Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Park- und Steuergestaltung für notleidende Bürger

| 107 Lesermeinungen

Steuerberater sind in der Regel von allen Erbsenzählern die phantasielosesten Geschöpfe, denn alles, was sie an Phantasie haben, verbrauchen sie bei der Konstruktion von Schlupflöchern und Vermeidungsstrategien. Sie sehen nur ihre kleinen Zahlen und nie das Grosse und Erhabene. Kein Wunder, wenn dann Steuersparmodelle so klein und schäbig in sich zusammenfallen, wie in Ostdeutschland oder Filmfonds. Gross und prunkvoll muss die Steuervermeidung sein, so gross und offensichtlich, dass sie von allen geliebt und besucht, aber nicht kleinlich verurteilt und von des Staates Eintreibern verfolgt wird. Und ich denke, ich wüsste einen guten Weg, das Geld in eine eigene, kleine Schweiz zu bringen.

Nichts bringt den Menschen der Gottheit näher als die geistige Beschäftigung.
Wilhelmine von Bayreuth

Immer zum Jahresende stellen sich Reiche die wichtige Frage: Wie kann ich Steuern sparen, indem ich exakt jene Charity mache, die mir am meisten einbringt? Lösungen gibt es viele, in der kleinen, dummen Stadt etwa gab es früher einen Kunstförderverein, bei dem man steuerquittungsgarantiert spenden konnte und dafür, natürlich nur als Geschenk, all jene Kunstwerke bekam, die heute noch Anwalts- und Ärztewartezimmer verschandeln. Es gibt Startups, die Charity-Consulting anbieten und dabei ein klein wenig für sich selbst abzwacken, aber wir hier, bei den Stützen der Gesellschaft, wollen nicht so klein und modern einsteigen, und deshalb gleich zu etwas Üppigem raten: Ein Park.

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Von allen Relikten der feudalen Epochen nämlich dürften Parks das beste Verhältnis von Aufwendungen und Nachruhm, von Kosten und Vergessen eigener Schandtaten haben. Seitdem man im 19. Jahrhundert von Seiten der Fürsten dazu überging, die Parks auch für die bürgerliche Gesellschaft zu öffnen, setzte die bürgerliche Wertschätzung der Landesherren ein. Natürlich durfte man nicht an den Hof, aber immerhin, man konnte durch die Gärten streifen und sich dabei nach oben orientieren. Wer sich nach oben orientiert, kommt nicht in Gefahr, sich nach unten zu verbrüdern. Machtgeile und repressive Fürstenhäuser können bis heute gar nicht so mies und verkommen gewesen sein, dass man ihre Gärten, Orangerien und Grottenanlagen nicht mit jener spielerischen Leichtigkeit verehrt, die aus dem Zusammenwirken von Natur, Gestaltung und Offenheit entsteht.

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Ja, es scheint, als wäre der Park auch dem heutigen säkularen Bürgertum noch näher, als fromme Werke wie Waisenhäuser, Stiftungen für gefallene Mädchen und Leprosenheime, und was das christliche Abendland sonst noch an Wohltätigkeiten für niedere Schichten kannte. Der Park, so scheint es, passt einfach besser zu unseren säkularen Zeiten, wo das Bürgertum als neue herrschende Klasse zudem versucht ist, sich vom unschönen Rest abzuschotten. Der jedoch kommt auch gerne in den Park, wenn es etwa an der Traualter oder das Äquivalent in anderen Kulturen geht. Menschen in der Mode des 19. Jahrhunderts in Parks, die für sie im 19. Jahrhundert geöffnet wurden. Der Kreis schliesst sich. Die Harmonie ist gefunden, der Weltgeist besänftigt, jeder ist ein Prinz, und die Vorstellungen sind sehr romantisch. Man trägt Seide, Chopin und Plüschaugen.

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Man kann – mit etwas Gefühl für Natur und Ordnung – als einen Park nur mit einer gewissen Dankbarkeit für Schöpfung und Schöpfer verlassen. Es ist ein ganz anderer, offensichtlicher Dienst an der Allgemeinheit – klassische Wohltaten spielen sich ja oft im Verborgenen ab, verpuffen an der Unabänderlichkeit trauiger Schicksale, und besitzen keinerlei Sozialprestige. In einem Park wird jeder begünstigt, der eintreten will, die Landschaft ist eine Wohltat ohne Unterschied, man muss nicht unheilbar krank, arm oder Callboy eines Betreibers eines evangelikalen Missionierungswerkes sein, um davon zu profitieren. Diese Offenheit für alle macht den Unterschied.

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Was spräche also dagegen, eine steuerbefreite, gemeinnützige Gesellschaft für Gartenbaukunst einzurichten. Überall, wo es Adel gab, gab es schliesslich auch Lustgärten, die verloren sind, sich aber mit wenig Aufwand wieder erfinden liessen. Hier ein Kräutergarten, dort ein Feld voller Heilpflanzen, ab und an vielleicht eine Grottenanlage oder vielleicht auch, zwischen Bäumen versteckt, ein Teehaus: Vorlagen und Vorbilder gäbe es genug, und im Weichbild der Städte sind genug geplante Gewerbegebiete, die nie einen Abnehmer finden. Da könnte man doch mal mit den Bürgermeistern reden, und dem Staatssekretär gleich die Schirmherrschaft andienen.

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Eine echte Rendite jenseits der Steuerersparnis gibt es natürlich nicht, aber in so einem Garten könnten Vereinsmitglieder und Spender schon das ein oder andere Vereinsfest in besonderen Rahmen feiern, bei dem die Tore geschlossen bleiben. Die Betriebskosten sind in fortschrittlichen Zeiten wie den Unseren auf dem Niveau der Vorbild gebenden Leibeigenschaft, denn dank 1-Euro-Jobs wäre das Teuerste die historisch korrekte Bekleidung von Gärtnern und Schäferinnen im bukolischen Neu-Arkadien. Jene personelle Staffage mit Mohren, Chinesen und Türken, die im Rokoko so enorm teuer kam und für die sogar Türkenkriege geführt werden mussten, könnte man heute dank der Zuwanderung problemlos beschaffen – wenn man etwa zum noblen Upper Class Stiftertreffen ein paar Gondeln durch die nächtlichen Kanäle treiben lässt und das Ganze als historische Aufführung verkauft (begrenzte Kartenkontingente sind natürlich frei erhältlich).

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Auch wäre es eine vortreffliche Aufgabe, die Jugend in so einem Projekt wieder mit den Freuden des einfachen Landlebens vertraut zu machen; es ist in den kommenden Jahren mit deutlichen Einkommensunterschieden nicht schlecht, wenn sie notfalls weiss, wie man sich selbst mit gesundem Gemüse versorgt, wenn der Monat länger als das Geld reicht, und dass Salbei hilft, wenn man Zahnschmerzen, aber keinen ausreichenden Versicherungsschutz hat. In ihren grauen Blocksiedlungen können sie das natürlich nicht lernen, aber draussen, im Park, gestiftet von den besseren Leuten, könnten sie ein ganz entzückendes Bild abgeben – so jung und unverdorben. Auch könnte man die eigene Brut dorthin strafversetzen, wenn sie im zarten Alter von 14 Jahren betrunken, mit ein paar abgetretenen Aussenspiegeln und des ausgeraubten Nachbarssohnes Geldbörse heimkommen.

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Als Vereinsheim könnte man ein kleines Schloss, oder auch nur eine Villa bauen und sie beranken, mit Clubsaal und kleiner, getäfelter Bibliothek, und würde man ein Eckchen dem Golfspiel reservieren, stünde das auch nicht der Satzung und der Steuerbefreiung entgegen – solange man nur vintage, im altenglischen Stil die Schläger schwingt. Man könnte auch Lesungen machen und Kamingespräche mit konservativen Blumenfreunden über blühende Landschaften führen, und die Frauen würden jeden Tag ein wenig Blumenschmuck aus der vereinseigenen Floristik mitbringen. Opulenteste Grabkränze konnte man mit diesem Verein produzieren, wie bei der Bestattung von Graf und Archidiakon, und mit ein paar kleinen Verbots- und Hinweisschildern sowie – von Potsdam lernen heisst hier einschüchtern lernen – historisch gekleideten Wächtern liesse sich auch dafür sorgen, dass alles seine Ruhe und Ordnung hat, und Rabauken, Rollschuhe und Räder bitte draussen bleiben.

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Man kann es sich so heimelig wie den Schrebergarten vorstellen, nur mit wertvollen Skulpturen statt Gartenzwergen, mit Laubengängen statt Gewächshäusern, mit Wasserspielen anstelle von Brunnen, kurz: Angemessen wäre es, schicklich und dem Nachruhm allemal zuträglich. Keine schlechten Gedanken, keine Erinnerung an all das Böse in der Welt kann hier stören. Wie in der Eremitage in Bayreuth heilt hier die Phantasie eines schönen Lebens, man tut Gutes und spricht nicht darüber, wenn man im Vereinsheim die Silberterrine für das Hummeressen stiftet, in die der Name eingraviert auch in vielen Jahren noch von Ruhm und Grösse der Spendergunst kündet. Es sind die grossen Gesten, die in der Zukunft das Wohlwollen erringen werden, man muss wegkommen von der Parkbank mit dem Firmennamen hin zum ganzen Park für alle und besonders alle Vereinsmitglieder, für die kurzweilige Illusion eines idyllischen Landlebens, und Rettung vor der schlimmsten Notlage und Verfolgung des Bürgertums, die gerade jetzt wieder mit der Kapitalertragssteuer ins Haus des Steuerberaters stehen.

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Die Eremitage von Bayreuth ist das ganze Jahr über geöffnet, aber nie ist sie so schön wie an einem kühlen Oktobertag, wenn bereits alle Statuen verpackt und die Touristen auf Gran Canaria sind.

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107 Lesermeinungen

  1. Verehrter Don,
    wie weise! Wie...

    Verehrter Don,
    wie weise! Wie gelungen! Und dazu die schönen Bilder!
    Ich hoffe sehr Ihr blog wird auch von jemand Maßgeblichem aus der Wiener ÖVP gelesen, deren Parteiakademie – genannt Springer-Schlößl – sich in einem Park
    befindet, in dem ich gern mit meinem Hund Ball spiele. „Privateigentum, ausse“ sagt der Hausmeister, „bezaubende Figurinen, wir beleben die Szenerie“ sag ich und „wir machen es gratis, mein Lieber“ aber er verstehts nicht.

  2. ...wenn der don eh' schon in...
    …wenn der don eh‘ schon in der gegend weilt: in dem zusammenhang empfehle ich den besuch des „zebra’s“ @ 50° 7’48.95″N; 11° 0’31.68″E (google earth-koordinaten)…..
    ….der wirt ist ein echter kuenstler, welcher hummer nicht mag (soweit ich weiss), aber sicher bereit waere seine idyllische lage „mit der phantasie eines lebens“ zu tauschen.
    er hat ausserdem auch kein fahrrad (soweit ich weiss).
    ;-))

  3. Dies wird gerade Realität.
    In...

    Dies wird gerade Realität.
    In Bad Nauheim, einer anderen kleinen Stadt vor der Höhe nördlich von Frankfurt.
    Hier wirft die Landesgartenschau ihre Schatten voraus.
    Die vorhandenen Parkanlagen werden aufgewertet, verloren gegangene Grünalagen werden wieder aktiviert.
    Alles sehr schön.
    Aber zwiespältig, denn: Danach wird der Park Eintritt kosten, auch nach der Gartenschau.
    Und der Eintritt wird so hoch sein, daß nicht mehr Kreti und Pleti auf der Wiese herumlungern werden, die Rollschuh-Talibans ihr Taschengeld lieber für etwas anderes ausgeben und nur noch freundliche, gebildete und kulturell interessierte Bürger sich zu Konzerten oder Ausstellungen einfinden werden.
    Es wird alles sehr schön.

