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Die Ikonographie der Glotzenlosigkeit

10.06.2009, 10:53 Uhr  ·  Manche sagen ja, man müsse etwas kennen, um es zu beurteilen. Nun, ohne geköpft worden zu sein, bin ich mir sicher, dass es mir nicht gefallen würde; ohne je tatsächlich den Montblanc bestiegen zu haben, weiss ich, dass mir die Aussicht behagen würde. Und ohne eine Glotze zu besitzen und mehr als ein paar Rudimente des darin verbreiteten Mülls zu kennen, kann ich auch ausführen, warum man sich in meinen Kreisen beharrlich weigert, sich mit einem derartigen Gerät abbilden zu lassen.

Von

Poliziano: Niemand darf von Erfolg reden, wo nur der Pöbel gewonnen wird, indem man seinen armseligen Trieben schmeichelt.
Thomas Mann, Fiorenza

1991 erschien “Paris Country. A Style and Source Book of the Ile-de-France”; ein opulenter Band über die Inneneinrichtung, die man zu jener Zeit in der Region um Paris pflegte – und die bis heute in besseren Kreisen stilbildend ist. Das Buch erschien gerade im richtigen Moment. Nachdem ich als guter Sohn meine Wohnung in München zum Wochenende oft verliess, um daheim den Verpflichtungen nachzukommen, wünschte ich mir auch dort eine eigene Wohung. Zu jener Zeit wurde ein Teil der Dächer des alten Stadthauses neu gedeckt, und bei der Gelegenheit eine schon länger leer stehende Wohnung unter dem Dach umgebaut.

Nun hatten meine Eltern nie ein richtiges Verständnis für jene Immobilie mit ihren 54 + x Räumen (fragen Sie mich nicht, erst vor zwei Jahren fand ich noch einen Raum, von dessen Existenz ich nichts ahnte), und so fragten sie sich mäkelnd, ob dieses Dachkammerl wirklich vermietbar wäre, oder ob man es nicht einfach leer stehen lassen sollte, weil der Aufwand angesichts der schrägen Wände, des verlotterten Zustandes und all der aus der Dachkonstruktion hineinragenden Balken des Jahres 1600 unangemessen wäre. Kaum hatten sie diesen Zweifel auch nur laut angedacht, hatte ich die ersten Möbel hineingestellt und meine kurze Karriere als Hausbesetzer erfolgreich gekrönt.

Bild zu: Die Ikonographie der Glotzenlosigkeit

Das Buch sollte meine Leitschnur werden, in jenen Semesterferien des Jahres 1993. Tagelang befreite ich Balken von Farbe und Mörtel und verputzte Löcher in den Wänden; ich fand die Überbleibsel des tolldreisten Lebens, das hier oben einst Schauspieler führten, und mit Buch und stilsicherer Grosstante bewaffnet, ging ich Antikmärkte, Wohnungsauflöser und Sperrmüll plündern. Das waren noch die goldenen Zeiten, als man Biedermeiersessel für 20 Mark finden konnte, und was letztlich noch fehlte, der Küchentisch etwa, eine Kommode oder ein zierlicher Biedermeierstuhl, schenkte mir meine Grosstante aus ihrem über Dekaden zusammengetragenen Fundus. Am Ende waren wir uns einig: Hier oben sah es so aus, wie in diesem Buch.

Alles war da, Kronleuchter und Vorhänge vor dem Bett, Dielen und Bücherwände mit ein paar tausend Bänden, die sich über Schlafstatt und Schreibtisch erhoben, Stuck und ein alter Ofen, venezianische Spiegel und Goldrandgeschirr, eine kleine Auswahl an hier im Haus gefundenen Langwaffen vergangener Epochen, was man eben so braucht und was sich über die Zeit ansammelt – und kein Fernseher. Wie in “Paris Country”. Keine Glotze, nirgends.

Bild zu: Die Ikonographie der Glotzenlosigkeit

Ich habe keinen Fernseher. Ich habe mit dieser Kiste Ende der Pubertät abgeschlossen, und ohnehin waren Bücher schon immer mein eigentliches Begehr. Als ich zum Studium meine Heimat verliess, nahm ich die Bücher mit, kaufte aber keine Glotze. Ich habe also nichts mitbekommen vom Aufstieg der Privaten und vom Niedergang der Öffentlich-Rechtlichen, es ist mir vollkommen egal, es existiert nicht. Nichts gegen Radio, da gab es früher gute Formate, und natürlich las ich auch Zeitschriften, warum auch nicht. Fernsehen war in meiner Familie stets reichlich verpönt, einen Videorekorder hat niemand je besessen. Das war in besseren Häusern nicht unüblich. In “Paris Country” jedoch war die Glotze ausgerottet. 300 opulente Seiten ohne diesen Dreck. Ab und zu Staub, oft auch Risse in den Mauern und sehr viel Patina. Aber nichts, kein Kämmerchen, keine Wand, kein Tischchen, wo sich diese scheusslichen Kästen mit ihren noch scheusslicheren Inhalten, prolligen Machern und anbiedernden Protagonisten, “Blut und Dreck in Wahlverwandtschaft”, um Bert Brecht zu bemühen, gefunden hätten.

Wenn Sie bessere Einrichtungszeitschriften lesen – also nicht das Fachblatt für den Neugeschmacksstalinismus der Berliner Kleptokratie mit dem Namen “AD” oder “Elle Decoration”, die neumittelreichen PR-Frauen zeigt, wie man sich zum Gespött macht – wenn Sie sich also die World of Interiors halten, oder für den mediterranen Raum die französische Zeitschrift Byzance, dann kennen Sie das: Auch hier zeigt niemand einen Raum, in dem eine Glotze wäre. Um die Welt dieser Zeitschriften, die sich klar an eine gesellschaftliche Elite wenden, gibt es offensichtlich einen Cordon Sanitaire, in dem dieses Medium, “das nur für diejenigen relevant ist, die nicht relevant sind”, um es mal mit einem guten Freund zu sagen, ausgegrenzt wird.

Bild zu: Die Ikonographie der Glotzenlosigkeit

Ich weiss natürlich nicht, ob es nicht doch in all den Palästen, Bürgerhäusern und Bauernhöfen einen Raum gibt, an dem das Zeug rumsteht. Ich sehe durchaus Bilder, auf denen sich Klapprechner finden; das scheint akzeptabel und vorzeigbar zu sein, damit macht man sich also nicht zum Idioten oder mit dem Pöbel gemein. Ein Rechner ist vielleicht nicht ganz so respektiert wie die Zeitung und bei weitem nicht so präsentabel wie die Bibliothek, aber seine Anwesenheit ist geduldet. Man braucht das heutzutage, man arbeitet und ist durchaus zwischen barocken Stühlen und Designklassikern auch von dieser Welt. Es gibt im Übrigen neben diversen Instrumenten auch hochwertige Tonmöbel zu sehen; natürlich sind die Zeiten vorbei, da man sich zum Essen ein Orchester in den Saal holte. Allein die Glotze ist der Paria, der stinkende Fortsatz einer Populärkultur, mit der man – zumindest sichtbar – nichts zu tun haben will.

Es gibt also eine Übereinkunft, dieses Thema auszuschliessen. Ich kenne offen gesagt auch niemanden, der in einer Konversation die Welt der Geschmacklosigkeit zum zentralen Thema machen würde. Bei uns sagt niemand “Hast Du gesehen wie im Programm XY der AB…” All der Müll aus Politik und Promitum, der leider tags darauf als “Fernsehkritik” mit nacherzählten Wortbrocken seinen Weg ins Netz findet, all diese dummen Sager von Menschen ohne Manieren – man würde sich seltsam fühlen, anderen dieses Zeug als Thema aufzudrängen. Es gibt genug andere Themen. Man möchte sich das Leben nicht vorgeben lassen. Man kann über das Wetter reden, oder über feine Delikatessen aus Schwaz. Ich glaube, diese Dominanz dieser scheusslichen Kiste ist eine reine Erfindung aus der Echokammer der Medien.

Bild zu: Die Ikonographie der Glotzenlosigkeit

Sie wird aber zum realen Problem, wenn sich dieser Dreck anschickt, zum akzeptierten Bestandteil der Gesellschaft zu werden. Wenn der Müll es tatsächlich schafft, relevant zu sein. Ich empfinde das angesichts der Breitenwirkung kaum weniger erfreulich als einen Aufmarsch von politischen Extremisten, denen es auch darum geht, ihre kaputte und kranke Sicht der Welt anderen aufzudrängen. Meine Welt ist dadurch natürlich nicht in Gefahr, aber es wäre wirklich nett, wenn man den Rest nicht den Sidos, Bachs, Kesslers und wie sie alle heissen, überlassen würde. Bislang erscheint es ja immer noch so, als sei das Produzieren, Mitmachen und Betrachten solcher Dinge gesellschaftlich tolerabel. Man sollte sie ruhig öfters wissen lassen, dass hier kein Starruhm, sondern Gosse gemacht wird. Man sollte sie ausgrenzen, wie die Pest in “Paris Country” wegdiskriminiert wurde. Das trifft sie vielleicht in ihrer Eitelkeit. Da, wo es solchen Leuten vermutlich noch weh tut.

 
 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (172)
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Lieber Don, in der Zeile...

Lieber Don, in der Zeile "Hier oben war es so aus, wie in diesem Buch." meinten Sie doch sicher "sah", nicht "war", nicht wahr? Es grüßt, Cg

0 donalphonso 10.06.2009, 11:10 Uhr

Sie haben recht; da ist...

Sie haben recht; da ist wirklich ein Makel jenseits der Patina im Text (gewesen). Danke für den Hinweis

0 Don Carlos 10.06.2009, 11:15 Uhr

Hallo, ich möchte mals gerne...

Hallo, ich möchte mals gerne wissen, wie das Elitengelaber beim Papiertiger FAZ mit der "Pro-Blogs gegen Journalismus und PR-Beeinflussungs-Masche" zusammenpasst, wie man sie aus der blogbar kennt. Hier Elite da Masse? Vieles liest sich nett, und ist ausgefallen, genau wie "Don Alphonso", sozusagen die Medienfigur des Web 2.0. Was fehlt: Wahrheit und Glaubwürdigkeit.

0 donalphonso 10.06.2009, 11:24 Uhr

In der Wissenschaft lernt man,...

In der Wissenschaft lernt man, dass die exakte Fragestellung der Kern des Denkens sein sollte. Darf ich also nachfragen, was genau Sie wissen wollen? Oder ging es nur darum, mir mit ein paar Wortbrocken am Ende Wahrheit und Glaubwürdigkeit abzusprechen? . Meine Überlegungen zum Beginn dieses Blogs bei der FAZ habe ich bei der Blogbar niedergeschrieben: http://blogbar.de/archiv/2009/01/24/pro/

0 Don Ferrando 10.06.2009, 11:31 Uhr

Diese Fernsehlosigkeit ist...

Diese Fernsehlosigkeit ist doch sehr snobbistisch, wo bei Snobbismus ja nicht unbedingt etwas negatives ist.

0 BertholdIV 10.06.2009, 11:31 Uhr

Don Carlos: Ich vergleiche das...

Don Carlos: Ich vergleiche das immer mit den Vorlesungen im Studium kath. Theologie. Die Spitzen z.B. gegen die Einrichtung des Zölibats für den niederen Klerus im MA, Kommunion unter zwei Gestalten bei Jan Hus, Exegesen, was den mit den Brüdern Jesu gemeint sei, waren excellent, oder die Tatsache, dass Bened. XVI zwei mal Origines in seinen Mittwochs-Audienzen ausführlich als Vorbild lobt. Aber das geht halt nur, wenn Sie das System nicht in Frage stellen. Betrachten Sie es als intellektuelle Spielwiese der FAZ Redakteure neben den Huldigungen an Guido Westerwelle und Frau Merkel im Rest des blatts. So und nun müssen Sie vergessen, was ich gesagt habe....

0 donalphonso 10.06.2009, 11:38 Uhr

Vielleicht in der Sache ein...

Vielleicht in der Sache ein Hinweis noch: Es gibt hier keine Vorgaben, ich schreibe frei und ohne das, was ich schreube, vorher abzuklären. Sprich, es gibt weder eine Redaktionskonferenz noch eine Absegnung, es ist also ein echtes Blog und keine Kolumne. Das ist nicht unmutig von der FAZ, aber ich denke, dass es nicht ganz schlecht läuft und durchaus dazu beschaffen ist, das eine System in das andere zu übertragen, ohne es dabei zu ruinieren. Deshalb darf es ja auch eine steife Oberlippe haben und Ts sagen.

Was hat nun Harry Graf Kessler...

Was hat nun Harry Graf Kessler mit Sido zu tun?

0 donalphonso 10.06.2009, 11:48 Uhr

Ich habe bei einem...

Ich habe bei einem befreundeten Blog in Erfahrung gebracht, dass eine gewisse Frau Kessler (ohne Graf) da irgendwie Expertin in so einem Gossenformat sein soll: http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2142 Eine kleine Recherche ergab, dass es nicht ihr erster Kontakt mit dieser Zone war.

0 BertholdIV 10.06.2009, 11:53 Uhr

Der berühmte große Magen der...

Der berühmte große Magen der FAZ... Don Alphonso: Ihr Blog ist hervorragend und Danke Ihnen und der FAZ

Don Alphonso, ich weiß nicht,...

Don Alphonso, ich weiß nicht, ich weiß nicht….Manche sagen ja Fernsehen macht die Dummen Dümmer und die Schlauen schlauer, aber letztlich ist es doch ein Medium von gestern eigentlich schon total irrelevant. Gibt es wirklich einen so großen Unterschied, zwischen, sich mit unnützen Blogs die Zeit totzuschlagen oder mit einer Nachmittagstalkshow? Gibt es einen Unterschied zwischen „Hast Du gesehen wie im Programm XY der AB..." oder „Hast Du Don Alfonsos neuesten Beitrag gelesen, einen Unterschied zwischen Don Alphonso und Bärbel Schäfer? Letztendlich ist auch Lesen keine kreative Tätigkeit sondern nur Konsum und Zeitvertreib. Klar das Thema ist vorgegeben, aber Sie sollten doch nicht alles so schichtspezifisch sehen. Mein Vater, einfacher Handwerker hat in seinem Leben so gut wie nie ferngesehen, vielleicht mal zur Bundestagswahl oder zu einem WM Endspiel reingeschaut, ich kam 15 Jahre ohne Fernseher aus, habe jetzt wegen der Kinder einen. Ist eine Kindheit ohne „Die Sendung mit der Maus“ oder meinetwegen „Spongebob“ wirklich eine glücklichere? Ich weiß nicht!

"Nichts gegen Radio, da gab es...

"Nichts gegen Radio, da gab es früher gute Formate." Puh! Bilderrahmen haben Formate, man selbst hat eines (oder nicht). Aber im Radio gibt es keine. Früher nicht, heute nicht. Wer von "Formaten" spricht, schaut eher täglich RTL & Co als (angeblich) garnicht.

0 donalphonso 10.06.2009, 11:57 Uhr

Nun... "Die Kirche hat einen...

Nun... "Die Kirche hat einen grossen Magen, kann Ungeweihtes gut vertragen"... glücklicherweise ist das hier alles geprägt von Unorthodoxie, habe ich den Eindruck. Es freut mich, wenn es gefällt.

0 Georgiana Darcy 10.06.2009, 11:59 Uhr

Ich frage mich schon die ganze...

Ich frage mich schon die ganze Zeit: wenn Sie jenes oft geschmähte Gerät nicht besitzen, worauf sehen Sie sich dann eigentlich Bunuel, Visconti, Allen, Rossellini uva mehr an? Haben Sie in dieser (wirklich sehr schön eingerichteten) Wohnung etwa - oh Neid! - auch noch ein eigenes Kinozimmer?

0 donalphonso 10.06.2009, 12:03 Uhr

Plebejer, ich glaube nicht,...

Plebejer, ich glaube nicht, dass man diesen Beitrag einfach so runterlesen kann, wie men eine Talkshow anschaut. Selbst wenn dieser Beitrag eher Plauderei ist, so möchte ich doch, dass man sich dazu Gedanken macht - was ja auch geschieht. Vor zu grosser Breitenwirkung und Anbiederei schützen mich das Klassenbewusstsein und ein vollkommenes Desinteresse an allgemein ausserhalb der Klasse akzeptierten Regeln. Auch lege ich es überhaupt nicht darauf an, eine Welt zu entwerfen, die einen mit offenen Armen annähme. Meine Welt ist voller Vorurteile, Minenfelder, heimtückischer Tanten und Fallgruben voller nutzloser Traditionen. Ich lebe hier nicht, weil es gut ist, sondern nur, weil es in aller mitunter gezeigter Erbärmlichkeit immer noch "die beste aller möglichen Welten" ist. Die Glotze jedoch möchte den Betrachter mitnehmen und einbinden. Nichts läge mir ferner.

