Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Reichtumsbericht 2009 (nach Wahl ergänzt)

| 266 Lesermeinungen

Es ist alles gut. Doch. Wirklich. Niemand hat das Recht sich zu beschweren; es ist, wie es ist, und die Mehrheit hat entschieden, die wollen das so. Solange man auf der Seite der Gewinner ist - und irgendjemand muss schliesslich gewinnen, es kann nicht nur Verlierer geben - ist alles prächtig. Die Aussicht. Das Wetter. Der Wein am Strand. Es passt schon alles so, wie es ist. Besser so, als, sagen wir mal, Wohnungszwangswirtschaft, Kollektivierung und Staatsbetriebe. Zumindest etwas besser. Glaube ich.

Hitherto, the German has had the blessed fortune to be exceptionally well governed; if this continue, it will go well with him. When his troubles will begin will be when by any chance something goes wrong with the governing machine.
Jerome K. Jerome, Three Men on a Bummel

Auf eine neue Ausgabe des Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung wird man wohl noch eine Weile warten müssen, schliesslich gibt es eine neue Bundesregierung, und zwar eine von der Sorte, die sehr grosszügig allgemein mehr Reichtum versprochen hat; man darf also annehmen, dass man sich erst mal überlegen wird, wie man die Armutsdefinition den neuen Zielsetzungen anpasst. Was den hier hauseigenen Reichtumsbericht selbst angeht – den anzupassen, habe ich mich heute an den Tegernsee begeben.

Reichlich spät übrigens. Ich war lange im Bett. Es soll zwar neue Kabinettsmitglieder geben, die der Ansicht sind, dass Frühaufsteher mehr verdienen sollten, als jene, die lang liegen bleiben, aber das gilt ja wohl kaum für Berufssöhne – welcher reiche Papa will sich schon den Tag verderben, indem er die Nichtswürdigkeit seines Nachwuchses schon vor dem Frühstück zu Gesicht bekommt – Erben, und all jene, die eine Sekretärin haben, die einen fragen, ob es nicht auch in drei Stunden noch ginge. Frühes Aufstehen ist, das möchte ich klar betonen, in meinem Kreisen kein Kriterium für Vermögen und auch keines, das Kreuzerl bei der FDP zu machen. Früh aufgestanden wird nach meiner Erfahrung eigentlich nur, wenn die Putzfrau kommt und man das, was einem zu peinlich ist, noch schnell selbst in jenen Schrank verräumt, der für die Putzfrau tabu ist.

Bild zu: Reichtumsbericht 2009 (nach Wahl ergänzt)

Reichlich spät also komme ich in Kloster Reutberg an, dessen Hauptattraktion vielleicht weniger die düstere Kirche ist, in der man sich das Schicksal der deutschen Sozialdemokratie angesichts des Wählerurteils anschauen kann. Reutberg hat ein sog. „Bräustüberl“, das hat eine Terrasse und die wiederum hat einen spektakulären Blick auf die Alpenkette und einen hübschen Teil dessen, was man gemeinhin als „Münchner Süden“ bezeichnet, eine Region bar jeder finanziellen Probleme, und, nehmen wir nur mal den schönen Tegernsee, auch besserverdienende Wähler, von denen jeder 5. der FDP seine Stimme gibt. Das ist ziemlich viel, nicht nur für bayerische Verhältnisse. Nicht, dass ich das gut fände – das Problem ist, dass ich es gut finden muss.

Ich sitze also unter einer riesigen Kastanie in einem sonnigen, bayerischen Biergarten bei 21 Grad Celsius und warte auf meinen Semmelknödel mit frischen – wirklich frischen – Pfifferlingen und einer Rahmsosse, so schwer wie die Stunden im SPD-Hauptquartier. In Berlin sitzen woanders Leute und überlegen sich, wie sie die Erbschaftssteuer am besten komplett abschaffen. Einfach so. Für den, der es kennt, klingt das bestens: Keine langwierigen Debatten mehr mit dem Finanzamt, keine Notverkäufe von Aktienpaketen, um die bei der Trauerarbeit störenden Steuerbüttel zu entlohnen, keine ekelhaft-mickrigen Regelungen zum Wohneigentum – 200 selbstgenutzte Quadratmeter sind aktuell steuerfrei, das ist reichlich wenig, wenn, sagen wir mal, allein das Stammhaus 50+x Räume und ein Gesindehaus hat. Verlierer bei dieser Abschaffung sind allenfalls die ebenfalls erbschaftssteuerfreien Österreicher, zu denen man zwecks Vererbung dann nicht mehr fliehen muss, wie es eine gewisse Zeit lang in dieser Region nicht selten war.

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Die Stimmung ist allgemein gut, niemand scheint hier Sorgen zu haben. Sorgen müsste man haben, würde man in Berlin bei den selbsterklärten und leistungsbereiten Frühaufstehern etwas tun: Eine Vermögenssteuer einführen etwa. Der Verzicht darauf ist zwar auch nicht mehr Netto vom Brutto, aber diese angenehme Unterlassung provoziert keinen Streit in der Koalition, kostet nichts und muss auch nicht beschlossen werden, womit man mehr Zeit hat, sich Fragen wie dem Spitzensteuersatz und der Mehrwertsteuer zu widmen. Ebenfalls kaum ein Thema im Koalitionsvertrag: Mehr Geld für Steuerfahndung. Man darf also erwarten, als Deutscher in der Schweiz nicht mehr wegen unvorsichtiger Äusserungen eines gesetzestreuen – wo käme man damit hin, wenn nicht auf die Hinterbank – Finanzministers misstrauisch angeschaut zu werden, wenn man jenes Bargeld einzahlen möchte, das man nun mehr ererbt. Man muss sich nicht mehr als Brite ausgeben. All die Irritationen der letzten Jahre werden sich schnell verflüchtigen, es wird alles wie früher sein.

Also, danach fahre ich zum See, der Konditor ist voll wie immer, und das wird er auch noch sein, wenn die Mehrwertsteuer bei 25% liegt, denn darauf kommt es hier nicht an. „Wir brauchen nichts geschenkt, wir können uns das alles selber leisten“, sagte meine Grossmutter immer und hatte damit wie immer recht. Die Mutter eines Verwandten, der gerade in Berlin ein Mandat bekam, hat gerade das gleiche zu Protokoll gegeben. Wir sind nicht vom Staat abhängig. Wir zahlen selbst, wir haben genug. Und die Mehrheit hat demokratisch entschieden, dass es auch so bleibt.

Bild zu: Reichtumsbericht 2009 (nach Wahl ergänzt)

Ich gehe etwas am See spazieren, als eine Bekannte anruft, die sich in einer Bank langsam, aber beständig aufarbeitet. Warum ich verstimmt sei, will sie wissen, es sei doch alles prima. Das ist noch vor der am Abend eintreffenden Nachricht, dass die Deutsche Bank mal wieder 1300 Stellen streichen will, und wenn die anderen nachziehen, werden sie es leichter haben, wenn der Kündigungsschutz neu geregelt wird. Alles ist bestens; zusammen mit Studiengebühren hilft das sicher, die Schar der Neureichen ohne Manieren effektiv zu reduzieren. Und wenn sie im nächsten Beruf nicht mal mehr einen Mindestlohn bekommen, ist das auch auf Dauer prohibitiv. Ihr habt doch wirklich nur Vorteile, bemerkt meine Bekannte kopfschüttelnd und weigert sich, meine schlechte Laune zu verstehen. Statt dessen rechnet sie mir vor, was ich mit den Veränderungen gewinnen werde. Sie wäre froh, wenn sie in meiner Lage wäre. Willst Du mich heiraten, frage ich sie, die seit der Schulzeit den ersten Freund behalten hat, durch alle Kleinhöhen und zunehmenden Abgrundtiefen. Nein, sagt sie und lacht. Siehst Du, sage ich, warum sollte ich mich freuen, wenn ich mit dieser Regierung zwangsbeglückt werde. Oben im Seerestaurant trinken sie Weisswein bedächtig aus überdimensionierten Gläsern. Es ist immer noch warm.

Wir plaudern noch ein wenig, ich über Politik, sie beschwichtigt und erzählt von ersten Alterserscheinungen, die ich verleugne, gut hat sie sich gehalten, attraktiv sei sie, auf diese Art, wie es Bankmitarbeiterinnen manchmal sein können, trotz der Uniformkostüme; aber sie muss nächste Woche wirklich zum Arzt, wird schon nichts Schlimmes sein, und sie ist Privatpatientin. Na dann. Das ist schon mal was. Das ist nicht jeder. In Zukunft werden es vielleicht mehr, bei weniger Leistung. Zu negativ, meint sie, bist Du heute, und zwischen Buchmesse und Medientagen kommt sie mal vorbei und erklärt mir das noch mal in Ruhe. Bedenken seien überflüssig, wenn man das eine wählt und vom anderen profitiert. Ich kann also gar nicht verlieren.

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Und wie in einem schlechten Roman des Symbolismus ziehen mit dem Sonnenuntergang die Wolken auf, im Lichte Gmund, Tegernsee, Rottach und Bad Wiessee, unter der grauen Bleidecke alles, was nördlich ist: Deutschland, der grösste Teil davon. Es ist nicht gerecht, aber was heisst das schon in diesen Tagen. Ich bekomme vermutlich mehr Netto von anderer Leute Brutto. Deine Leistung muss sich für mich lohnen. Unser Wachstum durch Eure Arbeit. Ich trage massgefertigte Schuhe aus Verona, Anzug und Hemd von Féraud und eine Gruen Curvex. Ich bin am See, und morgen soll hier, aber nur hier im Süden, der letzte Sommertag sein. Ich wohne hier. Keine Sekunde meines Lebens müsste ich nach Berlin, Gelsenkirchen oder Rostock, und nichts brauche ich von diesem Staat. Alles ist bestens. Es ist ein reiches Land, und man kann frei wählen. Es gibt keinen Grund zum Klagen.

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Alles wird gut. Und wenn nicht, dann bleibt das Schlechte auch diesmal wieder weiter nördlich bei den anderen hängen, und wird vom rosigen Süden ferngehalten.

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266 Lesermeinungen

  1. Lieber Don Alphonso, welche...
    Lieber Don Alphonso, welche Regierung und v.a. mit welchem Programm hätten Sie sich idealerweise gewünscht?

  2. Nun ja Reichtum für alle und...
    Nun ja Reichtum für alle und danach Reichtum besteuern haben ja andere gefordert. http://schwarzmarkt.blog.de/2009/08/28/linke-logik-6840820/ Ansonsten hilft vielleicht mathematisch den Süden zum Norden zu erklären, dann hat der Norden keine Probleme mehr sondern der neue Süden. Das wäre dann ja gerecht :))

  3. Lieber Don, jetzt ziehen Sie...
    Lieber Don, jetzt ziehen Sie uns mal nicht so runter, ist ja schlimmer als das Berliner Straßenbild. Die Spasspartei hat sich nur verkleidet, der Witz mit den Steuersenkungen wird jetzt zum running gag. Als ein FDP-Minigrande sogar nach der Wahl meinte, die Steuern würden sinken, hat sogar meine Frau gelacht – und die kommt aus Österreich.

  4. Vorzüglich, Sehr geehrter...
    Vorzüglich, Sehr geehrter Don. Lese den Artikel gerade auf der Arbeit in Wien und bin seit Sonntag wirklich froh hier zu arbeiten. Es ist ein Jammerspiel für die in Deutschland Zurückgebliebenen, die nicht Ihre Möglichkeiten haben.

  5. ebs, eine, die vor allem die...
    ebs, eine, die vor allem die Banken und Finanzinstitutionen soweit zerschlägt, dass sie kein Risiko mehr darstellen; und eine, die das langfrsitige Ziel verfolgt, die wirklich obszöne Vermögensentwicklung einiger Weniger zugunsten eines eher allgemeinen Wohlstandes zu verhindern. Das Gewäsch der Lobbyosten und ihrer übernahen Journalisten, dass das nicht möglich wäre, halte ich für gelogen. Und bitte, das ist kein Radikalsozialismus, sondern nur die Meinung, dass es hier Fehlentwicklungen gab, die man begrenzen und revidieren muss. Trotz des Wahlergebnisses sehe ich eine schwere gefährdung des sozialen Friedens, wenn man jetzt in der Richtung weitermacht, die das alles verbrochen hat.
    .
    BlackJack66, genau das wird man auch tun, das sind dann die Freuden der Statistik. Es rennen ja schon heute genug „Kollegen“ durch die Gegend und behaupten, die Nutzniesser der Krise seien die kleinen Leute, weil die Reichen ärmer wurden, während man in Wirklichkeit einige Assetklassen der Reichen mit Staatsschulden für alle gerettet hat.

  6. Aufpassen !
    Wenn es dem Norden...

    Aufpassen !
    Wenn es dem Norden zu bunt wird, drehen die den Bayern den Strom ab.
    Wie man hört gibt es ja jetzt schon in der Stromversorgung gewisse Engpässe……
    Ich bin jetzt schon auf die Standortdiskussionen für die neuen bayerischen Atomkraftwerke mit den dazugehörigen Endlagerkapazitäten gespannt.
    Wie wäre es mit einer formschönen Reaktorkuppel am Horizont hinter der Terasse ?
    In den Tegernsee passt sicher auch das eine oder andere gelbe Faß…..
    Frau Dr.Merkel kann da praktische Tips geben !
    Falls doch mal irgendwas schief geht, macht doch nichts: Mit Tempo 200 wird man sich über die Berge noch Südtirol absetzen dürfen…
    Nur die schönen Immobilien müssen dann zurückgelassen werden.

  7. Sehr geehrter Don,
    das klingt...

    Sehr geehrter Don,
    das klingt aber mehr nach einer, wenn auch leichten, Depression, als nach einem Wahlkater.
    Melancholie muss man sich leisten können. Wobei es vor allem eine Frage der Zeit und weniger des Geldes ist.
    Aber seien Sie getröstet, der Sommer soll doch noch ein wenig bleiben. Und ein goldener Oktober verscheucht so manchen traurigen Gedanken.
    Da ich meinem wenn auch grozügig geschnittenem Büro nicht entkommen kann, da ich mich der unselbständigen und abhängigen Tätigkeit, die mich und meine Familie nährt und uns bescheidenen aber „nur“ verdienten Wohlstand schenkt, widmen muss, bleibt mir dafür leider zu wenig Zeit.
    Ich beneide Sie.
    Ihre Frau Waldwuff

  8. Don, ich gebe Ihnen Recht,...
    Don, ich gebe Ihnen Recht, dass wir in Deutschland auf eine immer weiter auseinander klaffende soziale Spaltung hin“wirtschaften“, was auf keinen Fall erstrebenswert und sogar beunruhigend ist. Eine Zerschlagung des Bankensystems halte ich nicht für sinnvoll, jedoch eine andere Bewertung der Risikopositionen der Institute. Wie kann es sein, dass die Banken nur so wenig Eigenkapital (10% wenn ich nicht irre) vorhalten müssen, jedoch gleichzeitig hochriskante Geschäfte abschließen? Jeder Unternehmer würde von seiner Bank dafür abgestraft werden.
    Eine Erhöhung des Reichstums für die breite Masse funktioniert meines Erachtens nur über deutlich bessere Bildungschancen/-bedingungen und damit einhergehenden Fortschritt, damit Deutschland im internationalen Vergleich vorne steht und wir nicht mehr über Mindestlöhne etc. diskutieren müssen.

  9. BertholdIV, naja, Wien wäre...
    BertholdIV, naja, Wien wäre jetzt nicht wirklich das, was ich als Alternative sehen wollte, zumal da lauter Wiener sind. (Siehe Kreisler, Wien ohne Wiener). Tendenziell aber versuche ich gerade, mich mit Sarkozy und Südfrankreich anzufreunden. Da weiss man wenigstens nochm, wie man Manager richtig behandelt.
    .
    Libero, ich nehme an, dass die Herrschaften nach den Jahren in der Opposition hungrig sind, und die werden was reissen müssen, sonst sind sie bald wieder eine 5%-Partei. Und die Wirtschaft hat da sicher auch nicht aus reiner Funktionärsfreudigkeit investiert. Allein schon deren Denke für Besserverdienende und Wohlhabende, die Anbiederung bei Meinesgleichen und die Würdelosigkeit, in der viele das akzeptieren, ist schlimm. Es geht mir weniger um diese Partei da, sondern um meine Klasse, die ich eigentlich nicht von denen repräsentiert sehen möchte (Immerhin hatte auch die Linke in Rottach 2%!)

  10. @Reiterjunge
    Ich glaube nicht,...

    @Reiterjunge
    Ich glaube nicht, daß in Bayern jemals ein neues AKW gebaut wird, oder ein Endlager eingerichtet wird. Da könnte sich die CSU gleich selbst auflösen. Seehofer ist eben nicht Strauß und ein zweites Wackersdorf riskiert man im 21. Jahrhundert nicht mehr!
    .
    Im Übrigen kommt der Atomstrom aus Temelin in Böhmen!

  11. Reiterjunge, für so etwas hat...
    Reiterjunge, für so etwas hat man in Bayern die besetzten Gebiete in Franken, Schwaben und der Oberpfalz, und die Flucht über die Berge ist kein Problem – man kennt das von den geldtransporten in die Schweiz.
    .
    Frau Waldwuff, in dem Fall ist es eher ein Gefühl der Beleidigung. Es ist mir wichtig zu betonen, dass zumindest ich mich nicht durch diese Leute vertreten sehen möchte, und schon gar nicht den Eindruck wünsche, die wären welche von „uns“. Die Optik ist verheerend und wird sicher nicht dazu führen, dass sich das Bild des Wohlstandes in der Gesellschaft von den Raffkes wird lösen können. Fern läge es mir, meine Besitztümer an Leute zu vergeben, die davon nichts verstehen, aber nicht weniger fern liegt es mir, als Teil einer Klasse betrachtet zu werden, der das öffentliche Wohlergehen egal ist, solange sie nur Profit macht. Das ärgert mich. Und deshalb schreibe ich es hier auf.

  12. nein,
    @frau w.w.
    melancholie...

    nein,
    @frau w.w.
    melancholie ist eine seelensaite, welche man entweder hat – oder nicht.
    vielleicht leisten sie sich auch einmal
    erik satie.
    manchmal muß das gemüt einsame wege gehen …
    .
    @don
    einfach schön.
    tempo, bilder, gedanken.

  13. Don Alphonso, vielen Dank für...
    Don Alphonso, vielen Dank für den sehr guten Beitrag.
    .
    „Bedenken seien überflüssig, wenn man das eine wählt und vom anderen profitiert. Ich kann also gar nicht verlieren.“
    .
    Tja genauso versuche ich seit 2,5 Tagen das Sonntagsergebnis zur leichteren Verdauung vorzukauen, allein es will mir nicht gelingen. In meiner Lebenssituation müsste ich eigentlich jubeln und hoffnungsfroh auf die kommenden Gehaltsabrechnungen schauen, wie sich das mit dem Brutto und dem Netto zukünftig verhält, aber irgendwie bleibt ein leicht flaues Gefühl auf der halbrechten Seite im Magen. Denn ob ich in 1-2 Jahren überhaupt noch Gehaltsabrechnungen aus der Bankenbranche bekomme, nunja, wer kanns schon sagen?
    .
    Ich teile also Ihre Verstimmung, nur muss ich sie im Büro statt am See verarbeiten.
    .
    Herzlichst

  14. Don Alphonso,
    so habe ich das...

    Don Alphonso,
    so habe ich das nicht gesehen.
    Aber den Schuh brauchen Sie sich auch nicht anziehen. Sie aus dem schönen Bayern, wo die Welt noch in Ordnung ist.
    Sehen Sie sich den Wahlkreis Hochtaunus an, ich möchte auch nicht als eine von denen gelten. Der Vordertaunusschick ist nicht meiner, aber auch nicht das plebejisch und kleinbürgerliche (Zitat aus dem Zusammenhang gerissen von Ex-Senator Sarrazin) Wahlverhalten der Berliner, da ich ja auch einmal Berlinerin war oder noch bin, keine Ahnung.
    Der Nachteil ist der Vorteil der Demokratie. Die Vielzahl und Vielschichtigkeit der Stimmen. Ob wir uns unserer Vertreter fremdschämen müssen, möchte ich nicht beurteilen, da beschränke ich mich auf das Fremdschämen in der kleinen dummen Stadt am Fuße des Taunus. Genügend Anlass gibt es auch hier. Und bedauere auch nicht, dass ich erst zum Jahresende wieder nach Berlin fahren werde, um die Merkwürdigkeiten der fernen Berliner (fern in jeglicher Hinsicht) zu erleben.
    Trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass Berlin weit weg ist vom See.

  15. ebs, prinzipiell sind die USA...
    ebs, prinzipiell sind die USA mit der zerschlagung der Banken nach der 29er Krise ja nicht schlecht gefahren, und eines der grössten Probleme ist, dass Universalbanken geradezu dazu anregen, Risiken innerhalb der Bank zu verschleiern. ich sehe ausserdem nicht, was all die Banker zum Gemeinwohl beitragen; angeblich ist am Ende ein Gewinn aus Geschäften gemacht, die keine Werte schaffen. Was man an Banken braucht, sollte man behalten, aber der Rest, der nur der Umvertzeilung und einem desolaten Rentensystem in den USA dient – diesen Rest sollte man ächten, und seine Protagonisten gleich mit.Schliesslich sind die es, die uns in die Lage gebracht haben, in der wir sind.
    .
    Generell war es im Übrigen immer die vorzüglichste Fähigkeit der CSU, in Bayern Wohlstand zu schaffen und die Nebenwirkungen anderen aufzudrücken. Insofern nimmt man gern die Steuern von Siemens, nicht aber unbedingt deren neue AKWs. Und die Wartung der alten Dinger ist ohnehin ein Milliardengeschäft.

  16. swina, danke, aber wenn man es...
    swina, danke, aber wenn man es jetzt noch von der anderen Warte aus lesen könnte – ein misslungener Neureiciher, der es hasst, dass man ihn in seiner Bruchbude mit der Linken assoziiert – dann wäre es für mich unterhaltlicher.
    .
    atomfried, wenn man davon ausgeht, dass die FDP die Partei nicht der „Besserverdienenden“ ist, sondern die „Partei aller, die schon haben oder zumindest gerne hätten“, dann muss man sich keine Gedanken darüber machen, wo die Wohltaten verteilt werden. Man wird den Spitzensteuersatz nach Hinten verschieben und der Steuervermeidungstrickserschaft hübsche Schlupflöcher zum Optimnieren lassen. Irgendwas müssen ja die Notare tun, wenn es mit den Schenkungen zu Lebzeiten zu Ende geht, weil man unbegrenzt erben kann.

  17. Ein echt schöner Artikel. Ich...
    Ein echt schöner Artikel. Ich teile Ihre Gedanken zu diesem Thema nahezu 1 zu 1.
    Ich habe so lange dafür gekämpft, dass die Tür zwischen den Schichten offen bleibt, bzw. weiter geöffnet wird. Meine Gedanken, Handlungen und Äusserungen basieren/ basierten auf purer Freiwilligkeit und einem Schuss Idealismus.
    Und nun kommt eine Regierung, die ich nicht möchte und schlägt diese Tür zu. Ich stehe auf der goldenen Seite der Tür und wundere mich über die Naivität der Menschen auf der anderen Seite dieser Tür. Sie scheinen wie von Sinnen und werden gut im „Narrenschiff“ von Reinhard Mey besungen/skizziert.
    Die Gesichter & der Verstand der zukünftigen Verlierer erinnern mich immer wieder an die Fotos der lächelnden WW1 Soldaten, in Eisenbahnwaggons sitzend, auf den Krieg freuend.
    Aber wie sagte meine Oma, Reisende soll man nicht aufhalten.

  18. Ich muss mal wieder...
    Ich muss mal wieder widersprechen Don Alphonso. Aber, nur ausnahmsweise. Banken mögen zwar augenscheinlich wahre Bomben sein, dass Risikoportfolio ist aber weniger die Ideen der privaten Banken gewesen. Sie wissen selbst, dass 90% der Problemkredite von 2 US-Staatsbanken vergeben oder besichert worden sind. Die privaten Banken waren nur so blöd, diese Kredit aufzukaufen (und selbst da darf man ein riesiges Fragezeichen setzen: das Rating der Ratingagenturen ist auch staatlich verordnet).
    Offen bleibt einfach die Frage nach der Mündigkeit der US-Konsumenten. Ich kann mir nicht ein Haus kaufen was ich mir nicht leisten kann und dann auch noch meinen gesamten Konsum über Kreditkarten (und einer Pseudowertsteigerung „meiner“ Immobilie) finanzieren. Sich am Ende hinzustellen, „Oh, die böse Bank (zumal noch Staatsbank des fürsorglichen Vater Staat) hat mich falsch beraten und mich in die Überschuldung gestürzt.“ scheint reichlich vermessen. Diese Argumentation erinnert mich immer an unsere Berliner: die wollen auch jede Freiheit, bezahlen und die Verantwortung tragen darf dann aber der Staat.
    Banken können durchaus langfristige Ziele verfolgen. Nur darf (und muss) eben auch die Frage gestellt werden, welche staatlichen Anreize für dieses Kurzzeitdenken vorlagen. Es muss nicht erwähnt werden, dass die immer kürzeren Bilanzierungsfristen auf dem Mist der US-Behörden gewachsen sind. Es muss auch nicht erwähnt werden, dass es heute eine derartige Risikodiffusion gibt, das es letztlich schwer möglich ist, die Frage nach der Verantwortung zu klären (da reicht eine einfache rechtssoziologische Perspektive).
    Zu Ihrer obszönen Vermögenswicklung: natürlich gibt es den ein oder anderen der sehr viel Geld hat, wir bewegen uns da aber nach wie vor im Promillebereich (ob Sie nun genau darauf die „Bösartigkeit des Systems herleiten wollen?). Zumal die meisten Superreichen irgendeine Firma aufgebaut haben und unzähligen Menschen einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Und selbst das Thema Boni darf nüchtern betrachtet werden: es ist das Geld der Eigentümer, also der Aktionäre. Ihnen schreibt auch niemand vor, wieviel Geld Sie im Monat für Torten ausgeben.
    Wenn Sie nun, vollkommen zurecht, das Thema Mindestlohn anschneiden, dann sollen da ein paar Aspekte angeführt werden: die Mindestlohnforderung kommt genau dann, wenn wir einen nicht funktionierenden Arbeitsmarkt haben (so gibt diese Debatte z.B. nicht in der Schweiz). Woran liegt das? Einmal an der Technologiefeindlichkeit dieses Landes (man erinnere an die Debatte um den „Jobfresser“ Mikroelektronik, an die Debatte um die Biotechnologie, zuletzt um die Debatte um die Atomenergie – alles eigentliche Hochtechnologiefelder und Arbeitsplatzmaschienen) – auf der anderen Seite müssen wir auch über die Qualifikationen der Leute reden. Bei uns im Südwesten gibt es im Moment 4.5% Arbeitslose. Weit unter 3% wird man die Quote aber nicht drücken können – es fehlt schlicht die nötige Qualifikation und Motivation dieser Leute. Starke Unternehmen stellen Leute ein und umso leerer der Arbeitsmarkt, umso besser die Einstellungsbedingungen (und der Markt funktioniert das sehr gut, Schulfreunde von mir sind mit einem Ingenieursstudium wirklich sehr gut in den Arbeitsmarkt eingestiegen).
    Das deutsche Problem dürften auch weit weniger die Bruttolöhne, als vielmehr die Nettolöhne sein. Ab einem Jahresbrutto von ca. 50.000 Euro fliesst die Hälfte des Geldes unmittelbar in Steuern und Sozialabgaben. Reich werden kann man von der verbleibenden Hälfte nicht mehr. Auch haben wir das Problem dieser reichtumsfeindlichen Rentenversicherung. da bekommen Sie eine inflationsbereinigte Negativrendite. Würde man die 20% die ein normaler Arbeitnehmer in ein kapitalgebundenes Produkt (langfristig dürften auch da 4% Rendite problemlos drin liegen) investieren, dann wären die Renten (allein von den Zinserträgen) –also unter dem völligen Erhalt des Alterskapitals- ca. 3x so hoch.
    Das Thema Mindestlohn ist im übrigen auch ein staatliches Thema. Es sind weniger die privaten Unternehmen (die machen das vielleicht für wirklich niedrigqualifizierte Leute), es ist vielmehr Vater Staat der im Niedriglohnsektor bei Gutqualifizierten Leuten kräftig mitmischt. Fragen Sie einmal eine Krankenschwester, eine Hebamme was die im Monat verdienen. Fragen Sie mal an Universitäten über die Einstellungspraxis des Staates nach (fast nur halbe und dazu befristete Stellen).
    Gerade das Beispiel Schweiz macht ganz deutlich vor, dass breiter sozialer Wohlstand über eine liberale Markt- und Arbeitsordnung möglich ist. Wir dürfen uns nicht über das Versagen des Kapitalismus echauffieren, wenn wir nie wirklichen Kapitalismus, nie wirklich freien Markt hatten.
    Um mich nicht falsch zu verstehen: zur Freiheit gehört auch unternehmerische Verantwortung.
    Jedenfalls dürfte der Gesellschaft kaum damit geholfen sein, dass man immer weiter und immer mehr umverteilt. Das ist höchstschädlich für unsere demokratischen Institutionen.

  19. Don Alphonso,
    so sympathisch...

    Don Alphonso,
    so sympathisch wie heute waren Sie mir noch nie. Normalerweise empfinde ich Ihre Artikel ja immer als masochistischen Spaß, man schämt sich an Ihrem Beispiel der eigenen bequemen Abgehobenheit von der Gesellschaft. Vielleicht lese ich Ihren Blog nicht regelmäßig genug, aber heute sehe ich zum ersten Mal den (Post)(Neo)Sozialisten in Ihnen.
    Als ich mit meinem ersten Freund in PAris zusammen kam war ich noch der böse Neoliberale, doch irgendwann war der Infiltration der gauche caviar nicht mehr Einhalt zu gebieten. Mit einem Glas Champagner im XVIème zu sitzen und über das Wohl des Volkes zu schwafeln mag verwerflich sein, aber es beruhigt doch das Gewissen.

  20. Es geht heute wohl auch (zum...
    Es geht heute wohl auch (zum Glück nicht nur) ums mehr oder weniger liebe Geld, und wer an wen was zahlen soll. Sind dazu ein paar Zahlen erlaubt?
    .
    ebs fragt, „Wie kann es sein, dass die Banken nur so wenig Eigenkapital (10% wenn ich nicht irre) vorhalten“. Das mit den 10 % gilt für die 1 (i.W.: eine) Bank, die noch nicht verstaatlicht ist, weil sie sich sich klüger angestellt hat als die anderen. Die anderen haben -auch international- mit 4 % (i.W.: vier) Kernkapitalquote gearbeitet.
    .
    Vom Kernkapital zur Kernkraft: Nicht in Bayern, in Frankreich! Frankreich exportiert seinen ganzen Atomstrom. Der franz. Eigenbedarf lässt sich komplett mit konvertionellen franz. Kraftwerken decken. Wir kaufen dann für teures Geld gutes Gewissen, denn uns leuchtet unser Licht dann wirklich nicht mit teutschem Atomstrom.
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  21. Einspruch Dipsy, der...
    Einspruch Dipsy, der Mindestlohn in der Schweiz liegt bei 3500 CHF. Somit wären auch Ihre anderen Ausführungen zu diesem Thema etwas wacklig und ein wenig geschichtsvergessen sowieso, da Löhne nicht, wie in der neoliberalen Theologie behauptet, Angebot und Nachfrage sondern Machtverhältnisse abbilden.
    freundliche Grüße

  22. Wie immer ein amüsanter Text,...
    Wie immer ein amüsanter Text, der sich gut liest. Aber …. Was will der Don den nun? Sommer das ganze Jahr über? Und zwar sofort!? Aus der Sicht des Bürgertums haben wir doch am Sonntag die letzte Chance gewählt, dass dieses Land nicht völlig von Tagträumern und Hans-guck-in-die-Lufts in Grund und Boden regiert wird. Wollen Sie wirklich von der sich jetzt abzeichnenden SPD unter Anleitung des Erzengels Gabriel mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Lafontaine regiert werden?
    Schön und gut, Sie möchten als Klasse nicht von der FDP repräsentiert werden. Ich weiß nicht recht, welche Partei da aktuell in Frage käme. Die CSU wohl nicht, wenn ich Ihre bisherigen Texte rekapituliere. Statt in Melancholie zu versinken, weil die Welt auch nach der Wahl nicht die ist, von der man träumt, und sich von der Regierung, von der man sich jetzt „zwangsrepräsentiert“ fühlt demonstrativ abzuwenden, ist jetzt Aktion angesagt. Wer sich jetzt in die Schmollecke setzt und auf eine bessere Welt wartet, kann sich schon mal auf seine Abreise ins Exil im Jahr 2013 vorbereiten. Wenn dann Bundeskanzler Gabriel, Außenminister Gysi, Wirtschaftsminister Schreiner und Finanzminister Lafontaine die Geschicke des Landes in ihre bewährten Hände nehmen, dürfen Sie sich wirklich zwangsrepräsentiert fühlen. Ob sie sich dann mit Mindestlohn, Erbschafts- und Vermögenssteuer, Rente mit 58, staatlichem Gesundheitssystem, sprich: Reichtum für alle, am Tegernsee noch wohlfühlen werden, wage ich zu bezweifeln.

  23. Tja, was wäre denn die...
    Tja, was wäre denn die Alternative gewesen? Rot-rot-grün? Selbst wenn ich von der upper class weit entfernt bin, ist mir der jetzige Wahlausgang bei weitem lieber als ein Bündnis mit einer Partei, deren Mitglieder früher dazu beigetragen haben Leute in Stasi-Gefängnisse zu schicken und sich nun mit absurdesten Forderungen (1500€ Grundeinkommen für jeden) und Stimmungsmache am rechten Rand (Zitat: „Der Staat ist verpflichtet zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter ihnen zu Billiglöhnen die Arbeitsplätze wegnehmen.“) hervortun…
    Ich kann mich noch knapp an die 16 Jahre schwarz-gelb unter Kohl erinnern, meine Eltern ebenso. Soviel ich weiß gab es in der Zeit weder soziale Unruhen noch Bestrebungen, die nicht „Besserverdienenden“ auszusperren. Mit der jetzigen Einkommenssteuer ist man übrigens erstaunlich schnell ein „Besserverdiener“ – soviel sagt mir der Blick auf die ehelichen Gehaltsabrechnungen. Aber ich werde ja auch immer fast gesteinigt wenn ich verlauten lasse, dass ich eine konsequente flat-tax- Besteuerung ohne Schlupflöcher favorisiere…
    Gabs denn unter Rot-Grün Bestrebungen, für das Bankensystem international vernünftige Regeln festzulegen? Gab es unter Rot-Grün Bestrebungen für einen Mindestlohn (wobei ich davon nichts halte, jedenfalls nicht wenn er bei 7,50€ pro Stunde liegen soll)? Ich kann mich nicht daran erinnern…
    Ach ja, unter welcher Regierung wurde Hartz IV nochmal eingeführt???

  24. Besucher, da darf ich Ihnen...
    Besucher, da darf ich Ihnen widersprechen. Die Zahl von SFr. 3.500,00 ist lediglich eine Empfehlung des Gewerkschaftsbundes. Es sind, wie Sie auch Wikipedia entnehmen können, allenfalls 2 Problembranchen: die Gastronomie (natürlich nicht unter Anrechnung von Trinkgeldern) und der Detailhandel (das dürfte aber nicht die beiden grossen Migros und Coop betreffen) – wir reden also von einer verschwindend geringen Zahl von Beschäftigten. Zumal SFr 3.500,00 nicht wenig Geld sind (natürlich kann man da in Basel und Genf nicht sonderlich gut von Leben – im Rest des Landes aber schon ganz angenehm). Ganz im Gegensatz zur deutschen Mindestlohndebatte von 7.50. Davon kann auch niemand auch nur ansatzweise vernünftig leben.
    Und, was sind Machtverhältnisse anders als Angebot und Nachfrage? In einem funktionierenden Arbeitsmarkt bekommt auch der Werkzeugmacher (und nicht nur die Bestqualifizierten) schnell einmal ein Angebot zu wechseln und die eigentliche Verhandlungsmacht liegt dann beim Arbeitnehmer. Wenn aber der Arbeitsmarkt bracht liegt (weil zuviele Arbeitslose etc.), dann haben wir tatsächlich ein reines Machtverhältnis.

  25. Frau Waldwuff, es gibt leider...
    Frau Waldwuff, es gibt leider so eine Art unterirdischen Fluss, der die machtzentren des Tegernsees mit den ausführenden Zentren Berlins verbindet. Räumliche Distanz ist leider nicht alles, und niemand kann einem garantieren, dass die FDP demnächst nicht zum Leitbild mutiert. Daran wird ja schon allerorten in den Medien gearbeitet; gerade die Welt tut sich damit hervor, ist diese Partei doch diejenige Kraft, die das verhasste 68 mit einem Mix aus Bereicherung und Verantwortungslosigkeit im Schach hält. ja, sogar hedonismus wird diesen Leuten nachgesagt, die so viel von Philosophie verstehen, wie ich von (Selbstzensur)
    .
    Miner, die erste Reaktion war auch bei mir: Bitte, wenn man das wünscht – nur zu! Jeder bekommt das, was er verdient, und mich betrifft es nicht. So kann man es wirklich sehen. Man hat sich bemüht, man kann auch mit dem anderen leben, oder man könnte es, wenn man ein klein wenig charakterlos wäre. Leider hat es meine Erziehung mit sich gebracht, dass unsereins das Decorum vor dem Faktischen abgeht, gerade, wenn es von Parvenüs und anderen Aufsteigern vorgetragen wird.

  26. Yaq12
    4% wären schön, aber...

    Yaq12
    4% wären schön, aber so lange keine Risikogewichtung stattfindet, sind auch 10% zu wenig.
    Die Eigenkapitalquote bei Banken ist etwas, über das man unterschiedlicher Meinungen sein kann. Während die Amerikaner sich ein leverage wünschen (absurd, eine Quote an den Umsatz zu hängen und nicht nach Risiko), ist bei im alten Europa Basel II gängiger Standard, der leider aber nicht vollständig umgesetzt wurde, wenn auch zumindest vertraglich vereinbart.
    Die alten Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft sahen übrigens 8% vor.

  27. Dipsy, ich lebe in zwei...
    Dipsy, ich lebe in zwei wirklich reichen Regionen mit de facto Vollbeschäftigung, und trotzdem gibt es auch dort kik und andere Unerfreulichkeiten der Moderne. Selbst dort also könnte man noch einiges tun, selbst wenn hier niemand hungern muss. Auch das hat etwas mit Verteilung zu tun, wobei Bildung und Chancen hier nicht hinter „Geld“ zurückstehen. Was die Schweiz angeht: Sollte die Schweiz dereinst niicht mehr das Geschäft der Steuerhinterziehung und Vermögensverwaltung für Leute machen, die das Geld ihren Ländern nehmen, wüsste ich gerne, wie die Schweiz dann aussähe. Nicht dass ich ihr das als erklärter Freund Graubündens wünschte! Das Kernproblem sehe ich tatsächlich in Verdummung und diversen Legenden des Neoliberalismus, die zu hinterfragen kaum mehr jemand bereit ist. Dazu gehört natürlich auch die Frage, was Banken jenseits von Umverteilung zur Gesellschaft beitragen. Und was kapitalmarktfinanzierte Renten angeht, so pfeifen die in den USA, England und Irland aus allerhinterletzten Löchern, die man bei uns so nicht kennenlernen wird, solange man beim Generationenvertrag bleibt.
    .
    Tristan, ich dachte eigentlich, dass mitunter schon durchscheint, dass ich bestenfalls am Rande meiner Klasse stehe und sie für die beste aller möglichen Welten bei mauer Konkurrenz und wenig Ansprüchen halte. Ich würde keine andere Schicht wollen, aber das heisst nicht, dass ich sie so mag.

