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Das stilvolle Überleben der Pandemie III: Betrachtungen der Großtanten aller Kakteen

30.07.2009, 08:25 Uhr  ·  Kakteen, man sehe den Tatsachen ins Auge, haben nicht die soziale Intelligenz von Menschen, besitzen die Dreistigkeit, nicht demütige Sklaven von Werbern zu sein, und lassen auch sonst jede Einsicht in freundliche Notwendigkeiten der PR vermissen. Das erlebte ich gestern Abend, als ich aus Gründen der angewandten Ritterlichkeit durch einen Berghang voller Gestrupp robbte, und dabei die Gelegenheit hatte, die Grosstanten aller Feigenkakteen bei ihrem Gespräch über über die Schweinegrippe zu belauschen.

Von

Bewahr’n Sie ihren Kaktus gefälligst anderswo, hollerie, hollera, hollero. 
Bert Reisfeld, Mein kleiner grüner Kaktus

An jenem Nachmittag also trafen sich die Großtanten aller Feigenkakteen (Gattung Opuntiae) unter dem Sessellift von Meran nach Dorf Tirol, um mit der Mutter aller Feigenkakteen über Erziehung, Vermehrung und angemessene Stacheltracht zu sprechen. Sie liessen ihre Brut auf dem steinigen Abhang über der Tappeinerpromenade wurzeln, deren wilde Romantik fern aller Artig- und Unartigkeiten der Kurpromenade ist, und setzten sich zwischen die Gräser eines toten Baumes, trieben Blüten und neue Auswüchse, klagten über den Niedergang des Anstandes, und überhaupt, damals in Mexiko sei alles viel besser gewesen, aber immerhin, nun hat man in Meran diesen Abhang und macht auch in den Weinbergen gute Fortschritte.

Grosstante Euphemia wollte gerade fragen, ob man nun zur Torte kommen könnte, und sie hätte gern die Haselnusscreme des Cafe Imperial, wenn möglich – da klingelte ein Mobiltelefon in luftiger Höhe. Alle Opuntiengrosstanten und die Mutter aller Opuntien schauten nach oben und sahen ein Geschöpf in luftigem Kleidchen, das in einer Tasche wühlte, den Quälgeist fand, schnell an ihr linkes Ohr führte und -

Bild zu: Das stilvolle Überleben der Pandemie III: Betrachtungen der Großtanten aller Kakteen

damit ihren Florentiner Modistinnenhut des Hauses “Petite Fleur” auf der rechten Seite hinabstiess, wo er durch die Luft nach unten trudelte und exakt zwischen der Mutter und Grosstante Eulalie zu liegen kam. “Mein Hut!”, schallte es von oben. “Diese neumodischen Menschen”, ärgerte sich Euphemia, während sich die schon immer etwas mondänere Grosstante Euridike fragte, wie ihr die Kreation vielleicht stehen könnte. Allerdings, seufzte sie in sich hinein, ein Sonnenhut, das passt nicht zur feinsten Opuntiengesellschaft.

Also ich finde ja, sagte Eulalie und reckte ihre Stacheln auf, dass nun endlich Schluss sein sollte mit der Dankbarkeit für die Menschen. Ja, sie haben uns hier eingeschleppt. Aber verbreitet haben wir uns selbst, und vermutlich hat der Mensch das nur zufällig getan. Diese ungezogenen Biester schleppen ja alles mögliche durch die Länder, gestern Müll aus China, heute faule Kredite, morgen eine Pandemie, und übermorgen wundern sie sich, wenn wir in ihren Kadavern Wurzeln schlagen.

Ach, fragte Tante Euridike, sie bringen sich schon wieder um? Daraufhin brachte Euphemia das ganze Wissen an, das sie aus der Ausgabe der “Dolomiten” von 25. Juli hatte, die ein unachtsamer Seilbahninsasse hier hatte fallen lassen. Soso, sagte Euridike. Schweinegrippe. Naja. Passt zu denen. Euphemia kicherte und zinkte heimlich die Canastakarten.

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Vielleicht, gab daraufhin die Mutter aller Feigenkateen zu bedenken, vielleicht sei das gar nicht so schlimm. Erfahrungsgemäss sei es nämlich so: Stirbt ein Teil dieser neumodischen Menschen durch eine Seuche aus, gehen alle Güter dieser Toten auf die Überlebenden über; ja, so mancher freue sich sogar, wenn die Grosstante dahingerafft werde und Platz mache für die Vergnügungssucht der Grossneffen. So schlimm das individuell sei, es beschleunige das Nachwachsen einer Erbengeneration, die nicht zu traurig sei, sobald sich der Sargdeckel schliesse. Ganz anders also als die feine Familie der Opuntiae, wo man das Alter noch ehre und als Zögling froh sein dürfe, wenn man einen harten Stein zugewiesen bekäme.

Richtig, betonte Grosstante Eulalia. Sie habe letzte Woche gar nicht anders gekonnt als jenen Deutschen Bankmanager zu belauschen, der auf der Tappeinerpromenade seine Meinung zur Krise in ein Mobiltelefon brüllte. Dem zufolge würde es ja vor allem die jungen Leute treffen, die auf spanischen Inseln mit Alkohol und Frauen Dinge tun, die deren Konten überziehen, woraufhin sie Privatinsolvenz machen. Es erwische also abgebrannte Kreditrisiken und jene Mitarbeiter, die sich kein Nobelbordell leisten könnten. So entledige man sich nicht nur ungeliebter Privatkunden, sondern elegant auch jener Mitarbeiter, die stilistisch nicht zum Haus passten, und die man ohnehin entlassen wollte. Ansonsten sei die Pandemie Anlass für ein erstklassiges Versicherungsprodukt, so denken die, jaja.