Zur Warenhauskrise. Das...

Zur Warenhauskrise. Das Warenhaus bezieht seine Existenzberechtigung daraus, dass es den als stilbildend betrachteten hauptstädtischen Konsum in die Provinz bringt. Die Warenhausketten betreiben in den Hauptstädten Filialen, die sich aufgrund der hohen Mieten und des überreichlichen Angebotes niemals lohnen können, zu Werbezwecken (z.B.KaDeWe). In der Provinz glaubt man dann, dass es in diesen Ketten immer den neuesten Chic aus der Haupstadt gibt. Die Warenhauskrise erklärt sich aus dem Niedergang dieser hauptstädtischen Funktion Berlins. Heil dem Kaiser !

0 donalphonso 10.06.2009, 12:08 Uhr

Sprak, früher etwa hatte...

Sprak, früher etwa hatte Bayern 4 Klassik reichlich Formate, in denen Konzerte mit allen Sätzen gespielt wurden. Dann kam das erbärmliche Klassik Radio und zupfte die Gassenhauer aus grösseren Komplexen heraus. Heute gibt es bei Bayern 4 auch das Tafelkonfekt mit einer Nummernrevue. Auch ein Format. Aber was für eines. Man nehme mir das nicht übel, "Format" ist im Radio immer eine adäquate bezeichnung von der Übertragung der Opernfestspiele bishin zu den Bestandteilen dessen, was man heute als Formatradio bezeichnet.

0 Hagen Wollert 10.06.2009, 12:11 Uhr

à Don Alfonso: " Ich habe...

à Don Alfonso: " Ich habe keinen Fernseher ... existiert nicht." Sie sprechen mir aus der Seele; besser könnte ich (Jahrgang 1965) es im speziellen kaum ausdrücken - im allgemeinen ohnehin nicht. à Don Carlos: Früher hieß es Kolumne, heute heißt es Blog. Vermutlich geschieht diese Umbenennung um für die Nachwuchsleserschaft etwas affiner zu wirken.

0 donalphonso 10.06.2009, 12:13 Uhr

Georgiana Darcy, ich gehe,...

Georgiana Darcy, ich gehe, oder besser, ich ging ins Kino. Wir haben in München zum Glück noch das Filmmuseum übrig. http://www.stadtmuseum-online.de/aktuell/filmre.htm

Der TV-Dreck fürs Prekariat,...

Der TV-Dreck fürs Prekariat, der einem von der Glotze entgegenbracht wird, ist das Opium fürs Volk. Wer sich über Sido, Frau Kessler und Harald Schmidt auch nur Gedanken macht - wie ja die FAZ in vielen ihrer Artikel auch auch - nimmt auch die 1001ste Steuererhöhung nicht mehr wahr und die Tatsache, dass das politische System des Landes in die geordnete Insolvenz getrieben wird von Leuten, die man zu sich nach Hause nicht einladen würde. Es sind nicht die TV-Leihmütter, die Meisterköche oder die politischen Extremisten, die dieses Land an die Wand fahren - es sind die Luftnummern, die bei Will, Maischberger, Illner und all den austauschbaren Journalisten-Darstellerinnen auf dem Sofa sitzen (oder in der Mittwochsausgabe der FAZ interviewt werden). Über diese sollten wir uns mehr erschrecken. Jeder Tag Privatfernsehen verlängert nur deren sorgenfreie Zeit im Amt. Insofern sollte die Abschaffung der Glotze Bürgerpflicht sein!

0 donalphonso 10.06.2009, 12:18 Uhr

Hagen Wollert, ich sehe da...

Hagen Wollert, ich sehe da schon gewisse Unterschiede zur Kolumne. Ein Kolumnist würde kaum Kommentare beantworten, er würde nicht "hinabsteigen" und sich an der Debatte beteiligen - und auch nicht so schreiben. Mein Blogtext dagegen ist nur so eine Art Eröffnung des Spiels, aus dem alles weitere dann folgt. Ich denke, da gibt es also einen deutlichen Unterschied, den ich nicht missen möchte, auch wenn er im Erfolgsfall meinen hypothetischen Stundenlohn herabsetzt.

@w.schmid Nicht umsonst hat...

@w.schmid Nicht umsonst hat die Brasilianische Regierung Fernsehgeräte in die Favelas geschafft.

0 donalphonso 10.06.2009, 12:26 Uhr

Nicht umsonst gibt es Glotzen...

Nicht umsonst gibt es Glotzen mit 0% Finanzierung bei gewissen Geschäften, deren Gründer bei einer gewissen Staatspartei in Süddeutschland sind.

0 Georgiana Darcy 10.06.2009, 12:30 Uhr

Stimmt, die Filmmuseen...

Stimmt, die Filmmuseen europäischer Städte sind natürlich ein guter Fluchtpunkt. Besitzt man jedoch eine größere Filmsammlung - und möchte vielleicht auch nicht drei Wochen, drei Monate oder drei Jahre warten, um "La terra trema" zum dritten Mal zu sehen, bleibt nur die Möglichkeit ungeliebtes Gerät versus eigenes Kinozimmer. Da ich den eigenen Kinosaal bis dato noch nciht realisieren konnte, besitze ich also ein solches Gerät. Ich finde, es ist eine praktische Abspulmaschine für Neorealismus, New British Cinema oder ostasiatische Filme, mit weitaus besserer Qualität als ein PC. Aber, nun ja: es steht nicht offen im Raum, sondern ist versteckt in einem Schrank des 19. Jahrhunderts, den ich aus Ostasien mitgebracht habe. Glotzen einfach häßlich, deshalb stellt man sie nicht sichtbar in den Raum....

0 donalphonso 10.06.2009, 12:37 Uhr

Dagegen ist nichts zu sagen -...

Dagegen ist nichts zu sagen - wichtig erscheint mir allein die Feststellung, dass dieses Ding keinen echten Platz im Leben hat, ein Unding ist, etwas, das man vielleicht technisch benötigt, aber ansonsten so beherrscht, wie man eine Küchenrolle oder einen Wischmob dominiert. Die selbstverständlichkeit, mit der die Glotze als Teil des Lebens akzeptiert wird, ist das eigentliche Problem.

0 malaparte 10.06.2009, 12:52 Uhr

Wenn auch drastisch formuliert...

Wenn auch drastisch formuliert sprechen Sie mir aus der Seele. Es ist nunmehr 10 Jahre her, daß wir den Fernseher abschafften, ins Kino gehen wir hin- und wieder und auch DVDs machen mitunter auf dem Rechner eine gute Figur, doch sonst? Die Kinder (5 und 2) haben noch keine Kiste eingefordert, sie sind einfach zu oft draußen und wenn dann doch das Verlangen bei der Großen besteht, reicht eine ausgesuchte DVD pro Woche allemal - mal schauen wie das wird, wenn sie älter werden. Allerdings wird uns auch dann keine Glotze in den Wohnung kommen. Ich weiß, daß es durchaus auch gelungene Reportagen/Beiträge auf Spartenkanälen und 3. Programmen geben kann, aber für mich ist vor allem der Faktor Zeit ausschlaggebend: sehe ich fern, habe ich keine Zeit mehr fürs Lesen und letzteres ist mir dann doch wesentlich lieber.

ganz abgesehen von der...

ganz abgesehen von der zweifelhaften Wirkung/Leistung des TV´s...so aus dem Bauch heraus gefühlt, ähnelt die ästhetische Ausstrahlung des Fernsehgerätes, der eines Ford Galaxys oder eines Renault Espaces. Und so etwas möchte man ja schliesslich auch nicht im eigenen Wohnraum stehen haben.

Ein Unding ist etwas, das man...

Ein Unding ist etwas, das man vielleicht technisch benötigt, aber ansonsten so beherrscht, wie man eine Küchenrolle oder einen Wischmob dominiert. ... :)

0 donalphonso 10.06.2009, 13:12 Uhr

malaparte, drastisch wäre...

malaparte, drastisch wäre nochmal was anderes - das ist nur ein gewisses Unbehagen, über das ich angesichts des verlinkten Beitrages einfach mal reden wollte. Man darf denen keinen Zentimeter Raum geben, die müssen immer das gefühl haben, dass sie nicht unwidersprochen bleiben.

0 herrohlson 10.06.2009, 13:17 Uhr

Lieber Don, was sollen wir nun...

Lieber Don, was sollen wir nun lernen ? Wer Stil hat, hat keinen Fernseher. Wer nur ein bischen Stil hat, baut zumindest ein hübsches Schränkchen drumherum. Wer keinen Stil hat, aber so tun will, drappiert statt dessen sein Notepunkt unauffällig in die Landschaft ? Sie schenken dem Medium mehr Aufmerksamkeit, als es Wert wäre. Man schaut halt mal Nachrichten oder die Sportschau und ansonsten gibt es ja den Off-Knopf. Glauben Sie das die Ballonseidenfraktion dieser Republik ohne Barabara Salesch zu Höherem berufen wäre ? Und was täten die Menschen in den Altenheimen den lieben langen Tag. Außerdem ist ihre Meinung auch ihrer Kinderlosigkeit geschuldet. Diesen Luxus will sich halt nicht jeder gönnen. Zum Glück.

@Nestor Nur zur Information:...

@Nestor Nur zur Information: Frau Kessler hat nichts mit Harry Graf Kessler zu tun, von ihr kann man auch gehört haben, wenn man die Medien, in denen sie sich produziert, nur sporadisch wahrnimmt, denn sie wurde schon in der "Zeit" porträtiert und hat auch einmal einen Artikel über "people-Journalismus" (das ist wohl der geläufige Euphemismus für Prominentenklatsch) in der FAZ geschrieben. Sie hat sich aber in erster Linie von der Verfasserin der Unterschriften zu den Seite 1-Mädchen in Deutschlands größter Boulevardzeitung, d.h. der wichtigsten Tittentexterin des bekanntlich auf Bälle aller Art fixierten Blattes zur Ghost-Writerin von Dieter Bohlen hochgeschrieben und ist außerdem mit dem Chefredakteur der besagten Zeitung verheiratet. weshalb es sich niemand im deutschen Journalismus mit ihr verderben möchte. Mich würde nicht wundern, wenn sie auch bei RTL aufträte, was ich aber nicht sicher weiß. Auf jeden Fall ist sie die richtige Zielscheibe für den Don, da sie genau das verkörpert, was er ablehnt. Was die Kiste angeht: Es ist schwierig, ein entspanntes Verhältnis zum Fernsehen zu gewinnen. Ich besitze auch keinen Fernseher und habe daher inzwischen auch kein Bedürfnis mehr danach; vor zwanzig Jahren habe ich mal während einer Krankheit, die mir die Lektüre unmöglich machte, sehr viel ferngesehen und kenne auch das Suchtpotenzial des Mediums, für das ich in entsprechenden Stimmungen nicht unanfällig war.

Lieber Don, sollte Ihre Welt...

Lieber Don, sollte Ihre Welt wirklich die sein, die Ihr Block stilistisch und inhaltlich skizziert, dann wünsche ich Ihnen einen guten Arzt oder leicht verdaubare Magentabletten, denn Ihr Zorn über Unter-, Mittel- und sonstige Schichten macht mir Sorge und würde sich im fortgeschrittenen Alter in Angelamerkel-Mundwinkel und FriedrichMerz-Haarausfall niederschlagen. Sie würden wütend hinter Kindern herschimpfen und vielleicht sogar vereinsamen. Es fehlt darüber hinaus der geduldige Partner in Ihrem Leben, soweit Sie es beschreiben. Lassen Sie etwas mehr Toleranz walten, begeben Sie sich in diese Welt und schauen Sie ruhig das ein oder andere Champions-League FInale oder mal bei einem Glas Bier einen Tatort. Ich bin sicher, dass Sie dies auch tun, aber was wäre dieser Blog ohne das wunderbare hochgeistesadelige Konstrukt, das hier existieren darf. Ich verbleibe wie immer hochachtungsvoll in Verehrung Ihres Schreibstils und Ihrer schönen Ausführungen zu dieser unseren Welt.

0 donalphonso 10.06.2009, 13:25 Uhr

Nicht nur, dass ich mein...

Nicht nur, dass ich mein Geld lieber für Bücher ausgebe: Ich trinke auch keinen Alkohol, und Fussball brauche ich ebensowenig wie Gewalt.
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Das ist nichts besonderes. Es ist eben so.

Lieber Don, kennen Sie denn...

Lieber Don, kennen Sie denn nicht den berühmten Ausspruch von Humphrey Bogart? "Traue keinem, der nicht trinkt". Nochmal Hochachtung und ein Toast auf Ihre Person!

Naja, ich hab auch keinen...

Naja, ich hab auch keinen Fernseher, und dass das meiste, was da raus kommt, Schrott ist, braucht ja eigentlich nicht mehr thematisiert werden. Dasselbe gilt aber auch für die meisten Druckerzeugnisse und die meisten CDs und die meisten Internetseiten. Es kommt immer auf die eigene Rezeptionskultur an - so eine undifferenzierte Medienkritik hingegen kommt mir immer ein bisschen vor, als würde man das Papier an sich beschimpfen. Erinnert mich daran, was ich letzte Woche in der ZEIT übers Internet las, sinngemäß: Im Internet sind es die bildungsfernen Mittelschichten, die ihre Egalität einfordern.

Don, woher nehmen Sie nur die...

Don, woher nehmen Sie nur die Kraft, fürs Gute zu schreiben und immer wieder von rechts, links, oben und unter angegriffen zu werden? Ich gebe offen zu, dass ich Ihre Gedanken & Ihren Schreibstil echt gerne mag, aber aufgrund o.g. Dauerkritik nicht in Ihrer Haut stecken möchte. Naja, wie auch immer. Weiter so !

0 michael1366 10.06.2009, 13:56 Uhr

Trotzdem ich ab und an...

Trotzdem ich ab und an sündige, sei´s nun Bier oder Fußball - ich verstehe sehr gut das Unwohlsein des Don´s an der permanenten Wichtigtuerei und Substanzvortäuscherei des Mediums. Nicht nur die optische Belästigung durch Platzierung monströser plastikumbauter Glasröhren, neuerdings ja auch gern als flache bunte Neonröhrenflackernde Variante, ins Zentrum der guten Stube, auch was da alltäglich und -abendlich hinausgequäkt wird an Belanglosigkeiten und dummen Zeug ist schier unerträglich. Wobei mir doch schon der Zusammenhang mit dem sprunghaft ansteigendem Anteil an wahlrechtsverweigerndem Prekariat und der Einführung plattester Unterhaltungssimulation durch die Bertelsmänner und Springerfrau der Republik ins leidgeprüfte Auge fällt.

0 donalphonso 10.06.2009, 13:58 Uhr

miner, alles eine Frage der...

miner, alles eine Frage der Gewöhnung. Ausserdem reicht es, den Kopf zu wenden und die Alpen zu sehen, die Almen und die Kühe, den See und die Wolken... es hängt immer auch davon ab, von wo aus man angegriffen wird.

Don, . herzlichen Dank für...

Don, . herzlichen Dank für diesen Text. Der Nachmittag ist trotz lästiger Mandantschaft gerettet. . Trotzdem breche ich einen Chopstick für die Glotze: man muss ab und an mal da hinein schauen um zu sehen womit der breite (sic) Pöbel seine Lebenszeit so verschwendet, einfach um zu staunen. . Nur leider kommen einem da manchmal Zweifel was die Sinnhaftigkeit des freien und gleichen Wahlrechts anbetrifft. . Empfehlen darf ich in Form von - wirklich gutem - Gedruckten dazu : . "Chart Throb" und "Dead Famous" von Ben Elton, aber bitte im Original. Für 2x7€ werden die Bergspitzen von Deinem Lachen wackeln.

Es hat mich gestern vor allem...

Es hat mich gestern vor allem gefreut, den (auch oben im Beitrag verlinkten) Artikel von Julia Voss zu lesen, die mal ein paar offensichtliche Themen anspricht, nachdem u.a. beim Spiegel nichts als eine Nacherzählung der Sendung zu finden war. Am Ende des Artikels hieß es dann sinngemäß: Kritik wäre naiv, denn so sei nun mal die Realität und die werde halt "abgebildet". Man fasst es nicht.

Fernseher sind gefährlich....

