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Digitale Bücherverbrennung und Feudalismus bei Amazon

19.07.2009, 09:07 Uhr  ·  Natürlich bin ich bei aller Kritik fest überzeugt, dass die bürgerliche Gesellschaft erheblich besser als der vorhergehende Feudalismus ist, dem ich nur zu gerne die Stadtpaläste, die Bücher, die Möbel, die Gemälde und die Silberkannen aus dem Nachlass breche. Umgekehrt finde ich es aber überhaupt nicht akzeptabel, wenn sich nun mit Amazon ein Konzern anschickt, mit seinen widerlichen Lagerhallen und hässlichen Serverparks einen neuen Feudalismus zu errichten und zu dessen Einführung gleich mal eine digitale Bücherverbrennung auf den Lesegeräten der Kundschaft aufführt. So nicht, meine Herrschaften.

Von

Ein Buch ist ein Sack voller Samenkörner
Andre Gide

Der Aufstieg meiner Klasse zu dem, was sie heute ist – die ökonomisch bestimmende und politisch einflussreiche “bessere Gesellschaft” – ist in Deutschland ein rund 200 Jahre langer Kampf, zuerst um Aufstieg und Gleichberechtigung, und dann, unter Akzeptanz einer theoretischen Gleichheit aller, um den Machterhalt. Auch diese gesättigte Elite musste sich einst gegen Verbote und Drangsale von Kirche, Adel und Obrigkeit wehren, und dieser Kampf lässt sich auch anhand des Aufstiegs der Belesenheit erzählen. Das Recht, sich frei zu entfalten, geht einher mit dem Recht, sich anzulesen, was man will. Genau das versuchten die feudalen Strukturen zu verhindern, die gerne weiterhin alles und jeden in ihrer Abhängigkeit gesehen hätten.

Der Feudalismus, die Herrschaft der Adligen versuchte es mit Zensur und Buchverboten, mit Schikanen und Unterdrückung, mit Bücherverbrennung und Aufknüpfen von Autoren, oder, wenn das nicht ging, Erhebung in den Adelsstand und Totmästung ihrer Ideale, siehe Göthe. Freier Bürgerwille war den Adligen suspekt; man hätte die Menschen gern weiter in Hörigkeit gehalten, ohne Recht auf Grundbesitz, abhängig vom Wohlwollen der Herren, an deren Scholle sie gekettet waren, ohne Chance auf Aufstieg oder individuelle Freiheit. Dieser Kampf zwischen Autorität und ihrem Konzept der Hörigkeit und dem bürgerlichen Konzept der Freiheit, zwischen ideologisch bedingter Vorgabe von Inhalten und dem Recht zu lesen, was man will – der dauerte ziemlich lange. Für mich in Bayern bis zu meinem 16. Lebensjahr.

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Damals – Bayern war so schwarz wie ein frischer Kuhfladen und in etwa so demokratisch wie eine absolutistische Fürstabtei – gab es in meinem Gymnasium nicht nur etliche Ostfrontfreunde unter den Lehrern, sondern auch eine AG Literatur, und der veranstaltende Lehrer sah sich mit dem Vorschlag konfrontiert, ein Buch von Andre Gide, namentlich “Die Verliese des Vatikans” zu lesen. Der Direktor der Schule untersagte es. Gide sei schwul gewesen, das Buch sei atheistisch, und es würde nur die Entwicklung jener Schüler stören, die sich in der AG Literatur drängelten, um den ansonsten wohlbehüteten Töchtern der Chefärzte und Apotheker bei Tee und Katzenzungen den Hof zu machen. Also lasen wir Gide verbotenerweise heimlich, ohne dass es den Versuchen der Annäherung an jene besseren Töchter Abbruch getan hätte. Gegen den Anspruch des Direktors, uns nur das zu gestatten, was er unter seinem Herrschaftsbereich zugelassen hat, setzten wir uns durch, und kamen uns sehr libertinär und rebellisch vor. (Übrigens markiert Microsoft Word auch das Wort “libertinär” als falsch geschrieben, man ziehe selbst Schlüsse)

25 Jahre später ist auch Bayern nicht mehr so zurückgeblieben. Sorgen wegen Alkohol und Zigaretten haben das kleine Übel nicht genehmer Weltliteratur längst von der Agenda der Schulleiter verdrängt. Die Pornographie kommt aus dem Netz, die nackte Nachbarstochter findet man beim sozialen Netzwerk, und sollte jemand, wie bei Gide beschrieben, grundlos, nur der Bosheit willen, aus dem Zug geworfen werden, kann man sich darauf verlassen, die Bilder der Aktion bald per MMS auf das Handy zu bekommen. Man sollte meinen, dass in Zeiten wie den Unseren jede feudalistische Bemühung andere Sorgen hat, und dass gerade Buchhändler wie das Versandhaus Amazon sich alle Mühe geben sollten, dagegen zu halten, und den Menschen andere Gesellschaftsaktivitäten als Spannerei, Gewalt und unerfreuliche Ausprägungen des Internets zu vermitteln. Schliesslich geht es um jene Kultur, von der die Buchhändler nur leben, weil sie zusammen mit dem gehobenen Bürgertum entstanden und aufgestiegen sind.

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Ist aber nicht so. Im Gegenteil. Der Buchversender Amazon denkt anders und macht eine Rolle 200 Jahre zurück. Die Denke ist totalitär und, sagen wir es mit einem klaren Wort, geisteskrank, die Methoden jedoch hochmodern, effektiver als jede Bücherverbrennung. Denn Amazon vertreibt das “eBook”, die elektronische Lesemaschine Kindle; eine Art kleiner Computer, für den man sich bei Amazon Buchinhalte, neudeutsch “Content” gegen Geld beschaffen kann. Ich schreibe absichtlich nicht “kaufen”, denn tatsächlich besitzt man damit keinen Gegenstand, wie man ihn beim Buch besitzt, verschenken und vererben kann: Was man bei Amazon erwirbt, ist nur das Recht, einen Text zu lesen. Und dieses Recht kann jederzeit ohne Warnung wieder entzogen werden. Genau das ist jetzt auch passiert, denn aufgrund von Rechtsunsicherheiten hat Amazon Texte von George Orwell von den “eBooks” seiner Kunden entfernen lassen. Auf elektronischem Weg, ohne Frage, ob es dem Kunden recht ist. Einfach so. Lapidare Begündung: “We recently discovered a problem with a Kindle book that you have purchased“. Es handelte sich dabei ausgerechnet um Orwells Dystopie 1984.

Man bleibt da ein wenig fassunglos zurück. Einerseits, weil es also dem Buchversender möglich ist, mit einem Knopfdruck die Bibliothek zu rupfen, zu verändern, Werke je nach Belieben verschwinden zu lassen oder zu verändern. Kein dreckiger Diktator, Staatsverbrecher und reaktionärer Politiker von Peking über Pjönjang bis Rom, dem so etwas nicht gefallen würde: Gäbe es keine Bibliotheken mehr, sondern nur noch Kindles, könnte man dem Buchhändler einfach juristisch Druck machen: Ein Knopfdruck, und schon wäre jeses missliebige Werk weg. Bücherverbrennungen sich ein Witz gegen das, was Amazon zu tun in der Lage ist. Kindle ist das effektivste Werkzeug zur Inhaltekontrolle, das man sich vorstellen kann, und mit Amazon gibt es auch einen Konzern, der offensichtlich bereit ist, diese Macht einzusetzen, wenn es den Firmenzielen dient.

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Die Nutzer dagegen wird es vermutlich auch nicht trösten, wenn ich ihnen erkläre, was sie da gerade mit ihren teuren “Gadgets” erleben: Amazon führt damit vorbürgerliche Verhältnisse wieder ein. Amazon kehrt zurück zum Feudalismus und zur Hörigkeit. Wer ein Kindle besitzt, ist nicht nur abhängig von Amazon. Wie ein Höriger des Mittelalters hat er allenfalls bewegliche Habe: Den Kindle; so, wie sein Vorfahr eine Sense, einen Spaten oder einen Schleifstein besitzen konnte. Die Inhalte, die Texte jedoch werden ihm nur gegen Abgaben zur Verfügung gestellt, wie das Land den abhängigen Bauern nur geliehen wurde. Es ist das zutiefst mittelalterliche Konzept der “Lehen”, der Verleihung von Gütern für Gegenleistung und Unterwerfung, die jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen werden kann. Wollte der Vorfahr dem Adligen entlaufen, hatte er gute Chancen. Der Kindlebesitzer dagegen sieht sich mit einem “Digital Rights Management” an den Händler gekettet, der Einblick in das Tun und Treiben hat, und bei Belieben -

nun, man wird sehen, was Amazon sonst noch alles können wird, und was an Möglichkeiten in diesen flachen Geräten steckt. Bischof Bernward von Hildesheim setzte als Exlibris in seine Bücher einen Spruch, den ich auch ab und an hineinschreibe: “Anathema diaboli sit, quisquis mihi dempserit” – Der Fluch des Teufel treffe ihn, wer auch immer mich entwendet. Er ist nicht allzu wirksam, denn all die vielen Frauen, die bisher die Rückgabe meiner Bücher vergessen haben, sind noch gesund und allenfalls geschieden – Amazon jedoch hat das Anathem eingeschrieben, den Fluch, der wirklich wirkt. Sie verabschieden sich damit aus dem Wertekanon der bürgerlichen Gesellschaft, und führen sich selbst als neue Gewaltherrscher ein, die niemandem Rechenschaft schuldig sind, autokratisch über Bildung und Unwissen entscheiden, und das mit eben jener Beiläufigkeit tun, die man so gern mit der “Banalität des Bösen” erklärt. Nun – ich rufe natürlich nicht zum Boykott von Amazon auf. Nur weil ich so etwas schlecht finde, muss es noch lange nicht schlecht sein, wie ein Blick in die Geschichte zeigt: Es gab auch Bürger, die mit grosser Begeisterung ins stalinistische Russland oder ins faschistische Spanien gereist sind, und auch Pol Pot geniesst unter seinen Anhängern ein viel besseres Ansehen, als im bürgerlich-dekadenten Westen. Es ist einfach eine andere Kultur. Amazon macht mit dem Kindle ein Angebot dieser neuen Kultur. Jeder muss selbst wissen, ob er das nachfragen will.

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Begleitmusik: Unterwerfung hat natürlich auch Tradition: 1721 versucht sich auch ein gewisser Johann Sebastian Bach bei Markgraf Christian Ludwig von Brandenburg anzudienen. Das 3. Brandenburgische Konzert BWV 1048 findet sich neben einigen anderen, eher heiteren und weltzugewandten Stücken auf der CD “Concerts avec plusieurs instruments II” des Ensembles Cafe Zimmermann – benannt nach der Lokalität, in der sich Bach später von seinem kirchenmusikalischen Untertanendasein erholte, und dem Leipziger Bürgertum eben jene geistvolle Unterhaltung schenkte, die man uns fast drei Jahrhunderte später im Digitalen allenfalls zu vermieten bereit ist; uns, die wir heute von unfreundlicheren Labels als dem Hersteller dieser CD mehr als Inhaltediebe und nicht als Kunden gesehen werden.

 
 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (138)
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zwei gute beiträge...

zwei gute beiträge hintereinander, sie verwöhnen einen ja richtig! ich traue mich fast nicht mich daran zu gewöhnen sonst geht die kakophonie gegen uns berliner wieder los !? auf jeden fall: danke für die beiden lesenswerten artikel und ein schönes wochenende!

0 donalphonso 19.07.2009, 09:37 Uhr

Perverserweise ist das Amazon...

Perverserweise ist das Amazon Hauptquartier in meinem geliebten München - Berlin kann diesmal nichts dafür. Allerdings werde ich den den kommenden 6 Wochen einmal nach Berlin müssen, und ich habe vor, den ein oder anderen Text zu schreiben. . Jedenfalls: Freut mich, dass man auch in Berlin die Einlassungen des Tegernsee-Korrespondenten zu schätzen weiss.

Na da bleibe ich doch bei...

Na da bleibe ich doch bei meinen liebgewonnenen Schmöckern aus Papier ;) DRM scheint der Fluch unserer Zeit zu werden, bei elektronischen Medien wie z.B. Computerspielen ist schon seit einiger Zeit der Trend zu beobachten, das der "Kunde" überhaupt kein Produkt mehr erwirbt, sondern nur noch ein Mietrecht auf Zeit, was ihm dann auch jederzeit und ohne Angabe von Gründen wieder entzogen werden kann. Das "Rights" bei DRM steht offenbar nur für die Rechte der Verkäufer, der Kunde jedenfalls hat so gut wie keine Rechte mehr. Schöne neue Welt...

tia, das waren noch zeiten,...

tia, das waren noch zeiten, als die inquisition wenigstens in ihren schicken scharlachroten umhängen ihr unwesen trieb...

0 DoktorBenway 19.07.2009, 10:37 Uhr

Sehr geehrter Don...

Sehr geehrter Don Alphonso, die sonntägliche Heiterkeit kann natürlich nicht getrübt werden. Weder durch das allgemein zu beobachtende "Down-Sizing" des Seins - ob der Rückfall in den Feudalismus Befriedigung verschafft - Antworten versuchte daraufhin der in besonderen Umständen verweilende Marquis de Sade zu geben, noch von den gestrigen Erlebnissen im Bendler-Block, also der anschliessenden Diskussion mit dem Filius, was er vom Putsche denn so hielte. Die Balance: Selbst wenn es nicht der persönlichen Kurzweil diente - mit dem Tode sei zu rechnen. Bleibt vielleicht die Ästhetisierung; das Dasein künstlich erträglicher zu gestalten. Was wir beobachten? Kindle erinnert mich an Kimble (Kim Schmitz) und der Putsch kommt wie immer aus dem Inneren des Systems, welches ja bekanntlich nach Jean Paul (Oberpfälzer?) keine Pause kennt. Vielleicht ist es ja gar kein Rückfall, wenn zukünftige Porsches mit Polo-Teilen ausgeliefert werden. War doch das Stuttgarter Konstruktionsbüro schon beim damaligen KdF-Wagen arg beteiligt. Man muß es nicht goutieren. LG Doktor Benway

Es ist ja despektirlich wie Er...

Es ist ja despektirlich wie Er sich verhält. Seine Eminez auf dem Egotrip gegen die FAZ Reihe zur Rechteverwertung ung Rettung des (vornehmlich deutschen) Verlegertums ? Nun eher nicht, eher ein Apell an die Toleranz und das miteinander statt gegen einander, wenn ich den Inhalt richtig verstanden habe. Rechte !! Genau darum geht es. Das Recht auf Information ist in der deutschen Gesellschaft, z.B. via öffenlich-rechtlichem- Fernsehen verankert (die GEMA ist quasi der Antipode dieser Idee), die öffentliche Bibliothek steht für das Recht auf private und selbstinspirierte Weiterbildung (sozialhürdenfrei) und kaum jemand würde es in Frage stellen (hat mal jemand hinter die Kulissen geschaut, wer bestimmt was dort stehen darf und was nicht?, sehr interessant!!) und der Zugang zu Forschungsinhalten in öffendlichen Lesungen an Hochschulen ist ein Privileg, dass leider oft übersehen wird. Rechte sind aber auch eine Ware. Gerade Newcomer auf dem Markt der Medien und Inhalte veräussern die Rechte an ihren Werken oft umfassend und werden bei den Erlösen über den Tisch gezogen. Das Recht auf Preisgestalltung haben dann die Rechteinhaber und -verwerter. Rechte werden auch weitergehandelt, geteilt und tauchen beim Mergendising in Zusammenhängen auf, die keiner beim erstellen des Werkes erahnen konnte. Dem Don kann es egal sein, aber es gibt ja die Prolls, die Poorworker und das verarmte Bürgertum, die haben zu allem Übel auch noch Kinder. Es gibt also auch Diebstahl von geistigem Eigentum. Nein ich meine nicht Plagiate, das ist schon immer so gewesen, nur heute wird es nachweisbarer, ich meine -Rechte- und damit Rechte an geistigem Egentum. Die Quelle ist schnell gefunden: das Internet. Dabei gab es früher schon Casetten (die waren mal für Recorder, in etwa so etwas wie ein MP3 Player der Steinzeit ((für Kiddies)), mit Mitschnitten aus dem Radio. Ansich erlaubt, in der Kopie aber schon damals verboten. Man konnte das TV auf dem Video mitschneiden und es war erlaubt, der Tausch oder handel mit der Kopie aber nicht. Private Nutzung war in Deutschland mal eine Art Grundrecht, um der breiten Masse die Teilnahme am kulturellen oder zumindest doch am modernen Leben mit seinen Neuerungen zu ermöglichen. Und schon bin ich zum Don zurückgekehrt. Die modernen Methoden das Recht auf Inhalte für den Normalbürger einzuschränken sind ein Verstoss gegen den gesellschaftlichen Konsenz, den Deutschland nach der Aufklärung gefunden hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Kriminalisierung, Entrechtung, Bevormundung und auch die Einseitigkeit der Gesetzgebung entziehen der Demokratie ihre Substanz. Das geschieht, um den Rechten und Märkten einiger weniger zu dienen. Kohl hat 1982 klar gesagt: die grüne Raupe (quasi die gesamte neue deutsche Welle) werde von ihm gestoppt, wenn er Kanzler wird. Er hat gute Arbeit geleistet und das Entstehen jeder Kreativität gleich mit abgewürgt. Geblieben ist eine ziemlich hohle und dumme Form der öffendlichen Kunst. Aber wir haben ja das RECHT sie nicht zu kaufen oder zu sehen. Somit sind wir ja nicht rechtlos ............. ist das dann auch noch eine Form der Demokratie ?

