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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Unvereinbarkeit des Digitalen mit der Elite

| 190 Lesermeinungen

Mitunter frage ich mich, was für einen Elitenbegriff die Leute so haben. Manche Ältere denken, Promis seien Elite, oder Sportler, oder gar Politiker. Bei den Jüngeren scheint sich der Begriff auch zu Popmusikern und jenen seltsamen Figuren zu erstrecken, die was im Internet machen, die digital sind und die richtigen Gerätschaften mit sich herumtragen. Diese Dinge sind natürlich etwas ganz anderes als mein 7 Jahre alter Rechner, aber das macht nichts: Elite ist ja auch nicht digital, sondern das genaue Gegenteil.

Seit Wochen versuche ich nun schon, an dieser Stelle einen harmlosen Beitrag über das Miesbacher Fleckvieh zu schreiben. Etwas kommt immer dazwischen. Manchmal aktuelle Nachrichten, manchmal Erlebnisse am Wegesrand, ein Bürgerfest oder eine Ratscherei beim Bäcker. Die besten Themen aber verdanke ich den Kommentaren auf diesem Blog, und wie es nun mal so ist: Oft sind die dümmsten Kommentare die besten Anregungen. Wie etwa der hier, von einem gewissen „Rudyguy“ in Zusammenhang mit meinem Unbehagen über das Löschen digitaler Buchsurrogate durch Amazon am 19. Juli 2009, 20:42 Uhr niederge- na ja, seien wir freundlich – schrieben:

Alphonso fürchtet sich wie alle, die einer geistig absterbenden Gemeinde angehören (hier eine so genannte unscharf beschriebene „bessre Gesellschaft“) vor dem Neuen, Unbekannten. Er sieht und schmeckt nicht die Lebensqualitäten die uns Bits & Bytes geben, folglich kann er diese auch nicht genießen. Er verabscheut das Nicht-Körperliche das Berge bewegen kann denn er hat sich auf seine fünf Sinne reduziert und in seinen Körper eingesperrt. Kostengünstige Therapieempfehlung: iPhone, das mit seinen vielen Apps zeigt zu welchen schier unglaublich zu nennenden alltagstauglichen Ideenleistungen das „einfache Volk“ doch fähig ist.

Bild zu: Die Unvereinbarkeit des Digitalen mit der Elite

Nachdem ich damit rechnen muss, dass auch Angehörige meiner Klasse diesen Text lesen, möchte ich kurz übersetzen: Rudyguy vertritt die Meinung, dass eben jene Klasse, das gehobene Bildungsbürgertum jenseits der materiellen Sorgen, im Aussterben begriffen ist, und erkennt die Alternative in der Wirkung vollkommen neuer Internetanwendungen und der daraus entstehenden Virtualität, die sich der uns so wichtigen materiellen Existenz entzieht. Darin erfährt er eine Art Erweiterung des Seins, die meine kranke Klasse vermutlich hinwegfegen soll und rät mir, mich vermittels eines Mobiltelephons seiner neuen Elite der digitalen Zukunft anzuschliessen.

Nun, er hat nicht ganz Unrecht: Hier am Tegernsee, wo eben jenes Bild des Sonnenuntergangs aufgenommen wurde, rennt tatsächlich niemand verstöpselt und verkabelt durch die Gegend, wie das etwa in Berlin üblich ist. Man braucht nichts an den Ohren, denn das Waldesrauschen ist wie Musik, und hier auch nicht das alte Lied von Euro, den man mal haben soll. Man muss nicht erreichbar sein, denn man hat die Pflichten an jene ausgelagert, die nicht hier sind. Man teilt das auch niemandem mit, denn erstens geht es keinen was an, und zweitens beschäftigt die FAZ eigens für diese Region einen Korrespondenten, der die Aufgabe des Chronisten übernimmt. Das Ablichten des Frühstücks erregt nur Neid, und so gesehen: Man braucht das Digitale hier nicht. Es geht prima ohne. Und so gerne ich hier schreibe: Ich lag davor auch zwei Stunden auf meinem grüngestreiften Liegestuhl in der Sonne, und habe die Lebenserinnerungen von George L. Mosse gelesen, „Aus grossem Hause“. Und mich so, Rudy „Ey Komma’s sind lame und nur für Analogmenschen“ guy zufolge, zwei Stunden näher an den Abgrund manövriert, in den meine Klasse stürzen wird, um Platz zu machen für den neuen, verkabelten Menschen, der alle seine 123.964 Kontakte auf dem iPhone und seine Harry-Potter-Sammlung auf dem Kindle stets mit sich trägt, wenn er unsere Stadtpaläste in Lofts umbaut, in denen ungewaschene Berufsjugendliche Bacheloretten auf das Bewerbungssofa schmeissen – soweit die Theorie.

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Die Praxis ist eine andere. Das Digitale wird nie Elite sein. Nie. Unter keinen Umständen. Zum einem, weil all die Digitalhüpfer kein Geld haben. Ich bin auch nicht gerade glücklich über die grosse Umverteilung der letzten Jahre, aber es gibt auch noch andere Gründe ausser dem Empfinden der Natur, warum unverkabelte Menschen am Tegernsee für 3 Quadratmeter Wohnfläche ihrer Villen so viel ausgeben, wie verkabelte Kreative und Appschreiber in einem Jahr verdienen. Gründe, die den Verkabelten nicht gefallen werden. In Bayern gibt es drei Sprüche, die man sich dazu merken sollte: 1. Wer ko, der ko. 2. Wer nix daheirat und nix dairbt, bleibt arm, als wiara schtiabt. Und 3. Wer zoiht, schafft oh. Wir können, wir erben, wir zahlen, wir schaffen an. Das ist Elite. Der Rest ist in Berlin und betet, dass der Geldautomat die Karte nach der Handyrechnung noch ausspuckt.

Aber selbst, wenn es nicht so wäre: Durch alle Zeiten hindurch hat sich Elite durch Besitz definiert, der nicht allen zugänglich war. Das einzige Regime, das nicht so eingestellt war, war die Diktatur der Roten Khmer in Kambodscha, wo sich Opfer und Täter allein durch die Frage unterschieden, wer Gewalt anwandte oder erfahren musste. Alle anderen Klassengesellschaften hatten und haben das Bestreben an ihrer Spitze, etwas zu besitzen, das idealerweise nicht reduplizierbar ist. Gottesgnadentum und Papstkrone im Extremfall, oder am anderen Ende, als Apotheker in der kleinen, dummen Stadt an der Donau, eine Einladung im Smoking zum Standortball. Das Internet ist – glücklicherweise – das genaue Gegenteil, es ist ein Raum, den man immer gleichberechtigt betreten und darin verweilen kann, man kann alles tun und kopieren, jeder Besitz des Internets ist immer verfügbar, vorhanden, nutzbar, allgemeiner Besitz. Wenn ich diesen Text einstelle, findet man in den Nutzungsbedingungen von FAZ.net entsetzlich viele Regeln, an die sich de facto niemand hält. Jeder kann sich den Text ausdrucken, als Dokument speichern, als Anregung verwenden, was auch immer. Es geht in diesem Blog um die Elite, aber das Blog selbst ist, wie alles, was im Netz existiert, absolut nicht elitär.

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Und deshalb wird es auch in meinen Kreisen mit erheblicher Geringschätzung betrachtet. Sobald etwas jeder haben kann – im Gegensatz zu einem FAZ-Abo  – wird es in den Augen der Elite eher wertlos. Das Bestreben der Eliten geht nach Einzigartigkeit, nach Abgrenzung, weg von der Gemeinmachung. Man tut das nicht einmal mit Absicht, man lernt das als Kind, man bekommt Aversionen anerzogen, man funktioniert so. Man kann perfekt und stimmig argumentieren, warum die Eintrittkarte für die Staatsoper so viel wie ein sechs Monate Essen für ein Kind von Hartz-IV-Empfängern kosten darf. Warum eine technisch komplett veraltete Breguet ein Tausendfaches der billigen, aber fortschrittlichen Plastikuhren aus Fernost kostet. Der Kern aber ist: Man leistet es sich, weil man kann. Und andere es nicht können. Die haben dann immer noch den Stream für ihr iPhone, das MP3 aus dem Internet und die Uhrzeit unten in der Symbolleiste.

Das Immer, das Jederzeit, das Überall und das Mit Allen sind für Eliten das genaue Gegenteil des Wünschenswerten. Es ist nicht übel, das auch zu haben, wenn man es braucht. Auch der Papst isst Brot. Auch ich blogge. Aber es ist nicht das Ziel und nicht die Aufgabe dieser Klassen. Klassen entstehen dadurch, dass man genau jene Dinge, Eigenschaften und Vorteile immer, jederzeit und überall hat, die alle anderen nie und an keinem Ort je haben werden. Ein paar hundert Euro für ein iPhone, mit dem man Twitter befüllen kann wie alle anderen auch, ein eBook voller runtergeladener Bücher, das alles generiert keine Elite. Allenfalls eine gehörige Portion Grössenwahn bei Leuten, die Döner für 99 Cent mit Essen verwechseln. Ein Jahr später sind es dann nicht mehr die alten Apps, da müssen dann brandneue Apps her, und ein neues iPhone auch. Mein Mobiltelephon hat nun schon seit vier Tagen keinen Strom mehr, weil ich das Ladegerät vergessen habe, aber meine älteste Silberkanne ist ein Unikat von 1817 und funktioniert problemlos.

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Um es einfach zu sagen: Es kann keine digital begründete Elite geben. Die Elite kann sich das Digitale aneignen, oder anderweitig nutzbar machen. Da draussen sind Tausende, deren iPhones geladen sind, die sich mit Computer besser auskennen. Und deren Wissen man im Zweifelsfall billig kaufen könnte. Es sind so viele. Es sind so gut wie alle. Weil es allen offen steht, weil es jeder kann, weil es banal ist. Aber wenn jede Klasse den gleichen Zugang zum Digitalen hat, entscheidet am Ende allein das Analoge, und das Digitale wird zu dem, was man früher vielleicht als „ordinär“ oder „gewöhnlich“ bezeichnet hätte. Deshalb lese ich auf meinem Liegestuhl George Mosse, während sich Rudyguy die neuesten Apps für das iPhone beschafft. Vielleicht ändert sich das an dem Tag, da man in Menschen als ultimatives Analogprestige Computerschnittstellen einbaut und Daten aufpielt. Es gibt welche, die finden die Idee toll. Mit so einer Schnittstelle haben sie dann wirklich etwas, das sonst keiner hat. Und, in aller Bescheidenheit, auch nicht haben möchte.

Dabei mag ich das Digitale trotzdem. Es ist für mich wie diese Wolken auf dem Deckengemälde der Anastasiakapelle in Benediktbeuren. Ich ruhe darauf sehr angenehm. Andere arbeiten sich daran verbissen einen ab. Die heilige Anastasia ist übrigens, das sei den Digitalen hier noch auf den Weg gegeben, die Schutzheilige der Geisteskranken. Ich werde das nächste Mal eine analoge Kerze für sie anzünden.

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190 Lesermeinungen

  1. Eben! Wir sind auch Elite und...
    Eben! Wir sind auch Elite und schreien es nicht raus! ;-))) Ach nein wir haben ja einen Twitter Account… verdammt jetzt sind wir nich mehr Elite.
    Der Begriff Elite kann nicht so verallgemeinert werden wie du ihn beschreibst. Und er hat auch nichts mit 1,5 millionen friends im facebook account zu tun oder einem Liegestuhl am Tegernsee. Ich kenne Leute die finanziell zur Elite gehören aber sich trotzdem einen VW kaufen wie ihn sich viele viele andere kaufen -> Wo ist da der Eliteansatz des Einzigartigen ?

  2. Was die Elite betrifft, kenne...
    Was die Elite betrifft, kenne ich mich nicht aus.
    Dass Rudyguy daneben liegt, mag auch der ein oder andere Angehörige des Prekariats denken.
    Und auf Iphone-Apps möchte ich gerne verzichten.

  3. Dass der Kommentator rudguy...
    Dass der Kommentator rudguy einer neuen digitalen Elite das Wort redet, habe ich so nicht herausgelesen. Der Aufruf zur Anschaffung eines Apfelfernsprechers klang in meinen Ohren eher nach „Wir sind Borg. Ihr Analogisten werdet assimiliert werden, Widerstand ist zwecklos“. Also keine neue Elite, sondern Eintauchen ins große binäre Kollektiv, das uns alle ein bisschen gleicher macht.
    Im Übrigen sehe ich auch nicht, worauf eine neue digitale Elite einen dauerhaften Anspruch gründen sollte. Das Anwenden irgendwelcher neuen Äpplikäischns hat meines Wissens noch so gut wie keinen schön, reich und berühmt gemacht. Und das Entwickeln von Äpplikäischns sichert einem auch kaum einem dauerhaften Vorsprung in einem globalen Gehege, in dem noch jede erfolgreiche Idee ein Rudel von Copycats gebiert.

  4. Nunja, das spielt sicher eine...
    Nunja, das spielt sicher eine Rolle bei der Elite. Aber war das Aufschwören der seize quatre durch den armen Landadel damit Sohn zu den Maltersern konnte oder zum Deutschen Orden ( selbst im reformierten Holland: Er expectiert auf den Deutschen Orden – nämlich die Ballei Utrecht)oder Tochter ins hochadelige Damenstift nicht auch etwas virtuell? Ist es wirklich nur der Stolz auf einzigartigen Besitz? Nicht auch Loyalität, ohne die weder Herzog noch Kardinal ihre weiteren Ambitionen hätten verfolgen können? Ist es nicht auch das Wissen um eigenen Rang und eigene Bedeutung? Aber am heutigen Tag erst recht :
    Ist es nicht auch die Bereitschaft, für das als richtig erkannte Ziel einzustehen mit allem was man hat, mit Besitz und Leben, mit der in Sippenhaft genommenen Familie und selbst noch als Toter mit dem verweigerten Grab, der über Rieselfelder gestreuten Asche?
    Einige von meinen Vorfahren sind erstmal erwähnt nach der Schlacht von Liegnitz Wahlstatt, als abendländische Ritter (und ihre Knechte) ein Mongolenheer zwar nicht schlagen konnten, aber am weiteren Vordringen gen Westen hinderten.
    War es nicht Elite, als man widerstehen musste? Mein Onkel, der Bruder meiner Mutter, tat es und wurde noch am 05. Mai 1945 hingerichtet. Andere waren Marinestabsrichter ….
    Oder war es nicht Elite als der P Maximilian in den Hungerbunker ging? Was gab es dort zu gewinnen? Vielleicht: „Sei getreu bis in den Tod, dann will ich dir die Krone des Lebens verleihen“?
    Und der Familienvater, für den er ging, überlebte das KZ.
    Da schwingt mit für den heutigen Tag doch etwas zuviel Besitzbürgertum der beati possedentes in eurem blog mit, verehrter Don.
    Ich habe eine kerze angezündet und höre Händel.

  5. "Elite ist schiete" -...
    „Elite ist schiete“ – skandieren zutiefst frustrierte Studis vor den Hörsälen und haben in diesem Punkte (aber auch in anderen Dingen) recht, lieber Don Alphonso – ich kann ihnen diese Entgleisungen beileibe nicht verdenken. Die an den Schnittstellen des Wissenstransfers und der bildungsvermittelnden Anstalten sitzenden Verantwortlichen – die sich allesamt für hochgebildete Leitfiguren einer Wissensgesellschaft mit elitärem Anspruch und egalitären Versprechen halten, im Alter zwischen Ihnen und mir, also 40 aufwärts bis hin zu den Uhus – haben mehr denn je den jungen Generationen nach ihnen die Prokrustesbetten festgefügter Bildungsnormen angemessen. Ihr Heiliger ist Isidor von Sevilla, zugleich der Patron für (Ironie, komm her, du bist umzingelt!) die Computer-User, früher mal das Schreckgespenst normierten Kompendienwissens in Gestalt von Enzyklopädistik, die einem Heranwachsenden seit je reingewürgt wurde. Friß, Vogel, oder stirb – was aber, wenn jene Krähe kotzt, unter wenig lieblichen Geräuschen das Wissen und savoir vivre der Alten von sich gibt (möglichst ohne Kommata, aber mit viel Magensäure des Angewidertseins)?! Dann sollten wir Bildungsbürger und Spießgesellen (kann man auch lesen als: Spießbürger und Bildungsgesellen!) es als unverfälschtes Lebenszeichen auffassen und uns – meinet- und der Hühner wegen kann der Hahn die Eier legen – mit anthropologischem Mitgefühl und ethnologischem „Wat et nich allet jibt“ für einen Augenblick das elitäre Gehabe abschminken. Für mich gilt: Eine Elite, die sich als solche bezeichnet, hat ihren Status schon verspielt – mehr noch, sie ist in der larmoyanten Defensive sich selbst untreu geworden, man könnte auch sagen: sie hat sich in ihrer Dekadenz kommod eingerichtet, bis die Hunnen kommen, auch auf den struppigen Pferdchen Apps, iPhone und Kindle.

  6. Die Uhrzeit steht...
    Die Uhrzeit steht selbstverständlich oben!

  7. Bourdieu lässt grüßen......
    Bourdieu lässt grüßen… Sehr schöner Text.

  8. Ach auch da werden wir noch...
    Ach auch da werden wir noch ein wenig – wie nannte die alte HDv 100/100 Truppenführung das – „hinhaltenden Widerstand“ leisten. Ansonsten halten wir es mit Schiller: „Und setzet ihr nicht das Leben ein nie wird euch das Leben gewonnen sein“. Da kommen nerds und couch-potatoes mit ifon 3+ nicht mit.

  9. Verehrter Don Alfonso,

    Warum...
    Verehrter Don Alfonso,
    Warum bei diesem Thema emotional so erregt ?
    Auch in der digitalen Welt gelten die alten Gesetze wie … „Aus der Ruhe kommt die Kraft.“ „Eine Nadel versteckt man am besten im Heuhaufen.“ oder „Was Hänschen nicht lernt lernt Hans nimmermehr“.
    Wer wie Sie ehrenvoll den auf dem digitalen CCD-Auge Blinden schon 2000 den Marsch geblasen hat sollte cool bleiben und nicht vergessen „Consilia senum juvenum lanceae.“
    Auch als jemand, der von KIM über PET, Apple, VAX, Cyber, Cray, zum PC-Allerlei auch stets vom 200LX, Iphone zum Xperia bis hin zu Dirigenten alles programmiert hat, was den Taktstock schwingt, komme ich (selbstständig) zum dem Schluß, daß nichts über Bleistift und Papier geht. Doch es gilt auch: Was den Fuggern der Handel war, tuts Anderen heute die Hexadezimale. Irgendwie bin ich daher dem Erfinder des Rades noch immer dankbar, auch wenn eben jenes einige Jahrtausende jämmerlich durch die Geschichte geholpert ist. Bin so mancher Stütze der Gesellschaft begegnet, die stolz darauf war, keinen Bildschirm in ihrem fußballfeldgroßen Büro zu haben. Später hat sich dann immer als Grund herausgestellt, daß sie nicht schreiben und lesen konnten. Das ist dann auch der Nachbarschaft am See peinlich. Machen Sie also stattdessen Herrn ‚RudyGuy ‚ Mut, damit er nicht aufgibt wenn er beim nächsten Upgrade kein Backup hat. Zu Tegernsee kennen Sie meine Meinung.

  10. "Durch alle Zeiten hindurch...
    „Durch alle Zeiten hindurch hat sich Elite durch Besitz definiert, der nicht allen zugänglich war.“
    vermutlich ist nicht nur materieller besitz gemeint, sondern mindestens auch noch genuss- und rezeptionsfähigkeit-
    und dann gibt es noch diese ganz feinen menschen, wie sie hier von prince Matecki skizziert werden, die aber vermutlich nicht zum donalphonsinischen stützenuniversum gehören-

  11. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    beim Wettlauf von Has‘ und Igel, da stimme ich Ihnen zu, da sind Sie immer schon da mit all den so genannten Reichen. Wer will dabei schon gern der Hase sein? Aber genau genommen sind das alles Kindereien für Einfältige: Was sind denn Ihre Armbanduhren, Antiquitäten, Teekännchen, alten Autos, Baudenkmäler und Wochenendhäuschen anderes als Dokumente Ihrer Eitelkeit; sicher gehört dazu Geschmack, vielleicht sogar Stil, aber in Ihren Beweggründen unterscheiden Sie sich doch nicht von jemandem, der sich im Glanze seines I-Doof-Schuhlöffels sonnt. Dabei sehe ich in Ihrer Eitelkeit, sehr geehrter Don Alphonso, eine schwerere Verfehlung als bei charakterlich nicht gefestigten Strebern, die am Anblick ihres Narrengoldes ihren Wert und Rang erfahren. Sie haben, eben weil Sie Zeit und Mittel haben, mehr als andere (die gerade selbst so über die Runden kommen) die moralische Pflicht, der Welt etwas davon zurückzugeben: Tun Sie Gutes, kümmern Sie sich um andere Menschen, teilen Sie Ihr Glück mit! Ich würde Sie gern wachrütteln: Herrgott, werden Sie endlich erwachsen!
    Ich bin Ihnen hoffentlich nicht zu nahe getreten, aber da Sie sich öffentlich so weit aus dem Fenster lehnen, kann ich nicht an mich halten.
    Viele Grüße, M. Pekarek

  12. Was macht Elite noch aus?...
    Was macht Elite noch aus? Vielleicht ja auch Führungswille, Gestaltungskraft und die Kraft, Konventionen zu etablieren und durchzusetzen. Das gerade auch dort wo der primäre Sinn des in der Konvention abgebildeten Rituals nicht mehr nützlich oder erkennbar ist. Nachdem wir zu unseren Studentenzeiten noch halfen es abzuschaffen sind inzwischen Semestereröffnungen und -Abschlüsse mit Dekanen und Professoren im Talar wieder in Mode. Zum Abschluss werden „Hüte“ verteilt und manchmal auch gleich in die Luft geworfen. Auch mit solchen Mitteln – und nicht nur mit den vom Don neulich erwähnten Designershirts und hochgestellten Kragen – drückt sich aus was Deutungshoheit über gesellschaftliche Strukturen beansprucht. Vielleicht bloggen die dann (oder was immer dann „modern“ ist) in 25 Jahren über uns.

  13. Bei "- soweit die Theorie" ...
    Bei „- soweit die Theorie“ musste ich lachen, weil es so treffsicher beschrieben ist. Und dabei kommen sich diese „digitalen Wichte“ auch noch absolut cool vor! Dabei ist Gähnen noch zuviel der Aufmerksamkeit.
    Eine zeitlang hatte ich ja die Hoffnung, dass diese Gattung (der Digitalberauschten, -beseelten, -verstörten) aussterben wird, weil sie bei Frauen ziemlich versagen, aber leider stelle ich immer wieder fest, dass es genügend langweilige Pendants gibt, die sich ihrer annehmen, und sich dann auch noch fortpflanzen.
    Das Digitale ist als Werkzeug okay – nicht mehr, aber auch nicht weniger, denn auf einer Apple-Tastatur tippt es sich ausnehmend bequem.
    Einen schönen Abend wünscht CM

  14. Sicher ist es als Werkzeug ok,...
    Sicher ist es als Werkzeug ok, sonst könnte ich hier nicht mithalten. Laptop und UMTS sorgen dafür dass ich auch hier online sein kann.

  15. Don, cool, einfach nur cool !...
    Don, cool, einfach nur cool ! Ich glaubs einfach nicht. Schreibt einen Genialen nach dem Anderen. Sind solche Gedanken-Übersprünge eigentlich erblich bedingt oder werden die durchs Leben geliefert ?