  4. Also ich moechte auch viele...
    Also ich moechte auch viele neue Parks: aber nicht als Umerziehungsgelaende fuer die verdorbene Juged, sondern als Umerziehungscamp fuer die Wachstumsbescheunigungsgesetzerfinder.

  5. Lustwandeln im Park ist in der...
    Lustwandeln im Park ist in der Tat erbaulich und solche Anlagen zu hinterlassen auf jeden Fall rühmlicher als die 1xx Milliarden Schulden, die Herr Funke der Allgemeinheit hinterließ und jetzt noch auf Pension pocht. Das sind halt heutige Zeiten, man hinterlässt verbrannte Erde. Hm könnte nicht der ehemalige Todesstreifen sich als Parkband, das sich durch Deutschland schlängelt sich eignen? Da soll an manchen Orten ja ein richtig grünes Paradies entstanden sein.

  6. Foersterliesel, hat denn die...
    Foersterliesel, hat denn die ÖVP seit Schuschniggs Zeiten je irgendetwas verstanden? Was nicht in den Ständestaat passt, hat da nichts verloren. Unerfreulich.
    .
    Manni1000, das ist fein. Und wie alles Meeresgetier mag ich Hummer auch nur lebendig im Wasser und nicht tot auf dem Tisch.

  7. Reiterjunge, tatsächlich? Da...
    Reiterjunge, tatsächlich? Da werden die Verantwortlichen aber ein blaues Wunder erleben. Dass die Gartenschau etwas kostet, ist zu vertreten, aber Reiche, das lehrt die Erfahrung, sind die Letzten, die einen Eintritt zahlen, wenn es woanders umszonst ist. Da können dann allenfalls Politiker ihr Sommerfest machen. Der Park muss frei sein, und in Berlin kommt die Erpressung von Eintrittsspenden auch nicht wirklich gut an. Nein, will man wirklich die Verehrung der Nachwelt, muss es frei sein. Man kann sich in einem Irrharten in Form eines Koffers dann im Zentrum eine Büste aufstellen, und von dort aus, mit Blutorangen umwunden, als Landesvater lächeln.
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    XOT, ich glaube, nicht mal gebückt über der Schotterschüttung für die Wege würde ich diese Leute dort sehen wollen.

  8. Chapeau, Don. In sachen...
    Chapeau, Don. In sachen Steuern sind Sie wahrlich kreativ. Und diese Herbst-Impressionen, sehr schön. Ich sehe Sie quasi mit Holy Golightly durch den Park reiten. Eine schöne Vorstellung.

  9. BlackJack66, ach ja, die...
    BlackJack66, ach ja, die Schulden – nun, der Bauherr von Schloss Weissenstein etwa hat sich und seine Familie damit ruiniert, aber man denkt erstaunlicherweise nicht daran, wenn man durch die Hallen streift. Aber auch diese Schulden waren etwas ganz anderes als die Verluste heutiger Bankster. Ich wäre ja für eine Erweiterung des Berliner Tiergartens um 20 Kilometer in jede Richtung.
    .
    nico, die drohende Steuererklärung macht auch mich einfallsreich, zumal in Zeiten, da die Schweiz auch nicht mehr das ist, was sie mal war. Und reiten, nun, genau das ist eigentlich so gar nicht mein Ding, auch wenn man mich in diese Richtung zerrt und schiebt: http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1522355/

  10. Sehr schöner Artikel.
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    "Was...

    Sehr schöner Artikel.
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    „Was spräche also dagegen, eine steuerbefreite, gemeinnützige Gesellschaft für Gartenbaukunst einzurichten. Überall, wo es Adel gab, gab es schliesslich auch Lustgärten, …“
    .
    Nun, man betrachte dazu die Royal Horticultural Society, oder den National Trust, die ja genau solches tun auf ihrem „precious jewel set in the silver sea“. Wenn der Adel die Gärten (und die darinstehenden Schlösser) nicht öffnen wollte, half man der Verarmung des ehemals Herrschenden mit der Erbschaftssteuer nach – gegen lebenslanges Wohnrecht, denn besser als gemietete Mohren sind doch echte Adlige in altem Gemäuer: „Our family used to live in these estates for the last 6 and 1/2 centuries, and we in my generation are really grateful to the National Trust …“ So wird der Fürst zum Mieter. Die Briten tragen soviel Demokratisierung mit Fassung. Das Volk kann gegen geringen Obulus die herrlichen Anlagen besuchen, Kurse in gesundem Landbau und richtiger Ernährung machen, Heckenpflegekurse absolvieren und dergleichen Erzieherisches mehr.
    .
    Man man darüber streiten, was wir von der Insel lernen können, dies gehört sicher dazu.
    .

  11. Bankster?? Eine Mischung aus...
    Bankster?? Eine Mischung aus Gangster und Banker?? ROFL geniale Wortschöpfung! Nun das jede Generation der nächsten etwas hinterlässt hatten wir ja schon mal diskutiert. Es ist halt bezeichnend für unsere, dass wir nur Schulden und einen geplünderten Planeten hinterlassen.
    Wenn Sie den Tiergarten ausdehnen möchten, dann würde ja die gesamte Regierung verschwinden. Die Frage ist dann natürlich, wer soll’s dann richten? Koönig Ludwig der viertel vor Zwölfte? Oder wollen Sie gar eine neue Mauer errichten, jetzt wo wir die alte nach 20 Jahren gerade los geworden sind?

  12. ".....Guck mal, das Hemd musst...
    „…..Guck mal, das Hemd musst du auch noch mehmen, sagt sie und legt es dazu. Der Kofferraum ist prall gefüllt mit Zeug, um bis an mein Lebensende Rebhühner zu jagen, in kalten englischen Schlössern zu überwintern, Whiskey im Hochland zu trinken und in der Scheune unsagbare Dinge mit Mägden zu treiben – lauter Zeug, das du nicht tust.“
    Köstlich, Don, in der Tat fehlt da noch das Pferd, und die Iris scheint mir die Auferstehung der Holy G., die mit Ihnen dann noch zu Tiffany bzw. Dallmayer will?

  13. Oh, hier so bürgerliche...
    Oh, hier so bürgerliche Themen wie Spenden. Man macht das ja eigentlich das ganze Jahr über oder hat feste jährliche Zuwendungen zu bestimmten Vereinen. Einem vorweihnachtlichem Spendenrausch bin ich eigentlich noch nie verfallen.
    Sie können in den meisten Städten für Parkanlagen spenden (in Form von Baum- oder Pflanzenspenden, allerdings nicht als Pflanze selbst, man bekommt dann da eine Rechnung). Allerdings ist die Auswahl da sehr beschränkt und man kann z.B. keine Zedern oder Rosen vom Austin spenden. Stattdessen pflanzen die Stadtgärtner dann immer dieses kleinblütigen fiesen rosablühenden Rosen die in wirklich jeder Stadt stehen.
    Spende man doch lieber für den Erhalt von Streuobstwiesen (man kann sich da selbst eine kaufen und mit der Pflege spezialiserte Gartenbauer beauftragen, es gibt dann gar eine Rendite in Form von Apfelsaft) oder für den Erhalt Trockenmauern. Da tut man was für die Kulturlandschaft.

  14. yaq12: Das Faszierende am...
    yaq12: Das Faszierende am National Trust ist meiner Meinung nach die Klassenselektion: Man richtet sich klar an „bessere Bürger“, gebildete und interessierte Besucher, dabei bleibt das erworbene Herrenhaus also fest in der Kontrolle der Oberschicht (nun, vielleicht auch „upper middle class“, so gut kenne ich mich in den englischen Rängen nicht aus). Der Verein lädt ganz offen jeden ein, seine Schätze gegen ein paar Schillinge zu betrachten, es kommen aber nur die Passenden. Zumindest in den Herrenhäusern ist man unter sich, einschließlich hochmotiviertes NT-Personal, die Industriedenkmäler (z.B. Cornish Mines & Engines, Finch Foundry) sind mit Personal bestückt, das britisch zurückhaltend bemüht ist, seine Begeisterung für die Gerätschaften der Arbeiterklasse an die verehrte Besucherschaft weiterzugeben – oft genug mit Erfolg, scheint mir.
    Ich bedauere es nicht, in Deutschland sparsam mit denen zu verkehren, die sich für die „besseren Kreise und oberen Zehntausend“ halten, in England machen aber solche Ausflüge in die Sphären der „Upper Class“ mir besondere Freude. Bei einer Jahresgebühr von nicht einmal 50 Euro leiste ich mir gerne die Mitgliedschaft im NT.
    Und natürlich haben sich die Hausherren von St Michael’s Mount und Ightham Mote Denkmäler gesetzt, nur waren damals wohl noch keine Einkommensteuer-Überlegungen relevant.

  15. yaq12, nun, das meiste in...
    yaq12, nun, das meiste in Sachen Adel ist in deutschland ja schon entparkt, da geht nicht mehr viel. Im Osten sowieso und im Westen ist der Unterhalt eines Schlosses auch nicht gerade ein Vergnügen. Insofern wird man also erst mal selbst Hand anlegen müssen – in ein paar Dekaden kann man solche Vereine ja immer noch als illegale Steuersparmodelle hochnehmen und anderweitig nutzen.
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    BlackJack66, ich finde ja, dass ein Ort wie Bonn den Menschen durchaus zu Demut und Bescheidenheit und zur Vermeidung von allzu grossen Gesten erziehen kann. Nichts gegen eine Regierung, gerne auch dekorativ, aber Bonn passt zu diesem Land.

  16. nico, absolut nicht, Iris ist...
    nico, absolut nicht, Iris ist Anfang 40, geschieden, und, wie so viele andere auch, Tochter von Beruf.
    .
    Dipsy, bei uns in der kleinen, dummen Stadt an der Donau spendet man wohl auch künstlerische Stadtmöblierung, die im Park entsorgt und der Jugend als Fläche für Sprayerkünste zugusten des hiesigen Eisjockeyclubs angedient wird. Das Problem ist natürlich, dass so etas kein grosser Wurf ist, nicht repräsentativ und jenem Selbstbild entsprechend, das man in jenen Kreisen von sich hat. Deshalb eben auch mein Vorschlag, eine grosse Lösung ohne kleine Rosen zu bewerkstelligen.

  17. Text und Bilder verbinden sich...
    Text und Bilder verbinden sich zu einem herrlichen Herbstspaziergang, wie man ihn jetzt gerne hätte und nicht diese Saukälte. – In einer Sache allerdings kann ich behilflich sein: für den schönen Gartenverein hätte ich schon die richtige Hortikulturistin. Und jetzt mache ich doch etwas Werbung: meine liebe Freundin Gabriella von der Königlichen Gartenakademie zu Berlin. Berlin-Dahlem, nicht Mitte.
    http://www.koenigliche-gartenakademie.de/

  18. Jawohl! Mehr Parks! Schön...
    Jawohl! Mehr Parks! Schön anzusehen, nützlich, wohltätig, steuersparend… und wir könnten auch wieder mehr Tauben vergiften, in Parks ;)

  19. Ich schwanke immer wieder in...
    Ich schwanke immer wieder in meiner Meinung über ihre Kolumne hier, was zum größten Teil aber sicher der überflüssigen Mitläuferkommentare geschuldet ist. Dies aber ist Ihr bisher vollkommenster Streich: legère im Stil, die Spitzen in Spitze verpackt und mit leicht kitschigem, aber sehr stimmungsvollem Bildmaterial aufgewertet. Vielen Dank und um im Jargon zu enden: „made my day!“.