0 Jean-Jacques 19.07.2009, 10:38 Uhr

Ein Dank an den...

Ein Dank an den Sonntagsarbeiter vom Tegernsee auch aus dem Rheinland. Amazons digitale Leine - sensationell. Ein schönes Beispiel unserer selbstbezahlten Unmündigkeit der Medien-Nutzung. Nachdem die Stablampe zur Verteidigung des Familiensitzes nicht mehr benötigt wird, schwelt hier wieder die Fackel der Aufklärung. [Anderes Thema - auf Ihren werbefreien Spaziergängen zum See, kommt Ihnen da nicht doch noch die Inspiration für den unlängst in Aussicht gestellten Beitrag zum Thema "Kühe"?]

die tegernsee-einlassungen...

die tegernsee-einlassungen sind wie ein kleiner urlaub für die (auch meine) gehetzte berliner seele - ein wenig schlendern in einem anderen land, einer anderen zeit, einem anderen leben. . aber dann doch lieber gelbe blüten statt e-bockmist. das ist ja schon fast zu nah am "bekannten".

Don Alphonso, man liest Ihren...

Don Alphonso, man liest Ihren Artikel und ist mal wieder sprachlos. Ohne eine massive Änderung der Urheber- und Persönlichkeitsrechte werden wir wohl nicht auskommen - aber die Piratenparteien sind diesbezüglich ja politisch immer aktiver, bis sich diese Einsicht auch in den größeren Parteien hoffentlich zunehmend durchsetzen wird. . Das Gute ist: gegen jede Maßnahme gibt es eine Gegenmaßnahme. Die Informationstechnologie hat uns zwar zu einem gewissen Teil "gläsern" gemacht, sie hat uns aber auch starke Verschlüsselungstechnologien ermöglicht. Ich erinnere mich dabei an "Phil's Pretty Good Privacy" (PGP), ein Programm das Public Key Encryption und somit den absolut abhörsicheren Datenaustausch über das Netz ermöglicht. Damit verstieß er gegen das Arms Export Control Act der USA und entsprechenden Ärger für sich verursacht. Ob es nun wirklich immer noch abhörsicher ist, oder gibt es nun Hintertüren wegen "Terrorosten" bzw. "Drogendealern" bzw. "Kinderpornographie"? An der Festplatte vom Max Strauß sind sie wohl scheinbar gescheitert... http://en.wikipedia.org/wiki/Phil_Zimmermann . Das Schlechte ist: die Gegenmaßnahen und weite Bevölkerungsteile werden zunehmend gegen das Rechtsempfinden kriminalisiert. Wieso soll eine Mutter in USA Millionen zahlen, bloß weil ihre Tochter ein paar Musikstücke hochgeladen hat? . Die GEMA macht das politischer: da wird einfach nach dem Rasenmäherprinzip für jeden Rohling oder jede Leercassette GEMA-Gebühr abgegriffen. Selbst wenn nur Datensicherungen im Büro vorgenommen werden. Seltsamerweise kommen sie damit auch noch politisch durch. Mal sehen, wie lange noch. Grüße aus Schwabing

0 Alter Bolschewik 19.07.2009, 10:51 Uhr

Das ist doch ein Hoax? Oder?...

Das ist doch ein Hoax? Oder? Ausgerechnet Orwell? Ich meine, die müssen doch komplett verrückt sein, wenn so was tun. Okay, die Quelle der Meldung ist offensichtlich die New York Times, aber trotzdem... Nein, so blöd kann doch keine Firma sein. Es sei denn, sie glaubt wirklich, daß sie mit so etwas unbeschadet durchkommt. Glauben die von Amazon das? Wahrscheinlich glauben die das tatsächlich. Und genauso wahrscheinlich haben sie damit auch noch recht. Wenn man sieht, womit Frau von der Leyen durchkommt...

Don Alphonso, nichts für...

Don Alphonso, nichts für ungut, aber es ist ein bisschen lächerlich, wie Sie diese Ereignisse überbewerten. Klar, ist vielleicht blöd für die Kindle-Benutzer, den nun die Lektüre von Orwell verwehrt bleibt; aber die hätten sich ja auch mal vor dem Kauf informieren können, ob sie da ein Buch (sei es jetzt digital oder nicht) oder ein Recht zur Lektüre, das ihnen jederzeit entzogen werden kann, erwerben. Das Ganze wäre in der Tat besorgniserregend, wären Amazon und Kindle der einzige Zugang zu Literatur - aber das ist ja nun beileibe nicht so. Dass es sich hierbei um eine juristische Lappalie handelt, und Amazon auch keine Ambitionen hin Hinblick auf die Weltherrschaft oder die totalitäre Kontrolle aller Informationen hegt, ist des Weiteren auch daran zu erkennen, dass 1984 weiterhin von Amazon verkauft wird: http://www.amazon.com/Nineteen-Eighty-Four-George-Orwell/dp/0452284236/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1248000832&sr=8-1. Gruß Leser

Wer sich so ein Kindle-Teil...

Wer sich so ein Kindle-Teil zulegt, hat in meinen Augen eh nichts Besseres verdient als Gängelung und fortgesetzten DRM-Terror. Sind eBook-Fetischisten überhaupt richtige Menschen? I don't think so.

Beim Thema Amazon schwillt mir...

Beim Thema Amazon schwillt mir der Kamm. War es bis vor ein paar Jahren moeglich, in der naechstgelegenen Provinzstadt bei "meiner" Buchhaendlerin vorbeizuschauen, das so warm empfohlene (Ranicki, Heidenreich, Scheck et al.) querzulesen, den Schrott zureuckzustellen, das mich interessierende zu erwerben, so geht das nun nicht mehr. Die Buchhaendlerin hat wegen ihres Alters aufgegeben, der Nachfolger verkleinerte die Buchabteilung, Konkurrenz kam ins Staedtchen, setzte auf gaengige Stapelware-das war's dann. Die netten Damen in ihrem Laden waren noch ausgebildete Fachkraefte, nun stehen im Geschaeft Maedchen, die genausogut ein Nagelstudio betreiben koennten. - Woher nun die Buecher nehmen, hier in der kulturellen Wueste? Amazon bot sich an, und wurde angenommen. Nach kurzer Zeit rieb ich mir die Augen! Was, bitteschoen stand da als "persoenliche Empfehlung" bei A.? "Kunden, die Alfred Polgar gekauft haben, kauften auch Josefine Mutzenbacher!", und derlei Bizarrerien mehr. Was zur Hoelle fuer Informationen ueber steht in deren Database? Und was glauben die noch mehr ueber mich zu wissen? - Weg, bloss weg! Ueber einen langen Weg lasse ich meinen Account bei Amazon sterben, in der Hoffnung, irgendwann in totale Vergessenheit zu geraten. - Kindle, geht bei mir ueberhaupt nicht. Das ist mir zu unsinnlich. Ausserdem kann ich damit nicht nach meiner Katze werfen.

0 Klaus Jarchow 19.07.2009, 11:40 Uhr

Naja - ich weiß ja auch,...

Naja - ich weiß ja auch, warum ich eine Bibliothek habe und kein flackerndes Summsumm-Kästchen für die Lektüre. Du könntest aber - bei deinem Lobpreis glücklich erreichter moderner Libertinage - probeweise mal versuchen, Jean Genet lauthals von der Bühne eines beliebigen fränkischen oder schweizerischen Provinzstädtchens herab zu verlesen. Trainiere aber vorher deine Fitness für die Flucht vor dem Spießer, sonst geht's bestimmt nicht ohne blaue Flecken ab. Die großen Reglementierer in der frühen Neuzeit - waren das nicht eher die Kirchen und die Bischöfe, die sich aus zensorischen Gründen all den pornografischen und republikanischen Schweinkram lang und schlapp reinziehen mussten, um ihre Schäfchen beschützen zu können? Während beim feudalen Adel die höchst 'pikante' Lektüre gleich meterweise in den Regalen stand? Anders ausgedrückt: Die großen Bibliotheken waren zumeist 'fürstlich', der darbende Bürger konnte sich Bücher kaum leisten, weshalb die 'Leihgesellschaften' zur Aufklärung des Publikums wie Pilze aus dem Boden schossen ...

Gewiß weiß man das auch in...

Gewiß weiß man das auch in Berlin. Die Stadt hat zweieinhalbmal so viel Einwohner wie München, da ist großer Variantenreichtum möglich. Die hiesigen Universitäten und Bibliotheken werden sogar von Einheimischen besucht. Herzliche Grüße.

0 Piratenwahl 19.07.2009, 12:14 Uhr

Die implizite Aussage-das...

Die implizite Aussage-das Netz,dessen Teil ebooks sind-gefährde die Kultur, bezweifele ich. Wer einen Teil des Netzes erfolgreich zensiert, erreicht damit nur, daß der unerwünschte Text an anderer Stelle verstärkt erscheint.

"the thing had simply happened...

"the thing had simply happened because purges and vaporizations were a necessary part of the mechanics of government" Das Leben hält doch immer noch die besten Metaphern bereit.

...was erschreckt, sind die...

...was erschreckt, sind die totale Widerstandslosigkeit, die Häufigkeit und die hohe Geschwindigkeit, mit der diese momentanen Anti-Freiheits-Rollen rückwärts gen Mittelalter abgehen...

@miner: Ich glaube nicht an...

@miner: Ich glaube nicht an diese totale Widerstandslosigkeit, vielmehr denke ich, dass man in einen Untergrund abtaucht, dort sein Leben lebt, und nur bei passender Gelegenheit sich zeigt. Man sabotiert auf diese Art das System, das sich stabil glaubt, und nicht so recht bemerkt, wie untertunnelt der Boden ist.

0 Piratenwahl 19.07.2009, 12:44 Uhr

Ergänzend: aufs Netz allein...

Ergänzend: aufs Netz allein sollte man sich bei der Tradierung von Kultur nicht verlassen, weil die digitale Speicherung in der Tat flüchtig und viel technik-und pflegeabhängiger ist als die Speicherung auf physischen Datenträgern. Man sollte also wichtiges Kulturgut wie Schriften, aber auch Photos und Filme sicher aufbewahren. Erst die Kombination der digitalen mit der physischen Archivierung ist die schlagkräftige Waffe gegen zukünftige Zensoren und Diktatoren.

0 perfekt!57 19.07.2009, 13:03 Uhr

Scheint sich vor allem um ein...

Scheint sich vor allem um ein Problem des masochistischen Teils der Gesellschaft zu handeln, oder? Und um ein Dekadenzproblem dazu: . Denn Proletariat liest nicht. Und kluge Erwachsene neigen meist eher nicht zur "Selbstverstümmelung in Selbstbeobachtung". . Wählen einfach was ihnen gefällt, was ihnen also guttut. "Jammern" nicht über ein abzulehnendes, weil beschädigedes Angebot. Aber danke trotzdem für die Information (die wir nicht brauchten). . Und auch für den fast bemerkenswerten Einsatz für unsere Rechte (den zu erhalten wir billig annehmen, weil er sowieso Pflicht der unabhängige(re)n Elite ist, nicht wahr? *g*) . Amazon? Kannten wir noch garnicht. Wir lesen FAZ.

Die Buchpreisbindung gilt aber...

Die Buchpreisbindung gilt aber doch noch fuer den Kindle Content?

0 donalphonso 19.07.2009, 13:23 Uhr

2001, das Dingens gibt es nur...

2001, das Dingens gibt es nur in den USA, und dort gibt es keine Buchpreisbindung wie in Deutschland. . perfekt!57 und Thomas Strobl, das Problemk an der Sache ist, dass diese Dinger zumindest teilweise kommen werden, weil es genug Medien gibt, die nun mal alles bringen und loben, was neu ist: Computermagazine, TV, die SPHohnline, Weissdergeier. Ntürlich könnte man sagen: Ist doch egal. Ist es aber nicht. Weil es ein weiterer Schritt des Wandels weg vom Besitz hin zur Miete ist. Und die ganze Indsutrie daran arbeitet, das in jeder Hinsicht zum Standard zu machen. Wenn dann so etwas getan wird, ist es gar nicht so dumm, den Fall mal anzusprechen - der zeigt nämlich, wo das endet.

0 donalphonso 19.07.2009, 13:26 Uhr

laperla, das bedaure ich auch....

laperla, das bedaure ich auch. Aber seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts trägt der Totalitarismus Anzüge und sitzt in hässlichen Büros. . Fenris67, man kann es noch nicht mal Miete nennen - dort gibt es nämlich Kündigungsschutz.

0 donalphonso 19.07.2009, 13:34 Uhr

Doktor Benway, man muss nichts...

Doktor Benway, man muss nichts goutieren, aber wenn man früher etwas kaufte, dann hatte man es auch. Natürlich konnte man dabei getäuscht oder über das Ohr gehauen werden - ich sage nur Porsche 914, 924 und Cayenne, aber immerhin. Es konnte keiner so einfach kommen und es einem wegnehmen. Das geht jetzt. bei mir nicht, meine Bücher sind alle aus Papier, aber wer sagt uns denn, dass man Bücher nicht um 100% verteuert, um Kindles und ihre Inhalte billiger zu machen? Und wie soll man dann noch gelassen bleiben? . Holly01, ich habe nichts gegen das Internet, und die meisten Verlage haben damit auch kein grosses Problem. OIch persönloich schätze Verlage und ihre Tätigkeit sehr, aber hier geht es nicht um die Verlage, sondern das, was Rechteverkäufer an neuen Leihmodellen entwickeln, und wie die Umsetzung aussieht. Google Booksearch ist in meinen Augen ein weitaus kleineres Problem als diese nun wirklich würdelose haltung eines Groswskonzerns, der sich erdreistet, das Grundrecht der Informationsfreiheit zugunstern eigenster Interessen zu beschneiden. Wer immer das gemacht hat, gehört nach meiner bescheidenen Meinung vor Gericht gestellt. Einfach, um das Ding einmal und nachhaltig auszutragen.

0 Jaques Bagios 19.07.2009, 13:41 Uhr

Kindle? Um mal Douglas Adams...

Kindle? Um mal Douglas Adams zu paraphrasieren: die Einwohner dieses Planeten hielten bereits Hörbücher für einen Irrweg...

Tätigkeit ..... ja ich weiss...

Tätigkeit ..... ja ich weiss es auc zu schätzen, wenn Tätigkeit ein gutes Ergebniss erbringt. Verlage sind Verwerter, sie benötigen die Kreativität der Schaffenden und die Rechtssicherheit für ihr Vermarktung. So weit ist das sicher unstrittig. Das Problem sind eben die Exesse, die Willkür und die Einseitigkeit des (Un-)Rechtsverständnisses einiger Verlage bzw. Rechteinhaber. Was da bei dem Ebook gerade passiert, ist im Spielebereich und sogar bei Betriebssystemen tägliches Geschäft. Funktionsänderungen ohne Zustimmung, Programme und Inhalte die ert beim Kunden "reifen" sprich unfertig verkauft werden und ja auch löschen von Inhalten und Möglichkeiten. Was auch immer dem Don aufgestoßen ist, es ist schon Sodbrennen für viele Leute und seit langer Zeit. Die Tauschbörsen sind doch Konstruckte der Verwertungsketten oder ist wirklich jemand so naiv zu glauben, daß der breite Markt davon wüßte, wenn die Politik und Wirtschaft sich tatsächlich über diese Dinge ärgern würde?? Es werden ganz andere Dinge totgeschwiegen, da sind Tauschbörsen eine willkommene Gelegenheit je nach Sicht Rechte zu entziehen oder dem Pöbel das Gefühl zu vermitteln, da ginge noch etwas ohne Kontrolle. Sie, werter Don ärgern sich über einen Stein des Anstosses, aber dieser Stein gehört zu einem Mosaik, das eine beträchtliche Größe gewonnen hat. Im übrigen werden wir nach der Wahl eine Regierung haben, dei nicht unwesendlich zum Entstehen eben dieser Zustände beigetragen hat, die Kombination aus CDU/CSU/FDP hat schon mal die Rolle rückwärts geprobt........ und sie wird es wieder tun. Morgenluft für die Verwerter, die auf Kosten von Kundschaft und Kreativen ihr Ding machen.

