Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Kanten der besseren Kreise

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Es gfibt zwei Arten von "Gesellschaft". Das eine sind Leute, die in den Medien sind, weil sie in den Medien sind und sich deshalb jeder dafür interessiert, der auch die Werbung danach anschaut. Und dann gibt es noch die bessere Gesellschaft. Die ist nie in den Medien, möchte auch nicht in den Medien sein und hasst diejenigen, die in den Medien sind, oder ihnen als Medien niicht den nötigen Respekt entgegen bringen. Und deshalb ist es für mich absolut keine Frage, welche Gesellschaft ich im Versuch bestärke, die andere zu verscheuchen.

Verzeihen Sie die Sache mit den Zigaretten. Ich habe Sie für einen armen Teufel gehalten.
Alberto Moravia, Der Konformist

Glücklicherweise bekomme ich doch die letzten regulären Karten, und muss niemanden anrufen, damit er bei der Gesellschaft anruft und Beziehungen spielen lässt. Ich bin also niemandem verpflichten, muss nicht in der Pause des Konzerts zur EM oder zum B. schlüpfen und mich für die Gnade bedanken, und kann mir sogar die freie Meinung erlauben, dass die Aufführung sehr gelungen, das Werk selbst jedoch nicht ganz zu Unrecht 200 Jahre lang vergessen war. Das Wühlen in den Archiven und Bibliotheken der Musikgeschichte ist sehr verdienstvoll, aber neben Juwelen kommt auch manch einfallsloser Talmi und Tand zum Vorschein, von den auch der Komponist mit Abstand von zwanzig Dezennien sagen würde, dass der Wert allenfalls wissenschaftlich sei: „Ach ja, 1795, Venedig, nun, das war so, also, der fette Propst brauchte eben bis Sonntag was, um die Erbtante zu beeindrucken, also habe ich ihm schnell etwas geschrieben, na ja, zwei Wochen später bin ich dann nach Bergamo…“

Ich kann mich mit meiner Begleiterin auch ungestraft über die Vertreter der Lokalpresse trefflich amüsieren. Mitunter scheint es mir, und die Realität an diesem Abend schickt sich an, es zu belegen, als gäbe es da eine verbindliche Tracht für die besonderen Anlässe: Immer irgendwie unpassende Hosen, immer verbeulte Jacken, immer Beige oder Braun und immer so, dass Jacke und Hose sich leicht beissen, gern auch übergrosse Muster und schlechte Schuhe bis hinunter zur Sportsandale. Mir ist nicht klar, woher all die „was mit Medien“-Jugendlichen die angenehme Vorstellung vom Tun und Treiben des Journalisten haben; vielleicht liegt es daran, dass sie zu selten in Konzerten kleiner Städte sind, wo sie die Realität sehen könnten: Kleine graue Männer in Beige, die auch in ergreifenden Momenten mit Kameras hantieren und nicht gerade zu ihrem Vergnügen anwesend sind.

Bild zu: Die Kanten der besseren Kreise

Und auch nicht zum Vergnügen der besseren Gesellschaft, die sich hier, schwer behängt und mit steigenden Jahren überdeutlich parfümiert, in besten Kleidern eingefunden hat und stoisch im Dreiteiler bemerkt, wie heiss es in dieser Kirche werden kann, wenn sie drei Stunden lang voll besetzt ist. Aber nichts, kein stark süsslicher Geruch, kein Sauerstoffmangel, keine Überlänge gibt zur Verärgerung Anlass; man würde sich hier eher vor dem Altar den Kopf abschlagen lassen, als vorzeitig zu gehen oder auch nur ein Wort der Unzufriedenheit zu äussern – ausser natürlich wegen des Herrn mit der Kamera und den verbeulten Hosen in Beige. Der hat es gewagt, gerade in Momenten der effektvollen Stille vorzuspringen und Bilder von Sängern in eindrucksvollen Posen, aber ohne aufgerissene Münder zu machen. Journalistisch in Ordnung. Gesellschaftlich unerträglich.

„Sie, der Herr mit der Kamera“, faucht ein älterer Herr in meine Richtung, der ich mein kleines Gerät in der Hand halte. Aber noch bevor ich erstaunt reagieren kann, drückt er sich schon an mir vorbei und geht den Herrn in Beige an. „So geht das nicht. Nehmen Sie die Kamera weg. Sie haben sich hier zu benehmen. Verstanden?“ Ich mache dezent ein paar Bilder schlechterer Qualität, und in der zweiten Hälfte verdrückt sich der Herr in Beige in die hinteren Reihen, wo er vergeblich versucht, einer älteren Frau den Stuhl zu nehmen. Das Ansehen der „grossen Hure Presse“ also, um es mit Walter Mehring zu sagen, in den relevanten Kreisen der westdeutschen Städte und ihrer besseren Viertel ist schlecht, sehr schlecht. Nicht nur, weil ihre Vertreter nicht wie jemand aussehen, dem man vorgestellt werden möchte.

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Die Aversion gegen diesen Stand ist auch nicht durch die skandalös schlechte Entlohnung dieser Leute in der Provinz zu erklären, über die jeder Facharbeiter beim Weltmarktführer vor der Stadt nur höhnisch lachen kann. Es ist auch nur teilweise jenen Artikeln geschuldet, in denen sich so ein Schmierfink erdreistet, über die Festnahme von Randalierern in der Altstadt zu schreiben, und zudem erwähnt, deren Eltern hätten den ungezogenen Nachwuchs Nachts um vier in Begleitung von Anwälten abgeholt – womit die Stellung der Eltern umrissen ist, und 48 Stunden später jeder im Westviertel weiss, mit wessen Bälgern man den eigenen Kindern ab sofort jeden Umgang verbietet. Das alles mag zur Ablehnung, ja sogar zur Kündigung oder anwaltlichen Intervention führen. Im Kern aber glaube ich, dass die wahre Ursache für den Hass auf Medien eine andere ist.

Der Umstand nämlich, dass den besseren Kreisen in jenen kleinen, dummen Städten jeden Tag ihre relative Bedeutungslosigkeit vorgeführt wird. Es gibt natürlich noch eine  Lokalteil mit Hasenzüchtern vor den Todesanzeigen, ein Lokalradio und ein Lokalfernsehen drittklassiger Qualität. Aber dafür schickt man eben auch drittklassige Leute in Beige, man schreibt kleingeistige Kolumnen über Strassenpflasterung, man lässt es die Leser merken: Das hier ist die kleine Stadt. Draussen dagegen ist die grosse Welt. Und gegen deren Staatsopern in München, gegen deren Inszenierungen in Bayreuth, gegen deren Ausstellungen in Berlin und deren Prominente – seid ihr Staub. Da hilft auch keine Lobhudelei angesichts der Ausgrabungen in Archiven und des Imports von Sängern aus der nächsten Metropole. Kleine Männer in Beige erzählen einem, dass man ausserhalb der Stadtgrenzen eigentlich nichts zu melden hat. Und innerhalb ist die Topnachricht die Neuwahl des Reservistenvereinsvorstandes von Kösching.

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Historisch gesehen ist das für die besseren Kreise eine reichlich neue Erfahrung. Dass in St. Tropez 80 Meter lange Yachten schaukeln, dass amerikanische Banken die Weltwirtschaft zerdrücken und in Brüssel entschieden wird, welche Apfelsorte nicht mehr den Normen entspricht, das alles hat es so früher nicht gegeben. Reichtum etwa war ein Begriff, der eine lokale Bezugsgrösse hatte. Reich definierte man an denen, die man in der Stadt sah. Reichtum drückte sich erst durch viele Fenster an den Strassenfronten der Häuser aus, dann durch Elektrifizierung, Möbel aus fernen Städten, Schiffsreisen, Motorräder und Automobile, deren Sitze man mit dem Blut geschossener Rehböcke versaute, das Tennishobby der Tochter. Reich war das, was man in seinem Umfeld als reich erleben konnte. Reich war für die armen Schlucker in der Schleifmühl der Privatier, dessen Kinder mit Goldstücken Schusser spielen durften. Es gab keine andere Vergleichsgrösse. Dank Zeitung, dank der „Leute“-Seiten gibt es nun Vergleichsmöglichkeiten; abgehalfterte Tennisspieler und aufgeblasene Moderatorinnen, CEOs unübersehbarer Firmenkomplexe und jede Menge Betreter roter Teppiche, und was sonst kleine graue Männer in Beige für wenig Geld als relevant, wirklich relevant erachten.

Natürlich bemüht man sich, etwas dagegen zu setzen, man überreicht Schecks für wohltätige Zwecke, baut den Kulturbetrieb aus und erwartet, dass man damit wohlgesonnene Aufnahme in die Medien findet. Hinten. Im Lokalen. Die bundesweite Aufmerksamkeit der kleinen grauen Männer in Beige bekommen allenfalls die Morde, die Kinderschänder, von denen man hier jüngst einen entdeckt hat, oder die Asozialen, die Kinder verhungern lassen, wie jüngst in der Region geschehen. Und so fegt man sie eben an, wenn sie mit ihren Kameras die Inszenierung der alten Westviertelpracht stören.

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Man kann dieser in Verbitterung badenden Melancholie eine gewisse Berechtigung nicht absprechen, denn auf der anderen Seite lebt dieses Land durch diese Menschen. Eine Republik, die wirklich nur aus überlauten Talkshowgesichtern, unverantwortlichen Politikberatern, Friseuren, Köchen, Fernsehansagern, Erzieherinnen missratener Blagen, Wohlstandsverwahlosten  und anderem hochgespülten Personal bestünde, wäre nicht angenehm und auch nicht lebensfähig. Jemand muss in der Leasing- und Abwrackrepublik Deutschland auch noch Autos komplett bezahlen, Häuser besitzen und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bewahren, egal, was einem ungewaschene Berliner Grossmäuler an Alternativen mit freier Beschäftigung vorlügen. Niemand käme hier auf die Idee, einem in der Pause mal schnell ein Konsumprodukt anzudrehen. Man kann sich darauf verlassen, dass sich zu spät Kommende entschuldigen und einem nicht die Rückseite zudrehen, wenn sie zu ihren Sitzen gelangen. Es gibt noch Stil und Etikette, sie ziehen sich hierher zurück, schaffen sich einen eigenen Raum, schotten sich ab und reagieren dann mitunter bösartig, wenn sie nicht respektiert werden.

So gesehen mag es vielleicht vergebens sein, vergessene Werke wieder zur Aufführung zu bringen. Aber das nur wenige Sekunden lange Schauspiel des beissenden Bürgertums und des verscheuchten grauen Mannes in Beige wäre es wert gewesen, für die Karten selbst bei EM anzurufen und sich im Gegenzug für eine Mitgliedschaft im Verein breitschlagen zu lassen. Dass es ihr dabei allein um meine Person und nicht meinen Beruf ginge, verstünde sich von selbst. Internet, nein, das liest man hier nicht. Glücklicherweise.

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92 Lesermeinungen

  1. Verstehe ich recht, die...
    Verstehe ich recht, die Vermutung ist, dass die kleinen Männer in Beige deswegen nicht gemocht werden, weil sie gewissermaßen Verräter am lokalen Spiel sind, Abgesandte der Abwesenden mit ihren ganz anderen Maßstäben? Dass sie sich vor Ort nicht zu benehmen wissen, ästhetisch unansehnlich sind und vermutlich aus Familien kommen, die keiner kennt, wäre entschuldbar?