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Reichlich indezent überdehnte Euridike ihre neun Blüten, um den anderen zu bedeuten, dass man vielleicht doch besser über das diesjährige Moderot sprechen sollte, aber die Mutter aller Feigenkakteen setzte noch hinzu: Bitte, seien wir doch realistisch. Jedesmal, wenn diese Menschen da eine Pest, Typhus oder TBC hatten, ging es bald wieder aufwärts. Kaum war ein Teil der Population, oder besser, der untere Teil dahingerafft, der eben nicht so einfach nach Meran konnte, schon war die Vollbeschäftigung wieder erreicht, und prompt stiegen die Preise für Arbeit an. Es verdienten erst wieder die verarmten Ärzte und die Pharmaindustrie, die Leichenträger und die Sargmacher hatten Sonderkonjunktur, bei Mercedes mussten Sonderschichten für Leichenwagen gefahren werden – der Tod ist ein Geschäft, und danach muss trotzdem wieder jemand die Arbeit tun. 20% Letalität, und die Arbeitslosigkeit ist weg, ganz ohne Bürgerkrieg – und auf der anderen Seite türmen sich die Vermögen durch die Erbschaften himmelhoch. Das war schon bei der Pest so, das war bei den sterbenden Indios in den Silberminen Mexikos so, das wird diesmal nicht anders sein.

So also plapperten die Grosstanten der Opuntiae ein wenig weiter, wechselten das Thema, weil der Kaktus von Welt natürlich Wichtigeres zu besprechen hat, als diese putzlumpenbehutete und pinkfarbene Hemden tragende Gehwegsverschmutzung namens Mensch, bis dann Tante Euridike am späten Abend noch mal das Thema anschnitt und sprach: Oh, seht mal, da unten, die junge Dame schickt ihren Begleiter zu uns hoch! Vielleicht eine Blumenfreundin, die ein paar Artgenossen mitnehmen will, auf dass wir in den Töpfen nördlich der Alpen Basen und Vettern bekommen?

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Tatsächlich dirigierte die junge Frau ihren Begleiter durch das Gebüsch, wo die Mutter aller Feigenkateen und die Grosstanten ihre Blüten reckten und ganz spitze Stacheln bekamen. Sie würden sich zieren und sich verweigern, sie würden sich wehren und ihn stechen, und dann natürlich trotzdem mitkommen, denn so eine Gelegenheit auf neuen Lebensraum hat man nicht alle Tage. Vielleicht würde man auch ins Krankenhaus mitgenommen, als floralen Genesungswunsch für einen verdienten Mitarbeiter, eine aus Mallorca heimgekehrte PR-Spezialistin, oder jenen hustenden Werbeguru, der es sich von ihr ganz im Stile des Schnitzlerschen Reigens geholt hatte und nun, die verbesserte Variante im Blut, den Eindruck hatte, die Mutter aller Opuntiae würde in seinem Rachen wurzeln.

Doch der Begleiter achtete nur begrenzt der Stacheln und der grünen Leiber; er hielt sich an Eichen fest und kletterte über Geröll, durchstieg achtlos, achtlos! die vornehme Opuntiengesellschaft, ohne sich an ihr zu reissen, und angelte, von unten angewiesen und von seiner Ritterlichkeit gescheucht, den Modistinnenhut aus einem Gestrüpp von totem Holz, Müll und Kakteen, das er mit offensichtlicher Erleichterung wieder verliess.

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Hach, fragte Grosstante Euridike, ist der galant! Ob er auch in den Ozean gesprungen wäre, hätte sie ihren Hut auf einem Schiff verloren?

Sicher nicht, ätzte die Mutter aller Feigenkakteen, während von der Tappeinerpromenade neben viertelverzückten Freudenschreien üble Rechthaberei empordrang dergestalt, dass der Begleiter doch recht gehabt hatte, ansatzweise bergtaugliche Schuhe anzuziehen. Als er dann aber die Grösse der Grosstanten aller Kakteen schamlos übertrieb und jenes zu wahren Bäumen voller mörderischer Dolchstacheln werden liess, was ein paar Zentimeter über dem Boden kreuchte, liefen die Blüten der Opuntien im letzten Licht des Tages erneut knallrot an. So ein angenehmer junger Herr, sagte Euridike. Noch etwas Tee?, überspielte die Mutter aller Opuntien ihre Tröpfchen an den Stacheln.

In Berlin infizierten sich Dutzende von Partygängern angesichts der typischen Berliner Hygiene und des Umstandes, dass man dort natürlich nicht die Hand vorhält, wenn man einen Prenzelberger Gruss aus der Lunge hustet, Porsche ging fast Pleite, und der Himmel über Meran schimmerte rosa, als Euphemia die anderen beim Canasta ausnahm, als wäre sie die Bank und die anderen die Kreditkartenüberzieher.

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (61)
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0 Black Jack 30.07.2009, 08:46 Uhr

Wenn einer eine Reise tut,...

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Stimmt und wohl war ich habe die letzten drei Tage an Sie gedacht, als ich Südengland war und die Hecken sah! Allerdings kein Tafelsilber mehr nur billiges Plastiksouvenier und Spielhöllen, selbst im idyllischen Swanage. http://schwarzmarkt.blog.de/2009/07/28/it-s-english-part-6606159/ well done werter Don, doch ich lasse mich lieber beim Canasta ausnehmen als von der Bank.

0 Goya y Lucientes 30.07.2009, 09:15 Uhr

Schön, daß es noch Kavaliere...

