Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Reichtumsbericht 2009

| 194 Lesermeinungen

Sobald man etwas nur noch protokolliert und nicht mehr erzählt, verliert alles und jeder seinen Glanz. Man muss sich nur an die Fakten halten, und schon wird das Leben so fad und leer wie das Leben. Oft genug wird dergleichen getan, um das Elend der Armen zu beschreiben, aber ich denke, bei unsereins ist das auch nicht anders. Nur die Bilder sind hübscher. Und die Torte hat mehr Kalorien.

Gräfin: „Eine Ungerechtigkeit? Ich habe nicht das Vergnügen, Sie zu verstehen.“
Demetrius Schrutz, Vornehme Welt

Demnächst müsste das Sozialministerium wieder einen „Armut- und Reichtumsbericht“ bringen, der die üblichen Ergebnisse aufzeigen wird. Unten ist und bleibt es schlimm, in der Mitte bröckelt es weiter, und oben – nun, oben wird es spannend, denn während sich an der eher erfreulichen Einkommenssituation wenig geändert haben sollte, ist beim Vermögen dank Wirtschaftskrise mit massiven Einbrüchen zu rechnen. Der grösste Teil der Verluste an Börsen und in Fonds, bei Rohstoffen und im grauen Kapitalmarkt betrifft jene Klasse, die im richtigen Kapitel eben jenes Berichts auftaucht. Man darf gespannt sein, ob diese Umwälzungen Erwähnung finden. Reich jedenfalls ist man als Alleinstehender mit Bezügen ab 3418 Euro netto im Monat, und 21% der Berliner beziehen Hartz IV.

Wie auch immer: Die verkürzte Version der Medien wird der übliche Aufschrei mit den üblichen Statements der Elendsverwalter sein, man wird zwei Tage lamentieren und lafontainsche Forderungen so ernsthaft in Erwägung ziehen wie die Reise zum Jupiter, aber dann doch nicht so ernst wie einen Währungsschnitt wegen der Staatsverschuldung und dem Zusammenbruch von Italien. Man wird ein paar Arme zeigen und nach einer Woche wieder vergessen, und die Reichen werden  nichts sagen und abwarten. Ich aber denke, dass man sich  – als Einstimmung – ruhig mal anschauen kann, wie so ein Tag im richtigen Kapitel aussieht. Letzter Sonntag, zum Beispiel.

Bild zu: Reichtumsbericht 2009

Wir befinden uns im schönen Oberbayern nahe der Alpen. Das Wetter ist für alle gleich entsetzlich, und am gleichesten für die armen Schweine, die an diesem Tag dort Fahrradurlaub mit Zelt machen, wo man eine Wohnung hat. 13 Grad plus, Schnee bis 1700 Meter, am Tag davor 24 Stunden Regen und zwar so viel wie im ganzen Juli. Heute noch mal der halbe Juli. Man steht auf, betrachtet den Weltuntergang durch das Panoramafenster, und stapft durch die Regenwolke, die sich wie eine alte Kurgästin nach vier Stück Torte vom See heraufschleppt, hinüber zum Wagen, grüsst kurz die Nachbarn, die nach Bad Tölz fahren, und macht sich auf den Weg nach Benediktbeuren.

Man wartet dort etwas auf dem Parkplatz, bis die Bekannten aus München kommen. Nachdem der Regen freundlicherweise aufgehört hat, schlendert man hinüber zur Tenne, und unterhält sich über das immer gleiche Problem aller Münchner, die nicht wirklich reich sind: Die Immobilienpreise. Schlimm ist es, bekommt man zu hören, in der Krise will jeder Sicherheit, und in guten Lagen reichen die 400.000, erspart in 10 Jahren, kaum aus, um die 140 m² zu erwerben, die man zwecks Nachwuchstorschlusspanik in einer guten Lage bräuchte. Sie sind ohnehin schon zu alt, verkneift man sich. Der Vorschlag, doch etwas in dieser Region zu erwerben, wo die Kinder auch eines dieser riesigen, heute so schicken Trampolins haben könnten, wird kategorisch abgelehnt. München oder nichts. Altbau oder nichts. Also gar nichts, ist man versucht zu sagen, und zahlt beiläufig den Eintritt, der mit 2,50 Euro die Gaffer, Fahrradtouristen, deplazierte Digitaliennutzer und Pauschaltouristen vom Antikmarkt abhält. Drinnen ist Photographierverbot. Mehr oder weniger.

Bild zu: Reichtumsbericht 2009

Darin der übliche Wahnsinn, ruinös teuer, mittelmässige Bilder für Museumspreise, ein gutes Gemälde im Saal, aber gleich über 5000 Euro und nur 20 mal 30 Zentimeter klein. Die Bücher eine milde Enttäuschung, ein Baedeker von 1952 wird erworben, damit man wenigstens etwas hat, und das Münchner Paar schnappt nach Luft, als es den Preis für den Biedermeiertisch vernimmt. Biedermeier wird nicht mehr billiger in dieser Region, alle wollen Biedermeier ausser jenen, die sich Rokoko leisten können. Die Klagen des Paares werden nicht leiser, als das Gespräch auf einen kleinen Damenschreibtisch mit Intarsien und Klappschreibfläche kommt, in dem das Notebook doch so schön verschwinden könnte. Man würgt ob der Klagen etwas an einer bösen Bemerkung a la „Schon schlimm, wenn man so arm ist und etwas ohne Intarsien kaufen muss“, und erzählt, dass bei der nächsten Bodenseeauktion auch ein hübsches Exemplar zum Aufruf kommt. Dafür jedoch haben sie keine Zeit. Arbeiten. Für die Wohnung. Und die Fortpflanzung. Sie sind nett und konservativ, und er nimmt angeblich auch kein Kokain mehr. Für manche sind Kinder ein Armutsrisiko, hier werden sie ein Mittelstandsrisiko. Sein Vater gibt ihnen nichts, vielleicht weiss der alte Herr auch, warum.

Sie klagen noch etwas über die Steuerbelastung und verabschieden sich, man selbst fährt durch das zunehmend sonnige Oberland und hört dabei die Missa Bruxellensis von Biber, eine gehobene Antwort auf die kitschige Volksfrömmigkeit. Die Strassen sind voll mit schweren Automobilen, die mit dem blauen Himmel Richtung Tegernsee ziehen. In Gmund hält man an, und steht eine Viertel Stunde an der Vitrine des Konditors, während alte Frauen beratschlagen, mit welcher Kalorienbombe sie das Gesundheitssystem schädigen wollen, und ob man zur Käsesahne extra Sahne nehmen soll. Die Anführerin der Gruppe zahlt alles und führt dabei den geschickten Umgang mit diversen Hermes-Lederwaren vor. Es ist Sonntag. Man nimmt die Erdbeer-Marzipan-Bombe. Der Mann mit dem SUV verlangt dagegen nach einem Erzeugnis der Springerpresse.

Bild zu: Reichtumsbericht 2009

Man beschliesst, ihn beizeiten zu demütigen und kehrt heim, macht Tee, liest etwas über Maria Callas und Sirmione. Es ist nicht wirklich angenehme Lektüre, den die Villa der Callas wurde leider in Eigentumswohnungen bar aller Grandezza umgebaut, und Sirmione ist heute ein hässliches Kaff voller lauter Schulklassen. Man hadert kurz mit dem eigenen Schicksal; vor zwei Jahren hat man überlegt, sich am Gardasee niederzulassen, und nun wurde es aus praktischen Erwägungen doch der Tegernsee, aber dann reisst einen das Telefon aus dem Grübeln. K., eine andere Münchner Bekannte erzählt, dass es sie nun vermutlich auch erwischen wird: Die Bank muss weiter sparen, egal wie hübsch sie die letzten Quartalszahlen frisiert haben. Man würde sie jederzeit als Privatsekretärin einstellen, könnte man es sich nur leisten, sie lacht, und dann verabredet man sich für nächste Woche in München.

Noch so ein lebensuntüchtiges und überflüssiges Geschöpf, denkt man sich, es gibt so viele davon, die Zweckehen gedeihen wie Zwangsversteigerungen in England, und daheim wäre gestern auch ein Termin wahrzunehmen gewesen, die Verehelichung der P., die sicher traurig war, dass all die Planungen für ein Gartenfest hinweggewaschen wurden. Eine Karte wäre auch noch zu schreiben und ein Geldschein einzufügen, dazu gequälte Zeilen ob des Umstandes, dass beide Wiederholungstäter sind und sich mit einem erneuten Scheidungskrieg wie bei ihm fraglos – wäre es sehr unschicklich, zwei Karten zu schreiben und nur ihre Karte mit einem Schein zu versehen?

Bild zu: Reichtumsbericht 2009

So verfliesst der Tag im Ungewissen und Unwägbaren, man weiss nicht, was kommen wird, aber immerhin ist der Sonnenuntergang grandios. Später, von schlechten Gefühlen getrieben, ruft noch mal K. an und fragt, ob auch alles in Ordnung ist, aber sie meint, ihre Eltern würden sie im Zweifelsfall schon durchbringen, und Sorgen mache sie sich erst, wenn es soweit ist. Sie ist damit ein sehr klassisches Produkt dieser Schicht, könnte man sagen. Einzelkind. Alles wird einmal auf sie zulaufen, was soll also schon passieren. Nichts, eben.

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194 Lesermeinungen

  1. Es mag alles ein bißchen hohl...
    Es mag alles ein bißchen hohl klingen — aber wegen des Wortes „Mittelstandsrisiko“, das ja auch auf die K. zuzutreffen scheint, hat’s sich für mich gelohnt.

  2. Es ist hohl, keine Frage. Es...
    Es ist hohl, keine Frage. Es ist. Manchmal zumindest.

  3. ... werden in München die...
    … werden in München die Wohnungen in bar bezahlt? Wer in 10Jahren 400Tsd zusammensparen kann, kriegt die fehlenden 400Tsd doch sicher grad sehr günstig von der Hausbank. Und damit wirds dann vielleicht etwas durchaus Adäquates. Sogar im begehrten München, was auch immer an dieser sog. „Weltstadt“ faszinieren mag.

  4. Der Artikel gibt so eine...
    Der Artikel gibt so eine besondere Stimmung wieder:
    -Sonntagnachmittag 16.30 Uhr, leider nicht gejoggt sondern zwei Bier getrunken-
    Er beinhaltet irgendwie so etwas Dahintreibendes, Kraftloses…wie kommts ? Oder hab ich die Pointe / den Knaller überlesen ?

  5. In seinem Beruf gerade wohl...
    In seinem Beruf gerade wohl eher nicht. Ausserdem: Wenn Münchner Makler etwas nicht hören wollen, dann ist es der Spruch, man müsse erst mal mit der Bank reden. München ist, was das angeht, in Deutschland einzigartig. Siehe auch hier:
    .
    http://helgabirnstiel.blogs.com/notebook_muenchen/2009/07/m%C3%BCnchner-makler-part-1000.html

  6. "und ein Geldschein...
    „und ein Geldschein einzufügen,“ – hat das Stil, abgesehen vom fehlenden Akkusativ?

  7. ajku, nein, Stil hat das...
    ajku, nein, Stil hat das nicht, aber es scheint ein Trend zu sein, dass man kein Silberservice (mein Klassiker) haben will, sondern eben Geld. Und es stimmt, wie es da steht, denn „ein Schein wäre einzufügen“.
    .
    miner, nein, es ist einfach so, wie es ist. Pointenlosigkeit als Pointe, wenn man so will.

  8. <<Reich jedenfalls ist man als...
    < >
    Hmm – so unterschiedlich können da die Ansichten sein. Ich dachte immer, das wäre eben so knapp über dem Existenzminimum… und frage mich im gleichen Atemzug, wie andere mit deutlich weniger eine vierköpfige Familie durchbringen.

  9. Nun dann, ich werde es mir...
    Nun dann, ich werde es mir morgen noch mal in aller Frische durchlesen evtl. stolpere ich ja doch noch über eine überlesene Pointe.
    Im Bereich der malenden Kunst würde man wohl in einer Führung hören: „Das, meine Herrschaften, das ist ein später Don Alphonso“
    In diesem Sinne…es ist ja auch schon spät heute.

  10. hohl ist vielleicht der...
    hohl ist vielleicht der falsche ausdruck. „vorhersehbar“ trifft es wohl eher. wie festgelegt doch das drehbuch des eigenen lebens für viele leute ist. ich muss gestehen, das ist mir fremd. ebenso die einfügung eines scheins, denn es ist geschmacklos. (geschenke sollten persönlich sein und von herzen gegeben werden – oder gleich ganz unterbleiben. der materielle wert spielt dabei keine gute rolle. nie.)

  11. Heiraten ist einfach nicht...
    Heiraten ist einfach nicht mein Ding. Aber wie schon erwähnt: Das teeservice scheint ebenso out zu sein wie die grosse Hausstandliste, wo man sich was raussucht. Man frage mich nicht. Es ist so.
    .
    virtualmono, bei Verheirateten ist es doppelt so viel. Aber ein wenig überrascht bin ich von diesen Daten auch.

  12. In der Tat, beim Einfügen des...
    In der Tat, beim Einfügen des Geldscheines hob sich unwillkürlich auch bei mir eine Braue – stach die Beschreibung dieses Ritus (ist es einer?) inmitten der träge dahinplätschernden Sonntagsnachmittagsidylle hervor wie ein Mitti mit asymmetrischem Haarschnitt, der sich unter Westberliner “Altgeld” verirrt hat. Es sind diese kleinen befremdlichen Details, die einen zwar stets daran erinnern, daß man nicht zu den Stützen der Gesellschaft gehört, die man aber dennoch mit diebischer Freude goutiert.

  13. Die Ansage war grob: Wir haben...
    Die Ansage war grob: Wir haben schon alles, freuen uns aber über Starthilfen in das neue Leben. So. Was nun, wenn man in der Ferne weilt? Überweisung? Scheck (am besten gedeckt?) Paypal? Kurier der Jungen Union mit Koffer?

  14. mit seinem mit spannung...
    mit seinem mit spannung erwarteten folgebericht hat sich don alphonso in die naechste runde gerettet. – alles nett und quasi konsensfaehig. – dem grossmauligen kleinbauern aus der letzten folge, wir bleiben ihm fuer den augenblick gewogen…

  15. Naja - vielleicht ist das ja...
    Naja – vielleicht ist das ja einfach „schöngerechnet“ (so ähnlich wie Merkel dauernd behauptet, die Krise sei ja so gut wie vorbei). Mir fällt zu so etwas immer nur der alte Witz ein: Wann lügt ein Politiker? Wenn er den Mund aufmacht.

  16. "es ist so": daran würde ich...
    „es ist so“: daran würde ich mich nicht halten. abgesehen davon: geld einzusammeln für den zweck des zweiten, also späten heiratens… nunja. interessant, wie sich hier die angeblich höhere schicht der erheblich niedrigeren auf der warschauer brücke angleicht. (und heiratete ich ein drittes mal, ich würde das so nicht machen – selbst wenn ich weniger als 3.418 euro verdiente.)

  17. Ätsch, meine 155m2DHH ist...
    Ätsch, meine 155m2DHH ist (fast) voll abbezahlt, und das auch in der großen fremden Stadt. So kommen wir endlich vom Sozialneid zur Sozialhäme. Die, lieber Don, pflegen wir doch gern gemeinsam. Geld im Umschlag? Doch wohl nur für die, die eben nicht „schon alles haben“. Da fällt mir ein, die Hälfte der DHH gehört ja doch meiner besseren Hälfte. Aber der Anwalt kriegt trotzdem nix, hinterher erzählt ers alles seinem Freund am Tegernsee. Zum Reichtumsbericht und Berlin nur das: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.“ Den Berliner gehts sehr gut, die kennen das nicht anders. Wir begehren, was wir täglich sehn. Wenn das nun mal nicht der See ist, sondern Marzahn, dann bittesehr. Die Armen berichten nichts über sich selbst. Aus Scham oder Zufriedenheit?

  18. 3418 Euro...reich..auf die...
    3418 Euro…reich..auf die Schenkel klopf…meine Güte, das se nach unten hin die Armutsgrenze verwachsen, ist das eine,aber das sie es nach oben auch können, herrlich.
    Gespickt mit einer kleinen Geschichte am Rande, von armen Teufeln,die sich grad einmal ein Wohnklo in München leisten können, dazu ein Paar das alles hat und nur noch Flüssiges braucht…
    Zeiten sind das…….

  19. Es ist dieser latente Zynismus...
    Es ist dieser latente Zynismus und erheiternde Prise Dekadenz, insbesondere hier die Verbindung von Hartz4 mit Tafelsilber aus 1817, die stets zur Einkehr mahnende Beschaulichkeit der Fotos, die bildhafte Beschreibung eines richtigen Kapitels im Süden des Landes – wo sich schwerfällige Rubensmodelle in Rohseidentunika gehüllt und mit Designer-Ganzgesichtsbrillen abschirmen, am Kuchenbuffet nicht umsatzbremsend den Cholesteringehalt hinterfragen und anschließend in den SUW nach Bad Tölz steigen, sprich die Stützen der Gesellschaft -, an denen uns der Autor hier resümierend teilhaben läßt, was gefällt und einer Pointe nicht bedarf. Es ist wie es ist. Wer will denn da ernsthaft über Lobbyismus gesteuerte Politik und Verklärung nachdenken. Und der Geldschein, ja. Die noch Geschenke kaufen, dafür tagelang Geschäfte abklappern, wollen die sich nicht selber beschenken, indem sie sich wichtiger nehmen als der Beschenkte? Ich habe immer Angst, muß ich ein Geschenk öffnen.

  20. Wer Biedermeier will, fährt...
    Wer Biedermeier will, fährt doch seit Jahr und Tag längst nach Tschechien, dachte ich?
    Reichtum mit 3418 EUR deutet auf eins hin: Die Reichtumsgrenze wird sukzessive dergestalt angepasst, dass jeder als reich gilt, der mehr als Hartz IV hat.

  21. Quallenregen und Anderl, ich...
    Quallenregen und Anderl, ich finde die 3418 auch nicht gerade viel, aber so wird Reichtum nun mal laut Sozialministerium definiert. Und ja, man macht sich Illusionen, wie es wirklich aussieht, wenn man mal die engen eigenen Kreise verlässt. Die Hälfte der bevölkerung dieses Landes hat ungefähr so gut wie nichts Dauerhaftes, kein relevantes Vermögen.
    Biedermeier? Tschechien. Oh je. 5, Biedermeier nennt man das wohl, von 1990-2009.

  22. Geldschein als...
    Geldschein als Hochzeitsgeschenk – eine kulturelle Sache! In Asien ist das voellig normal da angenommen wird, dass das frischvermaehlte Paar damit am Besten entscheiden kann, was es wirklich braucht/moechte. Dazu kommen dann noch die traditionellen Geschenke, aber ich glaube, ganze geroestete Schweinchen kommen am Tegernsee sicher nicht so gut auf Hochzeitsparties an, die schon wegen Regens in den Saal verlegt werden mussten, dann eher schon frische Mangoes :). Ich weiss, traditionell ist das in D mit Geldgeschenken anders – aber im von Don Alphonso geschilderten Fall wohl doch die beste Loesung. Eine andere Alternative waere natuerlich NUR eine handgeschriebene, persoenliche Glueckwunschkarte – da beide Seiten genug haben, ein stiller Verzicht auf gegenseitige Geschenke. In den USA waren „wedding registries“ bei guten Kaufhaeusern in den 1990ern en vogue, da konnte man dann auswaehlen, welche von den Brautleuten gewuenschten Sachen man schenken wollte, die noch kein anderer Gast geschenkt hatte (electronic tracking, ich weiss, die boese Digitalwelt – aber sonst haette man es ja mit Dateikaertchen machen koennen). – In Bukarest dauern gute Hochzeiten bis fuenf Uhr frueh, da haette der Don noch am Morgen vorbeischauen koennen :-)!

  23. Unsereinen, der immer nur 12...
    Unsereinen, der immer nur 12 Monate von Hartz-IV entfernt ist, überkommt ja eine milde Heiterkeit bei den Kämpfen der Mittelklasse um den Statuserhalt. Man lebt von auskömmlichem Einkommen über seine Verhältnisse und konserviert german angst als Lebensgefühl. Da nähern sich die Reichen und die Armen wieder an, daß beide _diese_ Sorgen nicht haben. Ich empfehle ja als aktuelle Krisenlektüre „Das Geld“ von Emile Zola. Da ist das alles schon mal dagewesen. Auch die Fassadenwahrung ohne Geld. In der Woche Brotkrusten knabbern, damit man am jour fixe auftafeln kann. Und die letzten Reste des Familienvermögens werden in einer Finanzspekulation versenkt. Nichts neues unter der Sonne. Und diese Erkenntnis ist auch aus dem Jahr 550 v. Chr. oder so.
    Mit Hochzeitsgeld im Briefumschlag folgt der Don doch nur dem Beispiel, dem ein Don folgen muß. Man denke bitte an die Hochzeit von Michael Corleone mit Kay.

  24. Cao Ky, es ist wirklich ein...
    Cao Ky, es ist wirklich ein Dilemma. Prinzipiell war es ansonsten wirklich einfach: Man beschafft ein Service, weil man weiss, dass niemand anderes etwas Vergleichbares beschaffen wird, oder eine Silberschale, die man braucht, weil – darüber muss ich auch mal schreiben: Warum in den besseren Haushalten immer eine Silberschake neben dem Eingang steht.
    .
    Soviel ist klar: Sie können das Geld brauchen, denn in absehbarer zeit wollen sie bauen. Irgendwie muss es von A nach B kommen. Also, welche andere Lösung gibt es, wenn man nicht anwesend ist?

  25. "alle wollen Biedermeier...
    „alle wollen Biedermeier ausser jenen, die sich Rokoko leisten können“ — allein dafür hat sich das Lesen gelohnt.
    und die 3.418 Euro – ist wirklich das Kracher – vielleicht fängt mal irgendjemand an, bei Reichtum aus BESTANDSgrößen wie Vermögen zu achten und nicht nur auf FLUSSgrößen wie Nettogehalt.