  16. Miner: Das ist...
    Miner: Das ist krankheitsbedingt. Nur falls mal der Staatsanwalt wenig Humor besitzt.
    .
    prince Matecki, es ist eine Mischung aus Normen, Besitz und gemeinsamen Erfahrungen. Mir ist das im Übrigen eher wutscht, sonst würde ich auch nicht so wurschtig darüber plaudern, aber mir ist es so einfach lieber, und auch bequemer. und natürlich ist Internet eine tolle Sache. Sie tauft nur nicht zur Elitenbildung.

  17. CM, sobald der nachwuchs eine...
    CM, sobald der nachwuchs eine Nacht durchplärrt, wandelt sich der Rausch in ein schweres Traume. Und Kinder werden entweder Frauen oder, falls Jungs, anders als ihre Väter.
    .
    MP, es freut mich ja immer, wenn jemand das literarische Konstrukt meiner überzeichneten Persönlichkeit so nahe geht, dass er es für echt hält; darin zeigt sich dann die Meisterschaft im Ausarbeiten. Natürlich bin ich ein eitker Geck. Das alles funktioniert nur, weil es so angelegt ist. Ein typischer Langweiler aus besserem ause wie mein Erfinder etwa würde das selbst nie zu Wege bringen. Der ist konfliktscheu und zu schüchtern für meinen Job.

  18. taufen statt taugen ist eine...
    taufen statt taugen ist eine schöne Freudsche Fehlleistung und provozierte ein Schmunzeln. Und wenn man zwischen den Zeilen liest, verehrter Don, ist es nur manchmal „wurscht“, die gelegentlich aufscheinenden Emotionen sprechen dagegen.
    In der Tat taufen sich Eliten nur mit mäßigem Erfolg selbst, es braucht schon auch aufschauendes Fußvolk.

  19. Don, zur Beruhigung: Ein...
    Don, zur Beruhigung: Ein durchschnittlicher Staatsanwalt versteht Ihre Texte nicht.
    Sollte es aber mal so weit kommen, so wünsche ich Ihnen eine Staatsanwältin, denn die interessieren sich meist für die Person hinter der Person und ich glaube, da haben Sie echt gute Chancen.

  20. "Ein paar hundert Euro für...
    „Ein paar hundert Euro für ein iPhone, mit dem man Twitter befüllen kann wie alle anderen auch, ein eBook voller runtergeladener Bücher, das alles generiert keine Elite.“ – Hat das je jemand behauptet?

  21. okay,
    das miesbacher fleckvieh...

    okay,
    das miesbacher fleckvieh hätte mich nun doch mehr interessiert.
    so, im kontrast zur berliner s-bahn-misere und in ergänzung des ard-fürstenberg/von.metzler-clan-opus.
    ein wenig stifterschen hochwald halt.
    .
    soviel inbrunst & zurückweisung:
    warum?
    wenn`s doch kein thema ist?

  22. swina, ich bin kein Freund...
    swina, ich bin kein Freund leiser Töne, wenn es an das Zurückweisen geht. Ausserdem gab es in letzter Zeit wirklich viele dumme Kommentare, und da dachte ich mir, einmal die Krallen zeigen erspart 100 mal löschen.Ausserdem hatte ich Lust zu antworten.
    .
    Jaques Bagios, nun, ich treibe mich als Blogger ja oft genug in Kreisen rum, wo man abendelang über die Vorzüge solcher Gadgets redet und jede neue App laut feiert, ausserdem soll Twitter DAS tolle Kommunikationsinstrument werden, was Bloggen auch schon mal nicht wurde… doch, es gibt sie, die Technikfetischisten, die glauben, mit einem iPhone sei alles bis zur eigenen Bedeutungslosigkeit heilbar.

  23. No. 6, neben dem Fleckvieh...
    No. 6, neben dem Fleckvieh möchte ich auch mal einen Beitrag über das hiesige Papier machen, aber dazu brauche ich erst mal eine Berliner Fetisch äh Spezialistin, die sich im August angekündigt hat. Tatsächlich ist gutes Paier der Informationsgrundstoff der Wahl, keine Frage.
    .
    Hansimglück und prince Matecki, irgendwo äusert sich Besitz immer auch materiell. Fragen wir doch einfach: Auf welcher Anlage läuft Händel? Und wer würde die Nobelpreisedition von Thomas Manns Werken in schwarzem Leder, nummeriert und handsigniert, gegen eine Taschenbuchausgabe tauschen? Na? Da hat man es schon. Es geht nicht durch alle BVesitzkategorien, aber irgend etwas gibt es immer. ich bin da, wie soll ich sagen, einfach etwas ehrlicher und stehe zu meinen Obsessionen.

  24. "Bitte schick mir Deine...
    „Bitte schick mir Deine Kontaktdaten nochmal, beim Synchronisieren zwischen meinem Eifon und dem PC wurden alle Adressen gelöscht.“
    Derlei Mails bekomme ich oft

  25. Das iPhone ist trotzdem toll....
    Das iPhone ist trotzdem toll. Das erste Handy, das Spaß macht. Aber auch nicht mehr.

  26. <p>ja, die wahren Könner und...
    ja, die wahren Könner und die tollen menüs und all die Möglichkeiten…
    a propps Händel: Meine blaue Stunde begleitet nur ein sehr leiser Orlando di Lasso auf der Terrasse:
    .


    .
    Ganz ohne iPhone. Ganz schnell würden mich die Leute nur noch iPhons nennen. Und nein, das ist nicht die Kanne von 1817, wobei die sehr ähnlich aussieht.

  27. Könnte es evtl. sein, dass...
    Könnte es evtl. sein, dass hier von verschiedener Seite die Begriffe „Elite“ und „Avantgarde“ verwechselt werden?

  28. Ach Don Alphonso, Rudyguy...
    Ach Don Alphonso, Rudyguy wollte Sie mit seinem Geschwafel doch nur so darstellen, als hätten Sie keinerlei Ahnung vom Digitalen. Abgesehen davon passt ihm wohl nicht, daß Sie am Tegernsee wohnen, er sich hingegen nur auf sein iPhone konzentrieren kann.

  29. Ha! Hier gibt es heute...
    Ha! Hier gibt es heute Saures!
    Der Herr Don Alphonso teilt richtig gut aus und das mit schmackes.
    Ich weiß ja nicht, wie oft das Proletariat versuch hat die Elite bzw. „Die Stützen der Gesellschaft“ aussterben zu lassen. Früher hätte man ja eventuell noch die Möglichkeit gehabt: Bauernaufstand, Revolution usw.
    Aber heute? No way, keiner hat den Mumm, traut sich was, man könnte ja verklag werden, es ist Politisch nicht korrekt, wir sind zu sehr gebildet, uns geht es in Deutschland ja ganz gut und ausserdem ist es ja strengstens und polizeilich verboten.
    Oder noch schlimmer, jeder denkt wieso ich? Da sägen ja schon bestimmt andere an deren Stühle, da mach ich mir doch die Finger nicht schmutzig.
    Tja, so wird das nix und ganz bestimmt nicht durch tolle kreative Ideen, davon sind die wenigsten reich geworden und noch weniger Besitzhabende haben dadurch irgend etwas verloren, weil ein andere ja so Kreativ war.
    Ich gehöre selbst nicht der besseren Gesellschaft an aber mir würde wirklich etwas Fehlen, gäbe Sie es nicht mehr.
    Und Die, die am lautesten schreien wohl auch, worüber könnten sie denn dann noch herziehen und das Maul aufreissen, nur damit die Luft scheppert.
    Ich mag es so wie es ist, nicht perfekt aber auch nicht wirklich schlecht.
    Wer würde dann noch all die wirklichen schönen Dinge herstellen, wenn es niemand gäbe, der sich das leisten und auch noch zu bewahren versteht. Nein, nein ich will nicht dass alle mittelmäßig sind, es gäbe auch keinen Ansporn für die da Unten und das schließt mich ein.

  30. Der Vorteil der...
    Der Vorteil der Taschenbuchausgabe gegenüber der „Nobelpreisedition von Thomas Manns Werken in schwarzem Leder, nummeriert und handsigniert“ ist, das diese höchstwahrscheinlich auch gelesen wird.

  31. Lieber Don Alphonso,
    heute...

    Lieber Don Alphonso,
    heute Abend haben Sie mich enttäuscht. Als Sie Ihren Blog bei der FAZ starteten, waren Ihre Einträge Quell purer Unterhaltung für mich, später auch interessanter Informationen (z.B. Giardino Giusti, 40 Voices), doch heute lese ich, dass Sie Rudyguys Kommentar nichts entgegensetzen können als ein „Wir können, wir erben, wir zahlen, wir schaffen an“. Meinem Verständnis nach grenzt das die „bessere Gesellschaft“ nicht von einer breiteren Masse ab. Die Elite definiert sich gerade nicht über die Materie, sie definiert sich über Ideale, über Traditionen und Konventionen, über Bildung und Intellekt und schliesslich über eine Integrität, die genauso unfehlbar ist, wie ihr Geschmack und zurückhaltender Stil.

  32. Weiß jemand wieviel solche...
    Weiß jemand wieviel solche Phones in der Herstellung kosten?
    Es ist beschämend-ich habe mir 1,50 Euro gemerkt.

  33. Wie freut es mich zu lesen,...
    Wie freut es mich zu lesen, was ein Gemeindemitglied hier schrieb: wer sich als Elite deklariert, gehört schon lang nicht mehr dazu. Bevor Sie, lieber Don, nun gleich glauben, sich oder etwas verteidigen zu müssen:
    Es ist durchaus hübsch, von der Spree aus betrachtet, was Sie, unser bevorzugter Digital-Publizist und Kampf-Idylliker, aus einigen Ecken und Ritzen des Bayernlandes so zu erzählen wissen. Der stete Kampf von Eigen- und Hintersinn, den Sie uns bieten, die Blüten ländlicher Sonderungswünsche, die Manöver des Rückzuges und des Eigen-Brötlertums, des Vermeidens von Aufmerksamkeit und allzu regelmäßiger Arbeit, auch des Nischenglücks und der traditionsstolzen Selbstzufriedenheit – würde man nur einige Schauplätze und Accessoires austauschen, Sie sprächen doch einigen Jüngern der Berliner Süff-Romantik aus der Seele.
    Aus Bayern, wo ich auch einige Zeit verbrachte, nahm ich etwas andere Eindrücke mit. Wer zahlt, wer kann und wer anschafft – sind in der Mehrzahl der Fälle unterschiedliche Personen. Es fehlt auch eine Kategorie, die für die „bürgerliche“ Schicht, die Sie schildern, vielleicht nicht ganz unwesentlich ist: wer kassiert.
    Das Spiel der feinen Unterschiede, das Sie so beschäftigt, kann man sich leicht machen, indem man sich hinter hohen Hecken verbirgt. Man kauft sich schönes Geschirr, und das war´s. Was die grosse Stadt zur Grosstadt macht, ist nicht zuletzt, dass dieses Spiel niemals ruht. Heute hier, morgen dort, zwei Strassen weiter.
    Ein Eigenbrötler muss schon heftig bloggen, damit´s ein wenig lustig wird. Tausende ambitonierter Hinterwäldler auf engstem Raum, und es entstehen eigensinnige Momente. Zumindest für ein paar Jahre nach dem Mauerfall war Berlin so ein Ort. Vielleicht verblasst der Eigensinn. Berlin the place to be – wer sich als Elite deklariert… Mag sein, dieser Eigensinn zieht weiter, wahrscheinlich weit nach Osten. (Aber was haben wir sonst in Deutschland? Bussi bussi und ein paar Hanseaten…)
    Eliten: trägt dieser Begriff irgendetwas bei? Geht es um Leute mit Geld? Naja. Um Gewehrläufe? Räuber Hotzenplotz grüsst recht schön. Um eigenen Geschmack? Je eigener, desto – Sie wissen schon.
    Elite in Ihrem Sinne, soweit ich Ihnen bescheidenst folgen zu können glaube, würde hier schliessen, wenn sie überhaupt etwas geäussert hätte. Aber das wäre langweilig. Also mache ich einen Vorschlag: Elite ist, wer andere zur Nachahmung anregt. Ich war mal Bestandteil einer Gruppe, in der eine gewisse Konkurrenz herrschte, Ausdrucksweisen, Worte, sprachliche Eigenheiten, durchzusetzen. Natürlich nicht durch Machtanwendung, nur durch Charme und Prägnanz. Mal war der eine vorn, mal der andere. Ich erinnere mich sehr vergnügt an den stolzen Gesichtsausdruck von Rob, als er mich dabei ertappte, ein von ihm eingeführtes Wort zu benutzen.
    Oder: Reale Mafia-Söldner dazu zu bringen, sich zu kleiden wie die „Vorbilder“ im Kino.
    Dagegen: Sich zu verstecken, zu verhüllen, hinter Hecken und Manieren, ein intellektueller Tschador, ist das Ihr Leitbild?
    Ich verbleibe als Ihr ergebenster…
    P.S:
    Wenn Sie erlauben, ich hab noch einen: es ist sehr schön, sich der alten Musik zu widmen. Aber angesichts der vielen grossartigen Musikalien jüngeren Datums, ist diese Auswahl nicht eine recht arge Diät, eine Art Musik-Müsli? Schönen Abend!

  34. Nils hat recht. Pierre...
    Nils hat recht. Pierre Bourdieu hat das alles schon etwas früher gesagt. Des Dons Lieblingsroman „Candide“ kommt ja auch aus Fronkreisch. Die Elite „ko“, und die verkabelten Jogginghosen in Berlin sind zum Enteignen/Besteuern/höflichen Umverteilen ohnehin zu ungebildet. Allerdings liegt da der Hase im Pfeffer: Was tut die Elite für die Bildung und Forschung? Rettungspakete schnüren? Führt die „Exzellenzinitiative“ zur Elite? Oder muss der junge Forscher mit Grips im Kopf erst eine höhere Tochter heiraten? Kurz: Wo sind die Chancen/Straßen/Stipendien und Jobs für die Kids mit Grütze im Kopf und ohne Kabel im Ohr? Die „Elite“ ist genauso neurotisch (und geschieden) wie die untere Mittelschicht, wenns um die eigenen Kinder geht: holt Gold, kann Violine, geht nach Oxbridge. Was kriegen die, die´s einfach nur können, aber nicht erben? Hier versagt die Elite, und das nicht zum ersten Mal. Wir genießen ihr Verschwinden im digitalen Blog. Wir übergeben den Staat den Banken. Wenn dann die eine oder andere höhere Tochter sich verzockt und beim Discounter einkaufen muss – das ist tragisch, aber auch befreiend. Bildung kann nicht schaden und ist inflationsgeschützt – aber die Bildungsan-s-talten selbst bedürfen keins „Bailouts“. Die Chancen von „Rudyguy“ auf seinen Wettgewinn stehen gar nicht so schlecht.

  35. Linus, das ist mir offen...
    Linus, das ist mir offen gesagt egal. Das ist kein Zeichen von fehlendem Respekt, aber wenn ich hier jedem nach dem Mund schreiben würde, hätte ich viele Unwahrheiten zu verbreiten, wie etwa „Die Elite definiert sich gerade nicht über die Materie, sie definiert sich über Ideale, über Traditionen und Konventionen, über Bildung und Intellekt und schliesslich über eine Integrität, die genauso unfehlbar ist, wie ihr Geschmack und zurückhaltender Stil.“ wenn das so wäre, gäbe es Tiffany genauso wenig wie die S-Klasse oder die allermeisten Bauten im Westviertel meiner Heimatstadt. Gerade die Sache mit der Integrität ist, gemessen an der Realität, von den Affairen über die Steuerhinterziehung bis zu den in die Schweiz verbrachten Schadkindern lächerlich.
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    Kampfstrampler, wie die Aussenwelt das betrachtet, ist reichlich egal. Es ändert nichts am Umstand, dass in diesem Land 20% der Bevölkerung de facto 70% des Landes besitzen, den entsprechenden Einfluss haben, und auch die Bildung, diesen Einfluss wirksam werden zu lassen, angefangen bei der Auswahl der Künstker im Konzertverein bis zum Ministerpräsidenten. Und ich halte offen gesagt absolut nichts dacon, sich in der Hinsicht Illusionen zu machen. Dazu muss man das Thema ansprechen und die Gruppe benennen. Und mit den neuen Hunnen wird man schon fertig – es gibt genug Strategien zum Einbetonieren des Zustandes, wie er ist. Das muss man nicht mögen, genauso wenig wie die Gruppe. Es ändert aber nichts an den Zuständen.

  36. setarkos, auch wenn es nicht...
    setarkos, auch wenn es nicht gerade der feinste Umgang mit der Schicht ist: Von Frankreich kann man da noch was lernen. Allerdings haben die Franzosen auch eine erheblich stärker ausgeprägte Klassengesellschaft, was vermutlich auch dazu beiträgt, dass man Manager entführt und Firmen zu sprengen droht. In Deutschland gibt es ja noch die schöne Illusion des gerechten Staates, dazu die Angst der Kleinbürger vor dem Abstieg und dem Ausländer, und dazu noch eine Jugend mit dem politischen Bewusstsein einer Waschmittelwerbung oder eines Klingeltons.
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    Jan (TM), man kann auch die Nobelpreisausgabe ganz normal lesen, denn dafür ist sie eindeutig gemacht. Vorsichtig natürlich. Aber wenn ich darüber schreiben würde, käme vermutlich wieder ein Haufen Entsager und fänden das ganz unmöglich. Irgendwie gibt es in Deutschland ein Problem, zu Besitz und schönen Dingen zu stehen.

  37. Hier wird nicht Elite mit...
    Hier wird nicht Elite mit Avantgarde verwechselt. Sondern Klasse mit Stand. Mal etwas salopp formuliert: Dons Distinktionswillen nährt sich aus ökonomischem Klassendünkel. Rudyguys aus sozialem Standesdünkel. Dort wird der Besitzstand gezählt, glorizifiziert und eine Haltung drumrumgestrickt. Hier wird etwas gemeinsam gelebt und geglaubt. Oder geglaubt man lebe etwas gemeinsam. Geht auch in Ordnung. Woher allerdings die ziel-und inhaltslose iPhone-community die Kraft anderer sozialer Bewegungen nehmen will, wo sie doch selbst der Nobilitierung einer sozialen Verelendung Vorschub leistet, das bleibt mir schleierhaft. Nix gegen die Kisten aus Cupertino. Aber alles gegen die Jünger derselben. So sieht keine Avantgarde aus. Und eine Elite schon gleich gar nicht.

  38. Driver: "Wo sind die...
    Driver: „Wo sind die Chancen/Straßen/Stipendien und Jobs für die Kids mit Grütze im Kopf und ohne Kabel im Ohr?“ In einem Land, da „private“ Unis staatlich reihenweise gerettet und gefördert werden, ist die Frage nur theoretisch. Gerade Bayern hat es ja vorgemacht, wie man frühzeitig Lebensweichen stellt, ohne Chance, das nochmal zu ändern, Hauptsache das bayerische Abitur bleibt bayerisch. Die damit implizierte Frage nach der Durchlässigkeit von Standesgrenzen ist vermutlich nur individuell zu beantworten. Das Kernproblem ist da meines Erachtens weniger das Vermögen, denn Luxus kann man recht schnell lernen. Der entscheidende Punkt ist das Einfühlungsvermögen. Man muss vermutlich schon einiges an Assimilationsbereitschaft mitbringen. Und man frage mich jetzt bitte nicht nach Erfolgsgeschichten. Ich kenne da nur sehr wenige.
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    mark793, es ist doch lächerlich anzunehmen, dass Menschen, die ein bestimmtes Gadget für ein Heilmittel halten, im nächsten Moment locker werden, wenn einem ein anedes Mobiltelephon auch genügt. In einer Gesellschaft wie der unseren, die sich stark durch Konkurrenz bis hin zur massenmedial zelebrierten Demütigung von Randgruppen definiert, wird man nicht erwarten können, dass diese Heilsbotschaften irgend etwas mit Toleranz oder Ausgleich zu tun haben werden. und wird nicht in den Communities auch mit Kontaktezahlen angegeben, zählt bei Twitter der Follower nicht als Trophäe? Solchen Menschen möchte man weder untertanh noch ebenbürtig sein müssen.

  39. Stimmt ja alles, die "oberen"...
    Stimmt ja alles, die „oberen“ 10% definieren sich natürlich auch – und wie – durch die Materie. (Derjenige, der unter „Elite“ immer etwas ideelles versteht, dem hat man ganz schön was weisgemacht… :-) ).
    Der Vorteil dieser materiellen „Elite“ ist ihr immer gleiches Gehabe, ähm ihr immer gleicher Habitus und ihr Gestus. Und das ist ganz genau auch ihr Nachteil: Sie ist zu unbeweglich, unflexibel. Ändern sich die Paradigmen, wird sie weggefegt. Das weiß sie sogar recht genau, daher fixiert sie, betoniert sie alles. Und nennt das Stil.

  40. So viel Geistreiches über...
    So viel Geistreiches über Eliten und dann dieser coole Spruch: Mein Mobiltelephon hat nun schon seit vier Tagen keinen Strom mehr…..und die Silberkanne von 1817… – genial. Dem haben Sie es aber gegeben, lieber Don. By the way: ein Freund von mir, prom. Kunstwissenschaftler (Wien) und Museumsbesitzer, 88, – zuweilen sitzt er vor seinem notebook, formatiert und speichert vergeblich Texte seines geistigen Schaffens – rief mich wieder mal um Hilfe bittend an, kam mir aber nach zwecklosen Erklärungen zu verstehen: Ich bilde mir ein, früher war ich in diesen Dingen leistungsfähiger. Nun, ich werde ihm von dieser Story berichten und das iPhone inkl. Apps an`s Herz legen – vielleicht schafft er ja damit, seine Texte zu formatieren und sogar in Ihren Blog einzustellen……Dann zünde auch ich eine Kerze an!

  41. Habe oben den Rudy-Link oben...
    Habe oben den Rudy-Link oben zuerst angeklickt und gelesen. Musste ihn aber dann doch nochmal lesen nach dem Artikel und den ganzen Kommentaren hier, konnte ich doch den urspruenglichen Text nicht wiedererkennen.
    Der Knilch aus der „Elite“ da oben war natuerlich gleich erpicht darauf irgendwo eine andere Elite zu erkennen, und wenn davon nicht geredet wurde, wird’s halt unterstellt. Andere Schreiber erkannten sich selbst als iPhone-Benutzer wieder wo doch ganz klar von iPhone-Entwicklern die rede war.
    Das iPhone mit seinem „App Store“ zeichnet sich durch die kreativen Beitraege zehntausender Einzelentwickler und kleiner Gruppen aus, die zeigen, wie man ohne Kapital und den Organisationsformen der „Blue Chips“ mal nuetzliche, mal unterhaltsame, aber immer technisch anspruchsvolle Dinge schaffen kann. Sowas hat es schon immer gegeben, frueher hiess sowas „Shareware“, aber das iPhone macht dieses Phaenomen nun einer groesseren Oeffentlichkeit bewusst.
    Doch zurueck zur Elite, denn ungeachtet dessen was der eine schreibt oder der andere da hineinliest: Ich sehe da sehr wohl eine aufkommende digitale Elite. Diejenigen die die digtale Welt erzeugen, die die essentiellen Komponenten schaffen und das tiefgehende Verstaendnis haben, langfristige Entscheidungen zu treffen um jene in der neuen Welt kappen Ressourcen — Zeit und Energie — sinnvoll zu investieren. Das sind nicht unbedigt diejenigen die im Rampenlicht stehen, von Blogschreibern bis Steve Jobs. Der Digitalmacher, der richtig drinsteckt, ist vom banalen Digitalkonsumenten durch mehrere Ebenen abgeschirmt. Und das elitaere dabei kommt von der hohen Klippe die sich zwischen Digitalkonsument und Digitalmacher befindet und wie wenige es schaffen diese Klippe zu erklimmen. Der Rest macht sich dann mit eingezogenem Schwanz von dannen und murmelt etwas vonwegen man wollte schon immer im Marketing arbeiten …
    Es mag noch eine Weile dauern bis sich der Vorsprung der digitalen Macher in aeusserlichen Dingen ausdrueckt … materieller Wohlstand, ‚bessere‘ Lebenspartner. Ein sicherer Selbstlaeufer — es gibt es kaum Gruende diesen Vorgang irgendwie noch ankurbeln zu muessen. Um ihresgleichen zu erkennen brauchen die Digerati die Aeusserlichkeiten sicher nicht. Da reichen 5 Minuten Konversation.