  28. Das ist das schöne an der...
    Das ist das schöne an der neuen Politik. Die Torte vom Bäcker wird weiterhin mit 7% Umsatzsteuer belastet werden – sofern man diese nicht vor Ort verzehrt, aber wer wird das denn, so ohne feines Porzelan und Silberteekanne. Dagegen wird für die weniger kultivierten Einwohner von Berlin, Gelsenkirchen, Rostock oder anderswo der Besuch der Junk-Finger-Food-Hamburger-Braterei dann statt 19% mit 25% Umsatzsteuer belegt. Burger fürs Bundesbudget.

  29. Ich lese hier immer...
    Ich lese hier immer Neoliberalismus, obwohl hier doch durch und durch der Szialdemokratismus herrscht!
    .
    Welcher Generationenvetrag?? Sie meinen doch nicht etwa damit unser Rentensystem? Da besteht Kontrahierungszwang und ich kann mir die Vetragsbedingungen noch nichtmal aussuchen.
    Übrigens gibt es auch bestens funktionierende kapitalgedeckte Rentensysteme, nämlich die Berufsständischen in Deutschland.
    Aber das Bespiel passt ja nicht in Ihre Argumentationskette!

  30. strappato, die Idee gefällt...
    strappato, die Idee gefällt mir gut. Sondersteuer auf Junk-Food und Steuerbefreiung für Hofläden!
    Allerdings sieht man ja am weitverbreiteten Nikotinabusus, dass auch hohe Preise nicht schrecken!

  31. Don Alphonso
    Sofern die Banken...

    Don Alphonso
    Sofern die Banken ihrem Auftrag zur Umverteilung nachkommen, ist allen gedient. Das Problem ist die Gewinnmaximierung anhand von Derivaten. Bereits um 1900 wurde das Problem der Derivatgeschäfte erkannt, und doch fand man keine Lösung (siehe schwarzer Freitag).
    Derivate sind für den kleinen Mann das Lottolos mit der Chance am Reichtum der Großen teilzunehmen, ohne zu erkennen, das Werte aus Werten gemacht werden, die etwas wert sein müssen (keine Luftnummern). Ererbter Reichtum beruht auf Werten, übrigens zwar meist auch ein nettes Guthaben auf dem Konto aber vor allem Werte (materieller Art – Immobilien und Mobilien sowie immaterieller Art – unter anderem Bildung, aber auch Manieren).
    Dumm nur, dass auch Banken in Derivaten die Möglichkeit erkannt haben mit „kleinen“ Summen einen Gewinn zu erwirtschaften. Während es bei dem kleinen Mann aber lediglich zu einem Totalverlust seines Vermögens kommen kann, ist bei den Banken bei Totalverlust eine Sozialisierung der Verluste möglich.

  32. Don Alphonso,
    Die Gefahr der...

    Don Alphonso,
    Die Gefahr der Ausbreitung des Jurastudentenschick (Stoffhose, Hemd, Poloshirt, lässig Pullover um die Schultern geworfen) sehe ich auch mit Angst entgegen. Insbesondere da ich meinem Mann dann doch noch ein rosa Hemd kaufen müsste…
    Die Gefahr ist da und mit Sorge betrachte ich die Guidoisierung. Aber ich sehe auch andere Gefahren und da betrachte ich diese als das kleinere Übel. Nachdem uns hier in Hessen letztes Jahr ein rot-rotes Debakel droht, was in den „hessischen Verhältnissen“ endete, würde ich ein solches Experiment auf Bundesebene noch mehr befürchten.
    Es ehrt Sie, dass Sie kein Profiteur sein wollen. Aber von irgendetwas profitieren wir immer, und manchmal ist es erschreckend wer einem diesen Gewinn zuträgt. Vor einigen Jahren, als unbeschwerte Gymnasiastin mit Flausen im Kopf (liegt nun auch schon eine weile zurück, mehr als ich Finger habe) hätte es mich geschüttelt bei dem Gedanken. Jetzt habe ich keine Flausen mehr, nur noch Schütteln beim Denken.

  33. Das Fremdarbeiter-Thema war, ...
    Das Fremdarbeiter-Thema war, so hatte ich geglaubt, schon durch, aber der Arbeiterfuehrer (selbsternannt) konnte und wollte dann doch nicht anders. Auch ihm war der linke Rand zu verheissungsvoll.

  34. Nun aber Don Alphonso. Ich...
    Nun aber Don Alphonso. Ich will und muss Sie da an Ihre eigenen Beiträge erinnern. Der klassische kik – Käufer dürfte zwar nicht zu den einkommensstarken Schichten gehören, dennoch dürfte sein Konsumverhalten einige Dinge zu Tage bringen, die Ihnen die Haare zu Berge stehen lassen: Ikea, unzähliger Elektronikschrott, „Junkfood“. kik ist nicht das Problem eine Gesellschaft mit zu wenig Einkommen, kik ist das Problem einer Gesellschaft der es an Qualitätsbewusstsein und Bewusstsein für den Wert der Arbeit anderer Leute mangelt. Oder, werden Sie nun plötzlich zum Freund Berlins?
    Da könnte man einiges tun, die Leute müssten das aber auch wollen und sich der eigenen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein (die beginnt auch beim Einkauf der Flasche Milch). Ich kann nicht die Verantwortung über mich selbst ablehnen und ständig nur nach Vater Staat schreien. Wer in diesem Land zu etwas kommen will, der schafft es auch. Aber, man muss wollen.
    Zur Problematik Schweiz: ich muss Sie da voll und ganz enttäuschen. Die Schweiz erwirtschaftet lediglich 12% des BIP mit Finanzdienstleistungen (davon dürften gut 60% auf das Offshore-Geschäft entfallen). Die Banken spielen nicht die Volkswirtschaft nicht die Rolle, die ihnen von Steinbrück und Co. zugetragen wird. Als ob das Land eine reine Bankenhölle wäre. Da gibt es noch einie riesige Pharma- und Chemiebranche (Novartis, Roche, Lonza, Syngenta, Ciba, Clariant, Ems), eine riesige Maschienbau und Elektrotechnik und (ABB, Sulzer, Oerlikon, Georg Fischer, …) Feinmechanik und Medizintechnikindustrie (gehen Sie mal durch ein Krankenhaus und schauen Sie, wo all die Gerätschaften hergestellt werden), Lebensmittel (insb. Nestle), Forschungsstandort von IT – Unternehmen (IBM in Rüschlikon am Zürichsee stellt eine ganze Reihe von Nobelpreisträgern) und und und. Das Land ist ein Mittelstandsparadies mit unzähligen kleinen Weltmarktführern (also ideal geeignet für eine Fusion mit Baden-Württemberg). Die Banken beschäftigen gerade mal 5% der Beschäftigten im Land und erwirtschaften 12% des BIP. Das gleiche gilt übrigens auch für Liechtenstein.
    Auch zu dieser Steuerhinterziehungsgeschichte: es ist einfach nicht wahr, dass ein Grossteil der Gelder in der Schweiz aus der Steuerhinterziehung stammt und es macht rechnerisch auch überhaupt gar keinen Sinn. Was Schweizer Banken bieten ist aber Diskretion und der Staat kann nicht per Mausklick rumwühlen (Sie sind doch sonst auch kein Freund von Schäuble). Steuerlich macht die Geschichte keinen Sinn: auf alle Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden) ist eine Verrechnungssteuer von 35% fällig. In Deutschland zahlen Sie hingegen nur 25% Abgeltungssteuer. Die Verrechnungssteuer wird in der Schweiz ganz automatisch abgezogen und Sie bekommen die nur zurück, wenn Sie den Nachweis über die Versteuerung dieser Beträge im Heimatland bringen. Es rechnet sich also überhaupt gar nicht sein Geld in der Schweiz zu hinterziehen.
    Das hat inzwischen auch die EU bemerkt. Das Zinsbesteuerungsabkommen ist ein grandiose Reinfall gewesen. Von den erwarten Einnahmen von mehr als 5 Milliarden Euro bleiben in etwa 300 Mio. im Jahr übrig. Man hat das Thema „Schweiz“ und „Steuerhinterziehung“ aber wunderbar in den Medien hochgekocht – allerdings hat die Geschichte nicht sonderlich viel Fleisch am Knochen.
    Entschuldigen Sie diese Ausführungen, aber als Viertelschweizer mit Familie in der Schweiz sehe ich mich ein wenig dazu gezwungen, dass Schweiz Bild zu recht zu rücken.
    Eine Frage stellen Sie ganz richtig: welchen „Mehrwert“ erbringt eigentlich eine Bank. Sie ist schlicht Dienstleister. Und, ich gehe vollkommen d’accord: Banken haben lediglich eine Finanzierungs- und damit Hilfsfunktion der Volkswirtschaft, nicht aber eine Kernfunktion.
    Hinsichtlich Ihres „Neoliberalismus“-Vorwurfs darf ich den Historiker Don Alphonso doch bitte um begriffliche Genauigkeit bitten. Wir wissen beide, dass „Neoliberalismus“ quasi das ist, was man als „soziale Marktwirtschaft“ versteht. Der ungezügelte kann und darf noch immer mit Manchesterkapitalismus bezeichnet werden.
    Zur Rentenproblematik: es geht auch nicht um die Kapitalmarktfinanzierung schlechthin. Man kann Rentenversicherungen auch in Immobilien etc. anlegen. Jedenfalls dürfte der amerikanische Rentenempfänger (wenn er sein Portfolio etwas diversifiziert hat) eine höhere Rente haben als der deutsche Michel der auf den allumsorgenden Vater Staat vertraut. Das trotz kurzfristiger Schwankungen. Sie können die Rechnung aber auch selbst ausführen. Der deutsche Durchschnittsarbeitnehmer hat ein Bruttogehalt von 36.000 Euro. Er (und der Arbeitgeber) zahlen also im Moment 7.200 im Jahr an Rentenversicherungsbeiträgen. Zur Vereinfachung sagen wir hier mal konstant über 45 Jahre und zu 4% (das erzielt man ganz problemlos auch mit einer Immobilie). Das ergibt unter dem Strich: 910.000 Euro. Allein von den Zinsen (die 910.000 blieben dann zum vererben da) könnte man also gut 3.000 Euro im Monat übrig. Wieviel gibt die staatliche Rentenversicherung her? Weit weniger als die Hälfte!
    Ich gebe zu: ich bin bekennder Liberaler. Ich sehe wirklich keinen Grund, warum ich den bösen Kapitalismus (der mit seinen Eigenschaften Freiheit und Eigentum zu den Grundvoraussetzungen des modernen Verfassungstaates gehört und historisch immer da war) verunglimpfen soll, obwohl meine Familie ein Grossteil des eigenen Vermögens diesem System zu verdanken hat. Und nein, wir haben unsere Angestellten nie ausgebeutet. Mit anderen Worten: ich wage es nicht, die Grundlagen (damit meine ich die gesamte deutsche Wohnbevölkerung) unseres gesellschaftlichen Wohlstandes infrage zu stellen. Das wäre ganz schlicht: dekadent.

  35. Nadann ist bei dem sowieso...
    Nadann ist bei dem sowieso nicht zu stoppenden Eifern Dipsys mein Beitrag auch nicht weiter schlimm, lassen Se ihn bitte doch rein. Danke.

  36. Lieber Don, am See wird das...
    Lieber Don, am See wird das virtuelle Wandern nicht reizvoll, man wandere in der Realität. Noch ist es lieblich hier, Sie teilen das, vielleicht kommen schwächere Novembertage und verleiten zum Virtualisieren. Aber schön, punktgenau aus der Nachbarschft zu lesen. Die landschaftlichen Blicke sind doch fein. Zudem gab es doch um den See herum angenehm wenig Wahlwerbung.

  37. @Dipsy: Vielen Dank für Ihre...
    @Dipsy: Vielen Dank für Ihre wirklich informativen Beiträge! Auch wenn ich mit einigen Details nicht ganz einverstanden bin (bei einem Mindestlohn von 7,50€ hätte ich mein Studium nicht mit diversen Nebenjobs finanzieren können – einfach weil mich dann niemand eingestellt hätte. So habe ich zwar oft nur 5€ pro Stunde verdient, das war aber finanziell immer noch besser als gar kein Nebenjob) sehe ich die generelle Problematik im Großen und Ganzen genauso. Insbesondere weil ich schon öfters Leuten begegnet bin, die einfach „nicht wollen“.
    @Frau Waldwuff: Ach, da gibts es aber weitaus schlimmere Dinge als den „Jurastudentenschick“ ;-)
    Ansonsten sehe ich das mit rot-rot-grün genau wie Sie und bedauere sehr, dass sich die SPD in Hessen angefangen hat, ihr eigenes Grab zu schaufeln. So gesehen müssten sich Frau Merkel und Herr Westerwelle nicht bei den Wählern, sondern bei Frau Ypsilanti bedanken.

  38. Strappato,
    .....dann sollen...

    Strappato,
    …..dann sollen sie doch Kuchen essen !
    Moment, das gab es doch schon mal.
    Hoffentlich wiederholt sich diese Geschichte nicht.

  39. Wer arbeiten muss, hat keine...
    Wer arbeiten muss, hat keine Zeit, Geld zu verdienen, zitierte mein Großvater den altbekannten Spruch, ja, dann machte er sich um halbfünf an die Arbeit und behielt zeitlebens so recht wie Dons Großmutter mit ihren Weisheiten ;-) Um wirklich prohibitiv zu wirken, würde ich aber schon noch eine saftige Erhöhung der Studiengebühren vorschlagen.

  40. Lieber Besucher,
    .
    das tut...

    Lieber Besucher,
    .
    das tut mir leid, jetzt hab ich Ihren Beitrag schon gelöscht. Ich hatte ihn aus Versehen online geschaltet, dann gesehen, daß Sie ihn nicht online haben wollten, und offline kann man den leider nicht wieder schalten, der überaus, äh, interessanten Software hier sei Dank. Also mußte ich ihn komplett löschen. Ich hoffe, Sie haben ihn noch irgendwo gespeichert – zur Not im Kopf?
    .
    Bedauernde Grüße
    die Aushilfs-Kommentaronlineschalterin

  41. Dipsy, die schweizer...
    Dipsy, die schweizer Verrechnungssteuer von 35 Prozent scheint die wenigsten Steuerflüchtlinge zu schrecken. Wenn ich mich recht erinnere, gab es schon früher Zeiten mit Negativzins, und trotzdem trugen diese Leute ihr Geld nach Zürich. Die Überweisungen an Deutschland, diese läppischen 300 Millionen meine ich, gelten ja auch nur für die schlichtesten aller Konten, also Depots mit Vor- und Zunamen. Es gibt aber vielfältige andere Möglichkeiten. Davon abgesehen dürfte das Hauptproblem sein, wie man einem deutschen Finanzamt das Kapital erklärt, nicht die Zinsen.

  42. @Miner: Ohja, das Bild trifft...
    @Miner: Ohja, das Bild trifft es – glückliche Gesichter ahnungsloser Schafe, die ferngelenkt zum Schlachthof gerollt werden. Damals gab man immer besseren Fall Gold für Eisen und im schlechteren sein Leben für die Nation, heute wird die Selbstbestimmung der Vielen gegen die Wohlstandssicherung der Wenigen eingetauscht.
    .
    Übrigens sollten wir uns – was den Wechselkurs von Gebenmüssen zu Wohltätiggewährtbekommen angelangt – nichts vormachen. Am Ende werden sehr viele Menschen im Alter beispielsweise auf ein funktionstüchtiges Gebiss verzichten müssen oder im Vierbettzimmer (also drei wildfremden Menschen) eines immer noch für sie zu teuren Altersheims ihren Lebensabend verbringen – während die Wenigen sich wie dazumalen am französischen Hofe in Begleitung von Privatärzten von Anwesen zu Anwesen begegeben, den Erfolg der zwanzigsten Schönheits-OP bei einem netten Bordeaux feiern und überlegen, ob man nicht noch einmal mit einem 10-Millionen-Ticket für drei Tage bei der ISS vorbeischaut.
    .
    Selbstbestimmung wäre mithin also exakt das, was unsere lieben neoliberalen Freunde nicht meinen. Denn selbstbestimmt lässt es sich nur leben, wenn man nicht arm ist – und nicht im permanenten Risiko steht, von anderen arm gemacht zu werden. Letzteres aber ist, so vermute ich, das Grundprinzip der so genannten freien Marktkräfte.

  43. dipsy,

    "Zur Vereinfachung...
    dipsy,
    „Zur Vereinfachung sagen wir hier mal konstant über 45 Jahre und zu 4% (das erzielt man ganz problemlos auch mit einer Immobilie). Das ergibt unter dem Strich: 910.000 Euro. Allein von den Zinsen (die 910.000 blieben dann zum vererben da) könnte man also gut 3.000 Euro im Monat übrig.“
    das hat aber in der geschichte nur deswegen funktioniert, weil man den zusammenbruch nur mit schulden fuer alle verhindert hat.

  44. Bei der kapitaldeckten Rente...
    Bei der kapitaldeckten Rente frage ich mich allerdings die ganze Zeit, wo das schn zusammengesaprte Geld denn dann eigentlich investiert wird. Denn die 4% Zinsen klingen ja erstmal nicht schlecht. Nur die entstehen ja nicht weil jemand spart und meint er hätte ein naturgegebens Recht auf Zinsen. Sondern die müssen aj irgendwo investiert werden und dann muss von den Investitionen was hergestellt und verkauft werden was einen Mehrwert bringt.
    Da stellt sich dann ja schon die Frage wo und wie das eigentlich investiert wird? In Deutschland? Vielleicht in Staatsanleihen (setzt dann aber auch eine steigende Staatsverschuldung vorraus, langfristig gesehen). In amerikanische Bretterbuden? In die isländische Kaupthing Bank? In undurchschaubar Verpackte Papiere von Investmentbanken?
    Und was geschieht denn dann eigentlich, wenn alle westlichen Industriestaaten die Freuden der kapitalgedeckten Altervorsorge entdecken? Afrika bietet auch Wachstumsperspektiven?
    Und wie bekommt die vielzitierte brandenburgische Friseurin, die für 3,50€/Stunde Haare schneidet eine Altersvorsorge? Schneidet die bis ins Grab Haare?
    Ich kann mich da des Eindrucks nicht erwehren, das bei all dem Jubel die Hälfte vergessen wird: Es gibt kein naturgebenes Recht auf Zinsen.

  45. Nachgetragener Beitrag von...
    Nachgetragener Beitrag von Nutzer Besucher:
    „Also Dipsy, da ich vor Ort wohne dürfen Sie mir ruhig glauben, dass die Untergrenze von 3500 CHF eine feste Größe in der Schweizer Arbeitswelt darstellt und nicht nur eine unverbindliche Empfehlung.
    Gesellschaftliche Machtverhältnisse in die zuallerletzt übriggebliebene mechanizistische Dogmatik von Angebot und Nachfrage hineinzupressen und der Angebotsseite alles Heil zuzuschreiben ist ein beliebter Zeitvertreib deutscher VWLer in den letzten 25 Jahren gewesen – ich habe das im Hörsaal selber erleben dürfen und nebenher Galbraith gelesen, um zumindest eine Form der VWL zu kennen, die nicht diametral zu historischem und soziologischem Grundwissen steht. „Markt“ ist nicht „Macht“. Ein Markt ist laut Definition ein Tauschmedium, in dem „gleich informierte“ Teilnehmer „freiwillig“ ihre knappen Mittel so einsetzen, wie es „ihrer persönlichen Vorstellung vom Grenzwertnutzen entspricht“, also ein utopisches Konzept mit den riesigen weißen Flecken Klassengesellschaft, transnationale Konzerne und einem Lobbyismus, der immer schäbiger wird, dass man sich sogar als Begünstigter dafür schämt, wie Don Alphonso im heutigen Beitrag.
    Solange die Theorie dieser Machtdimension nicht gerecht wird, solange muss sie sich den Verdacht gefallen lassen, nur als billiges Werkzeug ganz normaler Pressure Groups zu dienen und nicht zur Beschreibung gesellschaftlicher Realitäten zu taugen. “
    Prinzipiell finde ich erst mal jede Wortmeldung gut, auch diese natürlich.

  46. Don Alphonso,
    hatte leider...

    Don Alphonso,
    hatte leider erst jetzt wieder Zeit reinzusehen.
    Als jemand der nahe der nicht ausgeführten Fahrradspeichenfabrik im Taxöldener Forst einige jahre seiner Jugend verbracht hat.
    Österreich ist zumindest ‚Atomanlagenfrei‘. Vielleicht baut ja die ‚verhinderte‘ Physikerin ein Kraftwerk an der Grenze zu Aut. Wie wäre es mit Passau?
    Aber wenn Sie eine Zuflucht suchen. meine Vorliebe wäre Flandern (Flams Block ich weiss), coole Clubs (Cafe Anvers), gutes Essen, wunderschöne Kirchen

  47. Kein Problem Fau Diener, das...
    Kein Problem Fau Diener, das ist atmosphärisch sogar von Vorteil :-)
    Dipsy, da ich in der Schweiz lebe, kann ich zwischen einer unverbindlichen Empfehlung und der festen Größe, die besagte 3500 CHF als Mindestlohn in der Arbeitswelt hier spielen, gut unterscheiden.
    „Macht“ mit „Markt“ gleichzusetzen ist das Geschäftsmodell der VWL der letzten 25 Jahre gewesen, also die Behauptung der Existenz eines neutralen Tauschmediums, in dem angeblich gleichberechtigte und gleichinformierte Teilnehmer ihre knappen Mittel so verteilen, wie es ihrer ganz persönlichen Vorstellung vom Grenzwertnutzen entspricht. Auf diesem neoklassischen/neoliberalen Markt sind alle Teilnehmergruppen in ihrer Reaktion homogen, es gibt also z.B. keine Unterscheidungen nach Firmengrößen und Gesellschaftsklassen, also nichts davon, was zB Soziologie und Geschichte lehren.
    Dieses utopische Marktmodell behauptet nun ebenfalls, dass im Ungleichentwickeln der Löhne sich der Markt- also der Verbraucherwille – manifestiere und nicht etwa realer beinharter Lobbyismus mächtiger Pressure Groups, dessen sich Don Alphonso in diesem Beitrag schämt, obwohl er zu den Begünstigten gehört.
    Wer heute, im Jahre 2009, immer noch das Saysche Gesetz auf dem Arbeitsmarkt propagiert und ohne Rücksicht auf die Binnennachfrage behauptet, dass sich Arbeit wie Brot verkaufe wenn nur die Preise niedrig genug seien, befindet sich auf dem Kenntnisstand noch vor der großen Depression 1930 – und in guter Gesellschaft mit der jetzigen Créme der deutschen VWL.

  48. Danke Don Alphonso!

    dann...
    Danke Don Alphonso!
    dann fällt mein letzter Beitrag eben weg – und Verzeihung nochmals für die Zirkumstanzen.

  49. Es ist doch wieder...
    Es ist doch wieder bezeichnend, zu lesen, daß 99,9% bei der Forderung „Reichtum für alle“ immer nur der Bimbes, die Kröten und der Kies einfällt.
    Wie wäre es mal mit Reichtum
    – an Bildung für alle,
    – an Möglichkeiten, an Teilhabe für alle,
    – an Kultur für alle,
    ja sogar an Manieren für alle?l
    Ach so, ___das___ darf ja nix kosten, das ist ja „fer umme“.
    Ja, dann, dann haben wir auch verdient, was uns nun blüht.
    MD
    heute etwas pessimistisch, ob unserer strahlenden Zukunft.

  50. @Karl: Oh Karl, unter all den...
    @Karl: Oh Karl, unter all den Mauerblümchengedanken mal eine blitzgescheite Querdenkerrose! Es wäre zumindest zu überlegen, ob – wie Sie schreiben – es tatsächlich kein Recht auf Zinsen gibt. Jedenfalls bin ich das Marketing-Drückerkolonnen-Geschwafel von ‚locker vier Prozent Zinsen sind immer drin‘ schon längst überdrüssig. Wenn die reale Weltwirtschaft nicht mehr als um sagen wir einmal 2 Prozent wächst, kann auf Dauer auch keine vierprozentige Verzinsung herausspringen. Und vielleicht noch einen klitzekleinen Gedanken: Was passierte denn, wenn alle heute Aktien kauften, um sich für übermorgen die Rente zu sichern? Richtig: Die Kurse stiegen. Und stiegen. Und stiegen. Und alle würden sich reich und wohlhabend wähnen. Aber wehe, es käme dann das Übermorgen, also die Zeit, wenn die heute Investierenden in Rente gingen und ihre Wertpapiere wieder verkaufen wollen. Denn dann gäbe es ein echtes Überangebot und die Kurse fielen und fielen. Am Ende wären wieder einmal nur die so genannten Anlageberater reich geworden und eingedenk aller Kosten würde die Realrendite sich ziemlich sicher mit derjenigen eines Umlagesystems messen lassen können…

  51. Ein gutes hat die neue...
    Ein gutes hat die neue Konstellation:
    Angie kann jetzt mal so richtig aus sich herausgehen.
    Vielleicht erleben wir noch die eine oder andere positive Überraschung.
    Trotz Anhängsel FDP, deren Hauptprotagonist sich ja künftig hoffentlich vorwiegend im Ausland herumtreiben wird.
    Das ist gar nicht soooo schlecht.
    Nicht vergessen, Angela kommt aus dem Osten.
    Wie man unnötige Fehler vermeidet hat Sie inzwischen bewiesen.
    Rücksichten muß sie jetzt weniger nehmen.
    Sie könnte jetzt eigentlich eine prima sozialdemokratische Politik machen.
    Vielleicht wird wirklich alles gut.

  52. zum Thema Pensionssicherung...
    zum Thema Pensionssicherung mittels Kapitaldeckung.
    Ein sehr kluger Beitrag von Prof. Norberg (London School of Economics)
    auf dem AFIR Kolloquium in Rom 2008
    http://www.italian-actuaries.org/afir/index3.htm
    Norberg sagte vor Ort (ich zitiere aus meiner Erinnerung): Ich will doch die Rentenversicherung nicht in ein Spielcasino tragen .
    P.S: auf dem von der Deutschen Aktuarvereinigung abgehaltenenAFIR 2009
    in München(!) hat dann Herr Dr. Rupprecht von der Allianz gesprochen…

  53. Oh ja, Bildung für alle...
    Oh ja, Bildung für alle klingt sooo toll!
    Schade, dass man die Leute nicht zur Bildung zwingen kann…
    Schon die einfachen Möglichkeiten werden ja nicht genutzt, da braucht man nur mal in öffentliche Bibliotheken zu schauen. Obwohl für sozial Schwache oft kostenlos wird das Angebot wenig wahrgenommen.
    Was die Friseurin mit den 3,50€ angeht: Das ist natürlich nicht ok. Das findet auch schwarz-gelb nicht ok, aber ein Mindestlohn ist nicht das richtige Mittel, da stimme ich Frau Merkel schon zu. Besser wenn das über ein verstärktes Entsendegesetz läuft – denn wenn man in Länder mit Mindestlohn schaut sieht man auch oft den negativen Effekt dass auf einmal dann ganz viele Leute plötzlich nur noch den Mindestlohn (und damit weniger als vorher) bekommen.
    Um jetzt ganz polemisch zu werden: Hätte ich von meinen 2500€ brutto nicht fast 1000€ Abzüge, könnte ich wenn ich denn überhaupt zum Friseur gehen würde auch einen teureren bezahlen…

  54. MD,
    diesen Satz habe ich...

    MD,
    diesen Satz habe ich kürzlich von Herrn Gysi in einer Tolkscho auch gehört. Er selbst musste sich wohl das Lachen verkneifen. Ich möchte 10 LINKE-Wähler sehen, die diese Forderung nicht mit Kohlen assoziieren.

  55. Würden die Menschen Bildung...
    Würden die Menschen Bildung haben wollen, gäbe es kein Privatfernsehen. Das Problem ist: Die Menschen sind nicht süchtig nach Bildung, sondern nach Dreck. Und das sicher auch parteiübergreifend, denn es gibt eine richtiggehende Müllmaschinerie von Endemol bis zu Blogs, die sich darüber aufregen und am gleichen Abend wieder vor der Kiste sitzen. (Umgekehrt ist es natürlich auch so, dass die Vermittlung von Bildung oft komischen Käuzen und Extremisten ohne Bodenhaftung überlassen wird, durchmischt mit Journalisten, die Bildung vortäuschen). Kein ganz einfaches Thema. Ich fand den Slogan der Linken auch nicht gerade gut, denn allein schon „Wohlstand“ oder auch nur „angemessenes Auskommen“ wäre schon eine feine Sache.

  56. Den Biss halten!
    @Don...

    Den Biss halten!
    @Don Alphonso: „Ich bekomme vermutlich mehr Netto von anderer Leute Brutto.“ Das hat Biss, der übrige Sozialdemokratismus passt doch nicht wirklich zu Ihnen, oder doch? Was haben Sie denn erwartet, lieber Don? Etwa die Verlängerung der Großen Koalition? Sehen wir die Dinge mal vom Klassenstandpunkt – nicht dem der Bourgeoisie ausnahmsweise: Die Sozialdemokraten haben massiv dort verloren, wo sie noch Stimmen von den Proletariern erhielten, dort sank im Übrigen die Wahlbeteiligung noch unter den Durchschnitt. Das ist doch allemal besser, als wenn hier braun gewählt worden wäre, aus Protest gar. Nein, das Proletariat hält sich vornehm zurück, wenn die Bourgeoisie all zu offenkundig trickst; das ist nicht unbedingt klassenbewusst, aber doch zumindest elegant (denn wo wäre die Alternative?). Und dort, also da wo die Bourgeoisie zuhause ist, wurde massiv FDP mit der Zweitstimme gewählt (hier im Taunus durchschnittlich mehr als 20 %, wie eben auch am Tegernsee), die CDU verlor dadurch nur marginal (was sollte sie auch noch verlieren?), aber auch hier sehr wahrscheinlich aus den Arbeiterschichten, an die Partei der Nichtwähler vermutlich. So konnte sich diese bürgerliche Mehrheit ohne Anstrengung an die Macht tricksen, sie wurde mehr denn je nur vom Bürgertum gewählt, und denen, – und das wurden auch weniger -, die sich da irgendwie zugehörig fühlen. Die Klassentrennung zeigt sich deutlicher, eben auch im Wahlverhalten.
    „Die Linke“ bekam den Teil der Sozialdemokraten ab, die sich noch wie Sozialdemokraten fühlen (ein ebenso verlorener Haufen, von wegen „Sozialisten“), und ein kleiner kleinbürgerlicher Rest, die große Masse der städtischen Angestellten und Beamten, blieben bei ihrer Sozialdemokratie, wenn sie nicht ehe schon immer CDU gewählt haben sollten, oder Grün, oder aus opportunen Gründen Die Linke halt.
    Die 2/3 Gesellschaft beginnt zu wanken. Die 2/3 werden nicht verschwinden, aber sie werden bald nichts mehr zu sagen haben, da sie denen folgen, dem anderen Drittel, dem Drittel der Elenden. Eine solche Entwicklung ist weiterhin abzusehen, gleich welche Regierung das managt. Die herrschende Klasse – und das sind erheblich weniger als 1/3 – beginnt sich Sorgen zu machen. Wo soll der Reichtum herkommen, den sie doch unbedingt verteilen muss, unter sich in der Hauptsache? Das bedeutet auch, dass in den Reihen des Bürgertums der „Klassenkampf“ toben wird, um die schmäler werdenden Extraprofite.
    Es wird Zeit den selbstbewusster gewordenen Arbeitern besseren Wein aus eben nicht alten Schläuchen einzuschenken. Ein Beispiel für eine Analyse dahingehend, wie es vielleicht weitergeht, finden Sie hier, unter dem Titel „Immer schon Insurrektion“, http://blog.herold-binsack.eu/?p=431.

  57. Der Stimmungsumschwung von "so...
    Der Stimmungsumschwung von „so kann es nicht weitergehen“ vor der Wahl zu „wo soll das nur hinführen“ nach der Wahl erinnert an den Herbst 1998, als es für Gerhard und Joschka plötzlich ernst wurde. Aber keine Sorge, so wie die beiden unter dem Eindruck der real existierenden Realität die Körperschaft- und Einkommensteuer senkten, den übereifrigen Oskar wegmobbten und Bomben auf Belgrad warfen, so werden sicher auch Angela und Guido zu ungeahnten Höchstleistungen auflaufen, die man allenfalls vom politischen Gegner erwartet hätte. Viel Spaß beim Ausmalen entsprechender Analogien. :-)

  58. Dipsy, vielen Dank für Ihre...
    Dipsy, vielen Dank für Ihre Kommentare, wie gut, dass es jemand einmal klar sagt.
    .
    Was Don Alphonsos politische Haltung anbelangt, so muss ich sagen, dass ich sie, selbst wenn man alle rationalen Gründe beiseitelässt, schon aus ästhetischen Gründen nicht nachvollziehen kann. Wieso ist ausgerechnet die FDP eine „Neureichen-“ und „Aufsteigerpartei“? Für meinen Geschmack hat sich niemand jemals an der Spitze der Republik ähnlich degoutant und im schlimmsten Sinne nouveau riche verhalten wie Schröder, Fischer & Konsorten. Diese testosteronstrotzenden Parvenus mit Brioni und Cohiba?! Wie konnte man so eine ästhetische Entgleisung nur wählen, mal ganz abgesehen von allen politischen Fragen? Außerdem wüsste ich nicht, wann der Lobbyismus samt Russenmafia in diesem Lande jemals schlimmere Urstände gefeiert hat. Dagegen nimmt sich die FDP mit ihrer Grundrechtetradition doch geradezu grundsolide aus. Werter Don Alphonso, wo bleibt eigentlich Ihr Wertgefühl und eben auch gerade ästhetisches Feingefühl für die große alte Tradition des Liberalismus? Sie sind doch immer für die alten Sachen. Wie wäre es diesmal mit der Paulskirchenverfassung als Referenzpunkt?

  59. Devin08, anstelle von...
    Devin08, anstelle von Insurrektionglaube ich eher an Resignation und Einfinden in die Realitäten. Wäre es anders, dürfte Bild Online nicht das erfolgreichste deutsche Nachrichtenportal sein. Natürlich wäjlt man nicht mehr SPD, aber dafür frisst man doch oft genug den anderen aus der Hand und sucht seinen individuellen Vorteil. Die ideologische Klammer ist ebenso weg wie die der Klassenzugehörigkeit. Ich sehe da keine Eleganz der Arbeiter.
    .
    Was die Rente über kapitalanlagen angeht; schon die existierenden Systeme im angloamerikanischen Raum haben selbst die Verbriefung von Krediten befördert, weil sie einfach neue Investotitionselegenheiten jenseits der zumehmend unlukrativen Finanzmärkte brauchten. Irgendwer muss dieses Geld und all die Verwaltungsgebühren von Fonds, Banken und Versicherungen erwirtschaften, womit wir schon in Bereiche kommen, die nicht mehr über normale, langfristige Kredite der Industrie zu generieren sind. Also bleibt nur die Spekulation. Wie man gerade so schön in Amerika sieht. Ich halte das deutsche system sicher auch nicht für perfekt (am Freitag mehr dazu), aber Zins ohne Risiko gibt es in der Regel nicht.

  60. JMense, Sie schreiben, daß...
    JMense, Sie schreiben, daß Selbstbestimmung nicht zum Sprachgebrauch des Liberalismus, sei es nun klassisch oder Neoliberal, gehöre. Der Sozialismus als Kollektiv steht wohl mitnichten für die Selbstbestimmung der Persönlichkeit. Wo verorten Sie die Selbstbestimmung? Beinhaltet die soziale Marktwirtschaft keine Freiheit zur Selbstbestimmung? Steht diese im Verdacht, Sie in dem Risiko zu belassen, jederzeit zu verarmen? Sie lassen mich fragend zurück.
    Überhaupt Don, es wäre ein interessanter Diskurs zum Thema Liberalismus, der sich aus Ihrem Text ergebe. Ich denke, es wird viel Falsches mit dem eigentlichen Wert getrieben. In populärem, man könnte auch populistischem sagen, Gedankengut eignet es sich ja mittlerweile leider auch hervorragend als Schimpfwort.
    Grundsätzlich interessiert mich, wo Sie sich positiv betrachtet in der Berliner Runde wiederfinden und ob die Stützen der Gesellschaft politisch noch vertreten sind? Reichtum für alle kann es doch auch nicht sein.
    Es grüßt Sie dankend für Ihre Anregungen und mit den besten Wünschen für Ihren Salon, Maci

  61. Dipsy, wenn man mal die...
    Dipsy, wenn man mal die anderen Fragen aussen vor lässt (ich muss mal wieder in die Schweiz, dann kann man das alles durchsprechen, ich habe auch noch ein paar sehr feine pharmagheschichten, dagegen ist Schwarzgeld die reinste Wohltätigkeit): „Wir wissen beide, dass „Neoliberalismus“ quasi das ist, was man als „soziale Marktwirtschaft“ versteht.“ Nein. Tun wir nicht. Neoliberlaismus der amerikanischen Vorstellung ist „Erst mal muss die Wirtschaft satt werden, damit sie den Arbeitern auch was abgeben kann, wenn was übrig bleibt, und der Staat soll sich dabei nicht einmischen, denn das ist der Markt und der ist per se gut“. Das ist besser als Manchesterkapitalismus, der sagt „Die Wirtschaft ist alles und der Rest ist Dreck“. Dass sich das in der Realität nicht widersprechen muss, sieht man am Wirken der Chicago Boys in den Diktaturen Südamerikas. „Soziale Marktwirtschaft“ bedeutet zumindest nach meinem Verständnis „Wirtschaftlicher und sozialer Fortschritt gehen Hand in Hand, man akzeptiert einander und versteht, dass es nur zusammen geht“. Klingt altmodisch, ist aber das, was viele Leute entweder ärgert und die Linke fördert, oder zu den besten Stützen des Ausbeutungs- und Umverteilungssystems werden lässt. Ich finde das, obwohl es mir mittelfristig sicher nicht schadet, schlecht, weil ich langfristig keine Lust habe, mir vom System den Leistungsdruck und die Teilung der gesellschaft vorschreiben zu lassen. Dafür kenne ich die Probleme dieser Entwicklung zu gut.
    .
    Reiterjunge, nun, man wird sehen. ich vermute, es wird ein Kohl’sches Taktieren um den Machterhalt auf möglichst breiter Basis, ohne jemand mehr zu vergrätzen, als es gefährlich werden könnte, mit massiven Einschnitten dort, wo man nichts zu befürchten hat. Nun, wir werden sehen.

  62. Lieber Don Alphonso, nach...
    Lieber Don Alphonso, nach einem langen Familienwochenende in Kronberg ist Ihr Artikel die wahre Medizin. Was ich mich allerdings frage ist, wie kommt es, dass die Deutschen sich von zwei Personen regieren lassen wollen, die von Familie keine Ahnung haben. Man möge mir politische Unkorrektheit vorwerfen, trotzdem möchte ich bemerken, dass Guido keine Ahnung von den Problemen der meisten Leistungsträger hat, angefangen vom Windeln wechseln (nicht nur einmal, sondern jahrelang), Kitastreik, dem Ärger mit den frechen und/oder faulen Gören (und deren Lehrern)…. und wie man sich fühlt, wenn die lieben Kleinen Anspruch auf Dinge erheben und auch interfamiliar durchsetzen, die man sich selbst nicht leisten kann. Man liest, dass Angie sehr schlagfertig sei, und sich das nur der präsidialen Reputation zuliebe abgewöhnt habe. Einer heranwachsenden Tochter gegenüber könnte sie sich diesen präsidialen Ton beim Abendessen mit Sicherheit nicht leisten. Eine Tochter mit ihrer ererbten Schlagfertigkeit, aber noch unverbrauchtem Gehirn, würde der Frau Kanzlerin ohne Hemmungen vorwerfen, was für einen Mist ihre Regierung im Bezug auf die nächste Generation baut.

