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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Soziale Sicherung auf dem feiertäglichen Erdbeerfeld

| 60 Lesermeinungen

Natürlich könnte man den Staat umkrempeln und noch mehr arbeiten, die Unternehmen entlasten und die Bevölkerung ihre Feiertage gefällogst selbst zahlen lassen. Natürlich geht es auch ohne Nettigkeit, und Maschinen und Schwarzarbeiter und die Inder auf der verlängerten Werkbank verlangen keinen freien Pfingstmontag. Und würde man das Erdbeerfeld überbetonieren und eine Verkaufshalle darauf errichten, könnte man auch viel Geld verdienen. Sowie jede Menge Verachtung meinerseits, für diese elende Effizienzsuche auf Kosten des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Arlequin: Ach, Liebchen, Du Leckerbissen meines Herzens!
Pierre Calvet de Mariveaux, Die falsche Zofe

Wie kann man nur. 2005 wollten deutsche Wirtschaftsverbände, und in ihrem goldgischtigen Kielwasser auch die FDP im Bundestag, den Pfingstmontag als gesetzlichen Feiertag abschaffen. Als gäbe es zu viele, schöne Frühlingstage, als könne man darauf verzichten, nach draussen zu gehen, über Wald, Wiesen, Siedlungsgebiete, Blockareale, Abraumhalden, Einkaufsmüllhalden oder was sonst in Deutschland in der Landschaft zu finden ist, zu fahren und die gerade eröffneten Erdbeerfelder aufsuchen. Wo man in trauter Einmütigkeit die eine Hälfte der Früchte in Körbe und die andere in die sonst vom Müllessen aufgedunsenen Wohlstandsmägen lauter Kinder stopft.

Bild zu: Soziale Sicherung auf dem feiertäglichen Erdbeerfeld

Ich mag Erdbeerfelder. Selbst, wenn sie eine Erscheinungsform von grösseren Städten sind, in denen nur noch eine Minderheit einen eigenen Garten hat, und ein hohes Einkommen, mit dem die Frau daheim bleibt und sich um den Garten kümmern kann. Erdbeerfelder kamen in meiner Heimatstadt ungefähr gleichzeitig mit dem Niedergang des Hausfrauenstandes und dem Erreichen des Status einer Grossstadt auf. Erdbeerfelder reagieren auf die Nachfrage nach Früchten im Übermass, die man, so man auf der richtigen Seite der sozialen Schichtung geboren wurde, als Kind im eigenen Garten kennen lernt, und schmerzlich vermisst, wenn man in der Studienzeit plötzlich mit Preisen für banale Früchte konfrontiert wird, die selbst bei üppiger Apanage  prohibitiv sind. Irgendwann wurde aus der grenzenlos vorhandenen Erdbeere des heimischen Gartens die Delikatesse mit leider eher unklarer Herkunft, oft auch geschmacksneutral und unten im Körbchen matschig.

Das Erdbeerfeld dagegen ist ein kleines Paradiesgärtlein, ein Schlaraffenland und das Versprechen, dass immer genug da sein wird. Für alle, ohne Unterschiede. Und so kommen denn auch alle, der russische Spätaussiedler wie die Kleinfamilie, und auch die Frau B., die, unter der Last ihrer Feiertagseinkäufe gebeugt, mich auf dem Wochenmarkt fragte, ob denn schon Erntezeit sei.

Bild zu: Soziale Sicherung auf dem feiertäglichen Erdbeerfeld

Ich konnte das bestätigen; schwere, rote Früchte tragen schon den ersten süssen Fäulegeruch in meiner Nase. Denn das Erdbeerfeld liegt nicht irgendwo, sondern dort, wo meine Eltern wohnen. Wenn man so will: Ich bin neben einem Erdbeerfeld aufgewachsen. Das Erdbeerfeld ist in der Folge nicht „irgendwo“ verortet, sondern exakt zwischen den beiden Teilen des sogenannten Prominentenviertels meiner Heimatstadt, und an der Zufahrtsstrasse zum einzigen nennenswerten Naherholungsgebiet. Es kommt, wie schon erwähnt, jeder hier vorbei, der eine mit dem Rad, der andere mit dem Auto, und so gibt es an Tagen wie diesem sogar etwas, das man sonst bei uns nicht kennt: Parkplatzprobleme. Schliesslich sind die Grundstücke umfangreich, die Mauern lang und die Autos in Doppel- oder Dreifachgaragen. Es sieht in der Strasse aus, als wären plötzlich Dutzende von Putzfrauen und Maniküren gekommen, so viele ungewohnt kleine Fahrzeuge stehen vor den Häusern, und der Herr P. mit seinem 911er muss schon etwas kurbeln, um aus der Einfahrt zu kommen.

Erstaunlicherweise ist das alles unproblematisch. Noch vor ein paar Wochen etwa tönten ungewohnte Worte durch das kleine Viertel: Der Chefarzt nämlich, der mit dem Autohausbesitzer gegenüber nicht wirklich das beste Verhältnis hat, und zudem, was dem Revierverhalten stets als Anreiz dient, auch noch spät hierher gezogen ist, hatte vor dem Mäuerchen des Autohausbesitzers seinen Einkaufskombi abgestellt. Der ungehaltene Nachbar behauptete daraufhin, das wäre nicht legal, diese Strassenseite gehöre ihm, und da dürfe nur er seinen Wagen abstellen – schliesslich zahle er auch die Anliegergebühren. Dafür, dass der Streit letztlich erst durch einen Anwaltsschriftverkehr zugunsten des Chefarztes ausging, herrscht nun bemerkenswerte Ruhe ob der feiertäglichen Invasion.