  42. Einspruch und Zustimmung.
    Der...

    Einspruch und Zustimmung.
    Der Einspruch: es gibt schon eine ›digitale Elite‹, oder präziser: eine Elite der digitalen Ära.
    Die Zustimmung: aber diese Elite sind nicht die Leuts, die mit Hände und Twitter allen möglichen Schmarrn treiben und ansonsten mehr planlos als wirklich was schaffend durch die Gegend eiern. Die digitale Elite sind die Leuts, die tatsächlich an der Avantgardefront der digitalen Zeit arbeiten und (in Ermangelung eines besseren Ausdrucks) den ›Zeitgeist‹ entscheident prägen. Das sind nicht die Leuts, die ›irgendwas mit Medien und Internet‹ machen, sondern die Leuts, die den nächsten Spielekonsole-Hit programmieren, die sich auf Robotik-Kongressen austauschen, die tatsächlich in der Arena der fortschrittlichsten Technik wirken.
    Beispiel Twitter: völlig pilleplalle sind die Twittereien von unwichtigen Leuten, die ihren Followern mitteilen, welche U-Bahn sie wie nüchtern fahren und auf welcher Party sie waren. Aber von praktischem Nutzen ist dieser Dienst z.B. innerhalb der tatsächlich auf aktuellste Peer-Group-Nachrichten bauenden Wissenschaftsgemeinschaft (»Prof X vom Blub-Labor des MIT hat gerade beim Kongress in Chicago einen interessanten Vortrag über Sülz gehalten. Also: nächste Charge Kladderatsch-Kulturen entspreched Blubb-Strahlung aussetzen.«

  43. "Es geht in diesem Blog um die...
    „Es geht in diesem Blog um die Elite, aber das Blog selbst ist, wie alles, was im Netz existiert, absolut nicht elitär.“ Fein formuliert.

  44. @nils: Veblen lässt grüßen...
    @nils: Veblen lässt grüßen (das ist der, den Bourdieu den ganzen Bourdieu abschrieb – und ausgebuffterweise kein einziges Mal erwähnt).

  45. Linus20. Juli 2009, 23:22
    Don...

    Linus20. Juli 2009, 23:22
    Don Alphonso21. Juli 2009, 00:37
    elite?
    eine liste mit namen könnte vermutlich etwas mehr klarheit schaffen- sofern klarheit überhaupt erwünscht ist-
    und zum jahrestag des 20. juli wäre es im übrigen interessant zu erfahren, wie die westviertelmenschen ihr westviertelmenschentum zwischen 1933 und 1945 bewahrt haben- z.b. der gatte der hier schon mehrfach hochgelobten grossmutter-

  46. @ Nils: Veblen lässt grüßen...
    @ Nils: Veblen lässt grüßen (das ist der, von dem Bourdieu den gesamten Bourdieu abschrieb, ohne die Quelle nur ein einziges Mal zu nennen).

  47. @vroni: Eliten werden nicht...
    @vroni: Eliten werden nicht durch Paradigmenwechsel hinweggefegt. Das haben gerade die Transformationen der letzten Jahrzehnte in den Ostblock-Ländern gezeigt, wo der Parteisekretär flugs zum Firmenchef mutierte. Einen wirklichen Elitenwechsel gibt es historisch gesehen sehr selten. Vielleicht am Ende des weströmischen Reiches oder in Frankreich nach 1789. Der fromme Wunsch, durch technische Entwicklungen gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen ist ja auch schon älter. Solche Geeks wie Rudy haben natürlich einen historischen Horizont, der irgendwo 1995 endet. Für diese Typen ist alles rasend neu und man glaubt, die menschliche Gesellschaft neu erfinden zu können. Notfalls mit einer überteuerten Plastikschachtel in der Hosentasche. Allein, auch schon bei der Verbreitung der Eisenbahn, des Telefons, der Elektrizität oder der drahtlosen Telegraphie dachte man das und irrte genauso. Spätestens 1914 mußte man erkennen, daß die Idee der völkerverbindenden Wirkung der Eisenbahn einen empfindlichen Dämpfer erhält, wenn mehrere Millionen Deutsche gleichzeitig in Flandern Urlaub vom Alltag machen wollen. Elite bleibt Elite, eben weil sie anpassungsfähig ist und sich jeweils in die passenden Gewänder zu kleiden weiß und trotzdem die Macht behält. Nach Carl Schmitt ist Souveränität die Beherschung des Ausnahmezustandes. Die Elite ist digital souverän, weil sie auf die Gadgets verzichten kann.

  48. Sehr schön Don Alphonso. Ich...
    Sehr schön Don Alphonso. Ich werde auch jedesmal mit sehr grossen Augen angeschaut, wenn ich erwähne, meine Studentenwohnung sei frei von jedem Internet- und Fernsehanschluss. Elektronische Nachrichten kann ich auch an der Univ. lesen und am Wochenende bleibt das ganze Zeug einfach ungelesen.
    Mit Vorliebe „vergesse“ ich auch mein Mobiltelefon daheim (jeweils das günstigste Modell) und bin dann einfach nicht erreichbar. In der Bibliothek sieht das dann so aus, dass einige Mobilfetischisten permanent auf dieses Gerät schauen und gar nicht mehr zum lesen kommen.
    Man muss den Wert der Ruhe und des nicht gestört werden allerdings erst einmal schätzen. Es ist schon erstaunlich, dass es Berliner als zivilsatorischen Fortschritt empfinden, auf dem stillen Örtchen inzwischen auch Emails lesen zu können und zu chatten. Bei soviel Informationsmüll verwundert mich inzwischen gar nicht, dass nicht wenige Leute vollkommen orientierungslos (man nennt das dann „ich probiere mal etwas Neues aus“) durch die Gegend laufen.

  49. Ich (Berliner von Geburt an,...
    Ich (Berliner von Geburt an, ohne „Handy“, ohne ipod, ohne TV und bewusst sogar ohne Auto) protestiere sanft.

  50. Don, wo lassen Sie all die...
    Don, wo lassen Sie all die Torten? Da muss doch die (analoge) Waage ächzen!

  51. mp3 und e-book hab ich -...
    mp3 und e-book hab ich – obwohl Berliner – natürlich ebenfalls nicht.

  52. Ein Aspekt aus den Sätzen von...
    Ein Aspekt aus den Sätzen von Rudyguy, der ob der Elitediskussion etwas in den Hintergrund gedrängt wurde, ist die Frage, ob die ganzen digitalen Helferlein tatsächlich mit einem Mehr an Lebensqualität gleichzusetzen sind. Als jemand, der von Berufs wegen mit der Entwicklung von solchem Drück-piep-blinkekram beschäftigt ist, habe ich das früher auch geglaubt: Mehr Information an jedem Ort, in besserer Qualität und noch schneller als früher, das müsste uns doch zu klügeren, zufriedeneren, effizienteren, kurz besseren Menschen machen. Inzwischen bin ich da doch ziemlich desillusioniert und behaupte das Gegenteil. Einige wenige kluge Menschen vermögen eventuell durch diese Medien noch klüger zu werden, der Rest wird durch das bunte Geflimmer und die unendliche Auswahl lediglich paralysiert und in der Dummheit festgehalten. Die „Netizens“ werden sich aus denjenigen rekrutieren, die sich weder in der analogen Elite noch im Proletariat wirklich zu Hause fühlen, aber ich bin mir noch unsicher, ob sie eine gesellschaftlich relevante Zahl erreichen werden.

  53. Rein von Naturgesetzen her...
    Rein von Naturgesetzen her betrachtet, gibt es immer Konzentrationen von Macht,Geld und Einfluss. Auf einer Ebene A verteilt sich der virtuelle Wert B nie gleichmäßig über alle Knoten. Das Prinzip sieht man beim Verhältnis von Raum zu Materie, Geld zu Menschen, Aufwand zu Ergebniss usw. . Da wird sich mit recht hoher Wahrscheinlichkeit in dieser Scheibe des Universums auch nicht viel dran ändern, da es mir erscheint;- als ob scheinbar primitive Naturgesetze- sich fraktal durch alle Ebenen der Existenz ziehen. Wenn der Großteil der Materie in einem Radius einiger Lichtjahre auf einen Punkt konzentriert sind (der uns täglich mit Licht versorgt), scheint es nicht verwunderlich das auf abstrakter Ebene 20% der Bevölkerung 70% besitzen. Das Pareto Prinzip sagt sogar grob eine 20-80 Verteilung voraus, da kommen wir erstaunlich gut weg.
    Klar es ist auf jedenfall cool zu den obersten Prozenten zugehören, egal in welchem Bereich. Wer hat nicht gern den größten ? Mal objektiv betrachtet was bringt einem aber viel Geld, Eigentum,schöne Sachen, ein toller Geist und Bildung? Darum geht es nie, es ist immer nur die Oberfläche. Die wahre unterliegende Natur des Menschen ist immer : Macht. Reale Macht,Gewalt und Verfügung über anderes oder andere. Geld und schöne Dinge sind meines
    Erachtens nach Substituenten für die Ergebnisse realen sozialen Einflusses. Trostpflaster. Wenn sie eine Weile darüber nachdenken werden Sie feststellen das sie Leute nicht nach der Anzahl Ihrer Besitztümer sondern nach dem Grad ihrer Macht in Schubladen stecken.
    Elite ist denke ich nicht, dieses ganze Gefasel von Geld,Bildung,Stil,Integrität,Eigentum – sondern simpel gesagt, der Kerl der in einer jeweiligen Gruppe die Hosen anhat.

  54. Man muss ja immer sehen, dass...
    Man muss ja immer sehen, dass der Don das Aussterben der bess’ren Kreise ja eigentlich auch herbeisehnt – oller Soze, der er eingestandenermaßen ist. Oder vielleicht doch grad nicht, denn der Sozen, sobald finanziell gut gestellt, schaltet ja geschwind um auf Besitzstandswahrung. Apropos: Unser Gastgeber hier ist ja geradezu ein Musterbeispiel für zwanghaftes Ansammeln von Zeuch. Mir fällt grad der psychopathologische Begriff dafür nicht ein, weiß aber, dass sich das wegtherapieren lässt. Der Betroffene selbst – nach Art des wirklich Süchtigen – ergießt sich Tag für Tag in scheinbar logisch-vernünftigen Rechtfertigungen für sein prinzipiell sinnloses Tun. Manche nennen es Bloggen.
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    Da muss sogar ein iDiot herhalten, an dem die digitale Hirnwäsche dazu geführt hat, dass er denkt, durchs iDiotenfone würde alles besser, weil mehr und schneller und bunter. Früher gab man solchen Verhaltensauffälligen ein Fisher-Price Activity Center zum Spielen, machte sie aber nicht zum Beispiel für „Trends“, die keine sind.
    Tatsächlich ist das Digitale nichts Besonders, außer für die Loser, die meinen, sie hätten den „Digital Lifestyle“. Die hinwiederum halten sich für Elite, weil die andern noch nicht so weit sind. Sollen sie doch. Denn Elite können sie nicht sein, weil sie auf Ausdehnung ihresgleichen zielen und nicht auf Abschottung. Da hat der Don Recht.
    .
    Aber alles, was sich abschottet, unterliegt den Gesetzen des Mendelismus: In begrenzten Populationen steigt die Zahl der Erbkrankheiten durch Inzucht. Don hat’s ja mal thematisiert, dass die bess’ren Kreise immer mal wieder frisches Blut rekrutieren, damit die grundlegende Debilität nicht allzu sehr auffällt. Also auch die Zwangsneurosen – wie das Sammeln von Zeuch.

  55. conditore, im Hintergrund ist...
    conditore, im Hintergrund ist ein Berg, die neureuth, 500 Meter geht es zum Gipfel hinauf. Esse ich Torte, gehe ich nachher auf den Berg. Das ist das Tortenpurgatorium.
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    Klaus, der Protest ist angenommen.

  56. @Vroni: So schnell, mit...
    @Vroni: So schnell, mit Verlaub, fegt da niemand irgendjemanden aus den elitären Kreisen weg. Es gibt Familien, die pflegen und hegen ihren Einfluss und ihr Vermögen und ihre amici und ihre heckenbehütete Grandezza schon seit Jahrhunderten. In Deutschland hat man sich ja nicht einmal vom Adel befreien können. So lässt sich, als kleines Beispiel, der Lokaladelige von Lippe-Detmold mit reichlich Forst-Apanage, die man noch über jeden Enteignungs-und-Steuerzugriff zu retten vermochte, noch ausdrücklich mit ‚Fürst‘ anreden und die hiesigen Medien verklären liebedienerisch seine Person und sein Gehabe auch im 21. Jahrhundert noch im Stile eines valet de chambre. Sich dort einzurichten und zu halten, wo ‚oben‘ ist, das hat man jenseits jeder vordergründigen Bildung gelernt in den elitären Kreisen: Es wird nicht gehackt nach des Nebenkrähes Auge, man regelt das untereinander anders und wenn es die Zeitenläufte einmal notwendig machen, hat man ohnehin nur noch Augen für den Pöbel, den man ganz fest im Blick behält, auf dass er sich nichts anmaßt. Man schwimmt oben, und wenn man schon ‚mal strampeln muss, dann nur, um die da unten auch unten zu halten. Nicht umsonst gibt es in angeblich so offenen Gesellschaften politische Dynastien (verfolgen Sie einmal nur so zum Spaß die ‚Clintons‘ in die Tiefe der Geschichte) und Wirtschaftsclans, die so genau deshalb so heißen, weil sie es sind. Aber ich gebe Ihnen völlig recht: Dass so manch einer hier meint, Elite sei in der Selbstdefinition der Eliten auf ideellen Werten und Verhalten begründet, hat sich nett einlullen lassen. Der Statuserhalt, die Konservierung, das Einpökeln von Position und Habitus ist der Wertekern der Oberschicht, und was man sich an Sinnsprüchen auch immer auf das Wappen malt, dient nur der Verschleierung und Selbsterhöhung.

  57. Moin, Moin D.A., vorab...
    Moin, Moin D.A., vorab gleichmal: Der Kommentar von „Rudyguy“ ist sicher alles mögliche, nur nicht dümmlich. Der Mann, oder die Frau, hat eine Meinung. Nicht mehr, nicht weniger.
    Wg. Elite: So, wie sich die „Geldelite“ vom Rest über haben/nichthaben abgrenzt, kann die digitale Welt mit allem Fug und Recht ihre „Elite“ über können/nichtkönnen definieren. Dabei definiert sich die „digitale Elite“, wie viele andere Eliten auch, lediglich über einen nichtmonetären, spielerischen besser/schlechter-Status. Wohingegen die „Geldelite“ wohl glaubt, in „Gut und Böse“ unterscheiden – zu dürfen. Gestreng der calvinistischen Maxime, was „oben“ ist, ist gottgefällig. Und „oben“, also „Machtelite“, ist in diesem, unseren System, nuneinmal die „Geldelite“. Und nicht die „Wissenselite“, und schon gar nicht die „Elite“ der Künstler. Was aber nichts über „Qualitäten“ aussagt. Die Macht ist eben immer der Qualtität überlegen. Aber dadurch ist die Macht für mich noch lange keine Elite. Und daran ändert auch die Anhäufung von seltenen Gegenständen und das Fernbleiben aus der digitalen Welt nichts. Für mich ist Elite alles, was demütig und machtabstinent ist. Was Verantwortung für das Ganze übernimmt und was Qualitäten wirklich erkennt. Was lebt, und was leben läßt. Und erst dann kann man auch wirklich erkennen, was „Gut“ ist und was „Böse“.

  58. @ dipsy: "Univ." ist fein....
    @ dipsy: „Univ.“ ist fein. Fast ausgestorben.

  59. Ach waren das goldene Zeiten....
    Ach waren das goldene Zeiten. Damals. Elite.
    „Elite“ war ein Computerspiel ( http://de.wikipedia.org/wiki/Elite_(Computerspiel) ), revolutionär, irgendwie anders. Der Duft der Unerreichbarkeit. Neuartig. Ein Zeitvertreib. Irgendwann dann, war man damit durch.
    Nun kucken wir uns „Elite“ an, in den Auslassungen Don Alphonsos. Kein Computerspiel, nicht revolutionär, nicht irgendwie anders. Kein Duft der Unerreichbarkeit. Nicht neuartig. Kein Zeitvertreib. Irgendwann dann, war man damit durch.
    Die feinen Töchter aus dem Westviertel der Stadt, hinter dem progesellschaftlichen Schutzwall waren nie ein Ziel. Wusste man doch, dies bedeutete die in Rot gehaltene Einrichtung der Tanzschule in der Innenstadt zu ertragen. Das „Licht aus“-Ritual der ersten Tanzstunden, um körperliche Nähe zwischen den Tanzpartnern zu erlauben. Den Abschlußball, Tanzschuhe, Anzug, das Wettrüsten im Kalten Krieg der Eitelkeiten. Das zukünftige Paar der ortsansässigen Faschingsgesellschaft will man dort ja auch nicht kennenlernen. Nicht deren Eltern, nicht den damit verbundenen Inzest sehen, wenn Gesellschaft und Politik gegenseitig aneinander vergreifen. Freunde für folgende Jahre aus dem Westviertel ? Nein, mir lag daran, die Erwartungen meiner Eltern nicht zu enttäuschen.
    Zweite Immobilie am Tegernsee, der Einkauf beim Bäcker, der seinen Namen nicht weiss, sich Bäckerei Konditorei nennt, den liebevoll restaurierten Oldtimer den es regelmässig auszufahren gilt, die gute alte Silberkanne aus der Zeit der ersten europäischen Wirtschafts-Depression 1816/1817. Vorzeigbar sind diese Dinge, aber das iPhone, der Twitter-Account und das Apple-Notebook sind es ja auch. Irgendwann dann, ist man damit durch.
    Kurz gesagt: die Elite isst dreimal am Tag, erledigt regelmässig das große Geschäft. Können, Erben, Zahlen, Anschaffen sind da sekundäre Fertigkeiten. Sie erzählen viel, bleiben aber schuldig, was denn nun die Elite so Elite macht. Sie zeigen Menschen die nicht nach Höherem streben, Menschen die glauben das Höhere gefunden zu haben und alt zur Welt gekommen sind. Bleibt’s dabei ?
    p.s.: Ihr Blog enthält aber viele interessante Geschichten, ich lese regelmässig. Dafür: Chapeau !

  60. @Rainersacht: "Früher gab man...
    @Rainersacht: „Früher gab man solchen Verhaltensauffälligen ein Fisher-Price Activity Center zum Spielen, machte sie aber nicht zum Beispiel für ‚Trends‘, die keine sind.“ – You made my day.
    Der große Irrtum der selbsternannten digitalen Elite oder „Digitalmacher“ ist, daß sie auf Grund eines geringen zeitlichen Vorsprungs bei der Nutzung mehr oder weniger nützlicher Techniken glauben, einen wirklichen Machtanspruch und Einfluß zu besitzen. Liebe Geeks! Ihr habt gar nicht genug Wissen über die wirklichen Machtzentren! Ein Gespräch auf der Herrentoilette im Country-Club macht aus einem Master of the Universe einen Pappkartonträger. Nicht einmal ein Bill Gates, Steve Jobs oder ähnliche Microserfs sind da Herren ihrer Entschlüsse, sondern nur Getriebene. Übrigens ist das alles längst bekannt:
    „Wenn ich sechs Hengste zahlen kann,
    Sind ihre Kräfte nicht die meine?
    Ich renne zu und bin ein rechter Mann,
    Als hätt ich vierundzwanzig Beine.“
    Wirkliche Elite muß keinen Computer bedienen können. Sie können sich einen leisten, der für sie den Computer bedient.

  61. Ingolstädter Geisterfahrer,...
    Ingolstädter Geisterfahrer, vorletzte Woche war übrigens wieder Abschlussball, und ich war dort und dachte mir: Oha, die langen heute aber hin, wir waren noch ganz anders! Im Ernst, ich fand die puffige Atmosphäre bei jener Tanzschule gar nicht schlimm. Es war normal, dass man mit 16 dort hingegangen ist, die Eltern machten es doch genauso.
    .
    FritzV, natürlich ist die einzige echte Qualität der Elite die Fähigkeit, oben zu bleiben. Das ist in Ermangelung anderer echter Ziele das bestimmende Ziel. Wenn man aber in dieser Gesellschaft lebt und auch das Gegenteil kennt – ich bin ja auch Mitglied der deutschen „Bloggerelite“, wenn man so will, würde ich zusätzlich Firmen beraten, könnte ich blendend allein vom Bloggen leben – dann weiss ich schon, warum mir das am Tegernsee lieber ist. Aus dem „Oben bleiben“ leiten sich wenigstens ein paar Verpflichtungen ab, Gutes zu tun. Also Benefizkonzerte, Spenden, serh viel nachbarschaftliche Hilfe, Hospiszverein,k und sogar ich bin auf einer Benefizlesung zugunsten eines Kindergartens aufgetreten. Ich! Das muss man sich mal vorstellen. Mir würde auch die Schnelle keine nachhaltige soziale Regung in der Blogosphäre einfallen. Es ist eben eine Elite, die sich über Technik und die Beherrschung des Wandels definiert. Und da habe ich Bauchschmerzen, weil es nicht mehr darum geht, was man leistet, sondern mit welchem Gerät.

  62. Es gibt eine Doctor Who-Folge,...
    Es gibt eine Doctor Who-Folge, wo das alles wunderbar unterhaltsam verwurstet wurde, inklusive des Spagats zwischen antimodernem Reflex und echter, aufgeklärter technikunabhängigkeit: Rise of the Cybermen.
    Überhaupt hat sich die britische Kultur, auch die Pokultur, bedeutend geistreicher mit „Klassengesellschaften“ befaßt. Man neigt dort zum ehrlicheren Umgang. Siehe auch: Little Britain.

  63. Hier, d.h. bereits im Titel,...
    Hier, d.h. bereits im Titel, wird Klasse mit Elite verwechselt. Während soziologische Eliten über Qualifikation (Leistungselite, Bildungselite) oder Einfluss (Machtelite) definiert sind, sind dies Klassen über ökonomische Merkmale. Sekundär kommt bei letzteren dann das Klassenbewusstsein und der Habitus hinzu. Und selbstverständlich schließen sich Elite- und Klassenzugehörigkeit nicht aus.
    Da im obigen Kontext mit dem „Digitalen“ Medien- und IT-Kompetenz gemeint ist, sehe ich darin per definitionem eine Domäne der (Wissens-/Leistung-/Bildungs-)Elite.
    Rainer Meiers Titel sollte also lauten: Die Unvereinbarkeit des Digitalen mit der oberen Klasse.