  63. Tja, unellen,
    komischerweise...

    Tja, unellen,
    komischerweise kann ich mir, obwohl ich bedeutend weniger als Sie verdiene, den teureren Friseur leisten. Nämlich den Meisterinnenbetrieb hier am Ort, der Lehrlinge ausblildet und seine Angestellten ordentlich bezahlt.
    Aber natürlich können Sie für die 60 Euro, die Sie an einem guten Haarschnitt sparen, wenn sie in so eine 10EuroSemmelbude gehen, natürlich auch die Hepatitis C-Impfung beim Prvatarzt locker zahlen, die ich Ihnen dann auch dringend anrate(-;
    Und natürlich dann auch (und dis bitte ohne Geschrei!) die von Ihnen abverlangten höheren Abzüge für die Kassen, aus denen der Staat dann die Hungerlöhne bezuschussen muß.
    Billig, sagte meine Oma, zahlen wir doppelt.
    Und nein, man kann Leute weder zur Bildung noch zum Geschmack noch zum Nachdenken zwingen, aber andere pauschal als Idioten abzutun, die es nicht besser verdienten, denn arm zu sein, weil sie ja auch Dreck und keine Kuchen fressen, ist schon mal jemand im Nachbarland schlecht bekommen.
    Und Monsier A,
    Privatfernsehen gibt es, weil es Fernsehen gibt. Der Sundenfall ist die Glotze, die Leute hockten da auch schon paralysiert davor, als Ede Zimmermann noch in S/W Verbrecher jagte. Und sagen sie nicht, das Niveau war besser. Fernsehen hat kein Niveau. Egal was sie dort senden.
    Ja es gibt eine Müllmaschinerie, aber ich habe schon mal gesagt, würde diese den Eliten nicht nützen, gäbe es sie nicht. Panem et Circenses hat auch schon in Rom funktioniert. Lange Zeit.
    Hören sie mir also bitte auf, heute an meinem mißmutigen Tag, mir Plattheiten von „dieLeutewollendiesunddas(nicht)“ zu sagen. Das trägt nichts zu ihrer und meiner Stimmungsaufhellung bei.
    Das ist mir auch zu einfach. Oder zu kurz gedacht. Oder zu bequem.
    Möglicherweise haben auch gerade die, denen es am wenigsten bekommt, diese Wahl entschieden und die Tigerentenfraktion gewählt. Tant pis! Tant pire!
    Trotzdem verbietet es sich, daran ignorant zu werden.
    Ob ich den Slogan gut fand? Nein. ich fand ihn mißlungen. Aber immerhin, ich habe ihn auf dem Weg zur Arbeit jeden Morgen gesehen und darüber nachgedacht , was damit wohl gemeint sei(-;
    — Und wenn ich nun nicht antworte, bin ich nicht am ‚riposte‘ erstickt, denn das kann ich wahrscheinlich erst morgen lesen, denn heute werde ich den schönen Herbstag noch nutzen und die Strozzis am Ufer der Spree besuchen.
    Gruß
    MD

  64. freelancer, für Traditionen...
    freelancer, für Traditionen kann man sich nichts kaufen, und als das Guidomobil durch die Lande zockelte, war der Insasse auch schon über 40 und hatte gerade seinem Schwarzgeld-Parteifreund ein paar antisemitische Sager nachgeplappert, falls sich jemand noch an den Fall Möllemann erinnert. oder wie war es mit der grossen liberalen Tradition des Flick-Skandals? Hat nicht ein Ehrenvorsitzender wegen sowas eine Vorstrafe? Weitere Traditionen liberaler Sorte war vermutlich auch der Widerstand der FDP gegen die Entnazifizierung im jahr 1950…. jede Partei hat so ihre Schwächen, aber mit der FDP verbinde ich nun mal die Vorstellung einer, sagen wir es höflich, Klientelpartei zur Förderungs gegenseitiger Hilfsmassnahmen unter Beibehaltung justizliberaler Grundsätze, die man bei Verhandlungen dann gern zugunsten von ökonomischen Vorteilen zu opfern bereit ist. Lassen wir uns überraschen, wie es diesmal wird.
    .
    BertholdIV, ich fand das südliche Holland ganz reizend, aber ich kann mir nicht helfen, es zieht mich nach Süden. und die Italiener können auch nicht ewig dumm bleiben.

  65. elbsegler, meines Erachtens...
    elbsegler, meines Erachtens wäre es wirklich nett, Leute an der Regierung zu haben, die uneitel und effektiv in den wirklich wichtigen Fragen sind – und da steht die Bankenregulierung nicht ganz hinten, sondern auf den ersten 10 Plätzen. Ich weiss nicht, wie schnell Menschen zu vergessen pflegen, aber vorletzte Woche hat man in England zugegeben, dass man zwischen dem 5. und 6. oktober 2008 am Zusammenbruch stand; in der gleichen Woche wurden die deutschen Medien von Berlin gebeten, micht mehr über Bank Runs zu schreiben, während viele, die wussten, wie es aussah, Bargeld und Devisen horteten. Man kann ein System nach so einem Systemfehler nicht weiterlaufen lassen, wie es weitgehend getan wurde und nun unter der Dreifachkoalition Merkel, westerwelle und Ackermann auch geschehen wird. it Stilfragen will ich mich da gar nicht mehr aufhalten. Auch wenn es allgemein runtergespielt wird: Oktober 2009 ist in vielen Bereichen der Märkte erheblich schlimmer als Oktober 2008. Jedes Signal, das die Verursacher unter Druck setzt, ist meines Erachtens ein gutes Signal. Bei den Liberalen kommt natürlich noch ein Stilproblem dazu; wer will schon etwas angetragen bekommen, was Leute wie Poschardt tragen. Bäh. Dann wirklich lieber den Gysi.
    .
    unellen, in der Hinsicht Flat Tax bieten sich Montenegro und andere Balkanstaaten an – aber auch dort gibt es Schlupflöcher. Und die Hoffnung, dass Union oder FDP Steuergestalter arbeitslos machen, ist meiner Meinung nach etwas, nun, optimistisch. Falls es doch so käme. würden wir massenhaft Zweckgesellschaften gründen, um die Sache anderweitig zu optimieren. Was Ikea kann, können wir dann sicher auch bald.

  66. Don, ist das Eingrenzen des...
    Don, ist das Eingrenzen des Liberalismus auf den amerikanischen Neoliberalismus der Chicagoer Schule nicht ein wenig zu eng. Der Liberalismus als Wert und Idee in Europa sollte meines Erachtens darüber hinaus gehen.

  67. BertholdIV, die Sache mit dem...
    BertholdIV, die Sache mit dem guten Essen in Flandern ist erläuterungsbedürftig.
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    Die Dame im Dirndl, Sie sprechen mir aus der Seele. Danke schön!

  68. Maci, das tue ich auch nicht,...
    Maci, das tue ich auch nicht, es ging um den Systemvergleich neoliberalismus vs. soziale Marktwirtschafr. „Liberal“ kann vieles sein. Auch letztlich Freiheitsfeindliches. Da drehe ich auch bei „sozial“ die hand nicht um.
    .
    MD, miunter haben auch trübe Stimmung und Ignoranz ihre Berechtigung. Mit ist das besagte Medium generell gleichgültig, jeder muss selbst wissen, was er tut, und vielleicht war früher Konversation und Stricken auch nicht besser. Ich war nicht dabei, aber deshalb muss ich die Entwicklung nicht wortlos akzeptieren. Und bedaure, ich bin nun mal ein Freund von Politikern, die Politik machen, Und nicht Showspektakel.

  69. Wieso kommt das Argument, dass...
    Wieso kommt das Argument, dass es in der Ära Kohl zu keinen sozialen Unruhen kam?
    Wenn ich das Geld der Nachfolgegenerationen mit der Gießkanne ausschütte wird sich natürlich niemand ernsthaft beschweren, diejenigen, die darunter leiden müssen waren da noch in den Windeln.
    Es ist tragikomisch, dass die SPD die nötigen Einschnitte vornehmen musste, die Deutschland wieder halbwegs konkurrenzfähig machten, nachdem das unter 16 Jahren Kohl sträflichst vernachlässigt wurde und doch bezeichnet man die FDP als „wirtschaftlich vernünftig“? Der Spruch von der Bürgerrechtspartei ist auch äußerst komisch, nachdem in den letzten Jahren in den Bundesländern mit FDP Beteiligung diverse Überwachungsgesetze durchgewinkt wurden, der große Lauschangriff führt das (äußerst fadenscheinige) Argument „Bundes-FDP ist nicht Länder-FDP“ ebenfalls ad absurdum (ja das wurde ernsthaft gebracht). Ich fürchte den Tag, da die FDP die Gelegenheit findet ihre Überzeugung für Bürgerrechte auf dem Altar des Neoliberalismus zu opfern.
    Vielleicht kommt aber auch alles besser als befürchtet – aber die Tatsache, dass das unsägliche „trickle-down-economics“ Argument immer noch nicht auf dem Scheiterhaufen gelandet ist (8 Jahre Busch-Regierung lassen grüßen) lässt meine Hoffnung nicht gerade wachsen.
    Vielen Dank Don Alphonso für die Vermittlung des Unterschieds zwischen zwischen „Vermögenden“ und „Raffkes“ – es scheint zumindest noch ein bisschen Hoffnung angebracht zu sein.

  70. Don, wenn Sie vom...
    Don, wenn Sie vom Systemvergleich Neoliberal vs. Soziale Marktwirtschaft sprechen, negieren Sie doch gleichzeitig die Existenz des europäischen Neoliberalismus. Die Soziale Marktwirtschaft ist nicht zuletzt auch ein Ergebnis des europäischen (Neo)liberalismus.

  71. @Maci - Liberal wird heute...
    @Maci – Liberal wird heute leider von denjenigen, die die Märkte machen, eher zum Wörtchen ‚libertinär‘ umgedeutet: ‚Einige dürfen alles‘ lautet da die Zauberformel. Auch wenn man es im alten Europa und dem angloamerikanischen Raum etwas eleganter macht als im russischen Oligogarchen-Reich. Machen wir uns nichts vor. Nur weil selbst der Spaßguido die soziale Marktwirtschaft inflationärer im Munde führt als sich die Staatsschulden Irlands entwickeln, ist die soziale Marktwirtschaft dennoch tot. Ansonsten hätte es ein werter Herr A. einer großen deutschen Bank in jener so vielgepriesenen Nacht sich nicht erlauben dürfen, die Regierung zur Verstaatlichung der HRE zu erpressen. Dann hätte man – eben auch im in der sozialen Marktwirtschaft durchaus vorhandenen freien Spiel der Kräfte – die Pleitebank einfach pleite gehen lassen. Wobei das nur ein Beispiel unter sehr vielen ist. Überspitzt kann man es auch anders formulieren: Hatten im Sozialismus nicht einige Wenige das Sagen über viele? Na, dann sind wir haargenau dort wieder angekommen. Einige wenige Superreiche und Extremeinflussreiche bestimmen über das Wohl und Wehe ganzer Volkswirtschaften…

  72. Dame im Dirndl...ja, aber die...
    Dame im Dirndl…ja, aber die Alibi-Zensursula hat doch genügend Kinder um all die Kinderlosigkeit der Regierung wieder auszugleichen… eben eine Rechnung wie beim CO2-Handel.

  73. Hans im Unglück
    @Don...

    Hans im Unglück
    @Don Alphonso: Ich will Sie wahrlich nicht bekehren, zumal Diskussionen im Rahmen von Glaubensfragen eher unergiebig sind. Allerdings sollte derjenige, der von der Resignation der Massen („Bildzeitungslesermassen“) ausgeht, seine eigene Resignation nicht übersehen. Was unterscheidet uns von den Massen? – sollte uns immer die Hauptfrage sein. Ich neige dazu, zu sagen: herzlich wenig, außer vielleicht, dass wir uns ein paar Fragen für den Geist übrig gelassen haben. Und der Geist sagt mir, und ich rede jetzt nicht vom Weltgeist, sondern vom (Werk-)Tätigen, einem deduktiven, dass, wenn dem so wäre, dann wären all diese Bildonliner Wähler und nicht Nichtwähler.
    Die ideologische Klammer mag gelockert sein, die der Klasse nicht. Oder glauben Sie wirklich, dass nur die Herrschenden ein Klassenbewusstsein haben?
    Das Klassenbewusstsein der Beherrschten ist allerdings um ein vielfaches komplexer, was ja nicht gegen diese – die Beherrschten – spräche. Der Beherrschte sucht nach oben zu kommen, und dabei lernt er, dass das nicht funktioniert. Auf dem Weg dorthin hat er viele Prüfungen zu bestehen – so in der Art von Hans im Unglück -, welche die Herrschenden niemals bestehen müssen. Ein solches Klassenbewusstsein, sollte es mal entstanden sein, hat mehr Wert, mehr Substanz, mehr Volumen, mehr Form (manchmal auch eine elegante) als ein jenes, das quasi nur vererbt worden sein muss.
    Worin unterscheide ich mich also von den Massen? Nur dahingehend, dass ich „Hans im Unglück“ voll bewusst bin. Dieses Bewusstsein ist es, das dem Hans im Unglück nicht verloren gehen darf, sonst geht es ihm wie Hans im Glück.
    @MD: Gut gebrüllt, weiter so!

  74. Don, wenn Sie schon Godwins...
    Don, wenn Sie schon Godwins Gesetz auslösen müssen, dann berücksichtigen Sie doch bitte auch, dass liberale Parteien 1933-45 verboten waren und Liberalismus als typisch „jüdische“ Haltung geächtet war. Das Gegenteil ist nämlich stets ein wie auch immer verbrämtes oder dosiertes „Gemeinwohldenken“ auf Kosten des Individuums. Zum Volksgenossentum ist es dann nicht mehr weit. Sie sollten das eigentlich wissen.

  75. <p>Godwin kann nichts für das...
    Godwin kann nichts für das Abstimmungsverhalten der FDP von 1950 und genausowenig etwas für Westerwelles Entgleisungen gegen den Zentralrat. Es sind historische Fakten, und den Liberalismus der FDP in eine jüdische Tradition stellen zu wollen, ist angesichts der letzten Jahre und der Genese der FDP ziemlich dreist. Man kann auch die SPD mit HartzIV nicht rechtfertigen, wenn man sagt, dass Lasalle aber doch Jude war und eine etwas andere Tradition mitbrachte.

  76. Kinners, das ist ja alles...
    Kinners, das ist ja alles Recht traurig heute! Liberal is fürn Arsch (sorry!) Die Soziale Marktwirtschaft ist tot (oder liegt zumindest darnieder) und keine Besserung in Sicht! Die Schere zwischen Reich und Arm wird sich also weiter öffenen und wo soll das alles hinführen bei einer überalternnden Gesellschaft??
    Eine Rentnerrevolution nach dem endgültigen Zusammenbruch in 10-20 Jahren (wenn überhaupt so lang?) incl. Tortenschlacht?
    Wer hat schon das Patentrezept? Unsere Politiker nicht, der Don nicht, die Kommentatoren hier nicht und ich leider auch nicht. Meckern mag zwar ab und zu eine reinigende Wirkung haben ist auf Dauer aber nicht gesund! Also werden sich viele wieder Ihre Nische einrichten und versuichen möglichst ohne Staat ein anständiges Leben zu führen.
    Trübe Grüße FS

  77. Werter Don !
    Ihr FDP-Bashing...

    Werter Don !
    Ihr FDP-Bashing sei Ihnen unbenommen, wir haben ja die Möglichkeit der freien Meinungsäusserung.
    Allerdings ist es halt Ihre Meinung und diese entspricht nur zu einem geringen Anteil der Realität.
    Die Bankenmisere entspringt ja wohl nicht der Feder der FDP (eher der SPD, Jörg Asmussen). Die FDP hatte in den letzten Jahren ja nichts zu sagen…
    Zudem enthält das Deutschlandprogramm der FDP (haben Sie sicher gelesen…) einige Absätze zu der Thematik, die wahrscheinlich auch Sie so unterschreiben würden.
    Es ist aus meiner Sicht doch so, dass viele Wähler der FDP langsam aber sicher die Nase vollhaben von einem immer weiter überbordenden Staat, der seinen Bürgern -und hier seien explizit Selbständige und kleine bis mittlere Betriebe genannt- eine immer weiter ausufernde Bürokratie auferlegt.
    In seiner Angst, auch nur einen Euro Steuer zu verlieren, versteigt sich der Gesetzgeber zu §§-Monstern, für die ein fachkundiger Leser geraume Zeit braucht, um auch nur den Ansatz des Gewollten zu verinnerlichen. Ich empfehle Ihnen -zur Abschreckung- die Lektüre §§ 20 und 32 d des Einkommensteuergesetzes. In den Sozialgesetzbüchern (Hartz IV etc.) geht der Wahnsinn dann weiter.
    Und glauben Sie mir eins : Die meisten Menschen sind durchaus einsichtig dahingehend, dass ein funktionierendes Gemeinwesen Einnahmen in Form von Steuern und Sozialabgaben braucht; idalerweise erhoben aufgrund nachvollziehbarer Gesetze. Ärgerlich wird man dann, wenn man sieht, was mit den Geldern passiert. Es wird zum Teil Geld an Leute verteilt, die sich Leistungen erschleichen und andererseits kommen alleinerziehende Mütter kaum über die Runden.
    Es ist fraglich, ob es mit der FDP in der Regierung besser wird, ich habe schon wegen Frau Merkel meine Bedenken. Schlechter wie bisher wird es sicher nicht.
    Gruss vom Chiemsee,
    der Desillussionierte

  78. <p>Naja, die Nische gibt es...
    Naja, die Nische gibt es schon, nur ist sie recht klein.
    .

  79. @freelancer
    Liberale Parteien...

    @freelancer
    Liberale Parteien waren bei Hitler verboten, aber die liberalen Unternehmerpersönlichkeiten haben sich durch Arisierungen und Zwangsarbeiterausbeutung in den 1000 Jahren schamlos bereichert.
    .
    Sich hinterher als Opfer zu stilisieren und den Judenbonus für sich in Anspruch nehmen zu wollen (so wie jüngst wieder HO Henkel) hat ja auch beste Tradition.
    .
    Der deutsche Liberalismus, das sind ein paar nachgeplapperte Phrasen aus der französischen Aufklärung plus 150 Jahre politischer Rückgratlosigkeit. Im Zweifelsfall war diesem Geschmeiß der preußische Uniformstaat schon 1849 lieber als die Demokratie. Genau wie heute.
    .
    Sogar die erzreaktionären preußischen Junker haben mehr Widerstand gegen Hitler geleistet als die feigen Fettklöße von „Liberalen“.
    .
    Theodor Heuss hat 1933 fürs Ermächtigungsgesetz gestimmt… und galt hinterher als moralische Autorität, als Verkörperung der liberalen Tradition. Der biedere Onkelhabitus reichte dafür vollkommen aus.

  80. <p>Vom Feigenblatt der...
    Vom Feigenblatt der Bourgeoisie zum neuen deutschen Patriotismus
    Ich gebe dem Don recht in Bezug auf die FDP. Sie ist, neben der bayrischen CSU, ein Schlupfloch für alte Nazis oder anderen Ewig Gestrigen (nicht nur gewesen). Und mit Möllemann und auch Westerwelle (aber auch ein Gerhard ist ein reaktionärer ******** [edit: Nana. Don]) ist sie endgültig zu dem geworden, wozu sie längst tendiert hatte: zu einer nationalliberalen Partei, zu einer rechtspopulistischen Partei (und das scheint mir das Geheimnis ihres Erfolgs). Zur österreichischen FPÖ fehlt ihr eigentlich nicht viel, außer vielleicht jener vieldeutige Windbeutel, Haider hieß er (Gott hab ihn selig, über Verstorbene soll man ja nicht schlecht reden).
    Ihre reaktionären Ambitionen zeigen sich vielleicht nicht so offen (wie zum Beispiel bei der CSU), aber dabei auf nicht weniger groteske Weise. Da mausert sich doch, ohne dass die Welt davon groß Kenntnis genommen hätte, eine Friedrich-Naumann-Stiftung (was ist schon eine Friedrich-Naumann-Stiftung? – mit Gerhard offenbar sehr viel!) zu einem Mini-CIA, indem sie sich rotzfrech in den Militärputsch in Honduras verwickelt.
    Man soll diese Partei nicht unterschätzen, und es geht hier nicht um ihren Neoliberalismus, den teilen sie sowieso alle, sondern um ihre unilateralen Ambitionen. Auf ihrer Agenda stehen da nicht nur die Steuersenkung für die Reichen, sondern auch der Generalangriff auf die Rechte der arbeitenden Klasse, auf deren wirtschaftlichen Existenz, und damit in Verbindung eine offen reaktionäre Außenpolitik, eine interventionistische, eine solche, der immer ein Angriff auf die demokratischen Rechte im Innern vorausgegangen ist. Und das alles im Namen der Freiheit!
    Sie predigt Demokratie und meint deren Abbau.
    Sie ist die Partei eines Europas der Bourgeoisie, der Großbourgeoisie, der deutschen. Die Energielobby zittert vor Begeisterung.
    Das empfinde ich nicht als Ausrutscher, was ich da heute in der Presse lese, in der Frankfurter Neuen Presse („Briten ärgern sich über Westerwelle“), nämlich dass der Westerwelle einem englischen Journalisten, auf eine entsprechende Frage hin, diese nicht beantwortet habe, da diese nicht in deutsch gestellt wurde. Mag sein, dass es stimmt, was die Presse da vermutet, nämlich dass er das Englisch schlecht beherrsche – was für ein Mitglied in der Atlantik-Brücke aber eine Merkwürdigkeit wäre -, aber es wird ihm gefallen haben, diesen Makel patriotisch zu wenden.
    Das ist es, wofür eine FDP steht – für einen neuen deutschen Patriotismus!

  81. Werter Don,
    .
    Ihre...

    Werter Don,
    .
    Ihre tiefgründige Analyse in allen Ehren. Jedoch fällt auf, daß immer die Verlierer die Änderung der Regeln verlangen.
    .
    Und ich bin entsetzt, wie wenig von Ihnen, als auch von einigen Kommentatoren, das Wollen „Anderer“ respektiert wird. Wer RTL, SAT usw. schauen will, wer Silberkannen nicht ausstehen kann, wer mit sich und seiner Bildung zufrieden ist, muß dies tun bzw. leben dürfen!!!
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    Ich bin ein überzeugter Demokrat und ein Anhänger des „… es möge jeder nach seiner Facon selig werden“, wenn dabei Kants Imperativ einigermaßen beachtet wird.
    .
    Wenn ich manchmal höre, man muß die Menschen „abholen“, so unterstellt dies, daß man sie an ihrem Standpunkt zurückgeblieben wähnt. Man kommt nicht auf den Gedanken, daß sie womöglich nicht weiter gehen wollen und in voller Absicht verharren. Was aber noch schlimmer ist, man entmündigt sie, indem man sie für unfähig hält den vermeintlich richtigen Weg zu beschreiten, außerdem maßt man sich an, besser zu wissen, welcher Weg der richtige ( oder bessere ) ist – welch unerträgliche Überheblichkeit.
    .
    „Richtig“ und „Falsch“ gibt es nicht, es sind nur geeignete und ungeeignete Entscheidungen möglich, ob sie richtig waren, also in die richtige Richtung wiesen, dies entscheidet sich in der Zukunft.
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    Mehr Liberalität tut unserem verkrusteten, bürokratischen, obrigkeitsdominantem Staatswesen allemal gut – auch wenn die FDP hier sicher nicht der Weisheit letzter Schluß ist.
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    Gruß Hanskarl

  82. Liebe Diskutanten,
    Sie...

    Liebe Diskutanten,
    Sie erlauben, daß ich der ganzen Debatte mal eine ganz andere Richtung gebe.
    .
    Was Sie hier veranstalten, ist doch wieder nur eine ausgelutschte Verteilungsdiskussion, so deutsch, so langweilig.
    .
    Ja, es herrscht soziale Ungleichheit. Na und?
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    Soziale Unterschiede schaffen Spannungen, und ohne Spannungen kann keine Energie aufgebaut werden, die nötig ist, etwas Großes zu schaffen, Menschen in Bewegung zu setzen für Ziele, die größer sind als sie selbst.
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    Es kommt nicht darauf an, wer das Geld ausgibt, sondern wofür es ausgegeben wird. Das einzig Obszöne am privaten Milliardenbesitz sehe ich nur in der Weigerung seiner Eigentümer, ein adäquates Konsumverhalten zu entwickeln. Diese Leute haben keinen Stil. Sie könnten sich Schlösser bauen und wohnen in Bungalows. Es sind armselige, verdörrte Bürger, Bürger, Bürger, Bürger ohne jeden Anflug von Individualität und Phantasie.
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    Sie wollen die feudalen Verhältnisse, die sie geschaffen haben, nicht ausleben. Sie setzen zigtausende auf Hartz-IV-Rationen und denken immer noch nicht daran, ein paar von denen dann zumindest als Kammerjungfern, Reitknechte, Köchinnen, Heckenscherer oder Hauslehrer einzustellen.
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    Das Potential ist längst da, aber es fehlen die entsprechenden Rollenmodelle, der zugehörige Habitus.
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    In unserer Gesellschaft herrscht kein Defizit an materiellen Reichtümern, sondern nur an Mut und Phantasie. Unsere herrschende Klasse weiß, wie man Geld anhäuft, ansonsten kann sie NICHTS. Es sind Menschen aus Beton, steril und impotent. Kein Herz, keine Muskeln, keine Eier. Nur noch „morgens ein Lüstchen und abens ein Lüstchen“.
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    Und bestimmt hören sie auch Klassik-Radio (anstatt sich ein Orchester oder meinetwegen eine authentische Rock-Gruppe zu halten).
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    Soziale Ungleichheit ist für sich genommen eine fabelhafte Sache, nur wird sie hierzulande eben wieder mal ganz falsch umgesetzt.

  83. Johannes Wolf, einer der...
    Johannes Wolf, einer der Protagonisten der Linken hat recht wirksam sämtliche Ideen, die später mal als Hartz IV die SPD ruinieren sollten, vor 1998 im Bundesrat zunichte gemacht. Für so schlau halte ich ihn nicht, aber es konnte ein perfider Plan gewesen sein… ;-)
    .
    JMense, ich stimme Ihnen zu, die Soziale Marktwirtschaft ist derzeit tot. Aber ebenso wenig hat Liberalismus und Neoliberalismus, nach europäischer Lesart und nicht bitte erst seit Milton Friedmann und den siebziger Jahren, mit der jetzigen Wirtschaftsordnung viel gemein. In dieser hätte es Regeln gegeben, die genau das, was Sie zurecht bemängeln, unmöglich gemacht hätten.
    .
    Um eines klarzustellen, ich betrachte hier nicht die heutige FDP als Verfechterin der Sozialen Marktwirtschaft. Es wäre wunderbar, wenn sie sich dahin entwickelt. Aber ich befürchte, der Weg ist zu weit. Ich sehe aber auch niemanden, der diesen Weg gehen könnte, respektive würde gehen wollen!

  84. Don, ohne Ihnen nahetreten zu...
    Don, ohne Ihnen nahetreten zu wollen: wie haten Sie trotz der pausenlos vertilgten Leckereien das Gewicht? Oder ahne ich richtig die Tadel der Frau Diener?

  85. HansMeier555, es scheint etwas...
    HansMeier555, es scheint etwas an Godwins Gesetz der Realität zu entsprechen.

  86. Im Übrigen sei noch darauf...
    Im Übrigen sei noch darauf hingewiesen, dass unter den Nazis nicht nur der Liberalismus, sondern auch – der Marxismus als „jüdisch-dekadente“ Erscheinung galt, was das ganze Argument doch etwas ad absurdum führt, nicht? Denn ist es nicht eher so, dass gestandene Liberale nicht müde werden, „braun“ und „rot“ als „eine Soße“ darzustellen, die „dem Kollektivismus“ huldigt, und den Individualismus ablehnt? Wogegen sich der Liberale immer wandte?
    Dem Individualismus allerdings waren wiederum auch die (sozialistischen!) Anarchisten in Spanien oder in der Machnowitscha sehr zugeneigt, was ihnen dann jeweils den Hass der autoritär-leninistisch-stalinistischen Kommunisten einbrachte. Die Welt ist eben nicht so einfach, wie sie sich dem Juli-Holzschnittdenker darstellen mag.
    Den Neoliberalismus, von dem hier die Rede ist, kann man ja – als Diskussionsgrundlage – einfach mal mit Reagans trickle-down-economics und den Chicago Boys, dem Lambsdorff-Papier und dem Leipziger Parteitag der CDU gleichsetzen, und Rüstows Ordoliberalismus, der einem heute von der INSM gerne als „Neoliberalismus, der doch ganz ok ist“ verkauft wird, einfach mal rauslassen – um der Begriffsverwirrung, die es so auch nur im Deutschen gibt, mal ein Ende zu machen. Der Angelsachse nämlich weiß besser, was gemeint ist, wenn vom „neoliberalism“ die Rede ist, und denkt da nicht gerade an „soziale Marktwirtschaft“, und das entspricht auch der internationalen gängigen Bedeutung.
    Es geht also um jenen wirtschaftlichen Liberalismus, der nach dem Scheitern der sozialdemokratischen Modelle in GB oder USA mit ihrer Massenarbeitslosigkeit und dem industriellen Niedergang ganzer Landstriche sich neue Bahn brach – daher „neo“.
    Die Sorte wirtschaftlicher „Liberalismus“ also, der u.a. auch der Diktator Pinochet nach dem Sturz Allendes anhing – der Neoliberalismus (ja, das klingt erst mal absurd, und (Neo-)Liberale wollen gewöhnlich nichts davon hören, denn Diktatur, schwerste Menschenrechtsverletzungen und „liberal“ in einem Satz ergibt für sie einige kognitive Dissonanzen, aber so war es ja nun einmal).

  87. @don,
    so recht verstehe ich...

    @don,
    so recht verstehe ich ihre unterhalterliche antwort nicht.
    .
    ich glaube,
    es wird zeit, daß die buchmesse beginnt –
    was das, was gewählt wurde, bringen wird,
    damit kann man sich auch später noch befassen –
    vermutlich stehe ich auf der anderen seite des miner.schen „golden gates“.
    aber
    solange es alleen & debussy & foer gibt …
    werden alle förderungen.der.leistungsträger-beschlüsse überlebbar sein.
    glaube ich.
    .

  88. Zum Thema...
    Zum Thema Jüdisch-Liberalismus-Marxismus. mein Hebräischlehrer an der Uni Regensburg Dr. Angerstorfer hat immer gesagt: Antijudaismus ist mit jedem Feindbild kombinierbar. Heute steht in der FAZ, dass eine von der EU eingesetzte Kommission georgien die Schuld am letzten Krieg mit Russland gab. Stellen Sie sich bitte vor, was passiert wäre, wenn Guido damals schon Außenminister gewesen wäre.
    Ich emmpfehle wie immer mal wieder: Gerschom Scholem: Von Berlin nach Jerusalem; Suhrkamp (frankfurt oder schon berlin?)

  89. @miner
    Auf einen Einwand a la...

    @miner
    Auf einen Einwand a la Leyen habe ich gewartet. Aber leider ist Ihr Kommentar besser als alles was mir zu dieser Frau Ministerin einfallen würde. … Da bleibt der alte Dame ohne Dirndl nur übrig zuzugucken (was eigentlich heißt im Blog weiter zu lesen) und zu grinsen.

  90. @honseot
    Sie haben vollkommen...

    @honseot
    Sie haben vollkommen recht.
    „Bürgerlicher Liberalismus“ ist nur ein anderer Begriff für den kapitalistischen Polizeistaat.
    .
    Wenn die Werte der bürgerlichen Demokratie vor 1945 jemals von irgendeiner deutschen Partei ernst genommen wurden, dann vielleicht von der SPD. Dafür gingen viele ihrer Funktionäre 1933 erstmals ins KZ. Genauso ihre Kollegen von der Gewerkschaft. Und die „bürgerlichen Liberalen“ profitierten in der Wirtschaft erstmal vom „gesünderen Betriebsklima“.

  91. HansMeier555, Ihre Gedanken...
    HansMeier555, Ihre Gedanken für eine neue Richtung der Diskussion sind nett; der „kapitalistische Polizeistaat“ schon gedanklich recht abstrus. Fragen Sie mal Menschen aus beispielsweise Ungarn, Polen oder um in Deutschland zu bleiben, der DDR, was ein Polizeistaat wirklich ist. Und sprechen Sie mit denen, die für ihr Leben gebrochen wurden, mal über Genossen. – Und dann lassen Sie uns gerne darüber sprechen.
    .
    Honseot, ich lasse mich gerne darauf ein, den Neoliberalismus, der oft als Schimpfwort mit Beleidigungscharakter benutzt wird, im angelsächsischen zu belassen. Allerdings hat er dann in Deutschland eigentlich auch keine Argumentationsberechtigung mehr. Sprechen wir also nur noch von Sozialer Marktwirtschaft und deren Basis, dem Ordoliberalismus. Darin sehe ich allerdings viel Positives. Stellt sich nun noch die Frage, gerne an alle, wer denn nun für diese eintritt.
    .
    Devin08, warum diese sprachliche Abdrift? Allerdings ist es schön zu lesen, dass die Arbeiterklasse vor der FDP ungefähr soviel Angst hat wie die Unternehmerklasse vor den Linken.

  92. Nicht Angst –...
    Nicht Angst – Gleichgültigkeit
    @Maci: Ich sehe da eher Gleichgültigkeit (aus Unkenntnis) als Angst, bei der Arbeiterklasse, was aber nicht unbedingt eine richtige Haltung wäre. Und ich persönlich habe andere Schwächen, solche meinem Alter entsprechende, als Angst vor einer Partei. Meine „sprachliche Abdrift“ hat der Don ja noch rechtzeitig korrigiert, allerdings hatte ich ihm schon einen Alternativvorschlag zugesandt, wegen der Nettikette. Grundsätzlich denke ich, ist sprachliche Klarheit manchmal nötig, vor allem nach solchen Wahlen, der Orientierung wegen.

  93. Wohlan, so hat denn...
    Wohlan, so hat denn offensichtlich kaum einer der geneigten Leser dieses Blogs der zukünftigen uns liebenden Regierung seine Stimme zur Verfügung gestellt.
    Gerne würde mir eine Überleitung von fröhlich dreinknüppelnden Polizisten auf dem Roten Platz anläßlich des Besuches eines grünen Bundestagsabgeordneten bis hin zu den zukünftigen Besuchsterminen unseres designierten Außenministers in z. B. muslimischen Ländern einfallen, honi soit qui mal y pense, aber ich denke, die wahre Alternativlosigkeit der jüngsten Wahl gebietet mehr Fortune und Chuzpe zu entwickeln, als sich – gewandet in englischen Wachsjacken und in rahmengenähten Salontrippelchen beschuht, vor einem Sekretär oder im kederngeheften Replikledersesselchen, zu dieser Tageszeit dahindösenderweise und über die kolossale (kleine Reminiszenz an alte Berliner Zeiten) Mediokrität der deutschen Oberschichten und ihrer Geschichts- und Traditionsvergessenheit zu sinnieren – der Melancholie über die Aussichtslosigkeit der kommenden Legislaturperiode hinzugeben. Es gibt nichts Gutes – außer man tut es ! Und damit sollten wir diesen Herrschaften wenigstens zwei Jahre Zeit geben, es besser als ihre Vorgänger zu machen … brrr … und danach die Kandelaber auf dem Gendarmenmarkt im Falle ihres Scheiterns ausgiebig zweckzuentfremden.
    By the way (sorry, ich bin halt Welfe), Euer Liebden, die Oberpfalz (= in einem Kolonialwarenladen sah ich dereinst eine Abbildung von Angehörigen der indigenen Bevölkerung) gehört meines Wissens zwar geographisch und politisch zu Tschechien, bis auf eine unmaßgebliche Enklave namens Rengschburg, aber demoskopisch, exorbital und endokrinisch in die Nähe zu Karpatien und anderen liederliche Bereichen des Balkans …
    Ich em

  94. @Frundsberg
    Bevor ein...

    @Frundsberg
    Bevor ein Missverständnis aufkommt, ich habe meine Stimme keiner Partei gegeben. Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil Auslandsdeutsche das nach 10 Jahren nicht dürfen. – selbst wenn sie in Brüssel als Deutsche für die EU arbeiten, aber keinen Wohnsitz in Deutschland mehr haben (meine deutsch-europäische Auslandsgeschichte ist allerdings etwas anders, aber die meisten Blog-Leser wissen das ja schon).

  95. Zum Thema "kapitalistische...
    Zum Thema „kapitalistische Polizeistaat“ – es gab in den letzten Jahren durchaus ein paar extrem unschöne Entwicklungen, angefangen bei haarsträubenden Gerichtsentscheidungen zugunsten von Prospektnichthaftung auf der einen und Rechteanmassung von Firmen auf der anderen Seite – gerade als Blogger kann man da viel erzählen. Wir hatten eine Reihe von Eingriffen in den Rechtsstaat wie die Internetzensur, und sofort haufenweise Wirtschaftsvertreter und CDU-Hinterbänkler, die das auf wirtschaftliche Belange ausweiten wollen. Wir haben ein paar Zielvorgaben aus Schäubles Ministerium für den Einsatz des Geheimdienstes im Inneren, Telefonüberwachung leichtfertiger Natur – und auf der anderen Seite Milliardenverluste bei Banken, für die der Steuerzahler aufkommt, und die Verantwortlichen klagen auch noch auf Abfindungen, wurden selbst aber bislang nicht verurteilt. Und es sieht auch nicht so aus, als ob das käme. Man kann also durchaus Gründe finden, die so eine Debatte sinnvoll erscheinen lassen, und ich fürchte, diese Gründe werden uns schneller serviert, als es uns lieb sein kann.

  96. Da ich anscheinend als...
    Da ich anscheinend als einziger noch arbeite. Als Oberpfälzer (wirkliche Oberpfalz – Amberg, Kastl .; wozu Regensburg ja nie gehörte): Mir ist Prag lieber als München. Wir haben schon mal einen böhmischen König installiert. Hielt leider nur einen Winter, bevor das alles rekatholisiert wurde. Wie sagt Heym im Vorwort des Ashaver: Schade um das alles. Vielleicht eine kleine Abbildung des Jan Hus Denkmals auf den Schreibtisch?
    Dadurch meine (ehemals jesuiten-)Schule in Amberg das älteste staatliche Gymnasium Deutschlands und die Jesuiten haben noch eine Wallfahrt in Amberg oben drauf gelegt. Irgendwie mussten ja die Calvinisten wieder raus. Vielleicht ist das Abbild gezeichnet vom Jammer in Bayern in der jetzigen Struktur leben zu müssen.

  97. Jedes Volk bekommt die...
    Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient, Euer Liebden. Wenn ich soeben das „Allegro assai“ aus der Sypmphonie in D-Dur vom „Alten Fritz“ höre, während ich diese Zeilen schreibe, frage ich mich: Wer sind wir denn noch ?

  98. @ Dame mit....oder ohne...
    @ Dame mit….oder ohne Dirndl: Danke für´s Grinsen* Mehr wollte ich auch nicht erreichen,

  99. "Fragen Sie mal Menschen aus...
    „Fragen Sie mal Menschen aus … der DDR, was ein Polizeistaat wirklich ist. Und sprechen Sie mit denen, die für ihr Leben gebrochen wurden, mal über Genossen.“
    Hm, das hängt dann aber schon entscheidend davon ab, ob sie vor oder nach Neunundachtzig „für ihr Leben gebrochen wurden“.

  100. Ein guter Text. Danke schön....
    Ein guter Text. Danke schön.

  101. Die Larmoyanz mit der das...
    Die Larmoyanz mit der das Votum der Mehrheit von der Minderheit hier beklagt wird, ist ebenso erbärmlich wie folgenlos. Indes typisch für den hier vorherrschenden Salonbolschewismus. Der über alle Klassengrenzen hinaus bekannte bayerische Fußballfilosof Olli Kahn diktierte es allen Verzagten ins Stammbuch: „Wir brauchen mehr Eier.“ Recht hat er! In Deutschland gibt es 10 Mio. registrierungspflichtige Schusswaffen, weitere 20 Mio. werden illegal in deutschen Haushalten bevorratet. Das sollte doch ausreichend Feuerkraft sein, denen in Berlin einmal richtig heimzuleuchten. Aber der Salonbolschewik sitzt lieber auf Biedermeiergestühl und gießt sich noch einen Tee ein. Courage beweist er nur am Tortenbuffet.

  102. @die Dame im Dirndl
    Hier muß...

