nicht unbedingt eine Milliarde flüssig haben, da der Eintritt von 100 solcher Versicherungsfälle gleichzeitig zu unwahrscheinlich ist. Keine Versicherungsgesellschaft könnte sämtliche, von einander unabhängig eintretenden Versicherungsfälle bedienen. Muss sie auch nicht, ebensowenig wie eine Krankenversicherung genügend Mittel bereithalten muss für den Fall, dass alle Versicherten gleichzeitig an Krebs erkranken. Darum werden auch in der Regel Risiken ausgeschlossen, die ein solches vielfaches gleichzeitiges Eintreten von Versicherungsfällen auslösen könnten, z.B. Krieg. Nun aber kommen 1000 Leute, die meinen Picasso nicht besitzen, und zahlen der Gesellschaft jeweils 10000 Euro im Jahr für den Fall, dass ich den Picasso einbüße. Das ist keine Versicherung mehr, das sind Wetten. Das Angebot von Wette und Glücksspiel ist in Deutschland engen rechtlichen Vorgaben unterworfen. Die Gesellschaft geht also eine Reihe von Wetten auf einen EINZIGEN Fall ein, kassiert dafür zehn Millionen (in diesem Fall genau den Wert des Picassos). Tolles Geschäft. Nur müsste sie im Versicherungsfall - und zwar einem EINZIGEN - hundert Milliarden Euro auszahlen, die sie natürlich nicht hat und nie haben wird. Das ist dann glasklarer Betrug. Um diesen zu verschleiern hat man gebündelt, weiterversichert, weiterverkauft. Das hat nur den Betrug potenziert. Und ich wünsche mir, dass man das endlich Betrug nennt, statt von "Angebot und Nachfrage" zu faseln.

0 Streifzug 30.03.2009, 20:51 Uhr

@Don Alphonso Epitaphe kommen...

@Don Alphonso Epitaphe kommen und gehen. Alte Häuser bleiben. Es ist ratsam ihre Zeichen richtig zu interpretieren denn ihre Beobachtungen haben ein anders Tempo.

0 donalphonso 30.03.2009, 20:54 Uhr

Deshalb werde ich am...

Deshalb werde ich am Donnerstag ja auch nur mit Postkutschengeschwindigkeit nach Italien verreisen.

0 Adi Positas 30.03.2009, 21:07 Uhr

Sehr schöner Artikel! Applaus...

Sehr schöner Artikel! Applaus meinerseits.

0 Don Ferrando 31.03.2009, 04:53 Uhr

"Diesem System von...

"Diesem System von Veränderung und Anpassung an den Markt verdanken wir tatsächlich den Atomausstieg und die Förderung regenerativer Energien" Werter Vetter, bei diesem Beispiel war doch gerade nicht der Markt Ursache, sondern es war von einem Teil der politisch Verantwortlichen gewollt und dann durch Markteingriffe gesteuert( Abschaltverpflichtung durch Gesetz; Subventionen für Windräder) Ansonsten wünsche ich Euch eine Gute Fahrt in die erstaunlichste Stadt des Universums. Wo quert Ihr den Appenin? Cisa-, Cerreto-, Radici- oder über einen anderen Pass zwischen Emilia und Toscana??

0 Quallenregen 31.03.2009, 06:20 Uhr

@Vroni genauso war der...

@Vroni genauso war der sogenannte Quantensprung gemeint...ein kleiner Schitt für einen Menschen,.......aber diesbezüglich ist meine Erwartungshaltung weit darunter..und Neil Armstrongs Ausführungen mit einem großen Schritt für die Menschheit weit entfernt.

Ich weiss nicht, ich weiss...

Ich weiss nicht, ich weiss nicht. wenn alle nur weniger gierig wären, dann würde das wieder funktionieren? Dann hätten wir Marktwirtschaft statt Kapitalismus? Von anderer Seite wurde vor etlichen Wochen mal geblogged, dass die Krise feature und kein bug des Systems ist. Ich bin geneigt dem zuzustimmen, man muss sich eben darauf einrichten. Nur das Geld ausgeben, das man auch hat. Das Geld nur für das hingeben, was man anfassen kann. Gilt auch für das eigene Dach über dem Kopf: Kein Geschäft mit dem windigen Bauträger, der mit schönem Kickback und Steuerminderungsmodellen den Gier-Kauf angeheizt hat, den zweiten Bauabschnitt niemals fertigstellt und sich mit voller Tasche der Luxuslimousinen leasenden Gesellschafter in die von Anfang an geplante Insolvenz verabschiedet. So etwas ruiniert durchaus auch Stützen der Gesellschaft.