0 Avantgarde 19.07.2009, 14:14 Uhr

Lustig ist auch der "Grund"...

Lustig ist auch der "Grund" des Löschens... dass es sich nämlich um "pirated copies" handle. Witzigerweise sind die Werke Orwells, der schon seit über 50 Jahren tot ist, u.a. in Kanada und Australien Public Domain, nicht aber in den USA oder in der EU. Man kann also Orwell in Australien ganz legal herunterladen, sogar von der Website einer öffentlichen Bibliothek. Aber wehe, man lebt in den USA oder der EU. Da kommt eine ganz böse Drohung: Copyright Warning Under Australian copyright laws, copyright in literary works of authors, who died before 1955, has expired. These works are now within the ‘public domain’ in Australia and this is why the University is able to reproduce such works on this site. HOWEVER, works may remain copyrighted in other countries. If copyright in the work still subsists in the country from which you are accessing this website, it will be illegal for you to download the work. It is your responsibility to check the applicable copyright laws in your country. In particular, the works of George Orwell are still under copyright in the United States and the European Union, and therefore users in those countries should not download these works. http://ebooks.adelaide.edu.au/o/orwell/george/ Wir werden uns bald entscheiden müssen: Das "Urheberrecht" wird im digitalen Zeitalter so nicht funktionieren, es sei denn, man bringt alle Endgeräte unter Kontrolle, nicht nur den Kindle, sondern auch die Computer. Das war von Microsoft (erinnert sich noch jemand an Longhorn?) ja schon angedacht, nur hätte dann Linux den Markt übernommen... nur deshalb war das (noch) nicht durchsetzbar. Aber das wird noch kommen. Chip und Betriebssystem unter Kontrolle, und dann werden dem Benutzer die Besitzrechte entzogen, und er wird noch schlechter gestellt als ein Entleiher. Dann brauchen wir nur noch eine Feuerwehr, die sich um physische Bücher kümmert. Und eine Berliner Werbeagentur, die das ganz toll findet. Wie wärs mit Generation Upzocked?

0 donalphonso 19.07.2009, 14:26 Uhr

Avantgarde, so traurig es ist,...

Avantgarde, so traurig es ist, aber dorthin gehen die Bestrebungen, insofern finde ich es auch gar nicht so schlecht, wann ab und an MS wegen Monopolen eine auf die Nuss bekommt. Das Urheberrecht und die Frage nach "fair use" wird sicher auch noch ein harter Brocken, und ich sehe nicht, wie sich das ändern sollte, dazu sind die Fronten zu verhärtet und das Verständnis vom Wesen des Internets, vorsichtig gesagt, arg begrenzt. Wir sehen hier den vorläufigen Höhepunkt dieser Debatten und in etwa das, was das Ergebnis des "Heidenberger Appells" sein kann, wenn man ihn konsequent anwendet. Da gibt es eine sehr unerfreuliche Koalition zwischen Rechteverwertern und Infrastrukturdienstleistern. . Holly01, das Problem ist allerdings auch die Haltung der "Kreativen", die das alles mit sich machen lassen. Da draussen sind tausende von Journalisten, die zu wenig verdienen und sich vielleicht mal auf die Hinterbeine stellen sollten, selbst was anzufangen. Leichter als jetzt war es noch nie. Aber wo sind denn die spannenden Angebote der Journalisten? Wo bleiben die tollen Reiseblogs mit den Geschichten, die sonst keinen Platz haben? Zu dem Ganzen kommt also auch ein mentalitätsproblem, oder sollte ich vielleicht sagen: Inkompetenz und Faulheit.

0 donalphonso 19.07.2009, 14:28 Uhr

Jean Jacques und swina,...

Jean Jacques und swina, immer gern, ich habe noch so viele Bilder, ach...
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Gerade jetzt, vor 20 Minuten...
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Die Kühe liegen halbferig auf Halde, denn bislang kam immer was dazwischen. Morgen etwa "Was tut man wenn es am Wochenende im Juli schlechtes Wetter hat."

0 donalphonso 19.07.2009, 14:46 Uhr

Alter Bolschewik, bei solchen...

Alter Bolschewik, bei solchen Meldungen sollte man immer erst auf Irrsinn tippen und dann auf Fälschung: Amazon ist kein Buchhändler, sondern zuallererst Wahrer von Geschäftsinteressen. Was versteht so eine Anzugfüllung denn von Literatur? . mawu, leider hat man das auch bei der Zensursula-Debatte gesehen, wo jeder mit anderer Meinung zum Pädophilenhelfer gemacht wurde. Politiker verstehen nichts vonm netz, aber alles vom Populismus, und vielen Verlagen wäre es nur recht, wenn das Internet wieder gehen würde. Man schaue sich nur mal die Verlinkungspraxis an: Wenn Links, dann immer auf die eigenen Angebote, selbst wenn es nur müde Abklatsche guter Geschichten sind. Damit fängt es schon an: Dass jene, die die Freiheit verteidigen müssten, selbst ihre Käfige nicht verlassen, wenn man die Tür aufmacht. (und, wenn ich mir die bemerkung erlauben darf, deshalb auch durch die Bank nicht bloggen können. Bloggen ist Fliegen und nicht nur von Stangerl zu Stangerl hüpfen und auf das Fressen warten)

0 Avantgarde 19.07.2009, 14:46 Uhr

Die Frage wird sein, ob "das...

Die Frage wird sein, ob "das Internet" in zehn Jahren noch irgendeine Freiheit kennen wird. Da wird sich technisch eine Menge tun, und bestimmt nicht zum Vorteil der Freiheit. Angefangen beim neuen IP-System, das Benutzer ständig und unmittelbar identifizierbar machen wird. Benutzer, deren Surfverhalten man dann minutiös nachvollziehen kann, bis sich jeder, der sich einen Rest von Privatheit und persönlicher Freiheit bewahren will, aus dem Netz verabschiedet Es wird bestimmt nicht bei Zensursulas Stoppschild bleiben. Ich wage mal die Prognose, dass es in zehn Jahren nur noch ein völlig verkrüppeltes, zensiertes Internet geben wird inklusive unkontrollierten Zugriff auf die Endgeräte der Benutzer. Man kann nur hoffen, dass es technisch nicht machbar sein wird. Falls doch, wird es gemacht. Denn dass die Film- und Musikindustrie, die Verlag, die Contentmafia, die nach "Internet darf kein rechtsfreier Raum sein" schreienden Politiker umdenken werden, ist unwahrscheinlich. Es gibt nur eine Chance, wenn sich die Technologie zentraler Kontrolle entziehen kann. Ich bin da eher pessimistisch. Schon wegen der "Kinder", an die gedacht werden muss. Wer noch mehr Dystopie verträgt, kann sich ja schon mal mit ständig "nach Hause" telefonierenden Endgeräten auseinandersetzen, von der Waschmaschine oder dem Kühlschrank bis zum RFID-Chip in der Kleidung. Oder mit einer Toilette, die bei verdächtiger Spülung die Inhaltsanalyse ans BKA sendet. Dagegen ist Orwells Telescreen ein alter Hut.

0 Bustian Sack 19.07.2009, 15:03 Uhr

Lieber Don Alphonso, nur...

Lieber Don Alphonso, nur nebenbei, es heißt doch "libertär" oder "libertin", nicht "libertinär", man sagt ja auch nicht "klandestinär", da ist Microsoft Word also schlauer, als Sie meinen. Übrigens heißt es auch "Plagiat", nicht "Plagiarismus", - nur so prophylaktisch, Sie schreiben schließlich in der FAZ, die bilden sich was ein auf solche Dinge, damit können Sie dann gelegentlich punkten. Oder inzwischen nicht mehr? Grüße, Ihr Bustian

@Filou: mögen Sie mit ihrer...

@Filou: mögen Sie mit ihrer Einschätzung recht haben ! Ich hoffe es. Wenn es nicht so ist, dann hätten wir immerhin die Möglichkeit, an einer der untätigsten Epochen in Punkto Widerstand persönlich teilzunehmen. Und es wäre doch eine seltsame Ehre, seinen Nachkommen später zu erzählen: Ach Kinder, die sog. "Lemmingsrepublik" hat euer Opa damals persönlich miterlebt !

0 donalphonso 19.07.2009, 15:14 Uhr

Ach bitte, bilden Sie sich...

Ach bitte, bilden Sie sich doch erst, bevor Sie hier schreiben... "libertär" leitet sich von der hauptsächlich amerikanischen Philosophie des Libertarismus ab, dazu kommen noch rechte Autoren wie Mises und Marktrechtsextreme wie Ayn Rand.
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Libertinär dagegen leitet sich vom französischen "Libertin", beginnend mit der Aufklärung ab, und da gibt es mit Gide sowohl den libertin de mœurs - also den recht offenen Homosexuellen und Feind der bürgerlichen Ehe, und den libertin d'esprit, also den jenseits der geistigen Normen seiner Zeit lebenden Störer. Und da fühle ich mich eher daheim als im schwarzbraunen Sumpf der McCarthy-Ära.
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Diese Lehreinheit auf FAZ.net war kostenlos und wird Ihnen präsenteriniert von die Schluckschpecht, dem kleine Hochprozentige für nach das Kündigung.

Don, der mit dem...

Don, der mit dem Schluckschpecht war mehr als lustig !!!!!!!!!! Wie soll man jetzt am Sonntagnachmittag mit dem Lachen aufhören.

Die Bedenken hinsichtlich der...

Die Bedenken hinsichtlich der absoluten Kontrolle des Benutzers elektronischer Medien teile ich ja weitgehend, bin aber der Meinung, dass man dem mit Intelligenz aus dem Weg gehen kann: wo ein Wille ist, entwickelt sich entsprechender Weg. Im Zweifel hilft Verzicht. Die Diskussion rund um's eBook finde ich etwas sehr luxerieus. Wer und warum sollte sich ein eBook anschaffen? Endlich zaehlen doch praktische Erwaegungen. Kritisch wird es doch erst dann, wenn z.B. Schulbehoerden die Benutzung eines solchen Raeders verordnen. Die Ablehnung der Schueler wird begrenzt sein. Wieder aus praktischen Erwaegungen, denn das Schleppen von Schulbuechern gehoert nun wirklich nicht zu den praegenden Bildungserlebnissen. . Nehmen wir an, ein "Vermieter"loeschte mir einen bezahlten Inhalt, ich schmisse irgendwann das eBook in den Muell und ginge zurueck zum Gedruckten. Wer das nervende iTunes kennt (wer nicht?), sucht Mittel und Wege Steven Jobs vor der Tuer zu halten. Kein Mensch zwingt uns, irgendeinen Mist zu benutzen. Nochmals: im Zweifel hilft Verzicht. Ging doch frueher auch ohne....?

@miner: Lemminge, sind das...

@miner: Lemminge, sind das nicht die, welche sich gemeinschaftlich mit lautem Hurra vom Felsen stuerzen, so wie in den Zeiten des schnauzbaertigen Hausbesorgers (Polgar ueber Hitler als der noch in Wien geisterte)? Die eben meinte ich nicht. Fuer einen intelligenten Menschen kann es doch kein groesseres Vergnuegen geben, als jeder Form der Bevormundung zu entgehen. Geuebt haben wir das doch schon als Kinder, und waren doch sehr oft sehr erfolgreich. Wer danach in dem monochrom gekleideten Heimatschutzverein taetig war, kennt auch da die Mechanismen der kleinen Sabotage. Doch, doch, das geht schon. Mit ein wenig Stolz und einer gehoerigen Portion Schlitzohrigkeit.

Man muss dem elektronischen...

Man muss dem elektronischen publizieren aber auch zu gute halten, dass damit Bücher in Auflagen möglich werden, die vorher nicht denkbar/sinnvoll waren. Ich hoffe allerdings auch, dass der Kindle nur in dieser Nische bleibt...

@all, wie wäre es, bei der...

@all, wie wäre es, bei der kommenden Wahl die "PIRATEN-Partei" zu wählen. Ob es hilft weiß ich nicht, aber ein Versuch wäre es doch mal wert. Gruß Hanskarl

Ich darf doch bitten, lieber...

Ich darf doch bitten, lieber Hanskarl, noch 'ne Partei, noch'n Vorstand mit Satzung und Ortsgruppenvereinen, mit Staenden in FuGaZone? Das wird doch sowas, wie der Verein vom Trittin mit einer schraeggekleideten Schrilleuse als Chefin. Die Qualifikation des zukuenftigen Aussenministers, statt Frankfurter Taxischein, das Raubkopiererdiplom cum laude? Schoene Idee! Lustiger natuerlich als Frank-Walter, aber nicht wirklich hilfreich um eine Gesellschaft voranzubringen.

0 Fabian Meier 19.07.2009, 16:18 Uhr

Ich halte diesen Artikel für...

Ich halte diesen Artikel für polemisch und stark übertrieben. Sicher: Ein e-Book ist nicht im gleichen Maße Eigentum seines Käufers wie ein traditionelles Buch, dafür ist es billiger und leichter mitzunehmen. Der Kunde hat die Wahl. Weiterhin hat Amazon überhaupt nicht die Absicht, Inhalte zu zensieren. Sie befinden sich lediglich - wie auch die umstrittene Vorlesefunktion zeigt - in einem rechtlich unklaren Gebiet, in dem auch Fehlentscheidungen getroffen werden können. Mit Bücherverbrennungen hat dies jedoch nichts zu tun.

Nach dieser elektronischen...

Nach dieser elektronischen Bücherverbrennung kann man sich eigentlich nur noch dafür begeistern, dass hackende Piraten Dr. Kindle in die Flucht schlagen und somit Big Brother mal zeigen, was eine Orwellsche Harke ist... Grüße aus Bayern, dem einzigen Bundesland mit einem Ministerpräsidenten, der nicht vom Volk legitimiert ist...Ob der auch Dr. Kindle in die Flucht schlägt, wenn es ihm passt?

0 politikinteressiert 19.07.2009, 16:35 Uhr

Schön geschrieben; der Text...

Schön geschrieben; der Text beschreibt die Spitze des Problems. "Meine" DVDs darf ich nicht auf meinen Netbook kopieren. Um sie unter Linux anzuschauen muß überhaupt der Kopierschutz gebrochen werden. Und im Internet sollen Seiten vom BKA blockiert werden können. Wahrscheinlich wähl ich die Piratenpartei, egal ob die Stimme wegen der 5 % Schranke verloren ist.

0 Frundsberg 19.07.2009, 17:25 Uhr

Wie hieß der eingangs von...

Wie hieß der eingangs von Euer Liebden erwähnte technische Schickschnack doch noch ? Ich habe es leider schon wieder vergessen, denn es gehört vermutlich zu den völlig unwichtigen und überflüssigen Accessoires derjenigen Leute, die einem am Anfang der "Handy"-Manie schon so unangenehm gewesen sind. Mit den schönen exzerpierten Photographien aus Euerer Bibliothek ist der Blick auf das Wesentliche gerichtet. Bücher. Und nichts anderes.

Um einmal konkret zu werden....

Um einmal konkret zu werden. Man schreibt ein Buch. Über einen abseitig-spinnerten religiös-weltanschaulichen Bereich. Man betreibt ein paar Jahre Recherche, setzt ein Jahr des reinen Schreibens hintendran. Die in Frage kommende Leserschaft ist stark begrenzt, man kann durch keinerlei Inhalt, Gestaltung oder gar werberische Maßnahme mehr als etwa 1000 Leute erreichen. Man ist also schon froh, kostendeckend zu sein. Nun scannt einer das Ding ein und ein guter Teil der Leserschaft lädt es sich kurzerhand herunter. Geht per Mausclick im Nu und zerstört jede Kalkulation. Die ob der Fülle der weiterhin eintrudelnden Informationen und der enormen Menge weiteren Materials angedachte und sinnvolle erweiterte zweite Auflage wird es nicht mehr geben, weil es sich alleine schon wegen des enormen Zeitaufwands verbietet, dies alles ohne selbst die schmalste Bezahlung zu machen.

Verehrter Autor, Ihre...

Verehrter Autor, Ihre Aversion gegen OPEL trage ich ja schon mit Fassung (auch alle Kommentatoren der FAZ scheinen in dieser Frage der Maxime "Opel est delenda" zu huldigen, und soviel kluge Köpfe können ja wohl nicht irren) . Aber Göthe statt Goethe? Und als Reaktion auf obigen Artikel werde ich mich nächste Woche wieder bei der Nationalbibliothek in Frankfurt* rückmelden; der fällige Beitrag ist da gut angelegt. Eventuelle Rechtschreibfehler bitte ich meinem brüllenden Sohn, z.Z. rechter Oberarm, anzulasten. * alle deutschsprachigen Bücher ab 1913 stehen hier zur Verfügung, z.T. aus Leipzig. .

