Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Briefe aus Stresa V: Versuchter Mord an Brachers

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Ältere Herrschaften gehen der neuliberalen Jugend stets mit der Behauptung auf die Nerven, früher sei alles besser gewesen, die Wiesen saftiger und die Frauen, darauf liegend, tugendsamer, die Liberalen waren noch eine Spasspartei und die Kommunisten ein Feindbild zum Fürchten, die Männer hatten noch Stil und das Gepäck wurde von einem Träger geschleppt - man kennt das. Gemeinhin sind alte Männer nicht verpflichtet, den Beweis ihrer Behauptungen antreten zu müssen. Wir aber haben keine Kosten und Mühen gescheut, ein angeblich herausragendes Beispiel jener guten, alten Zeit in unserer Moderne nach aller Regellosigkeit der Kunst zu ruinieren und seine vollkommene Untauglichkeit unter Beweis zu stellen, um endlich mit diesem senilen Geschwätz aufzuräumen.

A Guada hoids aus und um an Schlechdn is ned schod.
Meine Grossmutter (natürlich wie immer recht habend)

Bild zu: Briefe aus Stresa V: Versuchter Mord an Brachers Jeden Tag erzählt man uns das Ultramarinblau vom Himmel: Die Steuern werden gesenkt, die Finanzkrise ist vorbei, Gaudipolitiker seien plötzlich „Gentlemen“, Essen aus der Tiefkühltruhe sei geniessbar, die Atomkraft sei sicher, und für Probeabos deutscher Zeitschriften bekäme man ein ganzes Reiseset mit Trolleys, mit dem man in besseren Häusern nicht mit faulen Eiern beworfen werde. Plastik ist ja so stabil und altert nicht, alles ist Premium und Exclusiv (bitte englisch aussprechen). Und alle wissen, dass man längst keine Handhabe gegen die Schuldigen mehr hat, wenn die Atomkraftwerke ausgelaufen sind und die Steuern angehoben werden, der Politiker seine Klientel begünstigt und der Trolley als leerer Müllbeutel den Bauch des Flugzeugs verlässt. Und man sich neues Zeug, Politiker, Kraftwerke kaufen muss, die ein paar Tage Premium und den Rest der Zeit Sondermüll sind. Ich hasse diese Einstellung. Ich finde, Menschen und Objekte müssen ihre Versprechen einhalten. Nicht nur heute. Immer. Auch noch nach 75 Jahren.

Brachers ist so ein Vielversprecher. Brachers ist ein Koffer aus der gleichnamigen Manufaktur in Cardiff und Bristol. Waliser geniessen im Vereinigten Königreich generell keinen guten Ruf, und für einen Hersteller von Luxuswaren hat man sich bei Brachers bemerkenswert wenig um die Revision dieser Meinung bemüht: Mit lauten Anzeigen plärrte man die Kundschaft an, das eigene Zeug sei enorm haltbar, allwettertauglich, beste Materialien würden verwendet – kurz, es klang nach einer PR-Veranstaltung für das Endlager Gorleben. Dass das Bapperl im Inneren auch noch mit dem Hoflieferantenstatus für den Prince of Wales der Firma „Revelation“ angibt, deren System man bei meinem Exemplar verwendete, rundet den unschönen Eindruck der Anbiederung ab. Insofern ist Brachers der ideale Kandidat, um eine Meinung zu überprüfen, die man mir zu vertreten mitunter vorwirft: Dass nämlich das Ältere das Bessere sei, dass das Bessere aber nicht mehr hergestellt wird, und dass die Moderne im Verhältnis einfach nicht tauge. Vielmehr, sagen andere, sei auch früher Müll produziert und haltlos versprochen worden. Nun, wir werden sehen, denn unser bei einem englischen Händler zu diesem Zwecke beschafftes Exemplar kostete neu gerade mal 20 lumpige Britische Pfund Peso. Das kann ja nichts taugen.

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Das also ist Brachers. Brachers ist heute nicht mehr ganz flugreisetauglich, denn er wiegt leer 10 Kilo. Leder, Sperrholz, Kupfernieten und verchromte Messingbeschläge sind halt kein Polyester und Reissverschlüsse. Brachers ist ein Revelation Suitcase und entspricht damit auch den modernen Anforderungen, Gepäck möglichst voll zu stopfen. Hier jedoch quetscht man nicht alles hinein, bis die Nähte platzen. Man zieht die Verschlüsse vorne und Gelenke hinten ganz heraus, füllt den Koffer mit allem, was man so braucht – 2 Wochen Kleidung, 5 Paar Schuhe, Silberkanne, Besteck, Porzellan, eine kleine Reisebibliothek, Waschzeug – klappt den Deckel vor, macht die Verschlüsse zu – und dann drückt man drauf. Klickkickklick machen die Verschlüsse, der Deckel rutscht auf die Ladung, bis der Inhalt ordentlich eingedrückt ist. Kauft man in Stresa, sagen wir mal, ein paar Kilo Keramik aus Capodimonte als Andenken, drückt man den Deckel eben weniger weit nach unten. Dann ist er dicker.

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Vor allem aber ist er bald tot. Oder zumindest: Wir versuchen, diesem Koffer nach 75 Jahren den Belastungen des 21. Jahrhunderts auszusetzen und vertrauen darauf, dass die Anforderungen des Fortschritts zeigen, wie wenig die alten Versprechungen gerechtfertigt waren. Wir schnallen ihn also nackt ohne jeden Schutz hinten auf unseren Sportwagen und setzen ihn ein wenig sportlicher Fahrerei aus, angefangen bei jenen Geschwindigkeiten, die damals allenfalls ein Mercedes SSKL erreichte, im Anschluss gibt es schlechte Schweizer Landstrassen, und zum Abschluss auch noch ein Pass, den wir sportlich nehmen.

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Die Begleiterin übrigens, auf die zufällig zwei der drei alten Besitzerinitialen auf dem Koffer passen und die unblutige Duelle klar bevorzugt, schätzt unser möglicherweise mörderisches Ansinnen gar nicht. Tatsächlich verläuft der Wettkampf ausgeglichen: Wir versuchen, Brachers in den Kurven vom Gepäckträger in den Abgrund rutschen zu lassen, und Brachers verändert auf dem hinteren Gepäckträger die Gewichtsverteilung und Steuerung so negativ, dass wir ihm im Zweifelsfall voraus fahren und im Abgrund seine Knautschzone abgeben. So haben wir uns sein Überleben des Tests beileibe nicht vorgestellt. Wie auch immer, weder Spanngurte, noch Kurvenjagden oder Vollgasfahrtwind haben Brachers etwas angetan, als wir nach 500 Kilometern Stresa erreichen. Ein paar Regentropfen haben nicht geschadet, und auch das dünnste Porzellan kommt trotz aller Kurven unbeschädigt zum Vorschein.