  20. Schön beobachtet! Vielleicht...
    Schön beobachtet! Vielleicht finden sich ja sogar einige Nachahmer…
    Und die potentiellen Spender mit Heuschnupfen können sich ja mal an der Einrichtung innerstädtischer ParkPLÄTZE versuchen – würde das gemeine Volk in Zeiten von deren Knappheit sicher auch erfreuen…

  21. @ Don,
    Bester, Sie...

    @ Don,
    Bester, Sie verschmähen Hummer und sonstige Meeresfrüchte? Verzichten Sie denn
    auch auf sonstige Tiergeschöpfe aus ethischen Gründen? Hoffe, nicht zu persönlich
    geworden zu sein. Hmmm, ich liebe Meeresfrüchte und kann Sie diesbezüglich schwer
    verstehen.

  22. Lieber Don,
    .
    Schöner hätte...

    Lieber Don,
    .
    Schöner hätte ich das niemals schreiben können.
    .
    Wie schön, daß es wenigstens einen einzigen Menschen gibt, der einem manchmal noch zuhört.

  23. Äußerst süffisant,...
    Äußerst süffisant, allerdings treffend. Allerdings brauch man sich in höheren Kreisen offensichtlich nicht so mit Nachdruck darum zu kümmern, dass der Rubel nicht in Richtung Staat rollt.
    Das von der Politik und Wirtschaft gezüchtete und nach wie vor wachsende s.g. Prekariat, wird mit den paar Euro der Steuernachlässe sicherlich keins ihrer sowieso nicht vorhandenen Fässer aufmachen können.
    Im Gegensatz zur Upper-Class, welche mir den Eindruck vermittelt, trunken von zahlreichen Fässern gar nicht mehr in der Lage ist zu realisieren was unter ihr los ist. Beziehungsweise gut angeheitert das Schauspiel genießt.
    Frei nach dem Motto: Alle sind gleich, doch manche sind gleicher und daher jedem das seine und mir am meisten!

  24. Toller Blog mal wieder! Mal...
    Toller Blog mal wieder! Mal wieder am besten nur ein Wort: Danke.
    .
    Daher auch nur am Rande: Fehlt evtl. noch eine klitzekleine Argumentationsmöglichkeit im ansonsten wunderbaren Vortrag (die reine Freude, dessen ernsthafte Ironie), nämlich, dass die Völker, die demokratisch diese Parks bevölkern können und sollen (und „kostenlos“), natürlich auch bisher schon viel für die Möglichkeit der Weiterexistenz resp. Ausweitung solcher Parks getan haben, indem sie nämlich klag- und übersichtslos für 90 bis 400 €/qm hinter dem Lärmschutzwall im Neubaugebiet auf 280 oder 390 qm-„Handtuchgrundstücken“ siedeln – und somit mithelfen, in den vo Don ebenfalls beobachteten Gewerbegebieten die qm-Preise auf Niedrigst-Niveau (ab 20€/qm aufwärts) runter zu subventionieren – schließlich ist Landschaftsverbrauch des Volkes immer „Pfuibäh“ und sinnlose Verschwendung, während „Gewerbe“ – zumindest im deutschen Volk – schon immer was Höheres war.
    .
    Aber wie bekannt musste ein Adel, der „für den Park und von der Scholle“ lebte, leider aus den bekannten sozio-ökonomischen Gründen zu Grunde gehen: Bis auf wenige Familien, wie die Villeroy & Bosch z.B. und andere, wurde der Wechsel in die viel primitivere Gewerbetätigkeit (natürlich zu Recht) gescheut, mit der bekannten Folge häufig weitgehenden Marginalisierung vieler adliger Vermögen durch mangelnde Kapitalreproduktion, jedenfalls wenn man von 1730 bis nach 1950 und weiter rechnet. Und im Verhältnis zum nach Fortschritt und Aktiengesellschaft vielfach stärker strebenden Bürgertum. g.
    .
    Und da kommt das von Don so empfundene Programm „Gewerbesteuer und Bürgerfinanzen zu Parks“ wohl zur rechten Zeit für eine Richtungsumkehr (im Rahmen „gut geplanter sophistischer Tarnmassnahmen“ natürlich nur – Völker müssen am besten weiter unwissend sein und bleiben, aber willig, denn die Bürger sind gerade anderweitig beschäftigt und große Zahlen gewohnt, und ausserdem haben sie ja auch für den Wiederaufbau des Hohenzollernschlosses zu Berlin freiwillig kräftig gespendet, sich also als grundsätzlich nicht unwillig erwiesen.
    .
    Was würden wir also bloß machen, ohne Dons kluge und richtungweisende Blogs in dieser Zeit?
    .
    („Zeiten, wo“ – solche Zeiten benötigen wohl tatsächlich bevorzugt die adverbiale Bestimmung des Ortes, nicht wahr?)

  25. Ist das da ein...
    Ist das da ein Schildkrötenpanzer im Vitrinchen???

  26. Werter...
    Werter Reiterjunge,
    Rollschuhtaliban? Sehr schön. Aber Ihnen sind die kontroversen Diskussionen betreffs der Umgestaltung und auch bezüglich der Eintrittspläne nicht entgangen? Die Attribute klein und dumm, welche der Gastgeber gerne seiner Heimatstadt bescheinigt, gelten mindestens genauso für die Kurstadt nördlich von Frankfurt. „Krethi und Plethi“ bleiben aussen vor? Eintritt nur noch für „freundliche, gebildete und kulturell interessierte Bürger“? Entschuldigen Sie bitte vielmals, aber das klingt für mich nach Sozialdarwinismus oder den feuchten Träumen mancher Neoliberallalas.
    Es ist ja nicht so, das ich mir nicht auch manchmal eine „Gated Community“, in der Freundlichkeit, Kultur und Bildung noch als erstrebenswert gelten, herbeiwünsche, aber der Eintritt dafür sollte nicht nach materiellen Aspekten
    gewährt werden.
    Sollte mir allerdings die feine Ironie ihrer Äusserungen entgangen sein, bitte ich schon jetzt vielmals um Entschuldigung.

  27. @perfekt!57,
    wie soll ich Ihr...

    @perfekt!57,
    wie soll ich Ihr vorletztes Sätzchen denn verstehen? Sehen Sie diesen Blog tatsächlich
    als Rettungsanker in diesen Zeiten? Neiiin, das kann doch nicht sein, sicher irre ich.

  28. Wir empfehlen ansonsten und...
    Wir empfehlen ansonsten und überhaupt die heutige „How-to-Spend-it“ Beilage der FTD. „Fabergè zu Parks“ resp. „Fabergé in Parks“ ist dann, wenn man die Dame dorthin begleitet.

  29. Als sie eines Tages zusammen...
    Als sie eines Tages zusammen durch das Dorf gingen, bemerkten sie mißfällig, wie weit es an Ordnung und Reinlichkeit hinter jenen Dörfern zurückstehe, wo die Bewohner durch die Kostbarkeit des Raums auf beides hingewiesen werden.
    „Du erinnerst dich“, sagte der Hauptmann, „wie wir auf unserer Reise durch die Schweiz den Wunsch äußerten, eine ländliche sogenannte Parkanlage recht eigentlich zu verschönern, indem wir ein so gelegnes Dorf nicht zur Schweizer Bauart, sondern zur Schweizer Ordnung und Sauberkeit, welche die Benutzung so sehr befördern, einrichteten“.
    „Hier zum Beispiel“, versetzte Eduard, „ginge das wohl an. Der Schloßberg verläuft sich in einen vorspringenden Winkel herunter; das Dorf ist ziemlich regelmäßig im Halbzirkel gegenüber gebaut; dazwischen fließt der Bach, gegen dessen Anschwellen sich der eine mit Steinen, der andere mit Pfählen, wieder einer mit Balken und der Nachbar sodann mit Planken verwahren will, keiner aber den andern fördert, vielmehr sich und den übrigen Schaden und Nachteil bringt. So geht der Weg auch in ungeschickter Bewegung bald herauf, bald herab, bald durchs Wasser, bald über Steine.
    Wollten die Leute mit Hand anlegen, so würde kein großer Zuschuß nötig sein, um hier eine Mauer im Halbkreis aufzuführen, den Weg dahinter bis an die Häuser zu erhöhen, den schönsten Raum herzustellen, der Reinlichkeit Platz zu geben und durch eine ins Große gehende Anstalt alle kleine, unzulängliche Sorge auf einmal zu verbannen“.
    „Laß es uns versuchen!“ sagte der Hauptmann, indem er die Lage mit den
    Augen überlief und schnell beurteilte.
    „Ich mag mit Bürgern und Bauern nichts zu tun haben, wenn ich ihnen nicht geradezu befehlen kann“, versetzte Eduard.
    „Du hast so unrecht nicht“, erwiderte der Hauptmann; „denn auch mir machten dergleichen Geschäfte im Leben schon viel Verdruß. Wie schwer ist es, daß der Mensch recht abwäge, was man aufopfern muß gegen das, was zu gewinnen ist, wie schwer, den Zweck zu wollen und die Mittel nicht zu verschmähen!
    Viele verwechseln gar die Mittel und den Zweck, erfreuen sich an jenen, ohne diesen im Auge zu behalten.
    Jedes übel soll an der Stelle geheilt werden, wo es zum Vorschein kommt, und man bekümmert sich nicht um jenen Punkt, wo es eigentlich seinen Ursprung nimmt, woher es wirkt.
    Deswegen ist es so schwer, Rat zu pflegen, besonders mit der Menge, die im Täglichen ganz verständig ist, aber selten weiter sieht als auf morgen.
    Kommt nun gar dazu, daß der eine bei einer gemeinsamen Anstalt gewinnen, der andre verlieren soll, da ist mit Vergleich nun gar nichts auszurichten.
    Alles eigentlich gemeinsame Gute muß durch das unumschränkte
    Mejestätsrecht gefördert werden“.

  30. debe, das gleiche sieht man,...
    debe, das gleiche sieht man, wenn man die hochsubventionierten Opern mit den Massenkonzerten der Popmusik vergleicht: Die einen bekommen ein Mehrfaches des Eintritt an Förderung des Staates, die anderen tragen zum Gewinn des Veranstalters und den Steuereinnahmen bei. Und obwohl das nicht zwingend gerecht ist, bin ich darüber absolut nicht traurig, ganz im Gegenteil. Popkonzerte sollten noch viel teurer sein!
    .
    MTM, Kälte? In Bayern war das Wetter recht angenehm, ich komme gerade von einer (sehr späten) Radtour auf die Neureuth. Gut, ab 1300 Meter liegt Schnee, aber so ist das nun mal.

  31. Es hat sich ergeben, daß ich...
    Es hat sich ergeben, daß ich nächstes WE nach München muß.
    Hat jemand evt. einen Veranstaltungstip, gerne auch Kabarett?
    Danke im Voraus.