  26. Lieber Don Alphonso, ich will...
    Lieber Don Alphonso, ich will Ihnen den Spass nicht verderben und sie muessen diesen Kommentar nicht freischalten, um Ihre Pointe nicht zu stehlen – aber die Silberschale ist fuer die Aufnahme von Visitenkarten, mit denen sich Besucher avisieren – und frueher trug die dann der Butler herein, nicht war? :-)

  27. <p>Nein, das hat heute ganz...
    Nein, das hat heute ganz andere Gründe. Ausserdem ist es heute kein Tablett mehr, worauf die Visitenkarten lagen, sondern explizit eine Schale.
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    Savall, so weit, dass man am Werktag sparen müsste, um am Wochenende zu prassen, ist man noch nicht. Aber manche sehen sich genötigt, den Urlaub in der Ferienwohnung und nicht an der Riviera zu verbringen. Man macht wieder Urlaub in Deutschland, das durchaus. Erst kürzlich las ich in einem guten Reisemagazin einen schwärmerischen Bericht über die Schönheit des Walchsees, der in meinen Augen sehr 60er-Jahre ist.

  28. Na, Don Alphonso, dann bin ich...
    Na, Don Alphonso, dann bin ich auf Ihren naechsten Beitrag zur Silberschale – hoffentlich mit schoenen Photos! – sehr gespannt.

  29. @Don: Ich kann mir vorstellen,...
    @Don: Ich kann mir vorstellen, daß in bestimmten Kreisen Urlaub in Deutschland schlimmer ist als eine Brotkruste von 1860. Außerdem dürfte die vielbeschriene Krise derzeit an den tatsächlichen Lebensverhältnisse im Durchschnitt noch nicht allzuviel geändert haben. Das dicke Ende kommt noch. Vor allem für den Mittelstand, der nicht selbständig ist. In der Zeitung stand übrigens heute ein Kommentar von Herrn Plickert, der fast schon bedauernd konstatierte, daß das schlimmste wohl vorbei wäre. Tja, die halkyonischen Tage für Untergangspropheten sind wohl vorbei. Das bringt mich gleich wieder auf Zola, den ich zufälligerweise kurz vor der Krise las. Jetzt kann ich die Ehrfurcht der alten Israeliten vor ihren Propheten richtig nachvollziehen. Im „Geld“ wird ja exakt die Finanzkrise beschrieben, die uns gerade ereilt. Man sieht: die Menschheit lernt nicht. Und: nach der Krise sind die Reichen reicher und der Mittelstand gibt den zahlenden Volldepp.
    Übrigens ist es eine elende Schande für das deutsche Verlagswesen, daß es keine ordentliche Ausgabe des Rougon-Macquart zu kaufen gibt. Was ist los, meine Damen und Herren von Artemis & Winkler?

  30. Werter Don, Urlaub in...
    Werter Don, Urlaub in Deutschland und dann den Walchsee erwähnen? Dort ist es ja wirklich sehr 60er-Jahre, aber schön? Und unzweifelhaft in Tirol vulgo Österreich; zwar nur ein paar Kilometer hinter Grenze, aber doch. Oder sollten Sie den Walchensee meinen, noch viel mehr 60er-Jahre und dazu in Bayern?

  31. Also, sein´S mer ned bös,...
    Also, sein´S mer ned bös, aber irgendwie ist das alles so…. fad, so dröge, so…. Ihre Tiraden gegen Dummbeutelei & Niedertracht hingegen nehmen ja zuweilen ein geradezu hinreißendes j´accuse an, die Schilderung des Lebens an bayrischen Bergseen erinnert zuweilen das bäuerliche Leben Marie-Antoinettes in ihrem kleinen Pavillon, in dem sie selbst molk und Brot buk, aber das….
    .
    Quallenregen, anderl: ich vermute, das mit den 3418 netto hat McK lanciert. Ein wenig mehr bleibt nämlich den Anfängern dort monatlich, die können sich somit reich fühlen und stapelweise „kluge Gelegenheitsware (smart casual)“ kaufen. Letztlich ist das natürlich albern und verschleiert, wie es wirklich um die Vermögenwerte in Deutschland bestellt ist.

  32. Nein, ich meine schon den...
    Nein, ich meine schon den Walchsee, der zwar in Österreich liegt, aber doch eine ziemlich deutsche Domäne ist: Vor allem wie das Deutschland der 60er Jahre, vor dem ganzen Ärger der Moderne. De facto ist das Deutschland. Heimat, wie man will.
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    Savall, absolut nicht. Es gibt hier am Tegernsee die Sassa Bar, einen ehemaligen Prominententreff aus den Tagen, da all die Reichen noch nicht in Lech am Arlberg oder in Salzburg wohnten. Hier sassen dann globale Playboys und Filmstars. Dann ging alles etwas bergab, Roberto Blanco im Bachmayr am See, soweit ist es gesunken, aber heute kommt das alles wieder. Die Sassa Bar ist wieder schick, die Saudis sind dort und auch diverse russische Blondinen, und man hört von neuen Sternerestaurants. Man mache sich keine Illusionen: Reiche müssen im Moment sparen, und wenn man nicht nach Marbella fliegt, tut es auch der Tegernsee.

  33. Georgine Darcy, die Anzahl der...
    Georgine Darcy, die Anzahl der Orgien mit nackten Sklavinnen und Kaviarbädern hält sich nun mal in engen Grenzen. Ja, es ist manchmal fad. Wegen irgendwas müssen sich ja auch reiche Menschen umbringen können.

  34. Wieso kommentiert das hier von...
    Wieso kommentiert das hier von der alteingesesselten Blogelite keiner:
    „lebensuntüchtiges und überflüssiges Geschöpf“
    Wenigstens du Vroni – was ist los?…

  35. Ich muss mir erfreut die Augen...
    Ich muss mir erfreut die Augen reiben: 400 000 Euro für 140 Quadratmeter Altbau in guter Lage – in München? Sie beschönigen doch, oder? Das war ja sogar in Frankfurt, das Sie soo nicht mögen, erheblich teurer.
    Etwas anderes: was heißt in unserem Zusammenhang eigentlich „netto“, was ist schon abgezogen: Steuern, oder Sozial, oder Strom und Heizung, oder Miete/Hypothek, oder alles zusammen? Anders gefragt, wie sähe diese Grenze denn brutto aus?

  36. Ich finde das ja alles höchst...
    Ich finde das ja alles höchst bildend, Ms Darcy. Man gewinnt regelrecht Einblicke. Auch wenn es mal fade Leute sind, oder besser: genau dann. Das baut doch das halbproletarische Selbstwertgefühl halbwegs wieder auf. Die Speisekarte der erwähnten Sassa-Bar zum Beispiel könnte gut und gern in unserer Leipziger Fressgass hängen. Da frage ich mich doch, wie man sich vor Touristen-Invasionen schützen will.

  37. Falten Sie doch wenigstens ein...
    Falten Sie doch wenigstens ein Boot aus dem Geldschein. Ihre weibliche Gefährtin ist wohl nicht Mitschenkerin. Solche haben gemeinhin so Ideen, wie Geldscheine rahmen oder in eine Collage integrieren, in einer silbernen Zuckerdose oder einer alten bestickten Geldbörse verstauen, gerollt an ein Pflänzchen binden. Zu tüttelig? Dann vielleicht ein paar Scheine in Serners Handbrevier oder in Thackerays Vanity Fair oder in Gides Fauxmonnayeurs legen, mit oder ohne Hinweis, je nachdem, ob man die Beschenkten mag. Ich habe einen sehr vermögenden Cousin, den ich nicht besonders leiden kann (London School, Privatbank, hohle Nuss), der wollte zur Hochzeit auch Geldgeschenke haben. War vielleicht keine von Understatement geleitete Geste, aber wir nicht so vermögenden Cousinen (nein, nicht wie die aus den Buddenbrooks, wir sehen recht passabel aus + sind von heiterem Gemüt) haben alles in Münzen in einen schrummeligen Gartenblecheimer gefüllt.

  38. “Reich jedenfalls ist man...
    “Reich jedenfalls ist man als Alleinstehender mit Bezügen ab 3418 Euro netto im Monat” – werter Don, sind Sie sich absolut sicher, daß dies so im Bericht steht? Das würde mich doch stark wundern. Und wenn dies dort so steht, dann ist dies meiner Meinung nach ein unentschuldbarer Fehler (unentschuldbar, weil vom Ministerium kommend). “Reich” ist – wie ein Vorkommentator richtig feststellte – ein Vermögenszustand, und keine Einkommensgröße; man kann nicht reich verdienen (allerhöchstens reichlich, aber das ist dann schon wieder etwas anderes), sondern lediglich reich SEIN. Das geht oft auch ohne jeglichen/jegliches Verdienst.
    .
    Ich tippe mal darauf, daß die Schale aus ähnlichen Gründen dort liegt, aus denen in weniger begüterten Haushalten an der selben Stelle ein Blumenbesteck auf dem “Sideboard” steht – weil man es wohl einfach so macht. (Und die “World of Interiors” so zeigt?) Aber ich bin gespannt auf ihre späteren Erkenntnisse zu diesem Thema.

  39. Savall, da könnte Artemis &...
    Savall, da könnte Artemis & Winkler aber noch ein paar Sponsoren aus den Reihen der Stützen der Gesellschaft brauchen. Hallo, ist hier jemand?

  40. "Die erstmalige gemeinsame...
    „Die erstmalige gemeinsame Betrachtung von Einkommen und Vermögen aus der Erhebung der EVS 2003 zeigt ein umfassenderes Bild finanziellen Reichtums. Nach der in der Wissenschaft gebräuchlichsten Abgrenzung relativen Reichtums als Verfügung über ein Nettoäquivalenzein-kommen, das mindestens doppelt so hoch ist wie das mittlere Einkommen, sind 6,4% der Ge-samtbevölkerung reich in der einfachen Einkommensverteilung (Anteil der Personen mit mehr als 3.268 Euro netto/Monat). Betrachtet man die umfassendere integrierte Einkommens- und Vermögensperspektive (Anteil der Personen mit mehr als 3.418 Euro netto/Monat) beträgt der Anteil 8,8%.“
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    http://www.bmas.de/coremedia/generator/26892/property=pdf/dritter__armuts__und__reichtumsbericht__kurzfassung.pdf
    .
    Ich empfand es auch nicht gerade als viel, aber um auf 3.400 Netto zu kommen, muss man um die 7000 bis 8000 brutto verdienen.

  41. B.A., netto ist doch klar...
    B.A., netto ist doch klar definiert: Einkünfte abzüglich Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Also die Hälfte, die der Arbeitnehmer so in etwa vor sich sieht, wenn er auf seiner Lohnabrechnung den Blick von oben nach unten schweifen lässt. Von diesem „Rest“ bestreitet man dann den sonstigen Lebensunterhalt, sprich Miete, Strom, Heizung, iPhone… Beim Selbständigen/Freiberufler ist das ähnlich. Das Finanzamt berücksichtigt (in Grenzen) die Ausgaben für Krankenversicherung und Altersvorsorge und der verbleibende Gewinn wird dann versteuert. Wenn man dann in mehr als 40.000.- im Jahr übrig hat, ist man per definitionem reich und darf beneidet werden.

  42. denke auch, dass 400k weit zu...
    denke auch, dass 400k weit zu tief gegriffen ist. da schlaegt man doch in muenchen leicht das doppelte raus fuer 140qm – und bestlage altbau liegt dann wohl eher bei 3×400 und mehr. moeglicherweise gelten fuer ’spezies‘ – wahrscheinlich der komplett falsche genreausdruck – andere preise, das kann ich nicht beurteilen.

    an einzelbegrifflichkeiten in dons beitrag braucht man sich eigentlich nicht festzuhalten, dafuer fuegt sich das alles viel zu sehr zu einem feinen ganzen. – ich bin hier vollkommen bei nico.

    ebenfalls stimme ich dons verleger zu: in diesem duktus ein buch, das laeuft wie geschnitten brot. – ab und an mal eine boesartigkeit dazwischen, und dann eine scharfe und hanebuechende theorie (gender-thematik zb laeuft immer), die so absurd ist, dass sie nur ueberzeugen kann, als leitmotiv mit rein. fertig.

  43. Der Abstieg geht schnell
    Schon...

    Der Abstieg geht schnell
    Schon möglich, dass nun so einige sog. Reiche sparen müssen, das sind aber die Leute, die sich gestern noch auf einen Lebensstandard hoch geschaukelt haben, den sie jetzt so nicht mehr halten können. Hinzu kommt, dass man in jenen Kreisen „mehr Angst hat, als die Polizei erlaubt“, wie man bei uns zu Hause zu sagen pflegt, also mehr spart, als vielleicht gar nötig wäre. Aus der Perspektive der Krisenüberwindung ist das zudem tragisch, da genau diese Einkommensbezieher den Konsum nun in den Keller ziehen. Irgendwo gehört hab ich mal, dass man über der Krise schwebe, mit einem Vermögen von 500 Millionen Euro, drunter wäre prekär. 3400 Euro netto, als Arbeitnehmer, ist so in etwa das Durchschnittseinkommen eines Fachhochschulabsolventen – Dipl.-Ing, etc. -; und genau diese Leute sind von der Krise extrem gefährdet. Das sind Leute mit hohen Verpflichtungen: Doppelhaushälfte auf Kredit etc. (und die Ehefrau, die vielleicht nebenbei ein wenig arbeit, sucht jetzt schon nach einem Ganztagsarbeitsplatz). Der Abstieg geht schnell. Zunächst Kurzarbeit, dann Arbeitslosengeld, und wenn die Krise sich nicht mehr beruht – innerhalb von ein bis zwei Jahren -, haben wir ein nettes Prekariat neuen Stils.

  44. @Don Alphonso: Ich meinte den...
    @Don Alphonso: Ich meinte den Stil, nicht in den Inhalt.

  45. Ich würde mich sofort auf...
    Ich würde mich sofort auf eine Subskriptionsliste setzen, Ladyjane, aber ich fürchte, sobald es um Geld geht hört auch hier unter der ansonsten geschätzten Leserschaft die Gemütlichkeit auf. Das angeregte Don-Buch ist im Prinzip schon erschienen. Nämich 1998 bei Haffmans: Saki, Sämtliche Erzählungen. Leider nur noch antiquarisch erhältlich. Ich habe ja schon seit langem den Verdacht, daß Don Alphonso in Wirklichkeit Reginald heißt.

  46. Ich rate ja zu Schloss...
    Ich rate ja zu Schloss Gripsholm, da ist in jedem Satz mehr Kluges als in allen meinen Beiträgen. Dazu: Waugh, Schwarzes Unheil.

  47. Habe ich das richtig...
    Habe ich das richtig verstanden? Italien muss seinen Glauebigern ca. 1 Prozentpunkt, also geschaetzte 33 bis 50% mehr als „gute“ EURO Schuldner anbieten, um den offiziellen Staatsbankrott abzuwenden? Deutschlands neuer Finanzminister hilft sicherlich gern, diese Last zu druecken, um den Cavaliere weiterhin in der Riege der „fueherenden Industrie- &Wirtschaftsnationen begruessen zu koennen.

  48. don, man sollte nie reiz und...
    don, man sollte nie reiz und relevanz des zeitgenoessischen an sich unterschaetzen. ganz im gegenteil. – aber moeglicherweise predige ich hier einem unbelehrbaren… – kann schon sein.

  49. Nun, also, bei 3400 Euro netto...
    Nun, also, bei 3400 Euro netto von reich zu sprechen … wirklich ein Hohn. Das wäre jeder Studiendirektor. Reich ist da wirklich das falsche Wort, „sorglos“ würde es wohl besser treffen. Auf grossem Fuss (was man populär mit reich assoziiert) kann man da wirklich nicht leben.
    Die Perversion in diesem Land sind ja diese abartigen Steuersätze (neben der Einkommenssteuer sind auch immer noch Konsumsteuern zu zahlen; Zins- und Dividendenerträge ebenso). Dieser Staat ist einfach viel zu gefrässig.
    Nervtötend finde ich allerdings diesen Armutsbegriff. Wer weniger als 60% des Durchschnittseinkommens hat, der gilt als arm. Damit ist auch der Millionär ist unter Milliardären ein armer Schlucker. Wer lediglich knapp 1.000 Euro im Monat netto zur Verfügung hat, der erhält in aller Regel irgenwelche Ergänzungsleistungen. Auch ist Hartz-IV nicht so wenig, wie man gemeinhin enkt. Viele meiner Kommilitonen kommen, nach Miete (die wenigsten leben in eigenen Immobilien) und anderen Fixkosten des Studiums, mit einem ähnlichen Betrag aus. Davon beschweren sich die wenigsten, oder ich höre zumindest nie beschwerden.

  50. Ein Hinweis: Man kann hier...
    Ein Hinweis: Man kann hier über vieles reden, aber auf Downloadlinks für eBooks würde ich dann doch gerne verzichten. Ich kann und werde sowas nicht freischalten.

  51. abf, da müsste ich aber hier...
    abf, da müsste ich aber hier zu Bloggen aufhören und auf eine Hütte gehen, und wenn mein Verleger es machen würde, dauerte es nur ein Jahr und es wäre zu kaufen. Das sind so die Probleme des Buches.
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    Dipsy, es ist nicht meine Konstruktion, aber hart ist es, dass gerade mal 9% der Bevölkerung so viel zur Verfügung haben. Wenn das nicht reich ist, was ist dann reich, und wie viele sind es?

  52. Devin08, mit einer halben...
    Devin08, mit einer halben Milliarde kann man gar nicht so anlegen, dass die Krise einen nicht betrifft. Gerade die exotischen Konstrukte von Vermögensverwaltern haben gelitten, und gerade die UBS hat sich mit Subprime-Verbriefungen massiv verspekuliert. Man denke dann noch an Schickedanz, den Porsche-Clan, Schaeffler… eine dumme Entscheidung kann, zusammen mit Sicherheiten und Schulden, schon reichen. Relativ sicher ist die Klasse der „kleinen Millionäre“ mit relativ hohem Immobilienanteil und langfristigen Anlagen.
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    Geld spielt keine Rolle, das ist richtig, und sollte heute eigentlich in allen EU-Medien grosses Thema sein. Sowas tötet mittelfristug den Euro, denn Italien wird entweder keine Schulden mehr verkaufen können (wahrscheinlich), oder nicht zurück zahlen können (so oder so).

  53. Lieber Don,
    vielen Dank für...

    Lieber Don,
    vielen Dank für diesen Satz:
    „Man kann hier über vieles reden, aber auf Downloadlinks für eBooks würde ich dann doch gerne verzichten. Ich kann und werde sowas nicht freischalten.“
    Es tut wohl zu sehen, dass es noch Vernunftbegabte gibt, die nicht jeden Zeitgeistfurz nachjodeln … wie zum Beispiel sogenannte Piraten: das Internet vollends zum Gratis-Hurenhaus verkommen zu lassen.

  54. Die sich immer noch und zu...
    Die sich immer noch und zu gerne an dem fanfarenartigen Armutsberichten hochziehen, gebe ich zu denken, daß diese ausschließlich dazu dienen, dem Volk zu suggerieren, es sei doch gar nicht so schlimm – Motto: auch ihr seid schon reich, reich genug, um sich beispielweise so ein iPhone `n apps leisten zu können. So what. Diese doktrinhafte Heuchelei ist ebenso infam wie die Armutsgrenze just über dem Hartz4 Satz angesiedelt worden ist, aber unterhalb des gesetzlich festgelegten, pfändungsfreien Existenzminimums, welches bei ca. 1.000€ für Einzelpersonen liegt. Quizfrage: Was ist man denn, hat man deutlich weniger – sagen wir satte 850€ mtl. – als dieses Existenzminimum? Ich habe noch nicht nachgedacht, gar recherchiert über den Unterschied von leben und existieren, zukünftig werden das aber wohl weit mehr Menschen machen müssen. Bis dahin genehmige ich mir – sozusagen als Bonus für diesen wenig stimulierenden Ausflug in einen Sozial-Politblog – ein Stückchen Käse-Sahne-Torte mit Extra-Sahne vom Manufaktur-Porzellan mit den gekreuzten Schwertern und – welch Stilbruch – leider nur 800er Silberbesteck von Wilkens statt Christoffle von 1800 hau mich blau.

  55. Ladyjane, der Trottel, der...
    Ladyjane, der Trottel, der einen Geldschein in den Ausguss einer Kanne steckte – der Trottel war ich. Ich sagte zwar „Vorsicht!“ – aber das Paar hatte es bis zum ersten Gebrauch vergessen.
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    Was die Wohnungspreise angeht: Viele Luxusobjekte in München sind gerade gestoppt worden. Und jene Wohnungen mit mehr als 5000 Euro/m² von 2077 sind heute bdefinitv im Wert gefallen. Alles drängelt sich im Bereich der günstigen Wohnungen in kommenden Lagen wie dem Grenzbereich zwischen Schlachthofviertel und der Isar, oder Haidhausen Süd.

  56. Don, ans Reichsein denken...
    Don, ans Reichsein denken heißt doch landläufig, sich vor Augen zu halten, dass man genug hat, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Davon kann keine Rede sein, wenn man täglich von morgens bis abends einer geregelten Arbeit nachgehen muss – inklusive der Befürchtung, dass es damit unter ungünstigen Umständen auch jederzeit vorbei sein kann. Auch so mancher Selbständige/Freiberufler kann ein Lied davon singen, wie der „Reichtum“ des Vorjahresgewinnes im Folgejahr dahinschmilzt oder dass man gleich jeden Monat schauen muss, wie viel an Aufträgen herein kommt und was an bereits abgerechneten Aufträgen bezahlt wird, damit 3500.- EUR netto hängen bleiben. Reich?

