Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Sparsamkeit von der Tugend bis zur Dummheit

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Hätte früher jemand nicht sehr viel Geld angespart, gäbe es keine bessere Gesellschaft. Irgendwer hat verzichtet, um den Geldberg anzuhäufen, auf dem jene sitzen, die auf andere hinunterschauen. Die Frage jedoch ist: Wie sinnvoll ist eine weitere Anhäufung, wenn man am Ende nichts davon hat und vielleicht sogar Angst haben muss, dass schlechte Banker und Politiker den Geldberg auch noch zu verkleinern wissen? Eine Antwort habe ich auch nicht. Wie eigentlich niemand.

Ich ging ans Meer, langweilte mich, ich wusste, dass ich mich langweilte, und ging doch weiter ans Meer.
Luigi Malerba, Die Schlange

Neben den Verhaltensweisen, die so undenkbar sind, dass man sie gar nicht explizit verboten hat – Drogen, Glücksspiel, Prostitution – gab es in den Kreisen dieses Blogs auch Tätigkeiten, die so offensichtlich richtig waren, dass man sie nicht befehlen musste. Man hatte Vater und Mutter zu ehren, stets Bitte und Danke zu sagen, und zu sparen. Dafür gab es für die Kinder Sparschweine, Sparbücher, kleine Geschenke und ab und an auch Kinoverführungen, während die gleichen Banken den Eltern Fresspakete, Silbermünzen und, wenn sich herumgesprochen hatte, dass die bei den eher intellektuell veranlagten Rezipienten nicht so gut ankamen, auch Kunst aus den hauseigenen Kunstförderprogrammen zukommen liessen. Sparen, sagten diese Gesten, lohnt sich. Auf eine lange und gedeihliche Partnerschaft, vom Sparbuch über den Hauskredit bis zur späteren Vermögensverwaltung.

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Auf diesen, besonders bei der besitzenden Klasse üblichen Mechanismen beruht die wirtschaftliche Gesundheit der Bundesrepublik, das hohe Privatvermögen des Landes, und die Stabilität des hiesigen Banksystems, das nicht etwa wegen der Sparer an sich, sondern eher wegen dummdreister Zockerei mit ihrem Geld auf anderen Märkten beinahe vor die Hunde gegangen wäre. Vor etwas mehr als einem Jahr kam es dann zu einigen Bank Runs, manche, wie bei Northern Rock in England, offensichtlich und vom TV übertragen, andere, wie in Deutschland und Österreich, von einem Kartell aus Banken, Medien und Politik weitgehend verschwiegen. Darüber redet man auf beiden Seiten nicht; die Banken und die Politik sind froh, dass sie es überstanden haben, und die Anleger haben den Eindruck, dass sie gerade noch einmal davon gekommen sind. Vorerst.

Was aber in den Westvierteln geblieben ist, ist ein tiefes Misstrauen, dessen Grundlagen schon lange vor der Finanzkrise gelegt wurden: Da war der Niedergang der von der Politik als „Jobmaschine Internet“ gefeierten New Economy, an der sich viele die Investorenhände verbrannten. Da waren all die Steuersparmodelle bei Schiffen, im Osten, für Filme und Gewerbeimmobilien, deren Ergebnisse weitgehend dem entsprachen, was in den Prospekten als Risiken aufgeführt wurde. Da waren Rentenangebote, deren Durchrechnung schnell zeigte, dass vor allem die Banken etwas davon hatten, aber wer konnte schon wissen, was in 30, 40 Jahren davon übrig blieb. Und dann, als Sahnehäubchen, die Finanzkrise mit all den Ängsten vor dem Staatsbankrott, der Hyperinflation, dem Währungsschnitt.

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Nun ist es in der besseren Gesellschaft nicht leicht, mit Traditionen und über Dekaden eingeübten Regeln zu brechen. Niemand sagt, dass die im Fernsehen üblichen Promiskuität tatsächlich einfacher und amüsanter als eine lebenslange Ehe ist, also könnte man es doch mit dem Begehr der Nächsten Partner und Kinder versuchen. Niemand zahlt heute mit grösserer Freude Steuern, weil Schlupflöcher und Steuerparadiese dicht gemacht werden, und Banken jede kleine Mietzahlung an die Finanzämter übermitteln. Aber, so mag mir scheinen, bei der Sparsamkeit ist der Punkt erreicht, an dem man tatsächlich von einem Paradigmenwechsel sprechen kann: Einerseits herrscht das Gefühl der Bedrohung vor, das Ersparte könnte einem weggenommen werden. Andererseits, und das besonders in der jüngeren Generation, stellt sich die Frage, wofür man eigentlich sparen sollte.

Die Rolex? Bekommt man zum 18. Geburtstag. Das Auto und der Führerschein? Spätestens zum Studienbeginn. Die eigene Wohnung? Moderne Eltern sind froh, wenn die Kinder sich Balkone und Quadratmeter in bester Lage wünschen, andere, so hört man, bevorzugen eher Kokain, Alkoholexzesse und teure Verhältnisse zu wenig passenden Partnern. Für später? Das „Später“ vielleicht, jenes Alter 60plus, wenn man ohne eigene Kinder geerbt hat und ohnehin nicht weiss, wohin mit dem Geld? Was bei den klassischen Einzelkindern der Westviertel definitiv fehlt, ist der schlüssige Grund für die Sparerei der Eltern und Grosseltern. Alles, was man sich früher erspart hat, das Geschirr, das Tafelsilber, die Perserteppiche, die umfangreiche Ausstattung mit Damasttischdecken und heute wieder beliebten, handbestickten Bettüberzügen, der Zweitwagen und Drittklassiker – das alles ist da, und dank der Erbgänge in mehrfacher Ausführung. All die Villen der Vorstädte mit ihren 300 Quadratmetern Wohnfläche, den Pools im Keller und den Einliegerwohnungen im Dach sind viel zu weitläufig für das normale Einzelkind und seinen Lebensentwurf. 

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Das ist die positive Seite des Versagens, die Werte der Elterngeneration selbst schaffen zu können: Es gibt keinen Grund mehr dafür, es ist schon alles da. Nur Unterprivilegierte geben mit ihrem selbst ersparten Haus, ihrem Auto, ihren Boot an: Wer ohnehin schon hat, muss sich eher mit der Frage auseinandersetzen, wo das ganze Zeug sinnvollerweise so verteilt wird, dass es einen beim angenehmen Leben nicht zu sehr stört. Ein Haus ginge ja noch, aber wenn zwei Grosstanten ohne direkte Nachkommen sterben und man sich auch noch um die Drittvilla kümmern müsste, hat man wenig Spass und viel Arbeit. Sparsamkeit wird dadurch irrelevant bei jener Gruppe, für die Wohlleben etwas anderes als ein möglichst grosses Depot bei einer Bank ist. Und die spiessigen Fresskörbe und Silbermünzen der Banken könnte man sich auch selber kaufen, wenn man sie bräuchte. (Kleiner Ratschlag an eine hier vielleicht mitlesende deutsche Bank: Versuchen Sie es mal mit Dingen, deren Preise man nicht einfach herausfinden kann. Wenn das Pesto zu billig war, kommt diese Wertschätzung bei den Kunden auch dann nicht an, wenn der Korb direkt an die studierenden Kinder weitergereicht wird. Dito der Blumenstrauss beim Geburtstag der Gemahlin.)

Ich wüsste auch nicht, wie sich diese veränderte Auffassung umkehren lassen könnte: Niemand hat heute noch Angst vor den räuberischen Armen, vor denen man das Geld bei der Bank verstecken müsste. Verschwunden ist auch weitgehend die Angst vor dem sozialen Abstieg, denn selbst im schlimmsten Fall kommen klassische Einzelkinder mit dem Besitz der Eltern und einer kleinen Nebenarbeit bis zum Ende ihrer Tage durch, und an die Rente glaubt man ohnehin schichtenübergreifend nicht mehr. Und die Banken gelten nach den Krisen und ihren schrägen Produkten – jeder kennt eine Lehman-Oma und einen Filmfondsonkel – auch nicht mehr als sicherer als Versprechen eines gewissen Herrn Blüm. Der enorme Werbeaufwand, mit dem Banken versuchen, ihrem Treiben einen Sinn für das Leben der Wohlhabenden zu unterstellen, zeigt das Dilemma auf: Die Wohlhabenden selbst haben die Argumente für das Sparen – zumindest in meiner Generation – auf dem Weg ins Erwachsenendasein verloren, also muss man ihnen neue Argumente einreden, um jenes Geld zu bekommen, das man an arme Leute mit Bedürfnis für neueste Plasmafernseher zu extremen Überziehungszinsen verleiht.

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Es gibt anderes in dieser Schicht, das ebenfalls seine Existenzberechtigung mehr oder weniger verloren hat, und das nur noch aus Tradition oder gar Gedankenlosigkeit betrieben wird: Die Tischdecke etwa, die Ärmelknöpfe am Sakko, das in Ehren gehaltene Sonntagsgeschirr von Tante Gertrud. Es ist eben so, man kennt es nicht anders, und der Aufwand, es zu betreiben, hält sich in engen Grenzen. Sparen jedoch ist auch Entsagung und Aufwand, bedeutet Termine und Gespräche mit Leuten, die nicht wirklich so wirken, als wüssten sie, was sie einem verkaufen, es heisst Verzicht und langfristiges Denken in einer Welt, die selbst nur noch hektisch in Quartal und Saison denkt. Es bedeutet Mühsal ohne greifbare Ergebnisse bei recht hohen Risiken, es steht dem angenehmen Leben damit diametral gegenüber – ich wäre gar nicht überrascht, wenn es in den nächsten paar Jahren offiziell wegen Sinnlosigkeit und Kontakt mit unerfreulichen Menschen von der Liste der bürgerlichen Tugenden der neuen Generation gestrichen werden  würde.

Es bleibt ja immer noch das Verbot von Drogen, Glücksspiel und Prostitution, am besten genossen in einer Region, wo es das nicht gibt und die Quadratmeterpreise dank all der anderen Möglichkeiten erst gar keine Sparsamkeit zulassen.

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185 Lesermeinungen

  1. Mein Motto ist ja sowieso...
    Mein Motto ist ja sowieso „Spare in der Not, da hast Du Zeit“.
    Vor einigen Tagen wurde ich beim Mittagessen Zeuge eines Gespraeches am Nachbartisch, in welchem die Vorzuege von Anlagen mit 5% monatlicher Rendite bejubelt wurden – und dachte nur so bei mir: Oh weh, die Dummen sterben anscheinend nicht aus…

  2. Sehr schön beobachtet, wie...
    Sehr schön beobachtet, wie immer. Mir fehlt allerdings eine Unterscheidung zwischen zwei Kategorien bei Ihren Überlegungen, nämlich zwischen Sparen (als Haltung oder Tätigkeit) und Geldanlage bei einer Bank (womöglich noch mit Gewinnmaximierungs-Absichten). Ersteres scheint mir immer noch sinnvoll – zumal dann, wenn es nicht nur für die eigene Person betrieben wird. Als innere Haltung droht zwar immer der Umkippen in den Geiz, aber dann ist das Ziel einer sinnvollen Verwendung des Ersparten eh schon verloren.
    Vielleicht ist das das eigentliche Problem: die zunehmende Sinnlosigkeit, wenn alle unmittelbaren Bedürfnisse gedeckt sind? Hedonismus ist ja recht und schön (auf jeden Fall schöner als ständige Hetze nach maximalem Profit), aber auch keine wirkliche Lösung, wenn sich Sinnfragen stellen.

  3. Werter Don, der letzte Link in...
    Werter Don, der letzte Link in diesem Artikel zeigt auf sich selber.

  4. "Reich zu sein ist keine...
    „Reich zu sein ist keine Schande, reich zu sterben wohl“ – Volksmund, vergessener.

  5. Lieber Don, danke für die...
    Lieber Don, danke für die ausführliche Beschreibung des Umstands, dass einem dreistellige Millionenbeträge in kurzlaufenden Staatsanleihen auch nichts mehr nutzen, wenn einem am Tag darauf ein Flugzeug auf den Kopf fällt…oder das Dach, vor Langeweile.
    Man empfehle diesen Leuten (die ihre Zeit nicht so genüsslich auskosten wie Sie zum Beispiel) den selbstlosen Einsatz in Krisengebieten. Also, ich meine Gebiete mit ECHTEN Krisen.

  6. lieber don alphonso,
    danke...

    lieber don alphonso,
    danke für den artikel, nach all dem schnee (für den man sich am besten unter der woche zeit nimmt, wenn alle, die arbeiten müssen, arbeiten müssen) mal wieder etwas mehr berichterstattung aus unseren kreisen.
    sparen ist ziemlich unnötig geworden, wenn man bereits alles hat und sich die meisten gelüste mal eben so erfüllen kann. offiziell spart man noch immer, insbesondere wenn man bei der erbtante die buttercreme-sahne-bombe vertilgt. man will ja niemanden verletzen und nicht gierig wirken (außer bei der torte, da sollte man als junger mensch immer ein klein wenig verhungert wirken, tanten lieben das).
    Es geht vielmehr um auswahl und kennerschaft, damit man nicht eines der leicht ansedierten konsumopfer wird, das helfen soll, die binnennachfrage anzukurbeln. die überlegung, ob man wirklich etwas käuflich erwerben will, um damit ja letztlich zu leben, ist bereits bremse genug.
    wie sie ganz richtig betonen, werter don alphonso, die frage „wohin damit“ und welcher aufwand mit welchen gegenständen auch immer verbunden ist, stellt sich bei uns ja stets. will ich soviel silber selbst putzen müssen (perlen sind heute – zurecht – ja teuer, wenn man sie nicht ausbeuten will)? will ich jetzt wirklich den suv mit allradantrieb? aber dann muß ich ja den praktischen (nicht etwa geliebten) kombi verkaufen – oder die garage erweitern, wenn ich mit meinem brennholz nicht die ledersitze und den sauberen kofferraum verunzieren möchte. aber was, wenn der nachbar einspruch erhebt, weil sich die garage immer weiter an sein grundstück und damit an seine schwimmhalle heranschmiegt? das sind sorgen … aber ich schweife ab.
    der bankberater, der ja eigentlich seine bank berät, wie er an das beste seiner kunden herankommt, hat mit seinen riesenrädern et al. ja schon genug schaden angerichtet, und ich bin mir sicher, daß wir erst am anfang der krise stehen und da noch richtig was nachkommt.
    sparen nutzt bei einem eventuellen währungsschnitt auch nichts.
    langfristiges denken könnte heute bedeuten, sich darum nach kräften zu kümmern, seine schäfchen ins trockene zu bringen.
    think green-gold! betongold und im wahrsten sinn grüne aktien, d.h. land in bester lage, sichern den lebensstandard, falls notzeiten kommen. dann allerdings kaufe ich mir eine kuh und 30 hühner, die rosensträucher werden dann mit dazischen liegenden obstbumen aufgehübscht, um diesen besitz kümmere ich mich dann gerne. übrigens: im zehlendorf der vorkriegszeit (ww II) hielten sich unsere kreise tatsächlich hühner, kaninchen, ziegen …

  7. Eigentlich bedauerlich mit...
    Eigentlich bedauerlich mit welcher Unerschrockenheit und Selbstverständlichkeit hier von Einzelkindern und kinderlosen Großtanten gesprochen wird. Die deutschen Länder, ja die ganze westliche europäische Welt geht vor die Hunde auf Grund dieser Kinderlosigkeit. Und die, die eigentlich das Potential bzw. sogar die „Pflicht“ dazu hätten wieder eine Umkehr und somit eine Zukunft zu schaffen, machen sich lieber Gedanken, wie das eigene Vermögen bestmöglich vermehrt bzw. erhalten werden kann.
    Schande über die „bessere Gesellschaft“!
    Aus Kraft folgt große Verantwortung – Aber anscheinend nicht (mehr) in Deutschland!
    Lg
    Die deutsche Eiche

  8. Ach, ich weiss nicht, alles...
    Ach, ich weiss nicht, alles muss irgeendwann mal aussterben, und besser so, als in einem Krieg etc.
    .
    donna laura, ich denke ja, dass man ganz gut in Bildung und Benehmen investieren kann, das erleichtert das Dasein und kostet so gut wie nichts, ausser Zeit natürlich, aber es macht auch Spass.

  9. muscat, die werden das ganz...
    muscat, die werden das ganz sicher nicht tun. Davon will man ja möglichst weit weg sein (solange man nicht etwas Besonderes ist wie jene, die in den Kongo und nicht zu KPMG gehen).
    .
    Doctor Snuggles, danke, ist berichtigt.
    .
    TDTF, ach, ich denke, die Mallerentner haben das auch schon verstanden. Oder nie vergessen.

  10. werte deutsche eiche,
    nicht...

    werte deutsche eiche,
    nicht alle sind kinderlos. ich habe elf nachkommen (und mich nicht etwa verschrieben), nicht alle machen mir eine freude, aber einige werden der nachwelt freude machen. daher auch die zahlreichen grossen wagen. wissen sie wie unser haus aussieht? es wurde immer noch einen flügel angebaut, den man mit den nächsten zwillingen dann wieder aufstockt. hilfe! aber was will man machen: every sperm is sacred …

  11. virtualmono, 5% monatliche...
    virtualmono, 5% monatliche Rendite? Nigerianische Staatsanleihen? Ein Girokonto bei der hypo Alpe Adria? Goldminen in Togo? Alles, was mehr als 6% p.a. hat, hat auch ein dickes Risiko. Zum Glück merken es die Dummen nicht.
    .
    derast, Hedonismus ist es in dem Alter nicht mehr, das ging mit 20. Mit 40 beginnt der Kampf gegen den Tod und den Zerfall, man nimmt, was man krigen kann (siehe auch Restef**ken). Nein, es ist eher ein melancholisches Missbehagen, gegen das man ankämpft, aber gerade der Bank will man den Profit daraus am allerwenigsten überlassen.

  12. lieber don alphonso,
    sie...

    lieber don alphonso,
    sie können sich vorstellen, wie es bei uns aussieht? die wahl zwischen kammerkonzert und fussballmannschaft haben wir bereits getroffen – ersteres (zweiteres nicht wegen mangelnder begeisterung und zu jungem alter so mancher kinder ). übrigens sind die meisten recht artig, bzw. wieder recht artig (nachdem die pubertät = hirnumbauphase durchlaufen wurde), sonst wäre das hier die villa kuunterbunt
    ob ich noch ein wenig gebäck möchte? aber gerne doch …

  13. "Ach, ich weiss nicht, alles...
    „Ach, ich weiss nicht, alles muss irgeendwann mal aussterben, und besser so, als in einem Krieg etc.“
    NeinNeinNein ;) .. also Auszusterben ohne nur die geringste Anstrengung dagegen unternommen zu haben finde ich doch noch schlimmer, als wenigstens mit der Gewissheit zu verlieren, alles mögliche dagegen unternommen zu haben!

  14. "Die Rolex? Bekommt man zum...
    „Die Rolex? Bekommt man zum 18. Geburtstag. “
    Ach.
    Werde die jetzt einfordern…

  15. Höre ich da eine gewisse...
    Höre ich da eine gewisse Resignation heraus? Obwohl das Experiment die Banken zu erziehen, in dem man ihnen kein Geld mehr gibt, mit dem sie arbeiten können, hat akademisch betrachtet einen gewissen Charme. Dann mal los, hortet das Geld vergraben im Garten, das bringt auch den Archäologen der Zukunft noch Wissen.
    Und das es keine Prostitution geben soll in besseren Kreisen halte ich für Wunschdenken.

  16. Der deutsche Michel und der...
    Der deutsche Michel und der homo oeconomicus
    @ Don Alphonso: Schöner Beitrag, bis auf jenen Satz vielleicht: „…und die Stabilität des hiesigen Banksystems, das nicht etwa wegen der Sparer an sich, sondern eher wegen dummdreister Zockerei mit ihrem Geld auf anderen Märkten beinahe vor die Hunde gegangen wäre.“ Gut gemeint vielleicht, aber die Situation stellt sich ein wenig komplexer dar. Lange vor der Krise laß ich in der Zeitung – vielleicht war es die, mit den vielen klugen Köpfen hinter -, dass das deutsche Finanzkapital (diesen Begriff verwendete man aus begreiflichen Gründen so nicht!) sich gegenüber dem US-amerikanischen im Nachteil sähe, und zwar (und da laust einem geradezu der Affe, wenn man sieht, dass das angesichts der Milliardenpleite zu Lasten der Zukunftssicherung von Millionen Amerikaner wirklich ernst gemeint war), weil der Deutsche im Gegensatz zum Amerikaner sein Geld lieber aufs Sparkonto trüge, anstatt es in Form von Aktien, Wertpapieren, Zertifikaten, Derivaten und anderen mehr oder weniger riskanten Papierchen solchen Firmen wie Enron und Co. in den wohlfeilen Rachen zu schieben. Dieses Geld wäre genau die „Spielmasse“ (auch dieser Begriff fiel nicht), die man benötige, um sich auf dem internationalen Parkett besser zu positionieren, aber nicht als Geld, sondern als Kapital. Es wäre geradezu ärgerlich, sein Geld so nutzlos rumliegen zu lassen. Selbst die ja wohlweislich nach unten korrigierte Verzinsung jener Sparkonten, könnte die Deutschen keines besseren belehren. Dann kam die Krise! Und mit dieser eine nun ins gigantische gehende Verschuldung des Steuerzahlers, womit man indirekt endlich den Zugriff auf diese Sparkonten erhalten haben mag – zumindest perspektivisch, noch nicht wirklich. Mag sein, dass der deutsche Sparer sich klüger verhält als der Amerikaner, aber erstens sehen das die Banken keineswegs so, und zweitens hat er daher auch keine Chance, der Sparer. Vor allen Dingen ist die Stabilität des deutschen Bankensystems mitnichten auf jene Sparermentalität zurück zu führen, denn das billige Geld auf den Konten als solches scheint den Banken nichts zu bedeuten. Ja im Gegenteil, es wird den deutschen Sparern der Vorwurf gemacht, dass die deutschen Banken deswegen so relativ bedeutungslos wären, weil sie eben die Option das Spargeld zu kapitalisieren so nicht hätten. Also Stabilität auf niedrigstem Niveau, das in etwa wäre daraus die Erkenntnis!
    Nun ja, der homo oeconomicus ist offensichtlich kein so deutscher Staatsbürger, wie der sprichwörtliche „Michel“. Und vielleicht finden wir noch heraus, ob ihm das mehr nützt als schadet. Die Krise ist ja noch nicht zu Ende.