  2. Guten Morgen, werter...
    Guten Morgen, werter Don,
    diese Erzählung erinnert an die Aufführungen der kleinen Kreisstadt LÜNEBURG. Genauso verhält es sich am dortigen STADTTHEATER. Provinzgrößen applaudieren zu Aufführungen, in denen alles MODERN, mit Camouflage und mit-sich-übergeben dargeboten werden als wäre es die große weite Welt, die da Einzug gehalten hat. Der berühmte Sänger, der angesagte Dirigent, hurra wir sind doch nicht nur kleingeistig und provinziell….
    Dazu kommen noch Loriot Parodien in Sketchform in einem Seebad an der Ostsee, ebenso abgehalfterte politische Kabarettisten, die ihr letztes Stelldichein hier haben, bevor es in den Abgrund geht. Kultur…!?
    Aber was soll man dagegen machen?
    Soll oder muss das verhindert werden?
    Soll man durch Abwesenheit ein Zeichen setzten oder
    muss der graue Herr in Beige oder Schlammgrün mit den Provinzhintergründen gefüttert werden ^^Der Tenor ist schwul….^^
    Beste Grüße
    PS-L

  3. fragen:
    wer oder was ist...

    fragen:
    wer oder was ist em?
    wieviel beige tragen sie (in sich)?
    woher rührt diese (manchmal durchaus zartfühlige) distanz zu den „eigenen, durch `in verbitterung badender melancholie´ gemütsbeschriebenen kreisen“?

  4. Als Dramaturgieasiistent bei...
    Als Dramaturgieasiistent bei der Musiktheatersparte eines Stadttheaters im Ruhrgebiet, das in der Schauspielsparte mit der Urafführung von Handke-Stücken lange vor meiner Zeit seinen Zenit überschritten hatte, wurde ich einmal verdonnert, einen Kammermusikabend mit den drei Brahmsquartetten op 51 und 67auf der großen Bühene einzuleiten, na sagen wir anzukündigen. Da torkelte ein Mann, Mitte 50, ungebügelte anthrazitblaue Anzughose, mittelbraune Wildlederjacke, vom Inspitientenpult mit seiner Kamera auf mich zu, nichts geschah, niemand rührte sich im Publikum, dann als er auch noch stolperte und hinschlug, erbarmte sich ein Bühnenarbeiter, der den Pressemann wohl kannte und von der Bühne bat, was er sich gefallen ließ. Ein stadtbekannter Lokalreporter der WAZ, der durch seinen Suff so abgehalftert war, dass er die bessere Gesellschaft(des Ruhrgebiets!) nicht mehr belästigen konnte. Dafür hat er sich an der „kleineren besseren Gesellschaft“ im Provinztheater zu rächen versucht. Das gemeine Volk wusste viele Geschichten über ihn. Das war 83. Mir entfährt immer ein stoßhafter Lacher, wenn ich an die Sache denke.

  5. Und dennoch wieselt die ganze...
    Und dennoch wieselt die ganze Bagage um die kleinen grauen Männer in Beige herum und hofiert sie, um denn selbst auch einmal „in die Zeitung“ zu kommen und damit groß, lebendig und bedeutend zu scheinen …

  6. Lieber Don, von wegen...
    Lieber Don, von wegen Kleinstadtjournalist; die sind in ihrer Mehrzahl ueberall so oder so aehnlich. Kennen Sie aus Ihrer kurzen berliner Zeit den Journalistenclub, Kurfuerstendamm/ Ecke Meineckestrasse? Na bitte!
    Es kann aber auch sein, dass mit der Berliner Republik diese „Institution“ dahin ging und stattdessen ein Spezialitaetenbordell eingerichtet wurde, was an sich auch keinen grossen Unterschied macht.

  7. Lieber Don,
    Wenn die Presse...

    Lieber Don,
    Wenn die Presse ihre lokalen Eliten nicht ernst genug nimmt, dann liegt das doch zu allerletzt an der unzureichenden Qualität irgendeiner Aufführung (also ob in den Metropolen alles Weltniveau wäre…), sondern am Verhalten eben dieser Eliten selbst.
    Diese müssten halt viel mehr Präsenz zeigen. Der Kulturbetrieb darf da nur das Sahnehäubchen sein, hinzukommen müsste ein Unterbau. Provinz heißt Abhängigkeit, und dieses Potential nutzt eben keiner mehr aus. Warum sollte man als lokaler Unternehmer Kindern Ausbildungsplätze geben, die Sonntags nicht in die Kirche gehen und sich in der Vereinsarbeit nicht engagieren? Warum singen die Ehefrauen der Angestellten nicht im Kirchenchor? Wenn der Konzertsaal nicht vollbesetzt ist, dann müssen eben die Gymnasialkinder herbeizitiert werden. Wenn die Lehrer das nicht hinbekommen, dann gibt es eben keine Spende für den Schulanbau.
    Und was die Manieren der Reporter betrifft: Tja, da sollte man als halt einfach mal den Herrn Verleger oder lokalen Redaktionsleiter zum Essen einladen und ganz diskret darauf ansprechen, bevor man wieder eine Großanzeige schaltet.
    .
    Verstehen Sie: „Der Ball ist im Feld der Arbeitgeber“, wie es ja auch die Gewerkschafter immerzu wiederholen.

  8. @HansMeier555. Ich habe in...
    @HansMeier555. Ich habe in Halle an der Saale auch schon gut gearbeitetes Musiktehater gesehen. Die Spende für den Schulanbau streichen und die Ehegattinnen der Angestellten in den Kirchenchor zwingen, das ist, entschuldigen Sie dass ich das sage, stillos. Verleger und Redaktionsleiter werden seit jeher zum Essen eingeladen, um sie auf diskrete Weise an gewisse Formalitäten im Geschäftsgebaren zu erinnern. Was Sie da skizzieren, ist ja geradezu die Parodie auf das, was in den Reden der Bauernfänger vom „Anstand der Reichen“ an die Wand gemalt wird, um Stimmen einzusammeln.

  9. @Zerlina
    Von wegen Zwang! Sie...

    @Zerlina
    Von wegen Zwang! Sie sollen schon freiwillig kommen, und zwar pünktlich, und dabei ein nettes Gesicht machen.
    Wer behauptet, daß er gezwungen worden sei, soll sich doch beim Lokalreporter beschweren!
    Alles Schöne hat auch eine Rückseite. Der Don ist reich, kultiviert und stilvoll zugleich, er hat ein Vermögen geerbt und vertritt linke Ansichten. Diese Mischung ergibt einen hübschen Blog, aber eine Gesellschaft kann man damit nicht aufbauen.
    „Anstand der Reichen“ genügt nicht, hinzu kommt: „Wie der Herr, so das Gescherr“. Wer sonst wenn nicht die Arbeitgeber soll die Mittel- und Unterschichten rekultivieren, wer sonst hat dazu die Macht? Die Eltern vielleicht? Es ist ein typisches Mißverständnis unserer Gesellschaft, daß die Erziehung immer nur als Aufgabe der Eltern angesehen wird, die doch selber welche nötig hätten. Und der Don hat auch keine Kinder.

  10. @HansMeier555
    Ihre Vorschläge...

    @HansMeier555
    Ihre Vorschläge erinner mich an mittelalterliche bayrische Dorf Provinz Kungeleien, wo der katholische Pastor, der Dorfschullehrer und der Großbauer in der Kneipe die Geschicke des Dorfes lenkten. Wer sich denen nicht unterwarf und noch schlimmer: nicht in die Kirche ging, wurde auf dem Scheiterhafen verbrannt.
    Zum Glück sind in Deutschland (bis auf Bayern) solche Zustände nicht mehr aktuell.
    .
    Als bekennder Atheist hätten Sie von mir im wahren Leben eine Klage zu erwarten.
    Und was macht der Unternehmer mit seinen Angestellten anderer Konfession? Zwangstaufen ?
    .
    Herr Meier—Sie leben noch im finstersten Mittelalter

  11. HansMeier555, nun es freut...
    HansMeier555, nun es freut mich, dass Sie eine Vorstellung davon haben, wie man eine Gesellschaft aufzubauen hat. Die Machtfrage zu stellen, ist allerdings kein Privileg der Besitzenden. Und, HansMeier555, die Erziehung der Brut ganz oder teilweise in die Hände gesellschftlicher oder staatlicher Zwangseinrichtungen auszugliedern, mit dem Vorsatz Mittel- und Unterschichten zu kultivieren(wozu und wobei auch immer), hat u.a. die bekannten Ergebnisse gezeitigt. Faschismus und stalinistische Zwangsherrschft. Und natürlich haben Sie völlig Recht: „Wie der Herr, so’s Gscherr. Falls Sie aber zu scherzen belieben, oder ich Ihren Witz nicht verstehe, dann vergeben Sie mir bitte. Knicks. Ihre Zerlina

  12. @HansMeier555
    .
    Diese...

    @HansMeier555
    .
    Diese erzwungene,weil materielle Abhängigkeiten ausnutzende Freiwilligkeit ist in Deutschland nicht mehr aktuell. Gerade im Mittelalter wurde dies bis zur Perfektion ausgebaut. Besonders von der Kirche.
    Das begann mit der Zwangs-Christianisierung der „Heiden“ und ging weiter mit der Verfolgung der „Hexen“.Beichte,Taufe usw.
    .
    Herr HansMeier–Sie sind für mich nicht mehr diskutabel–Ignore on

  13. Die blonde Dame auf Bild 1...
    Die blonde Dame auf Bild 1 schaut ja nicht gerade wohlwollend in des Ablichters Richtung. (Trugen Sie am Ende gar Beiges am Leibe?) – Und welches verschüttete Opusculum wurde dem erlauchten Auditorium denn zu Gehör gebracht?

  14. @HansMeier555
    So, so "sie...

    @HansMeier555
    So, so „sie sollen freiwillig…und pünktlich“ kommen, „dabei ein nettes Gesicht machen“, aber Zwang spielt keine Rolle?
    Eine hübsche „Sei spontan! Paradoxie“, die Sie da auftischen. Mit anderen Worten: der Pöbel soll sich nicht nur so verhalten, wie es seinem „Provinzherren“ gefällt, sondern soll dies auch noch aus der „richtigen Gesinnung“ heraus tun.
    Wobei die Definitionsmacht bezüglich der „richtigen Gesinnung“ natürlich (!) bei eben diesem Provinzherren liegt.
    Nun denn vorwärts zum Feudalismus!

  15. Meine Kritiker:
    Was Sie als...

    Meine Kritiker:
    Was Sie als „Mittelalter“ bezeichnen, ist doch an vielen Orten immer Realität gewesen, und der Trend geht auch jetzt wieder in diese Richtung. (Nur halt leider ohne kultivierende Wirkung).
    Schauen Sie sich doch einfach mal die Verhältnisse im Fernsehen an.
    Der einzige Tabubruch (den ich hier mal in voller Absicht vollzogen habe), ist wenn man offen davon spricht.
    Die von Don Alphonso erwähnten „jungen Leute, die später mal „was mit Medien“ machen wollen“, sind arm dran — aber nur, weil sie keiner rechtzeitig auf diese Verhältnisse vorbereitet hat.
    Die Refeudalisierung unserer Gesellschaft ist längst beschlossene Sache, ob uns das gefällt oder nicht.
    Die einzige Frage, die sich noch stellt, ist, welche Musik man dabei hören wird und wie die Fingernägel dabei aussehen werden.
    Sehen Sie einfach mal so: Kirchenchor und regelmäßige Zwangsbeichten sind allemal besser als Komasaufen, Videospielen und Ausländer verprügeln

  16. Werte Forenten,
    nicht dass ich...

    Werte Forenten,
    nicht dass ich mich in meinem zarten Alter noch damit zu beschäftigen hätte wie es denn zugehen sollte „eine Gesellschaft aufzubauen“. Selbst die krisenresistenten Angsthasen kleinbürgerlichsten Ausmasses inmitten der Provinz bekommen langsam kalte Füsse und schreien nach „Zentrum ja, Faschismus bitte nur light, der mit wenig Kalorien…“ also einem Tonikum zur Beruhigung ihrer zarten, verrückten Seelen.
    Da gehen die nicht er-lebten sondern nur er-zählten Werte gleich welcher Etikette und/oder Tradition vor die Säue. Und nicht nur die. Das Stadttheater wird genauso enden wie das in den 70zigern erbaute Hallenbad oder die in den 90zigern entstandene Tiefgarage als optionaler Atomschutzbunker. Das eine wird eine Zockerbude für abgehalfterte Sparkassendirektoren bar jedem Geschäftsmodells das andere eine Schwammerlzuchtanlage für psychoaktive Substanzen. Aber wie soll man sich das „Psycho-Enhancement“ im bürgerlichen Lager vorstellen? Dort sehe ich nicht einmal Dekadenz – geschweige denn Substanz.