  57. @Woolloomooloo: Wieso, das mit...
    @Woolloomooloo: Wieso, das mit dem „lebensuntüchtigen und überflüssigen Geschöpf“ stimmt doch. Es gehört nun mal zu den Auswahlprinzipien der Natur, immer mehr Exemplare einer Spezies zur Verfügung zu stellen, als dann letztlich im Konkurrenzkampf um die wenigen Ressourcen — Geld, Glück, Erfolg, Fortpflanzung — zum Zuge kommen können. Und so gibt es dann in jeder Generation zahllose bezaubernde Geschöpfe, die merkwürdigerweise trotz aller Qualitäten einfach „nicht den Richtigen finden“ oder auch sonst einfach irgendwie nicht landen können. Es ist wie mit dem Kaninchen im „Gattopardo“: ungläubigen Blicks versucht es noch zu entkommen, während es schon tödlich getroffen ist.
    Was mich verwundert ist nur: weshalb sucht so jemand Hilfe bei Don Alphonso, der doch alleinstehenden jungen Damen erklärtermaßen keine anbietet? Aber so ist es eben mit der Lebensuntüchtigkeit: letztlich alles verlorene Liebesmüh.

  58. So richtig Hilfe sucht man bei...
    So richtig Hilfe sucht man bei mir nur, wenn ich darüber nicht schreibe, ansonsten geht es einfach um einen netten Abend und angemessenen Abschied vor der Tür.

  59. "Wegen irgendwas müssen sich...
    „Wegen irgendwas müssen sich ja auch reiche Menschen um bringen können“ Solange das deutsche Erbschaftrecht ist wie es ist ist selbst das keine Tat sondern völlig nutzlos.

  60. anderl, sagen wir mal so: Mit...
    anderl, sagen wir mal so: Mit 3500 Euro netto, wenn man dazu noch eine eigene Wohnung oder zwei hat, muss man sich keine Gedanken mehr um Geld machen, solange man keine extravaganten Wünsche hat. Das ist die klassische „Mir langt’s“-Grenze zwischen denen, die unsicher sind, und jenen, die auf der sicheren Seite angekommen sind. damit kann man sparen, Schulden aufnehmen, Haus bauen, den Kindern später eine Wohnung kaufen, wenn sie studieren und trotzdem in den Urlaub fahren. Mir ist schon klar, dass die meisten dieser Menschen sich allenfalls als Mittelschicht definieren, aber es gibt auch Blocks und schlechte Viertel und Doppekhaushälften un Bochum – und da wohnen auch Menschen drin.

  61. Don, die 3500.- netto sind...
    Don, die 3500.- netto sind zugegebenermaßen nicht schlecht – solange man sicher sein könnte, das man sie dauerhaft sicher hat. Sie reichen aber nicht aus um dem Fall vorzubeugen, dass man sie mal nicht mehr dauerhaft Monat für Monat hat. Reich sein hat daher für mich viel mit der Gewissheit zu tun, dass man auch nicht im Block oder in Bochum (oder gar in Bottrop) landet, wenn Krankheit, Jobverlust oder Berufsunfähigkeit, Scheidung und Alimente einen Strich durch die Erwartung dauerhafter Leistungsfähigkeit machen. Und was ist mit jenen, die erst in höherem Berufsalter noch mal Einkünfte in dieser Höhe erzielen, sie früher aber nicht hatten und folglich auch keine Wohnungen erwarben? Ist der 50-plus-jährige reich, der abzusehen weiss, dass nur ein paar Jahre des Geldverdienens bleiben?

  62. @ Devin
    3400 Euro netto sind...

    @ Devin
    3400 Euro netto sind sicher nicht das Durchschnittseinkommen eines Fachhochschülers. In einer Steuerklasse 4 braucht man gut 6200 Euro Monatsbrutto. Ausnahme sind da natürlich unsere gefrässigen Beamten. Mit einer A13 sollte man da fast mit dabei sein (von den Pensionsversprechungen will ich gar nicht reden).
    Mein Vater hielt mir einmal eine Einkommensstatistik unter die Nase. Dieser Statistik folgend, gehört man zu den oberen zehn Einkommensprozent ab ca. 65.000 Euro, zu den oberen fünf Einkommensprozent ab knapp 90.000 Euro (jeweils brutto, beachten Sie bitte, normale Menschen zahlen noch Sozialversicherungsbeiträge).
    Mit 500 Mio. sind Sie je nach Anlagestrategie, Vermögensstruktur und Vermögensalter wirklich stark von der Krise betroffen. Ein befreundeter Privatbanquier (aus einem Steuersparland) klärt mich da gelegentlich auf. Ab einer gewissen Vermögenshöhe heisst die oberste Maxime: Vermögenserhalt. Das ist nicht nur das Interesse seiner Klientel, es ist vielmehr auch sein eigenes Interesse (richtige Privatbanquiers haften persönlich). Allerdings reden Privatbanquiers nicht mit jedem Parvenü – die müssen also mit den Grossen Vorlieb nehmen und die denken nur an Courtagen. Ich selbst gehe davon aus, dass die mittelarmen Reichen (20-50 Mio. Euro) wohl weniger von der Krise betroffen sind. Mit solchen Summen ist die Bank noch wendig und kann die Gelder geschickt und marktneutral abziehen.
    Don Alphonso, natürlich. Eigentlich sollte man meinen, bei den 9 oberen Einkommensprozent sollte das Wort „reich“ angebracht sein. Ich fürchte allerdings, dass reich weniger eine Frage des Einkommens – vielmehr eine Frage des Vermögens ist. Bei den heutigen Steuern wird doch mit ehrlicher Arbeit niemand mehr Millionär (nicht einmal Ordinarien der Medizin).
    Unter Berücksichtigung einer kalkulatorischen Miete würde ich für ein normales, gesundes Leben um die 7.000 Euro im Monat einplanen. Da wären dann auch die zwei Woche Sils im Jahr mit dabei, sonst aber keine grossen Sprünge. Wobei natürlich der Besuch beim Antiquitschenhändler eher unter die Kategorie Vermögensumschichtung fällt.

  63. nico, ich weiss da...
    nico, ich weiss da beispielsweise von einem Blogger, dem es in etwa so geht. Talentiert, aber nicht gut genug, klug, aber nicht wirklich intelligent, begabt, aber nicht genial. Da fehlen die letzten 10%, um wirklich gut zu sein, und der Biss, sich durchzusetzen. Ich bekomme auf einem Auge mit, was der so tut, und seit anderthalb Jahren lebt er halt aus verschiedenen Quellen, inzwischen auch mit Frau und Kind. Ich sitze da und schaue zu. ich weiss, er mag mich nicht, und er würde es hassen, wenn er wüsste, dass ich zuschaue. Ich müsste mich eigentlich hinstellen und sagen: Stell Dich hin, hör auf mit dem Rumgetue, zieh irgendwohin, wo es Arbeit gibt und egal, was es ist: Du kannst mit einem Kind nicht so weiter machen. Du hast Dich dafür entschieden, aber Dein Kind sollte zumindest die Chance haben, es anders zu machen. Aber ich tue es nicht, und er ist mächtig stolz, dass es auch so geht, wie es gerade geht. Ich weiss, dass er mich hasst, und die Vorstellung, dass ich alleine vier mal so viele Zimmer wie seine Familie habe. Hartz IV Regelsatz. Man kann davon am Rand von Berlin durchkommen. Aber nicht rauskommen. Und das ist das Problem.

  64. Es regnet seit Tagen hier, man...
    Es regnet seit Tagen hier, man kann nicht raus und die Sahnetorte regt an: Wenn ich den Don richtig interpretiere, dann will er uns, die wir an seinen „Lippen“ hängen, zu verstehen geben, dass man in diesen schweren Zeiten die Werteansicht überdenken, ja hin und wieder Demut walten lassen soll, sei es auch nur, sich an alter Handwerkskunst der Wohnaccessoires oder beim Anblick dieser naturbelassenen Landschaften zu erfreuen, mit denen er uns der den Tag versüßen und die bisweilen geschunden Seelen erleuchten will, anstatt dieser Schnäppchen-Wohnung in München nachzujagen oder das ein oder andere falsche Investment zu beklagen, was in diese – man mag es gar nicht ausschreiben – Armut führen könnte. Die Silberschalen- und Aussteuerbranche altem Verständnis nach – so steht es allerorten zu lesen – ist dem Niedergang geweiht, Rosenthal u. a. fallen gar in ausländische Hände. Es ist also Zeit zur Rückbesinnung auf bleibende Werte und sich an dem Luxus zu erfreuen, darüber zu lesen und zu schreiben.

  65. poisson, so gesehen sollte man...
    poisson, so gesehen sollte man nicht in den Tegernsee, sondern eher in den Achensee in Tirol gehen. Der ist auch dramatischer.
    .
    Anderl, sicher nicht. ich glaube ja auch, dass diese Statistik nicht richtig ist. In dem Moment, da ich eine Wohnung besitze und nicht mieten muss, bin ich dem Mieter um 500 bis 1500 Euro voraus. Trotzdem ist 3500 Netto enorm viel im Vergleich zu jenen, die am Ende des Monats mit Null rauskommen. Und solche Leute sind normal. Letztlich hngt viel davoin ab, wie man das Geld verwendet und – deutsche Kardinaltugend – spart. Umgekehrt gibt es auch genug Leute, die wenig verdienen, aber hohe Einkünfte haben. warum sollte man einer Erwerbsarbeit nachgehen, wenn die Denkmalschutzimmobilie, in der man wohnt, monatlich 6000 Euro abwirft?

  66. Lieber Herr Alphons,
    bitte...

    Lieber Herr Alphons,
    bitte entschuldigen Sie meine völlig deplacierte Assoziation, aber bei „Reichtumsbereicht“ denke ich an „Armutsbericht“, und der kommt mir immer in den Sinn, wenn ich mein altes Auto aus der Fachwerkstatt abhole, denn angesichts der mir dann präsentierten Rechnungen steht die Verarmung unmittelbar bevor, und am Ende dieser Assoziationskette findet sich dann Ihr Sunbeam wieder.
    Und ich frage mich, wie es dem kleinen Engländer denn nun geht, ob Sie glücklich mit ihm sind, ob er glücklich in Ihnen ist, ob Sie auch an Armutsberichte im Zusammenhang mit Werkstattrechnungen denken.
    Wie gesagt, ich entschuldige mich für diese Abschweifung, aber es würde mich wirklich interessieren.
    Beste Grüße, hs.

  67. Schöner Beitrag, vielen...
    Schöner Beitrag, vielen Dank!
    Sagen Sie, lieber Don, haben diese Leute nicht doch mitunter einen Begriff davon, wie sehr sie ihre Zeit verschwenden?
    P.S.: Legen Sie keine Geldscheine in die Kärtchen, bitte. Es tut mir weh, wenn ich so etwas lese.

  68. Don, ich habe sowohl Hartz IV...
    Don, ich habe sowohl Hartz IV Satz als auch die 3500.- netto selbst ausprobieren dürfen. Auch in denen Zeiten, in denen ich nix hatte und mit bescheidenen Ernährungsgewohnheiten durchkam, waren die mit 3500.- in meinen Augen nicht reich, sondern haben lediglich mehr als der Durchschnitt verdient. „Überdurchschnittlich“ klingt natürlich nicht so plakativ. Heute hängt man alles an den Schlagworten „arm“ und „reich“ auf, wahrscheinlich, weil es sich damit so schön emotionalisieren lässt, denn schon hat man eine skandalösen Gesellschaftszustand: lauter Arme und lauter Reiche, wohin man schaut.

  69. hm, also ich bin zwar...
    hm, also ich bin zwar tendenziell eher arm, aber dafür mit Grund/Halbwissen der (deskriptiven) Statistik ausgestattet…
    Die Sache mit dem relativen Reichtum ist halt, dass es relativ ist – und am sog. Äquivalenzeinkommen orientiert, was ja sozusagen ein Versuch ist, sowas wie ein Netto-pro-Kopf Durchschnittseinkommen zu errechnen. (Hier werden übrigens meines Wissens (kann sein, dass das lückenhaft ist) sowas wie Einkünfte aus Vermögen oder Wohneigentum inkl. selbstbewohntes miteinbezogen). Wer mehr als 200% dieses Äquivalenzeinkommens zur Verfügung hat gilt also als reich (nach dieser Definition). Über Sinn und Unsinn solcher Definitionen und Berechnungen lässt sich sicherlich trefflich streiten…
    Aber: So wäre halt in einem Land mit sehr vielen armen Menschen der weniger Arme reich, zumindest laut diesen Definitionen.
    Dies zusammen mit der Tatsache, dass hier viele einen solchermaßen relativ errechneten Reichtumswert (jene 3400 Euro) scheinbar als (zu) niedrig ansehen
    lässt doch auch schon schöne spekulative Rückschlüsse zu über die Einkommens- und Vermögensungleicheit und -spreizung in Dtl. zu – unter Berücksichtung der von mir jetzt vollkommen stereotyp angenommenen FAZ.net Leseschaft …

  70. Don sie mißverstehen, davon...
    Don sie mißverstehen, davon abgesehen wäre mir der Achensee einfach zu kalt

  71. Ja, Reichtum ist relativ! In...
    Ja, Reichtum ist relativ! In ganz China gab es waehrend der Kulturrevolution nur einen einzigen Millionaer (keiner der vier zugelassenen Anwaelte war einer) – und das war der Mao, dank Tantiemen fuer sein „kleines rotes Buch.“ Und meistens lebte Mao in einer umgebauten Umkleidekabine eines ehemaligen Villaschwimmbads in Zhongnanhai in Beijing, das war ihm am sichersten (nachzulesen by Jung und Halliday). Da ist es am Tegernsee doch schoener, selbst am Walchsee! – Der Sunbeam steht nach letzten Informationen doch in Ffm und erwartet die Rueckkehr des marokkanischen Schweissers, und soll dann noch nach Suedfrankreich, wenn es die Saison zulaesst. Es stehen hier Wetten darueber aus.

  72. nico, hier gab es Sommerregen,...
    nico, hier gab es Sommerregen, aber eigentlich wollte ich wirklich nur mal einen Tag mitschreiben, jenseits aller Orgien und nackten Frauen im Champagner, die mein Leben sonst so ausmachen oder auch vielleicht nicht aber naja, aber mit den ganzen Belanglosigkeiten, wie es nun mal ist.
    .
    Hugoservatius, der Wagen wartet, wie erwähnt, auf den Schweisser in FFM, der angeblich nächste Woche kommen soll.

  73. Dipsy, wirklich wichtig ist...
    Dipsy, wirklich wichtig ist einfach die Frage: Hat man eine Wohnung oder hat man sie nicht. Wer eine Wohnung hat, hat jeden Monat ein paar hundert Euro mehr, in einem Jahr ein paar Tausend und in zwei Jahren schon über 10.000, kann etwas anlegen, einen Bausparer machen, und nach 5 Jahren eine Zweitwohnung kaufen und vermieten, dabei Denkmalschutzabschreibunbgen nutzen…. aber der einfachste, wenngleich auch persönloch am wenigsten erfreuliche Anlass für den Gelderwerb ist die Erbschaft, auf die man in der Regel lieber verzichten würde, wenn sie nicht gerade einem Schreibfehler im Testament des Schwarzgeldverwalters von Don Alfredo oder Helmut c. d. Pfalz zu verdanken ist.

  74. Lieber Don Alphonso,

    die...
    Lieber Don Alphonso,
    die Sonntagnachmittagslangeweile allerliebst getroffen, ich war schon satt, als ich die Zeilen über die Törtchen, die Tortenzeilen, die gezeilten Tortenstücke las. Chapeau! Ich nehme an, die Tenne sei ein gar so gruseliger Kunst und Kremperlmarkt. „Antikmarkt“ wie in diversen Mehrzweckhallen landauf landab eingerichtet. Ja, ich tät dann auch zum Rokoko greifen – oder doch gleich zum Gelsenkirchner Barock, Richtung schwere Chippendale Esszimmergarnitur und aufm Tisch Kaiser Kaffeegedecke in Vollgold mit den neckischen Watteau-Watte-Wolken-Szenen vorne drauf? Da verschwindet so ein Notebook garantiert dazwischen….. Getrennte Karten und Schein nur-an-sie? Aber unbedingt ;-) (ich – für mein Teil – hätte ja das Silberservice genommen, Edwardian, Arts & Crafts, oder so. Werde ich mir wohl selber kaufen müssen, weil, das mit der angemessenen Jugenstilvilla ist längstens geklärt ;-)

  75. Das notebook hatte ich schon...
    Das notebook hatte ich schon aus, um mich der nun doch noch aufkeimenden Sonne hinzugeben und ein wenig zu flanieren, werde ich plötzlich von der Sorge erfasst, das von mir so seit Bestehen geliebte Reiseblatt – bitte entschuldigen Sie die Nennung eines anderen Ressorts und Ihrer Kollegen – führte einen Blog ein. Ich käme zu nichts mehr und wäre wie die schon erwähnte Branche dem Niedergang und der Armut geweiht, das Tafelsilber und sogar der DSL- Anschluß+Notebook wäre in akuter Gefahr. Bitte machen Sie eine Eingabe, daß es so weit nicht kommt.

  76. Werter Don Alphonso,
    könnte...

    Werter Don Alphonso,
    könnte es sein, dass man, „vorauseilend“, die 3.400 Euro netto/ Monat als „reich“ definiert, um schon mal den „Boden zu bereiten“, für eine kommende Reichensteuer? Damit sich schon jeder daran gewöhnt, daß er „mit agegriffen“ wird. Den 1000 Bürgern ihre 1 Million Jahreseinkommen mit 100 % zu besteuern, ergäbe doch gerade mal eine lächerliche Milliarde!
    .
    Seit 60 Jahren ist das jährliche Steueraufkommen in Deutschland jedes Jahr, absolut gesehen, gestiegen ( mit einer Ausnahme ) und keine Administration kam damit zurecht. Es braucht jetzt also die „neuen Reichen“ ab 3.400,- netto/Monat.
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    Die noch zu erwartenden Auswirkungen der Krise werden viele Mitbürger, auch der besseren Kreise, daran erinnern, dass der Staat sich endlich auch mal einzuschränken hat. Ich hoffe auf die folgenden Wahrheiten:
    „Die Notwendigkeit schafft die Möglichkeit“ ( Hegel )
    „Die Not macht erfinderisch“ ( Volksmund )
    „Zur Not geht viel“ ( Hanskarl )
    „Die normative Kraft des Faktischen“ ( Carlo Schmidt )
    .
    Im Übrigen, ich habe es in anderem Zusammenhang schon mal geschrieben: „Reich ist, wer Herr seiner Zeit ist.“
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    Gruß Hanskarl

  77. "Reich" sein ist so eine...
    „Reich“ sein ist so eine Sache. Vor Jahren hat es der amerikanische Comiczeichner Dave Berg mal wunderschoen treffend im MAD Magazine dargestellt: 1.Bild: Familienvater beugt sich ueber das Scheckbuch und stoehnt: „If only I had $ 100 more a month.“ 2. Bild: Job Promotion! $ 100 mehr! 3. Bild: siehe erstes Bild. – Dagegen Confucius: „Reich ist, wer weiss, dass er genug hat.“ – Aber wenn es unsere Urahnen mit Confucius gehalten haetten, waeren wir noch immer eine kleine, unbedeutende Spezies ausschliesslich am Ngorongo Krater heimisch (wie unsere Vettern die Gorillas in ihrem seit Jahrzehntausenden unveraenderten Habitat leben, worin wir sie almaehlich umbringen). Stattdessen findet man uns, und ratus norvegicus, auf allen fuenf (oder sechs, wenn Sie wollen) Kontinenten. Wie es ihr geliebter Goethe (ich verdanke viel dem Goethe-Institut, daher nicht Ihre Schreibweise, auch wenn’s mein Keyboard koennte!!), am Ende des Faust so schoen sagt: „Wer ehrlich strebend sich bemueht, den koennen wir erloesen.“ So wuensche ich auch den potentiellen Hausbauern und Wohnungssuchenden viel Erfolg ihre Traueme zumindest zum Teil verwirklichen zu koennen. Und Ihnen eine schnelle Rueckkehr des Schweissers!! Was ist denn alles durchgerostet?

  78. Oisdann hamma's fei wieda. A...
    Oisdann hamma’s fei wieda. A jeda red’t gscheit, kaana waaß nix, oab a jeda waaß ois.

  79. vielleicht nochmal kurz zur...
    vielleicht nochmal kurz zur elitediskussion vom vortag. – fakt ist, dass es in deutschland seit klassik und romantik im vollsten zugestaendnis nur eine elite gibt, und das ist die geisteselite, und das ist strenggenommen gar keine, denn die trennlinie zwischen geistesmensch und philister verlaeuft quer durch alle schichten. helmut schmidt – um politik als beispiel zu nehmen – waere elite (und elitaer), richard von weizsaecker waere elite, helmut kohl eher nicht, angela merkel eher auch nicht, rudolf scharping ganz bestimmt nicht und nie gewesen.
    ich sagte ‚deutschland‘, und muss doch eine ausnahme machen: muenchen. in keiner stadt sonst spuert man einen solchen sozialdruck, dass dort selbst der abgeklaerteste nonkonformist ueber den stand der aktuellen must-haves genaustens informiert ist, als wuerde sein leib- und seelenheil unmittelbar davon abhaengen.
    dem aussenstehenden mag das als phantasielosigkeit, als ausgeburt des spiessertums, als abwesenheit – oder zumindest als unterdrueckung – jeder art von geistigkeit und geistiger unabhaengigkeit erscheinen (und er mag sich vielleicht ein wenig an die eintoenige lebensstildoktrin von berlin prenzelberg erinnert fuehlen).
    dem muenchner wohlmoeglich erscheint das anders. – wie allerdings genau und warum, das hab ich (auch im fall der berliner mitte hipster) nie ganz verstanden.