Bild zu: Soziale Sicherung auf dem feiertäglichen Erdbeerfeld

Aber so ist das eben schon immer gewesen: Die einen mussten irgendwie zum See kommen, die anderen wohnen dort. Die einen mussten Parkplätze suchen, wenn sie sich durch den Verkehr gewühlt hatten, die anderen waren schon vorher da. Man kann die parken lassen, wenn sie schon woanders wohnen müssen. Und so treffen sich alle Stände und alle Schichten an diesem Tag auf dem Feld, Mütter lüften Kinder und Hunde müssen leider draussen bleiben, schwangere Bäuche der langen Wintertage zeichnen die Beifahrinnen aus, und feine Körbchen und Sonntagsstaat die Glücklichen, die mal schnell Erdbeeren holen gehen können. Danach müssen die einen wieder in ihre glühenden und klimatisierten Autos, die anderen -Thorben! Julia! Aufpassen! – bugsieren den überfressenen und nun kurventorkelnden Nachwuchs auf den Rädern heim, und unsereins geht nach Hause und spricht dabei über die neuesten Verwerfungen der besseren Kreise.

Aber für einen Moment war es eine einzige, grosse, freie und gleiche Gesellschaft. Keiner musste arbeiten, alle hatten das gleiche Ziel, jeder konnte essen, so viel er wollte, und nachher ist allen gleich schlecht. Eine intakte Gesellschaft braucht solche Erfahrungen, dafür kann man auch den Stau kleiner Autos erdulden, und die nicht immer angemessenen Manieren des Nachwuchses, die auch ihre Funktion haben: Irgendwo muss man sich ja auch seine Abschreckung holen, um reich, kinderlos und glücklich zu bleiben. Es ist Frühling. Bei manchen muss man an Erich Mühsam denken, der schrieb: „Die Gebeine harren der Bestattung/ währenddem die Früchte der Begattung/ fröhlich ins Bereich des Lebens ziehen.“ Es gibt wohl nicht ganz zufällig Kondome mit Erdbeergeschmack*.

Bild zu: Soziale Sicherung auf dem feiertäglichen Erdbeerfeld

Danach ist alles wieder anders. Die einen fahren heim und kippen vielleicht kiloweise Zucker und Joguhrt darüber, andere machen Marmelade, und das, was meine Eltern für den Früchtekorb nicht brauchten, landet bei mir auf der Pfeilerkommode in den reizenden kleinen Terrinen, die ich in Mantua bei jenem Juwelier erstand. Die Illusion einer runden, gleichen Gesellschaft bekommt die altbekannten Risse, die einen schlingen die Feldfrüchte ohne Stil, während das Kind im Computer Ausserirdische mordet, die anderen geniessen sie über einem guten Buch, und nur irgendwo zwischen  Strassburg und Brüssel oder auch vielleicht ganz woanders, wer kann das schon sagen, überlegt vielleicht wieder eine Politikerin ganz ohne Erdbeeren, wie man die Wirtschaft durch Abschaffung jenes Feiertages in einer Art von Faulpelzen entlasten kann, die dem Staatenbund bei seinen Abgeordneten mit ihren Fehlzeiten eher verwehrt bleiben wird.

*zumindest wurde mir das so berichtet.

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60 Lesermeinungen

  1. (Verfasser nach Schreiben gen...
    (Verfasser nach Schreiben gen Erdbeerfeld verreist, da Schreiben hungrig machte)

  2. lieber don alphonso,

    es...
    lieber don alphonso,
    es klingt beinah nach pascalschen fascinatio nugacitatis :)
    wenn schon erdbeeren, dann bitte von jean-baptiste-simeon chardin oder adriaen coorte serviert. aber in dem s.g. Echtem Leben dürfen es auch ein paar tropfen aceto balsamico sein, dazu honig und pfeffer, tia…
    l.

  3. Ein Begriff von Mundraub
    Auch...

    Ein Begriff von Mundraub
    Auch ich habe so meine erdbeerlichen Erinnerungen, die natürlich statt in fetter Sahne, in biederbürgerlich-kleinbäuerliche Klassendifferenzierung gebettet sind. Der reichste, fetteste und unerträglichste Mensch in meiner Jugendzeit, war der Obsthändler in unserem Dorf. Der, der seine Früchte teuer in Frankfurt absetzte. Und nicht nur, dass er im Sommer uns unsere schwer erschufteten Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren so billig abkaufte, sodass wir Kleinkinder schon eine Ahnung von der Klassenausbeutung erhielten, sondern dass er auch das größte, verlockendste und daher schwer bewachte Erdbeerfeld auf der sonnigsten Anhöhe oberhalb unseres Dorfes hatte. Im Sommer biss uns das Rot der begehrte Früchte so sehr in die Augen, dass wir glaubten, selber blutig rote Augäpfel zu haben, aber noch mehr quälte uns der, von diesem Feld, her strömende Duft. Trotzdem gelang es uns Kindern, dieses Feld regelmäßig heimzusuchen, und es zusammen mit den noch frecheren Staren so zu plündern, bis uns fast die Bäuche platzten. Dies waren unsere ersten Klassenschlachten, die sich unsere, von Robin Hood und Ivanhoe solchermaßen heldisch aufgeheizten, kleinen Herzen, eben nicht ausdenken mussten, sondern tatsächlich real erfühlen durften. Einen Begriff von „Mundraub“ hatten wir schon, falls man uns erwischen wollte.
    Natürlich ist das lange vorbei, zumal der Schlaumeier irgendwann drauf kam, die Felder so reichlich zu spritzen, dass wir nach dem ersten großen Durchfall uns andere Beutezüge ausdenken sollten. Da waren dann noch die Walnüsse, von einem anderen Bauern, aber das ist eine andere Geschichte.

  4. Reich, kinderlos und...
    Reich, kinderlos und glücklich! Darf ich Sie beneiden?

  5. Laperla, mein harmloses...
    Laperla, mein harmloses Geplauder auch nur ansatzweise in die Nähe eines Buches der Weisheit zu rücken, wäre zu viel Last für die paar schlichten Gedanken. Und für Frankfurter Verhältnisse täte es auch ein Georg Flegel.
    Eines der entzückendsten Bilder der vorletzten Wintersaison bei Hampel war übrigens ein Stillleben, auf dem ein Affe eine Tasse mit Erdbeeren ausschüttet, weil er ertappt wurde. Leider so teuer wie 12 Tonnen Erdbeeren.

