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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Briefe aus Stresa IV: Die Bankiers an der Gurgel

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Wohlbehalten im 21. Jahrhundert und in Bergamo angekommen, blicken wir von unserem hohen Stand der menschlichen Entwicklung nicht ohne eine gewisse Abscheu auf die Zeit der Condottiere herab. Nur lachen können wir über die Eitelkeiten jener Zeit, die sich an der Cappella Colleoni manifestieren, und wie froh sind wir, dass unsere heutigen Bankiers mit ihrem globalen Führungsanspruch so viel mehr Anstand und Gewissen haben, als die erbärmlichen venezianischen Krämerseelen. Ja, wir lernen in Bergamo dankbar zu sein für den Fortschritt, dessen glückliche Kinder wir in jenen unbegrenzten Zeiten des Wohlstandes sind, die, da sind wir uns ganz sicher, mindestens bis zur Schliessung der Wahllokale anhalten werden.

Nicht das Wohl der einzelnen, sondern das öffentliche Wohl macht Staaten gross.
Niccolo Machiavelli, Discorsi

Bild zu: Briefe aus Stresa IV: Die Bankiers an der GurgelJetzt schon nicht mehr aus dem schönen Stresa am Lago Maggiore, sondern aus Bergamo im Monsunregen: Die Geschichte hat ihr Urteil über die Condottieri, die käuflichen Kriegsherren der Renaissance, längst gefällt: Gewissenlose Schurken seien sie gewesen, Mörder, Verräter, heimtückisch und bar jedes kulturellen Beitrags. Der kühle Analyst ihrer Taten, Niccolo Machiavelli,  wird selbst als zynischer Machtverehrer verachtet, und alles lobt die Kulturbeflissenheit der Medici, den Wagemut der seefahrenden Venezianer, den Dom der Stadt Mailand, ja sogar die Päpste kommen gemeinhin besser weg als die Söldnerführer. Diese Sicht der Dinge verdanken wir dem Umstand, dass die Geschichtsschreibung des 19. und 20. Jahrhunderts zeittypisch die vollkommen harmlosen und friedfertigen Volksheere und ihre weisen, fähigen und menschlich agierenden Generäle bis zu unseren Friedenstruppen in Afghanistan und ihre nur Terroristen tötenden Bomben bevorzugte, und die Schreiberei der Universitäten ansonsten von Menschen betrieben wurden, denen qua Herkunft die kleinliche Krämerseele gewaltfreier Wucherer näher ist, als der gewissenlose Eroberer, der nur den Krieg und darin seinen Profit im Auge hat. Denn nicht nur ein mörderisches Scheusal ist der Condottiere, er hat, schlimmer noch, keinen deutschen Hochschulabschluss und damit auch keine Kultur.

Jenen Urteilsverkündern etwas zu nagen gibt das nebenstehende Monument, die sogenannte Cappella Colleoni in der Cittá Alta von Bergamo. Sie ist das Grabmal des Condottiere Bartolomeo Colleoni, von ihm selbst 1474 in Auftrag gegeben, und – wenig passend zum schlechten Ruf der Kriegshandwerker – eines der besten Bauwerke der Hochrenaissance in Oberitalien. Colleoni kennt man von der berühmten Reiterstatue in Venedig, die man dort dem ehemaligen Feldherrn der Stadt errichtete; und am Gitter vor seinem Mausoleum in Bergamo empfängt er die Besucher mit jenem freundlichen Blick, den man – auch der Professor wirft mitunter die Glotze an – auch von Klaus Kinski in Italowestern kennt.

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Es war keine schlechte Zeit für Psychopathen, jenes 15. Jahrhundert in Oberitalien, mit dem grossen Konflikt zwischen Mailand unter den Visconti und Sforza im Westen und Venedig im Osten; hier die Diktatur der sich Herzog nennenden Giftmörder, dort die Oligarchie der Kaufleute, die sich als Republik bewarben. Zwischendrin als freier Unternehmer der Krieges: Bartolomeo Colleoni, der auf beiden Seiten arbeitete, seinen Aufstieg aber vor allem der Hinrichtung seines Lehrmeisters Francesco Bussone verdankte. Der war aus einfachsten Verhältnissen zum Feldherrn der Venezianer aufgestiegen, hatte sie zum Krieg gegen Mailand angestachelt, trödelte dann länger auf den lukrativen Schlachtfeldern herum und liess sich letztlich von Mailand abwerben, versuchte, beide gegeneinander auszuspielen. Dafür wurde er 1432 in Venedig dafür enthauptet, was den Weg für Colleoni freimachte und zeigt, dass Venedigs Bankiers schon damals einen Sinn für gewahrte Diskretion ihrer Mitarbeiter hatten.

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Nach einigen sehr erfolgreichen Kriegszügen und einem kurzen Zwischenspiel in Mailand kamen Colleoni und Venedig langfristig zusammen; man ernannte den fähigen Krieger zum Feldherrn auf Lebenszeit, gab ihm umfangreiche Lehen rund um Bergamo an der Grenze zu Mailand, die er nicht nur zu verteidigen hatte, sondern sogar vererben dufte. Kurz, die Venezianer machten ihn zum Territorialherren auf eigenem Grund und Boden – und stellten ihn damit kalt, denn von da an führte Venedig keine Kriege auf dem Festland mehr. Der zur Untätigkeit verdammte Krieger sass also inmitten eines Europas voller Konflikte auf seinem Landsitz bei Bergamo, langweilte sich – und sogar die Sforza aus Mailand schickten keine Armee, sondern nur ein paar Giftmörder. Deren Vierteilung sollte das einzige gewaltsame Vergnügen des alternden Haudegens bleiben. Für andere Kriege gaben ihn die Venezianer ungern frei, und mit etwa 70 Jahren begann der Condottiere, an seinem Nachruhm zu arbeiten: Mit einem einzigartigen Grabmal wollte er für alle Zeit seine Erfolge herzeigen, nachdem es ihm noch nicht einmal gelungen war, einen männlichen Erben zu zeugen.

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Vom allgemeinen Verbot, sich in Bergamos Dom in einem Schaugrab bestatten zu lassen, liess er sich nicht aufhalten. Auch die damals nicht unüblichen Seitenkapellen waren ihm nicht genug. Statt dessen wurde einfach die Sakristei abgerissen, um Platz für ein eigenes Mausoleum nach dem Vorbild antiker Herrschergräber zu machen. Formal eine Eigenkirche, geht die äussere Gestaltung mit dem christlichen Erbe um wie der CDU-Wirtschaftsflügel mit den Worten Jesu: Im Sockelbereich sind ein paar Tafeln mit den üblichen Motiven wie Adam und Eva, billige Lippenbekenntnisse als Fundament einer heidnischen Triumpfbogenarchitektur zur Selbstverherrlichung als Eingang. Colleoni galt als gottesfürchtiger Mann, aber das lebte er bei anderen Stiftungen aus. Hier jedoch wollte kein Frömmler begraben werden, sondern ein Kriegsherr antiker Dimensionen. Ein Held wie in den Sagen. Genau so prominent wie die christlichen Motive sind Szenen eines Gegner umbringenden Herkules. Für 1470 war diese Gleichstellung eine schallende Ohrfeige für die Kirche – kurz zuvor hatte der Bauherr Venedig übrigens noch gebeten, einen Krieg gegen den Papst anzetteln zu dürfen.

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Darüber werden im überbordenden Rankenwerk die Bildnisse weiterer Vorbilder angebracht: Colleoni hatte offensichtlich eine Schwäche für römische Cäsaren, also jene diktatorischen Herrscher, die die römische „Republik“ der Oligarchen weggefegt hatten. Man kann überlegen, ob es vielleicht der Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung der venezianischen Krämerrepublik und ihre Machtbalance war, wenn der oberste Feldherr so offensichtlich eine auf Gewalt und Macht basierende Herrschaftsform für sich selbst beanspruchte. Tatsächlich aber waren die Verhältnisse anders; in seinem Testament bedachte der dem Tode nahe Feldherr Venedig mit üppigen Schenkungen für einen Krieg gegen die Türken, wohl in der Hoffnung, die Serenissima würde es akzeptieren, wenn er seine Lehen an seine drei Enkel vererbte. Dem war aber nicht so. Zwar widmete die Stadt ihrem Krieger ein Denkmal in Venedig und sorgte auch dafür, dass die Kapelle auch nach seinem Tod mitsamt einem vergoldeten Reiterstandbild im Inneren vollendet wurde. Seinen Besitz jedoch kassierten die Krämer mit Hinweis auf mögliche Unregelmässigkeiten unmittelbar nach seinem Tod, verhökerten die Sachwerte, zahlten die Schulden und die Kirchenstiftungen – und liessen ansonsten die Erben ziemlich leer ausgehen. Letztlich strich der Bankiersstaat an der Adria bei dieser netten Gelegenheit eine Summe ein, die in etwa dem Jahreshaushalt entsprach. Nur den Ruhm, den konnte – und wollte – man Colleoni nicht nehmen. Schliesslich ging es auch um die Wahrung des Gesichts. Man wollte auch in Zukunft noch Kriegsgeschäfte machen, da war die Fassade von Bergamo für makellose Ansehen mindestens so wichtig wie die 50 Millionen, die unsere HSH Nordbank an Goldman Sachs verschenkte – und erheblich billiger war sie auch.

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Was also lehrt uns der Anblick der über und über verzierten Cappella und die Geschichte all dieser Stützen der Renaissancegesellschaft, die ihren Zweck nur sehr begrenzt erfüllten, und deshalb im Westviertel vermutlich nicht zum Tee eingeladen worden wären? Nichts. Ausser vielleicht die Frage, wie man als Mensch der Macht am Besten mit feigen Krämern umgeht, solange man noch die nötigen Mittel hat, und sie einen brauchen. Eine Frage, die für deutsche Finanzminister und amerikanische Präsidenten gleichermassen interessant sein könnte, die heutige Grosskrämer um Hilfe und Kredite anflehen, die beschützt werden wollen vor der Wut der Massen, die in Ruhe ihre Geschäfte weiter tätigen und sich zu unser aller Besten bereichern wollen. Manche Defätisten und Schlemile, die den Ruhm der Frankfurter Triumpfbögen nicht achten, meinen gar, man könne nicht garantieren, dass die Bankiers einem, sobald man sie gerettet hat, in den Rücken fallen oder nur darauf warten, sich alles anzueignen, sobald man die Macht nicht mehr hat. Colleoni hatte, um die Renaissancebegriffe zu verwenden, die Wahl zwischen Fama – den Ruhm – und Virtu – die Kraft, etwas zu tun. Wäre er den Venezianern nicht so nett gekommen, hätte er weniger an seinen Ruhm denn an  seine Möglichkeiten gedacht und seine Macht gegen die feigen Krämer ausgespielt, so, wie die Helden an seinem Grab… aber er tat es nicht. Seine Condottiere-Nachfolger waren dann übrigens nicht mehr so blöd; entweder versprachen sie vollmundig Leistung wie die FDP und brachten dann schlechte Leistung für gutes Geld, wie Machiavelli nörgelt, oder sie versuchten sich putschend die Geldsäcke zu unterjochen.

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Alles in allem war es höchst unerfreulich, dieses folgende Jahrhundert in Italien. Seien wir also froh, dass es vorbei ist und unsere Bankenchefs des 21. Jahrhunderts mindestens so weitsichtig und dem allgemeinen Wohl verpflichtet sind, wie es schon die Generäle des 20. Jahrhunderts waren.

 

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93 Lesermeinungen

  1. Herzlichen Dank für die...
    Herzlichen Dank für die Abwechlung. Kommt mir sehr gelegen um diese Uhrzeit. Ich hab’s nämlich grad mit Generälen aus dem 10. Jahrhundert.