  80. @ Ladyjane: Sie "sehen recht...
    @ Ladyjane: Sie „sehen recht passabel aus + sind von heiterem Gemüt“ & haben einen reichen Cousin? Hm ja, also dann…
    Kao Cy, die Wetten stehen aus, in der Tat. Hat aber keine Eile. „Auf was um was“ soll gewettet sein, so virtuell? Wie der Alte Bolschewik richtig bemerkt, können wir (etwas umschrieben) schlecht eine Flasche Champagner ausloben, die passt nicht in den E-Mail-Anhang. Zudem bedürfte die Wette eines nachrüfbaren, präzisen Inhalts. Sachen wie „Don und sein Autochen wurden in Oberfröttmaning gesehen“ taugen nicht. Südfrankreich, ohne alluzuviele km am Abschlepphaken wäre was. Aber ich glaube, der Sunbeam wird des Marokkaners Schmiede nicht lebend verlassen….

  81. Schloß Gripsholm ist recht...
    Schloß Gripsholm ist recht hübsch, wie auch Scorseses Verfilmung von Edith Wharton`s Age of Innocence.
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    Oh, und bitte: falls es Sie mal verlangt, über die Orgien und Kaviarbäder zu schreiben, bauen Sie eine Warnung ein, so dass man es nach den ersten zwei Zeilen merkt und nicht mehr weiterlesen muss. Ich kannte mal jemanden, der noch zu Boomzeiten für einen russischen Oligarchen arbeitete – diese Person erzählte gern Geschichten über U-Boote mit Raketenabwehrsystem, Shampoos mit Diamantstaub und Kaviar & Orgien, die den Hof den Sonnenkönigs wie einen Ort der Tugend und Sittsamkeit aussehen lassen. Das deckt den Bedarf an Skandalgeschichten für einige Jahre;-) Abgesehen davon: die bayrische Bourgeoisie im Kaviarbad? Das reicht doch höchstens zu ein bißchen koksen im P1….

  82. Noch eine Anmerkung zu den...
    Noch eine Anmerkung zu den Reichtumsschätzungen: ich würde sagen, ab einem Einkommen 3500 monatlich netto plus einen Vermögen von mindestens 500.000 € in soliden Geldanlagen (Immobilien, Kunst, Aktien, Wertpapiere), da fängt der Reichtum langsam an. Soweit ich es im Kopf habe, sind das in D ca 3-4% der Bevölkerung. Das ist natürlich nach oben offen, bis zur kompletten Gigantomanie, die sich auf der Forbes Rich List wiederfindet (und die ist das eigentlich Problem).

  83. @sterne: Der Beweis waere ein...
    @sterne: Der Beweis waere ein Photo des Sunbeams an der suedfranzoesischen Kueste (wo er sicher vorher noch nie war), vielleicht mit einer aktuellen Tageszeitung im Vordergrund nach bester Kriminellenmanier (muss ja nicht die FAZ sein, Le Monde tut’s auch), und das Ganze noch vor Ende des Jahres. Die Flasche Champagner – eine bescheidene Pommery Brut Royal – koennten wir wetten und dann im echten Leben zuschicken, wenn uns der Don erlaubt, hier email-Adressen auszutauschen, um dann privat Postanschriften zu vereinbaren. Ich glaube, er schafft es – und er hat sicher die Ehre, das Gefaehrt nicht einfach dorthin verschiffen zu lassen, wenn er weiss, worum es geht. Bei Jules Verne, „80 Days Around the World,“ hat es mit der Wette auch geklappt, wobei der Film mit Jackie Chan koestlich ist. Ich waere bereit so der Don will ;-)

  84. laaangweilig!...
    laaangweilig!

  85. noch eine unnütze Frage zu...
    noch eine unnütze Frage zu tun juckts mich in den tippenden Fingern. Ist die Silberkanne anno 1817 des vorigen blogs (köstlich: der nix daheirat und nix dairbt) etwa selbige, die oben neben dem rosafarbnen Gebäck erscheint? (hat die nicht ein etwas zu breitgeratnes Gesäß?) ach ja der ennui… und immer wieder der ennui, man könnte mal wieder in „a rebours“ reinschaun. Eine letzte Anmerkung: Ich begreife nicht, was die Leute an dem Biedermeier finden, der üblicherweise die Antikmärkte zu vollkommen absurden Preisen vollstopft.

  86. Umverteilung des...
    Umverteilung des Vermögens
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    Mit einem klassischen Beruf gut Geld verdienen, das geht heute scheinbar nicht mehr. Alle meine Bekannten mit solchen Jobs, Ärzte (wie meine Frau), Anwälte, Wirtschaftsprüfer usw. verdienen absolut nicht besonders – die meisten von ihnen, speziell die mit Familie, können sich wahrlich keinen großen Luxus leisten. Wenn nicht Vermögen von der gut situierten Famile in Form von Immobilien etwa zur Verfügung stünde – das aber die Eltern mit oft genau jenen Berufen erschaffen konnten. Traurig ist das, aber wir sehen ja schon, wer der Definition nach „reich“ ist.
    .
    Es findet also eine Umverteilung von der letzten zur jetzigen Generation statt, die dieses Vermögen bzw. diesen Lebensstandard bestenfalls (!) erhalten kann. Mehr ist nicht drin. Meist nicht mal die Doppelhaushälfte.
    .
    Ach, und jetzt noch eine Geschichte, die Don Alphonso nicht erzählen kann: als wir hier in Schwabing einen Kindergartenplatz für unsere Zwillinge suchten, sprach meine Frau bei allen naheliegenden Kindergärten vor, die natürlich immer 40-fach überbucht waren:
    „Sind Sie Sozialhilfeempfängerin?“
    „Nein.“
    „Das ist schlecht… Sind Sie denn alleinerziehend?“
    „Nein.“
    „Oh, das ist auch schlecht. Leider haben wir keinen Platz für Ihre Kinder.“
    .
    Nun sind wir in einem privaten Kindergarten, absolut nichts elitäres, und ich zahle 715,- Euro monatlich inkl. Zwillingsrabatt. Bei einem städtischen Kindergarten wäre es übrigens nicht billiger gewesen für uns. Da frage ich mich: wer kann das eigentlich bezahlen, bzw. warum zahle ich 715,- Euro und andere nur einen Bruchteil? Ich nehme an, das ist „Gerechtigkeit“ – ich finde, das ist Wahnsinn.

  87. Britannischer Dialog (frei...
    Britannischer Dialog (frei nach ***).
    A: „Was arbeitet er denn ?“
    B: „Nun, soweit ich weiß: Nichts.“
    A: „Dann ist er wohl ein Gentleman“.

  88. Georgiana Darcy, mir gefällt...
    Georgiana Darcy, mir gefällt ja Whartons Touchstone besser, eine Novelle über die Liebe nach Marktgesetzen, mit Buchungstricks etc., scharfsinnig + abgründig.

  89. Savall, Danke übrigens für...
    Savall, Danke übrigens für den Hinweis auf Saki, von dem ich zwar schon gehört habe, aber noch nichts gelesen.

  90. Don Alphonsos Sonntag ist das...
    Don Alphonsos Sonntag ist das Leben der besseren Gesellschaft für Jedermann:
    Diese Erlebnisse hätte sicherlich fast jeder Deutsche ähnlich haben können. Auch der arbeitslose Berliner.
    .
    Konsum als Wachstumsbedürfnis ist unersättlich, und wenn alle Reichen in diesem Lande enteignet würden, dann wären alle genauso unzufrieden, wie bisher. Am mangelden Konsumieren dürfte es jedenfalls nicht liegen.

  91. @mawu: Es gibt Dinge, die ich...
    @mawu: Es gibt Dinge, die ich nicht begreife, die weder den „Bessergestellten“,
    noch den „Normalverdienern“ (wer auch immer das sein soll) nuetzen. Es gibt eine Ungerechtigkeit, die keinem gut tut.
    Beispiel: Allerdings schon Jahre her. Kindergarten in Holland. Kostet so wie nichts-und ist fuer alle. Kindergeld gab es ab einer bestimmten Einkommensklasse NICHT. Das fand ich gerecht. Ab einem bestimmten Einkommen musste man privatversichert sein. Kein Problem; man konnte so einen Hausarzt (nicht so dolle hier) vermeiden.
    Irgendwann wurde alles nivelliert. Das hat keinem genuetzt. Man einigte sich, wie immer, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Nun haben wir sie beinahe: die Diktatur des Proletariats. Diese kostet alle, eben auch die sog. Unterprivilegierten, viel, viel Geld. Eine gewisse Ungleichheit innerhalb einer Gesellschaft, es muessen ja nicht Dickensche Verhaeltnisse sein, ist einfach gesund.

  92. @Ladyjane, Georgiana Darcy: ...
    @Ladyjane, Georgiana Darcy: Edith Wharton’s „House of Mirth.“ The BEST. Lily Barth to Selden: „But I am a very expensive person. I require a lot of money.“ – „I would look dowdy in a cheap hat.“ Saki is superb. Pity he died in the trenches of WWI: „What fool lit a cigarette?“ – also his „The Birds of the Western Front.“ (Ich weiss nicht ob es dass in Deutsch gibt).
    @mawu: Alternative Boomtown Rats: „I don’t like Mondays. Any other day, any other day of the week is fine!“

  93. @mawu: Korrektur: ...eine...
    @mawu: Korrektur: …eine „Gerechtigkeit“, die keinem gut tut.“

  94. @mawu: Ich empfehle den Roman...
    @mawu: Ich empfehle den Roman „Wer ist John Galt?“ von Ayn Rand. Geschrieben in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts und sicherlich an manchen Stellen überzeichnet, findet sich doch immer genügend Bezug zu unserer heutigen Zeit – vielleicht mehr, als uns lieb ist.

  95. Reich und Arm?

    Ich glaube...
    Reich und Arm?
    Ich glaube hier wird einiges verkannt! Der Saat ist die Ursache allen Übels! Er verlangt Steuern, er regelt die Sozialabgaben und will für seine Dienstleistungen gebühren. Jeder Schreit der Staat soll Sparen, er soll bei den „Armen“ kürzen und den „Reichen“ mehr Netto vom Brutto lassen.
    Ich glaube hier gibt es leute die nicht wissen das jeder und das ausnahmslos jeder Transverleistung erhält!
    Beispiel:
    Abschreibungen für Immobilienbesitzer kurz AFA (Abschreibung für Abnützung) die ihrer Immobilie vermieten. Dieser kann unteranderem 50 Jahre lang 2 % der Immobiliepreises abzüglich des Grundstückes von der Steuer absetzen. Im schönen München oder Stuttgart erhält dieser aufgrund der Knappen resource Wohnung auch noch eine Wertsteigerung die min. bei 1% liegt!
    Die Agrardiesel Subvention, dieser verbilligte Diesel erhält auch die Besitzer von Agrarflächen das sind auch Wälder!
    Verringert Mehrwertsteuersatz (7%) auf Tierfutter auch der Pferdebesitzer erhält diese Subvention.
    Da gibt es noch die Staatlichen Zuschüsse für Kinderreiche Familien, durch die KfW Bank, in manchen Städten erhalten diese Verbilligte Kredite mit einem Zinssatz von 2%, auf einen Teilbetrag, damit diese sich auch ein Eigentum Wohnraum leisten kann.
    Zuschüsse für die Renten. Die renter von heute gehören zur Goldenen Generation! Erhalten aber Mrd. Euro an Zuschüsse weil der Rentenbeutel leer ist, und man eine Rentenkürzung verhindern will!
    Oder Kreditabsicherungen in Form von Hermeskrediten bei Exportgeschäfte. Der Mittelstand verdient.
    Oder die Subventionen für die Energieerzeuger, jeder der sich Solarzellen aufs Dach knallt, bekommt pro KWh erzeugtem Strom ca. 40Cent für 20 Jahre Garantiert, das sind immerhin 20 Cent mehr als wenn er es Kaufen würde!
    Oder die Atomstrom hersteller. Die haben Ihre Anlage für Schäden nur mit 500Millionen EURO Versichert. Der rest wird vom Staat getragen! Auch eine Subvention. Jeder andere Industrieprodukte Hersteller hat eine größer Haftungssumme im Verhältnis zur Schadensgröße! Möchte nicht wissen ob 500 Millionen Euro für eine Stadt wie München ausreichen sind.
    Bei Immobilien Preisen von mehr als 3500€ / m².
    Sehr schönes beispiel ist auch das Kindergeld. Jeder bekommt es auch die „Reichen“. Brauchen die das wirklich?
    Oder die viel gelobte Abwarackprämie, die bekommt auch einer der Reich ist. Vorrausgesetzt er hat ein Tauschgut (10 Jahre altes Auto auf sich gemeldet).
    Oder die zuschüsse fürs Altenheim, in der wir unserer Reiche Eltern oder Großeltern stecken, weil wir kein bock auch Windelwechsel und Saberlatz säubern haben. Aber bevor Mutti oder Omi reingeht schnell Ihr besitz verstecken. Der Staat soll ja die Pflege bezahlen zumindest dein teil der Pfelgekasse zuschiessen.
    Es gibt noch unzählige Beispiele, wie der Staat mit dem Geld seiner Bürger umgeht und was sinnvoll ist oder nicht.
    Man muß dazu sagen. Immerhin ermöglicht genau dieser „verschwenderische“ Staate das zusammenleben in dieser Republik und der Staat sind wir.
    Sollen wir doch mal ehrlich sein. Das Steueraufkommen ist so hoch wie nie, wer aber zahlt wirklich die Steuersätze die im Internationalen vergleich angenommen werden? Keiner jeder hat doch ein Freibetrag, lügt und täuscht mehr Kilometer zur Arbeit vor oder Tankt und Speist auf Firmenkosten. Schreibt den Heimischen PC ab, an dem er auch noch Munter Second Lif* oder World of War* spielt!
    Jeder will Subentionen streichen, aber kein will der erste sein der darauf verzichtet.
    Das ist das Produkt dieses Staates, das er nur noch an Legislaturperioden denkt, anstatt auf die Zukünftige genrationen!
    Unser wichtigstes Gut ist der Reichtum an Wissen, und diesen verspielen wir gerade so als würde es kein Morgen mehr geben.
    Das ist eigentlich die Verfehlte aussage des Armutsberichtes das dann seinem Namen allen Ehre macht!
    Traurig.
    Übrigens, ich lebe mit 1500 € Netto im Monat, versorge meine Mutter und führe ein glückliches Leben. Spenden den einen oder anderen Euro an Obdachlose und Wohltätigkeitsorganisationen. Zahle gerne den Solizuschlag, den erhöhten Pfelgekassenbeitrag, die Rentenversicherung.
    Erklärt mich für verrückt aber wenn alle (ausnahmslos) Ihr päckchen tragen würden, dann hätte jeder weniger last zu schultern! So sieht jeder nur bis zum Tellerrand und vergisst den Horizont!

  96. Ich bin voellig Ihrer Meinung....
    Ich bin voellig Ihrer Meinung. Im Sinne des Autors dieses Blogs: Ich lasse mich nicht zum Essen einladen, denn ich moechte dem Menschen (Einlader) nicht verpflichtet sein.
    .
    So sollten wir uns unserem Staat gegenueber verhalten. Er hat die Pflicht, dafuer zu sorgen, dass Infrastruktur (in jedem denkbaren Sinn) vorhanden sein muss. Aber-dies ist immer auch Prinzip eines Staates-er moechte steuerbare Buerger.
    Der Staat laedt zum Mahle, es scheint als ob es nichts kostet, danach…
    …siehe oben.
    Erst dann, wenn wir uns unsere Schnaeppchenmenthalitaet abgewoehnt haben werden, werden wir wieder freier. Und-bei allen Ungleichheiten in der Gesellschaft-gerechter.

  97. @ Filou

    Ein gewisse...
    @ Filou
    Ein gewisse Ungleichheit in einer Gesellschat ist kein Problem. Solange jeder die Möglichkeit des Aufsteiges hat. Im Beruflichen zb. führer in Zeiten des Arbeitskräfte mangels, die gab es einstmal in Deutschland aber nicht wegen dem Wirtschaftwunder sondern wegen der Vielen Toten des 2ten Weltkriegs.
    Hat der der Leistung erbracht hat, seine Karriere machen können. Firmen wie Daimler, Bosch, BMW, MAN, VW, Allianz und Co. sind durch dieses Karrierebestreben Stark groß und auch Sozialer gewesen!
    Heute gehen genau diese Menschen die in der 1950er Jahren geboren wurden in den Ruhestand, der Erfahren Dreher wurde zum Meister, der Erfahren Meister wurder zum Ing., der Erfolgreiche Kaufmann wurde zum Prokuristen und so weiter etc. pp.
    Doch diese Stellen werden nicht merh erarbeitet aus der Firma herraus sondern werden International vergeben.
    Die Unternehmenslenker, die einst mal am Schraubstock die Philosophie einer Firma erlernten, sterben aus. Wer arbeitet den von der Heutigen Generation länger als 30-40 Jahre beim der Selben Firma?
    Seht doch mal in eure Familien.Da sind doch einige dabei, die Heute ein Beruf haben den sie nicht erlent, aber dafür verstanden haben. Ich rede hier von ein Beruf und nicht JOB. Ein Job wird erledigt. Ein Beruf ist für Menschen die wissen was sie tun!
    Solche Menschen gibt es zu hauf, in der BRD. Diese bekommen aber keine Chance mehr. Eine Ungleiche Gesellschaft ist nicht dramatisch, wenn es Chancengleicheit gibt. Die ist aber in gefahr durch Studiengebühren, durch selektion in Schulwesen, durch Abschaffung der Aufstiegsmöglichkeiten.
    Bestimmt sind hier einige die Studiert haben oder gerade dabei sind. Jeder wird Feststellen, das die Studiengebühren ein heftiger finanzieller Brocken ist, und das nur der Anfang von allem ist. 500€/Semester zzgl. der Verwaltungsgebühren, zzgl. der Unterkunft und Taschengeld sind nur sehr schwer zu stemmen. Da hilft bestimmt die Omi mit. ;-)
    Ach so, es gibt bestimmt auch einige Spätzünder die über den zweiten oder dritten Bildungsweg ihr Weg gefunden haben. Das geht nur wenn es Kostenlos ist und die Kosten für das Bildungswesen von allen getragen werden.
    Bildung ist das Wertvollste was wir haben. Es Sprudel nicht aus der Erde, es muß immer wieder darin Investiert werden. Daraus Schöpfen wir unser „Reichtum“.

  98. @ joepadre:

    Mein Vorschlag:...
    @ joepadre:
    Mein Vorschlag: Lasst uns einfach alle (!) aber auch wirklich alle Subventionen abschaffen.
    Ich finde diesen Gedanken von Herzen her schön und begehrenswert, denn dann kommt die Wahrheit im Reinformat innerhalb eines Tages 1000fach an die Oberfläche.

  99. @Frundsberg:
    Das geht noch...

    @Frundsberg:
    Das geht noch kürzer: „Arbeiten Sie oder sind Sie wer?“

  100. Der ganze Diskurs wäre...
    Der ganze Diskurs wäre beunruhigend, wenn mal ein chinesischer Wanderarbeiter mitreden und ein chinesischer Dissident moderieren dürfte. Oder vielleicht ein russischer. Glücklicherweise sterben solche Gesprächspartner, ehe deutsche Verteilungsgerechtigkeit auf dem Höhepunkt ihrer narzisstischen Selbstwahrnehmung ankommt: es darf alles beim Alten bleiben.

  101. Sehr geehrter Don,

    danke für...
    Sehr geehrter Don,
    danke für den Beitrag und die Buchempfehlungen.
    Frage: Hat Wim Wenders andere Gründe als die Arbeit gehabt, München zu verlassen? (Als jemand, der Orte sehr schätzt) Danke im voraus.

  102. Tja, also dieser banale...
    Tja, also dieser banale Antikmarkt hat es mir wirklich angetan — trister Friedhof der Bürgerlichkeit, wo unser ganzer Krimskrams dereinst landen wird, nur um auf der Stelle seine Runden erneut in anderen quasibürgerlichen Haushalten anzutreten. Die einst pietätvoll bewahrten Silberservices (in meinem Fall waren es deren gleich drei aus drei verschiedenen Erbschaften) wanderten als erstes dorthin, denn wer will schon das ewig schwarz werdende Zeug andauernd putzen? Mein elegantes Rosenthal ist mir ohnehin lieber als Omas hausbackenes antikes Zwiebelmuster, obschon es noch alle seine Originalröslein besitzt, die den Imitationen fehlen. Zu Zwiebelmuster gehört nun mal selbstgebackener Apfelkuchen. Die Ananasbombe aber serviert man auf zartem Rosenthal.

  103. Quelle horreur: eine...
    Quelle horreur: eine Silberschale im Eingangsbereich, wie outmoded. Bei uns steht dort eine Schale von Andrea della Robbia (1435-1525), zur Aufnahme unserer iPods, iPhones, Blackberrys, der Autoschlüssel für unsere Bentleys, Maybachs und Rolls und, da groß genug, der brillibesetzten Halsbänder einiger Daisy-Abkömmlinge.

  104. Zu Subventionen fuer alles und...
    Zu Subventionen fuer alles und jeden faellt mir spontan auch die Extra-Klasse der Porschefahrer ein, sind doch die meisten dieser Dinger als Firmenwagen angemeldet.

  105. 3500 EUR Netto im Monat...
    3500 EUR Netto im Monat bedeutet in unserem Staat immerhin über 7000 EUR brutto. Das ist für die meisten nicht-Akademiker (und auch für viele Studierte) praktisch unerreichbar. So niedrig ist die „Reichtumsgrenze“ also gar nicht. Zumal zum Einkommen ja auch der spielende Vermögensaufbau kommt und damit die soziale Sicherheit.
    Ansonsten ist der Artikel herrlich böse und herrlich wahr.