  6. Neidhammel, das bezog sich...
    Neidhammel, das bezog sich eher auf meine Begleiterinnen. Ich bin zwar kinderlos, aber relativ gesehen eher – nun, arm wäre nicht zutreffend, aber, sagen wir mal: nicht wirklich vermögend.

  7. don alphonso,

    da ich ja...
    don alphonso,
    da ich ja leider keine gebürtige frankfurterin bin, so werde ich mich davor strengstens hütten mich anzumaßen darüber zu urteilen, was für frankfurterische verhältnisse entsprechend ausreichend sein könnte :) sicher jedoch ist, daß die berühmten magischen chardinischen früchte viel köstlicher duften als die von akribischem flegel. ( & mehr noch: proust oder diderot würden mir in dieser sache mit begeisterung zustimmen.)
    hampel kann es sich wahrscheinlich nicht leisten billigware zu führen, aber da die verbotenen früchte ja bekanntlich die verlockendsten sind…
    in diesem sinne ihnen einen schönen abend :)

  8. Bei uns im Nordhessischen...
    Bei uns im Nordhessischen hat´s dann auch noch die Verkaufsstände in Erdbeerform, die die Früchte des örtlichen Großgrunderdbeerfeldbesitzers an´s vorbeifahrende Volk verkaufen. Das entspricht natürlich nicht so ganz dem egalitären Gemeinsampflücken, aber immerhin sorgt der Aufbau der Spanplatten Erdbeerhäuschen für eine Mahnung, das es Zeit wird auf´s Pflückfeld zu ziehen.
    Glücklicherweise habe ich noch ein Obst- und Gemüsegärtchen, in dem ich mich zur Zeit liebevoll um´s Abpflücken der 16 Erdbeerpflanzen kümmern kann. auch das reicht bereits für ein gewisses Völlegefühl, allerdings entgeht einem dabei natürlich das Gemeinschaftserlebnis mit allen trefflich beschriebenen Begleiterscheinungen

  9. was dem einen die erdbeere,...
    was dem einen die erdbeere, ist der anderen die kirsche…
    in meiner jugendzeit wurden die erdbeeren aus großmutters garten oft mit rhabarber zusammen gegessen – oder, weil es auf einen schlag kiloweise erdbeeren gab, einfach in mehreren lagen scheibchenweise geschnitten auf gebuttertes brot mit ein wenig zucker darüber. und es gab außerdem noch etwas anderes schönes, nämlich walderdbeeren. die waren allerdings erst im hochsommer reif, was allerdings praktisch war, denn dann hatten wir kinder ferien und wurden von den müttern aus der nachbarschaft als pflückhelfer mitgenommen. wir haben damals die walderdbeeren eimerchenweise geerntet. ich habe bei meinen besuchen in der heimat auch immer mal wieder darauf geachtet, aber nie wieder solche mengen an walderdbeeren gesehen. ich glaube beinahe, es gibt sie heute nicht mehr.
    was es auch gab: himbeeren, himbeeren und himbeeren. massen davon. im sommer waren die küchen bei den klassenkameradinnen immer „steamy“, weil höllenhaft eingekocht wurde. und obwohl einiges an dieser prozedur durchaus nicht sehr appetitlich war (zum beispiel wurden die würmer, die beim kochen im bottich nach oben kamen, kuzerhand mit einer großen siebkelle einfach abgeschöpft): himbeergelee zählt noch heute zu meinen süßen favoriten auf dunklem brot. was der mensch in seiner jugend isst, behält er auch sein restliches leben lang bei.
    vorsicht übrigens beim erdbeeressen gleich vom feld. die erbeerfelder werden nämlich mit gülle gedüngt, und ein freund von mir hat es dabei tatsächlich einmal geschafft, sich einen bandwurm anzulachen…

  10. Es sei Dir Dein Erdbeerfeld...
    Es sei Dir Dein Erdbeerfeld gegönnt. Ich hingegen könnte heulen, hat doch der Hagel letzte Woche (Region Bodensee – kam auch in den Nachrichten) unsere Erdbeerquelle No1 für dieses Jahr ausgetrocknet:
    http://www.erdbeeren-goldach.ch
    Natürlich tut mir auch der Bauer leid, aber in allererster Linie muss ich sehen, wo die Früchte dann herkommen. Am Samstag auf dem Rückweg von Konstanz im Thurgau dann einen Anbieter gefunden – allerdings kein Selberpflücken. Dafür umgerechnet 7 Euro für das Kilo. Aber lecker waren sie :)

  11. schön das erste foto. mir ist...
    schön das erste foto. mir ist kein gemälde aus dieser perspektive bekannt-
    dafür musste man sich bücken-
    und für „die selbstpflücke“ wie es hier heißt, muß man sich auch bücken-
    dafür nur 1,90 euro das kilo statt 4,90 für die schon gepflückten.
    das stroh reflektiert die wärme, und nach eins,zwei kilo ist es auch gut,
    mit dem gefühl für sich und seine nächsten etwas gesundes getan zu haben.
    .
    den rest besorgen die polnischen arbeiter und arbeiterinnen-
    und selbst bei physiologischer hochselbstdisziplin, ist es eine schwere arbeit.
    es ist ein schweres geschäft und extrem wetterabhängig.
    will sagen,für die romantik des mundraubs und der geduldeten klassenunterschiede-
    hat ein landwirtschaftlicher betrieb etwas bereitgestellt-
    und wem dann beim pflücken gefühle wachsen………………..
    dem seien sie gegönnt.

  12. Mmm- Erdbeeren aus Eigenernte...
    Mmm- Erdbeeren aus Eigenernte gibt´s auch in der Laubenpiepersiedlung. Kein gutes Distinktiosnmerkmal, das ist so, wie wenn man das „schöne Hinterland“ von Mallorca lobt.