Schön, daß es noch Kavaliere gibt! Ob sich der putzlumpenbehutete Herr auf diesem Bild (http://rebellmarkt.blogger.de/static/antville/rebellmarkt/images/29jul1.jpg) wohl die gleiche Mühe für seine putzlumpenbehutete Frau gemacht hätte? Putzlumpenbehutet, ich liebe dieses Wort.

Sehr gehrter Don, ein...

Sehr gehrter Don, ein "netter" Hut? Herzlichst P.

0 sabine365 30.07.2009, 09:42 Uhr

Wunderschön! Das möchte ich...

Wunderschön! Das möchte ich ganz klar anerkennen und meine damit nicht nur den Hut!

Da hatte der galante Don doch...

Da hatte der galante Don doch Glueck, dass da unten im Gebuesch nur Euridike und Euphemia von den Opuntien gelauert haben, statt einer ueberdimensionalen Diana im giftgruenen Kleid, ihres Zeichens Dionaea muscipula, aus dem Geschlecht der Droseraceae. Und die ist auch noch Amerikanerin, um den Don vollends zu grausen! - "Feed me, Seymour!" Audrey Jr., in: The Little Shop of Horrors (1960).

0 Doctor Snuggles 30.07.2009, 10:04 Uhr

Nur irren sich die Damen...

Nur irren sich die Damen Opuntioideae in einem Punkt: Mercedes baut keine Leichenwagen. Die Leichenwagen-Aufbauten werden von darauf spezialisierten Firmen gebaut auf Basis von Standardkarossen. Eine Übersicht solcher Firmen findet man z.B. unter http://www.leichenwagen.de oder http://www.bestattungswagen-literaturarchiv.de

mal! Warum werden wieder die...

mal! Warum werden wieder die Tulpenbäume verschwiegen? Warum kein Wort über die Wandelröschen? Was nutzt ein Blog, der die Lavendelheide missachtet?

0 atomfried 30.07.2009, 10:33 Uhr

Sehr schön! Dem letzten Foto...

Sehr schön! Dem letzten Foto entnehme ich, dass Frau Diener diesen "Zwischenfall" sofort als Aufhänger für ihr Blog Ding und Dinglichkeit nutzt, mit dem Thema "Der Hut". Natürlich kann ich mich auch irren.

0 dunnhaupt 30.07.2009, 10:55 Uhr

Heute habe ich einen kleinen...

Heute habe ich einen kleinen Denkanstoß für Sie, verehrter Don. Gerade das von Ihnen zum Ausdruck gebrachte Verlangen, Zuflucht in einem "Bad" zu suchen, erinnerte mich erneut, wie nachhaltig unsere bessere Gesellschaft mit dem Nimbus der Badekultur verknüpft ist. Die großen Tage von Baden-Baden und Karlsbad mögen zwar längst passé sein, doch dürfte man noch heute mehr Angehörigen der besseren Gesellschaft pro Quadratkilometer in einem "Bad" begegnen als in jedem anderen Ferienziel. Letzten Endes ist "Erholung" lediglich eine psychologische Angelegenheit, und wo erholt man sich besser als unter seinesgleichen?

"Opuntiae, ja freut Euch und...

"Opuntiae, ja freut Euch und geniesst, solange es Euch noch gegeben". Haemisch kircherten die Pilze in Ihrem Versteck, das doch keines war. "Unsere Stunde ist noch immer gekommen, es wird nie anders sein."

Orpheus in der Kakteenwelt....

Orpheus in der Kakteenwelt. Aber - oh Schock - auf was schreibt die Begleiterin da?

Glückwunsch zur gelungenen...

Glückwunsch zur gelungenen Rettungsaktion. Gottseidank ist der offene Wagen nicht dabei, sonst wäre die Kopfbedeckungen weit öfters gefährdet.

gabs noch nicht genug...

gabs noch nicht genug huldvolle anerkennung, auf daß nun hier ... . [stilles grinsen]

Oh Tod, wo ist dein Stachel?...

Oh Tod, wo ist dein Stachel? Hat denn der Hut diesen Nachmittag bei den besseren Damen unbeschadet überstanden?

0 kleinerberg 30.07.2009, 16:01 Uhr

Also Berliner, bewaffnet euch....

Also Berliner, bewaffnet euch. Nehmt eure Stadt in Besitz, macht sie wieder grün und lebendig, pflanzt Blumen und gentechnikfreies Gemüse. . Der Satz stammt aus einem Artikel über das Guerilla Gärtnern-mittels Samenbomben sollen an allen möglichen Plätzen z.b. Blumen wachsen. Soweit die Pflanzenwelt. Aber was die Tierwelt betrifft,kann ich mich noch immer nicht an einem Zoobesuch so richtig erfreuen.

0 prince Matecki 30.07.2009, 17:11 Uhr

Ach wie ritterlich, Herr...

Ach wie ritterlich, Herr Kavalier, in Zeiten der Seuche. Da fällt einem doch Heine ein: "Es kommt der Tod - jetzt will ich sagen was zu verschweigen ewiglich mein Stolz gebot: für dich, für dich, es hat mein Herz für dich geschlagen" Oder Händel und was er musikalisch aus 1 Kor 15:55 macht.... Oh death where, where is thy sting, oh grave where is thy victory (z B Kings College Choir Cambridge, Brandenburg Consort, Stephen Cleobury) Gruß aus Bonn!

0 kunstrat fraischdörfer 30.07.2009, 17:36 Uhr

einfach nur schön. danke sehr...

einfach nur schön. danke sehr dafür.