  2. Wasser, Wasser, überall...
    Wasser, Wasser, überall Wasser!
    Ich liebe Bergamo. Habe dort früher immer wieder mal – auf meinen Wegen durch Europa (mit dem Wohnmobil – VW-Bus, Typ II, Westfalia-Ausbau) – Halt gemacht. Überall fließendes sauberes Quellwasser, ein Schloss zum ausruhen, selbst die öffentlichen Toiletten sind dank der ständig diese überspülenden Quellwässer sauber. Auf dem kleinen Parkplatz vor dem Schloss (kurz vor der Citta Alta) kann man ein, zwei Tage campieren, ohne Ärger zu erregen (mit so einem kleinen Wohnmobil!), ein Traum für den Wohnmobilisten, und auch ein Genuss von besonderer Art, der Blick auf die Alpen von dort aus, über das Pferdegestüt unterhalb des Schlossparks (den die Sportstudenten für ihre Übungen nutzen) hinweg. Dann zur Citta Alta marschierend – zu Fuß natürlich – hinein in diese Stadt der Pallazis, den Domizilen der Mailänder Bourgeoisie (ich nehme an, daran hat sich nichts geändert), durch die Straßen schlendernd, den Anblick der jungen Leute genießend, die dort studieren oder einfach nur flanieren (und einen frischen Kontrast zu diesem doch recht steril wirkenden antiken Stadtmotiv abgeben), und natürlich die Küche dort genießend. Ich träume davon, das zu wiederholen, fahre nur kein Wohnmobil mehr (habe nach dem 2. Motor das Fahrzeug abgeschafft, zumal meine erste Frau nie das Wohnmobil mochte – im Gegensatz zu unserem damals noch kleinen Sohn -, genau wie meine jetzige Frau übrigens – die Frauen lieben halt den reinen Prunk -, bei der ersten merkte ich das allerdings zu spät), werde dann wohl ein Hotel nehmen müssen.

  3. Ob sich wohl die Regierenden...
    Ob sich wohl die Regierenden was abschauen könnten, bei den Techniken, mit denen ihre mittelalterlichen Vorgänger die Kriegsherren zu kontrollieren versuchten? Zu bewirtschaftendes Lehen etwa, das kleine Familienunternehmen als Geschenk?

  4. Gewiss, lieber Don Alphonso,...
    Gewiss, lieber Don Alphonso, wir lächeln und sind froh, denn es könnte… och nööö…

  5. Nun etwas lehrt uns diese...
    Nun etwas lehrt uns diese Geschichte schon, dass in der Wirtschaft keine Dankbarkeit zählt. Der Ruhm des gestrigen Tages nützt heute und erst recht morgen schon gar nichts mehr. Freiwilliges Lernen ist nicht in der menschen Natur, sondern muss von außen erzwungen werden.
    Toleranz gilt auch immer nur den eigenen Gedanken und andres wird nicht geduldet. Nur wer den Menschen richtig einschätzt und von seinen niedrigen Grundbedürfnissen weiß – auch die sogenannt bessere Gesellschaft ist davon nicht frei – kann die Masse und die Geschichte in seine gewünschte Richtung lenken. Geschichte wird von den Siegern geschrieben und den Verlierern erlitten. Gerechtigkeit ist kein Naturgesetz sondern zu erstreiten.
    Von daher es lebe die Revolution von oben :)) http://schwarzmarkt.blog.de/2009/09/17/schwarze-baron-6982942/

  6. Sehr geehrter Don,
    Sehr...

    Sehr geehrter Don,
    Sehr schöner Artikel, nur Ihr Link zu Angela Merkel haut wie immer daneben. Im Gegensatz zu Ihrem Vorgänger im Amt, Ihrem Parteigenossen, der sich sofort und ungeniert an die Russen verkauft hat, haben die Deutschen mit dieser zurückhaltenden Frau einen wahren Glücksgriff getan. Ihre Aversion gegen Sie ist m.E. nur auf Ihre Frauenfeindlichkeit zurückzuführen, an der auch eine gelegentliche Begleiterin nichts zu kaschieren vermag.

  7. Es hat sich nicht viel...
    Es hat sich nicht viel geändert seit damals. Der Herr Condottiere war und blieb ein Werkzeug, dass die „bessere Gesellschaft“ gerne nutzte. Ihn zum Dank in Ihre Reihen aufzunehmen, wäre seinen Auftraggebern noch nicht einmal im Schlaf gekommen. Wie so manch enttäuschter Neureicher später auch musste er selbst für die Sicherung seines Nachruhms sorgen. Mit Erfolg, wie wir noch heute sehen können.
    Der Seitenhieb auf die Volksheere hat schon seine Berechtigung. Nie zuvor wurden Soldaten skrupelloser in den Tod geschickt als nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Im Gegenteil, Soldaten waren zwar Söldner, die immer gerade für den kämpften, der am besten zahlte. Sie waren aber teuer und nicht auf Befehl ersetzbar. Ohne Wehrpflicht wären die grauenhaften Kriege des vergangenen Jahrhunderts gar nicht führbar gewesen.

  8. Lieber Gärtner, wo bitte -...
    Lieber Gärtner, wo bitte – ausser bei einem Link, den ich eindeutig verurteile und der sich explizit mehr mit dem Chef einer gewissen Bank auseinandersetzt – geht es hier um diese Person? Ansonsten behalten Sie bitte Ihre Rudimentärpsychologie bitte für sich, würde hier jeder damit anfangen, hätten wir hier schnell barbarische Zustände wie bei einer Beraterparty.
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    BlackJack66, doch, der Ruhm zählte durchaus, und zwar im Bereich der Vermarktung, da waren sich Coleoni und die Krämer auch einig, zum gegenseitigen Nutzen. Und der Ruhm geht eben auch, wenn man sich über das Geld längst zerstritten hat. Sal. Oppenheim wirbt ja auch heute noch mit der langen Privatbankgeschichte, auch wenn die Anleger mitunter recht hasenfüssig sind.
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  9. Not quite like Beethoven, ich...
    Not quite like Beethoven, ich denke, die beste Übersetzung des von der Hand der Herrscher in die Pfoten der Ministeriale rutschenden Lehen findet man im Deutschland in seiner Zeit als Bimbesrepublik von 1983 bis 1998. Man sieht, dass in manchen gegenden der Pfalz mittelalterlicher Herrschaftspraxis nie ganz ausgestorben ist.
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    Don Nutella, immerhin: Seien wir froh, dass wir hier noch keine vollamerikanischen Verhältnisse haben: http://www.nytimes.com/2009/09/21/opinion/21krugman.html

  10. Konfuzius, fein, Ottonen gegen...
    Konfuzius, fein, Ottonen gegen ungarischen Barbaren oder Ottonen gegen päpstliche Barbaren? Oder innerfranzösische Kriegsherren?
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    Devin08, ja, so ist das: Cherchez la femme. Mein Vater wollte immer ohne Buchung losfahren, aber meine Mutter hat sich dann meistens geweigert. Wie auch immer: In Bergamo haben wir, das sei vermerkt, ganz vorzüglich gegessen:
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    http://gig.antville.org/stories/1932547/
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    http://www.dafrancobergamo.it/
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  11. Sehr geehrter Don,
    Sie lieben...

    Sehr geehrter Don,
    Sie lieben die Zuspitzung, das finde ich legitim und ausserdem ein gutes Mittel um eine Diskussion zustande zu bringen. Nur müssen Sie dann auch das Echo aushalten…Oder wollen Sie nur Schmeichel-Lob? Es ist doch sicher noch nicht einmal rudimentärpsychologisch würde ich Sie als Kinderfeind, Berlingeschädigter und Ostdeutschenhasser bezeichnen? Dafür haben Sie sich doch zu oft geoutet. Zumindest Ihr alter Ego (Don Alphonso), dass Sie gewählt haben, fühlt sich ganz wohl in dieser Schmäh-Rolle.

  12. China...
    China

  13. Gärtner, dann nochmal...
    Gärtner, dann nochmal deutlich: Ich will hier im Diskurs einen gewissen Rahmen gewahrt sehen, und ich höre mir auch gern Argumente an. Aber Unterstellungen heftiger charakterlicher Defizite nehme ich nur in Bereichen an, die ich für minder bedeutend halte. Der Vorwurf von Frauenfeindlichkeit aus der bequemen anonymen Ecke heraus an meine oder andere Adressen ist, sagen wir es offen, eine potentiell letzte Einlassung hier, und ist hier nur freigeschaltet worden, um die Grenze aufzuzeigen. Nochmal: Wenn das hier jeder so tun würde, hätte ich hier das Heise-Forum, und darauf lege ich keinen Wert. Ich hoffe, das Thema damit geklärt zu haben, eine Beharrung auf solche Angriffe führt lediglich dazu, dass ich dieses uneinsichtiges Geschwätz nicht mehr freischalte. Ich bin nicht verpflichtet, hier jedem dahergelaufenen Sonderling, der einen schlechten Tag hat, den Polante zu machen. Versuchen Sie es mal mit ein wenig Abstand.
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    elbsegler, man muss natürlich fragen, ob der Condottiere nicht so etwas wie frühes Outsourcing in Public Private Partnership war., bei dem sich alle auf das konzentrierten, was sie am besten konnten. Einer der Vorwürfe der Venezianer gegen den oben erwähnten Francesco Bussone war, dass er der Gegner Leben so oft wie möglich schonte, um mit Lösegeld eigene Geschäfte zu machen, und darüber vergass, einen echten, blutigen Krieg zu führen. Es sind dagegen immer diese ideologischen Geschichten der Volksstaaten, die richtig schlimm werden. Die ach so verrufenen Konflikte der Renaissance sind Petitessen gegen das, was man heute im mittleren osten zur Bewahrung demokrartischer Verhältnisse im Irak – dort aber auch wieder mit Söldnern – zu tun bereit ist.

  14. Konfuzius, ein feines Thema!...
    Konfuzius, ein feines Thema! Ich hoffe doch, es ist die amüsante Zeit der 5 Dynastien und 10 Reiche, die so herrlich italienisch daherkommt.

  15. Bimbesrepublik, das klingt so...
    Bimbesrepublik, das klingt so negativ. Aber vielleicht gibt es in mittelalterlicher Herrschafttechnik ja doch was positives zu entdecken, etwa für die Bindung von Bankchefs auch an Verluste. Wird ja immer behauptet, die Regierungsformen des 20. Jh. seien unangemessen, da wäre es doch überraschend, wenn weiter zurück und auf anderem Felde Angemessenes fände.

  16. Werter Don, ein nettes Stück...
    Werter Don, ein nettes Stück Geschichte, interessant verpackt! Wieder was gelernt! Dieses Gebäüde ist mir bei meinem Besuch in Bergamo entgangen. Werd ich wohl noch mal hin müssen, nen zweiten Blick riskieren! Schn wegen dem Esssen! Hat auch mir damals vorzüglich gemundet!
    Grüße FS

  17. Vielleicht war gerade deshalb...
    Vielleicht war gerade deshalb die von Ihnen sogenannte “ Bimbes Republik“ ein wahres goldenes Zeitalter.
    Nie gab es soviel Bürgerfreiheiten, Wohlstand und Chancen!
    Ganz offensichtlich sind auch Sie nicht gerade negativ geprägt worden in dieser Zeit! Sie sehen es vielleicht anders aber cum grano salis………

  18. Schlimmes und Schlimmeres
    @Don...

    Schlimmes und Schlimmeres
    @Don Alphonso: Oh, es gibt sicherlich unangenehmeres als ein das Wohnmobil verachtendes Weib, aber selten kommt ein Makel allein. Und damit mir das keiner all zu „frauenfeindlich“ versteht: ich kannte auch Frauen, die liebten das Wohnmobil wie auch Bergamo, und doch gab es gute Gründe, diese „Lieben“ zu beenden – meinerseits.

  19. @Don: Genau. Da geht's um...
    @Don: Genau. Da geht’s um Frauen und Geld.