  17. In einem großen gescheiten...
    In einem großen gescheiten Bundesland erscheint das rund machen einer
    speziellen gesellschaftlichen Kante auch für die Stützen als nützliches Handwerk.
    In Bayern will man nicht einmal das kleine Geld für eine barriere-, nämlich
    kostenfrei zugängliche Landesrechtsprechungsdatenbank, längst Standard im
    armen NRW oder im hessischen Bereich, aufwenden. Eigentlich eine Schande,
    für annähernd jedes gesprochene bayerische Urteil, finanziert aus Steuer-
    geldern, nocheinmal zur Ader gelassen zu werden, wenn man sich ein Bild von
    aktueller Rechtsprechung machen will.
    Eher eine Art unwürdig schäbiger Distinktion, den Freistaatsbürger über
    Kostenpflichtigkeit der Information, landesweit (und nicht nur in der „kleinen
    dummen Stadt“) dumm und klein zu halten, denn welcher Privatmann unterhält
    schon ein Juris-Abonnement.
    Die Stützen, könnten hier mit geringem Aufwand bei Wahrnehmung ureigener
    Interessen, wer läßt sich, wenn auch nur ein kleines, schon gern ein Loch in den
    Geldbeutel schneiden, über Kontakte, Einiges für das Gemeinwohl bewirken.
    Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz heißt die
    Institution, die den hohen Anforderungen im Bereich des Verbraucherschutzes
    einen weiteren guten Dienst leisten könnte. Die rückstandsfreie Entfernung der
    Kostenbremse darf man sicherlich als erhebliche Verbesserung des Verbraucher-
    schutzes verstehen.

  18. Solange die Weisung von oben...
    Solange die Weisung von oben lautet:“Und da häufig ein Bild mehr sagt als tausend Worte, sollte man nicht zuletzt mit einem Fotoapparat gut umgehen können“. ( das ist ein Zitat aus einem Interview-wie wird man Lokalreporter)-
    solange diese Lokalreporter mehr Geld für ein Foto als für Text bekommen-
    solange werden sie am Bühnenrand weiter durchs Bild laufen.
    Da muss die gestörte Zuhörerschaft eben ihren Einfluß mal anders üben,
    und Schreiblehrgänge für Lokalreporter unterstützen………..oder aber der Chefredakteur ist weitgehend schmerzfrei und sieht seine Aufgabe in:
    aus weiß mach bunt, erschöpft.

  19. <p>@HansMeier555</p>
    <p>Ihre...

    @HansMeier555
    Ihre Einstellung, die Refeudalisierung unserer Gesellschaft sei längst beschlossene Sache, ist mir zu fatalistisch.
    Aus der Tatsache, dass von den Massenmedien ein mit „Verdummung und Verrohung“ nur sehr unzureichend beschriebenes Bild gewisser Gesellschaftschichten gezeichnet wird, sollten Sie nicht unbedingt schließen, dass dieser Prozess sich auch (im Großen) abspielt.
    Hier wird mittlerweile in einer Weise manipuliert, die beste DDR-Tradition hat. Damals waren die Fünfjahrespläne erstaunlicherweise immer übererfüllt, heute bekommt man die Mär von TINA (there is no alternative) aufgetischt. Dazu noch eine Prise „abstrakte“ Terrorgefahr, etwas divide et impera (Rentner vs. Arbeitnehmer, Ossi gegen Wessi, etc.) und fertig ist die Ablenkung bzw. in Ihrem Fall offensichtlich die „Einsicht“, dass sich die Demokratie überlebt habe.
    Ich habe schon mal in einer Diktatur gelebt. Ich will nicht zu Kirchenchor und Zwangsbeichte gezwungen werden! Und diesen Zwang gegen Komasaufen und Ausländer verprügeln als Alternative aufzustellen ist ein extrem billiger rhetorischer Trick!

  20. @ Petra Scholl-...
    @ Petra Scholl- Laretournè
    „Dazu kommen noch Loriot Parodien in Sketchform in einem Seebad an der Ostsee“
    Die Anstrengungen der Landesbühne Vorpommern mögen für Sie vielleicht Anlass zum Spott sein. Wir sind dem Intendanten jedenfalls für seinen Erfindungsreichtum und die Zähigkeit, mit der er das Theater hier am Leben erhält, sehr dankbar.

  21. @Usedomer: Lassen Sie bei dem...
    @Usedomer: Lassen Sie bei dem Vineta-Festspiel in Zinnowitz doch einfach einmal Vineta am Grunde der See, wo es ganz gut liegt. Vielleicht können Sie Herrn Bordel vorschlagen, dass er mal Henzes Nachtstücke und Arien nach Gedichten von Bachmann macht (konzertant ohne Fersehballett und Schnickschnack)… vielleicht mit einem Salonorchester und dem Anklamer Knabenchor…Wer weiß? Oder laden Sie den nächstjährigen Oberammergauer Christusdarsteller mal ein, dass er Ihnen was aus dem Tagebuch eines Diebes von Genet vorliest. Das geht auch prima mit Cool Jazz oder dem Violinkonzert von Berg zusammen. Oder Suite Nr. 5 op 26 (Kuhle Wampe) von Eisler, vielleicht mit Ballett, aber nicht dem Fersehballett. Eisler ist gute Musik und kaum erhört.

  22. Wenn sich solch eine Dame der...
    Wenn sich solch eine Dame der besseren Gesellschaft in ein normales Kino verirrt hätte, bekäme sie genauso die spöttische Verachtung der unteren Mittelschicht zu spüren.
    Dieses Abgrenzen der einzelnen Gruppen ist völlig normal.

  23. schade, dass die faz kein "ß"...
    schade, dass die faz kein „ß“ mehr kann…

  24. In Toronto in einem...
    In Toronto in einem Stadtviertel, welches wohl zu recht als Chinatown bezeichnet wird, steht sie an einem heißen Juni-Vormittag und preist etwas an.
    .
    Die junge, bildhübsche chinesische Propagandistin, höchsten 20 Jahre alt. Und sie gibt sich nicht nur Mühe, sie ist so gut, wie sie jung ist und hübsch und unverbraucht. Und man sieht ihr an, dass ihr die Arbeit nicht wirklch gefällt Spaß, natürlich keine Erfüllung ist, aber sie will gut sein und sich anstrengen, vorankommen vielleicht auch.
    .
    Und sie wohnt wohl mit anderen ähnlichen jungen Frauen in einem Zimmerchen hoch oben unterm Dach in dem Haus vor dem sie auf der Strasse steht und in dessen Erdgeschoß die Geschäfte und Läden sind, aus denen wohl auch hin- und wieder ein wachsamer Blick zu ihr geht.
    .
    Und an der jungen Dame, ganz Arbeitskraft der Globaliserung, fällt folgendes auf: Ein T-Shirt zu 1 Dollar, darunter ein BH zu vielleicht 3-5 Dollar, wie man evtl. vermuten würde, wenn man solche Vermutungen anstellen würde, desweiteren HotPants zu auch 5 Dollar, darunter einen Schlüpfer zu 0,3 (aus einem 5er-Pack) bis 1 Dollar, an den Füssen ein Paar Flip-Flops zu 99 Cent, um den Hals ein Kettchen, hübsch anzusehen, auch kaum einige wenige Dollars wert, an den Fingern ein paar Ringlein, silberfraben, dito auch ein solcher am linken zweiten Zeh des einen Fußes; dazu etwas Schminke und Parfum, so steht sie 2x 5 Stunden am Tag und preist an, durchaus sehr kundig und kenntnisreich oder auch 3×4 Stunden. Und sie ist hübsch anzusehen, nicht verschwitzt oder angestrengt und ganz in ihre Sache ergeben.
    .
    Die junge Dame und ihre „Besitztümer nebst Geschäftsausstattung“ belaufen sich also in Summe auf kaum 30 Dollar. „Nett geringe Kapitalbindung“ denkt möglicherweise, wer sich entsprechend „gebildet“ wähnt – und gedenkt eines ganz sicher irgendwo auch noch vorhandenen Täsch-chens ungeahnten (ungeahnt geringen) Anschaffungswertes, denn ohne kann eine junge Dame nun einmal unmöglich sein oder gehen.
    .
    Und der da denkt weiß auch, glaubt zu ahnen immerhin, dass „Globaliserung“ mit allen anderen sehr oder auch etwas weniger hübschen jungen Damen jeder Hautfarbe und jedes Gesichtszuschnittes nichts anderes vorhat: Mit keiner Bibliothekarin, keiner Immobilienmaklerin, keiner Bankberaterin oder Musiklehrerin nicht – nicht im Westen, nicht im Osten; und auch in der Mitte nicht: sie nutzbar zu machen, hübsch nutzbar zu machen zu minimalsten Kosten, für maximale Kapitalrendite bleibt das Ziel.
    .
    Und in Faltenrock statt Pants ganz sicher. Und weißer Bluse dazu. Und Summe vielleicht 40 Euro steht 30 Dollar. Und mit MP3-Player für Beethoven & Bruckner statt Abo demnächst. Und das Theater- und Konzerthaussterben hat noch lange nicht seine maximal Abwärtsgeschwindigkeit erreicht.
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    Denn mit den verschwundenen Vermögen der Väter (Vermögen, die bloß „in Bilanzen höheren Ortes aufgingen“) verschwanden auch die Väter und sogleich die Vätertöchter und Tanten-neben-Vätern. Und die Väterwitwen. Und die Oper ward leer in der kleinen Stadt. Und geschlossen. Und auch in der Großen.
    .
    Das wissen wir ja längst alle und hatten es ja schon seit Jahren begriffen, dass es so ist in Chinatown und überall, auch und verinnerlicht; und dass es so kommt und weiter kommen wird. Warum also darüber schreiben?
    .

  25. Johnnes, die FAZ kann und tut,...
    Johnnes, die FAZ kann und tut, nur lässt sie bei mir Gnade walten, wenn ich es nicht tue.
    .
    perfekt!57, das muss jeder selber wissen. Meines Erachtens, weil es nur geschehen wird, wenn man es geschehen lässt. Morgen mache ich was dazu am beispiel eines beliebten Einrichtungshauses.

  26. Warum überhaupt schreiben? Es...
    Warum überhaupt schreiben? Es ist Luxus.

  27. Schlange, ich hoffe, das...
    Schlange, ich hoffe, das bezieht sich nicht auf dieses kleine Projekt hier. denn natürlich gibt es unendlich viele ALternativen.
    .
    kleinerberg, früher oder später wird sich der Lokalreporter vermutlich selbst erledigt haben, denn es kann jeder machen, und es gibt immer einen, der es billiger macht. Journalismus ist einfach nicht mehr der Beruf, der er früher in Zeiten des durch Markteintrittskosten gesicherten Monopols war. Ist das schlimm? Ich weiss es nicht, Lokaljournalismus in Bayern ist oft miserabel und deshalb kaum zu bedauern.