  106. Es war eine gute Nacht....
    Es war eine gute Nacht. Gestern Abend noch, in der Ungewissheit und Furcht der nahenden Nacht und Dons möglicher Antwort auf meine Bitte, nach soviel Armut und Demut, Agonie und Reichtum, hörte ich zur Reinigung der Birne Mahlers 5 – selbstredend mit bester Orchestrierung. Tief versunken wähnte ich mich wie immer während des 4. Satzes/Adagietto in Venedigs Les Bains, Seite an Seite mit Thomas Mann, Müßiggängern und Lustwandlern und auch altem Geldadel vergangener Zeiten, da erschien mir wie aus dem Nebel eines tristen Novembermorgens, nun im Rondo-Finale angelangt, in einer silberschwarzen Gondel, der Don. Noch trunken ob dieser Erscheinung, rief er: wolltest du noch mal arm sein. Ich wusste, es wird eine ruhige Nacht werden. Er hatte verstanden.

  107. JoePadre, da gehe ich...
    JoePadre, da gehe ich unbedingt mit was die ersatzlose Streichung sämtlicher Subventionen und Abschreibungsmöglichkeiten betrifft. Neuseeland hat das wohl umgesetzt. Nicht mal Werbungskosten kann man dort pauschal geltend machen. Die Steuererklärung besteht aus zwei Seiten. Man kreuzt ein paar Felder an, gibt seine Einkünfte an und dann bezahlt man seine Steuern. Ausnahmslos. Jeder. Dafür liegt der Spitzensteuersatz dort nur bei etwa 30 % – und man hat mehrere tausend Finanzbeamte entlassen können. Hierzulande gaukelt man „soziale Gerechtigkeit“ vor, indem man Steuersätze hochschraubt oder dies zumindest fordert. Der findige Reiche weiß aber ohnehin, wie er sein zu versteuerndes Einkommen minimiert bzw. gen Null drückt. Oder kann mir jemand erklären, warum ich hierzulande steuerbegünstigt Rendite erzielen kann, indem ich beispielsweise Schiffscontainer lease?

  108. Ich erinnere mich an meine...
    Ich erinnere mich an meine Schulzeit auf einem Gymnasium nahe Bonn. Die Eltern meiner Mitschüler stammten häufig aus der Bonner-Regierungselite (Staatssekretäre, Diplomatensöhne, Ministerialreferenten, etc.). Ich selbst gehörte zu den 10 Prozent „Nicht-Akademiker“-Sprösslingen, die sich die bessere Gesellschaft zwecks Auffrischung ihres Gen-Pools und zur Fundierung des Arguments von der Durchlässigkeit der Gesellschaft leistet und zu angepassten Aufsteigern zu formen gedenkt. Und was mir damals schon auffiel, war die Affenliebe dieser Gesellschaftsschicht zu München. Es gab kein Konzert, kein Schulfest und keine zufällige Begegnung, zu der nicht sofort auf irgendwelche Verbindungen nach München beiläufig hingewiesen wurde: „Wir waren letztes Wochenende auf dem Viktualien-Markt“, „Wir haben ja eine Eigentumswohnung in München“, „Wir kennen ja in München den XY“, „Ich habe Donnerstag einen Arzttermin in München“,…. Höhepunkt war mal die Darbietung von Frühstücksbrötchen durch Frau Staatssekretärs-Gattin: „Nimm noch eins, die wurden gestern von Käfer aus München eingeflogen“. Es handelte sich um gewöhnliche Mohnbrötchen, die sich weder geschmacklich noch optisch von denen unseres Bäckers um die Ecke in unserem Proletarier-Tal unterhalb des Hügels mit dem schönen Blick auf den Rhein, wo die Ministerialreferenten und Regierungsdirektoren wohnten, unterschieden. Ich war seitdem ein paar Mal in München. Eine Großstadt, ziemlich weitläufig, im Zentrum keine Sehenswürdigkeiten, die es nicht auch woanders gibt. Fußgängerzonen mit einem Charme, den man mittlerweile auch in den Vorstädten von Singapore findet, nur dass dort die Telefonläden mit magenta-farbenen asiatischen Schriftzeichen das Auge beleidigen. Warum nur also diese Affenliebe von Geld-Pleti und Wichtig-Yeti zu München? Meine These: Der einzige Standort-Vorteil von München ist die Nähe zu den Ski-Gebieten in Österreich. Von der Wochenend-Eigentumswohnung in zwei Stunden zum Apré-Ski. Das ist die einzige Erklärung, die ich habe.

  109. Beeindruckende Menge...
    Beeindruckende Menge Kommentare, da scheint ein Nerv getroffen worden zu sein.
    Zu München:
    Ich habe mich nach 3 Jahren München aus der Stadt verabschiedet. Zu viele Grantler, zu viel Staatsgläubigkeit, 430.000 € für ein Reihenmittelhaus mit Handtuchgarten in Trudering. Das wiegen auch die Seen und Berge nicht auf (wobei man vom Fockenstein einen wunderschönen Blick auf den Tegernsee hat). Geliftete, aber trotzdem angegammelte „Trophy Wifes“ auf der Maximiliansstraße. Usw.
    Und auf die Frage: „Wie kann sich ein Busfahrer mit 2 Kindern München leisten?“ habe ich bis heute keine Antwort gefunden. Wird wohl schon irgendwie gehen.

  110. In solchen Diskussionen wird...
    In solchen Diskussionen wird gerne der Unterschied zwischen Handelsrecht und Steuerrecht verwischt. Das Handelsrecht versucht, den Zustand einer Firma möglichst echt und transparent darzustellen, das Steuerrecht versucht, möglichst viel Geld abzuschöpfen: ungünstigere Abschreibungsregelungen, Rücklagenbildung kaum möglich. Das gipfelt dann darin, daß zwei Bilanzen erstellt werden müssen – wie vollkommen widersinnig eigentlich.
    .
    Als Unternehmer hat man persönlich die Entscheidungsgewalt darüber, welche Produkte man anschafft. Man kann die Heidelberger Druckmaschine kaufen oder etwas billiges, man kann sich mit teuren Macs ausstatten oder mit alten PCs, man kann ein teures Büro mieten oder gar keines – oder eben auch einen Golf oder einen Porsche oder Mercedes als Firmenwagen. Abgesehen davon gibt es immer noch die 1%-Regel, die das Absetzen ja fast auf Null herunterregelt, insbesondere bei Gebrauchtwagen. Das alles hat nichts mit Subventionen zu tun, mein lieber Wendelin. Denn das Geld wird Ihrem Porschefahrer ja nicht gezahlt, sondern nur „nicht weggenommen“, es muß aber vorher verdient werden. Das ist Neiddiskussion.
    .
    JoePadre, Ihre Aufzählung an Subventionen ist zwar interessant, doch ist Ihr Schluß über deren allgemeine Abschaffung ist falsch. Der Staat soll die Marktwirtschaft ja etwas „lenken“ können, und das macht er zum Teil eben über Transferzahlungen. Steuervergünstigungen werden gezielt dort gegeben, wo Investitionen gefragt sind, etwa bei Immobilien im Osten. Leider kann man natürlich lange über Sinn und Unsinn jeder einzelnen Subvention streiten…
    .
    Ich hätte da übrigens noch einen weiteren Vorschlag: warum kann man private Haushaltsjobs wie Saubermachen oder Kinderbetreuung so schlecht bzw. nicht von der Steuer absetzen? Hausangestellte sind derzeit fast unbezahlbar. Eine ungeheure Menge von Frühruheständlern, Rentnern und Arbeitslosen könnten dadurch eine einfache und gute Einnahmequelle erhalten, bräuchten weniger staatliche Hilfen zu beziehen, wären im Arbeitsprozess und würde es einem großen Teil ihrer neuen Arbeitgeber sicherlich ermöglichen, noch produktiver zu arbeiten.

  111. Verkehrstechnisch liegt...
    Verkehrstechnisch liegt Muenchen doch sehr unguenstig zu den kulturellen Zentren Europas (Wien ausgenommen). Laut ViaMichelin brauchts es 8 Stunden bis Rom, und 7 Stunden bis Paris. Berlin zaehle ich nicht mit, wer aber hin will, ist in 5 Stunden dort. Wer will das schon?
    Ich bin in 5 Stunden in Paris. Das reicht mir mir. Ich bin bescheiden.

  112. @Aus Haching:

    "Trophy Wifes"...
    @Aus Haching:
    „Trophy Wifes“ ist ja ein lustiger Begriff! Solche Trophäen sollte man wohl möglichst schnell weiterreichen.
    Diese gestiefelten, gespritzten, gelifteten, SUV/Mini-fahrenden Teile (die es leider überall im Bundesgebiet gibt) finden aber meist bei älteren, kleinen, dicklichen Männern Unterschlupf. Und so kommt zusammen, was zusammen gehört.
    Ein normaler Mann erträgt weder die Erscheinung, noch die meist vorhandene Krächzstimmen dieser „Trophy´s“

  113. Tja, Herrentorte, dann haben...
    Tja, Herrentorte, dann haben Sie München einfach nicht richtig verstanden. Macht aber auch nichts, denn wir sind hier eh‘ nicht so scharf auf die Zuag’roasten Preissn, die dauernd nur meckern…

  114. Reich ist wer mehr als Nichts...
    Reich ist wer mehr als Nichts hat! Wir werden arm geboren, nichts zum Anziehen, nichts zum Essen, nichts zum kaufen, eben arm. Was die Eltern dem Neugeborenen dann bescheren sind Geschenke, die hat man allerdings erst nach der Geburt. Also besser dem Fiskus nichts erzählen, sonst kommt er auf die Idee auch die HartzIV-Empfänger noch abzukassieren, da diese ja nun auch reich sind, denn sie haben mehr als Nichts. Als ich noch ein Kind war, galten Millionäre als reich. Das müßte eigentlich immer noch so sein, eigentlich. Aber wir haben ja gelesen dass wir als normaler Arbeiter immer näher an die Reichen heranreichen. Warum beschweren sich also alle?

  115. @Don Alphonso 23. Juli 2009,...
    @Don Alphonso 23. Juli 2009, 15:50
    Hallo erstmal.
    Werter Don, Sie tasten „…Talentiert, aber nicht gut genug, klug, aber nicht wirklich intelligent, begabt, aber nicht genial. Da fehlen die letzten 10%, um wirklich gut zu sein, und der Biss, sich durchzusetzen. Ich bekomme auf einem Auge mit, was der so tut, und seit anderthalb Jahren lebt er halt aus verschiedenen Quellen, inzwischen auch mit Frau und Kind. … Ich müsste mich eigentlich hinstellen und sagen: Stell Dich hin, hör auf mit dem Rumgetue, zieh irgendwohin, wo es Arbeit gibt und egal, was es ist…“
    Nicht gut genug, nicht wirklich intelligent, nicht genial…Ab welcher Qualifikation bekommt man denn ganz SICHER einen Job? Mit welcher Qualifikation verliert man seinen Job ganz SICHER NICHT? Yes, we can – „du kannst es schaffen, ich weiß es“ (oder wie es auch immer aus Hollywood herüberschallt). Mann/Frau „bildet sich weiter“, „arbeitet an sich“, „wird bissig“ – und bekommt den Job trotzdem nicht. Oder bekommt ihn – aber dafür bekommt ihn dann eben ein anderer nicht. Und der bildet sich dann weiter, und arbeitet an sich, wird bissiger…Der Don sagt „…zieh irgendwohin, wo es Arbeit gibt..“ Wo liegt den dieses „irgendwo“? In Afrika?
    Ist es nicht eher so, daß bei der „Arbeits-Problematik“ nicht das „wer“, „wie“ oder „wo“ entscheidend ist, sondern das „warum“?. Und das „warum“ heißt „Geld“. Denn Arbeit ist jede Menge da: In der Alten- und Krankenpflege, Milliarden Menschen leiden Hunger, im Umweltschutz, in der Bautensanierung (viele Brücken in D. sind marode) undundund. Aber die Arbeit soll nicht bezahlt werden (Altenpflege) oder kann nicht bezahlt werden (Handwerker).
    Dabei ist offensichtlich jede Menge Geld vorhanden, sodaß man aktuell wieder von einer „Liquiditätshausse“ an den Börsen spricht und sich die Zentralbanken Gedanken machen, wie sie das Geld „dem System“ wieder entziehen können (allerdings nur auf politschen Druck hin. Sie würden eigentlich nur allzugern noch mehr Geld ins System pumpen. Denn das würde die Börsen weiter hoch treiben). Das Geld ist das Problem, genauer, der Gewinn (auch Rendite). Und Gewinne kann man, in der Realwirtschaft, am besten mit Monopolen machen. Und mit neuen oder KOMPLEXEREN Dingen. Denn dann sind die „Dinge“ limitiert. Und nur was limitiert ist, ist auch „wertvoll“ und begehrlich (nicht wahr, Don?). Und weil alles immer komplexer GEMACHT wird, sind leider immer mehr Menschen nicht gut genug dafür, nicht wirklich intelligent, nicht genial. Und so finden selbst 60.000 Ingenieure keine (angemessene?) Arbeit mehr.
    Ok. Lassen wir „das System“ gewähren. Verzichten wir auf den Staat. Auf den gedanklichen Ansatz, ein „Staat“ sein zu wollen (viele hier jubeln mir jetzt zu. Ich bedanke mich). Lassen wir der Evolution freien Lauf. Auf das der Stärkere gewinnt. Lassen wir alle Geschäftmodelle zu: nicht nur madoffsche Kettenbriefe für die Oberschicht, sondern auch Hütchenspiele für die Unterschicht. Wer nichts anderes kann, soll mit Drogen handeln dürfen. Schaffen wir die Steuern ab, sparen wir am Staat und lassen wir die Gefangenen frei. Schauen wir nach Kalifornien. Für freien Schußwaffenbesitz. Laßt uns Sin-City spielen.
    Aber ab dann dürfen wir auch nicht mehr mit den Fingern auf 1933 zeigen.

  116. Wertverfall auch in den teuren...
    Wertverfall auch in den teuren Lagen
    @Don Alphonso: zur halben Milliarde: Statisch besehen haben Sie Recht, aber mit dieser Summe, hat man auch ein wenig Spielgeld, kann in der Krise noch mal absahnen (= Gewinnmitnahmen), wenn man über Insiderwissen verfügt, was ich hier unterstelle, man verliert u.U. viel, aber das treibt einem nicht so schnell den Schweiß auf die Stirn. Mit ner halben Milliarde bleibt man Global Player, bestimmt das Geschehen, hat die Nase also tendenziell oben. Das alles natürlich vorausgesetzt, dass das nicht die „Mutter aller Krisen“ wird. Und welcher Kapitalist, mit einer solchen Summe in der Tasche, glaubt daran, dass das die letzte der Krisen sein könnte, denn überhaupt das Ende des Kapitals.
    Es gibt so einige, die diesbezüglich mal weiterdenken, das sind dann die, die „rechtzeitig“ versuchen, sich aus dem Geschäft zurück zu ziehen, wie ein Soros, der nun in Argentinien den Großgrundbesitzer spielt, aber das ist nur die Rolle rückwärts. Es gibt nämlich kein Zürück mehr, so wenig wie ein seitwärts, von wegen in die Büsche schlagen. Vorwärts oder untergehen, scheint den meisten immer noch die bessere Alternative, denn wer will schon vorwärts und doch untergehen, dann ist Glauben die beste Hoffnung. Das ist im Übrigen auch der Grund, warum alles so weitergehen dürfte, wie bisher.
    Die kleinen Millionäre hingegen sind ja gerade das Problem. Diese kleinen „Hosenscheißer“ neigen dazu nun Still zu halten, ihr Geld zu halten, Grundbesitz zu halten, also erst mal in Deckung zu gehen, denn sie wissen, wie schnell sie Pleite sind, bei nur einem Fehler. Sie leben von der Substanz, wagen aber keine neue anzulegen. Grundbesitz bei tendenziell fallenden Mietpreisen ist auch nicht so lustig, mal abgesehen vom Wertverfall. Und der Wertverfall in den teuren Lagen folgt, je länger die Krise dauert. Spätestens dann, wenn in den City-Innenstädten nicht mehr nur Karstadt abgerissen wird. Die einzige Option: Abschreibung, also negative Mieteinnahmen!
    @Dipsy: Sie haben vermutlich Recht, umso schlimmer – und dafür der ganze Aufwand. A13 ist die Entlohnung im Übrigen für einen Dipl. Ing., wenn er Sachgebietsleiter ist im Öffentlichen Dienst, oder für einen Lehrer, oder für einen Teamleiter im gehobenen Dienst in einer x-beliebigen Verwaltung.

  117. da haben sie sich, lieber...
    da haben sie sich, lieber d.a., eine verwöhnte leserschaft herangezüchtet ;)

  118. Ich bin gerade unterwegs und...
    Ich bin gerade unterwegs und bekomme das kaum mit, was auch sein Gutes hat.
    .
    Devin08, ach, fehleiontscheidungen gibt es oft, aber man weiss in der Regel, wie man durchkommt. Ich sehe das nicht so schwarz. Es wird mal mehr und mal weniger, aber im grossen und ganzen muss man sich wirklich anstrengen, um ein mittleres Vermögen durchzubringen.
    .

  119. FritzV, da bin ich völlig...
    FritzV, da bin ich völlig überfragt. Ich habe noch nie eine Bewerbung geschrieben, die Arbeit kam einfach so zu mir, und das nicht, weil es jedesmal Beziehungen gegeben hätte. Ich habe auch nie ein Praktikum oder ein Volontariat gemacht, und genau genommen kann ich gar nichts – aber das reicht offensichtlich auch.
    .
    view, weil eine Million nicht mehr das bedeutet, was es einmal war. Der Begriff wurde zu einer Zeit geprägt, als grosse Besitztümer extrem selten war. Würde man heute die gleiche Grenze ziehen, müsste man bei den mittleren Milionären ab 25 Millionen anfangen.

  120. Herrentorte, probieren Sie das...
    Herrentorte, probieren Sie das Lehel, die Maxvorstadt, den Herzogspark, das Isarhochufer, oder auch den Flaucher, flanieren Sie über den Schwabinger Viktualienmarkt und das Univiertel: München ist schön, sicher und sauber. Käfer geht aber absolut nicht, das kaufen nur die Touristen, und der beste Bäcker ist im Lehel, gleich am englischen Garten. München verbindet grosse Menschenmassen mit wirtschaftlicher Kraft und viel reizvoller Landschaft.
    Es stimmt natürlich: Nah ist nur Italien und keine echte Metropole. Und arm sein kann man sich in München nicht leisten. Ich bin auch kein kritikloser Fan der Stadt und fühle mich tatsächlich am Tegernsee wohler.

  121. @Devin: Bevor Sie hier...
    @Devin: Bevor Sie hier weiterhin Ihrem anscheinend unstillbaren ideologischen Mitteilungsbedürfnis frönen, wäre es angebracht, dass Sie einmal kurz die Tinte halten und sich überlegen, dass diejenigen, die Sie hier als „Hosenscheißer“ beleidigen, gerade diejenigen sind, die sich in der Krise als die eigentlichen Stützen der Gesellschaft darstellen. Selbstverständlich halten diese Menschen ihren Besitz und ihre Grundstücke auch in der Krise. Täten sie es nicht, hätten wir hier bald verlassene Dörfer und verslumte Städte wie in der dritten Welt. Und selbstverständlich leben diese Menschen entgegen Ihrer Behauptung nicht „von der Substanz“. Nein, sie investieren in die Substanz, gerade in die von Immobilien, sie erhalten und verbessern sie. Was passiert, wenn es eine solche Klasse von Menschen nicht gibt, war zu Zeiten der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern anschaulich zu besichtigen. Versuchen Sie einfach einmal zu verstehen, dass der Besitz und die Erhaltung von Privateigentum eine keineswegs egoistische, sondern zutiefst gemeinnützige Angelegenheit darstellt.

  122. Don Alphonso redet der...
    Don Alphonso redet der „Revolution von Oben“. Ich sehe hier einen „Buergerkrieg in der Mitte“. Nicht schlecht. Nach der Theorie eines Berliner Polizeipraesidenten (lang ist’s her), ist die Leberwursttaktik sehr wirksam: In die Mitte reinhauen, dann nach beiden Enden hin ausquetschen. Weitere Assoziationen diesbezueglich verbietet mir mein Zartgefuehl.
    .
    joepadre, wir sehen uns heute noch. Stellnseschonmalnbierkalt! Bitte!

  123. Mich belustigt die Diskussion...
    Mich belustigt die Diskussion etwas. Zeigt sie doch wie abgekoppelt selbst Menschen vom Schlage eines Don Alphonso (obwohl sie trotz besserer Herkunft ja noch ‚bodenständig‘ geblieben sind) mittlerweile von der Realität sind.
    3400 Euro netto (wir reden hier von netto) sind ca. 6800 Euro brutto oder knapp 81.000 Euro Brotto per annum.
    Das ist ein Salär, das die meisten trotz Studium in einem mathematischen, naturwissenschaftlichen, Ingenieurs- oder Informatikfach an einer guten Uni, trotz Medizinstudium oder anderen Studiengängen mit Einkommenspotential nie erreichen werden.
    Im IT Bereich ist es schon schwierig auf 55.000 Euro zu kommen und selbst gut bezahlte Ingenieure mit Personal- und Budgetverantwortung tragen am Ende eines Jahres vielleicht 65.000 Euro brutto nach Hause.
    Dabei handelt es sich um Menschen, die 20 Jahre ihres Lebens in eine hochwertige Ausbildung investiert haben und die Dinge produzieren, die den matten Glanz produzieren, in dem sich die bessere Gesellschaft Ingolstadts und anderswo so bemüht sonnt.
    50.000 sind etwa 2000 Euro netto und damit bewegt man sich schon auf einer Ebene die vielleicht 15% der Deutschen Bevölkerung erreichen. Die meisten müssen von 35.000 Euro oder weniger pro Jahr leben.
    Wer genug geerbtes Geld auf dem Konto hat dem mag das wenig erscheinen. Ich möchte nur darauf hinweisen das 95% der Deutschen selbst die ihnen gering erscheinenden 3400 Euro netto in ihrem Leben nie erreichen werden.
    Bei den von mir genannten 50.000 bis 60.000 Euro pro Jahr tut man sich im übrigen schon schwer eine Immobilie in Nürnberg oder einer anderen Mittelstadt zu bezahlen (wo 120 Quadratmeter Doppelhaushälfte außerhalb auch schon 250.000 bis 300.000 Euro kosten).