  32. Verehrter Otto, wie schön,...
    Verehrter Otto, wie schön, ich freue mich, daß Sie uns die Aktualität der Goetheschen Wahlverwandtschaften mal wieder vor Augen führen!- Manche Dinge ändern sich wohl einfach nie. Womit wir mit Goethe wieder bei den alten Werten sind, die es zu erhalten gilt. Aber wofür, lieber Don Alphonso, für wen denn nur? Irgendwelche vernünftigen Erben sind nicht in Sicht. Könnten Sie sich dieses Themas mal annehmen?

  33. SecondAttempt, und bei...
    SecondAttempt, und bei Dürnstein werfen wir Adelheid in die Donau, denn bei Dürnstein ist die Donau doch so wunderschön.
    .
    Fenfyre, das Lob ist die einzige Freude im kargen Journalistenalltag, denn so gut wie nire hört man Komplimente von Kollegen, insofern: Herzlichen Dank. Ich bin froh, hier unterhalten zu können.

  34. E.R.Nest, für heuschnupfler...
    E.R.Nest, für heuschnupfler wie mich wäre es nett, wenn Reiche sich der Erhaltung von Grandhotel-Sanatorien widmen können, in den Bergen, und dort könnte man ja auch das ein oder andere feine Treffen machen. man muss diue Rettung von gesunden Villen ja nicht immer den Wirtsleuten überlassen, auch wenn das Saxifaga in Meran ein wunderbares Beispiel ist, wie so etwas aussehen könnte: http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/08/09/gelebtes-reales-und-gefuehltes-alter.aspx
    francesca, ich bin Vegetarier, und das nun auch schon über 15 Jahre, aber mit Fisch und Wasserlebewesen konnte ich ohnehin noch nie etwas anfangen. Man verzeihe mir das, der bayerische Magen scheint dafür einfach nicht geschaffen zu sein (die Details der Fleisch- und Fischproduktion wären in der Regel nochmal ein eigenes Kapitel).

  35. HansMeier555, gern...
    HansMeier555, gern geschehen.
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    Muha, nun, auch andere bedienen sich vom Staat, die Karnickelzücher etwa, die Medienkunstvereine, die diversen karitativen Einrichtungen, gerade in Bayern, ach, es ist eine rechte Freude, und jeder profitiert davon ein wenig. Heut Abend zu Leonhardi spielt bei uns in Bayern die Musi auf, und hinten in Kreuth haben sie dafür einen ganzen Bauernhof geschenkt bekommen. Solange man verankert ist, kommt da schon was rüber. Nur die jungen, mobilen, nicht organisierten Menschen mit nicht ganz langeiligen Lebenskonzepten, die gehen leer aus. Es ist also nicht nur eine vertikale Steigerung der Zuwendungen, sondern gleichzeitig eine Trennung innerhalb von Klassen.

  36. @francesca, was sollten wir...
    @francesca, was sollten wir denn sonst tun, ihn als den von Perfekt!57 trefflich Beschriebenen zu betrachten. Wir sind seine geduldig und gleichsam erwartungsvoll ausharrenden Lämmer. Was bliebe uns überdies anderes – in dieser Zeit, als in gepflegten Parks den Müßiggang zu kultivieren. Nur da kann man noch sein. Ähnlich, scheint mir, ist es auch mit Friedhöfen. Kürzlich las ich im Reisemagazin über ein „best of cemetery“. Unglaublich, es gibt so viele Orte der Beschaulichkeit und Einkehr. Kann man nicht mal über abschreibungsträchtige Grabstätten nachdenken, Don. Ich meine, wer dort investiert, tut auch etwas Gutes, gar Gemeinnütziges.

  37. @Don
    Wie lange wird man solche...

    @Don
    Wie lange wird man solche Vorschläge noch für Satire halten?
    Zuwendung, Distinktion, Gnade….

  38. "...und Rabauken, Rollschuhe...
    „…und Rabauken, Rollschuhe und Räder bitte draussen bleiben.“ Da fehlen leider noch: Hunde.

  39. Hunde sind historisch aber...
    Hunde sind historisch aber korrekt, und, wenn man mal eine Treibjags auf sich fehlverhaltende Menschen macht, durchaus dem Vergnügen zuträglich.

  40. @ francesca
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    Natürlich sind...

    @ francesca
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    Natürlich sind seine Blogs richtungweisend. „Der Gradient gibt immer die Richtung des steilsten Anstiegs an“. Oder Abstiegs, g und s.u.. Und wie Don so schön & richtig aufzeigt, sind es halt immer mehrere Gradienten, die in mehrere Richtungen zeige, je nach Klassenzugehörigkeit.
    .
    Wobei es eben doch so etwas wie einen „postmodernen Polyperspektivismus“ tatsächlich gibt, wie zu zeigen wäre:
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    – Jeder kann/darf/soll/muss/möchte sich jeden Tag auch ein Stückchen neu erfinden.
    – „Die Summe der Splitter ergibt jeden Tag ein neues Bild“, oder
    – „sitze ich auf meiner Insel und verwirkliche mich selbst, dann darfst auch Du auf Deiner Insel sitzen und Selbiges tun.“ Und wir sind in friedlicher Koexistenz vereint, kommen uns daher nicht ins Gehege, vielleicht aber vorübergehend nahe.
    – Außenpolitik fängt an meiner Hautoberfläche an.
    – Temporäre Allianzen sind schön und möglich. (Für manche war „Oderhochwasser“ so was, g.)
    – Es gibt keine großen Erzählungen mehr, sondern nur noch kleine (Lyotard),
    – Das Leben ist ein Sprachspiel. Keine Realität (g).
    – ‚Postmoderne‘ bedeutet u. u., dass man den Meta-Erzählungen keinen Glauben mehr schenkt, „denn Vernunft ist zerklüftet“ – und Don versucht so gesehen (für sich und stellvertretend uns) immer wieder neue Querungen über diese Klüfte (… ohne, dass er anscheinend ahnt, wie es scheint, was er da macht, und das ist ja das Gute, macht die Authentizität seiner Texte aus, begründet diese geradezu, wie man meint.)
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    Wobei es uns mit als das Wichtigste weiterhin erscheint, dass das Bürgertum sich unentwegt stark darüber im Klaren sein möge dass nicht „aus uns Don’s am Ende doch mal wieder Siegfrieds werden mögen“. Hier http://www.youtube.com/watch?v=b1ul0_87f2c&feature=related bei Minute 1:17 „der Adolf-Hitler-Akkord“. … (Ruhig mal wieder richtig laut hören.) Fast ist man geneigt „unser Adolf-Hitler-Akkord“ zu sagen – denn die anderen Völker hatten ihn nicht. Beide nicht. Und dann das tödlich in die Abgründe strahlende C-Dur in Blech ab 3:50 (nicht in Silber auf deutsch, nicht in Blech, nicht in Gold: in Zink schmettert(e) das bei uns noch immer am Ende … . Und Wagner lässt das einfach ausklingen: Sein Schlussakkord ist, wenn man so will, Schweigen. Grabesruhe, um genau zu sein. „Die Deutsche Seele up-to-date“ weiß der Zauberberg. „Wollen wir mal probehalber eine erbrausen lassen?“ (eine Schallplatte), heißt es dort schon 1924 – und drückt aus, ahnt vor, was angelegt sein kann. „Gradient“ also gut und schön: Die Richtung also gilt es zu beachten. Und „nach unten“ ist u. u. nicht immer nur lustig. Und meist nicht für die anderen gewesen.
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    Wie gesagt, und wie wir ja alle wissen und beherzigen : „Postmoderne“ heißt im französischen Sprachgebrauch „Dekonstruktivismus“. Und mal wieder benutzen wohl die Franzosen, das Bessere, Genauere, die Möglichkeiten nicht so verschleiernde Wort, wie der bei uns gebräuchliche Begriff von der „Postmoderne“ macht oder zuläßt: Solange wir die „Dekonstruktion“ nicht soweit treiben, dass tatsächliche Auflösung und Faschismus entstehen, weil für die Masse der Kleinbürger kein für sie greifbarer Staat mehr da ist, ist es (noch) gut:
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    “ Dies ermöglicht dann Fragen zu stellen wie: welche Ausgrenzungs- und Etablierungsmechanismen, welche Strategien des Glaubwürdigmachens, welche hierarchischen Strukturen eines Signifikantengefüges erlauben, das entsprechende materielle Gefüge als sinnhaften Bedeutungsträger zu verstehen … “ http://de.wikipedia.org/wiki/Dekonstruktion und „Postmoderne“ dort und „Lyotard“.
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    Wir sind übrigens nicht schlau. Und außerdem gibt es uns nicht wirklich. Wir sind nur die Stimme aus dem off. Also.

  41. @Don (11.36 Uhr)
    So wie...

    @Don (11.36 Uhr)
    So wie Katzen, Don, die Bohemiens unter den Tieren sind, also im besten Fall nur durch ihre Anwesenheit, Grazie und Eigenheiten den leicht masochistischen Liebhaber zu entzuecken wissen, so sollte man ueber schoene Maedchen, die nichts anderes koennen, als auf reizende Art ihr Dasein wie die Lilien auf dem Felde, zu geniessen, ihnen das nicht veruebeln, ihre scheinbare Nutzlosigkeit nicht aus der Perspektive des streng erzogenen Erwerbsmenschen kritisieren.

  42. Der Park als Steuersparmodell...
    Der Park als Steuersparmodell – Eine interessanter Vorschlag, um beim Geldadel das Interesse für die Gartenkunst zu wecken. Doch ich habe Zweifel. Denn wer sich schon über den bürokratischen Papierkram für seinen 400-EUR-Gärtnersklaven aufregt, bekommt eine gärtnerische Leistung geboten, die sich am besten mit Baumfrevel beschreiben läßt.
    „und mit ein paar kleinen Verbots- und Hinweisschildern“
    Das Problem mit den „Vandalen und Rabauken“ hatte auch schon Leopold III. in seinem Gartenreich Dessau-Wörlitz. So sah man sich dann im Jahre 1787 genötigt, dort eine Parkordnung zu erlassen und den Besuchern zu verbieten, „an Wände oder Statuen Namen oder Einfälle anzuschreiben“. Spitze Spazierstöcke und Stöckelschuhe, die die Wege ruinierten, waren ebenso verboten. Diesen Part der Verwüstung übernehmen heutzutage die Nordic Walker. Auch in Herrenhausen gab es schon 1777 eine Parkordnung, die es den niederen Ständen unter anderem verbot, „nach den Schwänen zu werfen“ oder „die Nachtigallen … zu stören“.
    „und dass Salbei hilft, wenn man Zahnschmerzen … hat“
    Ich befürchte, dass unsere Jugend beim Thema biologische (Schmerz)-Betäubung bereits bestens informiert ist. Nicht nur bezüglich der Verwendung der blühenden Landschaften am Hindukusch, sondern auch bei der Kultur einer bekannten Faserpflanze. Was sich im Keller ausser Champignons und Shiitake sonst noch anbauen läßt, ist bei den jungen Hobbybotanikern Allgemeinwissen. Die Ironie bei diesem Thema ist, dass die Pflanze, die man zur Kariesvermeidung als Zuckerersatz einsetzen könnte, in weiten Teilen Europas ebenfalls verboten ist (Stevia).

  43. perfekt!57, was man ohne...
    perfekt!57, was man ohne dieses Blog machen sollte? Selbst eines schreiben. Ich bin ja nur ein Plauderer, der unterhalten möchte.
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    Julius, das ist aus einer Schulsammlungsauflösung. Ab und zu lege ich das ins Gästebett. Huiiii!