    @die Dame im Dirndl
    Hier muß ein Missverständnis vorliegen. Natürlich sind Sie wahlberechtigt, wenn Sie in Brüssel wohnen. Und selbst Deutsche, die außerhalb eines Mitgliedstaates des Europarates leben, können an Wahlen teilnehmen, wenn am Wahltag nicht mehr als fünfundzwanzig Jahre seit ihrem Fortzug aus der Bundesrepublik verstrichen sind.

  103. Ein nett geschriebener Text....
    Ein nett geschriebener Text. Nur der Inhalt? Es wird sich doch nicht deshalb viel ändern, weil nun die FDP an der Regierung teilhaben wird. Und zur sozialen Markwirtschaft. Sie mag tot sein. Aber sie ist es nicht, wegen der Poltik. Der wahre Gund liegt darin, dass sich ihre Hauptakteure verabschiedet haben. Der Unternehmer ist zum Privatier und Rentier geworden. Und der Arbeiter zum leistungsverweigernden Hartz IV Empfänger. Natürlich nicht alle. Aber die kritische Masse ist weg.

  104. Lieber Che, wir sind bei FAZ....
    Lieber Che, wir sind bei FAZ. Es ist kurz nach der Wahl. Es macht Sinn:)

  105. Che, mit "Salonbolschewismus"...
    Che, mit „Salonbolschewismus“ sprechen Sie ein zu grosses Wort zu gelassen aus.
    .
    ErnstWilhelm, brutal gesagt: Die allerorten so beliebten Freiberufler (jung, hungrig, am Anfang, früher kommunistische Kader) können nicht streiken. Die müssen eben so durch Krisen durch. Das ist eben der Preis, den man für diese „Morgen mach ich mal durch“-Freiheit zahlt.

  106. @MD: Wenn Sie aufmerksam...
    @MD: Wenn Sie aufmerksam gelesen hätten, hätten Sie zum einen meinen „Polemik-Disclaimer“ bemerkt und darüber hinaus auch mitbekommen dass ich persönlich sowieso nicht zum Friseur gehe (die Spitzen meiner taillenlangen Haare schneidet ab und zu mein Mann, aus dem simplem Grund dass Friseure mir meist überflüssige Stufen reinschnippeln wollen und „Spitzenschneiden“ auch gerne schonmal als „10 cm absäbeln“ interpretieren). Ich gehe auch nicht in 10€ Semmelbuden, meistens koche ich selber und wenn ich Essen gehe dann in ein vernünftiges Restaurant. Dann sind mein Mann und ich zwar schon 70-80€ los, dafür gehen wir dann eben seltener.
    Was ich mit dem Beitrag ausdrücken wollte: Wenn man bei einem Brutto-Einkommen von 2500€, was zwar ein ordentliches Gehalt ist (ich will mich diesbezüglich auch echt nicht beschweren) aber in meinen Augen noch nicht wirklich das, was einen zu einer reichen Person werden lässt hierzulande schon 40% an Abzügen hat, dann läuft doch irgendwas falsch.
    Mir würde es auch im Traum nicht einfallen „andere pauschal als Idioten abzutun, die es nicht besser verdienten, denn arm zu sein, weil sie ja auch Dreck und keine Kuchen fressen“ wie Sie es mir unterstellen (ich habe ja auch ausdrücklich geschrieben dass ich 3.50€ pro Stunde für die Friseurin absolut nicht ok finde). Ich komme selber aus einer Arbeiterfamilie (tja, blöd, was? Ich weiß dummerweise wovon ich rede). Meine Eltern haben zwar keinen Hochschulabschluss, es aber mit Behaarlichkeit und dem Willen sich weiterzubilden (meine Mutter war rege Benutzerin der öffentlichen Büchereien, was sie an ihre Kinder auch weitergegeben hat) zu einem gewissen Wohlstand und einem eigenen Haus gebracht. Ich respektiere jeden, der sich im Bereich seiner Begabung und seiner Interessen beruflich bemüht. Leider muss man wirklich feststellen – und das hört man von mehreren Seiten – dass genau diese Bereitschaft oft fehlt. Mein Bruder (Maurermeister) berichtet mir immer wieder, dass seine Firma große Schwierigkeiten hat, Lehrlinge zu finden die willens sind regelmäßig und fleißig zu arbeiten und die dabei auch noch lesen und schreiben können. In der Firma meines Mannes herrscht chronischer Mangel an Ingenieuren, weil die meisten Leute meiner Generation finden, dass ein Studium der Ingenieurwissenschaften zu schwer ist. Um auf die HartzIV-Empfänger zurückzukommen: Jeder Fünfte hat keinen Hauptschulabschluss. Jeder Dritte kann keine Berufsausbildung vorweisen.
    Ich mache „Bildung“ auch nicht daran fest, ob jemand Klassikradio oder RTL hört, sondern daran ob er/sie sich bemüht, aus seinem Leben etwas zu machen. Einen Hauptschulabschluss und eine Ausbildung sollte jeder hinkriegen, und das sollte man auch erwarten dürfen.
    Da fehlt bei einigen (bestimmt nicht bei allen, ich weiß auch gut dass viele Hartz-IV-Empfänger gerne arbeiten würden, aber auch einfach nur Pech haben) die Leistungsbereitschaft.
    Und bei Parteien wie der Linken höre ich nie etwas von Forderung nach mehr Leistungsbereitschaft, sondern nur Absurdes wie „1500€ Grundeinkommen für alle“.
    Aber wenn man hierzulande an Tugenden wie Fleiß, Pünktlichkeit und Arbeitsbereitschaft appeliert kommt garantiert dann wieder die „Nazi-Keule“.
    @Don Alphonso: Tschechien hat übrigens bei der Einkommenssteuer auch eine Flat-Tax.
    @all: ich finde die „Nazi-Diskussion“ ja wieder herrlich hier. Klar, die in der FDP sind alle Neonazis, deswegen haben sie ja auch einen schwulen Parteivorsitzenden…

  107. @Che: Natürlich ist das hier...
    @Che: Natürlich ist das hier alles nur spitze Feder und ein nettes Apercu-Buffet. Aber ich gebe zu bedenken: Auch über den Beaumarchais hat der französische Adel, allen voran die Dame, die dem Volke das lebenslange Kuchenfressen verordnete, zunächst noch kräftig gelacht. Und wer etwas auf sich hielt, der lud sich Benjamin Franklin wie ein wildes Republikaner-Getier zum Bestaunen in den Salon, in der Hoffnung, dass er auch ein ganz bisschen zubiss zwecks Sensation. Und Rousseau und Voltaire, namentlich ebenfalls nur Papiertiger und Salonbolschewiken ihrer Zeit, las man bei den oberen Zehntausend mit Begeisterung und einem Das-geht-uns-nichts-an-Achselzucken – denn was sollten solche Schreiberlingsphilosophen schon an- und ausrichten? Bis vielen der Achselzuckenden dann das Köpfchen genommen wurde.

  108. Es zählt zu den populären...
    Es zählt zu den populären Irrtümern der Geschichte, dass Marie-Antoinette „sollen sie doch Kuchen essen“ gesagt hat (zumal das Zitat ja von Rousseau überliefert wurde. Aber dessen wahrer Charakter haben ja auch viele Leute auch immer noch nicht durchschaut).
    Siehe:
    http://www.zeit.de/2006/46/Stimmts-Revolutionskuchen

  109. @ernstwilhelm
    Schade,...

    @ernstwilhelm
    Schade, mittlerweile bin ich schon mehr als 25 Jahre im Ausland. Als ich noch weniger als 25 Jahre im Ausland war, habe ich es einmal erfolglos versucht. Ich muss bei Gelegenheit mal meinen Rechtsanwalt fragen, wann sich das geändert hat.

  110. unellen, ich bezweifle, dass...
    unellen, ich bezweifle, dass Herr Westerwelle sich mal in Neustadt an der Orla umgeschaut hat. Würde man das tun, verstünde man vielleicht, warum die Forderung von Leistungswille mancherorts nicht so gut ankommt, wie die Forderung nach Grundeinkommen. Selbst im Westen ist das oft genug ein Aufruf zur Selbstausbeutung, und wenn ich sehe, wie die Leute in meinem Bekanntenkreis – nicht schlecht verdiendend, aber auch nicht gerade reich – bis zum Zusammenbruch in übersparten Abteilungen Überstunden schieben, wie man Praktikanten in Medien an Redakteursstellen setzt und generell die Krankmeldungen auf einem nie dagewesenen Niveau sind, zusammen mit extremer Selbstversorgung mit Medikamenten oder gleich Psychopharmaka – Ritalin testete jüngst mal einer in der FTD – dann muss man schon mal fragen würfen, ob dieser leistungsfetischismus, der da zelebriert wird, nicht auch in ein Weltbild umschlagen kann, dem man das Prädikat totalitär nicht verweigern möchte. So weit ist da nämlich die Selbstausbeutung des Kapitalismus neoliberaler Wunschvorstellungen nicht von – sagehn wir mal – Quotenerfüllung und 5-Jahres-Plänen entfernt. (Nebenbei müsste man mal einen Vergleich schreiben: Chinas Grosser Sprung nach Vorne vs. Verbriefungen in den USA und Europa nach 2001)
    .
    bluecotton, gern geschehen.

  111. Wehrter Don,
    fehlt Ihnen eine...

    Wehrter Don,
    fehlt Ihnen eine Beschäftigung welche Sie ganz in
    Anspruch nimmt?
    Oder ist es die Angst vor`m alt werden?
    Herzlichst P.

  112. @Don Alphonso
    Habe ich Sie...

    @Don Alphonso
    Habe ich Sie jetzt recht verstanden? Derjenige mit der Persönlichkeitsstruktur eines Revolutionärs im Russischen Reich (ich empfehle in diesem Zusammenhang Young Stalin von Simon Sebag Montefiore) ist in der heutigen Zeit in Deutschland üblicherweise IT Freelancer.

  113. Ich bin schon alt, Paulchen....
    Ich bin schon alt, Paulchen. Und würde ich nicht Kommentatoren hüten, würde ich eben Vermögen verwalten.
    .
    ErnstWilhelm, was ich sagen will ist: Die, die früher am ehesten die Kader geworden wären, sind heute das Kanonenfutter der neoliberalen Marktverfassung. Und zugleich oft genug deren Propheten.

  114. Frundsberg, es ist ja nicht...
    Frundsberg, es ist ja nicht so, dass wir früher jetzt besonders viel waren, wenn man sich mal die „Performance“ deutscher Herrscher so abnschaut. Daran knüpft man gerne an, siehe Anwesenheit der Koch-Mehrin in Brüssel.
    .
    Maci, ich fürchte, es wird zunehmend schwer, mit den Förmchen des Ordoliberalismus nach dem Übergang von einer National- zu einer Globalökonimie noch wirklich schöne kapitalistische Brötchen zu backen. Das beginnt bei der verlagerten Produktion, geht über Lebenszyklen von Produkten, die heute nicht mehr besessen, sondern ständig erneuert werden, weiter, und endet beim globalen Verschmutzungshandel. Das alles passt längst nicht mehr in jene eher simplen Strukturen, die man in Zeiten der originalen sozialen Marktwirtschaft noch anwenden konnte. Für mich ist die Antwort eine sehr genaue Überlegung, was ich wo im kapitalistischen System tue und kaufe, angefangen von der Weigerung, neue Dinge aus China zu kaufen, bishin zum Umstand, dass ich mein Essen nur auf dem Wochenmarkt – und da in aller Regel von Betrieben, die ich persönlich kenne – kaufe. Aber wie man sieht: Die Mehrheit bevorzugt das Einkauszentrum vor der Stadt und Kleider zu Kilopreisen.

  115. @unellen: Nein-oh-nein, so...
    @unellen: Nein-oh-nein, so polemisch sind die Teilnehmer des Don Alphonso Salons hier nicht, wie Sie uns großzügigerweise attestieren. Aber vielleicht durchschnittlich belesener und informierter als anderswo. Fakt ist: Die FDP wurde nach dem zweiten Weltkrieg von vielen Altnazis gegründet. Lesen Sie einmal ein Biographie über Werner Best, seines Zeichens Heydrichs Stellvertreter, Miterfinder des SD und der Gestapo und Reichsbevollmächtigter in Dänemark; dort dann zum Tode verurteilt und von der deutschen Justiz aber verschont. Er hat sich später im Naumann-Kreis der FDP mit aller Kraft darum bemüht, eine Generalamnestie für inhaftierte Kriegsverbrecher durchzudrücken. Mit Erfolg übrigens… Das alles ist Realität und keine üble Nachrede und gehört, wenn man wissen will, welche Wurzeln eine Partei hat, schon zum Aufgeklärtsein dazu. Finde ich. Denn nur, wer informiert ist, kann sich sein eigenes Bild machen. Zum Gruße!

  116. HansMeier555, zur sozialen...
    HansMeier555, zur sozialen Ungleichheit noch ein hübscher Nachtrag:
    .
    http://www.businessinsider.com/us-income-inequality-is-frightening-and-much-worse-than-we-thought-2009-9
    .
    Es ist halt immer die Frage, wann sich eine Gesellschaft von einer Demokratie in eine Oligarchie verwandelt, was derselben oft nicht besonders gut tut. Wir sind da in Deutschland nur deshalb auf einem guten Weg, weil man die Probleme unten auf die aufsteigenden Länder des fernen Ostens verlagert. Die USA haben das unter Bush in besonderem Masse auch gemacht. War keine so ganz gute Idee, wie man jetzt sieht.
    .
    Hanskarl, erst mal geht es mir darum, den Lesern ein ungefähres Bild zu vermitteln, was ist. Das muss, ja es soll auch gar nicht gefällig sein, warum auch. Über alles weitere kann man ja reden, aber ohne einen Standpunkt – in meinem Fall am Rande meiner eigenen Kreise – geht es nicht und wird das Wischiwaschi, das sich unter tausenden von anderen Presseartikeln in 0 Kommentaren äussert. Und die erkennbar fehlende Bereitschaft, die Entscheidungen anderer erst mal als gegeben zu betrachten, ist eine Art Ehrlichkeit, die in sich wiederum einen Wert hat. Ich verstehe vieles nicht. Ich gedenke das auch nicht zu tolerieren. Trotzdem kann und soll man hier gern darüber reden. Dafür gibt es hier auch kein Advertorial der INSM wie bei einem Onlinemagazin. das mit „Wir geben den Stimmen das Wort, die wirklich von Bedeutung sind“ für sich werben muss.
    .
    Kurz, diese kleine Veranstaltung hier ist vielleicht gerade deshalb so ergolgreich, weil sie auf den üblichen Konsens des Verständnisses für alle verzichtet.

  117. Lieber Don, sehen Sie's mal...
    Lieber Don, sehen Sie’s mal andersrum. Dank der F.D.P. geniessen wir jetzt eine jahrelange Steuersenkungsshow, die dann im BigBang der grossen Inflation und Staatsver/entschuldung endet. Wir sollten Wetten auf den Zeitpunkt der Pleite abschliessen, allerdings gibt es keine Waehrung, in der wir das tun koennten. Jedem steht frei, sich in die Sachwerte zu fluechten, am Tegernsee oder anderswo. Die Puenktchenpartei wird sich schon selbst erledigen. Geniessen Sie Ihre Zeit am See, andere koennen sich nur einmal im Jahr ein Paar Crockett&Jones leisten.

  118. @D.A. __Auf den "üblichen...
    @D.A. __Auf den „üblichen Konsens des Verständnisses“ zu verzichten ist in jeder Subkultur usus und davon gibt es bekanntermaßen einige in unserer Gesellschaft. Die Gruppenmitglieder bekräftigen sich in der Regel dann auch gerne gegenseitig in Ihrer Meinung und fühlen sich wohl. So ist das und das ist auch nicht per se schlecht. Die eigene Überhöhung gegenüber Mitgliedern anderer Subkulturen oder der „Masse“ wirkt für den Rest der Welt jedoch bisweilen lächerlich.
    @ unellen__Machen Sie weiter so, etwas reflektiertere und ausgewogenere Ansichten stehen dem Blog ausgezeichnet. Ist vielleicht aber auch eine Generationenfrage.

  119. ErnstWilhelm, sie treffen den...
    ErnstWilhelm, sie treffen den Nagel bzgl. der Unternehmer und Arbeitnehmer, die den eigentlichen Sinn Ihres Lebens nicht mehr leben, auf den Kopf. Vielleicht verstehen sie ihn auch nicht (mehr). Und vielleicht ist dies auch heute für den gewöhnlichen Geist zu komplex und viele agieren, ihre persönliche Grenzen erkennend, lieber im privaten Raum der eigenen Insel innerhalb der Gesellschaft. Intelligenz und Bildung erschweren das Leben; auch wenn es damit noch so tiefgründig wird. Es gibt ausreichend Exemplare, die sich mit der Zugehörigkeit zur TV und DVD-Klasse selbstverwirklicht sehen.
    .
    Grundsätzlich sollte vielleicht akzeptiert werden, dass jeder freiwillig und ohne Zwang agiert. In die gleiche Kerbe schlug bereits Devin08. Auch wenn es ihn schmerzt.
    .
    Don, ich kenne ebenso genügend IT, Werbe- und sonst wo Ausgebeutete. Bis man ihnen allerdings den Spiegel vorhält, prahlen Sie zumeist noch Stolz mit langen Arbeitszeiten, gerne auch am Wochenende.
    .
    Zudem Don, Ich stimme zu, dass der alte Ordoliberalismus es schwer hat. Aber es ist doch eine Herausforderung, ihn auf das hier und jetzt zu übertragen. Ich verstehe Ihre Abneigung gegen Discounter und Einkaufszentren und unsere Wegwerfgesellschaft nur zu gut. Wer einmal Qualität für sich entdeckt hat, wird dort nicht glücklich. Ich sehe nur, dass das Gros der Menschheit nicht Qualität sondern Quantität mit Glück verbindet. Vielleicht haben Sie eine Idee, warum dies so ist?
    .
    wandfuessl, ich empfinde es alarmierend, Menschenschicksale von vor und nach 1989 in einen Topf des Polizeistaates zu gießen. Das tut weh.

  120. @Dipsy

    Ihre Rechnung stimmt...
    @Dipsy
    Ihre Rechnung stimmt nicht. Von 4% Zins ist die Steuer anzuziehen, verbleibt 3%. Davon ist die Inflation abzuziehen – d.h. inflationsbeeiningt verbleibt fast nichts.
    Damit sind Sie auch nicht besser, als die staatliche Rentenversicherung, die (wenn das mit der Altersstruktur der Bevöklerung klappt) mit dem Generationenvertrag ebenfalls die Teuerung ausgleicht.

  121. Maci, da gibt es eine einfach...
    Maci, da gibt es eine einfach Antwort, so einfach, dass deren Revision schweirig wird: Bequemlichkeit. Man muss sich um nichts kümmern. Und schon gar nicht nachdenken. Preise vergleichen reicht vollkommen aus. Die wenigsten Menschen möchten Fragestellungen mitkaufen – wie ich es tue – sie wollen das Produkt, und zwar möglichst viel davon. Und gegen die gesammelte Macht vin Werbung und medien – oder im zweiten Bereich bestenfalls deren Schweigen – kommt man kaum an. Es ist ein Hobby für die geworden, die es sich leisten können und sich auskennen.
    .
    Beobachter, wenne s so wäre, wie sie sagten, dann gäbe es hier in dieser kleinen Veranstaltung keinen Diskurs. Solange ich mich nicht hinstelle und wie Herr Westerwelle proklamiere „Hier steht die Freiheitsstatue von morgen“ dürfen Sie mein Unverständnis gern als Aufforderung zur Debatte verstehen, und angesichts der doch sehr konträren Beiträge scheint es ja auch so zu sein, als wäre hier mehr als eine „Subkultur“ am schreiben. Finden Sie nicht?

  122. Libero, das könnte man so...
    Libero, das könnte man so machen; die Frage ist dann nur: Möchte man in einer deutschen Version der gated communities leben, wie es sie in Süsamerika gibt? Möchte man den Bruch irreversibel machen? Ab einem gewissen Punkt ist der Abstieg grösserer Teile der Bevölkerung kaum mehr umkehrbar, und dann wird man oben auch sagen: Zu teuer, lasst denen ihre Slums, sollen sie sich doch gegenseitig runtermachen. Es gibt in Berlin ja schon gewisse Bezirke, in denen man nur zuschaut. Beim Thema Alkohol und Vandalismus etwa sieht es sogar bei uns so aus, dass man lokal an den Ausgaben für die Polizei spart, die entsprechend weniger Kapazitäten für die Nächte des Wochenendes hat. Es kann noch weit nach unten gehen, aber generell denke ich, dass die grosse bedrohung dieser Gesellschaft tatsächlich der Weg zur Oligarchie ist. Der Umstand, dass Arme oft nicht zum Wählen gehen, ist schon so eine Entwicklung, die eigentlich den Parteien des Reiche bevorzugenden Lagers ausnehmend gefallen müsste; eine Art selbstlaufendes Klassenwahlrecht. Insofern glaube ich auch gewissen Politikern die Klagen über die Wahlbeteiligung nicht.

  123. Werter...
    Werter Don,
    .
    einverstanden.
    .
    Gruß Hanskarl

  124. @Libero: In Rio de Janeiro...
    @Libero: In Rio de Janeiro werden derzeit um eine Reihe von Favelas Betonmauern gezogen. Angeblich, um ihr weiteres Wuchern in die letzten Wälder dieser Stadt zu verhindern. Die Favela-Bewohner und eigentlich der Rest der Welt vermutet aber ein anderes Begehr dahinter: Eine Ghettoisierung der Ärmsten, um die Habenden vor ihnen zu schützen. Man sollte so etwas, vor aller Augen im 21. Jahrhundert Stattfindenes, nicht als Exotikum abtun. Man sollte es als Warnung ernst nehmen. Die Spaltung einer Gesellschaft kann irreversibel verlaufen trotz aller schönfärberischer Durchlässigkeitsparolen. Die Leistung, die sich in solchen Gesellschaften dann nur noch lohnt, ist die der Kriminalität: Die Habenichtse rauben, die Mächtigen beuten aus.

  125. Kaum zum Glauben, aber ichhabe...
    Kaum zum Glauben, aber ichhabe sogar die Kommentare komplett durchgelesen :-).
    .
    Die Schieflage der Republik ist kaum zu übersehen. Auch wer die Ursachen nicht komplett kennt, kann kaum übersehen, welche Ungleichgewichte aufgebaut und weiter vorangetrieben werden.
    Die Rechteverwertung durch Multimediakonzerne bei gleichzeitiger Entrechtung undKriminalisierung der Kundschaft. Das ständige ausdünnen von Angeboten (es gibt kein Recht auf Veröffendlichung) bei gleichzeitiger Überteuerung des angebotenen Schrottes.
    Eine SPD die nach 20 Jahren Oposittion danach giert allen zu beweisen, daß sie doch Wirtschaftspolitik machen kann. Ich will Schröder sicher nicht schön reden, aber die Argenda 2010 war überfällig und HarziV ist sicher Verbesseungsbedürftig, aber es hat viele Gemeinden aus der Sozialhilfefalle entlassen.
    Die Strafe für die SPD resultiert auch weniger aus der Umsetzung des notwendigen, es ist eher die Strafe für den darauffolgenden Verrat der eigenen Politik.
    Die Betroffenen haben kaum Verständniss dafür, wie die SPD die Beschlüsse mit der CDU aufgeweicht hat. Die Verlierer dieser Politik hatten kaum Zugewinne, aber die Ernsthaftigkeit und Notwendigkeit der Argenda wurde so in Frage gestellt.
    Die nicht Betroffenen haben den „Aha-Effekt“, denn natürlich war klar, diese SPD kann nicht wirtschaften.
    Da wird der Wählerstamm schnell dünn und dünner.
    Das die Medien die Sache umdrehen und den SPD-Verlust bei der Wahl auf die Reformen ansich zurückführen ist ein sicheres Zeichen dafür, daß die alte SPD Führung es nach Schröder nicht verstanden hat ihre Position klar zu machen. Die neue Mitte wurde aufgegeben (verraten?) und der Versuch die Generationenungerechtigkeit zu mildern wurde schlicht umgekehrt. So dumm muss man erstmal sein. Das Steinmeier trotzdem weiter wursten darf ist ein Hohn. Der Mann hat weder Politiksinn noch Durchsetzungsvermögen.
    .
    Die FDP muss dagegen erst zeigen, ob sie Schäuble und Zensurulla bremsen können. Die FDP muss auch zeigen, ob sie die Medienkonzerne in den Griff bekommt. Die Wirtschaftskompetenz in Form von Finanzminister Solm wird die Ergebnisse zukünftiger wahlen jedenfalls überschaubar machen. Man denke nur an Waigel als Kohls Watschenmann fürs grobe.
    Aber wer weiss vielleicht darf Solms auch mal die Kavallerie ausreiten lassen.
    .
    Die Bankenkrise ansich ist noch lange nicht vorbei. Die Millairden aus der Staatskasse sind versickert, ohne Kontrolle oder öffendliche Diskussion. Die HSH zeigt gerade hervorragend wie eine Landesbank die Eigner ruinieren kann. Norddeutschland wird über Jahre vielleicht Jahrzente handlungsunfähig. Die WestLB muss bis nach der Landtagswahl warten, aber besser wird es da kaum aussehen. LBBW und Bayrische Landesbank (mit einer möglichen Durchhaftung für die HRE) sind da auch keine Lichtblicke.
    Leider findet sich keine/r der/die mal mit der Faust auf den Tisch haut und die Banken in einer Holding zusammenzieht. Statt dessen werden Risiken wieder maximiert, in der Hoffnung das Desaster vielleicht mit Gewinnen ausgleichen zu können.
    Das Erwachen ist absehbar und das Ergebniss auch.
    Opel mit der Magnaübernahme ist auch so eine schiefe Geschichte. Die Amis sind aus einem erheblichen Teil der Hafung raus, ein Sozialplan angesicht der maroden Finanzen von Magna nicht zu erwarten und eine erfolgreiche Sanierung zumindest fraglich.
    Mindestlöhne haben einen Sinn. Der Sinn ist aber nur dann auch umsetzbar, wenn es nicht attraktiver ist die Arbeit einzustellen oder omplett zu verlagern. Die Schere zwischen Mindestlohn und Fremdarbeit darf nicht zu groß werden.
    Zu guter letzt der Irrsinn des antizyklischen Staates. Beim Aufschwung konsolidieren und beim Abschwung die Konjunkturtäler füllen, das klingt gut ist aber nur ein sicherer Weg in die Überschuldung.
    Die Summen die in der Wirtschaft bewegt werden (bei der FTD wurde nur für den Derivatemarkt eine Summe 800.000 Milliarden Dollar angegeben) sind weit ausserhalb von allem, was Politik leisten kann. Die konzertierte Aktion aller Industriestaaten hat ja noch nicht einmal gereicht um die 4000 Mrd. Dollar Abschreibungsbedarf der Banken abzufangen.
    Da stehen dann unsere Polis da und „garantieren“ für unsere Spareinlagen, was ich daran beachtenswert fand war die Dreistigkeit.
    Kohl hat den Arbeitnehmeranteil am BIP immer weiter heruntergefahren. Die verbesserte Gewinnsituation hat Deutschland zum Exportweltmeister gemacht und damit zu einem Problem für seine Handelspartner. Wer leiht sich beim Händler seines Vertrauens schon sein ehemals eigenes Geld um die nächste Ware kaufen zu können. Ein System dieser Art kann keine langfristige Perspektive haben.
    ZU all diesem Schlamassel muss der Michel jetzt auch noch den militärischen Affen raushängen lassen. Kaum zu glauben, aber wir machen uns selbst durch diese Repressionspolitik zu Zielscheiben der diversen „Gegner“. Denn eins ist ja auch mal klar, Al Kaida, Taliban, Warlords, Piraten und Waffenhändler bedrohen nicht unsere Staatswesen.
    Die Politiker mit ihren vollkommen überzogenen Reaktionen und ausufernden Aufrüstungsmaßnahmen (auch für die eigenen Sicherheitsapperate) aber sehr wohl.
    Es fällt mir schwer daran zu glauben, daß diese neue Regierung eine Chance hat die Probleme zu lösen.
    Schliesslich rüsten die Amerikaner seit 25 Jahren wie Wahnsinnige auf (ohne je einen Gegner gehabt zu haben) und werden so zum Bermuda-Dreieck aller Weltfinanzen. Die Anzahl der Rentner läßt sich nicht wegdiskutieren. Die Gelder für die „Bankenrettung“ sind weg.
    Es riecht alles sehr nach einem weiteren (der Euro ist ja auch schon alt) Währungsschnitt oder einer Inflation die sich gewaschen hat.
    .
    Aus dieser Sicht gebe ich ihnen Recht Don Alfonso, auch diese Regierung hat nicht die Köpfe um die Probleme pragmatisch (pragmatisch: 1) auf Tatsachen beruhend. 2) auf die Praxis bezogen. 3) dem Nutzen dienend) anzugehen.

  126. Don, ich weiß das Hobby zu...
    Don, ich weiß das Hobby zu schätzen. Und in einem haben Sie sicherlich recht: Nur Beharrlichkeit bekämpft Bequemlichkeit.
    .
    Don, danke für die „Freiheitsstatue von morgen“!

  127. Wehrter Don,
    An Euer " Alter"...

    Wehrter Don,
    An Euer “ Alter“ kann und will ich, bei den netten Unternehmungen nicht glauben.
    In meinem Alter ist die primäre Frage ob ich schon….. vergessen Sie das.
    In Eurem Artikel vermisse ich die Herrausforderung und den Trotz, es allen
    zu schreiben und der Gesellschaft dieser “ Leser“ den Spiegel vorzuhalten.
    Last nicht nach!
    Herzlichst P.

  128. Wenn ich aufschauend von den...
    Wenn ich aufschauend von den Härten des Wirtschaftslebens, die schon den biblischen Laban umtrieben, die Bundesregierungen der letzten zwanzig Jahre rekapituliere, dann muß ich sagen, daß keine von ihnen mir das Leben in irgendeiner Form leichter gemacht hätte. Das betrifft sowohl die Firma als auch das private Leben. Deshalb erwarte ich auch von der neuen Regierung nichts und sie wird mich mutmaßlich in dieser Beziehung nicht enttäuschen. Wirklich bedenklich ist die Abkopplung mittlerweile schon quantitativ erheblicher Bevölkerungsgruppen von der sozialen und kulturellen Entwicklung. Sozialhilfeempfänger in der dritten Generation, Immigrantenenkel, die schlechter gebildet und schlechter integriert sind als ihre Väter und Großväter, das ist der wirkliche soziale Sprengstoff. Ein Dutzend Milliardäre sind weniger gesellschaftsgefährdend als No-Go-Areas und Parallelgesellschaften, in die kein Licht mehr fällt. Dort erodiert die gesellschaftliche Basis. Und es ist in der Tat die große Gefahr, daß sich eine Kluft zwischen Favelas und den ummauerten Schutzgebieten der Reichen auftut. Das scheint in der Politik allerdings kaum jemanden zu interessieren. Lieber wird noch ein Steuerkomplizierungsgesetzchen erfunden. Passenderweise fand ich gestern im „Gil Blas“ diese Sätze:
    „ Der Herr Manuel Ordonnez ist ein Mann von tiefer Frömmigkeit. Man sagt, schon seit seiner frühesten Jugend habe er nur das Wohl der Armen im Auge. Und seine Hingebung ist nicht ohne Lohn geblieben; alles gedeiht ihm. Durch seine Fürsorge für die Armen ist er reich geworden.“
    So geht es natürlich auch.

  129. Die Stützen der Gesellschaft,...
    Die Stützen der Gesellschaft, die in diesem Blog mitdiskutieren, sind sich überwiegend einig: jetzt geht die Welt unter. Jetzt kommt eine dunkle Macht, die diese bislang so zukunftsfrohe Gesellschaft zerstört, wenn jetzt der merkel-westerwellerische Neoliberalismus uns den kapitalistischen Polizeistaat beschert während Alkohol und Vandalismus unsere Großstädte unbewohnbar machen. Hilfe ist nicht in Sicht, denn auch in den anderen Parteien abseits der Tigerente findet sich kein Messias. Selbst verharrt man im Lamento und genießt die Früchte des redlichen Bürgerlebens. Ich warte jetzt auf einen Beitrag, der uns hilft, uns stilvoll auf den nun ja unausweichlichen Untergang vorzubereiten. Sicherlich erforderlich dazu sind:
    – geerbtes Stadtpalais nebst antiquarischer Einrichtung,
    – handgenähte Maßschuhe und Anzüge, (für Frauen reicht ein Gebrauchtdirndl),
    – Uhren aus untergegangnen Manufakturen,
    – jede Menge Silberkannen,
    – ein englischer Gebrauchtwagen aus den fünfziger Jahren,
    – gutes Essen nebst Getränken aus dem seit Jahrhunderten gepflegten Weinkeller.

  130. @Ephemeride: Bezüglich der...
    @Ephemeride: Bezüglich der Wurzeln der FDP: Mit Verlaub, das ist inzwischen über 50 Jahre her. Irgendwelcher Dreck am Stecken findet sich in der Vergangenheit jeder Partei (Gazprom, RAF, Populismus, Stasi, Spendenaffären, etc. etc.), da kann man nur für sich abwägen was man am wenigsten schlimm findet.
    @Don Alphonso: Mir brauchen Sie bestimmt nichts über Leistungsdruck oder Überstunden zu erzählen, die kenne ich aus eigener Anschauuung.
    Ich wollte mit meiner Anmerkung ja auch keine Globallösung propagieren, sondern auf einen der vielen Aspekte hinweisen. Leistungsfetischismus ist das andere Extrem, aber gleich von totalitär zu sprechen halte ich persönlich dann doch für arg überzogen.
    Ich denke übrigens, dass den Leuten in Neustadt an der Orla mit Arbeitsplätzen besser geholfen ist als mit einem Grundeinkommen. Aber wenn man sieht, dass z.B. traditionsreiche Unternehmer wie Villeroy und Boch angesichts der Ankündigungen der Linken überlegen nach Luxemburg zu fliehen, sollte im Saarland eine Landesregierung mit der Linken zustande kommen frage ich mich ob das Verteufeln und in-die-Flucht-schlagen der Ach-so-bösen Arbeitgeber die richtige Strategie ist.
    Es lohnt sich übrigens auch mal ein Blick in die Berliner Bezirke, auf die hier verwiesen wird. Von brasilianischen Favelas kann man da zum Glück wirklich noch nicht sprechen. Und die Grünen (Achtung jetzt kommt wieder ganz böse Polemik), die im Bezirk Friedrichshain die Mehrheit der Sitze stellen wollen doch keine bösen Polizisten auf die friedlichen Linksautonomen hetzen, die ja nur den bösen Reichen zeigen wo der Hammer hängt. Geschieht den Bonzen doch nur Recht, dass ihre SUV-Schleudern angezündet werden… (sorry aber das musste mal raus).
    @Holly: Ich sehe ja viele Dinge genauso wie Sie – ich muss aber zugeben, dass für mich persönlich diese ganzen Banken/Wirtschafts-verflechtungsgeschichten schon fast nicht mehr zu verstehen sind. Wie aus Ihrem Beitrag hervorgeht ist diese Problematik auch globaler Natur, von daher denke ich dass da die Regierung eines einzelnen Landes nur begrenzt etwas ausrichten kann, egal ob sie nun schwarz-gelb, schwarz-rot oder rot-rot-grün ist.
    Inflation fände ich übrigens gut, dann wären auch meine ganzen Schulden aus der Studienzeit auf einmal weg und ich müsste mein Auto nicht zu Ende abbezahlen… Jetzt muss ich meinen Mann nur noch davon überzeugen, dass schön eingefasste Diamanten eine bessere Altersvorsorge sind als Riestern…

  131. @ elbsegler : googlen Sie...
    @ elbsegler : googlen Sie bitte einmal „kindergangs liverpool“ und schauen sie dann bei „videos“ auf die ergebnisse. das sind 3 Teile und die 28min. von ihrem leben die gut angelegt sind (meine meinung).
    .
    im übrigen denke ich, daß wir wirklich unsere hausaufgaben machen müssen um eine chance zu haben, für jeden in deutschland ein lebenswertes leben zu ermöglichen.

  132. @unellen: Sie haben recht. Das...
    @unellen: Sie haben recht. Das ist sogar schon 60 Jährchen her, dass die deutschen Liberalen aus der braunen Ursuppe an Land krochen. Und der Ausflug in diese ferne Vergangenheit ist mir auch nur aus der Tastatur geschlüpft, weil es hier plötzlich so nach ‚Kommen Sie mir nicht mit der Neonazi-Keule‘ roch (von denen hier nirgendwo geschrieben stand). Aber wer dieses Thema auf das Tapez bringt, sollte sich dann auch den Fakten stellen, und sie nicht – weil ungelegen – als Modderkisten-Randnotiz zur Seite wischen. Denn man stelle sich einmal vor: Die Liberalen und andere werden noch im Jahr 2009 auf die SED-Vergangenheit der PDS hinweisen! Na gut, ist ja nur zwanzig Jahre her. Aber ab wann – bitteschön – soll denn ein historischer Gesamtbezug verfallen beziehungsweise wer definiert, was wann wirklich vergangen ist?

  133. Re; Villeroy& Boch - es...
    Re; Villeroy& Boch – es koennte sich lohnen „von Papen Villeroy“ zu googlen.
    Und was das Thema Luxemburg und Villeroy betrifft, koennte ich diesen Link empfehlen http://www.lessentiel.lu/rechercher/story/18118592

  134. @elbsegler: Lol, danke für...
    @elbsegler: Lol, danke für diesen Kommentar :-) Sie haben den englischen Trolleyschlächterkoffer noch vergessen ;-)
    @Don: Mit Verlaub: auch wenn Ihr Beiträge sehr schätze – ich weiß nicht inwieweit sich jemand der in der Woche bis mittags schlafen kann, in der Lage ist sich ein realistisches Bild vom Leistungsdruck im Arbeitsleben zu machen. Ist wirklich nicht böse gemeint. Mich erinnert das was Elbsegler schreibt nur an das, was mir meine Mutter über die 68er erzählt hat: aus ihrer Perspektive (ich gebe hier übrigens nur wieder, ich teile diese Meinung nicht) waren das meist reiche Ärztekinder, die die armen Arbeiter befreien wollten. Meine Mutter wollte sich aber gar nicht befreien lassen ;-)
    @Ephemeride: Wie ich schon schrieb, muss das jeder für sich selbst wissen. Ich persönlich mache das immer daran fest ob die Verantwortlichen noch lebendig und in der Partei tätig sind. Sprich: die braune Suppe aus den frühen FDP-Tagen ist längst unter der Erde (gut, Möllemann noch nicht so lange), während in der Linken immer noch Leute aktiv sind, die damals ihre Mitbürger an die Stasi verpfiffen haben.

  135. Wie wäre es, sich einmal...
    Wie wäre es, sich einmal Gedanken darüber zu machen, dass sich Armut und „Abgehängtsein“ nicht durch mehr Umverteilung kompensieren lassen, sondern dass gerade im Gegenteil mehr Umverteilung zu mehr Armut führt, da sie langfristig die Anreize zerstört, der Armut zu entfliehen? Und noch etwas wird hier allzuoft unausgesprochen vorausgesetzt: Dass Abgehängtsein gleichbedeutend ist mit materieller Armut. Es ist aber ein viel komplexeres Phänomen und lässt sich nach allen Erfahrungen nicht durch mehr Geld für die Unterschichten kompensieren. Und auch nicht durch Zwangsnivellierung der Bildung. Denn nach dieser Logik müsste die ideale Umverteilung letztlich so laufen, dass der materielle Abstand zwischen „Reichen“ und „Armen“ nicht nur ausgeglichen, sondern vielmehr überkompensiert würde. Denn sonst würde sich am Tag eins nach der großen Umverteilung ärgerlicherweise herausstellen, dass es — o Schande — schon wieder welche gibt, die fleißiger und tüchtiger sind als andere und mehr Reichtum anhäufen als diese. It’s the economy, stupid! Ihr armen Sozialisten, ihr tut mir leid. Eure gerechte Welt ist wie die Karotte, die dem Esel am Stock vor dem Maul hängt.