Fernseher sind gefährlich. Fernseher ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und ziehen in sich hinein wie gefährlich Schlingpflanzen. Läuft irgendwo ein Fernseher kann man ihm kaum entkommen, man muss hinschauen. Er besetzt das Bewußtsein und es ist dann schwer sich der Besetzung zu entziehen. Und wenn man nach einiger Zeit auf die Uhr schaut, sieht man, dass schon wieder ein paar Stunden vergangen sind. Fernseher fressen Zeit und Leben. Drei bis fünf Stunden im Durchschnitt werden von Fernsehern jeden Tag von jedem Deutschen aufgefressen und die Gehirne mit Geflimmer gefüllt. Mein Fernseher gab seinen Geist auf vor ein paar Monaten. Sehr erfreulich.

0 donalphonso 10.06.2009, 14:04 Uhr

herrohlson, was...

herrohlson, was Kinderlosigkeit angeht: Bevor ich das hier geschrieben habe, telefonierte ich mit meiner Mutter, und die meinte, sie hätte in meiner Kindheit alles versucht.um mich von der Glotze abzuhalten. Und es stimmt: Ich kenne nur einen einzigen Mr-Moto-Film mit Peter Lorre komplett, weil ich damals mit meinem Onkel auf einer Skihütte war. Alle amderen wurden dagegen deheim von meiner Mutter um 19. Uhr abgeschnitten, denn nach 19 Uhr gab es kein Fernsehen mehr. Meine Erziehung war eher konservativ, selbst nach damaligen bayerischen Provinzmassstäben. Es geht aber ohne Glotze, und es kommen ordentliche Kinder dabei raus. . Die anderen bloggen mit 40 noch immer über Star Wars.

0 donalphonso 10.06.2009, 14:07 Uhr

Lebemann, ab und zu muss ich...

Lebemann, ab und zu muss ich in den Supermarkt, weil es dummerweise keinen Schmand auf dem Wochenmarkt gibt. Die davor trinkende Jugend befreidigt meine neugier auf besagte Schichten vollauf, selbst wenn nicht, wie letzte Woche, auch noch das Volksfest as Gschleaf ind Schdod einedrugt.

0 freelancer 10.06.2009, 14:09 Uhr

Herzlichen Glückwunsch,...

Herzlichen Glückwunsch, dieser Artikel rührt tatsächlich an einen Nerv. Fernseher oder nicht -- die Bedeutung der Frage hatte ich selbst bisher unterschätzt, bis zu folgendem Erlebnis: Ein Fortbildungsseminar zum Umgang mit Medien. Vorstellungsrunde. Ich erwähnte unvorsichtigerweise, dass ich keinen Fernseher besitze (und den "Tatort" dreisterweise nicht als unabdingbares Bildungsgut ansehe). Die Reaktion war bestürzend. Eisige Mienen bei den Referenten. Spitze Bemerkungen, dass man mit einer solchen Haltung bei Medienkontakten wohl keinen Blumentopf gewinnen könne. Den Rest des Seminars hatte ich mangels Gelegenheit zu weiterer Beteiligung Zeit, mir eines klarzumachen: der Mob schlägt gnadenlos zurück. Jeder Verräter am nivellierten Massengeschmack wird unverzüglich als elitärer Snob gebrandmarkt und wenn möglich gleich weggemobbt.

0 donalphonso 10.06.2009, 14:11 Uhr

nnier, einen Beitrag wie den...

nnier, einen Beitrag wie den von Frau Voss würde ich gerne auf Seite 1 der FAZ lesen.

0 elbsegler 10.06.2009, 14:15 Uhr

Es kommt auch bei der Glotze...

Es kommt auch bei der Glotze vor allem darauf an, wie ich mit dem Unding lebe. Wer es als Adelsprädikat betrachtet, keine Glotze zu haben, dem gönne ich dieses erhebende Gefühl. Aber nur weil man einen hat, gibt es keine Pflicht zum Dauerbetrieb dieses Geräts. Auch wenn es manchem nicht bekannt ist, die Dinger kann man auch ohne Probleme abschalten. Auch gibt es immer seltener einen Grund, das Ding einzuschalten. Seit einiger Zeit haben sich nun auch die öffentlich-rechtlichen Sender dazu entschlossen, mit einem immer weiter verbesserten Anti-Programm zur Entwöhnung des Publikums beizutragen. Dadurch wird die Suchtgefahr stark reduziert. In einigen Jahren hat sich das Problem dann von allein gelöst. War das Fernsehen vor vielen Jahren vielleicht ein mittelmäßiger Weinbrand, von dem man aus Gewohnheit hin und wieder ein Gläschen nahm, hat es die geballte Sachkompetenz der Fernsehgewaltigen geschafft, das Getränk in Richtung Spiritus weiter zu entwickeln. Der Alkoholgehalt steigt ständig, aber auch die Zusatzstoffe, die den Geschmack vergällen. Das man in Ihren Zeitschriften keine Fernseher sieht, bedeutet noch lange nicht, dass es keine gibt. Nachdem die Fernseh- und HiFi-Kommode aus der Mode war, stellte man sich auch gern den Fernseher in einen wertvollen alten Schrank, dem man zuvor mitleidlos vom Fachmann zwecks ausreichender Belüftung die Rückwand hat perforieren lassen. Furchtbarer Gedanke, grausame Tat, aber ich habe in manchem Haushalt "besserer Kreise" solch vergewaltigte Möbel sehen müssen. Das aktive Nicht-Fernsehen war schon immer sehr beliebt. Und immer wieder verwundert es, was aktive Nicht-Fernseher so alles an Detailwissen aus einzelnen Sendungen offenbaren. Es gibt wohl nur wenige Themen bei denen so sehr geheuchelt wird, wie beim Thema Fernsehkonsum. Der Einbau des Gerätes in irgendwelche Möbel ist ein Unterthema dazu.

@ nnier, . Man darf auch nicht...

@ nnier, . Man darf auch nicht vergessen das die "Realität" nicht nur "abgebildet" wird, sie wird mittelbar durch diese Art Formate auch erst, wie schleichend auch immer, geschaffen.

0 Christoph 10.06.2009, 14:23 Uhr

Es wurde ja schon erläutert,...

Es wurde ja schon erläutert, dass mit Kessler nicht der auch mir bekannte Graf gemeint ist, sondern eine mir völlig unbekannte Frau. Die Erläuterung zu Bach fehlt allerdings noch. Ich verbinde mit dem Namen hauptsächlich den Komponisten, aber der kann ja kaum gemeint sein. Eine kurze Erklärung zur Befriedigung meiner Neugierde wäre äußerst freundlich. (Ach ja, Sido ist schon einer aus der Gruppe derjenigen, die der Jugend vorsingt wie schön es ist Drogen zu nehmen und Frauen zu schlagen?)

0 herrohlson 10.06.2009, 14:23 Uhr

Lieber Don, da sind wir doch...

Lieber Don, da sind wir doch recht ähnlich sozialisiert, was das Fernsehen angeht. Außer Samstag Percy Stuart und in der Woche vielleicht noch Lassie und Flipper, gabs bei uns auch nicht viel. Nun habe ich drei Kinder und halte es ähnlich. Aber natürlich haben auch diese Kinder ihr soziales Umfeld und da wird auch das Fernsehen thematisiert. Das zu ignorieren hieße doch seine Erziehungsaufgaben zu vernachlässigen. Und wenn ich die strahlenden Augen bei diversen Goofy Filmen so sehe, muss ich sagen: Das gönne ich meinem Kleinen auch. Medienkompetenz kann man über Bücher allein nicht erlangen. Wir leben heute und meine Kinder werden ihr Leben nicht allein mit dem Studium der heimischen Pretiziosen verbringen können. Stillose Balgen, diese aber auch ! Im Kern der Sache haben Sie natürlich recht, davon ab.

@Krokodil Ihre Information ist...

@Krokodil Ihre Information ist beruhigend. Doch im Grunde wollte ich Don Alphonso nur mal auf den Zahn fühlen, ob seine mit Verve vorgetragene Medienkritik entgegen seiner Darstellung auf eigener Anschauung, oder anderern Quellen, etwa der Lektüre von Sekundärliteratur beruht. Die Quellenangabe hat mich überzeugt, dass der geschätzte Autor nicht doch heimlich Freakshows konsumiert - und sei es nur, um sich zum Entzücken seines Publikums darüber auslassen zu können.

Elbsegler, Kompliment, schön...

Elbsegler, Kompliment, schön beschrieben, auch auf Sie werde ich das Glas erheben!

@ Christoph . Nein, das ist...

@ Christoph . Nein, das ist Bushido den Du meinst. . Aber Bushido kriegt jetzt einen eigenen Bio-Kinofilm von der Constantin. Von diversen Filmförderungen gefördert. Wahscheinlich mit dem "Prädikat wertvoll" ausgezeichnet, wenn alles so läuft wie geplant.

Don Alphonso, was haben Sie...

Don Alphonso, was haben Sie studiert, wenn man fragen darf?

Ich darf ergaenzen, dass die...

Ich darf ergaenzen, dass die Glotzen heutzutage ja auch in den Autos eingebaut sind, um den Nachwuchs zu sedieren. Die "Spieleindustrie"-Diskussion hatten wir ja schon, jetzt gehen wir einen Schritt zurueck. Ernsthaft: Haben die Kids in den unteren Etagen noch irgendeine Chance auf Bildung oder Ernaehrung, wenn "man" ihnen die billige Limonade frei Haus in den Kuelschrank kippt? Kann eine Schulklasse heute ueberhaupt noch still sein und zuhoeren? Sie kann es nicht! Wieviele Atomkraftwerke laufen fuer die "Standby"-Schaltungen der deutschen Glotzkisten? Und hoert auf mit "Medienerziehung" und "Medienseminaren". Nur die wenigsten haben Interesse am Selbermachen, am selbst Musizieren oder am selber Filmen. Und nur die wenigsten koennen es und haben gelernt, die minimale Disziplin zum Ueben aufzubringen. Vorschlag: Statt 24hx265Tagex598Programme machen wir einfach "Mattscheibe" 2x24h pro Woche (aber nicht donnerstags, da laeuft die einzige Satiresendung xdrei.de). Und lieber Don: Belohnen Sie den visuellen MCD-Zappler nicht immer noch mit Ihrer Aufmerksamkeit! Erklaeren Sie liebe Ihre Sofakissen mit Schlag und Wandlappen! Und was soll ich meinem Nachwuchs zur Ablenkung auf die Autorueckbank legen?

@miner: Man kann Kritik auch...

@miner: Man kann Kritik auch wie Georg von Frundsberg nehmen: „Viel Feind’, viel Ehr’!“

0 kampfstrampler 10.06.2009, 14:55 Uhr

Na gut, lieber Don, dann geb...

Na gut, lieber Don, dann geb ich hier mal kurz den Advocatus diaboli - ich liebe es, in der aggressiv angegangenen Minderheit mich zu befinden. Heutiges TV ist in seinen Niederungen nichts anderes als Herolde, Marktschreier, Kirmesschauspieler und Possenreißer früherer Tage - Küchenlieder wie "Sabinchen saß weinend im Garten" und Gassenhauer "Reich mir die Hand, mein Leben - komm auf mein Schloß mit mich; ich will Dich Schrippen geben, denn Kuchen krieg'ste nicht'" waren die Vorgänger der Dudel-ChartShows. Tja, und die von Ihnen inkriminierten Personen? Frau Dr. Kessler kann glatt als die Maintenon der konservativen Print-Medien durchgehen. Und der vulgäre Sido mit seinem Ar...-Fic...-Song - schlimm, aber auch nicht schlimmer als Villon oder Ariost. Der skurrile Dirk Bach (übrigens ein hochintelligentes Kerlchen) nimmt es allemal mit Herrn Scarron in der Kiste auf. Wer also ein Ancien Régime so lobt, ist auf einem Auge (und mindestens 3 Hühneraugen) blind. Der Pöbel war auch früher schon tümlich - die hochgepriesene Aufklärung die Sache einer kleinen radikalen Minderheit. Und über Ihren Einrichtungsgeschmack - tja, da möchte ich Sie gern mal mit Karl Lagerfeld streiten hören, oder historisch mit - sagen wir: Beau Brummell?! Das wird ein ungeregltes Nord-Süd-Chest-Bumping der Snobs - wohl bekomm's!

0 Christoph 10.06.2009, 14:57 Uhr

Lebemann, vielen Dank für die...

Lebemann, vielen Dank für die Berichtigung, aber ich habe mich da wohl missverständlich ausgedrückt. Ich habe nach Ihrer Antwort den Wikipediaartikel über Sodi gelesen um herauszufinden wer das nun ist und er fällt für mich in die oben von mir beschriebene Gruppe.

@ Christoph, . Gern geschehen....

@ Christoph, . Gern geschehen. Nur der mann heisst "Sido" nicht "Sodi" obwohl man das selbstverständlich leicht vertippen kann. Mann muss sich nur "Si-do-lin" merken, wie das Markenprodukt für die Hausfrau. . Im übrigen ist der privat ein wirklich netter Kerl und alles andere als blöde. Kommt halt aus der Platte. . Aber: everybody comes from somewhere.

Als ehemals Vielfernsehender...

Als ehemals Vielfernsehender bin ich in letzter Zeit zum fast zum TV-Abstinenzler geworden und kann bestätigen, dass der Hausherr nicht viel verpasst. Die Gründe liegen einerseits im Programm. Ein Beispiel: Früher gab es Hoimar von Ditfurth, heute die Uri-Geller-Show. Andererseits konnte ich einige Zeit das TV-lose Dasein ausprobieren, da das Gerät defekt war. Es ging auch ohne, und das Internet war sowieso interessanter. Kürzlich erhielt ich ein neues Gerät aus einem Nachlass und sehe nur noch gelegentlich fern, den Trash möglichst umschiffend: Spielfilme, Fußball, Dokumentationen. Ihre Konsequenz, verehrter Don, will ich mir nicht auferlegen, nur eine strenge Auswahl. Ganz ohne TV fehlte mir dann doch etwas.

0 Georgiana Darcy 10.06.2009, 15:16 Uhr

@Lebemann: Das ist doch ein...

@Lebemann: Das ist doch ein Scherz, oder? Hoffentlich? Oder gibt es bald wirklich einen Film über den?!?

I quite agree. Abgesehen...

I quite agree. Abgesehen davon, dass ein Fernseher voellig nutzlos ist, sind die Geraete auch HAESSLICH. Bei uns gabs noch nie einen. (Wusstest Du uebrigens, Don, dass Du mit der Verbannung eines Fernsehgeraetes zu ganzen 0.5% der Haushalte in Deutschland gehoerst, die kein Fernsehempfangsgeraet haben?)

Nachtrag: obwohl aus durchaus...

Nachtrag: obwohl aus durchaus gut-buergerlichen Kreisen wuerden die meisten meiner Damenbekanntschaften ohne Fernseher durchdrehen. Will gar nicht wissen, wie das ist, sobald man Kinder hat...

0 Hanna R. Porter 10.06.2009, 15:25 Uhr

Don Alphonso, mit gusto lese...

Don Alphonso, mit gusto lese ich Ihre blogs, die immer zum Denken anregen. Nicht zum Denken regt das TV an, daher bin ich schon seit 15 Jahren entwoehnt. Das hier im Land der Medienvergoetzung. Schlimm genug, dass man in allen Warterauemen, selbst in der Bank und vielen Lokalen-Wohnzimmeratmoshaere?-das Monster vor Augen hat.Ich zittere schon bei dem Gedanken im Krankenhaus oder Pflegeheim damit maltraetirt zu werden.. Noch ist es nicht so weit:Es leben die ungelesenen Buecher. Thank you Hanna

0 gelegentlich 10.06.2009, 15:28 Uhr

Zu Frau Kessler fällt mir ein...

Zu Frau Kessler fällt mir ein Artikel der taz ein, der vor einigen Jahren diese Person und ihren wichtigsten Klienten mit einem einzigen Wort auf den Begriff brachte: ,,Geldgesocks"

Wenn ich den Blog hier lese,...

Wenn ich den Blog hier lese, frage ich mich: Wie können Leute, die seit (vielen) Jahren kein Fernseher haben, das Urteil fällen, daß im Fernsehen fast nur Schrott gesendet wird? Wie kann man auf das Fernsehen schimpfen und es verbannen und gleichzeitig sich im Internet herumtreiben? - schließlich ist das Internet ja die Hochburg der Qualität. So manche Dokumentation, zum Beispiel auf 3sat oder phoenix ist bei weitem besser als die meisten Beiträge im Internet, die online-Auftritte der großen Zeitungen inbegriffen.

0 Jochen Hoff 10.06.2009, 15:32 Uhr

Es ist nicht der Besitz einer...