  13. @Devin08: Sehr schön...
    @Devin08: Sehr schön geschrieben Ihre Erdbeerfelderinnerung. Mich bringt das zu dem Gedanken, dass wir als reichliche Kinderschar (zusammengewürfelt aus eben jenen bürgerlichen Kreisen, welche derzeit von Ackermann und Steinbrück so sehr in die Zange genommen werden) bei jeder Form von ‚Mundraub‘ schon genau von diesem Tatbestand wussten und uns mutmachend zuriefen, dass man uns dafür nicht bestrafen könne. Merkwürdig, wie wir Kinderseelchen das ganz ohne Internet und Brockhauszugang schon wussten…
    @Don Alphonso: Sie haben sosehr recht mit Ihrer Einschätzung, dass die jahrhundertealte Tradition von Feiertagen mit einem gedankenlosen Federstrich abzuschaffen schon eine gelinde Frechheit ist – welche auch zumeist nur den 1zu1-denkenden Köpfen entspringen kann: Weniger freie Tage gleich mehr Bruttosozialprodukt wäre so eine eindimensionale Logik. Dass das Leben aber mehrdimensional, also gemeinhin komplizierter und damit auch schöner ist, will jedoch in viele zumal ministerielle, zumal beschränkte Verwaltungshirne nicht hinein. Und so wurde schon beim Buß-und-Bettag übersehen, dass ausgerechnet jene Bundesländer mit den meisten Feiertagen wie Bayern und Baden-Württemberg die wirtschaftlich gesündesten Regionen dieser Republik sind. Einmal abgesehen davon, dass schon andere ‚Systeme‘ grandios scheiterten, die versuchten, den Menschen ihre Freiheit vulgo Freizeit zu nehmen (10-Tageswoche beispielsweise im Zuge der französischen Revolution). Und ob das amerikanische Managerhirn nach selbstkasteiten 20 Stunden Büro-Handy-Laptop-Mieting-Mehling-Akkord noch so einwandfrei arbeitet, wie von dem Managerhirnchen angenommen, steht ja schon länger in Zweifel…

  14. Der Schlusssatz gefällt mir...
    Der Schlusssatz gefällt mir ganz besondern. Ansonsten hätte ich im Erdbeerfeld nicht so viel über die Gesellschaft entdeckt.
    .
    Leider plagt mich nun aber auch das schlechte Gewissen. Vielleicht sollte ich rund um meine Obstbäume und Sträucher nun doch die ein oder andere Erdbeerpflanze anlegen?
    .
    Aber wo bliebe dann das kollektive Erlebnis der Gleichheit auf dem Erdbeerfeld. Wenn wir doch schon nicht vor der Steuer und den Abgaben alle gleich sind, so doch wenigstens vor dem Erdbeerfeld. Quasi ein Vorposten des Himmels, wenn man nicht gerade Atheist wäre. Bleibt mir also wohl nur das Erdbeerfeld …
    .
    Das mit dem pflanzen werde ich dann doch lassen.

  15. Devin08, im schönen Bayern...
    Devin08, im schönen Bayern kennt man ja noch die Allmende und die aufgelassenen Streuobstwiesen (wobei letztere gerade wieder von den Bauern entdeckt werden). Da konnte man sich mit Kirschen vollessen, ohne dass es jemand gestört hätte. Und den besten Zwetschgendatschi gibt es immer noch mit den Zwetschgen von jenen freien Bäumen bei Pappenheim. Es gibt da also zwischen Mundraub und Traditionsbewahrung auch noch eine Grauzone. Wobei ich natürlich auch dem Erdbeerbauern das Geld gönne, wenn ich die Verhaltensweisen der Milchmafia sehe.

  16. laperla, ich denke, dem...
    laperla, ich denke, dem Frankfurter behagt die Vorstellung, dass er Erdbeeren im Staedel snschauen kann im Wissen, dass sie tatsächlich von hier kommen, und keine Erdbeeren aus niederländischen Malergewächshäusern sind. In seinem Frühwerk malte Flegel auch Gartenszenen Frankfurter Natur – das mag den Eingeborenen, denen nichts näher als das Ihrige ist, besonders behagen.

  17. Michael, solche...
    Michael, solche Verkaufsstände sind ja fast so vintage wie zeitungskioske in Fliegenpilzform, die ansonsten ja auch ausgestorben sind (früher waren sie Gast auf jeder Märklin-Modelleisenbahn, ich kenne noch ein echtes Exemplar im Stadtdrogenpark von Regensburg). Beim ambulanten Verkauf habe ich das gute gefühl, den Grosshandel und seine Vermatschung zu umgehen; der eigene Grundbesitz ist dagegen die reinste Form der Freude, nur muss ich bedauern: Mein Dachgarten gibt das nicht her.

  18. Zu Ihrer netten...
    Zu Ihrer netten Eingangserinnerung an unsere Neoliberalen Salon-Heißsporne:
    Unsere heutige „Kultur“ wäre in der Tat nicht mehr in der Lage Feiertage einzuführen. Wir würden wahrscheinlich nicht einmal den Sonntag erfinden können.
    Man würde wahrscheinlich verlacht werden (Keine Ahnung von der Wirtschaft, internationalem Wettbewerb etc.) oder als faul denunziert werden.
    So schmarotzen die „Status quo Verherrlicher“ (M. Goldt) ahnungslos von alten Kulturen, die diesen Namen noch verdienten.
    Witzig: Das man mit mehr Feiertagen unweigerlich dem wirtschaftlichen Untergang entgegensieht kann man ja ganz einfach am innerdeutschen wirtschaftlichen Nord-Südgefälle ablesen … Bayern ist da ja bekanntermassen chancenlos gegen Länder mit weniger Feirtagen wie Bremen, Hamburg und Schleswig Holstein.

  19. Strawberry Fiels Forever!...
    Strawberry Fiels Forever!

  20. Die Egalität auf dem...
    Die Egalität auf dem Erdbeerfeld – das ist ja nahezu so wie die vorgebliche Gleichheit in der Kirche, wo dann doch bis vor ca einem halben Jahrhundert die besten Plätze in der ersten Reihe immer für den Besitzer der lokalen Domäne und seine Familie reserviert waren….