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Ganz dumm also ist die Sache mit den Revelationverschlüssen nicht, mit denen man genau den richtigen Druck auf das Gepäck ausüben kann: Genug, dass es fixiert ist, aber auch nicht so viel, dass es zerbricht. Zwei infernalische Regentage später stellt die Begleiterin aber eine ganz andere Frage: Werden wir uns bei ihr ein Dirndl ausleihen müssen, weil unsere gesamte Habe vom Lago Maggiore über das schöne Bergamo bis Mantua dem subtropischen Monsunregen ausgesetzt wird, der Oberitalien gerade ersäuft? Wir gehen volles Risiko über Strassen, die Bäche sind, und so sieht es dann auch in Bergamo aus.

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Nun ist das Leder nicht von schlechten Tieren und wurde vorher eingefettet, so dass die Feuchtigkeit problemlos abperlt. Aber wer weiss schon, was es bei der Fahrt über die Autobahn in die Nähte gedrückt hat, was durch die alten Verbindungen drückte, angesichts der Wassermassen, die da angeflogen kamen – Tags darauf jedoch scheint wieder die Sonne, und wir stehen nicht im entsetzlich knappen Dirndl in Verona: Nichts, kein Tropfen gelangte in den Brachers. Nicht ganz schlecht nach 75 Jahren. Und lumpige 20 Pfund Anschaffungspreis.

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Zurück geht es nochmals durch Bruthitze über den Gardasee, der Wind pfeift über den Koffer, und bei einem Zwischenhalt muss man auch zugestehen: Er sieht nicht ganz schlecht aus. Wir wären vermutlich froh, wenn wir in 75 Jahren noch so fit wären. Er ist zwar gross und wenig stromlinienförmig, er drückt das Heck in die Knie, aber er ist nicht wirklich unschick. Klassisch. Man kann sich jetzt überlegen, wie so ein moderner Trolley aus Plastik in 75 Jahren aussehen wird. Manche behaupten ja, dass Leder Patina ansetzt, wo Plastik einfach nur altert. Das jedoch werden andere in 75 Jahren überprüfen müssen. Falls es dann noch Automobile mit Verbrennungsmotoren gibt, und nicht nur das volksbeglückende Elektromodell Neoliberalala des VEB Opel mit Automatikverschrottung nach drei Jahren.

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Wir fahren umweltverpestend und knatternd heim. Über den Brenner durch einen kompletten Temperatursturz und Klimawechsel, unten ist Sommer, oben fühlt man den Winter. Dann durch heftigen Regen durch das Inntal, und einen Wolkenbruch entlang der Alpen zurück zur kleinen, dummen Stadt an der Donau. Nochmal das ganze Programm an Widrigkeiten für Brachers. Die letzte Chance, ihn doch noch, ein klein wenig umzubringen. Vergebens: Nicht mal Scheuerstellen haben die Gurte hinterlassen. Keinen Kratzer.

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Kurz, Brachers ist weitaus besser, als man das von einem nur 20 Pfund teuren Koffer erwarten kann. Also, 20 Pfund, das war natürlich Anno 1934, das sind nach heutiger Kaufkraft, Moment, ich muss mal schnell die Inflation berechen, damals kostete ein Austin Ten 155 Pfund und ein Cottage 500, es sind heute also für den Koffer, ups, etwa 3000 bis 4000 Eur

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Wir kommen deshalb zu folgendem Ergebnis: Nein, es ist uns nicht gelungen, den Brachers umzubringen. Er hat Eiseskälte und Bruthitze überstanden, Vollgas, Vollbremsungen und Vollstopfung, Autobahn und Serpentinen, subtropischen Sonnenschein und monsunartige Regenfälle. Kein Tropfen gelangte in sein Inneres, alles blieb dicht und trocken, nichts ist zerbrochen. Kein Kratzer verunstaltet nach 1300 Kilometern im Freien sein Leder. Er ist nicht ganz schlecht. Obwohl er alt ist. Er hat uns nicht angelogen, auch nach 75 Jahren hält er seine Versprechen. Trotzdem möchten wir hier unbedingt von ihm abraten: Viel zu schwer, viel zu gross, die Farbe ist hässlich, die genieteten Ecken würden nur anderer Leute Gepäck bei der Pauschalreise ruinieren, man kann mit ihm nicht fliegen, man hebt sich einen Bruch, man muss das Leder dauernd pflegen, Trolleys sind viel praktischer, und runder, und wenn sie mal nass werden und schimmeln, kann man sie abwaschen oder wegwerfen und einen Neuen kaufen, und dazu neue Kleider bei Kik, und damit tut man auch was für die lieben Kinder in Fernost! Brachers ist dagegen, Luxusmarke hin, Prince of Wales her, längst untergegangen. Es gibt es keine Brachers mehr zu kaufen. Man muss erst gar nicht danach suchen, wirklich, das tragen nur irgendwelche altbackenen Reaktionäre, Nörgler, Frührentner, Zukunftsverweigerer. Und die verkaufen ihn auch nicht. Holen Sie sich Trolleys geschenkt zu einem Abo eines neoliberalen Wirtschaftsblattes, und überlassen Sie die Monster Leuten wie uns! Ihre entlasteten Erben werden es Ihnen danken.

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69 Lesermeinungen

  1. Ich wollte Ihnen doch neulich...
    Ich wollte Ihnen doch neulich noch ein Bild von 4 schönen, klassischen, aufeinandergestapelten Lederkoffern schicken. Alle warten aktuell auf ihren neuen Besitzer. Aber warum hätte ich es tun sollen?…nach kurzer Pause, wieder ein echt schöner Artikel.
    By the way…benutzen Sie doch bitte endlich mal ein zum Koffer passendes Kraftfahrzeug (lächel)

  2. Behalt doch deinen Scheiss...
    Behalt doch deinen Scheiss Koffer!

  3. Wunderbar geschrieben. Als...
    Wunderbar geschrieben. Als Kind fand ich auf dem Dachboden meiner Eltern den Reisekoffer meiner Großeltern. Er sah aus wie eine Schatztruhe und heute ziert er meine Wohnung. Er ist gelebte Geschichte und die Geschichte seiner Flucht aus der SBZ kann man hier lesen: http://schwarzmarkt.blog.de/2009/05/15/dekadenz-geht-6119629/
    Obwohl ich annehme, dass man für 3000 bis 4000 Euro auch heute noch gut gemachte Sattlerqualität kaufen kann. Ich habe mir zumindest von einem Münchener Lederwarenhersteller jetzt eine Reisetasche aus italinischenm Leder gekauft, die mich auf meinen Geschäftsreisen jetzt als Handgepäck begleitet. Ebenfalls handgenäht und Metallschaniere. Ich bin gespannt, ob sie er aushält bis meine Enkel sie dereinst nutzen können.