  17. Wie reiche Leute reich bleiben...
    Wie reiche Leute reich bleiben – der Standard hat soeben die Investorenliste der Hypo Alpe Adria veröffentlicht:
    http://derstandard.at/1262209529006/Geheimnis-um-Investoren-Liste-gelueftet

  18. Um den einleitenden Kommentar...
    Um den einleitenden Kommentar von virtualmono aufzugreifen: Von sich abschottenden Eliten und den Sozialdemokraten gestützt erlernt das Volk das Motto „Prasse in der Zeit, dann wird Dir gegeben in der Not“.

  19. Das Kernthema ist interessant...
    Das Kernthema ist interessant und korrekt analysiert, leider reicht es in der Kolumne nicht für die Detailrecherchen.
    Warum wurden denn die Banken gerettet, nicht weil der Kleinstanleger in amerikanische Immobilienfonds investierte, sondern eben die vermögende anlagemorallose Klientel mit raffgieriger Suche nach höchstmöglichen, wenn auch unrealistischen Erträgen. Doch über die blossen Zahlen hinaus reicht deren Intellekt eben nicht. Schließlich enschloss man sich, als das Weinen und Jammern eben dieser anlegenden Versager groß war, die Banken und damit die vermögenden Investoren zu retten. Denn es bestand ja die Gefahr, dass sich deren Unzufriedenheit mit jener der massenhaften Lohnsklaven und Geringstverdiener mischt und dann wäre es wirklich sehr schnell ungemütlich geworden. Aber so funktioniert das System eben im Detail, wer das intellektuell nicht erkennen kann oder ausblendet, bewegt sich leider nur an der gesamtthematisch unbedeutenden Spitze des Eisbergs.
    Am Rande, wer theoretisch-strukturell gebildeter ist, weiß freilich, dass die Renten des Herrn Blühm auch weiterhin sicher waren. Wer anderes behauptet, ist aufgrund begrenzter Auffassungsgabe intensiv von der Massen-PR manipuliert und fremdgesteuert, man schaue zur aufklärenden Einführung nur http://www.youtube.com/watch?v=KiLMH_p-iao .
    Viel Erfolg beim Bildungsversuch.

  20. Werter Don,

    Sie bringen es...
    Werter Don,
    Sie bringen es wieder auf den Punkt, warum soll ich sparen? Ich bin Mitte dreissig, arbeite viel, glaube nicht mehr an eine staatliche Rente und habe zusammen mit meiner Frau noch Erbschaften in Aussicht. Wir hauen unser Geld raus, für unseren Sohn, Urlaub, schöne, wertbeständige Dinge etc..
    Ich habe auch schon geerbt, ich weiss gar nicht wohin mit dem ganzen Zeug, wir haben schon kartonweise Kram eingelagert. Durch die Lebensentwürfe, wie Sie schreiben, werden die paar Kinder unserer Generation wie durch einen Trichter noch mehr Krams erben – belastet alles nur. Wenn ich als Vorgeschmack auf den Erbtrichter an die Kinderweihnachtsgeschenkorgie denke (rd. 1500 Euro für ein Kind), dieses Jahr haben wir gebeten, einen Teil an die Tafel zu spenden.
    Meine Angst ist nur, dass in ein paar Jahren Deutschland nur noch aus den paar mit sehr viel Häusern und Kartons und denen mit Habseligkeiten in einem einzigen Karton besteht. Die komplett verlorene Generation von jungen Menschen von der man heute glaubt, man könne es sich leisten ihr Zugang zu Bildung zu verwehren.
    Schönen Gruss aus dem Norden,
    Moritz

  21. Irgendwie ein trauriges Leben,...
    Irgendwie ein trauriges Leben, oder? Alles zu haben, nichts mehr zu brauchen, nichts mehr zu wollen, nichts mehr weiter zu geben (weil man sich die Kinder erspart). Dieses Bild paßt aber nicht auf Sie, werter Don. Sie haben nicht alles, Sie könnten noch so manches ersehnen. Statt der kleinen Wohnung am See könnten Sie sich auch eine große Villa wünschen, und noch eine in der Schweiz und an der Cote d´Azur und in Dubai und eine 150m-Yacht mit Hubschrauberlandeplatz, ein Schloss am Gardasse, (mindestens) einen eigenen Golfplatz, eine Halle voller Ferraris, den Diamantenschädel von Damian Hirst als Halter für Ihre Pudelmütze und und und. Sie merken, Sie haben nicht alles, eigentlich haben Sie nichts. jedenfalls gemessen an dem, was manche Mitmenschen so glauben unbedingt besitzen zu müssen. Sie sind auf Ihre Weise bescheiden. Zwar auf angenehmen Niveau, aber dennoch. Wenn Sie also soviel geld haben, dass Sie nicht sparen müssen, dann geht es Ihnen nicht anders als anderen Menschen auch, die ihr Leben so einrichten, dass sie mit ihrem Einkommen auskommen und damit zufrieden sind. Ihre Eltern und großeltern hatten (oder , wie ich hoffe, haben) dieses Gefühl so offenbar nicht. Da bestand noch der Wunsch nach „mehr“. Mit dem Thema Sparen hat das nach meiner Meinung aber nur begrenzt zu tun. Sparen heißt nicht, nicht gebrauchte Geld zurückzulegen (was soll man den sonst damit machen, wenn ausgeben oder verbrennen keine Alternativen sind), sondern heute auf eine Investition verzichten, um das Geld für eine andere in der Zukunft anzusammeln. Das war früher bitter notwendig und ist es für viele auch heute noch. Nur hat das Sparen gegenüber dem Kredit aufnehmen an Attraktivität eingebüßt. Sparen ist auch keine Tugend, sondern notwendiges Übel. Weil es schwerfällt, muss man es üben. Ich hatte eine massive schwere Spardose aus Metall von der Sparkasse und in die sammelte ich (mein Bruder auch) das Jahr über so das Kleingeld, was man früher so geschenkt bekam, Scheine waren nicht darunter. Und dan kam der Tag – der Weltspartag. An diesem Tag in der letzten Oktoberwoche gingen wir dann stolz zur Sparkasse. Dort wurde vom „Schalterbeamten“, wie man damals sagte, die Spardose geöffnet, denn der Schlüssel lag bei der Sparkasse, das Geld wurde gezählt und auf das Sparbuch eingezahlt. Gleichzeitig wurden im Sparbuch die Zinsen für das letzte Jahr eingetragen. Dazu gab es tolle Geschenke. Plastiksparschweine, Lineale, Spielgeld, einen biligen Plastik-Ball. Je älter ich wurde um so klarer wurde mir, dass mit dieser Form des Vermögensaufbaus wohl kein Blumentopf zu gewinnen sein würde. Eine Erkenntnis, die nicht im Sinne der Sparkasse war, die mit meinen Spargroschen gute Geschäfte machte.
    Eines muss ich noch loswerden: ich werde neidisch, wenn ich lesen muss, dass Ihre Bank Ihnen Geschenke macht. Bei mir reicht es noch nicht einmal mehr für den früher obligatorischen Kalender „Alte Wegzeichen in Unterfranken“ (schwarz-weiß) o.ä. Selbst eine E-Mail war schon zu viel des Aufwands.

  22. Werter Moritz,

    anbei mein...
    Werter Moritz,
    anbei mein Punkt, warum soll ich sparen? Ich bin Mitte dreissig, arbeite viel, glaube nicht mehr an eine staatliche Rente und habe zusammen mit meiner Frau keinerlei Erbschaften in Aussicht. Wir hauen unser Geld raus, für unseren Sohn, die Raten, die Versicherung etc..
    Ich habe noch nie geerbt, ich weiss auch nicht, ob ich jemand gern sterben sehen würde. wohin mit dem ganzen Zeug, wir haben uns der Minimalisierung verschrieben. Durch dieGesellschaftsentwürfe, wie Sie schreiben, werden meine Kinder wie durch ein Wunder nichts erben – belastet eh alles nur. Wenn ich als Vorgeschmack auf den Erbtrichter an die Kinderweihnachtsgeschenkorgie denke (rd. 100 Euro für MEIN Kind)
    Schönen Gruss aus dem Süden
    Applegg

  23. die feindliche und...
    die feindliche und lustfeindliche welt der vermoegensverwaltung, die jaemmerliche, fragwuerdige freuden spendende welt der steuerberatung. die hilflosen belebungsversuche mit fresskoerberl, formeleins-einladung und bonusmeilen. rabattmarken auf goldkarten kleben.
    arm ist nicht, wer weing auf dem konto hat. arm ist, wer vom leben so isoliert ist, dass nur buerokraten und pluenderer zu ihm vordringen.

    reich hingegen ist, wessen geschichten gerne gehoert werden, wessen tun ein echo hat, wessen tage fruechte tragen.
    (zum aktuellen stand der gluecksforschung vergleiche auch: don a. auf dem rodelberg)

  24. Das hast du sehr schön auf...
    Das hast du sehr schön auf den Punkt gebracht, mein lieber Don. Das Kernproblem hast du allerdings vernachlässigt: Sparen mag für Einzelne immer wieder sinnvoll sein. Aber die Gesellschaft als Ganzes kann gar nicht „sparen“. Das ist unmöglich. Auf jeden Sparer muss ein Schuldner kommen. Daher ist die ganze Propaganda von der „kapitaldgedeckten“ Rente auf jeden Fall gelogen: Sie ist ein Werbegag, und zwar von denen, die mittels dieser Gelder ins weltweite Casino wollen zum Spielen. Und eine ahnungslose Regierung unterstützt das auch noch.

  25. Verehrter Don,

    möchten Sie...
    Verehrter Don,
    möchten Sie folgenden FAZ-Artikel kommentieren ?
    http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~ED6A36AD816DC43F9ACA560490196B42D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  26. elbsegler, vor Banken, die...
    elbsegler, vor Banken, die Geschenke machen, sollte man sich grundsätzlich hüten. Je teurer die Geschenke, desto übler meist die Absichten (oder desto schlechter das Gewissen).
    Eine handgeschriebene Geburtstags- oder Weihnachtskarte, in der keine Floskeln stehen, lese ich hingegen immer sehr gern.

  27. @applegg
    Wenn Sie jemandem...

    @applegg
    Wenn Sie jemandem beim Sterben die Hand halten bleibt in diesem Augenblick die Welt stehen, glauben Sie mir. In diesem Moment ist selbst mir nicht nach launigen Bonmots zumute – und der Gedanke ans Erben tritt in die Bedeutungslosigkeit zurück. Das Gefühl ist ungefähr so:
    .
    Stop all the clocks, cut off the telephone,
    Prevent the dog from barking with a juicy bone,
    Silence the pianos and with muffled drum
    Bring out the coffin, let the mourners come.
    .
    Let aeroplanes circle moaning overhead
    Scribbling on the sky the message He Is Dead,
    Put crepe bows round the white necks of the public doves,
    Let the traffic policemen wear black cotton gloves.
    .
    He was my North, my South, my East and West,
    My working week and my Sunday rest,
    My noon, my midnight, my talk, my song;
    I thought that love would last for ever: I was wrong.
    .
    The stars are not wanted now: put out every one;
    Pack up the moon and dismantle the sun;
    Pour away the ocean and sweep up the wood.
    For nothing now can ever come to any good.

  28. Herr Strobl, wie wahr, wie...
    Herr Strobl, wie wahr, wie wahr. Ein König, wer sich seine Schuldner (Knechte, Vasallen, Leibeigene) selbst aussuchen kann.

  29. Don, schöner Artikel. So...
    Don, schöner Artikel. So isses.
    @ abf:
    „die hilflosen belebungsversuche mit fresskoerberl, formeleins-einladung und bonusmeilen. rabattmarken auf goldkarten kleben.
    arm ist nicht, wer weing auf dem konto hat. arm ist, wer vom leben so isoliert ist, dass nur buerokraten und pluenderer zu ihm vordringen.“
    Volle Zustimmung mit einem Lächeln im Gesicht. Wieder mal ein paar schöne abf-Gedanken !

  30. Wie gut kann ich mich an den...
    Wie gut kann ich mich an den Werbescherz von ca. 1999 erinnern:
    „Warum heißt das Sparbuch Sparbuch? – Weil man es sich sparen kann“. — Was ja auch für manche Beraterbanken gelten soll.
    .
    Bei so viel Kinderlosen Großtanten müsste auch die Erbschleicherei wieder im Kommen sein. Gibt es da nicht irgendein Patentrezept, wie man das richtig anstellt?
    Lieber Don, ich warte auf einen entsprechenden Artikel.

  31. Sparen...
    Wie Winston...

    Sparen…
    Wie Winston Churchill einmal gesagt hat: „Saving is a good thing especially if your parents do it for you“. Doch die Sparsamkeit der Deutschen und der Deutschschweizer geht manchmals zu weit. Remember „You only live once“ so you are dead for a long time! Enjoy life!
    P.S. I was walking along the Bahnhofstrasse in Züri(ch) and a young man was running amongst the people on the street shouting „Oeppis zum Aesse!“ and holding out his hand – he wanted money to buy something to eat. I gave him a 5 franc coin.
    Some days later day I was shopping in The Big Avocado (Los Angeles) and walking down Wilshire Blvd and there was a young man sitting on the sidewalk holding up a piece of cardboard on which he had written „Please help me. I’ve lost my job and my wife has run off (ist davongelaufen) with Louis Vuitton“. I thought that was a clever „marketing gag“ for a beggar and so I gave him 20 dollars.

  32. Macht Spass zu lesen.Eine...
    Macht Spass zu lesen.Eine andere Dimension zu Sonstigem.
    In Rumänien haben Sie einen Doppelgänger.Fast Zwillingsbruder.

  33. Gute Beobachtung, deren ratio...
    Gute Beobachtung, deren ratio sich mit einer antizipierten Geldentwertung auch anders denn als „Wertewandel“ erklären läßt. Geld Aanlegen kann man jedoch nach wie vor mit garantiertem Ertrag. Es gibt eben keine unbegrenzte Mengen an besten Weinen, ertragreichen Landstrichen oder Segelyachten. Auch das Toperzeugnis des Herdbauers La Cornue gehört in diese Güterkategorie. Davon erstmal eines pro ererbte Villa, dann sehe man weiter.
    Aber Geld ansparen?

  34. @moritz

    ... wollte nicht in...
    @moritz
    … wollte nicht in einer offensichtlich tiefen Wunde bohren.
    Ich bin in der aus meiner Sicht beidenswerten Lage, keinerlei Erbe zu erwarten, einfach, weil nichts da ist. Tja, der Akademiker galt im Arbeiter-und Bauernstaat nicht viel.
    Ich kann also aus vollem Herzen in der Familie lieben, wenn ich lieben will und ignorieren, wenn ich hassen will.
    Grüße
    applegg

  35. Wehrter Don,
    ein schöner...

    Wehrter Don,
    ein schöner aber doch auch trauriger Artikel.
    Natürlich haben Sie Recht das Sparen in Frage zu stellen und in einigen
    Schichten der Gesellschaft mag es ja noch Sinn machen, doch wenn alles
    schon da ist?
    Wenn Sie also meinen das es keinen schlüssigen Grund gibt zu sparen, währe es dann nicht konsequent, im nicht Sparen, einen sinnvollen Zeitvertreib zu suchen?
    Geniessen Sie Ihre Zeit.
    Herzlichst P.

  36. Mein Sohn, 14 Jahre, schätzt,...
    Mein Sohn, 14 Jahre, schätzt, daß Sparen ab einem Vermögen von mindestens 3 Mio € sinnlos wird, sofern das Vermögen als Grundbesitz, Gold, Antiquitäten und Kunst vorhanden und weitgehend lastenfrei ist. Wenn dann noch regelmäßige Einkünfte aus Dividenden, Zinspapieren oder gar Erwerbsarbeit den ständigen Zahlungsverkehr bestreiten können, kann nur noch Gier nach mehr in der Zukunft das Sparen rechtfertigen.
    Wäre den Banken abverlangt worden, die Vermögensverwaltung und den Eigenhandel aufzugeben, also die Zockerabteilung zu schließen, aber zugleich die Pflicht zur Abwicklung des Zahlungsverkehr (Gehälter, Rechnungen etc. ) weiter auszuüben, stünden die Staaten finanziell besser da.

  37. Ein trauriges Bild, was Sie da...
    Ein trauriges Bild, was Sie da zeichnen, werter Don. Die Kinderlosigkeit müsste wohl wieder stärker mit schiefen Blicken und Getuschel beim Brötchenholen bestraft werden, damit dieser Zustand sich ändert.

  38. @ Hans Meier555
    ad erbtante:...

    @ Hans Meier555
    ad erbtante: ich bin mal gespannt, was unser don dazu sagt …
    wenn sie eine eigene erbtante haben, wäre mein heisser tipp: kuchen und braten essen bis sie platzen („nur noch ein erbschen!“), gemeinsame kreuzfahrten/friedhofsbesuche, die evtl. vorhandenen legitimen (!) kinderchen fein rausputzen, sich – wenn auch seufzend – alsolut konservativ und sparsam und mit geschätztem tantchen in den meisten ansichten auf einer linie gerieren.
    und feste hoffen, dass die grosstante weder heiratet noch adoptiert oder doch noch alles dem tierschutzverein vermacht. meistens weiss nämlich die grosstante nicht genau, um wieviel geld sprich energie es sich bei ihrem vermögen handelt – sie gibt es einfach nicht wirklich aus, und es war immer irgendwie selbstverständlich da. (was sich in den nächsten jahren ändern könnte, wenn sie nicht auf zack ist.)
    für alle ohne grosstante gilt es, eine zu erbeuten: auf (fluss-!)kreuzfahrten gehen, heiraten oder adoptiert werden.
    was tut so mancher nicht alles für geld, denn die meisten grosstanten dieser art sind recht schwere fälle.
    im umgekehrten fall (junges hascherl erliegt dem charme eines erfahrenen herrn) ist das schon ein akzeptiertes geschäftsmodell, s. dons beitrag zum thema vernunftehe
    @applegg „Ich kann also aus vollem Herzen in der Familie lieben, wenn ich lieben will und ignorieren, wenn ich hassen will.“ wie wahr, wie wahr.
    bitter ist es dann, endlich der – vergleichsweise – junge gemahl einer grosstante zu sein, die wegen der angenehmen ablenkung vergaß, auf die stabilität ihres vermögens acht zu geben … ich habe da so einen fall im sehr erweiterten bekanntenkreis, ach lassen wir das …
    das prachtkörbchen des bankbeamten habe ich übrigens der tafel gestiftet, hoffentlich hat nicht der pfarrer sich das gekrallt
    @ Bernhard Binder – die leute sind es dann irgendwann dermassen gewohnt, das geldvermehren fest im blick zu hbaen, daß sie es aus einer kombination aus borniertheit und gewohnheit weiterbetreiben.
    da die meisten hier wohl nicht zu den glücklichen (?) mit € 3 mio. sein werden, wird wohl noch versucht werden, ein wenig dieses ach so flüchtigen wesens anzuhäufen. mal locker in die runde gefragt: wie vermeiden sie das sparbuch und entgehen der zu erwartenden krise/inflation?

  39. @applegg So darf man sich das...
    @applegg So darf man sich das nicht vorstellen, geerbt wird bei uns streng nach Erbfolge, da spielen Sympathien keine Rolle – Blut ist immer dicker als Wasser. Ich kann somit auch nett zu denen sein, die ich nett finde und kann die anderen freundlich ignorieren.
    Der Don wird ähnliche Erfahrungen haben, denke ich.

  40. donna laura, die Worte und...
    donna laura, die Worte und Themen Ihrer sorgfältigen Formulierungen sind zu schön, um wahr zu sein.

  41. Ich spare wie ein Irrer. Ich...
    Ich spare wie ein Irrer. Ich sitze hier im tiefsten Winter in einem Anzug für Kühlhausarbeiter und friere mir die Finger ab, während ich das schreibe. Ich bin eben ein echter Preusse. Mit dem Wort Bequemlichkeit kann ich nichts anfangen. Und dass das Trinken teurer französischer Rotweine und das Qualmen kubanischer Zigarren ein besonderes Vergnügen sei, kann auch nur einer behaupten, der die Geschmacksnormen des Geldes allzusehr verinnerlicht hat.

  42. Werter Don,
    .
    wenn man über...

    Werter Don,
    .
    wenn man über Geldvermögen verfügt, welches man ( im Moment ) nicht benötigt, scheint mir die einzig vernünftige Anlage ( physisches ) Gold zu sein – die Finanzkrise ist noch lange nicht ausgestanden. Ich glaube, dass sich noch sehr viele „Zeitgenossen“ wundern werden, z. B. wie schnell man Plastikgeld entwerten kann, wie schnell „die Nachschuldner“ ausgehen werden ( siehe Thomas Strobl ), wie schnell die Sozialkosten nicht mehr geschultert werden können – und last but not least, wie schnell die Amerikaner auf dem letzten Loch pfeifen werden.
    .
    Es ist nicht wichtig was Gold in irgendeiner Währung zu irgendeinem Zeitpunkt „wert“ ist, sondern allein, welchen Wert es in Mehl, Eiern, Speck, Schinken, Kerzen, Wolle, Brennholz, Batterien, Zwirn, …
    darstellt. Die Forderung des Tages scheint mir Vermögenserhaltung vor Vermögensrendite zu sein.
    .
    Man sollte nicht unbedingt zum ( egoistischen ) Hedonisten werden aber sein Leben als Epikuräer einzurichten ist angenehm, wenn dies möglich ist.
    .
    Ich bin nicht der Meinung, dass die Welt untergehen wird, aber schon der Meinung, dass wir uns in einer gewaltigen Umwälzung befinden, die so langsam abläuft, dass wir sie noch kaum in ihren Facetten bemerken können und nicht die Fantasie besitzen uns die Auswirkungen vorzustellen, aber ein Gefühl des Unbehagens beschleicht uns.
    .
    Nun, wir hatten 65 Jahre Frieden – mehr Glück hatten nur wenige auf dieser Welt.
    .
    Gruß Hanskarl

  43. @ Rosinante
    soso, zweifeln sie...

