Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Briefe aus Stresa I: Die normalisierte Elite in Zuoz

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Ich hatte einen Schulkameraden, der über diverse Stränge schlug, und das so lange, bis die Büttel des Staates nicht umhin konnten, in unser ansonsten von ihnen unbelästigtes Viertel einzudringen und wenig erfreuliche Fragen zu stellen. Die Eltern des Knaben entzogen ihn der irdischen Gerichtsbarkeit mit einem ärztlichen Gutachten und Verbringung in die schöne Schweiz, wo er zielstrebig darauf hinarbeitete, sein Leben in einem Autounfall früh zu vollenden. Es geht also nicht immer gut mit den Zöglingen jener angesehenen Internate auf den Bergen, wobei die wirklichen Herausforderungen für diese Einrichtungen in einer globalisierten Moderne liegen dürften, die sie und ihre elitären Ansprüche reichlich banal wirken lässt - schliesslich hat man heute schon mit vier Jahren Chinesisch, und in vielen Regionen sind staatliche Schulen unzumutbar für bessere Kreise.

Das Kasernenleben hat wieder angefangen und auch die schöne Jahreszeit.
Henri-Pierre Roché, Die beiden Engländerinnen und der Kontinent.

Es gibt so eine Art Durchschnitt für das, was Bewohner von Westvierteln ihren Kindern in dem 80er und 90er Jahren angedeihen liessen: Abitur auf einem harten bayerischen Gymnasium um jeden Preis, Studium in München, idealerweise mit Berufsziel Chefarzt, Ausstattung mit eigener Wohnung und eigenem Auto, zwei, drei Studienabbrüche in der Orientierungsphase in der Hoffnung, der Nachwuchs würde wenigstens bei Jura enden, 12+x Semester, davon bis zu 6 Semester Münchner Nachtleben in den angesagten Clubs plus der dort zu entrichtenden Studiengebühr. So gesehen war ich ziemlich unterdurchschnittlich, normal und langweilig, zumal ich meinem Fach treu blieb, und auch nicht trinke, rauche, Drogen konsumiere und andere Dinge treibe, die man schamhaft beim Treffen mit anderen Eltern verschweigen könnte. Selbst den offenen Wagen wollte nicht, sondern meine kleine Schwester – ich habe ihn nur später übernommen, um jetzt damit an den Lago Maggiore zu fahren.

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Dass derartige nicht ganz billige Erziehungsbemühungen jedoch nicht zwingend notwendig sind, sieht man etwa am Beispiel des Sonnenkönigs. Ludwig XIV. hat man in seiner Jugend zum Spielen mit den Kindern der Diener in die Gräben des Louvre geschickt – geschadet hat es ihm nicht, und was er bei Schlägereien im Müll lernte, wandte er später erfolgreich in der Aussenpolitik an. Dergleichen Methoden jedoch wäre in unserer Zeit unvorstellbar, da eine Bekannte in der kleinen, dummen Stadt an der Donau mit der kalten Bemerkung einen Skandal verursachte, sie habe keine Lust, sich mit dem schulischen Versagen ihrer Tochter zu befassen, und wenn die es nicht schaffe, müsse sie eben auf die Realschule.

Das absolute Gegenteil dieser Haltung ist auf dem Vormarsch. Denn während es in meiner Jugend noch als Zeichen schulischer Inkompetenz, schlechter familiärer Verhältnisse oder gar Probleme mit dem Gesetz galt, wenn Eltern ihre Kinder in ein ausländisches Internat eingewiesen haben, spricht man heute darüber, als sei es ein besonderer Verdienst am Kind, es in eine Privatschule mit Rundumaufsicht zu stecken. Idealerweise in einem Prestigeinternat wie dem Lyceum Alpinum in Zuoz.

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Von welcher Seite der Berge man auch kommt, ob von den grünen Wiesen am Tegernsee oder von der üppigen Palmenpracht des Lago di Como: Man kann nicht umhin, die Landschaft in jenem Graubündner Hochtal als gewöhnungsbedürftig zu umschreiben. Karg wäre ein anderes Wort, abweisend, schroff, auch etwas lebensfeindlich. In dieser Einöde eröffnete 1904 das Institut Engadina seine Tore, mit dem Ziel, die Kinder der internationalen Elite zu erziehen: Nicht mehr so locker wie Ludwig XIV, aber noch weiter weg als der Burggraben. Man kennt das aus den Gesellschaftsromanen jener Zeit: Man heiratet, bekommt Kinder, gibt sie dem Kindermädchen und überlässt den ganzen Ärger dem Personal, das dafür bezahlt wird. Anschliessend übernimmt in England und der Schweiz eine Privatschule, in Deutschland dagegen oft eine kirchliche Einrichtung die weitere Abrichtung der lieben Kleinen. Hauptsache, sie waren irgendwo untergebracht, blieben unter sich, und hatten die nötigen Einrichtungen, um sie zu Mitgliedern der besseren Gesellschaft zu machen.

Und so hat Zuoz alten einen Cricketplatz und eine Cricketmannschaft, und ein eher neues Leitbild, in dem sich Sätze finden wie: „In der Tradition des „Spirit of Zuoz“ entwickeln unsere Schülerinnen und Schüler die Kompetenz, in einer komplexen Welt als „Global Citizens“ bestehen zu können.“ Einen Golfplatz mit internationalen Ansprüchen und ein Old Boys Netzwerk gibt es natürlich auch.

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Ich kenne eine junge Dame, die einen Aufkleber der Schule am Heck ihres Sportwagens durch München fährt, und es gern tut. Es gefällt also, es kann also nicht so schlimm sein, wenn die Eltern bereit sind, die nicht ganz billigen Schulgebühren zu bezahlen. Allerdings kenne ich auch einen Fall, in dem die Kinder in so eine Anstalt sehr gegen ihren Willen verfrachtet wurden. Man muss als Eltern eben manchmal Entscheidungen treffen; natürlich ist einiges zu bezahlen, aber da oben in den Bergen kann der Nachwuchs keinen Blödsinn anstellen, wie er im Westviertel nur zu oft den teuren Anlass für übelste Nachreden gibt. Kinder sind auch so schon teuer genug, und wer will es den Erziehungsberechtigten verübeln, wenn sie noch etwas mehr investieren und dafür die Garantie bekommen, dass alles wunschgemäss verläuft.

Man muss bei solchen Preisen natürlich auch bedenken, dass eine Erziehung daheim teuer ist. Bei einem Stundensatz von 500 Euro, den ein besserer global citizen im Wirtschaftsleben verlangen kann, würden gerade mal 100 Stunden eher unprofessionelle Erziehungsarbeit so viel wie ein ganzes Jahr in den Bergen kosten. Sprich, 20 Minuten Beschäftigung pro Tag mit einem Kind sind für die Elite teurer als eine Komplettbetreuung. Und wenn man noch die Ersparnis bei Kindermädchen, Putzfrau, Nachhilfe, Rechtsanwalt, Ärzten und wegen des ausbleibenden Anrufes um drei Uhr Nachts, das Balg nach der Abtretung etlicher Aussenspiegel bei der Polizei abzuholen, miteinrechnet – dann lohnt sich die Verbringung in das Hochtal auch ohne die erstklassigen Zukunftsaussichten, die derartige Institutionen fast garantieren können, mit Skipiste neben dem Schulhaus.

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Allerdings, so mag mir scheinen, wird Zuoz selbst Opfer des eigenen Erfolges. Denn die Zucht der Elite ist längst nicht mehr das Thema einzelner Institute in der Schweiz und in Süddeutschland. Es beginnt heute schon in staatlich bezuschussten, privaten Kindergärten mit Kursen in den wichtigsten Weltsprachen, mit prohibitiven Aufnahmegebühren und Begrenzung auf das richtige Klientel  – ein schnell wachsender Markt, in dem sich viele neue Anbieter rührend um Kinder bemühen, deren Eltern sie nicht schon mit 3 Jahren vom internationalen Standard abgehängt sehen möchten. Es wird die Normalität in dysfunktionalen Regionen wie Berlin, wo man auch als Protestant mit besserem Einkommen die Kinder zu den Jesuiten schickt, auf dass sie nicht die staatlichen Schulen und deren Nachwuchskriminelle besuchen müssen. Und ein Leitbild für den globalen Wettbewerb hat heute auch so manche Schule besserer Provinzkäffer. Früher, in meiner Zeit, als die ältesten Lehrer ihre ersten pädagogischen Erfahrungen noch in der Waffen-SS gesammelt hatten, nannte man das Drill. Heute hat man dafür sicher ein paar nette Umschreibungen, die stark danach klingen, als wäre die Elitenzucht ein Dienst an der Gesellschaft.

Elite entsteht an Orten, wohin man als Aussenstehender nicht aufsteigen kann, wo Grenzen undurchdringbar und Abstände nicht zu verkleinern sind. Zuoz war das früher, aber das Auseinanderbrechen der Gesellschaft in Arm und Reich sorgt dafür, dass die Reichen ihre Kinder gern weiter oben sehen möchten. Und so, wie der Bereich zwischen staatlichen Schulen und Zuoz mit privaten Angeboten aufgefüllt wird, wie sich die Rampe der neuen „public schools“ und „school centers of excellence“ an das Hochtal heranschiebt, wird auch jemand kommen und etwas vermarkten, was noch exklusiver, noch besser, noch teurer ist. Weil es welche gibt, die es sich leisten können, und der erstklassige Standort von 1904 im Jahr 2010 auch anderswo liegen könnte: Irgendein Land, das klimatische Vorteile hat, Eltern nicht ab und an in dieses kalte Hochtal zwingt, und dessen Bewohner auch keine feigen Schweizer sind, die ihre besten Kunden gerade an die Steuerfahndung in den USA und Frankreich ausliefern.

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Wir aber verlassen das Hochtal und die Schweiz, fahren hinunter nach Italien und erreichen das Ziel dieser Reise: Stresa am Lago Maggiore, in das gerade jeder Rentner der Welt einzufallen scheint.

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  1. Wehrter Don,
    wie ich sehe...

    Wehrter Don,
    wie ich sehe haben Sie Ihr Internatsleben sehr genossen.
    Doch stelle Sie sich vor nur in der heimischen Stube unterrichtet
    worden zu sein, da hätte ich jedes Internat als wilkommene
    Freiheit begrüsst.
    Das welches Sie dort mit leichter Missbilligung beschreiben hätte
    mich als Schüler sehr in seinen Bann gezogen.
    In dieser Zeit waren Internate ja auch noch streng getrennt,
    was sicherlich sehr hilfreich war.
    Ein paar nette Tage im Süden.
    Herzlichst P.

  2. Um Gottes Willen, nein, das...
    Um Gottes Willen, nein, das ist ein Missverständnis: Ich war natürlich an einem reaktionären, bayerischen Gymnasium des Staates und wurde ansonsten daheim erzogen. In meiner Jugend galten Internate als höchst anrüchig, zeigten sie doch massive Defizite der Eltern auf. Brutal gesagt: Ins Internat steckte man die Psychopathen, die ungewollten Scheidungskinder, die Leute mit kriminellen Ambitionen und diejenigen, die andernorts das Abitur nicht geschafft hätten. Ich doch nicht. Du lieber Himmel.

  3. Nun ja, Don Alphonso. Dieses...
    Nun ja, Don Alphonso. Dieses Internat ist vergleichsweise harmlos. Schlimm wäre eine Einweisung in das ca. 100 Kilometer entfernt (Luftlinie, von Zuoz Richtung Nordnordwest) gelegene Internat auf blumiger Halbhöhenlage. Nicht wenige deutsche Kinder machen dann dort ein High School Diplom um wenigestens etwas in der Tasche zu haben.
    Die bessere Ausführung des Zuoz-Aufklebers ist ein Blechschild (man montiert sich das in den Kühlergrill – wie andere ein Hufeisen).

  4. keine zeit zu lesen. spaeter....
    keine zeit zu lesen. spaeter. auf stresa freue ich mich natuerlich.

  5. Also, falls es sich bei der...
    Also, falls es sich bei der silberfarbenen Barchetta um Ihre eigene handelt bin ich aber enttäuscht angesichts des Aquariums, welches Sie sich mit Hilfe des Windschotts und der Seitenscheiben bereitet haben: Die Hartgesottenen fahren freilich ohne beides, obgleich das Windschott bei Geschwindigkeiten >90 km/h durchaus seine Existenzberechtigung haben mag.

  6. Dipsy, in der kleine, dummen...
    Dipsy, in der kleine, dummen Stadt an der Donau empfiehlt man in solchen Fällen ein Haus am idyllischen Chiemsee – von dort aus aber ist es nicht so weit, und das wird mitunter auch als nachteilig betrachtet. Wie auch immer: ich entspreche da voll der Tradition meiner Familie und sage: So etwas tut man nicht. Entweder man erzieht seine Kinder selbst, oder man sucht sich andere Hobbies. Was ich ja auch beherzige. Meine St-Moritz-Plakette jedoch habe ich nicht montiert: Schreckliches Kaff. Verstehe nicht, was mir daran vor 25 Jahren so gut gefallen hat. Wie Chamonix im Sommer. Grässlich.

  7. Ach ja: zur Ausbildungspolitik...
    Ach ja: zur Ausbildungspolitik ‚Ihrer Kreise‘, auch in o.g. Antwort auf Paulchen angesprochen, gehe ich vollkommen d’accord.

  8. Der Sohn eines befreundeten...
    Der Sohn eines befreundeten Akademikerehepaares (geschieden, als der Bub neun war) hat seine Karriere in einem staatlichen Gymnasium begonnen, die nächste Etappe in einer privaten Realschule verbracht und im vergangenen April mit 18 Jahren die Hauptschule ohne Abschluß verlassen. Mit einem unglaublichen Aufwand an Nachhilfe und Psychologen. Irre…

  9. abf, es eilt nicht. Ich bin...
    abf, es eilt nicht. Ich bin ohnehin kein Freund der Tagesaktualität.
    .
    P. Seudonym, das war schon am Malojapass, ich habe auch ein Bild mit offenem Wagen in Zuoz. es war sehr kalt, und trotzdem: Windschott habe ich nicht. Da ist nur ein Koffer von Brachers hinten drauf. Heute in Stresa dann alles ohnehin zu Fuss, nehme ich an.

  10. ilnonno, da sieht man mal...
    ilnonno, da sieht man mal wieder, dass eine Ächtung der Scheidung doch keine so scjlechte Idee ist. ich – unverheiratet und ohne Kinder – halte auch das noch für eine angemessene gesellschaftliche Position. Sollen sie halt weniger heiraten und Kinder kriegen, dann gibt es auch weniger Probleme.

  11. Werter Don,
    sind wir doch...

    Werter Don,
    sind wir doch froh, dass wir reifen dürfen.
    Meine Wenigkeit hatte mit 18 eine Faible für Cowboystiefel, heute sage ich ebenfalls: Grässlich

  12. Don Alphonso, es gibt schon...
    Don Alphonso, es gibt schon die ein oder andere Schule wo man die Kinder beaufsichtigen lassen kann. St. Blasien (die Schule des katholischen Adels) oder Birklehof. Salem tritt inzwischen in eine leidvolle Wechselbeziehung zu Zuoz. Wer von Salem geflogen ist, den findet man sehr oft in Zuoz wieder. Und den meisten Kindern dieser Schule ist gemein, dass Sie von einem regulären Gymnasium geflogen sind und das Elternhaus in fragwürdigem Zustand ist.
    Teile die Meinung zu St. M. vollkommen. Die Gemeinde hat jeden urigen, alpinen Charme verloren. Im Badrutts kommen einem auch schon mal osteuropäische Gäste in der Jogginghose entgegen (wenn es unbedingt St. M. sein muss, dann in das S. House; wer auf St. M. verzichten kann und will: Waldhaus Sils). Schlimm die Skihütten Chantarella (ein „Zaun“ aus leeren Champagnerflaschen).
    Ein „Highligt“ (unbedingt fernbleiben) ist das White Turf. Die haben da auch mal einen Formel 1 Wagen mit Spikes über den gefrorenen See gejagt. Mit entspannten Winterfreuden hat das alles nichts mehr zu tun.

  13. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    seit einigen Wochen bin ich eifriger Leser Ihrer Einträge.
    Ihre immer wiederkehrende Kritik am Protzigen,Aufgemotzten,Marktschreierischen spricht mich und wahrscheinlich
    viele des langsamen Lesens Kundige an.
    Ganz köstlich Ihr Beitrag zu Südtirol und die den elterlichen Audi
    beschmutzende Schwester vor einiger Zeit.
    Viel Spaß in Stresa (Meiden Sie die isola bella,den Weihetempel des Kitsch.)