  4. Sehr geehrter Herr Alphonse,...
    Sehr geehrter Herr Alphonse, Mr. Filou befindet sich bereits auf dem Weg nach Orleans und kann daher Ihren Beitrag leider nicht mehr zur Kenntnis nehmen, was ihn sicherlich mit grossem Bedauern erfuellen wird.
    Es ist aber anzunehmen, dass er, sofern die Beutelschneider der Telecom es ihm ermoeglichen, reagieren wird. Er muesste den Beitrag allerdings erst lesen. Wann das geschehen wird, kann ich leider nicht sagen.
    Aber Ehrenhandel ist, wie das Wort schon sagt, eine Sache der Ehre. Da kennt Mr. Filou keine Ausrede.
    Mit freundlichen Gruessen
    SF

  5. miner, ich glaube ja noch...
    miner, ich glaube ja noch immer fest daran, dass ich von der Buchmesse mit jenem grünen Monster heim fahre. Ganz fest. Man muss nur glauben. Und ich glaube an einen goldenen Oktober. Und wenn ich den Schweisser an den Wagen schweissen muss.
    .
    wessinger, und wie ich das tun werde. Es will ihn ja eh keiner. Und damit er nicht so eindam ist, habe ich auch gleich noch ein paar andere Koffer gekauft.

  6. Hm, von meinen Eltern kenne...
    Hm, von meinen Eltern kenne ich Kartonkoffer. Die habe ich auch noch benutzt, aus Daffke, für die Klassenfahrt. Haben es auch überlebt.
    Für so Lederungetüme bräucht‘ mer aber auch Gepäckträger und -abteile (ich fahre nämlich weite Strecken nicht alleine mit dem Auto, Pack in der Bahn hin oder her).

  7. BlackJack66, natprlich gibt es...
    BlackJack66, natprlich gibt es heute noch Firmen, die so etwas zu ähnlichen Preisen herstellen, man muss sich nur mal die Royal Warramts anschauen: http://www.royalwarrant.org/ Und die meisten guten Schuster haben dergleichen auch im Programm – dann aber nur ohne Geschichte und Schramme und Jugendstilaufkleber. Insofern macht man bei – manche Briten nennen es „preloved“ – Koffern das bessere Geschäft, mal ganz abgesehen von den Preisen, zu denen man dergleichen selten, aber doch findet.
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    Sekundant Filou, ich habe es gerade noch gestern Nacht geschafft und bedaure das natürlich, aber ich warte mit Freuden auf seine Einlassungen. Vielleicht findet sich in Frankreich auch ein offenes WLAN, denn die telekom mäöchte ich mit meinem Schreiben eigentlich weniger begünstigen – erst gestern bot mir einer deren Büttel an der Tür 80 Euro Wechselprämie zurück zu seinem Auftraggeber an. Sehe ich so aus, als könnte man mich für 80 Euro kaufen?

  8. Na ja, meine Koffer haben...
    Na ja, meine Koffer haben Rollen & Rillen und auch schon gut ein Jahrzehnt überstanden – wenn auch nicht in derart exponierter Lage.

  9. Und trotzdem, so recht weiß...
    Und trotzdem, so recht weiß ich nicht, was ich mit den absolut unverwüstlichen und überwiegend unhübschen aber echt klassischen Ledertaschen und Kofern meiner männlichen Ahnen anfangen soll. Wegwerfen? geht auf keinen Fall, wiewohl ich alles andere als ein Messie bin. Tragen? Geht auch nicht wirklich. Nicht mehr praktisch – es fehlt nicht nur die Handytasche für das Handy, das ich eh meist nicht dabeihabe. Ledermuseum in Offenbach wäre vielleicht adäquat. Die haben übrigens wirklich über 75 Jahre alte Ausstellungsstücke (von Mädler), die enormen Versicherungswert haben. Aber ob die mein Zeugs wollen? Die haben vermutlich genug eigenes. Schade, ich hatte das Problem gerade erfolgreich verdrängt …

  10. Qualität und Sinn für die...
    Qualität und Sinn für die Schönheit bewährter Gebrauchstraditionen ist nichts verkehrtes, da lässt sich die engagierte Vorwärtsverteidigung gegen Chinatrolleys im letzten Absatz auch im Satz zusammenfassn: „No me molestes, mosquito“.
    Aber Don, im LAD ist doch El Alphons Don vollständig drin, brauchen´s wirklich noch das Royal Majesty davor?

  11. icke, generell denke ich, dass...
    icke, generell denke ich, dass der Kofferträger am Gahnhof oder Flughafen ein wieder aufkommendes Geschäftsmodell ist, Stichwort Auseinanderbrechen der gesellschaft – so, wie es mitunter auch wieder Tankwarte gibt. In einem ICE würde ich Brachers aber auch nicht auf die Ablage hochwuchten wollen. Gut, dass ich Bahnfahren zutiefst verabscheue.
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    P.Seudonym, bei meinem Auszug aus München habe ich mein Zeug in alles tun müssen, was gerade so auftreibbar war, denn ich war etwas in Eile. Dabei habe ich zwei geliehene Trolleys mit gar nicht so vielen Büchern ruiniert, bei einem den Griff und beim anderen das Material. Das gab mir zu denken, und dann ging in den Keller und holte das alte Leder. Wirklich schwer ist die Schlepperei ja nur bei den Treppen, und dort wiederum sind hochrechteckige Trolleyy mehr als unangenehm.

  12. Wehrter Don,
    auch auf die...

    Wehrter Don,
    auch auf die Gefahr Euch zu nerven,
    könntet Ihr Euch von diesem Stück trennen?
    Herzlichst P.

  13. Trotzdem, das könnt ich dem...
    Trotzdem, das könnt ich dem Koffer wirklich übel nehmen, daß er mich um das Bild gebracht hat: der Don im Dirndl.

  14. Stendahl, wie wäre es mit...
    Stendahl, wie wäre es mit einer Abschaffung des Wortes „praktisch“ als Lebensmaxime? Denn auch Gläser sind unpraktisch, im Vergleich zu Plastik. Holz ist unpraktisch, denn es braucht Pflege. Tatsächlich könnten wir ein rundum praktisches Ambiente entwerfen – und dieses Ambiente gibt es schon, es findet sich in den bildungsfernen Schichten, wo alles praktisch ist und weggeworfen wird, sobald es nicht mehr praktisch ist. Ich, der ich mit Vorliebe Dinge sammle, die dem Laster des Unpraktischen fröhne, kann nur sagen: In einer Welt, wo alle das Praktische wollen – Crocs! Nie mehr Schuhe putzen!, ist das Unpraktische schon wieder ein Akt der Rebellion, ein Schlag in die Hackfresse der Gegenwart. Und mit Mädler macht man auch nichts falsch.
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    Besucher, ich fürchte, es sind bestenfalls leichte Rückzugsgefechte, denn am Vormarsch der Trolleys ist nichts zu ändern. Weil sie ja nichts mehr kosten. Man bekommt sie geschenkt, wie auch diese tausenden von Laptoptaschen. Nachdem der volle erfundene Name meiner wenigkeit jedoch Don Alphonso Porcamadonna ist, suche ich schon länger nach Gepäck von Swaine Adonay oder Luis Vuitton mit dem Kürzel D. A. P.
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    Übrigens ist das alles Nichts gegen das grüne krokodil der Reisebegleiterin!
    http://gig.antville.org/stories/1905991/

  15. Missino, ich weiss, da wird...
    Missino, ich weiss, da wird gerade viel geweint ob dieser Gelegenheit . gerade angesichts meiner üppigen Oberweite im äh, Mittelbereich.
    .
    Paulchen, was ich habe, das habe ich. Mitunter verschenke ich Dinge, aber dieser Koffer passt absolut perfekt auf den Träger, und erlaubt es mir, meinen Hartmann Pullman aus Beltingleder zukünftig für andere Zwecke zu schonen. Man frage meinen Testemantverwalter – frühestens. Ausserdem könnte man zwischen Holz und dicker leinwand auch prima 500-Euro-Scheine schmuggeln – wer weiss schon, wann man das wieder braucht.