    @ Rosinante
    soso, zweifeln sie also an meiner wahrhaftigkeit hinter meiner venezianischen maske.
    neinnein, ich muss darauf bestehen: alles ist wahr …
    aber ich erneuere meine frage an die runde: wie haltet ihrs mit dem gelde resp. dem sparbuche oder anderer qualitätsfinanzprodukte angesichts der über uns hinwegrollenden krise?

  44. @donna laura: Suchen Sie sich...
    @donna laura: Suchen Sie sich Ihre Schuldner gut aus, vgl. oben, 15:22.
    Das ist zwar nicht einfach, aber immer noch besser, als diese Tätigkeit einer Bank zu überlassen.

  45. pardon, noch ein kleiner...
    pardon, noch ein kleiner nachtrag @ moritz
    das mit dem blut vs. wasser kann ich bestätigen, man sollte es nur nicht zu doll treiben mit tantchen, bestünde doch die klitzekleine, winzige, sich ins nichts verlierende chance, daß sie es sich irgendwie doch noch anders überlegte…

  46. Irgendwann im 25. Jahrhundert...
    Irgendwann im 25. Jahrhundert werden die Außerirdischen auf dem Grund des Tegernsees den Silberkannenschatz finden.

  47. Don, Sie haben Recht,...
    Don, Sie haben Recht, damenwahl mit ihren Kongo-Beiträgen ist sicher eher die Ausnahme (noch).
    Dennoch – fähige Leute, die keinen Bock auf KPMG & Co. haben, treffe ich jüngst immer häufiger.

  48. Aber im Ernst: Die beste...
    Aber im Ernst: Die beste Geldanlage ist immer noch die Investition in die eigene Systemrelevanz.
    Gründen Sie eine systemrelevante Bank oder Partei, und alles weitere geht dann von allein.

  49. @donna laura
    Danke für die...

    @donna laura
    Danke für die lieben Hinweise — genau so hätte ich es mir vorgestellt, und etwa so bekäme ich das auch hin.
    .
    Meine Geldanlage heißt derzeit Girokonto. Die Bank hat es schon aufgegeben, mir Berater zu schicken.

  50. @ bob @ 17.25h

    >>Und dass...
    @ bob @ 17.25h
    >>Und dass das Trinken teurer französischer Rotweine und das Qualmen kubanischer Zigarren ein besonderes Vergnügen sei…< < bob , dieses Vergnügen können Sie sich weiterhin leisten, wenn sie Deutsche Post (das grösste Logistikkonzern der Welt) Aktien kaufen würden (Rendite z.Zt. 4,4%) Doch Aktien sind wie kleine Kinder - man muss ständig auf sie aufpassen - das heisst, jeden Tag auf http://www.ariva.de (DAX) einloggen, bob! Und auch täglich die Berichte in den Rubriken FAZ Wirtschaft/Finanzen sorgfältig durchblättern.

  51. My post @ 18.15h
    Ach, bob -...

    My post @ 18.15h
    Ach, bob – sorry, „Konzern“ ist männlich. Also Berichtigung:
    Deutsche Post (DER grösste Logistikkonzern der Welt…..)

  52. Sparen für schlechte Zeiten...
    Sparen für schlechte Zeiten sollten die Menschen (und die Regierungen) nur in guten Zeiten, wenn sie es sich leisten können.
    In schlechten Zeiten sollten die Menschen (und die Regierungen) massiv Geld ausgeben, damit die Zeiten sich möglichst bald wieder bessern.

  53. Was haben nur immer alle mit...
    Was haben nur immer alle mit dieser blöden Rolex? Allenfalls eine Uhr für den Sport. Ansonsten sind die Dinger nicht tragbar. Warum nicht einfach Blancpain oder Patek? Ich verstehe es wirklich nicht.

  54. übrigens: die schulden des...
    übrigens: die schulden des krisendampfers ‚deutschland‘ sind spareinlagen in form von staatsanleihen. irgendjemand scheint da ganz heftig zu sparen. die frage ist, worauf? möglicherweise ist diese sogenannte finanzkrise ja eine feindliche übernahme dieses staates (oder was davon noch übrig ist) durch die banken. die haben vor der krise ihre aktiengewinne als staatsanleihen geparkt und somit den staat in eine gewisse abhängigkeit gebracht. und durch die künstlich erzeugte krise (kann doch keiner erzählen, banken wären wirklich so doof und hätten sich bloß ein wenig mit den anlagestrategien vertan oder verstünden ihre eigenen finanzprodukte nicht) haben sie nochmal für eine stärkere verschuldung dieses fehlgeleiteten staates gesorgt. jetzt gehört ihnen jeder und alles. der wirtschaft’weise‘ und regierungs’berater‘ franz hat ja schon vorgeschlagen, hartzvier zu kürzen, um allen empfängern dieses segens die entscheidung zur aufnahme einer unterbezahlten tätigkeit bei menschen, die auf anderer leute kosten reich werden wollen, zu erleichtern. kurz: im weiteren verlauf dieser finanzkrise in richtung einer wirtschaftskrise werden wir allmählich zu sklaven. denn wir müssen ja unsere schulden bei den banken durch harte und unbezahlte arbeit wieder tilgen. wir müssen nur am leben erhalten werden, um unsere zukünftige funktion zu erfüllen.

  55. Damit die Soldaten...
    Damit die Soldaten überleben
    .
    @Strobl: Grüße Sie, schön dass Sie mal rein schauen. Muss Ihnen aber leider widersprechen. Natürlich kann eine Gesellschaft als Ganzes sparen, auf Kosten anderer – Gesellschaften! Und das ist auch der Punkt, um den es unter dem Stichwort Finanzindustrie letztlich geht. Es wird nicht wirklich Geld aus Geld gemacht – so nur nur die Ideologie, die verkürzte Version. Es wird den anderen nur weggenommen, sinnigerweise denen, die ehe schon nichts haben – außer billige Arbeitskraft. Und da sind wir beim Thema: Geld das anderen weg genommen wird, müssen die verdienen, die keines haben. Theoretisch ist das also möglich, was uns hier versprochen wird, aber der Pferdefuß darin ist jene imperialistische Logik, die, die nämlich unterschlägt, dass die Voraussetzung dafür sein müsste, dass andere Gesellschaften, also jene, die selbst ihre Arbeiter ausbeuten, sich von uns ausbeuten ließen – und zwar auf Dauer. Verspricht man also eine sichere kapital-gedeckte Rente einem Volk, dessen eigene Arbeitskraft dafür vermutlich nicht ausreicht, dann verspricht man nicht mehr und nicht weniger als eine aggressive imperialistische Politik, eine solche, die einen Wechsel enthält, welcher zur gegebenen Zeit als Krieg eingelöst werden wird.
    .
    Das ist im Übrigen auch die unterschlagene Seite eines „Methusalemkomplotts“ bei einem Frank Schirrmacher. Denn selbstredend kann eine Nation aus lauter „Rentnern“ ernährt werden, vorausgesetzt, die Profite, die da aus den „Coupons geschnitten werden“ (Karl Marx zum seinerzeitigen besonderen Charakter der französischen Couponschneiderbourgeoisie, bzw. auch Lenin in „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“, zum „Rentnerstaat“, der dort als „Staat des parasitären Kapitalismus“ bezeichnet wird, sind groß genug, um ein ständiges Heer mitzutragen, ein solches, das (und wir sehen an dem Konsumkapitalismus-USA, wie das funktioniert) jedes außenpolitische Problem mittels Krieg zu lösen hätte, bzw. mit der Drohung eines solchen. Und diese Soldaten müssten alles gekaufte und gut bezahlte Söldner sein, denn das eigene Volk wäre ja wohl für solche Dienste schon überaltert.
    .
    Der Punkt ist also der, dass es geht, nur, zu welchen Bedingungen. Die Vorstellung nämlich, dass der Westen (wer auch immer das in Zukunft sei!) ein unantastbares Monopol auf die Hochtechnologie hätte, ein solches also, was es ihm ermöglicht, den Rest der Welt auf Dauer unter seine Knute zu zwingen, will heißen: diese auf ewig rückständig zu belassen – wodurch also Extraprofite erst möglich werden -, ist als eine friedliche Perspektive nicht möglich. Denn diese Option bedeutet für diese Völker Hunger, Tod, Hungerrevolten, Bürgerkrieg, Krieg, ja Untergang. Und wir müssen nicht all zu weit in die Geschichte zurück gehen um zu erfahren, wie genau das nicht passieren wird.
    Die sog. „Weltordnungskriege“ (einschließlich des Krieges gegen den „Terrorismus“) sind im Grunde schon der Beginn jener kriegerischen Auseinandersetzungen, die von nun an nicht mehr aufhören werden.
    .
    Es wird also Zeit zu begreifen, dass wir uns hier nicht mehr über (binnen-)ökonomische Konzepte unterhalten, sondern längst um politische wie ideologische, auf jeden Fall aber um militärisch konnotierte. Und dass die Frage von Krieg und Frieden darin die politische Hauptfrage ist, dürfte so klar sein, wie die Tatsache, dass Krieg und proletarische Revolution – in welcher Form auch immer – darin den Hauptinhalt dieser Epoche ausmachen, und nicht der Wechsel zwischen Wachstum und Krisen. Die Rente ist allein deswegen nicht sicher, weil das Kapital alle Reserven mobilisieren, also alles zu Kapital machen wird, um diesen Krieg zu bestehen. Vielleicht wird gar die Horrorvision eines antiken Sparta am Horizont aufziehen, nämlich dann, wenn wieder „unwertes Leben“ aussortiert werden wird, damit die Soldaten überleben.

  56. dipsy. 19.11h

    Ich habe eine...
    dipsy. 19.11h
    Ich habe eine Rolex Cellini (musste schon 2-Mal repariert werden) und eine Patek-Philippe Nautilus (eine sog. „Icon“-Uhr – doch eine neue Batterie kostet heute SFR 140.–!!) . Ich werde demnächst eine Uhr bei der Migros kaufen (Kostenpunkt ca. SFR60.–). Uebrigens, hier eine Website in Canton Jura wo die besten Schweizer Uhrmacher arbeiten…
    http://www.cliniquehorlogere.ch/

  57. die, die schon alles haben,...
    die, die schon alles haben, brauchen nichts mehr.
    .
    wer nicht hat und doch haben will, bekommt das nur über kredit oder darlehen.
    .
    darlehen war früher sache der banken, heute ist es das wohl nicht mehr. die dot-com-blase war das erste mal, dass sdie banken die finanzierung den privaten überliessen.
    .
    nur, wenn die banken nicht mehr finanzieren, wer dann?
    .
    wäre für leute, die etwas davon verstehen, jetzt gelegenheit, als stille teilhaber einzusteigen. für die eigene kapitalanlage.
    .
    etwas weiter gedacht: wäre auch für leute, die sich das leisten können, eine gute gelegenheit, selber oder etwa als körperschaft, z.b. stiftung, organisiert, bei all denen geschäftsleuten sich still zu beteiligen, die man auch in zukunft nicht missen will.

  58. Rolex ist plebs. Keine Uhr ist...
    Rolex ist plebs. Keine Uhr ist aristokratisch.

  59. Auch in Frankfurt lohnt sich...
    Auch in Frankfurt lohnt sich Schopi zu lesen.

  60. Volkswirtschaftliche...
    Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung?
    .
    Zitat:
    „Der enorme Werbeaufwand … zeigt das Dilemma auf: Die Wohlhabenden selbst haben die Argumente für das Sparen – zumindest in meiner Generation – auf dem Weg ins Erwachsenendasein verloren, also muss man ihnen neue Argumente einreden, um jenes Geld zu bekommen, das man an arme Leute mit Bedürfnis für neueste Plasmafernseher zu extremen Überziehungszinsen verleiht.“
    .
    Wenn das so ist, dann stellt sich langsam die Frage, ob nicht längst die Arbeits- oder besser: die Einkommenskraft der malochenden Unterschicht zur neuen lead bubble geworden ist.
    Früher war es so, daß die kleinen Leute ihre Ersparnisse auf die Bank legten, und die Banken damit die Investitionen der Industrie finanzierten.
    .
    Heute ist es so, daß die Banken in der Industrie offenbar keine Investitionsmöglichkeiten mehr sehen und ihnen darum nix besseres mehr einfällt als das Heu — eben jenen kleinen Leuten unter die Nase zu halten, an deren Leistungs- und Einkommensfähigkeit zu glauben doch längst definitiv zum schlechten Ton gehört. Und zwar zu Bedingungen, die Kredite und Zinsen im Mittelalter zu REcht in Verruf gebracht haben.
    .
    Und in den USA hat es ja über Jahrzehnte hinweg erstaunlich gut funktioniert. Man fragt sich wirklich, woher die Normalmalocher die Kohle nehmen, um den Anlegern (bzw. den Kreditkartenfirmen und Konsumerkredite verteilenden Banken) eine Rendite zu finanzieren, die ihnen Erdölkonzerne so nicht bieten können. Die Antwort liegt womöglich darin, daß der US-Normalhaushalt seine Arbeitszeit in den letzten 40 Jahren enorm gesteigert hat. Insbesondere Frauen arbeiten heute viel länger früher, aber auch die Männer.
    .
    Tja, so ist das: Das deutsche Bürgertum spart, um sich das traditionelle Familienmodell (mit nicht berufstätiger Hausfrau) weiterhin leisten zu können — die amerikanische Middelklasse verschuldet sich mit dem Ergebnis, daß beide Ehepartner bis ins hohe Alter neun STunden täglich ranklotzen müssen, um das Eigenheim im Grünen nicht zu verlieren.
    .
    Aber irgendwann waren die physischen Grenzen erreicht, und dann kam es zum Knall.

  61. @fionn
    Mein Handgelenk sagt,...

    @fionn
    Mein Handgelenk sagt, es will keine Uhr da haben. Wozu auch.

  62. Ach, wie melancholisch. Das...
    Ach, wie melancholisch. Das ist ja schon fast depressiv. Ich empfehle, sich ein paar Kinder in der weiteren Verwandtschaft, oder, falls nicht vorhanden, in der Bekanntschaft auszugucken und Paten- und später Erbonkel zu werden. Das sorgt für ein Luftloch im Horizont – es könnt ja vielleicht doch noch jemand brauchen, das übrige Geld und das leere Haus. Und den Tütensamen mit der Petersilie.
    Ich habe zuviel Erzählungen über „die schlechte Zeit“ gehört, als daß ich an den Wert von Gold, Silber oder Preziosen glaube – „alles was uns noch fehlt, ist ein Perserteppich für den Säustall“. Lebende Kartoffelknollen oder wichtige Bücher behalten hingegen vitalen Wert, auch wenn man nebendran verhungert, um sie zu schützen.
    In den 1920ern soll es auf Bankguthaben in der Schweiz Negativzinsen gegeben haben – man mußte dafür bezahlen, daß man sein Geld auf der Bank ließ. Erzählten meine Großeltern.
    Also so richtig schlimm ist es derzeit nicht. –
    „Aktien sind wie kleine Kinder“ – wohl wahr. In der Internetblase ließ ich mich mal dazu hinreißen, in einen Aktienfonds zu investieren. Als ich ihn wieder verkaufte, war er nur noch die Hälfte wert. Der Bankberater hatte mich nicht belogen: der Fonds war gestiegen! Aber halt nur im ersten Jahr (da hätte ich gut zugelegt, wenn ich verkauft hätte), danach fiel und fiel er. Seither war mir diese Art Geldanlage zu mühsam, ich mag mich nicht täglich mit meinem Geld befassen, und die wenigen übrigen Kröten steckte ich in einen europäischen Geschäftshäuserfonds. Die stellen nun halt so häßliche Temporärbauten hin (auch in meiner Nähe)… nichts was man unbedingt toll finden würde, aber noch halbwegs überschaubar und nicht zu schnelldrehend.
    Wenn ich mehr Geld hätte, käme ich ins Grübeln, wie ich es aufbewahren könnte, aber ab einer bestimmten Höhe würde ich schlicht ein Unternehmen gründen und Leute einstellen, da ich hierzu Ideen habe. Die sind aber bis jetzt so geartet, daß man hierfür eine Million zum Versenken haben müßte (F&E, anschieben), also bleibt das einstweilen mein süßer Tagtraum. Eine davon ist einigermaßen konkret, Kunden dafür gäbe es 100%ig, ob Top oder Flop würde sich an der Hard- und Softwareentwicklung entscheiden. Und ob man das Geld zurückbekommt, am Geschäftsgeschick (ganz schwierig)… naja, ich hab einstweilen eh kein Geld, ich kann den Plan noch sacken lassen. Die nächste Blase kommt bestimmt, vielleicht werde ja auch ich irgendwann mit Geld beworfen und muß dann wissen, was damit anfangen! Man weiß nie, sollte aber ungefähr vorbereitet sein!

  63. Meine Herren - bitte...
    Meine Herren – bitte unterschätzen Sie nicht den Wert einer Lehre in Deutschland (und in der Schweiz). Es werden schon jetzt Lehrstellen für Sommer 2010 in CH-Zug angeboten. In den meisten EU Ländern gibt’s keine Lehrstellen mehr, oder? Ausgestorben…
    http://www.amtsblattzug.ch

  64. zum 18. geburtstag eine rolex...
    zum 18. geburtstag eine rolex zu bekommen und sie dann ein paar jahre zu tragen, ist nicht weiter schlimm – eher eine art initiationsritus. mit zunehmendem alter könnte sie jedoch indiskret wirken.
    später sollte man dann aber umsteigen auf etwas weniger plakative modelle, eine audemars vielleicht oder eine blancpain, solange sie die protzigen zeiteisen meiden, ist sehr okay, insbesondere die etwas älteren modelle, die leider nicht mehr produziert werden.
    aber immer automatik! sonst haben sie schon nach dem kauf zwei meter vor der tür des juweliergeschäfts bereits einen riesenverlust gemacht. wenn sie das ührchen jemals leid sein sollten, bekommen sie dafür sonst gerade soviel, dass sie mit dem erlös gerade mal ein paar ballerinas im ausverkauf erstehen könnten. aber auch hier sterben die dummen nicht aus.
    obwohl – da fällt mir die geschichte meines großonkels (mit familie!) ein, der sich unendlich freute, dass seine quarzuhr exakt lief …
    ist doch viel schöner zu wissen: ich könnte sie verkaufen, und ich mache nicht mal einen verlust, und all die freude daran wäre so wohlfeil wie der sonnenschein … auch eine anlageform.
    @ muscat – das motto im moment lautet: mir gebet nix (pardon mein schlechtes schwäbisch). demnächst schaue ich mir mal wieder einen bauplatz in 1a-lage an.
    @HansMeier555 – hätten sie es denn wirklich so dringend nötig? wenn ja, dann seien sie eingeladen, iregndwo weiss ich noch von zwei, drei erbtanten, denen ein wenig fad ist. ich stelle sie gerne einander vor. und die anlageform sparbuch disqualifiziert sie wenigstens nicht als hallodri. ist aber unsexy, nicht wahr, und ich weiss nicht, welche anforderungen die erbtanten noch so stellen, man hört ja, wenn man bei der kosmetik ist, so einiges …
    @ rosinante zum zweiten – worte und themen vielleicht sind schön, aber allein die vorstellung, dass das geschilderte tatsächlich so passiert, ist doch eigentlich ein wenig schauerlich, kuchen essen bis zum platzen, und das jeden zweiten sonntag, die gespräche drehen sich unendlich im kreis, immer diese alten geschichten vom krieg.
    es gäbe erquicklicheres, dem man unbedingt nachgehen sollte.
    rodeln zum beispiel. kinder mit schnee einseifen – oder besser noch den mann! schokoladenfondue, pfannkuchen, portwein, kaminfeuer … verehrte runde, ich widme mich nach den angenehmen plaudereien weiteren schönen tätigkeiten und wünsche allseits eine geruhsame nacht …

  65. Der Artikel gegen das Sparen...
    Der Artikel gegen das Sparen fußt auf einer traurigen Voraussetzung: die Kinderlosigkeit.
    Wer Kinder in genügender Zahl zeugt, der fängt auch das Sparen an.

  66. gut (langweilig) :o)...
    gut (langweilig) :o)

  67. bitte keine öffentlichen...
    bitte keine öffentlichen Anlagetipps, Frau Huber! allerdings denke ich angestrengt über eine Investition in Betreiber schweizerischer Pumpspeicherkraftwerke nach. Zu irgendetwas muss die unberührte Bergwelt schliesslich nütze sein.

  68. Neue Männer braucht das Land,...
    Neue Männer braucht das Land, lieber colorcraze, die Gruendungsidee ist geboren, der Gruender bereit, eine nicht unbetraechtliche Summe in den Sand zu setzen (Risiko), Schulterklopfen des Bankberaters (wenn das Tafelsilber der Gattin als Sicherheit akzeptiert wurde), allseitige Zustimmung, besonders im Freundes- und Bekanntenkreis; vielleicht winkt spaeter sogar das Bundesverdienstkreuz (am kleinkarierten Band) fuer eine unternehmerische Grosstat.
    Mein Rat: machen Sie es nicht, selbst wenn Sie ein paar Millionen in der Hinterhand haetten, die sich allemal besser verwenden lassen.

  69. Verehrter Herr...
    Verehrter Herr HansMeier555,
    Ihr Verstaendnis der Bankenwelt in Ehren, aber die erfolgreichen der modernen Banken haben ja nach wie vor zweistellige Renditen im Auge. Das ist mit den Geldern der kleinen Leute nicht zu machen. Goldman Sachs, Don Alphonsos Lieblingsbank, wenn ich das so sagen darf, duerfte dem Idealtyp eines solchen Gebildes wohl am naechsten kommen; nicht zu unrecht wird die Bank mit einem riesigen Hedge-Fonds verglichen. Sie sind da praesent, wo viel zu holen ist: im Optionsgeschaeft, im Devisenhandel …, und weil es so schoen in der Kasse klingelt, das alles im Sekundentakt, was einschliesst, dass man sich ueber Quartalsberichte, Investitionsplaene u. dgl. nicht den Kopf zerbricht, gar nicht zerbrechen kann. Wenn Sie`s nicht glauben, dann versuchen mal, bei GS ein Konto zu eroeffnen und Ihre Ersparnisse vom dortigen „Private Wealth Management“ verwalten zu lassen. Viel Glueck, und keine falsche Bescheidenheit.