  20. "PPP" war das damals...
    „PPP“ war das damals sicherlich. Venedig hatte mit seinen Bürgern wohl besseres vor, als sie in Kriegen als einfache Soldaten zu opfern. Es war eben ein erstaunlich effizient über die Standesschranken hinweg organisierter Staat. Der Adel kümmerte sich um die Staatsgeschäfte die Kaufleute um die Wirtschaft. Man hielt sich dort offensichtlich nicht mit internen Streitereien aus Standesdünkel auf. Offenbar war der Vertrag mit dem Condottiere schon damals mit einer Bonusregelung versehen, die nur oberflächlich betrachtet im Sinne der Auftraggeber war, wenn er vom Lösegeld zu sehr profitieren konnte.
    So zynisch es klingt: Solange Kriege um Geld und wirtschaftliche Macht geführt wurden, wurden die Ziele nach rationalen Kriterien bestimmt. Kein Herrscher hätte es riskieren können, seine Bauern in einem Krieg sinnlos zu verheizen, weil damit der Hungertod seiner Untertanen besiegelt gewesen wäre. Seit es scheinbar um Ideale geht und die Herrschenden auf „reichlich Volk“ zurückgreifen können, sind diese Hemmschwellen entfallen.

  21. Not quite like Beethoven, das...
    Not quite like Beethoven, das Problem der Verantwortung war den Bardi aus Siena schon bewusst, und deshalb griffen sie damals – 13. Jahrhundert! – schon zu Zweckgesellschaften, doppelter Buchführung und Insolvenzverschleppung. Und schin damals hatten die Stadtstaaten zu lange zugeschaut, und danach wachsweiche Regeln eingeführt, die man sogleich wieder umgehen konnte. Man kommt bei der Betrachtung solcher Ereignisse stets zur bitteren Erkenntnis, dass nur Systeme wie die frühe UdSSR in der Lage waren, die Sportsfreunde der Bankenzunft im Zaum zu halten.
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    FS, Bergamo ist sicher immer eine Reise wert. In der Cappella ist ausserdem das vorzügliche Grab der Medea Colleoni, und während die Goldstatue des Condottiere viertklassig ist, ist die Tumba der Dame wirklich ein Grund, das Photoverbot im Innenraum zu hassen.

  22. @Gärtner
    Frauenfeindlich ist...

    @Gärtner
    Frauenfeindlich ist etwas ganz anderes als die outings von Don und co. Übrigens, fällen sie Ihr Vorurteil als Mann oder Frau?

  23. Don Ferrando, diese Zeit in...
    Don Ferrando, diese Zeit in der bayerischen Provinz verleben zu müssen, war alles andere als ein sattes Vergnügen. Diese Welt war so unsagbar dumm, stillos und bei allem Reichtum auch so unfassbar borniert, es war einfach unerträglich. Und immer das feiste Grinsen der Arroganz. Eine Bleidecke. Widerlich. Geld ist eben nicht alles.
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    Devin08, ich habe 1 mal urlaub in einem Wohnwagen gemacht, das war in der Toskana mit Freunden am Monte Argentario. Allesamt nette Leute. Aber nach 2 Wochen… ich brqauche einfach Distanz. Mehr als andere. Ich kann zwar durchaus mit menschen in einem Zimmer schlafen, aber nicht in so einem Loch. Insofern kann ich jede Frau verstehen, die ein Hotel bevorzugt – was letztlich auch günstiger ist, nehme ich an.

  24. Konfuzius, kennt man die...
    Konfuzius, kennt man die Geschichte einmal, kennt man sie immer.
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    elbsegler, interessanterweise opferte man die eigenen Leute durchaus im Seekrieg. Nur die Terra Ferma überliess man den Söldnern, die dafür die nötige Kompetenz und das wichtige Training für Formationskämpfe hatten, neben den nötigen psychischen Voraussetzungen. Machiavelli findet das insgesamt ja weniger gut und rät eher zum „Bürger in Uniform“, aber spätestens mit dem Aufkommen der Feuerwaffen und der nötigen Logistik sowei Besatzungs- und Verwaltungsaufgaben ist es gar nicht dumm, sich nach den Vorgängern von Blackwater und Co. umzuschauen.
    .
    Venedig selbst war halt auch nur eine Firma, und wer genug Geld mitbrachte, durfte sich auch in die Entscheidungsprozesse einkaufen. Der Diskurs über alte, neue und neueste Familien, der sich architektonisch auch stark niedergeschlagen hat, wäre bei Gelegenheit zu führen. Vielleicht im Januar?

  25. Nicht billig aber mobiler
    @Don...

    Nicht billig aber mobiler
    @Don Alphonso: Günstig ist ein Wohnmobil nicht, wenn man richtig rechnet, aber eben mobiler. Heute hier, morgen dort, und hin und wieder auch dort übernachten, wo man gerade Lust hat – ein wenig Zigeunerfreiheiten: In den Bergen, in den Pässen, an Flussbiegungen, an Seen, manchmal auch mitten in traumhaft schönen Städten…Ich bin einmal in 3 Wochen 6000 km gefahren, immer dem „Monsum“ – beginnend am Luganer See (im Mai!, aber auch der September ist nicht weniger beschissen, aber wem sag ich das?) – davon. Klar, es ist eng, aber die Reise ist erheblich dichter, und das eigentliche Leben spielt sich, wenn nicht gerade als Fahrt, draußen ab. Und doch ist man sicher – zum Beispiel im Vergleich zu einem Zelt – untergebracht. – Einen Knüppel und eine Gaspistole hatte ich allerdings immer griffbereit.
    Man lernt die Menschen kennen, man lernt sie zu schätzen und zu fürchten, man lernt sich zu unterhalten, das ist nicht nur einfach ein Reisevorteil, sondern manchmal überlebenswichtig, und: es ist ein Teil einer völlig neuen Welt, die sich einem erschließt. Bevor man sich irgendwo hinlegt zum Schlafen, sollte man vorher mit den Leuten, den Einheimischen, Kontakt aufgenommen haben, das erspart einem so manchen Ärger.
    In der Türkei zum Beispiel sollte man nie in der freien Landschaft übernachten, dafür dankt es einem jeder Tankwart, wenn man, um sich seines Schutzes zu vergewissern, ihm vorher, für ein oder zwei Glas Tee (den Tee spendiert er), Aufmerksamkeit schenkt. In Portugal kann man an den Flussläufen übernachten, aber möglichst nicht in den Weinbergen, wenn man nicht für einen Räuber gehalten werden will. In Frankreich übernachte ich am liebsten mitten im Ort, auf dem größten Parkplatz, wo man dann früh auf einem lebhaften Marktplatz aufwacht; und man kann im Bistro vor Ort einen frühen Kaffee trinken. Und niemand schimpft wegen des Wohnmobils, das da rumsteht. Man ist schließlich Gast. – Es sei denn, man ist „Reisendes Volk“ (nette franz. Umschreibung für „Zigeuner“), das fast überall nicht besonders geliebt wird. Aber das ist in Deutschland nicht anders. Nur hier sagt das keiner so offen.
    Dafür haben diese „Zigeuner“ in Frankreich ihre eigene christliche Heilige, in St. Marie de la Mer, an der Mittelmeerküste, nämlich die Hl. Sara (die einzige schwarze Heilige, meines Wissens). Dort liebt man diese Leute so sehr, dass an jedem Geschäft eine spezielle Person zu ihrer Begrüßung bereitsteht. Und die Geschäfte möchte man ja machen, eben dankt dieses Tourismus’. Verluste werden dort abgeschrieben, wie überall auf der Welt.
    Wie jemals, hätte ich von diesen und jenen Dingen so viel erfahren können, wenn nicht durch das Wohnmobil?

  26. @Gärtner
    Ich warte auf Ihre...

    @Gärtner
    Ich warte auf Ihre Antwort – oder sollen wir Ihr Schweigen dahingehend interpretieren, dass Sie sich nicht einmal über Ihr Geschlecht outen wollen?

  27. "Denn nicht nur ein...
    „Denn nicht nur ein mörderisches Scheusal ist der Condottiere, er hat, schlimmer noch, keinen deutschen Hochschulabschluss und damit auch keine Kultur.“Lese ich da etwa Ironie heraus? Mein lieber Herr, der „deutsche Hochschulabschluss“ garantiert die Kultur zwar nicht. Aber kennen Sie Kultur ohne ihn?

  28. Hey Devin08, cool! Erzählen...
    Hey Devin08, cool! Erzählen Sie mehr aus Ihrem Liebesleben! Krasse Nummer, echt!

  29. Dame im Dirndl:
    Erst schickt...

    Dame im Dirndl:
    Erst schickt man mich ,,hergelaufenen Sonderling“ auf einen anderen Spielplatz, dann will man doch mit mir Raufen:
    Der Kommentator ist männlich und fand den Link zu einer Angela Merkel-Kollage einfach blöde, und das ganz ohne entsprechendes Parteibuch oder besonderer Sympathie zum CDU-Führungspersonal. Dieser Link hat den Artikel, den ich im übrigen für gut geschrieben halte, jedenfalls nicht verbessert.
    Aus meiner persönlichen Erfahrung und meinen rudimentärpsychologischen Kenntnissen speist sich der überwiegende Teil der von Männern geäusserten Kritik an Angela Merkel aus ihrem Frausein und ihrer ostdeutschen Herkunft.
    Sie müssen diesen Kommentar nicht freischalten

  30. Der Gartner, warum nicht...
    Der Gartner, warum nicht gleich so?
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    Donut, ach bitte, könnten wir sowas nicht bleiben lassen?

  31. Julius, man munkelt, dass die...
    Julius, man munkelt, dass die Architekten der Pyramiden nicht mal Abi hatten. Und Goethe ist nicht mal ordentlich zur Schule gegangen, das Lotterkind…
    Und ich hab schon einiges bei Don Alphonso gelesen, Totalausfälle (über Gamer), kühne Geständnisse (über Leuchter) und Geniestreiche voller Esprit. Aber noch nie habe ich in einem seiner Blogs frauenfeindliche Äußerungen gelesen. Der Vorwurf ist albern!

  32. @ Gärtner: Ja, gut bemerkt,...
    @ Gärtner: Ja, gut bemerkt, so geht das allhier. Man könnte sagen: „Krabbelgruppe mit Goldrand“ oder „Sandkasten samt Muranoförmchen“. Machen Sie sich nichts draus, was Ihnen an den Kopf fliegt und zerschellt ist meist Arzberg statt KPM.

  33. Huch. Don! "Warum icht gleich...
    Huch. Don! „Warum icht gleich so?“ – ahnen Sie, welchen Sitz im Leben diese Frage hat? Wer so fragt? Hoffentlich wars nur ein argloser Fehltritt.

  34. Julius, niemand ist gezwungen,...
    Julius, niemand ist gezwungen, das hier zu mögen, aber meine Geduld als Gastgeber ist auch nicht unendlich. Soviel Nichtmögen sollte man sogar mir zugestehen. Ich finde es sehr nett, hier über 500, 700, 1000 Kommentare nicht auf die Bremse treten zu müssen, das macht es sehr engenehm – aber wenn ich die Wahl habe, es angenehm zu haben, oder zwanghaft alles und jeden nach Gusto durchreden zu lassen, entscheide ich mich für die zweite Variante, oder versuche eben zu erklären, was hier geht und was nicht. Man kann hier eine nette Zeit haben, und das geht auch meistens gut. Wer partout andere Themen in diesem Stil setzen will, soll das halt woanders machen, das ist mir dann auch egal. Der Diskurs hier ist unbezahlte Fleissarbeit, da erwarte ich also etwas Rücksichtsnahme. Ich hoffe auf Verständnis und Einsicht. Sonst trete ich das nächste mal bestommt nicht fehl.
    .
    Devin08, um ehrlich zu sein; ich denke, das kann man auch mit einem Sportwagen haben, wenn man nur etwas offen ist. Ich allerdings fahre auch gern in den Urlaub, um wegzukommen und bewusst nicht irgendwo anzukommen. Ich bin gern mit mir selbst unterwegs. Kennenlernen… es ist nun mal so, dass die Dinge, die mich interessieren, die Einheimischen meist selbst nicht kennen und wissen.