  16. nett.
    geschichtlein &...

    nett.
    geschichtlein & photos.
    .
    ergo: nicht jeder schlechten werbung mißtrauen?

  17. Swina, die Frage ist komplex;...
    Swina, die Frage ist komplex; ich versuche es mal so: Nach 40, 50 Jahren trennt sich die Spreu vom Weizen, und dann sollte man kaufen. Manchmal, wie bei Autos, auch eher, manchmal, wie bei Möbeln, auch länger. Man sieht das ja, wenn man mal bei Ebay nach defekten Notebooks sucht, was da nicht mehr läuft und was unzerstörbar ist. Mitunter sind es die kleinen Teile, die Grosses vernichten: Bei späten, sehr zuverlässigen Rileys drang das Wasser an der Heckscheibe ein und zerstörte das Metall an unzugänglichen Stellen. Lancia Aurelias sind famose Autos, aber wegen der stets kaputten Getriebe wurden die meisten in den 60er Jahren geschlachtet. Ich denke, mn muss genau hinschauen und suchen, dann findet man schon das Beste für lange Zeit.

  18. Sicherlich gibt es viele alte...
    Sicherlich gibt es viele alte Sachen von höchster Qualität.
    Aber auch viel Neues ist manch Altem in Sachen Haltbarkeit überlegen.
    Ein vollverzinktes „vierringe“ Automobil aus IN von heute ist in Sachen Rost sicher haltbarer, als ein Sunbeam aus 1959 !

  19. Wie man es nimmt - seit Wochen...
    Wie man es nimmt – seit Wochen leuchtet beim Audi meiner Eltern ein Lämpchen, dass die Motorhaube offen sei, obwohl sie zu ist. Kein Rost, aber dauergenerve wegen eines schlechten Sensors. Es gubt weniger Störfälle pro teil, aber mehr Teile, die anfällog sein können. Bei eher simplen mechanischen Dingen wie Koffern sind die Probleme natürlich kleiner, da hat das Alte bessere Chancen, gegen das Neue zu bestehen.

  20. Lieber Don - Sie haben das...
    Lieber Don – Sie haben das wesentlichere Problem nicht erfasst: ich bin weiblich und schwach, und ich gefalle mir nicht mit diesen schweren Taschen unter dem Arm. Ohne mich aber haben sie durchaus Charme. Moralisch gibt es mir auch zu denken, daß keine Erbstücke von weiblichen Ahnen darunter zu sein scheinen. Das wird wahrscheinlich die Lösung des Problems werden: die königlich männliche Erbfolge.

  21. Trolleys: Die...
    Trolleys: Die Massenverbreitung der Trolleys geht auch einher mit der Wandlung des Mannes zum modernen, androgynen, metrosexuellen und kraftlosen Wesen. Noch vor 10-15 Jahren hätte doch kaum ein Mannsbild so ein Teil, damals bekannt als Rentnerporsche oder Stewardessen dolly trolley, hinter sich hergezogen.
    http://www.likelotion.de/product_info.php?info=p106_Doll-Stewardess-Lufthansa.html

  22. Wehrter Don,
    ich wünsche Euch...

    Wehrter Don,
    ich wünsche Euch so manch gute Reise.
    Herzlichst P.

  23. Paulchen, im britischen Ebay...
    Paulchen, im britischen Ebay wird gerade so ein ähnlicher Koffer angeboten:
    http://cgi.ebay.co.uk/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=230379531867&ssPageName=STRK:MEWAX:IT
    Der gefällt mir auch, aber ich möchte erst mein Cabrio fertig schweißen bevor ich mir den Koffer dafür zulege.
    Man müßte den Eigentümer fragen ob er auch nach Deutschland verschickt.

  24. Nun, Relevation hat auch...
    Nun, Relevation hat auch selbst Koffer gebaut, und die waren eher so naja. Das Besondere ist hier die Kombination einer Art-deco-Technik mit victorianischem Handwerk. Ausserdem muss man bei Revelation aufpassen: Die bauten auch in Hartfaser.

  25. Auto ihrer Eltern:...
    Auto ihrer Eltern: funktionieren denn die Scheibenwischer wenn es gerade nicht rollt? Der Sensor kostet nicht viel, ersetzen sollte so um die 50 euronen sein, sonst kann man versuchen, ihn etwas höher zu schieben, oder den Haken der Motorhaube etwas zu verlängern.
    Das putzige an der ganzen Diskussion um den Verfall der Sitten ist, dass ich die Sorge um angemessene Kleidung und das Mitnehmen selbiger im wesentlichen von meinem Insulaner der so gar nicht Stütze und Meilenweit von einem Deutschen Hochschulabschluss ist. Der hat mir doch mit grösster Verwunderung gesagt, dass die (Mutterland)franzosen in kurzen Hosen und Badelatschen reisten, während kein Insulaner, für den selbiges alltagstracht ist, anders als in gebügeltem Hemd, Hose und geputzten Halbschuhen das Flugzeug bestiegen, 11 Stunden economy class hin oder her.
    Gut, der Bruder reist mit Schlips und Weste, aber der ist auch ein bekennender Hagestolz.

  26. Paulchen, danke.
    .
    Plebejer,...

    Paulchen, danke.
    .
    Plebejer, das wird sicher noch Thema der Generalabrechnung: Die Verkümmerung des Mannes zum von einem Warnton begleiteten Rentnerfahrzeuganhänger.

  27. Stendahl, oh, das ist erst mal...
    Stendahl, oh, das ist erst mal natürlich schön für Sie. Wobei: Louis Vuitton hat Werbung mit Sophoa Loren und extrem klobigem Gepäck gemacht, und das sa ganz wunderbar aus. Vielleicht ist es ja doch eine Frage der Haltung. Und wenn nicht: Vielleicht hilft auch jemand tragen. Ich fand den Dienstmann ja wirklich keine schlechte Idee.