  14. ich bin immer wieder erstaunt,...
    ich bin immer wieder erstaunt, dass in den achtzigern in der Provinz noch Alt-Nazi Lehrer dominierten, während im Ballungsraum der Haupt- und Residenzstadt schon die verlogenen pseudoliberalen Achtundsechziger die Schüler quälten !!
    Was 70km von der Großstadt so alles ausmachen!
    Aber das Ergebnis war das selbe !

  15. Lustig ist das Kasernenleben,...
    Lustig ist das Kasernenleben, aber leider ist Truffaut verhindert und kann den Toerless nicht mehr interpretieren. Den „Kontinent“ von M. schau ich mir nicht an.

  16. Lieber Don,
    war das nicht die...

    Lieber Don,
    war das nicht die an anderer Stelle (Rebellenmarkt) beschriebene Hassfigur der Jugend, die nach einem Sommer in Frankreich Deinen Staub schlucken durfte? (Aufgewirbelt vom Rennrad)
    Und ja, ich beneide Dich um die Verlängerung Deines Sommers. Wir sind glücklicherweise aus der Toscana abgereist, als das Wetter stürmisch wurde und Baden im Meer nicht mehr möglich war.
    Grüße aus der verregneten Heimat,
    cvs

  17. Bei allem Respekt für Ihren...
    Bei allem Respekt für Ihren Blog, ich meine, lieber Herr Don Alphonso, dass Sie über die Erziehung von Kindern so erfahren reden, wie eine Jungfrau vom Sex.

  18. Die Bilder sind karg, aber mal...
    Die Bilder sind karg, aber mal wieder grandios. Ich bin auch für das selbst erziehen, jedenfalls solange die Kinder klein sind. Aber wer das aus irgendwelchen Gründen (Tod, Krankheit, Scheidung) nicht kann, soll es halt lieber abgeben.
    Das nun den privaten Schulen, Krippen, Kindergärten das Haus eingerannt wird, kann im Grundsatz keinen wirklich wundern. Man erwartet vom staatlichen Bildungssystem eben nur noch sehr wenig, das jahrelang einfach nur so mitlief, und das nun, wo die Wirtschaftskrise regiert, schon wieder ganz schnell aus der kurzfristigen Aufmerksamkeit (z.B. der beiden Kanzlerkandidaten der großen Parteien) verschwunden ist. Was mich aber manchmal schon zum Staunen bringt, ist, ab welchem Alter heutzutage der Bildungsehrgeiz mancher Eltern schon losbricht und welche Summen er verschlingt, ohne dass im Mindesten bewiesen ist, dass das Absingen englischer Lieder mit Babies, das Rettungsschwimmen für Kleinkinder, die physikalischen Experimente für Kindergartenkinder irgendetwas „bringt“ oder auch nur den Kindern Spaß macht.

  19. Wehretr Don,
    jetzt bin ich...

    Wehretr Don,
    jetzt bin ich gleich viel beruhigter.
    Herzlichst P.

  20. Nun ja, die Zeiten aendern...
    Nun ja, die Zeiten aendern sich halt. Zu einer Zeit in der das bayrische Gymnasium zweifelsohne die beste Grundbildung in einem Land darstellte, welches fuer seine Bildung weltweit Ruhm und Anerkennung genoss, machte es sicherlich Sinn, seine Kinder dort erziehen zu lassen.
    Zu einer Zeit in der die deutsche Schulbildung irgendwo zwischen Uruguay und Nigeria bestaetigt wird, und keine deutsche Universitaet es in die Top 80 Unis der Welt schafft, bin ich jedenfalls froh, eine englische Internatsausbildung und Universitaet genossen zu haben. Vor allem da es dort keinesfalls Scheidungskindern und Psychopathen vorbehalten ist, aufs Internat zu gehen. Eher das Gegenteil.
    Ich muss aber trotzdem mein Erstaunen ueber die reaktionaere Ansicht gegenueber Internaten kundtun. So war es sicherlich in der Nachkriegszeit eine Weile lang verpoent, seine Kinder auf ein Internat zu schicken, aber es war doch fuer meinen – wie wahrscheinlich auch fuer Ihren – Grossvater vollkommen normal, nach der Kindheit und Jugend im Schloss, wo man von Privattutoren unterrichtet wurde, fuer die letzten 3-5 Jahre vor der Volljaehrigkeit ein Internat wie St. Blasien zu besuchen.

  21. "dessen Bewohner auch keine...
    „dessen Bewohner auch keine feigen Schweizer sind, die ihre besten Kunden gerade an die Steuerfahndung in den USA und Frankreich ausliefern“
    .
    Hierzu nochmal eine Frage, die sich mir einfach nicht beantworten will: Was hat es mit diese schwarzen Liste auf sich, dass irgendwelche Zwergstaaten, Fürstentümer und Schweizer innerhalb weniger Wochen ihr einziges Geschäftsmodell freiwillig hinschmeissen ( oder gibt´s in Liechtenstein geheime Orangenplantagen, Uranvorkommen, etc ?) ? Wieso hat denn kein Land die Liste zu einem Prädikat umgewandelt: a la Wir sind die Einzigen, die auf die schwarze Liste aufgenommen wurden ?
    .
    Und jetzt antwortet mir bitte keiner mit so einem lauwarmen Handelsembargo etc., das kanns ja nicht sein ( das wäre so glaubwürdig wie die Entführung eines Schiffes mit Holzpalletten als Ladung) . ….die haben diesen Steueroasen doch mit einem mititärischen Angriff gedroht oder den Fürsten & Landesfürsten hohe Schmiergelder gezahlt….

  22. Mitunter staune ich, daß es...
    Mitunter staune ich, daß es wahrhaftig ein Privileg sein kann, nicht zu den besseren Kreisen zu gehören. Ich jedenfalls kenne solche Anstalten nur aus der Literatur und bin verblüfft, daß sich an ihrer Existenz nur wenig geändert zu haben scheint. Ich dachte zumindest als ich die Bilder sah: „Törleß“. Vermutlich sieht die Landschaft im Winter weniger grausam aus. Aber jetzt ist sie ein perfekter Spiegel. Nun verdanken wir ja den Erlebnissen in solchen Verwahranstalten einige gute Literatur. Neben Musil fällt mir gleich „Nicholas Nickleby“ ein. Das kann ich auch heute noch nur mit Grausen und Gänsehaut lesen. Ich stelle mir nun Madame im Fauteuil vor, in der einen Hand den aufgeblätterten Dickens, die andere Hand in der Bonbonniere, erleichtert aufseufzend, daß der Bankert sicher und weit weg untergebracht ist. Der seinerseits wird wohl eher auf Mr. Squeers als auf Monsieur Mathieu treffen. Dafür kann er sich dann in der nächsten Generation rächen. Ist nicht das englische Weltreich auf Beefsteak und Internat errichtet worden?
    .
    „…geschadet hat es ihm nicht, und was er bei Schlägereien im Müll lernte, wandte er später erfolgreich in der Aussenpolitik an.“ – Meine Güte! Kann man nicht mal einen Praktikanten beauftragen, ein Don-Alphonso-Vademecum zu erstellen?

  23. Schöner Artikel. Gefällt...
    Schöner Artikel. Gefällt mir immer, wenn Sie so eine Stütze der Gesellschaft wie hier beispielsweise die „Bildung“ – im Text sehr treffend als Abrichtung zur einbildeten Elite verdeutlicht ¬– mit etwas Anekdotik, Hohn und Spott einfach so zersägen, obwohl die Herrschaften, die dafür zahlen und solche Geschichten „mit Genuss“ lesen wohl meinen, Sie würden sich schön brav und ernsthaft „konstruktiv“ mit den von solchen Stützen getragenen Werten auseinandersetzen, mithin gar um mehr Verständnis für die „arme Elite“ und ihre Wert-Probleme heischen.
    Was mir im Beitrag an Interna solcher Internate gefehlt hat, wäre die unter wirklichen Kennern solcher Anstalten eigentlich unvermeidliche Frage nach dem „Koks“ (Pardon) und halt ein paar einschlägige Substantive, die aus der Ironie erst den richtig feinen Witz machen – et vice versa, wie es unter Zöglingen heißt.
    Die „dumme kleine Stadt“ ist wohl Ingolstadt. Aber wer ¬– habe ich mich beim Lesen gefragt – verbirgt sich eigentlich hinter dem „Markt, in dem sich viele neue Anbieter rührend um Kinder bemühen…“? Auf diesem „Markt“ sind doch auch bekannte Persönlichkeiten mit Namen und Anschrift, Lehrauftrag und den vorderen Plätzen auf den popolärwissenschaftlichen Bestseller-Listen unterwegs, sozusagen.
    Aber wahrscheinlich gehört es sich auch in einem wirklich witzigen Beitrag über die Stützen der Gesellschaft nicht, sich und andere solche profanen Fragen zu stellen. Wie auch immer. Amüsantes Posting jedenfalls. Viel Vergnügen beim Weitermachen

  24. da das elitäre sich aus...
    da das elitäre sich aus proportionen ableitet, und mein schweigen in der letzten zeit ziemlich lang war, so kann ich jetzt mein exclusives kommentarschreiben getrost als fast elitär bezeichnen, nicht war? :) oder lieber doch nicht? denn wenn man annimmt, daß jede elite irgendwann ihre eigene kinder fressen wird…
    in diesem sinne vorbeischauende umzugsgrüße ;)

  25. Wenn also Bildung nicht...
    Wenn also Bildung nicht erblich ist, dann…?

  26. Ich persönlich empfehle...
    Ich persönlich empfehle selbstverständlich jesuitische Erziehung im Hochschwarzwald, man darf nicht vergessen, dass das meistens sehr gute staatliche Gymnasium in der Stadt vom Lande oft doch sehr schlecht zu erreichen ist und die adäquate Freizeitgestaltung ab drei Kindern aufwärts einen Chauffeur notwendig machen würde, was dann doch ein wenig übertrieben wäre.
    In meinen neun Jahren im Internat sind mir weder eine überproportionale Anzahl von Rabauken oder Scheidungskindern aufgefallen – das der eine oder andere mit Heimweh zu kämpfen hatte ist normal, doch die frühe Selbstständigkeit hat uns geprägt. Mit ein paar Jahren Abstand wurde mir deutlich, daß dieses Selbstbewusstsein für viele, die gerade ihr Elternhaus verlassen hatten, oft arrogant gewirkt haben muss.
    Im übrigen ist das „elitäre“ natürlich nicht der Latein – oder Griechischunterricht, sondern das Erwachsen werden in einer Gruppe und den Herausforderungen, die das mit sich bringt: Wann muss ich auf Andere Rücksicht nehmen, und wann ist es wichtig meinen Standpunkt zu verteidigen? Beides ist erforderlich und ist vielleicht der wichtigste Unterschied zur größeren „Freiheit“, die man als ganz normaler Schüler genießt, der nach der 6. Stunde nach Hause geht und sich nur mit seinen drei Freunden trifft.
    Neben den zwei, drei konfessionellen Internaten in Süddeutschland ist die Schweiz kaum eine Alternative – in einem Internat werden die Kinder schließlich neben den Erziehungsgrundsätzen vor allem durch die Mitschüler geprägt und die stammen in der Schweiz vor allem aus Kulturkreisen, die doch ein etwas anderes Gesellschaftsbild als dass unsere vertreten.
    Wenn die Noten in Deutschland zu schlecht sind wählt man das Vereinigte Königreich, neben der Silberkannenherstellung hat man dort auch eine Jahrhunderte alte Erfahrung in der „gesitteten Erziehung“, und die Englischen A-Levels stellen keine allzu große Hürde dar.
    Eine gute Fahrt wünsche ich, cordialement. G.

  27. Werter Don, Sie wissen...
    Werter Don, Sie wissen ja,
    .
    jungen Menschen muss man zuerst etwas geben,
    bevor man etwas von ihnen bekommen kann.
    .
    Ungeliebte Kinder rächen sich an ihren Eltern, wetten!
    .
    Gruß Hanskarl

  28. @Dipsy
    Der Birklehof galt zu...

    @Dipsy
    Der Birklehof galt zu meiner Zeit nicht mehr als die beste Wahl. Im Gegenteil. Da schon früh Jugendliche aus einer nahe gelegenen psycho(somatischen) Klinik dort zur Schule gingen, hat sich das Niveau schnell nach unten bewegt. Ich kenne eine ehemalige Patientin, die nach einem Suizidversuch dort zur Schule ging und mit Nichtstun Klassenbeste wurde.
    Wer zu Leistung fähig war, und die Eltern Wert auf eine gute Schule legten, ging auf „das Kolleg“ in Stegen (Schule eines Jesuitenablegers!) oder auf die staatlichen FG bzw. BG. Sollte es ein Internat sein, dann St. Blasien oder Blaubeuren. Für Mädchen gibt es noch „Kloster Wald“.
    Und die „Unrettbaren“ kamen aufs Angel in Freiburg.
    BHöfer taten sich dann eigentlich nur noch dadurch hervor, dass sie ihre Zimmer in Brand steckten (besoffen Zigarettenweitwurfspielchen), oder sich im Höllental zu Tode fuhren. (Da war der Name der Straße dann wohl Programm, wenn mir diese Pietätlosigkeit an dieser Stelle erlaubt ist.)
    Gruß,
    cvs

  29. Don Alphonso,
    obwohl ich aus...

    Don Alphonso,
    obwohl ich aus einer vollkommen intakten Familie stamme, und damals das Gegenteil eines Problemkindes war, hat man mich auf ein Internat in den USA geschickt. In der Familie war das gut angesehen, und ich habe es sehr genossen. Ich verstehe ihre Aversionen eigentlich nicht.

  30. Hinter diesen ganzen Modellen...
    Hinter diesen ganzen Modellen steckt heutzutage der Glaube das man sich mit genug Geld vor allen Widrigkeiten der realen Welt entkoppeln bzw. abgrenzen kann. Vor allem der Nachwuchs muss von der zunehmend verrohten Masse abgekoppelt werden.
    Dadurch entsteht natürlich eine Elite, nicht zwangsläufig eine leistungsfähigere oder gar die Welt besser machende, mit Sicherheit eher nicht. Aber um Leistung ging es ja in Wirklichkeit noch nie, sondern um Status. Und der ist es auch, der dem Global Citizen vergoldet und an solchen Orten vermittelt wird.
    Man könnte nun drohend die Fäuste heben und rufen wartet nur, bis wir aufstehen und uns das nicht mehr länger von unserer Nachmittagstalkshowcouch ansehen. Doch solcherlei Gesellschaftlichen Umschwung wird es nicht geben, denn im unteren Pöbel findet sich doch immer auch jemand, der für genug Geld bereit ist sich gegen selbigen zu stellen.
    So bleibt nur eine andere Analogie über, keiner geht gerne an einem verdreckten Strand spazieren, genauso wie niemand in einer Gesellschaft leben will und sei es auch nur parallel zu selbiger, in der Menschen auf U-Bahnhöfen erschlagen werden. Wer eine solche Welt nicht will, erreicht durch Abgrenzung in der Schweiz gar nichts, im Gegenteil! So werden Öffentlichen Räume der Verwahrlosung so preis gegeben. Zum Beispiel Öffentliche Räume an Schulen oder in Großstätten, in denen des Nachts nicht einmal mehr die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel möglich ist. Schöne neue Welt!

  31. @Dr. Gailleton: Von der...
    @Dr. Gailleton: Von der jesuitischen Bildung im Hochschwarzwald (und anderen vergleichbaren Einrichtungen) las ich unlängst, dass dort das Einstiegsalter in Sachen Drogenerfahrungen im Schnitt ein bis zwei Jahre unter dem in üblichen städtischen Gymnasien liege. Ich möchte das jetzt keinesfalls als Killerargument gegen Internatserziehung als solche gewertet wissen. Aber so ganz unproblematisch scheint es mir generell nicht, wenn Eltern ihre Erziehungsaufgaben im familiären Tagesgeschäft so weitgehend delegieren. Es riecht hierzulande halt immer noch danach, dass die Erziehungsberechtigten es selber nicht so recht gebacken kriegen mit ihren Sprösslingen, aber wenigstens genügend Schotter haben, um diesem Makel anderweitig abhelfen zu lassen.