Don Alphonso, ich liebe und...

Don Alphonso, ich liebe und ich hasse Sie.. Ihr letzter Beitrag hat mich ein wenig auf die Palme gebracht und jetzt schreiben Sie andererseits so .... (Sie koennen es sich aussuchen) , dass ich mich inspiriert fuehle wieder von der Palme runterzukommen und auch meinen Senf dazu abzugeben. Obwohl ich weder Ihrer Steuerklasse angehoere, noch Ihren Bildungsstand besitze, finde ich mich immer oefter wieder in Ihren Zeilen, in denen Sie hochmuetig vom hohen Ross der abendlandischen Kultur hinunterblicken, ohne es noetig zu haben Ihre German "Angst" verstecken zu muessen.. Auch ich schaue gesaettigt in die untergehende Sonne, gebe mich dem Luxus des Sinnsuchens hin und kann es mir leisten auf Geld nicht so viel zu geben.. Wir moegen verstehen was gerade passiert, aber was bedeutet es der globalen Masse, die an der Schwelle zu einer schoenen, neuen Welt steht, in der Sie auf Ihrem schicken PDA Youtube Videos schauen koennen und die gleichen Klamotten tragen kann wie die Celebreties (Britney, nicht Jacko) ... ? Stoert es sie, dass man dafuer seine "Freiheiten" aufgeben muss!? Was sind das fuer Freiheiten ueberhaupt? Die Welt nimmt ihren Lauf und die Menschen folgen dem Blink, wenn noetig auch ins Verderben. Es sind ja diese Rattenfaenger von denen das Buch erzaehlt, jene naemlich, die dem Buerger (oder Gefangenen) alles liefern, nur halt nichts Echtes, mit Seele.. Frappierend ist, dass es so einfach gemacht wird. Ohne Fragen und Gegenfragen wird sich da einer laestigen Fussnote entledigt, die dem System, dem ewig hungrigen Moloch, sowieso nicht gefaehrlich werden koennte. Im Grunde wird sich da einem literarischen Meisterwerk entledigt, wie einer laestigen Fliege.. Die Frage, wie es um die Welt wirklich steht, beantwortet sich dabei von alleine.. Machen wir uns nichts vor.. Die Menschen von denen Sie Ihre Inneneinrichtung geerbt haben und ich, die Freiheit zu lesen was ich moechte, die Menschen, die vor 200 Jahren das Buergertum kreierten, diese Menschen taten das ja auch unter falschem Vorwand und im eigenen Interesse. Freiheit, Bruederlichkeit und Gleichheit bedeuten daher im Kontext der buergerlichen Revolutionen auch nicht genau das, was im Duden steht.. Siehe den Proletarier, der ist damals zu kurz gekommen und in seinem Namen haben sie dann die naechste grosse Party steigen lassen. Seine Werte stehen heutzutage auf den Flaggen des etablierten Systems .. Fressen statt Freiheit.. Die "Ideale" sind auch eher Ideen, die uns nuetzlich erscheinen. Bildung spielt insofern eine Rolle, da man versteht, dass man seinen naechsten nicht schlecht behandeln sollte, sonst kommt der vielleicht mit ner Flinte vorbei. Bei dem Problem, dass Sie ansprechen hilft dabei jedoch keine hohe Hecke mehr, vielleicht ein Firewall .. Noch was zum Thema Klassenkampf.. Nicht nur Georgie wurde zum Spielball dieses selbigen.. Gewisse Leute werden angestachelt einen Kampf auszutragen, von dem andere profitieren. Schade ist, dass fuer die Seite der Belesenen heutzutage wohl kaum einer mehr kaempft.. Die Revolution geht also weiter ... Um Sie, werter Alphonso, machen ich mir jedoch keine Sorgen; Sie haben bestimmt ein Exemplar von 1984 in Ihrer Bibliothek stehen..

Völlig überzogen! Amazon hat...

Völlig überzogen! Amazon hat in der Tat sich ein Recht heraus genommen dass es nicht hat. Amazon wurde hart zwischen genommen von der öffentlichen Meinung in den USA (New York Times: Amazon.com Plays Big Brother With Famous E-Books, July 17, 2009). Amazon hat sich entschuldigt; den Rest besorgen Kläger die - auf amerikanische Weise - dafür Sorge tragen dass dieser Casus sich nicht wiederholt. E-Books, sorry, lassen sich sehr wohl verschenken. Mit neuer Technologie auch verleihen (Eibis Online DRM). Wo hier "Hörigkeit" und "Feudalismus" eine Rolle spielen bleibt Alphonsos Geheimnis. Oder hat er vor E-Books Angst wie weiland Heinrich Heine vor Amerika ("Freiheitsgefängnis")? Alphonso fürchtet sich wie alle, die einer geistig absterbenden Gemeinde angehören (hier eine so genannte unscharf beschriebene "bessre Gesellschaft") vor dem Neuen, Unbekannten. Er sieht und schmeckt nicht die Lebensqualitäten die uns Bits & Bytes geben, folglich kann er diese auch nicht genießen. Er verabscheut das Nicht-Körperliche das Berge bewegen kann denn er hat sich auf seine fünf Sinne reduziert und in seinen Körper eingesperrt. Kostengünstige Therapieempfehlung: iPhone, das mit seinen vielen Apps zeigt zu welchen schier unglaublich zu nennenden alltagstauglichen Ideenleistungen das "einfache Volk" doch fähig ist. Wenn Amerikaner öffentlich darüber reden jedem Schulkind ein Kindle zu schenken hat das nichts mit einer Bereicherungsaktion für Amazon sondern a) mit leichteren Schulranzen für die Next Generation und b) mit schneller zugänglichen Contents zu tun. Ja, Contents, Inhalte! Denn Bücher wurden geschrieben und später gedruckt nicht um Bücherwände zu füllen sondern sehr zweckorientiert: mit Inhalten (Wissen, Geschichten, Gedichten) Verstand und Herz zu erreichen, das Leben zu bewegen. Das geht auch mit E-Books (mit einem E-Reader im Bett oder in der Badewanne), bestens. Doch die besondere Ironie der Amazon-Aktion hat Alphonso übersehen: Ausgerechnet "1984" und "Animal Farm" von George Orwell, Angstvisionen einer Meinungsdiktatur wurden von Amazon konfisziert (selbstredend bei voller Kostenrückerstattung und einem Entschuldigungsschreiben). Nicht weil der Content für die Bürger so umstürzlerisch, sondern weil eine unklare Rechtesituation Amazon's Geschäftsmodell hätte gefährlich werden können. Na, wenn das nicht der beste Treppenwitz des laufenden Jahres ist ...

0 fraudiener 19.07.2009, 18:43 Uhr

Jan Chris, des Olympiers...

Jan Chris, des Olympiers Großvater nannte sich sogar noch hochoffiziell Göthé. Shocking, isn't it?

Na und? wer so dumm ist, so...

Na und? wer so dumm ist, so einen Mist wie einen "Kindle" zu kaufen, verdient es ohnehin nicht besser.

wer sich unsere heutige...

wer sich unsere heutige gesellschaft mit offenen (bewusst objektiven) augen anschaut, wird erkennen, dass der feudalismus noch immer vorherrschend ist - das ganze "system" gründet lediglich auf sehr niederen motiven (geiz, macht, geld) und diesen sind gut und gerne über 90% erlegen. die machtstrukturen sind so stark verwurzelt, dass ein "freidenken" zwar möglich aber besser nicht laut vorgetragen wird - ich wünsche mir mehr menschen, die noch wirklich den mut (zur tat) haben, über den eigenen schreibtisch hinaus ihre ziele zu verfolgen und darauf zu beharren... armes deutschland

0 donalphonso 19.07.2009, 19:26 Uhr

Zu Göthe: Hier liegen vor mir...

Zu Göthe: Hier liegen vor mir die Berichte des Horfrats Meyer und von Karl August Böttiger; Freund und Feind, wenn man so will. Und wie auf meiner Teilausgabe aus dem späten Biedermeier (pardon, die Jahreszahl habe ich nicht parat, sie steht in meiner anderen Wohnung) steht dort eindeutig überall Göthe.

0 dunnhaupt 19.07.2009, 19:37 Uhr

Noch längst nicht weit genug...

Noch längst nicht weit genug bekannt sind jene 10 Konzerte J.S. Bachs für Cembalo und Orchester, die er eigens zur Aufführung in Zimmermanns Kaffeehaus komponierte, oder vielmehr umkomponierte. Zwar behauptete kein geringerer als Albert Schweitzer, es bestehe keine Obligation, sie in unsere Konzertprogramme aufzunehmen, da es sich lediglich um Neuarrangements früherer Werke für Klavier und Orchester handelt. Dennoch vermitteln sie uns einen echten Eindruck, was das Leipziger Cafépublikum mit dem Komponisten am Cembalo damals tatsächlich zu hören bekam. Als CD gab es sie früher bei Philips (BWV 1052-62).

So wie ich das verstehe geht...

So wie ich das verstehe geht es Don Alphonso mehr darum, dass Amazon die Möglichkeit hat so etwas zu tun und es auch tatsächlich getan hat! Wo kämen wir hin, wenn mein Buchhändler im Auftrag des Verlages ungefragt meine Wohnung betritt und ein Buch entwendet, finanzieller Ausgleich hin oder her. Die Tatsache dass Amazon ungefragt das Inhaltsverzeichnis der Ebook´s durchsuchen konnte, gleicht einem unbefugten Eintreten in die Privatsphäre. Ich hoffe wirklich, dass Amazon eine Sammelklage der Betroffenen bekommt, und die Chefs und alle Verantwortlichen des Laden hinter Gitter landen und nicht mit ein paar Millionen USD Strafe davon kommen aber das wird wohl anders laufen. Es sind auch die kleinen Schritte die einen Vorwärt bringen, nur manchmal gehen diese kleinen Schritte in die falsche Richtung und sind deshalb nicht weniger erfolgreich. Stück für Stück ein bisschen wegnehmen, die meisten merken es kaum, bis zu dem Tag an dem Sie vor dem Nichts stehen. Wehret den Anfängen.

Interessant, zu welchen...

Interessant, zu welchen Fantasien diese Begegnung mit der Vorsicht eines Inhalte-Verwerters geführt hat. Allerdings ist das Vorgehen von Amazon (bzw. des dahinter stehenden Rechteverwerters) nicht mittelalterlich, sondern "modern", wie es das Urheberrecht ist.

danke für den...

danke für den bonustrack. . aber kühe? in technocolor? dann doch lieber gelbe blüten. . zum photo dann doch noch etwas neugierde geäußert: wird der kuchen passend zum service gekauft oder das service passend zum kuchen ausgesucht? werden büchen mit farblich passenden einband zum jeweiligen gedeck auf den tisch arrangiert oder liest mann darin (auch wirklich) nach dem kuchenverzehr? schließlich: würde nicht eine kanne aus weißem porzellan noch anmutiger als die vorhandene den tisch schnücken? . insgesamt ein photo, wie man es sich nur wünschen kann: sonntägliches dolce vita. [von der hauptstadt aus ist der tegernsee schließlich fast-italien. auf jeden fall "sehr weit entfernt". was man als berliner zuweilen & punktuell (und diese idylle ist ein punkt) bedauern mag.]

0 donalphonso 19.07.2009, 19:50 Uhr

Das Geschirr ist der Beitrag...

Das Geschirr ist der Beitrag meiner Eltern zum Tegernseehaushalt. Es kommt von der Töpferei Paul Vogt in Pang. Bei Riedering. Nahe Rosenheim. 50 Kilometer vor dem bekannten Dorf München. Wir hätten auch diverse passenden Kannen (wir haben entsetzlich viel von diesem Service, mehr als 150 Teile), aber es sieht hier nun einfach mal so aus. Gelesen habe ich dazu ein andere Buch, das auf meinen Knien ist, und weder der grüngestreifte Liegestuhl noch das Buch über Callas passen wirklich dazu. Fast-Italien trifft es; wenn ich mich spute, brauche ich keine zwei Stunden zum Brenner.

0 Doktor Benway 19.07.2009, 19:52 Uhr

Don Alphonso - ja ich kann...

Don Alphonso - ja ich kann mich gut erinnern an den 928S2. Er verschlang bestes Mineralwasser zur Kühlung - für Menschen eh gefährlich, außer man "ist" auf Diät - was fürderhin den Tod bedeutet. Mit dem oben genannten "Wagen" erreichte man in kurzer Zeit den eben solchen Effekt. Sitze ich heute im 911 eines Bekannten, bitte ich ihn höflichst den ebenfalls in der Garage geparkten SMART anstatt zu benutzen. Er ist einfach bequemer. Heruntergetunte V10 Triebwerke zur Schonung nicht kompatibler Getriebe aus Friedrichshafen verabscheue ich. Die Piechisierung automobiler Kultur begann wohl mit einer so genannten Einheiratung vor langer Zeit. Diese (Familien-)Bande hält anscheinend länger als so manch tausendjähriges Reich. Feudal!

Ein schöner Elefant, aus...

Ein schöner Elefant, aus einer doch recht kleinen Mücke gezogen. Mein Kompliment! Leider am Ziel vorbei geschossen, nach der fulminanten Einleitung - Freiheit, Recht, Aufstieg, Klassenkampf und so weiter, doch das eigentliche Problem, lieber Don Alphonso, das haben Sie nicht erkannt. Schon mal was vom "digital gap", der "digitalen Kluft" gehört? Macht nichts, man kann ja nicht alles wissen. Lesen Sie sich ein, digital oder analog macht da keinen Unterschied und versuchen Sie es noch einmal. Vielleicht gelingt es Ihnen dann, auf den Kern der Sache (aus der Einleitung) zu kommen, vielleicht entfachen (to kindle) sie ein kleines Feuerchen. Kindle ist mehrdeutig, weshalb nennt Amazon das Gerät so? Na dann, viel Erfolg! Diese Lerneinheit war ebenfalls kostenlos und eventuell nicht umsonst. Men are only as good as their technical development allows them to be. - Eric Arthur Blair

na, dann hoffe ich mal, daß...

na, dann hoffe ich mal, daß den schickedanzschen kindern und kindeskindern auch solch noble geschenke gemacht wurden - vor der schlimmen zeit. . so so, die bilder werden arrangiert - und die callas muß (dem liegestuhl gleich!) aus (farb-)harmonischen & (bild-)ästhetischen gründen "draußen" bleiben. sie wandeln auf den spuren des (nichtbekenners) onassis - hätten sie das gedacht?

0 donalphonso 19.07.2009, 20:14 Uhr

Lope, ich weiss, was digital...

Lope, ich weiss, was digital gap bedeutet; Das ist in etwa der Unterschied zwischen dem Autor eines der meistgelesenen und kommentierten Profiblogs Deutschlands (das hier) und dem weniger erfolgreichen Rest, zu dem ich ganz unbescheiden Sie zählen möchte. Schauen Sie mal, ob Sie sowas im Internet gebacken bekommen, und dann kommen Sie nochmal hierher und stellen Sie solche Forderungen. Wäre es andersrum, dann wären Sie hier, und ich würde an dummdreister Fortschrittsgläubigkeit rummeckern, die ausser ein paar Schlagworten und PR-Büchern nichts zu bieten hat ausser einer grossen Klappe. Auch das Digitale entbindet Sie nicht von der Pflicht bzu einer sauberen Argumentation, für geschwalle gibt es hier neben dem "Publich"-Knopf auch noch einen für Delete - und ich lösche leute nicht nur für Beleidigungen, sondern auch für Untererfüllung meiner geistigen Ansprüche.

0 Pius Xaver Kaltspiel 19.07.2009, 20:23 Uhr

@Thomas Strobl: Es spricht...

@Thomas Strobl: Es spricht für sich, jemandem das Menschsein abzuerkennen - nur weil derjenige - in oftmals harmloser Verwirrung - sich wie ein Pfingstochse mit Flitter und Tand abgibt. Wer will wen (ohne dabei auch noch im Glashaus zu sitzen) an den Pranger stellen, nur weil der andere in Anwendungsfällen politische Einsicht missen lässt? - Und wieder gemahnt uns eine Geschichte an Ray Bradbury (s. auch Backtrack unten, nicht von mir). Diesmal geht's um Feuerwehrmann Amazon, der, um die Urheberrechte nur ja zu wahren, die seltsamen, offenbar sinntransportierenden Schriftzeichen von einem (zugegebenermaßen groben) Medium runterbrennt. Dabei ist mir vorerst "wurscht", dass diese merkwürdigen Kulturtechniken Schreiben und Lesen nicht auf Papier sondern auf den (noch?) groben, oft unansehnlichen, digitalen Displays genutzt werden. - Da werden sich Herr Schäuble und seine Bauchrednerpuppe Zensursula aber freuen, was praktisch schnell mal als Züchtigungsmaßnahme "implementiert" werden kann...