  124. @FritzV: das Problem ist ein...
    @FritzV: das Problem ist ein anderes, nämlich das verharren in alten Denkstrukturen. Noch immer gilt bei vielen: nur wer arbeitet, is(s)t auch. Sicherlich, ich bin auch dafür, dass sich jeder selber ernähren soll und das nicht von anderen einfordert. Wie ließ Ayn Rand, die alte „Marktrechtsextreme“ (Zitat Don Alphonso), ihren John Galt schon sagen:
    „Sie glauben also, Geld sei die Wurzel allen Übels? Haben Sie sich jemals gefragt, was der Ursprung des Geldes ist? Geld ist ein Tauschmittel, das es nur gibt, wenn Güter produziert werden und wenn Menschen da sind, die diese Güter produzieren können. Geld ist der materielle Ausdruck des Prinzips, dass Menschen nur miteinander auskommen, wenn sie Leistung mit Gegenleistung bezahlen, wenn ihre Beziehungen durch ehrlichen Tausch geregelt sind. Die Schnorrer, die glauben, den Ertrag Ihrer Arbeit mit Gejammer einheimsen zu können, oder die Plünderer, die sich mit Gewalt holen, was sie haben wollen, brauchen kein Zahlungsmittel. Geldgeschäfte gibt es nur zwischen Menschen, die etwas produzieren. Ist Geld deshalb ein Übel?“
    Das Problem ist: unsere Technisierung macht die vielen Arbeiter und Angestellten immer überflüssiger, sie werden schlicht nicht mehr zur Güterproduktion benötigt. Und nicht jeder kann Pizzabote, Fremdenführer oder hauptberuflicher Blogger werden und Handyshops gibt es auch mehr als genug. Nun sind diese Menschen aber nun mal da. Mal soll man mit denen tun? Ins Meer treiben?
    Sicherlich ist es keine Lösung, diesen Menschen einfach Geld zu überweisen. Damit können sie überleben, aber sinnvoll gestalten leider viele ihr Leben dann doch nicht. Da wird vor dem Fernseher gegammelt, der Alkohol fließt in Strömen und vorhandene Kinder vegetieren vor sich hin, wenn sie nicht gleich totgeschlagen und eingefroren werden. Es müßten also neue Konzepte her, was man mit diesen Menschen macht, wie Gesellschaft in Zukunft gelebt werden soll.
    Leider sehe ich bei den wenigsten Politikern, dass sich jemand darüber Gedanken macht. Viele in den sog. „Eliten“ drehen sich auch lieber um sich selber. Also, von wo soll die Lösung kommen? Ein Verharren beim „machen wie so weiter wie immer“ ist eindeutig nicht die richtige Lösung, weil es nicht zu den Rahmenbedingungen passt.

  125. Weit von jedem NEID entfernt....
    Weit von jedem NEID entfernt. So weit wie Don Alphonso von BErlin, Bochum oder Buxtehude.
    Wer Porsche fahren will oder es noetig hat und wem es gefaellt (weil er gen schnell unterwegs ist, oder Trophaen einsammel will), biitteschoen. Jedem Narren seine Kapp‘ und mir meinen Hut.
    Beim abhaengig Beschaeftigten unterscheidet das Finanzamt (im Zweifel fuer sich) zwischen Privat und Beruf und nur was beruflich veranlasst ist, wirkt steuermindernd (grob gesagt, Ausnahmen sind die Regel, Sichwort Beitraege zur Sozialversicherung). Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass da bei den Dienstwagen nicht immer so genau hingeschaut wird und der Privatfaktor (dass ist doch die 15 regel, oder?) weniger als beim abhaengig Beschaeftigten ins Gewicht faellt.
    Ach, was red‘ ich von Subventionen. Das Geld fliesst ja uach wieder zurueck – vom Produzenten in die Parteikassen.

  126. @Cao Ky: Konfuzius: "Reich...
    @Cao Ky: Konfuzius: „Reich ist, wer weiss, dass er genug hat.“ Ich bin erstaunt und bitte um Zitatangabe. Ich kenne ich mehr mit Aussagen wie: „Der Geringe strebt nach Profit, der Edle nach Rechtlichkeit.“ (als verarmter Adliger mit Verbindungen zum ehemaligen Herrscherhaus hatte Kongzi natürlich eine ganz solide Geldverachtung.)

  127. @Herrentorte: Punktgenau...
    @Herrentorte: Punktgenau getroffen! München hat seit den Siebzigern ein gutes Marketing. Seither spätestens brüstet man sich gern auch mal laut plappernd mit dem Insignium „Schönste Stadt der Welt“. Wo diese schönste Schönheit aber genau anzutreffen sei in München, hat sich mir noch seit Jahrzehnten nicht erschlossen. Ja, das Lehel, das Isarhochufer Richtung Großhesselohe, ja der Odeonsplatz und die Maxvorstadt und dergleichen, jaja – alles schön. Aber herausragend? Und tritt man nur ein paar Schritte aus diesen Plätzchen und Viertelchen heraus, dann wird’s in München eher trostlos sogar. Man stelle sich einfach nur mal auf die Donnersbergerbrücke und schaue in alle Richtungen… da keimt dann doch eher der Verdacht auf, dass es all die Immobilienbesitzer hier sind, die Angst um die Wertbeständigkeit ihrer teuer erworbenen Besitztümer haben und daher auf Teufel komm‘ ‚raus einen Nimbus pflegen, der mit der Realität nicht viel zu tun hat. Was München wirklich zu bieten hat: Arbeitsplätze und eine Glasglocke, die sichtbare Armut draußen hält. Und die Berge, nunja – München hat etwa 1,3 Millionen Menschen. Die wollen am Wochenende auch raus aus der flächenmäßig kleinsten Großstadt Deutschlands… da kann man sich dann brav in den Stau auch auf der Straße durch Tegernsee einreihen.
    .
    @mawu: Nur derjenige, welcher vergleichen kann, kann auch meckern. Wer nichts gesehen hat von der Welt, kann auch nicht selbstbestimmt wählen.

  128. @Georgiana Darcy: Dieses Zitat...
    @Georgiana Darcy: Dieses Zitat wird dem guten alten Laotse zugeschrieben. Läßt sich leicht mit einer Suchmaschine herausfinden. Da findet man auch leicht weitere Zitate wie:
    Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu.
    — Danny Kaye
    Reich ist man nicht durch Besitz, sondern durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß.
    — Epikur

  129. Toplagen in der...
    Toplagen in der Krise
    @Stilkritik: „Was passiert, wenn es eine solche Klasse von Menschen nicht gibt, war zu Zeiten der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern anschaulich zu besichtigen.“ Wollen Sie mich damit verärgern oder belustigen? Die EX-DDR ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine westliche Mafia mit einer östlichen EX-Stasi-Connection all das aufkauft – für’n Appel und Ei -, was gestern noch – zumindest der Form nach – „Volkseigentum“ war, unterstützt von einer nicht weniger innovativen Bürokratie. – Und da wo sie nicht aufkauft, in der Tat, dort ist Ebbe. Mehr oder weniger kriminelle Neureiche, die so nebenbei auch noch ein paar Dummköpfe abzocken (selbst bekannte Schauspieler sind offenbar nicht klug genug!), das sollen die Leute sein, die die „eigentliche Stütze der Gesellschaft sind“? Für die Dummköpfe wohl, mehr fällt mir dazu nicht ein!
    @Alphonso: Wie sehr ich wohl richtig liegen könnte, mit meiner Vermutung, nämlich dass vor allem nun Toplagen gefährdet sind, könnte folgendes Zitat belegen:„„Amerikanische Gewerbeimmobilien, zu denen Bürohochhäuser oder Einkaufszentren gehören, gelten in der Rezession weiter als gefährdet. „Es sieht so aus, als ob dies eine Anlageklasse ist, die sich noch verschlechtern wird, bevor es wieder zu einer Erholung kommt“, sagte ein hochrangiger amerikanischer Bankmanager.““ (Standard & Poor’s nimmt Herabstufung zurück: http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A808EF01024D15375/Doc~E00F8EEBEBCDE47BAB60C128D1C32B418~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
    Und genau das ist der Grund, warum diese Leute eben nicht investieren (siehe oben und auch Stilkritiks Einlassung) – sie sollen allerdings dazu gebracht werden, das ist wohl wahr. Der Ruf ist ruiniert, für lange Zeit. Und selbst der dümmste Kopf – der kleinste Hosenscheißer – zieht diesen nun ein. Ob sie damit aber ihr Vermögen halten, wage ich sehr zu bezweifeln. Es ist das Krisenkapital, da nämlich das Großkapital, bzw. eben Finanzkapital, das die Richtung vorgibt. Nicht investieren ist auch eine Form von Selbstmord, da ohne Risiko, vielleicht etwas langsamer. Bei all dem bleibt allerdings noch die Option des Staatsbankrotts, der ultimativen Geldentwertung, dem Währungsschnitt, mit all den bekannten und noch nicht bekannten Möglichkeiten. Hiervon bleiben dann nur ganz wenige verschont, die Spitzen des Kapitals, ganz wenige Global Player, nämlich die, die das veranstalten, auf deren Weisung das geschieht.
    Und wem das zu „ideologisch“ ist, der kann weghören, bis es dann passiert ist.

  130. natuerlich, dr snuggles, - man...
    natuerlich, dr snuggles, – man sehe mir nach wenn ich die direkte gegenposition einnehme, denn bei dem leuchtesternchen ayn rand werd ich schnell plakativ… – natuerlich kann es eine loesung sein „diesen Menschen einfach Geld zu ueberweisen“. – natuerlich! – wir sehn es am don: bildung, ausbildung und nicht vollstaendig mit dem ruecken zur wand. – stattdessen: liegestuhl, grundsicherheit und laptop und er macht was draus.

  131. @Dr Snuggles: Gab es nicht...
    @Dr Snuggles: Gab es nicht einmal den Traum der Menschen, als alle noch schuften mussten von ihrer Hände Arbeit, dass es doch schön wäre, man könne auf Arbeit verzichten und dennoch gut leben? Diesen Traum haben wir in unseren westlichen Industriegesellschaften fast erreicht. Ein Kranführer erledigt heute mit einem Joystick das, was früher 100 Hafenarbeiter mit der Schaufel hart erarbeiten mussten. Wäre es nun wirklich sooo schlimm, dass diese 99 Menschen auf der faulen Haut lägen und sich von dem 1 durchfüttern ließen? Es wird nämlich heute von diesem einen exakt die gleiche Wertschöpfung erbracht, wir früher von den 100. Also – wo wäre das Problem? Der Inhaber der Drogeriemarktkette dm hat es sinngemäß einmal so formuliert: Wir haben kein Armutsproblem, wir haben ein Reichenproblem. Denn die Reichen, die Elite also, ist zu denkfaul geworden, um sich vorstellen zu können, dass wir mit dem heutigen Wohlstand mehr machen können als ihn nur zu akkumulieren.

  132. Liebe Leserschaft, was machen...
    Liebe Leserschaft, was machen Sie eigentlich, wenn ich nächste Woche auf Reisen bin und nicht immer freischalten und mitreden kann? (Frau Diener ist so reizend, mich nach Südtirol zu begleiten)

  133. Doctor Snuggles, wir sprachen...
    Doctor Snuggles, wir sprachen hier schon oft darüber und bedenken Sie auch mal, woher die ganzen derzeit konsumierten Billigprodukte kommen – nicht von hier jedenfalls. Anstelle des Kaufs von hochwertigen Produkten „Made in Germany“, wie übrigens Porsche, bevorzugen entsprechende Klassen den Kauf von Schrott „Made in China“. Kurzlebiges Glump, nicht reparierbar, langfristig sicher teurer. So schaufeln sie sich ihr eigenes Grab, denn sie wären diejenigen, die hier produzieren. Und dieses Verständnis sollte gefördert werden.
    .
    Wendelin, das mit dem von der Steuer absetzen hört sich übrigens besser an, als es ist. Kennen Sie die 1%-Regel? Demnach sind 1% des Neupreises des Autos pro Monat privat zu versteuern. Ein Porsche für sagen wir 100.000,- Euro kostet ca. 1.000,- Euro Leasing/Finanzierung pro Monat: ein Prozent. Und nun rechnen Sie sich das mal mit einem Gebrauchtwagen aus, wenn man sparen will.
    .
    Cao Ky, das Zitat von Konfuzius ist wirklich nett.

  134. @ Doctor Snuggles 24. Juli...
    @ Doctor Snuggles 24. Juli 2009, 12:38
    Doc S., Sie zitieren „Haben Sie sich jemals gefragt, was der Ursprung des Geldes ist? Geld ist ein Tauschmittel, das es nur gibt, wenn Güter produziert werden und wenn Menschen da sind, die diese Güter produzieren können. Geld ist der materielle Ausdruck des Prinzips, dass Menschen nur miteinander auskommen, wenn sie Leistung mit Gegenleistung bezahlen, wenn ihre Beziehungen durch ehrlichen Tausch geregelt sind.“
    So ein Zufall, ich, als dummer Dipl.-Ing., ackere mich gerade an Heinsohn/Steiger s „Eigentum, Zins und Geld“ ab. In der Buchbeschreibung heißt es u.a.: „Heinsohn und Steiger begründen einen Paradigmenwechsel: Nicht der Tausch, sondern das Eigentum ist der Ursprung allen Wirtschaftens; Zins und Geld sind seine erstgeborenen Abkömmlinge…“ Und weiter, (das Buch) „…wird vom Geldmuseum der Deutschen Bundesbank zu den 5 bedeutensten Gelderklärungen gezählt.“ Also, zumindest wohl kein Bullshit, das.
    Und nochmal der Doc: „..das Problem ist ein anderes, nämlich das verharren in alten Denkstrukturen. Noch immer gilt bei vielen: nur wer arbeitet, is(s)t auch. Sicherlich, ich bin auch dafür, dass sich jeder selber ernähren soll und das nicht von anderen einfordert.“
    Heinsohn/Steiger schreiben dazu u.a.:“ Die meisten neuzeitlichen Eigentumsgesellschaften haben die Sklaverei politisch abgeschafft, weshalb sie in jedem zusätzlichen Menschen einen weiteren Eigentümer begrüßen. Diese freien Menschen können ihr Eigentum an Arbeitskraft verkaufen. Der ihnen dafür auszuhändigende Geldlohn ist für den Unternehmer zunächst ein verlorener Geldvorschuß, den er gleichwohl verzinsen muß. Während der Sklave wie eine Maschine oder ein Grundstück wieder verkauft und so zur Rückgewinnung von Geld eingesetzt werden kann, ist das Lohngeld ersteinmal verloren, weil die Ware noch die Hürde des Marktverkaufs nehmen muß. Mit dem Lohnarbeiter ist ein verbindlicher Vertrag über Lohngeld zu erfüllen, während ein Käufer, der dann einen Kaufvertrag durch Leistung des Preises erfüllt, erst gesucht werden muß… Permanent wird deshalb versucht, die Verausgabung von Lohngeld zu vermeiden…Im Sklaven hat der Unternehmer Eigentum, während er an den Lohnarbeiter Geld verliert. Die Reduzierung eben dieser Verluste macht ihn ununterbrochen angewiesen auf arbeitssparende Einfälle.“ Soweit Heinsohn und Steiger.
    Zur Wiederholung den Doc nochmal: „Noch immer gilt bei vielen: nur wer arbeitet, is(s)t auch. Sicherlich, ich bin auch dafür, dass sich jeder selber ernähren soll und das nicht von anderen einfordert.“ und „Nun sind diese Menschen aber nun mal da. Was soll man mit denen tun? Ins Meer treiben?“
    Also, das könnte noch interessant werden. Wenn ins Meer treiben erlaubt/erwünscht wird und gleichzeitig die Leugnung des Holocaust verboten ist.

  135. @Don Alphonso
    24. Juli 2009,...

    @Don Alphonso
    24. Juli 2009, 13:34
    „Liebe Leserschaft, was machen Sie eigentlich, wenn ich nächste Woche auf Reisen bin und nicht immer freischalten und mitreden kann? (Frau Diener ist so reizend, mich nach Südtirol zu begleiten)“
    Tja, was mach ich dann bloß. Auch nach Südtirol fahren?

  136. Ephemeride, Herrentorte, es...
    Ephemeride, Herrentorte, es ist ja absolut nichts dagegen zu sagen, wenn man mit München nichts anfangen kann. Es nervt nur einfach, Zugereiste nur maulen und meckern. Die können dann gerne wieder dorthin ziehen, wo es ihnen besser gefällt.
    .
    Herold, manchmal scheint mir, Sie können nur in Zwangsmaßnahmen denken. Gutsherrenstil – nur eben umgekehrt.
    .
    Lieber Don Alphonso, viel Spaß mit Fr. Diener in Südtirol. Eine Blog-Pause wäre auch mal nicht schlecht, ich komme ja kaum mehr zum Arbeiten…

  137. Lieber Don Alphonso. Dann...
    Lieber Don Alphonso. Dann bleibt der Salon wohl leider geschlossen. Und wir treiben uns, nunja, im Fernsehblog herum?

  138. ERPRESSUNG!!!!...
    ERPRESSUNG!!!!

  139. @abf: eben, Don macht was...
    @abf: eben, Don macht was draus und liefert uns eine Gegenleistung. Er unterhält uns, lädt zur Diskussion ein. Das machen aber eine ganze Reihe von anderen Personen nicht, die es als ihr Recht ansehen, dass sie auf unsere Kosten leben dürfen.
    @Ephemeride: sicherlich ist es der Traum der Menschheit. Dennoch stelle ich die Frage: woher kommt denn das Geld, das aus dem Füllhorn verteilt wird? Es kommt von den wenigen, die Steuern zahlen, also einer geregelten Arbeit nachgehen. Wieso sollte denn der 1 noch arbeiten gehen, wenn er 99 Leute mit durchziehen soll? Der Staat selber hat kein Geld, er ist auf das angewiesen, was die paar Arbeitnehmer erwirtschaften. Wenn nun aber dazu keiner mehr Lust hat, woher soll es dann kommen? Das Brot, dass die 99 Leute essen, muss erstmal gebacken werden, bevor sie essen können. Ein großer Fehler des Sozialismus ist es imho davon auszugehen, dass Menschen gerne für andere Menschen arbeiten. Der zweite war davon auszugehen, dass alle Menschen gleich sein wollen. Der Mensch arbeitet erstmal für sich selber, nicht damit es anderen gut geht. Niemand bei der Müllabfuhr arbeitet dort, damit die Städte sauberer sind. Niemand baut Häuser für andere, damit sie ein Dach über dem Kopf haben.
    Und selbst wenn wir dank Robotern dazu in der Lage wären, die Beschäftigung komplett auf Maschinen auszulagern und somit zum ersten Male in der Lage wären, wirklich eine völlige Gleichheit aller Menschen im Arbeitsprozeß herzustellen, selbst dann hätten wir ein Problem, weil eben viele Menschen nicht wüßten, was sie mit sich und ihrer freien Zeit anfangen sollten. Dieses Problem gibt es bereits heute und es ist ungelöst. Mich würde interessieren, in welchem Verhältnis sich die ehrenamtlichen Helfer in Vereinen aus Arbeitnehmern und Arbeitslosen rekrutieren. Ich behaupte, der Großteil sind Arbeitnehmer, die in ihrer Freizeit oder im Ruhestand noch ehrenamtlich tätig sind.

  140. Gut, man muss zugeben, dass...
    Gut, man muss zugeben, dass die Berufe, in denen man seine schlechten Eigenschaften auslebt, sie plakativ äussert und dafür von einem erstklassigen Medienhaus auch noch honoriert wird, seit den Tagen von Evelyn Waugh selten geworden und nicht jedermann zugänglich sind. Vielleicht sollte ich einen green bowler hat kaufen.

  141. DA: mit 25 Millionen ist einer...
    DA: mit 25 Millionen ist einer erst reich, nach Ihrer Meinung, aber wir sehen, daß in Finanzministerien anders gerechnet wird. Reich sein ist wohl eher Ansichtssache und/oder Ermessenssache jedes einzelnen Individiums.
    Ich fühl mich reich, weil ich ein eigen Häuschen habe und mehr verdiene als mein Nachbar etwa. Ich bin arm, weil ich ein kleineres Häuschen als mein Nachbar habe und auch nicht an seine große Kiste in der Garage annähernd herankomme. Ich bin reich, weil ich jedes Jahr in Urlaub fliegen kann. Ich bin arm weil ich jeden Urlaub zu Hause auf dem Balkon verbringen muß. Das Problem ist weder die Regierung, noch irgendwelche Reichen, sondern der Mensch mit seinen Ansichten an sich! Wer unzufrieden ist mit seinen 100 Millionen, weil ihm das zu wenig erscheint, fühlt sich arm gegenüber seinem Nachbarn, der 1000 Millionen hat. Nächste Woche freut er sich, weil sein Nachbar 999 Millionen an der Börse verzockt hat, schon fühlt er sich reich. Will sagen, nur wer mit sich und seiner Situation zufrieden ist, hat kein Gefühl arm zu sein. Wie gesagt, Ansichtssache. Ach ja DA, viel Spaß bei Ihrer Reise, kommen Sie wieder gesund zurück.