Es ist nicht der Besitz einer Sache einer Sache die den Makel ausmacht, sondern deren Gebrauch. Das gilt auch für jene Kisten die jede Menge Prollmüll großflächig vertreiben, aber auch eben auch sinnvolle Inhalte, die sich auch die besseren Schichten einmal einverleiben sollten. Der Besitz eines den Videorecorder ablösenden DVD-Recorders setze ich allerdings voraus, da die Zeit und die Bestimmung über die eigene Zeit die höchste Freiheit ist. Bei der Erziehung derer, die man gemeinhin Nachfolger und Nachfolgerinnen nennt, empfiehlt sich der Einsatz solcher Geräte ebenfalls, da es didaktisch gut aufbereitetes Bildmaterial in Mengen gibt, dass sich käuflich erwerben lässt und die Abbildungen in Büchern und die Texte daraus, durchaus sinnvoll ergänzt. Man muss allerdings technische Ausstattung dieser Art nicht zum bestimmenden Anblick einer Einrichtung machen. Da findet sich immer ein geeignetes Stück Vertiko das zur Einrichtung passt und aus dem mit leisem Surren, derartige Geräte erscheinen, wenn sie denn gebraucht werden.

0 fraudiener 10.06.2009, 15:34 Uhr

freelancer, ähnlich lustig...

freelancer, ähnlich lustig ist es als fernsehloser Mensch in einem Seminar über Fernsehkritik (es gehörte leider im Bündel zu einem Aufbaustudiengang und ließ sich nicht abwählen). Da fand ich vor allem interessant, wieviel Blödsinn Fernsehkonsumenten so als gegeben hinnehmen. Was einfach nicht mehr groß stört, weil es halt Konvention ist: Ständiges Gedudel im Hintergrund, blödsinnige optische Effekte, Zusammenschneiden von Interviews auf wenige vermeintliche Kernaussagen, alle fünf Sekunden ein Schnitt. Und das war eine öffentlich-rechtliche Kultursendung! Himmel, wie schlimm muß dann erst der Rest sein. . (Noch zwei Wochen bis Bachmann. Und dann wieder ein Jahr Abstinenz.)

@ Georgina Darcy . Liebe...

@ Georgina Darcy . Liebe Georgina - nein, das ist kein Scherz. Das ist kommerziell gesehen sogar eine ziemlich sichere Bank. Starttermin ist im Herbst, da ich die Blickpunkt Film gerade unter irgendwelchen Papeirstapeln auf dem Schreibtisch habe kann ich nicht genau sagen wann. . Wenn das aufgeht würde ich darauf wetten, das das nicht der letzte Räppi-Biopic sein wird. . Gehe ich richtig in der Annahme das ich Sie nicht auf der Premiere sehen werde?

0 elbsegler 10.06.2009, 15:42 Uhr

Fernsehen und Kinder ist ein...

Fernsehen und Kinder ist ein abendfüllendes Thema. Allerdings wird auch hier genre von "Betroffenen" der teuflische Sachzwang" als Begründung vorgeschickt. Ich kann nur berichten, dass es auch möglich ist, Kinder ohne Glotzomanie großzuziehen, obwohl so ein Unding jederzeit empfangsbereit im Wohnzimmer steht. Verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln kann man nur aktiv lernen. Ich kenne genügend Leute, denen alles mögliche als Kind verboten wurde, damit richtig gute Menschen aus ihnen werden konnten. Leider haben die dann oft das Verbotene bei erstbester Gelegenheit bis zum Exzess nachgeholt. Unsere Eltern hatte es natürlich leichter. das bisschen Fernsehen, was es gab, ließ sich leicht steuern. Und Percy Stuart, Schweinchen Dick und Tammy, das Mädchen vom Hausboot sind Kindheitserinnerungen, die ohne Spätschäden geblieben sind. So wird es auch beim wie selbstverständlich sehr geringen Fernsehkonsum meiner Kinder sein. Lieber Don, ist erlaube mir hin und wieder ein oder zwei Gläser Wein, fühle mich aber dennoch nicht verpflichtet, bei nächster Gelegenheit mal den ganzen Weinkeller auszusaufen. Auch wenn das Fernsehen per se kein Genuss ist, halte ich es mit diesem Medium genauso.

Verehrter Don Alphonso, daß...

Verehrter Don Alphonso, daß man einen Fernseher abschalten kann, das wissen Sie - man kann auch Sendungen auswählen. Einen Fernseher stickt abzulehnen, erinnert mich an Menschen die sagen "keinen Alkohol vor 17 Uhr". Nur wer fürchtet, sich nicht in der Gewalt zu haben, tut dies. Das Fernsehen an sich ist ein Wunder und schon aus Achtung vor dieser technischen Leistung sollten wir nicht abstinent sein. Was Sie vielleicht kritisieren wollen, sagt Sloterdijk heute in der FAZ: „Wir leben gegenwärtig keineswegs ,im Kapitalismus’, sondern in einem massenmedial animierten, steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus.“ Wenn Sie dies meinen, sollten Sie es auch so formulieren. An dem Zustand der "Fernsehwelt" ist weder das Fernsehgerät, noch die Sendeanstalt schuld ( sie sendet, was mehrheitlich gewünscht wird ), auch dies wissen Sie. Nehmen wir an, die Lust am Wissen ( auf Bildung ), ließe sich beim Fernsehprekariat wecken, wäre das gut? Ließe sich ein Staatsgebilde aus "besseren Kreisen" verwirklichen - und führen oder wäre es von vornherein zum Scheitern verurteilt? Will sagen, wir brauchen jeden. Man sagt, jedes Volk hat die Regierung, die es verdient - aber ist dies nicht auch umgekehrt richtig? Für gläubige Menschen: Gott hat den IHM vollkommenst erscheinenden Menschen geschaffen und wir haben kein Recht ihn zu rügen. Für ungläubige Menschen: Die Evolution schaffte "das Beste" was ihr möglich war, im anderen Falle wäre "das Bessere" da. Und wer sagt denn, daß sie schon fertig ist, die Evolution? In diesem Sinne ist die Finanz- und Wirtschaftskrise ein Geschenk. So wie die Vermögensbesitzer erkennen, daß es sinnvoll ist, sich um sein Vermögen selbst zu kümmern, wenn man es erhalten will, so werden zukünftig immer mehr Menschen erkennen, daß es zwar unbequemer, aber sinnvoll ist, sich n i c h t in die vermeintlich sichere "soziale Hängematte" eines Großbetriebes zu begeben, sondern seine Talente und Fähigkeiten in Eigenregie zu vermarkten - und dann, dann ändert sich das Fernsehprogramm. Gruß Hanskarl

0 Christoph 10.06.2009, 15:47 Uhr

Lebemann, ja das "Sodi" war...

Lebemann, ja das "Sodi" war ein Tippfehler. Mag sein, dass er privat sehr nett ist, aber jemand, der laut Wikipedia ein Lied schreibt in dem es, zumindest dem Titel nach, um analen Geschlechtsverkehr geht, also ich weiß nicht... und das bei einer jugendlichen Zielgruppe.

0 Kajetanus 10.06.2009, 15:56 Uhr

"Die anderen bloggen mit 40...

"Die anderen bloggen mit 40 noch immer über Star Wars." Meine Güte ... Star Wars schaut man doch im Kino und nicht auf diesem winzigen Plärrkasten ;)

Was geschähe, wenn morgen die...

Was geschähe, wenn morgen die Television und Internet - den geschäftlichen Bereich ausgenommen - weltweit für eine längere Zeit, sagen wir zumindest einen Monat lang, ausfielen?

Hätte ich einen Stadtpalast -...

Hätte ich einen Stadtpalast - hätte ich einen kleinen Fernsehraum. Denn manchmal, ja manchmal habe ich das große Bedürfnis einfach zu fernsehen. Dann geht kein Kino, keine DVD, kein Buch. Aber ich habe keinen Stadtpalast - deswegen steht er auch so rum. Nicht dominierend, aber den Raum manchmal störend. Doch meistens stört er auch nicht, wenn er aus ist...

@elbsegler: So in etwa sieht...

@elbsegler: So in etwa sieht auch unsere familiäre Medienpolitik aus: Apparat ist vorhanden, meistens staubt er ungenutzt rum, alle Jubeljahre (ich getraue mich kaum, es hinzuschreiben: etwa zur Fußball-WM) gucken Mutter und Kind mal zusammen, dann wieder monatelang Pause, dann vielleicht mal eine DVD. Das heißt: keine Totalabstinenz, die Begehrlichkeiten wecken könnte, aber die Kleine (viereinhalb Jahre) erlebt es auch nicht als Standard-Situation, dass die Glotze läuft. Sie kann sich am Wochenende, wenn wir ausschlafen, selbst beschäftigen, dabei läuft dann oft Radio oder CD. Manchmal gucken wir zusammen am Rechner Youtube-Schnipsel (immer noch sehr gefragt: Musikvideos der Neuen Deutschen Welle und Ausschnitte aus der "Rappelkiste"), mehr muss da im Moment gar nicht stattfinden. Ich selbst habe mich vor etwa acht Jahren aus dem regelmäßigen TV-Konsum ausgeklinkt. Nachdem das Gerät abgeraucht war, wollte ich einfach mal gucken, wie lange es dauert, dass es mir so fehlt, dass ich mich um Ersatz kümmere. Nun, der Punkt ist nie eingetreten. Ich habe anfangs manchmal Harald Schmidt vermisst, und beim Gucken wenn ich anderswo zu Besuch war festgestellt, so dolle ist der auch nicht jeden Abend. Dann zog ich mit meiner Frau zusammen, die einen Apparat mit einbrachte, aber auch keine regelmäßige Guckerin von irgendwas ist. Also änderte auch das nicht viel. Aus beruflichen Gründen interessiere ich mich freilich immer noch für Themen rund ums TV, ich kriege natürlich mit, was läuft und worüber viele Leute reden (und bloggen). Aber es reizt mich nicht mehr, mich da als Zuschauer wieder einzureihen. Wenn man mal raus ist, ist man raus.

0 michael1366 10.06.2009, 17:17 Uhr

Frau B., Ihr Link zum Blog ist...

Frau B., Ihr Link zum Blog ist nur mittels Selbstdenken zum Funktionieren zu bekommen, aber es lohnt die Anstrengung.

0 Nod Osnohpla 10.06.2009, 17:45 Uhr

Okay Don..... Aber wie schaut...

Okay Don..... Aber wie schaut es mit Deiner Kino-Leidenschaft aus? Welches Genre bevorzugst Du?

0 Georgiana Darcy 10.06.2009, 18:30 Uhr

@ Lebemann: Das hatte ich...

@ Lebemann: Das hatte ich schon befürchtet, daß die Rapper-Biographie leider kein Witz ist. Dear goodness, manchen ist ja wirklich nichts zu blöde, wenn sich nur Geld damit machen läßt. Was meine Anwesenheit bei der Premiere angeht, haben Sie ganz Recht: nur unter Gewaltandrohung wäre ich dazu zu bewegen;-) . @elbsegler: "Das man in Ihren Zeitschriften keine Fernseher sieht, bedeutet noch lange nicht, dass es keine gibt. Nachdem die Fernseh- und HiFi-Kommode aus der Mode war, stellte man sich auch gern den Fernseher in einen wertvollen alten Schrank, dem man zuvor mitleidlos vom Fachmann zwecks ausreichender Belüftung die Rückwand hat perforieren lassen." Hmm, an genau jene Schränke hatte ich gedacht.... aber ein leicht malträtrierter Schrank ist doch immer noch besser, als einen Fernseher mitten im Raum.

0 donalphonso 10.06.2009, 18:54 Uhr

Es gibt eine aktuelle...

Es gibt eine aktuelle TV-Sendung, die ich schätze: Die heisst Top Gear und kommt von BBC2. Schaue ich bei Youtube. Das ist alles. Was ich mir sonst anschaue: Europäische Filme, besonders gern französische und italienische Filme und Aussenseiter aus Hollywood. Müsste ich meinen Lieblingsfilm benennen, würde ich vielleicht zwischen "Il buono, il brutto, il cattivo " von Sergio Leone, "Diva" von Jean-Jacques Beineix, "La dolce vita" von Fellini, "To catch a thief" von Hitchccock, "Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Cruz" von Luis Buñuel und "Conte d'été" von Eric Rohmer schwanken. Ausserdem mag ich den Film “C’était un rendezvous“ von Claude Lelouch, weil er ehrlich ist.

Don und...

Don und Nichtfernseherbesitzer, ich habe irgendwie das Gefühl, dass Sie dem Fernseher mehr Bedeutung beimessen als es der gemeine Glotzennutzer tut. Im Grunde dient Ihnen der Nichtbesitz des „Undings“ vorwiegend als Statussymbol, als sozialer Code zur Abgrenzung gegen die niederen Schichten, genauso wie der Besitz von Oldtimern und silberner Teekannen. Lassen wir das Ästhetikgedöns doch beiseite. Zu Studienzeiten habe ich mal in einer WG mit einem Südamerikaner gelebt, in dessen Zimmer ein Riesen TV-Gerät quasi immer lief. Trotzdem war der Fernseher nicht Lebensmittelpunk, die Bude war immer voll, es wurde nebenher gelernt, philosophiert, Büchergelesen, gefeiert etc. Ich denke, dass die heutige jüngere deutsche Generation ähnlich leicht und souverän mit den Medien ob Internet oder TV umgehen kann. Das Ding, ein Problem vielleicht für alternde FAZ lesende Kulturpessimisten, für den Nutzer eher einfach ein Ding unter vielen Dingen.

0 Hiwwelhubber 10.06.2009, 18:57 Uhr

... und was sagt die GEZ dazu?...

... und was sagt die GEZ dazu? Konnten sie denen Ihren Verzicht glaubhabt machen? *grinst* der HH.

0 donalphonso 10.06.2009, 19:06 Uhr

Vor ein paar jahren nahm ich...

Vor ein paar jahren nahm ich mir die Zeit und habe denen einen überdeutlichen Brief geschrieben, was ich vom TV-Angebot und den ständigen "Haben Sie noch immer keinen Fernseher"-Belästigungen halte. Seitdem ist Ruhe. . Plebejer, leider hat "das Ding" in vielen Bereichen nun mal Vorbildfunktion. Menschen lernen nun mal das, was man ihnen vormacht. Menschen gewöhnen sich an den Niedergang von Moral und Anstand. Der aktuelle Dreck des "Realityfernsehens" ist nuir vorstellbar, wenn man die langsame Gewöhnung an den Dreck betrachtet. Die Darstellung von Gewalt ist heute anders, und anders ist auch der Umstand, dass Gewalt im realen Leben gefilmt und an Freunde geschickt wird. Da sind einfach ein paar Dämme gebrochen. Jetzt baue ich eben den nächsten auf. Diesmal einen, der hält und mir ausreicht.

...

http://www.youtube.com/watch?v=VFo5Ky8YE8c :)

Statussymbol,...

Statussymbol, Distinktionsgewinn, ja, diese Themen gibt's, und manchmal hat es mich auch schon genervt, wenn jemand gar zu beifallheischend damit hausieren ging, keinen Fernsehapparat zu haben. Es kommt ja leider immer auf den Kontext an, diesen nervigen Gesellen. Im kulturpsychologischen Seminar oder an der Steiner-Schule rennt man damit längst offene Türen ein und klopft sich kaum verholen selbst auf die Schulter. Ich persönlich hab's mir einfach abgewöhnt, ohne Vorsatz, irgendwann war's plötzlich vorbei und hat gar nicht wehgetan. Trotzdem denke ich auch gerne an tolle Fernseherlebnisse zurück, aber das ist weniger mein Thema als bestimmte Fragen, die hier auch schon angerissen wurden: Wird in solchen Sendungen wie Til Schweigers Frauenvorführershow Realität "abgebildet" oder nicht auch entscheidend gestaltet? Wird gesendet, was die Zuschauer nun mal (angeblich) wünschen? Und wäre das das einzige Kriterium?

Lieber Don Alphonso, wie Recht...