Verehrter Don Alfonso, 100%...

Verehrter Don Alfonso, 100% Zustimmung ! 1 Hinweis: Auch dieses führt uns wieder in eine Diskussion über Vision and Mission und Wertegerüst unserer Gesellschaft. Entweder haben die Akteure ein Wertedefizit und leiden unter daraus resultierender Angepasstheit, Verantwortungslosigkeit, Überheblichkeit und damit unter vollständiger ERBLINDUNG, d.h. statt Tanz um das Goldene Kalb oder den Durchgeknallten Diktator ... Tanz um das papierene Derivat und den neusten Roadster. Dann hätten wir selbst, unsere Elite -Eltern, -Schulen, -Universitäten, - Religionen, -Burschenschaften, -Mentoren, -Vorgesetzten, -Politiker, -Presse usw alle miteinander versagt ... oder ... bei den Akteuren handelt es sich um Menschen, die die gesetzlichen Grundlagen unserer Gesellschaft verniedlichen und deswegen nicht respektieren - sich deshalb ihre eigenen Gesetzte nach dem Prinzip "Survival of the Fittest" schaffen, sogenannte Kriminelle d.h, alles Andere als Elite. Ich denke, daß unser Problem danach ein ca. 80% zu 20% Problem ist und wir deshalb diesmal so tief in der Tinte sitzen ... und sehr lange sitzen bleiben werden. Wir alle haben in der deutschen Schule mitbekommen, daß SITZENBLEIBEN etwas mit AUSGESONDERT WERDEN zu tun hat. Da wir noch eine ganze Menge anderer Probleme haben (Überbevölkerung, Energie, Wasser, Co2, etc.) müssen wir aufpassen ... wie jeder, der in unserem eliteausbildungssystem in Gefahr gerät. Hier hilft nur noch hochdisziplinierte konsequente Arbeit an uns selbst ... mit klarer Zielorientierung ... und engem Zusammenhalt mit und in der Gemeinschaft. Sonst könnte der Absturz bereits programmiert sein ...

0 donalphonso 31.03.2009, 08:19 Uhr

No. 6, um auf die Elite zu...

No. 6, um auf die Elite zu kommen: Es gibt dort (auch darüber müsste man mal schreiben) eine Aversion gegen öffentliche Einlassungen. Es ist nicht so, das man die Probleme dort nicht sehen würde, diesen Beitrag könnte ich auf der Gartenparty von Susis Mutter vorlesen, und niemand hätte etwas dagegen. Die Elite ist weder dumm noch gefühllos und schon gar nicht ahnungslos, was die Krise angeht - die müssen nur auf ihre Vermögensentwicklung schauen. Das Problem, das ich vielmehr sehe, ist die Unfähigkeit, sich mit der Komplexität des Versagens auseinanderzusetzen, und zwar in allen Bereichen der Gesellschaft. Solange manche Leute, die nachweislich mehr Hirn als ein Schäferhund oder gar eine Amöbe haben, in der FAZ lieber Besprechungen von Browsergames lesen würden, muss man eben damit leben, dass der Diskurs die Plauderei einer wie auch immer gearteten "Elite" bleibt. . Der Rest schaltet die Glotze ein, oder tötet Orks.

0 donalphonso 31.03.2009, 08:34 Uhr

Anderl, die Rezession ist...

Anderl, die Rezession ist durchaus ein "Feature" - aber die Krise ist ein "Feature" vielleicht so, wie "Mord" ein Feature der menschlichen Existenz ist. Das Perverse ist doch: Tatsächlich war die Wirtschaft nie leistungsfähiger als heute, nie gab es im Westen mehr Komfort und die Möglichkeiten, angenehm zu leben - und dennoch stehen in Zentralkalifornien ganze Siedlungen leer, und die Leute kampen ein paar hundert Meter weiter in den Parks. Ich glaube, dass die Kernfrage hier die "Verteilung" ist. Subprimekäufer können sich ihre Häuser primär wegen ihrer Pleite nicht leisten, sekundär aber wegen - mieser Löhne - schlechter Ernährung - niedriger Bildung - falscher Konsumgewohnheiten. Das Gegenständliche wäre ja da. Was fehlt, sind die Einsicht, den Konsum richtig zu steuern.