  28. Zerlina, Luxus ist wundervoll....
    Zerlina, Luxus ist wundervoll. Besonders dieser Luxus.
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    waskostetdiewelt, Bayern hat zwar schon den digitalen Marktplatz Bayern vom Huber Erwin und vom Stoiber überlebt, aber danke für den Hinweis. Ich werde mir das zu Gemüte führen.

  29. @ Zerlina

    Wer wollte das...
    @ Zerlina
    Wer wollte das sehen oder hören? Bordel muss unterhalten, um sein Theater zu unterhalten. So einfach ist das.

  30. Don, sie sind eine...
    Don, sie sind eine Text-Stalinorgel, ein sprachliches Flakgeschütz, ein Stakkato der Worte….obwohl ich immer denke, dass ich trotz spassigem Beruf & Freizeit auch noch irgendwie genügend Zeit für die Werke des Meisters Don haben sollte, hat mich dieser Artikel überrascht. Nicht dass er schlecht wäre, keinesfalls…..aber ich habe mich doch eben noch geistig mit seinem Vorgänger beschäftigt !!!!
    .
    Wer soll denn soviele „Gedankenschubser“ in so kurzer Zeit neben seinen eigentlichen Lebensaufgaben bewältigen ?
    .
    Ach, machen Sie weiter so. :-)

  31. Recht werter Don Alphonso,
    die...

    Recht werter Don Alphonso,
    die Links zur Einstimmung des Gemüts und zum Nachweis für Ihre fachkundige
    Schwester:
    NRW: http://www.justiz.nrw.de/RB/nrwe2/index.php
    Hessen: http://web1.justiz.hessen.de/migration/rechtsp.nsf/suche?Openform
    Bayern: http://www.justiz.bayern.de/rechtsprechung/
    Im Vergleich dieser Teildisziplin des digitalen Bürgerdienstes fällt Bayern leider
    arg zurück, zeigt dem Bürger kostenbewehrte harte, bestimmt nicht formge-
    streichelt abgerundete Kante. Auch die Herren in knittrig ausgebeultem beige
    wollte man schon dieserhalb gelegentlich am Brustbeutel packen.

  32. Auch hier fällt wieder die...
    Auch hier fällt wieder die Richtigkeit von Spenglers Prognose auf: Das Land (also die Provinz) stirbt, alles strebt in die Weltstadt. Mit dem Land sterben auch die mit ihm verbundenen Stände, das Bauerntum und der Adel. Mit ihnen die Kultur des Landes, seine Lebensformen, seine Werte. Der Stadt fehlt die Bindung an das Land, es bildet nicht die Lebensgrundlage des Stadtbewohners. Der Stadtbewohner ist reiner Intellekt – ohne Herkunft, ohne Bindungen, ohne Kultur. Ihre Tätigkeiten sind geistig, virtuell, nicht handwerklich und nicht mehr greifbar. Die Stadt verkörpert den Verlust der Kultur. Die Kultur der Stadt ist reines Kunstgewerbe, das kulturelle Symbole nachahmt, variiert, modifiziert,aber keine schafft. Land und Stadt sind sich fremd. Sie lehnen einander ab. Sie können einander nicht verstehen, weil sie sich auf verschiedenen Stufen der kulturellen Entwicklung befinden. Dennoch wird die Landbevölkerung in der Stadtbevölkerung aufgehen und seine Wurzeln verlieren, soweit sie noch nicht ausgestorben ist, denn nur die Stadt bietet noch eine Lebensgrundlage, egal, wie karg sie sein mag.

    Derzeit sehr gut in Ostgermanien zu beobachten, wo ganze Landstriche vergreisen und entvölkern. Zum Ende einer Zivilisation soll ein neuer kultureller Impuls einsetzen, der die bisherige Kultur ablösen wird und eine neue Kultur begründet. Möglicherweise durch Einwanderung fremder Völker, die aus den Resten der untergehenden Kultur ihres neuen Lebensraumes eine Art Initial für eine völlig neue Kultur erleben und mit ihr die vorhandene Zivilisation verdrängen.

    Auch wenn es sich dabei um einen schleichenden Prozeß handeln soll, scheint das Absterben unserer Kultur doch nicht ganz undramatisch und nicht ohne Unbehagen zu verlaufen, wie nicht nur dieser Blog regelmäßig beschreibt. Vielleicht, weil dieser Vorgang einem Zwang folgt – dem Zwang, seinen Lebensunterhalt bestreiten zu müssen, obwohl die vorherrschende Kulturform keine Lebensgrundlage mehr für alle bieten kann, da sie sich im Niedergang befindet. Wachstum wird zu einer Politikerhoffnung, deren Möglichkeiten mit dem letzten kreditfinanzierten Wirtschaftsaufschwung ausgereizt waren. Vielleicht würde ja das Bürgergeld helfen, den Zwang zu vermindern, in Jobs arbeiten zu müssen, für die man weniger geeignet ist – wie z.B. als drittklassiger Lokaleporter. Es böte vielleicht für einige Gelegenheit zu einer kulturellen Weiterentwicklung, zu der sie wegen ihres Broterwerbs keine Gelegenheit haben. Und es böte vielleicht die Möglichkeit, seinen Lebensraum frei zu wählen und wieder auf dem Land frei und nutzbringend tätig zu sein.

  33. Alles Schalles und Rauch. In...
    Alles Schalles und Rauch. In Beige. Oder nicht ?

  34. Werter Don Alphonso, ich,...
    Werter Don Alphonso, ich, gebuertige Preussin, sitze am anderen Ende des Eurasischen Kontinentes in der Stadt mit dem “ duftenden (?) Hafen“ und lese regelmaessig mit hoechsten Entzuecken Ihre kurzweilig – tiefsinnigen Ausfuehrungen zur gesellschaftichen Lage der Nation in daheim in Deutschland.Bitte, geschaetzer Urheber der ach so wahren Zeilen, behalten Sie Ihr Hobby (oder ist es bereits ein Beruf?) noch lange bei; in der hier so sehr von Europa so verschiedenen Kultur sind Ihre Geistesblitze Manna fuer den kulturell – gesellschaftlich – humaen – aesthetisch gebildeten – und in dieser Hinsicht hier etwas darbenden – Geist!!

  35. ....manchmal frage ich mich...
    ….manchmal frage ich mich ernsthaft wer hier im falscheren film sitzt, …menschen (sofern „real“) wie frau dashwood, oder ich…..

  36. Manni1000, darf ich fragen,...
    Manni1000, darf ich fragen, wer damit gemeint sein soll? Meine Wenigkeit, mein Umfeld, die Kommentatoren? Was mich angeht, wollte ich eogentlich nur in ein Oratorium gehen, aber es wurde dann doch recht nett, wie oben beschrieben – nett im Sinne von aufschlussreich.
    .
    Marianne Dashwood, danke für das Lob, das alles hier macht einfach zu viel Spass, und sorgt für zu viel Gesprächsstoff, als dass ich es aufgeben würde. Wenn der Nachrichtenfluss einmal stocken sollte, tut mir das leid, aber ich habe nebenbei noch andere Verpflichtungen, denen nachzugehen auch amüsant, aber nicht öffentlich ist.

  37. ...fuer "aufschlussreich "...
    …fuer „aufschlussreich “ empfehle ich die lektuere diesen artikels: http://www.faz.net/s/Rub7F4BEE0E0C39429A8565089709B70C44/Tpl~Ecommon~Sressort.html
    …nein, es hatte nix mit deiner „wenigkeit“ zu tun.

  38. Don Carlos, das Besondere an...
    Don Carlos, das Besondere an der besprochenen kleinen, dummen Stadt ist ja, dass sie sich selbst aufgeschwungen hat vom irrelevanten Kaff zu der, DER Boomstadt Deutschlands, und ein Ende des Wachstums nicht abzusehen ist. Diese Stadt lebt auf der Überholspur und ist der Traum vieler Menschen, aber die alte Oberschicht kommt damit nicht klar, weil die Neuen andere Wege gehen, und angesichts der Globalisierung das Wachstum dennoch zu langsam ist. Diese Leute haben Tradition, Herkunft, Geschichte, sehen das alles aber entwertet durch ein System, in dem ihnen die Politik einen Fremden als Bürgermeister vorsetzt, der nichts anderes als Wirtschaftsfreundlichkeit im Sinn hat. Hier bei uns sagt man: Wir haben alle Vorteile der Kleinstadt gegen alle Nachteile der Grossstadt eingetauscht“. Und das sorgt für Unzufriedenheit. Ob es letztlich in der Lage ist, die Kultur dieser Klasse auszulöschen, wäre eine zweite Frage, die ich aber eher verneinen möchte. Solange diese Klasse noch eine Kirche übervoll bekommt, ist genug Genmaterial für gesunde Zwangsheiraten und arrangierte Hochzeiten vorhanden.
    .
    waskostetdiewelt, erstaunlich. Ja, so sind sie, die Bayern. Seit der Übernahme der Schwaben gibt es da so ein knausriges Gen. Ich werde nachfragen.

  39. miner, es ist nur Geplauder,...
    miner, es ist nur Geplauder, aufgebauscht an Zufällogkeiten des Lebensweges. Ich laufe gern aus, das ist alles.
    staph.aureus, ich jedenfalls verzichte auf eine Regionalzeitung.

  40. <p>Manni1000, der Link...
    Manni1000, der Link verweist auf das Wissensressort. Welcher Beitrag ist denn gemeint?
    .
    DoktorBenway, was ich wichtig fände – und was auch in manchen Regionen schon gemacht wird, etwa dem Altmühltal – ist eine Bestandsaufnahme dessen, was existiert, und was man weiterhin brauchen kann. Im Osten wird das sicher nicht ganz so leicht sein, mangels einer bürgerlichen Traditopn als bewahrendem Element während der DDR, aber es gibt Gründe, warum selbst in kleinen oberbayerischen Dörfern alle versuchen, ihre Häuser zu verschönern und wieder traditionelle Techniken verwenden, und andernorts weiter in historische Kerne geholzt wird. Vielleicht auch, weil man, wenn man sich für etwas abrackert und nicht schlüsselfertig und pflegeleicht hinstellen lässt, auch gar nicht mehr so viel Zeit hatm unzufrieden zu sein und die drittklassigen Promiberichte zu lesen und sich blöd vorzukommen, weil man nicht in Beverly Hills lebt. Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber die Unerreichbarkeit der im Fernsehen vorgestellten Lebenskonzepte, ergänzt durch Billigeinrichtungsshows, die den alten Plunder durch neuen Plunder ersetzen, sind sicher auch Anlass für manche, sich in Geschichte und gegenwart nicht mehr zurechtzufinden, und damit auch die Zukunft reichlich stolpernd anzugehen. Dass in den meisten Städten in den letzten Jahrzehnten auch viele Fehler in Richtung Bespassungsanlagen für das Vergessen gemacht wurden – keine Frage. Es ist immer leichter, mit so etwas Wahlen zu gewinnen.
    .
    Aber auf der anderen Seite steigen die Zahlen der Besucher der Denkmaltage stetig an, und das gibt mir durchaus Hoffnung.

  41. Werter Don,

    natürlich...
    Werter Don,
    natürlich nicht!
    Aber von der Lektüre Ihrer Kolumne erwarte ich ja auch keine umfassende Information über das aktuelle Geschehen, sondern (gerade in Verbindung mit den Kommentaren) eher einen Überblick über verschiedene Standpunkte, denen ich zustimmen oder an denen ich mich reiben kann.
    Was die Alternativen betrifft: ja die gibt es. Aber die Tatsache, dass man ewig danach suchen muss, macht einen allgemeinen Zugriff darauf eher unwahrscheinlich. Was mir Sorge bereitet, ist eine Tendenz zur Gleichschaltung in den traditionellen Massenmedien.
    Dass einzelne Perlen existieren, verringert diese Sorge nicht.