  44. Blinder Passagier, es ist...
    Blinder Passagier, es ist keine schlechte Idee, in diesem Irrgarten der Pseudonyme alles cum grano salis zu nehmen. Nur bei mir dürfen Sie davon ausgehen, dass alles, was ich zeige, auch in etwa so erlebt wurde. Von Rollerblades halte ich natürlich gar nichts, zumal die Tätowierung da stets nicht weit ist.
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    perfekt!57, solche elenden Mistpublikationen wie die Werbebeilage „How to spend ist“ (Allein schon der nach PR-Diesel stinkende Name!) sind es, die mich zum Schreiben treiben.

  45. Otto, danke für diese...
    Otto, danke für diese Ergänzung.
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    Settembrini, wenn ich hier über Zurichtung von Kindern schreibe, um aus ihnen angmessene Erben zu machen, wird es schnell laut und ungehobelt in den Kommentaren, namentlich, wenn ich das an meinem Lieblingsobjekt, den verkommenen Elitessen meiner Heimatstadt mache. Vielleicht habe ich mal wieder Lust auf Randale, aber momentan bin ich ganz froh, wenn es beschaulich bleibt.

  46. nico, wie es der Zufall haben...
    nico, wie es der Zufall haben will, komme ich heute an einem Bergfriedhof vorbei – wobei ich nicht ganz weiss, wie das hier hineinpasst. Ich wollte aber schon länger mal was aus dem Archiv über Berliner verkommene Friedhöfe machen.
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    HansMeier555, wenn sich die Bundesregierung nur zu ein klein wenig Zuwndung durchringen könnte, sehe ich da nichts, was nicht kommen könnte. Fände ich auch nicht so schlimm wie das HRE-Desaster.

  47. perfekt!57, tatsächlich haben...
    perfekt!57, tatsächlich haben sich alle Sicherheiten des Bürgertums in den letzten 30 Jahren verabschiedet – Religion, Familie, staatlich garantierte Absicherung, denn auch Reiche jammern über die Kosten des Zahnersatzes in Deutschland – und das, was sich an seiner Stelle breitgemacht hat, der schäbige Neoliberalismus und die fade Mitte, die ganze Stillosigkeit des modernen Konsums, das alles sorgt für ein massives, oft nicht eingestandenes Unbehagen. Gleichzeitig hat sich das „Neue“ aber schon so fest etabliert, dass man es kaum offensiv bekämpfen kann, ohne hicht im nächsten Umfeld jemanden damit zu insultieren. Da ist so ein Blog natürlich eine feine Sache.
    (Ich bin heute in Sterzing oder vielleicht auch Brixen, aber die Kommentare werden trotzdem freigeschaltet)

  48. In Anlehnung an Ihre kreativen...
    In Anlehnung an Ihre kreativen Steuersparmodelle bin ich sehr wohl der Meinung, daß Friedhöfe – nicht gerade allerorten, und etwas mondän darf es schon sein – einen besonderen Anreiz beim Abschreiben anbieten. Im Marketingjargon hieße es: best cemetery incentivs. Nun, ich meine – und stellen Sie sich dabei unsere Elite vor -, daß es doch mehr als gerecht wäre, wenn diejenigen, die zwar eigentlich viel Steuern zahlen müssten….weil sie so viel arbeiten – es dann aber wegen vielerlei Investitionen im Ausland, die im öffentlichem Interesse liegen, dann doch nicht tun müssen -, zumindest in ihrer letzten Ruhestätte dem Wohlwollen ihrer Erben aus(bei)gesetzt werden, wenn diese einen Teil des Nachlasses in eben diese zuweilen parkähnlichen Friedhöfe investieren können – steuermindernd. Ich sehe da eine gewisse Nachhaltigkeit in der Steuergesetzgebung.
    .
    Don, darf ich ergänzen: eine Treibjagd auf sich fehlverhaltende Menschen, die Hunde bei sich führen, wäre dem Vergnügen sicher noch zuträglicher, meine ich. Am besten auf dem parkähnlichen Friedhof – der kurzen Wege wegen.

  49. Apotheken zu Sex-Shops, sag...
    Apotheken zu Sex-Shops, sag ich da nur.

  50. vielleicht haben sie recht,...
    vielleicht haben sie recht, d.a. & man sollte die hoffnung doch nicht aufgeben, daß es in der durchartionalisierten gesellschaft noch ein wenig platz für wahre phantasien geben kann. somit werde ich mich jetzt auf die rosenhöhe begeben, um in einem herbstblattbad den himmel zu bewundern, der seine sommerliche langeweile gerade allmählich verliert ;)

  51. @Don Alphonso

    "... wie es der...
    @Don Alphonso
    „… wie es der Zufall haben will, komme ich heute an einem Bergfriedhof vorbei – wobei ich nicht ganz weiss, wie das hier hineinpasst.“
    Verbindungen zu den Stützen der Gesellschaft ließen sich schon finden. So beklagte sich der Bestattungsunternehmer Rudolf Zirngibl im Dossier ‚Die Starnberger Republik‘: „Am Ende stünden die Reichen vor ihm und sagten: »Für meine Frau die billigste Kiste. In aller Stille, schnell weg.«“ und weiter „Es gibt Persönlichkeiten, die einmal in der Woche in der Presse stehen, aber ihre Eltern, die verscharren sie.“
    Auch südlich des Weißwurst-Äquators herrschen also Zustände wie in der großen, hässlichen Stadt. „A scheene Leich“ bekommen Sie mittlerweile selbst in Wien kaum mehr zu sehen.
    Letztendlich sind Friedhöfe aber auch nichts anderes als teilprivatisierte Parks, womit wir wieder beim Thema wären. Nur sorgt bei dem Public Private Partnership ‚Friedhof‘ die öffentliche Hand hingebungsvoll für die Vernachlässigung der dortigen Infrastruktur, während die private Seite zusehen muss, wie sich ihre Investments (Pflanzen, Gestecke und Grablichter) in Luft auflösen (von Banditen geplündert werden).

  52. Zur Bestattung. Nachdem der...
    Zur Bestattung. Nachdem der Gemeinderat und Bürgermeister meiner Gemeinde Hohenburg/Oberpfalz auf die glorreiche Idee gekommen sind auf dem ehemaligen Miltärlager Adertshausen eines der größten Krematorien Nordbayerns zu genehmigen und den öffentlichen Friedhof der Gemeinde (es gibt auch noch einen für der Kirche) für das anonyme Verstreuen der Asche zu erlauben, haben sie das Problem, dass die Angehörigen dort Blumen niederlegen, die wieder eingesammelt werden müssen. Was mich als Katholiken besonders wundert, wie wenig Widerstand von den Repräsentanten der Kath. Kirche in selbst so erzkatholischen Gegenden gegen die Abschaffung der Begräbniskultur kam.
    Aber vielleicht kann amn mit Gegenreformation nicht wirklich etwas gewinnen.

  53. verehrter Don,
    als...

    verehrter Don,
    als Schuschniggs Briefwechsel mit seiner Frau aus der Zeit der Internierung beider im KZ als Buch vorgestellt wurde, war ich im Springer-Schlößl drin und habs mir angehört. Schuschnigg war für konfessionell getrennte Schulen, ein Rückschritt hinter den diesbezüglichen Liberalismus der Monarchie. Ähnliche Tendenzen Segregation rechtlich zu fixieren gibts heute auch und konservativ- liberal gibts bis heute kaum bei uns.
    Der Wiener Augarten, eine barocke Gartenanlage in einem eher tristen Stadtteil, mit Schloß (in dem Schuschnigg übrigens wohnte), Porzellanmanufaktur und dem Haus der Wiener Sängerknaben, war im vergangenen Sommer Objekt phantasievoller Kämpfe der Gartenfreunde, die sich gegen eine weitere Verbauung des Parks zur Wehr setzten, leider vergeblich.
    http://diepresse.com/home/panorama/wien/513310/index.do?from=suche.intern.portal

  54. @perfekt!57

    Bester, einfach...
    @perfekt!57
    Bester, einfach mal nach Innen gehen und schauen was sich da meldet, zeigt. Es ist
    Alles, aber auch Alles dort zu finden und wartet von Ihnen entdeckt zu werden.
    Dort ist die wahre „Richtungsweisung“, ganz individuell, und wartet entdeckt zu werden.
    Sehr, sehr erfüllend, glauben Sie mir.

  55. Försterliesl
    Solange der...

    Försterliesl
    Solange der Flagturm im Augarten noch steht, geht es sich mit Geschichtsausblendung nicht irklich aus. Selbst das Open-Air Kino tritt dort sehr bescheiden auf. Aber was weiss ich, was passiert, wenn Strache nächstes Jahr – was G-tt verhüte (soll man ihn da reinziehen) Bürgermeister wird.

  56. Verehrter BertholdIV,
    nun das...

    Verehrter BertholdIV,
    nun das wird er sicher nicht; leider wird viel gehetzt, Strache hat auch den Schulterschluß mit den – schon vor den türkischen Migranten – hier ansässigen serbischen Einwanderern gesucht; die in den später Dazugekommenen natürlich (und nicht ganz zu Unrecht) Konkurrenten sehen. Diese Koagulation zweier Nationalismen läßt schon unbehagliche Gefühle aufkommen.

  57. Ja, die Stillosigkeit des...
    Ja, die Stillosigkeit des modernen Konsums. Richtig erkannt, der Zug ist bereits abgefahren. Deshalb ist es wohl konsequent zu sagen, wie wir es auch immer häufiger in Todesanzeigen lesen: „Von Beileidsbekundungen
    am Grab bitten wir abzusehen.“ Was ist übrigens die bessere Mehrzahl von Park. Parks oder Parke?

  58. verehrte Foersterliesel,
    geh'n...

    verehrte Foersterliesel,
    geh’n ma schaun singen Qualtinger und Heller… Der vor kurzem leider gefeuerte Chefredakteur der Wiener Zeitung Dr. Andreas Untersberger hat in seinem Blogg
    http://www.andreas-unterberger.at/2009/10/wenn-der-konrad-mit-dem-strache/#more-169 von einem interessanten Treffen zwischen der „grauen Emminenz“ der Republik Österreich Herrn Dr. Christian Konrad (RZB – für unsere Deutschen Zuseher: die Raiffeisen hat einen ‚gewissen‘ Einfluß in Österreich, so wird kolpotiert, soll Herr Dr. Konrad sogar beim Mittagessen den Posten des Justizministers verteilen‘) und Herrn Strache berichtet..(s.o.).
    Wenn Herr Strache weiter salonfähig gemacht wird, kann auch das rote Wien in Bedrängnis kommen.
    Was das für den Augarten bedeutet, weiss ich auch nicht, aber vielleicht wird der Stadtpark (vor der RZB) dann abends etwas angenehmer zu durchschreiten

  59. @ErnstWilhelm
    Im Zweifelsfall:...