  28. icke, nein, und das ist ein...
    icke, nein, und das ist ein sehr ärgerliches Problem. ixch frage mich, was das soll. Aber es kommt ohnehin nächste Woche zum Kundendienst. Es geht mir auch gar nicht darum, was es kostet: ich sehe einfach nicht ein, dass so ein Teil dem Fahrer aktiv Vorschriften macht und die Sicht nimmt.
    .
    Ob das auf alle Briten so zutrifft, möchte ich bezweifeln; bei meiner Reise nach Surrey jedenfalls gab es auch andere Exemplare. Man muss aber sehen, dass bei den Briten in der Hinsicht noch sehr viel mehr Substanz als in Deutschland da ist – auch wenn man nur Schlimmes angesichts der Finanzkrise hört. Mit guten Schuhen kann man auch mal drei, vier Jahre ohne Neukauf auskommen.

  29. plepejer & don: oh, ja bitte -...
    plepejer & don: oh, ja bitte – eine generalabrechnung!

  30. Mit dem allergrössten...
    Mit dem allergrössten Vergnügen. Wenn ich zur Buchmesse reise und den Zug nehmen muss, bin ich in der richtigen Stadt und Stimmung.

  31. Man weiß ja nicht,welchen...
    Man weiß ja nicht,welchen Einfluß solche „Liebeserklärungen“ haben.
    Letzten Samstag auf dem Flohmarkt am Leineufer habe ich Porzellan gesehen,wie lange nicht-und zwar nicht in Kisten geworfen,sondern
    gesäubert,sortiert und aufgewertet positioniert angeboten.

  32. Verehrter Plebejer, auch ich...
    Verehrter Plebejer, auch ich verabscheute einst den Hackenporsche der Generation meiner Großmütter, aber die Erfindung des ihm ähnlichen Doppelstocktrolleys aus Trolley & Aktenkoffer zu Beginn der 90er erscheint mir gegenüber der herkömmlichen Schlepperei auf Geschäftsreisen so innovativ wie eine Neuerfindung des Rades – es kommt mir vor als schwebte mein Gepäck hinter mir her.

  33. Man kann die sache mit der...
    Man kann die sache mit der Unpraktischkeit auch übertreiben: Gott schütze uns vor der Wiedereinführung der Wählscheibe!
    Aber alte Autos (man erkennt sie sehr leicht daran, daß die Scheinwerfer noch rund waren) waren auch praktisch: wenn ein Scheinwerfer, Blinker o.ä. defekt war, konnte man einfach die Motorhaube hochklappen und die Birne tauschen.
    OK, manchmal mußte man auch das Blinkerglas abschrauben, aber das waren keine echten Hürden.
    Heutige Autos sind unpraktisch: eine lumpige defekte Birne erzwingt meist einen längeren Werkstatt-Aufenthalt. Ich halte das für eine finanzielle Sollbruchstelle.
    Lieber ein altes (meist eleganteres) Auto mit ein paar Reserve-Birnen im Kofferraum als ein modernes Irgendwas, das an ein Auto erinnert und wegen jedem Wehwehchen … tja.
    Danke für das Wort Automatikverschrottung – ich werde es in meinen aktiven Wortschatz aufnehmen!

  34. Eines meiner Stücke, sehr...
    Eines meiner Stücke, sehr handlich und eher für das Tagungswochenende geeignet, trägt auf den Messingschlössern eingestanzt noch das schöne „british make“ der Vorkriegszeit.

  35. @kleinerberg
    Interessante...

    @kleinerberg
    Interessante Beobachtung. Ich habe da auch was zu berichten. Ich komme gerade vom Einkaufen zurück. Vor dem Metzger sah ich eine junge Frau, die so ungefähr wie Frau Diener aussah, und sie hatte auf ihrem Fahrrad hinten einen Alphonso Koffer.
    Bevor Sie nachfragen, ich kann mich nicht erinnern, hier jemand je mit einem Alphonso Koffer beim Einkaufen gesehen zu haben.

  36. Tja moderne Koffer. Hatte ich...
    Tja moderne Koffer. Hatte ich doch nicht der marktschreierischen Werbung der bestbekannten deutschen Marke Rimo….vertraut, die einen fast lebenslangen Gebrauch ihrer Koffer garantiert. Dann ging das gute Stück nach zweijährigem Gebrauch kaputt. Eine Ecke stiess wohl so fest an, dass die Hülle zerriess. Von wegen Garantie. Die Firma behauptete der Koffer wäre durch unsachgemässen Gebrauch kaputt gegangen. Unsachgemässer Gebrauch? Eines Koffers? Sachgemäss ist wohl den Koffer in der Abstellkammer zu belassen. Dann bleibt er sicher ganz und die lebenslange Garantie kommt zum Tragen. Da lob ich mit ihre Koffer. Sach- oder unsachgemäss haben die die Jahre überdauert.

  37. Mit dem allergrössten...
    Mit dem allergrössten Vergnügen. Wenn ich zur Buchmesse reise und den Zug nehmen muss, bin ich in der richtigen Stadt und Stimmung.

  38. Mit dem allergrössten...
    Mit dem allergrössten Vergnügen. Wenn ich zur Buchmesse reise und den Zug nehmen muss, bin ich in der richtigen Stadt und Stimmung.

  39. Heute mal ein schönes Thema....
    Heute mal ein schönes Thema. Vielen Dank! Seitdem die Herrschaften ihr Gepäck selbst tragen müssen, achten sie aufs Gewicht. Sollte man meinen, aber: Im Zug treffe ich immer wieder auf Damen von zartem Körperbau, die ihren Koffer keinen Zentimeter bewegen könnten, wenn er keine Räder hätte. In diesen Tresoren lässt sich die Kleidung derart verdichten, dass sie das spezifische Gewicht von Beton erreicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese PVC-Schalen mit Stahlbeschlägen jeden Lederkoffer überleben werden. Wer weiß, was in fünfzig Jahren alles bewundernd von Dachböden geholt und vorgezeigt wird.

  40. Vielen Dank fuer den Link zum...
    Vielen Dank fuer den Link zum Gepaeckhaendler! Solche Dinger werden uebrigens bei Swaine Adeney noch hergestellt, ist aber relativ kostenintensiv.
    Wie ist das Sentiment gegenueber Rimowa fuer Flugreisen? [natuerlich nur die klassische Linie aus Alu]
    Uebrigens schoen, (zum ersten Mal?) den Autor auf einem der Bilder zu sehen — bitte mehr davon!

  41. @Don: wenn Sie noch einmal das...
    @Don: wenn Sie noch einmal das Wort „Silberkanne“ im Zusammenhang mit Reisen benutzen, fange ich noch an, eine Reisesilberkanne zu entwerfen und mit dem Entwurf Robbe & Berking auf die Nerven zu gehen.

  42. Danke übrigens für die Fotos...
    Danke übrigens für die Fotos von dem Revelation-Verschluß, ich hatte derlei noch nicht gesehen. Tja, die Hochzeit der Mechanik (hat wer irgendwo noch einen Chapeau Claque gesehen?) hat schon feine Dinge hervorgebracht, die fast vollständig wieder verschwunden sind.