0 fraudiener 30.07.2009, 18:06 Uhr

Atomfried, gute Idee...

Atomfried, gute Idee eigentlich. Aber noch hab ich einiges anderes auf Lager. Sanddorn, wieso? Das ist ein Apfel, der Internet kann. Im Gegensatz zu dem Fensterdings des Reisebegleiters, das kein Internet kann (jedenfalls nicht immer und auf Reisen nur ungern).

0 donalphonso 30.07.2009, 18:12 Uhr

Black Jack, wenn Meran schon...

Black Jack, wenn Meran schon nur noch ein Schatten vergangener Grösse ist, ist England... es liegt eben an den Menschen und ihrer Bereitschaft, sich ein wenig Mühe zu geben und nicht immer nur das Allereinfachste zu tun. . Goya y Lucientes, das kann man schlecht sagen. Tendenziell, wenn es nicht um ideelle Werte geht, rechnen Menschen einfach nach. Was kostet so ein Hut, wie lange dauert es, ihn zu holen, wie sind die Erfolgsaussichten. In meinem Fall - nun, ich komme aus einer Familie, in der man in solchen Momenten nicht rechnet, sondern das tut, was getan werden muss. Und ich hatte ja ansatzweise bergtaugliche Schuhe an.

0 donalphonso 30.07.2009, 18:55 Uhr

Sabine365, es war ganz...

Sabine365, es war ganz einfach: Wenn ich in die Büsche gehe, habe ich eine gute Geschichte. Komme ich nicht in einem Stück wieder, hat die begleiterin eine gute Geschichte. wie man es dreht und wendet, es ist immer eine gute Geschichte. . Pailchen, natürlich könnte man den Hut auch anders umschreiben; etwa: Ein sehr eindrucksvoller Hut. Allein, er ist noch unter Ascot-Niceau, insofern passt das meines erachtens. Und für mich hat nett oft keinen negativen Beiklang.

0 atomfried 30.07.2009, 19:19 Uhr

Frau Diener, ich bin gespannt...

Frau Diener, ich bin gespannt und freue mich auf das, was noch kommt. . Don Alphonso, es ist nicht nur wegen der wirklich guten Geschichte, ich denke doch diese Ritterlichkeit ist eine Selbstverständlichkeit bei den Stützen. Natürlich kann ich mich auch irren.

Lieber Don und Gleichgesinnte,...

Lieber Don und Gleichgesinnte, fast haette sich ja ihr Wunsch erfuellt, und Male waere isoliert geblieben. Doch die aus sehr traurigem Anlass verfuegte Flugstopsperre wurde inzwischen wieder aufgehoben. Die Moerder sind wohl sicher per See gefluechtet. - Ich hoffe Sie, werter Don, werden sich nie stillos mit einer Baseball-Cap behueten!

0 donalphonso 30.07.2009, 19:59 Uhr

Nun ja, wie man weiss: Schon...

Nun ja, wie man weiss: Schon eben jene Elisabeth, der im gleuchnamigen Cafe an der Winterpromenade gehuldigt wird, wurde auch von einem Anarchisten gemeuchelt. Ich allerdungs trage einen extra bei Hutter in Meran angeschafften Panamahut, wenngleich auch aus Ecuador. . atomfried, ich hätte es vielleicht bleiben lassen, wäre ich auf ungummierten Ledersohlen unterwegs gewesen. Das Terrain ist sehr steil, aber so erschien es mir als vertretbares Risiko. Ausserdem, man kennt das, von unten schaut es viel leichter aus, als es nachher, wenn man nicht mehr einfach zurück kann, letztlich ist.

Bild Ihres ecuadorischen...

Bild Ihres ecuadorischen Panamahuts?! Bitte!!

0 donalphonso 30.07.2009, 20:41 Uhr

Frau Diener machte ein Bild...

Frau Diener machte ein Bild davon, das sich hier findet:
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Ich hätte ein weiteres Bild davon mit Frau Diener darunter, denn nicht nur, dass ich ihren Hut rettete - ich gab ihr auch meinen für die Gluthölle von Dorf Tirol. Aber dort ist der Hintergrund nicht so schön.

Lieber Don, gelobt zu werden...

Lieber Don, gelobt zu werden hat etwas zweischneidiges. Der Wert eines Lobes ist an den Wert des Lobenden verbunden. . Also kein Lob. . Es ist eine wunderbare Geschichte.

0 donalphonso 30.07.2009, 21:11 Uhr

filou & kunstrat...

filou & kunstrat fraischdörfer, danke, freut mich, gefallen zu haben.

0 Alter Bolschewik 30.07.2009, 22:01 Uhr

Prince Matecki, ich empfehle...

Prince Matecki, ich empfehle Jacques Dutronc: Le monde entier est un cactus Il est impossible de s'asseoir Dans la vie, il y a que des cactus Moi je me pique de le savoir Aïe aïe aïe, ouille, aïe aïe aïe Cao Ky, Hut ab vor Ihrer Referenz auf Roger Corman - ich hätte nicht erwartet, in diesen Kreisen einen Kenner zu finden; aber nach Ihrem Verweis auf Poe hätte ich eigentlich nicht überrascht sein sollen. Falls Sie Cormans Autobiographie "How I Made a Hundred Movies in Hollywood and Never Lost a Dime" noch nicht kennen: Sie ist so amüsant wie seine besten Filme.

@Don und Begleitung Nach Meran...

@Don und Begleitung Nach Meran empfehle ich, gleich nach Wörishofen durzufahren: "Ins Reich von Pfarrer Kneip. Du könntest jetzt dein Leben ändern" Gnadenlos günstig FAZ/Reiseblatt Es wird Ihnen gut tun.