0 donalphonso 19.07.2009, 20:26 Uhr

setarkos, ich hoffe, dass...

setarkos, ich hoffe, dass Amazon schon jetzt genug Proleme bekommt und sich die Leute wenigstens Gedanken über das machen, was sie sich als Spyhardware ins Haus holen. Man könnte da sicher noch einiges machen. . Rudyguy, trotz meiner Fähigkeit zum Umgang mit dem Werkzeug Blog: Das hier ist aber nicht Amerika. Das ist Europa. Das alte Europa. Das sehr, sehr alte Europa. Und nur, weil der Ami etwas macht, heisst es noch lange nicht, dass es in meinem alten Europa taugt: Atomraketen. Hummer-Fahrzeuge. Talkshows. Das angloamerikanische Bankensystem: Man putze diesen Dreck global weg, und der Planet ist schöner, besser und nicht mehr so wartungsintensiv. Nun zu den einzelnen Punkten: Doch, den Treppenwitz habe ich schon verstanden. Der ist so offensichtlich, dass es mir zu peinlich war, darauf rumzureiten, als hätte ich kurze amerikanische Gehirngänge. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich mir mal die Lizenzbestimmungen zu Kindle angeschaut. Das DRM ist da eindeutig: Man besitzt nicht das "Buch", man erhält nur ein eingeschränktes Nutzungsrecht, man kann es auch nicht "weitergeben". Vor Bits und Bytes habe ich keine Angst, ebensowenig vor dem Aussterben - denn erstens läuft dieses Blog hervorragend, zweitens wird in meiner Klasswe wie verrückt Nachwuchs gezeugt, und drittens, mein Bester: Die ganzen fetten Amis sollten gerade keinen Kindle haben. Sondern am besten ihre Schule auf dem Wallberg, keine Sewilbahn und 10 Kilo Bücher und nachher keinen fetten Hamburger. Und keine Sorge: Mir geht's prima. Wir waren immer oben und werden immer oben sein. Weil wir besitzen und keine Asozialen sind, die shoppen und nicht kapieren, dass sie nur ver**scht werden. Von all den bezos dieser Welt und ihrem Plastikmüll. (geschrieben auf einem Compaq E500. 7 Jahre alt, damals 9000 Mark teuer, geht hervorragend)

0 donalphonso 19.07.2009, 20:36 Uhr

Filou, also ganz ehrlich: man...

Filou, also ganz ehrlich: man muss die Josefine nicht mögen, aber allein schon aufgrund der Geschichte des Buches und des Krieges gegen die staatliche Zensur gehört die in wirklich jeden Bücherschrank! Manchmal trägt die Freiheit seltsame Kleider, oder Reitpeitschen, oder auch gar nichts. Das mit den Buchketten ist wirklich schlimm, aber wir haben noch einen guten Händler. Ansonsten: Es lebe das Antiquariat. . Klaus Jarchow, die zensur ist so alt wie das Buch, keine Frage. Und natürlich gab es auch stets Zwischentöne, Verschiebungen, Fortschritte und, siehe DFeutschland 33-45, enorme Rückschläge. Aber selbst in der NSDAP-Parteizentrale in München ist bei einer Kontrolle Manns königliche Hoheit entdeckt worden. Mit Kindle könnte ein Regime das einfach löschen lassen. Was wird sein, wenn Amazon das Ding in, sagen wir mal, China auf den Markt bringt?

0 donalphonso 19.07.2009, 20:41 Uhr

Avantgarde, sicher, man hat...

Avantgarde, sicher, man hat die Bestrebungen, es gibt keine ernste Gegenwehr, und am Ende kann man froh sein, wenn das Verfassungsgericht den staatlichen Terror, ich kann und will das nicht anders umschreiben, gegen die Meinungsfreiheit stoppt. Das Kalkül der Medien, wenig zu tun und dafür als Nutzniesser aus der Schlacht hervorzugehen, ist auch nicht gerade leicht von der Hand zu weisen. Was die Piraten angeht: Die sollen bitte erst mal ein umfassendes Wahlprogramm machen. Nichts gegen eine FDP des Internets, aber ich mag nun mal Politiker, die sich umfassend auskennen.

0 Avantgarde 19.07.2009, 20:46 Uhr

Nun, es sieht momentan so aus,...

Nun, es sieht momentan so aus, als wollten die Verlage den zehnjährigen schmerzhaften Erfahrungsprozess der Musikindustrie wiederholen, die ihren Kunden vorschreiben wollte, wie ihre Produkte zu nutzen seien. Das Urheberrecht ist für die meisten Autoren längst Chimäre, da sie - wenn es nicht gerade um Belletristik geht - immer häufiger sämtliche Rechte an die Verlage abtreten müssen. Schon mal einen Autorenvertrag von 2009 gesehen? Seit neuesten werden da auch die (noch gar nicht vorhandenen) Erlöse aus Google Books abgetreten, ohne finanziellen Ausgleich übrigens. Heute heben (aus Facebook klauende) Verlage die Verteidigung eines verabsolutierten Urheberrechts auf das Schild der Pfründebewahrung, statt sich darüber Gedanken zu machen, wie man dem Kunden einen Mehrwert bietet, der sich nicht mit einigen Mausklicks vervielfältigen lässt. Potentielle Kunden mit Knast zu bedrohen ist kein tragbares Geschäftsmodell. Sich bei ihnen einzuhacken eher auch nicht.

0 donalphonso 19.07.2009, 20:46 Uhr

miner und filou, das wäre...

miner und filou, das wäre dann das digitale Biedermeier. Oder, wie am Ende von fahrenheit 451: Jeder lernt seine Bücher auswendig. . Ich glaube aber auch, dass es Pädagogen gibt, die solche Geräte prima fänden. Andererseits zeigt auch die Unzufriedenheit mit Bachelorstudiengängen, dass etwas verloren geht, wenn man zu starke Vorgaben macht, und schon mit der g8 hat man sich bei den Müttern in die Nesseln gesetzt. Und dann möchte ich mal sehen, was Mütter tun, wenn ihre Kinder den Stoff auf einem Gerät heimbringen, die Mütter nicht verstehen...

@Don Alphonso Nicht immer...

@Don Alphonso Nicht immer hält der Vertragsinhalt rechtlicher Prüfung stand. Sieht eher so aus, als ob sich der Entzieher des Lesestoffs ersatzpflichtig gemacht hat. Teile des Vertragsinhalts könnten als einseitige Benachteiligung oder überraschende Klausel ausgelegt werden. Zumindest darf man annehmen, daß hier nur die Vorstufe zum mündigen Konsumenten definiert werden sollte. Der so geschilderte Vorgang könnte auch als Straftat gewertet werden, da die Genehmigung des Nutzers zum Eingriff in seine Datenverarbeitungsanlage nicht eingeholt wurde. Vor Jahren gab es schon einmal den Versuch, vermutlich von "kleinweich", ein ähnliches Produkt zu etablieren, das sang- und klanglos inklusive der Website verschwand.

0 grimaldeli 19.07.2009, 20:53 Uhr

@Don Alphonso Ich hab kein...

@Don Alphonso Ich hab kein Kindle-Teil, obwohl ich Gadgets grundsaetzlich nicht ablehne (nach dem Motto: "HE WHO DIES WITH THE MOST TOYS WINS!" Buecher waren schon immer ein Teil meines Lebens. Es geht nichts ueber eine alte Reclam-Ausgabe von Balcac in Seidenpapier und rotem Leder. Und mit Freunden in der Bibliotehk sitzen(wohl dem, der sie hat) und bei Bedarf das passende Zitat aus der Wand holen und nicht aus Wikipedia, das hat etwas,was uns keiner nehmen kann! Wie Ihnen, den geliebten Tee und mir, meinen Café! zu(Bustian Sack) Ueberlesen Sie doch einfach solche Commentare! Es soll Wesen geben, welche bei Popper nicht an Positivismusstreit, sondern eher an Karl Dall denken (Ich bin der aelteste.... usw.)

Don Alphonso, Sie schaffen es...

Don Alphonso, Sie schaffen es einfach immer wieder, meine Lieblingsbeispiele zu benutzen: "Natürlich konnte man dabei getäuscht oder über das Ohr gehauen werden - ich sage nur Porsche 914, 924 und Cayenne"

Bitte, ich habe doch nichts...

Bitte, ich habe doch nichts gegen Frau Mutzenbacher. Ich habe etwas gegen die Bloedheit irgendeines Programmeurs, der diese Algorithmen erstellt, und ich habe etwas gegen einen Buchverkaeufer, der mich auffordert eine Rezension ueber ein Buch, eine CD, eine DVD zu schreiben. Haben Sie schon mal gelesen, was da an Zumutungen verfasst wird? Ich habe auch etwas gegen einen Haendler, der Opern-DVD's mit derart kargen und unvollstaendigen Informationen versieht, dass man froh sein darf, ueber zumindest etwas Hintergrundwissen zu verfuegen. Amazon ist kein Mittler von Kultur. Dort wird unter Anderem etwas verkauft, das vor langer Zeit als Kulturgut galt und entsprechend gehegt wurde, bei denen aber nur Teil eines Geschaeftes ist. Man stelle sich vor, ich ginge zu meiner alten Frau S. (Buchhaendlerin) und wuerde sie bitten, mir Heines Harzreise zu besorgen und-aehem, wenn ich schon mal hier bin-das Sonderangebot Dildo Dicker Hugo haette ich auch gerne. Wenn ich bei vor 12 Uhr bei Frau S. war, konnte ich am naechsten Tag nach 15 Uhr das Bestellte abholen. Bei Amazon durfte ich 3 Wochen auf meine Polgar's warten. Die hatten das nicht, wussten auch nicht, ob sie's rein kriegen. . Himmelherrgottnocheinmal! Wie gesagt: Soooo'n Hals! Liebe Gruesse

0 tucholsky1 19.07.2009, 21:07 Uhr

Vor kurzem kriege ich einen...

Vor kurzem kriege ich einen Link zu einem taz-Artikel, in dem von Büchern NPD-naher Verlage die Rede ist. http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/buecher-von-npd-verlag-bei-amazon Ist da was dran. Wer weiß das?

0 Jaques Bagios 19.07.2009, 21:17 Uhr

@rudyguy... Bücher wurden...

@rudyguy... Bücher wurden zweckorientiert geschrieben, und nicht um Bücherwände zu füllen? Oh, rudyguy, oh, rudyguy...

0 thomasriedel 19.07.2009, 21:31 Uhr

Das Problem mit Orwell ist...

Das Problem mit Orwell ist nicht seine Verfügbarkeit auf Papier oder auf Kindle. sondern daß seine Einsichten, oft gerade von denen, die ihn zitieren, mißachtet werden. Es ein ein Bißchen so wie Mein Kampf. Stand überall im Regal, aber niemand hat irgendwas kommen sehen. Nehmen wir mal:"Freiheit ist, sagen zu dürfen, daß 2 und 2 4 ist." Was folgt nun aus diesen beiden Elementen: (1) Die FAZ berichtet nicht über die Probleme mit der Staatsangehörigkeit eines Herrn Obama, die ihn in den Verdacht der Usurpation des Weißen Hauses bringen, was nun auch schon CNN (Lou Dobbs) thematisiert. Andere Medien in Deutschland haben hier auch eine Nachrichtensperre verhängt. Wenn das kein wichtiges Thema ist, weiß ich nicht, was eines ist. Der Presserat ist der Meinung, ich könne ja meine eigene Zeitung gründen und darüber schreiben. (2) Ein Redakteur der FAZ ereifert sich über die Entscheidung eines Buchhändlers, "1984" nicht auch noch in einem zusätzlichen Format anzubieten. Ein Bißchen so wie der Vorschlag, Rauhhaardackel in Deutschland unter Artenschutz zu stellen. Was ist eine freiheitliche Addition von (1) und (2)? Vielleicht, daß Don Alphonso seinen eigenen elektronischen Buchladen aufmachen kann, um für Informationsfreiheit zu sorgen. Aber vielleicht möchten Sie Bücher auch nur als bibliophile Kostbarkeiten ins Regal stellen und sie sich anstatt intellektuell "haptisch" aneignen.

0 donalphonso 19.07.2009, 21:58 Uhr

Wie heisst es nicht so schön...

Wie heisst es nicht so schön in der Bibel? Ich bin nicht meines Bruders Hüter. In der FAZ steht viel. ich kann nur für das sprechen, was ich schreibe, und wenn ich nur was an die Wand will, erwerbe ich Kupferstiche und Gemälde. (Komische Begrifflichkeit von Bibliophilie, wenn ich das noch so sagen darf, aber man darf hier auch dumme Schlussfolgerungen ziehen) . Filou, als mein Roman erschien, sass meine Schwester dauerns vor Amazon und gab mir den Verkaufsrang durch. Seitdem habe ich keine Lust mehr, da reinzuschauen. Nicht, weil es schlecht war, sondern weil man bei Amazon aus dem Auge verliert, dass es um ein Kulturgut geht.

Um Douglas Adams zu zitieren:...

Um Douglas Adams zu zitieren: "Don`t panic!". Bei dem Ganzen von einer Bücherverbrennung zu sprechen, halte ich für übertrieben. Die Leute, die sich ein Ebook gekauft haben sind schließlich selber schuld, sie wollen es nicht anders, weil sie Bequemlichkeit vor Aufklärung stellen. Allerdings hat der ganze Vorfall wahrscheinlich auch was gutes: viele Ebook-Besitzer sind dadurch bestimmt aufgescheucht und nachdenklich gemacht worden, was ihre kleine elektronische Handtaschenbibliothek angeht.

@Andrea Diener - shocking...

@Andrea Diener - shocking nicht. Nur, wenn jemand meinen sollte, durch außergewöhnliche Schreibweise seinen elitären Anspruch und seine Distanz vom 'gemeinen Fußvolk' augenscheinlich werden zu lassen, fände ich das lächerlich. Und wenn der Großvater seinen Nachnamen anders schrieb - who cares. Der unseres deutschen Reformators nannte sich gar "Luder"; Martin gefiel das aber gar nicht. Solche Wortspielereien unternimmt ja auch die Werbung durch recht peinliche Neuschöpfungen und Umgestaltungen. Klassisch wird dann z.B. gerne mit "c" geschrieben; aber schmecken classische Hamburger wirklich besser? Aber - wer weiss, was wahr ist. Deswegen meine Konjunktive. Die Frage nach Himmel, Hölle oder Fegefeuer stellt sich somit nicht, trotz der Präsentation durch D.A ...

herr @filou, ich verstehe,...

herr @filou, ich verstehe, daß sie sooo`n hals bekommen - aber mal ehrlich: was eichendorfft denn schon heuer noch? und dann: für die auf dem lande lebenden (was auch mir einst beschieden war), erscheint amazon, wenn schon nicht amazing, dann doch schon als fast-lebensnotwendig. aber ist es nicht schön, daß das fernsehen so viel zeit zum lesen läßt? selbst vorleser-sendungen sind so lesefreundlich gestaltet, daß kein leser jemals auf den gedanken käme ... die röhre bleibt kalt. dafür zucken die worte auf.

0 auxtroisglobes 19.07.2009, 22:32 Uhr

Das Kindle ist eine Kopfgepurt...

Das Kindle ist eine Kopfgepurt von Leuten, denen der Versand, seine Kosten, sowie die Lagerhaltung zum Halse raushängen. Aber nur weil Amazon uns das alles abnimmt, geben wir Amazon unser Geld. Amazon ist ein Versandladen. Wenn sie meinen, sie seien irgendetwas anderes, dann werden sie sehr hart landen. Schuster, bleib bei Deinen Leisten.

0 Avantgarde 19.07.2009, 22:34 Uhr

Dass die FAZ nicht über "die...

Dass die FAZ nicht über "die Probleme mit der Staatsangehörigkeit" Obamas berichtet, dürfte in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass es solche Probleme nicht gibt. Nur einige Ultrarechte, die sich als "nirthers" zum Affen machen.

A propos Antiquariate: Ich bin...