  43. Werter Don,

    der Verweis auf...
    Werter Don,
    der Verweis auf Fluchtkapital im Zwischenfutter erinnerte mich an jenen Hemdenkoffer von LV (dessen Fabrikant, wie dem Economist der vergangen Woche zu entnehmen war, den gesamten Konzern des Herrn Arnault über Wasser hält), mit dem auf dem Beifahrersitz Sie in die Schweiz zu reisen gedachten. Ich hatte mir aus diesem Anlaß erlaubt, den von Ihnen in Ihrem privaten Blog erwähnten Aufkleber beizusteuern, nachdem er seinen Weg aus meinem Archiv in der Nähe Münchens in die von Ihnen (nicht völlig unbegründet) verhasste Bundeshauptstadt gefunden hatte. Am Sonntag abend wird die Kombination aus beidem ja vermutlich in neuem Lichte zu betrachten sein, ich freue mich auf Bilder. Darüberhinaus ist die Reihe „Tests langlebiger Investitionsgüter“ erheiternd und wird hoffentlich von Ihnen fortgesetzt :)
    Mit den besten Wünschen für ein geruhsames Wochenende an der Donau, A.

  44. es gibt sicherlich viele, die...
    es gibt sicherlich viele, die mit 80 trolleys um die welt reisen, weil sie es nicht anders kennen oder wollen. ein solches gepäckstück würde zu ihnen aber auch nicht passen, bei manchen würde es sogar total stillos wirken (deplaziert wie bei ackermann, der sich in der krise aalglattlächelnd mit faustzitaten schmückt). viele würden auch an einem solchen koffer schlicht und einfach vorbeigehen, dem joshua bell syndrom (http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/04/04/AR2007040401721.html) unterliegend.
    & ich beneide sie, don alphonso, nicht um das bracherssche luxusstück, nein, ich beneide sie um die zeit, über die sie so großzügig verfügen, um über solche sachen zu schreiben zu können.

  45. Was ich eigentlich schon lange...
    Was ich eigentlich schon lange mal sagen wollen: Die Felgen Ihres Autos vorne, das so schön herausgeputzt wurde, könnten mal einen Lappen mit etwas Pflegecrème vertragen.

  46. Vor allem die bislang...
    Vor allem die bislang ansonsten unerwähnt gebliebenen historischen Spanngurte hatten es uns gleich angetan. Irgendwo haben wir auch noch solche …. . Nein, sogar genau die gleichen. Auch in schwarz-rot also, *g*. Und mit echter, gehärteter Silberschnalle. (gg)
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    Und vor allem war Don endlich mal ein Stück weit über Meran hinausgekommen. Fast meint man: Extra für uns. „Meran“ ja höchstens immer der halbe Weg in die Fremde. Mailand also hätte uns auch selber mal wieder ganz gut gefallen. Da z. B.
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    http://www.youtube.com/watch?v=qGbmjX7AYyU
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    sind wir leider auch nicht dabei gewesen. Internationalität ist so wunderbar. Wie man also zu singen versteht, immer auch wieder in Mailand, und gerne hört und sieht die Menschen sowas eben auch dort. Man schaue also, wer mag, „bis der Dirigent zuckt“. youtube qGbmjX7AYyU

  47. @Die Dame im Dirndl.Habe ich...
    @Die Dame im Dirndl.Habe ich etwas überlesen?Ich war dabei mir das Lesen
    between the lines abzugewöhnen.Nun nehm ich,was sie schreiben also ohne Ironie auf, und möchte nur anmerken,dass es Dinge gibt,die in der Luft liegen,
    Einzelne sie ergreifen und irgendwie entsteht ein Trend.
    Man erkennt ja hier in Microversion,wie z.b. solch ein Koffer geradezu ergriffen
    wird, und am Ende kommt das Netz heraus…..das gute alte Netz,federleicht und in der Lage unglaubliches Volumen aufzunehmen…….so eben wie das Internetz…
    die Macroversion.

  48. kleinerberg, ich gebe es zu,...
    kleinerberg, ich gebe es zu, dass der dauernde Hinweis auf britisches selber und seinen Preis vielleicht nicht allzu gut war, aber generell sollte stets genug für alle da sein. Gerade in England gibt es Unmengen bester Gepäckstücke.
    Die Dame im Dirndl, es ist ja nicht so, dass ich das begründe: Die wirklich guten Stücke sind meistens sehr schnell weg, weil es genug Sammler dafür gibt. Nicht umsonst landen Goyard, LV, Swayne Adenay und Asprey wiederum in Auktionshäusern, und das auch schon seit über 20 Jahren. Übrigens sieht man die Stücke dann auch oft genug auf der Mille Miglia.

  49. P.Seudonym, das kann einem...
    P.Seudonym, das kann einem aber auch nur passieren, wenn man fliegt oder gar den Zug nehmen muss. Nur bei Treppen wünsche ich mir ab und an etwas Erleichterung, aber die sind so oder so übel, da helfen auch keine Trolleys. Ansonsten finde ich, dass man es einfach sportlich sehen, nehmen und tragen sollte.
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    MG Midget, man darf nicht übersehen, dass die Wählscheibe zu ihrer Zeit vor allem 4 bis 6 Nummern verkraften musste, und dann ohne Taktung nicht weiter bedient werden musste. Heute heisst das Flatrate und kostet extra. Nun ja.
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    Was mich an modernen Autos so ärgert, sind die enormen Massen. Man entwickelt schwerere Autos mit mehr Technik und leistungsfähigere Motore und am Ende hat man den gleichen Verbrauch wie früher. Statt dass man überlegt, wie man Leichtbau in Serie kostengünstig macht, Der neue Audi meiner Mutter braucht mit Klimaanlage mehr Sprit als mein offener, 14 Jahre alter Sportwagen. Wo ist da bitte der Fortschritt? Insofern muss man sich nicht wundern, wenn unsereins überlegt, öfters mal auf Altes zurückzugreifen.

  50. Georges, nicht wirklich, was...
    Georges, nicht wirklich, was das Überdauern angeht: Leder setzt ungefähr 4 mal so schnell wie Holz Patina an, und die Lebenszeit ist begrenzt. Stücke, die heute 80 jahre alt sind, werden in 180 Jahren kaum mehr benutzbar sein, wenn sie nicht regelmässig gefettet und bei der richtigen Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden. Ungefähr 1/3 der Ledereinbände meiner Bücher aus dem 18. Jahrhundert sind schon gebrochen. Sprich: Diese Stücke kann man vielleicht heute kaufen und noch selbst nutzen, aber es wird keine unendliche familientradition geben, Gerade deshalb sollte man sich den Kauf gut erhaltener Exemplare überlegen, solange es sie noch gibt, denn ihre Zahl nimmt rapide ab. In 20 Jahren wird man solche Artikel kaum mehr schreiben können.
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    Fitzcarraldo, danke; ob die trolleys es wirklich so lange schaffen, wird man sehen. Ich meine: Man sieht heute schon, dass die Kunstlederkoffer der 50er und die Hartschalenkoffer der 30er Jahre kaum Abnehmer finden. Später geht man nie den massenprodukten nach, man sucht immer das Besondere und das Organische. Warum? Schwer zu erklären; vielleicht liegt es an der Art, wie Organisches altert, vielleicht auch an der immer leicht brutalen Ausstrahlung von Leder, denn schliesslich war das mal ein Tier, und keine saudische Suppe.