Und damit guter Don Alphonso...

Und damit guter Don Alphonso sprichst du ein weiteres Kernproblem an oder die eigentliche Krise: Wie verteilt man die Güter dieser Welt, die geschenkten (Natur, Ressourcen), ererbten (Kultur, Werte) und produzierten (letztlich die Mischung aus beiden, dank kultureller Techniken aufgewertete Ressourcen)? Darauf gab es bis vor kurzem mindestens zwei Antworten. Wir dachten immer, letzlich wäre der Kapitalismus geeigneter, das Verteilungsproblem zu lösen. Letzlich auch nur eine Idee unter vielen. Trösten wir uns: in 5000 Jahren ist alles vergessen.

0 donalphonso 31.03.2009, 08:52 Uhr

Don Ferrando, je nachdem, wann...

Don Ferrando, je nachdem, wann und wohin und der Wind treibt. In Italien planen, da könnte man ja auch den Zusammenbruch der Wirtschaft planen. Sicher sind nur Übernachtungen in Mantua. . Auch die Politik ist nur ein Markt, und offensichtlich wollte eine Mehrheit eine Regierung, die einen Markt dichtmacht und einen anderen fördert. Und manche Märkte kann man eben nur mit der Politik verändern.

0 donalphonso 31.03.2009, 09:01 Uhr

Perry, ich würde nicht...

Perry, ich würde nicht bestreiten, dass dieses Rennen um Gerechtigkeit und Angemessenheit nicht auf der Kurzstrecke ausgetragen wird. Aber ich würde mir wünschen, dass solche Überlegungen stattfinden, bevor wir uns bis 2012 mühsam derrappeln und dann feststellen, dass die Basis des Aufschwungs schon wieder eine einzige grosse Lüge war. Mehr Bildung und eine massive Strafsteuer auf Verblödung wäre eine gute Sache, und bei der Werbung sollte man gleich anfangen.

Da habe ich einen schönen...

Da habe ich einen schönen Text von Blumfeld, das Lied selbst klingt fürchterlich, aber der Text ist schön: "Ihr habt die Welt längst aufgegeben für Medien, Märkte, Merchandise ich will nicht in Eurer Logik leben nicht so als ob ich einverstanden war"

0 donalphonso 31.03.2009, 10:47 Uhr

Vroni, Stichwort Natur: Da...

Vroni, Stichwort Natur: Da habe ich ausser dem Bereich Nahrungsmittel leider wenig zu bieten. Ich glaube aber, dass der beste Naturschutz eine Reduzierung des Bestandes an der schädlichen Menschenrasse durch Geburtsbeschränkung ist. 3 Milliarden Menschen sind vollkommen ausreichend, und aus dem Osten Deutschlands könnte man wunderbare Naturschutzgebiete machen.

0 donalphonso 31.03.2009, 10:58 Uhr

derbeobachter, raten Sie mal,...

derbeobachter, raten Sie mal, warum ich mich mit Silberkannen eindecke. Jaja.

0 donalphonso 31.03.2009, 11:03 Uhr

Dem Philosoph ist nichts zu...

Dem Philosoph ist nichts zu doof, was Sie da ansprechen, ist quasi der nächste Schritt. Erst muss man dafür sorgen, dass die Finanzierung der Marktwirtschaft nicht mehr Amok läuft, und dann muss man die Marktwirtschaft selbst reformieren. Stichwort Sklavenarbeit, die man sich niur leisten kann, weil die Kosten des Transport in Sklavenhalterländer staatlich gefördert (und damit nicht marktwirtschaftlich) gegen Null gehen. Der Werbung auf die Finger schauen. Die Kosten für billigen Frass, die die Gemeinschaft über die Gesundheitskosten trägt. wieder auf die Verursacxher übertragen. Werber zwangsumschulen geht zwar eechtlich nicht, aber Werbung begrenzen wäre prima.

Geblähtes @Don Alphonso:...