0 donalphonso 31.07.2009, 07:16 Uhr

Ich will ja nichts sagen, aber...

Ich will ja nichts sagen, aber wer solche Empfehlungen ausspicht, sollte sich vielleicht noch mal intensiv mit dem Thema dieses Blogs auseinandersetzen. Meinjanur.

0 donalphonso 31.07.2009, 07:20 Uhr

Cao Ky, da war so manches...

Cao Ky, da war so manches Stachelzeug, das auch nicht viel angenehmer gewesen wäre. Von oben sieht das alles so harmlos aus, bis man dann mal drin ist, zwischen den Felstreppen, allein mit Dornenrosen. Moment, weil das hier ein Blog über die Reste der besseren Gesellschaft ist, und nicht ein Blog über Pflanzenkunde.

0 donalphonso 31.07.2009, 07:25 Uhr

Retour, die Pilze gab es auch...

Retour, die Pilze gab es auch - allerdings zuerst geschlachtet und dann noch in Rahmsosse ersäuft. . dunnhaupt, das denkt man sich zuweilen auch, wenn die perfekten Vertreter der Oberschicht in den Cafes aufkreuzen. Aber selbst in den besseren Cafes ist das Verhältnis zwischen den Restbeständen guter Häuser und dem hereindrängenden Träger pinkfarbener Polohemden mit Wasserflasche aus Plastik eher bescheiden. Nun liesse sich trefflich darüber reden, ob das an der Zerstreuung der besseren Gesellschaft auf dem Planeten liegt, oder einfach nur dem Zustand dieser Welt. Wie man es auch dreht und wendet: es ist suboptimal, selbst in optimaler Umgebung.

0 donalphonso 31.07.2009, 07:29 Uhr

Sanddorn, der Konflikt um den...

Sanddorn, der Konflikt um den passenden Rechner ist recht alt und wird von der anderen Seite mit all dem Fanatismus geführt, der dieser Sekte nun mal innewohnt. Ich dagegen gebe nichts auf Rechner, meiner ist mindestens 7 Jahre alt, und es macht mir nichts aus. . asta, ja, das war schon immer ein Problem im Zweisitzer. Mitunter hat Madame den Hut einfach vergessen - Rom würde ich da nennen. Er wurde auf die Knie gelegt und in Händen gehalten, hinter dem Sitz deponiert und unter kritischen Blicken im Kofferraum verstaut. Wir brauchen endlich den Sunbeam und dann einen ordentlichen Hutkoffer, keine Frage.

Don Alphonso, vielen Dank fuer...

Don Alphonso, vielen Dank fuer das gelungene Photo und Ihr Hut ist wirklich standesgemaess sommerlich elegant :-). Auch in der Pflanzenwelt gilt natuerlich, dass man nicht gefressen werden will, wenn es sich vermeiden laesst, daher auch die Stacheln. Die unterscheiden dann nicht zwischen Kavalier und Fressfeind. - Von anderen als unpassend empfundene Gaeste in den oeffentlichen Etablissements der Oberklasse gab es sicher zu allen Zeiten, wo sich die Oberklasse oeffentlich mit anderen Schichten sozial vermischt hat. In Henry James' Daisy Miller (das zwar im schweizerischen Vevey und in Rom spielt, aber wohl auch irgendwie zu Merano passt) sind es die (reichen) AmerikanerInnen, die von den Oerklaesslern aus Europa bespottet werden. - Alter Bolschwik: die Corman Biographie kenne ich nicht - aber ist ihr Nickname hier wirklich ernst gemeint? ... Aber heute bleiben wir leicht und bei den Pflanzen, die Politik soll aussen vor bleiben!

@Don, das ist mein Problem,...

@Don, das ist mein Problem, eigentlich habe ich nie so recht verstanden, worum es da eigentlich geht. Pandemie und nun noch Kakteen. Sie sind offensichtlich darin zuhause und ich dachte so eine günstige Kur wäre die sinnvolle Konsequenz........nach all diesen Verköstigungen Für Auge, Geist und Magen. Hingebungsvolle Askese nun. Und einen Bad-Status hat eben Meran nicht. Bad Meran. Klinge (klänge?- Herr Professor, bitte melden!) auch nicht gut.

0 Doctor Snuggles 31.07.2009, 12:09 Uhr

@ Nico: Bad Meran klingt wie...

@ Nico: Bad Meran klingt wie die kleine Schwester von Bad Dobaran. Entschuldigen Sie den Schalk, aber manchmal packt es einen eben, selbst wenn es platt ist wie eine Flunder. Die 38% des Kräuterlikörs tun ihr Wirkung. Aber ich gebe Ihnen Recht, genug von Kakteen, bitte wieder mehr direkte Abgrenzung vom Pöbel und mehr Sahnetorten!

Wehrter Don, ich meinte das...

Wehrter Don, ich meinte das auch ganz im positiven Sinn. Vielleicht beeindruckte mich auch Ihre Ritterlichkeit. Herzlichst P.

Der Don hat ja mit dieser...

Der Don hat ja mit dieser Courtoisie meine letzten Zweifel daran beseitigt, daß er ein Gentleman und Reginalds Bruder ist. Heute fand ich bei Saki (den ich natürlich aus gegebenem Anlaß wieder vorgenommen habe) den letzten schlagenden Beweis für des Dons Identität: "Don Tarquinio lay astretch on the Persian rug, basking in the firelight with superb indifference to the possible ill-humour of Lady Anne. His pedigree was as flawlessly Persian as the rug, and his ruff was coming into the glory of its second winter. The page-boy, who had Renaissance tendencies, had christened him Don Tarquinio. Left to themselves, Egbert and Lady Anne would unfailingly have called him Fluff, but they were not obstinate." . (Aus gemeinfreier Quelle, wie es sich gehöhrt)

@savall, die Anglistik...