A propos Antiquariate: Ich bin kein Liebhaber alter Folianten. Meine Geschichte erforderte es, leichte und preiswerte Buecher zu erwerben. Und fuer vergriffene Buecher der preiwerteren Machart moechte ich nichts aus einem Antiquariat haben. Ich moechte ein Buch dessen Schnittkanten noch ein wenig aneinander haften; gewissermassen jungfraeulich sind, es sei denn, das Buch kaeme aus der Hand einer Freundin oder eines Freundes. Ich besitze von Cyrano de Bergerac "Die Reise zu den Mondstaaten", es kam aus der Hand eines Freundes, der es, genauso wie ich, ratlos tagelang durchblaetterte. So "benutzt" wuerde ich es niemals gekauft haben. In der Zeit, da ich einen Teil meiner spaeten Menschwerdung unter uniformierten Halbbarbaren verschwenden durfte, lieh' sich jemand, ohne mich zu fragen, ein Buch von meinem Regal. Ich wollte es nicht zurueck haben. Dasselbe gilt fuer Schallplatten und CD's. Der Lebenslauf dieser Dinge ist mir sehr wichtig.

@swina: ich geniesse das...

@swina: ich geniesse das Privileg binnen 90 Minuten in einer Stadt zu sein, die ich nicht besonders liebe, aber besonders gut kenne. Dort weiss ich den Weg. Dort bekomme ich, was ich brauche. Also ist Amazon o.Ae. nicht unbedingt noetig. Es wird dadurch nicht leichter, aber ich hatte in meiner Jugend sehr lange Zeit ein Schild an meiner Tuer, darauf stand: Per aspera ad astra. Bevor ich also in dummer Bequemlichkeit versinke, organisiere ich mir mein Leben so, dass ich ich von einem darartigen Ramschladen nicht abhaengig bin. Das ist der Preis der Freiheit. Dafuer zahle ich gern.

Thema verfehlt. Amazon hat...

Thema verfehlt. Amazon hat einen Rechtsbruch begangen und muß daher die Verbreitung stoppen. Das Urheberrecht ist so wichtig, daß man für es eine Lanze brechen sollte. Mit Freiheitsrechten und Zensur hat das nichts zu tun.

Wie fängt man Mäuse? In dem...

Wie fängt man Mäuse? In dem man eine Falle baut und irgendein Leckerli reintut. Und irgendwie assoziiere ich damit diese, unsere, Gesellschaft. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Drauf gesch.... Hauptsache es gibt Leckerlis. Und seien diese auch digital. Für Leckerlis sind die Leute bereit alles, absolut alles zu geben. Da wird von Männern und Frauen sogar die eigene "Jungfräulichkeit" bei eBay angeboten. Es ist die nackte Nachbarstocher, die uns in den Abgrund reißt. Wie sagte doch Siggi Freud: Schamlosigkeit ist die Vorstufe zum Schwachsinn. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Drauf gesch.... Hauptsache es gibt Leckerlis.

Lasst sie gewähren, es wird...

Lasst sie gewähren, es wird sie ruinieren! So gab es unter älteren Adobe Reader die Möglichkeit, ebooks auf mehreren Geräten zu lesen. Dies war insbesondere für Fachliteratur prima - im Büro und zu Hause waren alle Bücher verfügbar. Seit einer neueren Adobe Reader Version ist dies nicht mehr möglich. Als Konsequenz daraus habe ich den Erwerb von ebooks eingestellt.

Lieber Don Alphonso, bitte...

Lieber Don Alphonso, bitte nutzen Sie, wo immer erforderlich, auch mal das 'ß'. Vielen Dank.

Kann man nur sagen: who the...

Kann man nur sagen: who the fuck is amazon. Gibt es denn tatsächlich Menschen, die sich so ein content-kindle beschaffen?! Schwer vorzustellen, sich in eine solche Abhängigkeit zu begeben. Das ist die Konsequenz aus der Nutzung schwachsinniger Angebote. Freiheit ist die Möglichkeit, so etwas eben nicht zu nutzen. Geschichtlichen Bücherverbrennungen ging immer ein politischer Umsturz voraus, bei der amazonschen ist mir das bislang nicht aufgefallen. Das kann man als noch bedrohlicher ansehen. Als Vertreter von Angebot und Nachfrage kann ich nur an die Marktmacht des Konsumenten appelieren: es hält sich nichts, was nicht nachgefragt wird. Ein Lob an den Don für die interessanten Beiträge. Die Anzahl der Kommentare in der Kürze der Zeit verrät ein großes Interesse und: mach weiter so!

Man sollte zur Abwechslung...

Man sollte zur Abwechslung diese Gadgets verbrennen. Sie sind doch aus Plastik?

0 donalphonso 20.07.2009, 07:51 Uhr

Ich weiss auch nicht, warum...

Ich weiss auch nicht, warum ich bei dem Gedanken nicht zusammenzucke. Vielleicht, weil diese Dinger im Gegensatz zum Buch Verschleissteile sind, und ihre Müllwerdung beabsichtigt ist.

Wo Ethik und Interessen...

Wo Ethik und Interessen zusammen stoßen Wissen als Leihgabe, als „Lehen“, ist in der Tat eine Tendenz, allerdings nicht in der Form, wie Sie das jetzt polemisch auf den Punkt bringen, als ein Zurück zum Feudalismus, sondern aus einem recht komplexen gesellschaftlichen Grunde, hin zur Ausbeutung gesellschaftlichen Wissens. Da wäre nämlich ein jenes vergesellschaftetes Wissen, und dies auf einem Niveau (ich rede jetzt nicht von „Pisa“), dass es sozusagen in einem Kopf nicht mehr zu tragen wäre (wer kennt da nicht die Vorstellung von superintelligenten Wesen, wo der Kopf überdimensioniert wäre?), gesellschaftliches Wissen, das der ganzen Gesellschaft, dem ganzen Planeten eigentlich gehört. - Beispiel „CERN“, macht das nicht jetzt schon deutlich, wie viel 1000 Wissenschaftler zur Lösung eines Problems engagiert werden müssen? Die technische Entwicklung wird daher dahingehend laufen, all diese Gehirne dann zusammen zu schließen, direkt, als Supercomputer. Jedes Wissen, was da durchläuft, ist durchlaufendes Wissen, zeitweiliges, danach (nach der Lösung) womöglich obsoletes, und eigentlich nur geliehenes. Eigentum an Wissen wäre daher auf jeden Fall ein Widersinn. Diese Geschichte nimmt Google im Moment schon ein wenig vorweg, indem sie die Wissenden enteignet. Und das noch im Kapitalismus! Keine Frage, dass dieses Wissen nicht den Massen übereignet wird, das ist keine soziale Revolution, sondern dem Kapital, es also auf diese Weise besser nur besser ausgebeutet wird, ohne individuelle Eigentumstitel dazwischen. Der Intellektuelle wird damit nicht nur einfach proletarisiert, er wird mittellos, prekarisiert, bevor er dann ausgeschlachtet wird. Zurück bliebe dann nur noch die Hülle des vormals Intellektuellen, ein Geistwesen, aber mehr „Geist“ als Wesen, bzw. nur noch „Wesen“ ohne Geist, gewesener Geist. Und die Geschichte mit Kindle zeigt, dass Amazon, als ein großkapitalistisches Unternehmen, sich zum wahren Eigentümer über dieses und jenes Wissen, über all die Geister, erklärt, die Rechte darüber hat, und diese nutzen kann, wie es will. Eine solche Entwicklung wird nicht zu verhindern sein, nicht als eine des Geistes, es sei denn als ein Projekt des Menschen ganz generell, als ein Aufstand der Massen gegen eine solch ultimative Versklavung, als ein Aufstand des menschlichen Wesens, des ausgebeuteten Menschen, dem Proletarier. Der Intellektuelle wird dem Proletarier nunmehr noch mehr zugeführt, nicht mehr eben nur geistig (wie in der Romantik – auch in der marxistischen), das zunehmend sogar weniger, sondern ganz materiell, ganz material, im Wesen beider Ausbeutungsverhältnisse. Umso wichtiger, dass der Intellektuelle, der Revolutionär, der Wachgewordene, der wach Machende, dies begreift und seine Aufgabe wahrnimmt. Wer, außer ihm, soll das den Massen klar machen? Er ist betroffen, ja, und daher weiß er es, aber er soll sich hier nicht als Betroffener positionieren! „Denn wo Ethik und Interessen zusammenstoßen, blamiert sich immer die Ethik“ (Ernst Bloch).

@filou solche schilder hatten...

@filou solche schilder hatten sie in ihrer jugend an der zimmertür? sind nicht eltern (vornehmlich väter mit ernstem blick und hohem ich-ideal) im lebensscript für derartige richtungsweisungen "zuständig"? oder gab`s mehrere geschwister und man mußte zeigen, daß ... ? . und welcher zusammenhang besteht zwischen bequemlichkeit und freiheit?

0 Ephemeride 20.07.2009, 08:31 Uhr

Die "so what?"-Mentalität ist...

Die "so what?"-Mentalität ist geisttötend - vor allem dann, wenn es um Freiheitsrechte geht. Kindle... so what? Muss man ja nicht kaufen. Wird aber gekauft und schnell ist der Markt für Gedrucktes und Nicht-Bestsellerisches noch kleiner. BW am Hindukusch... so what? Sind doch nur so ein paar Hansel, die da ihre Waffe ungefragt in die Wohnstuben anderer Menschen halten. Und schwups steht der monochrome Freund auch mit Rat und Tat bei Inlandsdemonstrationen am Straßenrand und führt das Feldlazarett für die eingebeulten Demonstationsteilnehmer. Zensursulas Stoppschildbürgerstreich... so what? Ich hab' doch 'ne weiße Weste und muss nichts fürchten. Und schwups steht der nette Herr aus Pullach vor der Haustür, weil man jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit am AKW vorbeifährt, einen Urlaub in Tunesien verbracht hat und für den Chemieunterricht einmal etwas zum Thema Sprengstoff googelte. So what? Schwund ist eben überall. Schwund an Persönlichkeitsrechten und Schwund an Qualität.

d.a., man darf gespannt sein...

d.a., man darf gespannt sein in welchem gewand der totalitarismus in zukunft die bühne betritt. :) die lektüre des beitrags & der kommentare erinnerte mich an ein gedicht (von niemöller). weshalb aber genau an dieses und nicht irgend jenes, das muß ich mir noch mal durch den kopf gehen lassen. als die nazis die kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein kommunist. als sie die sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein sozialdemokrat. als sie die gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein gewerkschafter. als sie die juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein jude. als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Sehr geehrter Herr...

Sehr geehrter Herr Alfons, hochinteressant, was Sie über Amazon und seine Spießgesellen im Web schreiben. In der Tat, wir bewegen uns hier in vormoderne Zeiten zurück, und Orwell's 1984 wird aktueller denn je. Wenn man bedenkt,dass Amazon erst seit ganz kurzem überhaupt erstmals Gewinn macht, fragt man sich schon, welche Interessen 10 Jahre aus welchen Gründen die Amazon-Verluste finanzierten. "What kind of a business model is this [Amazon], that does not even claim to make a profit after all these years?" fragte mich weiland einmal ein eCommerce Venture Capitalist. Aber dennoch sehen Sie das Gefährungspotential von Amazon noch mit einem etwas naiven Blick; denn bei der digitalen Bücherverbrennung durch DRM (Digitale Rechte-Minderung) werden in der Tat nur Inhalte verbrannt (content gelöscht) und nicht der Autor oder Besitzer des gedruckten Werks. Doch falls eines Tages wieder die Gefängnisse(oder lager) gefüllt werden müssen, braucht man keine Spitzel, keine Stasi und keinen Geheimdienst mehr, da genügt ein Knopfdruck in Amazons Datenbanken: Werter Teilnehmer dieser Plauderei, schauen Sie doch bei Ihrem eigenen Amazon Account einmal unter "Meine Bücher", "Meine zuletzt angesehenen Bücher" etc. nach, dann wissen Sie dass es künftig egal ist, von welcher Seite die Diktatur kommt --- Sie als Freigeister und Menschen, die das Denken noch selber verrichten, werden auf den Listen stehen. Sie halten das für leichte Paranoia? Na, ja, in Deutschland hatten wir erst 2 unappetitliche Diktaturen in den letzten wenigen Jahrzehnten. Unser Innenminister bemüht sich derzeit (wenigsten erst) um eine gesetzliche Grundlage, bevor er unsere Computer zu hause online durchsucht. Aber sein Vorgänger hat das einfach so gemacht, weil die Angst vor dem Terreur ja alle zivilisatorischen (ja, ja, ganz recht: bürgerlichen) Freiheiten plötzlich irrelevant erscheinen lässt. In USA und England , den Müttern aller Demokratien, setzt man einfach habeas corpus ausser Kraft, und der liebenswürdige gutaussehende derzeitige Juristenpräsident denkt gar nicht daran, habeas corpus wieder einzuführen. Wenn Sie mal in die USA einreisen wollen, beantragen Sie Ihr Visum online, und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann Ihr Antrag online mit Ihren literarischen Interessen bei Amazon abgeglichen wird. Ein Mensch wie Kardinal Lehmann, der sich beruflich um den interreligiösen Dialog bemüht und sicher mal etwas über den Isalm lesen muss, könnte dann Probleme bei der Einreise bekommen, wenn schon Bob Dylan, bürgerlich Yussuf Islam, ja Schwierigkeiten wegen seines Namens hatte. Na ja, der Kardinal hat sicher eine gutkatholische Präsenzbibliothek, ... und auch den Index all der Bücher, die man vielleicht wirklich lesen sollte ;-).

0 donalphonso 20.07.2009, 08:53 Uhr

Es gibt da den schönen Spruch...

Es gibt da den schönen Spruch "Freedom is a road seldom traveled by the multitude". Es lohnt sich nicht, auf andere zu warten, man tut, was man tun muss. . nico et al., (bedaure, ich komme nicht mehr dazu, überall und schnell zu antworten), was ich spannend finde, ist die von manchen geäusserte Hoffnung, dass meine Klasse gar an der aufsteigenden digitalen Elite zugrunde gehen könnte. Prinzip technische Überlegenheit, etc.. Dass die Nutzung von Gadgets eine neue Elite hervorbringt. Eigentlich wollte ich heute etwas über Kühe schreiben, aber ich denke, es lohnt sich, den Gedanken mal durchzuspielen. Und natürlich habe ich keine Angst.

0 Kurt Saum 20.07.2009, 09:04 Uhr

Mir scheint, auch die...

Mir scheint, auch die Amazon-Leute haben den Orwell studiert.

Nun Don Alphonso, diese...

Nun Don Alphonso, diese "ebooks" scheinen logische Folge des Elektronikwahns zu sein. Allerdings scheint es mir vollkommen gleich, ob die Leute nun für den Content solcher "ebooks" zahlen oder für das seichte Geschnatter der ZEIT. Sie sprechen aber in einem de Kommentare den Punkt des staatlichen Meinungsterrors an. Ich stimme Ihnen da vollkommen zu. Was unter dem Deckmantel eines Verbotes der Kinderpornographie bzw. "der Hass muss aus dem Netz" läuft – es ist nichts anderes, als die Schaffung der Infrastruktur für die Zensur ungeliebter Meinungen (und wir können davon ausgehen: früher oder später wird diese Infrastruktur auch genau dafür genutzt). Das Schweigen der Presse ist in der Tat besorgniserregend und mehr als verwunderlich. Auch das Schweigen der FAZ. Ein Dolf Sternberger oder ein Joachim Fest hätten auf den Verbotswahn der Regierung tatsächlich mit Leitartikeln wie "Ekel an der Freiheit?" geantwortet – heute wird geschwiegen. Entweder aus reinem historischen Unwissen oder aber des unsäglichen "Unvergleichbarkeitsdogma" wegen. Was fehlt ist das Bewusstsein -gerade auch das "Bürgertums"- um den wahren Wert der Freiheit. Wir müssen es offen eingestehen: unser "Bürgertum" ist inzwischen sehr bourgoise, es ist nicht der eigentliche Citoyen der den Gebrauch des Wortes "Bürger" erlauben würde. Ausführlich, wenn auch mit dem grässlichen Frank A. Meyer als Gesprächspartner: Fest/Siedler: Der lange Abschied vom Bürgertum, ich glaube bei wjs erschienen. Mir scheint das alles aber wenig verwunderlich. Mit dem Verlust bzw. der starken Einschränkung des "unnützen" altsprachlichen Unterrichts geht eben auch die Erziehung verloren (nicht im pädagogischen Sinne, eher in einem metaphysischen Sinne, im Sinne einer staatsbürgerlichen Erziehung). Einzug hielt hingegen das Emotionale – und genau dieses Emotionale verunmöglicht den Blick auf das Wesen einer Sache (köstlich dazu: Clifford Orwin: Mitleid, wie ein Gefühl zur Tugend wurde, Merkur Heft 716).

@ JanChris: Goethe...