  70. Kinderlosigkeit, die...
    Kinderlosigkeit, die ultimative Sparmaßnahme.
    .
    (Was ist des Menschen Dasein anderes als sinnlose Entropie-Beschleunigung?)
    .
    Aber Goldzahn-Sacks Aktien kaufen dürfen wird man ja wohl hoffentlich noch?

  71. Aber Goldzahn-Sacks Aktien...
    Aber Goldzahn-Sacks Aktien kaufen dürfen wird man ja wohl hoffentlich noch?
    —————-
    … keine Frage, aber bitte ueber einen Broker, der auch Kunden mit bescheidenerem Guthaben akzeptiert; das war mein Punkt, lieber Herr
    HansMeier555. Das Kleinvieh-Argument traegt bei Bankern nicht, die ihr Tun in goettlichen Sphaeren ansiedeln und damit fast schon per definitionem von allem abkoppeln, was mit Urknall, Entropie und dgl. mehr zusammenhaengt.

  72. Die implizite Frage Sparen,...
    Die implizite Frage Sparen, wozu? Oder in leicht abgewandelter Form auch weiteres Geld, wofür? Lässt sich meiner Meinung nach nicht für jeden gleich beantworten.
    Mögliche generelle Antworten:
    Konsumverzicht heute um Morgen sich irgendwas überflüssiges leisten zu können (einen Traum zu verwirklichen) dessen man eigentlich auch nicht bedarf (trifft wahrscheinlich eher auf Ärmere zu, (überflüssiger Plasmafernseher), aber auch sowas wie noch ein Brilliantring, noch mehr Schmuck, oder weiteren Tand)
    Um soviel Geld aus Zinseinnahmen zu bekommen, das man sorgenfrei Leben kann ohne Arbeiten zu müssen, vllt. für ein interessantes Zweitstudium etc. (für freiheitsliebende, selbstsändige, unabhängigkeitsliebende oder besonders geizige Menschen, trifft für Sie auch nicht zu haben Sie ja bereits erreicht)
    Um dauerhaft als Förderer von Kunst, Kultur bzw. Wissenschaft auftreten zu können und sich geistigen Ergüssen hingeben zu können. (Wäre für Sie wahrscheinlich möglich, nur gibt man einmal den Finger…. Sie werden dann vielleicht von selbstgefälligen eitlen Menschen zu weiteren ungerechtfertigten Wohltaten gedrängt werden)
    Um dauerhaft Spenden an unpersönliche vermeintlich gemeinnützige Organisationen leisten zu können. (Damit diese den einen Teil in der Verwaltung versickern lassen und den anderen Teil verwenden um andere (z.B. Afrika) in Abhängigkeit zu belassen)
    Für altruistische Verhaltensweisen (dafür sind kleine Beträge vollkommen ausreichend, in der Kantine mal das Essen für die Freunde spendieren, höheres Trinkgeld im Restaurant geben. Zu große Beträge schaffen nur Schuldgefühle auf der Gegenseite, als echter Altruist helfen Sie besser mit Rat und Tat statt mit Geld. Setzen Sie es besser vorwiegend für Leute ein, bei denen Sie wissen, das diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch hilfsbereit handeln werden)
    Um ewig (oder solange der Körper dies mitmacht) als Playboy leben zu können, sich auf Party’s begeben, sich mit vielen schönen aber oberflächlichen Frauen zu umgeben und diese zum Körperflüssigkeitenaustausch zu bewegen. (Wem’s gefällt, auf Dauer meiner Meinung nach auch nicht ausfüllend)
    Zum Kauf, der Gründung oder Führung eines Unternehmens in dem Sie ihre unternehmerischen Fähigkeiten beweisen können (wenn Sie gern rund um die Uhr beschäftigt seien wollen optimal, man wird Sie zwar achten und respektieren jedoch nicht lieben, seien Sie auf Intriegen und mögliche geschäftliche Misserfolge vorbereitet)
    Zur dauerhaften Finanzierung von Hobbys, Marotten oder Sammelleidenschaften von einem selbst oder von seiner Frau/Geliebten. (gibt’s Wahrscheinlich bei Ihnen nicht und wenn doch Finanzierung unproblematisch)
    Zum Angeben, zeigen das man mehr hat. (Der Spruch dazu heißt ungefähr so: Mit Geld was man nicht hat, Dinge kaufen die man nicht braucht, um Leuten zu imponieren die einen weder kennen noch mögen. Nur mit dem Unterschied Sie hätten das Geld, aber wozu?)
    Zum Genießen, das beste Essen den erholsamsten Urlaub (wird irgendwann vllt. langweilig, ist finaziell aber eh kein Problem für Sie)
    Zum Vererben, der Sohneman oder die Tochter sollen es mal noch besser haben (Wenn eh schon alles da ist auch kein Argument mehr. Oder machen Sie einfach mehrere Kinder vielleicht reichts irgendwann nicht mehr für alle, dann macht sparen vllt. wieder einen Sinn.)
    Fazit:
    Einzig für den Fall, das sie versuchen wollen die Weltherrschaft an sich zu reißen hat in meinen Augen jede zusätzlich Einheit Geld über alle Bereiche noch einen zusätzlichen Nutzen. (Grenznutzen > 0)
    Wenn Sie das nicht anstreben hab ich noch eine Idee zur Verwendung desjenigen Geldes bei dem der Grenznutzen bereits null ist:
    Alles das Geld oder diejenigen Vermögenswerte, die sie nicht dauerhaft zur Erhaltung ihres von Ihnen gewünschten Grades an Unabhängigkeit und Lebensstandard brauchen, abheben und verbrennen. Alles was Sie sich zusätzlich leisten wollen muss erarbeitet werden, daraus folgt, Sie werden die Dinge die Sie begehren und die Sie sich leisten wollen stärker wertschätzen, da diese durch Gegenwartskonsumverzicht und/oder Erarbeitung erst möglich wurden.
    Noch bessere Alternative mit Sicherheitsaspekt:
    Alles überflüssige Geld in Gold umwandeln ein tiefes Loch graben lassen, Gold darein und zumachen lassen. Gleicher positiver Effekt wie in voriger Variante nur das Sie wenn es doch mal hart auf hart kommen sollte, Sie eben einmalig die große Anstrengung unternehmen müßten, ein Loch graben und das schwere Gold zur Bank zu schleppen und in die dann jeweils gültige Währungseinheit (z.B. ohne PIGS-Länder-Euro) umzutauschen.

  73. An Alle!!!
    Nichts von dem, was...

    An Alle!!!
    Nichts von dem, was Sie befürchten wird geschehen – aber Alles andere.

  74. Ich frage mich nur, wann...
    Ich frage mich nur, wann Kohler, Nonnenmacher und Konsorten den Laden hier dicht machen. Hält sich dieser blog länger als die Berliner Seiten? Manche mögen (oder brauchen gar) Selbstbeschimpfung, aber die FAZ Holding kennt da vermutlich keinen Spaß. Aber es gibt ja Ausweichmöglichkeiten und das Original ist allemal besser, auch wenn es dort keine Spesenvergütung gibt.

  75. donna laura, dass Sie gewisse...
    donna laura, dass Sie gewisse gutbürgerliche und grossbürgerliche Verhaltensrituale hinterfragen, ehrt Sie. Und mit „Pfannkuchen“, „Schneeballschlacht“ usw. schlagen Sie auch lebendige (und weit lustigere) Alternativen vor. Und hierzu gehört ja auch das Rodeln. Aber ich glaube nicht, dass Don Alphonso mit seinen familienpsychologischen Schilderungen diese rechtfertigen oder bekränzen will. Sondern er weist auf eine Realität, die so existiert, die er seit Kindertagen kennt, und die er nach seinem Ausflüg in die Lügenklamotte aus Spontaneität, Sozialkompetenz und New Economy deshalb als ehrlicher erlebt, weil unabhängig von wohlhabendem bis vermögendem Hintergrund (und allen Sahnetorten) eine Glaubwürdigkeit aus Fleisch und Blut existiert. Diese Volte ist nicht zwingend charmant, aber ich glaube, dass die Zeit der letzten 100 Jahre weniger von Pablo Picasso, Andy Warhol oder Damien Hirst, als von Max Beckmann. Francis Bacon/Lucien Freud und Bruce Nauman ins Bild gesetzt wurde. Und, um auch die Damen nicht zu vergessen, weniger von Käthe Kollwitz und Frida Kahlo als von Louise Bourgeois.

  76. @Devin08
    .
    Grüße Sie auch,....

    @Devin08
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    Grüße Sie auch,. Natürlich haben Sie recht, man kann auch dem Ausland den Schuldenteil aufs Auge drücken und sich selbst die Forderung behalten. Nennt sich dann u.a. „Exportweltmeister“. Wie schrieb es Sombart so schön? Der Vater des Nationalstaates heißt „Merkantilismus“.
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    >Es wird den anderen nur weggenommen, sinnigerweise denen, die ehe schon nichts haben – außer billige Arbeitskraft.
    .
    Lassen Sie uns das noch präzisieren: genaugenommen wird den anderen nichts „weggenommen“, sondern es wird ihre Zukunft belastet. Schulden und Forderungen sind Phänomene der Zeit: Ein Kredit transferiert Einkommen aus der Zukunft in die Gegenwart. Getilgt wird in der Zukunft samt Zins und Zinseszins. Wir nehmen denen, die sich bei uns verschulden als nichts weg, was sie jetzt „hätten“; sondern wir fordern etwas von ihnen, was sie erst in der Zukunft haben können. Anders gesagt: Wir stehlen ihre Zukunft.
    .
    >aber der Pferdefuß darin ist jene imperialistische Logik,
    .
    Ich glaube, dass die Terminologie von Hilferding und Lenin da nicht mehr sticht: die Staaten selbst verfolgen im engeren Sinn kein eigenes Interesse mehr, sondern sind schlicht Getriebene der internationalen Finanzmärkte. „Imperialismus“ ist deshalb in meinen Augen ein Begriff aus einer vergangenen Epoche.
    .
    >Das ist im Übrigen auch die unterschlagene Seite eines „Methusalemkomplotts“ bei einem Frank Schirrmacher.
    .
    Das Problem, wenn man ein Buch schreibt ist, dass man nicht alle Facetten abhandeln kann. Merke ich gerade selber. Man muß sich also für die Themenstränge entscheiden, die einem am wichtigsten erscheinen. „Minimum“ zB vernachlässigte Fragen der Entfremdung und der Warenfiktion von Arbeit total.

  77. Werter Don,
    Sparen wird...

    Werter Don,
    Sparen wird trotzdem noch als Erziehung zum bewußten Umgang mit Geld und Werten gelebt. Gerade in unseren Kreisen. Es scheint inzwischen ein Merkmal der besseren Gesellschaft zu sein, diese Werte ihren Kindern mitzugeben, was in anderen Kreisen offensichtlich heute nicht mehr so gelebt wird, wie das Beispiel meiner Tochter zeigt:
    Die Sparkassen- Tante kommt in die erste Klasse und klärt über die Vorzüge des Sparens auf. Anschließend bekommt jedes Kind einen Zettel mit nach Hause, auf dem sich die Eltern damit einverstanden erklären müssen, daß die Kleinen ein Sparkonto eröffnen dürfen. Die Sparkasse gibt zu jeder Kontoeröffnung € 5,- (und eine Spardose mit Schloss) dazu, einzahlen muß man nichts und kann das Geld nach drei Monaten ungefragt wieder abnehmen.
    Von 24 Kindern (bzw. deren Eltern) haben nur drei mitgemacht. Die anderen gehören offensichtlich zu der Gruppe von Kunden, die für ihren Plasmafernseher (oder die Waschmaschine…) Ratenzahlung vereinbaren müssen.

  78. @G.Schoenbauer: Zu GS fällt...
    @G.Schoenbauer: Zu GS fällt mir lediglich ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat aus einer Hollywood-Komödie ein: „Der Eiter, der den Schleim infiziert, der auf dem Abschaum sitzt.“ Wer sein Geld dahinträgt – selbst schuld. Im Ernst, über dieses Haus gäbe es noch andere schöne Geschichten zu erzählen, aber das würde hier eindeutig den Rahmen sprengen.

  79. Es lohnt sich ja mittlerweile...
    Es lohnt sich ja mittlerweile nach Berlin zu fahren und die alten Marxismus-Leninismus Klassiker auf dem Flohmarkt zu erstehen.
    Als die DDR unterging, ging der Bundesrepublik nicht nur ein Feindbild verloren, sondern auch die sozialistische Messlatte.

  80. beckmesser, es heisst "das...
    beckmesser, es heisst „das Blog“, und es steht Ihnen natürlich frei, sich bei der FAZ zu beschweren. Ich bin im Feuilleton beheimatet, und Sie können Ihre Wünsche gern beim zuständigen Herausgeber, Herrn Schirrmacher, äussern. Vielleicht kommt man dort Ihren Erwartungen gern nach, wer kann das schon sagen. Allerdings hoffe ich natürlich, dass Sie damit eine kleine, launische Minderheit bleiben.
    .
    ottoe, nur drei? Das gab es bei uns auch, aber da haben die meisten damals mitgemacht. Allerdings war das noch eine Zeit, als man vor Schulden erhebliche Angst hatte, die als Zeichen der mangelnden wirtschaftlichen Potenz galten.

  81. Roland Groh, nun, Gel...
    Roland Groh, nun, Gel verbrennen, das ist sicher eine Möglichkeit, aber davon hat am Ende keiner was. Seitdem ich miterlebt habe, wie das in der New Economy gemacht wurde – teilweise mit Ausfallversicherungen der öffentlichen Hand, damit am Ende der Schaden beim Steuerzahler bleibt – habe ich damit mehr als nur ein kleines Problem. Dann eben wirklich anderen helfen, die es brauchen können.
    .
    Goldzahn-Sacks Aktien, so hört man, laufen seit einer Zeit weniger als gut. Ausserdem: Gibt es etwas langweiligeres als Bankaktien?

  82. @G. Schoenbauer, Broker ist...
    @G. Schoenbauer, Broker ist nicht nötig.
    Ich zocke mit meinen Aktien über eine Internet-Direktbank.
    Die nehmen nur geringe Gebühren und der Depot-Verlauf wird Online sehr schön dargestellt.
    Damit habe ich sogar in der bisherigen Krise einen bescheidenen Gewinn erzielt.
    Vielleicht hilft mir hier meine Brot-Tätigkeit als Regelungsingenieur an Chemie-Versuchsanlagen.
    Da lernt man Trend-Interpretation an chaotischen Systemen.

  83. HansMeier 21.12Uhr 14.01. Ich...
    HansMeier 21.12Uhr 14.01. Ich schliesse mich Ihrer hellsichtigen Analyse an: ab irgend einem Punkt gab es für die Banken mehr bei zig-Millionen verschuldeten Privatpersonen zu verdienen als bei Investments in Industrie und Rohstoffe. Derzeitig fällige Zinsen bei Kreditkartenüberziehung liegt in England bei ca 20%! Das sind die zweistelligen Zuwächse auf die die Banken gepokert haben, die nun in gigantische Abschreibungen und Insolvenzen resultieren. Wenn es stimmte was G. Schoenbauer 23.25 Uhr behauptete, dass immer noch durch komplizierte Optionen etc. viel verdient würde, so erklärte das alles nicht den Fastzusammenbruch des globalen Bankensystems beim Ausfall von Immobilienkrediten in den USA. Dort wurde für die Banken das meiste Geld geschöpft, diese Super-Akkumulationsmaschine ist nun eingeknickt.

  84. Hi muscat,
    habe mit Blick auf...

    Hi muscat,
    habe mit Blick auf GS vor allem einen laengeren Bloomberg-Artikel im Hinterkopf, auf den Don Alphonso an anderer Stelle hinwies:
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1551019/#1551625
    Gruss]
    G.S.

  85. rainermaria, natürlich gibt...
    rainermaria, natürlich gibt es einen Kausalzusammenhang zwischen Not (Kinder) und Armut (Sparen). Aber das muss man nicht zwingend so mögen. Mir geht es ohne Kinder wirklich gut!
    .
    donna laura, wenn Uhr, dann mechanisch. Mit einer elektronischen Uhr kann man keine Verspätung entschuldigen.

  86. bob. 14.1 @21.35h

    Ich habe...
    bob. 14.1 @21.35h
    Ich habe immer nur Einzelwerte in meinem Depot – im Nu kann ich alles verkaufen, wie ich im Januar 2008 tatsächlich getan habe.
    Nun geht’s wieder aufwärts – und man fangt wieder an, „etappenweise“ Aktien (nur CH / D wie immer) zu kaufen.

  87. Ich muss mich übrigens für...
    Ich muss mich übrigens für meine Abwesenheit gestern entschuldigen: Ich dachte mir, es reicht, wenn 82 Millionen Deutsche unter den Wolken bleiben, und ich zu den paar tausend gehöre, die darüber bleiben:
    .
    http://rebellmarkt.blogger.de/static/antville/rebellmarkt/images/15jangr.jpg
    .
    Nehmen Sie es als schönen Gruss.

  88. G.Schoenbauer, ja, der und...
    G.Schoenbauer, ja, der und noch dieser Klassiker aus der Sunday Times (allerdings ellenlang):
    http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/us_and_americas/article6907681.ece
    Gruß zurück
    m.

  89. Wurde mein Kommentar wegen...
    Wurde mein Kommentar wegen antikatholischer Tendenzen nicht freigeschaltet oder habe ich ihn garnicht abgesandt??

  90. Don Ferrando, hier ist nichts...
    Don Ferrando, hier ist nichts angekommen, bedaure.

  91. @Der Gärtner,
    nehmen Sie...

    @Der Gärtner,
    nehmen Sie einen Volltrottel als Praesidenten, der moeglicherweise jedem sein Haeuschen goennt, den „guten“ Greenspan, der sich dem nicht entgegenstellt, Banken, die im grossen Stil Kredite vergeben, ohne auf Sicherheiten zu achten, und Versicherungsunternhemen, die wie besessen davon sind, Kreditgeber gegen Ausfaelle zu versichern, dann haben Sie die wichtigsten Zutaten fuer das, was Sie den „Fastzusammenbruch des globalen Bankensystems beim Ausfall von Immobilienkrediten in den USA“ nennen.

  92. Don, stellen Sie sich einfach...
    Don, stellen Sie sich einfach vor, die Wolkendecke wäre ein Wasserspiegel. wie hier:
    http://www.oebb.at/holding/de/Das_Unternehmen/Nachhaltigkeitsbericht/Umwelt/_data/stausee_344x272.jpg
    das ist doch auch schön !

  93. @Eiche: Ich weiß nicht... bei...
    @Eiche: Ich weiß nicht… bei manchen hier riecht ‚Familie‘ und ‚Kinder‘ schon arg nach Blut und Boden. Und wer da noch zusätzlich von Anstrengung schwadroniert, Anstrengung gar gegen das Aussterben… ach weh! Sterben müssen wir alle. Und selbst die Eiche gibt es (zu dem Verwandtschaftskreis der Amentiferae gehörend) seit maximal 80 Millionen Jahren, ein Klax im Vergleich zu erdgeschichtlichen Dimensionen.

  94. .. thanks, lieber muscat,...
    .. thanks, lieber muscat, werde mir den Beitrag morgen vorknoepfen.
    Gruss
    G.S.

  95. G. Schoenbauer: Das ändert...
    G. Schoenbauer: Das ändert nichts an der Feststellung, dass der Handel und die Spekulation mit Immobilien & Konsumkrediten in den angelsächsischen Ländern das Hauptgeschäftsmodell, also die Haupthandelsware aller Banken weltweit gewesen sein muss, natürlich gut verpackt in entsprechend kryptischen Finanzprodukten.

  96. Lieber Don,

    eventuell als...
    Lieber Don,
    eventuell als Inspiration für einen weiteren Beitrag möchte ich Sie auf folgenden Artikel im Feuilleton Ihres Blattes hinweisen: „Der Mensch wird zum Datensatz“ von Frank Rieger.
    Auch in diesem Bereich lässt sich doch eine klare Trennung der „Klassen“ erkennen. Die unteren, die aus lauter Geltungsbedürfnis & zur Flucht aus ihrem allzu alltäglichen Leben beinahe jede Kleinigkeit im Internet posten, hochladen, kommentieren und verbreiten, die Ihnen als besonders, exklusiv, bedeutend, schlicht Aufmerksamkeit heuschend erscheint. Logische Folge ist eine deutlich erhöhte digitale Transparenz dieser Schichten.
    Wohingegen in anderen gesellschaftlichen Kreisen möglichst jeder Telefonbucheintrag, jede Mitgliedschaft in gruppenzwang-gesteuerten „sozialen“ Netzwerken, geschweige denn jeder auf die eigene Person zurückzuführende Kommentar tunlichst vermieden wird…
    Mit all seinen digitalen, „sozialen“ Folgeerscheinungen…

  97. @Hans Meier - traditionelles...
    @Hans Meier – traditionelles Familienbild:
    Jahrelang hieß es, der Standort Deutschland sei schlecht da viel zu teuer, Stichworte Bürokratie, Umweltauflagen, Lohnkosten, Lohnnebenkosten etc. (interessanterweise waren wir dennoch Exportweltmeister). Weiter hieß es, wenn wir nur alle länger arbeiteten (also am besten 45 h/Woche statt 35, für das gleiche Geld), entstünden auch bald viele neue Arbeitsplätze (dieser Logik kann ich bis heute nicht folgen – insbesondere innerhalb _eines_ Unternehmens). Interessant finde ich allerdings in diesem Zusammenhang, daß (sehr vereinfacht) in den 50er Jahren pro „Familie“ (2 Erwachsene + x Kinder) 1×48 Stunden pro Woche gereicht haben, um einen durchschnittlichen Lebensstandard zu erreichen, während dafür heute 2×37,5 Stunden nötig sind. Ich sehe nicht, wo wir weniger arbeiten (gehen), als unsere Vorfahren. Soll heißen, pro „Familie“ kann heute durchaus mehr Arbeitskraft verwertet werden, als früher. Noch mehr ist für manche sicher immer wünschenswert.
    Und den Spar-Spruch kenne ich so:
    Spare jederzeit, dann hast du immer Not.