Lieber Don Alphonso, wie Recht haben Sie! Aus der Seele gesprochen. Seit der Studentenzeit habe ich nie das Beduerfnis verspuert, einen TV besitzen zu muessen. Doch in Amerika entkommt man dem Geraet niemals, wenn man mit Kommilitonen (archaisch im Zusammenhang, roommates trifft es viel besser) zusammenlebt. Und vorher hatten die Eltern dann in Deutschland nur einen S/W Fernseher (wobei es immer hiess, nur einen Film pro Abend, dann wird wieder abgeschaltet). Daher war in California das bunte Geflimmer erst einmal spannend - Originalfolgen Miami Vice, Hunter, American Football und auch die Challenger-Katastrophe. Doch das legte sich wieder. Dann ein TV einer chinesischen Studentin abgekauft als sie wieder nach Hause flog - der stand 2 Jahre uneingesteckt als Ablageflaeche auf dem Boden der Bude. - Doch wenn man nicht wie Sie alleine lebt muss man Kompromisse machen, daher auch mal aus Ruecksicht ein TV gekauft - letzte Sendung WM Deutschland-Portugal. Dann gab es kein frei empfaengliches TV mehr im Haus und seitdem ist der auch Ablageflaeche (nicht stilecht, ich weiss). - Im Hotel schalte ich das Ding auch nie ein und mache mir einen Spass daraus manchmal eine Decke darueberzuhaengen - zur unendlichen Verwunderung von Kollegen, die am Wochenende juengst zu mir kamen um auf dem Teppichboden des Zimmers Monopoly zu spielen. - Klar ist's Snobismus, das ist mir bewusst. - In Sachen TV sind manche Menschen eben Atheisten, keine Agnostiker, denen es gleichgueltig statt verhasst ist.

Als ungefähr Achtjähriger,...

Als ungefähr Achtjähriger, Anfang der Siebziger, trieb ich mich mit Nachbarskindern außerhalb des Ortes im Steinbruch herum. Da war eine 80 Meter hohe Steilwand, in der man klettern konnte. Es war total verboten, sich diesem Ort nur zu nähern, dort zu sein würde man "thrill" nennen. Und um 17 Uhr verläßt mich die Nachbarsbande, weil es "Kinderstunde" gibt. Da begehst Du das größte Verbrechen Deines Lebens und die Komplizen müssen zum Fernsehen...

0 Theoderich 10.06.2009, 20:58 Uhr

Werter Don Alphonso und...

Werter Don Alphonso und Diskutanten, aus eigener Erfahrung schlage ich folgenden Selbstversuch vor: Zuerst eine Woche jeden Tag die Glotze einschalten und alles anzappen und konsumieren, wozu man Lust hat bzw. was einem vorgeflimmert wird. Die darauf folgende Woche totale Fernsehabstinenz und als Alternativen z.B. längeren Abendspaziergang, Freunde treffen, Buch lesen, (gute) Radiosendungen hören, jemand anrufen, von dem man längere Zeit nichts gehört hat, Musik hören, Musikinstrument spielen, neues Gericht kochen- wenn`s geht mit lieben Mitmenschen, Erdbeeren selber pflücken gehen, Rad flicken, Ausflug machen, Weinprobe veranstalten, was Schönes kaufen (und so nebenbei die Wirtschaft ankurbeln) und was weiss denn ich... Welche Woche im nachhinein wohl als bessere Zeit in Erinnerung bleibt...

was total stört, sind diese...

was total stört, sind diese pop-ups mit werbeunterbrechungen, die hier auf der faz-seite immer hochpoppen. das nervt wie privatfernsehen. dagegen erfreut, dass blogs was nostalgisches haben. sie sind wie das fernsehen früher einmal war, als kuhlenkampff zwar einen ungefähren plan von der sendung hatte, aber jederzeit mit stromausfall, zwischenrufen und unkontrollierten zuschauerreaktionen rechnen musste. alles eine frage der regie. an meinen eigenen blogs hat mich bislang immer schon bekümmert, dass es auch dort jede menge leute gibt, die bloß glotzen.

Don, man möchte dir zurufen:...

Don, man möchte dir zurufen: Mach dich doch mal locker! Eine gute Doku in Arte oder ein guten Tatort wird dich schon nicht in eine Sinnkrise stürzen. Ihr Blogger seit schon oft recht verkrampft....

0 hansimglueck 10.06.2009, 22:37 Uhr

"Man darf denen keinen...

"Man darf denen keinen Zentimeter Raum geben [...]" peter sloterdijk ist bekanntlich einer von "denen"- sehr erfreulich, dass die faz peter sloterdijk in ihrer gestrigen ausgabe mehr als nur einen zentimeter raum gegeben hat- sein essay in der reihe "die zukunft des kapitalismus" halte ich für sehr lesenswert- und alexander kluge ist auch einer von "denen"- also etwas mehr grosszügigkeit, wenn man bitten darf- im übrigen ist es m.e. sehr empfehlenswert nicht selbst fernzusehen sondern fernsehen zu lassen: z.b. stefan niggemeier- niggemeiers fas-kolumne "teletext" wirkt fernseh-neugier-dämpfend, der tv-o-ton "teledialog" gibt einem dann voll den rest-

0 donalphonso 10.06.2009, 22:47 Uhr

So oft wie in diesen Debatten...

So oft wie in diesen Debatten die Arte-Dokumentation (alternativ 3-Sat) zitiert wird, müsste der Sender längst Marktführer sein.

0 donalphonso 11.06.2009, 00:01 Uhr

Freelancer, das ändert sich....

Freelancer, das ändert sich. Früher war das wirklich noch untypisch (kannst Du Dir keinen leisten?), aber inzwischen ist es nicht mehr so selten. . elbseger, ich will nicht ausschliessen, dass es in anderen Räumen diese Geräte gibt. Aber allein der Umstand, dass sie als nicht vorzeigegeeignet gelten und radikal ausgegrenzt werden, ist doch erstaunlich angesichts der Bedeutung, die man sonst allgemein darin sieht.

0 donalphonso 11.06.2009, 00:05 Uhr

Krokodil, für diese Art Leute...

Krokodil, für diese Art Leute gilt der schöne englsiche Spruch "it's like shooting fish in a barrel". Zu viel auf zu kleinem Raum, man kann sich gar nicht bewegen, ohne einen zu erwischen. Allerdings weiss ich nicht, wie die aussehen und was die tun. Einmal sass ich neben einem höchst ordinären Paar in einem westberliner Restaurant und musste mich von meiner Gebleiterin aufklären lassen, dass diese Tischsittenfernsten tatsächlich Sendungen moderieren und anderen Leuten etwas vom Leben erzählen wollen.

0 GEZ abschalten! 11.06.2009, 05:13 Uhr

Schlimmer noch als das...

Schlimmer noch als das Fernsehprogramm ist die Firma, die bei allen in Deutschland Ansässigen die Fernsehgebühren eintreibt sowie der Beschluss der Ministerpräsidenten der Länder, die Gebührenpflicht auf neuartige Empfangsgeräte auszuweiten. Ich bin ein Snob wie Don Alf, habe die Stille liebend auch kein Radio. Mein PC wird aber als neuartiges Empfangsgerät angesehen und so müsste ich strenggenommen dafür zahlen. Gerade diejenigen, die sich dem Pöbelfunk verweigern, sollen bezahlen! Für die Zukunft schlagen Parteien eine Medienabgabe vor, so dass die Gebührenpflicht nicht mehr einzeln von einem provisionsgeilen GEZ-Blockwart kontrolliert werden muss.

In einem Selbstversuch hatte...

In einem Selbstversuch hatte ich seinerzeit beschlossen, ein Jahr lang ohne TV auszukommen. Schon recht schnell habe ich es nicht mehr vermisst und wenn ich heute so gegen etwa 22:00 Uhr mich mit all dem beschäftigt habe, womit ich mich beschäftigen muss und/oder möchte und wofür ohne Glotze viel Zeit ist, dann lese ich für die Erlangung der nötigen Bettschwere lieber noch ein wenig, als den schleichenden Hirntod vor der Mattscheibe zu erleiden. Für einen Fernseher sehe ich heute nur noch einen einzgen Verwendungszweck: Ab und an eine DVD anschauen, Filme, die man immer mal wieder sehen wollte.

Zur Geographie des Interieurs:...

Zur Geographie des Interieurs: es ist schon auffaellig, wie in frueheren Wohnzimmern die Sitze um einen Tisch angeordnet waren und sich alle gegenuebersassen. Jetzt ist alles in den meisten Wohnungen auf einen bestimmten Platz an der Wand ausgerichtet :). So erkennt man uebrigens sofort, welcher Schrank (mit oder ohne angebohrter Wand) das Geraet verbirgt - in bester Sichtlinie der komfortablesten Sitzgeraete. - In meinem moeblierten Apartment in Bucharest habe ich gleich am ersten Abend des Einzugs die Schrankwand (mit TV) von der Front der Couch auf die Seite geschoben, dafuer der Couch die 2 Sessel gegenueber gestellt die vorher verschaemt auf der dunklen Seite standen. Keine Ahnung ob meine Nachmieter dieses Arrangement uebernommen haben. Ich muss aber gestehen, dass ich damals auf dem Geraet UEFA-Cup Spiele gesehen habe, war aber auch im Stadion von Rapid Bucharest (wo es kein Bier gibt).

0 malaparte 11.06.2009, 07:25 Uhr

itha: Es gibt allerdings einen...

itha: Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen den Pop-Ups und der Werbeunterbrechnung: mit dem richtigen Programm auf dem Rechner kann ich alles missliebige abstellen - daher habe ich hier noch nicht eins der Werbefenster gesehen. Die Werbeunterbrechnung an einer spannenden oder schönen Stelle inmitten eines Films im Fernsehen kann ich hingegen nicht wegmachen.

0 kleinerberg 11.06.2009, 08:34 Uhr

weiß nicht,ob der begriff...

weiß nicht,ob der begriff umgehen von umgang kommt. " bewußtes" fernsehen würde ja auch schon bedeuten,dass man das programm kennt,was wiederum heißt,es jeden tag zu lesen,vorausgesetzt die sendungen kehren nicht zeitgeregelt wieder. roger willemsen hat einmal von "netzthautbelichtung"gesprochen- selten(nur krankheitsbedingt)) bleibt der eindruck dort hängen,sondern marschiert zum zwischenhirnsieb, das es dann dem großhirn zum denken überlässt. dann schließlich schenkt uns der körper noch ein paar signale: unruhe, anspannung, entspannung, ermüdung.....schlaf. wer aus dieser mixtur was sinnvolles fürs sich erfährt,dem scheint zumindest gerechtfertigt der tausch: zeit gegen fernsehen

0 Miss Peabody 11.06.2009, 08:50 Uhr

Fernseher sind in der Tat...

Fernseher sind in der Tat überflüssig. Als Archäologiestudentin bin ich ohnehin sehr viel unterwegs und genieße, wennn ich wieder in meiner Wohnung angekommen bin, lieber ein gutes Buch. Nicht nur, dass das Fernsehen eine massive Ablenkung darstellen kann, wenn man versucht, sich auf etwas zu konzentrieren, auch die Qualität dessen, was da ausgestrahlt wird, hat so enorm nachgelassen, dass viele von uns bewusst auf den Fernseher verzichten. Ab und zu gehe ich ins Kino und ich gebe zu, einige DVDs zu besitzen, die ich - so fern mir der Sinn danach steht - auf meinem Laptop ansehe. Weshalb spielt man im Fernsehen nur noch hirnlose Doku-Soaps und lässt anspruchsvollere Filme unter den Tisch fallen? Damit unterstellt man dem Publikum von vornherein, es wäre geistig nicht fähig, mit thematisch gehobeneren Themen umzugehen. Marcel Reich-Ranicki hatte recht, als er den Fernsehpreis ablehnte.

0 Remington 11.06.2009, 09:08 Uhr

Wenn man weiß, wie Fernsehen...

Wenn man weiß, wie Fernsehen gemacht wird, dann weiß man, dass jedes einzelne gezeigte Bild eine Lüge ist. Diskussionen werden gelenkt und abgesprochen, Nachrichten gekürzt und verfälscht, selbst harmlose Natur- und Tieraufnahmen gestellt und bearbeitet. Immer die Quote im Hinterkopf. Im Rahmen einer Ausbildung hatte ich mal die Möglichkeit, in einer Life-Redaktion auf der Funkausstellung Mäuschen zu spielen. Der Regisseur hatte vier Kameras bei einer Nachmittags-Kochsendung zur Verfügung, jeweils ein Bild wurde gesendet. Eine Kamera für die Totale, zwei für Nahaufnahmen, eine schwenkte übers Studiopublikum auf der Suche nach: "Scheiße, wieder nur Grauköppe und schlaffe Omis da, verdammich! Ich brauch Titten! Gib mir TITTEN!!"

0 elbsegler 11.06.2009, 09:26 Uhr

Don Alphonso, wird dem...

Don Alphonso, wird dem Fernsehen oder dem Fernseher wirklich "Bedeutung" zugemessen? Ich glaube es ist viel weniger als Bedeutung, es ist eine schlechte Angewohnheit wie das Kettenrauchen oder die Dauerberieselung mit sogenannter Musik. Das ästhetische Problem "Fernseher" ist, wie sollte es anders sein, reine Geschmackssache. In Ihrem Ambiente macht sich ein Fernsehgerät sicher als Fremdkörper bemerkbar, es gab und gibt aber auch durchaus Fernsehgeräte, die auch gehobenen ästhetischen Ansprüchen genügen, wenn ich z.B. an Loewe, B&O oder andere denke. Es tut nur weh, wenn wertvolle alte Möbel ruiniert werden, um als Gehäuse für die Flimmerkiste zu dienen. da gibt es auch respektvollere Lösungen. In einem Punkt ist allerdings auch bei mir Schluss: Dieses Surround-Sound-Gedöns mit dutzenden von Lautsprechern, die wie Schwalbennester an den Wänden kleben, kommt für mich nicht in Frage. Dieser Akustik-Overkill räumte der Flimmerkiste auch für meine Nutzungsverhältnisse einen Raum ein, der ihr nicht zukommt. Auch die von Cao Ky beschriebene Fokussierung der Wohnzimmereinrichtung auf den Fernseher finde ich fürchterlich. Ansonsten kann man, wie auch mark793 deutlich macht, selektiv fernsehen. Das erstaunliche an Kindern ist, dass sie durchaus fernsehentwöhnt bleiben können, wenn man nur will. Bei uns war und ist z.B. das Fernsehen der Kinder am Sonntagmorgen, was die Eltern ja angeblich zulassen müssen, um mal ausschlafen zu können, nie ein Thema gewesen. Und , oh Wunder, die Kinder beschäftigen sich doch tatsächlich selbst! Unser Weg zum Fernsehen mit den Kindern war von einer Grundbedingung abhängig: behauptete Langeweile war ein klarer Grund, kein Fernsehen zuzulassen. Fragen Sie mal ein Kind, das intensiv spielt, ob es jetzt fernsehen möchte. Sie werden regelmäßig ein Nein kassieren. Wie überhaupt: Kinder siind hervorragende Selbstbeschäftiger, wenn man es nicht zuläßt, sich als Eltern zum Programmkasper machen zu lassen. Wenn es mal vorkam, dass mein Sohn sich über Langeweile beklagte und nun auf meinen Vorschlag zur Überwindung des Problems wartete, wartete er vergebends. Ich habe dann schlicht gesagt, Langeweile müsse man auch mal aushalten, er solle sich mal hinsetzen und warten, dass die Langeweile vorbeigeht. Es dauerte nur Minuten bis er aufstand und wieder etwas zu tun hatte. Bis heute ist Langeweile bei uns kein Thema. Und die Kinder kommen auch heute nicht auf die Idee, tagsüber einfach den Fernseher einzuschalten und sich davor zu hocken. Allerdings würde ich das Ding dann auch wieder ausschalten, so viel Repression muss sein :-) . Es gibt auch nur einen Fernseher bei uns. Der Fernseher hat natürlich wie ein gemeinsamer Theater- oder Konzertbesuch auch den Vorteil, dass alle gleichzeitig einen Stoff aufnehmen, über den dann gesprochen werden kann. Reihum ein Buch zu lesen, über das man sprechen will, erfordert von allen schon viel Disziplin, die im Alltag schwer fällt. Es gibt eben - und nicht nur auf arte und 3sat - doch auch heute noch Sendungen, die informativ sind. Manchmal lohnt es sich auch, echten Mist mit den Kindern zu sehen. Denn nur dann kann man darüber diskutieren, warum das Gesehene Mist ist. Don Alphonsos Fernsehabstinenz ist natürlich vollkommen richtig. Es gibt keinen Grund, einen Fernseher zu haben, wenn einen das Medium überhaupt nicht interessiert. Das ist doch der Normalfall des Lebens. Ich kaufe mir ja auch keine Zigaretten, obwohl ich nicht rauche, nur weil andere ohne Fluppe nicht leben können. Der Gedanke, einmal zu sterben ohne jemals eine Zigarette oder eine gute Zigarre geraucht zu haben, beunruhigt mich nicht. Ich spüre keinerlei Verlangen, das Rauchen mal auszuprobieren. Dazu braucht es keine weitere Begründung. So wird es dem Don mit dem Wein gehen. Eigentlich ist das Ganze nur deshalb ein Thema, weil es eben von manchem mit viel Heuchelei betrieben wird. Man glaubt, man sei es seiner Umgebung schuldig, ein aktiver Nicht-Fernseher, Nichtraucher, Nichttrinker oder was auch immer zu sein, ohne es wirklich sein zu wollen. Dieses Anpassertum nervt dann gewaltig. Diese Anpasser sind auch nicht in der Lage, ihren Kindern einen normalen Umgang mit diesen Themen zu vermitteln, sind aber im verbalen Übereifer häufig diejenigen, die von anderen größte Disziplin einfordern.