    @ErnstWilhelm
    Im Zweifelsfall: Grünanlagen. Oder: Parkplätze…

  60. "...tatsächlich haben sich...
    „…tatsächlich haben sich alle Sicherheiten des Bürgertums in den letzten 30 Jahren verabschiedet – Religion, Familie, staatlich garantierte Absicherung, denn auch Reiche jammern über die Kosten des Zahnersatzes in Deutschland – und das, was sich an seiner Stelle breitgemacht hat, der schäbige Neoliberalismus und die fade Mitte, die ganze Stillosigkeit des modernen Konsums, das alles sorgt für ein massives, oft nicht eingestandenes Unbehagen.“
    .
    Unbehagen trifft es gut. Den haben inzwischen nicht nur die Stützen der Gesellschaft, sondern dürfte die wesentliche schichtenübergreifende Gemeinsamkeit der Berliner Republik sein. Unterhalb der Stützen der Gesellschaft, so im Bereich der Geschäftsleute und Handwerker dürfte schon eien zunehmende Verunsicherung um sich greifen, übrigens auch bei den gut verdienenden abhängig Beschäftigten.
    .
    Kommt noch hinzu, dass jedem klarer wird, dass die Kinder nicht mehr dorthin kommen, wo die Eltern sind. Wobei der Wunsch nach sozialem Aufstieg für den Bürger prägend ist. Hier könnte sehr viel mehr kaputt gehen, als mit dem Verzicht auf religiöse Bindung aufgegeben wurde,
    .
    Der Neoliberalismus war so lange gut, wie der Kettenbriefcharakter nicht offensichtlich wurde. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass die US of A all die Jahre auf Pump gelebt haben und jetzt klar wird, dass die höchste Verzinsung eines Darlehens in dem Augenblick hinfällig ist, in dem es uneinbringlich wird.
    .
    Die Mitte ist oer definitionem fad, keiner mag sich längere Zeit dort aufhalten, wo schon viele sind. Allerdings bedeutet Fadheit auch Normalität, vielelicht wünschen wir uns bald fadere Zeiten.
    .
    Der Konsum von Pofelware (oder, noch zeitgemässer und von Don Alphonso bereits angesprochen, die Nutzung zeitlich begrenzter Rechte), ist nichts anderes als die Möhre, die dem Esel vors Maul gehängt wird. Das hat sich in dem Augenblick erledigt, in dem der Kundenkredit nicht mehr so reichlich zur Verfügung steht.

  61. Verehrter Nikolaus...
    Verehrter Nikolaus Marggraf,
    „Kommt noch hinzu, dass jedem klarer wird, dass die Kinder nicht mehr dorthin kommen, wo die Eltern sind“ – wie wahr! Im Bildungsbürgertum wird von den Eltern wie wild genetzwerkt um das – meist ohnehin einzige – Kind nach dem Studium beruflich gut und sicher unterzubringen. Wenn es mit dem Netzwerken nicht klappt, muß das prekär arbeitende Kind (oft schon mit Enkeln dazu) von den Alten erhalten werden.
    Aufstieg für ganze Sippen garantiert nur noch ein Politikerjob, nach der aktiven Phase gehts ans große Consulten und Verdienen und auch für die Kinder finden sich warme Plätzchen.
    Verehrter Nico,
    „eine Treibjagd auf sich fehlverhaltende Menschen, die Hunde bei sich führen“
    hier in Wien hat sich in den letzten Jahren eine Hundekampfszene etabliert, der Besitzer des siegreichen Hundes bekommt so um die 10 000,- €, und viele der kleinen Pitbulls, die man in den ärmlichen Wohnbezirken noch als drollige Welpen sehen kann, enden in solchen Kämpfen. Alte Pitbulls sieht man hier kaum. Ein aufrechter Kämpfer gegen dieses Unwesen ist das Stadtgartenamt. Nachts werden die Hunde nämlich auf den Kinderspielplätzen trainiert, die Schaukeln mit Blut beschmiert, angetaucht und die Tiere angehalten sich darin zu verbeissen, immer wieder musste zerbissenes Spielgerät ersetzt werden.
    Gibt es das bei Euch auch ?

  62. Filou, ich wäre der Letzte,...
    Filou, ich wäre der Letzte, der etwas Negatives über Töchter sagen würde, deren einziger Verdienst mit ihrer Existenz mehr als Erfüllung gefunden hat.
    Ægopodium, sicher, da müsste man viel Überzeugungsarbeit leisten. Die Erfahrung zeigt aber, dass dem deutschen Reichen keine Mühe zu viel ist, wenn sie es ihm erlaubt, damit einen Pfennig mehr Steuern zu sparen, als dass er dafür ausgibt. Nirgendwo ist der Deutsche so leistungsfixiert wie bei der Steuergestaltung.
    .
    Was das Benehmen und das Personal angeht: natürlich muss man mit Rückschlägen rechnen. Allerdings ist das Reservoir an Bedürftigen so gross, dass ich davon ausgehe, die Deckung des bedarfs über Arbeitslose von Orchideenfächern (sic!) erreichen zu können. Hanfanbau u. ä. dagegen sollte man auch in Schlossgärten besser vermeiden. Was hilft es, der Steuer zu entgehen und als Drogenbaron eingesperrt zu werden?

  63. Mit Hanfanbau kann man sich...
    Mit Hanfanbau kann man sich boese in die Nesseln setzen, aber mit dem Verkauf von Hanfprodukten, besonders der zu rauchenden Variante, kann man einiges zur Besserung des Staatshauhaltes beitragen. Der niederlaendische Staat hat da ein sehr feines System von Protektion und Korruption entwickelt.

  64. Ideal wäre es natürlich,...
    Ideal wäre es natürlich, wenn der Staat eine Art Sonderzone für den Genuss von Hanf in so einem Park einrichtete und das Recht zum Handel für eine Gebühr verkaufte, wie früher der Bierausschank der Klöster – aber da stehen dann doch die gesetzeslage dagegen. Ausserdem ist Hanf nicht unbedingt, sagen wir mal, gesellschaftsfähig.

  65. Hollaender sind sowieso nicht...
    Hollaender sind sowieso nicht gesellschaftsfaehig. Und was hier in meinem benachbarten Coffieshop ein-und ausgeht (Deutsche und Niederlaender) ist ein so furchtbares Elend, dass der Berliner Hartzer sich wie ein Vollakademiker ausnimmt.

  66. Vielleicht sollte man es in...
    Vielleicht sollte man es in der Landirtschaft dann doch mit der Kaviarproduktion versuchen, wie die Schweizer: Wendet sich auch an Dumme, macht aber nicht krank. http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_20097.html
    .
    nico, ich glaube, dass Friedhöfe jeweils das Letzte sind, an was man denken möchte; ausserdem gibt es in den Familien eh schon zu viele Gräber. Schaue ich mir die Leute am Tegernsee an, so wäre eine Investition in Gesundheitsparks mit den üblichen Schlitzern, Saugern und Tackerern nachhaltiger.

  67. laperla, das ist eine feine...
    laperla, das ist eine feine Idee – ob man ansonsten etwas verändern kann ohne Steueranreize – nun, ich wage es zu bezweifeln.
    Ægopodium, das hängt auch vom sozialen Verbund ab. In einer Stadt wie Starnberg, wo die meisten irgendwie zugezogen sind, kann man sich das noch eher leisten. Hier am Tegernsee steht man dagegen an Allerheiligen den ganzen Tag noch am Grab, wenn man nicht das Gerede bekommen will.
    .

  68. BertholdIV, ich denke, da ist...
    BertholdIV, ich denke, da ist das Auseinanderklaffen zwischen Anzahl der Menschen und Anzahl der Priester zuu berücksichtigen. Früher war der ganze Pomp nötig,um all die Klöster zu ernähren; heute, in Zeiten des Konkordat, ist das allenfalls eine Nebenbeschäftigung.
    .
    Foersterliesel, die Österreicher haben ein Talent für Fassaden und die Zerstörung dahinter, das seinesgleichen in Europa sucht.

  69. Was ist mit Koksanbau in der...
    Was ist mit Koksanbau in der Orangerie?
    .
    Was ist mit Schäferspielen? („So jung, so unverdorben“).
    .
    Das Rokoko hatte seine Reize und BTM-Gesetze keinen Grundrechtscharakter.
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    Auch das Finanzierungsproblem dürfte sich ruckzug im Morgennebel über dem Schloßteich auflösen.
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=QwTrzF5KFVQ&feature=related

  70. Soweit ich das erlebt habe,...
    Soweit ich das erlebt habe, kann ich nur sagen, dass die feudalistische Wahrnehmung von Paarungsmöglichkeiten unter Stand in unseren Zeiten nicht ohne grössere Umstellungen der moralischen Einstellungen machbar wären. Auch macht es mir den Anschein, als würden sich derartige Dienstleistungsbetriebe nicht wirklich an vergangenen Epochen orientieren. Aber davon verstehe ich aus naheliegenden Gründen ohnehin nichts – Glücksspiel, Prostitution und Angeln waren nicht mal verboten, sondern absolut unvorstellbar.

  71. Da muss ich aber grinsen....
    Da muss ich aber grinsen. Schweizer und Niederlaender haben viel gemein-und Gottseidank, manches ueberhaupt nicht; den Calvin und und einen manchmal unbarmherzigen Calvinusmus haben sie schon. Beim protestantischen Erwerbsethos sind sie gleich, findig und inventiv sind sie auch. Da gibt es viel Respekt zu zollen. A bissel kriminell sans halt a.

  72. Gluecksspiel in besseren...
    Gluecksspiel in besseren Staenden unvorstellbar? A gehn’s! Beim Gluecksspiel verlor der Leutnant seinen Putzfleck an den Feldgeistlichen Katz, und der gab ihn an den Oberleutnant Lukasch weiter.
    PrinceMatecki, uebernehmen Sie…

  73. <p>Demnächst dann auch:...
    Demnächst dann auch: Champagner direkt in Davos angebaut, mit Wein aus beheizten Gewächshausern. Letztes Jahr, so hörte man, ging der Kaviarimport in die Schweiz um die Hälfte zurück, und auch sonst schaut es nicht gut aus in der Luxusszene: http://www.n-tv.de/…/Schweiz-kaempft-um-Touristen-article574306.html
    .
    Das ist bitter. Ich plane im Dezember deshalb eine kleine Schweiztour, um zu schauen, wie es dport so zugeht. Selbst das Dolder soll jetzt nicht mehr ganz abgeneigt sein, sich nach neuer Kundschaft umzuschauen.
    .
    ErnstWilhelm, jeder sollte sich darum bemühen, den Zug bei sich selbst wieder einfahren zu lassen. Der Mensch ist nicht zu Ikea lebenslänglich verdammt.

  74. Und noch was, lieber Don, wenn...
    Und noch was, lieber Don, wenn Sie nochmal so lange ohne Internetanschluss unterwegs sein sollten, wird mein Lieblingsmigrant Sie der Bastonade unterziehen. Kaum sind Sie wieder im Hause, wird naemlich die Debatte munter, und die Usual Suspects melden sich zurueck. Seien Sie sich Ihrer Bedeutung bewusst!

  75. Filou, ausser Rommee und...
    Filou, ausser Rommee und Schafkopf – und das auch nur um 5erl/10erl – gab es einfach nichts bei uns. Ich kenne auch niemand, der das tat. Es gab ja auch keine Möglichkeit, und jetzt hier am see, in Bad Wiessee, sehen die Leute, die ins Kasino gehen, auch nicht gerade so aus, dass ich dort einen Abend verbringen wollte. Auch hatte ich kein Interesse in Monaco, das Kasino zu besuchen, und durch Las Vegas bin ich ohne anzuhalten durchgefahren.
    .
    Nikolaus Marggraf, so negativ würde ich das gar nicht sehen. In der besseren Gesellschaft ist die Basis immer noch so gut, dass es für die Kinder stets reicht, das Niveau zu halten. Beispiel: Wenn ich 2500 Euro brutto verdiene, bin ich eher arm, wenn ich nichts habe. Wenn ich die gleichen 2500 Euro verdiene, aber ich habe drei Wonungen, eine davon für 500 Euro vermietet, Auto, telefon, Strom etc. zahlt die Familie – dann sind 2500 gar nicht so arg schlimm. Was dagegen weitgehend wegbricht, ist das Wachstum. Es geht nicht mehr nach oben, es verharrt. Und das allein verunsichert auch schon.