  64. Verehrter Don Alphonso, ...
    Verehrter Don Alphonso, vielleicht ist es auch ein bisschen das Alter und (Verzeihung) die sog. „menschliche Reife“. Wenn man wie ich (u. wohl auch Sie, ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen) ein „gewisses Alter“ erreicht hat, verliert „man“ doch etwas die Faszination für das Digitale Leben, die angeblich grenzenlosen (technischen) Möglichkeiten. „Rudyguy“ vertritt wohl eher die junge Generation u. ihren in diesem Lebensabschnitt sicherlich auch notwendigen Fortschrittsglauben. Für die menschliche Phylogenese mag mancherlei „Digitales“ durchaus funktionell weiterführend sein (ob „sinnvoll“, wäre eine ganz andere Frage), anderes landet auf der analogen und digitalen Schrottpresse, wo es auch hingehört. Für das Individuum (ontogenetisch) bzw. dem einzelnen „Menschen“ aber verschieben sich die Gewichtungen im Lauf des Lebens m.E. ganz eindeutig zum „Analogen“.( Auch unsere digitalen Zeitgenossen erleben früher oder später die existenziellen Beschränkungen ihres Daseins) .
    Damit dieses „analoge Leben“ aber auch noch ein (pardon, wie pathetisch) „Gutes Leben“ (hierzu würden sich längere, aber hier nicht anzustellende Überlegungen lohnen) werden kann, braucht’s – u. da hat der Don, ob’ einem gefällt oder nicht, recht – allerdings auch das materielle, ökonomische Substrat als Grundlage; erst dies erlaubt dem Individuum seine Lebensmöglichkeiten nach Sinnvorstellung oder Gusto zu erweitern und soweit wie (menschlich) möglich auch auszuschöpfen (-wäre denn ein Komplettausstieg aus der heutigen Gesellschaft überhaupt denkbar ?) Zum materiellen Substrat, und das finde ich entscheidend, sollten also auch noch ein paar Tugenden wie Vernunft, Geschmack, Stil, u.ä., d.h. in gewissem Sinne auch wieder Akte materieller wie geistiger Selbstdisziplinierung (letztere bitte ich nicht misszuverstehen), hinzukommen, um nicht zum wildgewordenen Kleinbürger zu degenerieren – und sich den Selbstbezug des Begriffs „Elite“ auch verdient zu haben…
    Vielleicht auch aus dieser weniger resignativen als abgeklärten (…je ne sais quoi…) „Reife“ heraus entsprechen, Werter Don, Ihre Prioritätensetzungen so sehr auch den meinen…
    Ob nun der Vorwurf einer hoffungslosen Dekadenz zu erwarten ist ?

  65. elite, elite, elite, mein...
    elite, elite, elite, mein stand, mein stand, mein stand… – all das kommt mir sehr bekannt vor. wortklang und repetieren des ewig gleich undifferenziert affirmativen mantras sind mir deutlich vertaut. und zwar von leuten, die sich in ihrem job nicht wohlfuehlen. von leuten, die in einem konzern, in einer anwaltskanzlei, in der offentlichen verwaltung oder in der armee es bis in die oberen etagen geschafft haben. und jetzt stecken sie drin. wissen nicht mehr, wie sie dahin gekommen sind. fragen sich, was sie hier eigentlich machen. fragen sich sonst wenig. hoffen, dass jemand anders den nachrueckenden poebel, die dynamisch alerten einsteiger in die schranken weist. beten, dass ihnen all die barockueppige staffage fuer ihr tieftrauriges und leeres leben irgendwie erhalten bleibt.

    wie gesagt, ich kenne dieses monotonen cantus von menschen in berufssituationen zumeist. da ist man dem launischen wechselspiel des seegenbringenden monster als weiches menschlein ausgeliefert. da kriegt man amt und wuerde und corner office und niemand kuemmert sich darum, wie es im inneren aussieht. da wird das auessere – zumal wenn man das spiel nicht selbst wirklich spielen und beeinflussen kann – schonmal zum allmaechtigen gott, der gibt und nimmt. – und genauso hilflos stammelnd, voller erfurcht und abscheu steht man ihm gegenueber…. ‚der daimler‘, ‚der daimler‘, ‚meine bank’… elite, elite, mein stand, mein stand…

    wie gesagt, ich hoere das mehr in beruflichen zusammenhaengen, in privaten hoere ich es selten. – da ist man doch eher etwas flexibler und fluider – nun, nicht vielleicht wenn man prince charles of wales ist, aber wer ist das schon… – im privaten waehlt man doch seinesgleichen vielmehr, so dass einem missliche zwangssituationen, die einen in schauder und wonne von der einen auf die andere seite werfen, eher erspaart bleiben (es sei denn, man sucht auch dieses ganz bewusst – wie ein max mosley – und dann ist wohl auch das ganz ok).

    persoenlich waehle ich mein privates umfeld nach herzenswaerme und geistesbildung, schere mich nicht darum, was die familie vor mir getan hat – wenn die auf einer linie mit dem jetzt relevanten pol – mit mir – liegt, ist das ok, wenn nicht, ist das auch ok. – erwachsenwerden muss man. fuer sich selbst. damit man sein leben leben kann.
    viel spass dabei!

  66. Rainersacht schrieb: "Man muss...
    Rainersacht schrieb: „Man muss ja immer sehen, dass der Don das Aussterben der bess’ren Kreise ja eigentlich auch herbeisehnt – oller Soze, der er eingestandenermaßen ist. Oder vielleicht doch grad nicht, denn der Sozen, sobald finanziell gut gestellt, schaltet ja geschwind um auf Besitzstandswahrung“ — Hahaha! :) Da fällt mir wieder das Staeck’sche Plakat ein, welches ein modernistisches Wohnhaus im Grünen zeigt, darüber: „Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen!“ — That about says it all.

  67. Sollte man auch als sehr...
    Sollte man auch als sehr gelungenes Beispiel fuer die sich mit Klassengesellschaften befassende Britische Pokultur (Danke, auxtroisglobes) erwaehnen?!

  68. Hm, mal was Generelles: Seit...
    Hm, mal was Generelles: Seit dem Amazonbeitrag schlagen hier eine menge „neuer“ Kommentatoren auf, die so etwas wie „Anstand“ gänzlich vermissen lassen. Ich wäre dankbar, würde man sich erheblich am Riemen reissen; ich möchte weder Anlass haben, in den IPs zu wühlen, noch hier das nachzuholen, was das Elternhaus zu vermitteln vergessen hat. Ich bin weder verpflichtet, sowas freizuschalten, noch damit zu diskutieren. Es ist Ihre Zeit, die Sie da verschwenden.

  69. Mal wieder klar geschrieben....
    Mal wieder klar geschrieben. Über dem Spaß am Lesen darf ich aber nicht vergessen, dass der Begriff der Elite, etymologisch der Begriff der electus, nur sehr aristotelisch gesehen gleichbedeutend mit der Oberschicht ist.
    In der arbeitsteiligen Gesellschaft kann der Fürst eben nicht mehr Landherr, Intellektueller, Staatsmann und gesellschaftliches Vorbild in Personalunion sein. Kurz; kein Aristokrat im Sinne der klassischen Sozialphilosophie sein.

  70. Lieber Don Alphonso,

    was...
    Lieber Don Alphonso,
    was halten Sie eigentlich von dem Satz „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“?

  71. die leserkritik, lieber don,...
    die leserkritik, lieber don, die sollten sie sich nun schon gefallen lassen. ob sie moralisch verpflichtet sind – wenn sie sich gerne als wolf bezeichnen und noch lieber provozieren – kommentare freizuschalten, ich weiss es nicht. ich wuerde eher sagen, ja. aber ich weiss auch nicht, was sie so zu lesen bekommen und dem rest erspaaren.
    zwei dinge – und ich spreche nur fuer mich – schmecken mir hier heute deutlich wenig. dass sie a) in ihrem beitrag einen kommentator – ich wuerde sagen: sueffisant und achtlos – an den pranger stellen und b) damit drohnen ‚ in den IPs zu wuehlen‘. ist gerade letzteres nicht genau der big brother, den sie ursula von der leyen vorwerfen? – die wenigstens hat ein fuer mich sehr nachvollziehbares recht – und als ministerin sogar die pflicht – etwas gegen kinderpornogrphie zu versuchen. – abgesehen davon foerdert sie auch das schoene konzept der mehrgenerationenhaeuser, was ihre ‚zensursula‘ in meinen augen zu einer ganz wunderbaren frau und familienministerin macht.

  72. Don, ein paar Frischlinge tun...
    Don, ein paar Frischlinge tun der Rentnertruppe hier gut!

  73. égalité, ich bin (mehr oder...
    égalité, ich bin (mehr oder wenigeer freiwillig) Anhänger einer Richtung, die es sich da mit der Apokatastase hält: Das ist bequem, und unabhängig davon glaube ich nicht, dass Armut den Menschen zwingend adelt.
    .
    Jemand: Absolut nicht. Natürlich. Dazu ist das Leben heute auch zu komplex. Mein Elitenbegriff ist da reichlich anders.

  74. abf, ich bin nicht zart...
    abf, ich bin nicht zart besaitet und lasse auch mal ein „elitäres A****loch“ in Bezug auf mich durch. Aber das hier ist immer noch die FAZ, und da ist meine Verantwortung eine deutlich andere als bei mir daheim. Sprich, ab einem gewissen Level und, sagen wir mal, einigen Auffälliglkeiten, die darauf hindeuten, dass die Betreffenden die laschen Kontrollen hier für das Trollen missbrauchen, ist Schluss mit lustig. Ich weiss nicht, woher die kommen und was sie treibt, aber diese Leute müssen eben wissen: Entweder sie benehmen sich, oder sie werden im besten Fall nicht freigeschaltet. Ich meine dabei keinen, der freigeschaltet wurde.

  75. Auf die Differenzierung der...
    Auf die Differenzierung der soziologischen Begriffe zu Elite und Klasse wurde ja weiter oben schon hingewiesen. Historische Gegebenheiten haben es gefügt, dass meine Vorfahren nicht immer zur Oberklasse gehört haben. Aber Elite war eben auch, Söhne schon im 18. Jahrhundert auf die Universität zu schicken, nicht zu den Juristen, sondern zu den Naturwissenschaftlern, Ärzten und auch zu den Philologen. Das gab einen der Mitbegründer der Orthopädie östlich der Elbe und einen Verleger, nach dem heisst eine Gasse in Krakow (Krakau) bis auf den heutigen Tag. Wir haben für die Freiheit des Landes gekämpft dass wir für unser Vaterland hielten (1830, 1848 und 1860 bis 63). Das war nach damaligen Gesetzen wenigstens teilweise Hochverrat, gleichwohl blieb er ungeahndet. Nunja, einmal mussten wir bis zur Begnadigung durch den Grafen Brandenburg warten (1848 nach den Ereignissen in Berlin), aber das war auch nicht so arg lang. Man kannte die richtigen Leute. Als wir in bestimmter Zeit erneut tätig werden mussten kannte man auch bestimmte Leute, aber nach dem Fehlschlag des 20. Juli trug diese Elite nicht mehr, daher die Hinrichtung meines Onkels.
    Nach dem Krieg der Neubeginn (zum Teil erst in England, in der Tat viel mehr Klassengesellschaft as Westdeutschland) und damit sicher nicht die Oberklasse. Gleichwohl das Bewusstsein der Elite und die entsprechende Erziehung ( Zurechtweisung durch Mutti nachdem ich einen Baron mit „Herr Baron“ angeredet hatte: „Herr Baron sagen wir nicht, Baron XXX reicht, Herr Baron sagt der Kutscher!“)
    Und nachdem Sie nachgefragt haben: Thomas Mann (Fischer tb) und Theodor Fontane ( Ullstein Tb) habe ich als Schüler / Student komplett in Taschenbüchern erworben und gelesen, die stehen immer noch daheim. Marcel Proust habe ich in den kaschierten Pappbänden der Insel zuerst gelesen, mir dann bei einem Urlaub in der Schweiz die drei Bände der Pleiade geleistet und auf französisch gelesen. (Wir verstehen nicht nur „L´order règne de nouveau á Varsovie“ auf Französisch). Und so weiter….
    Die Stereoanlage auf meiner kleinen Bude hier am Dienstort ist nicht so exklusiv. Die große Anlage mit den ProAc Boxen. Mischpult, Bandmaschinen usw steht daheim mit Flügel und Cembalo.
    Aber ruhig weiter so, solche blogs schärfen die Formulierungskunst. Auch Sprache trennt Eliten von der Masse. Im Englischen mit dem richtigen Akzent oder im Französischen mit korrektem Futur ( anstelle von je vais…) und subjonctif noch mehr als hier im Deutschen.

  76. Was kann man denn da finden in...
    Was kann man denn da finden in den „IPs“, kann mal jemand Aufklärung betreiben fuer Nichtblogger? Danke.

  77. @don, 01 Uhr 03:

    Guter Punkt....
    @don, 01 Uhr 03:
    Guter Punkt. Das iPhone wäre für seine Kundschaft sicher nur halb so interessant ohne den damit verbundenen gefühlten Distinktionsgewinn. Aber dass darauf eine neue digitale Elite gründen könnte, ging aus dem Kommentar von Rudyguy wie gesagt nicht unbedingt hervor. Von daher hatte ich zunächst ein bisschen den Eindruck, Du würdest ein künstlich aufgebautes Feindbild zu Schutt und Asche kartätschen. Aber sei’s drum, gute Argumente, warum digital und elitär irgendwie nicht so recht zusammengeht, hast Du ja geliefert.

  78. @ abf
    Don Alphonso ist nun gar...

    @ abf
    Don Alphonso ist nun gar nicht dazu verpflichtet, hier irgendwelche Kommentare freizuschalten. Die FAZ (in deren Auftrag er handelt, sei es als Angestellter oder Auftragnehmer oder durch einen Autorenvertrag) ist eine privatrechtliche Institution und überhaupt gar nicht an sowas wie Meinungsfreiheit etc. gebunden. Man muss sowas den Nichtjuristen immer wieder erklären: „Zensur“, Meinungsfreiheit und was auch immer: sowas kann man gegenüber einer hoheitlichen Institution durchsetzen – nicht aber gegenüber einer Privatrechtlichen. Wir erleben zwar die förmliche Vertreibung des Subjektes aus dem subjektiven Recht – dennoch kein Grund solche Anforderungen (Moral gibt es im Privatrecht glücklicherweise nicht) durchzusetzen.
    @ Don Alphonso
    Ich habe meiner Mutter ein paar Leseproben gegeben. Sie vermutet ein Hanno-Syndrom bei Ihnen (mir wirft sie auch ein Flyte-Syndrom vor) – und Hannos kommen und kamen in einem Land wie Deutschland nie gut an. Ein schweres Los, aber man muss damit leben.

  79. Anhand einer IP kann man...
    Anhand einer IP kann man beispielsweise feststellen, ob ein Kommentator von einer Firma kommt, die nicht eben freundlich angesprochen wurde. Ich habe hier keinen Zugriff auf die IPs, aber es gibt Leute, da bekomme ich Lust, darum zu bitten. Ich rede gern offen und stehe für das, was ich schreibe – und ich finde es nicht wirklich nett, beleidigend daherzukommen zu wissen, dass man hier nicht mal eine Email angeben muss. Ich habe hier die offenste Einstellung, die bei FAZ.net möglich ist, und arbeite daran, auch noch die Freischalterei zumindest teilweise zu reduzieren – und wenn ich und alle hier Kommentierenden das erreichen wollen, sind solche Personen extrem kontraproduktiv.
    .
    prince Matecki, prinzipiell ändert sich der Elitenbegriff von Ort zu Ort. Ist die „Elite“ in der kleinen, dummen Stadt an der Donau ein „oida Schtodara“, sprich ein indigener Stadtbewohner mit dem entsprechenden Bewusstsein für seine urbanen Ansprüche, ist“Elite“ am Tegernsee frühestens um 1850 zugezogen, und das auch nur zur Sommerfrische. Dass man hier wirklich ist und bedeutet, gibt es erst seit jenen Tagen, da es rund um den Führer in Berchtesgaden zu eng wurde und manche dann des Himmlers see bevorzugten. So gut wie niemand hat hier seine Wurzeln, entsprechend bunt und injomogen geht es hier zu.
    Meinen Proust habe ich als Taschenbuchkastte von Suhrkamp, suche aber natürlich nach einer schöneren Ausgabe.

  80. Dipsy, bestellen Sie der Frau...
    Dipsy, bestellen Sie der Frau Mama meine verehrung und fragen Sie bitte, ob sie nicht vielelicht auch auf ein Charles-Ryder-Syndrom erkennen könnte. Das würde mir sehr gefallen. Übrigens, der Teddybär in meinem Auto heisst Aloysius. (Irgendwann muss ich mal über Brideshead schreiben, und warum man es Söhnen mit 17 zum lesen geben sollte)
    .
    mark793, es geht mir wirklich nicht so um den Rudyguy, sondern mehr um eine Erklärung jenseits der oft vorgebrachten Behauptung einer Technikfeindlichkeit der deutschen Eliten. Es ist keine Feindschaft, sondern nur eine Frage der Bewertung. Für den einen ist sein iPhone der Schlüssel zum Leben, für den anderen ein Grund, das ladegerät zu vergessen. Nur muss man das erst mal erklären, um von den alten, haltlosen Vorwürfen hin zu neuen und unfairen Unterstellungen zu kommen.

  81. Sehr geehrter Herr Don...
    Sehr geehrter Herr Don Alphonso,
    in diesem Text glänzen Sie ungewohn vor Eitelkeit, Selbstzufriedenheit und dem Wunsch sich selbst ein – marmornes – Standbild zu meisseln. Wenn für Sie der einzige Grund der Unterscheidung in Elite und Plebs die Definition von exklusiven Besitz ist, dann sei Ihnen, dem „Apotheker in der kleinen, dummen Stadt an der Donau“, dazu gratuliert. Leider verlieren Sie, dadurch dass Sie pausenlos direkt und durch die Blume wiederholen, dass Sie zur zur wohlfeinen „Besitz“elite gehören, jeden Anspruch auf Mitgliedschaft in der der Denker. Das sich wohlfeine Ausruhen auf der eigenen Gefälligkeit schafft noch keine Exklusivität im Sinne Ihrer „Elite“. Zumal ich anmerken muss, dass nach Ihrer Definition der Elite, durch die Abgrenzung vom Plebs, selbige sich zu einem, so wollen, goldgerahmten Spiegel des zuvor verspotteten Proletenvolkes macht. Kurz, Ihre Elite ist nur dumm‘ Volk, dem das Schicksal ein paar Golddublonen in die Hand gedrückt hat. Und wahrlich geben Sie selbst zu „Wir können, wir erben, wir zahlen, wir schaffen an. Das ist Elite.“. Nun, wenn dies wahrlich Ihr Begriff von Elite ist, so finde ich ihn bei all dem Edelmetall und all der Maskerade enttäuschend. Elite ist für mich unter anderem auch der Nährboden der Avantgarde, der ihr das Licht hält und Ideale in die Köpfe der zukünftigen verpflanzt. In diesem Text werden sie diesem nur als Negativbeispiel gerecht.
    Geehrter Herr Don, ich empfehle Ihnen das Lied „Little Boxes“ von Malvina Reynolds. Ich denke, es wird Ihnen zumindest ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern, sollte es Ihnen noch nicht bekannt sein.
    Mit einer artigen Verbeugung,
    Weltensiedler

  82. Mit dieser wundervollen...
    Mit dieser wundervollen Kolumne im Hinterkopf rolle ich gen Bayreuth und Salzburg, um es mir bei Wagner und Mozart gut gehen zu lassen. In den dortigen heiligen Hallen sind Eliten weiterhin das, was sie immer schon waren … und ich gestehe: es gefällt mir.

  83. Mit dieser wundervollen...
    Mit dieser wundervollen Kolumne im Hinterkopf rolle ich gen Bayreuth und Salzburg, um es mir bei Wagner und Mozart gut gehen zu lassen. In den dortigen heiligen Hallen sind Eliten weiterhin das, was sie immer schon waren … und ich gestehe: es gefällt mir.

  84. Lieber Weltensiedler, wenn Sie...
    Lieber Weltensiedler, wenn Sie das hier schon länger lesen, sollten Sie vielleicht wissen, dass der Apotheker auf dem Standortball alles andere als mein Lebensziel ist, wie auch seine Tochter: Ich darf Ihnen hier versichern, dass dieser Text vor dem Publizieren nochmal in Ironie flambiert und mit Sarkasmusspitzchen dekoriert wurde. Ich bin nicht der Verteidiger dieser Elite gegen alles und jeden, ich halte sie sogar nur, im voltaireschen, überzogenen Sinn des Candide für die beste aller möglichen Eliten, aber, das gebe ich zu, in all ihrer Lächerlichkeit und Fixiertheit immer noch besser als die iPhone-Freunde.
    .
    Abgesehen davon: Wäre das hier besser und amüsanter, wenn ich versuchte, einen sanften Schleier eines allgemeinen Konsens auf der kleinsten gemeinsamen Ebene zu werfen, der eben jene Brüche der Gesellschaft glättet, die ansonsten nicht zu übersehen sind?

  85. @ Weltensiedler: "und dem...
    @ Weltensiedler: „und dem Wunsch sich selbst ein – marmornes – Standbild zu meisseln“ Überzeugender Gedanke! Nur das Material… Wäre ein Bronzeguss nicht fein? Zu bestehen ist dann aber darauf, dass der Bronzedon einen Tortenteller hält und verzückt kostet.

  86. dipsy, na klar, juristisch...
    dipsy, na klar, juristisch belastbar ist meine position nicht.
    was die kuehne ferndiagnose ihrer mutter angeht, koennen wir uns von deren validitaet hier selbst ein bild machen. – in seiner klinischen auspraegung weisst wikipedia dem ‚hanno-‚ oder ‚hyper-IgE syndrome‘ folgende charakteristika zu: „These include facial asymmetry, a prominent forehead, deep-set eyes, a broad nasal bridge, a wide, fleshy nasal tip, and mild prognathism.“…
    na ja, trifft vielleicht nicht ganz 100%. – zumindest die asymmetrie in dons portraitfotografie ist weniger einem hanno, als mehr einem schoenen „smirk“ geschuldet.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Hyperimmunoglobulin_E_syndrome

  87. Conditore, man backe mich in...
    Conditore, man backe mich in Punschtorte mit Marzipanüberzug nach, und zwar jeden Tag aufs Neue, und verfüttere mich dann bei Gartenparties!
    .
    Jetzt muss ich aber nochmal nachfragen: Bezieht sich Hanno-Syndrom auf die Buddenbrooks, oder habe ich da was falsch verstanden?