  42. ...
    http://www2.ingolstadt.de/
    Und hier unter ‚Haeufig gesuchte Informationen‘
    – Online Dienste
    – Neues Waffenrecht
    – Tag des offenen Denkmals
    Alt und jung, oben und unten, neu und alt – da kann man nicht meckern

  43. Es war bestimmt nicht der...
    Es war bestimmt nicht der güldene Jugendtraum des Herren in beige, beim Grevenbroicher Tagblatt zu enden. Insofern kann man auch Mitleid mit ihm haben. Immerhin weiß er jetzt, daß sein Verhalten nicht von allen gebilligt wird und so war der Abend auch für ihn nicht ohne Nutzen.
    Ich hielt die Museumsnacht ja eigentlich immer für ein überflüssiges Spektakel, bis ich es im vergangenen Jahr mal mitgemacht habe. Die Stimmung war verblüffend, der Andrang auch. Es war schön zu sehen, wie sich die Bürger im wahrsten Sinne ihre Stadt angeeignet haben und wild entschlossen waren, sich ihre Vergangenheit zurückzuerobern. Ich bin da überhaupt nicht kulturpessimistisch. Das Bild in den Medien ist eben sehr verschieden von den tatsächlichen Zuständen.
    Ist es nur Geplauder, Don Alphonso, so ist es doch mit Bedeutung auch gefällig. Ich les es gerne, wenn es auch nicht von meiner Welt ist. Und war Fontane letzten Endes nicht auch „nur“ ein Causeur? Wo gibt es das sonst schon noch?

  44. Wehrter Don,
    ist es nicht...

    Wehrter Don,
    ist es nicht schön, diesen biederen Geist kleiner
    Städte und ihrer lokalen Helden zu geniesen.
    In dem Konzert viel der beige Herr noch auf, nicht
    nur durch Kleidung, eher sein Betragen ist der Stein
    des Anstosses.
    Doch wie sieht das in Hamburg, Berlin oder anderswo
    aus? Dort erwarte ich diese Leute und rege mich nicht
    auf. Hier im kleinen zeigt sich doch das die “ grosse
    weite Welt“ mich nicht mehr beeindrucken kann.
    Es ist wie es ist und anders möchte ich es gar nicht
    haben.
    Herzlichst P.

  45. Paulchen, in Berlin würde man...
    Paulchen, in Berlin würde man mit einem verknautschten beigen Anzug positiv auffallen; da stört npch nicht mal die dreckige Jeanshose. Da lobe ich mir den Süden der Republik, wo man noch Sonntagskleider vorhält.
    .
    savall, es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, mit dem Wasser aus diesem flachen Tümpel die Tiefen seines eigenen Geistes zu mehren; aber ich habe auch schon wirklich literarisch gearbeitet, und daher kenne ich den Unterschied zwischen meinen Plaudereien hier und der harten Arbeit an Sinn und Form. Ich bin prinzipiell auch dafür, die Eintrittshürden in Museen und zu Kultureinrichtungen zu senken, und wenn das ein Spektakel ist: Warum auch nicht, ein Anfang ist gemacht. Ich bin auch kein Purist, der zischen würde, wenn jemand zwischen Sätzen klatscht. Gleichzeitig denke ich aber auch, dass es das Recht derer ist, die diese Kultur letztlich auch leben, auf Störungen deutlich hinzuweisen, damit sich alle wohl fühlen. Oft genug besteht Höflichkeit einfach darin, manches einfach nicht zu tun. Sehr schwer sollte das nicht sein.

  46. Orthogonale Anmerkung:
    Auch...

    Orthogonale Anmerkung:
    Auch hofiert werden will gelernt sein. Eine überaus westdeutsche Ältere Dame, eine Tante im Donschen Sinne nachgerade, gepflegt, altershübsch und höflich frug in der S-Bahn nach dem korrekten Ablauf der Billet-Entwertung. Habe freundlich informiert, sie wieder raus, entwertet, ich stemme die sich im Schließen befindliche Türe auf, der ganze Zug muß warten, beschmutze mir die Oberbekleidung.
    Sie huscht wortlos hinein.
    Zweimal kein „Danke“, kaum ein Zufall.

  47. Diese Kleine, ich sage ja aus...
    Diese Kleine, ich sage ja aus gutem Grunde nicht, dass ich in dieser Stadt wohne, sondern „in meinem Haus in dieser Stadt“.
    .
    Schlange, nach den hier immer wieder eintrudelnden Angeboten, mir andernorts auch so ein hübsches Blog einzurichten und edelgefedert zu vergüten, schliesse ich einfach, dass den massenmedien das Problem durchaus bekannt ist, und sie wissen, dass man da etwas tun muss. Sei es nun mit dem Versuch eine „Gala Men“ oder eben diesem Spielplatz hier. Ich denke, wir werden auch noch etliche Kopien und ähnliche Spielereien sehen, um den ewig Gleichen des Angebots und dem Diktat der Relevanz zu entkommen. Trotzdem würde ich warnen wollen, das alles hier allzu ernst zu nehmen.

  48. Vadder Krause, ich finde ja,...
    Vadder Krause, ich finde ja, es sollte durchaus einen Rahmen geben – diesen hier – um über solche Fragen zu reden. Wenn jemand entsprechend ungewöhnliche Standpunkte hat – und damit ist man hier ja angesichts der feindlichen, gleichmachenden Umwelt des realen Landes schon bemerkenswert – dann kann man das auch diskutieren, ohne gleich die Tür zuzuschmettern. Finde ich.
    .
    Giacinto, ich trug Schwarz, dreiteilig. Die Dame sah sich beim Betreten des Saales nur etwas um, nehme ich an. Gegeben wurde das Oratorium Il sacrifizio di Jefte von Simon Mayr.

  49. Seit mehreren Jahren wohne ich...
    Seit mehreren Jahren wohne ich in Japan. Oft spreche ich mit meinem japanischem Mann, der Deutschland in den Jahren um die „Wende“ kennengelernt hat, über das, was Sie so gerade berichten.
    .
    Es ist unglaublich, wie sehr Ihre Themen, Werte und Worte die Bundesrepublik schildern, wie ich sie kenne, und mir gleichzeitig von der neuen Gesellschaft erzählen, die ich nur bei kurzen Besuchen mit Verwunderung beobachte.
    .
    Es ist ein Gefühl der Übereinstimmung — oft nicht eimal der Zustimmung, das sich schwer beschreiben läßt. Vielleicht wird das Blog zum Zeitdokument? Mein Mann meinte heute, nachdem ich das zum soundsovielten Male erwähnt habe, ich solle es dem Autor doch ruhig mitteilen.
    Was ich hiermit tue und mich herzlich bedanke.

  50. Sklave!
    Falsche Kleidung und...

    Sklave!
    Falsche Kleidung und noch am falschen Ort, ärgerlich und oft zu beobachten, besonders bei Lokalpolitikern. Und doch ist das gerade der Beleg dafür, dass die Gesellschaft nicht „refeudalisiert“ (HansMeier555). Es sieht so aus, Stichwort: Finanzaristokratie (Klasse in der Klasse), und doch das wesentliche hierfür fehlt: die persönliche, ganz konkrete Bindung an den Feudalherren. Ganz im Gegenteil: die Herren schweben ab, werden gar ganz virtuell, beziehen ihren Zehnten nur über das ‚Kapital’, über das sie verfügen, im ausreichenden Maße, versteht sich. Würde sie nur feudalisieren, sie wäre leichter zu stürzen, so verpuppt sie sich nur ständig neu, der Revolution immer eine Nasenlänge voraus. Das einmal begriffen zu haben, könnte vielleicht mal dazu verhelfen, die Revolution, die Theorie der Revolution, so zu bearbeiten, dass sie den Geschehnissen, dem Kapital, einmal wenigsten zwei Nasenlängen voraus wäre. Das wiederum aber setzt voraus, dass wir unseren eigenen Dünkel – den wenigstens – mal erkennen, und wenn möglich ablegen. Denn dann erst können wir über unsere eigene Nase hinaus schauen. Journalisten oder nicht, schlecht gekleidete Leute, die so tun, als ob, als ob sie dazu gehörten, sind doch das Problem, nicht die, die es nicht haben – nicht das Geld, nicht den Habitus, nicht die Kultur oder das Wissen. Also wenn, wenn es doch passiert, und die Gesellschaft feudalisiere, wo stehe ich persönlich? Bin ich Feudalherr oder Sklave/Leibeigener? – Sklave! Wer stellt sich neben mich?

  51. Wir sind nicht knausrig,...
    Wir sind nicht knausrig, sparsam, schlimmstenfalls. Sonst: effektiv, qualitätsbewußt. Und überhaupt, noch nie was von Stuttgart 21 gehört?

  52. Oh, Sie sollten die Wirkung...
    Oh, Sie sollten die Wirkung Ihrer Texte nicht unterschätzen, Don Alphonso. Vielleicht habe ich Paranoia, aber wenn ich mir in letzter Zeit in den Themen der gedruckten Ausgabe so anschaue, dann fällt es einem schwer, immer nur an Zufälle zu glauben. Wie auch immer, es möge weitergehen.
    Oh, Jeftas traurige Geschichte? Warum dann nicht gleich Händel? Übrigens fehlte in dieser Woche der CD-Tipp, Don Alphonso.

  53. Werter Don Alphonso
    .
    Auf...

    Werter Don Alphonso
    .
    Auf einen groben Klotz (Hans Meier) gehört auch ein grober Keil.

  54. Das mag ja sein, Vadder...
    Das mag ja sein, Vadder Krause, aber in dem Fall kam auf den Klotz kein Keil; der Klotz wurde einfach für nicht keiltauglich erklärt, und das wiederum , finde ich, ginge auch anders. ich will das keinem verbieten, aber ich fand den prinzipiellen Gedankengang erst mal interessant. Und das Interessante ist hier sehr gewünscht, selbst wenn es nicht üblich ist. Gerade angesichts des Umstandes, dass vermutlich weite Teile der Gesellschaft jeden Diskurs hier vehement ablehnen würden. Insofern ist Grossmut keine schlechte Sache, auch wenn man es anders sieht.
    .
    Manni1000, zu dem Beitrag gäbe es so einiges zu sagen; prinzipiell schwinden die Verlässlichkeiten bei kleinen Proben. Man weiss allgemein sehr wenig über den Übergang vom Mesolithikum zum Neolithikum und dem Aufkommen der Glockenbecherkultur; die Räumlichkeiten jedenfalls waren recht gross, nachdem früher Ackerbau von Löss abhängig war. Die gestellte Frage, wessen Erbe wir angetreten hätten, auf einen Gegensatz zwischen Jägern und Bauern auszuweiten, ist historisch gesehen grotesk, zumal Kulturen nach der Linaerbandkeramik nachweislich beide Formen praktizierten, und das „Kulturbewusstsein“, das Archäologen haben, damals möglicherweise so nicht praktiziert wurde. Dazu kommt noch die Frage, ob es überhaupt einen Anpassungsdruck gab. In intakten Jagdumgebungen kann sich ein versierter Mensch in 3-4 Stunden pro Tag ernähren, ohne sich mit wesentlich intensiveren Ackerbaumethoden ärgern zu müssen, die obendrein noch reichlich anfällig gegen Bodenerosion und Schädlinge waren. Mein Opa jedenfalls war Jäger, und ich bin Vegetarier. Insofern ist die Fragestellung, naja, nicht so doll, und wissenschaftlich ist die Sache auch komplexer, als dass es ein paar Untersuchungen lösen könnten.