0 zonebattler 11.06.2009, 10:09 Uhr

Natürlich läßt sich mit...

Natürlich läßt sich mit demonstrativer Medien-Abstinenz gut kokettieren: Meiner einer hat z.B. im (vorhandenen) Kraftwagen keinerlei Audio-Ausrüstung und ruft damit regelmäßig erstaunte Reaktionen hervor. Eine gewisse Lust zur Provokation der Mainstream-Medienfreaks kann ich daher nachvollziehen. Gleichwohl würde ich in den eigenen vier Wänden nicht auf einen (auch ausgeschaltet vorzeigbaren) Bildschirm verzichten wollen: Sowenig mich einer dazu zwingen kann, aus meinen guten Tonmöbeln was anderes als Bach, Brahms, Beethoven oder Bruckner erklingen zu lassen, sowenig entehrt und deklassiert es meinen betagten Trinitron-Monitor, wenn er außer Jean Pierre Ponnelle-Opernfilmen, klugen Reportagen und alten Spielfilm-Klassikern latent auch zeitgenössischen Dreck und Schund in den Raum stellen könnte: abusus non tollit usum. Das gilt für bewegte Bilder nicht weniger als für Tonträger und bedruckte Seiten aus Papier...

0 donalphonso 11.06.2009, 10:12 Uhr

Nun, in meinem Wagen, den ich...

Nun, in meinem Wagen, den ich hoffentlich am Montag abhole, habe ich durchaus Musik: Man sagt, man hört es einen Block weit durch verschlossene Fenster, wenn man den Motor startet. (Jedem Tierchen sein Plaisierchen)

Hallo Don Alphonso, nette...

Hallo Don Alphonso, nette Story.... aber lebst du wirklich gern in so einem altertümlichen (für mein Empfinden überladenen) Ambiente? Für mich wär das nichts, ich mag's lieber spartanisch und aufgeräumt, und ganz ohne Computer, das geht doch nicht, jeden Falls nicht grundsätzlich. Aber wie man hier in Südspanien zu sagen pflegt: "Hay gente para todo". beste Grüße Alex

0 donalphonso 11.06.2009, 10:45 Uhr

Ich lebe konkret in einem...

Ich lebe konkret in einem recht üppigen Jesuitenkolleg mit letzter Ausbaustufe im Jahr 1600. Schlichtheit und Zurückhaltung passt da nicht so richtig zur Intention der Bauherren und zum Stuck, zum Parkett und der äusseren Erscheinung - ausser vielleicht im Dienstbotenhaus, das wir auch noch haben. Ja, manche denken, bei mir sieht es aus wie im Museum. Die verkennen dann aber die Qualität und den Nutzwert alter Möbel. Meine 290 Jahre alten Stühle werden noch in Gebrauch sein, wenn man Ikea als Synonym für Müll hernimmt.

0 Huuh.rrah 11.06.2009, 11:36 Uhr

Endlich habe ich das Wort...

Endlich habe ich das Wort gefonden. (Gefonden!) Ich bezeichne Sie als Zierat. Was sagen Sie dazu?

0 donalphonso 11.06.2009, 11:37 Uhr

elbsegler, es ist natürlich...

elbsegler, es ist natürlich auch eine Geldfrage, gerade im Vergleich zum Buch. Das, was andere für die Glotze im Jahr bei dreijährigem Gerätewechsel und GEZ ausgeben, kostet bei mir allein schon der Büchernachschub im Monat - gestern München, zwei Antiquariate, 15 Minuten und schon wieder 80 Euro ausgegeben. Ausserdem stelle ich es mir sehr quälend vor, nochmal Kinderbücher zu lesen. Wie das also in Familien geht - dazu kann ich wenig sagen. Aber auch beim restriktiven Umgang in meiner Familie mit dem Thema hatte ich nicht den Eindruck, dass es keine Alternativen gegeben hätte. Auf dem Bauernhof, wo wir zu Pfingsten waren, gab es zwei katholische ältere Damen, die mir und meiner Schwester statt Glotze am Abend das an Kartenbetrug beibrachten, was uns meine Tante Mami noch verschwiegen hatten. Das fanden wir sehr aufregend.

0 donalphonso 11.06.2009, 11:43 Uhr

Miss Peabody, diese...

Miss Peabody, diese Orientierung nach unten ist tatsächlich ein grosser Unterschied zur Unterhaltung früherer Epochen, der es nicht so gradraus egal war, wie sehr die Leute verblöden. Selbst der von mir ob seiner Katholizität wenig geschätzte Calderon de la barca war mir bei all seiner Vernageltheit näher als die Macher von RTL. . Remington, die Realitätskonstruktion ist nochmal ein anderes Problem. Genauere Analysen würden aber bedeuten, dass ich mich einarbeiten müsste. Ich weiss aber noch, wie mal eine Abgeordnete des Landtags einer Kamera die Pressemitteilung ins Gesicht las, die sie nicht kannte, und all die Takes, die ein Kirchenvertreter brauchte, um im Presseclub seine Argumente für eine Verschärfung des Gotteslästerungsparagraphen aufs Band zu bringen. Man kann auch fragen, ob man Politiker nicht einfach alle ähs drinnen lassen sollte. Und auf die Erlaubnis, Interviews zu bringen, nicht besser verzichtet.

0 donalphonso 11.06.2009, 11:45 Uhr

Huu rha - wie es Ihnen...

Huu rha - wie es Ihnen beliebt. kleinerberg, ein anderes Problem ist natürlich die Zeit: wenn man kocht und bergsteigt und kommentiert und ein neues Buch von George Mosse hat und auch Wert auf einen Tee am Nachmittag legt - dann hat man einfach keine Zeit für die Glotze.

Hin- und...

Hin- und Wiederleidenschaften @w.schmid: Autsch: Will und Maischberger in einem Atemzug, das tut weh. Ich mag die Maischberger, die Frau hat Klasse (abgesehen davon wirkt sie sehr erotisch), denn sie bringt es sogar fertig, dem Hartgesottensten ein paar verräterische Grunztöne abzupressen, wie zum Beispiel diesem Autisten Kissinger, der schon seit Jahrzehnten der eigentliche Präsidentenmacher der USA ist (und der eigentliche Theoretiker der herrschenden Klasse dort) und in etwa soviel Leidenschaft und Gefühl zeigt, wie ein Soziopath. Das muss gekonnt sein, ohne der Lust nach zu geben, diesem A…. mit dem nackten Gesäß ins Gesicht zu springen. Und so was, muss man doch vorführen, sonst bliebe dem Volk doch nur der Frust! Auch den Karl, den Lagerfeld, fand ich geil, wie ihn die Maischberger doch so charmant, wenigstens so charmant wie ihr Gegenüber, durch den Fleischwolf gedreht hat. Köstlich wie man sehen durfte, mit welchem Genuss da das weibliche Geschlecht seinem Trieb nachgibt, und diesem Beau so Geschwätzchen nach Geschwätzchen nicht nur das spröde gewordene Make Up von der Wange entfernt (sanft, nicht kratzend), sondern ihm auch noch einige kluge Bemerkungen dabei abrang. Sind doch gewisse Designer wahre Propheten. Alle Wahrheit haben sie sozusagen in ihren kunstfertigen Fingern. So was kann man nicht lesen, das muss man sehen, das muss bei einem selber alle Sinne erfassen. Im Übrigen liebe ich meine Krimis (Wallander…), man kann sie auch lesen, aber es sind doch die Bilder, von jenen uns so fremden Wesen, die da Verbrecher jagen, ohne so bekloppt zu sein, wie die meisten unserer Verbrecherjäger (selbst die Verbrecher kommen einem da besser vor), die durch nichts zu ersetzen sind. Oder auch Inspektor Barnaby, ich liebe jene englische kalte, leicht hochnäsig wirkende Nonchalance (ganz anders als die Franzosen, die Deutschen haben gar nichts davon), verbunden mit dieser doch ziemlich skrupellosen Art den Nachbar um die Ecke bringen zu können. Sind doch diese Engländer immer noch ein Volk der Jäger und Sammler. Wenn sie nicht jagen, Tiere oder Menschen eben (deswegen ist Animal Peace in England doppelt unbeliebt), dann sammeln sie Kuriositäten, oder einfach nur Kräuter und sonstige Gewächse aus ihrem Garten. Und hätte man sich jemals einen Macbeth außerhalb Englands vorstellen können? Und auch Shakespeare im Fernsehen ist doch immerhin besser als gar nichts. Ich denke aber, der Hauptgrund für diese meine Leidenschaft, ist der Anblick dieser englischen Cottages. So was gibt es doch bei uns gar nicht. Und wenn wir unsere Tochter nicht ab und an vor den Fernseher setzen würden, gäbe es bald nichts mehr zu essen bei uns – so ist sie halt, die Kleine. Also Leute, es kommt auf den Verstand an, der da vor der Glotze sitzt. Ich denke, meiner ist noch ganz brauchbar, trotz dieser Hin- und Wiederleidenschaften.

0 alexander Vethers 11.06.2009, 11:56 Uhr

writing as sheer "...

writing as sheer " masturbation"

0 donalphonso 11.06.2009, 12:02 Uhr

alexander Vethers, auf...

alexander Vethers, auf Englisch wird die Aussage auch nicht besser, klüger oder gar angemessen. . ?, sollte Internet und Fernsehen ausfallen - nun, für die einen gibt es Bücher, für die anderen Bordelle und Poker, und wer damit nichts anfangen kann, könnte sich wieder mit Gesellschaftsspielen anfreunden. Ich bin ja ein grosser Freund von Rommee. Würde man TV und Internet vermisse? In letzter Zeit denke ich viel über "digitalen Ballast" nach, komme aber stets zur Erkenntnis, dass die Vorteile des Netzes deutlich überwiegen.

0 donalphonso 11.06.2009, 12:12 Uhr

Cao Ky, ohne die Glotze wären...

Cao Ky, ohne die Glotze wären auch "moderne Wohnlandschaften" mit dem alles dominerenden und mit Liegeflächen ergänzten Sofaungetüm nicht vorstellbar. Im letzten Bild sieht man einen Teil eines dänischen Lounge-Sofas aus Palisander - das wurde von den Erstbesitzern aussortiert, weil man nach den 50er Jahren darauf so schlecht fernsehen konnte. Alles, wirklich alles andere geht darauf hervorragend. Das war natürlich letztlich gut für mich, denn woher sonst bekommt man heute noch originale Stücke von Kai Kristiansen?

0 donalphonso 11.06.2009, 12:17 Uhr

hansimglueck, die...

hansimglueck, die Schadenfreude um das Wissen, dass sich manche diesem Dreck beruflich aussetzen, ist ähnlich klein und unbedeutend wie die über den unverantwortlichen Idioten, den es bei der Explosion von Tschernobyl auch erwischt hat. Kann ja sein, dass man sich trefflich über den Müll amüsieren kann. Besser wäre es, wenn es dazu keinen Anlass gäbe. Zu den besagten Herren kann ich wenig sagen, nur der S, hat mir mal einen sagenhaft öden Abend im Rahmen einer Vorlesung einer Burdastiftung beschert - ohne dass ich mich an irgendetwas erinnern könnte von dem, was er da vortrug.

0 Zögere nicht - warte 11.06.2009, 12:21 Uhr

Mir scheint, als würde sich...

Mir scheint, als würde sich der Internetauftritt der FAZ mit seinen zahlreichen Videobeiträgen auch kontinuierlich in Richtung Fernsehkanal entwickeln. Wir sollten uns also auch in der Online- Welt nicht in allzu grosser Sicherheit wähnen vor bewegten Bildern mit vorgeschalten Werbebotschaften. Um so wohltuender die Abgeschiedenheit in diesem Blog - Keine Werbebanner - keine Videos - keine Kaufempfehlungen. Hier bin ich gerne. Danke Don!

0 Sponge Bob 11.06.2009, 12:23 Uhr

Man überdenke den Begriff...

Man überdenke den Begriff "vorzeigbar". Von was für einer Abhängigkeit von Urteilen anderer kündet es, wenn man sich so viele Gedanken darüber macht, ob ein Gerät/Möbelstück etc. "vorzeigbar" ist? Ich gehe davon aus, das Motiv dahinter ist nicht so niedrig, wie dieser Begriff es nahelegt, einfach weil ich größten Respekt vor Don Alphonso hege, gerade weil er mich oft ärgert mit seiner Großherrenart. Ist das nun eher ein Faible fürs Kreative, wenn man so passioniert an seiner Inneneinrichtung und an seiner persönlichen Profilschärfe arbeitet, oder ein Hang zur übermäßigen Kontrollhaftigkeit? Jedenfalls eines ist sicher: Die TV-Abstinenz hat Don Alphonso nicht geschadet, denn Mittelmäßigkeit läßt sich in diesem Blog nicht finden.

0 donalphonso 11.06.2009, 12:35 Uhr

Sponge Bob, dieses Blog legt...

Sponge Bob, dieses Blog legt es nun mal nicht darauf an, sich anzupassen. Es ist das Ziel, diese Welt so zu vermitteln, wie sie ist: Sperrig, vorurteilsgesteuert und im vollen Bewusstsein, dass man schon immer da war und immer da sein wird. Ich finde das auch nicht immer passend, aber mei, es dient dier Nichtverständigung. . Natürlich gibt es eine generelle Haltung, die das Vorzeigbare definiert. Um diese Frage kreist ein grosser Teil des Konsumverhaltens der besagten Schicht, im grossen und ganzen denkt man auch nicht darüber nach, es ist einfach so. Um es zu begründen, muss ich auch erst mal nachdenken. . Zögere nicht - warte, zuerst einmal spricht natürlich nichts dagegen, Menschen bewegt zu filmen. Es kann funktionieren, und es gibt wie in jeder Ausdrucksform Gutes und Schlechtes. Das Problem beim Video sind dagegen die hohen Kosten. Entweder man hat extrem gute Inhalte, die jeder sehen will, oder man schreibt Verluste, oder man macht es schlecht und billig - und das Fernsehen geht den letzten Weg.

Rommé? Auch immer gerne...

Rommé? Auch immer gerne gespielt, vorzugsweise an den Wochenenden mit den Großeltern. Und manchen Sonntag den ganzen Nachmittag hindurch Canasta mit meiner Urgroßmutter. Gestärkt mit Tee, Torte, Marillenknödeln oder Kaiserschmarrn... Ich kann mich gerade gar nicht erinnern, dass da jemals das Fernsehgerät eingeschaltet war. Sind schöne Erinnerungen.

0 freelancer 11.06.2009, 12:41 Uhr

Don Alphonso, ich hatte eben...

Don Alphonso, ich hatte eben auch geglaubt, dass "keinen Fernseher besitzen" inzwischen wirklich nichts Besonderes mehr ist, sondern sozusagen zur Grundausstattung jedes nur halbwegs ambitionierten urbanen Bionade-Biedermeiers gehört. Aber so ist es eben nicht! Wirklich schlimm sind nicht die glotzenden Unterschichten, denen man eh nie begegnet. Sondern die klein-klein-kleinkarierten akademischen Mittelschichten, die einem das Ganze als Grundversorgung und anspruchsvolles Kulturschaffen verkaufen. Und es wie gesagt als Verletzung ihrer Berufsehre empfinden, wenn man am Wochenende lieber im Garten arbeitet.

0 donalphonso 11.06.2009, 12:42 Uhr

Theoderich, das problem ist...