  32. Eine sehr...
    Eine sehr konzentrationsfördernde Umgebung. Zur Abwanderung der Premium Bildungsindustrie ins Ausland:
    Konservativer Leistungsfetischismus gepaart mit sozialbürokratischer Gleichbehandelerei hindern die Eliten zunehmend an einer Reproduktion im eigenen Land. Ein Salem-Absolvent mit dreier Abi ist an vielen Universitäten einfach nicht zulassungsfähig. Die Ursache für die Auslandsflucht der Minderbegabten mit akademischem Versorgungsanspruch liegt im Umsichgreifen des Zentralabiturs, möglicherweise demnächst durch Zentralkorrekturen (wie in BW) verschärft.
    Die Bildungspolitik muß hier Gestaltungsspielräume schützen und wieder schaffen, um den Premiuminternaten am Standort Deutschland nicht die Geschäftsgrundlage zu entziehen. Schließlich hat die Einkommensorientierung bei der Verteilung von Bildungszertifikaten Grundgesetzrang. Mit zwei oder drei lieblos durchgesteckten Abituraufgaben ist es da auf Dauer nicht getan.
    P.S. Leserkommentare zum Zustand Literatur fand ich erhellend.
    P.S Ein Nachtrag zum „Ich habe bei Ikea gekauft“-Bekenntnisblog. Frank Walter S. hat sich geoutet, nicht hier sondern in der Zeit vom Do (print) – wie stillos.

  33. Bin doch sehr froh, dass das...
    Bin doch sehr froh, dass das Engadin überaus gepriesen wird.
    Ich finde noch die Winter- und Sommeridylle, natürlich nicht in St. M., dass liegt ja auf der Hand.
    Empfehlungen gibt’s aber keine, da einfach genügend Leute ihre ungenügenden oder überschüssigen PS über den Maloja und Julier zu jagen versuchen.

  34. Ideal und Wirklichkeit liegen...
    Ideal und Wirklichkeit liegen heute doch weit auseinander. Die Graubündener Abgeschiedenheit existiert nicht mehr. Per Handy können sich die Zöglinge bei ihren Eltern über Lehrer, Erzieher beschweren – und tun dies ausgiebig,was wiederum das Personal von Zuoz, das ja finanziell von den Eltern abhängig ist, enorm unter Druck setzt. Natürlich kann man heute auch in Zuoz der Abgeschiedenheit entfliehen – etwa ins nahe St. Moritz. Dort verjubelt mancher Zögling an einem Wochenende fast so viel, wie sein Lehrer im Monat verdient. Es gibt am Gymnasium in Zuoz auch einheimische Schüler. Als „Bauern“ werden sie von ihren wohlbetuchten Kommilitonen nur noch selten beschimpft – aber Klassengesellschaft bleibt Klassengesellschaft. Wer sich in Zuoz ein wenig umhört, kann das alles leicht erfahren, muß das aber gar nicht machen. Ein Gang ins Archiv genügt, wo sich aufschlußreiche Berichte über das Edelinternat finden, erschienen allerdings in der SZ.

  35. setarkos, keine Frage: Man...
    setarkos, keine Frage: Man lernt dazu, man entwickelt sich, und es muss nicht alles schlecht gewesen sein. Man verschiebt vielleicht die Wahrnehmung und kommt zu anderen Entschlüssen. Macht aber nichts: St. Moritz wird auch weiterhin Freunde finden. Gerade wegen der einzigartigen Möglichkeiten, Dinge zu tun und zu kaufen, die man andernorts so nicht haben könnte. Oder wollte.
    .
    Dipsy, ich frage mich das durchaus im Ernst: Wenn ich Kinder will, muss ich auch die Konsequenzen tragen, und das Abgeben irgendwo ist letztlich auch nur eine Form des Drückens vor einer Verantwortung, die einem nicht als naturkatstrophe überrascht hat. Dass es Tradition hat – mag sein, dass es Zukunft hat – um so schlimmer.

  36. hans, wir werden darum...
    hans, wir werden darum vermutlich nicht herumkommen; sollte es aber schlimm sein, dann wird es unser und der Leser Schaden auch nicht sein (Überhaupt die Borromeo – ein ganzes Kapitel der abscheulichen Menschheitsgeschichte für sich).
    .
    Don Ferrando, wenn man keine 68er im Jahre 68 hat, kann man sie auch nicht als Lehrer haben. Das ist die ganze Wahrheit. Die paar liberalen Lehrer, die wir hatten, waren freundlich und wirklich erholsam, so im Vergleich gesehen.

  37. don ferrando,
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    interessant...

    don ferrando,
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    interessant war anfang der siebziger in den höheren provinziellen lehranstalten der aufeinanderprall der generationen, also der nunmehr oberstudiendirektor ind vordem wehrmachtsoffizier mit dem jungen referendar, dessen umstürzlerisches denken so weit ging, dass er den schülern das du anbot, sogar in der unterstufe.
    während zur gleichen zeit gewisse elemente in der schülerschaft aufmüpften und wider den stachel löckten.

  38. cvs, richtig, das war besagter...
    cvs, richtig, das war besagter junger Herr. Unfriede seinem Angedenken. Das Wetter ist hier mal so und mal anders, aber für den nächsten durchwachsenen Beitrag gerade recht.
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    Lisbeth Heuse, wie man es nimmt: Die eine Seite der Medaille kenne ich, durchaus erzogen, sehr wohl, und ausserdem haben wir Katzen. Das jetzt mit sexuellen Kategorien abzugleichne, ist nicht möglich, aber die Idee, Kinder irgendwo abzuladen, widerstrebt mir einfach. Darf ich das wenigstens noch bemerken?
    .

  39. Bergsteigerin, so schlecht ist...
    Bergsteigerin, so schlecht ist das bayerische Gymansum auch heute nicht, und das, was wir damals hatten, ist eigentlich nichts, um dessen Verschwinden man traurig sein müsste. Mein Lateinlehrer etwa gab sich alle Mühe, mir das Latinum zu versagen, und während ich bei einer Lehrerin in Englisch (was ich wirklich gut konnte) gerade noch eine Vier bekam, waren bei einer anderen Lehrerin im Leistungskurs die Probleme wie weggewischt. Es gab da einen Fall, da wurde mir eine schlechtere Note zuteil, weil ich Square Feet nicht mit Quadratmeter übersetzte, sondern eben mit Quadratfuss. Nach langem Monieren – die Frau musste daraufhin alle anderen Arbeiten neu korrigieren – „fand“ sie zwei andere Worter plötzlich „unlederlich“. Es ist gut, dass es diese Form des bayerischen Gymnasiums heute nicht mehr gibt. Ob es zu weit ging? Bei uns waren auch Volltrottel dabei, deren Bildung gerade mal ausreichen würde, ein Blog über TV-Abschaum der 80er Jahre zu füllen. Gute Noten bekamen sie in den meisten Fällen trotzdem.
    Jacobo, bei uns im Ort sind zwei Schulen mit einer ziemlich langen Tradition gesegnet, und es ist nicht unüblich, dass auch Enkel dieselbe besuchen – in meinem Fall war das so. Es mag an Bayern liegen, aber auch schon früher waren die Internate, die es hier gab, eher fragwürdige Einrichtungen, in die man nicht wollte (zumindest erzählte man das bei uns so). Ansonsten gab es einen ziemlich starken Familienzusammenhalt, der es eher seltsam hätte erscheinen lassen, wenn man ein Mitglied irgendwohin schickte. Unvergessen meine Grossmutter, die es schon fragwürdig fand, dass ich das erste Studienjahr in Würzburg verbrachte. Der Klassiker bei uns ist: geboren in der kleinen, dummen Stadt, dort an einem der beiden Gymnasien (wobei die Freunde des Altgriechischen den Freunden der Technik nachsagten, sie seien ja nur eine Oberrealschule), Studium in München, dann zurücj, Kinder bekommen, und wenn der junge Techniker dem jungen Griechenfreund auflauert, ist das nur Tradition und keinesfalls schulische gewalt. Das war hier schon immer so.

  40. miner, das wäre einen eigenen...
    miner, das wäre einen eigenen Beitrag wert. de facto ist es wohl so, dass es innerhalb der Schweizer Bankenlandschaften unterschiedliche Haltungen gibt. Die einen haben mit Steuerhinterziehung wenig zu tun, die anderen sehr wohl. Die zweitere Gruppe nun musste feststellen, dass sie Gefahr laufen, Gefange im eigenen Land zu werden bzw. mit internationalen Haftbefehlen gesucht zu werden, wenn die USA es wirklich ernst meinen mit den Verfolgungen der Beihelfer. Und das wäre nun wirklich schlecht für das geschäft, denn ein Privatbanker vor einem US-Gericht könnte das geschäft mehr schädigen, als jede Herausgabe von Daten. Im Prinzip stellte sich also die Frage, was für die Schweizer Banken insgesamt wichtiger ist, und da ist die mehrheit wohl der Meinung, dass man sich insgesamt ohne Steuerhinterzieher – oder mit auf Auslandstöchter verlegte Steuersünder – leichter tut.
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    Savall, man sehe mir meine Ironie in Sachen Sonnenkönig nach, das liegt an meiner Schwäche für das 17. und 18. Jahrhundert.
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    Was solche Anstalten angeht: es wird schon seinen Grund haben, warum die Herrschaften so auf Traditionen pochen. Bei der Literatur sollte man vielleicht auch noch an Faserland denken, das von einem Saleminsassen handelt, und einen guten Eindruck der Problematik vermittelt, wie sie sich gegen Ende des letzten jahrhunderts darstellte. Das eigentliche Prpblem aber ist der Umstand, dass heute solche Ideale wieder in Mode kommen, und das finde ich mehr als nur bedenklich. selbst, wenn die Landschaft eine andere sein sollte.

  41. Gute Reise, Don! Sind Sie...
    Gute Reise, Don! Sind Sie wieder einmal mit Andrea Diener unterwegs? Dann hoffe ich, dass es zu keiner weiteren Autopanne kommt, bei der Ihnen der Verdurstungs-Tod droht… Übrigens hat Andrea in einem Beitrag ausgeplaudert, dass Sie morgens ein überdurchschnittlicher Langschläfer sind. Finde ich gut…

  42. Toller Artikel.
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    Das Internat...

    Toller Artikel.
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    Das Internat als die DDR des reichen Mannes: Hinterm Stacheldraht gärt der Neue Mensch und wartet auf Westpakete.
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    Es fehlt im Text zwar eine Innensicht, aber die Wüsten auf dem Gipfel stellen Projektionsflächen bereit: Reichtum heißt Gefangenschaft, Elitismus Isolation.
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    Die verheerenden Folgen mangelnden Anscheins von Feudalismus werden wieder einmal überdeutlich sichtbar.
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    Internate sind Fluchtburgen und Verbannungsorte und können schon darum nicht wirklich Regenerationsorte einer sozialen Elite sein. Denn wer vor der Repression gleichmacherischer Institutionen (Hochschulzugangsberchtigung, Strafgesetzbuch, etc.) einfach davonrennt, anstatt sich diese Institutionen hörig zu machen, den wird das Volk nie und nimmer als „herrschende Klasse“ ernst nehmen.
    .
    Zweitens stehen Internate für bürgerlichen Leistungszwang. Anstatt einfach auf ihre Abstammung, Herkunft, Freunde oder das Alter ihres Vermögens stolz zu sein, müssen sie sich krampfhaft als „Leistungs-Elite“ inszenieren, die angeblich irgendetwas besser machen können muß als irgendjemand anders! Durch solche Zugeständnisse an die herrschende kommunistische Ideologie leisten sie nur dem populären Irrtum Vorschub, sie besäßen ihre Kapitalien zu Unrecht. Kein Wunder, daß die armen Kids alle auf Koks sind. Wozu das alles zu Beginn des dritten Jahrtausends?
    .
    Wer sich die menschlichen Kosten bürgerlich-kommunistischer Gleichmacher-Ideologie vor Augen führt, kann nur eine Schlußfolgerung ziehen:
    Wir müssen mehr Feudalismus wagen.
    .
    Feudalismus — das heißt soziale Ungleichheit mit menschlichem
    Gesicht. Das heißt, daß trotz aller Unterschiede der Geburt, des Vermögens oder der Hautfarbe menschliche Nähe wieder hergestellt werden kann.
    .
    Denn eine humane Gesellschaft besteht nun einmal nicht nur aus horizontalen Sozialbeziehungen, sondern auch aus vertikalen. Diese gibt es natürlich auch im derzeit herrschenden kapitalkommunistischen System, nur daß sie eben tabuisiert und totgeschwiegen werden müssen wie die Sexualität im viktorianischen Zeitalter.
    .
    Mit dieser Prüderie muß Schluß sein, das coming out ist überfällig. Wir müssen ein Klima schaffen, in der sich die Reichen wieder offen und unbefangen zu ihrem Reichtum bekennen dürfen wie Wowereit zu seinem Schwulsein, ohne dafür gleich angefeindet zu weden.
    .
    Dann werden wir keine Internate mehr brauchen. Dann können wir den Standort Deutschland wieder attraktiv machen. Dann können selbst Investorenkinder wieder die städtische Schule Recklinghausen besuchen und werden sich dort wohl pudelfühlen auf dem Pausenhof zwischen ihren künftigen Kammerdienern, Chauffeuren, Zimmermädchen und persönlichen Referenten.

  43. @Don Alphonso: Nein, nein, ich...
    @Don Alphonso: Nein, nein, ich finde das Bonmot zu Ludwig wunderbar treffend. Schöner hat bis jetzt noch niemand die sonnige Außenpolitik zusammengefaßt. Man sieht förmlich die französischen Truppen im flämischen Schlamm versinken. Kennen Sie „Le roi danse“? Dort sieht man Louis bei der Besichtigung des Versailler Baugrundes in einem Schlammloch versinken. Mene, mene tekel upharsin! Auch wenn es dann noch hundert Jahre gedauert hat. Ich wünschte mir bloß, daß ein fleißiger Mensch mal die schönsten Don-Zitate sammeln würde, so a la „Sprüche und Widersprüche“.
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    „Faserland“ kenne ich leider nur dem Titel nach. Wenn das aber wirklich ein verstärkter Trend sein sollte, dann würde ich mich fürchten. In solchen Anstalten zieht man sich höchstens Diederich Heßlings, wenn auch im postmodernen Gewand. Im „Hohlspiegel“ war heute ein Ausriß aus den Stellengesuchen der „Zeit“: „Master-Philosoph (26) sucht (ersten) beruflichen oder akademischen Einstieg: vergütete Praktika, Volontariate, Traineestellen; alternativ reiche Tochter oder Witwe; Verfügbarkeit ab sofort; nur seriöse Zuschriften…“ That’s the sprirt.

  44. Hi,

    MB-DA-xxx

    @12.56...
    Hi,
    MB-DA-xxx
    @12.56 Uhr
    warum hast Du mir das nicht früher gesagt…..
    grein, grein, grein….

  45. Don Alphonso, das mit Ihrem...
    Don Alphonso, das mit Ihrem Katzenvergleich ist interessant. Das kann ich allerdings nur zugeben, weil ich weiß, dass meine Töchter (26, dabei in mathematik zu promovieren + 24, consultant in Chicago) mit Sicherheit diesen Blog nicht lesen. Doch wenn die beiden Damen wüßten, dass ihre Mutter nichts Besseres zu tun zu meinen hat als wie ein Teenager zu bloggen, wäre in unserem Haus – spätestens zu Weihnachten – der Teufel los. Wie Sie daraus schließen können, es sind meine Töchter die mich einfach nicht abladen wollen. Was die Sex-Bemerkung anbetrifft, machen Sie sich keine Sorgen. Ich habe meinen Töchtern von klein auf beigebracht: ‘Über Sex, Geld und Religion spricht man nicht – man hat es.’

  46. Bergsteigerin, ich hatte mir...
    Bergsteigerin, ich hatte mir geschworen, nichts mehr beizutragen, muss Ihnen nun aber doch noch kurz widersprechen. Physik im Kindergarten bringt was. Den Kindern mindestens Spaß. Und wenn Sie zufällig Nachwuchs haben, den Sie bespaßen müssen, Kindergeburtstage schmeißen sollen, wenn Kids & Friends rummaulen, so sind kleine Experimente nie verkehrt (sage ich aus langjähriger Erfahrung mit solchen Events. Davon, Trockeneis in den heimischen Abguss zu kippen, rate ich aber ab. Von diversen Rezepten zur Schwarzpulverherstellung auch ;-) sowas bleibt doch besser in der Hand des hierfür ausgebildeten Fachmanns, der Fachfrau, die ihren Nachwuchs vorm Zubettgehn nochmal so richtig erheitern möchten (Mama, kannst du das nochmal machen? bitte bitte)
    Übrigens erinnere ich mich ebenfalls daran, dass Internat zu meiner Zeit doch eher was für die Doowen war, die nichtmal mehr mit Intensivbetreuung durch Nachhilfelehrer zu retten waren. Tempi passati!