  21. Feiertage wurden bereits mit...
    Feiertage wurden bereits mit der Erfindung des Blackberrys abgeschafft.

  22. Ich weiss schon, warum meine...
    Ich weiss schon, warum meine Akkus immer leer und ausserdem zwei dicke Decken und drei Mauern zwischen Arbeitszimmer und Handyaufbewahrungszimmer sind.

  23. ...seit jeher ist sind doch...
    …seit jeher ist sind doch u.a. Luxusgüter eine Antriebsfeder für Handlung & Tat der Menschen.
    Ich stelle jetzt mal in den Raum, dass es gegenwärtig ein Luxus ist, auf ein solches Blackberrygerät zu verzichten. Also, handelt und tut für dieses wichtige Gut !
    Denn wie sagte schon ein bekannter Philosph:
    Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.

  24. <p>Ich denke, für viele ist...
    Ich denke, für viele ist das so eine Art Abhängigkeit. Also auch ein Luxus, wie Kokain. Wenn ich Arbeit habe, bimmelt mein Blackberry. wenn er nicht mehr klingelt, habe ich dann noch eine Arbeit? Ecistiere ich dann noch für mein Netzwerk? Die wollen es nicht anders.
    Man kann mich gerne raktionär nennen, aber ich finde es nett, mit Leuten zu reden, die nicht alle paar Minuten auf ihre Internetanbindung starren.

  25. itha, was dem einen seine...
    itha, was dem einen seine Walderdbeere, ist den anderen ihre Walderdbeeren-Preiselbeer-Himbeer-Mischung. Ich sage nur: St. Andrä oberhalb von Brixen. Dort sollte es noch immer diese Unmengen geben. Und komischerweise fand ich auch Urlaub in Südtirol nie spiessig oder langweilig. Da konnte man immer etwas essbares finden.

  26. ...geht mir genauso. Aus...
    …geht mir genauso. Aus eigener Erfahrung sind die ersten Wochen mit freiwillig vermindertem Netzwerk ein wenig bitter, dafür wird man von den darauffolgenden Monaten und Jahren wirklich entlohnt.
    Solch grundsolide Gedanken sollte man aber auf Festivitäten im Raum Frankfurt und München, also auf grösseren Ansammlungen mit Profibenchmarkern & anderen selbsternannten Alphapersönchen tunlichst unterlassen, denn der subversive Charakter dieser Gedanken beeinträchtigt die Feierlaune erheblich.

  27. Ja, das bekomme ich auch...
    Ja, das bekomme ich auch gerade wieder mit: Über das neueste Gadget nicht in höchsten Tänen zu reden, ist immer gleich Gottesbeleidigung, mindestens:
    http://blogbar.de/archiv/2009/06/02/endlich-wurde-ich-getwittert/
    .
    Für manche existiert man nicht, wenn man kein Profil hat und nicht alles sofort raustwittert. Dafür ist es andersrum auch nicht anders. Manche sind eben eher etwas, sagen wir mal, strukturkonservativ. Abgesehen davon habe ich den Eindruck, dass die digitale Trennung von den „Zurückbleibenden“ gar nicht als Problem entfunden wird. Man stelle sich einen Museumsbesuch getwittert vor. Dann versteht man, warum manches nicht zusammengehen wird. Diese Werkzeuge sind für eine Jopplahopp-Gesellschaft moit Wischiwaschi-Assets. Muss es auch geben. Wäre ja schlimm, wenn die mir alle in meinem Leben im Weg stünden.

  28. Manuel, 7 Euro das Kilo? Wo...
    Manuel, 7 Euro das Kilo? Wo haben die die Trüffel drin versteckt?
    Im Ernst, 7 Euro finde ich schon etwas happig. Das ist genau das Problem, der Versuch, alles Einfache und Schlichte über den Preis hochzubringen, das gut ist, wie es ist. Gut und billig.

  29. um Gottes Willen...echte...
    um Gottes Willen…echte Parallelwelten! Aber gegenwärtig kann man sich ja zum Glück die eigene mediale Beteiligung noch frei aussuchen, ohne wirklich schadhaft zurückzubleiben ( oder zumindest ohne es zu merken ).

  30. Wie man es nimmt - in gewissen...
    Wie man es nimmt – in gewissen Kreisen lernt man Freunde schon nicht mehr über Blogleser, sondern nur noch als Follower kennen.
    .
    Ab einem gewissen Zeitpunkt wird aus Alter Gnade. Und trotzdem habe ich jetzt nicht das Gefühl, ich würde vereinsamen.

  31. kleinerberg, vor allem hilft...
    kleinerberg, vor allem hilft es, den Sammeltrieb zu praktizieren und in Bewegung zu bleiben. Essen ist nichts ohne Arbeit, das lehrt das Erdbeerfeld. Bücken ist ohnehin gesund, solange es keine Bücklinge werden.
    .
    auxtroisglobes, natürlich sind Erdbeeren kein Distinktionsmerkmal. Sie sind zusammenführend, wenn man ansonsten schon dauernd getrennt ist in allen Lebenserfahrungen mit Ausnahme des unmittelbaren Todes.

  32. Die Freiheit gibt es oben oder...
    Die Freiheit gibt es oben oder unten – wir haben das „smartphone“ meines Kundendienstlers immer die elektronische Leine genannt. Und, ärmliche Version der ehem. Klostermauern, die kniffligsten, langwierigsten Pannen gibt es immer bei Anlagen im 4. Untergeschoss – Du hast angerufen? Tut mir leid Chef, hatte gerade keinen Empfang.
    .
    Übrigens, mochten die Jungs (oder Männer) auch die Vorstellung eines lokalisierbaren Telephons gar nicht. Die gewisse Freiheit nicht immer überall aufspürbar zu sein gehört zu dem Berufsbild – sonst könnte man ja gleich in der Fabrik/ im Büro…

  33. Fritz Lang sagte mal kurz vor...
    Fritz Lang sagte mal kurz vor seinem Tode: Das Schlimmste, was ihm nach seiner Migration in die USA passiert sei, war die Tatsache nur noch „friends“ und keine Freunde mehr zu haben. Ich denke, mit diesen 24h-Netzwerk-Typen ist das so etwas Ähnliches.
    Ich schaue nicht ganz ohne Glück auf das, was ich Freunde nenne , habe die echt vor mir sitzen oder kann ihnen auf die Schulter klopfen. Vielleicht bin ich da ein wenig altbacken aber da kann ich auch nicht anders.