Theoderich, das problem ist natürlich: Für eine Woche ohne Glotze braucht man auch Sozialkompetenz, und wenn es etwas gibt, das einem diese Eigenschaft abtrainiert, nun, dann ist das was wohl? Ich glaube nicht, dass es leicht ist, den Weg zurück zu gehen, zumal damit erst einmal eine Reizreduzierung einher gehen sollte - keine Leichen mehr, keine Gewalt, keine Brüller, keine Witzchen. Versteht ein TV-Konsument etwas vom Geräusch des Bergbaches? Vom unterschiedlichen Grün des Farns? . itha, was mich wundert ist, dass man hier wirklich Werbung schaltet. Ich dachte immer, das Geschriebene würde die Kunden vergraulen, aber es reicht offensichtlich nicht. Ich denke aber, dass die Partizipation nochmal ganz anders als beim Fernsehen ist. Früher sahen zig Millionen zu, und ein paar Dutzend Leute konnten im Studio etwas sagen. Inzwischen kommen hier auf 1000 Leser 10 - 20 Kommentare. Immer noch nicht viel, aber erheblich mehr und direkter.

Don, schon mehrmals kam mir...

Don, schon mehrmals kam mir der Gedanke, dass Sie die aktive, gelebte, auf den Punkt kommende Seite sind, von Einigem was der Peter S. denkt und philosophiert. Und das muss man erst einmal schaffen...

0 donalphonso 11.06.2009, 12:54 Uhr

Dazu müsste ich aber erst mal...

Dazu müsste ich aber erst mal zur Überzeugung kommen, dass es nach dem Tod von Voltaire noch philosophische Bücher gibt, die mich interessieren und nach denen ich mich orientieren könnte - meine Maxime ist immer noch die des Candide "mais il faut cultiver notre jardin". Danach hat sich eigentlich nichts mehr getan, und das ist auch in Ordnung so.

...by the way. die Flammen,...

...by the way. die Flammen, des kleinen Feuers, das Sie mit diesem Blog entzündet haben, lodern von Story zu Story ein wenig höher. Und das ist schön mitanzusehen. Da ich nun einen Urlaub ohne Netzzugang vor mir habe, weiss ich gar nicht, ob mich diese, zum aktuellen Thema passende Tatsache traurig oder glücklich machen soll ?

0 Damenwahl 11.06.2009, 13:00 Uhr

Rommé! Jajaja! Kennen Sie...

Rommé! Jajaja! Kennen Sie Räuber Rommé? Mit einer ältlichen Verwandten (auch fernsehlos) haben wir immer Canasta gespielt, ganze Nächte lang. Aber bitte, wer sonst macht sowas heute noch? Ich habe danach gesucht in meinem Frankfurter Kollegenkreis, ehrlich, aber da war keiner. Muß ich dafür nach Bayern ziehen?

0 donalphonso 11.06.2009, 13:05 Uhr

Miner, das Netz kann die...

Miner, das Netz kann die Realität nur ergänzen. Weg mit der Kiste! Das Leben ist schön.
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Damenwahl, ich kenne das alles, mit Klopfen und Zinken und überhaupt. Ich habe letzthin auch wieder Karten für den Sunbeam gekauft, for occasions such as picnics or breakdowns:
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So hatte ich mir das nämlich vorgestellt: Mit dem Sunbeam an einen Bergsee, Tee, Torte, Rommee.

Damenwahl, um Gottes Willen,...

Damenwahl, um Gottes Willen, bleiben Sie in Frankfurt, Rommé spielen hier viel mehr Menschen als Ihnen bewusst ist. Gerade in letzter Zeit immer mehr. Fragen Sie weiterhin und Sie werden eine Runde zusammenbekommen.

Don Alphonso, deutsche...

Don Alphonso, deutsche Radiosender sind, wie ja schon ganz zutreffend konstatiert, zumeist ungenießbar, hier drei ganz annehmbare Alternativen für übrig gebliebene Momente: http://mp3.live.tv-radio.com/francevivace/all/francevivacehautdebit.mp3; http://mp3.live.tv-radio.com/francemusique/all/francemusiquehautdebit.mp3; http://mp3.live.tv-radio.com/fip/all/fiphautdebit.mp3; Du hast zwar das Vergnügen in einer sowohl exklusiven wie heiklen Situation ein Theama vorzugeben, wo eine blogPlauderei schnell mal den Teekeks aus der Hand rutschen läßt, aber Du lernst ja vermutlich dabei- Nachsicht z.B. auch mit Gesprächstölpen zu üben, über saturierte Selbstgefälligkeit, grobschattierte Polemiken, knetweicher Eindimensionaltät, verhudelter Selbstreflexion, sowie Biedermeierstuhl ramponierende Haltungsfehler diverser Gäste, nachzusinnen. Das Fenster zum Hof außerdem, sollte bei schlechtem Wetter geschloßen werden, wie Du weißt.

0 Zögere nicht - warte 11.06.2009, 13:23 Uhr

Don Alphonso, bislang machen...

Don Alphonso, bislang machen leider nahezu alle neuen Bewegtbild- medien den Fehler zu viel Belangloses im Film festhalten zu wollen. Wegen den erwähnten hohen Kosten für Produktion und Stream kann dieser Weg aber nur in wenigen Fällen zur Rentabilität führen. Lernprozesse und Kostenrechnung werden aber auch in diesem Bereich im Laufe der Zeit zu einer Balance führen. So reicht es etwa durchaus die Höhe der Transferzahlung für einen Cristiano Ronaldo nur in Worte zu fassen, wogegen bei der Schilderung eines seiner Siegtore bewegte Bilder sicherlich vorteilhaft sein können. Nach meiner persönlichen Einschätzung wollen Nutzer der Online-Angebote der Zeitungen und Magazine nicht in erster Linie bewegte Bilder, sondern bewegte Redaktionen. Also das zeitnahe Einspeisen neuer Beiträge. Gibt es doch tätsächlich Internetangebote grosser deutscher Magazine, die an Wochenenden und Feiertagen neue Beiträge nur sehr sparsam einpflegen. Dabei wäre es mühelos möglich vorbereitete Beiträge fortwährend durch Robots auf den Seiten zu plazieren, und so den Angeboten auch zur arbeitsfreien Zeit die Anmutung eines aktuellen Mediums zu geben. In arbeitsfreien Phasen der Redaktionen sind auch Leser meist arbeitsfrei, und der Nutzung aufgeschlossen. Was sich in diesem Blog ja leicht erkennen lässt.

0 Damenwahl 11.06.2009, 13:26 Uhr

Wunderbar! Ab September bin...

Wunderbar! Ab September bin ich wieder da, und dann werde ich drauf zurückkommen, Miner. Im Auto, beim Picknick, im Wohnzimmer, egal wo. . Don Alphonso, schöne Karten. Schönes Vorhaben. Kartenspielen am Bergsee... ich mache was falsch in meinem Leben, wahrhaftig.

0 Ich, wer sonst 11.06.2009, 13:33 Uhr

Das Sujet, das Sie hier so...

Das Sujet, das Sie hier so gerne bemühen, existiert so nicht. Genauso wenig wie eine Medaille nur eine Seite hat. Vieles liegt im Auge des Betrachters oder wenn Sie so wollen der Rezipienten. Und so ist auch das Fernsehen nur ein ziemlich stark und teilweise sehr einseitig gefilterter Ausschnitt dessen, was man als Leben bezeichnen könnte. Hinzu kommt, dass speziell das Fernsehen respektive deren "Macher" meinen, sich an der Zeit orientieren zu müssen. Dabei vergessen bzw. übersehen die meisten, dass sie sich am Bildniveau, und nein ich meine nicht Bildungsniveau, orientieren. Insofern ist es zwar sehr nett, wenn wir uns allenthalben darüber beklagen, aber dadurch wird sich noch nichts ändern.

Ich muss Ihnen da ganz...

Ich muss Ihnen da ganz zustimmen. Ich lebe auch seit Ewigkeiten ohne die Glotze und vermisse wirklich überhaupt gar nichts. Man vermüllt ja nur den eigenen Kopf mit diesem Kram - trifft auch auf überflüssige Presseprodukte zu. Eine Tageszeitung, sonst nur das ein oder andere Monatsheft. Bibliotheken sind in der Tat der wahre Schmuck eines jeden Hauses. Sie verrät weitaus mehr über den Bewohner als das Intérieur. Nun, mein lieber Don Alphonso. Keinen Alkohol?

0 donalphonso 11.06.2009, 13:42 Uhr

Ich weiss, das klungt ganz...

Ich weiss, das klungt ganz erstaunlich für jemanden, der in Bayern aufgewachsen ist, aber bei uns wurde ohnehin nicht viel getrunken (Vater und Mutter eine Halbe oder ein Glas Wein, Grosmütter ein Glas Sekt pro Tag). Und dazu kamen noch so ein paar alkoholrelevante Erlebnisse, möchte ich das mal umschreiben. Es war nicht immer lustig, das mitanzusehen, was meine Altersgenossen so taten. Letztendlich verzichte ich darauf ohne Mühe, aber auch ohne Aufhebens. Wer will, kann bei mir auch ein Glas Wein bekommen, oder zwei. Nur trinke ich eben nicht. Das ist alles.

0 donalphonso 11.06.2009, 13:43 Uhr

Damenwahl, gerne würde ich...

Damenwahl, gerne würde ich behaupten, dass dies die Vorzüge einer Beschäftigung bei der FAZ sind, allein: Es wäre etwas gelogen. . ferry: jaja, schon gut. Ja doch.

Einen Fernseher habe ich wohl,...

Einen Fernseher habe ich wohl, aber keinen Fernsehanschluss sondern wunderbare Filme auf DVD.

0 donalphonso 11.06.2009, 13:49 Uhr

Vielleicht noch etwas...

Vielleicht noch etwas Generelles zu diesem Blog und dem Hinweis auf das Publizieren über TV-Inhalte: Ich habe absolut keine Lust, mir Themen von der Glotze oder anderen Medien diktieren zu lassen. Ein Ziel dieser Plauderei ist es, die Ausrichtung selbst und ohne sogenannte relevante Anlässe zu bestimmen. Man kann das egoman finden und man muss es nicht mögen, aber ich würde nicht bloggen, wenn ich mich dazu verbiegen oder an etwas orientieren müsste, das ich nicht für akzeptabel halte.

...und wenn Sie diese...

...und wenn Sie diese Einstellung auch noch mit durchschnittlich 500 Zuschriften pro Artikel beibehalten ( und das will ich doch stark hoffen !), dann machen Sie Einiges richtig, was die Mehrheit der Medientypen falsch macht. Darauf werde ich im Urlaub ein Gläschen Tinto trinken...oder auch zwei.

Don Alphonso, grundsätzlich...

Don Alphonso, grundsätzlich kann ich Ihre Kritik und Ablehnung des Mediums Fernsehen gut verstehen. Denn der Großteil aller TV-Formate und Produktionen ist tatsächlich Schund und richtet sich an diejenigen, die zu intellektueller Reflexion scheinbar vollig unfähig und auch nicht zu den geringsten Anstrengungen bereit sind, um sich neues Wissen anzueignen. Nichtsdestotrotz pauschalisieren Sie in diesem Beitrag entschieden zu stark. Neben Frontal 21 und Oliver Geißen gibt es in Kino und TV auch sehenswertes und anspruchsvolles, das ich seiner Qualität durchaus nicht zu unterschätzen ist (und so nebenbei viele Printmedien übertrifft, die auch zur Hälfte nichts taugen). Das von Ihnen thematisierte Phänomen fällt in die Kategorie "Volksverdummung" und zieht sich durch alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens, und hat mit dem Format "Fernsehen" nicht unbedingt etwas zu tun. Im Gegenteil: Einige Filmproduktionen haben relevante und anspruchsvolle Themen auf eine Weise behandelt, wie dies in der Literatur überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Ich halte es für falsch, das Fernsehen so wie Sie es tun grundsätzlich als "stinkende[n] Fortsatz einer Populärkultur, mit der man nichts zu tun haben will" zu verteufeln. Sicherlich, das Fernsehen spielt auch diese Rolle. Aber nicht nur. Und die Printmedien und wer nicht sonst noch alles tun es auch.

0 elbsegler 11.06.2009, 14:55 Uhr

Lieber Don Alphonso, wurden...

Lieber Don Alphonso, wurden die beiden katholischen Damen nicht noch interessanter durch den Kontrast zum passiven Glotzen? Die Kiste ist kein Gerät, das das Lesen oder andere Aktivitäten ersetzen soll oder darf, sondern nur ergänzt. In Maßen genossen kann auch das erbaulich sein. Dosis sola venenum facit, wußte schon der alte Paracelsus. Ohne Glotze geht es auch, aber auch ohne Jesuitenkolleg als Heimstatt. Vor die Wahl gestellt, würde ich allerdings eher auf den Fernseher verzichten...

0 Georgiana Darcy 11.06.2009, 15:34 Uhr

Zum Schund aus der Glotze...

Zum Schund aus der Glotze wurde ja schon so einiges gesagt: das Problem ist jedoch, dass er mittlerweile nicht mehr nur aus dem Fernsehen kommt, sondern auch die "Qualitätszeitungen" infiltriert. Es interessiert mich nun wirklich nicht, ob Boris Beckers Traumhochzeit ins Wasser fällt, genausowenig, wie die Tatsache, dass auch bald in D "Käfigkämpfe" ausgetragen werden sollen. Ersteres fand sich heute auf der Startseite der FAZ, zweiteres der Zeit. Brrr. Ich weiß schon, warum ich die nicht abbonniert habe...da lobe ich mir die Le monde diplo....

Liebe Damenwahl, ich kenne in...

Liebe Damenwahl, ich kenne in Ffm allein 5 Leute im Alter zwischen 6 und 71, die Canasta spielen, am raffiniertesten der Älteste + der Jüngste. Zur Glotze: ja schlimm, aber ganz so puristisch muss es doch nicht sein. Die Trashverherrlichung unter Akademikern ist doch weitgehend Geschichte. In meinem Elternhaus durfte man niemals vor 20 Uhr, niemals wochenends nachmittags schauen + sowieso „keinen Mist“. Ich kann mich an einige Verhöre am Esstisch erinnern: Siehst Du das denn nicht selbst ein? Hab ich ernsthaft übel genommen + als Qualitätstyrannei empfunden. Prima fand ich meinen Opa. Der hat vom mittleren Abend bis Sendeschluss geglotzt, sich bis 3 Uhr Karl Popper draufgeschafft, zum Frühstück meiner Oma die Welt erklärt + ist dann ins Büro geschlendert. Aber ok, das waren andere Zeiten mit sicheren Jobs, Sendeschluss + SPD wählen und so. @Devin08 hinundwieder. Ja, Barnaby ist nett.

0 Don Ferrando 11.06.2009, 17:03 Uhr

Werte Georgiana, ich stimme...

Werte Georgiana, ich stimme Ihnen zu. Darum habe ich nach über 20 Jahren das FAZ Abonnement gekündigt, als diese zur "Bild"-zeitung mutierte! (Inhalt und Erscheinungsbild)

0 donalphonso 11.06.2009, 17:12 Uhr

Nicht so laut, sonst kommt...

Nicht so laut, sonst kommt noch jemand auf die Idee, das hier kostenpflichtig zu machen. . Vielleicht noch etwas zum Alkohol: Ja, ich weiss auch, dass man einen offenen kamin erwarten würde, und dann ein längerer Monolog zum Thema Portwein, oder die 2003er Irgendwasser Reblaus Blablaschiefer - aber man muss damit leben, dasss eben jeder irgendwo Defizite hat, die sich gegen eine Abrundung des Bildes sperren. Ich kenne dafür jemand, dem ich in der Hinsicht vertrauen könnte; aber das Blogkonzept "Die Andrea, der Don und der Holgi kurven durch Frankreich, kaufen tonnenweise Antiquitäten, erkunden die Riviera, finden die besten Landgasthöfe des Burgund, Holgi testet die Weine und der Don kommt seiner verlorenen Bestimmung als Professor von Autun bis Marseille nach, und auf dem Rückweg durch die Schweiz schauen sie bei den Anonymen Köchen vorbei" bräuchte wohl etwas mehr als einen solventen Werbeschalter, um sich zu rentieren.

0 Don Ferrando 11.06.2009, 17:34 Uhr

Werter Vetter, ich glaube...

Werter Vetter, ich glaube nicht, dass die Alkoholabstinenz ein Defizit ist. Es wird -spätestens seit Oskar L's und Björn E's Brunello Wetten- soviel Bohai um (Rot) Wein gemacht. Und das sage ich als bekennender Weintrinker.

0 donalphonso 11.06.2009, 17:40 Uhr

Miner, ich glaube, es liegt...