  35. Da baut sich jemand sowas hin,...
    Da baut sich jemand sowas hin, und wenn die Tauben es vollgekackt haben,
    kommt der Staat mit Klopapier aus echtem Geld.
    Ich versuche das zu verstehen, es gibt genug Beispiele an denen man
    überlegen könnte: was bedeutet das Haus Wahnfried für mein Leben?Oder:
    welche Folgekosten entstehen an einem Mahnmal für ermordete Juden, bereits kurz nachdem es fertiggestellt wurde?
    Gibt es überhaupt ein Gleichgewicht zwischen materialisierter Darstellung
    der Geschichte und weitgehend inmaterieller Aufklärung?

  36. Bloß nicht Kennenlernen. Man...
    Bloß nicht Kennenlernen. Man setzt sich ja der Gefahr aus, sich hinterher für etwas zu interessieren, was man selbst vorher gar nicht kannte.

  37. immateriell...
    immateriell

  38. @Gärtner
    Nach Ihrer fairen...

    @Gärtner
    Nach Ihrer fairen Antwort, bin ich jetzt dran: Als Dame im Dirndl bin ich keineswegs Frau Andrea Diener, welche als Co-pilotin mit Herrn Alphonso in romantischen italienischen Hotels gastiert, sondern jene Dame, die zu einem Gespräch mit dem Leiter der Personalabteilung einer internationalen Organisation in Paris im Dirndl erschien. Bei der europäischen Organisation handelt es sich um die europäische Raumfahrtbehörde, die zumindest damals Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelte = support staff unsuitable for management posts. Um den Leiter der Personalabteilung reinzulegen, das heißt ihn in seinem Vorurteil zu bestätigen, und um ihn dazu zu bringen (noch mehr) dumme Entscheidungen zu treffen, habe ich die supernaive Deutsche gespielt.
    Bevor Sie weiter fragen, das Ergebnis dieser Unterredung (und anderer von ähnlicher Art) ist eine lange Geschichte und zu ernst für Don Alphonso’s Blog der Gesellschaftsstützen.

  39. Schöner Artikel, hat mir...
    Schöner Artikel, hat mir gefallen: arrogant wie immer. (Nicht als Kritik missverstehen — das ist Ihr Markenzeichen, bleiben Sie dabei.)
    Hinweis: Grabmahl? Mit h? Rechtschreibkorrektur aktualisieren.

  40. Lieber Don,
    nette...

    Lieber Don,
    nette Fingerübung, aber leider m.E. am Ziel vorbei. Banker haben die was zu sagen? Ich dachte: die versicherer sind die Schurken‘. Oder warum wurde die Commerzbank gerettet. Doch nur um als Bad Bank für den ganzen Müll der Allianz, die diese in die Dreba gesteckt hat, zu dienen. Frei nach Kleist: Er sagte mach wahres und manch richtiges, aber…

  41. Vielen Dank für den Hinweis -...
    Vielen Dank für den Hinweis – mir ist das extrem peinlich, und es ist nur bedingt tröstlich, dass es nur einmal passierte.

  42. Sehr geehrter Herr Devin,
    Ihre...

    Sehr geehrter Herr Devin,
    Ihre Liebe zum Wohnmobil in allen Ehren, aber ich kann die Sie begleitenden Damen gut verstehen, daß sie das Reisen mit so einem Fahrzeug nicht so arg lieben!
    Da brät man sich in Gelsenkirchen ein Spiegelei und in Bergamo riecht es in der Kiste immer noch danach.
    Wenn es regnet, hat man nach einem Tag klammes Bettzeug.
    Einbrecher klauen nicht bloß vielleicht ein Autoradio, sondern gleich den ganzen Hausstand.
    Vor einem vernünftigen Hotel wird man mit dem Ding gleich weggejagt, selbst wenn man eventuell dort nicht nur die Morgentoilette verrichten möchte, sondern vielleicht sogar dort wohnen.
    Und es gibt kaum ein Fahrzeug, auf das der Begriff „cool“ weniger zutrifft.
    Können Sie sich Thomas Bernhard, Alan Clark oder Marcello Mastroianni in einem Hymermobil vorstellen?
    Damen wissen eben um diese Problematik, außerdem gibt es kaum ein schöneres Gefühl, als nach einer Tagesreise im offenen Sportwagen im Hotel zu duschen, sich umzukleiden, ins Restaurant zu gehen und dann in ein frisch bezogenes Bett zu sinken…

  43. Nun,um der Wahrheit die Ehre...
    Nun,um der Wahrheit die Ehre zu geben, sollte man sagen:
    .
    „…nach einer trödelnden Tagesreise im offenen Sportwagen noch schnell eine Pizza aus dem schon erkaltenden Ofen im letzten geöffneten Restaurant am Domplatz von Mantua zu essen dann in ein frisch bezogenes Bett zu sinken.“

  44. Ja, Don Alphonso, das waren...
    Ja, Don Alphonso, das waren noch Zeiten, als eine banca rotta noch mit Eichenknüppeln und nicht mit Milliardenhilfen bearbeitet wurde. Außerdem sieht man, daß Colleoni gut daran tat, sein Geld schon zu Lebzeiten sinnvoll anzuwenden. Denn auch dem Condottiere flicht die Nachwelt nur Kränze, wenn sie nachdrücklich dazu angehalten wird. Von den Condottieri ist mir allerdings Federico da Montefeltro der angenehmere. Der hatte nämlich (nach Bau eines bescheidenen Eigenheims in Urbino) nichts besseres zu tun, als seine zusammengeraubten Dukaten spornstreichs zu seinem Buchhändler zu tragen. Der Buchhändler wurde übrigens reich dabei. Auch etwas, das man heute seltener sieht. Und welcher General würde sich heute in dieser Pose ablichten lassen?
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Federico_montefeltro_and_son.jpg
    Colleoni und Montefeltro trafen sich übrigens auf dem Schlachtfeld, 1467 bei Imola. Für die Feldherren ging es unentschieden aus. Die 1000 Toten dürften anderer Meinung gewesen sein. Das schönere Grabmal hat Colleoni, Montefeltro konnte seinen Besitz vererben. Also auch hier Unentschieden, gewissermaßen. Nun, die Condottieri unserer Zeit sind eher Spesenritter von der traurigen Gestalt, die einen fallierten Bankier lieber zum Essen einladen, als ihm den Knüppel zu zeigen. Vor hundert Jahren wäre einem Bankier, dem die Hypo Real Estate gehört hätte, beim Waffenreinigen ein Malheur passiert. Heutzutage klagt soetwas anschließend eine Abfindung ein. O tempora, o mores!

  45. werte mrs. dirndl,
    sie können...

    werte mrs. dirndl,
    sie können hier nicht mit
    .
    „Um den Leiter der Personalabteilung reinzulegen, das heißt ihn in seinem Vorurteil zu bestätigen, und um ihn dazu zu bringen (noch mehr) dumme Entscheidungen zu treffen, habe ich die supernaive Deutsche gespielt.
    Bevor Sie weiter fragen, das Ergebnis dieser Unterredung (und anderer von ähnlicher Art) ist eine lange Geschichte ..“
    .
    den leser „anfüttern“ und dann hungrig stehen lassen!
    das geht doch nicht!
    .
    also,
    wie war das? damals …

  46. @Savall Nunja, so lange hielt...
    @Savall Nunja, so lange hielt das mit dem Vererben bei der „Nase Italiens“ (so der zeitgenössische Spitzname für Federico di Montefeltro, Duca d´Úrbino) auch nicht vor. Immerhin hatte er auch eine Dotation erhalten, ein kleines Herzogtum. Als die Nachfahren es nicht mehr halten konnten landeten die illuminierten Manuskripte und ganz frühen Wiegendruck in der bibliotheca apostolica vaticana, wo man sie noch heutigen Tags anschauen kann. So man den Präfekt kennt und deswegen etwa das zierliche kleine Stundenbuch anfassen darf. Auch die Nase Italiens hatte allerdings afaik kein Abitur und keinen Hochschulabschluss. Aber Stil.

  47. Nicht entschuldbar, aber...
    Nicht entschuldbar, aber verständlich
    @Don Alphonso: Unsere Geschmäcker scheinen nicht so verschieden, nur mit einem Sportwagen und einem kleinen Kind…? Da ist das Wohnmobil schon praktischer. So war zum Beispiel mein Sohn aus erster Ehe mit knapp 1 1/2 Jahren in die Wohnmobiltoilette so sehr vernarrt, dass er auf der Reise in die Türkei sauber geworden ist.
    @Hugoservatius: Also einen „Hymer“ habe ich nie gefahren, ich sagte es schon, es war ein VW Typ II, Westfalia-Ausbau (ein wenig verbessert, da Selbstausbau). Abgesehen vom Mangel an PS sind mir die sportlichen Touren in den Bergpässen mit diesem Prachtstück eines VWs immer noch eine genussvolle Erinnerung – der frisst sich regelrecht in die Kurven, trotz seiner Höhe von gut 3 Metern -, dafür musste ich auf den Autobahnen die Abfahrten zwecks Beschleunigung nutzen, das war manchmal auch recht sportlich. Und selten dass das Fahrzeug länger als eine Stunde nach Essen gerochen hätte, wenn überhaupt, denn gekocht wurde in aller Regel vor der Tür. Und das war oft keine schlechte Küche. Frisch gefangene Forelle im Wechsel mit Wolfsbarsch (vom Mittelmeer in der Türkei), oder frisch gegrillte Seezunge in Spanien, um mal nur 3 Beispiele genannt zu haben. Öfters, vor allem unterwegs, haben wir auch gute Restaurants aufgesucht, vor allem in Frankreich. Und einen guten Wein konnte ich mir dann auch noch genehmigen, da dann meine weibliche Bekleidung, die in aller Regel keinen Alkohol trank, so freundlich war, weiter zu fahren, wenn wir nicht gleich eine längere Pause einlegten.
    „Klamm“ waren die Betten nie, denn beim VW Typ II lag die Matratze zum Teil auf der Motorhaube, die im Heck war (bei den Folgemodellen ist das leider anders). Es war also immer mollig warm, so warm, dass man im Sommer die Hecktür offen lassen musste. „Ausgeraubt“ wurde ich in 20 Jahren nur einmal, und das war auf einem Campingplatz in der Türkei, der nur von Deutschen besucht war (da habe ich wohl meinen Instinkt weggedrückt). Und da waren organisierte Banden in Tateinheit mit den lokalen Sicherheitskräften am Werk.
    Das was den Frauen (manchen Frauen!) am Wohnmobil nicht gefallen wird, so darf ich mal vermuten (ich lasse mich gerne korrigieren), ist die schlichte Tatsache, dass man als Wohnmobilist selten ein Cocktailkleid mitführt, und man daher abends an der Promenade (wenn man eine solche überhaupt besucht) etwas deplatziert daher käme.
    Die Frage bleibt daher, ob Mann und Frau sich wirklich gemeinsam bewusst werden können, was eigentlich Urlaub ist, und ob das Cocktailkleid dabei unbedingt Priorität hat.
    Ich selbst hatte in aller Regel nur 2 Pullover dabei, einen hellblauen und einen dunkelblauen, neben der Jeans, den Badesachen, ein paar T-Shirts und der Wäsche. Als ich dann einmal mit meinem 8-jährigen Sohn (das war nach der Trennung von meiner Frau) abends eine Stranddisco aufsuchen wollte, machte mir mein Sohn, wegen meiner sichtbaren Unbeholfenheit, kategorisch klar, was der Herr abends trägt, nämlich dunkel, somit nur der „dunkelblaue“ in Frage käme.
    Ich finde, solche Erinnerungen sind es wert, auf die Bequemlichkeiten eines Hotelbettes verzichtet zu haben, wenn ich mal unterstellen darf, dass Kinder kaum die Chance haben dürften, in der sonst üblichen Urlaubsumgebung, ihren Eltern solchermaßen selbstbewusst begegnen zu können . Ich selbst kann mich noch gut erinnern, an den totschicken Anzug, zu dem mich mein Vater immer zwang, regelmäßig zum Sonntag. Nur die Rockerbande, mit der ich mich dann (heimlich) traf, fand das cool, zumal ich mit 15 ehe das Maskottchen (im Dreiteiler!) der Clique war.
    Freiheit, die ich schon immer meinte, war auch schon immer die gegenüber gewissen Etiketten. Das gilt ganz besonders aus dem Blickwinkel eines Kindes. Leute/Männer/Väter/Frauen/Mütter die das nicht sehen wollen, erkennen nicht die Nöte einer wirklich glücklichen Kindheit.
    Es ist unser Egoismus/Dünkel, der Egoismus/die Versnobtheit des Erwachsenen, der das Kind, das Kind mit uns/in uns, auf ewig begräbt. Frauen/Mütter sind bedauerlicherweise dahingehend nur bestens angepasst, da sie von diesen Snobs abhängig sind, sich in deren Welt behaupten müssen. Und dafür opfern sie manchmal ohne zu zögern das Glück ihrer Kinder, vorausgesetzt sie kennen ein solches Glück überhaupt. Das ist das Motiv für den Hang zum Luxus. Entschuldbar ist das nicht, nur verständlich.