  34. Ich verweigere mich nach wie...
    Ich verweigere mich nach wie vor so einem Blackberry-Dingens. Wurde mir wiederholt so als „Anerkennung“ angeboten, habe immer darauf geantwortet „Nehme auch Cash“, was zur Folge ein weder noch hatte.
    Mit einem kleinen mobilen Telefon, zum Telefonieren und nix sonst, ein Telefon halt, konnte man wenigstens noch sagen, wenn man oben auf dem Berg oder unten am Strand saß: „Komm gerade nicht an die Mails ran“.
    Und es ist mir schon vor gut zehn Jahren passiert, als ich gerade im Fußballstadion mich befand, jemand mit mir am Telefon etwas durchsprechen wollte. Im Fußball-Modus mich befindend habe ich ihm im Fußball-Jargon gesagt, dass es mir gerade in diesem Moment nicht recht wäre, was dann viele Entschuldigungen nach sich ziehen musste.
    Wer meinen diese Leute eigentlich, wer sie sind?

  35. Don Alphonso, hier noch zur...
    Don Alphonso, hier noch zur Ergänzung das original vintage Erdbeerverkaufshäuschen aus dem Nordhessischen:
    http://www.obst-spargel.de/index.htm
    Apropos Südtirol, Urlaub und Essen, das erinnert mich an einen herrlichen Kindheitsurlaub im beschaulichen Eisack-Tal, da hatte es Kindskopfgroße Tomaten voller Geschmack und wenig Wasser, Kirschen, die nördlich des Mains, also hier, locker als rote übergroße Pflaumen durchgingen, sowie mein präadoleszentes Erweckungserlebnis der Fleischeslust in Gestalt des Südtiroler Specks, dargereicht von einem Original Bergbauern, der noch aus Luis Trenker Filmen in den späten siebziger Jahren weiterlebte.
    Für solche Kindheitsprägungen der Geschmackssinne werde ich wohl immer dankbar sein.

  36. Steht ja auch in der...
    Steht ja auch in der Beschreibung des Blogs: Die stete Aufforderung der Daheimgebliebenen, dass man, wenn man zufällig unter den Lauben von Meran sein sollte – aber wirklich nur, wenn es keine Umstände macht – Coppa, Speck und Salami mitbringen soll. Sterzing, Brixen und Naturns tun es natürlich auch.
    .
    Das ist der Geschmack der Zeit, als es noch einfach war, den besseren Kreisen anzugehören, ohne Scheidungen und so Zeug.

  37. GRS2, es gibt für die...
    GRS2, es gibt für die Lokalisierung ja auch ein Startup – aus dem wohl wenig wurde. Plazes hiess das. ich weiss gar nicht, ob es die noch gibt. Ich würde ja eher zahlen, damit keiner weiss, wo ich bin. Ab und zu verlege ich sogar Aufenthalte am See oder daheim, so dass es in den Blogs keiner wissen kann, wo ich wann war.

  38. miner, Amerika ist ein ganz...
    miner, Amerika ist ein ganz eigenes Problem. „Darling, you know I love you, but…“ an diese Form der emphatischen Ablehnung muss man sich erst mal gewöhnen. An die Herzlichkeit, die nichts bedeutet. An die scheinbare Aufgeschlossenheit, und den Mangel an Distanz. Das war für mich, als ich für die Amerikaner gearbeitet habe, alles andere als leicht. Um so bedauerlicher, dass es sich heute auch hierzulande ausbreitet, ohne Not und echtem Bedarf. Mitsamt Powerpoint und dem Netzwerk anstelle der Familie. Mei. Solange ich lebe, wird es noch anders gehen, und was danach kommt, ist mir egal.

  39. schusch, vielerorts gilt das...
    schusch, vielerorts gilt das totale commitment an die Company immer noch als Grundlage. In Berlin residiert ein koreanischer Konzern, dessen Chefs die Mitarbeiter zu den grossen Empfängen einlädt. Damit sie dort als Personal auftreten. Das ist der feuchte Traum europäischer Human Ressources Manager. Und so verhält man sich eben auch. Tags und Nachts. (Ich blogge ja auch noch (Ironie))

  40. Lehreiche Kindheit
    @Don...

    Lehreiche Kindheit
    @Don Alphonso: Sie haben recht, aber abgesehen davon, dass uns Kindern das damals wenig bewusst war, waren die Erdbeerfelder leider alle im Privatbesitz. Und wie gesagt, wir „raubten“ da keine Bauern aus, sondern einen fetten Händler, der außer von diesem Erdbeerfeld keine eigene Früchte zum Markt trug, sondern, wie schon beschrieben, die von uns Kindern (und natürlich auch von den Erwachsenen) extrem billig erworbenen. Nicht dass ich das heute wiederholen, oder meiner Tochter nach empfehlen würde – das waren auch andere Zeiten damals -, aber bereuen tue ich es nicht. Ich hatte nun mal nicht nur eine außerordentliche, sondern auch eine lehrreiche Kindheit. Ich denke, dass diese Art „Mundraub“ eine gewisse Tradition hatte, in unserem Spessartdorf. 50 Jahre früher hatten die Leute dort noch gehungert, selbst wenn sie Butter machten, denn diese mussten sie verkaufen, um zu überleben. Leute, die daraus all zu deutlichen Profit machten, waren nicht gut angesehen. Die Bauern hatten auch so eine Art „Klasseninstinkt“. Heute ist davon nicht mehr viel zu spüren, mal abgesehen davon, dass viele durch Bodenspekulation dann doch noch reich geworden sind. So ändern sich die Zeiten.