Miner, ich glaube, es liegt daran, dass die Plauderei aus den Medien verdrängt wurde, ohne dass es einem eingefallen ist, wie hübsch man sie im Internet neu begründen könnte. Mein Traumberuf wäre ohnehin eine Art Kurgastregister: "Der Oligarch Igor M. ging heute in Bad Wiessee an Land, um seine dort bei Prof. Dr. Binsenheimer aufgefrischte Urgrossmutter zu besuchen; zusammen mit seiner reizenden Fünftmätresse Anja-Tanja van der M. ward er anschliessend im noblen Bachmair am See gesehen, wo..." . Leser, es steht ja wohl ausser Frage, dass das Halten der World of Interiors zwangsweise die Verachtung vieler, ja der meisten anderen Druckerzeugnisse mit einschliesst. Ich lese vor allem Bücher, da habe ich den Eindruck, dass die Autoren oft mehr als die paar klägliche Minuten auf das Thema verwandt haben, in denen ein Nichtkollege bei SPON und BILD irgendwas zusammenkopiert. Mich erstaunt einfach diese Zeitverschwenung, egal, welcher Informationsmüll nun konsumiert wird. Nichts gegen die Grossmeister des Faches, aber es ist nur zu verständlich, wenn man diesen spezifischen Verbreitungsweg und das, wofür er steht, aus seinem Leben verbannt. Wäre die Glotze ein Mensch, man würde ihr nicht vorgestellt werden wollen.

0 donalphonso 11.06.2009, 17:52 Uhr

Don Ferrando, ich habe gegen...

Don Ferrando, ich habe gegen das Thema "Weinkennerschaft für alle" eine gewisse Aversion entwickelt, als die Süddeutsche es mit einer Line Extension versucht hat, und so etwas hat gerade beim Münchner Publikum allerübelste Folgen des Pseudianertums. Allein, was ich ganz witzig fand, sind solche Rezensionen: http://holgi.blogger.de/stories/1224966/ http://www.originalverkorkt.de/2008/03/christophs-und-holgis-mixtour-no-10-seltsames-austerlitsch/ Was besonders spassig ist, wenn es bei mir stattfindet, dennals echter Ignorant ich kaufe Wein für Gäste immer nur nach dem hübschen, am besten kunstgeschichtlich angehauchten Etikett, und der besagte Herr muss das dann trinken.

Finde es immer noch lustig wie...

Finde es immer noch lustig wie sich hier Internetjunkies über Couchpotatoes erhaben fühlen. Ich sehe keinen qualitativen Unterschied seine Zeit mit einem? Gläschen „tinto“ vor dem PC zu vergeuden oder mit einer Flasche Becks vor der Glotze. Um mitreden zu können, habe ich mir während meiner Fernsehlosenzeit ab und an gedrucktes Fernsehen in Form der Bildzeitung gekauft. Diese Ausgabe kann ich mir heute, wo zwanzig Prozent des Inhalts von FAZ und Spiegel Online selbstreferentielle Medien sprich Fernsehgezwitscher ist, sparen.

Was ich sagen will: Nur weil...

Was ich sagen will: Nur weil die meisten Bücher niveauloser Schrott sind, gebe ich nicht gleich das Lesen auf. Und nur weil ein Großteil des im Fernsehen zu bestaunenden Programs Schrott ist, verzichte ich nicht gleich auf das gesamte Medium. Natürlich kann man argumentieren, dass, gemessen an der Gesamtheit aller Literatur, der Schrottanteil in den Printmedien geringer ist, und da ist vermutlich auch was dran. Nichtsdestotrotz würde mir persönlich ohne Fernsehen zu viel Kultur entgehen, auf die ich nicht verzichten möchte. Vor allem denke ich da an eine Reihe von französischen und spanischen Theaterstücken, die ich sehr schätze. Ob der Entfernung zu den Aufführungsorten dieser Stücke ist es mir leider oft nicht möglich, einer Aufführung beizuwohnen; DVDs sind da zumindest ein schwacher Trost.

0 Don Carlos 11.06.2009, 18:56 Uhr

die Frage ist schon exakt...

die Frage ist schon exakt genug - verständlich für jeden. iIm Gegensatz zu dem verlinkten Blogbar-Eintrag. Zum Thema wissenschaftlichen Denken verweise ich gerne auf Ihre Beiträge zur wissenschaftlichen Untersuchung der Blogosphäre, z.B. in WEBLOGS, PODCASTING & VIDEOJOURNALISMUS - Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potenzialen Vanessa DIEMAND, MANGOLD, Peter WEIBEL (Hrsg.). Eine der unwissenschaftlichsten Beiträge, die man zu diesem Thema lesen kann. Ich ziehe mich aber gerne aus der Diskussion um Torten, Tee, teuren Autos und trivialem TV zurück.

0 donalphonso 11.06.2009, 19:04 Uhr

Nun, was deutlich wurde, ist...

Nun, was deutlich wurde, ist die fehlende Bereitschaft, jenseits ein paar Anwürfen ernsthaft zu reden. Insofern: Ja, bitte, ich will Sie keinesfalls aufhalten, amüsieren Sie sich woanders mit gezieltem Falschverstehen in Anonymität.

Im Studium habe ich mich mal...

Im Studium habe ich mich mal – ein wenig – mit dem französischen Soziologen Pierre Bordieu („Die feinen Unterscheide“ gilt als sein Hauptwerk) beschäftigt. Er sprach u.a. von „Kapital“ im Sinne von Fähigkeit/Talent/Ressource. Das interessante, dass ich behalten habe, war, dass er mit dem, von interessierten Kreisen genährten, (Vor-)Urteil aufräumte, dass der „gute Geschmack“ (z.B. des Adels) angeboren sei, sondern nachwies, dass die „feinen Unterschiede“ sehr wohl tradiert (von Generation zu Generation weitergegeben) werden, undzwar schichtenspezifisch. Warum? Um für die jeweilige „Klasse“ eine Lebenswelt zu ermöglichen, einen gemeinsamen Bildungs- und Wertekanon zu schaffen. Der Autor, der sich kritisch über das sog. Unterschichtenfernsehen äußert, verfügt über ein anderes „Kapital“ als diejenigen, die vor dem Fernseher sitzen. Er hat gelernt (durch Vorbild, Erziehung), sich mit anderem zu beschäftigen. Und: er hat auch gelernt, dass Fernsehen nicht zum guten Ton innerhalb seiner „Klasse“ gehört. Daher ist der Autor nichts besonders. Aus Sicht mancher Zeitgenossen ist er beneidenswert, andere empfinden einen fernseherlosen Haushalt als SuperGAU.

0 donalphonso 11.06.2009, 19:31 Uhr

"Daher ist der Autor nichts...

"Daher ist der Autor nichts besonders." . Natürlich nicht. Es ist kein Verdienst und kein Verzicht, das nicht zu tun. Eine Arbeit, eine Quälerei, eine Zumutung wäre es, sich diesen Schmutz anzutun. Keinen Fernseher zu besitzen ist nur der Weg des geringsten Widerstandes und des angenehmsten Lebens.

0 crispinus 11.06.2009, 19:38 Uhr

...und hätte geglaubt dies...

...und hätte geglaubt dies Ding sei in Zeiten des Livestreams und der 1omm Plasmafolien kein wirkliches Reizthema. Ist es offenbar doch, weshalb ich zweierlei Sorten Senf dazu geben möchte. a) Ist nicht mehr das Gerät als solches ein Unding, das hätte eher etwas mit der Akzeptanz der Moderne in Wohnumgebungen zu tun, sondern, ungeachtet der Eleganz zukünftiger Geräte, die Anordnung des Raumes um eine mediale Sichtachse herum- ob ausgeschaltet oder nicht: die somit eine a priori Unterwerfungshaltung des Bewohners andeutet . Und b), gibt es in der Tat nichts, was meine Kinder und ich wirklich vermissen, seit ich den sanften Tyrannen in die Hände eines fassungslos glücklichen osmanischen Umzugshelfers drückte, den ich vom Balkon aus erspäht hatte ("mit Fernbedienung?") ..... Denn eigentlich ist das TV für jeden tot, der nicht von ihm bezahlt wird.

0 Don Ferrando 11.06.2009, 19:54 Uhr

Werter Vetter. Euer...

Werter Vetter. Euer Etikettensystem ist nicht das schlechteste, sofern Ihr nicht im RTL-shop kauft! Ich persönlich bevorzuge den Kauf beim Winzer nach Verkostung mit dem Motto "no ranks no titles"

0 Soziologe 11.06.2009, 20:01 Uhr

@Gierling: A propos feine...

@Gierling: A propos feine Unterschiede: Bourdieu schreibt sich mit u.

...neben dem guten Gedanken...

...neben dem guten Gedanken der verdrängten/übersehenen Plaudere, liegt es vielleicht auch daran, dass mit Ihnen / bzw. mit dem Don, der angry-young-man aus einer Schicht kommt, aus der er eigentlich viel zu selten kommt. Eine Art Märchen im echten Leben. Und so eine Mischung übt zu Recht einen Reiz aus. Mal abgesehen, von der Sorgfalt ( von früh bis spät ) mit der Sie bei "Ihren" Lesern sind. So, ich mach mich jetzt in die "Offline-Woche" und wünsche Ihnen gutes Gelingen & bis bald.

0 donalphonso 12.06.2009, 10:04 Uhr

crispinus, ich glaube, Kinder...

crispinus, ich glaube, Kinder könne sich auch ohne Glotze eine Welt erfinden. Es ist bequem, das ist aber auch schon alles. . Leser, das sei Ihnen unbenommen, aber die Frage ist doch: Steht man dazu, indem man das gerät öffentlich sichtbar macht? Erklärt man es zur Normalität? Und da bin ich anderer Auffassung.

Zitat Plebejer: "Gibt es...

Zitat Plebejer: "Gibt es wirklich einen so großen Unterschied, zwischen, sich mit unnützen Blogs die Zeit totzuschlagen oder mit einer Nachmittagstalkshow?" Das war auch mein erster Gedanke! Ich persönlich möchte nicht auf den Fernseher verzichten. Ich wüßte gar nicht was ich ohne tiefe Gesellschaftskritische Werke wie Spongebob Schwammkopf machen würde. Das Fernsehen ist ein Medium wie auch die Zeitung eines ist, es gibt gute Zeitungen und es gibt Schund. Nicht anders beim Fernsehen. Nur da wahrscheinlich um einiges mehr an Schund. Im wesentlichen ist es aber so, die guten sind überschaubar! Sehen sie es ein werter Don. Als klares Unterscheidungsmerkmal von der Masse taugt die Fernsehlosigkeit nicht. Würde es den Fernseher nicht geben, wer weiß dann müssten sie es wahrscheinlich ablehnen Fotos aufzuhängen, wie all die anderen ...

0 donalphonso 12.06.2009, 10:26 Uhr

Ladyjane und Damenwahl, wenn...

Ladyjane und Damenwahl, wenn etwas Luft bleibt, schreibe ich im Sommer etwas über das Kartenspiel und die besseren Kreise. Eine sehr ambivalente Sache, denn Deutschland ist nicht Russland oder Amerika. Aber spannend durchaus.

0 van Gestern 12.06.2009, 10:40 Uhr

Sicher gibt es auch einige...

Sicher gibt es auch einige gute Beiträge im Fernsehen. Allerdings kann man sicher auch behaupten, dass es seinem Bildungsauftrag bzw. seinen Bildungsmöglichkeiten nicht annähernd gerecht wird. Zu den negativen Entwicklungen in unserer Gesellschaft trägt der Dauerkonsum von schwachen Programmen nach meiner persönlichen Einschätzung einen grossen Anteil bei. Unter den positiven Entwicklungen in dieser Gesellschaft sehe ich hingegen nur wenige, welche ich der Qualität der Programme zuschreiben würde.

Verehrter Don...

Verehrter Don Alfonso, Anerkennung für die lobenswerten Grundsätze. Wie aber erklären Sie, daß in den Suiten der 1st Class Hotels dieses Erdenrunds von Berlin über Dubai bis Hódmezővásárhelykutasipuszta die Diagonale der TV-sets nicht groß genug sein kann und selbst in den Klorollenhalter noch ein LCD-screen integriert ist. Ganz abgesehen davon, daß "je feiner die Adresse desto kostenloser die PayTV-Flaterate" gilt. Dafür kann doch nur die große Nachfrage von Kunden aus dem Kreis der Stüzen der Gesellschaft der Grund sein.

0 donalphonso 12.06.2009, 11:27 Uhr

Nun, wir wissen doch alle,...

Nun, wir wissen doch alle, dass die Doppelmoral die Stahlträger in jenem Beton sind, aus dem die Stützen für alle Ewigkeit geformt werden.

Verehrter Don Alfonso, vielen...

Verehrter Don Alfonso, vielen Dank für die freundliche Antwort !

0 donalphonso 12.06.2009, 11:44 Uhr

Oh, bitte, nichts zu danken....

Oh, bitte, nichts zu danken.

& wie defniert man die...

& wie defniert man die doppelmoral? den gerüchten zufolge besteht die moralische empörung aus: 50% neid 48% empörung 2% moral ;) wobei ich den neidanteil viel viel höher einschätzen würde. :)

0 donalphonso 12.06.2009, 15:02 Uhr

Gerade Menschen mit Drittwagen...

Gerade Menschen mit Drittwagen können mitunter eine zweite Moral ganz gut brauchen.

0 Markus Tafel 13.06.2009, 16:54 Uhr

Sehr geehrter Herr Don...

Sehr geehrter Herr Don Alphonso, es wäre ja bezaubernd, alle Menschen könnten so leben wie Sie. Ideen? Beste Grüße, Ihr Markus Tafel

0 donalphonso 14.06.2009, 07:56 Uhr

Nun, das muss jeder selbst...

Nun, das muss jeder selbst wissen. Ich kann nur raten, es mal zu probieren. Es ist gar nicht so schlimm.

Sehr aufschlussreich, dass Don...

Sehr aufschlussreich, dass Don Alphonso seinen (zweifelhaften!) Ruhm der modernen Telekommunikationstechnik zu verdanken hat. Wie passen Internet, "Klapprechner" und Bloggen zum guten alten Stil? Der Zweck heiligt die Mittel?!

0 donalphonso 14.06.2009, 15:55 Uhr

Oh, ganz einfach. Ich schreibe...

Oh, ganz einfach. Ich schreibe einen für funktionale Analphabeten reichlich unverständlichen und langen Text zu dem Zweck, Leser zum Nachdenken zu bewegen und sie einzuladen, hier ihre Meinung zum Thema niederzuschreiben. Sprich, ich möchte meine Leser verklugen. Und nicht verblöden, damit sie eine SMS an wasweissich schicken und einen Klingelton erwerben. Betrachten Sie das Medium also nicht als Abfütterung, sondern als Kommunikation, als gehobene Plauderei für jene, die zuerst nachdenken, dann mitreden und vielleicht doch darauf verzichten, Menschen, die ihnen nicht vorgestellt wurden, mit schrägen Sprüchen zu kommen.

wenn von 1000 lesern 50 einen...

wenn von 1000 lesern 50 einen eintrag wagen dann bin ich die einundfünfzigste. ich habe diesen blog mit großem interesse gelesen und ich muß sagen WUNDERBAR. ein dank an don alphonso auch das er die seite weiterbearbeitet auch am nächsten tag. es ist doch tiefer was eine gelungene plauderei möglich macht .. ich wußte nicht, das die faz bogs anbietet und interaktion neben leserbriefen gesucht wird.. man überfliegt so das ein oder andere auch um ein wenig im bilde zu sein wie geredet und gedacht wird das ist schließlich nicht egal. man hat anteil ihr absicht einzuladen ist eine schöne geste, die dem "i will entertain you" diametral entgegensteht. eine der führenden geigerinnen frau fischer hat in einem interview gesagt, sie will niemanden unterhalten sie will ihre zuhörer erziehen das hört sich jetzt komisch an "erziehen", so streng und es geht doch um genuss und so, was soll denn da die erziehung?, aber genau das ist es endlich will mich mal nicht jemand unterhalten und bespaßen man traut es sich gar nicht laut zu sagen erziehen ist viel schöner viel wahrer viel tiefer

0 Müllers Heidemarie 18.06.2009, 22:07 Uhr

Jene die schmettern, "Ich habe...

Jene die schmettern, "Ich habe keinen Fernseher", müssen sich wohl abheben, haben Besorgnis um ihren Intellekt, wollen ihn in der Stille wachsen lassen? Gescheitert. Eben die, die den Fernseher abgeschafft oder nie besessen haben, schreiben hier das orthographisch wie stilistisch schlechteste Deutsch.

0 donalphonso 18.06.2009, 22:13 Uhr

Solange es keine dummen...

Solange es keine dummen Anschuldigungen ohne jede sachliche Begründung sein sollten, wäre es mir egal. Erst ein dadurch zum Ausdruck kommender Charakter zweifelhafter Natur ist hier ein Problem.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.