  55. Zitat von Don Alphonso: "Ich...
    Zitat von Don Alphonso: „Ich denke, wir werden auch noch etliche Kopien und ähnliche Spielereien sehen“
    Das will ich doch nicht hoffen. Dieser Blog lebt von seiner Einmaligkeit im drögen Medieneinerlei. Im übrigen fand ich den aktuellen Beitrag äußerst erhellend – hinsichtlich des Seelenlebens der besseren Gesellschaft in all den kleinen, dummen Städten. Ich glaube aber nicht, dass Spenglersche Thesen angemessen sind. Diese Klage um den Untergang der Kultur – speziell in den Provinzen – ist mir zu platt. Jede Kultur wird durch Bewahrung am Leben erhalten, aber nur durch Irritationen weitergeführt. Das mögen die bekannten, unsäglichen Fernsehsendungen sein, an denen sich die Träger eines anderen Kulturverständnisses durch erhöhte Eigenpräsenz abarbeiten müssen. Das können aber auch „verstörende Gedanken aus der Provinz“ sein, wenn ich dieses – nicht ganz ernst gemeinte – Attribut einmal auf die Don Alphonsonschen Plaudereien anwenden darf. Auch wenn ich mit Ihren Meinungen nicht oft übereinstimme, bin ich doch der Ansicht, dass Sie zum kulturellen Diskurs mehr beitragen, als so manches vorhersehbare Gefasel aus der Berliner Ecke. Wohin das führt, muss sich zeigen – doch es zeigt auf jeden Fall. dass neue Töne nicht immer nur aus den sogenannten Zentren kommen.

  56. Savall, auch mir als...
    Savall, auch mir als (Simon-Mayr-) Chorist wäre der Händel lieber gewesen. Aber für die Mayr-Ausgrabungen gibt es hier bei uns immerhin Geld aus verschiedensten Fördertöpfen und das ist nun mal unsere Nische im Subventions-Biotop. Händel gibts dafür in darmbesaitet in Halle, Göttingen etc. oder manchmal von den auch hier bei uns, wenn der Premiumhersteller die Salzburger Festspiele und das Freiburger Barockorchester importiert. Ansonsten wird Händel hierzulande noch immer von in Kompaniestärke antretenden Gesangsvereinen exekutiert, wenn die nicht mittlerweile zu Gospel-Chören mutiert sind.
    Dann schon lieber Mayr!
    Im Zuge der Aufführungen entstehen übrigens auch CD-Produktionen (Naxos). Ich finde, dass man die Musik durchaus anhören sollte! Vergleiche mit Händel sind natürlich naheliegend, aber angesichts der gänzlich anderen Tradition, in der Mayr steht, natürlich nutzlos.

  57. Observator, es gab eine...
    Observator, es gab eine Anfrage von einem im Norden der Republik beheimateten Medienkonzern a la „Was man bei den Landlebenzeitschriften an Konkurrenz machen kann, schaffen wir auch bei Ihrem Blog“. Dochdoch, das wird kommen, gar keine Frage. Und Konkurrenz belebt das Geschäft, sollen sie ruhig, ich bin schon gespannt, wen sie das schreiben lassen; einen Verdacht habe ich auch schon – schaun wir mal.
    .
    Für Berlin kann ich schlecht sprechen; ich merke hier nur, dass es erst gar nicht angenommen oder beachtet wird. Das liegt vielleicht auch daran, dass man hier mit Berliner Lebenskonzepten nicht überleben würde, weil die Preise zu hoch und das Ansehen nach anderen Kriterien verteilt sind. Die typische Berliner Ansage des lockeren Daseins in den Tag hinein befriedigt keinen Makler, der einen Einkommensnachweis verlangt. Ohnehin aber bin ich nicht der Meinung, dass das alles noch ein Land ist. Es hat vielleicht eine gemeinsame Aussengrenze, aber ansonsten ist Berlin schlicht und einfach Teil des Vorurals. Es ist jedenfalls nicht Westdeutschland.

  58. Danke. Moralist. Ich sag's ja...
    Danke. Moralist. Ich sag’s ja immer, daß man hier Einblicke bekommt wie nirgends sonst. Ich vermutete schon lokalpatriotische Gründe für die Mayr-Wahl. Aber daß sich das gleich in Heller und Pfennig auszahlt, hätte ich nicht vermutet. Ich bin eben immer noch viel zu naiv. Immerhin ist Naxos bezahlbar, da kann man guten Gewissens etwas auf Verdacht mitnehmen. Gerade bei der Alten Musik habe ich da schon die eine oder andere nette Entdeckung gemacht.

  59. Don, hier ist mit HansMeier555...
    Don, hier ist mit HansMeier555 mal ein Mitdenker in der Truppe. Dass er von 0815-Kommentatoren angetrollt wird, ehrt ihn nur. Etwas erstaunlich bleibt Ihre matte Verteidigung originellen Denkens in Ihrem Blog. Ermannen Sie sich: Können Sie nicht mehr?

  60. Hans Meier, Wenn das mal so...
    Hans Meier, Wenn das mal so einfach wäre. Der Niedergang der provinziell-besseren Kreise hat genau in jenem unentwickelten Symbolgebrauch, den Sie hier zurückfordern, seinen Ausgangspunkt. Macht dadurch zu begründen, daß man mit Unterdrückungsgesten die Leute schikaniert war nichtmal vorgestern eine wirklich kluge Strategie – allenfalls eine Randerscheinung.
    Das Potential, welches Sie ausnutzen wollen haben die Stützen längs verloren.Fehlender ökonomischer Bedeutung hilft kein abgespreizter kleiner Finger und auch nicht die Genugtuung wenigstens den Lokalreporter noch anschnautzen zu können.
    Wieviel erfolgreicher und strukturierender ein moderner Symbolgebrauch ist, ersehen Sie vielleicht daran, daß die Informatiker des Landes demnächst durch eine eigene Partei vertreten sein werden. (Nein das findet nicht in der Provinz statt, Aachen ausgenommen).

  61. Werter Don, hab die Debatte...
    Werter Don, hab die Debatte wieder mit einem Schmunzeln verfolgt! Aber Berlin dem Vorural zuzuorten, ist, obwohl ich laut aufgelacht habe, nun doch etwas hart! Meine Berlinerfahrungen waren, wenn auch nur kurz, so durchweg positiv!
    Mit freundlichsten Grüßen
    FS

  62. Zur Refeudalisierung müsste...
    Zur Refeudalisierung müsste natürlich auch gehören, daß die Abhängigkeiten in einer subtilen Weise ausgenutzt werden.
    Insofern gebe ich meinen Kritikern recht: Den Arbeitgebern unmittelbar die Pistole auf die Brust zu setzen, Kirchgang oder Rausschmiß, das geht natürlich nie und nimmer und würde ja auch zu unseren Intentionen im Widerspruch stehen. Ein deutscher Mittelständler ist ja nicht die Mafia. Aber eine entsprechende Wirkung sollte er doch zu erzeugen im Stande sein, langfristig meine ich. Früher oder später werden es die Angestellten schon begreifen müssen, was von ihnen gewünscht wird, zumal ja auch ganz viel über die Ehenfrauen-Schiene zu machen sein.
    Das ist halt der Jammer unserer teutonischen Barbarei, daß bei uns immer noch alles explizit gemacht werden muß, wo man in den kultivierten Klassengesellschaften ein Stirnrunzeln oder ein Räuspern genügt.
    Unsere dummen Eliten kümmern sich immer nur um die Akkumulation von Papierschnipseln mit Zahlen drauf, anstatt mal richtig kulturelles Kapital zu bilden. Und kulturelles Kapital besteht nie und nimmer in irgendwelchen Gegenständen (Silberkannnen, Kaseln, 17-Jh.-Bauernmöbel in Ehren), sondern in den sozialen Beziehungen, die sie symbolisieren.
    Es geht darum, die Entfremdung von 250 Jahren Industrialierungsgeschichte wieder ein bißchen rückgängig zu machen.
    Und wo sollte man damit anfangen wenn nicht in den kleinen, dummen Städten?

  63. Julius, ich sehe es ehrlich...
    Julius, ich sehe es ehrlich gesagt nicht als meine Aufgabe an, hier den Chairman zu geben.

  64. Don, schade. Sie könnten das....
    Don, schade. Sie könnten das. HansMeier555 schert sich zum Glück nicht und schreibt: „Und kulturelles Kapital besteht nie und nimmer in irgendwelchen Gegenständen (Silberkannnen, Kaseln, 17-Jh.-Bauernmöbel in Ehren), sondern in den sozialen Beziehungen, die sie symbolisieren.“ Mann, mehr davon!

  65. Vielleicht, Julius,...
    Vielleicht, Julius, vielleicht. Aber manchmal sitze ich auch gern einfach dabei und höre zu, was andere so zu sagen haben. Ich würde gern einen Diskurs haben, und der geht nun mal am besten, wenn ich nicht immer überall sofort sage „Meine Meinung ist da aber soundso.“

  66. "Stützen der Gesellschaft"...
    „Stützen der Gesellschaft“
    So heißt dieser Blog.
    Damit muß ja wohl mehr gemeint sein, daß manche Leute zufällig mehr Geld und /oder Kunstgeschmack und /oder bessere Manieren haben als andere.

  67. Und das ist eben das Elend...
    Und das ist eben das Elend unserer deutschen Eliten:
    Daß sie jeden Normalbürger grundsätzlich als Dienstboten behandeln, während sie sich tatsächliche Dienstboten nicht leisten wollen.

  68. Das ist eine mehrfache...
    Das ist eine mehrfache Anspielung – auf ein Gemälde von George Grosz, auf ein Theaterstück von Ibsen, und andererseits auch auf ein Selbstverständnis, das impliziert, dass es neben einer besseren auch eine schlechtere Gesellschaft gibt.
    FS, nun, ich war dort im Februar – den jeweils ganzen Februar – und es war erschütternd. Hinterural wäre zu hart und auch falsch, aber Vorderural trifft es schon irgendwie, finde ich.

  69. Hansmeier555, schlechtes...
    Hansmeier555, schlechtes Benehmen kostet nichts, im Gegensatz zum Personal, das auch nur so gut oder schlecht wie die Herrschaft ist.

  70. poisson, Sie werden lachen,...
    poisson, Sie werden lachen, neben den runden CSUlern und den angestrengten Liberalen stand am Wochenende auch die Ortsgruppe typischer Piratennerds in unserer Fussgängerzone.
    .
    Savall, es ist sicher nicht ohne Verdienst, sich um vergessene Komponisten zu kümmern, und man muss in solchen Orten eben nehmen, was man kriegen kann und hier gewesen ist. Keine schlechte Sache, die Aufführung war auch wirklich sehr fein – allein, ich glaube von Mayr als Komponisten schon wirklich Besseres gehört zu haben. Demnächst soll es als CD erscheinen, da werde ich nochmal nachhören.

  71. @ HansMeier555:...
    @ HansMeier555: „Refeudalisierung“ ist schon ein recht groß gewählter Bezugsrahmen für die Mitgestaltung der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Zumindest mir sympathischer, da bürgerlicher, wäre „Paternalismus“. Mir gefällt, dass Sie „richtiges kulturelles Kapital“ mit „sozialen Beziehungen“ gleichsetzen. Es erscheint mir richtig beobachtet (Prinzip des „Man kennt sich, man hilft sich“) und weitet den Begriff des Vermögens hin zur Verantwortung.
    Indessen möchte ich Sie bitten, noch einmal in Ihren Katechismus zu schauen: „Zwangsbeichten“ werden Sie dort nicht finden.
    @ Savall: Für „Kulturpessimismus“ besteht in der Tat kein Anlass. Aber eine Bemerkung zu Ihren Beobachtungen von vollen Museen und Atmosphäre anlässlich einer Veranstaltung im Stil „Museumsnacht“ sei erlaubt: Die Staatgalerie Stuttgart verteilte anlässlich einer solchen Nacht unlängst Gutscheine für einen „normalen“ Besuch an mehrere Tausend Teilnehmer. Von den Gutscheinen eingelöst wurde: nicht einer.