  47. nur mal so:
    vielleicht ist es...

    nur mal so:
    vielleicht ist es ja für kinder,
    welche von ihren eltern
    (da als lästige troublemaker empfunden oder als renditeobjekt angesehen oder in fortführung der „familientradition“ etc.) in ein internat outgecourct werden,
    das „kleinere übel“
    nicht bei ihren eltern aufwachsen zu müssen.

  48. Gunter Sachs ist in Zuoz...
    Gunter Sachs ist in Zuoz erzogen worden und ist nicht Chefarzt, sondern Kunstfotograf geworden. Er hat dort nach eigenen Angaben seine wenigen Lebensfreunde kennengelernt. Am letzten Samstag fand in St. Moritz der Event „Dracula Club“ meets Lyceum Zuoz in St. Moritz statt – mit standesgemässer Ankündigung auf Facebook:
    http://hi-in.facebook.com/event.php?eid=115486417922
    Gunter Sachs war übrigens immer besonders stolz auf den Blödsinn, den sie oben in den Bergen anrichten konnten. Zuoz ist mehr eine Waldorf-Schule als ein Zöglingsinternat und beherbergt auch Stipendiaten. Auch ich war als Oberbayer – zu Unrecht – stolz darauf, meine Kinder nicht ins Internat, wohl aber auf die Waldorfschule geschickt zu haben. So änderte sich die Vorstellung von Elite als Abweichung und Anderssein.

  49. Als ehemaliger Externer an...
    Als ehemaliger Externer an einer Internatsschule im steinigen rheinischen Bergland teile ich Alfonso´s Abneigung auswärtiger Erziehung. Allerdings: die schlechteren Kinder der besseren Kreise fanden dort Hilfestellung bei der Rückkehr zum erfolg-reichen Schulweg, der in städtischen Gmynasien in dieser Form nicht gegeben war. Selbst missratene Bundeskanzlerenkel erhielten dort Ausbildung für ihren späteren holprigen Lebensweg, der -wie der Zufall es will- wieder nach oben in Ämter führt. Verehrte Wähler: selber schuld. Aber Bildung in Klosterschulen zu erarbeiten könnte unnötiger Aufwand sein, denn: wem Gott ein Amt gibt, schenkt er auch Verstand. Sagt der Volksmund, und will bestätigt sein durch die aktuellen Geistesgrößen Fahrenschon, Seehofer, Söder, Spaenle, sortiert nach …Alphabet…
    .
    Ein besondere Schule in Deutschland wächst seit wenigen Jahren wieder auf: in der Liste ehemaliger Schüler finden sich die Namen Berlichingen, Brockhaus, Daimler, Helmholtz, Kotzebue, Siemens und Springer. Im einzigartigen Sprachengymnasium Salzmannschule können im thüringischen Schnepfenthal bei Gotha Schüler schon in der sechsten Klasse Arabisch, Chinesisch oder Japanisch lernen. Hier ist das Internat keine Strafanstalt, sondern Unterkunft für hochbegabte Kinder.
    .
    Die ZEIT berichtete in Nr. 08/2009: „Schulleiter Dirk Schmidt hofft, dass seine Schüler einmal zur Elite Deutschlands gehören. Zu einer geistigen, betont er, die nicht von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängt.“
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    Eine gute Alternative zur teuren, aber nicht nachgewiesen besseren Schweizer Schulwelt !
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  50. Ach, jetzt war ich aber platt,...
    Ach, jetzt war ich aber platt, Don Alphonso, den ich vor X Jahren auf „dotcomtod“ gelesen habe (oh ja, der schwarze Humor war auch meiner, denn ich habs in einer dann aufgekauften Internetfirma live miterlebt), hier nochmal zu sehen. Und dann treibt er sich auch noch in Stresa rum. Und schreibt über St. Blasien, ich glaubs ja nicht. Wußte garnicht, daß das so einen Ruf hat, für mich war das immer bloß das Internat, auf das der örtliche Apothekerssohn gegangen ist, weil es halt das nächstgelegene war.
    Aber nicht, daß jetzt alle nach Stresa rennen, ich fands nämlich schon ziemlich quälend, neulich in meinem geliebten Rückzugsort „Zeitungscafé“ beim Rausgehen plötzlich mit einem sich hinsetzenden Fernsehmenschen und Kamera davor konfrontiert zu sein, denen ich gerade noch schräg entkommen konnte (damit muß man in Charlottenburg ab und an rechnen). Man muß da nicht unbedingt mit den Leuten sprechen, und wenn, dann allenfalls mal 3 Sätze über die Wespen, aber es wird nicht die ganze Lebens- und Krankengeschichte ausgebreitet.
    Ja, ich habe geerbt, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich habe nun eine größere Wohnung, und hatte glücklicherweise die Zeit und das Geld, zusammen mit einem Maler die Musterentwürfe auf den Decken zwar mit Goldfarb, aber originalgetreu wieder aufpinseln zu können. Die Einrichtung changiert zwischen Ikea, Selbstgebautem, im Möbelhaus Gekauftem und Erbstücken, die zwar nicht so ganz das sind, was man will, aber es hängt immerhin eine kurze Geschichte dran. Garderobe und Buffet fanden sich beim Trödler um die Ecke, gebrauchsspurenbehaftet, aber zur Entstehungszeit des Hauses passend und einigermaßen solide gemacht (es gab auch früher schon Ramsch, die 100 Jahre alten Nachttischchen, die meine Großtante ihr Leben lang hatte, waren von schlechtestem braun überpinseltem Holz, so daß auch ich meinte: kann weg.).
    Ich habe mich damit abgefunden, daß die Einrichtung nie aus einem Guß sein wird und die Kabel zum Computer immer herumhängen werden. In dieser Wohnung kann ich alt werden, hier möchte ich nicht mehr weg.
    Der Trödler hat mich ein bißchen geschockt mit seiner Frage „sammelt ihr auch?“. Denn zuviel anhäufen mag ich nicht, es muß alles seinen Platz haben können. Auch die Gegenstände, die man hat, müssen „wohnen“ können, zusätzlich zu einem selbst. Von daher überlege ich mir jeden Kauf recht genau, und mache mir lieber mit dem Auswählen etwas mehr Arbeit, oder warte auf das Passende, wie bei den Trödlern (da bin ich nicht extra herumgefahren und habe gesucht).
    Ich bin Tante geworden. Dadurch bekomme ich von kleinen Kindern nun doch was mit, und wenn sie größer sind, können sie uns besuchen. Es ist schon schön, wenn man weiß, daß es da noch jemand gibt, der sich später ein paar Geschichten anhören wird und das ganze Geraffel entweder übernimmt oder halt weggibt.

  51. Die letzten Ausläufer der...
    Die letzten Ausläufer der „Alt-Nazis“ im Schuldienst habe ich in den Achtzigern an einem nördlichen Provinzgymnasium auch noch mitbekommen. Wobei ich meine damaligen Lehrer eher als „deutschnational“ denn als „Nazis“ einstufen würde, trotz gewisser Landsersprüche wie „Im Kino und an der Front sind die besten Plätze hinten“. Dass unsere Beschäftigung mit dem Tausendjährigen Reich gerade im Jahre 1938 stoppte (Lehrer: ehem. Hauptmann der Dt. Wehrmacht), war dann aber vielleicht doch kein so großer Zufall…
    Als Fünftklässler durften wir bei unserem Deutschlehrer (ehem. Feldwebel) in der ersten Stunde das traditionelle Begrüßungsritual (Aufstehen, „Guten Morgen, Herr…“ und Hinsetzen) üben. Daneben brachte er uns dann im Rahmen der sog. „Heimatkunde“ auch noch Sütterlin bei und erweiterte im Zuge dessen unsere geographischen Kenntnisse der Ost-Gebiete, die auf den damals noch verwendeten Schulkarten längs- bzw. quergestreift („unter … Verwaltung“) dargestellt wurden. Mit dem Zeigestock galt es dann, die Glatzer und die Lausitzer Neiße auseinander zu halten oder das Hultschiner Ländchen aufzufinden. Und man konnte anhand der hörbaren Erregung unseres Lehrers fast glauben, dass die Diffamierung und Abschaffung der Frakturschrift durch die Nazis („Schwabacher Judenletter“) deren größtes Verbrechen gewesen wäre. Heute unvorstellbar, vor gut 30 Jahren hat sich niemanden wirklich aufgeregt. Auch nicht darüber, dass in der 5. Klasse so heftig seitens der Lehrerschaft „gesiebt“ wurde, dass von der Klasse ca. 1/3 nach 1 Jahr die Schule wieder verließ. Ob die heutigen Zeiten mit Morgenkreisbildung, Schulpsychologen und sechsjährigem gemeinsamem Lernen allerdings so viel besser sind…

  52. Lieber Don,
    die Geschichte,...

    Lieber Don,
    die Geschichte, die Sie dem Sonnenkönig unterfüttern, wird meist im Zusammenhang mit Friedrich II., v. Hohenstaufen („stupor mundi“)- und seiner Kindheit in Palermo erzählt; in diesem Fall hat sie wohl einige Berechtigung auf Authentizität und historische Wahrheit.
    Gruß

  53. THE GREAT GATE, ach, was...
    THE GREAT GATE, ach, was heisst schon zerlegen; vor Ort nimmt das ohnehin keiner zur Kenntnis, denn es steht ja nicht im Jahrbuch. Der Markt, das ist einfach der Glaube, man müsse Kindern, für die ohnehin schon gesorgt ist, fir machen für einen globalen Wettbewerb, am besten mit solchen Einrichtungen und möglichst früh anfangen. Lächerlich.
    .
    laperla, es sind j (noch) nicht alle so. Ob die Panikmache – oh Gott mein Kleiner ist schon 13 und kann immer noch kein Mandarin – auf Dauer einen Markt nach sich zieht, wage ich auch zu bezweifeln. England hat angeblich das beste derartige Schulsystem, und man schaue sich England mitsamt seiner Cityelite nach der Finanzkrise mal an.

  54. Provinzler, wir hatten noch...
    Provinzler, wir hatten noch Lehrer, bei denen war es versetzungsgefährdend, die deutsche Teilung als faktisch und die Ostpolitik der 70er Jahre als verfassungsgemäss zu erachten. Und ein Religionslehrer der Katholen erzählte gern, wie zünftig es an der Ostfront bei der Partisanenjagd war. Und ob die modernen Schulen gut sind, kann ich nicht sagen – aber ich bin froh, dass die alte Generation weg ist. Brecht sagte mal über solche Gestalten
    Gleich darauf marschiern die Lehrer,
    Machtverehrer, Hirnverhehrer,
    für das Recht die deutsche Jugend
    zu erziehn zur Schlächtertugend.
    .
    urielacosta, generell ist Kindererziehung in der Zeit vor 1800 ja kaum ein Kapitel, das all den Verteidigern des christlichen Abendlandes gefallen könnte; nur meine ich, dass man die Defekte, die man bei der Eindreschung des Elitenbegriffs erleidet, in einer diese Begriffe nicht widerspruchslos akzeptierenden Welt nicht so gut anbringen kann, wie Bauernschläue und ein gesundes Mass an Tatkraft ohne psychothischen Schlag.

  55. auxtroisglobes, ich glaube,...
    auxtroisglobes, ich glaube, Bildung muss man selbst wollen. Ich habe freudig jedes Fünkchen Chemie vergessen, weil ich es nicht mehr wissen wollte. Nur wenn man wirklich will, aus sich heraus, ist es Bildung. Alles andere ist Erpressung mit kurzfristigen Zielen.
    .
    Dr. Gailleton, ich würde mir ja eher eine Hand abhacken, als auch nur meine Katze in eine jesuitische Tierpension zu geben, allein schon aus ideologischen Gründen, aber das muss jeder selbst entscheiden. Was ich nicht verstehe: wenn man drei Kinder nicht bewältigt, warum schafft man sich dann so viele an und belässt es nicht bei einem sympathisch verwöhnten Einzelkind?

  56. Hanskarl, schon möglich....
    Hanskarl, schon möglich. Allerdings kenne ich kaum solche Leute; die mehrheit der Eltern hat es durchaus verstanden, normale Kinder ins Leben zu entlassen, und die paar Irren gibt es wohl immer.
    .
    Debütant, ich bin halt auch nur ein Kind meiner Kreise, und bei denen hätte es das einfach nicht gegeben. Andere Vorstellung von Erziehung, nehme ich an. Dafür haben mich meine Eltern sehr früh selbstständig reisen lassen, damit ich das lerne.

  57. Wegen meines gespannten...
    Wegen meines gespannten Verhaeltnisses zur Schule, und meines entspannten Verhaeltnisses zu Lehrinhalten, wurde mir gerne mit Internat gedroht. Mit noch entspannterem Grinsen wusste ich: Das koennen meine Erziehungsbemuehten garnicht bezahlen, vergiss die Drohung!
    .
    Den Begriff „Elite“ in seiner heutigen Verwendungsform ist eine inhaltslose Erfindung der letzten Jahre.
    .
    Die Erziehungsregel sollte doch sein: Lern‘ was dir liegt, dann gelingt dir auch etwas!
    Und wenn du etwas kannst findest du deinen rechten Platz in der Gesellschaft. Kannst du etwas Besonderes, wird es jemand aus einem Netzwerk (bloeder Begriff) auffallen, und es wird weiter gehen. Das war immer so.
    .
    Mit Verlaub: Die Eltern, die so dringend darauf bestehen, ihre Kinder auf eine sog. „Eliteschule“ zu schicken, unterschaetzen den Einfluss ihres Erbgutes ganz gewaltig.
    Eine gute Erziehung ist im Leben immer recht hilfreich, wenn sich aber eigenschaftliche Daemlichkeit dazugesellt, war die Erziehung vergebens. Was ist ein Idiot mit guten Manieren? Ein manierlicher Idiot!
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    Was sagt da HansMeier555: Die Feudalisierung der Gesellschaft waere nicht aufzuhalten?
    Von mir aus gerne. Dann sollen aber auch die richtigen Leute an der Spitze stehen. Solche, wie die geschmaehten Kirchenfuersten im Frankreich des 17ten Jhdt., die ueber ihre Schulen die guten Geister rauszupicken wussten, und dabei auch Ideen foerderten, die ihnen spaeter gefaehrlich werden sollten. Nur als Beispiel.
    Eine neue Feudalisierung wird mit dem derzeitigen Spitzenpersonal eine ziemliche Katastrophe werden, wobei ich dann doch, polemisch, Guttenberg statt Meier555 vorziehen wuerde. Wenn ich ueberhaupt etwas vorziehen wollte. Will ich aber nicht.

  58. Poisson & Denken, das sind...
    Poisson & Denken, das sind interessante Fragen, die ich vielleicht am ehesten mit einem anderen Ansatz beantworten möchte:
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    Das ist die Unfähigkeit von Eliten zu akzeptieren, dass in ihrem Leben gerade die Stammhalter nicht wirklich gelungen sind. Zu blöd, zu faul, zu unbegabt, obwohl die Elite das alles im Blut zu haben glaubt und nun feststellen müsste, dass Gene nicht alles sind. Anders gesagt: Sie müssen erkennen, dass auch solche Eigenschaften in ihnen selbst stecken und hervorbrechen. Das eigene Kind macht der Familie Schande, und das zu verhindern, ist jedes Mittel recht, solange am Ende wenigstens ein Abitur steht. Nachdem aber andere das Abitur auch schaffen, ist die Beschwerde über deutsche Schulen ein wenig unfair: Man muss einfach damit leben, dass manche Stammhalter unfähig und zum Untergang bestimmt sind. Das war schon immer so, und es gab auch schon immer bezahlte Helfer, die das eine Weile übertünchen konnten.