  41. Totales commitment gibt es...
    Totales commitment gibt es auch von mir. Ehrliche Arbeit für ehrliches Geld. Montags bis Freitags. Und wenn ich dann irgendwann spät Freitags abends aus dem Büro krieche, habe ich mein Wochenpensum erledigt. Dann muss ich nicht noch am Wochenende oder Feiertags von Leuten belästigt werden, die in 3-Stunden-Meetings, Zeit in der man arbeiten könnte, keinen klaren Gedanken hinbekommen, das aber noch mal am Wochenende reflektieren möchten.
    Don, ich bin leider nicht in der Lage, mit meiner Passion mir noch ein kleines Zubrot zu verdienen, Du hast vorher auch ohne FAZ-Honorar gebloggt, ich bin einfach nur ein Schaffer, der seine Haut zu Markte trägt. Ich bin kein Leibeigener, Sklave oder Klient im alt-römischen Sinne. Da gibt es halt die vereinbarte Leistung zum vereinbarten Preis.
    Für ein Millionengehalt wäre ich vorübergehend auch an Wochenenden erreichbar. Solange, bis ich mein Weingut in der Toskana habe. Dort arbeite ich dann sogar freiwillig an Wochenenden.
    Und solange das sich nicht ausgeht, heißt es bei mir irgendwann im Laufe des Tages: „Feierabend“.
    Ich weiß einen Pfingstmontag sehr zu schätzen. Es war ein sehr schöner, entspannter Pfingstmontag in Amorbach, Michelstadt und den Kurven im Odenwald.
    Und heute morgen waren alle Server noch oben. Einfach so.

  42. Ich liebe Erdbeeren (pur!) und...
    Ich liebe Erdbeeren (pur!) und Blaubeeren und … Gott sei Dank konnte ich mich bis dato gegen Blackberry erfolgreich wehren! Fürchterlich der Gedanke überall und immer erreichbar zu sein! Deshalb hab ich auch ein rein privates Telefon.
    Das Firmen-Handy wird um 17.00 Uhr am Freritag einfach abgeschaltet!!

  43. ich bin ja für diese...
    ich bin ja für diese anlaufpunkte wie die erdbeerfelder….alles was im jahresrhythmus wiederkehrt, nicht ständig zur verfügung steht….verankert
    einen doch viel besser mit der erde und einem gefühl für zeit.
    .
    es ist so,dass wohl in spielcasinos z.b. das tageslicht ausgesperrt wird-
    damit der spieler jedes gefühl für zeit verliert…………
    und mir geben ewige ladenöffnungszeiten nicht das gefühl,dass ich dadurch meinen alltag besser organisieren könnte-
    sammeln und jagen….weiß gar nicht im moment,ob sich die menschheit im wesentlichen
    weiterentwickelt hat.

  44. don alphonso, südtirol ist...
    don alphonso, südtirol ist wunderbar, auch aus anderen gründen. seit ich vierzehn war, mein wohnorttraum no. 1. wohnen in südtirol werde ich aber ganz sicher in diesem leben nicht mehr schaffen. glaube ich. dafür bleibt es halt als traum bestehen, und das ist ja durchaus auch etwas! (manchmal sogar viel mehr als die realisation, ganz so wie in der liebe.) mein blackberry kann ich momentan leider nicht abschalten. sagen wir es so: es wird sich zeigen, wie lange _diese_lebensphase andauert. die dinge dauern ja unter anderem jeweils immer nur so lange, wie man es selber will. im moment ist das ok, und jammern gehört ja nunmal zum geschäft. (das ergebnis zählt. weil ich leider so erzogen bin, meine ich damit nicht meinen persönlichen kontostand. ich meine, darüber hast du hier noch gar nichts gebloggt: die ausnutzungsgebühr der höheren bildungsschicht, die oftmals gar nicht zu buche schlägt. wenn man das hochrechnet! und es gibt überhaupt keine gewerkschaft dafür!)

  45. In Michelstadt gibt es...
    In Michelstadt gibt es übrigens einen recht guten Konditor: Siefert. Gleich hinter dem Rathaus. Wär was für den Don, falls er mal in der Gegend ist.

  46. In Michelstadt war ich noch...
    In Michelstadt war ich noch nie. Klingt aber wie der Etappenort einer Sternfahrt aus den 50er Jahren.

  47. Wie gesagt, der Konditor....
    Wie gesagt, der Konditor. Autofahren lässt es sich da auch sehr gut, man muss halt nur ab und zu auf die Toni-Mang-Jugend im Rückspiegel achten, die gelegentlich bienenschwarmartig im Rückspiegel auftaucht. Die lässt man dann nonchalant am Kurvenausgang vorbei ziehen und dann passt es wieder.

  48. Ach, mit meinem neualten...
    Ach, mit meinem neualten Gefährt ist mir das sowas von egal – wo immer sie eher ankommen, sitzen sie doch nur in geschmacklosem Blechplastik.

  49. itha, das Problem an Italien -...
    itha, das Problem an Italien – dazu wollte ich auch schon mal was schreiben – sind einfach die elend hohen Hauspreise und dazu das italienische Recht. Ich war ja sehr nahe dran, mir eine Flucht am Gardasee zu kaufen, aber letztlich… Spdtirol soll etwas besser sein, aber es ist schwankender Grund. Trotzdem, gerade im Alter will man nicht 5 Monate dem deutschen Winter opfern.
    .
    Bildung ist auch so ein Thema. Seit langem habe ich einen Beitrag zum Thema Bildungskanon im Kopf, aber man kommt ja zu nichts.