  142. Urlaubs-/Kurzeit
    @Don...

    Urlaubs-/Kurzeit
    @Don Alphonso: Ich bin ab 5.08.09 für 3 Wochen auf Rügen – nur keinen Neid -, mache dort eine Kur – Vater/Kind-Kur, ja das gibt es! -; ich werde dort jedem Computer aus dem Weg gehen – wegen des Stressabbaus (und der Ideologieausleitung). Wünsche euch schönen Urlaub, Südtirol ist ja auch ganz nett. Der Wein dort ist trinkbar, die Berge sind begehbar/die Pässe befahrbar, und die Einheimischen sind noch locker, vor allem beim „Viertel“ Rotwein. Nur ein wenig warm könnte es dort werden. Aber da ihr euch wahrscheinlich meistens in Kirchen aufhaltet, wird’s wohl nicht so schlimm werden.

  143. @FritzV: Was möchten Sie...
    @FritzV: Was möchten Sie mir/uns sagen?

  144. FritzV: denken Sie an die...
    FritzV: denken Sie an die Meerjungfrauen, die bekommen es mit der Angst zu tun bei so vielen ins Meer Getriebenen. Auf der anderen Seit gäbe es da wieder mehr Fische zu fangen.
    Doctor Snuggels: dann bleibt nur noch das Hosiannah!

  145. @View: Ob ein göttlicher...
    @View: Ob ein göttlicher Beistand da reicht? Wohl eher kaum, der Papst fordert zur Beendigung der Verhütung und somit zum Ansteigen der Bevölkerung auf. Also in letzter Konsequenz zur Vergrößerung des Problems. Wirklich hilfreich ist das nicht.

  146. don, suedtirol ist sicherlich...
    don, suedtirol ist sicherlich berufliche forschungsreise und sei insofern zugestanden – oder sollte man die anzeige als etwas anderes verstehen?

    und nochmal zum bekannten hauptstadtproblem: das unangenehme an berlin ist ja nicht, dass es dort ne menge leute gibt, die irgendetwas versuchen. das unangenehme ist, dass viele dort das stigma der armut nicht abschuetteln koennen. – „arm aber sexy“ ist quatsch. „reich und sexy“, daraus wuerde ein schuh. – reich an freiheit, moeglichkeiten, experimentierfreude.
    das unangenehme an berlin ist, dass dort viele die not zur tugend machen (und wowi auch nichts besseres einfaellt). die not bleibt aber, und sei es auch nur die, sich vor den eltern, vor restdeutschland, vor der buergerlichen welt irgendwie immer latent rechtfertigen zu muessen.
    das bekannte resultat ist eine stadt voll gegenkultur und gegendefinition. aber es ist leider oft eine inwaertsgerichtete und pubertaere gegendefinition. notgeborene und provisorische lebenswelten, trashfeste und trashkultur in der man sich feiern und als lebendig und froh erfahren kann – trotz und gegen hartz4. – das resultat, der kulturelle beitrag, er bleibt oft pubertaer und ohne relevanz – und die augen bleiben oft ein kleines bischen trotzig und die schultern oft ein kleines bischen schlaff.
    schoen ist das nicht in jeder hinsicht. fuer niemanden.
    und wenn die gesellschaft im turbulenten jungen 21. jahrhundert keine verbindliche richtung vorgeben kann, dann sollte sie wenigsten angst und stigma nehmen, dort wo sie es vermag.
    wenn wir uns das nicht leisten koennen – transferleistungen ohne stigmatisierung – , dann brauchen wir uns auch keine elitehochschulen einreden zu lassen, nur weil harvard und oxford jeder chinees und pakistani kennt.

  147. @abf: Könnte man diese...
    @abf: Könnte man diese Trashkultur als Gegensatz zur Bussi-Bussi-Gesellschaft sehen? Die da oben, wir hier unten? Wer keine Chance hat, jemals zu den „Schönen und Reichen“ zu gehören, der will wenigstens König in seiner Straße werden, er richtet sich eben in seinem Millieu ein. Das mündet dann eben in einem „Arm, aber sexy“, was natürlich völliger Blödsinn ist, aber so kann man trotzdem noch in den Spiegel gucken. Nur: den Willen, dem Sumpf zu entkommen, stärkt das nicht. Im Gegenteil. Es wird dann eher zum „Dumm, aber stolz darauf“ und dient im Zweifel der Unterhaltung, wie z.B. „Vicky Pollard“ aus „Little Britain“ (ein Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=6GC5JEmGdmM ) oder diesen gesammelten Werken: http://www.blogschrift.biz/2007/04/schakkeline-komm-wech-von-die-regale-du-arsch/

  148. Zwangsmaßnahmen?
    @Mawu: „in...

    Zwangsmaßnahmen?
    @Mawu: „in Zwangsmaßnahmen denken“. Erklären Sie mir das doch bitte. Oder meinen Sie etwa, da der Sozialismus eine „Zwangsmaßnahme“ sei, könnte ich – als Sozialist – nur in solchen Kategorien denken?
    Wenn dem so wäre, wäre nicht nur der Sozialismus zum Scheitern verurteilt, denn jede Kategorie ist per se eine Zwangsmaßnahme – eine geistige.

  149. Mawu, fragen Sie sich...
    Mawu, fragen Sie sich ernsthaft, warum sie 715 Euro für zwei Kindergartenplätze zahlen? Soll ich’s Ihnen vorrechnen? Pro Kind zahlen Sie also rund 360 Euro. Nehmen wir mal an, eine Kindergärtnerin betreut im Schnitt zehn Kinder. Dann sind die Bruttoeinnahmen pro Kindergärtnerin 3600 Euro. Davon gehen ein Drittel bis die Hälfte für Verwaltung, Verbrauchsmittel, Immobilie etc. ab. Bleiben noch so zwischen 1800 bis 2400 Euro brutto für die Kindergärtnerin übrig. Würden Sie für dieses Geld einen derart anspruchsvollen Job machen, bei dem eine Rasselbande von zehn Kindern ständig Ihre völlige Aufmerksamkeit fordert? Bei dem Sie nicht mal nebenher bei Don Alphonso vorbeisurfen können und einen schlauen Kommentar hinterlassen können? Ich würde das nicht, und Sie wahrscheinlich auch nicht.
    .
    Und zum zweiten Teil Ihrer Frage, warum Sie soviel zahlen und andere nicht: Ganz einfach, weil Sie es sich leisten können. Die alleinerziehende Mutter kann das nicht, und die Gesellschaft ist völlig zurecht der Meinung, daß es in diesem Fall besser ist, Kindergartenplätze zu subventionieren, damit die Eltern ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können, statt diesen Lebensunterhalt zu subventionieren.
    .
    Wenn Sie sich also demnächst wieder einmal über den Kindergartenbeitrag aufregen, denken Sie lieber an die Kindergärtnerin, die Ihnen für wenig Geld eine wertvolle Dienstleistung bietet. Und vielleicht sollten Sie ihr wenigstens einmal im Jahr ein kleines Präsent machen, damit sie merkt, daß man ihre Arbeit zumindest schätzt, wenn man sie schon nicht ordentlich bezahlt.

  150. @Doctor Snuggles24. Juli 2009,...
    @Doctor Snuggles24. Juli 2009, 14:36
    @FritzV: Was möchten Sie mir/uns sagen?
    Daß Geld, nach der sehr stichhaltigen Theorie von Heinsohn und Steiger, nicht durch eine Tauschwirtschaft ensteht (was z.Z. noch als Allgemeingut gilt), sondern durch rechtlich/gesetzlich verankertes (beleihbares!) Eigentum. Was die Wirtschafts-Diskussion auf ganz andere Füße stellen würde. Desweiteren, daß der Kapitalismus zwangsläufig Arbeitslose produziert. Und, daß auch ich mich somit frage, was „wir“ mit „denen“ machen. Ihnen etwas zu zahlen ist offensichtlich nicht ok, ins Meer treiben wohl auch nicht… Die Antwort steht also noch aus.
    @view 24. Juli 2009, 14:36
    FritzV: denken Sie an die Meerjungfrauen, die bekommen es mit der Angst zu tun bei so vielen ins Meer Getriebenen.
    Ich will gar keine Menschen ins Meer treiben. Ich bin im NaBu und mache mir somit natürlich auch Sorgen um die Meerjungfrauen in ihrem natürlichen Habitat.

  151. schöner status - quo -...
    schöner status – quo – bericht.
    genauso! eine tegernsee-postkarte will ich hier in berlin lesen.
    schön far away.
    handcoloriert.
    fiction.
    .
    der kleine distanzierte abstandshalter aus vorsichtigem unbehagem an der dargestellen kultur macht den unterschied zum pilcher traumschiff.
    bislang.

  152. @FritzV: Vielen Dank. Kurz und...
    @FritzV: Vielen Dank. Kurz und knapp. So verstehen das auch die Leute ohne Dipl.-Ing. Allerdings löst es nicht das Problem, was man mit dem „Zuviel“ an Menschen tut. Geld und Unterkunft geben, egal ob man das als Gerecht oder Ungerecht betrachtet, hilft zwar den Menschen beim Überleben, bringt die Gesellschaft aber nicht weiter, weil eben viele Menschen ihre freie Zeit nicht zu nutzen wissen. Aber was dann tun? Die Schule ist kostenlos und es besteht auch Schulpflicht. Trotzdem werden die Chancen weder von Eltern noch von vielen Schülern genutzt. Bei Schülern könnte ich es noch verstehen, Kinder können selten einschätzen, was im Leben auf sie zukommt. Aber die Eltern… hier frage ich mich gerade, was die Eltern davon abhält, ihre Kinder zu fördern? Ist es die Bequemlichkeit, weil man ja eine Grundversorgung bekommt und mehr will man ja eigentlich gar nicht? Oder gibt es andere Gründe? Müssten Kinder nicht in der Schule auch mal Einblick in andere Lebensweisen bekommen? Oder bereits im Kindergarten Kunst und Kultur nähergebracht werden, damit sie später überhaupt wissen, was ihnen entgeht?

  153. Don Alphonso (24. Juli 2009,...
    Don Alphonso (24. Juli 2009, 13:34):
    „Liebe Leserschaft, was machen Sie eigentlich, wenn ich nächste Woche auf Reisen bin und nicht immer freischalten und mitreden kann?“
    Wir gehen selbstverständlich davon aus, dass Sie bis dahin Ihr iPhone haben und das von unterwegs aus erledigen ;-)

  154. jawoll, dr. snuggles, hier ist...
    jawoll, dr. snuggles, hier ist der grosse unterschied zwischen ayn rand und dem humanismus. – rand sieht die masse als vieh, antriebslos, nivellierend, destruktiv und dumm. nur das individuum zaehlt. – …nur das genie des einzelnen, denn nur der einzelne schafft. nur er hat motivation. als einzelner. – der grosse komponist. der grosse architekt. der schriftsteller, der denker. – schaut doch mal rueber in den kommunismus – HA! – da seht ihr, zu welchem glanz, zu welcher erhabenheit die masse faehig ist. – nichts als graue mittelmaessigkeit, die zu minderwertigkeit strebt! – soweit ayn rand.
    und als fluechtiger empiriker ist man moeglicherweise geneigt, ihr schnell zuzustimmen. – aber – und jetzt schaun wir uns die praemissen an – der kommunismus laesst ueberhaupt nichts anderes zu als masse. – d.h. er negiert das individuelle vollstaendig und unterdrueckt die freie entfaltung bereits im keim. – der bankrott des kommunismus braucht insofern nicht dem wesen der masse – mit rand: dem wesen des antriebslosen ’nichtelitemenschen‘ – zugeschrieben zu werden, sondern kann genauso in der planmaessigen unterdrueckung der schoepferischen kraefte, die in jedem einzelnen menschen dieser massen ganz unterschiedlich wohnen, gesehen werden.

    „jeder mensch ein kuensler“ sagt joseph beuys. und damit meint er nicht, dass alles hinterhofexperimentalgekritzel gleich anspruch auf guggenheim oder moma hat. – er meint damit, dass jeder mensch schafft. und dass jeder mensch schafft, was nur menschen schaffen koennen: position, ausdruck, erkennen und erkannt werden, waerme, herzlichkeit, liebe.

    ist rands individuum der mensch des humanismus oder der jedermenschkuenstler von joseph beuys? – mit nichten! – rands individuum ist der peitschenschwingende baumeister der pyramiden. dass er erschafft, heisst nicht, dass nicht jeder andere auch erschaffen kann. – du tust es, ich tue es, wir, ihr, sie tun es. sind wir deshalb eliteindividuen? – das sind wir nicht. – wir sind menschen. – vielleicht menschen mit freiheiten, die uns zugestanden werden oder die wir uns nehmen. diese freiheiten allerdings sind jeder menschen recht. – nicht nur das. sie sind ausdruck und essenz von allem, was uns lebenswert erscheint. sie sind kern und einziger triumph unseres menschlichen lebens. – sie sind recht und wesen eines jeden.

  155. An anderer FAZ-Stelle hat...
    An anderer FAZ-Stelle hat schon einmal jemand eine dumme Antwort auf die Frage gegeben, „Wieso sollte denn der 1 noch arbeiten gehen, wenn er 99 Leute mit durchziehen soll?“ (Doctor Snuggles); er meinte naemlich: „Wenn man Ihnen diese Frage stellte, was waere Ihre Antwort? Und dann fragte er weiter: „Wieso denken Sie das nicht auch von den anderen?“

  156. Man kann es auch Enteignung...
    Man kann es auch Enteignung nennen
    taz-Kommentar von gestern:
    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/mittelschicht-finanziert-reiche/

  157. Ich sehe Beuys als Theoretiker...
    Ich sehe Beuys als Theoretiker an. Sicherlich, da gebe ich völlig recht, Kunst als Ergebnis eines kreativen Prozesses kann von jedermann ausgeführt werden. Dass aber jeder bewußt kreative Prozesse umsetzt, zweifle ich an. Es gibt Menschen, die leben ihr Leben völlig ohne jede Form von Kreativität, sie leben einfach vor sich hin. Damit meine ich, dass dort eben nicht einmal die banalsten Dinge passieren. Und Chipstüten aufreissen und Fertigpizza in der Mikrowelle heiß machen wollen wir doch wohl nun nicht wirklich zur Kunstform erheben, oder? Liebe, Wärme, auch das ist dort teilweise nicht vorhanden, es gibt genügend Berichte über Kinder, die aus ihren Familien fliehen. Sicherlich, jemand kann ein tolles Bild malen und trotzdem seine Frau verprügeln. Herzlichkeit ist keine Voraussetzung, selbst Gewalt kann sich auch künstlerisch ausdrücken.
    .
    Dennoch: graue, abgestumpfte Menschen gibt es. Ob es die Masse ist, darüber können wir streiten, denn jeder hat da seine eigenen Erfahrungen und eigenen Ansichten.

  158. dr snuggles, kurz zu beuys -...
    dr snuggles, kurz zu beuys – ich muss mich missverstaendlich augedrueckt haben… – er meint nicht, dass jeder mensch ‚bewusst kreative prozesse umsetzt‘. im gegenteil. aber er sagt schon – oder, um praezise zu sein, legt es nahe – dass menschliches leben und ganz alltaegliche verrichtungen ‚kunst sind‘ – weil sie immer teil gestalterischer prozesse und entwicklungen sind – und weil alles was wir tun und lassen ausdruck unserer selbst ist und als solcher auch gelesen wird. und in diesem ausdruck kann sich ein betrachter finden oder nicht. aber er kann. und aufgehen und viel schoenes erfahren kann er in der begegnung im anderen auch. ganz wie in der kunst. … so ungefaehr wuerde ich das sehen. – und ein theoretiker, das is er, der olle jupp. – ever inger mit heerz.

  159. @abf: Es stimmt trotzdem nicht...
    @abf: Es stimmt trotzdem nicht mit meiner Definition von Kunst überein. Kunst erfordert für mich einen bewußten kreativen Akt. Das Ergebnis (oder meinetwegen der Weg dahin bzw. der Akt an sich) ist dann Kunst. Sprich: wenn ich in einen Apfel beiße, ist das keine Kunst. Wenn Onkel Konrad auf der Toilette seine Notdurft verrichtet, dann ist das keine Kunst, nicht mal, wenn er den fliegenden Holländer dazu furzt. Wenn Eltern, wie jetzt erst in den USA geschehen, es nicht mitbekommen haben wollen, dass ihr Baby von Ratten überfallen und todgebissen wurde, dann ist das keine Kunst, nicht mal abartige. Wenn Eltern, wie in Deutschland geschehen, ihrer kleinen Tochter über einen längeren Zeitraum mehrfach die Glieder brachen, und sie dann mit dem Kopf an die Wand oder den Boden warfen und sie haben sterben lassen, dann ist das keine Kunst, nicht mal moderne. Und wenn Menschen anderen Menschen Molotowcocktails ins Haus werfen, dann ist das auch keine Kunst. Das alles kann man als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit werten und meinetwegen als Kunst verklären – für mich ist es das nicht, Beuys hin oder her.

  160. @ 99 Luftballons: da könnte...
    @ 99 Luftballons: da könnte man, je nach politischer oder persönlicher Haltung, verschiedene Antworten drauf geben. Das menschliche Spektrum ist da breit gefächert.

  161. Doctor Snuggles - sie sagen...
    Doctor Snuggles – sie sagen es. „Ein großer Fehler des Sozialismus ist es imho davon auszugehen, dass Menschen gerne für andere Menschen arbeiten.“ Das ist nunmal die Triebfeder der Arbeit, sich selbst etwas zu verdienen. Bekommen die anderen zu viel, wird Arbeit immer uninteressanter.
    Alter Bolschewik, mir ist auch klar, warum diese Summe für zwei Kindergartenplätze zu zahlen ist und es handelt sich nicht um Kritik am Einkommen der Kindergärtnerinnen. Ich finde es aber interessant, wie locker Sie es nehmen, daß ich mir das anscheinend „leisten“ kann. Sie wähnen sich vielleicht in der angenehmen Lage, Transferzahlungen eher zu erhalten – da ist es natürlich immer leicht, mit dem Finger auf andere Leute zu zeigen. Aber irgendwer muß das Geld auch verdienen, das dann von Ihresgleichen verteilt wird. Ein bekannter von mir kürzte letztens freiwillig sein Gehalt um netto mehr zu verdienen – das kann’s doch auch nicht sein.
    .
    Meine Kritik an den Kindergartenplätzen ist übrigens eine andere. Während unser OB darüber sinniert, welche seiner nächsten Privatphantasien er verwirklichen soll, kommen hier in Schwabing auf 40 Bewerber 1-3 Kindergarten- und Hortplätze. Erzählen Sie mir mal, wie das irgendjemand mit seinem Job planen und vereinbaren soll. Im privaten Kindergarten ist wenigstens der Preis für alle der Gleiche – auch wenn es manchen (und zum Teil sicher zurecht) vom Sozialamt bezahlt wird. Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, daß Sie an meiner Stelle genauso denken würden.
    .
    Herold, wenn Sie durch die aktuellen Zustände unter geistigen Zwangsmaßnahmen leiden, könnten Sie sich doch weitestgehend isolieren? Vielleicht etwas günstiges auf dem Land, als Selbstversorger, man muß ja nicht bei allem mitmachen. Sie, als Sozialist, wollen aber anderen etwas wegnehmen, um es nach Ihrem eigenen Gutdünken neu zu verteilen und das erscheint mir doch eine Zwangsmaßnahme zu sein, wenn die anderen da nicht mitmachen wollen.
    Auf die Leistungen der Krankenversicherten zu Ihrer Kur auf Rügen gehe ich jetzt mal nicht ein, hoffe aber, Ihrer Kleinen geht’s danach signifikant besser (war doch ein Mädchen, oder?) und Sie erholen sich auch.

  162. Zu Beuys und “Jedermann sei...
    Zu Beuys und “Jedermann sei ein Künstler”:
    “Beuys hat einmal gesagt: Wenn eine Frau, die Kartoffeln schält, sich dabei bewusst ist, dass sie arbeitet wie ein Bildhauer, dann ist die Kartoffel, die sie schält, eine Plastik.
    Das ist also nicht so gemeint, dass man drei Striche ziehen kann und sagen: Beuys hat gesagt, ich bin ein Künstler, und deshalb ist das Kunst. Im Bereich der Kunst war Beuys sehr anspruchsvoll.”
    (Quelle: Gespräch mit Beuys-Sammler Franz Joseph van der Grinten)

  163. Für mich bedeut netto das...
    Für mich bedeut netto das Übrige erst nach Abzug aller Steuern und Abgaben, sowie den Ausgaben für Wohnen, Essen, Kindesunterhalt, Energie und Versicherungen. Was dann noch bleibt, darf gespart und investiert werden. Erst darüber kann ich verfügen. Bei mir ist er knapp unter der Reichtumsgrenze.
    Das geht natürlich als Alleinstehender nur, wenn man für ein deutsches Unternehmen oder den Staat im Ausland arbeitet. Denn in Deutschland sind Akademikergehälter netto lächerlich gering. Der Handwerksmeister verdient nebenher wenigstens noch Schwarzgeld…

  164. @mawu:
    "Ich hätte da...

    @mawu:
    „Ich hätte da übrigens noch einen weiteren Vorschlag: warum kann man private Haushaltsjobs wie Saubermachen oder Kinderbetreuung so schlecht bzw. nicht von der Steuer absetzen? Hausangestellte sind derzeit fast unbezahlbar. Eine ungeheure Menge von Frühruheständlern, Rentnern und Arbeitslosen könnten dadurch eine einfache und gute Einnahmequelle erhalten, bräuchten weniger staatliche Hilfen zu beziehen, wären im Arbeitsprozess und würde es einem großen Teil ihrer neuen Arbeitgeber sicherlich ermöglichen, noch produktiver zu arbeiten.“
    Ehrlich gesagt halte ich diese Einschätzung in einer Zeit, in der sich sogar McDonald vom deutschen Steuerzahler indirekt subventionieren lässt, für recht naiv. Oder eine der anderen Firmen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit mit „Löhnen“ stärkt, die nur deshalb angenommen werden (können), weil der Staat die Gruppe der „Aufstocker“ geschaffen hat. Manchmal frage ich mich, wieso die BRD noch nicht wegen Wettbewerbsverzerrung vor der WTO verklagt wurde…

  165. Schlange, ich spreche aber...
    Schlange, ich spreche aber nicht von Unternehmen, sondern explizit von Privathaushalten, die solche Leute geringfügig beschäftigen könnten. Das ist etwas grundlegend anderes.
    .
    Ich sehe hier einfach einen Bedarf, wir haben sehr viele Arbeitslose und Frührentner, und Hausangestellte können sich selbst „Reiche“ mit 3.418 Euro netto nicht leisten. Ausserdem sehe ich entsprechende Nachfragen immer wieder in Kleinanzeigen und dgl. – also warum nicht fördern?
    .
    Ihren Einwand verstehe ich gut, was Unternehmen betrifft. Das sollte natürlich nur die Ausnahme bleiben und macht nur Sinn, wenn tatsächlich zusätzliche Jobs geschaffen werden und der Staat weniger Arbeitslosengeld zahlen muß.