  59. Don, das Deutsche Modell des...
    Don, das Deutsche Modell des Aufziehens hat, leider, doch allzu oft das Wegziehen der Sproesslinge nach Abschluss des Abiturs hinter sich. Zuviele Kinder halten wenig von ihren Eltern, wenn sie (die Kinder) erst einmal die Zwangsportionen (oder -rationen) Eltern hinter sich lassen duerfen. Oder gilt das weniger im Freistaat? Ob es sich empirisch besser verhaelt mit dem andern Erziehungsmodell — Fachleuten zu ueberlassen, worin man selbst nur Dilletant ist, und dann mit seinen erwachsenen Kindern eine gute, erwachsene Beziehung zu haben — weiss ich zwar auch nicht, aber taete es gerne. Ich halte Philips Exeter z.B. fuer eine durchaus akzeptable Loesung.

  60. Swina: Schoener Gedanke....
    Swina: Schoener Gedanke. Koennte von mir sein.

  61. maederma, ich empfehle gern...
    maederma, ich empfehle gern das Val Müstair, das ist sehr schon und hat angenehmere Pässe.
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    Knierim, ich hätte da auch was verlinken können; allein, ich finde es spannender, was aus dem Prinzip wird und wie es das beeinflusst, was wir als „Bildung“ kennen, und vermutlich noch kennen lernen werden. Die Eindrücke sind durchaus aussagekräftig; die interne Elitenbildung ist wohl auch nur eine logische Konsequenz solcher Einrichtungen, und ansonsten findet man in der englischen Literatur sehr feine Beschreibungen der Zustände.

  62. Ich entschuldige mich gleich...
    Ich entschuldige mich gleich dass ich zum eigentlichen Blog nichts beitrage, aber seit 20 Jahren Abstinenz gibts endlich wieder magisches Tennis!

  63. Vieleicht krieg ich doch noch...
    Vieleicht krieg ich doch noch die Kurve – in den Eliteinternaten spielte man in den 70-80igern Tennis – heute ist es wahrscheinlich Golf. Aber die wahre Internatselite -die Zähen und Wagemutigen- tummeln sich im Schweizer Ski-Internat!

  64. Obgleich ich nicht mal weiss,...
    Obgleich ich nicht mal weiss, ob ich US Open gerade live schaue (bei Eurosport ists eigeblendet – aber was sagt das schon) ich mach jetzt bei 2:4 Schluss mit Tennis. Morgen ruft die Arbeit – eine jämmerliche Konzession an die eigene Unfreiheit !

  65. Lisbeth Heuse, das provoziert....
    Lisbeth Heuse, das provoziert. Ich habe miterlebt, wie weder über Geld, Sex und Religion geredet wurde, noch behauptet wurde, man solle nicht darüber reden. Mit keinen angenehmen Folgen. Nachdem ich den dummen Spruch „Man hat es“ schon lange kannte, ist meine erste eigene Meinung, die ich darüber habe und die sich schon recht lange hält: Man sollte ausführlichst darüber reden (hat angenehme Folgen). Natürlich nur mit den jeweils Betroffenen. Wer das bei Religion sein soll, weiß ich allerdings noch nicht…

  66. "Ins Internat steckte man die...
    „Ins Internat steckte man die Psychopathen, die ungewollten Scheidungskinder, die Leute mit kriminellen Ambitionen und diejenigen, die andernorts das Abitur nicht geschafft hätten.“
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    Da gäbe es noch einen weiteren Grund: Familientradition. Nicht, daß diese Begründung die Zwangsdeportation erträglicher machen würde…

  67. maternus, sicher nicht. Und...
    maternus, sicher nicht. Und man muss auch fragen, ob jede Tradition per se eine gute Tradition ist.
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    Köstlich, auch Golf wäre eine eigene Betrachtung wert, im Rahmen der Frage, ab wann britische „Englishness“ auf dem Kontinent in neuperlach-grünwalder Partvenütum umschlägt.

  68. evm, erstaunlicherweise bin...
    evm, erstaunlicherweise bin aber immer ich derjenige, der an ihre Zimmertür klopft, um zu sagen, dass das Frühstück wartet – und dann erfährt, dass bis zur Erscheinung der Dame noch eine halbe Stunde vergehen wird.
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    HansMeier555, darf ich interesshalber fragen, wer denn nun den neuen Adel geben soll? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass jene Restbestände, die man allgemein betrachten kann (westpolnische Familienverbände, bayerische Rechtsanwälte etc.) weitgehend nicht besonders zusagen. Würde man es aber wie in Preussen machen und das Vermögen als Messlatte für politische Bedeutung anlegen – dann hätten wir den kleingeistigen Leistungszwang nur auf alle Zeiten festgeschrieben. Echter Adel mit Kabinettskriegen, Zweckehen, Heerscharen von Mätressen und dauernder Überschuldung für die Hofhaltung und illegitime Nachfahren stelle ich mir schwer durchsetzbar vor, bei all den Knausern, die jetzt schon überlegen, ob es wirklich die grosse S-Klasse sein muss.
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  69. Lisbeth Heuse, da sehe ich...
    Lisbeth Heuse, da sehe ich durchaus noch Chancen, die Töchter besser zu erziehen, als sie einen rumscheuchen. Das „darüber spricht man nicht“ wäre diesem Blog leider nicht zuträglich, und was die Bloggerei generell angeht: Vielleicht machen die Töchter noch sehr viel übleres in ihren Facebook-Gruppen.
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    JoeKotsch, MB ist nur eine Vermutung, wenn ich das so sagen darf.

  70. Gestern muß ein Beitrag von...
    Gestern muß ein Beitrag von mir den elektronischen Wirren des Netzes zum Opfer gefallen sein. Ich wollte nur sagen, Don Alphonso, daß mir Ihr Bonmot über den Sonnenkönig ganz ausgezeichnet gefällt. Vielleicht findet sich mal ein Leporello, der solche Preziosen notiert. Besser kann man die sonnige Außenpolitik gar nicht zusammenfassen. Kennen Sie „Le roi danse“? Da stolpert Louis bei der Besichtigung des Versailler Baugrundes in ein Schlammloch. Naja, es hat dann noch ein bißchen mehr als hundert Jahre gedauert bis es mit dem ancien regime vorbei war. Aber wer die Zeichen zu deuten wußte…
    Ich muß bei Herrn Meier immer an Wolf von Niebelschütz denken. Niebelschütz‘ politische Meinungen sind mir zwar bedenklich, aber ästhetisch höchst einnehmend. Er hat in „Kinder der Finsternis“ und im „Blauen Kammerherrn“ trefflich beschrieben, wie es sich mit dem Adel und seinen Verdiensten verhält. Aber ob sich solche Protagonisten wie Prinzessin Danae heute finden ließen ist doch zweifelhaft. Und in der nächsten Generation ist es mit der Herrlichkeit meist wieder vorbei.

  71. strenge Protestanten gehen in...
    strenge Protestanten gehen in Berlin aufs Graue Kloster, nicht zu Canisius

  72. icke, könnten Sie das...
    icke, könnten Sie das vielleicht zum Gaudium aller erklären?
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    Savall, in Ermangelung eines TV-Geräts muss ich gestehen, dass mir der Film entgangen ist. Prinzipiell jedoch wohnte dem Rokoko spätestens auch eine Lust an der eigenen Zerstörung inne, was einerseits sehr schade ist, andererseits jedoch wohl auch leider notwendig war. Man hätte sich jedoch in der Folge eine bessere Zukunft als das gewunschen, was 19. und 20. Jahrhundert in ihrer unnachahmlichen Freudlosigkeit zu bieten hatten. Gleich gehe ich los und kaufe den nächsten venezianischen Leuchter.
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    Beim Feudalismus jedoch muss ich stets an Schnitzlers Leutnant Gustl und den Reigen denken. Man glorifiziert da mehr, als es der Sache gut tut. Und nicht umsonst zeigte der Adel erst in der Demokratie und den folgenden Zeiten, wozu er fähig ist. Unvergessen auch die verärgerte Reaktion des blauen Kurfürsten vin Bayern, als es von der Sendlinger Mordweihnacht an seinen Landeskindern hörte: Die sollten sich gefälligst nicht in die Politik einmischen. Das nun möchte ich wirklich nicht mehr haben.

  73. wortschubse, ach, was sollen...
    wortschubse, ach, was sollen solche Schwüre? Sagtt nicht schon der hl. Wedekindus: Meide nicht die irdschen Schätze/ wo sie liegen, nimm sie mit/ hat die Welt doch nur Gesetze/ dass man sie mit Füssen tritt. Ich kann bei der Kinderbetreuung naturgemäss wenig beitragen, aber generell möchte ich sagen, dass man die Standflächen der wertvollen Dinge mit Filz beziehen sollte – dann sucht sich der nachwuchs andere Dinge zum Lärmmachen heraus.
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    swina, outsourcing ist schon mal nicht schlecht, aber vielleicht könnte man es auch als „Bad Bank des familiären Investmentbankings“ begreifen, mit Verlusten, die zwar hoch sind, aber eine gewisse Höhe einfach nicht überschreiten können. Danach garantiert das Internat.

  74. staph.aureus, ich denke, dem...
    staph.aureus, ich denke, dem Menschen wohnt oft ein gewisses dynastisches Denken inne, und dem Nachwuchs zudem die Meinung, dass man die Privilegien der Jugend später auch mal haben möchte. So erklärt es sich vielleicht, wenn die Tochter eines Sprengmeisters für zeller Löcher und Breschen in das Grundgesetz zugunsten eines Überwachungsstaates sprengen lässt – und das bei vollkommener Talentfreiheit.
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    Hochbegabung… ich weiss nicht, ich bin so vierteldumm, wie ich bin, eigentlich sehr zufrieden, denn zum Leben reicht es, und vieles, was darüber geht, könnte sich auch als nachteilig erweisen. Ich kenne einen Fall, der einfach zu gut war, und als seine überzogenen Ansprüche dann mit einer nicht ganz so guten Welt zusammenprallten, gab er sich alle Mühe, seine Qualitäten zu nutzen, der Umwelt das Leben zur Hölle zu machen. Ein wenig Nichtbegabung und Dummheit ist meines Erachtens das Salz in der menschlichen Geistessuppe.

  75. @ Don Alphonso: ob zum Gaudium...
    @ Don Alphonso: ob zum Gaudium weiss ich nicht, aber als Antwort auf ihre Unterstellung, meines Gleichen schicke seine Kinder zu den Jesuiten. Wie sie vielleicht wissen ist in meiner heimischen Bildungswüste die Grundschule seit mindestens 40 Jahren 6 Jährig. Vielleicht auch schon viel länger. Es gibt aber, als Ausnahme, einige grundstädige Gymnasien, die sich nach der 4. ihre Zöglinge aussuchen. zB Steglitz (öffentlich und altsprachlich), das französische Gymnasium wo man viel französisch lernt und die beiden konfessionnellen Anstalten, Canisius von den Römern betrieben, wie es der Name schon sagt, und das Graue Kloster, evangelisch, wie es der Name nicht verrät.
    (Nun, ich bin nichtgrundständig altsprachlich gross geworden, meine Eltern fanden die einstündige Anfahrt nämlich entbehrlich)

  76. Don Alphonso,

    es mag ebenso...
    Don Alphonso,
    es mag ebenso ideologische Gründe geben, sich eher die Hand abzuhacken also das Kleinstadtgymnasium zu besuchen (Einige wurden hier ja im Verlauf der Diskussion erwähnt).
    Wer Wert auf eine katholisch geprägte Erziehung legt, findet diese nicht immer um die Ecke – und es steht uns in diesem Lande frei, dies selbst zu entscheiden.
    Dass die stete Auseinandersetzung mit jesuitischer Dialektik den Geist schärft, würde mir bestimmt auch der große Anteil der Schüler bestätigen, die nicht katholisch waren.
    Den „sympathisch verwöhnten Einzelkindern“ fiel der Einstieg schwerer, musste man das Teilen doch erst lernen.
    „Elitäre“ Einzelsportarten wie Tennis, Golf, Reiten etc. waren (und sind es glaube ich immer noch) nicht gestattet, man konzentrierte sich auf Teamsportarten wie Fussball und Handball, auch um die selbstverständlich vorhandenen unterschiedlichen Vermögensverhältnisse nicht allzu bemerkbar zu machen.
    Vielleicht noch zur Erläuterung der Mitleser, die Internate nur als Elfenbeintürme der Hochfinanz wahrnehmen – der Alltag im Internat ist viel assimilierter als Daheim – die Regeln und Pflichten sind für alle gleich – ob für den Lehrersohn oder das Unternehmertöchterchen.

  77. von der Laienhaften...
    von der Laienhaften Politikübersicht meines Nichtwissens aus muß ich dennoch sagen, daß diese Tochter Talent nachgewiesen hat für das zu besetzende Amt.

  78. von der laienhaften...
    von der laienhaften Politikübersicht meines Nichtwissens aus muß ich dennoch sagen,daß diese Tochter das Talent für das zu besetzende Amt nachgewiesen hat. Und: Überwachungsstaat und Elternpflicht, das passt doch bestens zusammen, oder ?

  79. staph.aureus, so kann man...
    staph.aureus, so kann man natürlich auch Leute entrüben.
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    icke, ohne jemand zu nahe treten zu wollen, aber ich fand die Altsprachler allesamt immer etwas, nun, seltsam. Keiner hat sich bei uns etwas darauf eingebildet, im Grundkurs Physik nach drei Halbjahren mit dem gesamten Stoff durch zu sein, aber das Aufsagenvon Iliasbruchstücken, das war bei den anderen sehr wichtig. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das bayerische System mit dem Übertritt nach der 4. Klasse so toll ist, denn es greift schon sehr stark in den Lebensweg ein. Noch schlimmer jedoch ist das bayerische G8, das wohl massgeblich zum Niedergang der CSU bei den letzten Wahlen beigetragen hat. Nichts gegen Leistungsdruck, aber da wurde komplett überzogen, zugunsten von Globalisierungsgerede von Parteipolitikern, denen man oft kaum glauben mag, dass sie den qualifizierten hauptschulabschluss geschafft haben.

  80. @Don Alphonso: Schade, daß...
    @Don Alphonso: Schade, daß Sie „Le roi danse“ im Kino verpaßt haben, er war leider nicht sonderlich erfolgreich. Wenn er Ihnen mal irgendwo unterkommt: unbedingt anschauen. Ich habe noch nie so plastisch erlebt, wie Ästhetik als politisches Machtmittel genutzt werden kann. Anhand Lullys Leben am Hof wird diese ganze geballte Macht ästhetischer Überwältigung in Versailles vorgeführt. Der Film ist opulent ausgestattet und natürlich mit jeder Menge Musik von Lully.
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    Es bleibt aber doch die Frage, ob eine Meritokratie in eine erbliche Adelsherrschaft umschlagen kann. Man hat das historisch oft erlebt, auch in Demokratien wie im alten Rom oder den mittelalterlichen Stadtrepubliken. Man fragt sich ja, ob wir nicht auf dem besten Weg dahin sind. Was der Bush-Clan in Amerika treibt und getrieben hat, kann man nur in Begriffen des germanischen Gefolgschaftswesens beschreiben.