  136. unellen: danke....
    unellen: danke.

  137. "ich weiß nicht inwieweit...
    „ich weiß nicht inwieweit sich jemand der in der Woche bis mittags schlafen kann, in der Lage ist sich ein realistisches Bild vom Leistungsdruck im Arbeitsleben zu machen.“ – nun, ich war in Neustadt an der Orla. In Vockerode. Im ehemaligen Industriegebiet von Wittenberg, und in ziemlich vielen eher wenig begehrten Wohnlagen Berlins. Und tatsächlich habe ich auch vor meiner Zeit bei der FAZ gearbeitet, und dass ich bis Mittag schlafe, kommt auch nicht oft vor. Abstrus ist es meines Erachtens zu sagen, das menschen, die sozial nicht benachteiligt sind, sich keine Gedanken über soziale Benachteiligung machen sollten. Wie das endete, wenn ein paar clevere Bürgersöhne dazu kamen, sah man übrigens 1917 in Russland.
    .
    Und darf ich, wenn der Name Möllemann schon fällt, auf die diversen Einlassungen mit Blick auf rechtslastige Wählerschichten eines damals auf gleicher Linie fahrenden gewissen Herrn Westerwelle von 2002 verweisen, der, wie allgemein aus Berlin berichtet wird, noch auf diesem Erdenrund wandelt, angefangen beim Zentralrat, der sich bei Möllemann entschuldigen sollte, bis zum Ende der HartzIV-Leistungen? Sind 7 Jahre da genug?

  138. Werter Don Alphonso,
    mich...

    Werter Don Alphonso,
    mich interessiert Ihre Bewertung der FDP aus det Zeit der Sozialliberalen Koalition 1969 bis 1982 !
    Die hatte ja die gleichen Wurzeln, ja damals sogar noch das Personal bestehend aus Ritterkreurträgern etc !
    Verdammen Sie diese FDP genauso??

  139. Freelancer, seien Sie doch so...
    Freelancer, seien Sie doch so nett und versuchen Sie es entweder mit Argumenten – wobei mir jetzt auf die Schnelle kaum einer einfällt, der sagt, Neustadt an der Orla sei in der aktuellen Lage prima und 20% Arbeitslosigkeit mit masenhaft Abwanderung sei superangenehm, danke HartzIV. Ich fand das damals übrigens sehr aufschlussreich, da diskutierten auf der Strasse zwei Mitfünfzigerinnen – keine Chance, irgendwo Arbeit zu bekommen, und schon gar nicht dort – wie lange Lebensmittel aus dem Supermarkt, die man fast verfallen kaufte, im Kühlschrank halten. Und das nicht gerade begeistert. Kennen Sie sowas? Waren Sie schon mal dort?
    .
    Oder Sie kommen mit platten Sprüchen über den Sozialismus. Darauf habe ich offen gesagt keine Lust, das hier ist nicht das SPON-Forum. Hier geht es aber nicht um Sozialismus – das ist eine politische Überzeugung – sondern einfach um den Staat, der in seinem Grundgesetz stehen hat, dass aus Besitz Verantwortung erwächst. Da gibt es inzwischen ein paar Entwicklungen, die dieser Intention klar entgegen laufen. Sozialismus wäre nicht nur die Zerschlagung von Banken, um sie nicht weiter als Risiko im System zu haben, sondern ihre Verstaatlichung. Sozialismus wäre eben nicht das Zulassen von Klassen, sondern deren Ablösung durch Gleichheit. Das muss und kann es in meinen Augen nicht sein. Aber darauf zu schauen, dass die Entwicklung der Gesellschaft, die hoffentlich eine gute ist, alle daran teilhaben lässt und nicht ganze Regionen oder Schichten hintenüber kippen lässt, ist das, was die Verfassung dieses Staates durchaus im Auge hatte.

  140. @ Elbsegler & unellen: Ein...
    @ Elbsegler & unellen: Ein Manufactum-Katalog für notwendige Neuanschaffungen und heimliche Konsumfreuden dürfte die Grundausstattung abrunden.

  141. @Don: "Abstrus ist es meines...
    @Don: „Abstrus ist es meines Erachtens zu sagen, das menschen, die sozial nicht benachteiligt sind, sich keine Gedanken über soziale Benachteiligung machen sollten.“
    Lieber Don, das habe ich ja auch gar nicht gesagt, auch nicht gemeint und noch nicht mal gedacht. Aber man sollte den „sozial Benachteiligten“ auch nicht ihr eigenes Urteil absprechen oder sie mit fröhlich lächelnden Soldaten aus dem WWI vergleichen wie es einige Kommentatoren hier gemacht haben.
    Die jüngere braune-Soßen-Geschichte in der FDP ist mir auch zu genüge bekannt. Finde ich auch nicht gut. Kann man als Ergänzung auf meine kurze „Dreck-am-Stecken“- Liste setzen.
    @freelancer: Danke ebenfalls :-)

  142. @Holly01
    Danke für den Tip,...

    @Holly01
    Danke für den Tip, aber ich werde mir diese Videos nicht ansehen. es besteht begründeter verdacht, dass es noch viel grausamere Taten gibt, als jene, die mir diese Videos versprechen. In Guinea läßt ein Pistolero in Militäruniform gerade mal wieder die Bevölkerung zusammenschießen. Darum geht es nicht.
    Ich schätze die Figur, die der Don in diesem Blog gibt. Es ist witzig und oft auch geistreich, wie er den letzten Mohikaner der besseren Gesellschaft spielt. Nur diese Politjammerei ist hier teilweise schwer erträglich. Ausgerechnet jetzt der Tigerente zu unterstellen, den Untergang der Titanic vorzubereiten, ist Stammtischniveau. Da hilft es auch nichts, wenn es sich um einen Piecrust-Table handelt. Nach Schröders Basta-Jahren und der Pattkoalition im Anschluss bleibt nur die Hoffnung, dass jetzt vielleicht doch noch mal eine Regierung die Kraft aufbringt, diesen Staat zu reformieren. Gesundheits-, Renten-, Steuersysteme entschlacken, Bürokratie abbauen und die soziale Marktwirtschaft stärken ist eine Herkulesaufgabe, die in einer Legislaturperiode gar nicht zu schaffen ist. Wenn wir mal davon absehen, dass uns Winni, das Hexchen (kennt die noch jemand?) ippe-die-pippe-die-pau doch noch eine neue Parteienlandschaft mit neuen tollen Politikern herbeizaubert, werden wir wohl mit dem zurechtkommen müssen, was derzeit im Angebot ist. Die Tigerente muss spüren, dass jetzt Taten verlangt werden und dass sie auch Unterstützung findet, sonst kommt der Erzengel Gabriel über uns und dann geht es ab in den sozialistischen Wohlfahrtsstaat á la Lafontaine. Und dann gute Nacht. Für diesen Fall sollte man sich rechtzeitig ein paar stabile Überseekoffer zulegen. Vielleicht hat der Don ein paar Adressen, die sowas auf Lager haben.
    @unellen
    Danke für die Bemerkung, die mir zeigt, dass nicht alle Blogleser in diese merkwürdige suizidale Grundstimmung verfallen sind, die hier so manchem Beitrag anhaftet.

  143. @Don: Danke! Ich schätze...
    @Don: Danke! Ich schätze einmal, auch die Kommentatoren der etwas fixeren Sorte sind wahrscheinlich so weit weg nicht mit ihren Standpunkten und Vorstellungen, wie sie vielleicht glauben. Es geht hier, meines Glaubens, nämlich tatsächlich nicht um dieses ewige Links-Rechts-Lager-Vorwurfsblabla, welches man in allen Talk-Shows (! man beachte die entlarvende Zweitsilbe) bis zur Unverdaulichkeit serviert bekommt.

  144. Das ist sozusagend, das...
    Das ist sozusagend, das „Lafontaine-wohnt-ja-auch-in-einer-Villa“-Argument, nur umgedreht. Denn „Neiddebatte“ zieht hier ja nicht mehr so, wenn offenkundig kein Grund zum Neid besteht. Weil Lafonaine mit seiner Familie in einem etwas größeren Haus wohnt, und nicht in einer versifften Kellerwohnung haust, oder weil Wagenknecht auch mal am Hummer geknabbert hat, statt sich mit Burgern vollzustopfen, sollen diese politisch unglaubwürdig und diskreditiert sein, und ihre Klientel, ganz klar, nur hinters Licht führen. Und andersherum muss der, mit dem das Schicksal es gnädig meinte, Eigenleistung hin, Erbschaft her, sich natürlich mit den anderen Villenbewohnern und ihren stereotypen Ansichten verbünden, denn nur dies geziemt ihm, alles andere wäre ja Verrat an der eigenen Klasse. Man hat ja gewöhnlich auch nur Freunde aus der eigenen sozialen Schicht, die Armen betrachtet man nur mal angeekelt im Fernsehen, und kann sich niemals nicht vorstellen, so zu leben. Das sind doch die, wegen denen man Alarmanlage und Stacheldraht braucht – Bewohner einer fremden, exotischen Welt. Auf dem Golfplatz, in der Oper trifft man diese Leute nie – denn primitiv, wie sie nun einmal sind, frewuentieren sie diese Orte einfach nicht. So springt einem dann das „Die sind doch selber schuld“ auch umso leichter von der Zunge, entlastet es doch auch, höchst angenehm, von der eigenen Verantwortung.

  145. elbsegler, wenn ich etwas zu...
    elbsegler, wenn ich etwas zu „bejammern“ habe, dann sind das solche Schlagwortsalven und Verniedlichungen. Bleiben wir doch bitte bei dem, was ansteht: Eine Koalition zwischen einer konservativen und einer reichlich wirtschaftsfreundlichen Klientelpartei. Es gäbe Schlimmeres, keine Frage, aber man weiss, wozu diese Parteien angetreten sind, und dass man den Einnahmeausfall durch die Erbschaftssteuer andernorts wieder wird kompensieren müssen, entweder durch Schulden oder durch Einschnitte, ist doch keine Frage. Wie auch nicht der Umstand, dass die FDP gar keinen Hehl daraus macht, dass ihr die Begünstigung von Menschen wie mir am Herzen liegt. Ich bin der Meinung – und das ist bittschön auch kein Gejammer – dass mir mit einem Staat, der nicht zugunsten einiger weniger verändert wird, mehr gedient ist. Ich will in Deutschland keine Studiengebühren , weil die nachweislich Ärmere vom Studieren abhält. Insofern wünsche ich mir schon etwas mehr Respekt vor der Meinung anderer Kommentatoren.
    .
    Don Ferrando, damals gab es in meiner Heimatstadt nicht weit von meinen Eltern eine ältere Dame im Coco-Chanel-Look, die andere Damen eingeladen hat und Franz-Josef Strauss degoutant empfand. Das ist die FDP, die ich damals kannte. Heute bin ich noch immer kein Freund von FJS, muss aber sagen, dass er zu seiner zeit extrem hellsichtig war, was die FDP heute angeht. Damals war die FDP noch eher ein Sammelbecken für Leute, die zwar zu wenig Arbeiter waren, um SPD zu wählen, aber auch nicht spiessig genug, um CSU zu wählen.

  146. "Aber darauf zu schauen, dass...
    „Aber darauf zu schauen, dass die Entwicklung der Gesellschaft, die hoffentlich eine gute ist, alle daran teilhaben lässt und nicht ganze Regionen oder Schichten hintenüber kippen lässt, ist das, was die Verfassung dieses Staates durchaus im Auge hatte.“
    D´accord, Werter Don! Nun hege ich die zarte Hoffnung, dass aus dem jetzigen Parteienspektrum die Tigerente noch am ehesten in der Lage ist, genau diesen Faden wiederaufzunehmen.

  147. Don, Sie bringen es auf den...
    Don, Sie bringen es auf den Punkt „…sondern einfach um den Staat, der in seinem Grundgesetz stehen hat, dass aus Besitz Verantwortung erwächst. Da gibt es inzwischen ein paar Entwicklungen, die dieser Intention klar entgegen laufen.“
    .
    Ergo sind Sozialismus und Liberalismus eigentlich die falschen Begriffe. Und Gedanken. Sie bleiben vordergründig. Weiter bringt uns nur eine Debatte um Werte! Denn wenn die Achtung von Werten ohne Relativierung in das Allgemeinwohl des Denkens und Handelns übergehen, negieren sich auch viele der angesprochenen Probleme. Allerdings setzt die Umsetzung die nötige Beharrlichkeit voraus, dass Unbequeme ständig zu verteidigen und weiterzugeben. Wobei wir dann klassenlos wieder von vorne beginnen können, dass dies dem Gros der Bevölkerung über alle Schichten zu anstrengend ist.

  148. Bitte sehen Sie mir die späte...
    Bitte sehen Sie mir die späte Antwort nach, ich war verhindert und nicht ganz zurechnungsfähig.
    Don Alphonso, wenn Sie in die Schweiz aufbrechen wollen, dann kündigen Sie das bitte an. Vielleicht werde ich auch nach Zürich stossen. Die Stadt ist ja immer einen Besuch wert (ich bin definitiv am 19./20. Oktober in der Stadt, Helfgott spielt in der Tonhalle). Zumal ein Besuch nun wieder besonders lohnenswert ist. der Schober hat wieder geöffnet und das Zitronentörtli dort ist wirklich ausgezeichnet.
    B.A.H., weswegen sollte jemand dann Steuerflucht betreiben, wenn nicht wegen der Zinsen auf die Kapitalerträge (also Zinsen und Dividenden)? Deutschland kennt (im Gegensatz zur Schweiz) keine Vermögenssteuer.
    Geld floss in die Schweiz nicht in erster Linie der Steuerhinterziehung wegen, vielmehr aus der zweimaligen Erfahrung der völligen Entwertung der eigenen Währung. Wer in den 20er Jahren in eine Lebensversicherung in Franken investierte, der Stand nach dem Krieg wieder gut da. Der Franken ist seit jeher eine äusserst harte Währung. Bei der DM war das in den ersten 2, 3 Jahrzehnten schlicht noch nicht absehbar.
    Im Übrigen darf ich Sie enttäuschen: es gibt auch in der Schweiz kaum noch Nummernkonti. Und selbst bei diesen Nummernkonti wissen ein paar wenige Leute den Inhaber des Kontos. Auch können Sie kein anonymes Konto eröffnen, die OECD hat der Schweiz ein vorbildliches Zeugnis bei der Geldwäschereibekämpfung ausgezeichnet (ganz im Gegensatz zu England).
    Die 300 Mio. betreffen auch das Gesamtaufkommen an die EU, also nicht nur Deutschland. Natürlich ist dürfte nur der geringste Teil in normalen Zinsprodukten angelegt sein; dennoch: Obligationen mit einem Zinscoupon sowie Dividenden unterliegen der Verrechnungssteuer (CH 35%, D 25%). Kapitalgewinne auf Aktien sind in der Schweiz steuerfrei, in Deutschland nach einem Jahr.
    Mit Verlaub, aber die Mär vom Steuerparadies und der ewigen Steuerhinterziehung ist einfach unhaltbar.
    Hiddensee, was hat nicht funktioniert? Fragen Sie mal bei einem Bezieher einer normalen Betriebsrente nach. Die funktioniert genau nach diesem System und mit ist kein Fall bekannt, wo irgendein Staat für die Verpflichtungen einer Betriebsrente gerade stehen musste (also, in der Schweiz gibt es schon den Fall bei der SBB – allerdings ist das ein Staatsunternehmen).
    In diesem Zusammenhang gleich zu Holger, ich gehe grundsätzlich davon aus, dass der Staat die Altersversorgung der Menschen steuerfrei lässt und auch die Zinsen. Die Inflationsbereinigung habe ich auch bewusst ausgeschlossen. Weil das ein Nullsummenspiel ist. Realistisch erhöht sich meine (obiges Beispiel) die Sparzahlung ebenfalls um den Inflationssatz und die zukünftigen Entnahmen entsprechen –dann preisbereinigt- eben dem aktuellen Wert.
    Aber, wenn Sie die Rechnung durchführen wollen. 36.000 Euro brutto (anfänglich, jährlich 2% steigend), 4% Verzinsung, dann ergeben sich nach 45 Jahren daraus ca. 1.5 Mio Euro. Macht allein 5.000 Euro Zinsen im Monat. Das muss nun natürlich auch noch preisbereinigt werden.
    Ich dürfte damit massiv besser sein als die staatliche Rentenversicherung. Zumal hier eine sehr konservative Anlageform unterstellt wird. Langjährig haben Aktien eine Durchschnittsrendite von 12%. Natürlich macht es wenig Sinn (schon aus Diversifikationssicht), seine gesamte Altersversorgung allein auf Aktien aufzubauen. Allerdings ist diese o.a. Rendite von 12% eine des langjährigen Mittels. Also mit Höhen und Tiefen.
    Besucher, erlauben Sie mir den Zweifel an Ihrem Wohnsitz in der Schweiz. Jedenfalls dürften Ihre aktuellen Ausführungen nicht in der Schweiz geschrieben sein. Den Buchstaben „ß“ gibt es schon nicht mehr auf jeder deutschen Tatstatur, in der Schweiz ist er definitiv auf keiner Tatstatur anzutreffen.
    Eine Marktstellung ist durchaus mit einer Machtposition verbunden. Ich stimme Ihnen bei Ihren Ausführungen zu dem Markt an sich (als Tauschmedium) vollkommen zu, dennoch. Dennoch ist ein Markt selten ein Akt vollkommener Freiwilligkeit noch von vollkommener Informationsgleichheit. Das Modell des homo oeconomicus wird in den Wirtschaftswissenschaften (wir müssen das als Juristen auch hören) seit gut 3 Jahrzehnten hinterfragt. Ein Informationsvorsprung stellt tatsächlich eine gewisse Macht dar. Nun können Sie sich selbst die Frage beantworten, ob Sie entweder vor mehr als 3 Jahrzehnten in diesen Vorlesungen sassen oder vielleicht doch etwas zu intensiv staatsgläubige Keynisaner studiert haben und dem Professor vorn nicht zugehört haben.
    Ich empfehle da aus staatsphilosophischer Sicht die Gespräche über Macht und den Zugang zu Machthabern von Schmitt (auch wenn es von Schmitt ist oder gerade weil es von ihm kommt).
    Don Alphonso, nun, der ein oder andere Pharmakonzern mag ein Problem mit seiner Geschichte haben. Das dürfte aber kein alleiniges Problem von CH-Grosskonzernen sein. Zumal unternehmerische Tätigkeit immer mit gewissen Unsicherheiten und dem Machen von Fehlern verbunden ist.
    Nun ja, wir bewegen uns eigentlich in Deutschland und die Klassiker des „Neoliberalismus“ Eucken und Böhm dürften eben ihren „Neoliberalismus“ als eine Spielart der sozialen Marktwirtschaft verstanden haben. Aber auch in der dieser Form der Marktwirtschaft geht das Wohl des Unternehmens vor dem Wohle der Arbeitnehmerschaft. Dürfte auch nachvollziehbar sein, denn ein allzu soziales Unternehmen wird nicht allzu lange soziale Wohltaten austeilen können. Es ist natürlich die Frage, ob Sie diesen „Ausbeutungskapitalismus“ nun irgendwo in Deutschland wiederfinden können. Ich kann ihn, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nirgendwo finden (und dann zumeist im Bereich der Niedrigstqualifikation). Auch in Thatchers England finde ich ihn nicht.
    Genau darauf zielen aber die Programmpunkte der Linken nicht ab. Ziel der Linken ist es möglichst viele Leute in staatliche Abhängigkeit zu drängen. Arbeitsplätze werden (und nun einmal ganz unabhängig zu welchen Bedingungen) von Unternehmen geschaffen. Damit diese aber Arbeitsplätze schaffen können, brauchen Sie einen gewissen Spielraum (in steuerlicher, arbeitsrechtlicher und auch produktionstechnischer Sicht). Ich kann da letztlich nur eine Unterhaltung mit einem bodenständigen Mittelständler empfehlen.

  149. @ unellen,
    wo sie essen und...

    @ unellen,
    wo sie essen und wie lang Ihre Haare sind, interessiert mich gelinde gesagt wenig, denn ich möchte das Forum nicht langweilen, indem ich Ihnen mein ungefärbtes Straßenköterblond beschreibe oder mein heute ganz vorzügliches Mittagsmahl, dafür aber etwas spät antworten.
    Wenn Sie nun wenig Zeit von der Haarpflege und dem Verzehr von Speisen abknapsen und für einen kurzen Rückblick auf ihre eigene (und auch meine) Familiengeschichte verschwenden könnten:
    In den 50er und 60er Jahren, als unsere Unterschichts-Eltern noch zu den, wenn auch kleinen Gewinnern der deutschen Wirtschaftswunderwelt gehörten, waren es insbesondere die Frauen, die zwar weniger Teilhabe am Arbeitsleben hatten, aber trotzdem mit nicht unerheblichen Ehrgeiz Anteil am Aufstiegswillen und den Chancen ihrer Kinder.
    Das kenne ich aus der eigenen Familiengeschichte, geprägt von Krieg und der Armut der Elterngeneration erwarteten sie für ihre Kinder eine bessere Zukunft und waren bereit, das in den Nachwuchs auf jede erdenkliche Weise einzuhämmern.
    Nun war das damals auch noch einfacher, waren doch die Schüler in den zwar damals schon durchaus überfüllten Klassen in der Schule nur einsprachig und zumindest ein anwachsen der Mittelschicht politisch gewollt.
    Bis hierher werden wir wahrscheinlich d’accord sein.
    Nun zur Differenz:
    Inzwischen haben sich aber die Zeiten geändert. Und auch das, was Jugendlichen und deren Eltern heute im Alltag vermittelt wird, hat sich bedeutend geändert.
    Nicht zuletzt durch 16 bleierne Jahre und dann durch die hübschen DDR2.0-Gesetze (von einem gewissen vorbestraften Herrn Hartz für die Nachfolger-Regierung gebastelt):
    Und diese Politik verhindert heute genau diese Förderung von Bildung und Aufstiegsbewußtsein, die früher so kommod war.
    In Großbuchstaben steht da nämlich: wir brauchen euch nicht mehr, schert euch weg!
    Eine Freundin von mir nannte diese durchaus mit faschistoiden Merkmalen aufgebrezelten Erlasse „Rassengesetze für Arbeitslose zur Entsparung der Mittelschicht“.
    Ganz und gar nicht d’accord gehe ich mit der von Ihnen aus den üblichen Kampfblättern zusammengeklaubten Propaganda zur „Unterschicht“.
    Auch hier hilft ein Blick auf die Realität:
    http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2009/report2009-05.pdf
    Die sogenannten Hartzvierler sind zum großen Teil nicht faule Säcke unfähig ihr eigenes Glück zu schmieden, sondern im herbei gewünschten und gemachten Niedriglöhnsektor beschäftigt (zu dem u.a. Weiterbildung oder die Ausbildung und Betreuung von Behinderten zählt), oder nicht beschäftigt. Im Volksmund heißt das Drehtüreffekt im Soziologendeutsch wird von inkonstanter Beschäftigung (oder ähnlichen Euphemismen) geschwurbelt.
    Drei Viertel der Niedriglöhner von heute haben eine Ausbildung, etwa 8 % davon sind Akademiker.
    Aber das erfährt man weder in den Gated Communities der besseren Kreise, noch im Haus Waldesruh am Tegernsee, solange man sich von dort nicht auch mal in die Brunnenstraße oder auf die Sonnenallee in Berlin traut.
    Und ehrlich gesagt, in mir reift der Verdacht, dass man das dort gar nicht mehr zu erfahren braucht, weil man es nämlich längst weiß. Nur man hat halt nix getan und redet sich nun bei einer Tasse Tee um die gesellschaftliche Verantwortung rum und freut sich darüber, wenn man beim Kauf von Semmeln oder Schweinfilet 5 Euro spart.
    Insbesondere fuchst mich daran, dass gerade diese aufgestiegene Generation überhaupt nicht bereit ist, nur ein Jota von dem, was sie selbst erfahren hat, in den Aufstieg bzw. Wohlstand anderer zu investieren. Aber das ist eine andere Baustelle.
    Schönen Nachmittag noch.
    MD

  150. Mit Verlaub, das waren...
    Mit Verlaub, das waren Argumente und ich habe hier bisher noch keine sachliche inhaltliche Auseinandersetzung über die Frage gelesen, welche konkreten Wirkungen die exzessive Gewöhnung an Transferleistungen denn tatsächlich auf die Menschen hat. Ich kenne den Osten gut, und im Gegensatz zu Ihnen glaube ich nicht, dass sich dort für immer alles im Niedergang befinden muss. Dass es Abwanderung aus den Gegenden geben wird, denen derzeit die wirtschaftlichen Strukturen fehlen, ist klar und wird auch den Rest der Republik über kurz oder lang treffen, wenn der demographische Wandel zuschlägt. Aber dennoch sind diese Gegenden mitten in Europa einfach zu attraktiv, um langfristig ungenutzt zu bleiben.
    .
    Im übrigen sehe ich nicht, warum man in einer polemischen Auseinandersetzung nicht auch die Gegenposition so zuspitzen dürfte, wie das ja für manche offenbar genehmere Thesen hier gilt. Aber bitte, es ist Ihr Blog und Ihre Definitionshoheit.

  151. Dipsy, mich für die Benutzung...
    Dipsy, mich für die Benutzung eines SZ in der Schweiz rechtfertigen zu müssen grenzt schon ein wenig an die TV-Sendung, der Sie Ihren Nom de Guerre entliehen haben, also sehen Sie es mir nach, wenn ich Ihnen die Möglichkeit der Mitnahme eines urchig deutschen Laptops vorenthalte :-))
    Dass der homo oeconomicus nicht mehr sakrosant ist in der herrschenden deutschen Lehrmeinung, und um die ging es, erst seit wenigen Wochen zu vernehmen.
    Ganz schlimm finde ich allerdings Ihren Verweis auf den immer noch unbestrittenen Fußnotenkönig deutscher Jus-Literatur. Bevor ich mir nun ernsthaft Hitlers Kronjuristen und die graue Eminenz bundesdeutscher Rechtschreibung zur Brust nehme, widme mich meine knappe Lesezeit viel lieber, der Nähe zum Grundgesetz zuliebe, Ernst Blochs „Naturrecht und Menschenwürde“.

  152. Maci und andere -

    Durch...
    Maci und andere –
    Durch weitere Steuersenkungen für die, die bereits viel haben, ungern abgeben, und deshalb FDP wählen, ist der sozialen Marktwirtschaft inwiefern gedient?
    Bei aller Liebe, ich mühe mich ehrlich ab, den Gedankengang zu begreifen, lande aber immer nur bei „trickle-down-economics“ und den Chicago Boys, nicht bei Eucken und Co. Vielleicht sind es ja genau diese Transferleistungen, die mir das Leben so zufällig wie großzügig gewährte und die die FDP mir ungebeten nun noch aufstocken will; die mich an diesen Nachmittag der ausgiebigen Faulheit geistig etwas unflexibel machen. Helfen Sie mir auf die Sprünge!

  153. @MD: Nur ganz kurz: Ich bin...
    @MD: Nur ganz kurz: Ich bin selber Jahrgang 1982, daher ist Ihre Familiengeschichte nicht meine und ich bin in genau den „bleiernen 16 Jahren“ größtenteils aufgewachsen. Als das mit Hartz-IV, gestiegenen Energiepreisen (bei gleichbleibendem Bafögsatz!) etc. etc. losging war ich mitten im Studium (wo ich übrigens mit ca. 450€ im Monat auskommen musste. Das ist sogar noch weniger als Hartz IV wenn man davon die Miete bezahlen muss. In Berlin Lichtenberg aber dennoch machbar, sogar ohne abgelaufene Lebensmittel kaufen zu müssen).
    Genausowenig habe ich behauptet, dass Hartz-IV-ler alle „faule Säcke“ sind, noch habe ich Ausbeutung im Niedriglohnsektor verteidigt. Was ich geschrieben habe war dass ich bei manchen Leuten Leistungsbereitschaft vermisse, nicht mehr und nicht weniger.
    Von den Haaren und Wurstbuden haben Sie angefangen.

  154. Ich bin nun wirklich kein...
    Ich bin nun wirklich kein Schmitt-Freund, allerdings ist die Reduktion Schmitts auf Hitlers Kronjurist nun wirklich vollkommen verfehlt und geht auch vollkommen an seinem Werk der 20er Jahre und des Nachkriegsdeuschlands vorbei. Schmitt ist übrigens im Grundgesetz auf Schritt und Tritt zu finden.
    Bloch dürfte philosophisch im übrigen auch nicht allzu weit von Schmitt entfernt sein.
    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin gar kein Freund von Schmitt selbst (schon gar nicht des Menschen Schmitt) – ich erlaube mir aber dennoch eine nüchterne Betrachung seines Werkes. Sogar als erklärter Freund Sternberger‘ (oder vielleicht sogar deshalb).

  155. Nun, dass Schmitt im...
    Nun, dass Schmitt im Grundgesetz nicht so weit wie möglich rausgehalten wurde, ist weniger ein Verdienst dieses Mannes als vielmehr eine Belastung mit staatsrechtlichem Sondermüll erster Güte – daran ändert auch seine Tradition im deutschen Staatsrecht nichts.
    Ich würde mir auch wirklich gerne mal erklären lassen, wie eine Abschaffung der Erbschaftssteuer helfen soll, irgendwas in Deutschland sozialer zu machen.

  156. Don Alphonso, selbst als (wie...
    Don Alphonso, selbst als (wie erwähnt) erklärter Freund Sternberger‘ teile ich diese Auffassung gar nicht. Schmitt ist in weiten Teilen seines Werkes alles andere als originell (weder mit Blick auf die deutsche noch auf die europäische Verfassungsgeschichte), noch geistesgeschichtlich einzigartig. Schmitt fühlte sich Zeitlebens als legitimier Nachfolger Hegels. Aus der Perspektive des frühen 20 Jhr. ist sein Werk sogar absolut grundlegend und dürfte für jemanden, der noch gestern die Frage nach dem „sozialen Frieden“ in Deutschland gestellt hat, äusserst aufschlussreich sein.
    Wohlgemerkt unter Ausschluss der Schmiereien aus den Jahren 33-36. Ich will hier keine Werbung für ihn machen, will aber für eine nüchterne Betrachtung seines Werkes werben (Nebenbemerkung: besonders geschätzt und geradezu verschlungen wurde Schmitt nachweislich von einigen Ikonen der 68er).

  157. unellen, "ich weiß...
    unellen, „ich weiß dummerweise wovon ich rede“ ja, braves deutsches Mädchen. Niemand wird eine „Nazi-Keule“ bemühen, ihnen Pünktlichkeit, Fleiß und Arbeitsbereitschaft auszutreiben. Dennoch, dort wo Sie von „Klassikradio“ schreiben, sind ihre Einlassungen noch am ehesten in der Nähe von Diskussionswürdigkeit.

  158. @ elbsegler : Ich hatte ihren...
    @ elbsegler : Ich hatte ihren ersten Beitrag anders gewertet.
    Ich denke schon, daß die Berliner Politiker spüren, welche Chance sie gerade in die Hände bekommen haben. Die letzte Chance auf der Basisi wie sie heute besteht.
    Passiert wieder nichts, ausser Zugewinn für die Lobbyisten und Verluste für die breite Masse werden sich weite Bereiche der Gesellschaft verselbstständigen.
    Das Video zeigt diese Entwicklung am Beispiel Liverpools. Aber in Deutschland gibt es sehr ähnliche Entwicklungen.
    Der Staat ist nur noch für eine immer kleiner werdende Gruppe von Deutschen da. Der Rest ist dem Staat nicht nur egal sondern wird entrechtet in Slums gettoisiert.
    Die Politik muss sich endlich auch diesen Fragen stellen. Die Kohlsche Rolle rückwärts die in sozialabhängiger Bildungschance, einkommenabhängiger Lebenserwartung und intellektueller Rechtsfähigkeit gendet hat kann kaum das letzte Wort sein.
    Vor dem Gesetz sind alle gleich; jeder wird nach Herkunft, Einkommen und Vorwissen behandelt ?
    DAS stört mich am meisten.

  159. Lieber Dipsy, falls Sie ihre...
    Lieber Dipsy, falls Sie ihre Ersparnisse nicht zu Hause unterm Kopfkissen haben (was allerdings Zinslos wäre, insofern unwahrscheinlich) oder höchstselbst an fähige Unternehmer gegeben haben, die sie direkt investiert haben und sich jetzt grade abmühen, sie Ihnen mit Zinsen zurückzuzahlen, dürfte ich Sie vielleicht daran erinnern, das es Ihre Ersparnisse im Grunde nur noch gibt, weil die Staaten massiv Geld in zu groß geratene Hütchenspiel-Häuser geblasen haben.
    Und ich bin mir sicher die amerikanischen Rentner deren Altersvorsorge sich im Laufe des letzten Jahres halbiert hatte waren ebenfalls hoch erfreut und haben sich beruhigt auf die andere Seite gedreht und gedacht: „Wird schon werden. Sterbe ich eben ein paar Jahre früher als geplant, bis dahin wird es schon reichen.“
    Der Punkt, den Sie — und im Grunde alle Verfechter einer Kapitalgedeckten Rente — zu übersehen scheinen, ist ganz schlicht: Die supi-dupi Gewinne (die übrigens auch entsprechende Sachkenntniss vorraussetzen) gibt es im Austausch gegen ein erhöhtes Risiko. Und das witzige ist: Je mehr kapitalgedeckte Rente es gibt, desto höher wird das Gesamtrisiko (s.o. Anlagennotstand).
    Und das soll jetzt ernsthaft das Heilsversprechen für slle Probleme der Altersvorsorge sein? Das scheint — finde ich — zu übersehen, das die meisten Leute extrem risikoavers sind und das die Verlagerung von Risiken auf Individuen automatisch zu abwehrreaktionen eines Großteils der Individuen führt. Wie man ja hier auch durchaus beobachten kann.
    Zu der betrieblichen Rente: Die funktioniert genau so lange, wie die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland die Ausfälle übernehmen können. Aus ihren erwirtschafteten Gewinnen. Die übernehmen da nämlich füreinander die Ausfallgarantie. Dazu: http://www.welt.de/finanzen/article3477792/Finanzkrise-reisst-Loecher-in-Rentenkassen.html und http://www.welt.de/finanzen/article3477792/Finanzkrise-reisst-Loecher-in-Rentenkassen.html
    Und als Abschluss: Ich finde ja noch nicht mal, das man sich nicht über kapitalgedeckte Renten unterhalten könnte. Aber doch bitte nicht auf dem Niveau eines durchschnittlichen Riesterrenten-Versicherungsjubelpersers, der die ganze Zeit nur von den tollen Gewinnen redet und bei dem Verluste grundsätzlich nicht vorkommen.

  160. @ honseot : Wenn Menschen 100%...
    @ honseot : Wenn Menschen 100% ihres Einkommens benötigen um Essen, Trinen und Kleidung zu kaufen, dann ist eine Steuersenkung eine Möglichkeit um Konsum zu schaffen.
    Wer nur 50% seines Einkommens für die Grundversorgung aufbringen muss, der wird den Unterschied kaum merken.
    In der Regel ist die Stützung geringerer Einkommen reine Subventionierung des Groß- und Einzelhandels. Die Masse bringt aber einen merklichen Zuwachs, dieser Zuwachs stützt dann den Händler am Ort. Die „ärmeren“ Stadtteile helfen sich quasi selbst und werden wieder attraktiver für Gewerbe und Handel.
    So in der Art wäre das wohl zu verstehen.

  161. @Don
    .
    "Ich würde mir auch...

    @Don
    .
    „Ich würde mir auch wirklich gerne mal erklären lassen, wie eine Abschaffung der Erbschaftssteuer helfen soll, irgendwas in Deutschland sozialer zu machen.“
    .
    Diese Frage kann ich beantworten: Sozial ist, was Arbeit schafft!
    Und wenn die Erben sich ein großes Hausgesinde halten wollen, dann brauchen sie dafür auch Vermögen.
    .
    Anonsten können Sie sich das Gnadenbrot für ihr 90jähriges Kindermädchen nicht leisten und die Pflegekosten müssen wiedermal der Allgemeinheit aufgebürdert werden.

  162. Der Kapitalismus ist die...
    Der Kapitalismus ist die Vorstufe zum Sozialismus
    @Don Alphonso: „Aber darauf zu schauen, dass die Entwicklung der Gesellschaft, die hoffentlich eine gute ist, alle daran teilhaben lässt und nicht ganze Regionen oder Schichten hintenüber kippen lässt, ist das, was die Verfassung dieses Staates durchaus im Auge hatte.“
    Man sollte nicht die Feigenblattfunktion eben dieser Verfassung übersehen. Papier ist geduldig. Nehmen wir gleich die „Menschenwürde“. Schon lange vor Hartz-IV war diese auf den Sozial- und Arbeitsämtern der persönlichen Auslegung durch die Mitarbeiter dieser Behörden überlassen. Ich weiß wovon ich rede, denn ich bin ein Beschäftigter in diesem Bereich. Mehr darf ich dazu leider nicht sagen. – Dienstrecht!
    Der Grund, dass nicht zu dieser Zeit schon, Arbeitslose in Massen zu ein Euro-Jobs (damals hieß das noch „gemeinnützige Arbeit) verdonnert wurden, war die Lethargie der Mitarbeiter, die es nicht nötig hatten, sich ihre Arbeit mit solchem Stress zu belasten. Wenn es aber getan wurde, dann war das von oben gedeckt. Gesetzeswidrig war es allemal.
    Nun ist es nicht mehr gesetzeswidrig (vielleicht grundgesetzwidrig?), und die Mitarbeiter sind da inzwischen etwas anders motiviert, auch und gerade durch die Auslagerung des Sozialgesetzbuches II (Hartz-IV-Verwaltung) aus den Sozialämtern.
    Ganz klar, wenn der Kapitalismus seine Versprechen halten würde, wäre ein Sozialismus vermutlich nicht erforderlich. Aber das ist ja genau der Punkt: Das Kapital ist die Vorstufe zum Sozialismus, nicht dessen Ersatz. Selbst die Demokratie, die Erfindung des Kapitals, muss vom Sozialismus verteidigt werden, obwohl diese Demokratie dem Sozialismus wesensfremd ist und bleibt. Denn der Sozialismus will die Klassen aufheben (das haben Sie richtig dargestellt) und nicht demokratisch verwalten. Und doch: Ohne Demokratie, ohne Kampf um ein Maximum an Demokratie, kein Sozialismus, das hat schon der alte und vielverleumdete Lenin zu predigen gewusst.
    Parteien, die die Demokratie gefährden, sind daher die Feinde des Sozialismus, und das trifft nun ganz besonders auf jene FDP zu. Um wem diese Formulierung nicht gefällt, weil er meint, dass der Sozialismus ja selber antidemokratisch sei, dem kann ich eigentlich nicht widersprechen, bis auf eine kleine Winzigkeit vielleicht – ich habe sie gerade angedeutet: der Sozialismus ist ohne Demokratie nicht möglich, Kapitalismus aber schon.
    Und das ist nicht eine Spitzfindigkeit, sondern das liegt im Wesen der Sache.
    Die Unterdrückung des Klassenkampfes selber geht nur mit undemokratischen Methoden, und in dem Maße wie das geschieht, wird der Kampf um die Demokratie zur Vorstufe des Sozialismus. Die allgemeine und solchermaßen ökonomische Tendenz des Kapitals zum Sozialismus (jede Krise zeigt das immer wieder aufs Neue) vollzieht sich auf diese Weise im politischen Kampf. Auch der Kampf um die Macht ist ein Kampf um Demokratie, nicht mal unmittelbar um sozialistische Maximalforderungen. Jene werden in diesem Kampf quasi mitgeschleppt, vertreten eigentlich nur von den fortschrittlichsten Elementen.
    Man könnte auch sagen, dass der Sozialismus im Kampf um Demokratie steckt, wie Koffein im Kaffee. Heißt das nun, dass man sich daher die Propaganda für den Sozialismus sparen könnte? Natürlich nicht, denn erstens richtet diese sich an die fortgeschrittensten Kräfte und zweitens wäre koffeinloser Kaffee kein Kampf um den Sozialismus mehr, sondern Sozialdemokratismus, seichte Brühe.