  166. Mawu, wenn Sie meinen,...
    Mawu, wenn Sie meinen, Hausangestellte seien unbezahlbar, dann wissen sie nicht, wie das läuft. Man bezahlt sie bar, ohne Anmeldung. So müssen Sie sich auf die erhaltenen staatliche Leistungen nichts anrechnen lassen und selbst spar man Geld und lästigen Papierkram.

  167. Herold, Alter Bolschewik,...
    Herold, Alter Bolschewik, wieso sind Sie eigentlich nicht auf meinen Blogeintrag eingegangen, daß Don Alphonso einen Sonntag beschreibt, den „Arme“ im Prinzip genauso erleben könnten: auf einen Antikmarkt für 2,50 gehen, Tee trinken, ein Buch kaufen und lesen, mit Freunden telefonieren. Nach all den bisherigen Diskussionen finde ich das den eigentlich interessanten Aspekt an Don Alphonsos Artikel.

  168. anderl - ach wirklich, geht...
    anderl – ach wirklich, geht das so?

  169. Welcher Film läuft denn hier...
    Welcher Film läuft denn hier mittlerweile ?

  170. @Don Alphonso: blog Pause ist...
    @Don Alphonso: blog Pause ist gar nicht so schlecht, da ich mich selbst gerade in südlichen Gefilden befinde und mit dem56k modem recht eingeschränkt bin.
    3400 netto = reich ?? Ich sehe das auchnur als Vorberetitung der nächsten Steuerschröpfung mittllerer Einkommensklassen !!
    Zum Thema Subventionen: die schlimmste aller ist die Subvention von Kindern auf Kosten der Kinderlosen: und das bei ständig wachsender Überbevölkerung des Plants.
    Wer Kinder haben will, gerne- aber nicht auf meine Kosten als Steuerzahler!
    Aber wahrscheinlich ist in Deutschland der Gedanke „Kinder für den Führer“ immer noch tief verwurzelt !!
    DF

  171. @mawu

    Sollten Sie Ihre 400€...
    @mawu
    Sollten Sie Ihre 400€ Kraft für den Haushalt ordnungsgemäß gemeldet haben (Haushaltsscheckverfahren) können Sie sie auch von den Steuer absetzen. Minimal, aber immerhin. Eine Haushaltshilfe ist in der Tat mit 3T irgendwas Nettoeinkommen nicht machbar. Rechne ich nur 4T pro Monat Kosten, mit allem drum und dran….. zzgl. Wohnen, was dann widerum als geldwerter Vorteil beim AN versteuert werden muß….. ist es nötig weit mehr zu verdienen als das, was hier unter „reich“ klassifiziert wird.

  172. vroni, danke fuer das...
    vroni, danke fuer das van-der-grinten-zitat. beuys macht immer spass. am meisten im original. dann ist alles noch viel verwirrender.

  173. Lieber mawu, ich weiß nicht,...
    Lieber mawu, ich weiß nicht, wie Sie auf die Idee kommen, ich „und meinesgleichen“ (wer immer meinesgleichen sind) kämen leichter an „Transferzahlungen“ als Sie. Ich war meiner Lebtag noch nicht in so einer Notsituation, daß ich mir hätte vom Staat Geld erbetteln müssen. Auf meinem Gehaltszettel ist genau so eine Differenz zwischen dem Brutto oben und dem Netto unten – aber ich ereifere mich nicht darüber. Ich komme mit dem Netto unten – von dem ich allerdings nicht in Schwabing leben könnte – prima aus und führe keine Neiddebatte von oben nach unten.
    .
    Ich kenne allerdings – wahrscheinlich im Gegensatz zu Ihnen – eine ganze Menge von „Transferempfängern“, die leider den hier verbreiteten Klischees nicht im entferntesten entsprechen. Nur ein Beispiel: Ein mit mir befreundeter (und meiner bescheidenen Meinung nach sehr talentierter) Künstler, der natürlich nicht von seiner Kunst leben kann, hat jahrzehntelang seinen Lebensunterhalt mit einer kleinen Kneipe verdient. Im Alter von fünfzig Jahren war er gezwungen, die Kneipe aufzugeben, weil die Vermieterin, gegen jede ökonomische Vernunft, die Pacht in illusorische Höhen getrieben hatte (danach stand das Ding dann drei Jahre leer und wird heute wieder zu einem deutlich niedrigeren Preis verpachtet). Der Künstler lebt inzwischen von Hartz IV, hat allerdings seine Produktion sowohl quantitativ wie auch qualitativ gesteigert, weil er sich nicht mehr um seine Kneipe kümmern muß. Leben kann er von seiner Kunst trotzdem nicht. Aber ihn in seinem Alter in einem „anständigen“ Beruf unterzubringen – das sehe ich auch nicht, einmal ganz davon abgesehen, daß es eine schreckliche Verschwendung eines Talentes wäre.
    .
    Wenn ich dann auf meinem Lohnzettel die Differenz zwischen Brutto und Netto anschaue, dann denke ich nicht an dumme, faule Coachpotatoes, die mir „mein“ Geld wegnehmen, sondern an so jemanden, wie diesen Künstler (oder an eine ganze Reihe anderer mir persönlich bekannter, aber mit dem Klischee keineswegs übereinstimmender Fälle). Das ist natürlich genauso subjektiv wie Ihre Sichtweise; aber was mich schon verblüfft ist, daß, je mehr Einkommen die Leute netto zur Verfügung haben, sie umso lauter über die Differenz zum Brutto wehklagen.

  174. Südtirol?...
    Südtirol?

  175. Sicher. Reizvolle Landschaft,...
    Sicher. Reizvolle Landschaft, gute Luft, keine BallaBallaBalearentouris.

  176. @Woolloomooloo

    Warum soll ich...
    @Woolloomooloo
    Warum soll ich was dagegen sagen? (Weil ich gelegentlich am Don kratzen darf…? Dass ich das darf, das erscheint Euch nur so…, zuviel der Verehrung…)
    „…lebensuntüchtiges und überflüssiges Geschöpf“. Bassd doch :-) Systemisch bewiesen, dass sich da Seite und Gegenseite aufs Wunderbarste finden. *duck*

  177. ja, liegt diese salieri-tragik...
    ja, liegt diese salieri-tragik nicht über dem leben der meisten:
    „Talentiert, aber nicht gut genug, klug, aber nicht wirklich intelligent, begabt, aber nicht genial. Da fehlen die letzten 10%, um wirklich gut zu sein, und der Biss, sich durchzusetzen.“?
    .
    und: glücklich der, dem sie nicht bewußt ist.

  178. Lieber Don,

    seit ich im...
    Lieber Don,
    seit ich im letztens im Internet mal intensiv nach Gartenpavillions gesucht habe, wird Ihr Blog nun ständig von Designer-Holzverschlägen und -Zelten einer bestimmten Firma komplett umrandet.
    Das sieht gar nicht gut aus – und lässt Ihre Cremetorten-Landschaften auch nicht gerade glänzen.
    Nun können Sie zwar nichts dafür, aber es scheint mir so, als würde sich Ihr „Arbeitgeber“ oder auch nur das System schlechthin über Ihren Hass auf Werbung und Werber auf sehr perfide Art&Weise lustig machen.
    Hätten Sie mal einen kreativen Vorschlag, wohin ich surfen soll, damit der Rahmen wieder ein passender ist? Oldtimerseite, Alpentourismus …..?

  179. ...bei so vielen Kommentaren,...
    …bei so vielen Kommentaren, bei so vielen Für und Wider, habe ich tatsächlich den Überblick verloren.
    .
    Irgendwas war doch mit…
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=Y23mxJXjoxc
    .
    urlaub in deutschland!!

  180. @ Alter Bolschewik: Sicher, so...
    @ Alter Bolschewik: Sicher, so dumme Vermieter gibt es, es gibt genügend Beispiele über die Gier von Leuten, die den Hals, entgegen jeder Vernunft nicht voll kriegen können. Und am Ende schaden sie sich selber.
    Der Rest… nun ja, er wäre nicht der erste Künstler, der von seiner Kunst nicht oder nur schlecht leben kann. Das ist das Risiko, wenn man sich darauf einläßt. Kenne selber diverse Personen aus diesem Kreis. Geldprobleme gehen durch alle Künstlerbereiche, Musiker, Schauspieler, usw.

  181. na logo, ich sehe das gar...
    na logo, ich sehe das gar nicht mehr, wer achtet schon auf Werbung?
    .
    Don Ferrando, ich bin der festen Überzeugung, dass das mit dem Kinderkriegen auch noch nachlassen wird, mit dem Fortschreiten der Aufklärung sowieso. Die Reichtumsgrenze definiert der Staat – schlüssig ist sie nicht, aber ein hübscher Anlass.

  182. Asket, wer 3400 nur zum...
    Asket, wer 3400 nur zum Verprassen hat, der braucht Wohneigentum, und zwar nicht zu wenig und nach Möglichkeit auch mit Abschreibungsmöglichkeit. Bei 3400 nur zum Verplempern wird die Luft in Deutschland schon etwas dünner.
    .
    Stefan Dierkes, ich musste gerade feststellen, dass keines der drei Hotels, die ich mir in Meran vorstellen könnte, so etwas wie Internet erkennbar anbietet. Tja. Aber ich kann jemanden fragen, ob der freischaltet.

  183. @Filou: Was Die...
    @Filou: Was Die „Gerechtigkeit, die keinem gut tut“ betrifft, bin ich ganz Ihrer Meinung.
    @Weltenbürgerin: Sie sagen es, genau das meine ich.
    @Alter Bolschewik, üblicherweise sind diejenigen, die nichts oder wenig haben, vom sozialen Verteilungsgedanken mehr angetan, als diejenigen, denen es weggenommen wird. Das meinte ich mit „Ihresgleichen“ und nicht, daß Sie tatsächlich zu den Empfängern gehören.
    .
    Das Wehklagen über die Differenz zwischen Brutto und Netto kann ich Ihnen erklären. Als selbständiger besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Ertrag und Arbeitsleistung bzw. Verkaufserfolg. Der Kunde zahlt und später wird einem das meist „sauer erkämpfte“ Geld zum Teil wieder weggenommen. Das ist nicht sehr erquicklich, das kann ich Ihnen sagen. Als Angestellter bekommt man einfach sein Gehalt, der Brutto-Betrag ist eher abstrakt und die Arbeitgeberanteile sieht man überhaupt nicht (guter Trick übrigens). Man ist das so gewohnt und akzeptiert das dadurch auch etwas leichter.
    .
    Zu Ihrem Beispiel: ich bin der Meinung, daß sich jeder erwachsene Mensch zumindest sich selbst versorgen können sollte, das halte ich nicht für zuviel verlangt. Wenn ich hier keine Aufträge mehr bekomme, dann muß ich mir eben etwas einfallen lassen, egal was. Ich bin selbst kreativ tätig, es sind traurige Beispiele, viele Kreative denken da allerdings viel zu wenig pragmatisch.

  184. Wireless auf allen...
    Wireless auf allen Zimmern:
    http://www.meranerhof.com/de/hotel-meranerhof/zimmer.asp
    Na, ich weiss nicht…

  185. @ Don Alphonso
    Das Hotel...

    @ Don Alphonso
    Das Hotel Ansitz Plantitscherhof in Merano soll Internetzugang haben und nicht schlecht sein, sagte mir ein Coupain. Auch die Kueche soll agréable sein.
    Eine schoene Zeit wuensche ich!
    Dort ist es sicher noch nicht so heiss, wie derzeit bei uns an der côte.

  186. @mawu: Glauben Sie mir, den...
    @mawu: Glauben Sie mir, den ganzen Wahnsinn mit der Verteilung halte ich auch keineswegs für eine tragfähige Lösung; das ist ein Reparaturbetrieb, der die gesellschaftlich Überflüssigen – weil ökonomisch nicht Benötigten – mit Brot und Spielen ruhig hält. Auf die Dauer geht das nicht gut. Wenn nicht eine grundlegende gesellschaftliche Debatte darüber geführt wird, wie wir Arbeit so sinnvoll verteilen wollen, daß jeder die Chance hat, sich innerhalb der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen mit seinen natürlich sehr unterschiedlichen Fähigkeiten nützlich zu machen, ist diese Gesellschaft zum Untergang verdammt. Dann werden auf die Dauer Demagogen wie Lafontaine oder Schlimmere ans Ruder kommen – die in der Tat unter „Gerechtigkeit“ nur ein Verteilungsproblem sehen.
    .
    In meinem ersten Kommentar ging es nur darum, daß Sie mit Ihrem Kindergartenbeitrag eine qualifizierte Dienstleistung einkaufen, und daß der Preis für diese Dienstleistung mehr als gerechtfertigt ist. Im zweiten Kommentar ging es darum, daß die „Transferempfänger“ durchaus nicht alle auf der faulen Haut liegen (der besagte Künstler hat gerade eine komplette Ausstellung mit neuen Bildern, die er seit letzten Herbst produziert hat, auf die Beine gestellt), sondern etwas durchaus Nützliches, ja sogar gesellschaftlich Sinnvolles tun, das aber auf dem Markt keine Chance hat.
    .
    Sogar der einzige „Transferempfänger“, den ich kenne, von dem ich selbst sagen würde (und ihm auch in regelmäßigen Abständen sage), er könnte und müßte sich seinen Lebensunterhalt selbst verdienen, ist nicht die asoziale Coachpotato, wie sie hier als Zerrbild immer wieder herumgeistert: Er ist in zwei gemeinnützigen Vereinen aktiv, trainiert außerdem ehrenamtlich Jugendliche im Fußballverein und diskutiert einmal die Woche in einem philosophischen Lesezirkel (dem ich auch angehöre).

  187. Nur bitte keine Zahnprobleme...
    Nur bitte keine Zahnprobleme bekommen dort unten!
    Anfang der 80er hatte ich nach einem Motoradunfall Kronen ueber die Schneidezaehne bekommen und auf dem Weg nach Peschiera fiel kurz vor der italienischen Grenze eine ab! Auf meine Frage an einer Tankstelle nach einem Zahnarzt bekam ich die Gegenfrage „Einen Richtigen oder einen zum reissen?“
    Ich habe dann ueber Verwandtschaft in Bolzano einen „Richtigen“ gefunden, wobei die Hygiene (Holzofen im Raum) nicht ganz dem westdeutschen Niveau entsprach, hingegen aber der Preis mit DM 200 (Otto.Reuther.) recht ordentlich ausfiel.
    Gute Fahrt!

  188. Alter Bolschewik, der Blog...
    Alter Bolschewik, der Blog wandert langsam weiter zum nächsten Thema, aber ich sehe das genauso wie Sie: irgendwie muß es hier für jeden etwas zu tun geben, bzw. die Möglichkeit bestehen, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dieses Problem hat zwei Seiten: erstens nämlich müssen entsprechende Jobs vorhanden sein, zweitens der Wille, diese auch anzunehmen.
    .
    Ein kontraproduktives Beispiel: ein nicht gerade fähiger Arztsohn meines Bekanntenkreises, verlor mal wieder seinen Job als Möbelverkäufer und meldete sich anschliessend arbeitslos. Er sollte dann alternativ in der Früh Blumen mit dem LKW ausfahren, seine Eltern sagten aber, er hätte Möbelverkäufer gelernt und das wäre unter seinem Niveau. Also ich hätte kein Problem mit diesem Job gehabt. Es ist zwar nicht jeder Job lustig, aber was hilft’s, irgendwo muß das Geld ja her. Selbiges hat sich übrigens noch öfters wiederholt, aber er hat dann ja so toll im Haushalt geholfen und Rasen gemäht. Dafür wird von ihm aber jeder Ober im Restaurant mal so richtig zur Schnecke gemacht…

  189. @mawu
    Solche Menschen wird es...

    @mawu
    Solche Menschen wird es immer geben.
    Seien es die Frauen, welche vor dem Standesamt promoviert haben oder die Knaben, welche das Personal herabsetzen.
    Wir hatten im Internat einen solchen mit 23 Jahren, der mit Abstand aelteste in unserer Klasse. Er nervte und schikanierte saemtliche Angestellten und schaffte sein Abi letztendlich nur, weil Papi eine neue Bibliothek stiftete.
    Ich traf ihn nach Jahren mal wieder auf einer HMI und er war Verkaufsleiter bei einem Getraenkeabfueller geworden. Und noch immer das gleiche hochnaesige A..hole. Nur hat er zumindest noch einen Job gefunden, welcher seinem Niveau entsprach: Gehobener Marktschreier

  190. Klassen gehen auch kulturell...
    Klassen gehen auch kulturell auseinander
    @Mawu: Sorry, war nicht Online – wegen eines neuen Computers, und den damit verbundenen Problemen.
    Kurze Antwort, und die mit Brecht (und glauben Sie mir, ich kenne die Branche, denn es ist die meinige): Erst kommt das Fressen, dann die Kultur. Das ist dann nicht nur eine finanzielle Angelegenheit, sondern eben eine kulturelle, eine Frage der Prioritäten. – Klassen gehen auch kulturell auseinander.

  191. @mawu: Nur noch ein letztes...
    @mawu: Nur noch ein letztes (wollte ich gestern schon schreiben, wurde dann aber vom Rechner weggerufen) zu Brutto und Netto: Psychologisch haben Sie wahrscheinlich recht, daß es den Selbständigen härter trifft, denn er hat das Geld schon auf seinem Konto und muß es dann wieder an den Staat abdrücken. Andererseits haben Sie aber auch gewaltige Vorteile: Zum einen müssen Sie sich nicht von Staats wegen an dem Ponzi scheme namens Rentenversicherung beteiligen. Und wenn man mir meine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung einfach ausgezahlt und mir zur Anlage selbst überlassen hätte, dann würde ich davon deutlich länger als das Jahr leben können, das man mir seit Hartz IV bereit ist zuzugestehen, sollte ich arbeitslos werden.
    .
    Und damit halte ich jetzt endgültig die Klappe zu diesem Beitrag des Don und hoffe, daß er uns aus Italien irgendwas zu Kunst, Kultur oder meinetwegen Religion mitbringt.

  192. Für die Rudersklaven vom...
    Für die Rudersklaven vom Tegernsee: heute lässt ein Herrn Stanley aus Fort Lauderdale mitteilen, daß der Preis für die Motoryacht Destiny, immerhin Wohneigentum mit 33 Metern Länge, um 240.000 reduziert wurde auf nunmehr 2,25 Mio. US-Dollar. “The sale situation is very serious and all offers will be considered.” Das Boot liegt in Nassau und wird dort bleiben, bis es verkauft ist. Und bezahlt worden ist.

  193. Der Beitrag hat mich sehr...
    Der Beitrag hat mich sehr amüsiert und mal wieder darin bestätigt, daß ich mir mein Umfeld schon richtig ausgeguckt habe, denn das geschilderte wäre mir doch etwas langweilig. –
    Ziemlich geschluckt habe ich darüber, daß ein Alleinstehender mit 3000 netto bereits als reich gilt. Wohlhabend, ja, aber reich ist nach meiner Vorstellung denn schon noch deutlich anders. –
    Daß Zweitheiratende oder Über-40jährige keine Hochzeitsliste mehr machen, kenne ich eigentlich nur so. Die sind in der Regel schon vollständig eingerichtet und mußten beim Zusammenziehen meist noch eine ganze Menge weggeben. Manche haben dazu auch noch geerbt. Macht zusammen mehr Hausrat als man in 3 Leben braucht – weshalb dann eine Beteiligung an der Hochzeitsreise freudiger aufgenommen wird. –
    Der Trödler ums Eck hat einen schönen Kleiderschrank, geometrischer Jugendstil, also was recht seltenes und erhaltenswertes, weil stilistisch das Bindeglied zwischen floral-pompösem Jugendstil und Moderne. Aber paßt nur, wenn ich mein Früh-90er-Eck-Küchenschränkchen (eigener Entwurf, selbstgebaut, gut laufende Schubladen, Farben gelb, hellblau gewischt und hellgrün gewischt) verkaufen könnte. Wegwerfen mag ichs nicht, dazu ist es zu geschickt, und in den Keller paßt es nicht (zu breit). Nun ja.

  194. Lieber Don,

    Ihr Blog ist ganz...
    Lieber Don,
    Ihr Blog ist ganz wundervoll. Ich lese mich hier an einem Freitagnachmittag ohne Arbeitslust durchs Archiv, daher auch mein verspaeteter Kommentar. Wie auch immer, Demetrius Schrutz: Ist das nicht der, von dem Tucholsky schreibt: „Demetrius Schrutz hat eine ganze Kuerschner-Spalte vollgedichtet; seit 189? gehen dem Mann die Stuecke wie die Bandwuermer ab, ringeln sich noch ein wenig und liegen dann still.“ Zitat ist aus dem Gedaechtnis, weil ich im Buero sitze und der Tucholsky zu Hause steht. Falls es sich um diesen Herrn handelt, waeren Sie der erste Mensch, der mir ueberhaupt begegnet, der mal was von Demetrius Schrutz gelesen hat.

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