@ JanChris: Goethe unterzeichnete Briefe selbst zwar i.d.R. mit "Goethe", hatte aber nichts dagegen, dass z.B. Schiller ihn mit "Göthe" anschrieb. Es war ihm offenbar egal. Man findet bei den Zeitgenossen beide Schreibungen nebeneinander. Wer also heute "Göthe" schreibt, liegt nicht falsch, beweist nicht Distanz zum Fußvolk, sondern zeigt - Kenntnis.

@yaq12: Isalm ist Fierden....

@yaq12: Isalm ist Fierden. Aslo nihct kecmern.

'Rechte' Autoren wie Mises,...

'Rechte' Autoren wie Mises, 'Marktrechtsextreme' wie Ayn Rand? Bei aller Liebe: Daß ich dergleichen dermaleinst in das FAZ lesen müßte hätte ich vor Jahren nicht geglaubt. Aber aus dieser Warte ist dann auch verständlich, wenn allüberall der 'Feudalismus' schimmert.

0 donalphonso 20.07.2009, 10:28 Uhr

Soso, das hier ist ein Blog...

Soso, das hier ist ein Blog über deutsche Eliten. Wäre es anders: Dann könnte man auch länger darüber reden, aus welchem Geist Ayn Rand und ihre diversen Bewunderer geschnitzt sind. Nach den üblichen deutschen Definitionen jedenfalls ist dieses Lager und ihre Propaganda ganz sicher nicht mehr das, was man hierzulande als "im Rahmen des politischen Konsens" bezeichnen würde - dagegen war ja der Strauss noch ein Sozialistenfreund. Wie auch immer: Das ist meine Meinung. Man muss sie nicht teilen. Vernutlich sehen das auch bei der FAZ manche etwas anders. Von mir aus. . Dipsy, ich denke, ein Grossteilder KiPo-Debatte ist einfach auch der Unkenntnis vieler Printautoren, gerade in den Politikredaktionen geschuldet. Für die ist Internet zu oft noch email und Google, also wie sollen sie den Komplex verstehen, wenn solche Schlagwörter kommen. Ich bin sicher kein U-Boot bei der FAZ, aber ich glaube, man wird anfangen nachzudenken. Und nein, ich glaube nicht, dass es weiterhin so leicht bleibt, etwas zu beschneiden. Dass dieses Gesetz bestand hat, glaube ich ohnehin nicht - da wäre das Verfassungsgericht ja mit dem Klammerbeutel gepudert. Und dann fangen wir nochmal an.

@ muwa: " Isalm ist Fierden....

@ muwa: " Isalm ist Fierden. Aslo nihct kecmern" das ist es ja gerade. Aber nehmen wir mal an, Sie haben das heilige Buch bei Amazon gekauft, dann sind Sie dort gespeichert. Das weiss dann auch der amerikanische Suchalgorithmus, aber weiss der auch, dass Isalm ist Fierden? Die lieben Freunde in der aufgeklärten Nation under God sind im Moment ein wenig verängstigt und unberechenbar in ihren Reaktionen. Von einem Rechtsstaat (equal justice under law, due process) erwarte ich aber schon eine gewisse Berechenbarkeit. Und über diese Dinge sollte man schon "kecmern". Aber nicht schlecht, Ihre Schreibweise; solange die Suchalgorithmen von kurzwindigen Hirnen programmiert werden, haben wir noch einen kleinen Aufschub. Ach ja, es handelt sich um Cat Stevens, nicht Bob Dylan. Ich bin nicht so firm der angelsächslischen Volksmusik des letzen Jahrhunderts.

Es ist vermutlich wirklich...

Es ist vermutlich wirklich nicht der Ort, um sich über dieses Thema zu verbreitern. Ihnen wird aber zweifelsfrei bekannt sein, daß jemand wie Mises sowohl im braunen wie im roten Sozialismus auf dem Index stand, nicht wahr? Der 'politische Konsens' ist, wie Sie selbst schreiben, ja schon in Bayern ein anderer als in der gesamten BRD, also in welchem Rahmen muß man sich daher bewegen, um nicht Extremist zu sein? Daß der Individualanarchismus aus einer Richtung kommt, die jedem Kollektivismus abhold ist, erledigt dann auch den Rest der Insinuation. Aber Sie haben recht: Man kann darüber völlig legitimerweise anderer Auffassung sein.   Übrigens ist gerade aus dieser politischen Perspektive die Kritik an den Zuständen, die Sie hier mit Recht beklagen, schon sehr alt, älter als aus den schicken Modeideologien. Der wahre Skandal betrifft nämlich nicht Amazon, sondern Houghton Mifflin Harcourt, einen Verlag, dem von einem Gewaltmonopol (ja nicht von jedem, Australien haben Sie ja angesprochen) das Privileg verliehen wurde, etwas zu verwerten, was ihm gar nicht gehört. Darüber würde ich gerne nachdenken.   Schöne Grüße übrigens aus Schwabing.

@ yaq12: Ganz genau. Hätts...

@ yaq12: Ganz genau. Hätts nicht klarer texten können.

Ah, jetztbegreife ich langsam....

Ah, jetztbegreife ich langsam. Amazon buchte jahrelang keine Gewinne, existierte dennoch munter weiter. Wer hat diesen Luxus bezahlt? - In der Zwischenzeit sammelte A. fleissig Daten ueber Buchbestellungen, und damit verknuepft, Interpretationen zur poltischen und gesellschaftlichen Haltung der Kaeufer. - Amazon ist der IM staatstragender Instutitutionen, egal welcher Staaten. - Jetzt weiss ich eines: Ich habe doch keine Paranoia. Und ich bin nich der einzige.

0 donalphonso 20.07.2009, 11:31 Uhr

Datenschutz ist natürlich ein...

Datenschutz ist natürlich ein Problem, aber Amazon hatte einserseits riesige Mengen Venture Capital und obendrein einen enorm erfolgreichen Börsengang - und kann sich daher auch mal Verluste leisten.

0 Ephemeride 20.07.2009, 11:40 Uhr

@Yag12: Ihr "angelsächslisch"...

@Yag12: Ihr "angelsächslisch" klingt so schön gemütlich. Jedenfalls kann man sich schlecht vorstellen, dass Angelsächslis in der Lage wären, Banken zu ruinieren, Massenparanoia zu induzieren und Fastfood zu konsumieren... . @Dipsy: Chapeau chapeau!

Eine Frage an alle: Warum die...

Eine Frage an alle: Warum die Aufregung über Amazon? es gibt doch 100 bessere Anbieter! Ohne "Werbung" zu machen (wirklich nur Produktinfo!), es gibt doch buch24.de und ähnliches. Ohne Getöse, ohne Selbstverliebtheit bekommt man sein Büchel und gut.

0 TomderAffe 20.07.2009, 11:54 Uhr

Don Alphonso, nur als eine Art...

Don Alphonso, nur als eine Art Nebenbombe auf dem Kriegsschauplatz Soso vs. Don Alphonso. Ich liege hoffentlich richtig mit der Annahme, das Sie "rechts" so verstehen, wie ich es von Ihnen erwarten darf. "Rechts" im Sinne eines Optimaten (Cicero, Orationes: Pro Sex. Roscio). Die populäre Verwendung des Begriffes "rechts" für Mises v.d. Rohe oder Rand mag aus einer Verkennung des Wesens des Nationalsozialismus oder (vielleicht auch noch "Faschismus") vollkommen gerechtfertigt erscheinen – aus bildungsbürgerlicher Sicht wäre das schlicht ein Offenbarungseid. Ihre Anmerkungen zu den Medien, verehrter Don Alphonso, trifft wohl zu. Aufregen darf man sich da aber nicht. Man kann für ein paar Euro schlicht keinen Qualitätsjournalismus erwarten. Nervend finde ich vor allem 2 Dinge: a) Journalisten von Journalistenschulen die zwar mehr oder weniger gut schreiben können, allerdings keine Ahnung davon haben, worüber sie schreiben. b) Dieses oberlehrerhafte Gehabe der Journalisten, oder der ganzen "Kreativelite" schlechthin; irgendwie fühlt man sich da als "intellektuell".

ueber das jammerbrot ayn rand...

ueber das jammerbrot ayn rand koennte man schon einmal reden, wenn sie denn in deutschland ueberhaupt ein thema ist, was ich weder glaube noch weiss. ihr menschen- und zivilisationsbild ist von soll verwabertem mystizismus ueberzeichnet wie es ausdruck einer erschreckenden abwesenheit auch nur der leisesten spur kulturhistorischer bildung ist. - rand ist ein solch ignoranter braesebock, dass - wenn man ihre schriften und gedanken negativ spiegelt - darin zwangslaeufig die konturen einer humanistischen ordnung erkennbar werden wuerden. - mit anderen worten: sie ist das genaue gegenteil von allem, was erwachsenes, vernunftbegabtes und respektvolles leben ist. - frage: spricht in der heimat irgendjemand ueber ayn rand z. z. - in irgendeinem, wie auch immer gearteten zusammenhang? - kann doch eigentlich nicht sein.

"Der Kindle lädt Bücher...

"Der Kindle lädt Bücher über eine drahtlose Verbindung von einem Server des Versandhändlers. Auf gleichem Wege kann Amazon den Geräten Befehle erteilen – zu Wartungszwecken beispielsweise, um eine Software zu aktualisieren. Oder eben, um Bücher wieder zu löschen." Wie beknackt ist das denn? gibt es Pfeifen, die sich darauf einlassen? Dafür zahlen? Oh Herrjemine!

Don Alphonso, noch eine kleine...

Don Alphonso, noch eine kleine ganz bügerliche Anmerkung zu dieser "Titelstory" um das Haus Amazon. Unabhängig davon, dass ich kein Liebhaber solcher elektronischen Medien bin und auch kein Freund eines solchen Konsumtempels – aus einer bürgerlichen Perspektive gibt es am Geschäftsgebahren des Hauses Amazon doch überhaupt gar nichts zu mäkeln. Weder die Erstellung von persönlichen Userprofilen, weder das Löschen eines Contents, weder die "Zensur" bestimmter Inhalte. Das Haus Amazon ist eine privatrechtliche Unternehmung und jedem Kunden steht es frei, dieses Haus zu nutzen oder nicht. Niemand ist gezwungen dort einzukaufen. Sämtliche "Machenschaften" des Hauses Amazon sind mit grosser Wahrscheinlichkeit in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Hauses geregelt und jeder Kunde stimmt dieses Allgemeinen Geschäftsbedinungen auch zu. Man müsste sich nur die Mühe machen, zu lesen was darin steht und wenn einem nicht passt was da steht: eben nicht kaufen. Die Idee des europäischen Privatrechts ist getragen von der Idee der privatautonomen Entscheidung der Lebens- und Rechtsverhältnisse und dem Konzept der Willensfreiheit. Ich muss sowas auch immer wieder in Juristenkreisen erwähnen; diese Grundlagend es bürgerliches Rechts werden leider allzu selten abgehandelt und dann kommt irgendwer mit einem auch irgendwie geartetetn Gerechtigkeitsempfinden und fordert plötzlich mehr Datenschutz, Verbraucherschutz oder den Schutz der Konsumenten vor sich selbst. Das Privatrecht (in seiner ursprünglichen Konzeption) ist an sich weitestgehend wertfrei. Im idealfall handelt ein Bürgerliches Gesetzbuch (was den Namen auch verdient) lediglich die Folgen von Mängeln in der Willensbildung ab, schafft das ein oder andere "sittliche Einfallstor" (für wirklich stossende Rechtsgeschäfte) – lässt ansonsten aber überall dort, wo kein Gutglaubenschutz eines Dritten notwendig ist (numerus clausus), – lässt ansonsten aber den Vertragsparteien JEDEN Gestaltungsfreiraum zu. Aber gerade diese weitestgehende Wertfreiheit ist das Ergebnis der kant'schen Rechtskonzeption und der Einfluss ist bei Savigny ganz deutlich spür- und lesbar. (Nebensatz: Hier darf ganz deutlich an der Juristenausbildung gemäkelt werden. Diese philosophischen, rechtshistorischen und rechttheoretischen Grundlagen bleiben im Studium quasi unberührt.) Wenn also jemand einen solchen Contentvertrag mit dem Hause Amazon abschliesst: es ist ganz allein sein Problem. Amazon ist auch nicht verpflichtet, irgendein Buch anzubieten oder eben nicht anzubieten. So wie ich nicht bei Amazon kaufe – so kann Amazon auch sagen "Nein, Don Alphonso, von uns werden Sie nicht beliefert oder wir verkaufen ihnen kein Orwell." Das Haus ist nun wirklich nicht in irgendeiner marktbeherrschenden Stellung die eine Form des Kontrahierungszwanges erlauben würde. Insofern, verehrter Don Alphonso, stellen Sie mit "Feudalismus" oder "Bücherverbrennung" nichts anderes als die Grundlagen der bürgerlichen Rechtsordnung in Frage. Wer das Haus nicht mag, so wie ich, der geht zu seinem kleinen Buchhändler um die Ecke. Natürlich, es gibt kaum noch kleine Buchhandlungen. Zumeist sind es irgendwelche Konsumtempel, schlecht sortiert, schlechtes Personal.

@Dipsy Ihren Ausführungen...

@Dipsy Ihren Ausführungen kann man nur in aller Deutlichkeit zustimmen.

@ dipsy: Ebent....

@ dipsy: Ebent.

Der moderne Rebell,...

Der moderne Rebell, meinetwegen Robin Hood, lebt demnach mitten im Usenet-Wäldchen. Immer bedroht von den Protokollschergen des D. Gorny?

@Dipsy: "Das Haus ist nun...

@Dipsy: "Das Haus ist nun wirklich nicht in irgendeiner marktbeherrschenden Stellung..." ??? Es sammelt Daten, zerstört Marktvielfalt und lenkt Phantasie & Denken des Benutzers. Kontrahierungszwang sehe ich hier auch nicht, aber in Zeiten, in denen mit dem Begriff "sytemisch" inflationär umgegangen wird, sollte man hinsichtlich der Einordnung schon einen Unterschied zwischen dem gigantischen Datensammler Amazon und Claudi´s Buchlädchen & co. machen. Einerseits verbietet das deutsche Recht Handlungen, trotz Einwilligung der Handelnden ( Beispiele dürften Ihnen bekannt sein) , andererseits wird wiederum gesagt: "Da stimmen doch alle Teilnehmer selbst zu, also kann Amazon auch tun und lassen, was es will". Es handelt sich halt immer um eine Ansichtssache weniger rechtsprägender Gestalten. Und aus diesem Grunde sollte auch niemandem Angst gemacht werden, selbst an den Grundlagen der Bürgerlichen Rechtsordnung Kritik zu üben...denn perfekt sind die nicht. (ich habe es auch noch niemanden behaupten hören) Ich denke, der klar denkende Mensch spürt auch ein gewisses (berechtigtes) Unbehagen beim Gedanken an den o.g. Umgang mit Texten durch Amazon, dass das dem Juristen mithilfe seines eingebauten Subsumtionsrituals nicht ganz so leicht fällt, ist auch klar.

@ miner Nicht das Haus Amazon...

@ miner Nicht das Haus Amazon zerstört Marktvielfalt - es sind die Konsumenten. Würde keiner bei Amazon einkaufen -sondern bei den vielen kleinen liebgewonnen Buchhändlern um die Ecke- würde dieses Haus auch nicht überleben. Offenbar bietet dieses Haus aber etwas, was viele Leute dazu verleitet, lieber hier als da einzukaufen. Sei es ein "Coolness-Faktor", sei es eine gewisse Anonymität (bei Lesern von Schmuddelliteratur), sei es reine Bequemlichkeit oder sei es eine gewaltige Unzufriedenheit mit dem heimischen Buchhändler. Ich nerve mich inzwischen wirklich an der Geschichte mit den bösen, bösen diktierenden Konzernen. Auch diese bösen, bösen Konzerne können nur das Verkaufen, was andere Leute kaufen. Die Verseuchung der Innenstädte mit irgendwelchen Unterschichtenläden (Telefonläden, Schundparfümerien, Orsay, Pimky, H&M - ich gehe nur gedanklich die Neckargasse entlang) ist nicht das Ergebnis irgendwelcher bösartigen Machenschaften von Konzernlenkern. Es ist schlicht das Ergebnis des Einkaufverhaltens von nicht wenigen Leuten.

0 hugoservatius 20.07.2009, 13:56 Uhr

Sehr geehrter Herr...