  163. Werter Don,
    ich habe, das...

    Werter Don,
    ich habe, das dürfen Sie mir glauben, durchaus Respekt für die Meinungen anderer. Manchmal reagieren Sie merkwürdig dünnhäutig für jemanden, der in seinen Artikeln andere auch nicht immer mit Samthandschuhen anfasst und dem Schlagwortsalven und Übertreibungen auch nicht fremd sind. Die merkelsche CDU als konservative Partei zu bezeichnen, erscheint mir nach den Erfahrungen mit dieser Partei in den letzten Jahren etwas kühn. Das Thema Erbschaftssteuer taucht plötzlich als Argument auf, ohne das klar wird, worauf sie abzielen. Ich halte die derzeitige Erbschaftssteuerregelung für eine Ausgeburt der Bürokratie, die letzte war verfassungswidrig. Beides ist wohl nicht der Idealzustand. Das Steueraufkommen ist insgesamt niedrig, der Aufwand immens und die Steuer führt zu im Einzelfall abenteuerlichen Ergebnissen nebst aufwendigem Vermeidungsverhalten. Ich bin bedauerlicherweise von dieser Steuer nicht betroffen, dennoch halte ich sie für überflüssig. Wer zu Lebzeiten ordentlich gezahlt hat, braucht nach dem Tode auch nicht mehr blechen. Unser pseudogerechtes Steuersystem bedarf einer dringenden Grunderneuerung. Das jetzige Regelungsdickicht dient nur den gewieften Täuschern und Tarnern, der „Anständige“ zahlt drauf und die „Arbeiterklasse“ sowieso nichts mehr. Außerhalb von CDU und FDP sehe ich bei keiner Partei auch nur ansatzweise die Bereitschaft diesem System ein Ende zu machen. Ob die Kraft bei beiden wirklich vorhanden ist, werden wir sehen. Es war diese konservative CDU zusammen mit dieser „braunen“ FDP, die in den fünfziger und sechziger Jahren die Rahmenbedingungen für den Sozialstaat geschaffen haben. Die Zeiten haben sich geändert, die berüchtigte Globalisierung hat die Handlungsspielräume nationaler Regierungen sicher nicht vergrößert. Der Wettbewerb unter den Industriestaaten hat zugenommen. Viele Probleme sind administrativ gar nicht lösbar. Die Vorstellung, „Vater Staat“ könne alles richten, wenn er nur wollte, sind doch wohl durch die Wirklichkeit der letzten Jahrzehnte ausreichend widerlegt worden. Allerdings ist offensichtlich auch der Glaube an die Kräfte des Marktes, die es schon richten werden, ein Irrglaube. Natürlich müssen solche Exzesse der Finanzwirtschaft, wie wir sie jetzt ausbaden müssen, zukünftig unterbunden werden. Es ist beunruhigend zu sehen, dass die Täter bereits wieder Oberwasser haben und kräftig alles zu hintertreiben versuchen, was sie beim nächsten Coup behindern könnte. Doch auch auf diesem Feld haben doch nicht allein CDU und FDP in der Vergangenheit einiges versäumt. Es war schon die rot-grüne Schrödertruppe, die versagt hat. Kurz, mir wird nicht klar, wie es Ihrer Meinung politisch denn weitergehen sollte. Glauben Sie, mit rot-rot-grün wären wir aus dem Schneider (gesetzt, es gäbe dafür eine Mehrheit)?

  164. Honseot, ob und was ich...
    Honseot, ob und was ich wähle, sei mal dahingestellt. Und unabhängig von der FDP; es gibt genug Ansätze, die sinnvoll wären, das Steuersystem zu vereinfachen, zu entschlacken und zu entbürokratisieren. Nehmen Sie die Freistellung des Existenzminimums, ebenso für Kinder, die Progression, die vielen normalen Mitarbeitern den Bonus für gute Leistung, hier nicht zu verwechseln mit dem Bänkerbonus, und eine Gehaltserhöhung bis zur Unkenntlichkeit schmälern. Fragen Sie mal unellen.
    .
    Die Besteuerung von Unternehmenssubstanz anstelle des Gewinns entbehrt jeder Sinnhaftigkeit. Dies ließe sich fortsetzen. Eine staatliche Umverteilung führt nicht zu sozialem Frieden. Zufriedenheit ist nicht käuflich! Vielleicht kommen wir irgendwann einmal dahin, wenn wir BSP und Wachstum nicht als alleinige Größen akzeptieren.
    .
    Um die Gerechtigkeit wieder herzustellen, sollten wir erst einmal wieder eine Mittelschicht erlauben, die Hände Arbeit würdigen und entlohnen und das kleine und mittelständische Gewerbe fördern. Dort entsteht der soziale Friede über Arbeitgeber, die persönliche und langfristige Arbeitsverhältnisse pflegen und deren Gedanken über Generationen und nicht über Quartale reichen.
    .
    Soweit mein Gedächtnis mich trägt, hing die letzte rot-grüne Koalition wohl eher am Rockzipfel der Quartale und konnte mit dem Klein- und Mittelstand enttäuschender Weise recht wenig anfangen.
    .
    Don, eine komplette Abschaffung der Erbschaftssteuer kann es sicherlich nicht sein. Allerdings ist die derzeitige Form der Unternehmensnachfolge diskussionswürdig und zum Teil höchst schädlich für einige Unternehmen.

  165. Selbst die vermeintliche...
    Selbst die vermeintliche „römische Pinie“ im Foto entpuppte sich, nachdem ich die Brille aufsetzte, nur als banaler Sonnenschirm, zusammengefaltet mangels bayrischen Sonnenscheins. Die Sonne ist weg.
    So ist es halt auch mit der Politik: Aus dem Wahlballon hat man die Luft herausgelassen, und er wird zusammengefaltet und weg gepackt.
    Temps perdu.

  166. elbsegler, nach meiner...
    elbsegler, nach meiner Erfahrung – und die meine ich inzwischen durchaus zu haben – fangen Blogdiskussionen ab Kommentar 100, 12o an, Züge zu bekommen, die schnell dann eskalieren können. Bevor nun jemand, weil er nicht als „Jammerer“ dastehen will, nun alle FDP-Wähler als verkommene Subjekte verunglimpft, deren Abstimmungsverhalten kein Grund zum Jammern, sondern eher zur Einrichting von Enteignungsbüros wäre, möchte ich einfach darauf hinweisen, dass es mie gefallen würde, eine über 100 Kommentare gut gelaufene Diskussion nicht als Gejamer abzutun, dann hat man auch bei Kommentar 200 noch allgemein Spass daran. Und nochmal, jeder ist herzlich eingeladen zu erklären, was an den Steueränderungen, die die FDP vorschlägt, weise sein soll, wenn man sie nicht anderweitig refinanzieren kann. Noch dazu bei den üppigen Freibeträgen, die es gibt.

  167. Ach so, elbsegler, und von...
    Ach so, elbsegler, und von wegen, das CDU und FDP diesen Sozialstaat geschaffen hätten: Das empfinde ich als erstaunliche Verkürzung der Geschichte. Da gab es nebenbei nämlich auch noch eine Reihe von Streiks und anderen Bemühungen der Arbeitnehmer, etwas zu ändern, neben einem Arbeitskräftemangel und einem Systemkonflikt, der die Parteien zwang, das System anzupassen – meist widerwillig und mit Beschwörung des Unterganges der Abendlandes. Die Parteien haben damals gemacht, was sie machen mussten, um am Drücker zu bleiben, incl. diverser Dinge, die man in jenen Jahren leicht vergisst. Diese Parteien waren ein Faktor – und ganz sicher nicht darjenige, der allen und jedem gut getan hätte. Oder will wirklich wer zurück in die 50er Jahre?

  168. Der eigentliche Irrtum sowohl...
    Der eigentliche Irrtum sowohl der Marktliberalen wie auch der Marxisten besteht in der Verabsolutierung des Materiellen. Auch die „Sozialisten“ wissen nicht, was das Soziale überhaupt ist.
    .
    Ja, selbst der Don: Ich stelle ihn mir zwar als einen angenehmen, geistreichen „Gesellschafter“ vor, um den sich die Salonveranstalter früher gerissen hätten — aber er selbst liebt nicht die Gesellschaft, sondern immer nur Gegenstände, Gegenstände, Gegenstände…
    .
    Produktivität ist ein Mythos, ein goldenes Hamsterlaufrad, das uns Versklavt. Als ob wir nicht längst im Überfluß leben würden. Relativ gilt das auch für die Unterschicht. In Kalorien-, Energieverbrauch und Wohnraumnutzung gemessen leben auch Arbeitslose heute beser als festangestellte Arbeiter um 1960.
    .
    Das Problem ist, daß wir allesamt verhaltensgestört sind und der materielle Reichtum die Frage, welchen Sinn unser Leben für uns haben soll, eben nicht beantwoten kann.
    .
    Der bürgerliche Produktivitätswahn wirkt hier verheerend. Wer zur Produktion materieller Güter nichts beitragen kann, wird ohne Umschweife als nutzlos erklärt. Künftige Generationen werden unsdafür genauso kopfschüttelnd betrachten wie wir heute schon die alphabetischen Bergbauern des vorletzten Jahrhunderts, die nur körperliche Arbeit als solche anerkannten und darum den Dorflehrer für einen Parasiten hielten…

  169. Das Erbschaftssteueraufkommen...
    Das Erbschaftssteueraufkommen ist ca, 4 Milliarden.
    Das ist doch ganz schnell refinanziert, wenn man z.B. sich die Unterstützungsmaßnahmen für das Pleiteunternehmen Opel spart.
    Oder die aus alten Blut und Boden Ideologien resultierenden Subventionen des Reichsnährstandes, äh unserer Landwirte.
    Oder die unsinnige Kohlesubventionierung; lezteres hülfe sogar der Umwelt.

  170. Hansmeier555, nun, ich sage...
    Hansmeier555, nun, ich sage nicht, ich wüsste, was das „Soziale“ ist – aber in meinen Kreisen muss ich nicht weit schauen, um das Asoziale zu sehen. Ich vermute mal, wenn man das Asoziale vermeidet, ist man schon mal auf einem guten Weg.
    .
    dunnhaupt, die Mitarbeiter von der LBBW, der Deutschen Bank, Gruner*Jahr und viele andere werden das sicher auch bald erkennen. Ist jemand überrascht?

  171. Also wenn das keine...
    Also wenn das keine Verkürzung oder gar Verdrehung ist: Sozialisten (vor Godesberg) und Gewerkschaften haben gegen den erbitterten Widerstand von CDU/FDP den Sozialstaat geschaffen!
    Also ich bitte Sie werter Don Alphonso. Sie machen es sich dann doch manchmal zu einfach in Ihren Antworten!

  172. Dipsy, was Schmitt angeht:...
    Dipsy, was Schmitt angeht: jemand, der Dinge wie „Der Führer schützt das Recht vor dem schlimmsten Missbrauch, wenn er im Augenblick der Gefahr kraft seines Führertums als oberster Gerichtsherr unmittelbar Recht schafft“ verbrochen hat, von dem möchte ich gar nichts mehr hören, nicht mal mehr in der Wüste, wie eine Wasserflasche aufgeht. Man kann diesen Mann und seinen Beitrag zum Verbrecherregime nicht ohne diesen sehen. Leute wie er sind der Geburtsfehler der Bundesrepublik, da hat man 1945 leider die Chance verpasst, diese Tradition auszuschalten. Und es kann doch keiner sagen, man hätte die BRD nicht bauen können, wenn Schmitt und seine Spiesskumpane 1945 den Russen in die Hände gefallen wären.
    .
    Holly01, da ist ein kleiner Irrtum zu verzeichnen: Die Reichen merken das sehr wohl – am Zuwachs des aufgesparten Vermögens. Die Ärmeren werden dagegen überrascht feststellen, dass eine höhere Mehrwertsteuer auf allen Konsum (und da wäre ich übrigens nicht überrascht, wenn man auch in sachen Buchbesteuerung etwas tun würde) das mehr Netto vom brutto am Ende wieder genauso hässlich aussieht,

  173. Don Ferrando, das steht an...
    Don Ferrando, das steht an keiner Stelle. Aber es ist doch offensichtlich, dass soziale Veränderungen nur kommen, wenn sie erstritten werden. Schliesslich waren es in den 50er und 60er Jahren ganz sicher nicht CDU und FDP, die etwas für die Einführung der 5-Tage-Woche und der 45 Stunden gekämpft haben – oder habe ich da etwas übersehen?

  174. Sozial ist der Kampf der...
    Sozial ist der Kampf der Klasse um die Abschaffung der Klassen
    @HansMeier555: Nun als Sozialist sage ich, sozial ist der Kampf einer Klasse um die Abschaffung aller Klassen (das hört sich doch schon mal ganz anders an als: sozial ist was Arbeit schafft, mal abgesehen davon, dass darin ein leeres Versprechen enthalten ist).
    Aber da das nicht das „Soziale“ ist, wovon Sie vermutlich reden, ich denke, Sie reden von Verteilungsgerechtigkeit, müsste ich als Sozialist in Ihrem Sinne passen.
    Verteilungsgerechtigkeit gibt es nicht (Eigentum an Produktionsmitteln – Ausbeutung von Lohnarbeit ist bereits eine unauslöschbare Ungerechtigkeit innerhalb eines solchen Systems, das auf Verteilungsgerechtigkeit geeicht werden soll), aber selbst wenn es sie gäbe, wäre sie unsozial, da sie der Abschaffung der Klassen, welche diese Frage überhaupt erst evident werden lassen, im Wege stünde.
    Der „gerechte Lohn für ein gerechtes Tagewerk“ ist eine gewerkschaftliche Forderung, eine solche, die noch nicht auf dem Niveau steht, dass sie die Lohnarbeit abschaffen möchte.

  175. @unellen. Nicht ärgern...
    @unellen. Nicht ärgern lassen. Ich sehe die ganze Angelegenheit ähnlich wie sie. Ich stamme zwar aus einem Akademikerelternhaus, allerdings bedeutete das zu DDR-Zeiten in der Regel, dass es jedem Handwerker materiell besser ging, als uns. Alles was sie hatten, war eine vernünftige Ausbildung und den Willen aus Nichts etwas zu machen, was sich nach der Wende auszahlte. Und deshalb haben sie bei ihren Kindern auch auf Bildung, Fleiß, etc. geachtet. Und ebenso wie sie bin ich bis in mein Studium hinein der festen Überzeugug gewesen, dass jeder der es will, den Aufstieg in gewissen Grenzen auch schaffen kann. Spätestens seit einem Praktikum bei der Polizei und später bei der Ausbildungszeit bei der Staatsanwaltschaft wurde mir allerdings klar, dass ich tatsächlich Glück mit meinen Eltern gehabt habe. Was machen Sie mit einem 15jährigen, der zum xten male wegen Ladendienstahls verhaftet wurde und seit der 5. Klasse nicht mehr in der Schule gewesen ist, ohne das es seine Eltern oder sonst wen interessiert hätte? Oder mit einem 17jährigen, der schon einmal im Gefängnis gewesen war und erneut eine schwere Körperverletzung begangen hat – um wieder ins Gefängnis zu kommen, weil es dort regelmäßiges Essen gab. Ich muss nicht erwähnen, dass von seinen Eltern niemand zur Verhandlung erschienen war…Das sind zugegeben drastische Fälle; aber es gibt genügend Eltern, denen 12 € Jahresbeitrag für den Bibliotheksbesuch ihrerer Kinder zu teuer sind oder die meinen, 35 € Beitrag für den Sportverein wären zu teuer, dafür aber einen SUV fahren (und die 35 € vermutlich brauchen, um die Leasingrate zusammenzukratzen). Kindern aus solchen Verhältnissen haben es einfach viel schwerer.
    Und auf der anderen Seite gibt es natürlich die sog. Sozialhilfedynastien (jetzt meinetwegen Hartz4) und sonstige Personen, die schlicht und ergreifend keine Lust haben, irgend eine vernünftige Leistung zu erbringen, das zu bestreiten wäre ebenso albern.
    Verbesserungsvorschläge? Sozialismus? Nein Danke. Ich hatte den real existierenden Sozialismus 12 Jahre lang, das brauche ich wirklich nicht noch einmal. Gleichmacherei à la Gesamtschule oder Abi für alle? Unfug. das führt nur zu einer Abstimmung mit den Füßen in andere Bundesländer oder Flucht in Privatschulen. Eine vernünftige Bildungspolitik wäre eher ein Ansatz (kleine Klassen, bezahlbares oder kostenloses Schulessen, Lehrmittelfreiheit etc.). Aber das kostet Geld und das haben wir gerade HRE und diversen anderen Deppen in den Rachen geworfen. Und wenn die FDP jetzt auch noch die Steuern senken will, wird wohl noch weniger übrig bleiben.

  176. Devin08, wenn ich Ihre Artikel...
    Devin08, wenn ich Ihre Artikel so lese, dann frage ich mich: was wollen Sie eigentlich? Obwohl ich ja einige Ihrer Erkenntnisse für reine Hirngespinste halte (wir unterhielten uns ja bereits darüber), mögen einige andere ja durchaus reell sein. Aber was erwarten Sie sich eigentlich von der Welt oder so einem Staat? Was wäre denn Ihre Lösung? Ich befürchte jetzt schon, daß es sich um Träumereien und Utopien bar jeglichem Realismus handelt. Im Prinzip genau von dem Schlag, den wir dauernd in den Medien präsentiert bekommen. Das hat mit der Realität leider auch nicht das Geringste zu tun.
    .
    Vermutlich ist das aber auch wieder sehr menschlich, denn man fragt seine Angebetete ja auch nicht gleich „Maus‘ ma?“, sondern schenkt erstmal Blumen und so…

  177. @Don
    .
    Meine Aussage über Sie...

    @Don
    .
    Meine Aussage über Sie betrifft natürlich nur Ihren Avatar.
    .
    Das Asoziale zu vermeiden ist gut, aber es reicht nicht. Es ist wirklich nötig, auch „positiv zu denken“.
    .
    Daß der Produktivitätswahn eine Spur der mentalen Verwüstung durch die Gesellschaft zieht, ist ja für jedermann unübersehbar. Die Frage ist aber, was wir an seine Stelle setzen können und welchen Zeitvertreib wir auch unabhängig von Produktivitätskriterien als „sinnvoll“ anerkennen können.
    .
    Die Frage ist durchaus, wie man Kindern und Jugendlichen, die noch beinnflußbar sind, die Schönheit des Lebens vor Augen führen kann. Warum sollte man nicht auch Hauptschülern mal zeigen, wie gutes Tafelsilber aussieht und wie man es putzt oder was gute Möbel von Billigware unterscheidet? Warum sollte man den 12 bis 14jährigen nicht (im Rahmen der Schulpflicht) in die klassische Tanzstunde schicken, wo manche von ihnen möglicherweise die Erfahrung machen werden, daß gutes Benehmen sogar Spaß machen kann?
    .
    Das alles müsste ja gar nicht viel kosten.

  178. Es ist gut und richtig, wenn...
    Es ist gut und richtig, wenn Sie polarisieren und Ihre Meinung deutlich sagen. Einverstanden. Herr Alphons.
    Aber Sie sollten so ernsthaft sein und auch Leistungen derer anerkennen, die Sie so sehr verachten!

  179. @ Don Alfonso : Wenn der...
    @ Don Alfonso : Wenn der Zuwachs an Guthaben messbar von der nächsten Steuersenkung abhängt, haben wir aber wirklich lausige Zeiten vor uns.
    .
    Wenn ich mir anschaue wie die Merkel den gordonschen Knoten des Gesundheitswesens zerschlug, dann wird mir jetzt schon ganz mulmig bei der Frage wie die Steuerreform aussehen wird. Wahrscheinlich zahlen alle erstmal 100% Steuern und können dann am Jahresende eine Rückerstattung bekommen, wenn die diversen Kriterien erfüllt werden. und natürlich nur wenn die Politiker beim ausgeben noch Mittel übersehen haben, die man zurückerstatten kann.

  180. @Devin08
    Die Abschaffung der...

    @Devin08
    Die Abschaffung der Klassen ist ja schön und gut — und was kommt dann? Nehmen wir mal an, jedem könnte ein festes Einkommen garantiert werden — was würden wir dann mit unserem Leben anfangen? Diese Frage zielt auch darauf, was wir mit unseren Mitmenschen anfangen.
    Eigentlich brauchen wir sie dann ja gar nicht mehr, wir könnten den REst des Lebens mit der Bierflasche vorm Fernseher (oder dem PC-Bildschirm) verbringen.

  181. Lieber Don Alphonso,

    ich kann...
    Lieber Don Alphonso,
    ich kann den wahren Grund Ihres Weltschmerzes nachvollziehen. Glauben Sie mir! Die Abfolge der beiden Bilder „Reutberg“ und „Gmund“ verraten alles und bietem dem Kenner und Intimus hiesiger Lebenskultur tiefe Einblicke in Ihre Seele und die Erkenntnis, was Ihnen in diesem Jahr mehr fehlt als die beruhigende Bräsigkeit der alten Koalition: Sie vermissen den allabendlichen Blick über das Tegernseer Tal von der Terasse des Gutes Kaltenbrunn, den uns investitionshungrige Emporkömmlinge raubten. Das sind die Themen, die uns wirklich bewegen, auch wenn der Rest der Republik das vielleicht gar nicht verstehen will.
    Verbindlichst
    Ihr
    Mike Bo. Dekker

  182. Lieber Mike Bo. Dekker -...
    Lieber Mike Bo. Dekker –
    .
    ich muss bei diesem Thema an mich halten, sonst sage ich über Tote einiges, was nicht gut ist. Sonst fange ich an, kein Bedauern zu empfinden, sondern etwas anderes.
    .
    Wir vestehen. Und wissen. Aber wenn die Finanzkrise nur dazu führt, dass es wieder so wird, wie es war, weil für anderes kein Geld da ist – dann hat sie sich schon rentiert.

  183. HansMeier555: "Eigentlich...
    HansMeier555: „Eigentlich brauchen wir sie dann ja gar nicht mehr, wir könnten den REst des Lebens mit der Bierflasche vorm Fernseher (oder dem PC-Bildschirm) verbringen.“ Das tun wir doch alle. Fast alle, denn einer muss ab+zu mal raus und neue Themen apportieren. Das ist der Don, danken wirs ihm mit 1 kräftigen Schluck!

  184. @ HansMeier555
    .
    "Warum sollte...

    @ HansMeier555
    .
    „Warum sollte man nicht auch Hauptschülern mal zeigen, wie gutes Tafelsilber aussieht und wie man es putzt oder was gute Möbel von Billigware unterscheidet?“
    .
    Weil man denen erklären muß, wie sie a) später von HartzIV sich vernünftig ernähren können (leider kein Witz) und b) ihnen nebenbei noch möglichst soviel Wissen jenseits dessen angedeihen lassen muß, das sie wenigstens den Hauch einer Chance auf einen späteren Beruf haben. Ich würde jetzt auch gerne sagen, das das eine zynische Überspitzung ist, aber das ist das was ich von Hauptschullehrern höre, wenn aus der Schule erzählen.
    .
    Wie das allerdings funktionieren soll, wenn 5-10% im weiteren Leben schlicht nicht an der Gesellschaft teilnehmen, ist mir nicht klar. Unabhängig von persönlich Leistungs- oder Nichtleistungsbereitschaft, scheint es mir so, als würde ein immer größerer Teil einfach rausfliegen aus der Gesellschaft. Und das ist ein Problem, unabhängig von sämtlichen Fragen wer da jetzt Schuld hat.

  185. @Don Alphonso
    Ich kann mir...

    @Don Alphonso
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass 500 – 1000 Euro Studiengebühren Jemanden vom Studium abhalten würden – wenn er wirklich will. Die Initiative soviel Geld aufzubringen, ist meiner Meinung nach eine Vorraussetzung dafür, sich für ein Studium zu qualifizieren. Wenn etwas nichts kostet, wird der Wert nicht anerkannt – anders gesagt: ‘There is no free lunch’.

  186. Leute, worüber parliert ihr...
    Leute, worüber parliert ihr denn? Die „Krise“ steht uns noch bevor, da wird mehr
    wackeln als ein paar systemrelevante Banken und Konzerne.
    Das ganze System, Planet, steht vor dem Kollaps, noch nicht begriffen?

  187. Werter Don Alphonso !

    Ein...
    Werter Don Alphonso !
    Ein paar Worte zur Erbschaftsteuer, Sie fragten danach :
    Wie Don Ferrando erwähnte, ist der Anteil der Erbschafts- und Schenkungssteuer mit 4 Mrd. verschwindend gering, gemessen an den gesamten Steuereinnahmen 2008 i.H. von 239 Mrd, = keine 2 %.
    Diese Steuern müssen erhoben werden, es entsteht Verwaltungsaufwand (auf Seiten des Staates), die ErbSteuer-Finanzämter sind – wie der Rest der Finanzverwaltung (zumindest in Bayern)- chronisch unterbesetzt.
    Diese Leute der Verwaltung wären in den normalen Finanzämtern besser aufgehoben (Stichwort : Steuergerechtigkeit).
    Es ist daher fraglich, ob unterm Strich überhaupt ein nennenswerter Ertrag für den Fiskus/die Länder übrigbleibt.
    Auf Seite der Erben/Beschenkten entsteht mittlerweile zwangsläufig (bei Übergang von nennenswertem Grundvermögen) Kosten für Gutachter und Berater.
    Die Steuer bemisst sich nach dem Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Erwerbs, ein Aktienpaket (z.B.) hatte Mitte 2008 einen ganz anderen Wert als derzeit, die Steuer wird nach dem Wert 2008 erhoben.
    Der -steuerfreie- Übergang von Betriebsvermögen ist durch Klauseln erschwert (Lohnsumme etc.).
    Die Erbsteuer trifft nur einen kleinen Teil der Bevölkerung, stellt sich die Frage der Steuergerechtigkeit.
    Fazit : Geringe Einnahmen, hohe Erhebungskosten, ungerecht da Minderheitensteuer = Beschwichtigunsmittel für Ahnungslose
    Gegenmittel : Verteilung des Übergangs, Verlagerung von Vermögen in Nachbarländer
    Aber Hauptsache, die „Salonbolschewisten“ haben das Gefühl, den „Reichen“ werde Geld abgeknöpft.
    Herzlichst, Ihr
    Desillusionierter

  188. @ Karl : Wenn in einer...
    @ Karl : Wenn in einer Grundschulklasse 30 Kinder sitzen, ist das bei dem Geburtenrückgang zumindest erstaunlich. Aber die Gemeinden schliessen Schulen, weil der Bedarf in vielen Jahren nicht mehr da sein wird und die Lehrerstellen bereits jetzt gekürzt werden.
    Wenn von diesen 30 Kindern nur 10 der deutschen Sprache entsprechend ihrem Alter mächtig sind, ist das eher erschreckend. Die restlichen 20 sind aus Elternhäusern, in denen kein deutsch gesprochen wird oder zumindest nur extrem wenig.
    Die Lehrer kämpfen nicht nur damit, daß die Kinder oft keinerlei Ausstattung zur Schule mitbringen (ja keine Tornister, kein Schreibzeug, keine Hefte), sondern auch damit, daß kulturelle Welten aufeinander prallen, die sich in vielen Ansichten und Verhaltensweisen gegenseitig ausschliessen und Unterricht, wie man ihn sich landläufig vorstellt unmöglich machen.
    Quelle: eine Lehrerin aus NRW
    .
    In Deutschland leben ca 4 Millionen Analphabeten. Dazu kommen noch einmal 8 Millionen Menschen die nur sehr geringe Schreib-, Lesekenntnisse haben.
    Der Typus Mensch der seinen Kindern sagt : „lies mal etwas, das ist wichtig“ und gleichzeitig nur TV schaut und als intellektuelle Großtat die tägliche Lektüre eines Springer Erzeugnises vorweisen kann ist leider genauso häufig wie die TV-Parodie dazu.
    .
    Wer heute jammert, weil morgen Ingenieure fehlen, der darf nicht jede Menge Potential tatenlos verkommen lassen.
    Unsere Polis tun das aber genauso, wie weite Teile der Wirtschaft. Der Tot des zweiten Bildungsweges war ein Fehler.
    .
    @ Devin08 : Im Übrigen habe ich vor dem Sozialismus keine Angst. Menschen sind unterschiedlich. Wenn heute alle 100 Euro haben, dann haben morgen schon einige 300 Euro und andere garnichts und übermorgen verleihen die ersten Geld. War immer so, wird immer so sein, so lange es Menschen gibt.
    Gleichmacherei übersieht Beziehungen/Seilschaften, persönliches Geschick und Ehrgeiz. Faktoren die sich nicht anpaßen lassen und in jedem System zum tragen kommen. Die DDR hat ihre Führung ja auch nicht per Losentscheid bekommen.

  189. Werter Don,
    es ist immer...

    Werter Don,
    es ist immer wieder eine Freude Ihrem Blog zu folgen.
    Alles Gute und weiter so!
    Freundliche Grüße aus den Niederlanden

  190. @Desillusionierter
    Das...

    @Desillusionierter
    Das Argument Verwaltungsaufwand akzeptiere ich nicht. Wenn die Erbschaftssteuer einfach wäre, wäre auch der Verwaltungsaufwand einfach. Ich bin in dem Alter in dem man erbt, spreche also aus direkter Erfahrung. Warum zahlt man nicht einfach X Prozent ohne Freibetrag? Das ist einfach nachzuvollziehen, einzuplanen (Geschlechterfolge im Betrieb) und einzuziehen. Seehofers Geschichte mit dem Häuschen der Oma ist absoluter Kitsch. Im äußersten Fall, kriegt irgendeine Bank ein Stückchen von Omas Häuschen als Hypothek. Warum aber soll Oma weniger Erbschaftssteuer zahlen als ihr Enkel, der noch nicht einmal ein Haus hat und sich in absehbarer Zeit auch gar nicht leisten kann?

  191. @Desillusionierter p.s.
    Bevor...

    @Desillusionierter p.s.
    Bevor mich jemand missversteht, mein Flat-rate Steuervorschlag wäre für mich persönlich von Nachteil, aber meiner Meinung nach für die Gesellschaft generell besser.

  192. gerade bin ich mit meinem...
    gerade bin ich mit meinem schatz von einer neuntägigen urlaubsreise durch das sonnige wunderschöne südliche bayernland mit den vielen seen und bergen zurück ins heimatliche verregnete ostdeutschland gekommen. wir fragen uns warum hier soviel links gewählt wurde und dort im süden soviel schwarz. will der osten denn nicht auch neue nullenergievillen mit herrlichem blumenschmuck und coole große autos mit neuester energiespartechnik?

  193. Werte Dame im Dirndl !
    Sollten...

    Werte Dame im Dirndl !
    Sollten Sie nicht auf dem bekannten Fest in München sein ?
    Oder haben Sie Vertreterinnen geschickt…
    Zum Thema :
    1. Deutschland ist das Land der steuerlichen Einzefallgerechtigkeit !!
    2. Auch ihr Vorschlag „X Prozent ohne Freibetrag“ krankt an der unmittelbar Folgenden Frage : X Prozent von was ??
    Das ist ja die Krux, die Ermittlung des Wertes, die letztendlich -zumindest bei werthaltigen Immobilien- meistens auf ein Gutachten zur Wertermittlung hinausläuft, schon wegen 1.
    3. Versuchen Sie mal, als über 60jährige bei einer Bank ein Darlehen zu bekommen (ohne den Sonderfall eines mit diesem Darlehen zu eröffnenden Aktiendepot). Sie werden Wunder erleben.
    Was ist denn Ihre o.g. direkte Erfahrung mit der Erbschaftsteuer ?
    Freundlichst,
    Desillusionierter

  194. @Desillusionierter
    Sie wollen...

    @Desillusionierter
    Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, dass man eine Immobilie nicht bewerten kann. Ich habe da eine besonders aparte Variante: Respektables Baumhaus auf einem großen Grundstück in bester nahe-Frankfurt Villenlage, zur Zeit Landschaftsschutzgebiet, aber leicht anfechtbar.
    Damit habe ich Ihre wichtigsten Fragen beantwortet (ohne meine Miterben exponiert zu haben).

  195. Zitat Don: „Die, die früher...
    Zitat Don: „Die, die früher am ehesten die Kader geworden wären, sind heute das Kanonenfutter der neoliberalen Marktverfassung. Und zugleich oft genug deren Propheten.“
    .
    Wundervolle Wortwahl !
    .
    Die heutigen meilensammelnden Global-Trolley-Benchmark-Würmer sind die speichelleckenden Büttel jedes Systems. Sie wären gute Mittelmass-Nazis geworden und hätten im Kommunismus wahrscheinlich auch bequem in jedem Politbüro eine „Halb-Karriere“ gemacht.
    Hier und jetzt haben sie die zweifelhafte Chance als dämliche Wirtschaftssklaven aufzutreten, sich Inflationstitel zu verpassen und auf Befehl langweilige Produkte andauernd neu zu erfinden…um schliesslich mitsamt Ihrer grenzenlos-behinderten Corporate Identity wegrationalisiert zu werden….ich kann mir nicht helfen, so richtig leid tun einem Neolibs am Ende ihres gescheiterten Job-Films dann auch nicht.

  196. Ein wunderbarer Text.

    Es ist...
    Ein wunderbarer Text.
    Es ist alles gesagt; und so bleibt nur noch der Verweis auf ein arabisches Sprichwort: „Jeder ist mit seinem Verstand zufrieden, mit seinem Geld aber nicht.“

  197. Moin Don,

    mal wieder ein sehr...
    Moin Don,
    mal wieder ein sehr gelungener Beitrag des Meisters aller Klassen ;-)
    Habe nach der Wahl in einer Affekthandlung sofort die SPD Mitgliedschaft beantragt um das Ruder rum zu reißen.Mal sehen ob das Gewicht meinerseits ausreicht um die Abgänge auszugleichen :-)
    Hoffe doch das die Sozialdemokratie sich ihrer Wurzel entsinnt und so langsam wieder ihre Stelle einnimmt im Parteiensystem und nicht weiter in fremden Gärten rumlungert.
    Im übrigen,der FDP dämmert ja schon, das vieles was sie den Sozialdemokraten untergejubelt haben von der CDU veranlasst wurde…werden noch witzige Koalitionsverhandlungen werden.
    Wünsche noch angenehme Stunden am Tegernsee,wobei mir Kochel am See wesentlich eher zusagt ;-)

  198. "Aber es ist doch...
    „Aber es ist doch offensichtlich, dass soziale Veränderungen nur kommen, wenn sie erstritten werden. Schliesslich waren es in den 50er und 60er Jahren ganz sicher nicht CDU und FDP, die etwas für die Einführung der 5-Tage-Woche und der 45 Stunden gekämpft haben – oder habe ich da etwas übersehen?“
    Mir faellt dazu auch an die Lohnfortzahlung bei Krankheit ein.

  199. @die Dame im Dirndl

    Langsam...
    @die Dame im Dirndl
    Langsam wird es weit OT, daher kurz zum Abschluss
    Natürlich kann man den Wert einer Immobilie bestimmen (lassen).
    Aber ist der gefundene Wert der richtige (der mir genehme) ?
    Darum wird gestritten ! Denn davon zahlt man „X Prozent“.
    Sie brauchen also : ein möglichst niedriges Gutachten fürs Finanzamt
    und die auszubezahlenden Erben oder ein hohes falls Sie selbst ausbezahlt werden sollen. Bei einem richtig teuren Grundstück hat das erhebliche Auswirkungen, gerade wenn nicht in gerader Linie vererbt wird.
    Einen schönen Tag wünscht
    Ihnen der Desillusionierte

  200. .
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    Alles bleibt...

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    Alles bleibt anders.
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  201. Karl, Sie dürfen durchaus...
    Karl, Sie dürfen durchaus davon ausgehen, dass »meine« Ersparnisse (irgendwann gehören die einmal mir, im Moment bin ich nur ein armer Student der von einer Apanage der Familie lebt) durchaus vernünftig diversifiziert sind. Klassische Spareinlagen sind aber kaum vorhanden.
    Auch Ihren Hütchen-Spieler Ausführungen mag ich auch nicht folgen. Immerhin haben wir diese Finanzkrise der staatlichen Intervention des US-Staates in den privaten US-Hypothekenmarkt zu verdanken (insofern sind auch sämtliche Ausführungen zu „Raubtierkapitalismus“ und „Marktversagen“ schlicht hinfällig).
    Eine normale kapitalgedeckte Rentengeschichte ist auch äusserst risikoavers. Da sind maximal 20% in Aktien investiert, der Grossteil in Immobilien, Staatsanleihen, Unternehmensobligationen etc.. Deswegen haben die auch selten eine höhere Rendite von 4%. In einem Punkt liegen Sie durchaus richtig: würde man auf eine Kapitaldeckung umstellen, dann müsste das Geld irgendwo investiert werden und es würde da (weil es wahrscheinlich nicht immer wirklich „sinnvoll“ Investitionen gibt) durchaus auch in Mist investiert werden. In grün haben Sie das aber auch bei Vater Staat (allerdings auf die Zukunft verschoben): auch der geht davon aus, dass es in der zukunft genügend beitragspflichte Beitragszahler gibt).
    Den Ball den Sie mir in Hinblick auf die Kalkulation der betrieblichen Rente zuwerfen, den darf ich ganz getrost zurückwerfen. Auch die heutige Rentenkasse funktioniert nur, weil Vater Staat Jahr für Jahr Milliarden reinschiesst. Und auch die staatliche Rentenversicherung geht von der Grundannahme eines dauerhaften Wachstums aus (was natürlich so nicht publiziert wird).
    Aber, ein Vorschlag für all jene (insb. Sie Don Alphonso) die gern eine Vermögenssteuer zahlen möchte. Rechnen Sie doch einfach Ihre Vermögenswerte zusammen (bei Immobilien aber bitte nicht den Ansatz für die Grundsteuer, vielmehr irgendwas in der Nähe des Marktwertes –unter Ausschluss von Vergünstigungen für Baudenkmäler-) multiplizieren Sie den Betrag mit Ihrem gewünschten Steuersatz. Halbieren Sie dann den Betrag (die Hälfte geht in der Berliner Umverteilungsbürokratie und in der Sozialindustrie verloren) und überweisen Sie den Betrag dann –zusätzlich zu ihrem normalen Spendenaufkommen- an eine gemeinnützige Einrichtung ihrer Wahl. Mit gutem Beispiel voran, also frisch ans Werk meine Damen und Herren.

  202. Achso, noch etwas zum Thema...
    Achso, noch etwas zum Thema Erbschaftssteuer. Kernproblem der Debatte dürfte der Übergang von Unternehmen sein. Da ist eine Erbschaftssteuer in der Tat äusserst schändlich und bestraft umsichtige Unternehmerfamilien.
    Der normale deutsche Mittelständler hat eine langfristige Umsatzrendite von vielleicht 2-3%. Nicht wenige Familienunternehmer beziehen aus dem Unternehmen lediglich ein Entlohnung als Geschäftsführer und belassen die Gewinne weitestgehend im Unternehmen (für Investitionen, Wachstum, etc. – letztlich werden dadurch Arbeitsplätze geschaffen). Im Zeitpunkt des Todes ist nun das Unternehmen zum Substanzwert der Erbschaftssteuer zu unterziehen und bei einem Mittelständler kommt dann schnell einmal ein zweistelliger Millionenbetrag zusammen. Da dieses Geld aber nicht vorhanden ist (weder auf dem Konto der Familie noch in bar im Unternehmen) wird mit den Finanzämter regelmässig eine Zahlungsvereinbarung (die über Jahre geht) getroffen. Dafür müssen aber oft sämtliche frei verfügbaren Mittel und Gewinne nahezu vollständig ausgeschüttet werden. Geld, was normalerweise in Investitionen, Wachstum und damit in die Arbeitsplätze fliesst.
    Selbst die normale Erbschaftssteuer ist äusserst schwierig: das Kapital wurde bereits einmal versteuert und es gibt keinen Grund einer doppelten Besteuerung.
    Devin, dass Sie hier nun Werbung für einen Massenmörder machen finde ich schlicht ekelhaft. Demokratie funktioniert im übrigen nur durch Freiheit und Eigentum. Es ist geradezu eine Grundvoraussetzung des modernen Verfassungsstaates.