Geblähtes @Don Alphonso: Schon merkwürdig, dass die schlankesten Leute so gerne essen, mir geht es ähnlich. – Auch beim Essen, noch besser beim Trinken, z.B. bei einem guten Glas Wein oder schottischen Whisky fallen mir die besten Sachen ein (nicht immer zum Vergnügen der anderen, aber zu meinem – ich werde da so furchtbar philosophisch). Die allerbesten Ideen habe ich aber nach einer schlecht durchschlafenen Nacht oder kurz vor einem Migräneanfall (so mit Aura), das hat dann sogar hin und wieder poetischen Gehalt. Nichtsdestotrotz sollte der Mensch eigentlich nüchtern und wach sein, wenn er denkt, dann sind auch die Gedanken schlanker und nicht nur einfach verkürzt. Und was den geschichtlichen Gehalt angeht, auch dieses Faible teile ich, ist oft nur Folge überschweren Essens, Blähungen nämlich. Geschichte ist das, was wir uns hinzu dichten, mal eher schlecht mal wieder ganz gut. Geschichten halt. Die einzige Geschichte ist die nicht enden wollende (wegen mir auch „unendliche“) - das Drama nämlich. Aber was verstehen wir schon von unserem Drama, während wir uns über die Dramen anderer amüsieren. Ich lese gerne englische Krimis, auch im Fernsehen schaue ich sie mir hin und wieder an, die haben was von diesem Drama, das einem aber erst bewusst wird, wenn da so ein bedeutungsloser Polizist (oder besserwisserischen Detektiv) in einem ebenso belanglosen, also in der kleinen Leute, Leben wühlt. Was wissen wir schon von diesen Dingen, obwohl das die wahre(n) Geschichte(n) ist/sind, und nicht etwa die Frage, welchen Weg diese oder jene chinesische Vase vielleicht über die Jahrhunderte genommen hat, und jetzt vielleicht irgend so einem englischen Lord (oder Snob am Tegernsee) ein Gefühl von Bedeutung imaginiert. Oh Gott, ich glaube, das wird eine Migräne Gute Nacht

Don, das da: "dass der beste...

Don, das da: "dass der beste Naturschutz eine Reduzierung des Bestandes an der schädlichen Menschenrasse durch Geburtsbeschränkung ist." sehe ich als Ex-Kathole ex_akt genau_so. Die Menschheit benimmt sich seit wenigen Jahrhunderten wie eine Virenpopulation, die einen geschwächten Wirtskörper befällt und mit ihm zugrunde gehen will. Wesentlich mit daran beteiligt ist die Politik des Vatikans gegen Verhütung. Der strategische Hintergrund dieser Anti-Politik ist, dass die katholische Kirche längst in Machismo-kontinenten wie Lateinamerika ihren Hauptrückhalt hat. Und da zählen weder Fraueninteressen noch vernünftige Bevölkerungsentwicklung. Man würde sich da ja die Geburtenzahlen seiner zukünftigen "Fans" verderben. Ich kann bei deisem Thema ledier gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Deswegen höre ich auch auf, mir wird schon wieder schlecht... :-(

0 donalphonso 31.03.2009, 22:14 Uhr

Devin08, selbst wenn sie...

Devin08, selbst wenn sie komplett erfunden sind: Von Geschichten kann man trotzdem lernen. Historisch gesehen ist das hochgradig unbefriedigend, aber scheinbar ist es der Lernfähigkeit der Menschen durchaus genehm.

0 donalphonso 31.03.2009, 22:15 Uhr

Vroni, man sollte einfach...

Vroni, man sollte einfach abwarten. Früher war das katholische Italien das Kinderland Nummer 1. Heute ist es an der Spitze der Kinderverweigerer. Und es hat Italien so als Land der Ruhe und Zufriedenheit keinesfalls geschadet.

Die italinischen Frauen lassen...

Die italinischen Frauen lassen sich ja auch nix gefallen von ihre Männers und haben Biss, nicht nur die Nudeln sind dort al dente. Aber junge Latinas? I woas neda :-) (Habe durch private Bekanntschaften, Salvador de Bahia, etwas Einblick in die Denkweisen. Da zählt das sexy T-Shirt statt das Gehirn, leider - und wenn sie verheiratet sind, dann sind sie verschwunden von den Plätzen und sitzen im Haus. Ihre Männers palavern derweil draußen. Das ist anders ausgedrückt: Oberfranken vor 30 Jahren +schüttel+, und: Jahrzehnte hinter Italien zurück.

Sehr süffiger Beitrag, vielen...

Sehr süffiger Beitrag, vielen Dank. Allerdings bin ich der Meinung, dass der Kapitalismus gerade jetzt zeigt, wie effizient er funktioniert: Er holt sich das Geld dort, wo es welches gibt. Durch jahrelange Bestechung der Politiker ersetzen diese den Konsumenten und geben das Geld stellvertretend aus. Perfekt!

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.