  48. Ah, prince Matecki, ich darf...
    Ah, prince Matecki, ich darf aus Ihren Worten schließen, das Sie angefaßt haben? Sie gestatten, daß ich ein wenig neidisch bin.
    Ich habe nochmal bei Bernd Roeck nachgeschlagen. Er war so ungebildet nicht. Er hat in Mantua bei Vittorino da Feltre die sieben freien Künste studiert. Also ganz von ungefähr kam das alles nicht. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, wie treffsicher diese Fürsten wirklich die _besten_ Künstler der damaligen Zeit an sich zu binden wußten. Die Kategorie der verkannten Genies gehört einer späteren Zeit an. Damals ließ man die Leute arbeiten und man tat gut daran.

  49. @Swina
    Die Geschichte liegt...

    @Swina
    Die Geschichte liegt bei meinem Rechtsanwalt, aber Sie haben natürlich Recht, anfüttern hätte ich Sie nicht sollen. Ich muss allerdings ein Stück zurückgreifen. Die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA), aber auch die EU sind Bananenrepubliken in der Mitte von Europa. Was ihnen fehlt ist eine Judikative. Das bedeutet, wer als Sekretärin in ESA oder der EU von seinem Chef vergewaltigt wird, kann zu keiner Polizei gehen. Andererseits, wenn sich ein Chef auf Korruption einlässt, braucht er keinen Staatsanwalt zu fürchten. ESA und EU haben keine eigene Polizei und Strafverfolgung und sind immun gegen die der Mitgliedländer. Das wird sich auch mit dem Vertrag von Lissabon nicht ändern. Als ich in ESA arbeitete, habe ich einen Präzedenzfall daraus konstruiert. Weil ich die deutsche Regierung (unter Schröder) von der nicht existierenden Rechtssituation in ESA informiert habe, bin ich entlassen worden. Das weitere ist ein weitere Präzedenzfall, nämlich der Beleg eines nicht existierenden Rechtswegs für Streitfälle dieser Art.

  50. Mehr aus meinem...
    Mehr aus meinem Liebesleben?
    @Donut: Sind Sie denn alt genug dafür? Allerdings müssen Sie da noch etwas warten, nämlich bis ich meine Autobiografie veröffentliche. Ich arbeite dran. Und doch wird das ganz sicher kein Erotikthriller, da wären zu viele Persönlichkeitsrechte betroffen. Die meisten Damen sind noch zu jung (und in aller Regel in festen Händen), um ein Outing witzig zu finden.

  51. merci madam...
    merci madam (die-dame-im-dirndl)!

  52. Devin08, nachdem der Diskurs...
    Devin08, nachdem der Diskurs hier mit Bartolomeo Colleoni begonnen hat und über Frauenfeinlichkeit nun bei detaillierten Ausführungen über Wohnmobilreisen gelandet ist: selbst ich, der noch nie campen war, bin vor einer Woche das erste Mal in meinem Leben mit einem Wohnmobil verreist, das mir ein so wie Sie begeisterter Freund geliehen hat – mitten nach Paris ausgerechnet… Meiner Frau hat’s übrigens gut gefallen, besser als mir. Ich bin eigentlich eher für Sportwagen. Aber ich gebe zu: es hat auch seine Vorteile (siehe letzter Beitrag zu den wenigen wirklich guten Hotels) und es war irgendwie ganz witzig. Machen wir sicher wieder mal.

  53. @Don: danke für diese...
    @Don: danke für diese Beschreibung, hat mir sehr gefallen. Es gibt also was zu sehen in Bergamo. Tja, das Söldnerwesen, es war nie völlig weg, aber damals waren die italienischen Stadtstaaten besonders experimentierfreudig damit.

  54. Guten Abend Don Alphonso und...
    Guten Abend Don Alphonso und Mit-Diskutanten,
    ein interessanter Artikel über eine gewisse Kategorie des freien Unternehmertums, wie sie wohl in der italienischen Renaissance (aber auch darüber hinaus) häufiger anzutreffen war. Immerhin hatte der Herr Condottiere noch die Klasse, ein bedeutendes Bauwerk zu hinterlassen. Was in einigen Jahrhunderten wohl von grössenwahnsinnigen und somit zwangsläufig gescheiterten Finanzmenschen übrigbleibt ? Vielleicht Prozessakten um die eingeklagten Abfindungen. Puh, soweit ist es also gekommen.
    Ansonsten bin ich höchst beeindruckt über die mannigfaltigen Verästelungen dieser Diskussion bis hin zu den Vor- und Nachteilen von Wohnmobilen, nicht vorhandenen Frauen- und Arbeitnehmerrechten in europäischen Institutionen usw. usw. Wäre ich ein Schriftsteller und hätte die nötige Phantasie, ich würde einen Roman drüber schreiben.

  55. Theoderisch, es gibt ein Buch...
    Theoderisch, es gibt ein Buch von Italo Calvino mit dem schönen Titel „Das Schloss worin sich Schicksale kreuzen“, das einer derartigen Idee nachhängt – allerdings würde ich den geteilten Visconte da immer noch bevorzugen.
    .
    colorcraze, bitteschön. Ich glaube, es gibt einfach bei vielen einen Trieb, sich die Hände nicht schmutzig zu machen. Schliesslich hat Herr Rüttgers in NRW Frau Kraft auch nicht persönlich überwacht – dazu haben seine Handlanger in Partei und Staatsregierung eine Firma beauftragt. Wobei, nachdem die fragliche Überwacherin nicht sagte, für wen sie arbeitete, dürfte man vielleicht weniger den Söldner als Vergleich wählen, sondern eher die Giftattentäter, eine alte Spezialität der Visconti und Sforza aus Mailand.

  56. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Devin,
    klingt alles wildromantisch, mit den zwei Pullovern und dem Kochen vor dem Wagen, dem Kind aus erster Ehe und den Kurven und der unbändigen Kraft des VW-Bullis mit Selbstausbau.
    Wir sind halt sehr unterschiedlich, ich bin immer noch zum ersten Mal verheiratet und koche lieber in meiner Boffi-Küche als vor einem meiner Autos, angele nicht selber und liebe auch die Kraft eines luftgekühlten Boxers in den Haarnadelkurven am Sella-Paß, allerdings mit 231 PS und ohne drei Meter Aufbauhöhe, dafür mit Stoffdach und habe auf Reisen immer mindestens zwei Anzüge und drei Paar rahmengenähte Schuhe auf Zedernholzspannern dabei.
    Soll jetzt nicht verletzend klingen, aber sind Sie Studienrat?

  57. hugoservatius, seien Sie...
    hugoservatius, seien Sie einfach ein bisschen lockerer! Ich habe mir das auch nicht vorstellen können, mit einem Wohnmobil, wobei neuere auch weitaus komfortabler als Devins Bulli sind, größer, mit komplettem Bad und so. Ansonsten koche ich auch lieber in besagter Küche, knalle die Pässe hoch und runter, daß die Fetzen fliegen – detailliertere Äußerungen zum Fuhrpark scheinen hier allerdings einigen nicht so zu gefallen…

  58. Bitte, der Condottiere, die...
    Bitte, der Condottiere, die condottieri (it. maskulin Plural), sprachliche Korrektheit ziemt sich auch in einem Blog – erst recht bei Stützen der Gesellschaft…

  59. Wir sind hier nicht bei...
    Wir sind hier nicht bei Facebook
    @Hugoservatius: Was soll man dazu sagen? Ich wünsche Ihnen viel Glück mit Ihrer Frau in erster Ehe. Vielleicht schaffen Sie es noch mit Exkanzler Schmidt und seiner Loki Schritt zu halten, mit Spazierstock gar. Was mich angeht, so mag ich Trennungen auch nicht sonderlich – die kosten was: an Kraft, Geld und vor allem Illusionen – ; aber trotzdem habe ich mich dabei nicht unbedingt verschlechtert, wenn man das mal so darstellen möchte. Meine Frauen sind immer jung geblieben (um nicht zu sagen jünger geworden, mit der jüngsten davon lebe ich in 2. Ehe – seit Jahren -, schauen wir mal); einem Unterfangen, was einem in aller Regel nur mit viel Geld oder entsprechender Bekanntheit gelingt (was bei mir definitiv nicht der Fall ist, keines von beidem), wenn man das unbedingt will. Wie schon gesagt: die Frauen müssen sich halt bewähren, in dieser versnobten Welt der Männer! – nicht wahr?
    Ich bevorzuge es in möglichst vielen Welten zuhause zu sein (dabei meinen Grundsätzen einigermaßen treu zu bleiben – Frauen mögen das u. U. nicht, doch können sie sich solchen Männern nur schwer entziehen; oh ich ahne es, da wittert schon wieder jemand einen Erotikthriller), und dafür wäre vielleicht die eine Frau zu überfordert gewesen. Eine Frage der Prioritäten.
    Wenn Sie wissen wollen, wer oder was ich bin, etwas darüber erfahren Sie in meiner Website, stöbern Sie ein wenig. Aber machen Sie sich nicht all zu viel Hoffnung, wir sind hier nicht bei Facebook.

  60. Pedant, Sie haben natürlich...
    Pedant, Sie haben natürlich recht, vielen Dank für den Hinweis.
    .
    Devin08, da fällt mir georg Kreisler ein (bitte jetzt keine Debatte um Frauenfeindlichkeit)
    „Adelheid warf ich in die Donau,
    grad bei Dürnstein,
    niemand hat´s gesehen.
    Doch auch sie wird mir verzeihn
    denn grad bei Dürenstein
    ist die Donau doch so wun-der-schön!
    Bidlabuh, Bidlabuh…“

  61. mawu, man muss im Systemstreit...
    mawu, man muss im Systemstreit keine Hemmungen haben, also immer nur her damit, solange es kein Opel und kein SUV ist.
    .
    hugoservatius, prinzipiell führen ja alle Wege nach Rom, nur wäre es nett, wenn sich unsere dicken, ungefiederten Freunde ab und an an den Strassenrand bequemen könnten, wenn wir kommen – so ist es dann für alle angenehmer, und man muss keine schwarzen Gedanken hegen.

  62. Galanter als Perlen vor die...
    Galanter als Perlen vor die Säue
    @Don Alphonso: Wo anders und zu anderen Zeiten warf man Gold in den Rhein. Wie auch immer: doch allemal galanter als Perlen vor die Säue.

  63. kleinerberg, mit Folgekosten...
    kleinerberg, mit Folgekosten muss man immer leben – es sei denn, man investiert in Bomben und Giftgas. Insofern ist es schon in Ordnung, wenn Staaten etwas erhalten, was ein Recht hat, zu überdauern, und sei es nur als Taubenklosett.
    .
    BertholdIV, nenne wir es einfach nonchalont den nichtproduktiven Teil der sog. „Finanzwirtschaft“, dann haben wir alle in einem Sack.

  64. @Swine
    …gerne geschehen!...