  72. Als Nicht-Berliner kann ich ja...
    Als Nicht-Berliner kann ich ja einfach einmal nachfragen: Welche uralen Qualitäten haben Sie denn in Berlin verortet?

  73. HansMeier555, so interessant...
    HansMeier555, so interessant ich Ihren Ansatz finde, so sehr fürchte ich, daß er (völlig unabhängig von der Praktikabilität) nicht dem gewünschten Ziel, d.h., der kulturellen Erhebung der Massen dienlich wäre. Zunächst einmal glaube ich nicht, daß das kulturelle Niveau durch mehr oder minder subtile Zwangsmaßnahmen von oben zu heben ist. Die Namensgeber meines Pseudonyms haben das in den 20er Jahren in der Sowjetunion versucht und sind damit kläglich gescheitert. Man kann Angebote machen, aber wenn auf der anderen Seite der Wille fehlt, diese Angebote anzunehmen, dann wird das nichts.
    Worin aber liegt das fehlende Interesse begründet? Nicht weil es zu kompliziert oder zu anstrengend wäre, sich dem zweifelhaften Genuß eines Mayr-Oratoriums hinzugeben, sondern weil es uninteressant ist. Nicht unbedingt musikalisch (gut, in diesem Fall, wenn man dem Don glauben kann, schon), sondern was den kulturellen Mehrwert betrifft: Ein solches Konzert repräsentiert die Kultur einer aussterbenden Klasse, die ihren Zenith längst überschritten hat. Mit dem Besuch eines solchen Konzertes erfreut man nicht nur Ohr und Herz, sondern man dokumentiert zudem seinen Willen, dieser Klasse zuzugehören – weshalb es völlig konsequent ist, daß so jemand wie der Don dort im schwarzen Dreiteiler auftaucht. Musikalisch könnte mich das durchaus auch interessieren (wahrscheinlich mehr als die meisten der tatsächlichen Besucher), aber ich würde genauso konsequent in Jeans und T-Shirt auftauchen, um zu dokumentieren, daß ich nur wegen der Musik da bin und daß ich diese Klasse und ihre kulturellen Rituale verachte.
    Wenn ich allerdings nächste Woche 200km fahren werde, um eine kleine, allerdings nicht dumme Band zu hören, deren Name in diesem Blog niemand etwas sagen wird (falls wider Erwarten doch: es handelt sich um Slacktone), dann werde ich mir sehr gründlich überlegen, wie ich mich dafür kleiden werde, was für einen Aufdruck mein T-Shirt haben wird, welche Schuhe für den Anlaß angemessen sind etc. Denn dort werde ich nicht nur der Musik wegen sein (das natürlich und vor allem auch), sondern außerdem weil es sich für einen bestimmten Personenkreis um ein gesellschaftliches Ereignis handelt. Und zu diesem Personenkreis zu gehören, ist für mich wichtig.
    Kulturelle Ereignisse sind – unabhängig vom eigentlichen Inhalt – immer auch Veranstaltungen, in denen sich eine Gruppe ihrer Zusammengehörigkeit versichert. Und deshalb können Zwangsrekrutierungsmaßnahmen nichts fruchten, so lange diejenigen, die so rekrutiert werden, gar nicht dazugehören wollen. Die Lokalreporter zum Beispiel.

  74. Wir drehen uns nicht im...
    Wir drehen uns nicht im Kreise
    @HansMeier555. „Es geht darum, die Entfremdung von 250 Jahren Industrialierungsgeschichte wieder ein bißchen rückgängig zu machen.“ Das ist ja genau der Gedanke, der so falsch, ja so reaktionär ist. Nichts geht wieder rückgängig zu machen. Die Geschichte geht nach vorne, und sei es in die Barbarei. Denn auch diese wird nicht vergleichbar. Keine Rebarbarisierung so wenig wie eine Refeudalisierung. Wir bewegen uns nicht im Kreise, selbst wenn es so scheint. Positiv gesprochen, wäre die Entfremdung eine wichtige Durchgangsstation, ohne die die Magie der letzten 10000 Jahre nicht aufzuheben gewesen wäre, das Reich der Notwendigkeit so wenig zu überwinden ist wie die Klassengesellschaft überhaupt, ja das Patriarchat mit seiner Logik von der Länge ihrer „Schwänze“ (verstößt das gegen eine Etikette?). Das völlig isolierte Selbst wird entweder wahnsinnig, frei oder rottet sich aus. Die Gesellschaftlichkeit reibt sich an der Isoliertheit (entfremdet sich) oder sie wird nie eine sein – Gesellschaftlichkeit. Ein Mangel an etwas hat keinen Wert – keinen an sich jedenfalls, keinen positiven. Der Mangel kann nur den Wert hervorkehren – als Negation. Nur dieser Wert bedeutet nicht die Rolle rückwärts, sondern eben vorwärts. Gesellschaftlichkeit ohne Isoliertheit ist keine Gesellschaftlichkeit, ist nur primitive Identität. Durch die Höllen hindurch liegt das Paradies. – Eine wahrlich nicht mehr göttliche Komödie, und es müssen keine neun sein. Auch Dante muss heute komprimierter gedacht werden. Das Kapital ist nicht nur eine definitiv abstrakte sondern in diesem Sinne auch eine höchst befreiende Bewegung, wenn auch mit erheblichen Risiken behaftet. Negativ gesprochen ist die Moderne womöglich die Vorstufe zur Barbarei. Nihilismus statt Sozialismus. Das ist das Risiko. Aber auch das ist Fortschritt.

  75. Don Alphonso,
    die...

    Don Alphonso,
    die vorbesprochene Kasel habe ich mehr als Sammlungsstück, gleich einem
    erbeuteten Schmetterling verstanden, nun aufgespießt und von harter
    Rahmenkante begrenzt an die Wand gehängt. Auf diese Weise vielleicht
    auch ein Symbol beendeter kirchenfeudalistischer Höhenflüge, gescheitert
    an anderer gesellschaftlicher Kante.
    Vielleicht erjagen Sie dereinst Giovanni da Capistranos Kasel und setzen
    diese in zweckdienlichen Kontext, klare Kante bewahrend.

  76. Ich hätte vor allem gerne ein...
    Ich hätte vor allem gerne ein paar alte, verbitterte und käufliche Kardinalnepoten in Öl. Ich finde sowas (als einziger Mensch auf der Welt) extrem schick, finde es aber nicht.
    .
    Herold Bisack, der komprimierte Dante erschliesst sich mir nicht. Schliesslich nimmt sich Dante jeden Raum, den er zur Abrechnung braucht – und die Schurken wurden seitdem nicht weniger.

  77. Nicht einmal Carracci hat ein...
    Nicht einmal Carracci hat ein paar Nepoten auf die Leinwand gebannt, Don Alphonso? Die Farneses waren doch mit dergleichen reich gesegnet. Nunja, ein Carracci wäre auch nicht eben billig.
    .
    Ich glaube es, jean-jacques, daß sich der Erfolg so eines Events schwer in den Alltag übersetzen läßt. Ich fand es aber trotzdem bemerkenswert, daß sich damals geschätzte 10.000 Leute in Bewegung gesetzt hatten, um nichts weiter zu tun, als ein bißchen Bildung und Kultur aufzuschnappen. Die Nacht war vom Samstag auf den Sonntag und alle Geschäfte hatten zu. Die Leute waren also wirklich deswegen gekommen. Freilich, die größte Schlange war vor der Folterkammer im Stadtmuseum. Dergleichen muß man in Kauf nehmen. Letzten Endes ist es so, wie Alter Bolschewik sagt, ohne Interesse geht nichts und eine gewisse soziale/kulturelle Schichtung wird es dabei immer geben. Ich würde die FAZ auch nicht lesen wollen, wenn sie die Auflage der Bild-Zeitung hätte. Nicht aus Snobismus, sondern weil dann soviele Konzessionen an den Massengeschmack zu machen wären, daß sich meine Interessen nicht mehr wiederfinden.
    .
    Wenn es übrigens Zweifel daran gibt, wer hier so mitliest und sich Ideen holt: Bitte lesen Sie den Kommentar von Matthias Matussek im dieswöchigen „Spiegel“ („Es reicht!“, Nr. 37, S. 144/145). Das hätte er auch gleich hier posten können.

  78. Ich halte mir den Spiegel...
    Ich halte mir den Spiegel nicht, möchte aber bemerken, dass es in meinen Augen nicht gerade zu den ruhmreichen Momenten gehört, von diesem Herrn gelesen zu werden, dessen Kulturbegriff ungefähr dort endet, wo die Rossbratwurst auf dem Gredinger Trachtenmarkt gerade widerwillig ob den niedrigen Niveaus anfängt. War das nicht derjenige mit diesem Drall zum Nationalen?

  79. Zum Journalisten: Der Mann...
    Zum Journalisten: Der Mann zeigte sehr mutig gegen die Arroganz der Besseren Kreise sein Distinktionsmerkmal. Knittrige Jacke, komische Hose sagt doch ganz eindeutig: Ich gehoere nicht zu euch. Ich mache hier meine Arbeit. Basta!
    .
    Zum Anfeger: Sein Tag war Sch***e, seine Olle wollte, dass mal wieder gezeigt wird wer WIR sind. Also ab in die Asamkirche. Vorher hat sie ihm noch ein Fusselchen vom Jacket gefegt, was immer eklig ist. Der Mann wollte nicht. Er wollte ins Wirtshaus-und jetzt meckert sein Gesponst auch noch ueber den fotografierenden Journalisten. Also Frustrationsabbau.
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    Zum Publikum: Vergesst es! Als lange Leidtragender kultureller Veranstaltungen weiss ich: Das Publikum ist meistens Mist. In der Pause beim Sekt kann man sich anhoeren, was die Damen und Herren wirklich kapiert haben: nix naemlich. Die arme Sau von der Provinzzeitung, die haben sie kapiert. Und darueber konnte man nach der Veranstaltung ratschen.
    .
    Zum Dresscode: Herrjemineh! Wer die Musik liebt, sie lebendig erleben will-und nicht aaheim an seiner durchschnittlichen HiFi-Anlage-muss leider unter die Menschen gehen. Hat er nicht das Geld fuer einen Dreiteiler, dann muss man akzeptieren, dass dieser Mensch in einer seiner drei Jeans auftritt. Da koennen die Besseren Kreise ihre Nase ruempfen, wie sie wollen…
    …der Bursche war wahrscheinlich derjenige, der die eine oder andere bessere Toechter diskret vom Tennisklub abholte und ihr die Welt der Liebe zeigte, bevor die sich den Anspruechen ihrer Gesellschaft fuegte.
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    Zu den Kleinmeistern der Musik: So ist es, Savall & Moralist, es gibt noch perlen zu entdecken. Die eine glaenzt nur einen Tag, die andere wuerde ewig strahlen, wenn nicht die Uebermacht von Haendel, Bach, Lully oder Charpentier waere. Ach, was ist Monteclaires Jephtée ein Pralinchen, an dem man sich herrlich den Magen verderben kann. Nur zum Beispiel…
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    Zum Feudalismusvowurf: Also bitte, was Hans Meier da von sich gibt, resp. wie es verstanden wird, ist furchtbar. In dem kleinen dummen Dorf am Rande der deutschen Grenze an einem unbedeutenden Fluss gelegen, war es bis in die spaeten 60er Jahre ueblich, dass Buegermeister, Dorfarzt, Apotheker und die drei Fabrikdirektoren ueber das Wohl und Wehe der Bevoelkerung bestimmten. Das taten sie informell bei Bier und Kartenspiel im Hause eines der Beteiligten. Dann kam die Veraenderung. Die Fabriken gingen gezielt Pleite, die Soehne der Herrschaften zeigten darauhin, aus welchem Stall sie wirklich kamen: Sie wurden zu Saeufern, Tankstellenbesitzern gescheiterten Erzeugern von Kindern, die garnicht mehr besser waren. Es zeiget sich, dass es aufgespuelter Abfall war.
    Viel schlimmer aber erging es den dumm gehaltenen Arbeitern und deren Nachkommenschaft. Sie sind allen Haltes verloren. Sie muessen sich jetzt (2009) immer noch eine Identitaet schaffen, die sie vorher fixundfertig von ihren Herren vorgesetzt bekamen. Das ist eine gesellschaftliche Katastrophe, die am Ende des vorigen Jahrhunderts einsetzte und bis heute andauert.
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    Zur Musik: Ich verstehe D.As. Hang zur Musik der Zeit vor dem 19ten Jhdts. voellig. Ein Mensch mit nur etwas Herzenswaerme kann sich ihrer nicht entziehen. Diese kulturelle Periode, mehr oder weniger Kenntnisreich, verinnerlicht habend wird an unserer Zeit immer etwas zu beklagen haben: Waerme, Harmonie, Witz, Strenge, aber Strenge mit grossen Toleranzen. Ich jedenfalls wuerde gerne in eine Opernauffuehrung gehen und wie Samuel Pepys mit Mistress X. unter der Treppe ein wenig…
    .
    Jau, und im Spiegel lese ich das der Graeter Michael Ollie Kahn mit einer Neuen und einem komischen Hund gesehen hat.