  76. <p>Bedaure, aber dort, wo ich...
    Bedaure, aber dort, wo ich war, in des Berggeistes Reich, da gibt es kein Internet.
    .

    .
    Nur Eis und Schnee und Kälte durch und durch.

  77. @Filou
    Die Rachenlaute nicht...

    @Filou
    Die Rachenlaute nicht zu vergessen.
    @ Don
    Da tut Um-Orientierung not. Was am französischen Hof „unvorstellbar“ war, sollte auch im Schloßpark Schwetzingen wieder „unvorstellbar“ werden.
    .
    Wenn bei den Festen richtig Stimmung aufkommen soll, dann müssen auch junge Leute dabei sein, die einfach durch ihre natürliche Anmut die Landschaft verschönern und sich gerne zu einer Kahnpartie einladen lassen.
    .
    Woran Sie, lieber Don, schon gleich wieder denken, pfui, pfui. Wenn Ihnen da mal keine Handschuhe entgegenfliegen.
    .
    Man könnte es ja koppeln mit einer Art exklusivem Förder-Stipendium oder so.

  78. Das eine ist KuK-Oesterreich...
    Das eine ist KuK-Oesterreich und das andere ist NachkriegsTeutschland. Auch das Grossbuergerliche kennt Unterschiede. Der eine verzockt grosszuegig Soldaten, der andere achtet den Pfennig. Der eine verlor mit allen anderen alles-und erholte sich bis heute nicht mehr, und der andere sitzt im Jesuitenkolleg und ist ein Knickstiefel. Den Knickstiefel nehme ich sofort und mit dem Ausdruck groessten Bedauerns zurueck. Wirklich, echt, beim Barte des Propheten!

  79. Ich sehe da eine kleine Delle...
    Ich sehe da eine kleine Delle in der rechten Tuer. Hat da ein Yeti reingetreten? Gar aus Wut ueber ein verweigertes Toertchen?

  80. Wenn Sie in die Schweiz...
    Wenn Sie in die Schweiz fahren, dann nehmen Sie doch auch einmal mit den Russen Kontakt auf. Fragen Sie Dolderer, ob er Sie spasseshalber ein- oder zwei Mal an russische Gäste als Stadtführer und Einkaufsberater vermitteln kann. Währen Sie dann gemeinsam an Lenins alter Mansarde vorbeischlendern, verwickeln Sie die Frauen, Töchter und Nichten der Trainingshosenmilliardäre locker ins Gespräch. Vielleicht sind die ja dankbar, dass endlich mal einer ihnen dieses komische Land erklärt. Und Sie finden heraus, was die sich 20 Jahre nach dem Mauerfall so unter Stil vorstellen. Vielleicht können Sie die verheerenden Einflüsse der britischen Internate wieder etwas neutralisieren.

  81. Filou, von nix kummt nix, hat...
    Filou, von nix kummt nix, hat meine Grossmutter immer gesagt, und hatte wie immer natürlich recht. Ich sehe keinen Sinn darin, anderen Leuten mein Geld in den Rachen zu werfen, und um reich zu werden, gibt es nur eine Möglichkeit: Mehr einnehmen als ausgeben. Spiessig, aber effektiv.
    .
    Und was die Delle angeht: Ich kann Opels ja schlecht mit der hand über die Seroentinen in den Wald schieben. Spass beiseite: 9 Jahre München ohne Garage.

  82. Nun, ich würde nicht darauf...
    Nun, ich würde nicht darauf wetten, dass man im Dezember da noch gross fragen kann: http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/das_dolder_grand_kaempft_1.3903941.html
    .
    Liegt vielleicht nicht nur an den Russen, aber so ein Unglück betrachtet man doch besser aus der Distanz.

  83. @Don
    "...um reich zu werden,...

    @Don
    „…um reich zu werden, gibt es nur eine Möglichkeit: Mehr einnehmen als ausgeben. Spiessig, aber effektiv.“
    .
    Sehen Sie, genau das ist der dumme Bürger, Bürger, Bürger, den wir alle aus uns rausprügeln müssen. Meine tiefste Verehrung für Ihre selige Frau Großmutter, aber der wahre Aristokrat geht da genau umgekehrt heran:
    Nicht die Einnahmen bestimmen, was er ausgeben darf, sondern die Ausgabewünsche sind es, denen die Einnahmen angepaßt werden müssen.
    .
    Wie man das macht? Ich sage nur:
    Nicht die Wirtschaft, sondern die Politik ist unser Schicksal.
    .
    Sparen muß nur, wer Angst hat vorm Kämpfen, Erobern und Beutemachen.
    25 Prozent Rendite? Also ich bitte Sie.

  84. Ach so, und: Dass dieses...
    Ach so, und: Dass dieses Schweizer Hotel gerade damit Schlagzeilen macht, dass ein Playboy von der Polizei aus einer Suite geholt wurde, lässt mich dann doch eher an eine Route weiter südlich denken. Engadin etwa. Nicht Zürich.

  85. Das Prinzip ist mir bekannt,...
    Das Prinzip ist mir bekannt, und das Spiessige-jomei-aber ich finde es langweilig. Mein Schutzengel Geist liess mich an eine hollaendische Frau geraten, so schreiben wir immerhin eine Null. Aber eine schwarze. Eine sehr schwarze. Leider nicht schwarz genug.
    Ausserdem merke ich gerade, wie sehr ich, zwangsevangelisch erzogen, doch ins hobbykatholische konvertiert bin. Die Wiener Dekadenz der Jahrhundertwende (vorige) finde ich sehr schoen und ertragreich, moechte aber bitteschoen nicht in der Zeit gelebt haben. Dasselbe gilt mir fuer’s Barock. In allen Faellen aber soll man sich das Gute daraus suchen, mitnehmen und im Herzen mit sich tragen. Anders ist die Welt recht oede.

  86. In Deutschland ist man da...
    In Deutschland ist man da allerdings stilloser. Da hat man einen Gegegelten in Berlin, im Steigenberger (Uhaee!) von ukrainischen Nutten befreien muessen. Acht Stueck waren es. Und ein paar Centimeter kreditkartengehacktes Zeug war auch dabei.

  87. In der besseren Gesellschaft...
    In der besseren Gesellschaft ist die Basis immer noch so gut, dass es für die Kinder stets reicht, das Niveau zu halten.
    .
    Na ja, wenn wenigstens die oben bleiben, die schon oben sind.
    .
    Weiter unten schauts gar nicht gut aus. Noch weiter unten setzt langsam so etwas wir Neid, Hass auf die noch viel weiter unten ein. Wobei gewisse Medien eien Rolle spielen, die Zeitung für Sehschwache und verschiedene, als dokumentarisch aufgemachte Serien, die von den Rezipienten als Tatsachenbericht verstanden werden. Die Zeiten sind noch lange nicht interessant genug.
    —-
    .
    foersterliesel,
    .
    Politiker, na ja, ist was für die, dies machen wollen. War früher was für Leute, die im höheren Schuldienst dann der Ehrgeiz gepackt hat.
    Seit Baader-Meinhof saust bei denen die Muffe, ich nehme an, sie kennen inzwischen ihr Risiko.
    .
    So ab und zu könnte man den Eindruck haben, dass das, was sich so vollmunding/breitmäulig als die politische Klasse bezeichnet, in etwa die Funktion hat, die in anderer Hinsicht die sog. Promis haben: Ablenken von denen, die wirklich bestimmen.

  88. Gegelt, sagen Sie?
    Igitt......

    Gegelt, sagen Sie?
    Igitt…

  89. Nikolaus Marggraf, sicher, die...
    Nikolaus Marggraf, sicher, die Zeiten, in denen Verteilungskämpfe eher spassig waren, weil es immer mehr gab, sind vorbei. Jetzt kommen die unerfreulichen Aspekte besser zum Vorschein. Muss man das gut finden? Wir werden gezwungenermassen sehen.
    .
    HansMeier555, dummerweise lehrt die Geschichte, dass einen dieser habitus nucht weit bringt, und die Literatur, siehe etwa Schnitzler, dasses auch nicht unbedingt Spass machen muss. Und wenn die Betreffenden damit zufrieden sind, warum sollte man es ändern.

  90. Filou, ich würde meinen, dass...
    Filou, ich würde meinen, dass aus der Glotze bekannte Personen ohnehin nichts sind, womit man verkehren sollte.

  91. Jau, Herr Meier, gegelt ist...
    Jau, Herr Meier, gegelt ist er, und traegt sehr teure Anzuege. Er war davor Vorsitzender einer Religionsgruppe, danach nicht mehr. Der Chefredakteur einer Zeitung fuer Sehbehinderte (danke, Herr Marggraf!) ist noch viel, viel mehr gegelter. Man koennte fast meinen, dass die Quantitaet des Gegeltseins auf moralische und ethische Kompetenz schliessen laesst. Immerhin hat sich ein ehemaliger Kanzler (heute Gasroehrenverleger bei Ringier) auch sehr gut frisiert gezeigt. Eine hochethische Figur, wie wir heute wissen, und mit etwas Geschmack auch schon vor seiner Wahl haetten wissen koennen.

  92. Zum Glück nur...
    Zum Glück nur stellvertretender Vorsitzender eines Dachverbandes von Gemeinden, die ansonsten autonom sind.

  93. So genau habe ich diese...
    So genau habe ich diese Funktion nie betrachtet. Seit meiner DDR-Zeit ist das Wort Funktionaer mit Laecherlichkeit behaftet…
    …und der Broder hat sich dankenswerterweise als Kanditat fuer dieses Amt zur Verfuegung gestellt. Alle reagierten mit grossem Ernst auf dieses Ansinnen, und alle jene, die Broder gut kennen, wussten, dass es pure Provokation war, um ein bisschen Leben in die Suelze zu kriegen.
    Auf diese Art sollte man den naechsten Bundespraesidenten ankuendigen. Es ist doch wirklich wurscht, war da als Oberfruehstuecksdirektor rumkaspert.

  94. @ Don Alphonso
    .
    "Was hilft...

    @ Don Alphonso
    .
    „Was hilft es, der Steuer zu entgehen und als Drogenbaron eingesperrt zu werden?“
    .
    Ausweg: Sie deklarieren ihren geplanten Lustgarten als EU-subventionierten Rübenacker. Das „Unkraut“ (Rosen, Buchsbaumhecken, Lavendel,…) lassen Sie als „Ökobauer“ natürlich stehen, was Ihnen weitere Subventionen beschert. Dies macht dann aus ihrem botanischen Steuersparmodell eine richtige Gelddruckmaschine. Dank einer irrsinnigen EU-Agrar-Richtlinie in Anlage I des BtMG dürfen Sie als Rübenzüchter selbstverständlich einen Schutzstreifen aus besagter Faserpflanze rund um Ihren „Rübenacker“ anlegen.