@savall, die Anglistik bereitet mir, in langen Sätzen zumindest -, Schwierigkeiten, gleichwohl ich Dame Edna http://www.dame-edna.com/ gut verstand. Das Antlitz des Don, ist, so darf ich als Hispanophiler wohl behaupten, eher asturisch-burbonischer Herkunft von Stande. Er hat sowas Majestätisches, oder irre ich? @Doctor Snuggles, ich wußte, daß mich hier irgendjemand versteht. 40zisch%, sorry, geht nach dritten Obstler einfacher über die Lippen. Sie trinken doch keinen Korn?

@nico: Ich hab mir aus...

@nico: Ich hab mir aus Urheberrechtsgründen nicht erlaubt, den deutschen Text hinzusetzen. Es geht kurz gesagt darum, daß Don Tarquinio eine Perserkatze ist, mit einem Stammbaum. der nicht kürzer ist als der des Persianers, auf dem er sitzt. Im übrigen hat er seinen Namen von einem Dienstboten, der auf Renaissance abfährt. Sehr im Gegnsatz zu seinen Herrschaften, die ihn "Fluff" genannt hätten. Im übrigen wird Don Tarquinio im Verlauf der Erzählung noch einen blöden Vogel fertigmachen.

@savall, bitte, mein...

@savall, bitte, mein zwerchfell! Ich muss morgen zur Massage, und bin dann ganz verspannnt, Sie kennen das. Perser und Vögel, nein, das geht gar nicht: Never leave the cat home while the birdcage is open. Ein Freund hielt seinerzeit einen Dobbermann, ein Rennpferd, der mochte keine Rehe.............

Kater und neuer (teuer)...

Kater und neuer (teuer) Teppich geht auch nicht.

Das wäre nun fast wieder eine...

Das wäre nun fast wieder eine Dame-Edna- Experience, nico. Hi, possums?

@savall. Bien sur...

@savall. Bien sur http://www.oldpossumscats.com/ Ich möchte nachfragen, angesichts der Dramatik dieses Themas. Persianer war dieses pechschwarze Mäntelchen aus grobem, glatten Flies, mit dem meine wohlgeschätze Oma - Gott hab sie selig - durch die Gärten in Bad Driburg wandelte. Der auf dem Boden liegende Perser ist doch der, ist er von hoher Qualität - nur diese habe ich im Hause -, der mehrere Schattierungen aufweist. Nicht ein Indiz schlechter Qualität, nein, hieran kann der Kundige ermessen, wieviel Knüpfer - daran gesessen, und hier und da nicht fertigwurden. Er blieb dann erstmal liegen.

0 perfekt!57 31.07.2009, 21:09 Uhr

"Der Historiker Friedrich...