  98. G. Schoenbauer — Nicht zu...
    G. Schoenbauer — Nicht zu vergessen die Häuslebauer selbst, die die Kredite wider besseren Wissens (bzw. Geldbeutels) annahmen, um sich ihren Traum vom 3-Bedroom-Haus zu verwirklichen. Die wollen wir doch nicht in Ihrer kleinen Besetzungsliste der üblichen Verdächtigen unterschlagen, oder? Schließlich hat die meines Wissens niemand mit vorgehaltener Pistole gezwungen, Hypothekar- und Konsumentenkredite aufzunehmen, die sie im Leben nicht hätten bedienen können.

  99. @Justus: der Rieger-Artikel...
    @Justus: der Rieger-Artikel ist wirklich gut, allerdings sehe ich dort keinerlei Bezug zur „Klassen-Thematik“. Man kann sicherlich nicht einfach sagen: die „unteren Klassen“ haben eine höhere digitale Transparenz.
    Ich kenne viele Angehörige eher „höherer Klassen“, die Facebook-süchtig sind und SEHR private Dinge online stellen. Oder die berühmten Familienfotos von Hochzeiten, Taufen usw., die einfach ohne Passwort-Sicherung frei ins Netz gestellt werden. Sowas läuft völlig schichten- oder klassenübergreifend.
    Am ehesten fehlt es an „digitaler Transparenz“ bei der absoluten „Unterschicht“, die kaum Internetzugang hat.

  100. auch von mir großen Dank an...
    auch von mir großen Dank an Herrn Strobel für die rasante Erledigung der Riester-Ente in drei Zeilen! Ich hatte schon aufseufzend einen längeren Mackenroth-Text samt Verteidigung des runden guten Norbert Blüm geplant und belasse es jetzt sehr erfreut bei der Ergänzung, dass beim Umlageverfahren der gesetzlichen Rente hohe Löhne eine viel wichtigere Rolle spielen als das von der geschäftstüchtigen privaten Vesicherungswirtschaft unter Volk gebrachte Demographievoodoo.

  101. @Don, eklatantes...
    @Don, eklatantes Missverstaendnis, das bei genauerem Hinsehen und Lesn zu ermeiden gewesen wäre. Nicht ich wuensche mir, den Genickfang, sondern ich fuerchtete ihn bereits hinter der naechsten Ecke. Es ist naemlich so, daß diese Zeitung für ihren Pluralismus zwar hoch zu loben ist, daß es allerdings auch bekannte Fälle gab, in denen die Herausgeber fünfe gerade sein ließen und Autoren auf Linie brachte. Der Hofnarr bereitet den Herren vergnügen, solange er ihre Herrschaft erweitert und verlängert. Da kann Kritik und Ironie schon helfen, doch wehe sie stellt das System in Frage. Wehe! Da hilft dann auch die Quote nicht.

  102. Werter Don,
    da gibt es zum...

    Werter Don,
    da gibt es zum Thema ein kleines munteres und deswegen sicher auch lesenswertes Büchel von Balzac: Die Kunst seine Schulden zu bezahlen. Die Ausgabe eines Darmstädter Verlages von 1963 ist nicht ganz so nüchtern, wie die neuere eines anderen Verlages. – …Wer nur einigermaßen Grundsätze hat, muß seine Schulden, wenn er welche hat, zahlen. Auf die eine Art oder auf die andere. Das heißt also mit oder ohne Geld. …-

  103. Dass freiere Kommunikation in...
    Dass freiere Kommunikation in einem Massenmedium, sei es auch hier im Feuilleton, noch möglich ist, lässt ansatzweise noch auf die Medienfreiheiten hoffen.
    Im Übrigen geht doch nichts über die Weite des Meeres, die auch der Weite der Gedanken sehr förderlich ist, selbst im Winter
    http://1.bp.blogspot.com/_4CsJr7Da_eY/SWDiRvGYTMI/AAAAAAAAC80/rgPtgfeA5ic/s1600-h/Weststrandsonnenuntergang301208.JPG ,
    http://www.ferienwohnung-rerik.info/wp-content/gallery/rerik-winter/dsc09504.jpg .
    Die Berge hingegen engen ein und beschränken den Horizont zu sehr.

  104. Das mit dem Sparen ist...
    Das mit dem Sparen ist wirklich zu bedenken, denn rentable und sichere Produkte gibt es für den Laien so gut wie nicht. Ich verlor ein paar Tausend in der Internetblase und in dieser Krise schon wieder. Hätte ich vorher das Geld verprasst, wären wenigstens ein paar schöne Erinnerungen geblieben. Das ist sowieso das Wertvollste. Jetzt ist meine Frau Finanzminister und noch voller Elan. Die von Einigen hier vorgeschlagene tägliche Kontrolle der privaten Aktienkontostände halte ich für stark lebensqualitätreduzierend. Mit einem Freund unternahm ich 1999 eine Radtour durch schöne französische Landschaften und er musste an JEDEM Telefonhäuschen anhalten um mit seiner Bank in Frankfurt zwecks Aktienkauf und Umschichtung des Portfolios zu beraten. Das gäbe eine gute Nummer für Monsieur Hulots ,,Moderne Zeiten“, lebte der noch.

  105. "Trendinterpretation an...
    „Trendinterpretation an chaotischen Systemen“, was für eine schöne Beschreibung wenn ich daran denke in einigen Wochen meinen Minister in Haushalts- und Verteidigungsausschuß zu begleiten zwecks Haushaltsberatungen 2010!
    Ansonsten denke ich ist es mit Sparen wie mit allen anderen menschlichen Lebensäußerungen: wer kann soll aber mit Maßen, ohne Triebüberschuß (etwa zur Gier) und Übertreibung.

  106. @Gärtner, neulich las ich in...
    @Gärtner, neulich las ich in einem Ökonomiebuch über Konjunkturzyklen, und als ich so nachsann, da war es mir, als sähe ich die sanften Hügel der Toskana vor meinem geistigen Auge aufscheinen…

  107. Don Ferrando, besser...
    Don Ferrando, besser antikatholische als antialkoholische Tendenzen.
    Amen, Prost und schönes Wochenende!

  108. Wenn eine Gesellschaft nicht...
    Wenn eine Gesellschaft nicht sparen kann, dann kann sie sich auch nicht verschulden.
    Das werd‘ ich meinen Enkeln twittern, dann haben sie ein schönes Wochenende.

  109. Lieber Gärtner,
    inzwischen...

    Lieber Gärtner,
    inzwischen seh ich das entspannter. Ich meine, wenn wir erstmal wissen, wie das mit den Blasen funktioniert, dann können wir beim nächsten Mal vielleicht selber vom einen oder anderen Schneeball profitieren. Ich meine ganz legal als Trittbrettfahrer, die rechtzeitig aussteigen.
    Genau das ist ja wohl die Masche, mit der Goldzahn seine Sacks füllt.
    Obwohl, wenn sogar Ahnungslose Idioten wie ich das begriffen haben, dann funktioniert es verumutlich nciht mehr.

  110. Der Gärtner 15.22h

    "Hin und...
    Der Gärtner 15.22h
    „Hin und Her macht nur die Taschen leer“. Ich bin z.B kein Day-Trader. Doch man kann und darf nicht einfach Aktien kaufen, und bis zur Pensionierung „schlafen“ und dann kommt die böse Ueberraschung, Mitte in einer Rezession der Crash.
    Der Gärtner. 15.22h
    „Hin und Her macht nur die Taschen leer“! Ich bin kein Day-Trader!!
    Doch ich passe sehr genau auf mein Depot auf. Uebrigens, in der Schweiz gibt’s keine Kapitalgewinnsteuer.
    „Produkte“ und Fonds würde ich NIE kaufen – zu intransparent – eine bunte Mischung von Winners & Losers und ich will keine Losers.

  111. muscat at 09.23h

    Yeah - Mr...
    muscat at 09.23h
    Yeah – Mr Blankfein and his fine bank!

  112. Sehr zu empfehlen gerade auf...
    Sehr zu empfehlen gerade auf Arte:
    “ Gier:
    Ob skrupellose Immobilienhaie, erfolgreiche Kaufleute, schwergewichtige Fabrikanten, gelangweilte Erben oder aufstrebende Kleinanleger – sie alle sind unersättlich, wenn sie ihr Geld in Erwartung atemberaubender Renditen einem Mann anvertrauen. Sein Name scheint Programm: Kapitaljongleur Dieter GLANZ! Der Anlageberater ist sich seiner Aura bewusst, belohnt das Vertrauen seiner Kunden aufs Großzügigste, indem er und seine Frau GLORIA zu prächtigen Partys einladen und sie an ihrem aufwendigen Lebensstil teilhaben lassen. Ob in seinem luxuriösen Anwesen oder im Privatjet nach Mallorca, in Glanz’ Welt wird der Traum vom großen Reichtum Wirklichkeit. Noch ahnt niemand, dass der Luxus Mittel zum Zweck ist, eine blendende und von Glanz inszenierte Kulisse, die, allein von den Anlegern bezahlt, dazu dient, ihnen „frisches Geld“ zu entlocken. Die Anleger folgen dem Betrüger wie einem ,,Guru“. Und plötzlich zerplatzt der Traum vom schier unbegrenzten Reichtum, die Luxusvilla wird allmählich zu einer Art Gefangenen-Straflager, in dem böse Binnenkonflikte ausbrechen und die gepeinigten Anleger das angebliche Finanzgenie und sich selbst gegenseitig belauern.“
    http://www.bavaria-film.de/index.php?id=362&production=6546

  113. Zur Erbschleicherei noch ein...
    Zur Erbschleicherei noch ein lustiger Nachtrag:
    .
    Vor vielen Jahrzehnten gab es, wie man erzählt, an einer altehrwürdigen deutschen Universität einen gutaussehenden und unverheirateten Ordinarius für Psychologie, der nebenbei ein „Institut für Parapsychologie“ betrieb.
    Dort wurden alle möglichen Spuk- und Psi-Phänomene „erforscht“, natürlich nur mit rein wissenschaftlichen Methoden. Doch wieviele Erbpersonen waren nicht froh, ihre Spukerlebnisse endlich mal jemandem erzählen zu können, der sie ernst zu nehmen schien. Und so finanzierte sich dieses Institut wesentlich über die Erbschaften alter Damen.

  114. HansMeier555, Ihr freundlicher...
    HansMeier555, Ihr freundlicher Hinweis auf die alten, na ja, älteren Damen, inspiriert mich. In meinem geographischen Umfeld ist die Dichte an älteren, wohlhabenden Damen recht gross. Ihre Ehe traten sie vor 40-50 Jahren vermögend und ehevertraglich geregelt an, und der tragisch verstorbene Gatte war in Industrie, Bank oder Versicherung beruflich erfolgreich und hinterliess eine Pension – für’s Nötigste. Die Beschäftigung mit Parapsychologie und Graphologie hat man länger gepflegt. Und die Kinder, so es diese gab, sind gut versorgt. Und deren „Mutterliebe“ ist gut entwickelt, weil man und frau um die Unberechenbarkeit einer testamentarischen Verfügung zugunsten einer Nicht-Regierungs-Organisation weiss. Von diesen Damen werden Friedenspreise gestiftet und sogenannt alternative Projekte unterstützt. Es werden Tierschutzinitiativen lanciert und -durchaus diskret- viel zum Fortschritt beigetragen. Frau ist auch kritisch gegenüber dem eigenen Aktienbesitz und lässt sich bei Generalversammlungen gerne von der Stiftung „Ethos“ vertreten. Den wadenlangen Nerz hat man -verständlicherweise- schön seit Äonen nicht mehr getragen, und der Jaguar und/oder Bentley in der Garage ist ein ökologisches Verbrechen. Zu den Phänomenen neueren Datums gehört, dass sich diese Damen mit unglaublicher Präzison an sexuelle, männliche Übergriffe in der Familie aus der Kindheit erinnern.

  115. Liebe Rosinante,
    danke für...

    Liebe Rosinante,
    danke für die Hinweise.
    Ich hoffe, auch die GRÜNEN spitzen die Ohren. Das wäre doch wirklich mal was für diesen charmanten Özdemir.

  116. Wer kennt, weiß, wie es ist.,...
    Wer kennt, weiß, wie es ist., wir stimmen einmal mehr zu:
    .
    Es gibt die wunderbarsten Frauen, sagen wir Lehrerinnen von Beruf, genauer Grundschullehrerinnen z.B., die leben selbstverständlich gerade so. Auf 400 qm in uneinsehbarer Alleinlage, eben „Rhodendrhon“, alter Baumbestand, Nebengebäude, usw., das ganze Programm sozusagen; sagen wir in Norddeutschland, also irgendwo da, wo es flach ist. Einige 15 oder 20 KM entfernt von der Kreisstadt mit der Schule. Und selbstverständlich weiß das Kollegium nichts. Gar nichts. Rein gar nichts. Wirklich überhaupt nichts. Und wozu auch. Denn frau will ja Lehrerin sein, eine gute Lehrerin ganz sicher. Und Respekt und ehrliche Freundschaft haben für ihre Leistung für die Gesellschaft, an den Kindern usw.. Und sich nicht von Dummheit, Neid und Mißgunst angefeindet sehen stattdessen.
    .
    Und als sie also den Entschluss gefasst hat, es für sich – und zwar für sich alleine, in den 400 qm (nun endlich doch) etwas hübscher zu machen, da schickt sie das übliche Stoßgebet zu Himmel, dass sie eine Hilfe finden wird für die Umbaumaßnahmen, eine Hilfe, die sie versteht, nicht ausnimmt, nicht übervorteilt, nicht mit Geschwätz nervt, die zuhören kann, wirklich zuhören, usw..
    .
    Und die höheren Mächte haben dann auch das Einsehen (wie das so geht bei manchen: Am Ende nützen die erlernten Tugenden, zu denen eben auch das Gebet gehört, eben doch – auch wenn „Gebet“ hier vielleicht etwas zu hoch gegriffen ist … . Aber etwas in der Art war und ist es dann eben doch meist gewesen in solchen Fällen) und schicken also genau die Hilfe, die frau braucht. In Form einer Innenarchtektin. Der tatsächlich am Menschen, wie soll man sagen, mehr gelegen ist, als am Geld.
    .
    Und so bekommt die wunderbar natürliche Kundin Lehrerin genau dorthin im Haus ihr neues Wohn-Esszimmer mit gemütlicher Couch, so über Eck und im Sonnenschein, wie sie es sich schon immer gewünscht hat. Und noch das ein-oder andere dazu.
    .
    Und aus der nächsten Großstadt her- bloß von immer schön weit weg, wir kennen die Gründe – werden die Handwerker organisiert, „so nach Kostenvoranschlag im Überblick als cirka i. O. genehmigt“ – und machen. Was Handwerker eben so machen: Z. B. lauter prima elekrtrische Rolladenantriebe mit elektronischer Steuerung und gut funktionierende Heizungsthermostate dazu für die restlichen ungefähr 320 qm, die man für die nächsten Jahre der überschaubaren Zukunft vorläufig und bis auf weiteres vielleicht nur noch 2 oder 3x im Jahr betreten möchte. Und den Rest vor allem auch ganz hübsch.
    .
    Und Frau Low-to-mid-tier-Lehrerin nimmt sich sogar extra selber Urlaub für die Zeit, in der sich die Handwerker angesagt haben (und vielleicht sogar kommen werden, was ihre große Sorge ist), schwindelt ein wenig im Kollegium, was sie vor hat im Urlaub, etc. und überwacht selber. Denn das ist besser, als sich Gedanken machen müssen über noch mehr Fremde im eigenen Eigentum, wie wir alle wissen. Und jeder versteht. („Eigentum“ alleine hätte klar schon gereicht.)
    .
    Und also wirds gemacht, und unsere Lehrerin ist kurz darauf viele Sorgen los, genießt die geplant erreichten Erleichterungen, denn verkaufen, umziehen, Maklerärger, das hatte sie ja in Kindheit und vor den Erbfällen genug, oder zu7mindest davon schon gehört, nicht wahr? Umziehen also will sie nicht. Denn schuldenfrei ist ja sowieso alles. Und auch nicht die Erinnerungen aufgeben. Und wen scheren angesichts der Tatsachen schon die paar ungenutzten 320 qm? Wenn doch z.B. die nächsten Zeugniskonferenzen anstehen, die eine gute Lehrerin eh viel mehr bewegen, als das ganze dumme Geld … .
    .
    Und die Innenarchitektin schreibt eine Rechnung, die sich am Monatseinkommen einer Lehrerin orientiert, ganz wie es sich bei Personen von Stand gehört, denn selbstverständlich hat die Lehrerin u. u. bei Tee & Planung sich vertrauensvoller Weise über ihre tatsächlichen Vermögens- u. Sorgenverhältnisse geäußert. Und natürlich kann sie Verständnis und vollste Diskretion erwarten: Wenn eine Lehrerin umbaut, kostet es selbstverständlich das, was eine Lehrerin bezahlen kann. Und Vermögen bleiben unberücksichtigt. Und genau deshalb wird man dann ggfls. auch etwas reichlicher entlohnt. Und zwar gerne. Ohne, dass man da viel drüber reden müsste oder dass es erwartet würde.
    .
    Und treffen sich heute auch hin- und wieder zum Tee die beiden Frauen, wie wir gehört haben. Einfach nur so, eben mal zum ratschen. Und wie es in der Schule so geht. (Und den 320-nicht-qm. Ob die Probleme machen: man streift es mal am Rande, ja). Und wäre mal es umzubauen, oder sagen wir eine neue Wohnung einzurichten, in Graubünden z.B., dann … .
    .
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    Ach ja, wir haben noch was vergessen: Die Handwerker wurden natürlich bezahlt. Nach Prüfung der vorgelegten Rechnungen, aber ohne Nachverhandlungen. Binnen 10 Tagen und mit 2% Skonto. Man unterscheidet sich eigentlich nur ungerne. Aber es läßt sich inzwischen zu oft einfach leider nicht mehr vermeiden. („Binnen 10 Tagen und mit 2% Skonto“: Weil man es so gelernt hat von den Generationen vor einem, und weil es sich so gehört, da es am preiswertesten ist und eben auch, weil das Vergessen so am leichtesten fällt, wie wir alle wissen. Denn wer will schon Handwerker erinnern? Schlimm genug, dass man sie nötig hatte.)

  117. Getrieben ja!, doch...
    Getrieben ja!, doch reaktionärer denn je!
    .
    @Strobl: Wenn Sie mit dem Satz „man kann auch dem Ausland den Schuldenteil aufs Auge drücken“ recht haben, und Sie haben darin recht, dann können Sie darin eben nicht recht haben, wenn sie schreiben: „die Staaten selbst verfolgen im engeren Sinn kein eigenes Interesse mehr, sondern sind schlicht Getriebene der internationalen Finanzmärkte“, denn wer drückt den den anderen „den Schuldenteil aufs Auge“?
    .
    Selbstredend ist die Imperialismustheorie Lenins oder gar Hilferdings so nicht mehr ganz aktuell – und harrt daher ihrer Weiterentwicklung. Aber „getriebener der internationalen Finanzmärkte“ zu sein, heißt eben auch: getriebener des Finanzkapitals“. Denn nicht nur sollte das Finanzkapital heute ein wenig anders zu begreifen sein als zu Lenins Zeiten, sondern es sollte auch nicht nur als Subjekt zu verstehen sein. Objektiv betrachtet sind Finanzmarkt und Finanzkapital identisch, denn das Subjekt Finanzkapital (soweit man davon überhaupt reden kann, denn eigentlich gibt es nur die Bourgeoisie als Klasse) ist heute ein anderes als vor 100 Jahren. Wenn wir heute von Finanzkapital reden, dann meinen wir vor allem jene „Managerklasse“, die sich erst nach dem 2. Weltkrieg heraus gebildet hat, und die nicht so recht ins Bild des Kapitalisten passen mag. Aber auch hierin zeigt sich die Tendenz zur Auflösung der Klasse als Subjekt. Manager sind formal betrachtet Angestellte, wenn auch als solche privilegierte. Es wundert nicht, dass solche Manager sich von privilegierten, sprich: verbürgerlichten Funktionären eines „Sozialismus“ kaum noch unterscheiden (hierin zeigt sich auch die spontane Verwandtschaft zwischen Sozialismus und Kapitalismus und eben die Notwendigkeit den Sozialismus bewusst, planmäßig und durch den Klassenkampf im Sozialismus herbei zu führen, wenn man nicht immer wieder im Kapitalismus landen will).
    .
    Heute ist das Kapital „transnational“ (ein Begriff von Robert Kurz – Das Weltkapital -; Sie wissen dass ich Robert Kurz nur eingeschränkt zitiere), d. h. vor allem als Finanzkapital losgelöster von der Realproduktion eines Landes, eines bestimmten Landes und damit auch von der staatlichen Form, als das vielleicht zur Zeit Lenins erkennbar gewesen wäre. International, also transnational, ist das Kapital natürlich nicht als losgelöst zu betrachten, aber es wird beherrscht von den Investments, und diese wiederum treiben die Realproduktion in den Selbstmord (in den „Autokannibalimus“ – Robert Kurz). Letzteres bedeutet nicht nur, das Realkapital zu virtualisieren, sondern ist auch der Grund dafür, warum das Kapital niemals ganz international sein kann, denn in diesem Konflikt zwischen Realkapital und virtuellem Kapital vollzieht sich das, was Nietzsche mit der „Immer-Wiederkehr- des Gleichen“ bezeichnete. Es ist ein nicht lösbarer Konflikt, jedenfalls nicht innerhalb des Kapitalismus. Auch daher kann das Kapital niemals als ein „vollständiges Monopol“ auftreten (Lenin), denn gäbe es das vollständige Monopol, wäre der Markt und damit das Kapital obsolet.
    .
    Es gibt da eine Tendenz hin, wie es im Übrigen die zur Auflösung der Klassen und des Staates natürlich gibt, aber infolge dieses Konflikts können so nur alle ökonomischem Vorbedingungen für den Sozialismus immer besser heraus gearbeitet werden, denn diese werden jedesmal – im politischen Bereich – auch wieder zerstört. Die Gesellschaft kommt nicht vom Fleck, trotz ihrer ökonomischen Weiterentwicklung. Mir kommt da spontan immer das Bild von der Kuh in den Sinn, die jedes Mal, wenn der Eimer mit ihrer Milch voll ist, den Eimer umtritt, und damit den Melkvorgang von neuem provoziert.
    .
    Investments sind Ausdruck der Herrschaft des Marktes über die Klasse. Das bedeutet aber nicht, dass die Klasse als Subjekt kein widerständiges Element mehr beinhaltete. Wir erleben das in der politischen Atmosphäre als Widerspruch zwischen Konservativen und Liberalen (auch die Sozialdemokraten teilen sich in diese Fraktionen) – zum Beispiel. Und das bedeutet somit auch nicht eine Ende des Klassenkampfes (wie erwähnter Robert Kurz nämlich annehmen möchte), weil das nämlich Auswirkungen hat auf die Lage der arbeitenden Klasse, deren Möglichkeiten oder Beschränkungen. – Auch diese schwankt immer mehr zwischen ihrer Auflösung und Stabilisierung, wie wir das gegenwärtig als „Prekariat“ erkennen können.
    .
    Aber genau so treibt das Kapital wider Willen, nämlich sich als ökonomische Bewegung und die Arbeit als politische in die Richtung Sozialismus. Und doch genau dort, gibt es eine Grenze, die ökonomisch nicht überschritten werden kann und wenn sie politisch nicht überschritten wird, die Barbarei provoziert. Daher kann auch der Staat, obwohl er obsolet zu sein scheint, nicht vollständig verschwinden – denn er ist immer noch das Vollzugsorgan der herrschenden Klasse, letztlich ihr Repressionsapparat. Und doch gibt es da Differenzen im Kapital, wobei das Finanzkapital, gewissermaßen, als das lebendigste, das flexibelste, das „fortschrittlichste“ (nicht affirmativ zu verstehen!) zu verstehen ist. Es ist nämlich jenes, das den Auflösungsprozess des Kapitals – und damit auch des Staates – am stärksten vorantreibt (und somit auch den Klassenkampf, wie die ganze Gesellschaft, an deren extremsten Pole).
    .
    Solches und ähnliches hat Lenin in seiner berühmten Schrift „Der Imperialismus das höchste Stadium des Kapitalismus“ (Werke, Bd. 9) grundsätzlich heraus gearbeitet. Und es zeigt sich jetzt erst, wie aktuell diese Schrift ist. Und ich empfehle sie daher, zur Lektüre – definitiv heute noch! Vor allen Dingen, weil er darin genau analysiert hat, wie jenseits all dessen der Sozialismus lauert (ja geradezu wartet, aber einem nicht in den Schoß fällt). Überhaupt vieles, was wir im Moment mit mehr oder weniger Unverständnis beobachten, wie z. B. jenes „sozialistische Krisenszenarium“ (Ein Kampfbegriff gerade derer, die den Kapitalismus in diese Richtung am weitesten getrieben haben – den Liberalen) wird dort als evident beschrieben, nämlich, und hier bezugnehmend auf Marx, weil nämlich genau dies die einzig „fortschrittliche Seite“ des Kapitalismus ist, nämlich dessen Selbstinfragestellung. „Fortschrittlich“, sich selbst auflösend, und dies wider Willen, „getrieben“ ja!, gewissermaßen ökonomisch, in Richtung all dessen, was er am meisten fürchtet, aber daher eben reaktionärer in der Konsequenz denn je, will heißen: aggressiver denn je, politischer denn je!