  95. Verehrter BertholdIV,

    leider...
    Verehrter BertholdIV,
    leider hab ich Ihre Replik weiter oben bei der scrollerei übersehen und erst jetzt gefunden: ein unabhängiger bürgerlicher Kandidat in Wien wäre schlau, bekäme aber doch keine Mehrheit, denke ich. Die Wiener Grünen sind nicht schwarz-grün, und würden Häupl unterstützen. Und, Sie haben recht, der Stadtpark hat eine sehr triste Zone, leider.
    Unterbergers Kolumne war interessant, auch sein blog ist es, ihn abzusetzen war eher blöde, allerdings ist die „Wiener Zeitung“ immer, auch als sie noch rot war, ein journalistisches Ausgedinge gewesen.
    Konrad ist ja auch Landesjägermeister für NÖ. In unserer, von Don Alphonso entworfenen idealen Parklandschaft sollte Wild zu sehen sein aber nicht unbedingt bejagt werden, was meinen Sie ?
    Jedenfalls keine Kistlfasane (das sind bei Rotlicht bebrütete und in der Fasanerie aufgezogene Tiere, denen die Schnäbel durchbohrt und mit Schutzklappen versehen werden, da sie einander sonst wegen des Stresses der Massenhaltung gegenseitig attackieren) die im Kistl aufs Feld verbracht und freigelassen werden und dort taumelig erstmals hochfliegen. Sowas machen nur Ministersekretäre.

  96. Ich moechte gerne noch einmal...
    Ich moechte gerne noch einmal auf das Grundthema zurueckkommen: der Park.
    In Koeln lebte ich mit Firma und Wohnung in einem Altbauviertel. Jedes Haus besass Handtuchgrosse Hinterhoefe. Alle zusammengnommen, Mauern weggerissen, geschickte Bepflanzung unter Beibehaltung der alten Baeume, haette einen wunderbaren Park zur Freude aller Viertelbewohner ergeben koennen.
    Also ging ich los, lobbyte wie nicht gescheit, redete mit allen. Ergebnis? Null, nada, njet! Quer durch alle Generationen dasselbe Ergebnis. Dann hoert man auf.
    Die Loesung waere nur Reichtum und eine partielle Rueckkehr zum Feudalismus gewesen: Einer bestimmt die Richtung zum Glueck aller.
    Ein befreundeter Gartenarchitekt fertigte bei 15 Bier schon mal ein paar Skizzen. Es waren brauchbare Entwuerfe, die von allen verstanden haetten werden koennen-dennoch…
    Leider, leider.

  97. verehrte Försterliesl,
    Was...

    verehrte Försterliesl,
    Was Sie da beschreiben zur Jagd, erinnert mich ja an die Jagdprozeduren in der DDR. Dort wurden der Staatratsvorsitzende in beheizten Jagdhäusern direkt vors Wild gekarrt und durfte dann abrucken. Die Jagd – Ein globales Phänomen der Mächtigen. Und es geht in allen politischen Systemen ähnlch zu.
    In Bayern lud/lädt dann Gloria von Thurn und Taxis ein (dort auch das tragische verscheidne des bayerischen Ministerpräsidenten)
    BTW: Schande über mich aber ich habe letzten Samstag in Wetten dass nur kurz reingesehen. Wer sich da immer in den fürstlichen Palästen zu Regensburg alles tummelt: Harald Schmidt, katholische Bischöfe allerorten etc.
    Zu Ihrer Frage: nein keine Jagd in Don Alphonsos Parklandschaft.

  98. Unsere hier so oft gescholtene...
    Unsere hier so oft gescholtene Bundeshauptstadt zeigt, dass das mit den Parks auch ohne Adel und so funktioniert, man hat fast an jeder Ecke ein grünes Fleckchen, und damit meine ich nicht nur die großen Parks wie den Tiergarten sondern auch kleine Orte zum Zwischendurchentspannen wie den Savignyplatz oder den Ludwigskirchplatz (oder den kleinen Park hinter dem Lichtenberger Rathaus).
    Hier im Bundesland mit der höchsten Zahl der pro Kopf zugelassenen Autos hat man das Konzept der grünen Platzgestaltung leider noch nicht verstanden. Jede freie Fläche ist zugepflastert und so trist und pflanzenlos gestaltet, dass man nur möglichst schnell drüber- oder vorbeigehen möchte (z.B. der Landwehrplatz in Saarbrücken). Und wenn es schonmal sowas wie eine gestaltete Grünfläche gibt, liegt sie meistens an einer Autobahn oder einer vielbefahrenen Landstraße, mein Lieblingsbeispiel ist der sogenannte „Saargarten“ – malerisch zwischen A8 und B51 gelegen. Ich fahre da jeden Tag vorbei und habe noch nie jemanden auf einer der Bänke sitzen sehen…

  99. Filou, ich fürchte, die...
    Filou, ich fürchte, die wenigsten in Deutschland verstehen die echten Funktionen des Zentralrats, und die liegen wirklich in der Gemeindearbeit – und das ist etwas, für das man billige Populisten wie den Broder keinesfalls braucht, weder mit dem peinlichen Antritt – man hätte ihn mal nach den angeblichen Gemeinden fragen sollen, die ihn unterstützen – noch mit dem Rücktritt vom Antritt. Nicht nur darin nähert er sich massiv dem Verhalten eines gewissen Jörg Haiders an, und ich muss sagen: Ich halte Frau Knobloch in der realen Aufgabenstellung des Zentralrats für eine sehr geeignete Funktionären. Dass Broder iauch noch Vorurteile bestätigt – mei, auch bei uns darf es Leute geben, denen man nicht vorgestellt werden möchte.
    .
    Ægopodium, nun, um die Wahrheit zu sagen: Ich brauche solche Substanzen nicht. Hecken jedoch sind wirklich schön und wunderbare Lebensräume, und es war ein Frevel, sie durch die „Flurbereinigung“ zu zerstören. Und es ist mir lieber, wenn man Hecken fördert, als etwa Gentkartoffeln oder Milchmonopolisten.

  100. Filou, zum Kerntehema: Ja, ich...
    Filou, zum Kerntehema: Ja, ich kenne das Problem. Hinter dem Haus ist eine grosse, freie Fläche mit gestampftem Kies. Man könnte irgendwelche Kästen hinstellen, einen Baum in die Mitte pflanzen, die dort Wohnenden könnten selbst aktiv werden – es passiert nichts. Aber meine Weinstöcke plündern sie natürlich trotzdem. Allerdings ist es dann am Tegernsee durchaus so, dass sogar der Bürgermeister zu üppiger Begrünung aufruft. Obwohl dort alles schon in Blumen estickt.
    .
    unellen, nun ja – ich war ja in Berlin, als der Grillhype richtig los ging. Hätte ich dort was zu sagen, würde ich das Grillverbot in den Parks gnadenlos durchsetzen und die ganzen Luftverpester rausschmeissen. Im Sommer sind Bereiche wie der Stadtpark Friedrichshain für Menschen mit intakter Nase nicht zu betreten. Es geht also nicht nur darum, einen Park zu haben, man muss auch die Menschen entsprechend erziehen.

  101. @Don Alphonso
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    Ich...

    @Don Alphonso
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    Ich betrachtete diese etwas delikate Plauderei auch eher als Gleichnis dafür, wohin einen Steuervermeidungsstrategien bringen können. Sind doch viele Steuersparmodelle finanzjuristisch dermaßen „auf Kante genäht“, daß man eigentlich schon mit einem Bein im Gefängnis steht. Persönlich beobachte ich meine Mitmenschen sowohl bei der Jagd nach der Steueroptimierung als auch bei der vergeblichen Flucht in Scheinrealitäten mit äußerst distanzierter Verwunderung.
    .
    Für den buchsbaum-gesäumten „Rübenacker“ als Park gibt es übrigens tatsächlich ein historisches Vorbild. Es ist der berühmte Gemüsegarten von Schloß Villandry an der Loire. Sehr schön dort. Ob die Besitzer jedoch schon auf die Idee gekommen sind, das geldsegen-versprechende Formular nach Brüssel zu schicken, ist mir unbekannt.

  102. Nun, wenn man sieht, wie wenig...
    Nun, wenn man sieht, wie wenig da letztlich passiert und wie lächerlich hier teilweise die Strafen ausfallen, darf man wohl vermuten, dass die Fahnder – politisch durchaus gewollt – noch mehr auf spitzere Kanten genäht sind.
    .
    Was ansonsten historische Nutzgärten angeht, so istr meine erste Empfehlung da immer Veitshöchheim, wo die Kunst bis heute gepflegt wird.

  103. BertholdIV, man darf aber auch...
    BertholdIV, man darf aber auch nicht übersehen, dass die Jagd zunehmend unüblich wird. Jäger haben Nachwuchssorgen, und der Versuch, das Neureichen aus der bankenwelt nahezubringen – „Mittleres management an die Gewehre“ – hat sich mit der Finanzkrise auch erledigt. Es ist ein teurer Sport, der nicht unumstritten ist und einem, falls man sich om Jägerhaus gehen lässt, das öffentliche Leben schwer machen können. Ich kann das aus eigener Familie berichten, wo die Jagd ausgestorben ist und manch alter Kumpan meines Grossvaters es für eine Schande hält, dass ich dafür nicht zu gewinnen bin, obwohl ich ihm doch so nachkomme.

  104. Das Problem sehe ich auch so....
    Das Problem sehe ich auch so. Was dazu kommt ist, dass die Jäger Ihren Verpflichtungen nicht nachkommen (können). Wenn ich zu meinen Eltern in die Oberpfalz mit dem Auto fahre, könnte ich auf jeder Fahrt 1 Wildschweine und 3 Füchse platt machen. Oder beim Jogging begegnet Ihnen ein Keiler und sie denken sich, wer räumt jetzt den Weg. Wird natürlich alles auch durch den excessiven Maisanbau der Landwirtschaft gefördert.

  105. verehrter BertholdIV,
    keine...

    verehrter BertholdIV,
    keine Angst vorm Keiler. Wenn er ein teenie ist, läuft er noch mit Mama in der Rotte und die alleinziehenden alten Keiler sind sehr sehr schlau und riskieren keine Konfrontation, wozu schließlich auch, sondern verharren. Außerdem riechen die Sauen uns schon von weitem, bevor wir sie überhaupt sehen. Immer wieder wird vor Sauen mit Frischlingen gewarnt, sie könnten ihre Jungen verteidigen und Menschen angreifen.
    Inzwischen warten die Sauen bis die Joggerschweißwolken verflogen sind, schupfen ein ungeduldig vordrängendes Junges mit der Schnauze zurück und wissen auch: nach Büroschluß werden es mehr.
    In den 70ern, als erst wenige Jogger unterwegs waren und als die Waldtiere den Joggerschweiß (voller Pheromone) noch nicht gewohnt waren, wurden manchmal männliche Jogger von jungen Rehböcken, die sie für Konkurrenten hielten, angegriffen. Aber das ist vorbei, also keine Angst. Gefährlich sind nur betrunkene Jäger.

  106. verehrte Försterliesl,
    das...

    verehrte Försterliesl,
    das sind Keiler in der Oberpfalz. Da gibt es außer zwei großen Truppenübungsplätzen von uncle sam nicht wirklich viel, vor allem nicht viel Büroangestellte. Von daher weiss ich nicht, ob diese Keiller alle schon so gut trainiert sind. Aber für das Joggen während der Woche im
    Belvedere merke ich mir, dass die Keiler dort ungefährlich sind.

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