  88. @prince Matecki: Besser kann...
    @prince Matecki: Besser kann man es gar nicht beschreiben, was zu einer tatsächlichen Elite gehört. Eben nicht nur Haben sondern auch Sein. Pflichten anerkennen, wo andere bloß Rechte haben wollen. Gerade in Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ist das schön zu sehen. Nein, sie waren nicht immer angenehme Zeitgenossen, die Puttlitze und Kleiste. Aber sie haben eben auch einen kulturellen Zusammenhalt gesichert, der so sonst nicht vorhanden gewesen wäre. Nun will sicher niemand wieder Verhältnisse haben wie in Brandenburg im 18. Jahrhundert. Aber legitime Eliten-Bildung quasi als Korsettstangen der Gesellschaft ist nicht so unwichtig, wie Gleichmacher im Internet-Rausch gerne hätten. Ich habe hier in Leipzig erlebt was es bedeutet, wenn die bürgerliche Klasse de facto vernichtet wird. Leipzig war immer eine Bürger-Stadt, keine Residenz-Stadt wie Dresden oder Würzburg. Dieser Stadt die Bürger zu nehmen (indem man ihre Existenzgrundlage vernichtet) hat mitnichten zu einem besseren Leben geführt. Es verschwanden die Stiftungen, das zahlende Publikum und moralische Werte. Die Gesellschaft ist kein Nullsummen-Spiel. Am Ende hatten alle verloren, die Stadt und die Universität waren am Boden, die Infrastruktur zerstört und nach der Wende regierte die Ballonseide. Langsam und mühevoll ist der Weg wieder zu zivilisatorischen Standards. Ich bitte mich nicht mißzuverstehen. Ich gehöre nicht zu einer so gedachten Elite und werde nie dazugehören, aber von ihrer existentiellen Bedeutung bin ich nach den entsprechenden Erfahrungen überzeugt. Und ich möchte bitteschön keinen elitären Digitalmacher. der seinen Pizzaturm nicht verläßt oder auf dem Flughafen die Sekretärin anrufen muß, um zu fragen wo er ist und was er dort machen soll.
    @Don: Da hier schon verschiedentlich klebegebundene Wegwerfbroschürchen als Bücher tituliert wurden, so wäre mir es eine unaussprechliche Freude, wenn Sie die werte Lesergemeinde über das Aussehen eines guten Buches unterrichten würden. Es ist vielleicht im Internet zuviel an Vorstellungsvermögen verlangt, aber ich schreibe es so hin: es ist tatsächlich so, daß Typographie und Haptik das Leseverhalten beeinflussen. Ein Text ist nicht der gleiche Text in unterschiedlicher Form.

  89. @privat-patient: schöner...
    @privat-patient: schöner beitrag.
    .
    nun gibt es ja seit einiger zeit dieses büchlein von frau friedrichs, in welchem elite u.a. über stallgeruch & namen in telefonbüchern (nach privatschulabschluß) definiert wurde. schon frustrierend zu lesen, wie gering der eigene handlungsspielraum ist, um mitglied dieser! elite zu werden.
    nix darwin, geburt rules.
    .
    ja,
    und dies würde mir wohl auf dauer den tegernsee verleiten: die arroganz, borniertheit – also: begrenzheit des denkens, dem ich dort begegnen würde.
    dann
    lieber nur landschaft mit teekanne – das ist allerliebst.
    auf dauer jedoch …
    .
    schließlich:
    wozu ist die defintion einer elite notwendig?
    und: cui bono?
    .
    wenn ich überhaupt … elite … dann im sinne des privatpatienten: wer regt mich mit seinen ideen & handlungen an? also, eher künstler, politiker, intellektuelle …

  90. schade. jetzt, wo 's lustig...
    schade. jetzt, wo ’s lustig wird, schweigt es im aether. dipsy haette ich jetzt gerne gehoert… aber dann muss ich doch nochmal ganz kurz ran, bevor ich mich fuer heute verabschiede. – hanno-syndrom. – natuerlich ist das der buddenbrook. – da manche psychologen es ungerne beim rein seelischen belassen – und da dabei dann immer etwas lustiges rauskommt – hab ich kurz gegoogelt und hyper-IgE gefunden.
    wer seine buddenbrooks nicht mehr ganz parat hat – und nicht auf dipsy’s ausfuehrungen warten will – der kann auch auf wikipedia manns hauptwerk nachschlagen. – bei highlighten des woertchens ‚hanno‘ kommt man schnell auf die relevanten stellen.
    hier einige davon:
    „… Von Hanno, der inzwischen 11 Jahre alt geworden ist, erhofft er sich einen tüchtigen und wetterfesten Nachfolger. … // … Der sensible Hanno begreift den geheimen Kummer seines Vaters. … // …In seiner fiebrigen Benommenheit verschließt sich Hanno der Stimme des Lebens. Sein fehlender Lebenswille lässt ihn flüchten auf dem Weg, der sich ihm zum Entrinnen eröffnet hat.“

    respekt an den don, der das hier alles mit sich machen laesst.
    schoene gruesse. ich freue mich auf dipsy.

  91. Ja, der Don hat schon Recht,...
    Ja, der Don hat schon Recht, und ich bin erstaunt über die Lesekompetenz einiger doch wohl Gelehrter hier: Dons Lob auf die Elite ist doch immer beschreibendes Danaerlob.
    Damit, daß die Wahrhaftigkeit und Wirkungsmächtigkeit des geschriebenen (also wie und warum denken die Besseren Stände etc.) angezweifelt wird, macht ihr es Don zu einfach. Realitätsverweigerung, könnte man sagen. Und also bleibt nur das Technikargument als wirklicher Inhalt, wirkliche These, die der Don vertreten will. Ebensowenig wie ich nochmal eine Berlindebatte im Kreis laufen sehen will, sollten die Elitentheoretiker mit ihrem Proseminarkenntnissen immer auf dieses Ablenkungsmanöver hereinfallen.
    Und da empfehle ich nochmals „Rise of the Cybermen“. Ich lese dann auch ein Buch, was sie mir empfehlen, Don ;-) Dauert nur 45 min, ich habe dann länger zu tun.

  92. @Weltensiedler: Ach, wenn sich...
    @Weltensiedler: Ach, wenn sich ‚Haben‘ und ‚Können‘ so schön wie in der werten Figurine Don Alphonsos einen, ist das doch schon sehr feine Avantgarde. Und wenn dann das alles auch noch mit ‚Eigenheit‘ und ‚Meinung‘ daher kommt, möchte man gerne ein Stück von der marzipanüberzogenen Punschtorte abbekommen oder noch besser gleich in Gmund mit Blick auf den See auf einen Schwatz bei D.A. vorbeischauen. Denn man sollte ja nicht dem Reflex unterliegen, dass nur, weil Menschen vermögend sind schon seit Generationen, sie automatisch auch uninteressant und hohl wären. Und immerhin ist D.A. offensichtlich so anregend auch für Sie, dass Sie es Ihnen der Mühe wert schien, ein paar Zeilen an ihn zu schreiben.
    .
    Und bei genauerer Betrachung führen wir, in trauter Kommentatoren-Runde, so etwas, was man dazumalen an den Höfen zu Paris, Petersburg und Wien einen „Salon“ nannte. Nur eben in einer virtuellen Welt ohne Tabak, Wein und Damengenuss. Zumindest scheint es mir, dass der Großteil der Absender der freigeschalteten Kommentare durchaus zu einer Art geistigen Elite gezählt werden könnte. Die F.A.Z. wird’s wahrscheinlich freuen, dass da tatsächlich so viele kluge Köpfe…

  93. @ Don Alphonso:
    Nun,...

    @ Don Alphonso:
    Nun, vielleicht nehmen Sie nochmal den Bezug zum puffigen Ambiente der Tanzschule auf. Der geneigte Mitleser dankt dafür. Den Tennis Club und den Ruderclub gleich mit. Auch da war man mit 16 sicher dabei, weil die Elternschaft dort verwurzelt war. Damals, da waren diese Leute einfach nur normalsterbliche Langeweiler. Heute lasse ich zu, jugendliche Vorurteile widerlegt zu wissen. Bin gespannt, ob es gelingt.

  94. p.s.
    ich streiche dann doch...

    p.s.
    ich streiche dann doch die politiker (in der aufzählung).
    [mir fällt nach längerem nachdenken .. nur gandhi ein.]

  95. abf, da bin ich aber beruhigt....
    abf, da bin ich aber beruhigt. Ich hasse es, wenn sich die weiten Ozeane meiner Nichtbildung so offen in das Netz ergiessen, und Psychologie ist – trotz Freud- und Adler-Lektüre – fraglos nicht meine brilliante Seite (Gradivia gehört zwar zu meinen Lieblingsbüchern, aber eben gerade wegen der Freudschen Fehldeutung)
    .
    auxtroisglobes, ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, dass wir nicht wirklich an den Gestaden des Tegernsees verweilen und über Schweinebraten reden; wir schweben darüber und tauschen uns über das, was wir sehen, aus. Nun schwebe ich sehr nah über dem Boden; die Leser dagegen sind weiter entfernt, und um die nötige Schärfe des Blocks zu tragen, erwähne ich die Details überdeutlich, auf dass man darüber reden kann. Wollte ich Teil dieser Welt sein, müsste ich darüber natürlich schweigen. Und CSU wählen, oder FDP, die meiner Klasse so helfen, dass ich sie nicht leiden kann.

  96. Vielleicht noch etwas zu den...
    Vielleicht noch etwas zu den „Eigenheiten“, die Ephemeride anspricht: Natürlich tickt Bayern so, wie ich es beschreibe. Es gibt viele solche Sprüche, etwa „Der reiche Bauer zahlt immer als Letzter“. Mein Urururgrossvater war daheim bei den Bauern berüchtigt, weil er nach dem Geschäft immer noch einen weiter Hut voller Korn mitnahm – er konnte sich das leisten. Aus diesem Geist heraus kommt die Haltung. Sie ist da, aber es ist nur begrenzt die Meinige. Natürlich abedr möchte ich nicht, dass einfach jemand daherkommt und mich vom Sockel stösst.
    .
    Ingolstädter Geisterfahrer, ja, der DRCI und der schöne, alte Innenhof mit seiner Empore und all den weiss gekleideten Nichtspielerinnen… ich bedaure das sagen zu müssen, aber seitdem ich den Golfplatz und das Clubhaus kenne, denke ich mit grösster Wehmut an diese Halcyon Days zurück. Das war die letzte grosse Zeit des Bürgertums der Stadt, ohne Scheidungen, ohne Porsche zum 18., denn damit hat erst die Familie K….hals abgefangen, damals fuhren die Töchter noch die S-Klasse von ihrem Vater auf. Nachträglich wird man milder.
    .
    [Hinweis in eigener Sache: Zwischen mir und Andrea Diener besteht hier bei FAZ.net ein gegenseitiges Freischaltabkommen für die Kommentare, und dummerweise sind in meinem Browser beide Identitäten mit Passwörtern gespeichert. Diesmal habe ich das falsche erwischt, deshalb waren die Kommentare erst mit Andrea Diener gekennzeichnet. Ich bedaure den Zwischenfall.]

  97. War das um 16:03 Uhr wirklich...
    War das um 16:03 Uhr wirklich Andrea Diener? Oder ist dem Don ein Lapsus unterlaufen? Ich sehe Frau Dieners Namen, aber meine den Don zu hören. Ich glaube ja, daß mehrere hundert Kilometer auf italienischen Straßen mit einer Immaculata auf dem Rücksitz nicht ohne Folgen für die geistige Verwandtschaft bleiben kann. Aber derart durchgreifende?

  98. @Frau Diener: Sage ich ja. Ihr...
    @Frau Diener: Sage ich ja. Ihr macht das schon in der einzigen Art, in der das in Deutschland geht, überhaupt nur funktionieren kann. Die Post/Doktorandenhordenschaft eurer Leser, ob sie das richtige Publikum ist? Aber mehr als ins Netz stellen könnt ihr es ja nicht.
    Macht mal schön weiter.

  99. Werter Don Alphonso,
    in...

    Werter Don Alphonso,
    in welchem ungefähren Verhältnis stehen die Trollmandate zu den freigeschalteten Beiträgen?
    Das muß jetzt nicht genau vorgerechnet werden, die gefühlte Prozentzahl erscheint mir ausreichend.

  100. Wie schon gesagt: Zwischen mir...
    Wie schon gesagt: Zwischen mir und Andrea Diener besteht hier bei FAZ.net ein gegenseitiges Freischaltabkommen für die Kommentare, und dummerweise sind in meinem Browser beide Identitäten mit Passwörtern gespeichert. Diesmal habe ich das falsche erwischt, deshalb waren die Kommentare erst mit Andrea Diener gekennzeichnet. Ich bedaure den Zwischenfall. Das ist uns auch in Rom schon mal passiert. Also, genau genommen: Mir.
    .
    Es kamen in kurzer Zeit, vielleicht 30 Minuten, fünf sehr ähnlich klingende und nicht angemessene Kommentare unter fünf verschiedenen Namen. Also Dinge, die wirklich rausfallen.

  101. Don,
    auch ich bin...

    Don,
    auch ich bin reingefallen und habe mich erstmal furchtbar aufgeregt, während die CO2 verschlingende Klimaanlage gegen die großflächig einwirkenden Sonnenstrahlen kämpft.
    Elite ja, aber nur wie von prince Matecki skizziert.
    Respekt den Menschen, die Ihr Leben für das Abwenden einer Gefahr, das Recht auf Freiheit und Menschlichkeit (sei sie christlich motiviert oder nicht) einsetzen. Siehe in Teheran in den letzten Wochen, Szenen, gefilmt mit Handys, vielleicht sogar mit Iphones, der Kampf um das freie Wort durch junge Studenten, die wissentlich ihr Leben einsetzen.
    Darauf ein Prosit, es lebe der Mut!
    PS: Der liebe Rudyguy muss dringend einen Kurs zwecks Verbesserung seiner schriftlichen Kompetenz besuchen, Deutsch als Fremdsprache.

  102. Inette, wenn wir nur alle "CO2...
    Inette, wenn wir nur alle „CO2 verschlingende Klimaanlagen“ hätten! Das wäre die ganze Sorge um den Klimawandel schnell erledigt.

  103. @Inette: Sie meinen sicherlich...
    @Inette: Sie meinen sicherlich “Schreibkompetenz”? ;) Nichts für ungut, aber: “Wer mit Steinen wirft…”

  104. Zum Thema "Twitter": Ich habe...
    Zum Thema „Twitter“: Ich habe mir hierzu die Analystenstudie von Morgan Stanley ueber die Mediennutzung von Teenagern besorgt (verfasst im Wesentlichen von einem Fuenfzehnjaehrigen), die urspruenglich – so zumindest erinnere ich mich – in der FAZ beschrieben war. Darin stand fuer mich interessanterweise, dass Jugendliche keineswegs Twitter benutzen, weil niemand das persoenliche Profil des Versenders liest (anders als bei z. B. Facebook). Wenn ich mich nun auch noch recht an meine eigene Jugend erinnere, dann ergibt das Sinn, denn es ging ja in der Tat meist darum, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, egal was das Mittel zum Zweck war. Moeglicherweise kann man diesen Gedanken auf die digitale Welt insgesamt verallgemeinern, Letztere sozusagen als „Aufmerksamkeitstool“. Es waere dann nicht erstaunlich, wenn das eher von Menschen benutzt wird, die (noch) nicht so gesellschaftlich „erwachsen“ sind – (oben) angekommen, wie die oft genannte Elite, die sich und anderen eventuell bereits weniger zu beweisen hat. Nur ein Gedanke.

  105. ...weil es ein durch und durch...
    …weil es ein durch und durch analoges gerät ist.
    analog deshalb, weil man es in seinen grundfunktionen ohne jedwede technische kenntnisse bedienen kann. es ist einfach die silberne teekanne des jetzt. offensichtlich entgeht ihnen da gerade etwas.
    digital wäre, wenn sie mit einem mit eeectl getunetem samsung n120 netbook eine windows7-variante als mobiles system via usb-stick laufen lassen, in dem sie mit virtual box noch eine linux-variante und ein mac-os als virtuelle maschinen betreiben, während sie dabei ein entlocktes und jailbreaktes iphone 3gs als modem nutzen, und dabei illegalerweise handydatenvolumen via freigehackter tethering-funktion verbrauchen.
    dieser digitale genremix aus geschicklichkeit, brainjogging und sportlichem ehrgeiz bleibt einer digitalen elite vorbehalten. denn es geht nicht um geräte, um apps, um statussysmbole. die geräte sind nur hilfsmittel. es geht um das gefühl des machbaren, nullen und einsen auf höchstem niveau nutzbar zu machen, die abstraktion zu zähmen, sie greifbar zu machen, zu sehen, dass alles läuft, herrlich!

  106. Don Alphonso, abf. Sie müssen...
    Don Alphonso, abf. Sie müssen mir die späte Antwort nachsehen. Eine Freundin hat Geburtstag und ich war einen Rosenstock kaufen.
    Ich gehe fest davon aus, dass meine Frau Mutter mit Hanno auch Hanno B. meint. Dunkel erinnere ich mich daran, dass Hanno sich doch eher den angenhemen Dingen des Lebens zuwendet, wobei das eigentliche Geschäft (das hat doch der Christian besorgt, oder) wirklich nicht auf sein Interesse stösst. Vorliegend wäre Rudyguy eine Art Hagenström, also ein laut auftretender Zeitgeistmensch mit rüdem und unschicklichem Auftreten. Don Alphonso, als Hanno, „verschwendet“ hingegen sehr viel Zeit mit Nebensächlichkeiten und angemessenem Auftreten. Ich will mich nicht zu dem Wort dekadent hinreissen lassen – die populäre Variante des Wortes könnte es aber treffen.
    Wie erwähnt, nur die Schnelldiagnose meiner Mutter. Wobei ich aber eingestehen muss, dass Sebastian Flyte eine (fast) perfekte Karrikatur von mir ist.

  107. Lieber Don Alphonso, hier noch...
    Lieber Don Alphonso, hier noch kurz eine Anmerkung zu Ihrem Statement im Blog selber, dass „Das einzige Regime, das nicht so eingestellt war, war die Diktatur der Roten Khmer in Kambodscha.“ Dazu nur, dass „Besitz“ unter den Khmer Rouge natuerlich recht minimal war (wer die Zentralbank sprengt und die Staedte entvoelkert hat dann eine sehr niedrige Basis, Besitz anzuhaeufen). Doch hatte die herrschende Elite sehr wohl noch einen Lebensstandard, angefangen mit genuegend Essen um nicht zu verhungern bis zu Pol Pot’s schwarzem Mercedes der gelegentlich durch die leeren Strassen Phnom Penh’s fuhr, der sie von den von ihnen Unterdrueckten und Ermordeten unterschied, die um das nackte Ueberleben kaempfen mussten. – Dazu noch die gar nicht so ungewoehnliche Tatsache, dass die Mehrheit der Anfuehrer der KR selber zu der Elite gehoerten – Saloth Sar (Pol Pot), Ieng Sary, Khieu Samphan hatten alle in Frankreich studiert (was sie zur Elite der kolonialen und dann postkolonialen Gesellschaft unter Prinz Sihanouk machte), und haben dann gegen die Elite erst des Prinzen und dann des Lon Nol gekaempft, unter Benutzung kommunistischer/radikalmaoistischer Ideologie. Nachdem sie an die Macht kamen, war ihr erstes Ziel der Mord aller nicht zu den KR gehoerenden Eliten, die sie im eigenen Land finden konnten, daneben der Genozid an den in Kambodscha lebenden Hundertausenden von Vietnamesen (was sie mit Lon Nol vereint, dessen Machtergreifung mit einem anti-Vietnamesischen Progrom verbunden war). Dann, als ihr ultrakommunistisches Experiment scheiterte, brachten die KR ihre eigenen Eliten um (darunter solche, die seit 1975 im Ausland lebten und zurueckgelockt wurden, angeblich um das Land aufzubauen). Pol Pot hat das Morden ganz bis zum Ende seiner Entmachtung durchgehalten, liess er doch noch im Juni 1997, 5 Monate vor seiner Verhaftung durch ehemalige KR, einen seiner engsten und laengsten Vertrauten samt Familie ermorden und die Leichen von einem Traktor zu ueberfahren. So zeigt sich, dass selbst in radikalen Revolutionen es doch wieder die Angehoerigen der alten Eliten sind, die sich selber an die absolute Spitze setzen wollen, und sich dabei sehr gerne kommunistischer Ideologie bedienen, um sich die Massen hoerig zu machen. Im Fall Kambodschas war den KR aber am meisten geholfen, weil sich nach seinem Sturz durch Lon Nol 1970 der im Volk beliebte Prinz Sihanouk auf Seiten der KR stellte, um wieder an die Macht zu kommen, woraus aber erst einmal nichts wurde, doch immerhin hat er auch die Jahre seines Hausarrests in Phnom Penh 1976-1979 ueberlebt. Diese Dinge wollte ich einmal anmerken, da Sie ja Pol Pot anfuehren.

  108. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Alphonso,
    ich muss es gestehen, ich bin fasziniert von Ihnen. Und weil Sie mich so aufregen, habe ich vor einiger Zeit ein Porträt über Sie geschrieben, dessen Kurzfassung ich Ihnen hiermit mitteilen möchte:
    Über Don Alphonso:
    Es hat schon etwas betörendes, so einen Verbalartisten bei der Arbeit zu sehen, so einen Hochleistungssportler der Wortkunst, diese selbstverliebten Pirouetten vor dem Spiegel: Bin ich nicht genial?
    So hat das Nietzsche gesagt: Die Worte müssen tanzen und schwingen, biegsam und fröhlich daherfliegen, nicht steif und krachledern herumstehen.
    Leider klebt da noch ein bisschen „Verbindungs“-Dreck an diesen schönen Federn: Dieses: „nachgerade“ und „famohs“ und „chapeau“…kichernde, leicht tuntenhafte alte Herren unter sich auf dem Verbindungsball.
    Das Interessante an diesem schillernden Vogel: Er teilt tatsächlich nach allen Seiten aus, auch seine eigene Kaste ist nicht sicher vor ihm, hauptsächlich deswegen, da er sich nicht mehr sicher vor ihr fühlt, verraten und verkauft von größenwahnsinnigen inkompetenten Geldanlegern.
    Leider kennt unser Artist gar kein moralisches Rückgrat, keine Triebfeder bewegt ihn außer dem ganz kleinlichen, egoistischen, habgierigen, klebrigen Eigennutz. Der Glaube an Gott ist ihm abhanden gekommen, falls er ihn jemals besaß, die kalte Herzlosigkeit sitzt im Zentrum seiner Gedanken. „Meister wie kann ich in den Himmel kommen?“ fragt der reiche junge Mann. „Verkaufe alles was du hast, schenke es den Armen, dann folge mir nach. Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in das Reich Gottes.“ Und: „Ihr sollt nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel….denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz!“

  109. Ja, ich schäme mich...
    "CO2...

    Ja, ich schäme mich…
    „CO2 schleudernde Klimaanlage“ und natürlich seine „Schreibkompetenz“, ich muss auch einen Kurs belegen sowie ein kühles Bad im Tegernsee nehmen, doch hier gibt es nur Freibäder…

  110. Inette, der Tegermsee ist noch...
    Inette, der Tegermsee ist noch sehr kalt, ich war heute drinnen.
    .
    wessinger, ich würde auf diese erfundene Person litararischen Halbanspruchs nichts geben, aber wenn wir schon bei Nietsche sind:
    Ja, ich weiss, woher ich stamme
    Ungesättigt gleich der Flamme
    glühe und verzehr ich mich.
    Licht wird alles, was ich fasse,
    Kohle alles, was ich lasse.
    Flamme bin ich sicherlich.

  111. Dipsy, ich finde ja, dass die...
    Dipsy, ich finde ja, dass die Dekadenz ganz zu Unrecht so einen schlechten Ruf hat – ein, wenn ich das so sagen darf, sehr deutsches Problem. In anderen Ländern ist Dekadenz nicht verwerflich, sondern interessant.
    Cao Ky, sicher sind die KR in ihren Spitzen ein Musterbeispiel für das Leninsche Diktum, dass die Führer der Revolution jene sind, die sich vom Bürgertum lossagen. Nur bei Stalin war das anders. Allerdings, wenn man auf das fleche Land ging, haben sich die Unterschiede zwischen den Kadern und ihren Opfern stark reduziert. Man übernahm keine Paläste, man schickte alle auf die Felder, die einen zum Sterben und die anderen zum Morden.