  51. N.W., bei der Marke fehlen mir...
    N.W., bei der Marke fehlen mir die Erfahrungen. Generell verzichte ich ja gern auf Flugreisen und bevorzuge klar das Auto. Alu ist nicht wirklich meine Sache; wenn ich fliege, habe ich eine weiche Holdalltasche.
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    colorcraze, da gibt es genug historische Exemplare, die man auch nehmen kann, mit kurzem Griff und Ausguss und quadratischer Form. Die Technik ist erstaunlich sinpel und gleichzeitig effektiv; fast fragt man sich, warum man das heute nicht längst wieder als Neuigkeit an Trolleys verbaut.

  52. Herr Porcamadonna,
    Ihr Fiat...

    Herr Porcamadonna,
    Ihr Fiat ist als post 1990 natürlich nicht ein altes, sondern auch ein neues Auto. Ihr Vergleich hinkt da etwas.
    Redlicherweise sollten Sie Ihren Sunbeam mit einem aktuellen z.B. A4 vergleichen; da sähe es schon ganz anders aus.
    Daß die alte Technik und Patina eine besondere Faszination ausüben, weiß ich als Besitzer eines Baujahr 1942 nur zu gut Aber an Sparsamkeit ist mein neuer nicht zu überbieten!
    Ihr Lederkoffer ist wirklich sehr schön und ich wünsche Ihnen lange die Physis, daß sie ihn sportlich die Treppen hochwuchten können.

  53. Lieber Don, dieses Foto Ihrer...
    Lieber Don, dieses Foto Ihrer „Leibhaftigkeit“, Sie wirken so, na, ich will sagen, so unbeschwert und fern des Eindrucks, es wäre irgendetwas faul im Staate. Das beruhigt doch ungemein. Man könnte sogar meinen, Sie machten sich gerade auf den Weg ins Internat vergangener Tage, so jugendlich wirken Sie. Aber diese italienische Keksdose unter diesem manufaktured item will nicht so recht passen in Ihre stilvolle Welt. Ist doch eher was für die Damenwelt unterer Gehaltsklassen mit Sonnenbank-Studio oder GYM. Standesgemäß, insbesondere für Sie, verehrter Don, sind da die Fahrzeuge aus Coventry, mit Connolly-Leder ausgeschlagen – sind besonders fein, da Leder von Tieren verwendet wird, welche auf Weiden ohne Stacheldraht ihr Dasein fristen. Ein hehrer Lebenszweck, wie ich meine. Angetrieben werden sie von vielzylindrigen Motoren – hier muß man die Zwölfender wirklich Triebwerke nennen, obwohl sie nichts taugen – sind diese auch in der Lage, ein solches handgedengeltes Köfferchen mitsamt Cristofle-Silberkanne und Gekreuzte Schwerter-Porzellan mühelos im Huckepack ins ferne Stresa oder Venedig zu tranportieren. Diese Woche in Hamburg, lieber Don, sah ich doch glatt einen solchen alten Jaguar Daimler Double Six, Bj. ca. 1985, mit eben diesem Koffergestell auf der hinteren Haube, passend dazu vielerlei Chromgeflecht auf den Radläufen, Radkappen, Rückspiegel auf den Kotflügeln ganz vorn angebracht…..Unglaublich, Don, das Fahrzeug wäre es gewesen, für Sie. Hatte leider keine Kamera zur Hand.

  54. Don, soll allerdings das...
    Don, soll allerdings das Fahrzeug zu Ihren erklärten Zielen des Müßiggangs passen, so darf es natürlich ein Monteverdi oder ein Ferrari 400 (bitte die Vergaser-Variante) sein. Ob aber das dem Bristol-Köfferchen gefällt?

  55. nico, man würde so etwas...
    nico, man würde so etwas über einen alten TR3 oder einen Fiat 1500 Spider sicher nicht sagen, und Sie müssen einfach sehen: Auch die sind nur über Leute wie mich zum Klassiker geworden, die durch alle Höhen und Tiefen und Dekaden zu ihnen standen. Das sagt man also vielleicht jetzt noch, das „das passt nicht“. Warten Sie mal 5 Jahre. Dann werden Sie sehen, es wird schon. Mit jedem Tag mehr. Lustig, dass Sie jaguar erwähnen. Der grösste Angeber der Schule hatte so einen, bis er kein Geld mehr hatte. Kommt beim nächsten Beitrag.

  56. Bin stets konstruktiv, Don....
    Bin stets konstruktiv, Don. Und, bitte, vergessen Sie mir dabei nicht die Perser. Im Kleinformat dienten diese bisweilen als Gummimatte unter der Pedalerie.

  57. A. L., vielen Dank, ich habe...
    A. L., vielen Dank, ich habe ihn gesehen, allein – den darauf zu kleben, das bringe ich nicht übers Herz.
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    laperla, natürlich lesen sich solche Fälle schmerzhaft, aber so ist das nun mal: Manche erkennen mehr als andere. Es ist nicht jedem gegeben, sich von seiner Zeit und deren Umständen zu lösen und einen eigenen Weg zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu finden, obwohl es de facto jeder tun muss. Ich würde auch nicht sagen, dass mein Weg besser ist – alles was ich sagen will ist, es ist möglich, ganz im Gegensatz zu dem, was man uns mit „praktisch“ und „bequem“ einreden will. Und die Zeit – nun, die habe ich eigentlich nicht, denn ich verdiene damit ja Geld, das ich in andere Dinge stecke, um darüber zu schreiben. Aber dennoch: Es ist eine angenehme Arbeit.

  58. nico, der persische Teppich in...
    nico, der persische Teppich in seinem Gehen und Wiederkommen als Distinktionsmerkmal wäre auch mal ein Thema.
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    M.M., auf längeren Reisen ist der Schmutz vorne unvermeidlich, bremse ich doch hart und trete ebenso hart nach der Kurve aufs Pedal. Aber es stimmt natürlich. Da muss was getan werden.