    @Swine
    …gerne geschehen! Dennoch, mein lieber Herr Schwein, hätte ich mehr als ‘merci’ erwartet. Die halbe Nacht habe ich darüber nachgedacht, was Sie und/oder die anderen Blogwarte wohl als nächstes fragen würden – doch keiner hat sich was getraut.

  65. Savall, oh ja, so manche gab...
    Savall, oh ja, so manche gab es, die eine Weile raffen konnten. Aber wie prince Matecki so schön ausführt: Es gibt feine Bücher des Hauses Belser, in denen die Geschichte der besagten Bibliothek aufgezeigt wird, und auf sehr lange Sicht scheint die Kirche letztlich der Gewinner zu sein, oder heute der unersättliche Staat. Oder man betrachte nur das Drama um das Mittelalterliche Hausbuch von (ehemals) Schloss Wolfegg. Manche Buchschicksale wollte man wirklich nicht haben.

  66. @dame-im-dirndl,
    .
    mein merci...

    @dame-im-dirndl,
    .
    mein merci war ein „diskreter rückzug“ –
    von ihnen schon recht als „nicht trauen, nachfragen zu stellen“, gedeutet.
    .
    da ich ihre replik als aufforderung ansehe,
    dann also
    .
    – welche grenzüberschreitungen erlauben struntz bzw. esa-mitarbeiter?
    – wie hoch ist der machismo in der esa – und wie zeigt er sich?
    – wie werden dirndl-trägerinnen beurteilt?
    – welche wirtschaftsbranchen laden gern zu netten „meet & greets“ ein?
    – welche länder senden die aufdringlichsten lobbyisten?
    – wie sah der präzidenzfall aus?
    – wie leben sie jetzt? (ohne esa)
    ..
    vielleicht bricht ja jetzt der damm und @miner, julius, savall et al. löchern weiter.
    sagen sie nicht madam,
    daß das nicht ihre absicht war!
    ..
    swina
    (sehr weiblich)

  67. From:...
    From: Lisbeth.Heuse@klc-techtrans.demon.nl
    Subject: Re: Stützen der Gesellschaft
    Date: September 23, 2009 9:54:44 PM GMT+02:00
    To: npflueger@k44.de
    Cc: g.nonnenmacher@faz.de, H.Steltzner@FAZ.de, Bruno.Gardini@ESA.int
    Mr e-Pflüger: ‚Tiger, watching the Bundestagswahl is not a full time job, what else do you do?‘
    Tiger: ‚I watch Madame having intellectual sex with Don Alphonso.‘
    While Messrs. e-Nonnenmacher and e-Steltzner are grinning …….
    Mr e-Pflüger: ‚Madame, is that true?‘
    Madame: ‚Are you trying to tell me that I am too old for intellectual sex? Don Alphonso is a charming young man. I love his blog
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/09/23/briefe-aus-stresa-iv-die-bankiers-an-der-gurgel.aspx

  68. Ich lese das, und frage mich,...
    Ich lese das, und frage mich, „wie konnte es denn dann jemals überhaupt so etwas wie (sozialen) Fortschritt hin zu dem, was wir haben, geben?“. Konservative – und orthodoxe Marxisten – würden wohl antworten, „gabs ja auch nicht, ist alles nur ein dünner Anstrich, darunter alles wie eh und je, die Wiederkehr des Immergleichen“, aber ich bin nicht konservativ.
    Und Steinbrück – kann er denn wirklich etwas daraus lernen? War er zuvor nicht Teil derer, die alles deregulierten, um sich nun zeitgemäß, verbal, in die Pose des Regulierers zu werfen?
    In ratloser Melancholie versinkend,

  69. Woher die Macht kommt…
    @Dame...

    Woher die Macht kommt…
    @Dame im Dirndl: Ich verfolge diese – Ihre – Geschichte nun soweit ich sie verstehen kann. Und ich kann nur sagen, dass Korruption, so wie wir sie sehen, nur die „Spitze vom Eisberg“ (Schaupensteiner) ist. Ich behaupte darüber hinaus, dass nicht nur solche supranationalen Gebilde wie ESA oder EU – aber die natürlich bevorzugt – nicht nur korrupte, sondern vor allem die Gesellschaft korrumpierende Organe sind, und dass diese Korruption die Gesellschaft von oben bis unten auffrisst – restlos. Man könnte auch sagen, dass dies die Strafe für den mangelhaften Klassenkampf ist – der von unten.
    Noch mehr: Was die da oben – die Großen – machen, machen auch die Kleinen. Mit „Kleinen“ meine ich nicht nur den kleinen Mann (der hat kaum die Möglichkeit, und schon gar nicht die Mittel, wenn auch u.U. ein Motiv, aber genau letzteres scheint mir dort das Problem – ein womöglich zu kurz gegriffenes Motiv) sondern auch kleine Unternehmen, kleine/untergeordnete Behörden …. Die Matrix kopiert sich ununterbrochen, wie ein intelligenter Virus im Netz.
    Die Korruption gehört zum Wesen dieser Gesellschaft, ohne diese könnte ein abstrakt/anonym agierendes Kapital gar nicht wirken, ja sich nicht halten. Dessen ganze Wirkung – dessen Macht – kommt von der Korruption. Es sind dies die „Offiziere des Kapitals“ (Marx meinte damit mal ursprünglich die hohen Beamten), die einem Kapital zur Wirklichkeit verhelfen. Ohne diese wäre das Kapital so unwirklich wie ein Gott im Himmel, d.h. dessen ganze Wirklichkeit auf das Glaubensbekenntnis seiner Subjekte reduziert.
    Aber Marktgeschehen ist mehr als nur ein himmlisches „Plenum“ (voll thomasscher Engel), es ist ein irdisches Schlachtfeld. Und das Kapital ist irdisch – von dieser Welt -, ebenso wie die Korruption, welche unmittelbar der Evidenz von Klassen und (dem Mangel an) Klassenkämpfen geschuldet ist.
    Das ist aus meiner Sicht keine rein juristische Angelegenheit, sondern vor allem eine politische. Zu dieser Erkenntnis dürfte mittlerweile auch der von mir sehr geschätzte Jürgen Roth gekommen sein, dessen juristisch und journalistisch abgesicherten (soweit dessen Informanten da mitspielen) Attacken längst durch politische Konteraktivitäten gestoppt worden sind. Man wird ihn jetzt in die sektiererische Ecke abdrängen, wie den Wisnewski (Das RAF-Phantom), man lese nur seine neue Website http://www.mafialand.de; es ist dies auch ein Eingeständnis, dass dieser Kampf nicht mehr mit den Mitteln des Journalismus – und schon gar nicht des Rechtsstreits – alleine zu führen ist. Und Blogs sind keine (Volks-)Armee, und wenn sie noch so gut aufgestellt sind.
    Das was Sie erlebt haben dürften, kann ich im Kleinen nachvollziehen – mehr sage ich hierzu nicht -; und die großen Fälle kenne ich wie gesagt nur vermittelt, und doch tut es mir leid, wenn ich Ihnen sagen muss, dass Ihnen im Weg vor allem Ihr Glaube an den „Rechtsstaat“ steht. Ihre Gegner – diese haben Sie längst vergessen – und auch die Regierung Schröder dürften Ihnen doch bewiesen haben, dass dem das Recht gebührt, dem die Macht zusteht, es zu nutzen. Recht haben, heißt die Macht haben. Und woher die Macht kommt, da möchte ich Ihnen gerne mit Mao Tse Tung antworten, aber das lasse ich lieber.
    Stecken Sie es weg und überprüfen Sie Ihre Strategie, wie vielleicht auch Ihre politischen Überzeugungen, den nötigen Mut scheinen Sie ja zu haben.

  70. @Savall+Don Alphonso Genau,...
    @Savall+Don Alphonso Genau, der Belser Verlag hat zu Zeiten guter Verbindungen zu Kardinal Stricker ( der damals für die Vatikanischen Bibliotheken zuständig war) eine Reihe von Faksimiles gerade auch von Urbinaten und auch Bücher zur Geschichte der Bibliothek herausgebracht. Was das Anfassen angeht, ich bin mit einem alten Monsignore befreundet, der wieder mit jemand befreundet ist usw., jetzt müsste dann der Smiley kommen. Die Nähe zum Papsttum ergabe sich beim Herzog von Urbino durch das Lehensverhältnis (den Herzogtitel hatte er auch vom Papst wenn ich das richtig im Kopf habe) und durch seine Heiratspolitik mit seinen Kindern, sozusagen doppelte Absicherung. Seit Sixtus IV waren die della Rovere, trotz ärmerer Herkunft und Nicht-Zugehörigkeit zum altrömischen Adel, „papbile“, und Sixtus hat insgesamt 8 Neffen und entferntere Familienangehörige zu Kardinälen kreiert. Der Sohn eines Neffen wurde mit der Tochter unseres Condottiere vermählt, so kam das Herzogtum an die della Rovere. Die Kunstsammlung kam nach dem Ende der Herzogsfamilie an die Uffizien, die Bücher überwiegend an den päpstlichen Stuhl. Über den illegitimen Sohn eines Kardinals d.R. und dessen Tocher gibt es aber noch heute die aus der Ehe dieser Tochter mit einem Herzog von Bomarzo hervorgegangene Linie der Herzöge von Lante Montefeltro delle Rovere.
    Alte Bibliotheken und die Schicksale der Bücher sind ein Kapitel für sich, wie vor Jahren in Heidelberg bei der Gedenkausstellung zur bibliotheca palatina anschaulich zu sehen war.
    Immerhin, die bibliotheca apostolica vaticana kümmert sich sehr um ihre alten Bestände und erschließt sie auch sehr schön, einschließlich der Faksimiles bei Belser, ADREVA und anderen Verlagen und der Mikroverfilmung.

  71. Aaaah!
    Lasst die historische...

    Aaaah!
    Lasst die historische Person kreeiren
    die uns befreit von all der Schmach
    die der gemeine Banker brach
    uns nicht in Zaghaftem verlieren
    um fernzuhalten all die Heere
    hinauszuziehen all die Ehre
    in das Feld der Diplomaten
    die natürlich zu den Taten
    weder stehen noch zum Stand
    gehören wie ein Talleyrand!
    Bleibt uns – wir fürchten diese Qual
    nur am Sonntag diese Wahl…
    (obwohl ein Putsch in kleiner Zahl
    uns amüsierte allemal!)

  72. @Devin08
    Es wäre ja geradezu...

    @Devin08
    Es wäre ja geradezu beruhigend, wenn Korruption und Kapitalismus in untrennbarem Zusammenhang stünden. Korruption ist allerdings ein von der Gesellschafts- und Wirtschaftsform völlig unabhängiges Phänomen. Der real existierende Sozialismus ist nicht zuletzt an der systembedingten Korruption zugrunde gegangen und das China Mao Tse-Tungs hat einem brutalen Zwitter aus Kommunismus und Kapitalismus den Weg gebahnt, in dem Korruption eine tragende Säule des Systems ist. Die Korruption des Sowjetstaates hat Millionen von Menschen um ihr Vermögen gebracht und dafür eine Handvoll von Oligarchen zu unfassbarem Vermögen verholfen. Wenn überhaupt ein System die Korruption einigermaßen bekämpfen kann, dann der von Ihnen offenbar wenig geschätzte „Rechtsstaat“.

  73. Die Condottiere wurden ja...
    Die Condottiere wurden ja unter anderem mittelfristig durch Volksheere ersetzt, weil die bösen Söldnerführer oftmals viel eher Krämerseelen waren, anstatt ordentlich und bis aufs Letzte zu kämpfen.

  74. @devin08
    Gold im Rhein war der...