"Der Historiker Friedrich Oertel schrieb 1947 über die Auswirkungen Dreißigjährigen Krieges auf den deutschen Nationalcharakter: „Deutsche Eigenschaften bleiben allerdings das mangelnde Gefühl für die ‚liberalitas’ des von innen her souveränen Menschen und das mangelnde Gefühl für ‚dignitas’. Die Nachwirkungen des 30-jährigen Krieges lasten eben noch in tragischer Weise auf der Geschichte unseres Volkes und haben den Reifeprozess aufgehalten. Wann werden die Schatten endlich weichen, wird das Versäumte nachgeholt sein?“" . Und es gibt, soweit ich weiß, keinen Beweis dafür, dass sozial exklusive Weltflucht vor Pandemien besser schützt, als eine etwa Mietwohnung in Berlin oder ein Reihenhaus in Goslar. . Wo allerdings das Bedürfnis nach sozial exklusiver Weltflucht vorherrschend ist, kann das Argument überzeugen. (... so lange, bis die Pandemie da ist, *g*). . Am gesuchtesten sind natürlich häufig gerne die Argumente, die den Kontakt mit der Realität vermeiden. . Und dabei kommt der vor, der Kontakt, was ich gar nicht verstehe, und auch die Kenntnisse über andere Menschen ("PR"/"Werbe"/"Manager" usw.) - und was die denken, und wie die leben. Irgendwie merkwürdig. . Und dabei leben wir doch in einer Zeit des Vergessens, in der in großem Stil vergessen wird. In evtl. größerem Ausmaß als je zuvor. Das Wichtigste an der Dekadenz und an der Lebensfreude ist also, dass man ungestört genießt, das sieht man ein. . "... Ja, aber man muss ja erst abschaffen, um dann eventuell neu schaffen zu können. ... " . http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1007696/ vom 29.7.09 . Immerhin soll dort in Moyland zu allererst auf aristokratischem Grund "abgeschafft" werden, bevor "evtl.(!) neu geschafft wird". Möglicherweise lebt Don doch nicht so recht und intellektuell auf der Höhe der Zeit im Jetzt, sonst wäre ihm das nicht entgangen, oder? Aber nein, Meran ist ja zum Entgehen da ... . . Und war es nicht so, dass im Zweifelsfalle "der starke Prolet", der mit den "starken Instinkten", dem "Wille zur Macht" und dem "Wille zum Leben" am Ende (und evtl. trotz vorübergehender Erkrankung) viel länger und "gesünder" (selbst wenn er sich "gefährdete") lebte, als der "Selbstverwöhnte im Kaschmir unterm Hut"? . Zumindest gab es in der inzwischen, wir sagten es bereits, anscheind weitgehend vergessenen deutschen Geistes- u. Kulturgeschicht) früher schon mal entsprechende Gedankengänge... . (So 1910) . Wohingegen es, wie bekannt, noch 2-3 Genarationen früher klar war, dass die junge, gut genährte und damit gesunde, und zusätzlich sportgestählte aritokratische fechtjugend es im zweifelsfalle und in der gruppe, mit Knotenstöcken in der Hand, selbst im Londoner Rotlichtmilieu von 1810 mit jedem schlecht genährten Dieb und Gauner aufnehmen konnte. . Nur Hans Castorp in Meran (Verzeihung: Davos) hielt seine (ach so schmale) Brust gerne in hin: Dem Lungendoktor nämlich. Damit der auch weiterhin die Verantwortung von ihm fernhielt. Lustvoll fernhielt: "Mindestens noch ein Vierteljährchen junger Mann. Dann werden wir weitersehen." . Und der finanziell unabhängige Kranke aus gutem Hause kostet sie auf einmal voll aus, die Infektion nämlich. Erprobt sich gerne und lustvoll in der für ihn so neuen Situation der Krankheit. Entdeckt, dass er sich gar nicht wehren will, nun da die Krankehit da ist. Sondern sich ihr ganz und gar überlassen. Als schöne, neue Erfahrung. . (Banal: Don könnte das auch: "Letters from the Meran Hospital" schreiben, darin er seine Kranksein beschreibt (es hat ihn, sic, "nur leicht erwischt" - wie sonst?), und wie er sich in der Situation auskostet - und welcher genuß es ist, dass andere arbeiten müssen; die Nachtschwester z.B., die ihm zart Tee aus der Schnabeltasse reicht. Mit sehr viel "intelligentem Gefühl" eben, sic encore. . Ich dagegen schlage vor: Man ignoriere endlich Grippen und ähnliche Belanglosigkeiten und fange endlich an: Mit Intellektualität. Und Leben. Und das hieße "prozyklisch hineingehen"(g). Also 7 Jahre Meran. Also Sieben Jahre der Verzauberung. Und Schluss mit Flachlandkontakten, al la "Manager". Es muss doch Stellen geben bei Meran, wo nur die Blumen reden, oder etwa nicht? . (Oder gleich 20 Jahre Spandau, wie Speer. Der hatte da hinter hohen Mauern auch einen Garten. Mit wunderbaren Blumen. Und die/der war/en sein ein- und alles. Tatsächlich. Hielt/en ihn am Leben. Tatsächlich. (Und evangelische (gg) Disziplin - "Tags nie hinlegen!") (Eigentlich hat Speer, wenn man so will, "sein ganzes Leben in Meran verbracht", im übertragenen Sinne: Zunächst 12 Jahre "als Mörderassistent und Selbertäter", und dann (nach alliiertem Fehlurteil) weitere 20 Jahre in Spandau - und ist nie nicht wirklich aufgewacht, zur Besinnung gekommen, leider.) . Und ich kenne Frauen und schwule Männer ( Komma weibliche Hälfte), "die machen ihre Wohnung zu Meran" - aus nämlichen Gründen. . Anyway ... . Und Grüße.

0 Doctor Snuggles 31.07.2009, 21:16 Uhr

@ Nico: Nein, keinen Korn,...

@ Nico: Nein, keinen Korn, Kräuterlikör, wie ich schon schrieb. Wenn wir es ganz genau nehmen: ein Kräuterbitterschnaps.

0 KOBV Pöchlarn 01.08.2009, 01:57 Uhr

mir sind Kakteen lieber wenn...

mir sind Kakteen lieber wenn Sie gebrannt werden und dann flüssig gedrunken.

@Doctor Snuggles, der Tag ist...

@Doctor Snuggles, der Tag ist zwar noch jung für soetwas und ich bin in der Welt der bitteren Kräuterextrakte nicht zuhaus. Sie haben den Mut zu Fernet, aber der hat ja 40% und mehr; dann wohl eher die Mildversion aus Schierke. Herrliche Gegend, im Winter zu Fuß auf den Brocken und dann den Feuerstein. Just kommt da eine Eilmeldung eines Tequilafans herein, oder war das jetzt der Mescal mit dem Wurm. Böse Erinnerungen an die Hofeinfahrttore meiner Finca werden wach, die standen meinem Seat im Wege........

0 donalphonso 01.08.2009, 07:41 Uhr

Dao Ky, Vevey ist leider nich...

Dao Ky, Vevey ist leider nich viel weniger das, was es einmal war. Schon in meiner Kindheit - ich muss gestehen, dass ich jederzeit Lausanne den Vorzug geben würde. Vevey kommt mir vor wie ein Zombie, es hat etwas heidelbergeskes, ein "One-Hit-Wonder", da war mal was und seitdem klammert man sich daran fest. Herabschauen auf Amerikaner ist eine Sache, der man sich als Europäer einfach nicht enthalten kann, ohne sich zu verbiegen. . Doctor Snuggles, es gobt Orte, die brauchen das "Bad". Und dann gibt es Orte wie Meran.

0 donalphonso 01.08.2009, 07:46 Uhr

Paulchen & savall, man tut,...