Sehr geehrter Herr Alphons, Sie haben ja Recht, aber verstehen tue ich die Aufregung nicht. Wen interessiert es denn, was Amazon mit den E-Büchern so anstellt. Ich kenne niemanden, der ein E-Buch besitzt, ebensowenig wie ich jemanden kenne, der einen Opel fährt. Ich möchte die Bücher, die mir wichtig sind, in gebundener Ausgabe in meiner Bibliothek stehen haben, da nimmt sie mir keiner weg, ich kann sie immer wieder herausnehmen, darin lesen, Anmerkungen machen, sie pflegen oder verschenken. Das Familienalbum hat man doch auch nicht im Laptop. Aber ich finde es andererseits nett, daß es solche Sachen wie E-Bücher gibt, vielleicht liest dann auch der engstirnige Computerfuzzi 'mal aus Versehen ein Buch... . Sehr geehrter Herr Dr. Benway, 928 geht ja nun gar nicht, wie wir in Harvestehude sagen, ist ja ein Panamera Coupé, der Herr Alphons hat völlig recht, 914, 924, auch 928 oder gar Cayenne, alles Irrungen, es geht nur ein 911. Diesem allerdings den Smart vorzuziehen ist absurd, kein Auto belastet meine Bandscheiben mehr als der Smart, ein offizielles Schlaglochsuchgerät. Und gegen Herrn Piech sollten Sie auch nichts sagen, immerhin hat er den Porsche 917 entwickelt, den erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten, und den Phaeton, das objektiv beste Auto der Welt.

@wivo - eben das ist hier die...

@wivo - eben das ist hier die Frage ... In diesem Falle könnte uns nur D.A. selbst Aufklärung über das zugrunde liegende Motiv geben; aber ich gebe mich geschlagen - so entscheidend ist das Ganze denn doch nicht. Jetzt hat für mich der Besuch einer Mutter, deren Kind ins künstliche Koma versetzt werden musste, Vorrang im Denken. Wer mag, kann ja trotzdem ab jetzt Don Alfonso schreiben...

0 donalphonso 20.07.2009, 14:08 Uhr

Gute Besserung....

Gute Besserung.

@dipsy: da geht mir ähnlich,...

@dipsy: da geht mir ähnlich, wenn ich durch die Strassen von FFM laufe und ich teile auch Ihre Ansicht hinsichtlich der Konsumenten. Ich bin auch wirklich kein Liebhaber von absurden Verschwörungstheorien. Jedoch würde ich nicht unterschlagen, dass seit geraumer Zeit auch einfach nur Kapital gesammelt wird und man sich erst während der Sammelaktion Gedanken macht, wie man Konsumentenwünsche künstlich weckt ( Starbucks, Billigflieger mit absurden Zielen etc. ). Hier spielt auch die Werbung / das gezielte Irreführen keine unwichtige Rolle. Und die Macht solcher, aus dem Boden gestampften Kunstgebilde, lässt sich derzeit prima beobachten.

@miner Wenn Sie die alte...

@miner Wenn Sie die alte Galbraith/Hayek-Diskussion hier wieder aufmachen wollen, kommen Sie einige Dekaden zu spät. Scheinbar liegt aber Ihrem Menschenbild nicht ein als frei präfiguriertes Individuum zugrunde, sondern ein zu beaufsichtigender und zu bemutternder Automat, der vor allen möglichen 'Versuchungen' bewahrt werden muß.

@ miner Also, diese Sicht...

@ miner Also, diese Sicht teile ich wirklich nicht. Diese bösartigen Ketten machen wirklich nur dort Geschäfte auf wo es sich auch lohnt. Gerade in den Innenstädten der deutschen Grosstädte (von der Welthauptstadt der Kreativität mal abgesehen) sind die Mieten so hoch, dass da wirklich dreimal durchgerechnet wird. Ich finde solche Pappbecherkaffeeläden wir Starbucks auch schrecklich, da: (1) ich nur Maragogypebohnen für geniessbar halte (2) dieser Kaffee für einen armen Studenten deutlich zu teuer ist und (3) mir das Publikum wirklich zu urban-zeitgeistlastig ist. Ich habe mich einmal mit jemanden unterhalten der dieses Laden toll findet. Er fand das "Flair" dieses Ladens ganz aussergewöhnlich (ich weiss auch wirklich nicht wovon er sprach). Jedenfalls: ich will zumindest für mich behaupten, wenig anfällig für irgendwelche Marketingmaschen zu sein. Aber, ich bin auch der Ansicht, die Leute sind selbst in der Lage darüber zu entscheiden, wie das eigenen Geld am Besten (ein ganz subjektiver Entscheid) verbraten wird. Und, wenn die Leute es für toll finden, jedem Hype hinterher zu laufen, dann: bitte. Sollen sie doch. Das einzige was man da tun kann: Vorleben und mit gutem Beispiel voran.

0 Klaus Jarchow 20.07.2009, 15:23 Uhr

@ Don: Zensur ist sogar aus...

@ Don: Zensur ist sogar aus 'edlen Motiven' heraus abzulehnen. Ich habe hier zum Beispiel 'schlimme Bücher', also z.B. Figuren wie Zöberlein, Dinter oder Beumelburg in einer verschwiegenen Ecke meines Regals stehen, aus einem fundierten geistesgeschichtlichem Interesse heraus - und das, obwohl ich nach allem, was ich über mich weiß, so ziemlich das Gegenteil eines Nazis bin. Die Bücher sind ja auch tatsächlich schlicht eklig, omnipotenter Spießerwahnsinn mit Sado-Maso-Allüren. Ich würde mir es trotzdem verbitten, dass irgendein Gutmensch aus seinem edlen publizistischen Meister-Propper-Wahn heraus mir solche Bücher per Knopfdruck löschen könnte. Auch deshalb kein E-Book ...

@Filou - Verzicht macht doch...

@Filou - Verzicht macht doch keinen Sinn. Dies vorzuschlagen ist in etwa so, als solle man wegen der Totalüberwachung auf der Autobahn nun eben die Landstraße nehmen. . Die Wiki ist sehr gut, um mal schnell etwas nachzusehen. Wenn ich aber etwas sachlich, neutral und fundiert nachschlagen möchte, dann bemühe ich meinen 24-bändigen Brockhaus. Man weiß ja nie, wer zuletzt den Wiki-Eintrag geändert hat. Die Frage ist bloß: wie lange wird die Enzyklopädie bei fallender Nachfrage überhaupt noch produziert werden? . Computertechnologie und das Internet bieten ungeahnte Möglichkeiten - auch zur Kontrolle. Die Anbieter versuchen in einem schleichenden Prozess ihre Rechte soweit wie möglich auszudehnen, was am Ende zu einem unmündigen Kunden führt. Das ist nichts neues, schon in den 70er Jahren haben die Studios versucht, sich die Videotechnik als potentielle Gefahr vom Hals zu schaffen und versuchen auch heute die Technologien zu kontrollieren. . Während bei Bücherverbrennungen Rauch aufsteigt, währen digitale Manipulationen kaum bemerkbar und darin besteht auch die Gefahr. Dieser Gefahr muß man sich bewußt sein. Sehr bewußt. . Wir sind in jeglicher Hinsicht weit entfernt von China mag man denken und hat dabei sicherlich nicht unrecht. Man denke aber einfach nur daran, was in Europa in den letzten 100 Jahre so alles stattgefunden hat.

@mawu: Ich habs gerade...

@mawu: Ich habs gerade gelesen. Darf ich in ein paar Stunden darauf zurueckkommen? Ich amuesiere mich gerade am Herd, und die Badewanne will danach befuellt werden. OK?

Habe ich ausgerichtet - die...

Habe ich ausgerichtet - die Freude war gross...

0 prince Matecki 20.07.2009, 18:49 Uhr

In einen Einsatz nahm ich...

In einen Einsatz nahm ich mehrere CDs aus der "Digitalen Bibliothek" mit, fand das dann aber doch mühsam zu lesen am Laptop. So kaufte ich quer durch Marketenderläden und PXe was sich zu lesen fand, Tom Clancy und Rawlings Harry Potter auf Englisch. Dagegen war (klassische) Musik per Kopfhörer vom Rechner abends zur Entspannung durchaus angenehm. Daheim habe ich - wiewohl uniformierter Barbar - sowohl auf meiner kleinen Bude hier als auch daheim reichlich Bücher. In der Tat ist es ja nicht nur die schlichte Vermittlung des Inhalts beim Lesen, auch die Haptik. Nachdem wir durch Wechselfälle der Zeiten die alten Bestände verloren habe ich doch einiges nach- oder wieder kaufen können. Neben den Faksimiles alter Handschriften aus dem Mittelalter komme ich mit gedrucktem bis 1560 zurück. Altes Leder und Pergament geben ein anderes haptisches Gefühl. Auch wird Geschichte lebendig wenn in einem der Gothaischen Genealogischen Taschenbücher die wir gerettet haben (nein nicht weil sie so wertvoll gewesen wären aber sie sind klein und leicht) noch Friedrich II von Preußen als regierender König figuriert. Allerdings nutze ich sowohl den kritiserten Internet-Händler als auch ZVAB auf der Jagd nach Büchern. Der mangelnde Vorrat wissenschaftlicher Bücher in Buchhandlungen selbst in Universitätsstädten und die exorbitanten Preise machen es angenehm Bücher zur Ansicht zu bestellen damit sich die Spreu vom Weizen sondere.

@Dipsy - ich habe mal gelernt,...

@Dipsy - ich habe mal gelernt, daß das juristische Recht das allgemeine Rechtsempfinden darstellen soll. Sie haben hatürlich völlig recht, indem Sie sagen, daß es unterschiedliche Rechtsempfindungen sowie Vertragsfreiheit gibt. Jedoch besteht die Gefahr, daß der Verwender der AGBs "der meist wirtschaftlich stärker und geschäftlich erfahrener ist, einseitige und/oder überraschende Regelungen gegenüber einem Verbraucher durchsetzen kann, die sich von Wertungen des Gesetzes zu weit entfernen." (http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Geschäftsbedingungen) . Dabei geht es los mit seitenlangen, juristisch formulierten, also für den Laien nicht ganz einfach zu lesenden, Texten, denen man dann zustimmen muß, wenn man Betriebssysteme nutzt oder sich bei Amazon anmeldet. All diese Texte zu lesen ist für Normalbürger und auch für Gebildete mühsam und genau dort werden diese dann entsprechend übervorteilt (man denke nur etwa an die mündliche Verlängerung von Handyverträgen, das muß ja auch schriftlich mitgeteilt werden, liest man aber nicht). . Dipsy, natürlich kann man den Anbieter wechseln, nur, wenn wir einmal soweit sind wie im Telekommunikationsmarkt, ist die Sache aussichtslos: es gibt keine anderen Anbieter mehr. . Sicher ist Don Alphonsos Artikel überspitzt, wenn jedoch in 40 Jahren keine Bücher mehr gedruckt werden und nur noch bei Amazons u. dgl. gekauft werden kann, dann sieht die Sache schon kritischer aus. Irgendwann gibt es eben kaum noch oder keine Alternativen (siehe Microsoft). . Sicherlich sind die Konsumenten direkt an diesem Vorgang beteilig, doch nun kommen wir wieder zu den überraschenden Klauseln, "denn sie wissen nicht was sie tun" - denn sie erwarten solches einfach nicht.

@prince Matecki: Ich bitte um...

@prince Matecki: Ich bitte um Vergebung, es ist aber so gewesen, dass meine Erinnerungen durchaus gemischt sind. Ich sagte "Halbbarbaren". So kam es mir vor. Damals gab es allerdings noch kriegserfahrene Dienstgrade. Mit denen liess sich umgehen. Die Jungspunde konnte man meistens vergessen. - @mavu: Mit Verzicht meinte ich: Es muss nicht unbedingt JETZT sein, es muss nicht unbedingt DAS sein. Amazon legte von mir ein Kundenprofil an, dass vorne und hinten nicht stimmte. Bei dem Gedanken, dass so ein Profil in unbefugte Haende kommen koennte, wird mir uebel. Ich weiss nicht, ob sie alle Charakterisierungen Ihrer Schullehrer ueber Sie kennen. Aber da beginnt es bereits gefaehrlich zu werden. In autoritaeren Systemen wie der verblichenenen DDR z.B. konnte so etwas eine Lebensplanung massiv ungut veraendern. Aus diesen Erfahrungen muss man lernen. - @swina: Das Schild hatte ich tatsaechlich jahrelang an meiner Tuer. Teils ironisch gemeint, ja, aber auch sehr ernst. Wird ja nicht jeder mit 'nem goldenen Loeffel im Mund geboren.

@swina: Ich vergass den...

@swina: Ich vergass den Zusammenhang von Bequemlichkeit und Freiheit zu erwaehnen. Wer nicht aufgrund einer materiellen Abgefedertheit frei sein darf (Freiheit ist durchaus auch materiell determiniert), muss sie sich nehmen. Das geht nicht ohne Konflikte. Es beginnt im eigenen Milieu, das mag keine Nestfluechter, und endet bei den sog. Etablierten, die massive und subtile Instrumente der Abwehr kennen und nutzen. Mithin ist das eine unbequeme Situation.

@Dipsy bei Starbucks Coffee...

@Dipsy bei Starbucks Coffee Deutschland GmbH hilft ein Blick in die Pflichtveröffentlichung bei www.unternehmensregister.de. In der letzten vorgelegten Bilanz sprechen die Begriffe Jahresfehlbetrag, Verlustvortrag und Bilanzverlust ein wenig auch über die Wahlfreiheit des Verbrauchers. Höchst umfangreich verklausulierte Vertragswerke auch bei alltäglichen Geschäften sind eher geeignet, die Vertragsautonomie mehr oder weniger elegant auszuhebeln. Diesem (Un)wesen über gesetzlich immer wieder an Gegebenheiten anzupassenden Verbraucherschutz ein wenig bürgerliche Manieren angedeihen zu lassen, scheint bisher gesellschaftlicher Konsens. Die Hardliner unter den vermeintlich Vertrags"autonomen" hätten sicher ausreichend laut gegeben, wenn es allzu unerträglich gekommen wäre. Bei allen theoretischen Vorgaben, die der Rechtsfortbildung nicht verloren gehen sollten, die Bürger müssen die Gesetze auch leben können. Überraschende Klauseln in einem Vertragsdickicht entsprechen hoffentlich noch nicht der Erwartung eines durchschnittlichen Rechtssubjekts . Auch sollte man dem Durchschnittskonsumenten nicht Bequemlichkeit vorwerfen. Diese Rundum-Absicherungsversuche in hellgrauer Vierpunktschrift können bei gewissenhaftem Studium ein nicht unbeträchtliches Quantum an Lebenszeit beanspruchen. Gute Vertragswerke sind oft auch sehr knapp gehalten und versuchen sich erst gar nicht in mißtrauischer Gängelei. Vertragsautonmie läßt natürlich auch den Klick auf "ja ich bin mit den Scheuklappen einverstanden" zu.

der beste eintrag hier...

der beste eintrag hier bislang. danke dafür!

Die Löschungen durch Amazon...

Die Löschungen durch Amazon auf eine Stufe zu stellen mit Nazi-Bücherverbrennungen oder feudalistischer Zensur ist dermaßen hohl, daß mir fast die Worte fehlen. Amazon ist ein privatwirtschaftlicher Buchladen, was der anbietet oder nicht, was der löscht oder nicht, ist irrelevant für das, was in Deutschland erlaubt oder verboten ist. Besagte Bücher kann und darf sich jeder in jeder Buchhandlung kaufen. Also ist der Ansatz, DRM-Wildwuchs eines Unternehmens gleichzusetzen mit staatlicher Willkür, nur Dummheit und Sensationsgeilheit.

0 donalphonso 21.07.2009, 09:39 Uhr

Hohl, mein Bester, ist es, den...

Hohl, mein Bester, ist es, den Beitrag flüchtig zu lesen und dann so etwas zu kommentieren. Was ich vergleiche, sind die Möglichkeiten von damals und heute. Aber man kann natürlich auch weiterdenken, Stichwort China, das als Diktatur ganz eigene Rechte in Sachen Genozid und Massenmord hat: Was könnte, was würde Amazon da tun, wenn die Regierung ein Buch verbietet? Nur keine Scheu, Yahoo hat als marktwirtschaftliches Unternehmen ja auch geholfen, Regimekritiker in den Knast zu bringen.

..kleines Update.....

..kleines Update.. http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/804090?inPopup=true

Kindle Amazon entschuldigt...

Kindle Amazon entschuldigt sich für E-Book-Löschaktion Der Chef des Online-Händlers Amazon, Jeffrey Bezos, hat sich jetzt bei seinen Kunden dafür entschuldigt, dass E-Books über die Synchronisierungsfunktion des E-Book-Readers Kindle gelöscht wurden. Das Vorgehen sei dumm und gedankenlos gewesen und stehe zudem nicht im Einklang mit den Prinzipien des Unternehmens, schreibt Jeffrey Bezos im Forum der Kindle-Community auf Amazon.com. http://www.boersenblatt.net/331437/?t=newsletter

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.