  81. Als in die "höheren...
    Als in die „höheren Schichten“ ursupierendes Arbeiterkind habe ich sowohl Blogbeitrag als auch Kommentare mit einigem Erstaunen und Amüsement gelesen.
    Man möge sich bitte keine Illusionen machen, dass das Niveau an privaten selbsternannten Elitegymnasium besser sei als am städtischen Durchschnittsgymnasium. Ich habe beides besucht. Beim Städtegymnasium zwang die turbulente Mischung aus Migrantenkindern und deutschen Kindern sowie unterschiedlichen Einkommensschichten die Schule dazu, Konflikte mittels Schulpsychologen, Schülermediatoren und ähnlichem beizukommen, außerdem gab es ein Nachmittags-Hausaufgabenbetreuungsangebot um den Schülern eine Chance zu geben, die ihre Eltern nicht um Hilfe bei den Lateinaufgaben bitten konnten.
    Bei dem selbsternannten bischöflichen Elitegymnasium gab es genauso Konflikte – nur wurden die mit Blick auf den selbsternannten Elitestatus totgeschwiegen. Ergebnis war ein Schulklima, das man nur als katastrophal bezeichnen kann. Auch frei nach dem Motto „Drogenprobleme gibt es hier nicht, weil es sie nicht geben darf“. Als besonderes Schmankerl gabs auch die Schüler, die auf einmal doch noch eine 4—- bekamen, da der werte Herr Vater noch eine großzügige Spende an die Schule tätigte… soviel zum Niveau.
    Mir wurde es dort sehr, sehr übel genommen dass ich trotz meiner Herkunft aus der „Unterschicht“ ohne Nachhilfe und ohne mich allzu sehr abzurackern (die Abende meiner Oberstufenzeit habe ich hauptsächlich in Kneipen verbracht) ein 1,0 Abitur gemacht habe (auch noch als Mädchen!). Das einzig positive, das ich über diese Schule sagen kann ist dass ich seitdem weiß wie ich mit solch aufgeblasenen Zeitgenossen umzugehen habe.
    @Dipsy: Zu diesem Zitat:
    „Im Badrutts kommen einem auch schon mal osteuropäische Gäste in der Jogginghose entgegen“
    aha, sind wir jetzt bei Thomas Mann, dem Zauberberg und dem guten und dem schlechten Russentisch angekommen? Wäre zumindest ein Indiz dafür, dass die die „bessere Gesellschaft“ schon damals über die „stillosen Osteuropäer“ aufgeregt hat. Ich finde es überhaupt ein wenig arg dünkelhaft sich über osteuropäische Gäste in der Jogginhose aufzuregen – vielleicht kamen oder gingen die Herrschaften grade joggen. Außerdem finde ich so eine Aussage von jemandem, der selbst damit kokettiert, löchrige Pullover und abgestoßene Hemden zu tragen ein wenig mutig (sorry für den Seitenhieb, aber wer sich so weit aus dem Fenster lehnt muss das auch vertragen können ;-)):
    Zum Thema Internate kann ich leider gar nichts beitragen, ich selber wollte etwa im Alter von 10,11 Jahren unbedingt aufs Internat, was aber ausschließlich auf eine gehörige Überdosis Enid Blyton zurückzuführen war.

  82. Lieber Don,
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    "Es gab da einen...

    Lieber Don,
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    „Es gab da einen Fall, da wurde mir eine schlechtere Note zuteil, weil ich Square Feet nicht mit Quadratmeter übersetzte, sondern eben mit Quadratfuss. Nach langem Monieren – die Frau musste daraufhin alle anderen Arbeiten neu korrigieren – „fand“ sie zwei andere Worter plötzlich „unlederlich“. Es ist gut, dass es diese Form des bayerischen Gymnasiums heute nicht mehr gibt.“
    .
    Hier irrst du leider. Dieser Terror fängt nun schon in der Grundschule an. Ich weiß von Fällen, da sind Viertklässer von der Lehrerin in die Hauptschule abserviert worden. Nach wenigen Tagen Probeunterricht auf einer Realschule war der Wechsel auf diese noch nicht mal mehr eine Formsache.
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    Wir werden auf jeden Fall dem bayrischen Schulsystem in dieser Form entfliehen. (Zumindestens solange die „Flucht“ gut verläuft.)

  83. Lieber Don Alphonso. Nach der...
    Lieber Don Alphonso. Nach der Fahrt durch das karge Engadin (das Hochtal 1800mü/M hat bereits die ersten Frostnächte erlebt) empfehle ich Ihnen einen Besuch in der Villa Tarranto in Verbania. Vielleicht blühen sogar noch die Lotosblüten…. HG Bruno

  84. Nun ja, suum cuique, und Sie...
    Nun ja, suum cuique, und Sie hat die Oberrealschule auch nicht am Lesen gehindert. In Berlin war das eben meinerzeit so, dass man die Hanseln, von denen man dachte, die würden bei Unterforderung den Unterricht dauerhaft stören, oder mit denen die Eltern höheres im Sinne hatten, mit Latein anfangen lies. Griechisch ergab sich dann. Ob die intelligenter waren als andere weiss ich nicht.
    Ich muss meinen Lateinlehrern dank sagen, aber das waren persönliche Zufälle, dass ich durch sie gelernt habe, dass eine Sprache wie ein System funkrioniert, und wenn man das einmal kapiert hat, ist Griechisch nach Latein eine recht ruhige Kugel. Englisch und Französisch nimmt man eben mal so mit. Mit dem Auswendiglernen von Textpassagen hatte es unser Hedonist vom Dienst (Motto: man muss bloss wissen wo man’s findet) nicht so. Ich würde noch zu dem Motto dazufügen: und wenn man es findet muss man es kapieren können.
    Aus eben diesem Grund finde ich Latein und Mathematik, einmal verstanden und nicht etwa auswendig gelernt, wichtig. 4 oder 6 Jahre Grundschule sind keinen grossen Streit wert, solange man nicht vergisst, dass das Deutsche System noch relativ lange Wechsel nach oben zulässt. So ein mir bekannter, missratener Arztsohn der es nach einer Bauschlosser(!)lehre und -tätigkeit doch über Berufskolleg und Universität in die standesgemässe Tätigkeit des Weisskittels geschafft hat. Natürlich ist das nicht einfach – nachsgeschmissen wird’s Keinem – aber möglich.
    Mal abgesehen davon, dass mit G8 alle kirre gemacht werden, wird dabei doch übersehen, dass es nicht nur um Wissenseintrichterei geht. Die geistige, körperliche, moralische Entwicklung braucht auch ihre Zeit. Nur weil sonstwo halbe Kinder in die Welt entlassen werden, in den meisten Ländern gibt es ja nicht mal mehr eine Dienstpflicht in der wenigstens die Jungs ein wenig nachreifen können, sollte man in D’land doch keine Milchbärte in verantwortliche Stellen schicken. Richter, Anwalt oder Arzt ist man auch im Ausland nicht mit 23. Und Rente gibt es auch nicht vor 70. Also, nehmt Euch die Zeit und Freiheit Euch zu entwickeln.

  85. @Don Alphonso betrifft: "THE...
    @Don Alphonso betrifft: „THE GREAT GATE, ach, was heisst schon zerlegen; vor Ort nimmt das ohnehin keiner zur Kenntnis, denn es steht ja nicht im Jahrbuch. Der Markt, das ist einfach der Glaube, man müsse Kindern, für die ohnehin schon gesorgt ist, fir machen für einen globalen Wettbewerb, am besten mit solchen Einrichtungen und möglichst früh anfangen. Lächerlich.“
    „ZERSÄGEN!“. Nicht „zerlegen. Ich bin bei so was womöglich etwas pingelig, denn der Begriff Zersägen ist die m. E. zutreffende Charakterisierung Ihres „Witzes“, während „zerlegen“ die Leser vermutlich eher in die falsche Vorstellung langweiliger Unverbindlichkeiten führt. Und – wenn Sie mir diese zweite Bemerkung auch noch gestatten und nachsehen wollen: Dass hinter dem von Ihnen geschilderten „Markt“ „ein Glaube“ am Wirken sein soll, wie Sie schreiben, wundert mich. Ich dache ja eher an so wirkliche Sachen wie Personen, Einrichtungen, Programme. Na ja. Wahrscheinlich habe ich Ihren Beitrag zur „Bildung“ als einer Stütze der Gesellschaft doch nicht ganz richtig verstanden und mich womöglich unterhalb Ihres Niveaus darüber amüsiert.
    Möchte mich hiermit trotzdem noch mal dafür bedanken und wünsche auch weiterhin viel Vergnügen beim – wenn auch offenbar nicht intendierten – Zersägen. Wie gesagt: Bin halt – was gute Witze und schlechte Texte angeht – etwas pingelig, um nicht zu sagen ein Sensibelchen. Nix für ungut. Ciao

  86. Dr. Gailleton, was...
    Dr. Gailleton, was Mannschaftssportarten angeht, so spricht meine Erfahrung eigentlich dagegen, denn der viel zitierte Teamgeist sieht dann doch eher nach Hackordnung und Leitwolf aus, dem sich alle anderen unterzuordnen haben, wenn sie nicht alle gleich gut sind. Da bevorzuge ich – bayerisches Gymnasium mit Leuten vom Land lässt grüssen – wirklich eher Einzelsportarten, wo man tun kann, was man will. Katholische Schulen in Bayern – auch das ist kein Problem, jede Schule ist dort in gewisser Weise katholisch. Wenngleich das sicher nicht den Geist schärft.
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    colocraze, herzlich willkommen. Leider machten die Herrschaften aus dem Rheinland, neben die wir uns auf der Kindsvermeidung gesetzt hatten, einen höchst vitalen und absolut nicht von Krankheiten gebeugten Eindruck, und der Herr, der beim Witze reissen die Nase bis auf die Tischdecke senkte, ist auch nicht verschieden. Ungerecht, aber es ist so. Ich glaube, die Krankengeschichte ist nur Vorwand für den nächsten Urlaub. Ob sich Neffen und Nichten die alten Geschichten vom Dotcomkrieg anhören werden – wer weiss das schon. Ich glaube, für die sind das schräge Geschichten ohne Success Story und deshalb eher hinderlich, a la Opa erzählt vom Krieg. Materielles wird in den kommenden Zeiten aber sicher nicht ungern genommen, denn besser wird es nicht.

  87. "Man muss einfach damit leben,...
    „Man muss einfach damit leben, dass manche Stammhalter unfähig und zum Untergang bestimmt sind.“ — Haha, der Satz gefällt mir irgendwie.
    Aber mal eine andere, wahrscheinlich reichlich dumme Frage zu „und auch nicht trinke, rauche, Drogen konsumiere „: Warum eigentlich nicht? Macht keinen Spaß?

  88. @don - ja, ist denn schon...
    @don – ja, ist denn schon Silvester? vorsätze sind dazu da, dass man sie bricht;-)
    @unellen hausaufgabenbetreuung? was ist denn DAS? ;-) Man merkt, dass man älter wird, denn zu meiner Zeit gab es sowas nicht. Fand ich allerdings auch vollkommen in Ordnung, denn sonst hätte ich meinen Mitschülern kein Geld für Lateinnachhilfe abknöpfen können. Diese elenden Ein-Euro-Jobber, all diese arbeitslosen Ingenieure und Geisteswissenschaftler, die sich da billig an den Schulen verdingen, verderben doch bloß die Preise;-) Zuhausfragen war jedenfalls kein Thema, im Zweifelsfall gab es da niemand, der mich bei Hausaufgaben und Wissenserwerb hätte unterstützen können, andererseits frage ich mich, wozu es eigentlich Bücher gibt und ob man sich Wissen möglicherweise nicht auch selbständig, das heißt, ohne elterlichen Beistand anhand von Büchern aneignen kann????

  89. Ich frage mich ja immer, was...
    Ich frage mich ja immer, was man von Entsagung eigentlich haben will, liebe Wortschubse.
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    schubidu, es ist halt so. Es sind schon grössere Clans vor die Hunde gegangen, als all die Familien mittelständischer Unternehmer und mittlerer manager und was sich sonst noch die Wirtschaftswoche und die FTD hält.

  90. Lieber Don,
    Ihre Nachfrage,...

    Lieber Don,
    Ihre Nachfrage, „wer denn nun den neuen Adel geben soll“, ist nur allzu berechtigt. Doch Sie denken zu sehr in den Kategorien der Vergangenheit. Erbadel oder Geldadel, diesem Dilemma kann man entkommen.
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    Ich versuche, mich kurz zu fassen.
    (1) Als agressive Aufsteigerklasse hat die neue Aristokratie keinen Grund, sich von anderen Schichten juristisch abzugrenzen. Man sieht ja auch so, wer dazugehört.
    .
    (2) Biologische Abstammung ist erwünscht, aber nicht Bedingung.
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    (3) Die neue Aristokratie konstituiert sich nicht nur im Familienverband, sondern in elitären Korporationen (Stiftungen, Firmen, etc.), die sich nicht biologisch, sondern durch Kooptation regenerieren. Das zumindest haben die Römische Kurie, das Politbüro der Kommunistischen Partei der VR China, der Vorstand der Deutschen Bank und die Harvard University gemeinsam.
    .
    (4) Die aufsehenerregenden „Managergehälter“ und -Abfindungen in dreistelliger Millionenhöhe sind ein Indiz dafür, daß das Kooptations-Prinzip gegenüber dem Vererbungsprinzip in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat.
    .
    (5) Vor 300 Jahren zählte v.a. der Zugriff auf die Bodenrente, heute dagegen der privilegierte Zugriff auf Rohstoffe, Arbeitskraft und Absatzmärkte, kurz, die Kontrolle der Märkte. Diese wird von politischen Institutionen ausgeübt, die wiederum von den starken Korporationen bestellt werden.
    .
    (6) Dieser Prozeß ist noch nicht abgeschlossen, aber auf bestem Wege. Der tumbe Pöbel hat sich sein formal fortbestehendes Vetorecht (Wahlen) längst für ein paar Glasperlen abhandeln lassen.
    .
    (7) Das Vermögen der neuen Aristokratie läßt sich nicht mehr in Geld ausdrücken. Durch ihre politische Machtstellung kann sie sich jederzeit neue Einnahmequellen erschließen. Sie hat die Möglichkeit, auf die Steuereinnahmen zuzugreifen. Ob sie davon Gebrauch macht, ist eine rein politische Frage.
    .
    (8) Die Knauser, die sich die S-Klasse nicht leisten können, gehören zu dieser Aristokratie selbstredend nicht nicht dazu — und es wird Zeit, daß man das auch sieht.
    .
    (9) „Echter Adel mit Kabinettskriegen, Zweckehen, Heerscharen von Mätressen und dauernder Überschuldung für die Hofhaltung und illegitime Nachfahren stelle ich mir schwer durchsetzbar vor….“
    Lieber Don, hier muß ich Ihnen wiedersprechen. Die politischen Voraussetzungen dafür bestehen längst und Widerstand gegen einen solchen Politikstil wäre ja auch in Zukunft nie und nimmer zu erwarten.
    .
    (10) Und hiermit komme ich wieder zu meiner Leier, meiner Schallplatte, meinem Lamento: Warum nur macht unsere neue Aristokratie von ihren Möglichkeiten keinen rechten Gebrauch? Warum und vor wem versteckt sie sich? Was soll die Scham? Warum sorgen sie sich nicht mal endlich um die Schaffung einer gesellschaftlich-politischen Klientel? Warum setzen sie Zigtausende auf Hartz-IV-Rationen, wenn sie gar nicht vorhaben, diesen Pauper anschließend als Kammerdiener, Stiefelknechte, Köchinnen, Heckenschneider, Hofnarren und Hausmisiker etc. zu engagieren? Warum legen sie sich denn keine französischen Gärten an, in denen Heerschaaren von Mätressen herumtrippeln? Ich meine das alles könnte man doch stilvoller gestalten als unsere Fernsehgewaltigen bisher schon. Und warum nach Dubai reisen? Kann man im Taunus etwa keine Schlösser bauen? (Und zwar viel billiger in besserer Qualität bei angenehmerem Klima)?
    Sagen Sie lieber Don (sie kennen diese Leute doch besser):
    Haben die denn außer Koks gar keinen Spaß am Leben? Und woran liegt das?

  91. Filou, dass sie sich das nicht...
    Filou, dass sie sich das nicht leisten können, ist die Hoffnung – aber wer weiss, zu welchen Anstrengungen Eltern fähig sind, wenn die Kinder nur genug nerven. Dass das begriff der Elite in den letzten Jahren inflationär gehandhabt wird und so eine Spiegelschreiberin das sogar für drittklassige Jungberater verwendet – mei, es trifft keine Falschen, weder oben bei der Elite noch unten bei jenen, die den Begriff reklamieren.
    .
    Savall, Lully und sein Ringen um Vorherrschaft wäre sicher auch mal ein Thema. Was die Meritokratie angeht: Da würde ich mir schon etwas mehr erwarten als die breiten deutschen Aussitzhinterteile. Früher gab es noch echte Herausforderungen und Konflikte, in denen man sich bewähren konnte – siehe auch Macchiavellis Begriff von Virtu – aber das demokrarische Provinzlertum in Berlin und der kleinbürgerliche Filz der Streber und das Geschacher in Brüssel, das alles sind keine Verdienste, sondern Funktionärstum. Entscheidungskaste. Die haben zum Glück nicht die Kraft, nach der macht zu greifen. Bei einem Strauss musste man noch Angst haben; heutige Politiker weinen leise und sprechen mit gebrochener Stimme, oder heissen einfach nur Koch.
    .
    NYSim, das sind eben die Risiken beim Kinderkriegen – man weiss nicht, ob die seiten zueinander passen. Letztlich zeigt sich die Fürsorge bei Themen wie dem Altersheim. Dass Kinder oft aus der Provinz raus wollen – wer könnte es ihnen verdenken. Oft kommen sie bald wieder, wenn sie verstehen, dass die Provinz grenzenlos und in jeder grossen Stadt daheim ist.