  118. Werter Don, Danke für ihre...
    Werter Don, Danke für ihre Antwort.
    .
    Doch, auch vom Geld verbrennen hat jemand was, die Allgemeinheit. Geht man von der Gültigkeit des EZB-Säulenmodells aus, so würden Sie mit dem Verbrennen des Geldes die Menge der von der EZB emitierten Schuldscheine reduzieren und somit einen Beitrag zur Geldwertstabilität leisten, also die Inflation bekämpfen. Allerdings kann man den von der EZB postulierten einfachkausalen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation zu Recht in Frage stellen.
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    Natürlich haben Sie Recht, der positive Effekt ist größer wenn Sie anderen Helfen. Bedenken Sie jedoch, das Sie bei Spenden an Hilfsoranisationen nicht Wissen können was mit ihrem Geld passiert und die Wirkung nicht ersehen können. Investieren Sie lieber vor Ort. Stiften Sie Bäume, Park- oder Grünanlagen zur Stadtverschönerung. Oder kaufen Sie Wälder und unterbinden den Holzschlag dort. Vermutlich wegen hoher Energiepreise wird verstärkt abgeholzt – Traktoren zerstören die Waldwege dabei.
    .
    Ihre Idee in Bildung und gutes Benehmen zu investieren ist überzeugend, bei was sonst kann man noch bis ins hohe Alter Erfüllung und neue Erkenntnisse finden.

  119. @Union Jack,
    also dass die von...

    @Union Jack,
    also dass die von Bankhaeusern wie Sauerbier angebotenen Kredite auf eine Nachfrage stiessen, habe ich doch vorausgesetzt; wenn sie nicht zurueckbezahlt werden konnten, von wem denn sonst, als von denjenigen, die sie vorher aufgenommen hatten?
    Das eigene Haus, die eigenen vier Waende …, diese verlogene, oftmals besungene (http://www.youtube.com/watch?v=syOCZ3wsQl0) Idylle …, damit wurde jahrelang landesweit gelockt: Jeder kann es sich leisten; niemand muss unbehaust bleiben; die Knete dafuer gibt`s zum Nulltarif, wenn nicht noch billiger; Sicherheiten, ach, davon reden wir spaeter oder ueberhaupt nicht.
    Nicht nur dem potentiellen Häuslebauer laeuft da das Wasser im Munde zusammen, hellhoerig wird jeder, dem das Wasser bis zum Halse steht; zur Not wird man eben Hausbestzer.
    In den USA leben derzeit laut amtlicher Statistik 40 Millionen unterhalb der Armutsgrenze.
    Gruss + schoenes Wochenende
    G.S.

  120. Wer diese Frau wohl beerben...
    Wer diese Frau wohl beerben wird?
    ..
    „Sie war keine verstiegene Theoretikerin, sondern eine genaue Beobachterin der Realität – mit dem freudianischen Spaß am Peinlichen. Als Psychologin wusste sie, Genauigkeit schlägt Peinlichkeit. Mit Akkuratesse und Anstand lässt sich alles sagen. Tabus verlieren an Kraft, wenn man sie mit genügend Noblesse angeht. …. Sie war spitzzüngig, spöttisch, bissig, herausfordernd und wunderbar im Tadeln, aber sie war nie schonungslos. Sie hatte Manieren und mehr als das: Sie war freundlich aus einer permanenten sozialen Wachheit heraus. Umso mehr verachtete sie den Kult um die Neue Bürgerlichkeit, der die Manieren in den Vordergrund schob.
    Was für ein freier Geist sie war, belegt ihre stadtbekannte Hundeliebe. … Ein Hund gehöre in die Stadt, meinte sie, nur hier könnte dieses zwischen Natur und Kultur entstandene Zivilisationswesen seine Intelligenz voll entfalten. Die uralte Regel, niemals einem Hund etwas vom Tisch zu geben, hielt sie für barbarisch. Der Hund müsse einfach probieren, was der Rest der Familie isst – und siehe da: Nobel und manierlich war der so erzogene Hund.“
    (Zitat aus der Presse)

  121. ... wer sie beerben wird? ...
    … wer sie beerben wird? Warum nicht ihr Ehegatte?
    Wollte aber, auch weil oben gegen die Fuehrung dieses Blogs gebeckmessert wurde (nachtraeglich in eine Mahnung, es mit der Zulassung von „Systemkritischem“ nicht zu uebertreiben, umgewandelt), auf gewisse Aehnlichkeiten zwischen der verstorbenen Journalistin und dem Steuermann dieser Blog-Veranstaltung hinweisen, wie sie auch in dem Auszug anklingen. Wer Qualitaet bietet, noch dazu auf den herkoemmlichen Broterwerb nicht angewiesen ist, hat mehr Freiheitsgrade.

  122. @muscat,
    danke für den...

    @muscat,
    danke für den Zuspruch!

  123. Hallo Don Alphonso,

    weil auch...
    Hallo Don Alphonso,
    weil auch Sie auf das seinerzeitige Blüm’sche Rentenversprechen in abschätziger Weise hingeweisen, muss ich einfach eine Lanze für Nobby brechen; ich kann bis heute nichts ehrenrühriges an Blüms „Die Rente ist sischer“ finden.
    Es ist intellektuell unaufwändig, sich nach 25 Jahren über das Blüm’sche Versprechen zu mokieren; nach Einheitswahnsinn mit 1:1 Umtausch und Frühverrentungsprogrammen in den 90ern.
    Blüm sagte das 1986, und aus der damaligen Sicht war die Bemerkung in Ordnung; und erwartete man vielleicht eine Ewigkeitsprognose? Es sind schon viele illustrere Personen mit deutlich kurzfristigeren Prognosen grandioser gescheitert.
    Ausserdem wird Rente in D immer noch gezahlt, und nicht mal wenig.
    Eine grosse Anstrengung, sicherlich, und weil die 160 Mrd. aus den Beiträgen nicht reichen, müssen nochmal 80 Mrd aus dem Bundeshaushalt draufgelegt werden; aber keiner hat uns einen Rosengarten versprochen ( also uns, den Nord-, Süd- und Ostviertlern).

  124. zum Sparen kann ich nichts...
    zum Sparen kann ich nichts dazusagen noch will ich was dazutragen.
    Jetzt bin ich zu alt und das Motto heuißt -haus drauf- weg damit.
    Ich kauf mir also allen rechnerischen Unsinn. Zuviele Solarzellen,
    die sich erst nach 35 Jahren lohnen, dann bin ich 100 und hab
    vielleicht wieder was zu sparen.Spar ich jetzt halt Monopolstrom, mache wieder
    alles falsch, denn Strom ist eine solide EinnahmeQuelle für viele Beteiligte mit
    sattem Profit. Ich kann euch sagen es macht richtig Spaß nicht mehr alles
    durchrechnen zu müssen. Das unrentable bekommt echten Sinn und macht
    diebische Freude, der Adrenalin-Stoß ist ein bißchen anders, genauso wie
    die Adolezenz die hinter der Tür ein letztes mal lauert.
    Es macht auch Spaß in der unmittelbaren Umwelt zur Kenntnis nehmen zu müssen,
    daß man nun letzendlich den Verstand verloren hat. Man meint allerdings nur
    den Verstand, der gemeinhin ,mit dem, eines wahren Gentlemen, dem Common Sense, nichts zu tun hat. Im Prinzip will ich sagen, daß diejenigen die sich hinter
    dem Verstand verschanzen, eigentlich den Sinngriff dieses Wortes verloren haben.
    Ich verstehe, darum bin Ich ist nicht so ohne weiteres gegen ein: ich denke,
    darum bin Ich, denn mit dem Vorsatz heute: Ich denke….. ist noch lange nichts
    durchdacht oder durchstanden.
    Zur Renter-Gesellschaft will ich noch ein bißchen Hohn ablassen:
    Also die Meldung ist MC Donalds stellt 2.000 Leute ein:
    Warum keine Rentner.
    ein 80 jähriger kann genauso einen Bürger auf dem Grill drehen (dann wär er endlich aus dem Garten) wie ein 18 jahriger.
    Wenn ich jetzt das Ganze noch weiter durchdenke, würde ich sogar auf ganz viele
    Gründe kommen, warum es sogar 1 80jähriger machen sollte und kein 18 jähriger.
    Aber da brauchts Leute zum mitdenken, damits begriffen wird.

  125. @Devin08
    -------
    Die sog....

    @Devin08
    ——-
    Die sog. „Weltordnungskriege“ (einschließlich des Krieges gegen den „Terrorismus“) sind im Grunde schon der Beginn jener kriegerischen Auseinandersetzungen, die von nun an nicht mehr aufhören werden.
    ——-
    Das ist schon eine düstere Perspektive, aber doch leider die Konsequenz daraus, dass einige eben schon alles haben und andere nichts. Als Kehrseite von Globalisierung und Internet mag man sich vorstellen wie es auf einen der „Habenichtse“ auf Dauer wirken mag, wenn er über Internet oder TV erfährt, dass andere materiell bis zum Überdruss bewaffnet sind? Ich sehe da wesentlich folgende Alternativen:
    – Inspiration & Konsumverzicht (=Sparen) & Migration
    – Inspiration & Konsumverzicht (=Sparen) & Investition vor Ort
    – Resignation & Radikalisierung & Instrumentalisierung
    Die Frage ist daher wie man Bildung & Inspiration über Resignation stellen
    und nicht wie viele Söldner man zum Auslöschen der dritten Gruppe in
    die Welt schicken kann.

  126. Die Dinge sind dazu da, dass...
    Die Dinge sind dazu da, dass man sie benutzt, um das Leben zu gewinnen, und nicht, dass man das Leben benutzt, um die Dinge zu gewinnen. L.

  127. @Devin08
    -------
    Die sog....

    @Devin08
    ——-
    Die sog. „Weltordnungskriege“ (einschließlich des Krieges gegen den „Terrorismus“) sind im Grunde schon der Beginn jener kriegerischen Auseinandersetzungen, die von nun an nicht mehr aufhören werden.
    ——-
    Das ist schon eine düstere Perspektive, aber doch leider die Konsequenz daraus, dass einige eben schon alles haben und andere nichts. Als Kehrseite von Globalisierung und Internet mag man sich vorstellen wie es auf einen der „Habenichtse“ auf Dauer wirken mag, wenn er über Internet oder TV erfährt, dass andere materiell bis zum Überdruss bewaffnet sind? Ich sehe da wesentlich folgende Alternativen:
    – Inspiration & Konsumverzicht (=Sparen) & Migration
    – Inspiration & Konsumverzicht (=Sparen) & Investition vor Ort
    – Resignation & Radikalisierung & Instrumentalisierung
    Die Frage ist daher wie man Bildung & Inspiration über Resignation stellen
    und nicht wie viele Söldner man zum Auslöschen der dritten Gruppe in
    die Welt schicken kann.

  128. ... hoffen wir, daß der...
    … hoffen wir, daß der Schnee bald schmilzt.

  129. Ein Maximum gegen...
    Ein Maximum gegen Instrumentalisierung
    @Köstlich: Düster ja, nicht „köstlich“. Und diese Inspiration dürfen wir nicht von den Herrschenden, also denen, die die Söldner ausschicken, erwarten, aber auch nicht von denjenigen, die da massakriert werden, denn solche Widersprüche sind antagonistisch. Inwieweit es noch kluge Lösungen geben kann, die ein Massenschlachten verhindern, weiß ich nicht, vermutlich bin ich nicht so klug, doch weiß ich eines: Radikal müssen wir sein, solange es geht vor allem im Denken, dann aber auch im Handeln, denn Resignation kommt ganz bestimmt nach dem Schlachten! Für mich ist also Radikalität und Inspiration kein Gegensatz, so wenig wie Bildung und Organisation der Massen. Und beides zusammen bildet ein Maximum dessen, was wir gegen Instrumentalisierung tun können.

  130. Werter dosto - 16. Januar...
    Werter dosto – 16. Januar 2010, 13:08 ein nachdenkenswerter Beitrag.
    .
    Aber warum sollen die „Rentner zu McDonalds“? Wo sie doch gerade erst die Freiheit
    gewonnen haben? Warum für andere „den Grill drehen“? Wenn es darum geht etwas zu tun, dann gibt es doch hunderte Gelegenheiten – Vereine, Wohltätigkeit, ehrenamtliche Hilfe …
    Auf der anderen Seite die Freiheit, jederzeit zu lesen, zu rodeln, zu flohmarkten, zu turnen, zu rudern, zu laufen, zu spazieren, zu stammtischen, zu radeln, zu …
    .
    Rentner hütet Eure Freiheit, sie wird Euch womöglich bald ( aus Geldmangel ) genommen werden.
    .
    Oder habe ich Sie falsch verstanden?
    .
    Gruß Hanskarl

  131. Ein Maximum gegen...
    Ein Maximum gegen Instrumentalisierung
    @Köstlich: Düster ja, nicht „köstlich“. Und diese Inspiration dürfen wir nicht von den Herrschenden, also denen, die die Söldner ausschicken, erwarten, aber auch nicht von denjenigen, die da massakriert werden, denn solche Widersprüche sind antagonistisch. Inwieweit es noch kluge Lösungen geben kann, die ein Massenschlachten verhindern, weiß ich nicht, vermutlich bin ich nicht so klug, doch weiß ich eines: Radikal müssen wir sein, solange es geht vor allem im Denken, dann aber auch im Handeln, denn Resignation kommt ganz bestimmt nach dem Schlachten! Für mich ist also Radikalität und Inspiration kein Gegensatz, so wenig wie Bildung und Organisation der Massen. Und beides zusammen bildet ein Maximum dessen, was wir gegen Instrumentalisierung tun können.

  132. Sparsamkeit ? Out of style....
    Sparsamkeit ? Out of style. Selbst britische Gangster scheinen für Attacken nun stilvoll , nein, keine Stilettos, sondern Silbermesser zu nutzen, silberne Obstmesser, antike Fischmesser oder doppelzackige Käsemesser. Daher hat ebay.uk den Verkauf dieser Schneidartikel jüngst verboten, wie man hier nachlesen kann:
    http://www.silver2treasure.co.uk/blog/2009/03/14/ebay-weapons-and-knives-policy-quiz/
    (nur am Humor, da darf man nicht sparen)

  133. @G. Schoenbauer: doch, ich...
    @G. Schoenbauer: doch, ich mach das, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Aber die Bank muß draußenbleiben, es geht nur mit 1, 2 Personen, die aus persönlichem Interesse (sie müssen sich auch fürs Geschäft interessieren, nicht für die Zinsen) dazukommen. Also Reiche, für die Investieren ein bißchen ein Hobby ist, wegen der unterhaltsamen Entwicklung, und die nicht weinen, wenns halt doch nicht klappt.
    Also wenn ich zuviel Geld hätte, würde ich ja z.B. den Menschen, der in Bremen oder wo Bioshrimps züchten will/wollte (kann sein, daß ihm inzwischen das Geld ausgegangen ist), und dazu mit Erbsbrei herumexperimentiert hat, unterstützen. Einfach aus Begeisterung über die Idee, von der ich meine, daß es wohl irgendwie geht, aber man halt erstmal einiges Lehrgeld zahlen muß, bis mans raushat (wollen die Shrimps lieber Erbsbrei natur oder Erbsen mit Gelbrüben?).
    Ich meine, die Zuckerrübe hat man ja auch so gefunden. Oder Edison die Glühbirne. Er war sich sicher, daß es geht, und probierte dann hunderte Materialien durch. Mit den Shrimps ist es sicher ähnlich.
    Aber es reicht halt nicht, eine Idee zu entwickeln, sie sollte sich dann auch noch auszahlen in Form eines Geschäfts, bei dem man Gewinn macht.
    Lucrezia Borghia, die bisher eher als männermordender Vamp durch die Literatur geistert, soll im wirklichen Leben eine recht geniale Geschäftsfrau gewesen sein, die in gewisser Weise die Sumpftrockenlegung erfand. Dazu lieh sie sich Geld, kaufte ein Stück ziemlich wertloses Sumpfland, organisierte eine geschickte Drainierung und ließ die ordentlich bauen, und verkaufte anschließend das Land wieder für den x-fachen Preis.
    Gelingende Wirtschaft macht aus Scheiße Gold – manchmal ganz wörtlich, etwa, wenn man sich Biogasanlagen oder die frühere Düngung mit Mist vor Augen führt. Das Schwierige ist, davon selber noch zu profitieren, und sich nicht nur in Entwicklungskosten zu verausgaben.
    @HansMeier555: wenn viele die Blase von Anfang an sehen, wirds wohl nichts damit. Wie George Soros (der die richtige Antenne hatte) so vor sich hinmurmelte: „Reflexivität, die vergessen immer die Reflexivität“.
    @Beckmesser: jöö, das Betreiben eines Blogs bezahlt man aus der Portokasse, wenns hier nicht paßt, gehts halt woanders weiter, und das Interesse an FAZ-Blogs wird kleiner.
    Tja, was die nächste fette Umbauwelle wird, ist noch nicht recht raus. Dampfmaschine, Elektroindustrie, Autos, Computer…
    Wie verhält sich das Internet zum Telefon, bzw. wie stark müssen die Leute dadurch umlernen?

  134. Ich war gerade in St. Moritz,...
    Ich war gerade in St. Moritz, wo ich in einer Galerie eine Sokratesbüste sah (eigentlich die leicht geänderte römische Kopie eines echten griechischen Sokrates Originals, oder eine echte römische Kopie einer griechischen Sokrates Adaption). Der Preis entsprach den Kosten des Bachelor of Mathematics meiner Tochter von Stanford. Da habe ich mir ernsthaft überlegt, ob sich das Sparen für die Ausbildung der Kinder langfristig gesehen eigentlich lohnt. Für mich ist es allerdings zu spät. Meine Ersparnisse sind bereits in den Bachelor der einen und den Master der anderen investiert, und den Sokrates kriegt jemand anderes.

  135. @ Köstlich

    Leider versteh...
    @ Köstlich
    Leider versteh ich Ihre Alternativen nicht so ganz. Ich denke aber es geht vor dem Hintergrund zunehmender staatlicher Machtlosigkeit mehr oder weniger in die folgende Richtung. Moralisch und ethisch hochstehendes Verhalten muss in Zukunft ökonomisch Erfolg haben. Nur sind in diesem Zusammenhang abgesehen von den Unternehmen, dem Staat und den Kapitalbesitzern eben auch die Habenichtse beziehungsweise die Konsumenten gefragt. Und dies bedeutet dann eben ethisch hochstehendes und allgemein intelligentes Kauf- und Konsumverhalten. Solange dies der Habenichts aber nicht zumindest einmal andenkt, sieht es noch recht düster aus. Die Sparsamkeit war nämlich auch einmal eine Tugend der Habenichtse, nicht nur der Stützen der Gesellschaft.