  59. Don Alphonso, natürlich haben...
    Don Alphonso, natürlich haben Sie wie immer Recht, ich hätte der Dame mit dem Koffer auf dem Fahrrad sofort ein Angebot machen sollen. Jetzt stehe ich dumm da, denn gerade hat der Mailkasten ‘ding’ gemacht, weil eine Aufforderung von KLM ankam, ich möge jetzt bitte online (nach Frankfurt) einchecken. Dabei weis ich immer noch nicht, welchen Koffer ich nun nehmen soll. Ich dachte immer mein schwarzer Tumi Lederrucksack sei angemessen, aber im Anbetracht Ihres Blogs, und des edlen Koffers gestern…

  60. Qualität hat eben Bestand....
    Qualität hat eben Bestand. Allerdings fällt es mir schwer heutigentags gleichfalls auf Qualität zu setzen, der inflationsbereinigte Preis verrät es. Auf lange Sicht, die 75 Jahre, mag er sich auf jeden Fall rentieren. Aber woher nimmt man die Sicherheit, eine solche Investition zu tätigen? Heutzutage ist zumindest mein Zeithorizont auf 12 Monate begrenzt. Was darüber hinausgeht ist volatil und zwar in höchstem Grade. Was nicht innerhalb von 12 Monaten zu sparen oder finanzieren ist, ist außerhalb meiner Reichweite. Das ist auch der entscheidende Unterschied zur Epoche vor den Weltkriegen. Damals lauteten (nach Thomas Manns Betrachtung „Meine Zeit“) die Schlüsselbegriffe „Safety“ und „mündelsichere Anlage“. Heute gibt es Schlüsselbegriffe wie Zukunftsangst und Bankencrash. In der Zeit nach der großen Pest 1348, als alles ins Rutschen geriet und die gesellschaftliche Hierarchie durcheinandergewirbelt wurde, muß die Empfindung der Menschen ähnlich gewesen sein. Nichts ist sicher, alles ist möglich. Ich glaube, von unseren Städten wird bleiben: der durch sie hindurchging, der Wind. Aber auf die Pest folgte die Renaissance, weil eben alles möglich war. Vielleicht fechten es unsere Enkel ja wirklich besser aus.

  61. Don Alphonso,

    jemand der wie...
    Don Alphonso,
    jemand der wie ich, wenn er denn in Europa weilt, in der Gegend wohnt in der Sie gerne ihren Urlaub verbringen – am Lago die Como – hat sich selbstverständlich über die Bilder aus der ‚Heimat‘ gefreut. Nun ja, Bergamo, Citta Alta … Sie haben eine Perle am Weg von Stresa nach Bergamo rechts liegen lassen. Ein Tipp für Sie und andere Leser Ihres Blogs: Montevecchia in der Brianza. Schwer zu finden, jedoch die Mühe lohnt. Der Wein hat keine DOC oder IGT ist jedoch – je nach Winzer – ein ausgezeichneter Tafelwein. Winzer bieten nach Voranmeldung Abendessen in der Tradition der Brianza mit heimischen Weinen. Allein schon die kleine Bar im autofreien Zentrum des wirklich sehr kleinen Ortes ist sehens- und besuchenswert. Bei klarem Wetter sieht man über die Po Ebene nach Mailand und weiter. Die mit Salami, Schinken, Käse, Oelgemuese beladenen Holzteller sind großartig und stellen mit einem guten lokalen Wein und den ausgezeichneten hausgemachten Kuchen so manches ***Essen in den Schatten. Ich denke, auch der Dame im Dirndl würde dieser Platz gefallen hier: http://www.prolocomontevecchia.it/

  62. Schöner Koffer, aber nicht...
    Schöner Koffer, aber nicht geschaffen für die moderne Welt, zu schmal für den (Gepäck-) Träger. Ein SPIEGEL-Paparazzi lauerte dem Don übrigens in Stresa auf, und knipste Alfonso für das aktuelle Titelbild. Ohne Dirndl, mit englischen Chips.

  63. @dottore
    Die Dame im Dirndl...

    @dottore
    Die Dame im Dirndl muss leider arbeiten, oder glauben Sie ich fliege zum Vergnügen nach Frankfurt?

  64. @savall, Qualität ist eine...
    @savall, Qualität ist eine Frage des Stils, meiner Meinung nach. Nicht mehr und nicht weniger.

  65. Oh, Gott, da kommt man aus dem...
    Oh, Gott, da kommt man aus dem Urlaub zurück und stellt fest, daß man mal wieder alles falsch gemacht hat: Erst falsch gepackt – keine rahmengenähten Schuhe, sondern Trekkingsandalen, keine silberne Teekanne, sondern eine schlichte Stahltermoskanne, nicht einmal ein Hemd, sondern nur T-Shirts (obwohl, das Band-Shirt hat die örtlichen Connaisseurs beim Konzert dann schon beeindruckt: Ey, mec, Dead Moon, c’est une groupe superbe!)… Und dann das Ganze nicht in einen Lederkoffer, sondern einen Trolley gesteckt. Der wurde auch nicht auf den Sportwagen geschnallt, sondern auf den Fahrradgepäckträger – bis zum Busbahnhof. Weiter ging’s mit anderen Losern per Bus zum Billigflieger, am Ankunftsort wieder Bus, dann Straßenbahn, schließlich die Würdelosigkeit des Zufußgehens mit dem Trolley im Schlepptau. Und wofür das alles? Kein Grand Hotel, in dem das 19. Jahrhundert noch lebendig ist, sondern eines im Stil des frühen 21. Jahrhunderts – d.h. so möbliert, daß man sich selbst bei Ikea schämen würde.
    Und, gehe ich wenigstens jetzt, wo ich wieder zurück bin, der Trolley ausgepackt und verräumt ist, in mich und bereue? Pustekuchen – es war herrlich: Die Stadt, der Wein, die Museen, die Antiquariate, ein letzter Sommertag am Strand von Arcachon… Nur um St. Emilion würde ich künftig einen großen Bogen machen: Das ist eine reine Touristenfalle.

  66. Werter Don,
    .
    "früher war...

    Werter Don,
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    „früher war alles besser, nur eines war schlechter,
    die Mädchen waren auch besser“.
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    Gruß Hanskarl

  67. Werter Herr Alphons,
    als...

    Werter Herr Alphons,
    als bekannten FDP-Fan wird Sie dieses Foto zum Thema besonders erfreuen:
    http://www.faz.net/m/%7BD3B3EE58-8A02-45A4-932A-7BC90224B43A%7DPicture.jpg

  68. Don Ferrando, sehen Sie mich...
    Don Ferrando, sehen Sie mich schockiert, aber nicht wirklich überrascht! Aber nach dem Guidomobil gibt es nichts, was man denen nicht zutrauen könnte (der Blick! „Hölle, der hat doch wohl hoffentlich nicht mich aufgenommen?“)
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    Alter Bolschewik, ein jeder, wie er will und es braucht. Ich mache nur einen Vorschlag, den man vielleicht nicht sofort ablehnen sollte.

  69. staph.aureus, englische Chips?...
    staph.aureus, englische Chips? Ich esse nichts Englisches.
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    HansKarl, dass die Gegenwart besser ist, muss sie erst mal – unter Abzug des normalen menschlichen Fortschritts – beweisen.

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