  92. unellen, ich denke, dass man...
    unellen, ich denke, dass man nicht unbedingt mit einem Elitebapperl rumläuft, wenn man zu einer Elite gehört. Dass sich das eventuell geändert hat, leitet sich aus einer gewissen Amerikanisierung des Begriffs ab, und aus Marketinggründen. Früher nannte man Autos beispielsweise Standard, weil man zeigen wollte, dass man Standards setzt. Heute geht ohne Premium, Elite und führend gar nichts mehr. Selbst die bessere Gesellschaft ist für Elite nicht mehr gut genug. Im Prinzio hilft es nur zu bleiben, was man ist, und sich am Krepieren jener zu belustigen, die beim Rattenrennen an die absolute Spitze krepieren. Zufriedenheit dagegen ist bei solchen Leuten ja verpönt.
    .
    cvs, solche Fälle gibt es leider. Ich bin zwar durchaus der Meinung, dass man in bayern das Abitur schaffen kann, aber die selektion nach der 4. Klasse ist erheblich zu hart – und das alles meines Erachtens nur, damit die Staatsregierung bei den Schulen etwas sparen kann. Was sie damit anrichten – Massen an ungebildeten Menschen – stützt wiederum die Herschaft.

  93. Lieber Don, in meinem...
    Lieber Don, in meinem Poesiealbum, denn ja, damals gabs noch sowas und war nicht zu verwechseln mit Stickeralbum oder AlleMeineFreundebuch, denn die beiden letztgenannten erfordern nun so gar keinen Arbeitsaufwand mehr, kein tätiges Sichbemühn um Schönschrift ohne Tintenklecks und Schreibfehler, in dieses Poesiealbum malte mir eine Mitschülerin damals, wir waren so etwa 7, 8 Jahre folgendes Verslein hinein:
    Lern erdulden, lern ertragen, lern erringen, lern entsagen, lern vergessen und vergeben und Du hast gelernt das Leben.
    links davon hat sie mir eine geklebt, nämlich eine MickeyMaus. Passte zwar nicht. Poesiealbum, ich nehme an, Frau Diener? Nein? Keins? Drumrumgekommen? schade!
    Bei ibäääh kann man ältliche Exemplare erwerben mit zum Teil noch dolleren Sprüchen, doch nicht nur Kinderkram, nein, auch dies hier: Stammbuch Adam Samuel Thebesius Hirschberg 1761. 2100 wären mir zu viel (da müßt ich auf ein billigstes Faksimile warten;-) und ob sich’s in der Tat lohnte???? Schade nur, dass Sie so gar nichts mit Chemie etc anzufangen wissen:
    Album amicorum Delineationes partim ad tab. aeneas, partim ad naturalem D. Adami Samuelis Thebesii. Skizzenbuch. Mit 177 Darstellungen in unterschiedlichen Formaten, überwiegend Bleistiftskizzen, ferner Aquarelle, Tusch- und Federzeichnungen, teils montiert, einige gefaltet. 10 x 16 cm, Pergament der Zeit mit reicher, ornamentaler Goldprägung, Rückentitel „Stambuch“, Goldschnitt. Hirschberg / Schlesien, 1761-1791. Thebesius (1739-1808) war praktischer Arzt in Hirschberg und beschäftigte sich insbesonderer mit naturwissenschaftlichen Themen (vgl. Poggendorff II, 1088). Sein Skizzenbuch – Stammbuch – enthält Darstellungen technischer Experimente, Portraits (darunter Cagliostro, S. Gesner, Leibnitz, die Brüder Montgolfier, Winckelmann), Altertümer, Genre, Landschaften und Tiere (u.a. ein Känguruh). Die zahlreichen nach der Natur aber auch nach gedruckten Vorlagen entstandenen Zeichnungen tragen Bezeichnungen in Englisch, Deutsch und Latein.
    Wie gesagt, 2100 sind mir im Moment etwas zu viel dafür. Einen angenehmen Resttag allerseits.

  94. @HansMeier: Oh, welch hübsche...
    @HansMeier: Oh, welch hübsche Anregungen! Danke!
    @don noch ein Nachtrag zu Handschriften, Chemie, ibäääh
    AUS EINEM ZAUBERBUCH UM 1500
    ca. 500 Jahre alte Seite, aus Buch einer Hexe o.Magiers
    Artikelzustand: Gebraucht
    5 Gebote, 12,50 Euro. Entsetzlich löchrig.
    Vielleicht lohnte es sich aber, das „Rezept“ nachzukochen?

  95. Es gibt einen schoenen...
    Es gibt einen schoenen Spruch:.
    .
    Haben sie Schwierigkeiten mit ihren Kindern? Dann sind die womoeglich intelligenter als sie!

  96. Wortschubse,
    wenn die...

    Wortschubse,
    wenn die Physikexperimente den Kleinkindern erkannbar Spaß machen, ist das natürlich ein Wert an sich, so wie man Sylvester mit den Kindern Wunderkerzen abbrennt. Aber ich denke was das Lernen angeht, wird da oft etwas von außen herangetragen, was das selbstgesteuerte spielerische Ausprobieren oder Nachmachen eher hemmt.
    don Alfonso,
    solche Erfahrungen gehören wohl zu jeder Schullaufbahn, jedenfalls auch zu meiner auf einem katholischen Gymnasium Norddeutschlands. Für ein Latinum lohnt es sich natürlich immer zu streiten, aber ansonsten kann man froh sein, wenn einem solchen mühsamen Leute egal sein können, weil man ohnehin gut genug in der Schule ist.
    unellen,
    Glückwunsch zu ihrem tollen Abitur. Immerhin scheint diese Schule sie ja nicht bei ihrem Aufstieg in die höheren Schichten aufgehalten zu haben. In meiner Heimatstadt ist es nun tatsächlich so, dass die Leute, die etwas auf sich hielten, denen Bildung wichtig war, ihre Kinder auf eines der konfessionellen Gymnasien schickten, es sei denn, es waren militante Atheisten oder Anhänger der Gesamtschulidee. Leute, die von den konfessionellen Gymnasien auf die städtischen Gymnasien wechselten, verbesserten sich um 1-2 Notenstufen. Warum sind Sie denn vom städtischen Gymnasium zum bischöflichen Gymnasium gewechselt?

  97. @Don Alphonso: Deswegen...
    @Don Alphonso: Deswegen schrieb ich ja auch selbsternanntes Elitegymnasium. Mir taten immer nur die armen Töchter sich langweilender Zahnartzgattinen leid, denen ich zu Hause immer vorgehalten wurde („Die Eltern von der X sind noch nicht mal Akademiker und sie hat bessere Noten als Du!“). Als ich zwischen Abi und Studium eine Zeitlang bei einem Juwelier gearbeitet habe, sagte mir besagte Zahnartzgattin dann auch ins Gesicht „Ich mochte Sie nie leiden, weil Sie immer bessere Noten hatten als meine Tochter“. Die Tochter, die daneben stand (war ein nettes Mädel und hatte auch ein ordentliches Abi, ich glaube eine 2,0) hat sich in Grund und Boden geschämt…
    Nichtzufriedensein gehörte in der Familie anscheinend zum guten Ton, Unverschämtheit leider auch.
    @wortschubse: Meine Eltern haben mich schon immer dazu motiviert selber zu lesen und mich selber zu bilden, insofern gebe ich Ihnen da recht (obwohl das auch daran lag, dass sie wussten dass sie mir in gewissen Dingen einfach nicht helfen konnten). Aber andererseits denke ich, dass Kinder die von selber gerne lernen nicht die Regel sind und andere schon etwas mehr Disziplin von Seiten der Eltern brauchen.

  98. THE GREAT GATE, ich denke...
    THE GREAT GATE, ich denke schon, dass es passt, hat der Mensch, der seine Kinder dorthin verfrachtet, sehr wohl auch die Möglichkeit sich einreden zu lassen, dass alles prima und richtig ist. Den Text kann man natürlich so und so lesen, ja, ich bitte sogar darum, das spart mir wütende Anrufe von PR-Mitarbeitern.
    .
    HansMeier555, nun, ich vermute, dass diese Aristokratie dann auch ein Volk bräuchte, das da mitmacht, und zwar ohne Fackeln und Mistgabeln. Ich denke, dass man sehr wohl weiss, dass es nur spassig ist, solange die meisten glauben, ihren Teil zu bekommen. Würde man das Gegenteil ausdrücken, wer weiss, was man dann reingedrückt bekäme. Auch Eliten können faul und feige sein. Warum auch nicht.

  99. Bruno, leider hatten wir heute...
    Bruno, leider hatten wir heute nur 2 Stunden ohne schweren Regen, insofern müssen wir leider auf überdachte Objekte umsatteln.
    .
    icke, ich war mathematisch vollkommen unbegabt, da hilft auch kein System. Dummerweise ist das G8 vielleicht weniger für Schüler denn für Mütter eine ziemliche Belastung; die Klagen jedenfalls sprechen eine deutliche Sprache. Man hat bei dieser Reform jene belastet, die sich am schlechtesten wehren können. Die Vorstellung von g8 plus Bachelor plus 5 Jahre schlecht bezahlten Nachreifen gefällt mir persönlich absolut nicht und ist eigentlich eine Schande.

  100. wortschubse, da rate ich...
    wortschubse, da rate ich einmal zum Besuch von abebuuks, da kann man auch so ein paar nette Dinge finden. Der besagte Laden ist für Teekannen gut, aber alles, was wirklich gut ist, eher teuer und fern aller guten Gelegenheiten.
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    Filou, ich habe viele Kinder gesehen, und ich denke nicht, dass es allzu oft stimmt.

  101. Lieber Don,
    "ja, ich bitte...

    Lieber Don,
    „ja, ich bitte sogar darum, das spart mir wütende Anrufe von PR-Mitarbeitern.“
    Apropos: Hat sich denn der Ingvar schon bei Ihnen gemeldet?
    .
    Dann sagen Sie:
    „Ich denke, dass man sehr wohl weiss, dass es nur spassig ist, solange die meisten glauben, ihren Teil zu bekommen. Würde man das Gegenteil ausdrücken, wer weiss, was man dann reingedrückt bekäme. Auch Eliten können faul und feige sein. Warum auch nicht“
    .
    .
    Da bin ich nicht einverstanden. Sie denken noch viel zu bürgerlich-egalitär. Bei Feudalismus denken Sie immer sofort an die Revolution. Aber das ist ein Kurzschluß.
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    Eins vorneweg: Faul und feige sind zunächst alle anderen. Die Elite ist allenfalls verschwendungsfaul und genußfeige. Mut wird ihr von niemandem abverlangt.
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    Immer noch unterschätzen Sie beharrlich die Möglichkeit, vertikale Loyalität herzustellen. In Südamerika halten sich die Magnaten Privatarmeen. Diese Truppen bestehen im Grunde aus armen Teufeln, aber in ihrem Dorf sind sie halt auch eine „Elite“. Die Dorjugend wehrt sich nicht gegen die, sondern träumt davon, auch mitmachen zu dürfen.
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    Die Bürgerschaft der Residenzstädte: Ein besserer Schutz für den Fürsten als Mauern und Kanonen.
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    Journalismus funktioniert jetzt schon so. 100 freie Sklaven träumen vom Redakteursposten und sind dafür zu allem bereit, nur nicht dazu, ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.
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    Jus primae noctis, so ein Quatsch. Als ob der Graf dafür einen Rechtstitel bräuchte.

  102. Vielleicht kann man es...
    Vielleicht kann man es verallgemeinern:
    Es ist verblüffend, daß selbst nach 200 Jahren der Elite immer noch die Angst vor der Revolution in den Knochen steckt. Vollkommen irrational. Warum schauen die nicht einfach nach Amerika? Dort kann man doch sehen, wie man es richtig anstellt. (Nur wie man es stilvoll ausgibt müssen sie noch lernen).
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    Wir sind heute von jedem ernstgemeinten Protest so weit entfernt wie Suoz von Sylt.
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    Wenn ich mir Europa ansehe, dann erkenne ich dort ein riesiges, brachliegendes Potential von Prostitutionsbereitschaft. Kann denn ein strategischer Investor daraus nicht irgendwas Größeres, Dauerhafteres schmieden als immer nur so ein blödes harmloses Schneeballsystem („Mega-Petrol“, lach).

  103. Werter Don,
    eine gespielte...

    Werter Don,
    eine gespielte „Englishness“ in D finde ich ganz furchtbar – weil wir es mit unserem Perfektionismus einfach nicht hinkriegen.
    Ich erinnere mich an den öffentlichen Einzel-Squash Court in einem alten (in D würde man sagen heruntergekommenen) freistehenden Häuschens inmitten eines Parks, die untergehende Sonne und den aufsteigenden Nebel über dem perfekten Rasen eines unbespielten Pitch and Put Platzes. In D wäre das eine vollklimatisierte 15 Court – Squashhalle + Fitnesscenter + Golfsimulator + Wellnessbar. Der Parkplatz für die SUVs hätte dann die Größe des genannten Pitch+Put Platzes. Da hilft es -für die Englishness- auch nicht im alten dunkelgrünen XJ vorzufahren.

  104. don, zugegeben, in Sachen...
    don, zugegeben, in Sachen Buchfinden ist ibäh suboptimal, es eignen sich wirklich eher sowohl abebooks als auch zvab zu diesem Zweck. Dafür gibts auf ibäh so viele viele schöne Bilder und so noch viel schönere Beschreibungen, dass mir einfach das Herze aus vollem Halse lacht. Wem ginge das nicht so, wenn er da von fast ganz echten Prachtbiedermeierschalen aus Adelsbesitz liest, Dachbodenfund und natürlich ohne Gewähr. Und dann gibts ja auch noch die Ansichtspostkartensammler wie es Brieftaubenzüchter gibt, die Sammler weiterer Ephemera und ich hab auch schon mal bei besagter Auktionsplattform verschiedene Modedrucke (diese billigen „Stahlstiche“ aus französischen Modejournalen um 1850) erstanden um solchermaßen bei der Dekoration von Töchterleins Zimmer den Produkten der Marke Lilifee Konkurrenz zu machen (so sahen früher *echte* Prinzessinnen aus, mein Kind. Den heutigen Adel, beispielsweise den, der auf Bunte vorkommt, den kann man Kindern ja nicht vorführen, das säuft und frisst und kotzt und kokst, oh, zugegeben, das tut der Bürgersmensch auch, das pinkelt und prügelt, was sollen denn da die Kinderlein bloß denken ;-) sonstige Billigdrucke (von und nach Chodowiecki…. who cares, solang die 5Euro-Grenze nicht überschritten wird. Da hat man doch was Schön-Moralisches für anne Wand).

  105. Guten morgen Don Alphonso. Es...
    Guten morgen Don Alphonso. Es war wieder ein hochinteressates Thema über Zuoz, elitäre Internate etc. Hier eine kleine Randbemerkung zum Schmunzeln:
    Heute morgen figuriert das Lyceum Zuoz auf den Frontseiten der Bündner Zeitungen…….40 Schüler sind an der Grippe H1N1 – Schweinegrippe – erkrankt.
    Die Schüler bleiben auf ihren Zimmern. Die Schüler liegen flach und werden in den nächsten Tagen kaum arbeiten. Wünsche einen ganz schönen Tag am Lago. Es grüsst
    Bruno

  106. wortschubse, ja, das Leben...
    wortschubse, ja, das Leben kann manchmal grausam sein, aber am besten, man ist dann auch grausam gegen das Leben und seine Protagonisten. Gibt es da auch Giftmischerey?
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    Bergsteigerin, leider war ich nicht nur nicht allzu gut, ich war auch noch aufsässig, gebildet, und vermutlich ahnten die Herrschaften schon, dass ich dereinst über sie würde lachen und schreiben können. Ich hatte einen ausgeprägten Sinn für Andersartigkeit. Das machte sie natürlich böse.