Paulchen & savall, man tut, was man tun muss. Ohne Klagen, aber gern mit einer guten Geschichte, mit der man später die Grossnichten nervt - damals, in Meran, als die damals noch junge Schriftstellerin Andrea Diener ihren Hut auf der Seilbahn hoch zum Grossglockner - oder war es das Matterhorn? Na egal, als der Hut jedenfalls in die mit Kakteen überwucherte Gletscherspalte... . Ich muss unbedingt etwas über Perserteppiche schreiben. Die werden ja von manchen belächelt, aber ich finde: Nur wer es sich leistet, wirklich gute Teppiche über gutes Parkett zu legen, hat Anspruch auf Mitgliedschaft in der besseren Gesellschaft.

0 donalphonso 01.08.2009, 07:53 Uhr

perfekt!57, nun, es stirbt...

perfekt!57, nun, es stirbt sich aber in Meran auf jeden Fall schöner und mit besserer Versorgung als in einer Berliner Mietwohnung. Wir waren gestern in der Villa Saxifraga, die sich ein herzkranker Belgier erreichtet hat, um dort nach wenigen jahren zu sterben. Immerhin! (Man müsste noch viel mehr über Meran machen, hach.) . Und was den gesunden Proletarier angeht. Ich bekomnme meine bewegung auf einem Berg im Heilklima. Ich glaube nicht, dass irgend eine Firma dieser Welt da mithalten kann. Und nachdem auch die Ernährung wichtig ist - nein, ich glaube, für den Proletarier sieht es nicht so gut aus. Ich bin selbst übrigens nicht das, was man als "Krischperl" bezeichnen würde, und Stubenhocker waren bei uns auch sonst eher selten. . Garantien gibt es keine. Aber Chancen für mich und Risiken für die anderen.

Don, Sie sind zu gütig, man...

Don, Sie sind zu gütig, man ist geneigt, Sie als Pandemie-Mentor zu empfehlen. Und nur wer aus wirklicher standesgemäßer Herkunft ist, weiß über Perser en detail zu berichten. Despektierliches möchte ich gleichwohl nicht lesen.

Wehrter Don, ja, das währe...

Wehrter Don, ja, das währe schön. Herzlichst P.

0 Doctor Snuggles 01.08.2009, 09:11 Uhr

@ Nico: es war ein Extrakt aus...

@ Nico: es war ein Extrakt aus Tschechien und eigentlich bin ich eher der Süßschnabel als ein Freund des Bitteren. Kennen Sie Parfait Amour? Ich rate dazu. Gleichwohl... manchmal muss es eben auch das Bittere sein. Tequila ist nicht so ganz meine Welt, gleichwohl habe ich zwei Sorten davon hier stehen (eigentlich nur zum Mixen von Cocktails). Außerdem noch eine Flasche Mescal (die mit Wurm).

Tadelloses...

Tadelloses Kavaliersbenehmen Ein wirklich schöner Hut, aber nicht gerade geeignet für eine Bergwanderung, und schon gar nicht auf luftigen Gondeln! Dort trägt man eine Kopfbedeckung, die entweder fest am Kopf sitzt, oder wenn schon Hut, dann einen, den man am Hals befestigen kann, so wie die in Mexiko vielleicht. Und der Hut vom Don gefällt mir auch, ich bin selber Hutträger, kenne also ein wenig die Branche. Ansonsten tadelloses Kavaliersbenehmen, das vom Don, das hätte böse ausgehen können. Habe da in der Türkei oder in Zypern, oder auch in Portugal, schon so einige Früchte gesammelt, und mir fast immer die Hände ruiniert. Habe daher für solche Anlässe immer ein paar Arbeitshandschuhe aus Leder dabei, die richtig dicken.

0 donalphonso 01.08.2009, 19:29 Uhr

Was den Alkohol angeht: dafür...

Was den Alkohol angeht: dafür bin ich gar nicht zu haben, in keiner Darreichungsform. Wirklich nicht.

0 donalphonso 01.08.2009, 23:51 Uhr

Devin08, die...

Devin08, die Peccarylederhandschuhe waren leider im Auto, aber ich habe ja Bergtraining. Der Hut war für Dorf Tirol. wo die Reise über das kleine Liftchen hinführte. vollkommen angemessen und mit einem Gummi gesichtert - aber nicht gegen hektisches mobiltelefonieren. Aber gut. Alles in Ordnung. Ein wenig Abenteuer, wenn schon der Sunbeam immer noch in Frankfurt auf den Schweisser wartet.

0 Doctor Snuggles 14.08.2009, 10:00 Uhr

Ich weiß, dieser Eintrag wird...

Ich weiß, dieser Eintrag wird wahrscheinlich nicht mehr gelesen, es gibt neuere Einträge. Dennoch hier meine Nachfrage, da es um Meran geht: was ist denn da los? . http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EF5140981E01E4A9D878CD8B920120A45~ATpl~Ecommon~Scontent.html

0 donalphonso 14.08.2009, 10:14 Uhr

Puh... also, wenn man schon...

Puh... also, wenn man schon über Sven Knoll schreibt, sollte man sich mal intensiver mit dem Herrn auseinandersetzen. Mir deucht, dass da reichlich unkritisch Zeug verwendet wurde, das man aufgrund der Quelle unbedingt hinterfragen muss. . http://de.wikipedia.org/wiki/Sven_Knoll

0 Doctor Snuggles 14.08.2009, 14:08 Uhr

Don, dann sollten Sie in der...

Don, dann sollten Sie in der FAZ Redaktion mal auf den Busch klopfen.

0 donalphonso 14.08.2009, 18:20 Uhr

Nun, ich bin nur freier...

Nun, ich bin nur freier Mitarbeiter und das obendrein in einem anderen Ressort, aber es stimmt: Man sollte sein Wissen nicht hinter dem Berg halten.

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.