  203. Und Meinungsfreiheit, Dipsy....
    Und Meinungsfreiheit, Dipsy. Ich habe jetzt 10 Minuten nach der Werbung für einen Massenmörder gesucht und dieselbe nicht gefunden, vielleicht weisen Sie mich darauf hin. (Ich schreibe übrigens gerade einen Beitrag über Trotzkis permanente Revolution als Modell für bankverbriefungen und mögliche Lösung der Finanzkrise, und auch, wenn der nicht hier erscheinen wird, würde ich mir wünschen, dass solche Reaktionen lockerer rüberkommen. Auch Menschen mit Blut an den Händen haben Ideen, die nicht immer schlecht sind.)
    .
    Desillusionierter, was meine Einblicke angeht, ist die Verwaltung von Erbschaftsangelegenheiten sehr flott und effizient und braucht ganz sicher nur einen Bruchteil der Einnahmen. Schliesslich gibt es EDV-Abfragen. Und die Sache mit dem Betriebsvermögen: Jaha, da wird dann, wenn es um die Betriebe geht, erst alles rein – und dann wieder rausgepackt. Aus der Praxis mit Hilfe von Steuervermeidern sind da jetzt schon die Probleme eher klein. Schlimmstenfalls geht man nach Österreich, nicht umsonst sind so viele verdiente „deutsche“ Unternehmer in Salzburg gemeldet. Würde man sagen: Ach komm, 2%, können wir uns leisten – dann würden die nächsten anrücken und das gleiche verlangen.
    .
    knickerbocker, so kann man das auch sehen. Aber ich mache mir vorher lieber dazu Gedanken.

  204. "Auch Menschen mit Blut an den...
    „Auch Menschen mit Blut an den Händen haben Ideen, die nicht immer schlecht sind.“
    .
    Gilt das auch für Carl Schmitt und Globke???

  205. Das gilt, wenn die Ideen...
    Das gilt, wenn die Ideen erkennbar und nicht wirklich zum Glücke aller fortgeführt wurden. Bedauerlicherweise ist das Konzept der permanenten Revolution in seiner Theorie übertragbar, und so, wie Trotzki damit nonchalont Massenhinrichtungen begründete, konnte man damit auch moderne Architektur erklären. Oder eben die Verbriefung von Schulden. Und da stellt sich dann die Frage, ob man in der Lage ist, den einmal beschrittenen Weg konsequent weiter zu gehen, oder ob sich die permanente Revolution einfach andere Opfer sucht. Ich könnte darauf verzichten, denn es war nicht meine Idee.

  206. Don, berufsbedingt entspringen...
    Don, berufsbedingt entspringen meine Kenntnisse der Finanzverwaltung wahrscheinlich einer breiteren Basis als die Ihren. Mag aber sein, dass das FA Kaufbeuren schneller ist als das FA Eggenfelden (ein Jahr ist nicht flott !!).
    EDV-Abfragen helfen bei Grundstücken wenig; hier ist die Ermittlung des aktuellen Wertes gefragt und dieser ist oft Streitgegenstand.
    Des weiteren, um auf Ihre Eingangsfrage (sozial) zurückzukommen: Wenn die ErbSteuer -wie von Ihnen nicht unzutreffend angerissen- so leicht zu vermeiden ist, ist deren Erhebung dann noch sozial ??
    Fragt sich der Desillusionierte
    Sch

  207. @die Dame im Dirndl: Woher...
    @die Dame im Dirndl: Woher kommt bloß dieser Quatsch von: Was nichts kostet, hat keinen Wert? Halten Sie einmal drei Minuten die Luft an – dann werden Sie den Wert derselbigen schon hübsch schnell erfassen. Will sagen, wir haben in der Bundesrepublik jahrzehntelang ohne Studiengebühren studieren dürfen, und es sind gerüchtehalber eine Menge kluger Köpfe von den Universitäten gegangen. Oder wollen Sie Ihrem netten Hausarzt oder dem schwäbischen Maschinenbauingenieur allen Ernstes genau jenes absprechen? Ich versichere Ihnen, dass dieser Kostenlos-ist-nichts-wert-Quark nichts anderes ist als ein von Marketingstrategen erzeugtes Propaganda-Grundrauschen. Schließlich will man ja v.e.r.k.a.u.f.e.n. Und ich finde es äußerst bedenklich, so etwas mit aller Gedankenlosigkeit nachzuplappern. Denn dann müssten Sie ja – einmal alles zu Ende gedacht – auch für Liebe bezahlen (weil sie nur dann einen Wert hat).

  208. Ganz so leicht ist es auch...
    Ganz so leicht ist es auch nicht, und die Vererbung bei den Österreichern ist auch nicht ohne Tücken (ich bin kein Steuertrickser, und wirklich angetan ist österreich davon auch nicht). Im letzten Fall, den ich erlebt habe, ging das trotz eher komplexer Erbenverhältnisse sehr schnell, unbürokratisch und ordentlich über die Bühne. Man kann sich natürlich auch mit dem Finanzamt zoffen und plärren, Stichwort Verkehrswert, aber mei: jeder wie er meint.
    .
    Und nur die Möglichkeit der Steuervermeidung heisst nicht, dass man die Steuern deshalb als unsozial abschaffen sollte. Man sollte sie überall durchsetzen. Und da kommt die neue Regierung ins Spiel: Die könnte mit mehr Steuerfahndung durchaus was erreichen, wie man in Liechtenstein gesehen hat.

  209. Ich meine die Werbung von...
    Ich meine die Werbung von Devin für Lenin. Ich gebe Ihnen ja vollkommen recht, dass bei schlechten Menschen nicht unbedingt auch alle Ideen schlecht sind. Im Falle Leninis führten seine „grossartigen“ Ideen aber zu massenhaftem Leid, massenhaften Hunger (Hauptleidtragende waren einfache Bauern). Es ist leider das, was immer wieder bei der Diskussion über Sozialismus und Co. verschwiegen wird: diese Systeme sind nur über Repressalien zu erreichen. Immer kommt es zu einer breiten Verarmung der Gesellschaft. Immer kommt es zu politischen Gefangenen und „notwendigen Opfern“ für die Systemverwirklichung.
    Immer ist Sozialisimus damit verbunden, die Abhängigkeit des Einzelnen vom Staat zu erhöhen. Nur kann ich eben als Abhängiger vom Staat nicht mehr unabhängig meine demokratischen Pflichten wahrnehmen (womit ein ganz bedeutender Grund dafür gelegt ist, dass man Hitler hat machen lassen).
    Die Idee der permanenten Revolution ist natürlich auch von Trotzki nicht neu. Ich empfehle Ihnen da die Lektüre der Heraklit-Fragmente (aus politischer Sicht bei Gadamer, ich glaube das Heft heisst Anfang des Denkens, bei Reclam erschienen) und Hölderlins Ausführungen -der ist am Ende aber auch nur ein Abklatsch von Heraklit- (Empedokles-Drama, es gibt da ein Buch, es heisst glaube ich Natur als Revolution und behandelt diese Geschichte).
    Don Alphonso, Sie kommen auch mit Trotzki am Ende auch nur auf die Grundfrage: was ist der Begriff des Politischen. Da haben Sie 2 grosse Traditionen. Die erste beginnt eben bei Heraklit, geht über Sokrates zu Hobbes, Hölderlin, Hegel (und Trotzki dürfte auch nur ein Abklatsch davon sein) zu Schmitt und sieht den Krieg als den Begriff des Politischen (in die Kiste gehört auch Spengler, Jakob Burckhardt, Nietzsche, Heidegger etc.). Die zweite (der Frieden als Begriff und Ziel des Politischen) Schiene beginnt bei Aristoteles, über Marsillius von Padua, Spinoza, Mommsen bis zuletzt Dolf Sternberger.
    Das Konzept der permanenten Revolution ist am Ende nichts anderes als das Fragment 53 bei Heraklit. Aufschlussreicher als Trotzki (tut mir wirklich leid für diese Literaturempfehlung) dürfte Schmitts Diktatur (irgendwann Anfang der 20er), sein Begriff des Politischen und seine Theorie des Partisanen sein.

  210. Zwischendrin, so beim Lesen,...
    Zwischendrin, so beim Lesen, wollte ich diesem Blog und allen seinen Teilnehmern nochmal Lob aussprechen. Für die vielen interessanten Standpunkte (auch wenn man man nicht alle teilt) und vor allem auch für die hier herrschende Disziplin. Weiter so!

  211. Vielleicht sollte man bei der...
    Vielleicht sollte man bei der ganzen Reichtumsdiskussion auch mal bedenken, dass die Lebensverhältnisse ganz allgemein in Deutschland auch einiges wert sind: weitgehende öffentliche Sicherheit – man kann seine Kinder auch mal alleine auf die Straße lassen, kulturelles Erbe, Sehenswürdigkeiten, vielfältige Freizeit- und Sportmöglichkeiten usw. Mir wurde das kürzlich bewußt, als ich mit einem Exilkasachen unterhalten habe und der von den Lebensumständen dort berichtete. Dort ist es z.b. nicht möglich, sonntags einen Fahrradausflug zu machen, die Verkehrsverhältnisse wären viel zu gefährlich, keine Radwege usw. Außerdem: wo wollte man hinfahren? Es gäbe keine renovierten Schlösser mit angrenzendem Café usw, schlicht keine Ausflugsziele. Dort könne man nicht die 10-jährige Tochter alleine zur Musikschule gehen lassen…Das hat mir wieder mal die Augen geöffnet. Wir haben uns hier eigentlich ganz nette Bedingungen geschaffen. Und das kostet eben auch Geld, öffentliches Geld – und hat so mit dem Brutto / Netto zu tun.

  212. Darf ich mich erst einmal dem...
    Darf ich mich erst einmal dem werten Don Alphonso Salon vorstellen: ich bin der alter ego von Madame, das heißt der Dame im Dirndl, ihr Diener sozusagen. Also junger Mann, Ephemeride, wollen Sie Madame wirklich weismachen, dass Liebe zur gleichen Kategorie wie ein langweiliges Studium gehört? Oder wollen sie ernsthaft behaupten, dass ein Studium so aufregend wie Sex sei? Soll ich Sie mal über Liebe aufklären, auch die gibt es nämlich nicht umsonst – wenn sie erfolgreich sein soll. Plappern Sie eigentlich nach?

  213. Thomas B., so in der Art sehe...
    Thomas B., so in der Art sehe ich das auch – und an den Markt, der das besser kann, sollte nur jeder glauben, der noch nichts von Option ARMs gehört hat. Nur muss man eben auch dafür sorgen, dass dieses Land nicht Leuten zum Frass vorgeworfen wird, denen es reicht, wenn sie das haben. So wie vor kurzem Am Tegernsee, wo plötzlich an einer öffentlichen Strasse das Schild „Privatstrasse“ zu finden war. Einfach, weil jemand meinte, er könnte das tun.
    .
    Dipsy, nach der Beschäftigung mit all den Traditionen muss ich sagen: ich denke lieber selber, und als Grundlage reicht mir Voltaires Candide und sein Wörterbuch.

  214. Ansonsten fände ich es...
    Ansonsten fände ich es wirklich sehr nett und der Diskussion – die, wie mawu bemerkt, glücklicherweise in einem gewissen Rahmen bleibt – zuträglich, wenn jeder bei 1 Identität bleiben könnte. Danke.

  215. Werter Don, ich habe ja...
    Werter Don, ich habe ja verstanden, dass offenbar so manchem, der sich hier äußert, von der neuen Koalition erwartet, dass diese den deutschen Sozialstaat zugrunde richtet in dem sie denen die jetzt schon zu viel haben noch mehr geben, um dafür denen, die heute schon zu wenig haben, noch mehr zu nehmen. Abgerundet wird das ganze durch konsequenten Abbau der bürgerlichen Freiheiten durch Aufbau des kapitalistischen Polizeistaats. Ich kann nur nicht erkenne, aus welchen konkreten Ankündigungen der beiden Parteien sich diese pessimistische Gesamtschau rechtfertigen soll. Noch liegt kein Regierungsprogramm vor. Dass die derzeitige Steuerprogression ungerecht ist, weil sie mit dem berüchtigten „Mittelstandsbauch“ dafür sorgt, dass sich schon bei jedem Facharbeitergehalt eine Gehaltserhöhung nur noch für den Finanzminister lohnt, dürfte doch unstreitig sein. Jetzt einfach mit dem teuflischen Sachzwang zu begründen, dass man das Geld aber brauche und deshalb an dieser Ungerechtigkeit nichts ändern könne, zu antworten, hat mit Politik nichts zu tun. Selbstverständlich muss auch an den von Ihnen erwähnten Freibeträgen was geändert werden. Es muss doch wohl möglich sein, das Steuersystem gerechter und einfacher zu machen, ohne das Steueraufkommen insgesamt zu verringern. Das ist mit ein paar Retuschen sicher nicht zu machen.
    Nach Ihrer Argumentation weiter oben machen die Parteien, was sie machen müssen, um am Drücker zu bleiben. Deshalb haben nach Ihrer Auffassung die Gewerkschaften und die Arbeiterklasse in den fünfziger und sechziger Jahren die soziale Marktwirtschaft etabliert und alle sozialen Errungenschaften gegen die damaligen Regierungen durchgesetzt. Dann wird das dieses mal ja auch wieder so werden. Aber im Ernst. Die hier kolportierte Angst vor der Tigerente impliziert doch einen geradezu selbstmörderischen Plan der beiden Parteien. Die Vorstellung, diese würden jetzt gegen den Willen der Mehrheit der Wähler mit einem Noch-mehr-Reichtum-für-die-Reichen-Programm „durchregieren“, um dann bei der nächsten Bundestagswahl gnadenlos abgestraft zu werden, erscheint mir höchst unwahrscheinlich. Denn in der Tat gibt es in jeder Partei einen systemimmanenten „Selbsterhaltungstrieb“, der dafür sorgt, dass eine Partei nicht gegen den Willen ihrer potentiellen Wähler handeln kann. Das Weltuntergangszszenario, was jetzt für die SPD gemalt wird, ist doch auch maßlos übertrieben. Die Partei wird sich erneuern und wieder stärker werden, die „Linke“ wird an Attraktivität für Protestwähler verlieren, weil die SPD nun wieder als Oppositionspartei frei von Koalitionszwängen agieren kann. Und ich kann nur hoffen, dass die Gewerkschaften aus ihrem Tief herausfinden und wieder mehr Mitglieder finden. Denn ohne starke Gewerkschaften ist unser Wirtschaftssystem nicht im Gleichgewicht. Der Erosionsprozeß der Gewerkschaften muss aufgehalten werden. Das kann aber keine Regierung leisten, sondern nur die Gewerkschaften selbst. Noch ein Aspekt, der meiner Meinung nach zwangsläufig dazu führt, dass die Arbeitnehmer schon in naher Zukunft an Macht gewinnen werden: Die demografische Entwicklung, deren Folgen von den Bürgern immer noch nicht wahrgenommen zu werden scheinen, wie die Rentendiskussion zeigt, wird schon bald dafür sorgen, dass die Arbeitgeber um Mitarbeiter werben müssen. Allerdings müssen dazu auch die Voraussetzungen vorhanden sein, dass die potentiellen Arbeitskräfte auch ausreichend qualifiziert sind. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

  216. Sie verzeihen mir noch diese...
    Sie verzeihen mir noch diese Anmerkung: es geht nicht um die Frage darum, was Sie oder was ich denke. Es geht schlicht um die hermeneutische Frage: Warum denken wir wie wir denken?
    Und da stecken wir eben doch alle in einer Denktradition. Die Grundkonstanten/Grundvoraussetzungen des Denkens bestimmen letztlich durchaus unsere Sicht auf die Dinge und den Weltenlauf. Und der ersten Denkschule dürfte wohl die Mehrheit der Bevölkerung angehören (vollkommen wertungsfrei).

  217. @ Thomas.B : kann ich nur...
    @ Thomas.B : kann ich nur unterschreiben.
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    Es gibt eine Menge Dinge über die wir uns tagtäglich freuen können (und vielleicht auch öfter sollten).

  218. @ Don
    o.k. Don, you set the...

    @ Don
    o.k. Don, you set the rules. Ich habe den Tiger benutzt, weil die Antwort auf eine Dame im Dirnd eigentlich nicht passt. Ihren Regeln gemäß, hier noch einmal:
    @ Ephemeride, Also junger Mann, wollen Sie mir wirklich weismachen, dass Liebe zur gleichen Kategorie wie ein langweiliges Studium gehört? Oder wollen sie ernsthaft behaupten, dass ein Studium so aufregend wie Sex sei? Soll ich Sie mal über Liebe aufklären, auch die gibt es nämlich nicht umsonst – wenn sie erfolgreich sein soll. Und schließlich, halten Sie die Unterstellung, dass ich nur nachplappere für höflich und dem Stil dieses Blogs angemessen?

  219. Werter Don,
    Sie sind ein...

    Werter Don,
    Sie sind ein Wohlstands- Sozialist. Wer noch an seinen Millionen arbeitet und sie nicht vererbt bekommen hat, kann sich eine solche süddeutsche Einstellung nicht leisten.
    Ferner ist Bayern nicht mehr als ein Transitland für hamburger Geld, das ins gebirgige Ausland muss.
    Wann kann Hamburg eigentlich endlich die Transferzahlungen an Bayern einstellen. Neben Sachsen, Sachsen- Anhalt, McVoPo und Thüringen erhält doch wohl Bayern den größten Länderfinanzausgleich getarnt als Agrarsubventionen, oder?
    Beste Grüße aus dem zurückhaltenden Wohlstand Hamburgs
    MvB-B

  220. @ elbsegler : Wenn die Kräfte...
    @ elbsegler : Wenn die Kräfte der Gesellschaft sich frei entfalten könnten wäre der von ihnen beschriebe Weg logisch und folgerichtig.
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    Leider verhalten sich auch andere Kräfte der Gesellschaft logisch und folgerichtig.
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    Das Kapital (das kann auch ein Buchhalter sein, der mit 20.000 Euro Guthaben arbeitet) schaut auf seine Rendite. Maximale Rendite bedeutet also das der Zug der Kapital-Lemminge in diese Richtung marschiert.
    Die Folge dieser Renditebewegung ist der Verlust von Arbeitsplätzen in den Industrienationen. Der industrielle Anteil am BIP sinkt in den westlichen Staaten seit etwa 30 Jahren kontinuierlich.
    .
    Die Arbeitnehmer wollen für ihre Arbeit einen möglichst hohes Einkommen erzielen. Die Arbeitgeber wollen möglichst viel Arbeit für möglichst wenig Geld. Die Arbeitswelt zeigt, daß die mittleren und unteren Mangementebenen erodieren. Jungingenieure und noch stärker Meister/Techniker sind was Status und Einkommen angeht, eingebrochen. In vielen Großbetrieben ist der Ausspruch „mein Nachfolger wird nie dahin kommen wo ich vor 10 Jahren schon war“, Teil des Tagesgeschäfts. Das Schleifen der Privilegien in deutschlands Arbeitswelt hat enorme Ausmasse angenommen.
    Die Gewerkschaften haben kaum noch Mitglieder weil sie nichts tun. Die kassieren die Beiträge, erzählen in den Betrieben dummes Zeug und kneifen wenn es drauf ankommt.
    Opel in Bochum zeigt das Gegenstück, starke Gewerkschaft mit enormen Vorteilen für die Arbeiter (und Kosten für die Besitzer). Organisationsgrad nahe 100% (zumindest vor der akuten GM Krise). Andere Beispiele sind VW und Porsche, aber die Autoindustrie steht vor einer Zäsur. Die Gewerkschaften werden die Standorte erhalten und die Mitglieder verlieren.
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    Es gibt 2 grundlegende Problem für die (nach meiner Sicht) niemand eine Antwort hat:
    1.) Wie kann sich der Staat gerecht und wirtschaftszyklisch neutral finanzieren?
    1.a) Wie kann man Politiker dazu bringen mit ihren Geld auszukommen?
    1.b) Wie kann man das Geld gerecht und zukunftswirksam verteilen?
    2.) Wie kann man Wirtschaft aufstellen, daß man für alle Arbeit hat?
    2.a) Kann man Entwicklungsländer und Industrieländer ausgleichen?
    2.b) Wieviel Produktion braucht unsere Welt und wieviel kann sie ertragen?
    2.c) Wie kann man diese Industrietätigkeit gerecht verteilen?
    .
    Die Ungleichgewichte erzeugen Verwerfungen. Viele dieser Wellen werden nicht in einem Land erzeugt, sondern sind Wechselwirkungen.
    Das Misstrauen gegenüber „meinen“ Parteien resultiert bei mir, aus deren Aussagen. Es gibt nicht nur keine Antworten, sondern es gibt erkennbare Bevorzugungen von gut organisierten (Lobbyarbeit) Gruppen. Machtzentren (Think Tanks) kann sich jeder ansehen, die haben alle Onlineportale und verschweigen nichts an was sie arbeiten und wofür sie planen. Manche sind parteinah andere offenkundiger Eigennutz.
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    Die Bundeswehr bildet Offiziere aus. Sie tut dies auch für andere Staaten und eine Zusammenarbeit zu erleichtern. Sie tut es für -70- Staaten.
    Mag gerechtfertigt sein, aber es kann doch niemand sagen, das wir nicht das Risiko eingehen in Konflikte hereingezogen zu werden (besagter Pistolero in Ghana wurde in Deutschland ausgebildet).
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    Es gibt einfach viel zu viele Dinge die unsere Politik veranlasst hat und die stattfinden, ohne das die breite Masse dies weiss. Die Finanzkrise ist ein Top Beispiel, das Spiel wurde (und wird) politisch angetrieben. Die Folgen kann das gesamte Volk aber in Jahrhunderten nicht beseitigen.
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    Ich gebe zu das die Auswahl weder gerecht noch qualifiziert ist, aber es sind alles Auswirkungen von Politik und der resultieren Machtverteilung. Es fehlt mir aber jede Alternative. Ich habe keine Gewerkschaft die aggressiv meine Wünsche verfolgt. Ich habe keine Partei die „Kassensturz und Neubeginn“ hiesse und die das erreichte sichern will, indem sie das vorhandene schützt und modifiziert.
    Ich habe … naja eine FDP……….die all das garnicht leisten kann (und warscheinlich auch garnicht will).
    .
    Keine Ahnung woher mein Misstrauen kommt.

  221. Wo bleibt denn eigentlich das...
    Wo bleibt denn eigentlich das Geld? Irgendwie lohnt sich Arbeit tatsächlich nicht mehr.
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    Von Arbeitslosen hört man, sie würden bei einem regulären Job weniger verdienen – liegt das denn am zu hohen Arbeitslosengeld oder an der zu geringen Entlohnung? Motivierend ist das jedenfalls nicht gerade.
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    Dann haben wir unsere Heerschaaren an Freelancern, Praktikanten, oft gut und teuer gebildet, oft auch das Gegenteil, leisten und leisten sie. Verdienst? Mist bis unterdurchschnittlich (Stichwort: „Bürosklaven“). Vielleicht erben sie ein paar Kröten oder werden bis 35 von der Familie durchgefüttert – auch eine Art der Umverteilung. So macht man das bspw. auch mit Medizinern. Von dem Gehalt meiner Frau könnte man bestenfalls auf Arbeiterniveau leben, dafür ist sie aber Ärtzin.
    .
    Wie sieht’s mit dem Bürgertum aus? Besitz wäre vorhanden, allerdings sind bei diversen Börsencrashs und Weltwirtschaftskrisen im Schnitt wohl davon 50% verdampft. Reihenweise Pleiten, durch Steuern verhinderte Ansparung von Firmenvermögen usw. usf. machen auch hier zu schaffen. Bei dieser Gruppe schöpft man derzeit aus dem Vollen, dabei sind sie es, die „Stützen der Gesellschaft“ (wie schon oben geschrieben), diejenigen, Energie und Unternehmertum zeigen. Die Vermögen schrumpfen und der Staat läßt auch nichts aus. Das sind jedenfalls nicht die „Reichen, die immer reicher werden“, auch wenn mal einer Porsche fährt.
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    Meine These (nur eine These!): der eine Teil geht nach China (von hier aus bzw. über den US-Konsumenten), der andere zu den durch unlautere Methoden emporgekommenen (Haffa & Co) und der Rest versickert komplett und unbemerkt in unserem Sozialsystem.
    .
    Wie man diese Spirale ohne Bevormundung aufhält, weiß ich nicht. Vielleicht wirkt die gegenwärtige Krise erzieherisch, das Konsum- und Arbeitsverhalten neu auszurichten. Bei mir ist dies, zumindest zu einem gewissen Grade, der Fall. Die persönlichen Prioritäten für die Zukunft haben sich etwas geändert.

  222. @Dipsy

    Definieren Sie bitte...
    @Dipsy
    Definieren Sie bitte ihr Verständnis von Freiheit…..
    und sind sie sicher das Demokratie von Eigentum abhängig ist? oder ist das nicht nur eine theoretische Denksportaufgabe wie man es denn so auslegt.
    Andere Frage wäre ob ALG2 nicht auch mit millionenfachem Leid verbunden ist?
    bzw..ist die Erniedrigung,für einen Euro Jobben zu müssen, um Ansprüche nicht zu verlieren, in ihren Augen die heile Welt und Freiheit?

  223. @die Dame im Dirndl: Das...
    @die Dame im Dirndl: Das ’nachplappern‘ ziehe ich entschuldigend zurück – das ist in der Tat kein angemessener Umgang und der wohltemperierten Umgebung hier nicht geziemend. Und sicherlich auch Ihnen nicht. Alles Weitere jedoch sollten Sie noch einmal genauer lesen, schließlich geht es um einen Gedanken („Was nichts kostet, ist auch nichts wert“), den man einmal völlig zu Ende denken sollte, um seine Haltlosigkeit zu bemerken.

  224. @mawu : Ich versuche es mal...
    @mawu : Ich versuche es mal mit meinen beschränkten geistigen Mitteln zu vereinfachen :
    Man hat eine Million Euro und leiht sich 25 Millionen zu 1% dazu. Hebel 25 ist koservativ und vorsichtig. Dann kaufe ich für 26 Millionen Staatsanleihen von Deutschland verzinst mit ca. 3,0%. Das ganze ist eine sichere Sache (Rating trippeA). Die Versicherung gegen Totalausfall, Zinsausfall und Inflation kostet mich also 0,2-0,3% (ein CDS). Bei einer erwartetetn Inflation von 1,0% habe ich einen Gewinn von 0,7 bis 0,8% (mal 25 wenn ich zu der einen Million zurückschau)
    Aber das ist nicht der Trick. Der Trick ist, das ich jetzt eine Sicherheit habe. Die Nominalhöhe springt nun auf 26 Millionen plus Bruttozinsen.
    Ich leihe mir also jetzt 520 Millionen Euro. Diesmal bei der FED für 0,25% und auf 1 jahr. Jetzt kaufe ich wieder Staatsanleihen, dieses mal griechische weil die 6% bringen. Der Versicherungscupon kostet mich jetzt 1% aber ich bin immer noch bei RatinG A.
    Das sind dann 4,75% minus 1% Inflation, also 3,75% von 600 Millionen.
    bezogen auf die Basis von 1 Million also inklusive Zinseszins ein Geschäft, welches mit kürzerer Laufzeit und höherer Schachteltiefe einen netten Gewinn verspricht.
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    Jede Bank macht beim Karussel mit und jeder Konzern. Sogar Gemeinden, Städte und Bundesländer machen mit.
    Krux ist die Inflationsrate, die ist nur so niedrig weil wir Überproduktion und Lagerbestände haben (genau, es gibt ein massives Interesse am Elend) und die Staatsbonität.
    Mit den enormen Stützen haben die Staaten ihre Zinsen erhöht und die Staatsbanken haben den Zins gesenkt, damit steigt der Hebel pro Zyklus.
    Tatsächlich bezahlen kann das natürlich keiner, aber wirklich kritisieren kann man das Geschäft auch nicht, es ist ja solide.
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    Da bleibt das Geld, in dem enormen Finazkreisel der in 2008 noch mal einen richtigen Turbo mit Heckrakete bekommen hat.
    Die Frage ist nur, wer hat schon kassiert und ist Gewinner wenn der Kreisel stehen bleibt.
    Die DEFA hat zuletzt praktisch täglich umfinanziert, weil sie von den geringeren Margen zerrieben wurde. Das kommt so sicher wie morgen die Sonne aufgeht auf alle zu die da Geld drin haben.
    Das ist aber praktisch jeder und sei es nur über die Bank seines Vertrauens.

  225. Zu Rottach-Egern und...
    Zu Rottach-Egern und überhauptegernsee ist auf http://www.merkur.de aktuell schönes gesagt.

  226. Eigentlich wollte ich mich zu...
    Eigentlich wollte ich mich zu diesem Beitrag nicht äußern, nicht weil es mich nicht interessiert, sondern weil ich diese Woche viel zu nahe dran war an dem, worüber hier nur theoretisiert wird: Am Tag nach der Wahl wurden in dem Betrieb, in dem ich arbeite, ohne jede Vorankündigung, ohne Warnzeichen, einfach von heute auf morgen 20% der Belegschaft – wie es so schon euphemistisch heißt – abgebaut. Trotz eines miserablen gewerkschaftlichen Organisationsgrades hat uns dann die IG Metall übrigens schnell und unbürokratisch unterstützt, also von wegen, Holly01: „Die Gewerkschaften haben kaum noch Mitglieder weil sie nichts tun. Die kassieren die Beiträge, erzählen in den Betrieben dummes Zeug und kneifen wenn es drauf ankommt.“
    Die völlig abgekämpfte Gewerkschaftssekretärin, die nur noch von einem Brandherd zum nächsten hetzt, hat mir dann von Verhandlungen in einem anderen Betrieb erzählt, wo sie darauf verwiesen habe, ein bestimmter Sachverhalt sei mitbestimmungspflichtig. Die Antwort, die man ihr kaltlächelnd ins Gesicht gesagt habe, sei gewesen: „Noch!“
    Doch mal ganz abgesehen von den persönlichen Erfahrungen dieser Woche: Meiner Meinung dominiert hier in dieser Diskussion eine gnadenlose Überschätzung des Politischen. Sowohl soziale wie auch ökonomische Entwicklungen lassen sich nur sehr bedingt politisch steuern; das ist die bittere Wahrheit, auf die sich der Liberalismus stützen kann. Sein Irrtum ist nur, daß er glaubt, wenn man nur den sinnlosen Versuch der Steuerung aufgäbe, würde der Markt von selbst eine gerechte/stabile/vernünftige oder sonstwie positiv zu beurteilende Ordnung hervorbringen. Das hat er noch nie getan, aber angesichts dieser Empirie argumentieren die Liberalen genau so wie ihre staatssozialistischen Gegner: Die real existierenden Märkte waren eben noch keine wirklich „freien Märkte“, so wie für Trotzkisten und ähnliche Arbeiterbewegungsnostalgiker die realsozialistischen Diktaturen eben kein „wirklicher Sozialismus“ waren.
    Heraus hülfe aus diesem Dilemma, da würde ich HansMeier555 beipflichten, nur ein grundsätzlicher Wertewandel. Und der Don bemüht sich hier ja redlich, einen solchen Wertewandel herbeizuschreiben. Aber als überzeugter Marxologe glaube ich nicht, daß man Werte einfach predigen kann: Sie entspringen den jeweiligen materiellen Verhältnissen (auch hier ist der Don ein gutes Beispiel), den Produktionsverhältnissen, sie sind ein Überbau, der sich nur in dem Maße verändert, wie sich die Produktionverhältnisse ändern – und nicht umgekehrt.
    Diese Einsicht – so sie denn richtig ist – hilft einem aber auch nicht weiter, es sei denn, man wäre ein so unverbesserlicher Optimist wie Devin08. Eigentlich bleibt einem nur die Resignation.
    Entschuldigung, aber das war eine echt beschissene Woche.

  227. Aber es ist ein sehr guter...
    Aber es ist ein sehr guter Beitrag Alter Bolschewik.
    Neben dem Wunsch, daß ihr Betrieb sich erholen wird, freu ich mich über das Verhalten der IG Metall.
    Ein Lichtblick, an den ich ein : ich entschuldige mich für die pauschale Verunglimpfung anschliessen möchte.

  228. @ Holly01

    Wenn wir jetzt noch...
    @ Holly01
    Wenn wir jetzt noch einen Versicherer fänden, der bei einem Zahlungsausfall nicht pleite wäre, dann wär ja alles toll. Moment … den haben wir. Nennt sich Staat.

  229. Quallenregen, meine Version...
    Quallenregen, meine Version von Freiheit? Freiheit scheint zuallerst die Freiheit der Selbstbindung. Freiheit mag zwar zunächst irgendwo als Bürgerrecht garantiert sein, Freiheit setzt aber Verantwortung (und zuallerst Selbstverantwortung) voraus. Bei allem was ich tue, habe ich Verantwortung für genau diese Handlung zu tragen und zuvor auch zu bedenken.
    Ich fasse sie weniger als ein „Recht“, als vielmehr eine „Pflicht“ auf. Pflicht, mit meinen Handlungen und den dafür zur Verfügung stehenden Mitteln die Ziele zu verfolgen, die ich irgendwie für lobenswert halte.
    Ein Bürgerrecht wie die demokratische Mittbestimmung setzt in seiner Konzeption eben voraus, dass das dienjenigen die die eine demokratische Entscheidung treffen, auch die Verantwortung für diese Entscheidung treffen (in Form einer Freiheitseinschränkung bzw. Kosten der Erscheinung) – nur dann kann überhaupt eine vernünftige Entscheidung getroffen werden.
    Der moderne Verfassungsstaat stellt Menschen- und Bürgerrechte nicht nur als Kosmetik in die Verfassung selbst. Es gibt Dinge, die eben der demokratischen Bestimmung nicht unterliegen dürfen. Andernfalls wird Demokratie schlicht totalitär (sehr schöne Ausführungen dazu gibt es bereits bei Tocqueville). Eine demokratische Entscheidung kann letztlich nur sehr begrenzt in die Eigentumssphäre des Einzelnen eingreifen. Insofern darf ich Ihnen da auch widersprechen: die Notwendigkeit des Eigentums ist nicht nur eine akademische Denksportaufgabe, sie ist Grundvoraussetzung der Demokratie schlechthin (es gibt da einens sehr guten Aufsatz aus römischrechtlicher und griechisch-philosophischer Perspektive von Okko Behrends in der Festschrift für Franz Wieacker zum 80.).
    Dahingehend zu Ihrer zweiten Frage: Selbstverantwortung setzt voraus, dass ich zunächst einmal dafür Sorge trage, selbst für mein Leben zu sorgen. Wenn ich das aus irgendwelchen Gründen nicht kann und auf die Hilfe der Gemeinschaft angewiesen bin, dann dürfte mir doch jede Hilfe recht sein?
    Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, warum »Menschenwürde« in Deutschland immer von der Höhe der Sozialbezüge abhängig gemacht wird. Sie müssen verzeihen, aber ein Hartz IV – Empfänger erhält neben einer warmen Wohnung gut 350 Euro zur freien Verfügung. Das ist nicht wenig Geld, dürfte für ausreichend gesunde Nahrung und auch der Teilhabe an der Gemeinschaft ausreichen. Zumal verschiedenste Programme wie die Tafel dafür sorgen, dass wirklich Betroffene quasi gratis an Lebensmittel kommen (und nein, da wird kein Ramsch abgegeben).
    Anderseits sieht und hört man immer wieder von Hartz IV – Beziehern die irgendwie in »Saus und Braus« leben. Wenn ich in Berlin bin, dann nehme ich vom Flughafen nicht den TXL-Bus sondern den Bus der zum Kurt-Schumacher Platz fährt und laufe dann die Müllerstrasse entlang durch das schlimmste Wedding. Da laufen einem »Gestalten« entgegen, wo einem in der Tat schlecht wird. Rauchend, mit 2-3 Mobiltelefonen am Hals hängend, die Imbisstände sind immer gut besucht. Das deutsche Leitblatt (sowie das Berliner Pendant) scheinen auf reichlich Zuspruch zu stossen. Konsumstatistiken belegen leider, dass der neueste Elektronikschrott immer in Unterschichtenhaushalten anzutreffen ist. Am Geld kann es also nicht liegen. »Würde« ist für mich zunächst eine Frage der Selbstachtung und vollkommen unabhängig von der höhe der Einkünfte.
    Insofern finde ich es auch nicht ansatzweise erniedrigend, wenn Menschen sich ein Teil des knappen Budgets aufbessern können. Arbeit ist für mich nicht erniedrigend und auch nicht entwürdigend. Nicht wegen des Euros, sondern, weil sie etwas zu tun haben. Ganz im Gegenteil, Arbeit ist irgendwo sinn- und identitätsstiftend. Ich treffe gelegentlich auf Leute die sehr froh sind einer Beschäftigung (in einer Altersbegegnungsstätte mit angeschlossenem Café wo es ein sehr feines Müsli gibt) nachgehen zu dürfen, einfach um unter Menschen zu sein, nicht vor dem TV zu verblöden und womöglich dem Alkoholismus zu verfallen. Die sind dankbar für diese Aufgabe und einem kleinen Obolus. Natürlich: die Aufgaben müssen auch einen gewissen Sinn machen und an sich vernünftig sein. Ekelhaft fande ich auch den Vorschlag, Hartz-IV sollten doch Ratten sammeln und diese dann für einen Euro irgendwo abgeben.
    Alter Bolschewik, Gott behüte Sie vor Gewerkschaftssekretärinnen.

  230. An den alten...
    An den alten Bolschewiken:
    Zunächst mal danke für diesen kurzen Einbruch der Realität in all das Theoretisieren hier, und das In-Erinnerung-rufen von so grundsätzlichen Banalitäten. Ich denke, den Arbeitgebern wird aber, es ist auch sehr zu hoffen, das kalte Lächeln, von dem sie berichten, bald vergehen, wenn sie zur Kenntnis nehmen müssen, dass die von ihnen bevorzugte Regierungskoalition auch kaum etwas anderes als die vorige beschliessen wird – beschliessen kann, angesichts der „Fundamentaldaten“. Als ich gestern las, dass inzwischen ein Oettinger der FDP kalt lächelnd ankündingt, es werde keine Änderungen beim Kündigungsschutz geben (können), musste auch ich kalt lächeln. Was aber das Wertsystem, von dem Sie sprechen angeht, bin ich auch ganz bei Ihnen, genau deshalb – neben meiner persönlichen Erfahrung mit meinem eigenen vorgezogenen Transferleistungs-Grundeinkommen – ist dies ein weiterer Grund für mein entschiedenes Plädoyer für ein solches. Allein, weil es Erpressbarkeit vermindert, und auch die Muße gewährt, sich der alltäglichen Hatz um ein paar Euros mehr zu entziehen und sich mit Wesentlicherem zu beschäftigen – ohne aber dem, dem persönlich an dieser Hatz gelegen ist, dies zu verbieten.
    Mit den Gewerkschaften haben Sie aber so recht wie Ihr Diskussionsgegner, denn so sehr verdienstvoll und aufreibend da auf der einen Seite die von Ihnen beschriebene Arbeit der Basis ist, so sehr sind auf der anderen Seite, in unserem bundesdeutschen Konsensmodell, die Gewerkschaften eben auch die Handlanger der Schröder-SPD gewesen, ich erinnere nur an die unsägliche Rolle der größten Bahn-Gewerkschaft beim Lokführerstreik der GDL, bei der Privatisierung der Bahn, und speziell an den Bahngewerkschafter Hansen, der dann konsequenterweise auch bald die Seiten wechselte und nun beim Arbeitgeber arbeitet. Ob man das schon Korruption nennen will, oder noch weniger scharfe Worte dafür findet – an Werten mangelte es ja offenkundig auch da.