  107. unellen, das ist die moderne...
    unellen, das ist die moderne Übersetzung für „nicht standesgemäss“. Und natürlich zieht das bei manchen Kindern, die dann Angst haben, wie man in Bayern sagt, „von Federn auf Stroh“ zu kommen. Ich hatte einen Schulkameraden, der im die 9 Klasse herum, als ich faul wurde, seinen Fleiss entdeckte, und der nachher eines der besten Abiture der Schule hinlegte, während ich in einem Sumpf aus Rennrädern, Surfbrettern, Gardasee, Bildungsreisen nach Florenz und der ersten unglücklichen Liebe absackte. Da stellte man auch oft die Frage, wie es kam. Nun, wie man sieht: Es ging nicht wirklich schlecht aus, trotz allem. Mein Abitur wollte übrigens noch nie jemand sehen.
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    HansMeier555, man erreicht mich auf Reisen schlecht; ja, sogar das Ladegerät für mein Mobiltelefon habe ich vergessen. Zu den Privatarmeen – wie man nachlesen konnte, unterhielt jener Bauunternehmer, der bei Sal. Oppenheim so hoch flog und nun abstürzte, auch seinen eigenen Sicherheitsdienst. Das wirkte eine Weile bei der Kundschaft, wie man hört. Geholfen hat es aber nichts. Was ich mir vorstellen kann, ist ein Ausbau der Gated Communities und eine Verstärkung der Abgrenzung moit Ausweitung der eigenen Freiräume. Das kostet wenig, muss nicht dauernd finanziert werden, bringt Komfort und setzt einen wenig äusserem Druck aus. Machterhalt, darf man nicht vergessen, artet schnell in Arbeit aus.

  108. Köstlich, es gibt da ein...
    Köstlich, es gibt da ein bekanntes Paar aus dem Bereich der Immobilienfonds, das Rolls Royce sammelt und Poloturniere ausrichtet und auch sonst alles haarklein imitiert – und einen chinesischen Club betreibt, der an jene koloniale Grösse erinnert, die England selbst gar nicht hatte. Ganz wunderbar. Natürlich nicht hochwohlgeboren, der Herr.
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    wortschubsa, ich finde ja Flohmärkte am spannendsten. Da muss man mit der Hand suchen, aufschlagen, blättern, lügen, raffen, und das alles in kurzer Zeit, das ist ein Rausch – und glücklicherweise habe ich immer noch 30 Meter Gangwand zu bespielen. Die Modejournale sind übrigens eine unterschätte Gattung, gerade, wenn sie aus Paris kommen.

  109. Bitte 'das Verdienst' und 'die...
    Bitte ‚das Verdienst‘ und ‚die Klientel‘. Ansonsten recht unterhaltsam zu lesen.

  110. don, so ganz bibliophil...
    don, so ganz bibliophil gesprochen, ja aber. Nun lebe ich ein bißchen weiter weg, in einer Gegend mit ausreichend Feuchtigkeit. Das schimmelt. Und deswegen lass ich mir die Druckerzeugnisse doch lieber kommen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Und weil hierzulande keiner so richtig was mit Deutsch anfangen kann, schleppte ich vor 2 Jahren die Sonette an Orpheus in der Erstausgabe (Insel) für umgerechnet 3 Euro ab. Die hab ich sofort an eine liebe Verwandte weiterverschenkt, weil ich mir aus Rilke nichts mache. Stefan George hingegen. Doch auch ein Kochbuch aus dem Jahre 1900 erwarb ich trotz schimmelnden Riechens. Man kanns ja fotokopieren. Oder einscannen. Es ist dies ein recht umfassendes Werk, durchaus auch Randbereiche der Küche behandelnd als da wären: Die Abendeinladung (und wie da so eingedeckt ward, Kunst des Servierens, Hinweise auch an die Hausfrau in Sachen angemessene Garderobe etc etc.) aber auch Zerlegen des Erlegten, sinnvolle Kücheneinrichtungen, sinnvoll, was man 1900 drunter verstand. Durchaus nett.
    Zu den Modejournalen möchte man hiermit bemerken, oh ja, durchaus.
    Und einen wertvollen Link einfügen. Es gibt da eine Dame in München, die sich offenbar mit Reenactement beschäftigt und eine wunderbare Seite zu den Bekleidungsgewohnheiten zuzüglich Schnittanleitungen früherer Zeiten geschaffen hat. http://www.marquise.de. Da hat sie sich doch tatsächlich die Mühe gemacht, diverse Schnittmuster aus dem 18. Jahrhundert einzuscannen:
    „Im 18. Jahrhundert gab es zwei wichtige Werke, die uns Auskunft über Nähtechniken und Schitte der Zeit geben. Eines davon ist die Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des arts et métiers oder kurz „Die Encyclopédie“ (1746-65), herausgegeben von Diderot, d’Alembert und anderen. Besonders interessant für die Kostümgeschichte sind die Tafeln des Abbildungsbandes Tailleur d’habits et Tailleur des Corps….“
    Übrigens viel Spaß beim Nacharbeiten ;-) Wie Frau Marquise auf der Seite so richtig bemerkt, ist dies eher ein Projekt für den Fortgeschrittenen….

  111. @Don Alphonso: Meine Abitnote...
    @Don Alphonso: Meine Abitnote hat mir im Nachhinein leider auch wenig genützt. Bei der Immatrikulation schaute keiner auf die Note weil kein Fach mit NC, mein Direktor hat mich aufgrund subversiver Artikel in der Schülerzeitung nicht für die Studienstiftung vorgeschlagen und im Job hats auch keinen interessiert (obwohl ich das Zeugnis immer demonstrativ mit zu den Bewerbungsunterlagen gelegt habe). Auch meine Diplomnote (die ich erst ein paar Monate nachdem ich nach dem Studium anfing zu arbeiten vorlegen konnte) hat mein Arbeitgeber nicht wirklich wahrgenommen (ich hatte mir doch zumindest einen Glückwunsch und ein kleines Lob gewünscht). Irgendwie deprimierend…
    @wortschubse: Prinzessin Lillifee ist wirklich übel, leider fährt auch meine Nichte total auf das Zeugs ab.

  112. Betrifft schon wieder Don...
    Betrifft schon wieder Don Alphonso, Zitat:
    „Den Text kann man natürlich so und so lesen, ja, ich bitte sogar darum, das spart mir wütende Anrufe von PR-Mitarbeitern.“
    ERSPART! Das erspart – nicht:spart – dir das – Herr Vieltextschreiber! Soviel Zeit muss sein, auch wenn´s dir ja offensichtlich leberwurscht egal ist, wer was wie falsch versteht.
    Und noch abschließend. Und ich meine tatsächlich abschließend – in der Hoffnung, dass der jetzt folgende Witz von dir auch verstanden wird – : Dass du darum bittest, deine Text eventuell auch mal „falsch“ zu interpretieren, wundert mich nicht. Freut mich aber auch nicht. Denn wer meinst, kriegt die „Anrufe“ ab, wenn,s darauf ankommt?
    Wie? Verstehst du nicht. Zu kryptisch? Dann denk mal ganz scharf darüber nach, warum ich darauf bestehe, dass du „erspart“ hättest schreiben müssen. Oder willst du dir deine „wütenden“ PRler per Fake erfinden? Pfiffige Idee . Kann man natürlich machen. Aber bitte ohne mich. Hatte die Ehre. Und tschökes

  113. liebe Unellen,
    ja, die liebe...

    liebe Unellen,
    ja, die liebe Lillifee! Die Erfinderin der Figur bewundere ich hingegen sehr, a) ob des Einfalls, b) ob des geschickten Abgrasens volkstümlicher und beliebter Motive
    und nun bitte nicht böse sein, wenn ich folgendes bemerke: Sie müssen mit leben lernen, dass keiner Sie loben will, das tut auch fast gar nicht weh ;-) Loben Sie sich doch ganz einfach selber ;-) Im Ernst: Abitur ist eine Hochschulzugangsberechtigung, nicht weniger, nicht mehr. Stipendien, oh je, das ist halt auch Glückssache. Und bewerben kann man sich inzwischen auch selber für ziemlich viele. Und dann kann man sich ja auch selber für Mathe-Olympiaden, Jugend forscht etc etc anmelden, den Siegern winkt ebenfalls ein Stip. Bitte verstehen Sie dies nicht als Kritik, Sie dürfen sich gern ob Ihrer Tüchtigkeit auf alle Schultern klopfen, aber seien Sie halt nicht allzu böse darüber, dass die andern das nicht für Sie erledigen (übrigens wird ein Einserdiplom, schnelles Studium etc inzwischen als normal vorausgesetzt). Freuen Sie sich stattdessen ganz einfach privat über Ihre Erfolge. Und dass die andern halt mehr haben und weniger leisten müssen um dahin zu kommen, wohin Sie wollen, ja, ich dächte, davon handelt dieser blog?

  114. Liebe Unellen, ich habe nun...
    Liebe Unellen, ich habe nun ein schlechtes Gewissen Ihnen gegenüber. Ich wollte Sie ganz sicher nicht kritisieren mit meiner Bemerkung, ich wollte Ihnen, da ich ja wahrscheinlich doch ein gutes Stück älter bin als Sie, den „mütterlichen“ Rat erteilen, das Leben mit seinen Erfolgen, Nichterfolgen, Belohnungen, Nichtbelohnungen nicht gar so schwer zu nehmen. Ich weiß, dass es keine leichte Aufgabe ist, sich selbst genug zu sein, aber es ist ein sehr wichtiger Lernschritt. Ich muß auch sagen, dass mir erst das Elternwerden zu dieser schönen, inneren Einstellung verholfen hat. Ich hoffe, dass Sie keine Nachhilfe durch Nachwuchs benötigen und dass Sie schneller gescheit werden als ich ;-)

  115. Liebe Wortschubse,
    nein, nein,...

    Liebe Wortschubse,
    nein, nein, ich bin nicht böse ob des „Lobkommentars“, Sie brauchen da wirklich kein schlechtes Gewissen zu haben, ich weiß schon dass das nicht böse, sondern mütterlich-ratend gemeint war. Bei mir zu Hause wurde halt immer mit scheuer, bewundernder Hochachtung von den schlauen Leuten, die Abitur und Hochschulabschluss haben gesprochen. Da wurde ich dann einfach ein bischen desillusioniert ;-). Zumal es ja so schien, dass in der „besseren Gesellschaft“ darauf großer Wert gelegt wird ;-) .
    In meiner Branche wird schnelles Studium mit Einserdiplom übrigens nicht als normal vorausgesetzt – man ist im Gegenteil überhaupt froh, wenn man jemanden findet den man einstellen kann (trotz Wirtschaftskrise). In der Firma wo mein Mann arbeitet sucht man seit Jahren händeringend nach Nachwuchs, aber Studiengänge wie Gebäudetechnik, Heiztechnik und Versorgungstechnik finden die meisten Abiturienten wohl zu unattraktiv.
    Am Beispiel meiner Eltern habe ich übrigens gesehen, dass man es auch ohne Hochschulabschluss zu etwas bringen kann, und dass gewisse materielle Dinge zum Glücklichsein gar nicht nötig sind. Sollte ich also doch nicht „dahin kommen“, wohin ich will, dann würde ich das wohl gelassener nehmen als so mancher „gefallener Oberschichtler“. Außerdem habe ich ja zum Glück hauptsächlich aus Wissensgier und intellektueller Selbstverwirklichung Abitur und Studium durchgezogen; die ganzen „sollte-man-gelesen-haben“-Bücher habe ich zum Glück aus purem Interesse gelesen, die ganzen „sollte-man-gesehen-haben-Museen“ aus dem selben Grund besucht, also alles nur aus „sheer geekiness“. Dass ich dadurch nun auch noch materiell für mein Alter überdurchschnittlich und für die Zukunft verheißungsvoll dastehe betrachte ich eher als netten Nebeneffekt.
    Ich hoffe nur inständig, dass ich diese Einstellung in Zukunft nicht ganz aus den Augen verliere und für den Fall dass meine geplanten Kinder eben nicht fürs Gymnasium geeignet sind dann nicht versuchen werde, sie mit allen Mitteln durchzuprügeln. Zutiefst unglückliche weil fürs Gymnasium ungeeignete Teenager habe ich an dem selbsternannten Elitegymnasium genug gesehen.

  116. liebe unellen, nun, da bin ich...
    liebe unellen, nun, da bin ich erleichtert! Viel Spaß noch beim Lesen ;-)

  117. @ HansMeier555 und...
    @ HansMeier555 und Konsorten
    „Internate sind Fluchtburgen und Verbannungsorte“ – sind solche und ähnliche Aussagen ihr Ernst? Können Sie das wirklich beurteilen? Wie viele derjenigen, die jetzt so wütend auf den Internaten rumhacken, waren denn auf einem? Geschweige denn, innerhalb der letzten 10 Jahre? Ihre Beiträge scheinen auf einem äußerst befemdlichen Halbwissen über die heute Internatslandschafts zu fußen. Seien Sie so gut, und informieren Sie sich, bevor sie sich an einer Diskussion wie dieser hier beteiligen.
    .
    Dass Internate der Rahmen für eine erfüllte Jugend mit Freunden, Sport, Musik, akademischer Arbeit und intellektueller Reflexion sein können, das überschreitet anscheinend ihr Vorstellungsvermögen.

  118. @Debütant
    In den USA waren...

    @Debütant
    In den USA waren viele Elite-Internate schon vor 60 Jahren sehr liberal. Zu Risiken und Nebenwirkungen konsultieren Sie bitte trotzdem:
    J.D. Salinger, The catcher in the rye.

  119. @Debütant:
    Man sollte Sie mal...

    @Debütant:
    Man sollte Sie mal im Herbst zum „freiwilligen Ernteeinsatz“ auf die LPG schicken, zwei Wochen im Herbst.
    .
    Lagerfeuer, Liebe, politische Witze…

  120. Bruno, der Tod und seine...
    Bruno, der Tod und seine kleinen Vettern, die machen letztlich auch keinen Unterschied.
    .
    Pedant, ich werde mich bemühen.

  121. ... vor den Vettern sterben...
    … vor den Vettern sterben die Söhne….

  122. Werter Don

    meinen Sie diesen...
    Werter Don
    meinen Sie diesen Protagonisten der gespielten Englishness ?
    Falls ja – ein Grund mehr für mich nicht in geschlossene Immobilienfonds zu investieren.

  123. Ich würde es nicht besteiten...
    Ich würde es nicht besteiten wollen, dass es zu diesem herrn ganz gut passt, keine Frage.
    .
    wortschubse, die Marquise ist mir ein begriff, wenngleich das Nachspielen des Rokoko… ich kannte mal eine Antiquitätenhändlerin, die hat das daheim immer getragen. Das war aber ein manischer Fall. Realitätsflucht. Ausserdem ist meine Devise: Man muss in den alten Dingen als moderner Mensch leben können. Ich benutze alles, was ich habe.

  124. don, ich kann mit dem...
    don, ich kann mit dem Nachspielen verflossener Epochen vermutlich genauso wenig anfangen wie Sie. Mit dem Nähen hingegen wahrscheinlich mehr, obwohl es mir nicht im Traum einfiele, auf moderne Materialien zu verzichten, gepriesen sei Polyester und Co, der Push Up, das Schulterpolster, die hüftformende Stützstrumpfhose BauchReinPoRaus. Nö, Enactment nicht, Fischbein und Schnürmieder können mir gern gestohlen bleiben, ein hoch auf Gummi und Lycra, aber gucken Sie sich doch bloß mal diese kunstvoll-ausgekügelt-geniale Schnittführung rokoko-europäischer Kleidung an! Diese Schnittmuster! Keine Kulturleistung? Na, das flüstere man besser nicht den Herren Diderot noch d’Alembert (bedeutender Mathematiker-Physiker). Wer sagte da, er habe Mathe nie? Nun, wer diese Ärmel nachbaut, kann hinterher auch was mit dem Begriff „Kegelmantel“ anfangen;-)
    Abgesehn davon dachte ich mir fast, dass Sie den Webauftritt der Marquise goutieren könnten (dass Sie die Dame kennen, konnte ich ja nicht wissen). Obwohl sie keine Schnittmuster für Kaseln anbietet (Ordenstrachten etc finden sich hingegen ausführlichst in Köhlers Kostümgeschichte, allerdings ohne Schnitte,aber die: scheinen mir doch sehr einfach gebaut)

  125. Ohne jetzt die anderen...
    Ohne jetzt die anderen Kommentare gelesen zu haben, hört sich das für mich stark nach dem Buch „Gestatten: Elite – Auf den Spuren der Mächtigen von morgen“ von Julia Friedrichs an.

  126. Das habe ich nicht gelesen,...
    Das habe ich nicht gelesen, weil es mir angesichts der realen Beraterhascherl ziemlich borderlinig erschien. Berater sind auch nur Sondermüll des Neoliberalismus.

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