  112. @wessinger: Lesen Sie die...
    @wessinger: Lesen Sie die vorangegangen Blogs des Don Alphonso (genauer) und lernen, dass er (oder die von Ihm hier erschaffene Kunstfigur) absolut nichts mit Verbindungen am Hut (oder den Federn) hat.

  113. Ich komme erst jetzt wieder...
    Ich komme erst jetzt wieder zum Schreiben, ich war noch im Dienst („Onkel, was machst du da im Ministerium als Offizier? – Ich helfe dem Minister beim regieren“ kürzeste Fassung meiner Arbeit für fragende Neffen und Patenkinder).
    Zur Elite schreib ich jetzt nichts mehr, für zwischenzeitliches Lob danke ich und habe nichts gegen Nachahmung, gern Kästner zitierend: „Es gibt nichts gutes, außer man tut es“.
    @Don: Ein wenig Suche ergibt dass es die revidierte ( und darob gelobte ) Übersetzung von Proust Auf der Suche nach der verlorenen Zeit bei Suhrkamp gerade in 7 (roten) Bänden in Leinen in einer neuen Kassette zum Sonderpreis gibt. Der neulich geschmähte Versender gibt 128,- Euro als Verkaufspreis an, das sollte – Preisbindung sei dank – ja auch beim Buchhändler Ihres Vertrauens gelten. Wenn Sie ein übriges tun wollen suchen Sie einen Buchbinder und lassen sie es in rotes Maroquin binden.
    Gruß aus Bonn!

  114. prince matecki,
    .
    als ich beim...

    prince matecki,
    .
    als ich beim bund war, hätte der herr hauptmann gesundheit gesagt, wenn der herr oberstleutnant proust gesagt hätte. oder auch zum wohl, je nachdem. wie und wo.

  115. Werter Don Alphonso,

    im...
    Werter Don Alphonso,
    im Gegensatz zu vielen Kommentatoren kann ich Ihrem heutigen Beitrag uneingeschränkt beipflichten.
    Die Angewohnheit der niederen (oder besser gesagt: gestressten) Schichten, auf Uhren gänzlich zu verzichten, weil man die Uhrzeit ja (zumal für die Plebs viel auffälliger) vom iPhone ablesen kann, halte ich in diesem Zusammenhang für die größte Unart überhaupt.
    Sie streifen dieses Thema nur am Rande. Wäre der Umgang mit Zeit und deren Messgeräten aber nicht ein geradezu ideales Thema für einen ausführlichen Artikel?
    Viele Grüße
    H. Müller

  116. Das soll Elite sein?...
    Das soll Elite sein?

  117. Don Alphonso, Danke fuer Ihre...
    Don Alphonso, Danke fuer Ihre Antwort. Dazu sei gesagt, dass zunaechst der grosse Unterschied in „Kampuchea“ zwischen den „new people,“ also den mit dem Fall von Phnom Penh erorberten Bevoelkerungsteilen, und den Menschen, die schon in den von den KR beherrschten Landesteilen gelebt (und gelitten) hatten, bestand. Diese wurden zunaechst aufgefordert, es den „new people“ zu zeigen, wie man in einer radikal klassenlosen, kollektiven autarken Agrargesellschaft zu leben hat. Es war auch ein Unterschied zwischen der urbanen und der agrarischen Bevoelkerung, wobei die KR alles daran gesetzt hatten, die ihnen verhasste Gegen-Elite auszurotten. Am Anfang wurde da noch sehr differenziert, wer ermordet wurde. Lesen Sie Loung Ung, „First They Killed My Father,“ und Chanrithy Him, „When Broken Glass Floats: Growing Up under the Khmer Rouge“ und erfahren Sie von den Ueberlebenden, wie es war. Die unterschiedlich hohen Mortalitaetsraten in Kambodscha’s Provinzen unter den KR zeigen ebenfalls, dass dort am meisten Menschen ermordet wurden, wo sich die hoechste Konzentration ehemaliger Staedter befand, sei es aus Phnom Penh, Siem Reap, Kompong Chnang oder Kratie. Erst ganz am wahnsinningen Schluss wurden dann auch die Kader zu Opfern, die vorher oft selber gwuetet und gemordet hatten. Und natuerlich alle Idealisten, die der KR Utopie geglaubt hatten, bis sie selber an der Reihe waren ermordet zu werden. Ein Besuch in Tuol Sleng sollte jeden wahren Menschen erschuettern.

  118. Bessere Gesellschaft, Elite...
    Bessere Gesellschaft, Elite oder nicht – digital oder analog. Es gibt hier keinen Zusammenhang.
    Ein Jugendlicher in der Großstadt gibt mit seinem neuen Telefon an. Die Anzahl der Klingeltöne und der Zusatzfunktionen bestimmt den Aufmerksamkeitswert. Die Funktion als Telefon ist nicht bestimmend dafür. Das wird vorausgesetzt da es von billigsten Modellen ausreichend erfüllt wird.
    Personen mit geerbtem Wohlstand von beträchtlichem Umfang haben natürlich anderes Spielzeug um sich von gleichwohlhabenden oder gar weniger wohlhabenden abzugrenzen. Ein Nokia Handy ist hier uninteressant, da in diesen Kreisen jede Woche ein neues gekauft werden könnte.
    Also muss etwas selteneres her. Autos der Oberklasse als Zweitwagen sind nett, alter Geldadel kann das toppen durch den Besitz von Stadtvillen oder Herrenhäuser. Im Arbeitszimmer stehen dann doch die technischen, digitalen, Werkzeuge für den Erhalt und die Vermehrung des Eigentums. Ellenlange Stammbäume erfüllen auch ihre Funktion. Denn dieses kann man nicht beliebig von Händler kaufen, sie sind alle einmalig.
    Stil, Kultur und Umgangsformen sind ein Filter um Emporkömmlinge auszusieben oder wenigstens wissen zu lassen, dass sie keine hochgeborenen sind. Es ist nur wichtig dass es kein Allgemeingut oder allgemein käuflich ist. Dann das wäre ja profan.
    Leider werden die Masse an Begriffen aus Geschichte, Literatur und Kultur genauso schnell zur Parodie der Person, wie technikaffine Menschen mit den Fachbegriffen ihrer Profession nerven.
    Der plakative Hinweis ohne Urlaub tagsüber Zeit für Müßiggang zu haben zeugt von mangelndem Stil. Genauso wie der Hinweis tagelang ohne Mobiltelefon auszukommen. Früher war das die vornehme Blässe.
    Für den ‚Don‘ wäre vier Tage ohne Laptop und Internet vermutlich anstrengender.
    Dieses Unterschiede der Statussymbole kann man gerne in digital und analog aufteilen, aber es trifft nicht den Kern der Sache. Es ging nur um Statussymbole, nicht um Funktion. Wie schon geschrieben haben auch die ‚besseren‘ die Technik um dessen Funktionen zu nutzen. Aber sie müssten nicht lange sparen und auf anderes verzichten um sich einen Laptop zu leisten. Also ist es für sie beinahe so profan wie Unterwäsche. Diese zeigt man auch nicht ständig her. Es sei denn man trägt den Namen Paris Hilton.
    Aber ist diese bessere Gesellschaft wirklich besser? Sie bezeichnet sich ja als solche. Vom Gruppenverhalten ist sie eher mit der sog. ehrenwerten Gesellschaft vergleichbar. Denn in beide kann man nur ausnahmsweise als anerkanntes Mitglied aufgenommen werden. Eine Streetgang ist offener bei der Mitgliedschaft und toleranter beim Umgang mit Nichtmitgliedern.
    Ich habe nichts gegen ‚bessere Gesellschaften‘, den dazugehörigen Besitz hätte ich auch gerne, genauso wie den dazugehörigen Gestaltungsspielraum.

  119. Werter Don Alphonso,

    Elite...
    Werter Don Alphonso,
    Elite ist, schweigt und beeindruckt.
    .
    Persönlichkeit, nicht Status strahlt.
    .
    Selbstachtung, Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Selbstwertgefühl, Selbstverständnis, Selbstvertrauen, diese Eigenschaften formen zur Persönlichkeit.
    .
    Nur wenige erlangen sie.
    .
    Gruß Hanskarl

  120. Definiert sich Elite über die...
    Definiert sich Elite über die Wahrnehmung von Naturschönheiten, über die Werte des klassischen Bildungsbürgertums, über kulturkritische Diskurse, über Kunst, antiquarische Bücher? Auch Menschen mit hoher Universalbildung können äußerst dumme Menschen sein. Und es ist doch eine typisch deutsche Debatte, technische Kompetenz etwas herablassend zu betrachten und Elite eher noch in Federkiel-Dimensionen zu definieren. Wir sind halt ein Land der Digital Idiots, die zu Innovationen sofort ein Gutachten der Kommission für Technikfolgenabschätzung in Auftrag gibt. Entdecker, Erfinder und Tüftler zählen im öffentlichen Leben bei uns nicht. Wenn es um Innovationen geht, dominieren nicht Naturwissenschaftler, Informatiker, Mathematiker oder Ingenieure die öffentliche Debatte, sondern Soziologen, Bischöfe, Schriftsteller oder kulturpessimistische Politiker. Dabei brauchen wir dringend eine technische und auch digitale Elite. Das hat der Düsseldorfer Personalexperte Udo Nadolski von Harvey Nash hübsch auf den Punkt gebracht: „Bei uns boomen nicht die naturwissenschaftlichen, technischen oder computerwissenschaftlichen Disziplinen, sondern Anthroposophen-Schulen oder homöopathische Medizin. Wir vermitteln unseren Kindern keine technische Kompetenz. Statt Laptops schenken wir ihnen naturhölzerne Schaukelpferdchen und schwadronieren über die gute alte Zeit“, so Nadolski. Kritikwürdig sei auch die Doppelmoral der so genannten postmaterialistischen Öko-Schickeria, die mit dem Porsche beim Bio-Supermarkt vorfährt, um das nachhaltig erzeugte Dinkelbrot zu kaufen und sich bei Dalai Lama-Veranstaltungen auf buddhistische Sinnsuche begibt. Diese gesellschaftliche und mentale Lage der Nation sei ein Innovationshemmnis. Besonders Deutschland als rohstoffarmes Land benötige Technikoptimismus und sollte seine Erfinder, Ingenieure und Forscher mehr würdigen. Ein notwendiges Plädoyer des IT-Mannes für eine digitale Elite! Siehe auch: http://www.ne-na.de/das-land-der-technikfolgenabsch-tzung-und-die-wilden-tage-der-it-innovationen/

  121. Zwei Gedanken:

    1. Zuviel...
    Zwei Gedanken:
    1. Zuviel Konsumrebellen gelesen? Elitengesellschaft = ultimativ entkoppelte Konsumgesellschaft. Willkommen :D
    2. Es gäbe da was, das das Digitale unglaublich einzigartig macht, mittels einer analogen Schnittstelle – und dazu gleich das elitärste überhaupt bietet: Eine radioaktive Rauschschnittstelle, um einen völlig zufälligen Feed für die für die neuen Medienkriege benötigte Kryptographie zu liefern.
    Konsumrebellen: Ein Buch, das mit dieser ganzen „ich will anders sein“ Grütze aufräumt. Hat mich ein wenig ernüchtert und gleichzeitig angeregt. Was ein gutes Buch halt eben so mit einem macht, wenn man es liest.

  122. Eine Elite von...
    Eine Elite von Universalisten
    .
    Solch eine Diskussion wie diese, endet natürlich immer in der Definition des Elitebegriffs – welche Elite ist gemeint, worüber diskutieren wir hier?
    .
    Wir diskutieren hier nicht über die eine oder andere hochspezialisierte Fachelite, sondern über das, was wir noch immer als Bildungsbürgertum verstehen. Laut meiner 20. Ausgabe der Brockhaus Enzyklopädie, wie auch der Wiki, eine heterogen zusammengesetzte Schicht aus gehobenem Bürgertum; Künstler, Lehrer, Pastoren, höheren Beamte, Philosophen, Wissenschaftler, als auch Produzenten, Kaufleute, Handwerksmeister und Bankiers – kurz: aus jedem, der es „zu etwas gebracht hat“. Jeder kann bei entsprechenden Fähigkeiten dazugehören. Diese „Geistesaristrokatie“ wurde der zerfallenden Feudalgesellschaft entgegengesetzt.
    .
    Genau in dieser Zusammensetzung präsentiert sich dieses Bürgertum heute immer noch, hier vertreten durch Don Alphonso. Und damit ist auch eine Diskussion über die Details der persönlichen Vorlieben von iPhones oder museumsreifer Notebooks überflüssig, denn das Bildungsbürgertum besteht aus Universalisten – universell ausgebildet, versiert in vielerlei Dingen. Und sie sind, zumindest im Durchschnitt, fähig, ihre Bildung auch umzusetzen, denn: wer ko, der ko.
    .
    Und genau dieses Universalistentum impliziert eigentlich keine generelle „Unvereinbarkeit des Digitalen mit der Elite“, denn diese Elite ist eben geauso fähig, einen der anscheinend bekanntesten Blogger Deutschlands in einer der anerkanntesten Publikationen Deutschlands zu stellen. Das ist doch wohl ziemlich „digital“, würde ich meinen.
    .
    Den Aussagen Don Alphonsos Artikel widerspreche ich nicht, denn die Elite hat den Rudyguys dieser Welt eben noch viel voraus, wie ja schon im Rahmen des Artikels und der Beiträge zu lesen war.
    .
    Und so werde ich nun selbst wieder von meinem Mac aufstehen, zur toskanischen Jugendstilkredenz in der Küche gehen, etwas Wein nachgiessen, eine CD von Miles Davis „Bitches Brew“ Collection in die Audio Research Anlage einlegen, im Mario Bellini Sessel Platz nehmen und den restlichen Abend hier in einer Schwabinger Altbauwohnung geniessen (sofern das mit immer noch nicht schlafenden Zwillingen möglich ist). Alles ein bisschen anders als Don Alphonsos Teekännchen und Torten, aber eben auch Bildungsbürgertum.
    .
    Und noch ein weiteres Mal zum Abschluß, weil’s so schön ist: Wer ko, der ko!

  123. herrschaften, kurz vor der...
    herrschaften, kurz vor der eclisse in shanghai habe ich ihren sog.blog entdeckt und bin begeistert, incroyable. das es so etwas wirklich gibt. dabei haenge ich zzt am digitalen tropf, denn die papierfaz gibt es hier nicht. ihrer existenz willen sehe ich meiner heimkehr nach deutschland froher entgegen. gruss aus dem 30.stock in puxi, sicher eine alternative zum teegernsee:), jedenfalls, wenn stefan george, nietzsche proust und wagner pp im regal stehen…vive la faz

  124. @Fritz V: "Für mich ist Elite...
    @Fritz V: „Für mich ist Elite alles, was demütig und machtabstinent ist. “ Welch frommer Wunsch. Er hat nur mit der Realität so viel zu tun wie Greorge W. mit dem Weltfrieden. Elite, das sind doch zuerst einmal Inhaber von Herrschaftspositionen, denen es möglich ist, wichtige gesellschaftliche Entscheidungen und Entwicklungen maßgeblich mitzubestimmen.
    .
    @auxtroisglobes: Mit Verlaub, aber die Wissenschaft ist nicht wirklich ihre bevorzugte Spielwiese, oder? Nach dem, was ich lese, ist die Versammlung hier nicht hauptsächlich ein Post/Doktorandenpublikum. Akademische Debatten haben andere Themen, einen anderen Klang. Das ist in keinem Fall eine Kritik an der interessanten Konversation, die in diesem virtuellen Salon gepflegt wird. Aber das ist so.
    .
    @Dipsy: Oh je, passen Sie auf, dass Sie nicht auch in einer marokkanischen Absteige landen wie Sebastian, mit einem Söldner, der Sie ausnimmt!

  125. @gsohn: Der Personalexperte...
    @gsohn: Der Personalexperte Udo Nadolski von – Achtung! – Harvey Nash schreibt also: „Wir vermitteln unseren Kindern keine technische Kompetenz. Statt Laptops schenken wir ihnen naturhölzerne Schaukelpferdchen und schwadronieren über die gute alte Zeit.“ — Und was bitte soll daran falsch sein? Ist das die Welt, in der Sie leben wollen? Eine Welt, in der allen Ernstes Personaler Eltern in die Erziehung reinreden, auf daß eine neue Generation herzamputierter McKinseys heranwächst? HIMMELHERRGOTT, es gibt tatsächlich Menschen, die lernen nichts hinzu und leiern noch immer unbeirrt ihren mausgrauen Technokratenschmarrn herunter – und dieser Anzug von Harvey Nash (sic!) scheint mir so einer zu sein.

  126. Ach, war das schoen. Den...
    Ach, war das schoen. Den ganzen Abend stand ich vor der Tuer, rauchte, und hinter mir hoerte ich das Gemurmel ueber Elite oder Nichtelite.
    Monsieur Bagios, man kann Kindern Spielzeuge schenken wie man moechte. Die Blagen suchen es sich eh‘ aus. Die Carrerabahn (versuchsweise geschenkt) wurde nach zwei Tagen vergessen, die Dampfwalze von Wilco (versuchsweise geschenkt)-vergessen, aber bewahrt, das antroposophische Holzspielzeug (bewusst geschenkt van einem Freund)-pietaetvoll bewahrt, das Spiegelteleskop (versuchsweise…)-ein jahrelanger Freund.
    .
    Unsere Damen und Herren Kleinanarchisten finden ihren Weg, wenn man, kritisch beaeugt, sie einfach machen laesst.
    .
    So, weiss jemand, wo ich Zigarrillos hab liegen lassen? Ich geh‘ wiedervor die Tuer. Don, bitte lassen Sie Ihre Hausdame wissen, dass ich gerne noch etwas Benedictine haben wuerde.

  127. @Filou
    Ach, die Zigarrillos...

    @Filou
    Ach, die Zigarrillos liegen da, wo Sie sie liegen ließen! Der Bendedictine ist weg … den habe ich getrunken!
    .
    .
    Schön übrigens, dass jemand Benedictine mag.

  128. Nicht wahr? Ich bin allem...
    Nicht wahr? Ich bin allem franzoesischen nicht abgeneigt. Von Bordeaux bis Calvados, von Lully bis Rameau, auch ein wenig Gluck. Nun gut, es gibt auch noch die Italiener. Aber mit beiden Sprachen geht es mir wie mit Frauen: Ich liebe sie sehr, verstehe sie aber ueberhaupt nicht.

  129. herr bagios,
    das kind ist...

    herr bagios,
    das kind ist invest- und objekt narzißtischer eltern,
    welche vor lauter angst, daß sie oder kind vom großen gesellschaftlichem aussortieren betroffen sind,
    die chinesische nanny & montessori & wilde-mädchen/jungs-wald-seminare für menschen ab 3
    bezahlen.
    und
    dabei papis we/orte im kopf haben:
    erst die hausaufgaben, dann raus zum spielen
    [leistung, leistung gänschen].
    .
    berlin mitte, täglich
    .
    aber solange es therapeuten gibt …

  130. Wer als Oberchicht-Fuzzie aber...
    Wer als Oberchicht-Fuzzie aber so gar nicht weiß, warum es GEHT bei digitalen Medien (und den Verdacht habe ich, wenn ich mir von der Leyer mit ihrer Pornosperre anschaue: null Durchblick die erlauchte Dame.) Und ähnliche gehobene Gestalten, die angeblich unsere Geschicke bestimmen wollen, aber nicht einmal wissen was ein Browser ist (Duschkopf?). Sie sind die Trottel der feinen Gesellschaft: http://www.youtube.com/watch?v=xjRbxTkUbX8
    Nicht dass Gadget-Junkies nicht auch Trottel wären…
    Ach, wir sind alle von Trotteln und Tröpfen umgeben…

  131. Ungleiche Waffen.

    Als...
    Ungleiche Waffen.
    Als derjenige der für Alfonsos Tirade gegen das „Digitale“ herhalten musste einige Worte bevor ich mich hier verabschiede:
    Warum ich diesen Blog nicht länger empfehle ist Alfonsos Umgang mit den Teilnehmern: er entscheidet wer mitreden darf, er droht mit Veröffentlichungsentzug, er ist der autoritäre (Feudal)Herr über diesen Blog, seine persönliche Verballatifundie, er zensiert nach Belieben. Er beschimpft, verbittet sich aber beschimpft zu werden. Okay, dann will ich nicht das Material, das potentielle Opfer für diese Selbstherrlichkeit abgeben. Ich ziehe – im Gegensatz zu ihm – keinen finanziellen Nutzen daraus und lasse mich nicht von ihm benutzen Geld zu verdienen. Ein fairer Diskurs, ein fairer verbaler Waffengang ist mit Alfonso nicht möglich.
    Alfonso verwendet „das Digitale“ wie andere „das Kapital“. Seelenlose, inhaltsleere Wortblasen, Feindbegriffe die zu nichts Gutem führen. Über die Reduzierung von „Elite“ auf Besitz haben sich andere hier bereits bestens ausgelassen; Ergänzungen unnötig.
    Aber vielleicht meint Alfonso ja was anderes und es fehlt ihm nur die Fähigkeit dies zu erkennen und auszudrücken. Bei den „alten“ Athenern galt jener als frei, der nicht für seinen Lebenserhalt arbeiten musste dank ökonomisch begründetem Erfolg (z. B. aus Handel wie Solon, dem „Erfinder“ der Demokratie) oder vorhandenem Eigentum. Im Umkehrschluss wurden diejenigen, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten, zu „Schuldsklaven“.
    Für John Locke (wohlhabend geboren, als armer Lehrer gestorben aber der europäischen geistigen Elite angehörend) gilt folglich das Eigentum als Schlüssel zur persönlichen Freiheit, da es dem Lebenserhalt dient. Ergo: vielleicht meint Alfonso ja „Freiheit“ wenn er von „Elite“ spricht?
    Was aber hat Eigentum mit Elite zu tun? Steve Jobs, Bill Gates (beide Inbegriff von „das Digitale“) und Warren Buffet wären nach Alfonsos Gerede „Elite“ allein durch ihr Vermögen, wobei wesentlich höher anzusiedeln als er, denn wesentlich wohlhabender. Und mit Sicherheit verfügen die drei über „Besitz“ von dem Alfonso träumen darf.
    Auf alle drei trifft dieser altfeudale bayerische Spruch (für uns Berliner: „nur wer Geld hat bekommt Geld“) nicht zu. Die drei haben nichts geerbt und werden ihr durch Ideenarbeit verbunden mit erfolgreichem Unternehmertum verdientes Vermögen nicht horten sondern der Gesellschaft größtenteils zur Verfügung stellen in Form von Stiftungen. Gerade deswegen sind diese drei sind für mich Elite, „Menschen unter Menschen“. Solange es solche Eliten gibt, kann ich elitäre Pseudos wie Alfonso gut aushalten.
    Sorry, der Gehalt von Alfonsos Blogs sinkt; der „Content“ hat für mich nicht mehr viel „Nutzen“, der Genuss an Beteiligung oder Beschauen von Wortakrobatik lässt nach.
    Mit Gossip und Trash auf höherem Niveau lassen sich offenbar ganz gut Mäuse verdienen; dafür verdient er allerdings hohen Respekt (keine Ironie!).
    Wer’s braucht wird hier weiter drinne bleiben.
    Besuche ich allerdings demnächst am Tegernsee meine ehrenwerten Verwandten, wird mich vermutlich das unheimelige Gefühl beschleichen, irgendwo dort könne Alfonso herumstreichen.
    Mal sehen, ob er die Traute hat dies zu veröffentlichen denn: wer austeilt sollte auch einstecken können.