  231. Dipsy, ich kann da aus meiner...
    Dipsy, ich kann da aus meiner Branche von früher auch was dazu erzählen – da fanden alle Gewerkschaften richtig doof und leistungsfeindlich, bis sie dann im Büro waren und der Strom und das telefon ausgestellt wurden – erst dann fragten sie mal die Gewerkschaften, ob sie ihnen ihre Rechte erklären könnten. Rote Ameise auf englisch hiess damsls die Firma, die dann pleite ging.
    .
    Alter Bolschewik, ich darf dazu noch diesen Link beitragen:
    http://www.calculatedriskblog.com/2009/10/employment-report-263k-jobs-lost-98.html
    Das kommt jetzt unweigerlich auch bei uns.
    .
    Das Witzige: Gestern hat mir jemand ein Angebot geschickt, ich sollte mich mit denen wegen „Planungen“ für „ein neues Projekt“ treffen. Gleichzeitig haben sie gestern massiv Leute entlassen. Man nützt die Gelegenheiten, zumal die Insiderkäufer in den letzten Wochen ihre Portfolios bei guten Kursen gelehrt haben; jetzt macht es nichts aus, wenn die ganze Geschichte publik wird.

  232. <p>@die Dame im Dirndl: wenn...
    @die Dame im Dirndl: wenn wir erst einmal so weit sind, dass Sie die „112“ anrufen und zunächst nach ihrer Kreditkartennummer gefragt werden, werden Sie den gewünschten Polizei- oder Notarzteinsatz ganz anders zu schätzen wissen!

  233. Dipsy, Sie scheinen...
    Dipsy, Sie scheinen philosophisch-theoretisch sehr fundiert zu argumentieren – was mich sehr interessieren würde, wie leiten Sie eigentlich den Anspruch an Eigentum, an Privateigentum philosophisch her? Privateigentum an, sagen wir mal, einem Bergwerk, einem Wald, einem Stück Land? Ich rede hier nicht von der Tatsache, dass jemand heute so etwas bereits besitzt, und dann in einem Rechtsstaat, mittels Vertragsfreiheit, Erbrecht, etc., dieses rechtmässig weitergibt oder veräussert. Mich interessiert eher die ganz abstrakt-grundsätzliche philosophische Fragestellung, so in der Art von:
    Wir werden geboren, kommen auf eine Welt, diese ist aber bereits aufgeteilt und parzelliert, manche haben viel, viele haben wenig bis nichts. Wie kommt es, dass grundsätzlich die Reichtümer dieser Welt, oftmals Geschenke der Natur, nicht allen gleichermaßen zustehen sollen? Wie und wann begann das? Warum gab und gibt es Kulturen, denen solche Vorstellungen absurd vorkommen: Jemand besitzt einen Berg. Oder auch andersherum gefragt, sollte es, warum sollte es, zukünftig ein Problem darstellen, wenn eines fernen Tages ein fleißiger Unternehmer, sagen wir, den ganzen Mond, oder die Sonne besitzt? Falls ja, warum?

  234. @Ephemeride
    Ich habe auch noch...

    @Ephemeride
    Ich habe auch noch einmal über ihre Argumente nachgedacht. Mit ‘there is no free lunch’ wollte ich nicht sagen, dass etwas, was nichts kostet, auch nichts wert ist; sondern dass man vorsichtig sein soll, wenn einem etwas umsonst angeboten wird. Wenn man Studiengebühren zahlt, auch wenn sie nicht die gesamten Kosten sind wie in den USA, hat man ein Argument der Universität und den Politikern gegenüber, Qualität einzufordern.
    Ich selbst bin mit hessischer Lehrmittel- und Schulgeldfreiheit, und einem von meinen Eltern vollfinanziertem siebenjährigen Studium in Tübingen und Wien ausstaffiert worden. Nachdem ESA mir gekündigt hatte, mussten meine Töchter ihre anerzogenen bürgerlichen Ansprüche zurückschrauben, das heißt einen Teil ihrer Ausgaben während des Studiums selbst finanzieren. Arbeit finden zu müssen, hat ihnen gut getan, und ich halte die Tatsache, dass ich meine Töchter nicht verwöhnen kann, für eine der wenigen Vorteile meines komplizierten Rechtsfalls.

  235. @ die Dame im Dirndl
    .
    Schön...

    @ die Dame im Dirndl
    .
    Schön wäre es ja, wenn man tatsächlich was fordern könnte. Hier in Niedersachsen habe ich da allerdings das Gefühl, das läuft mehr nach: Ihr zahlt jetzt mal schön und wir beschliessen dann die Fassade der Bibliothek zu sanieren oder Beamer in jeden Raum zu schrauben. Es mangelt leider auch an einer sinnvollen Finanzierung. Es gibt Kredite für Studiengebühren von der KfW. Zinssatz: 6%, rückzahlbar sofort nach Studiumsende.
    .
    Zum Vergleich England (wo ich mal überlegt habe zu studieren und mich im Nachhinein ärgere es nicht getan zu haben): Die Unis unterstützen einen weitgehend bei dem bürokratischen Gewirr und dabei sich auf das Studium konzentrieren zu können. Finanzierung: Jeder unter einem bestimmten Einkommen der Eltern (oder ab einem gewissen Alter das eigene Einkommen) qualifiziert sich für Studienkredite (gilt bei den Studiengebühren auch für EU-Bürger). Zinsrate = Unfaltionsrate, rückzahlbar sobald das Jahreseinkommen 15.000 Pfund übersteigt. Nebenbei gibt es auch Studiengänge für Leute, die halbtags arbeiten (da sind dann die Lehrveranstaltungen entweder nur Vormittags oder nur Nachmittags). Das Studium dauert dann entsprechen ein bis zwei Jahre länger, aber das ist im Plan. Wie das mit den Bachelor/Master Studien- und Prüfungsordnungen hier machbar sein soll, müsste mir immer noch mal jemand erklären.
    .
    Ich finde ja England manchmal schwierig, aber wenn ich mir da das Bildungssystem anschaue, werd‘ ich immer ganz neidisch…

  236. Honseot (oder Hanseat):...
    Honseot (oder Hanseat): Eigentumsgeschichten werden eigentlich als eine Art Urrecht begriffen.
    Eigentum wird naturrechtlich eigentlich als eine Art Urrecht des Menschen und seiner Persönlichkeit begriffen und mehr oder weniger begriffsnotwendig mit dem menschlichen Wesen zusammen hängt (das dürfte wohl durch Fichte und Bluntschli vertreten worden sein). Begründen dürften Sie das auch damit können, dass der Mensch die Früchte seiner Arbeit behalten könne. Bevor man da nun marxistisch aufheult, sollte da beachtet werden, dass der Arbeitgeber entsprechend entlohnt. Was wir heute kennen, dürfte philosophisch fundiert schlicht einer Legaltheorie, Eigentum also durch blosse Anerkennung, entspringen.
    Natürlich, diese Begriffe stehen im diametralen Gegensatz zum Gemeineigentumsansatz des Sozialismus. Aber auch da steht Eigentum an sich nicht in Frage, sondern nur die Zahl derer die daran Eigentum haben. Die Geschichte hat nun gezeigt, dass Gemeineigentum durchaus mit Problemen verbunden ist (Stichwort Verantwortungsdiffusion etc).
    Don Alphonso, die Rolle unserer glorreichen Gewerkschaften dürften ja von Karstadt und nun Opel bekannt sein bzw. vorauszusehen sein. Bei Karstadt stand seit Jahren fest, dass einige Häuser einfach nicht rentabel arbeiten. Die Gewerkschaften haben dann mit allen Mitteln eine Schliessung dieser Häuser verhindert um „Jobs zu erhalten“. Heute steht der ganze Laden vor dem aus (natürlich, es gab da auch Fehlentscheidungen in der Geschäftsleitung – unsere Gewerkschaften sind aber am Fall von Karstadt nicht ganz unschuldig). Bei Opel werden wir das gleiche in grün haben. Jetzt werden alle Opel Standorte in Deutschland erhalten, mit den notwendigen Ineffizienzen. Anstatt da ein Werk dicht zu machen.
    Gewerkschaften, gerade bei Entlassungsmassnahmen, haben leider den Nachteil, dass deren Handlung das Unternehmen nicht fördert sondern eher behindert. Wenn ein Laden pleite ist, dann nützen Ihnen Ihre Arbeitnehmerrechte überhaupt gar nicht. Zur Veranschaulichung der arbeitsrechtlichen Perversion in Deutschland. Mittelständler xy, 200 Beschäftige, muss aus wirtschaftlichen Gründen 50 Leute entlassen. In Abteilung A wäre da Herr 1 (Anfang 50, seit 30 Jahren dabei, Familie, mach sein Aufgaben mässig) und Frau 2 (Mitte 20, seit 1 Jahr dabei, kinderlos, grandios in ihrem Job). Wen muss der Arbeitgeber entlassen (aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Sozialauswahl) die junge Frau. Das macht wirtschaftlich keinen Sinn. Soviel auch zum Thema wir hätten in Deutschland Raubtierkapitalismus etc.. Das ganze Arbeitsrecht greift derart in die Entscheidungsfindung des Eigentümers ein, dass ganz bequem von Sozialismus gesprochen werden darf.

  237. Von Gehirngespinsten und...
    Von Gehirngespinsten und brauchbaren Theorien
    Beginnend mit „Alter Bolschewiks“ ultimativen Gegensatz, stelle ich die Frage, was wohl besser ist: ein unverbesserlicher Optimist oder ein Resignierter?
    Das soll bitte jeder für sich beantworten, und eine Antwort erwarte ich tatsächlich nicht.
    Zu Dipsys wahrlich teils bösartigen (Stichwort: Carl Schmitt) Ausflügen in die Geschichte, sogar bis zu den Nazis, sage ich nur, man kann alles in Theorie- oder Philosophiegeschichte auf irgendeinen zurückdenken, soweit uns darüber Zeugnisse vorliegen. Offenbar haben sich die Denkschulen nicht wirklich weiterentwickelt; und da stimmte ich Ihnen sogar zu, wenn Sie das meinten. Und da bleibt doch ein Heraklit solange aktuell, wie die Klassengesellschaft existiert. Krieg und Frieden (Frieden gab es vorher auch nicht, aber auch kein Krieg, somit waren die Gegensätze andere) sind die beiden wichtigsten Erzeugnisse dieser Gesellschaft. Das Kapital liegt da gut im Trend.
    Der Krieg ist für einen Marxisten daher auch nicht nur eine Katastrophe, denn all zu oft gehen Kriege – und nur diese – einer Revolution voraus. Die Verantwortung dafür tragen die herrschenden Klassen, und ich denke nicht dran, diese ihnen abzunehmen, aber ich beute die Möglichkeit natürlich aus.
    Der Krieg schult auch die Massen – zur Revolution!
    Aber Sie sagen es selber: „Entscheidend ist, warum denken wir, wie wir denken“?
    Weil trotz allem die Zeit sich weiter entwickelt, die Techniken in der Produktion, die Techniken des Denkens. Die Perspektiven verschieben sich, der Horizont erweitert sich (manchmal verengt er sich auch). Also ist es ein wenig abenteuerlich alle Ideen schnurgerade auf uralt Hergebrachtes zu reduzieren. Zumal : dass alles vergeht, was da ist, bestreiten doch nur die, die überhaupt bestreiten, dass da was ist, also die verschiedenen Denkschulen des Idealismus, denn letztlich ist da ja nur Gott (oder der Weltgeist/Hegel), oder der tote Gott, wie bei Nietzsche.
    Und all die anderen, die da klaren Verstandes und offenen Blickes sind, streiten sich eigentlich nur darüber, wie schnell etwas vergeht, und womöglich noch in welche Richtung.
    Das Kapital hingegen hat es geschafft, seinen virtuellen Schein als einzig noch mögliche Realität annehmen zu wollen, damit ist es im Denken noch hinter Heraklit gefallen, nämlich dahin, wo die Menschen noch an Geister glaubten.
    Und noch mal zurück zu alter Bolschewik: Meine Aussagen haben nichts mit Optimismus zu tun, im Detail bin ich sogar pessimistisch. Der Optimismus bezieht sich auf die großen Entwicklungslinien, auf die Dinge, nicht wie sie sind, sondern wie sie sich entwickeln, kraft derer ihnen innewohnenden Entwicklungsmöglichkeiten. Möglichkeiten, wie sie nicht unbedingt Wirklichkeit werden müssen, daran müssen wir arbeiten – und dies ist mein Credo, nicht mein Hoffen, mein Kämpfen, nicht mein Abwarten – , und die daher auch bleiben können wo sie sind, nämlich im Unbegriffenen, nicht Erschaffenen.
    Der Sozialismus ist einerseits eine solche Möglichkeit, wie das Kapital sie selber schafft, dies aber auch nur weil dem Kapital selber da enge Grenzen gesetzt sind. Selbst die Barbarei, die da möglich ist, ist keine aus der Vergangenheit, sondern die noch zu schaffende, also eine Weiterentwicklung, eine noch Möglichkeit. Und auch ein Sozialismus ist solange ein barbarischer, solange auch dieser Kapitalismus auf diesem Wege sich befindet. Barbarei und Sozialismus bedingen sich gegenseitig, auf ein und derselben Entwicklungsschiene.
    Der Klassenkampf selber ist Teil eines Krieges, eines Klassenkrieges, also ein barbarisches Instrument. Aber wer sage da, dass die Verantwortung allein die dafür tragen, die ihn predigen, die ihn offenbaren, die ihn fördern?
    Und weil dem so ist, ist der Sozialismus selbstverständlich mit schlimmen Opfern verbunden, notwendigen, wie nicht notwendig gewesenen.
    Ob die Bauern in der ehemaligen Sowjetunion vermeidbare Opfer gewesen wären, darf man sich fragen, aber dann bitte soll man sich auch fragen, ob der Überfall des Imperialismus auf diese junge Sowjetunion und der da schon einsetzende Hunger notwendig gewesen wären.
    Gar nicht auszudenken, die Möglichkeiten, wenn die Rote Macht ohne diesen Terror der Weißen hätte beginnen können!
    Die Bauern wurden massakriert, da sie diejenigen waren, die die Lebensmittel produzierten. Auf welche Weise diese unters Volk – in die Arbeiterklasse – gebracht werden konnten, war systemrelevant (so systemrelevant wie gegenwärtig das Retten gewisser Banken – und wie viel Millionen Menschen – weltweit – dadurch sterben, darf man sich ruhig auch fragen).
    Ich selbst verurteile dieses Bauernschlachten, da es die sozialistische Revolution massiv untergrub, die Arbeiter-Bauern-Macht zerstörte, doch ist es leicht solches aus der Perspektive der Theorie und Geschichte, zu sagen.
    Auch die „Seilschaften“ (Holly 1) sind keine Erfindung der Menschen, sondern der Klassengesellschaft. Klassenlose Gesellschaften brauchen keine Seilschaften, sowenig wie „Gehälter“ (ob Grundlohn oder Maximallohn), Privilegien …Das alles dem Sozialismus zuzuschieben, ist wohlfeil, aber auch das zeigt nur, dass die Kritik am Kapitalismus, soweit sie vorhanden ist, nicht wirklich begriffen ist. Selbstverständlich wuchert im Sozialismus noch einmal so richtig die Bürokratie, und mit dieser das Geflecht aus Privilegien, Korruption usw. . Aber genau das sind die Geschwüre der alten Gesellschaft, die sich dort breitmachen, wo es andere Möglichkeiten der „Gewinnmaximierung“ so nicht mehr gibt. Die Ursache all der Geschwüre liegt in einem noch wahrlich nicht sehr stabilen Immunsystem. Und hier wissen wir, dass man da mit vielen Methoden rangehen kann. Man kann das Immunsystem stärken oder es unterstützen wollen, oder es gar ganz ausschließen.
    Der Klassenkampf ist die Methode das System zu stärken. Aber genau da liegen die größten Gefahren, ein Meer voller Möglichkeiten, wie man es falsch machen kann.
    Die DDR hat in dem Moment aufgehört ein sozialistisches System zu sein (sein zu wollen), wo sie den Klassenkampf gefürchtet hat, das war nach meiner Einschätzung etwa zur Zeit jenes 17. Juni. Brecht hat sich dazu entsprechend geäußert. Der Klasse ins Angesicht schauen, oder sich vor ihr drücken, das war wohl damals die reale Wahl. Wir kennen das Ergebnis.
    Und selbstverständlich, das ist dann kein Sozialismus mehr, hier siegt das Kapital.
    Hab ich was vergessen? Ach ja, die Bierflasche vorm Fernseher (HansMeier555): Was das angeht, da bin ich auch nicht sehr optimistisch, solange es Bier gibt, das so gut ist, wie in Deutschland. Aber, was die die Zukunft des Fernsehers angeht, da bin ich wiederum optimistisch, da die Glotze eigentlich obsolet ist. Es gibt nichts Neues auf diesem Gebiet. Der Bewegungsmangel der Leute, der mit der erzwungenen Mobilität (der Automobilität) einhergeht, dürfte sich bald in eine andere Richtung auflösen. Wir sitzen mehr vor dem Computer, erschließen uns die virtuelle Welt – wenigstens kommunizieren wir da ein wenig – und es wird nicht lange dauern, bis wir begreifen, dass uns die eigentlich richtige Bewegung und das echte Gespräch doch fehlen. Die Technik wird dem zu folgen wissen, v on der 3-D-Animation vor der Glotze in Richtung 3-D-Animation in der Glotze (Stichwort: virtueller Sex, geil!). Biertrinken ist dann nicht mehr möglich, es sei denn über einen virtuellen Schlauch (in welches der Körperöffnungen dann aber?). Spätestens dann begreifen wir, was uns verloren gegangen ist – so ein richtig guter Schluck aus der Pulle
    Und, ach Mawu: wie soll ich das begreifen, diesen Unterschied zwischen Gehirngespinsten und brauchbaren Theorien. Helfen Sie mir weiter!
    …Ich fliege jetzt für 14 Tage in den Urlaub.
    Wohin sage ich nicht, ich bin nämlich abergläubig.

  238. Karl, Sie erlauben mir eine...
    Karl, Sie erlauben mir eine kleine Anmerkung. Ihre Darstellung geht schlicht an der Realität vorbei. Aber gerade ist schimpfen ja „in“ und wenn a ein Wehwehchen hat, dann habe ich auch eins und dann übertreiben wir dazu gleich noch ein wenig.
    Ich habe mir soeben erlaubt, die Seite der kfw zu besuchen. Ein Studienkredit kostet nicht 6% (Ihre Aussage) sondern 3.68%. Ein Studienkredit ist nicht unmittelbar nach Ende des Studiums zur Rückzahlung fällig (Ihre Aussage), nein, es gibt eine übergangfrist von 6-23 Monaten. Da beginnt man dann mit der Rückzahlung und muss keinesfalls alles auf einmal zahlen – nein, man hat bis zu 25 Jahre Zeit!
    Wer sich 5 Jahre lang 650 Euro auszahlen lässt, der hat danach 39.000 Euro an Schulden. Sicher nicht wenig, wenn ich dann aber nach 2 Jahren anfange zu tilgen und die vollen 25 Jahre ausnutze, dann bleiben gerade eimal 190 Euro im Monat an Kosten. Selbstverständlich steuerlich abzugsfrei.
    Bei uns in Baden-Württemberg gab es die Diskussion um Studienkredite nicht (ausgenommen natürlich von den üblichen Verdächtigen). Sie würden im übrigen auch in Deutschland Bafög bekommen, auch unter Berücksichtung des Einkommens der Eltern. Man müsste sich aber darum bemühen und vielleicht den ein oder anderen Weg machen.
    Es ist im übrigen die FDP die ein einkommensunabhängiges Bafög für allen fordert.

  239. Dipsy, sehen Sie es mir nach,...
    Dipsy, sehen Sie es mir nach, wenn Ihre Antwort auf meine spezifische Fragenstellung nach der Berechtigung von Privateigentum – eine Schlüsselfrage! gerade des Liberalismus – mich nicht recht befriedigt. Ein wenig naturrechtliches Namedropping ist mir da zu wenig, sein sie mir nicht böse, und wie man durch seiner Hände Arbeit Eigentum an einem Berg erwerben soll, erschließt sich mir noch immer nicht. Zu den Studienkrediten aber nur eine kleine Anmerkung: 500 Euro Studiengebühr, 150 Euro Verwaltungsgebühren. Da fehlen also Miete, Kleidung, Nahrung, und Lehrmittel. Wenn ich mich nicht irre, haben Verbraucherzentralen kürzlich davor gewarnt, dass bereits jetzt viele arbeitslose junge Akademiker vor einem Schuldenberg stehen. Eine Bekannte von mir finanziert ihr derzeitiges Studium sage und schreibe mit 3 Niedriglohnjobs. Andere nehmen bei solchen Bedingungen und negativen „Anreizen“ lieber gleich Abstand von einem Studium, so gerne sie sonst studierten – scheinbar können wir uns so etwas als Wissensgesellschaft aber ja leisten.

  240. @ Dipsy
    .
    Dann ist das...

    @ Dipsy
    .
    Dann ist das inzwischen geändert. Schön! Ich habe mir das beim letzten Mal angesehen, als ich angefangen habe zu studieren. Das ist jetzt aber auch schon einige Jahre her. Hätte ich wohl dazu schreiben sollen. Sorry.
    .
    Nebenbei: Ich bin nicht gegen Studiengebühren. Im Gegenteil. Ich finde sie gut. Im Kern habe ich nur ein Probleme mit der Umsetzung in Deutschland: Das man wieder mal eine Mammut-Bürokratie drumrum gebaut hat, anstatt es jeder Uni zu überlassen, wie sie die Kohle ausgeben.
    .
    Ob es jetzt das große Wehwehchen ist, weil ein paar andere das auch haben, weiß ich nicht. Bisher hatte ich ja eher den Eindruck, das hätte mehr mit meinen persönlichen Wertvorstellungen und eigenem Denken zu tun.

  241. @Dipsy
    Nur als Anmerkung,...

    @Dipsy
    Nur als Anmerkung, gegen die Studiengebühren in BaWü waren nicht nur die „üblichen Verdächtigen“, gute Teile des Mittelstandes (gerade die heimlichen „Weltmarktführer“ und die beiden „Großen“ Mercedes und Bosch) waren davon nicht uneingeschränkt begeistert, des politischen Friedens wegen hat man auf eine Auseinandersetzung mit Hundt und den „Partnern“ CDU und FDP verzichtet.
    Interessanterweise haben gerade diese und auch die baden-württembergische. Gesamtmetall daraufhin massiv in die universitäre und betriebliche Ausbildung (BA) investiert um den zu erwartenden Rückgang an Universitätsabgängern auszugleichen.

  242. Ich bezweifele, dass man mit...
    Ich bezweifele, dass man mit Vokabeln wie „das Kapital“, der „Kapitalismus“ „der Klassenkampf“ und ähnlichem heute noch unsere Probleme beschrieben oder lösen kann. Man kann auf die Marktwirtschaft schimpfen, sie verdammen und bekämpfen. Sie aber die einzig reale Wirtschaft seit Jahrtausenden. Alles andere ist ideologisches Blendwerk. Auch zu Sowjetzeiten herrschten dort wie im ganzen Ostblock die unüberwindlichen Gesetze von Angebot und Nachfrage. Man hat sie nur so lnage ignoriert bis das System daran zugrundegegangen ist. Der sowjetische Totalitarismus ist nicht politisch, sondern wirtschaftlich gescheitert. Die Chinesische KP macht es da, aus ihrer Sicht geschickter. Sie nutzt unter dem Deckmäntelchen des sich weiter entwickelnden Sozialismus das unverändert vorhandene totalitäre politische System des Kommunismus und verbindet dieses mit einem hemmungslosen Markt.
    Wir brauchen in der Tat eine Erneuerung der Moral in unserer Wirtschaft, eine Abkehr von kurzfristigem Profitdenken, mehr echtes Unternehmertum und weniger Wirtschaftssöldner in den Chefetagen, die ab einer bestimmten Stufe ihrer beruflichen Laufbahn im Grunde ohne wirtschaftliches Risiko allein auf Mehrung des persönlichen Reichtums aus sein können. Die Raffke-Mentalität in den Finanzinstituten war jetzt mal wieder der Auslöser der Krise, sie herrscht so aber auch in anderen Wirtschaftszweigen. Entgegen aller Unkenrufe in diesem Blog habe ich die Hoffnung, dass sich der Patient noch heilen läßt. Dazu reicht die Kraft einer Bundesregierung, gleich welcher Ausrichtung allerdings nicht aus.

  243. "Im Detail bin ich sogar...
    „Im Detail bin ich sogar pessimistisch.“ Weltklasse, besser kann man den Vorwurf hoffnungslosen Optimismus‘ kaum bestätigen. Devin08, aufrichtigen Dank für ein wirklich gelungenes Bonmot.

  244. @Dipsy

    Schön das ich mir die...
    @Dipsy
    Schön das ich mir die Freiheit nehmen kann, Ihnen in ihren Ausführungen nicht folgen zu müssen…
    Wenn ein Hartz4 Empfänger einen ein Euro Job machen muss!! um seinen Anspruch zu erhalten ist das für mich Zwangsarbeit und wenn unsere Unternehmer z.B. Friseure ihren Angestellten 4 Euro bezahlt haben und die mit Hartz4 aufstocken mussten, ist das Ausbeutung auf Kosten der Steuerzahler.
    Wer für einen Appel und ein Ei arbeitet und sich über den Job definiert, kann das ja tun…aber freiwillig.
    Wenn dazu noch die Freiheit bzw. die Ausgestaltung der persönlichen Freiheit schon von der Herkunft abhängt, ist sie nicht wirklich gerecht verteilt.
    Chancengleichheit besteht für manche Kinder nichtmal im Traum,sie sind Gefangene ihrer Herkunft und Spielball rein wirtschaftlicher Interessen,zum einen in ihrer Familie ,zum anderen in der Schule wo der Schulstoff heutzutage weniger Allgemeinbildung mit mehr Wirtschaftskonformität verbindet.
    Freiheit ist eben nicht gleich Freiheit,das hat irgenwie was Mieses an sich,finden Sie nicht?

  245. @elbsegler : Danke, Ihr...
    @elbsegler : Danke, Ihr Beitrag (02.10.09, 17:06) triffts auf den Punkt !
    Gruss, Desillusionierter (Chiemseesegler)

  246. Ideologisches...
    Ideologisches Blendwerk
    @Elbsegler: – So komm ich natürlich nicht in den Urlaub. „Ideologisches Blendwerk“ ist die Behauptung, dass wir seit „Jahrtausenden die Marktwirtschaft“ hätten. Seit 500 Jahren, darüber lass ich mit mir reden. Davor hatten wir über einige Jahrhunderte eine reine Subsistenzwirtschaft. In der Antike herrschte Sklavenwirtschaft (auch die Sklavenwirtschaft war eine Form der Subsistenzwirtschaft, denn für den Herrn, nicht für den Markt; und auch wenn Sklaven auf dem Markt gehandelt wurden, wurden sie zunächst in aller Regel nicht käuflich erworben, sondern erobert, gefangen genommen, dann u.U. weiter verkauft). Die Marktwirtschaft beginnt bei der Produktion für den Markt nicht beim Handel, mit einer besonderen Ware, nämlich der Arbeitskraft, und einem besonderen Äquivalent, dem Geld. Zugegeben, wir hatten von allem etwas, vorher, nur nicht das in seiner Besonderheit (der Schaffung von Mehrwert!), und schon gar nicht als allgemeine Wirtschaftsordnung (Gesellschaft von Lohnarbeit), und auch nicht mit dem Geld, als alles ersetzende allgemeine (Nicht-)Ware, als Ausdruck für das Wesen dieser Gesellschaft, einer kapitalistischen, auf der Geldwirtschaft beruhenden. Solch eine Marktwirtschaft spitzt alle gesellschaftlichen Gegensätze zu, ganz besonders aber die zwischen Kapital und Arbeit, aber auch die, die womöglich schon wesentlich älter sind (zwischen Mann und Frau dann an erster Stelle, aber auch nun zwischen Jung und Alt…, der Politik – dem Staat – und der Ökonomie, der Realwirtschaft und der Geldwirtschaft, der Industrie und dem Handel, der Stadt und dem Land usw. usf., der Gesellschaft und der Natur). Und die gegenwärtige Krise ist hierbei ein deutlicher Ausdruck von.
    Ein wenig weniger Oberflächlichkeit täte auch den Kritikern des Marxismus nicht schlecht anstehen. Vielleicht würden da auch einige grobe Missverständnisse aus dem Weg geräumt, vom „Blendwerk“ mal gar nicht geredet.

  247. Es fehlt eigentlich ein...
    Es fehlt eigentlich ein WIRKLICH neoliberale Partei in Deutschland. Wirtschaftsfreundlichkeit entspricht nicht Neoliberalismus.

  248. @Devin08
    Ich will Ihnen den...

    @Devin08
    Ich will Ihnen den Urlaub nicht verderben, deshalb belasse ich es malbei meiner bisherigen Oberflächlichkeit und spare mir die Diskussion darüber, was nun wer eigentlich unter „Marktwirtschaft“ versteht. Ich habe mal auch die von Ihnen angeführten Wirtschaftsformen früherer Jahrhunderte, vielleicht wissenschaftlich nicht ganz korrekt, mit gemeint. denn wie auch immer gehandelt wurde, stets war letztlich die Nachfrage ausschlaggebend und nicht ein Plan.
    Jetzt aber: Gute Reise und noch bessere Erholung!

  249. Don, bitte etwas leichteres...
    Don, bitte etwas leichteres zur Erholung. Bin erschöpft von der neuen Schwere dieses Blog. (Es war doch nur eine Wahl, nichts großes also.)

  250. Ach, etwas leichtes. Oh je....
    Ach, etwas leichtes. Oh je. Die Welt ist nicht leicht. ich habe schon etwas Schweres angefangen. Innerloch stelle ich mich auf ein Konzert morgen Abend ein, in dem Frau Kermes Kastratenarien singen wird. Alles ist schwer, der Himmel, die Gedanken – und alles, was leicht wäre, ist privat.

  251. Meine lieben jungen Herren,...
    Meine lieben jungen Herren, dieser Blog ist überhaupt nicht schwer. Die ernsthaften Kapitel der uns direkt betreffenden Politik haben wir überhaupt nicht angeschnitten.
    Zum Beispiel die Tatsache, dass an einem vereinten Europa kein Schwein in der Welt interessiert ist. Das heißt, dass alle großen Nicht-Europäer Staaten über unsere Lissabon-Vertrag Probleme – einschließlich der Volksabstimmung in Irland heute – nur lachen. Denn solange wir uns untereinander nicht einigen können, sind wir global keine Konkurrenz.
    Und selbst wenn die Iren dem Lissabon Vertrag zustimmen, haben wir Europäer unsere Probleme überhaupt nicht gelöst, denn die EU Kommission, unsere europäische Zentralbank und selbst das europäische Patentamt bleiben Bananenrepubliken in der Mitte unserer aufgeklärten Kultur.
    Zum Beispiel aber auch, dass wir gar nicht wissen, wie lange wir noch überleben. Nicht der Klimakatastrophe wegen, sondern weil in den dubiosesten Orten Atombomben langsam vor sich hin rotten. Wenn man sich das mal klar macht, ist der Iran mit seiner atomaren Aufrüstung nur ein sekundäres Problem.

  252. Hoppe hoppe Reiter
    Die Welt...

    Hoppe hoppe Reiter
    Die Welt wird nicht gescheiter.
    .
    Noch ein paar Jahre weiter so, und der bürgerlich-marxistisch-neoliberale Produktivitätswahn hat uns alle auf dem Gewissen, wenn die Wellen der Sintflut über dem Irrenhaus zusammenschlagen werden, in dem wir jetzt schon leben.
    .
    Also tut Buße und bekehrt Euch: Statt immer nur über schnödes Geld, Wahlergebnisse und Steuererklärungen zu reden, sollten Sie soch einfach mal um das Wohlergehen Ihrer alleinstehenden Wohnungsnachbarin kümmern — vielleicht erst einmal bei einer Tasse Tee.

  253. Meinen Dank
    @Elbsegler: Oh,...

    Meinen Dank
    @Elbsegler: Oh, ich bin noch ein paar kurze Minuten da, meine Frau packt gerade die Koffer – ich hasse Koffer packen -, und ich wollte mich auch mal für den ausgesprochen zuvorkommenden Ton hier bedanken, bei allen, selbst da, wo definitiv keine Übereinstimmung herrscht.
    Glauben Sie mir, das erlebe ich nicht überall. Habe da gerade wieder mal einen starken Frust wegstecken müssen, hier in einem Blog (siehe: http://blog.herold-binsack.eu/?p=441, Franzose will er sein). Aber ich kann wegstecken, so wie ich auch austeile!
    Ach ja: Die „Nachfrage“, die nach der Marktwirtschaft, die sehe ich gerade nicht am Steigen, trotz der FDP am Steigbügel. Trotz alledem, ich bin Realist, und die Marktwirtschaft wird uns noch eine Weile bleiben. Wir haben also noch Zeit, das Thema zu klären. Nur ganz allgemein: Mit Marxisten lässt es sich schlecht streiten, wenn man sich nicht über die Begriffe einig ist. Dann geht es in Kraut und Rüben, also ins Ideologische. Und dann werden auch Marxisten ideologisch. Und das ist wirklich ein Elend.
    Aber jetzt mache ich meiner Frau einen Tee, sonst haut sie mir noch eine über die Rübe, und schmeißt die Koffer zum Fenster raus, anstatt ins Auto.
    Vielen Dank für die Urlaubswünsche.

  254. Bon Voyage!...
    Bon Voyage!

  255. Probleme? Hach da schaut nur...
    Probleme? Hach da schaut nur mal wer ins I-Net. Stichworte „Chemtrails“ und/oder „HARP“. Es gibt so viele hübsche Sachen über die man sich echovieren kann, aber vorher hol ich mir mal frische Waffeln mit Sahne und heissen Kirschen.
    Ich glaub ein Cognac zum schwenken war auch noch im Schrank.
    Trübsinn soll man auch nur dosiert zulassen. Das Leben ist kurz.
    Hat jemand einen Musikwunsch? Wie ist eigendlich das Violinkonzert Nr.7 von Mozart, ich glaub ich lass mal die Musik rein.
    Ist doch ein gediegener Blog hier, kein Chatroom.

  256. ...
    http://www.fone.it/shop/shop.php?action=mostraScheda&cID=2&pID=27
    In Zeiten wie diesen müssen die Komponisten Metastasio heissen,

  257. Wenn die Hörprobe korrekt...
    Wenn die Hörprobe korrekt ist, dann ist mir die Musik zum gemütlichen schwenken und schnuppern zu komplex und zu bewegt.
    Ich dachte an etwas gleichmässiges ruhiges. Aber mein Mozart war es dann auch nicht .. ich schau mal. Der Abend ist ja noch jung.
    Aber danke für den Rat.

  258. Anton Sorokow, Mozart...
    Anton Sorokow, Mozart Violinkonzert Nr.5 auf youtube. Das paßt schon.

  259. @don
    ein schönes konzert &...

    @don
    ein schönes konzert & eine leichte nacht!
    .
    was es (mir) schwer macht –
    oberprimagewese statt der erzählung von erlebtem & erfahrenem.
    nicht
    von allen hier.
    aber von (zu) vielen.

  260. @Holly01: es heißt "HAARP":...
    @Holly01: es heißt „HAARP“: http://de.wikipedia.org/wiki/HAARP
    Und was die „Chemtrails“ angeht, so halte ich das für völligen Blödsinn. Alleine die Theorie: Passagierflugzeuge versprühen etwas und im Prinzip bekommt das keiner mit, ist doch absurd. Die Fluggesellschaften bestrafen jeden mit einem zu schweren Koffer und sollen es quasi gar nicht merken, wenn ihre Flugzeuge noch ordentlich Chemie mitschleppen? Nee nee, da halte ich es lieber mit dem Kollegen hier: http://www.martin-wagner.org/anti-chemtrails.htm
    http://www.martin-wagner.org/anti-chemtrails.htm

  261. @ DoctorSnuggles : erstens...
    @ DoctorSnuggles : erstens offtopic und zweitens offtopic
    .
    Es ging nur darum das man sich über vieles aufregen kann/könnte. Ein Schuss aus der Hüfte, ich habe weder eine Antwort erwartet noch wollte ich eine Diskussion n diese Richtung.
    Der Don macht die Themen. Wer mag geht mit, wer nicht mag, läßt es.

  262. Hallo Herr Devin,
    auch von mir...

    Hallo Herr Devin,
    auch von mir eine gute Reise, erlauben Sie mir die Frage, reisen Sie wieder mit dem Wohnmobil?
    Auf jeden Fall viel Vergnügen, kommen Sie heil wieder, Ihre Beiträge würden hier fehlen.
    gruß, hs.

  263. Soso...die CIA als...
    Soso…die CIA als Ausführungsorgan des obersten kapitalistischen Teufels, den Iluminaten, lassen Düsenflugzeuge Barium- und Aluminiumverbindungen versprühen, um die Gedanken einzelner Personen mit elektromagnetischen Wellen zu manipulieren. Klar, wer wollte daran zweifeln!? Man darf Chemtrails und HAARP nicht isoliert betrachten – erst die Symbiose beider Techniken ergibt das perfekte Werkzeug.
    Diese remote suggestion ist auch keine Zukunftsmusik, sondern längst geübte Praxis. Nicht wenige der vorangegangen Kommentatore dieses Blogs geben Zeugnis davon. Anders als durch Wellensalat lässt sich manch verschwurbelte Theorie kaum erklären.
    Und jetzt gehe ich meine zukünftig eingesparten Steuergroschen verfeiern. Auf der Titanik spielte die Musik auch bis zum Schluss. Cheers!

  264. ...und nach dieser...
    …und nach dieser Monsterparty bin ich sehr gespannt, was Don wohl als nächstes Thema macht.

  265. Musik zum Cognac? Oder...
    Musik zum Cognac? Oder vielleicht zum „Spritzer“? Stefano Bollani, einer der zur Zeit interessantesten Jazzpianisten, hat neben seinen diversen instrumentalen Veröffentlichungen bei ECM Records auch eine CD mit größtenteils italienischen Stücken eingespielt und singt auch dazu (auf italienisch!). Die Kombination aus relativ einfachen Musikstücken wie „Arrividerci“ oder „Ma L’Amore No“, einem hochklassigen Jazzpianisten und italienischem Gesang ist einfach Wahnsinn finde ich (Highlight: „Arrividerci“). Dazu brauchte es aber auch ein japanisches Label…
    .
    http://www.jpc.de/jpcng/jazz/detail/-/art/Stefano-Bollani-Ma-LAmore-No/hnum/8096553

  266. Oh, Quallenregen. Das ist ja...
    Oh, Quallenregen. Das ist ja wirklich schlimm. Da muss jemand arbeiten gehen! So eine Gemeinheit! Ich fordere das Paradies! Honig und Hummer für alle.
    Ganz nebenbei: nicht der Unternehmer zahlt 4 Euro für des Friseur auf die Stunde, es sind die Leute die diese Läden in Anspruch nehmen. Aber, es ist natürlich einfach. Schuld sind immer die anderen, bloss keine soziale Verantwortung übernehmen (das beginnt eben auch damit, nicht zu einem Billighaareschneider zu gehen).
    Und, da müssen wir nun wieder irgendeinen Sozialismus bestellen bei dem es uns allen gleich schlecht geht. Ganz typisch deutsch. „Es ist vollkommen egal wie schlecht es mir geht, Hauptsache es geht keinem anderen besser.“
    Honseot, es tut mir leid, dass diese Ausführungen Sie nicht befriedigen. Aber, es gibt keine „Letztbegründung“. Nunja, ich nehme Verbraucherzentralen ehrlich gesagt nicht allzu ernst. Ebenso das Geheule um die Generation Praktikum. Zumeist sind es doch irgendwelche Geistes- und Sozialwissenschaftler die irgendein Verlegenheitsstudium machen und dann von einem Prakikum zum anderen rennen; bzw. sich einen riesigen Schuldenberg auftürmen. Bei einer grundsoliden natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung würde es kein Problem mit der Rückzahlung geben.
    Solche Fächer sind aber „anstrengend“ und dann hat man weniger Zeit für den Batikkreis und die Gespräche um Weltverbesserungsmassnahmen.
    Karl, vielen Dank für die Klarstellung. Aber: wer sonst immer nach einem starken Staat ruft und den „Neoliberalimus“ bekämpft, der muss sich auch über Mammutbürokratie nicht wundern. Das ist eher systemimmanent.

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