  136. Das Ende der Sparerei steht...
    Das Ende der Sparerei steht aber auch in Beziehung zum Ende der Knappheit.
    .
    Knappheit an allen Gütern war bisher die Grundvoraussetzung aller Ökonomie, sozusagen die Schwerkraft. Eine Größe, die wir uns einfach nicht wegdenken können.
    .
    Die notorische Blasenbildung wäre so gesehen eine Begleiterscheinung der neuen Schwerwelosigkeit. In diesem Zustand funktionieren Märkte nicht mehr rational, sondern wie besoffen. Eigentlich logisch.
    .
    Ihren Bedarf an Kalorien, Kleidung, Bau- und Heizmaterial haben die Menschen also längst gestillt, und jetzt stehen sie vor der gleichen Frage wie die Menschen im Ferien- oder Altersheim: Was können wir miteinander anfangen? Wir schlagen wir die Zeit tot oder doch lieber uns gegenseitig?
    .
    Nur die Politik und der Klimawandel können für die Rückkehr der Schwerkraft sorgen.

  137. @ Der Tiger. 16.1 @20.57h ...
    @ Der Tiger. 16.1 @20.57h
    Vielleicht war die Sokratesbüste eine leichte geänderte chinesische Kopie eines echten italienischen Gucci Originals?

  138. Sparen ohne Ende... Das Leben...
    Sparen ohne Ende… Das Leben wäre sehr langweilig ohne Glücksspiele.
    Lotto in der Schweiz z.B. :((
    Die Pferderennen in Baden-Baden :))) Wo sonst lernt man sehr interessante Leute kennen?

  139. @ErnstWilhelm
    Die Alternativen...

    @ErnstWilhelm
    Die Alternativen sind die eines „Habenichts“ in den Drittweltländern. Im Verhältnis zu diesen „Habenichtsen“ ist ein deutscher Hartz IV Empfänger schon „Kapitalist“ – erfährt er doch von der Gesellschaft eine Unterstützung die einem Kapital von etwa EUR 100.000 (ewige Rente ohne Tilgung = 4000 Eur im Jahr / 0,04) entspricht. Dessen sind sich unsere Hartz IV Empfänger nur leider nicht bewusst. Stattdessen herrscht eine -für mich unausstehliche- Anspruchshaltung. Diese umzukehren in Dankbarkeit an die Gesellschaft ist m.E. die grosse politische Herausforderung. Man mag zu Herrn Koch stehen wie man will, aber die Einführung einer grundsätzlichen Arbeitspflicht ist genau der richtige Weg. Jetzt werden wieder viele einwenden dazu müsse man ja geschult sein und man würde dann ja ausgebildetem Fachpersonal die Stellen weg nehmen usw. Das ist m.E. Blödsinn! Es gibt -weltweit- genug zu tun. Dann wird aus einem Facharbeiter eine Führungskraft (und wenn ein ehemaliger Hartz IV Kollege das besser kann, dann werden eben die Rollen getauscht – das ist Wettbewerb!). Ich jedenfalls habe grössere Achtung vor einem „illegalen Zitronenpflücker aus Schwarzafrika“ (das sind Migranten in meinem Sinne), der in Süditalien den Traum vom besseren Leben träumt als vor einem Hartz Empfänger der -mit Prozesskostenhilfe- einen neuen Fernseher oder welche Annehmlichkeit auch immer von seinem Anwalt einklagen lässt.

  140. @HansMeier: das Bild mit der...
    @HansMeier: das Bild mit der Schwerelosigkeit hat was. Da die Europäer aber größtenteils daran festhalten, sich gegenseitig nicht mehr hauen zu wollen (und auch nicht die Kinder), bleibt nur das Zeittotschlagen. Dafür müssen unbedingt gute Ideen her. Rodeln ist zweifellos eine, bei schönem Wetter (Gruß auf den Berg zu Alfonso – bei derart schönem Wetter wäre es eine Sünde, nicht rauszugehen!). Bei schlechtem Wetter hocken wir vor der Kiste und hecken künstliche Schwerkrafterzeugung aus.

  141. Bei so einem Wetter sitze ich...
    Bei so einem Wetter sitze ich daheim und laboriere an einem beim Aufräumen zugezogenen Wehwehchen.

  142. @fionn
    (Jean-David) Cahn...

    @fionn
    (Jean-David) Cahn verkauft kein Gucci und Hermes nur als marmornen Götterboten. Aber sie hatten dort auch das Vorbild von Frau Merkels Halsketten. Wenn ich mich recht erinnere für 9600 Schweizer Franken, römisch, 2. Jahrhundert n.Chr. Nicht mein Geschmack, aber wenn ich Frau Merkels hätte, hätte ich mir das Original zugelegt.

  143. @ hanskarl

    flasch verstanden:...
    @ hanskarl
    flasch verstanden: ja und nein.
    Menschen die erst im Rentenalter an ihre subjektive und evt. legale, scheinbare Freiheit gelangen, sollten
    natürlich MC Donalds meiden.
    18 jährige jedoch auch. Das ist kein Job (oder doch nur ein Job und nothing more,
    also kein wirklicher Gelderbwerbs-Grund, auch mit dem tellerwäscher-Spruch
    ist der Durchbruch nicht da.
    Also, was ich sagen wollte Burger-Dreher ist eigentlich ein Rentner-Zusatzjob,
    gemischt mit Studenten und sonstigen Zusatzverdienern.
    Eigentlich wollte ich da ein bißchen auf die Verschiebung in der Jobszene hinweisen.
    Denn im Moment wird im Produktionsbetrieben in vielem kurz und gestrichen gehandelt.
    Also ich meine, da werden falsche Jobs geschaffen.
    Was das wieder mit sparen zu tun hat.
    Ein junger Mensch wird beim Burgerdrehen nicht zum Sparer, außer er bleibt
    ewig im Hotel Mama, zu mehr reichts nicht.
    Aber auch dort wird die Sparneigung gering sein.
    Andersrum um auf Senores DON Artikel einzugehen.
    Nicht an der Dummheit wird die zukünftige Sparneigung zugrunde gehen,
    sondern mangels Sparer K(e)önner.
    Wo nix ist kommt die Bank nicht ans Geld.
    Daher ist der Weg der Kreditkarte auch viel interessanter für die Bank.
    Wer aber sein Bank ärgern will, hält seine Beträge auf dem Girokonto,
    die muß auch die Bank bereithalten.
    Wer sie richtig Ärgern will hebt jede woche 200 000 Euro bar ab.
    (Natürlich muß er sich 1 Tag vorher beim Filialleiter melden.
    Nach 10 Tagen zahlt er die 200 000 (bitte nicht mehr und nicht weniger)wieder bar ein.
    So hält man die Banker von anderem Unsinn ab. Man muß nur genügend Leute
    finden.
    Ansonsten gibt es keine dumme Sparer und sparen ist aus der Tugend rausgeflogen,
    das Tugend-Segment ist nämlich flüssig),
    Dummheit steht ganz am Anfang und dann am Beginn der Degenertion,
    dazwischen ist auch der Spielraum des Sparers. Sinn macht sowas solange
    einer darüber auch nachdenkt und die Sache nicht automatisiert.
    Es gibt einen Sinn fürs das Sparen, und irgenwann macht es Sinn nicht
    mehr zu sparen.
    Thats all.

  144. und noch was:

    ist denn...
    und noch was:
    ist denn McDonalds schon so weit, um bereit zu sein ,einen Rentner einzustellen?
    Auch darüber sollte man mal (über die Methode) nachdenken.
    Ohne gezwungen zu werden, wird da nix ablaufen.
    Das ist jetzt off topic
    aber das Blog ist ja eh recht subjektiv weggetaucht.

  145. @ dosto: Ich fürchte mit...
    @ dosto: Ich fürchte mit Ihren Strategien werden Sie die Banken kaum ärgern können. 200.000 abheben ist (für die grosse Masse der Leute) leider nicht ganz so einfach wie von Ihnen dargestellt. Wenn Sie das so einfach mit Ihrem Filialleiter machen können – >Gratulation, aber bitte die (ggf. nur entgangenen) Zinsen nicht vergessen!

  146. Lieber Köstlich,
    Sie dürfen...

    Lieber Köstlich,
    Sie dürfen nicht übersehen, daß die Lebenshaltungskosten in Deutschland weitaus höher sind als in Schwellenländern wie den USA oder Moldawien.
    Auch die Möglichkeiten der Selbstversorgung sind nicht so gut, und die rechtlichen Bestimmungen sind viel restriktiver.
    Gerade die Russland-Aussiedler müssen diese bittere Lektion immer wieder lernen. In ihrer Heimat kann ja jeder, der es will, als Heizungsmonteur oder Automechaniker arbeiten, in Deutschland braucht man dafür ein Zertifikat.
    Außerdem muß man dort kaum Steuern zahlen, hier schon.
    Immer wieder kamen „gesunde, kräftige Männer in den besten Jahren mit geschickten Händen“, die in Karaganda locker eine Familie ernähren konnten, nach Deutschland, und sahen sich dann in einem Netz von Verboten gefangen.
    .
    Das Pilzesammeln oder Fischefangen ist hierzulande auch nur in engen Grenzen erlaubt, ebenso der Holzeinschlag im Waldstück nebenan oder die Kleinviehaltung in der Garage, von etwaigen Bauvorschriften gar nicht zu reden.
    In Kansas oder Kasachstan dagegen geht das alles — man braucht nicht unbedingt ein „Vollzeitarbeitsverhältnis“ zum Überleben, man werkelt einfach drauflos. Eine Krankenversicherung braucht man auch nicht, der Arzt behandelt einen notfalls auch für ein paar Flaschen Selbstgebrannten.
    .
    Da muß man eines klar sehen: Die soziale Unterstützung wie Hartz IV ist letztlich die Stillhalteprämie, die unsere Gesellschaft dafür zahlt, daß all diese schönen Regelungen (einschließlich der geusndheits- und baupolizeilichen Vorschriften, des Landschafts- und Denkmalschutzes, etc. pp.) in kraft bleiben können.
    .
    Im Stile von Koch Ressentiments zu schüren (um dadurch Wähler zu gewinnen) ist das eine — solche Maßnahmen durchzusetzen ist es ganz anderes. Wer das tut, muß auch einen Anstieg der Kriminalität ebenso in Kauf nehmen wie auch ein Zerbröseln der öffentlichen Ordnung. Wenn Ihnen Verhältnisse wie in Kalifornien oder Süditalien gefallen, dann nur zu!
    .
    So gesehen ist Hartz IV gar nicht mal so teuer. Gefängnisse und Privatsheriffs kosten ja auch eine Menge Geld.

  147. Ihren Bedarf an Kalorien,...
    Ihren Bedarf an Kalorien, Kleidung, Bau- und Heizmaterial haben die Menschen also längst gestillt, und jetzt stehen sie vor der gleichen Frage wie die Menschen im Ferien- oder Altersheim: Was können wir miteinander anfangen? Wir schlagen wir die Zeit tot oder doch lieber uns gegenseitig?
    Hoppla,
    gehe ich recht in der Annahme, daß du nur mit einem Auge auf einen bestimmten Teil dieser Erde blickst. Was gerade passiert, wenn eine Katastrophe auf
    ein Volk trifft, daß das, was du gerade behauptest nicht hat, das sieht man
    nun ganz brutal in Haiti.
    War immer arm, ist immer arm geblieben, wurde gerade mal immer kurz vor dem verhungern gerettet. Und ist sicherlich nur ein Teilchen von Teilen denen es nicht anders geht.
    Es ist euer ENNUI der euch zu schaffen macht, Sokrates kann man auch
    in Platonischer Form im Bücherschrank für sich behalten.
    Aber eine Büste am Eingang zur Bibliothek gibt natürlich mehr her:
    Wer liest schon Platon? In welcher Promille-Grenze gewegt sich dieser Platon/Sokrates in der Deutschen Szene?
    Immerhin, er hatte mal ne Staats-Idee und damit einen Anfang gemacht.
    Während der Herr Sokrates heute wohl eher als kokettierendes Element:
    Der weiß, daß ich nichts weiß bluffenden Gemeinde herhalten muß.
    Nix für ungut, aber das soll nicht beleidigend oder belehrend daherkommen.
    Das geht nur gegen die Seichtigkeit persönlicher Darstellunbgen,
    die sich hier einschleichen und die eigentlich völlig uninteressant sind.

  148. @dosto
    Ihr...

    @dosto
    Ihr Renter-zu-McDonald’s Vorschlag gefällt mir, noch mehr die Erläuterung.
    In England letztes Jahr habe ich wirklich Sonntags auf dem Bahnsteig mein Croissant bei einer Frau gekauft, die aussah wie fast 100 und kaum noch was hörte.

  149. Lieber dosto,
    mir ist schon...

    Lieber dosto,
    mir ist schon klar, daß es Orte wie Haiti gibt.
    Gewiß wäre die Aufhebung aller Einreisebeschränkungen, also die Öffnung der „Festung Europa“ für alle Zureisewilligen, die schnellste und einfachste Möglichkeit, wieder so etwas wie ein Schwerkraftsgefühl zu erzeugen.

  150. @Don: Ah wa, aufräumen kann...
    @Don: Ah wa, aufräumen kann man auch morgen (mach heut auch Pause damit) – schönes Wetter will gewürdigt werden!
    @Dosto, Köstlich: ich mag den Jammerton nicht. Ich mag auch keine manisch-depressive Geschäftsführung mehr. Und keine Hysterie in der Presse (zuletzt: Schnee im Winter! Als ob es zum ersten Mal geschneit hätte hierzulande. Davor: Schweinegrippe. Dazwischen: Merkel sagt nix. Ja Gott, was soll sie auch allweil sagen – sie soll sich lieber mit begreifen und geschickt handhaben befassen, als rumschwadronieren.). Ich habe das gründlich satt. Ich war nämlich in den 1980ern jung und kenne Apocalypse Now. Und ich war 1989 an der Bornholmer Brücke (letzten November auch nochmal, nach 20 Jahren) und habs erlebt, wie alle apokalyptischen Ängste sich in Zweitakternebel auflösten. Das wird schon alles einigermaßen, nur wachsen die Bäume nicht von heute auf morgen in den Himmel. –
    Und was Haiti angeht: es wird klappen, denen zu helfen (der Flugzeugträger der USA war ganz entscheidend, damit ist eine erste Koordination ingangzusetzen), und zwar weitaus mehr, als ihnen vor 30 Jahren (oder gar 100) überhaupt hätte geholfen werden können. Sie werden es erleben, in 7 Jahren ist Port-au-Prince auferstanden aus Ruinen. Hoffentlich ist bis dahin eine Sammlung erdbebensicherer Häuserbeispiele fertig und bekanntgemacht, so daß sie stabilere Häuser bauen. Die Leute dort sind nicht blöd und recht fleißig. Die kriegen das gebacken, wenn die USA ihnen nun mit der Organisation helfen und aus sonstigen Orten Lebensmittel und Geld eintreffen. –

  151. @HansMeier: und wie stellen...
    @HansMeier: und wie stellen sie sich das vor (Ich stelle es mir vor. Deutlich. Ich war 1990ff in Berlin.)? Das kann zu kleinräumigem Mord und Totschlag führen – die wenigsten schätzen es, wenn auf ihrem Dachboden sich dauerhaft 5 Leute einquartieren. Es ist etwas sehr, sehr anderes, ob Leute als Touristen kommen oder um da zu leben.

  152. Werter desto, vielen Dank für...
    Werter desto, vielen Dank für die Aufklärung. Ich denke, um etwas zu ändern, wenn
    man dies unbedingt will, sollte man vermeiden für einen „Mächtigen“ zu arbeiten ( wie
    der Teufel das Weihwasser ). Er, der Mächtige, wird IMMER versuchen den
    Abhängigen zu benachteiligen. Der unbequemere Weg ist, sich selbstständig zu machen ( oder für einen weniger Mächtigen zu arbeiten ) – zwar ist man immer irgendwo abhängig, aber man hat doch eine gewisse Wahlmöglichkeit. Leider ist die Mehrheit der Menschen bequem, daher hat sie die Folgen Ihres Handelns zu tragen. Die Welt scheint mir in diesem Falle nicht ungerecht zu sein.
    .
    Zum Sparen: Die Unfähigkeit mancher Besitzenden ihr Vermögen zu erhalten scheint mir eine weitere Gerechtigkeit dieser Welt zu sein.
    .
    Gruß Hanskarl

  153. colorcraze

    rein der...
    colorcraze
    rein der Ortskenntnis hgalber, nicht jeder, ja die allerwenigsten hatten schon mal die Möglichkeit in Haiti gewesen zu sein. Ist ja auch kein Fancy-Spot-Light.
    Als ich von dort mal zurückkam, kam nicht mal die Frage, was hast du dort gemacht.
    Schweigen und eine bestimmte Perplexheit war alles.
    Also , Ruinen wirds dort sehr wenig geben. Dowm Town, werden wohl wieder
    Wellblechhütten ersetzt werden.
    In Petonville, eine Abteilung höher am Berge, werden auch die Leute wohl
    nicht genügend Geld aufbringen um Ihre Steine oder gar Beton (ganz selten)
    ersetzen zu können. Denke mal eher gewisse Teile der USA werden dort diese
    Leute aufsuchen um wieder an Geld zu kommen. 7 Jahre sind biblisch für
    ein katholisches Gemeinwesen, das auch Haiti ist, mit ein bißchen Voodoo natürlich.
    Aber ich fürchte sehr schnell werden wir davon nichts mehr hören.
    Spekulanten dürfewn mal wieder frei nach Kostolany an Aluminium denken.
    Ich sehe vor mir ein Alcoa Wellblechhüttenstadt neu entstehen.
    Deutschland bleibt draußen, denn Wasserarmaturen werden die Hütten auch weiterhin
    nicht haben. Aber die Chance wäre da, wahrscheinlich aber auch nicht.
    Es geht um ne Milliuon Menschen, die man neu behausen muß, und da wird nicht
    über die Kimme gezielt, sondern die Gießkanne benützt.

  154. @ Hans Meier555

    .

    danke für...
    @ Hans Meier555
    .
    danke für die sehr hübsche und weitsichtige formulierung: „und jetzt stehen sie vor der gleichen Frage wie die Menschen im Ferien- oder Altersheim: Was können wir miteinander anfangen? Wir schlagen wir die Zeit tot oder doch lieber uns gegenseitig?“
    .
    „Knappheit an allen Gütern war bisher die Grundvoraussetzung aller Ökonomie, sozusagen die Schwerkraft. Eine Größe, die wir uns einfach nicht wegdenken können. . Nur die Politik und der Klimawandel können für die Rückkehr der Schwerkraft sorgen.“
    zustimmung. daraus folgt logischerweise, dass „die politk“ die knappheit (wieder-)herstellen könnte.
    [fussnote: dies hört sich von uns aus betrachtet nicht nach arkadien, sondern nach unfriedlichem systemwechsel an. aber wer ist das agens, und wer sind dann die schweine an den trögen? ganz sicher nicht die de grege epicuri?]
    .
    mittelfristig logisch wäre ein währungsschnitt. dann aber lohnte sich geldsparen mal wieder nicht, und vor allem die gläubiger profitierten. umschichtung der habe in bestehen bleibende sachwerte (quasialternativwährung im inflationsszenario, z.b. silberkannen) wäre da wohl eine perspektive für die nächsten, sagen wir, sieben bis zehn jahre (mindestens). oder schulden machen, in sachwerte investieren und auf eine währungsreform hoffen.
    .
    die virtualisierung der existenzängste (in tateinheit mit zunehmender pig brotherisierung durch wirtschaft und staat) zieht doch die schnur um den hals des in freiheit lebenden bürgers immer enger. weiss man doch heute umso weniger als vor vielleicht 30 jahren, was die nächsten jahre ergeben werden. wahrscheinlichkeitsberechnungen werden schwieriger, weil sich die umstände auch technikinduziert schneller und massiver ändern. Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.
    .
    das unbehagen in der kultur (kleiner kalauer) wächst mit der ungewissheit, was ganz persönlich mit einem selbst in der grossen weltgeschichte wird, und mit dem wissen, dass man zugleich zu einem durch und durch transparenten datenwesen wird. gegen das zweite läßt sich immerhin etwas unternehmen.
    .
    folge: ein ungutes gefühl, ob der zusammenhalt der gesellschaft mittel- bis langfristig noch irgendwie würdevoll und friedlich zu leisten sein wird (allein wenn man sich die drei-klassen-mediozin mal ansieht).
    .
    dennoch läßt sich mit dem gefühlten damoklesschwert über dem haupte etwas positives tun, indem man im nächsten umfeld den bellum omnium contra omnes meidet.
    .
    kleiner, pessimistisch gestimmer nachtrag:
    da gibt es ja auch noch politische konzepte, die versuchen, das sozialsytstem steuerfinaziert aufzustellen, damit mit der abgeführten steur keine ansprüche, wie etwa bei der gesetzl. rente, geltend gemacht werden können. folge: alles, was der staat dann noch zu leisten bereit ist oder sein kann, sind – plakativ formuliert – letztlich almosen, die süchtig machen müssen.

  155. oh je,

    wenn ich hier so die...
    oh je,
    wenn ich hier so die Senjoritas lese.
    Bleibt mir nur ein:
    Überflußgesellschaft schafft Überschussgesellschft.

  156. donna laura, Ihre präzisen...
    donna laura, Ihre präzisen Gedanken sind zu wahr, um schön zu sein.

  157. @HansMeier555

    Warum kann...
    @HansMeier555
    Warum kann jemand, der von der Gesellschaft unterstützt wird nicht auch eine Gegenleistung erbringen ohne sofort in die Kriminalität abtauchen zu müssen?
    In der Schweiz wird Hilfeempfängern von der örtlichen auszahlenden Stelle durchaus nahegelegt in den Schulferien das Schulhaus zu reinigen oder neu zu streichen-warum soll das (etwas weniger Bürokratie wagen!) nicht auch bei uns möglich sein? An maroden öffentlichen Einrichtungen gibt es kaum Mangel. Es muss ja nicht gleich ein Vollzeitjob sein, aber eben einer der bei Nichtleistung auch Sanktionen nach sich zieht (und wenn es nur der Entzug des Fernsehers und der zugehörigen Couchgarnitur ist).

  158. dosto, Sie kämpfen verbal...
    dosto, Sie kämpfen verbal gegen eine vermeintliche Ungerechtigkeit und für Ihre Überzeugung einer Lösung. Sie tun dies nicht ohne eigene Erfahrung, und Sie bemühen sich um Differenzierung. Und Sie suchen den Austausch mit Gedanken, die Sie nicht gleichgültig lassen. Wir in Mittel-, Westeuropa und auch der gesamten EU kennen die Probleme von Karibikstaaten kaum bis nicht. Und die Infrastruktur in Haiti dürfte selbst Rumänien in seinen schlimmsten Ceaucescu-Tagen nicht unterboten haben. Aber weder Sie noch andere Blog-Teilnehmer sind dafür verantwortlich. Und dies soll keinesfalls heissen, dass Ihre Emotionen nicht verständlich sind: Juniorito.