  132. "Etliche wissen der Kunst...
    „Etliche wissen der Kunst Nutzen nicht, dahero begehren sie solche auch nicht zu lernen; etliche wollens gern, mangeln aber des Arms im Kopfe oder anderer Mittel; etliche lernen die Kunst und haben Arms genug, wissen aber die Griffe nicht, so die Kunst erfordert, wenn man dadurch will reich werden; anderer wissen und können alles, was dazu gehöret, sie wohnen aber in der Fehlhalde und haben keine Gelegenheit wie ich, die Kunst zu üben.“
    Einst nützten der jahrhundertelangen Elite der Ritter ihre Burgen und ihre bisherigen Privilegien nicht mehr viel, als Bürgerfamilien (wie weiland wohl auch die Ahnen der Familie Porcamadonna) mit Bildung und dem Wissen um neue Kommunikationsmittel anfingen in die Elite aufzusteigen. Die Bereitschaft dieses Wissen zu erlernen, bestimmte nicht unwesentlich ob die alten Eliten als Raubritter endeten oder ob sie Teil der Elite blieben.

  133. Lektüreempfehlung: Minima...
    Lektüreempfehlung: Minima Moralia 77.

  134. Guten Morgen Don...
    Guten Morgen Don Alphonso!
    Der SPIEGEL hat das Thema auch schon entdeckt:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,637388,00.html
    Bon journée

  135. @ Georgiana Darcy
    Nun, lieber...

    @ Georgiana Darcy
    Nun, lieber einen Söldner als einen Berliner Kreativen! Und, ich bin auch nur ein armer Student. Viel ist da also nicht zu holen.
    Don Alphonso, ich verwende da eher die Nietzsche-Umschreibung (ich bin sonst wirklich gar kein Freund von N.) der da schreibt: „Wo in irgendwelcher Form der Wille zur Macht niedergeht … da ist Décadence.“ Also eher aus dem Blickwinkel des Relativsimus und Werteverfalls, im Sinne einer degenerierten Gesellschaft zu sehen. Der populäre Dekadenzbegriff begreift D. ja eher als Verschwendung.

  136. Wehrter Don,
    ich erwarte...

    Wehrter Don,
    ich erwarte jetzt schon mit grosser Sehnsucht Ihren Artikel über
    das Miesbacher Fleckvieh. Auch würde ich mich freuen so etwas zu lesen.
    Nehmen Sie sich die Zeit und danke für Ihre Mühe.
    Denn über die … – Spülung denke ich nicht nach, Sie ist da und so ist es mit
    dem Internet auch.
    Herzlichst P.

  137. Lieber Rudyguy, jetzt seien...
    Lieber Rudyguy, jetzt seien Sie doch nicht so empfindlich, schließlich haben Sie doch selbst den schlichten, aber diskussionsanregenden Gegensatz von bildungsbürgerlicher Elite versus digitaler Avantgarde nahegelegt. Don Alphonso hat ihn aufgenommen und anders bewertet. So what? Und wenn Sie sich Ihre Formulierungen noch mal anschauen, Sie waren doch auch nicht so ganz unpersönlich + unzimperlich, oder? DA bietet sich doch selbst permanent als Projektionsfläche an, gelegentlich nimmt er halt einen von den Kommentatoren dafür her. Gut, er hat nicht gefragt, kann er aber nicht, weil Sie + ich hier ja anonym kommetieren (ich habe nichts zu verlinken). Wir dagegen könnten ihm, dem Meister seiner Kunstfigur, tatsächlich persönlich ins Gesicht schauen oder auf die Füße treten. Vielleicht haben Sie doch nicht so viel Übung in der Welt des Digitalen, zumindest in der Blogosphäre? Was ja nicht schlimm wäre. Ich persönlich fände es eigentlich schade, wenn sich hier bestimmte Milieus zurückziehen, nicht nur die häufig geprügelte Berliner digitale Boheme, und nur die wertkonservativen Bildungsbürgerlichen übrigblieben. Das wär doch auch langweilig. Wie würde prince matecki vielleicht sagen: Ermannen Sie sich!

  138. hut ab, rudyguy. nicht jeder...
    hut ab, rudyguy. nicht jeder haette das format, sich so – vergleichsweise sachlich – zurueckzumelden, nachdem er hier so angefahren wurde.
    hut ab und gruesse in die haupstadt.

  139. @rudyguy: Ich war zwar nicht...
    @rudyguy: Ich war zwar nicht Ihrer Meinung, was das Hohelied auf Bits& Bites angeht, das diesen Artikel ausgelöst hat – aber Respekt, dass Sie hier öffentlich den digitalen Fedehandschuh aufnehmen.
    .
    @Dipsy: Besser einen abgehalfterten Söldner als einen Kreativwichtel? Hmm, klingt irgendwie wie die Wahl zwischen Pest und Choldera;-)

  140. Don Alphonso, vielleicht...
    Don Alphonso, vielleicht fordern Sie die Berliner Kreativelite zu sehr. Die nimmt sich furchtbar ernst und kann kaum über sich lachen. Ich glaube, es ist wichtig zu wissen, dass Schillers ästethische Briefe nicht in jeder Hausbibliothek zu finden sind.
    Und, was sagt uns Schiller über das Menschsein … „der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“.

  141. @ Rudyguy. Klar ist Elite...
    @ Rudyguy. Klar ist Elite nicht gleich Elite. Das muss von Anfang an klar sein und ist auch Don klar. Sehr wohl gibt es geistige Elite. Aber tun wir uns beide doch eien Gefallen: Erkennen wir, dass das Elite-Geschwafel unserer Damen und Herren Oberschichtt mitsamt ihren Politikerschranzen (wir erinnern uns an „Elite-Universitäten“, die alles in den Hintern hineingepudert bekommen, was anderen Lehrstühlen dann fehlt, wir erinnern uns an die unsägliche „Deutsche Leitkultur“-Initiative…), das dieses Wort sehr missbraucht wird für manipulative Zwecke. Und die am leichtesten Manipulierbaren sind diejenigen, die idealistisch denken. Oberschicht manipuliert eigentlich nur. Don ist ein Bayer, ich bin auch Bayer (aus von und zu Guttenberg-Country, Enochs Schloss liegt in Spuckweite zu meinem Elternhaus, es gab Schulausflüge dahin etcpp…) und wir beide Bayern wissen, was die Betuchten und Erlauchten sind und was sie nicht sind. Dons Definition von Elite ist lediglich eine sehr pragmatische, abgeklärte, die stark an die Realität herankommt. Das ist alles. Mir hat man früher auch meinen Arbeitertochter-Geist vollgesülzt mit dem Elitescheiß, ich saß mit gehobenen, oft sehr dummen Bürgerstöchtern im Gym – sie fielen massenhaft durch, ich war Vorzugsschüler mit Einsen in Mathe und Physik, aber heute haben sie dennoch mehr zu sagen als ich. Das prägte – mich. Der Klügere, geistig Höhere ist nicht der, der die Geschicke in unserem Land bestimmt, sondern oft ganz debile Gestalten sind es. Eat it! :-) Da sind wir uns doch einig, Rudyguy, oddr? (In meinem früheren Leben war ich Idealist, jetz schau‘ ich genauer hin)

  142. Ich liebe diesen Satz aus dem...
    Ich liebe diesen Satz aus dem Spiegelartikel, auf den Grimaldeli hingewiesen hat.
    „Ein iPhone, könnte man auch sagen, gehört einem längst nicht so sehr wie es der Kühlschrank oder das Fahrrad TUN (Grossbuchstaben habe ich gesetzt).
    Dort schreibt und redigiert zumindest keine Elite.

  143. Ich bin erstaunt, daß selbst...
    Ich bin erstaunt, daß selbst wo Don Alphonso doch offen gesagt hat, wie er es meint, trotzdem darauf rumgeritten wird. Entweder habe ich was nicht verstanden, oder die vielen Rollkragen haben das verpaßt. Und das ist doch Schade, weil es beim nächsten mal wieder losgeht, ohne neues Argument. Die lesen da was rein, worüber sie sich schon immer mal aufregen wollten, und tun es, ohne den Zusammenhang richtig einzuschätzen.
    Schon irgendwie Realsatire.

  144. ich mache jetzt mal etwas, was...
    ich mache jetzt mal etwas, was man hier nicht machen sollte und schreibe im zeitdruck. oder wie meine frankfurter ommma gesacht hädde: s muss einfach raus!
    bei rudyguy handelt es sich um einen der vielen schlichten gestalten mit dem implantierten, langweiligen the-world-is-flat-gedanken im kopf. so was kommt vor, leider tausendfach. hat sich in den 90ern vermehrt, lebt und stirbt ohne sinn und zweck. das alleine ist nicht weiter tragisch. tragisch ist jedoch der unterschied zwischen einem don alphonso und einem t-w-i-f-typen:
    während der don die meisten menschen zwar beobachtet und analysiert, möchte er sie aber weder für sich nutzen, noch um sich herumhaben. er dürfte wohl eher zufrieden damit sein, wenn er einfach nur mit dem, was er bestimmt, zu tun hat. er zwingt keinen in seine gruppe, wirklich nicht.
    diese world ist flat typen jedoch möchten gerne mithilfe ihres glaubens an technischen fortschritt, wirschaftliche heissluftballons und weltweite gleichmacherei alle in ihre gruppe mit aufnehmen. entziehen gilt nicht. fehlanzeige. smart, smart. hey greg: the world is flat, basta ! jeder wird gebraucht und sei es als konsument. fast schon sektenmässig, fundamentfrei graben sie sich voran, geben vorgaben für das neue denken der zukunft aus. scheitern, ziehen keine schlüsse daraus und haben unterm strich doch nur wenig echt neues geschaffen. ein eifone, mein gott ein eifone, wie kann man den daraus eine art lebens- / zukunftsideologie ableiten ???? how low can you go ? oder wie der brite sagt: get lost !

  145. wie schade, dass Sie Berlin...
    wie schade, dass Sie Berlin nicht mögen. Es würde mich so freuen, wenn Sie über die Preußischen (Schösser) und Gärten schrieben. In denen man seit kurzem Fahrrad fahren darf und die Parks Jogginghosend tragend erobert werden.

  146. Zur Elitendebatte faellt mir...
    Zur Elitendebatte faellt mir Heraklit ein: „Alles fliesst.“ Wer zu der Elite eines Landes gehoert, das veraendert sich staendig, und durch das Internet und elektronische Informationszeitalter werden genauso neue Eliten geschaffen, wie es das Industriezeitalter tat. Das ist aber dann nur wirklich die kreative und glueckliche/erfolgreiche Minderheit mit von Kommentatoren inclusive rudyguy hier schon angesprochen, wozu man in D noch die SAP Gruender zufuegen kann. Wer es aufgrund wirklicher Innovationen oder erfolgreicher Geschaefte in diesem Zeitalter schafft, enormen Besitz zu erwerben, kann dann auch in erster oder naechster Generation in den Elitenstand aufsteigen. Das ist manchmal auch mit etwas peinlichem Abklatsch alter Eliten verbunden, man denke an Adam VON Opel oder Krupp VON Bohlen-Halbach, wo sich Industrielle unbedingt einen Adelstitel zulegen mussten. Und Eliten steigen auch wieder ab, wie der bemerkenswerte Verlust realer Macht (und dank exorbitanter Erbschaftssteuern auch des Besitzes) der britischen Adelsklasse nach WW I zeigt, ganz ohne gewaltsame Revolution. Dass dort immer noch ein bischen uebrig ist aendert nichts an der Tatsache, das der britische Adel seine wahre Vormachtsstellung seit den 1920er Jahren fast voellig verloren hat. Siehe Heraklit :)

  147. Eine bemerkenswert...
    Eine bemerkenswert vielfältige Diskussion über den jeweiligen Elitebegriff ist hier ja vom Hausherrn angestoßen worden! Fragt sich nur, welchen Sinn die (Selbst-)Definition einer Elite hat, außer der Abgrenzung gegenüber Personenkreisen, die man in welcher Form auch immer als niederrangig betrachtet. Wer’s braucht, der hat mein Mitgefühl, alle anderen beglückwünsche ich zu ihrer geistigen Unabhängigkeit!

  148. Läuft super allein, der Blog....
    Läuft super allein, der Blog. Einzigartig das. Und schön.

  149. Werter Don, ich bin ja...
    Werter Don, ich bin ja vornehmlich ein stiller (wenn auch oft provozierter und schon mal bezauberter) Genießer dieses Blogs und des Forums, aber wenn Sie wirklich über Brideshead schreiben, muß ich diese Zurückhaltung sicher aufgeben!
    Und was die Verkabelung des neuen Menschen angeht — in der Organisation, für die ich tätig bin sind wir unlängst aufgefordert worden, uns Facebook und Twitterseiten anzulegen. Unabhängigkeit von digitalen Medien ist für mich immer mehr Luxus denn Selbstverständlichkeit.

  150. sterne, Sie sagen es!...
    sterne, Sie sagen es! Irgendwie vermisse ich so langsam Don Alphonso… wo steckt er denn?

  151. ...
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1451798/
    Darf ich noch das Mahl beenden?

  152. Sylvia, lässt sich machen....
    Sylvia, lässt sich machen. Meine Kernthese ist. dass man in dem Buch alle Situationen durchspielen kann, die einem später begegnen.
    .
    Rudyguy, ich lasse in aller Regel keine Beschimpfungen durch, die das Ansehen der FAZ beschädigen und das hier zur Trollbuder verkommen lassen würde. Das klappt mitunter problemlos, manchmal muss och 400, 500 Kommentare lang niemanden löschen. Manchmal ist es anders. Das ist meine Arbeit, sonst wäre hier bald kein Spass mehr in der Debatte. Und es ist mir egal, ob das hier jemand empfiehlt. Und wie Sie sehen, steht auch Ihr Müll da oben.
    Zum Thema Athener Oligarchie brauche ich keine Nachhilfe, und wenn ich es so meinen würde, stände es auch hier. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass Soros oder Gates Digitalfetischisten sind. Man kann über die Art, wie Gates das Zeichenbuch von Da Vinci hat präsentieren lassen, sicher trefflich streiten, aber das ist nicht das Thema: Das Thema ist die Dummheit, mit Verlaub, ein Gerät als heilend anzupreisen für eine Schicht, die es einfach nicht braucht und deren Existenz, von der Sie so viel verstehen wie ich von Ruby on Rails, so konzipiert ist, dass sie es auch nie brauchen wird: Weil es nicht zur gewünschten Existenzform beiträgt. Ob Ihnen meine Beschreibung passt oder nicht – vollkommen egal. Viel Spass dort, wo Sie sind. Und bleiben.

  153. Ich hätte nicht gedacht, daß...
    Ich hätte nicht gedacht, daß ich mich zu diesem Beitrag noch zu Wort melden würde. Und schon gar nicht, daß ich so jemanden wie Rudyguy auch noch – wenigstens ansatzweise – verteidigen würde. Aber, werter Don, Sie haben Rudyguy etwas unterstellt, was er an keiner Stelle behauptet hat: Daß eine wie auch immer geartete digitale Elite die alten Eliten wegfegen würde. Im Grunde hat das nämliche behauptet wie Sie, daß nämlich das Digitale und die Elite zwei inkompatible Dinge seien. Elite ist – egal welche Definition man nun zugrunde legt – per definitionem elitär. Das Digitale hingegen soll, zumindest gemäß Rudyguys erstem Kommentar, das Gegenteil von elitär sein. Das IPhone ist ihm nicht das Signet einer neuen digitalen Elite, sondern er nimmt es als Beispiel für die Kreativität des „einfachen Volkes“; und er verteidigt den Kindle deshalb, weil dadurch jedes Kind kostengünstig an Lesefutter herankommen kann. Kurz: Er redet einer Demokratisierung des gesellschaftlichen Lebens durch die Möglichkeiten der digitalen Welt das Wort. Und wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann stellt er diesen anti-elitären Gestus, den er dem Digitalen unterstellt, der Welt der Eliten gegenüber, die in ihrer Abschottung davon nichts mitbekommen (wollen).
    .
    Es handelt sich bei Rudyguys Position also nicht um einen Gegensatz von „traditioneller Elite“ vs. „digitaler Elite“, sondern um den Gegensatz von Elite vs. Masse, wobei der digitalen Welt unterstellt wird, sie könne eine Kreativität bei der Masse hervorbringen, die die Eliten alt aussehen läßt. Ich halte das zwar persönlich für hoffnungslos naiv, denn die Eliten stützen sich, wie hier ja schon zur Genüge dargelegt wurde, auf eine ganz materielle Machtbasis, nicht nur auf einen elitären Habitus. Aber eine diskussionswürdige Position ist das allemal, die sich nicht mit einem Hinweis auf Rudyguys unorthodoxe Zeichensetzung erledigen läßt.

  154. Meine Meinung: Das Ansehen der...
    Meine Meinung: Das Ansehen der FAZ beschädigt die FAZ selber, indem Sie einen Blogger wie Sie beschäftigt.

  155. Pardon, alter Bolschewik, aber...
    Pardon, alter Bolschewik, aber welches „einfache Volk“ nutzt das vollkommen überteuerte und mit einem unverschämten Vertrag versehene iPhone? Welches einfache Volk macht sich die Apps zu eigen?
    .
    Ich bezweifle die Existenz dieses einfachen Volks. Ich sage mit Rudyguy, dass hier jemand meine Klasse gern sterben sehen möchte – was legitim, aber nicht mein Wunsch ist – und einen anderen Gesellschaftsentwurf dagegen setzt, der weder für meine Klasse taugt noch am Ende eine Machtergreifung eines einfachen Volkes zur Folge hätte. Sondern die nächste Elite, die sich durch ein iPhone definiert, und die Apps, die sie – im Gegensatz zu anderen – beherrscht.

  156. Himbug, diese Meinung können...
    Himbug, diese Meinung können Sie gern haben, wer oder was auch immer Sie hinter Ihrem Namen sein mögen. Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass der Erfolg dieses Blogs, der sich in Kommentaren und Abrufzahlen doch recht deutlich ausdrückt, auch andere Schlüsse zulässt. Aber bitte, wenn Sie wollen, beschwren Sie sich.

  157. Geld kann den Charakter...
    Geld kann den Charakter verderben, kein Geld zu haben macht den Charakter nicht automatisch besser.
    Richtig reich ist für mich morgens beim Frühstück festzustellen, daß der Mann in NY den zweiten Tag neben dem Markt läuft und in 10 min eine Starterlaubniss für den Hubi zu haben. Die Maschine der Flugbereitschaft steht dann schon fast auf Ramstein (Besatzer muss man nicht lieben, aber man arrangiert sich).
    Der Ärger, daß man im Hubi über das 28 Boxen Surroundsystem Musik hören kann, aber wie ein Touristenklassler über eine Behelfstreppe ein- und aussteigt.
    Man ist über Mobiltelefon nicht erreichbar, denn man hat einen Mitarbeiterstab der sehr genau schaut ob er aktiv wird oder bis zum nächsten „war was?“ warten möchte.
    Wenn man ein gutes Gespräch führt und eine Unterbrechung durch einen Dekomenschen (man garniert jeden öffendlichen Anlass mit Dekomenschen) mit dem Hinweis auf das Volk der Dichter und Denker quittiert. Dichter wegen der Verbalinkontinenz und Denker wegen dem „er dächte er hätte gedacht“. Der Deko wirft sich derweil in die Brust weil sein Beitrag so gut ankam.
    Reiche stehen nicht in der Forbesliste.
    Niemand kann sich so nackt und vulgär zeigen wie gelade am Buffet, Reiche essen nicht vom Buffet oder trinken die Geschmacksnerv tötende Champagnerbrause.
    So gesehen dürfte der Don eher gut situiert sein, nicht reich. Reiche gibt es in Deutschland höchstens ein dutzend Familien. Die können sich auch mal wie eine offene Hose benehmen, weil sie wissen das der Journalist eine Publizer in der Redaktion abgibt und ein Inserat vom Chefredakteur geschaltet wird (nach Rücksprache mit den netten Leuten vom persönlichen Stab).
    Das sind halt Privilegien.
    Was digitale Elite angeht, so gärt der Hefeteig des I.Net noch etwas bevor er reif ist. Dann kommen die Regulierer und machen aus all den guten Ideen der gutmütigen Masse einen laufenden Geschäftsbetrieb.
    Elite definiert sich aus Einmaligkeit. Einstein war Elite. Freiherr von Stein war Elite. Goethe und Schiller waren Elite. Die Beatles mögen sogar Elite gewesen sein.
    Sie alle waren weder reich noch hatten sie einmalige Güter. Sie waren es aus sich heraus, das lieber Don kann man nicht kaufen.
    Klar Sein-Wittgenstein und Thyssen sind auch Elite aber gang ganz anders.
    Eine geistige Elite (auch eine digitale) wird eine materielle Elite kaum berühren. Ich möchte fast ein „leider“ anfügen.

  158. Im Iphone kann ich beim besten...
    Im Iphone kann ich beim besten Willen kein Werkzeug aufständischer Massen erkennen, Ortega y Gasset hätte das auch wohl kaum im Sinn gehabt. Es ist ein schönes Spielzeug, beim Reisen vielleicht ganz praktisch besonders als G3+ Version weil man nicht nur an mails kommt sondern auch an die Flugpläne (einer meiner Kameraden leistet sich jetzt eins). Fürs telefonieren reicht immer noch mein Siemens C 75 aus Kamp-Linfort und fürs Musik hören auf Dienstreisen, etwa bei Wartezeiten hab ich einen kleinen flachen ipod. Wenn es eine digitale Elite gibt dann eher die deren Rechenzentrum ich neulich besucht habe. wir fachsimpelten dann über das Aufsetzen von Netzwerken und den langsamen Fortschritt von ip v6 oder das Aussterben des „schweren Eisens“ wie etwa der Cray oder der Sun Server und den Siegeszug der Cluster aus PC-Technik. Wenn solche digitale Elite sich dann noch so verständlich artikulieren kann dass Wahl-Computer einstweilen bei Bundestagswahlen nichts verloren haben – chapeau.

  159. Holly01, es kann natürlich...
    Holly01, es kann natürlich jeder so spitz definieren, wie er mag. In meinen Augen und nach meinem Erleben sind diejenigen 20% des Landes in einer sehr vorteilhaften Lage, die 80% des Vermögens besitzen. Natürlich gibt es da intern enorme Unterschiede, uns amüsanterweise würden die meisten aus dieser Gruppe ähnlich argumentieren, um um Gottes Willen nur ja nicht als reich oder als Elite dazustehen. irgendjemand ist immer reicher. Aber von der bröckelnden Mitte der Gesellschaft aus gesehen gibt es eben diese Klasse, die mehr oder weniger reicher wird, während überall sonst die Probleme wachsen. Ich bin arm gegen manche meiner Nachbarn, sicher. Aber ich bin reich gegenüber dem Berliner Hartz-IV-Empfänger. Am Tegernsee leben vielleicht 15000 Menschen, für die ich wenig besitze. Aber man frage mal dazu die 21% der Berliner, die Hartz IV bekommen.

  160. Ich will diesem, Ihrem Blog...
    Ich will diesem, Ihrem Blog bei FAZ.net nicht den Erfolg absprechen. Aber ob er das Ansehen der FAZ steigert oder nur Ihres, wage ich nicht zu beurteilen.
    Die Bildzeitung hält sich Franz Josef Wagner, die FAZ den Don Alphonso.