    @devin08
    Gold im Rhein war der Nibelungenhort, den weiland Hagen von T. dort hineingeshmissen hat, um Frau K. um ihr Erbe zu bringen.
    Der Kern im Pud – äh, Altrhein: http://www.barbarenschatz.de/
    MD

  75. Habent sua fata libelli, kein...
    Habent sua fata libelli, kein Zweifel. Und daß die Kirche eine großen Magen hat und sich noch niemals übergessen, ist auch schon länger bekannt. Insofern nur Zustimmung. Solange mit den Büchern pfleglich umgegangen wird und keine mißliebigen einfach verschwinden, so sollen sie meinen Segen haben. Wer weiß, was aus der Palatina geworden wäre, wenn die Päpstlichen sie damals nicht geklaut hätten. An der Ottheinrich-Bibel kann man ja sehen, daß unser Adel im Untergang ein Verhältnis zu diesen Schätzen hat, das dem des letzten Koofmichs in nichts nachsteht. Die Faksimile-Verlage tun da ein gutes Werk, wenn auch leider zu Preisen, die ich mir nicht leisten kann. Faksimile Luzern hatte vor einiger Zeit eine hübsche Reihe aufgelegt, die halb Werbung, halb Monographie auch für unsereinen die Sache zwar nicht billig, aber doch erschwinglich machte. Im übrigen kann ich in diesem Jahr gar nicht klagen. Durch das hiesige Universitätsjubiläum gab es gleich drei Ausstellungen, bei denen man mal wirklich ohne Zurückhaltung die Tresore öffnete. Das dürfte von mir aus viel öfter passieren.
    .
    Natürlich, swina, bin ich ganz versessen auf die Fortsetzung des Romans der Dame im Dirndl. Ich trau mich bloß nicht so recht, meinen Wünschen Ausdruck zu verleihen. Zu lautstark geäußerte Wünsche pflegen gewöhnlich ignoriert zu werden. Ich komme mir vor wie bei Cervantes oder Lesage: Auflösung der Geschichte im nächsten Kapitel, sofern nicht ein böser Zauberer dazwischenkommt.

  76. Das soll nicht Fakebook sein....
    Das soll nicht Fakebook sein. Nach was riecht es dann?

  77. Frank, bitte, so...
    Frank, bitte, so nicht.
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    Savall, ich habe hier eine Ausgabe des Splendor Solis, die von den Krewel-Werken herausgebracht wurde. Zu ihrem Jubiläum. Ich denke, Firmen sollten so etwas öfters tun, statt die immer gleichen Broschüren oder Firmengeschichten zu bringen, die ohnehin kaum gelesen werden. Und die Kirche könnte in der Hinsicht auch so manches Buch unter Völker bringen, die sonst eher ungern zu Kirchenvätern und Bibeln greifen.

  78. Nur ein paar Bemerkungen:
    Es...

    Nur ein paar Bemerkungen:
    Es war Herr Schaupensteiner selbst, der mich darauf hingewiesen hat, dass die deutsche Gerichtsbarkeit keinen Korruptionsfall innerhalb ESA (folglich auch nicht innerhalb der EZB) verfolgen kann. Er mich ermutigt, die Sache durchzukämpfen.
    Aus Ihrem Beitrag könnte man den Eindruck gewinnen, ich sei eine der Sekretärinnen, die vergewaltigt wurde. Ich kann Ihnen versichern, kein Mann würde sich das trauen. Was ich zu Tage gefördert habe sind:
    – Ein Fall von White Collar Crime über 10 Millionen Euro (zum Vergleich, die EU Kommission ist seinerzeit über 180 000 gestolpert)
    – Mobbing einer schwangeren Juristin, weil sie sich geweigert hat den 10 Million Vertrag zu unterschreiben.
    – Zwei Disziplarfälle, die konstruiert waren.
    – Eine Analyse der Dienstregeln in der ich Artikel für Artikel belegt habe, wo sie gegen gängiges europäisches Arbeitsrecht und/oder gegen Artikel 6 der Rechte des europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg (Recht auf faires Verfahren) verstoßen.
    Ich halte den Rechtsstaat für die beste bekannte Lösung des menschlichen Zusammenlebens, und habe mich weder durch das Verhalten von Herrn Schröder (einschließlich Herrn Fischer, der den Fall nämlich auch genau kennt) noch von dem der Frau Merkel davon abbringen lassen.

  79. Zustimmung, Don Alphonso, zum...
    Zustimmung, Don Alphonso, zum einen wie zum anderen. Faksimile muß nicht sein, zumal dort der Löwenateil der Kosten für den Einband draufgeht. Ein solider Reprint reicht völlig. Aber da fehlt es offensichtlich am Markt. Wie überall verschwindet das mittlere Segment, das solide. Es geht nur ganz billig oder ganz teuer. Dabei ist das Material da, die Technik wäre da, wenn es nur Abnehmer gäbe. Man muß sich bloß mal den Papierkatalog von Römerturm anschauen. Ich könnte Tränen vergießen, wenn ich sehe, was es da gibt. Verwendet wird das von den Verlagen nur in homöopathischen Dosen. Aber Firmenjubileen sind eine gute Idee. Wir machen übrigens jedes Jahr eine Jahresgabe (nicht im Handel erhältlich, deshalb darf ich’s hier sagen). Wunderbare kleine Sedezbändchen ungefähr im Stil des Vicomte de Nantel. Da ich so gut wie keinen Anteil daran habe, kann ich die Kollegen kräftig loben. Immer wenn ich eins davon in der Hand habe, sage ich mir: na bitte, geht doch. Die Dinger sind zwar teuer in der Herstellung, aber so teuer auch wieder nicht, wenn ich mir manche Preise bei Manesse für die Lederbände anschaue. Aber dann immer wieder die gleiche Litanei: keine Nachfrage, kein Markt, keine Produktion. Was werden nur unsere Nachfahren von uns sagen, wenn sie unseren Schund sehen?

  80. SE Alfons Maria Kardinal...
    SE Alfons Maria Kardinal Stickler war als Liturg zwar sehr konservativ und ist noch als ganz alter Herr gern durch die Lande gefahren, um die tridentinische Messe als levitiertes Hochamt zu zelebrieren (er ist immerhin gut 96 geworden…)
    Aber als Chef der bibliotheca apostolica vaticana war er modernem aufgeschlossen. Er hat das Labor vergörßern lassen, die b a v kann Manuskripte selbst auseinandernehmen, restaurieren, mikroverfilmen, faksimilieren (der Vatikan hat ja auch einen Verlag) und neu binden. Stickler hat einen Tiefbunker bauen lassen, wo die ganz wertvollen Sachen ausgelagert sind ( man hatte wohl auch Angst beim nächsten Krieg könnten Kombattanten nicht auf die Neutralität des Vatikan Rücksicht nehmen)
    Inzwischen gibt es sogar RFID Etiketten in den Büchern, damit man die falsch abgelegten ( viele gleiche Einbände ohne Rückenschild!) besser wieder findet. Und da es ja heißt „et ne nos ducas in tentationem“ ist auch am Ausgang ein challenge / response Gerät für die RFIDs, für vergessliche Wissenschaftler und Monsignori.
    Auch ADREVA hat eine preiswerte Reihe in der (allerdings nicht im Originalformat) erschwingliche Faksimiles zu haben sind. Die Einbände sind schlichter Standart, Kommentar oder Einführung und faks. Teil sind zusammen gebunden, aber die Manuskript- Seiten sind – einschließlich eines Hauchs von Gold – gut wiedergegeben.
    Nunja, auch die Schweizergardisten waren und sind Söldner, aber die haben sich für den Hl Vater bis zum letzten Mann totschlagen lassen. Andere Söldner dagagen machen Schluß wenn der Ertrag das Risiko nicht mehr deckt. Da sind verführte und verängstigte Volksheere natürlich besser in den Abgrund führbar. Wenn sie begeistert sind erst recht. Aber auch wenn dezimiert wird, was keine römische und keine deutsche Spezialität ist. Man lese Hemingway, A Farewell to Arms

  81. Kleine Ergänzung, der link zu...
    Kleine Ergänzung, der link zu einer ADEVA Ausgabe (ohne R, das war ein Vertipper) aus der Reihe „Glanzlichter der Buchkunst die recht erschwinglich ist (im Gegensatz zum Vollfaksimile des Werks)
    http://www.adeva.com/produkt_detail.asp?id=250
    (Falls der Don den link freischaltet, ich habe keine Aktien der ADEVA und bekomme keine Provisionen)
    Man sieht was bei begrenztem Budget machbar ist.
    Das Antiphonar von St Peter ist der aktuelle Band, es wird auf zwei Bände der Reihe aufgeteilt, bei 440 Seiten im Band verständlich.

  82. @Savall
    Aus Ihrem Beitrag...

    @Savall
    Aus Ihrem Beitrag weiter oben (24. September 2009, 15:36) könnte man schließen, dass Sie denken, meine Geschichte sei nur eine Erfindung. Dem ist nicht so. Was ich schreibe, habe ich wirklich erlebt und ich hätte auch gar kein Problem damit, dies vor irgendeinem Gericht zu bezeugen.
    Das bedeutet natürlich auch, dass die E-Mail, die ich in einem vorhergehenden Beitrag geliefert habe (24. September 2009, 11:49), die Kopie einer echten E-Mail an Don Alphonsos Vorgesetzte (und andere) ist.
    Die in der E-Mail gewählte Form des Dialogs ist ein Stück europäische Kultur. Auch Platon hat seine Gedanken in Dialogform präsentiert.
    Wie die Geschichte weitergeht, insbesondere, wie sie ausgeht, ist mir mittlerweile reichlich gleichgültig. Wie Sie sich sicher vorstellen können, haben viele Leute ein Interesse daran, mich aus dem Weg zu räumen. Das heißt, mit dem Gedanken morgen irgendwann eine über die Rübe zu bekommen, lebe ich schon seit über 10 Jahren. Mein Fall ist ein Fall für alle Europäer.

  83. "Triumpfbogenarchitektur" und...
    „Triumpfbogenarchitektur“ und „Triumpfbögen“?
    Tsk, tsk, tsk.
    „Triumph“, bitte.

  84. Naturpark der Armen im...
    Naturpark der Armen im Dschungel des Klassenkampfes
    @Elbsegler: Sozialismus – ob „Zwitter“ oder nicht – ist mit allen Merkmalen der Klassengesellschaft „gesegnet“, daher gilt es diesen überzuführen in den Kommunismus, in die klassenlose Gesellschaft. Genau genommen findet der schärfste Klassenkampf daher im Sozialismus erst statt, dort wo es um Sein oder Nichtsein der jeweiligen Geschichte geht. Die Korruption und die Bürokratie (dies sind im Übrigen „Zwitter“) werden daher im Sozialismus, und zwar dort wo sie nicht bekämpft werden, noch einmal ihre volle Blüte erlangen, eine solche, dass selbst der Kapitalismus (der „Rechtsstaat“, der ja nichts anderes ist, als ein gegebenes und verrechtlichtes, aber sehr prekäres Kräfteverhältnis, ein solches, das eben noch nicht diesen Endkampf (wie im Sozialismus) impliziert, daneben wie ein Paradies erscheint. (Dieses Paradies ist allerdings ein gefährliches, nämlich ein solches, das die Nervenzellen wie ein Opiumnebel umhüllt.)
    Der Rechtsstaat ist das „Paradies“, das zum Naturpark gerodete Habitat der Armen, so wie die Religion das „Opium des Volkes“ (Marx) im Übrigen – und das ist nicht nur eine metaphorische Beziehung, sondern beides ist kohärent zueinander. Sozialismus wagt den Schritt hinaus, in den gefährlichen Dschungel, verlässt den Naturpark, die geflieste Konsummeile, die Fabrik der Mitbestimmungen. Klassenverhältnisse werden täglich neu ausgefochten und dementsprechend auch ihre rechtlichen Entsprechungen. Das politische System ist ein Übergangssystem, definitiv nicht völlig verrechtlicht, wahrlich politisch, ein Bürgerkriegszustand. Das ähnelt durchaus – rein äußerlich betrachtet -, faschistischen Verhältnissen, auch diese sind ein Bürgerkriegssystem, nur dass im Faschismus die Konterrevolution die Bedingungen diktiert, dort die Oberherrschaft besitzt (und den Klassenkampf natürlich unterdrückt) und somit ebenfalls keine festen rechtlichen Verhältnisse zulässt. Das ist auch der Grund warum der Sozialismus, der die Farbe gewechselt hat, unmittelbar zum Faschismus geworden ist – also von wegen „Zwitter zwischen Kommunismus und Kapitalismus“; die Niederlage des Sozialismus endet immer im Faschismus. Und der Faschismus zielt nicht auf die Ablösung der Klassengesellschaft, sondern auf die Abwürgung dessen Erscheinungsformen; er hat mit dem Sozialismus nichts gemein. Allerdings ist auch ein jener ein Dschungel, aber als solcher die Strafe für die Fehler im Kampf gegen das Kapital, die „volle Konterrevolution auf eine halbe Revolution“ (Marx).
    @MD: Rheingold
    Ich freue mich über jeden weiterführenden Beitrag. Und da Sie sich hier offenbar auskennen, empfehle ich Ihnen auch die Lektüre eines anderen Leserbriefes von mir, im Blog „Biopolitik“, hier in der FAZ. Lesen Sie „Herren- und Knechtsseelen“, unter: http://faz-community.faz.net/blogs/biopolitik/archive/2009/09/21/nibelungenaufbruch-und-der-pflegenotstand.aspx.
    @Die Dame im Dirndl
    Schaupensteiner ist ein kluger Kopf, aber es ist ein bürgerlicher, dieser Kopf. Ich erwarte nicht, dass er das System durchschaut, nicht mal das rechtliche. Warum ist er wohl als Staatsanwalt für die Korruptionsbekämpfung bei der Stadt Frankfurt gescheitert? Man ließ ihn dort machen, solange er sich nur mit den kleinen Fischen abkämpfte. Warum ist er zur Bahn gewechselt? Doch wohl nicht nur, wegen des Geldes! Und auch dort ist er gescheitert, so richtig gescheitert, beinahe hätte es ihn dort selbst diesen bürgerlichen Kopf gekostet. Und nun muss er den Spießrutenlauf zurück machen. Ich möchte nicht in seiner Haut stecken.