  50. FS, das mit der zeitgrenze ist...
    FS, das mit der zeitgrenze ist eine gute und richtige Sache. Man gebe dem Büro nicht mehr als nötig.
    kleinerberg, was ich am Tegernsee so mag, ist das Abschliessen der Geschäfte zwischen 12 und 14 Uhr. Wer einen Nagel braucht: Warten und ruhen. Wer ein Segelboot mieten möchte: Erst mal essen im Strandcafe. Für manche ist es die Hölle, wenn sie nach 22 Uhr keine Einkaufsmöglichkeit haben, aber es geht aiuch anders, und ich wüsste nicht, dass jemand am Tegernsee wegen der Mittagspause verkommen wäre.

  51. Bedenkt dass das Abendland aus...
    Bedenkt dass das Abendland aus dem Flanieren und Parlieren entstanden ist… Natürlich kommt auch das Schaffen dazu, aber ohne Musse, Flanieren und Parlieren ist das nur Hamsterrei. Und auch nicht produktif. Und auch das gemeine Volk verbrint nicht alle freie Zeit vor der Flimmerkiste – und wenn schon. Der Stützen Ahnen waren doch auch mal gemeines Volk bis sie sich hochgearbeitet haben.

  52. Don, kann ich gut...
    Don, kann ich gut nachvollziehen. Es immer wieder ist eine beruhigende Pille zu wissen: Ich bin fähig mein Leben noch mit einer wohltuenden Ruhe zu leben und zu geniessen…Habe es mir ja auch so eingerichtet. Aber ich glaube kaum, dass dazu die nachfolgenden Generationen noch in der Lage sein werden. Und der Blick auf meinen Sohn schränkt in meinem Falle das Egalgefühl ein wenig ein.
    Zum Thema Geschwindigkeit & moderne Kommunikation schreibt Sloterdijk, dass es 2-3 Generationen braucht, um die gegenwärtige ( auch mediale ) Beschleunigung überhaupt zu erfassen. Die Power-Geschwindigkeits-Typen bedienen Geräte, deren Umfang sie nicht verstehen. Man nimmt sich halt nicht mehr die Zeit etwas richtig zu betreiben / zu erlernen, sondern fegt nur noch mit bedrohlichem Halbwissen zur nächsten Errungenschaft.
    Interessanter Artikel: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,611768,00.html
    (tut mir echt leid, dass der Artikel ausgerechnet im MM erschienen ist)

  53. Die Immobilienpreise in...
    Die Immobilienpreise in Italien, insbesondere in den bei Deutschen und Engländern beliebten gegenden sind wirklich horrend.
    Spätestens bis 1975 sollte man sein Anwesen erworben haben; da hatten viele Deutsche noch Angst vor Enteignung durch die Kommunisten, die in Italien immerhin 30% der Wählerstimmen hatten. Erst als sich Berlinguers Eurokommunismus durchsetzte schwand diese Angst.
    Werter Vetter, anscheinen hat Ihr werter Herr Vater falsch investiert. Statt eines BMW Csi hätte er 1970 zum gleichen Geld ein schönes Bauernhaus mit Olivenhain erwerben können!!!
    Pech !

  54. Mein Vater war damals doch...
    Mein Vater war damals doch sehr abgeschreckt von einem stadtbekannten Fall eines Rechtsanwaltes, der sich nahe venedig am Strand ein Haus kaufte und dann feststellen musste, dass da wohl noch eine alte Erbsache seit Dekaden unerledigt war. Er hat nie darin gewohnt. Das Enteignen besorgten und besorgen schon andere. Mein Dämpfer kam von einem Schulfreund, der sich einen Teil des Erbes auszahlen liess und am Gardasee kaufte – in einer Anlage, die von einigen Italienern entgegen der Regelung als Dauerwohnsitz genutzt wurde. Daraufhin wurde die ganze Anlage geschlossen. Es sind diese Geschichten, die einen kritisch werden lassen.

  55. Als Berufstätiger ist das mit...
    Als Berufstätiger ist das mit den Einkaufszeiten so eine Sache! Früher war um 18.00 Uhr alles dicht, da war Hektik oft auf der Tagesordnung! Mittlerweile haben bei uns allle größeren Supermärkte bis 20.00 Uhr geöffnet und das ist auch gut so! Aber ich gebe dem Don Recht, man muß nicht mitten in der Nacht einkaufen. Ich bin mit dieser 20.00 Uhr Reglelung ganz zufrieden.

  56. Nun, man muss sich eben...
    Nun, man muss sich eben anpassen. Komischerweise ist das aber in den Bergen alles kein Problem, man lässt es eben ruhig angehen. Es gab sogar eine Epoche, da machte man Mittagsschlaf, und alle Ämter hatten da zu! Muss man sich mal vorstellen. Ist gar nicht so lange her.

  57. miner, ich kann für mich nur...
    miner, ich kann für mich nur sagen: Ich suche gerade nach Möglichlkeiten, mich zu entschleunigen, je mehr ich im Internet erlebe. Ich mag diese Entwicklung nicht und glaube nicht, dass sie auf Dauer gesund ist. Aber zum Glück leben nur wenige wirklich so, die Mehrheit hat doch gar keine Lust dazu.

  58. Pierre Carlet de Marivaux...
    Pierre Carlet de Marivaux heißt der gute Mann übrigens, nicht zu verwechseln mit Pierre du Calvet.

  59. Ich habe das so aus dem...
    Ich habe das so aus dem Insel-Bändchen abgeschrieben, werde mich abr natürlich noch einmal vergewissern, so ich dessen habhaft werde – leider steht es in der anderen Bibliothek, 120 Kilometer von hier.

  60. Leider ist die Erdbeerenzeit...
    Leider ist die Erdbeerenzeit schon vorbei, aber ich habe mir einen Schatz von Erdbeeren angelegt; In form von Marmelade, in der Kühltruhe und im Einweckglas, diesen Schatz muss ich hütten bis nächstet Jahr, dann sitze ich wieder im Erdbeerfeld und das ganze geht von vorne an. Aber an meinen Schatz lasse ich vorerst keinen ran!

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