  161. Und die SZ den Kreye. Und die...
    Und die SZ den Kreye. Und die NYT den Krugman. Es ist doch so, Humbug: es gibt da draussen tausende von Angeboten, die sich alle bemühen, nirgendwo anzuecken. Nun meint die FAZ erfreulicherweise, dass sie auch ein Angebot brauchen kann, das nicht ganz so auf Harmonie gepolt ist. Dass solche Reaktionen kommen, sind kein Beweis für meine Inkompetenz, sondern inclusive anonymer Trolle mit Bild-Vergleichen das Normalste von der Welt. und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, ich muss arbeiten.
    .
    Wo habe ich denn die Läsesahne? Ach ja, hier,
    .
    prince Matecki, davon habe ich nun überhaupt keine Ahnung. Mein Mobiltelephon hat mir jemand gegeben, weil er mich erreichen möchte, ansonsten hätte ich wohl immer noch mein Siemens S45 von 2002 (oder so). Das nicht mehr geht. Nur zur Sicherheit habe ich mir letztens ein Nottelefon für den Sunbeam gekauft.

  162. Humbug, wohl ungewollt haben...
    Humbug, wohl ungewollt haben Sie da den Unterschied zwischen „FAZ“ und „Bild“ kurz und präzise herausgearbeitet. Diese Personalie ist nebenbei bemerkt einer der Gründe, warum ich nie „Bild“, aber immer wieder gerne „FAZ“ lese.
    Beste Grüße

  163. Macht doch nichts, Don. Die...
    Macht doch nichts, Don. Die drei wichtigsten Rettungswerkzeuge für den Oldtimerfahrer: Mobiltelefon, Kreditkarte und ADAC – plus Karte (oder wenn man den adeligen Automobilclub vorzieht die vom AvD)
    Dabei fällt mir ein, mein Bentley muß demnächst zur Motoreninstandsetzung.
    Man könnte den Streit um den Elitenbegriff ja auch so lösen:
    What tells the men from the boys
    is the price of their toys
    bzw
    Sag mir welches Spielzeug du hast,
    ich sag dir zu welcher Elite du gehörst.
    Irgendwie fehlt mir heute etwas der Ernst.

  164. Falsch !!
    Sie werden nicht...

    Falsch !!
    Sie werden nicht reicher. Das Erfassungssystem für „reich“ ist nur zu plump um darzustellen, dass es sich um einen reinen Geldzuwachs handelt.
    Geld aber ist kein Reichtum. Geld ist inflationär, wird von Politikern geschnitten oder eingetauscht und ist abhängig vom Zeitgeist.
    Wertschöpfung dagegen ist etwas stetiges, langfristiges. Wer „Reich“ ist interessiert sich nicht für Blitzvermögen, denn die kommen und gehen. Ein schneller Zuwachs ist nicht ungern gesehen, aber dieser Zuwachs besteht nur aus „Geld“ (s.o.) und muss mühsam in bleibende Werte umgewandelt werden.
    Geld zu haben ist sicher kein Nachteil. Kein Geld zu haben ist eine persönliche Krise erster Güte. Aber Geld als Vermögen zu betrachten ist naiv.
    Geistige Elite hat den Vorteil, dass sie nicht verarmt. Die Kinder intelligenter Eltern sind selten dumm.
    O.k. die meisten intelligenten Eliten werden benutzt und der Zugewinn landet letzten Endes bei der materiellen Elite, aber dadurch definiert sich Abhängigkeit.
    Superreich zu bleiben ist sicher eine recht anspruchsvolle Aufgabe. Arm bleiben ist dagegen eher leichter.
    Nichts destro trotz: der Untergang des Bürgertums ist das Resultat der Industrialisierung und der damit verbundenen Normierung. Sobald etwas austauschbar ist (Qualitätsmangement) kann es jeder und überall, dadurch sinkt der Preis und revidieren sich alle Privilegien.
    Menschen die alles ein bischen können, aber nichts zu 100% sind die Verlierer. Das trifft am Ende auch die digitale Elite (womit ich den Kreis schliesse), die ihre Privilegien mit der Normierung und Standartisierung verlieren wird. Spätestens dann gibt es keine Geheimnisse mehr und jeder kann digitale Elite sein.

  165. @rudyguy
    Gut, daß der Don Sie...

    @rudyguy
    Gut, daß der Don Sie so gefordert hat. Ist ja nun was ganz vernünftiges dabei herausgekommen. Vielleicht schaun Sie mal wieder vorbei und geben sich wieder solche Mühe. Das liest man dann auch gern.

  166. Einfach laufen lassen, das...
    Einfach laufen lassen, das Blog. Habe mit Torte gleichgezogen und muss gerade an einen sehr begüterten Freund denken, den ich nicht mal anrufen könnte, wenn ich wollte. Es gibt da nur einen Festnetzanschluss in einer bestimmten Wohnung, wo sich ein Anrufbeantworter befindet. Außer dem Automat antwortet nie jemand. Er wird ab und an abgehört, dann ruft mein Freund zurück. Ich räume ein, dass das wohl ein wenig überzogen ist, aber mit round about 50 Immobillien in guter Lage muss man gar nichts mehr, was man nicht will.

  167. "Allerdings möchte ich zu...
    „Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass der Erfolg dieses Blogs, der sich in Kommentaren und Abrufzahlen doch recht deutlich ausdrückt, auch andere Schlüsse zulässt. Aber bitte, wenn Sie wollen, beschwren Sie sich“ (Don Alphonso).
    Werter Don Alphonso, ich bitte Sie, vergessen Sie nicht, Sie sind elitär. Wie Sie selber wissen (nicht nur wissen, sondern betonen), zeichnet sich die Art von Qualität, die Ihre Klasse anstrebt, nicht durch Abrufzahlen aus – im Gegenteil, Niveau und Anspruch sind hier die Kriterien, scheinen Sie doch gerade das zu schätzen, was ein Großteil der Bevölkerung schmäht. Oper, Literatur, Kunst, zum Beispiel. Hohe Einschaltquoten hat das Nachmittagsprogramm von RTL nämlich auch. Gruß Leser

  168. Meinen Sie, verehrter Don, Sie...
    Meinen Sie, verehrter Don, Sie gehören zur deutschen Elite?

  169. Humbug, ich würde mich als...
    Humbug, ich würde mich als schlechteren Sohn aus besserem Hause bezeichnen. Aber wenn Sie es partout wissen wollen: Alles zusammengenommen sind meine Lebensumstände deutlich überdurchschnittlich und nicht unglücklich. Der Rest hängt davon ab, wie man Elite definiert. Vielleicht wollen Sie sich etwas gedulden, ich schreibe gerade einen Beitrag auch über diese Frage.
    .
    anderl, ich kenne jemand, der hat nur ein Haus, aber das ist in der Kaufingerstrasse in München, und dann noch eines am Starnberger See. Und eine Hausverwaltung. Das Leben kann sehr einfach sein.
    .
    Leser, das kleine Problem ist: ich kann schreiben, was ich will – die Leser kommen trotzdem. Dieser Beitrag etwa ist alles andere als konsensorientiert. Es spielt keine Rolle. Es ist nun einfach so. Es liegt nicht an mir, sondern an den Lesern.

  170. Don, darum geht es aber nicht....
    Don, darum geht es aber nicht. Ich habe mein Erstaunen in Anbetracht der Tatsache zum Ausdruck gebracht, dass sie „Abrufzahlen“ – der Begriff erinnert an „Einschaltquoten“ – als Maß für den Erfolg ihre Blogs akzeptieren. Sehen Sie, in Hinblick auf den Erfolg ist nach meinem Dafürhalten das von Belang, was ich als „Qualität“ bezeichnen würde (und mir ob meiner sicherlich beschränkten Bildung nicht anmaße objektiv beurteilen zu können). Was ich sagen will: Würde das hier keiner lesen, fänd ich es immer noch genauso (viel oder wenig) erfolgreich wie jetzt. Der Werther ist besser als Harry Potter. Und arte ist besser als RTL. Egal, wie viele zugucken.

  171. Ohne dass ich m ir deshalb...
    Ohne dass ich m ir deshalb Druck machen würde, habe ich natürlich das Bestreben, dieses Projekt so zu gestalten, dass meine Auftraggeber den Eindruck haben, dass es gut ankommt. Das bin ich denen meines Erachtens schuldig, und damit habe ich auch kein Problem. Und natürlich möchte ich möglichst breit über das Phänomen der Klassengesellschaft diskutieren. Das geht nur, wenn es viele lesen. Ich weise andererseits gezielt keine Nutzerzahlen aus, auch wenn das möglich wäre – ich denke, jeder Beitrag sollte unabhängig von den Klickzahlen betrachtet werden. Ich habe aber einen gewissen Ehrgeiz, und ich habe hier nicht angefangen, um so zu sein wie andere Profiblogs: Gut bezahlt und schlecht gemacht.

  172. @ Alter Bolschewik:
    "und er...

    @ Alter Bolschewik:
    „und er verteidigt den Kindle deshalb, weil dadurch jedes Kind kostengünstig an Lesefutter herankommen kann. “
    Bei so’ner Aussage ginge mir ja die Hutschnur, wenn ich einen solchen hätte.
    Also, als jemand, der seine Kindheit in einer Plattenbausiedlung verbracht hat, möchte ich anmerken, dass der Kindle garantiert nicht die kostengünstige Variante für ein Kind ist, an Lesefutter heranzukommen! Diese Variante war und bleibt die öffentliche Bibliothek; jemand, der mehrere Hundert Euro für so’n Lesegerät rausballert, um dann trotzdem zehn Euro für ein E-Book zu bezahlen, der muss nicht als arm, Unterschicht oder ausgeschlossen aus der Gesellschaft bezeichnet werden… Ein Bibliotheksausweis ist da etwas günstiger…
    Und es ist, milde ausgedrückt, schade, dass mehr und mehr Gelder gestrichen und Standorte geschlossen werden.
    Ich sehe im Übrigen das Lesegerät vielmehr als hervorragendes Werkzeug für Berufsleser wie Wissenschaftler etc., die große Mengen an Texten griffbereit haben müssen, wenn ihnen auf dem Klo bahnbrechende Ideen einfallen. Es hat unverkennbare Vorteile; wenn man die Kritik an E-Books nur aus dem Standpunkt des Lesens belletristischer und äh sonstiger Freizeit-Werke hm besser kann ich’s gerade auch nicht ausdrücken sieht, dann ist das schon eingeschränkt und überhaupt, man könnte auch mal ein paar Bäume mehr leben lassen…

  173. Stimmt, Schubidu, und ich kann...
    Stimmt, Schubidu, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man Kinder mit dem Kindle zum Lesen bringt. Ich war heute mit meinem 3-jährigen Neffen in einer Buchhandlung, da er „dringend“ ein paar Pixi-Bücher von Bob dem Baumeister brauchte. Natürlich blieb es nicht dabei, denn beim kucken und spielen entdeckte er noch andere interessante Bücher.
    .
    Don Alphonso, ich hoffe Sie werden nie harmoniesüchtig, denn diese ganzen weichgespülten und politisch korrekten Texte hängen mir zum Halse raus.

  174. @ christina : "Don Alphonso,...
    @ christina : „Don Alphonso, ich hoffe Sie werden nie harmoniesüchtig, denn diese ganzen weichgespülten und politisch korrekten Texte hängen mir zum Halse raus.“
    Ein schöner Kommentar.
    Was wir brauchen ist permanentes Überdenken, Provokation, Austeilen & Einstecken…aber bloss nicht diese allgegenwärtige, nichtssagende Haltung, diese unendlich langweilige, sinnlose Diplomatie bis aufs Sterbebett.
    Es wäre gelogen & gruselig, würde ich behaupten, dass alles Geschriebene vom Don meiner Meinung entspräche. Vielfach ist das der Fall. Manchmal fehlt mir auch das Verständnis.
    Aber ich rechne Ihm unglaublich hoch an, dass er sich für jeden noch so tieffliegenden Kritiker Zeit nimmt und nie wie ein Wurm dem öffentlichen Konsens beugt. Zumindest konnte ich das noch nie rauslesen.
    Ohne selbsternannte Diplomaten entwickelt sich die Gesellschaft mühelos weiter, ohne Menschen mit dem Mut/Bewusstsein, auch mal einer ganzen Menge zu sagen, dass sie schlicht irrt, erstarrt sie.

  175. @prince Matecki
    Ich komme grad...

    @prince Matecki
    Ich komme grad zurueck und muss so etwas lesen!
    Das war jetzt aber doch wohl wirklich ein Scherz, oder?
    Ein Bentley zur Motoreninstandsetzung?
    Zur Revision vieleicht.
    Motoreninstandsetzung gibt es doch erst, seit VW den Bentley-Namen uebernahm.
    Meine laufen alle, wobei, zugegebener massen, ich wenig fahre.
    Aber was spricht ueberhaupt gegen das Spielzeug, egal,ob fuer Maenner oder Frauen?
    Es gibt schoene Dinge,welche das Leben angenehmer gestalten.
    siehe http://www.aerotoystore.com/.
    Das ist absolut keine Werbung, da ich die Clientel weniger unter den Bloggern vermute.
    Ausserdem: HE WHO DIES WITH THE MOST TOYS WINS!
    @Don Alphonso
    Dieses reich und weniger reich nervt ein bischen.
    Bei uns hier in MC gibts eine andere „Echelle“.
    Und da mein ich jetzt nicht die Nowaritch.
    Wenn ich morgens auslaufe und an 200TSD € Privatyachten vorbeifahre, dann ist mir doch wohl jedesmal klar, dass ich „nich jerade reich, aber wenigstens einigermassen bejuetert bin“!
    Ich lese Ihren Blog, wie ich vieles lese.
    Ich fuehle mich nicht dazu gehoerig; ich konsumiere nur!
    Ich lese die FAZ, wie die ZEIT und andere seit meiner Jugend.
    Und auch auf die BILD schau ich drauf.
    Nennen wir es „empirische Untersuchungen“.
    Mein Grossvater nannte das, „dem Volk aufs Maul schauen“!
    Da kannst du Nutzen raus ziehen, sagte er.
    Und das tu ich.
    Elite ist gut, deshalb nutze ich sie.
    So, muss noch mit USA parlieren.
    vieleicht ein andermal mehr.
    Bon Nuit

  176. @schubidu: Da haben Sie...
    @schubidu: Da haben Sie völlig recht, genauso wie der Don mit seinem Hinweis, daß das IPhone keineswegs für’s gemeine Volk gemacht ist. Ich habe nur Rudyguy paraphrasiert, ohne mir seine Meinung zu eigen zu machen. Meine Intention war nur die, klarzustellen, daß er meiner Meinung nach in seiner unbeholfenen Art versucht hat, einen anti-elitären Standpunkt einzunehmen, und nicht einer digitalen Elite das Wort geredet hat. Wenn ich raten dürfte (und man liegt im Netz bei so Sachen zugegebenermaßen schnell daneben), würde ich ihn als Politikwissenschaftsstudenten im sechsten Semester einschätzen, nicht als einen stolzen Vertreter der Berliner digitalen Bohème. Eine Kritik an seiner Position hätte sich eher auf die Illusion konzentrieren sollen, daß der Fortschritt der Digitalisierung auch einen Fortschritt demokratischer Möglichkeiten, die Macht der Eliten zu brechen, mit sich brächte – und seinen eigenen Beispiele laden da geradezu ein. Stattdessen wurde er zu einem bloßen Popanz aufgebaut, an dem dann auch mindere Geister als der Don ihr Mütchen kühlen durften.

  177. @miner: Danke. Und Ihnen kann...
    @miner: Danke. Und Ihnen kann ich auch zustimmen.
    „Ohne selbsternannte Diplomaten entwickelt sich die Gesellschaft mühelos weiter, ohne Menschen mit dem Mut/Bewusstsein, auch mal einer ganzen Menge zu sagen, dass sie schlicht irrt, erstarrt sie.“
    Haltung, es ist eine Sache der Haltung, glaube ich. Wobei das Einkreisen dessen, was Haltung sein kann, genau so schwer und zeitraubend ist, wie das, was Elite sein sollte … oder: Hauchen wir dem Don einen leichten Kuss auf die Wange, weil er (uns) mich daran erinnert, dass Elite auch etwas mit Hirn, Geist und Herz zu tun haben kann.
    .

  178. Guten Morgen Don...
    Guten Morgen Don Alphonso!
    Korrektur zu meinem Kommentar von 23:21.
    Nach einem guten Essen darf die Konzentration auch mal etwas nachlassen!
    Natuerlich sollte es heissen 200MIO €, nicht200TSD € Privatyachten.
    Fuer 200TSD € gibts bei uns Stellplaetze fuer die Droschken oder man zahlt damit das Jahressalaer der Equipage.
    Ich wuensche einen schoenen Tag an Ihrem Tegernsee.
    G

  179. @Linus
    Die Elite definiert...

    @Linus
    Die Elite definiert sich gerade nicht über die Materie, sie definiert sich über Ideale, über Traditionen und Konventionen, über Bildung und Intellekt und schliesslich über eine Integrität, die genauso unfehlbar ist, wie ihr Geschmack und zurückhaltender Stil.
    Bildung,Intellekt,Integrität…um Himmels willen,wo haben die sich versteckt?
    Könnten die nichtmal nach vorne kommen und dies unterirdische Gewürm von den Schaltstellen der Schwachheiten vertreiben?
    Meiner Meinung ist Elite ausgestorben..es gibt sicherlich Bereiche die elitemäßig abgeschottet sind in der Gesellschaft,aber das ist eher Vernebelung, Besitzstandswahrung,Machtbewahrung , als wahre Elite im Geiste.
    Integer…kopfschüttel….

  180. Don, die Immobilien im...
    Don, die Immobilien im besagten Fall sind fast alles Eigentumswohnungen. Weshalb das in diesem Fall mehr Rendite abwirft als ein ganzes Haus, würde ausufernde Erklärungen erfordern. Ich arbeite für den Menschen und habe ihn noch in den Zeiten kennengelernt, wo es nicht mal den Telefonanschluss mit AB gab. Damals musste man ihm eine Postkarte mit der Bitte um Rückruf schicken. Eigentlich sollen solche Unmöglichkeiten im Geschäftsleben ja angeblich gar nicht gehen. Ging aber so. Von der ersten kleinen Immobilie an.

  181. Bonne nuit, grimaldeli....
    Bonne nuit, grimaldeli.

  182. @sterne
    Merci...

    @sterne
    Merci Sterne!
    Eigentlich wollt ich ja „A+“ schreiben, aber das war mir dann doch zu intim gegenueber einer Person, wie Don A.
    Es freut mich aber, dass der Volksschulkurs (ich vermute) bei Ihnen so gut angeschlagen hat.
    Wegen solcher „Kleinigkeiten“ liebe ich die Deutschen…!
    Ihr habt es wirklich drauf!

  183. Solange die Applications nicht...
    Solange die Applications nicht in der Lage sind, Bremer Schneemustorte von Apfelstrudel zu unterscheiden, solange braucht sich wirklich niemand vor einer digitalen Elite zu fürchten.

  184. @Grimaldeli
    Nun das gute...

    @Grimaldeli
    Nun das gute Stück (ein großes bgr – british racing green – Schlachtschiff) hat schon etwas über 240.000 mls hinter sich gebracht, da muss auch ein großvolumiger Motor in eine kompetente Werkstatt ( body off fürs Blech hat Benny schon hinter sich). Ob man das dann Revision oder Instandsetzung nennt ist vielleicht auch Geschmackssache. Allerdings, im Nordosten, dort wo man 45 Jahre instandsetzen musste, ist man nicht so für die sprachlichen Finessen. Und die Werkstätten die revidieren (im Westen) sind teurer. In Zeiten der Krise achtet man auch beim Spielzeug darauf.
    Am schönsten war ohnehin der Ausflug zum Restaurant an Muttis 80. Geburtstag. Hinten sitzend meine sie nachher, sie habe sich gefühlt „wie Queen Mum“. Wie schon einmal hier gesagt, sie hat nach dem Krieg eine Weile in UK gelebt. Ich vermute sie hat – fahrend konnte ich ja nicht so gucken – ab und zu huldvoll gewunken.

  185. Soeben schnappe ich im...
    Soeben schnappe ich im Wirtschaftsteil die Nachricht auf: Amazon mit Umsatzeinbußen. Ist das schon die Wirkung des blogs über ebooks-kindle.

  186. Werter Don, ein...
    Werter Don, ein Lesevergnügen, wie immer!
    @Dipsy: So sehr ich Ihre Kommentare sonst auch schätze, mit folgendem sind Sie doch etwas über das Ziel hinausgeschossen:
    „. Die FAZ (in deren Auftrag er handelt, sei es als Angestellter oder Auftragnehmer oder durch einen Autorenvertrag) ist eine privatrechtliche Institution und überhaupt gar nicht an sowas wie Meinungsfreiheit etc. gebunden. Man muss sowas den Nichtjuristen immer wieder erklären: „Zensur“, Meinungsfreiheit und was auch immer: sowas kann man gegenüber einer hoheitlichen Institution durchsetzen – nicht aber gegenüber einer Privatrechtlichen.“ –
    Da haben Sie in Ihrer Grundrechtevorlesung wohl gefehlt, als die mittelbare Drittwirkung der Grundrechte im Privatrecht behandelt wurde? Ich bin relativ sicher, dass die FAZ für die Nutzung dieses Blogs AGB hat, die eben mit der Nutzung anerkannt werden. Diese stellen einen Privatrechtsvertrag dar, bei dessen Auslegung natürlich auch der Meinungsfreiheit Rechnung zu tragen ist. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass der Don so restriktiv zensiert, dass diese Betrachtung „im Lichte von Art. 5 I 1“ irgendetwas am Ergebnis ändert, aber es ist (im Abhängigkeit vom Sachverhalt) nicht unmöglich!! Merke „überhaupt gar nicht“ geht in der Rechtswissenschaft überhaupt gar nicht. Dies nur, um einen offensichtlich guten Jura-Studenten noch besser zu machen!

  187. LOL! So müssen Päpste und...
    LOL! So müssen Päpste und Fürsten auch über den Buchdruck gesabbelt haben, um ihr Herrschaftswissen – das im wesentlichen aus Massenpsychologie und Manipulationsmethoden besteht – zu schützen. Geholfen hat es nicht viel, wenn man den Blick fürs Kontinuierliche, für das Analoge nicht verloren hat.
    Warum Angsthasen sich mit ‚übertriebenem Wissensschutz‘ auf abenteuerliche Weise ihr überholtes Menschenbild erhalten wollen, ist hier nachzulesen, dem Internet sei dank:
    http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychohygiene/macht.html

  188. Olivers Anfrage, wer...
    Olivers Anfrage, wer eigentlich zur Elite gehört, wurde schon in den „goldenen“ zwanziger Jahren von gesellschaftlichen Autoritäten wie Nancy Mitford maßgebend definiert und autoritär gelöst: Wer sich erst erkundigen muss, ob er „in“ ist, der ist definitv „out“.

  189. @ Grimaldeli:

    Nach dem Preis...
    @ Grimaldeli:
    Nach dem Preis einer Privatyacht sollte man sich als feiner Mann nie erkundigen. Wer erst nach dem Preis fragen muss, kann sich sowieso keine leisten.

  190. @dunnhaupt
    Nach dem Preis hat...

    @dunnhaupt
    Nach dem Preis hat sich auch keiner erkundigt.
    Aber wenn jemand in die Dimension von 200 und mehr Mios geht, dann ist das schon ein Thema. Auch in Monaco.
    Wir hatten z.B. letztes Jahr einen Russen, welcher 500 Millionen Euro fuer eine Villa geboten hat.
    Da spricht man auch drueber. Das steht auch in den Gazetten. Und zwar? weil es irgendwie krank ist!

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