  85. Das, mein lieber Oberlehrer,...
    Das, mein lieber Oberlehrer, ist nun kein Vertipper, sondern absichtliche Andersschreibung als kleiner schriftlicher Protest gegen die Ehre von Mördern.

  86. Wegen dem Merkel-link gleich...
    Wegen dem Merkel-link gleich eine Frage:
    Ich merkte es im wgnx-Beitrag schon an: die beiden heutigen Schlagzeilen
    Merkel attackiert Banken
    und
    Ackermann sorgt sich um Bankengewinne
    halte ich für eine ordentliche getimte Wahlkampfhilfe über die Bande vom Joe für die Angie, deren Eleganz durchaus Respekt abnötigt. Was meint ein Kommunikationsexperte dazu?

  87. "Ich glaube, es gibt einfach...
    „Ich glaube, es gibt einfach bei vielen einen Trieb, sich die Hände nicht schmutzig zu machen. Schliesslich hat Herr Rüttgers in NRW Frau Kraft auch nicht persönlich überwacht – dazu haben seine Handlanger in Partei und Staatsregierung eine Firma beauftragt.“ –
    Wobei ich diesen Fall als recht plump einstufe, ein Giftmord oder eine auf den Hals geschickte Räuberbande ist da schon ein anderes Kaliber. Propagandistische Veröffentlichung von Auftritten, die eher in den kleinen Kreis gehören, kann sehr nach hinten losgehen. Erstaunlicher finde ich da eher, daß solche Dinge wie Abgleich von Kontobewegungen von so manchen Chefs ins Werk gesetzt werden können. Würde mich ja sehr interessieren, auf welcher Ebene man da an die Daten kam. Eine Einzelperson, die Kasse machen wollte, konnte man da nicht vorschieben.

  88. @frankie bernankie:
    ja...

    @frankie bernankie:
    ja zweifellos eine wahlkampfhilfe. jedoch ebenso zweifellos keine elegante.
    und schon gar keine respektable ….

  89. Ich kann mir beim besten...
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass so etwas ziehen könnte. Zu durchsichtig, zu schnell mal eben vorgetragen, ganz blöd sind die Wähler auch nicht. Ich vermute, die CDU hat einfach Angst vor einem Erlebnis wie vor 4 Jahren, daher diese Panikreaktionen.
    .
    colorcraze, derwesten.de hat da noch mehr Details, namentlich der gezielte Versuch, eine „Kraftilanti“-Debatte zu fahren, wie die CDU das selbst auszudrücken beliebte. Gerade, wenn man aus Bayern kommt, tendiert man doch schnell dazu, Politikern alles zuzutrauen.

  90. Auf keinen Fall, liebe Lisbeth...
    Auf keinen Fall, liebe Lisbeth Heuse, wollte ich den Wahrheitsgehalt Ihrer Geschichte in Zweifel ziehen. Sie müssen sich meine Person wie Arcimboldos „Archivar“ vorstellen. Den „Roman“ meinte ich metaphorisch für eine spannende und interessante Geschichte. Mir kommt das, was Sie erleben eben nur wie ein Roman vor und zwar einer, den man lieber nicht erleben will. Ich habe um drei Ecken ein bißchen Einblick, was im Europäischen Patentamt so vor sich geht. Ich hielt das für Einzelfälle, aber das scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein. Daß sich rund um die europäischen Institutionen ein quasi rechtsfreier Raum gebildet hat, halte ich für katastrophal. Ich kann Sie nur bewundern, wenn Sie im Kampf dagegen persönliche Nachteile erleiden. Nicht jeder hätte diesen Mut. Ich würde auch wirklich gern wissen, wie es weitergeht.

  91. @devin08,
    nun, als ich lesen...

    @devin08,
    nun, als ich lesen lernte, war das mit einer in Fraktur gedruckten Volksausgabe der Nibelungen (-; (es hat mir übrigens in der Schule dann nicht viel geholfen, dort lasen wir keine in Fraktur gedruckten Bücher mehr), also ähneln sich da unsere Ersterfahrungen mit Lektüre ein wenig. Ihre Ausführungen zum Arbeitsfeld Pflege lassen sich leicht auf alle sozialen Felder dieser Republik (Vorsilbe Bimbes- spar ich mir) ausweiten. – Aber das haben Sie ja auch schon dargelegt.
    Aber in einem unterscheiden wir uns. Die Nibelungen sind für mich nicht Wagner, der fällt mir immer ganz zum Schluß dazu ein, ich mag seine Musik nicht gerne, zu viel Pathos, zu bombastisch, zu wenig Ironie.
    Die Nibelungen sind für mich das „uns ist in alten mären, wunders viel gesagt,…“, und in meiner Heimat sehr präsent. Was Wagner und die deutsche Urtümelei aus ihnen gemacht haben, mag den Blick darauf verstellen, aber es ist eine Geschichte von Macht, Machterhalt und Machtverlust. Insofern ist Hagens Bestückung der Altrheinarme mit Edelmetallen in der Sage ,ein Versuch den Krieg durch Entziehung der dafür nötigen Ressorucen zu verhindern.
    Hoffen wir, das die heutigen Engagements der Nibelungentreue am Hindukusch aus ähnlichen Gründen versanden(-;
    Ob infolge dessen dann mehr (finanzielles) Engagement ins Soziale geht, wage ich, geprägt von der o.g. Lektüre, zu bezweifeln.
    MD.

  92. Die Götterdämmerung als...
    Die Götterdämmerung als Herausforderung begreifen
    @M.D: Sie haben natürlich recht, aber es ist Wagner angesprochen worden, und wieder mal wurde mit einer modernen Interpretation versucht, diesen Wagner im reformistischen Sinne gesellschaftsfähig zu machen/zu halten. Man kann das tun, aber ein revolutionäres Stück verträgt sich nicht mit solchen Entstellungen. Mit Wagner und unter Wagner ist der „Ring“ revolutionär zu verstehen gewesen, und dies selbst hinter der schwülstigsten Deutschtümelei. Reaktionär war der Missbrauch der Nazis im Bündnis mit Wagners Erben. Heute hingegen ist die sozialdemokratische Verstümmelung eines Wagner weit reaktionärer. Es sind die Zeiten, die sich geändert haben, und vielleicht nicht unbedingt die Menschen; die ‚Gestalten‘ müssen im historischen Kontext begriffen werden.
    Wagner und Hölderlin waren beides Urgestalten eines deutschen Widerstandes, den man so oder so begreifen kann, widersprüchlich eben, wie die ganze deutsche demokratische Bewegung. Wagner deutschtümelnd, Hölderlin gottesfürchtelnd, aber auch demokratisch wie heroisch. Eine revolutionäre Bewegung kann ohne die beiden letzteren nicht auskommen, ersteres ist ehe obsolet, und das sollten wir daher dieser seicht gewordenen Bourgeoisie nicht so einfach schenken.
    Es geht nicht um Sozialreform – um Almosen, um Knechtsbettelei -, sondern um soziale Revolution, und da ist es wichtig den Heroismus wieder zu finden, nicht den falschen, den aufgesetzten, den wilhelminischen, den faschistischen, sondern den der Massen, den der der Bestechung durch die „Verrechtlichung“ der Armut trotzt. Die Kultur, auch die bürgerliche, die vormals revolutionäre, bleibt unverzichtbar, da das Volk sich dort wiederfindet, wenn auch vorerst nur in den hinteren Rängen. Und eine solche Kultur ist und bleibt urdemokratisch.
    Die Forderung nach Mindestlohn und der Pflegenotstand sind beides symptomatisch für eine untergehende Klassengesellschaft. Wenn ein revolutionäres Subjekt da nicht mit untergehen will, muss es sich konsequenter aufstellen. Nicht Mindestlohn, sondern Maximallohn, ist die revolutionäre Forderung, nicht Arbeit um jeden Preis, sondern Arbeit um die besten Bedingungen. Letzteres treibt die Gesellschaft über sich hinaus, denn die Arbeit als solche ist um keinen Preis und für keine Bedingung mehr zu halten. Es offenbart den Grundwiderspruch. Die Produktivkräfte rütteln an den Grundlagen der Klassengesellschaft, an den Produktionsverhältnissen, der Arbeitsgesellschaft, an der Ausbeutung durch das Kapital (und nicht nur an der Finanzwirtschaft). Und nicht der Pflegenotstand ist das Grundübel für die arbeitende Klasse, sondern die Gier nach der Notstandsregierung seitens der Herrschenden, die sich angesichts dieser Problemlagen nicht mehr zu helfen wissen.
    Die „Götterdämmerung“ mag sich auf Seiten der Herrschenden als Pflegenotstand darstellen, seitens des Volkes sollte sie als Herausforderung, als Möglichkeit, begriffen werden, als vielleicht einmalige gar.
    Die Gesellschaft altert, die Klassen tun es auch, machen wir sie frisch, oder gehen wir unter.

  93. "...Manche Defätisten und...
    „…Manche Defätisten und Schlemile, die den Ruhm der Frankfurter Triumpfbögen nicht achten, meinen gar, man könne nicht garantieren, dass die Bankiers einem, sobald man sie gerettet hat, in den Rücken fallen oder nur darauf warten, sich alles anzueignen, sobald man die Macht nicht mehr hat. Colleoni hatte, um die Renaissancebegriffe zu verwenden, die Wahl zwischen Fama – den Ruhm – und Virtu – die Kraft, etwas zu tun.“
    Heute geht es weniger emotional und rustikal den Bankiers an die Gurgel. Die einträglichsten Geschäfte werden lautlos in Steueroasen verlegt, reduziert auf Briefkastenfirmen von der Karibik bis nach Liechtenstein verlegt. Man zieht es vor zu Schweigen, obwohl jedermmann weiss, dass die Gesellschaften noch und noch von Steuerhinterziehern und Geldwäschern benützt werden, als das moderne Herrschen und Teilen und in „leben und leben lassen“ liegt der auffälligste Unterschied zwischen der Renaissancegesellschaft und unsrer modernen aufgeklärten Gesellschaft… sie hat ihre Wahl getroffen – eine andere will sie nicht… sie wäre nicht zeitgemäß!?

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