  80. Hochwohlgeborene...
    Hochwohlgeborene Virtualitäten, verehrter Don Alphonso, machen Sie weiter so! Es war teilweise sehr amüsant und manchmal richtig erhellend: Dennoch: BWV 82a, sagt Zerlina.

  81. Filou, eigentlich bevorzuge...
    Filou, eigentlich bevorzuge ich ja das 18. Jahrhundert, da konnte man noch was bewegen und die Gegner waren noch tödlich und nicht die runtergekommenen Duodezfürsten, wie sie uns in der Kartause von Parma entgegentreten. Zudem fehlt dem 19. Jahrhundert auch jeder Wille zur Grösse und Opulenz, zu Charme und zu Frechheit, von weniger Aussnahmen einmal abgesehen.
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    Ansonsten hoffe ich, dass in meinem Texzt schon eine gewisse Äquidistanz zu den Akteuren offenkundig wurde. Der Niedergang der Bundesrepublik zum Vereinigten Deutschland ist aber nur ein Teil des Unbehagens – man sieht weiter, und gar nicht so weit entfernt ist alles schlechter, wird nicht besser, man ist wohl vorna, aber das, wovor man vorne ist, mag einfach nicht gefallen. Besser als die USA und England ist noch lange nicht gut.

  82. Zerlina, vielen Dank für den...
    Zerlina, vielen Dank für den Musikrat, ich habe aber gerade etwas andere Musik beim Schreiben engelegt – Sonaten von Alessandro de Poglietti.
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    Wilhelm Ruprecht Frieling, es kommt diesen Männern aber darauf an, zum richtigen Moment auf der richtigen Seite zu stehen, und dazu geht man am besten über die Chefs der kleinen grauen Männer.

  83. Lieber Don, das habe ich schon...
    Lieber Don, das habe ich schon alles recht begriffen. Diesmal hat mir Ihr Beitrag wirklich gut gefallen. Er legte alte, verschuettete Gedanken bei mir frei. Ich kann nicht beschreiben, welches Mordsvergnuegen ich dabei hatte.

  84. Nicht sinnlich mehr, daher...
    Nicht sinnlich mehr, daher nicht für übersinnliches zu gebrauchen
    @Don Alphonso: Die Schurken wurden nicht weniger, aber desto allgemeiner. Die Hölle kann kleiner werden. Vielleicht gar genügt ihr ein virtueller Raum. Das Thomasische Plenum hingegen bläht sich zunehmend auf. Sind wir nicht alle Engel, wenn auch zumeist gefallene? Und doch muss das Paradies nicht achtfach sein, wie in jenem isfahanischen Garten (adliger Lüste mit acht Prinzessinnen, siehe „hasht behesht“, auf deutsch in etwa: „Acht Paradies“ für einen iranischen Herrscher), es genügt sich ebenso als virtueller Ort! – vielleicht gar hier im Netz? Man lebt nicht mehr in der Hoffnung auf ein jenes, noch weniger als man dafür kämpft, man wähnt sich nur in der Nachbarschaft all der solchermaßen selig Begüterten. Wir reden über die Dinge, die uns beschert sind, als wären wir Kinder, die nicht wahrnehmen, dass sie es sind, die all dies und jenes anstellen, die all das betrifft, bzw. eben gar nicht. Wir fühlen uns nicht betroffen, nur betreten, ob der Unfähigkeit die Dinge noch zu begreifen, anzugreifen.
    Die Hölle juckt nicht, das Paradies lockt nicht. So verbleiben wir in der Wartestellung, im irdischen Fegefeuer. Wir verausgaben uns in wenigen Augenblicken und langweilen uns für den Rest unserer Tage. So ist es das Fegefeuer, das solchermaßen unermesslich geworden, und somit die eigentliche Destination unserer Tragik ist. Das wäre die Komprimierung eines Dante, denn ein Himmlisches wäre keine Komödie, noch Tragödie, ein wirklich unfassbarer Ort, nicht mal mehr die Begrenzung für unseren Horizont, nur der Vorhang hinter all diesen Schauplätzen für unsere kurzen Events. Eintagsfliegen schaffen keine Werke mehr, können nicht für ein Werk stehen, ihre Visionen überdauern keinen Tag, sind nicht geschaffen für die Überhöhung ihres ach so tragisch-bedeutungslosen Lebens; sie sind am Ende nur noch Gemachtes – Machwerk, gar eingebildetes. Hat es sie wirklich gegeben?
    Nicht sinnlich mehr, daher auch nicht mehr für übersinnliches zu gebrauchen, so könnte man ein solch dantesches Fegefeuer unter betiteln.

  85. Herold, das ist mir zu...
    Herold, das ist mir zu katholisch, ich möchte hier eigentlich nur mein Gärtlein bestellen und raten, das auch zu tun, dann wird es schon etwas besser.

  86. Filou, das freut mich....
    Filou, das freut mich.

  87. Ein Tegernsee überall...
    Ein Tegernsee überall (überarbeiteter Beitrag, bittte den ersten löschen, wenn möglich)
    @Don Alphonso: Also wenn überhaupt, dann war das jetzt interreligiös (vielleicht aber auch transreligiös, ein Katholik hätte da sein Problem mit), also etwas wofür man hier in Hessen vielleicht gar einen Preis bekommen könnte, wenn ich nicht ein solch eingeschriebener Atheist wäre (in Bayern ist man nur Katholik, solange man nicht Atheist ist), der vor dem Kreuz nicht all zu viel Respekt hat, es sei denn, es wäre das eigene, das immer wieder schmerzende.
    Grüße und bestelle deinen Garten recht schön, ich bestelle den Garten Eden schon mal (keine Sorge, ich wechsle nicht meine Überzeugung, aber den gab es übrigens wirklich, im heutigen iranischen Aserbeidschan, und der Moloch Täbriz furzt auf diesen, welch eine Schande). Noch heute kommen die besten iranischen Früchte von dort. Die haben dort ein Klima wie in jenen Regionen Chiles (Valle central), wo zum Beispiel die Superweinlage Maipo wäre. – Immer leicht feuchte und warme maritime Westwinde, aber wegen des Hochlandes trocken genug, sodass keine Fäulnis oder gar Pilze entstehen können und geschützt von den östlichen kalten bzw., trockenen Winden durch einen – dieses Paradies umschließenden – Gebirgsgürtel. Diesen Garten verlassen haben die Menschen vermutlich, nachdem sie ihn durch Übervölkerung zerstört hatten, und/oder weil es nicht mehr genug Platz für alle gab. In der Erinnerung also ein verlorenes Paradies. Wir könnten Paradiese dieser Art heute wieder haben, für alle, denn die technischen Mittel sind da. Was stört, sind die Klasseninteressen zum Beispiel jener Leute, die einen Tegernsee als exklusive Region für sich zu erhalten wünschen, und dafür gerne die übrige Welt zerstören (lassen). Keine Sorge, das richtet sich nicht gegen dich, aber gegen so etliche, die dort leben.

  88. Nachtrag:
    @Don Alphonso: Noch...

    Nachtrag:
    @Don Alphonso: Noch ein Beispiel, wie man den „Garten“ beschreiben kann: „Der Garten ist ein Ort des Exils, der Flucht, er ist völlig zeitlos. Fast wie ein Garten Eden – ein Ort von Unschuld und Erkenntnis.“ (aus: Ein Gespräch mit Shirin Neshat – Wir sind ein Volk -, 10.09.09, http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~EF17D8CA0302A45F6BF0EC6CA55669517~ATpl~Ecommon~Scontent.html).

  89. Devin08, leider ist am...
    Devin08, leider ist am Tegernsee nicht Platz für alle, und alle, die dort sind, haben es sich irgendwo anders verdient – stellt sich eben nur die Frage, wie sie das getan haben. Die wenigsten, so mein Eindruck, haben das mit unschönen Methoden gemacht. Es kann auch jeder kommen, sogar die Mieten sind jetzt nicht so arg schlimm. Aber viele bevorzugen eben Berlin und die dortigen Optionen. Es ist – für viele, nicht für alle, das gebe ich zu – ein freies Land.

  90. Thüringen. Man müßte mal...
    Thüringen. Man müßte mal nach Thüringen fahren ins Theater.
    Im Hauptbahnhof kam ein Zug an, in dem eine Thüringer Zeitung lag. Sie berichtete über Theater. Ich konnte es kaum glauben. Das muß ein Land sein, über dem ein stiller Zauber liegt. Ich weiß nicht, wann ich mal Gelegenheit habe, dort hinzukommen, aber ich hoffe, irgendwann. Noch zu DDR-Zeiten sah ich irgendwann die Saale und dachte, ein Land wie aus dem Märchen.

  91. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    bewerten heißt vergleichen (frei nach Adolf Moxter). Reichtum ist wie Sie so schön schreiben in der Tat nicht mehr lokal vergleichbar.
    Meine lieben Großeltern mütterlicher seits (Bauern in der Brandenburger Mark) sahen den Großbauern ihres Dorfes als unermesslich reich an. Im Vergleich zu ihnen ein reicher Mann, zweifellos, da meine Großmutter dort arbeiten ging (Spargel stechen, Erdbeeren pflücken, Kartoffeln lesen, etc. Arbeiten, die heute nur noch von osteuropäischen Gastarbeitern erledigt werden, da jeder HartzIV-Empfänger für diese Tätigkeit körperlich einfach ungeeignet ist, aber das ist ein anderes Thema).
    Im Zeitalter der Globalisierung ist Reichtum relativ. Der Großbauer, nach der Wende zurückgekehrt und nachwievor anerkannt, geachtet und respektiert (ja, so etwas gibt es auch im Osten) ist im Vergleich mit den „Reichen und Schönen“ ein Bauer, nicht mehr.
    Die Gnade der Anonymität weiß die Masse heute nicht mehr zu schätzen. Jeder möchte seine 15 Minuten Ruhm und vergißt den Preis der dafür bezahlt wird. Und so geistern auf Youtube immer mehr Bilder von völlig von allen Manieren und Kultiviertheit befreiten DSDS-Kandidaten und anderer Unterschichtsmedienaspiranten herum. Darf man da noch von Befreiung sprechen oder ist es nur noch Entblößung?
    Habe die zwei Wochen medienlose (und auch handybefreite) Zeit im Urlaub sehr genossen.

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