  159. Köstlich 16.55h

    Da hört...
    Köstlich 16.55h
    Da hört der Spass auf : Neue Verbote in der Stadt Zürich (Polizeiverordnung).
    Vandalismus. Neu müssen Uebeltäter nicht nur eine Busse bezahlen, sondern auch für die Instandstellungskosten aufkommen.

  160. FALSCH

    iCH kämpfe überhaupt...
    FALSCH
    iCH kämpfe überhaupt nicht. Und Haiti kam nur am Rande (da einer meinte, wir
    leben schon alle im Überfluß)
    Ich persönlich lebe im Überfluß, und dardurch fühlte ich mich auch durch diesen Artikel
    von Don angesprochen. Ich entspreche genau dem Klischee, das er oben beschreibt.
    Ich bin die 3.Generation Deutscher Auswanderer und darf mich heute Privatier nennen.
    Nichtsdestotrotz fühle ich mich durch diesen Artikel sehr bestürzt und frage mich,
    was ich eventuell angerichtet habe.
    Denn eins ist mir klar: sollte ich mitverantwortlich für eine ENNUI-Gesellschaft sein,
    dann habe ich falsch gelebt.
    In meinem Familien-Clan sieht es allerdings nicht so aus daß man aus irgendeiner
    Langweile oder gar Mode etwas macht was man dann noch Caritativ verkaufen kann, also die Darstellung als Gutmensch.
    Zurecht wird nämlich auch Authentizität eingefordet.
    Ich komme gerade nach Deutschland aus einem vor zirka 3. Jahren noch
    als 3. Welt Staat behandeltem Land, umgedeutet zu einem Schwellenland,
    und heute das kommende Land für alle Investoren und dem summenden Bienenstock
    drumrum. Gott sei Dank konnten wir lange in Ruhe uns selbst entwickeln und fürchten daher die Männer mit den Lederköfferchen nicht allzusehr.
    Aber im übrigen möchte ich gerne lernen, wie man als monetärer Priviliegierter
    mit einer Gesellschaft auskommen kann, ohne mit Investmentbänkern bechern
    zu gehen.
    Und hier gabs jetzt doch ne Menge Stoff und Ansichten, die mich sehr zum Denken aber
    auch ins Grübeln brachten.

  161. Der Deutschen...
    Der Deutschen Lieblingsdialektik: Die Revolution durch die Konterrevolution
    .
    @HansMeier555: Obwohl Ihr Ansatz nicht falsch ist, muss ich Sie leider enttäuschen, und ich komme aus der Branche, daher weiß ich, wovon ich nun rede. Mit Einführung des SGB II, bzw. XII ist der Paradigmenwechsel vollzogen worden. Über Jahrzehnte war das sog. Friedenserhaltungsgebot die eigentliche Sozialhilfephilosophie, also lieber ein paar Arbeitsunwillige durchgefüttert – auf Kosten der Kommunen -, als zu riskieren, dass zu vielen Omas der Schädel eingeschlagen wird (bzw. zu viele Gefängnisse gefüllt sein müssen, mit Kleinkriminellen).
    .
    Das war auch die Zeit, in der ein Sachbearbeiter, mit seinem „Ermessensspielraum“, der König unter den Kollegen seiner Gehaltsstufe war: alles ist möglich, ist nur eine Frage der Begründung, hieß es. Und wer die besten Begründungen für die aberwitzigsten Finanzierungen geliefert hat, der fand sich irgendwann sogar auf der Beförderungsschiene. Das Problem dabei war, dass das genau so wenig sozial gerecht war, wie überhaupt die Sozialhilfe. Die glaubten, dass Sozialhilfe das ist, was ihre rechtlichen Begründungen versprachen, von wegen „Menschenwürde“ oder gar „Einzelfallgerechtigkeit“, die sahen sich schnell getäuscht, vor dem Schreibtisch, wie dahinter.
    .
    Die Menschenwürde war so verhandelbar, wie im Einzelfall nur denkbar. Dass das allerdings noch mal überboten werden wird, konnte sich damals kaum einer vorstellen. Doch HartzIV belehrte alle eines besseren. Nun ist das Thema Menschenwürde gar kein Verhandlungsthema mehr, so wenig wie die Einzelfallgerechtigkeit. Und der Sachbearbeiter darf den „Kunden“, so heißt der jetzt, nicht mehr Klient, wohl knebeln, aber nur noch dies, denn er ist ohne Ermessensspielraum. Beide haben verloren, der König ist ohne Macht und der Kunde enteignet. Was wir haben, ist ein scheinbar durch und durch verrechtlichtes System, das in Wahrheit die Willkür des Systems (eben nicht mehr nur eines einzelnen Sachbearbeiters) zur rechtlichen Grundlage hat. Und dass die Omas nun wieder ein paar auf den Deckel bekommen können, das wird wieder voll einkalkuliert.
    .
    Nur mit einem haben sie nicht gerechnet, mit den besonderen Interessen der Sozialrichter, die, die eben keine Verwaltungsrichter mehr sind, jenen also, die das Zivilrecht gar nicht kannten, und die nun meutern, wohlgemerkt, die Richter, nicht all zu sehr die Kunden, ob der Prozessflut (nicht so sehr ob des eklatant ignoranten Umgangs mit dem Zivilrecht).
    .
    Wenn es also demnächst mal wieder vorwärts gehen sollte, mit der Menschenwürde, in diesem Bereich, dann nur, weil die Würde der Sozialrichter unantastbarer ist als die von Verwaltungsrichtern.
    Merken wir uns das, denn das lief ja auch schon bei den Ärzten so. Nicht weil der Kunde des Gesundheitswesens schlichtweg enteignet wurde – er zahlt Beiträge ohne entsprechende Gegenleistung -, nein, weil die Techniker des Systems ihre Würde erkannt haben wollen, will heißen: sich nicht auch noch enteignen lassen.
    Bedauerlicherweise sind solche Standesinteressen eben nicht gleich zu stellen mit Klasseninteressen, daher ist der Tenor all solcher Proteste entsprechend, nämlich eigentlich reaktionär. Und wir sehen, wie das läuft: die Ärzte werden zufrieden gestellt, nicht die „Kunden“. Gleiches werden wir mit dem Sozialrecht erleben!
    Und doch scheint das die deutsche Gerechtigkeit nicht sonderlich zu schänden, denn des Deutschen Lieblingsdialektik war schon immer eine Revolution durch die Konterrevolution. Bismarck lässt grüßen.

  162. Lieber Köstlich,
    .
    wenn Sie...

    Lieber Köstlich,
    .
    wenn Sie die Sozialhilfe komplett abschaffen wollen, dann züchten Sie eben Kriminaliät. In diesem Fall hilft es nichts mehr, jeden Fall einzeln betrachten zu wollen. Wenn Menschen wirklich auf sich selbst gestellt sind, dann suchen diese sich Überlebensmöglichkeiten jenseits der Legalität.
    Nein, das hat zunächst nichts mit Berufskriminalität im engeren Sinn zu tun, aber doch mit Bettelei, Prostitution, Schwarzarbeit sowieso, schließlich Gefälligkeiten für halbseidene Geschäftsleute, etc.: Versicherungsbetrug, Zeugenaussagen, Handlangerdienste, Telefonanrufe, etc. pp.
    Aber bei Gelegenheit, wenn fette Beute in Sicht kommt — nun, dann werden die Hemmungen nicht mehr so groß sein. Sie verstehen schon.
    In den Schwellenländern mit hoher Gewaltkriminalität sind die meisten Totschläger auch nie Berufsverbrecher gewesen. Sie sind einfach nur in einem trostlosen Wohnwagen unter Leuten aufgewachsen, die nie was anderes gesehen haben als Drogenmißbrauch und Schlägereien. In solchen Milieus ist Gewalttätigkeit endemisch, und gutgemeinte Ratschläge wie „Kind, statt an der Tüte zu schnüffeln solltest du dich lieber auf die Mathe-Olympiade vorbereiten“ helfen dann auch nicht mehr weiter.
    .
    Ihre Vorschläge mit dem Schulhaus-Streichen hören sich ja zunächst idyllisch an, würden aber tatsächlich zum Mißbrauch einladen. Am Ende würde es darauf hinauslaufen, daß der Leiter des Sozialamts (oder der Eigentümer einer mit ihm verbandelten Firma) die Hilfeempfänger als seine Leibsklaven ansehen könnte.
    .
    Glauben Sie mir, die Sozialleistungen sind am Ende die preiswerteste Lösung — auch wenn die Vorstellung, daß irgendjemand „auf unsere Kosten“ faulenzt, für Leute wie Sie unerträglich sein mag. Zumindest dann, wenn es sich bei diesen Kostgängern um arme Schlucker und nicht um Bankster oder sonstige Systemgewinnler handelt. Denn vor denen kuschen wir ja.

  163. @dosto: ah so, Sie sind von...
    @dosto: ah so, Sie sind von außerhalb. Brasilien? – Was die Stimmung in D angeht, die ist eher melancholisch-depressiv. Muß man vielleicht dazusagen für Leute von außerhalb, die D nicht mitkriegen. –
    Daß Port-au-Prince in 7 Jahren aus viel Alu besteht, kann schon sein. Gegen Regen hilfts ein paar Jahre, und man muß erstmal das nehmen, was man kriegt (klar, Gießkanne und Temporärbauten, was sonst). Ich tät ja erstmal Holz nehmen – die Schorfheide ist reif zum Absägen – und dann peu a peu durch Steinhäuser ersetzen. Selbstverständlich erinnert sich hierzulande in 5 Jahren kaum einer mehr daran (wär seltsam, wenns anders wäre), und in der DomRep werden weiterhin die a.i.-Touristen in ihren Ghettos hocken. Karibik ist für Deutsche allenfalls Urlaub, kein Geschäftsfeld. –

  164. colorcraze

    vielen Dank für...
    colorcraze
    vielen Dank für die Aufklärung,
    werd ich also als Investment noch Valium mit ins Depot aufnehmen.
    80 Mille Deutsche sind ja kein Pappensti(e)l.
    Allerdings machten die jetzigen Deutschen, die mich schon beglückten durchaus
    keinen melan cholischen Eindruck auf mich, ob sie depressiv sind, weiß ich noch nicht.
    Bisher stellt sich mir nur die Erkenntnis, daß sie meist knallharte Erbsenzähler sind.
    Erste Frage ist immer: was kostet das. An und für sich nimmt Geld einen der
    höchsten Stellenwerte aus ihrer Sicht ein. Es scheint so, als ob von der Sicht aus alles geregelt werden
    könnte.
    Erstaunlich ist die Umkehr zur Meinung des Dienstpersonals, diese muß sich
    total gewndelt haben. Während sich die Leutchen früher unmäßig erregten, daß
    wir Zuhause soviel Bedienstete beschäftigen (und diese bestimmt ausbeuten),
    ist man in jetzt in diesem Lande richtig stolz darauf sich auch einen Diener/in zum Niedriglohn leisten
    zu können. 400 Euro ist beinahe das maximale was so läuft.
    Auch das macht mich wieder so richtig froh, wir sind da schon ein bißchen weiter
    und bestimmt auch relaxter, in dem Falle haben wir echten Vorsprung und
    können dadurch besser damit umgehen. Unsere Bequemheit ist uns viel wert,
    wir reden nicht darüber, sondern bezahlen, Sklavenhaltung ist eh gesetzlich Verboten.
    Zuguterletzt: war doch Deutschland immer das Land der Romatiker, es gibt
    dadurch eigentlich auch gar keinen Grund die Stellung aufzugeben, sondern die
    Melancholie weiter zu sublimieren.
    In diesem Falle stimmt die Nachhaltigkeit, die dieserorts soviel diskutiert wird.
    Sehr interessant fand ich die Ausführungen von -Devin 08- sie sind genau
    das soziologische Futter das man mir zum Fraß vorwerfen sollte.

  165. Sie sind von...
    Sie sind von außerhalb.
    nein-ich bin nunmal jetzt hier-in Deutschland-
    und mache das was einer Vorgeschlagen hat in irgendeiner Post weiter oben.
    Ich studiere, keine Elite-Uni.
    Vielleicht gelingt mir- der jump in my grave, mit einem Masterdiplom,
    denn in die Wirtschaft brauch ich nimmer, da laß mal ruhig Stanford-Harvard-Cambridge-
    Oxford Peoples antreten. Bei uns ist keiner soweit vorgedrungen.
    Klarer Kopf, heller Verstand, Ausdauer, waren bisher die Atribute die herhalten
    mußten, der akademische Grad war und ist bis heute völlig unwichtig.
    Um auf den Schweizer zurückzukommen: auch wir bilden aus, nicht ganz
    nach deutschen System, sondern eher angelehnt .

  166. @dosto: aha, studieren - ich...
    @dosto: aha, studieren – ich wünsche Ihnen gute Nerven und daß Sie sich eine Uni ausgesucht haben, die schon 1, 2 Jahre umgestellt ist auf BA/MA.

  167. dosto, nein, Sie kämpfen...
    dosto, nein, Sie kämpfen wirklich nicht so, wie ich dies „unterstellte“, aber -so scheint es- Sie suchen eine Direktheit ohne falsche Rücksichtnahme und keine sublimierte Melancholie der Nachhaltigkeit (schöne Beobachtung). Aber bei dem mental-vitalen Biotop aus welchem Sie offenbar kommen (colorcraze meint Südamerika), wird es in Deutschland (und im mittleren Europa) nicht einfach sein. Aber nicht alle sind Erbsenzähler. Und die gibt es überall.

  168. @HansMeier
    Ich glaube hier in...

    @HansMeier
    Ich glaube hier in D nicht an die Versklavung durch die vermittelnden Stellen (=Korruption), insbesondere wenn die Arbeiten nur in/an/für öffentliche(n) Einrichtungen durchgeführt werden. Ich lasse mir das Thema Arbeitsunwilligkeit auch nicht als „nicht existent“ wegdiskutieren, da ich selbst 3 Fälle kenne, die es sich seit Jahren auf Hartz & Gelegenheitsarbeit recht gemütlich eingerichtet haben (….wir sind dann morgen am See. Schon blöd, dass Du arbeiten musst…).
    .
    @Don: Das war dann auch der letzte Kommentar der das eigentliche Thema nicht ganz trifft.
    Um zum Thema zurückzukommen – das Schwierige ist doch den Punkt zu finden an dem Sparsamkeit zu Dummheit wird und man statt zur Arbeit besser auf den Rodelhang fährt. Die 3 Vorgenannten haben diesen Punkt -auf Kosten der Gesellschaft- bereits gefunden.

  169. @HansMeier555
    Ich bin der...

    @HansMeier555
    Ich bin der guten Hoffnung, dass wir in D keine Versklavung durch die vermittelnden Stellen (=Korruption) erleben werden. Das gilt insbesondere dann wenn die Arbeiten nur an/in/für öffentliche Einrichtungen gemacht werden. Ich lasse mir das Thema Arbeitsunwilligkeit auch nicht als „nicht existent“ wegdiskutieren, da ich selbst in meinem Umfeld 3 Personen kenne, die sich auf Hartz & Gelegenheitsarbeit recht kommod eingerichtet haben (…wir sind dann morgen am See. Schon blöd, dass Du arbeiten musst…)
    .
    @Don: Das war jetzt mein letzter Kommentar ausserhalb des Themas – die Kunst ist es doch individuell den Punkt zu bestimmen an dem die Tugend in Dummheit übergeht. Die 3 Vorgenannten haben bereits entschieden, dass der Rest der Gesellschaft die Dummen sind.

  170. @Alle: Ich bitte das...
    @Alle: Ich bitte das Doppelposting zu entschuldigen!

  171. Die Lust faul zu...
    Die Lust faul zu sein
    @Köstlich: Ich kenne auch 2-3 Leute aus meiner persönlichen Umgebung, die vordergründig betrachtet, als „arbeitsunwillig“ einzustufen wären, und dienstlich kenne ich noch mehr, und doch halte ich das nicht für die ganze Wahrheit, sondern nur für eine zufällige Perspektive, bedingt durch meine Sicht und durch die Menge der angebotenen Möglichkeiten. Ich halte es für ein grundsätzlich kritisch zu betrachtendes, nämlich erkenntniskritisches, Phänomen, dass wir immer glauben, dass das, was wir selber erleben, mehr der Wahrheit entspräche als das was wir nicht persönlich kennen. Denn auch umgekehrt betrachtet, kenne ich persönlich keinen einzigen Millionär, der ein Steuerbetrüger wäre, doch will ich denen glauben, die das belegen können. Im übrigen kenne ich persönlich im Moment überhaupt keinen Millionär, kann also eine solche Erfahrung gar nicht zu Hilfe nehmen.
    „Steuerbetrüger“ und „Arbeitsunwillige“ sind gesellschaftlich zu begreifende Kategorien. In Gesellschaften, in denen es keine Steuern und keine Arbeit gibt, gibt es sie beide nicht!
    Außerdem bin ich ganz sicher, dass die Gründe dafür, warum der eine nicht arbeiten möchte und andere Steuern hinterzieht erheblich komplexer sind, als Sie und ich uns in zwei, drei Sätzen zusammen reimen können, und selbst diese wären wohl nicht die ganze Erklärung für beide Phänomene, und daher auch nicht eine ausreichende Grundlage für schnelle Konzepte, wie man damit umzugehen hätte. – Auf jeden Fall aber ist die „Arbeitsverpflichtung“, zumindest im Kapitalismus, wo es demgegenüber auch kein Recht auf Arbeit gibt, eine derart vordergründige, dass sie von vorneherein als taugliches Konzept ausscheidet!
    Und im Bezug auf den „Steuerbetrug“ ist es interessant festzustellen, wie wenig abwertend ein solcher „begriffen“ wird, im Gegensatz zur „Arbeitsunwilligkeit“. Und das wiederum zeigt uns den Pferdefuß: ist doch im Falle von Steuerbetrug unterschwellig die Vorstellung mit verbunden, dass da zumindest mal Leistung, Leistungsbereitschaft, vorgelegen haben muss, bevor man dem Staat seinen Anteil hiervon vorenthalten möchte. Solches wird gesellschaftlich grundsätzlich höher geachtet als pure Arbeitsverweigerung, obwohl letzterem möglicherweise ein ähnliches Motiv zugrunde liegt. Der Arbeitsunwillige, kann keine Steuern hinterziehen, er wird nie welche zahlen können, daher verweigert er der Gesellschaft – dem Staat -, den Anteil von vorneherein – durch Leistungsverweigerung. Und dahinter liegt die nächste Erfahrung, nämlich, dass man in seinem Leben niemals soviel verdienen könnte, dass man eine ähnliche Anerkennung wie der Steuerhinterzieher erhalten würde. Der so immer Gefrustete reagiert nun mal anders als der ständig Erfolgreiche! Das Urteil, das wir uns daher bilden, ist niemals frei von Ideologie, der Ideologie, die unserer gegebenen Gesellschaftsordnung zugrunde liegt, zugrunde liegen scheint. Denn wer will schon wirklich sicher sein, dass seine Perspektive der ideologischen Matrix wirklich zu hundert Prozent entspricht? Sind es doch immer nur fragmentierte Anteile, deren wir uns versichern.
    Unsere Perspektive ist eine – und als solche wohl notwendigerweise – verbogene, eine also, die von der Schwerkraft des durchschnittlichen gesellschaftlichen Denkens geformt ist. Leider hat uns Einstein dafür keine Formel gegeben.
    Übungsfrage: Wie würden Sie jemand nennen, der ein Buch schreibt, einen Bestseller vermutlich: „Meine Lust an der Faulheit“, ein Buch, das vielleicht einiges an Arbeit gemacht hat? Ist dieser Mensch nun als arbeitsunwillig, als „faul“ zu bezeichnen?
    Ich denke, dass dahinter ein großes philosophisches Problem steckt, und ich erwarte nicht, dass Sie mir darauf antworten.

  172. Sie suchen eine Direktheit...
    Sie suchen eine Direktheit ohne falsche Rücksichtnahme
    Danke,
    ich versuche ein Gegengewicht aufzubauen
    zu einem inflationieredem englischen Wort -however-
    zuerst über die Finanzkreise hereinvergewaltig, heute fast in jedem anglo-amerikanischen Beitrag zu finden.
    Dieses -however- ist für mich ein teilweises oder ganzes zurücknehmen,
    oder in Frage stellen (weil man das,über das man vorher geschrieben oder
    geredet nicht im Griff hat) dessen was man vorher ein paar Sätze zurück
    den Leuten mitgeteilt hat.
    Manche Leute schleudern dieses However so läppisch in den Raum,
    daß es gewaltig nach Beliebigkeit klingt.
    Aber vielleicht ist das die wirkliche Flexibilität, heute so, morgen so.
    Wir haben das im Griff mikt dem nächsten -However-
    Tja, da gibts also die Frage für mich:
    Hat Europa uns noch was für zu sagen?
    Das hat ja Brandao früher schon verneit.
    Aber die Zeit bleibt ja nicht stehen.
    Oder müssen wir bereits etwas für Europa tun,
    denn die Provokationen des Autoren sind ja nett und gut,
    aber auch ziemlich platt und steril dahergerotzt.
    Ich weiß also nicht hängt der gute Don noch in der Postmodere oder
    behaust er schon ein neues Milieu für das ich noch keinen Namen habe.

  173. hallo Devin 08

    erlaube mir...
    hallo Devin 08
    erlaube mir eine kleine Korrektur.
    Es ist heute nicht mehr angesagt, daß jeder Millionär mal Leistung vorher,
    oder jetzt, oder in Zukunkt brachte oder bringen wird.
    Es gibt bereits eine bedeutende Klasse von Menschen die Millionäre sind
    aufgrund ihrer Aktienpakete und die Firma noch nichtmal von Innen kennen,
    geschweige den jemals betreten. Viele Ceo_s wären wohl auch verwundert wenn
    die jemals auftauchen werden. Denn dann ist eh nur Trouble-Time.
    Darum ist vieleicht der aufregendere Beruf ein Substitut für einen Millionärs Guy
    zu sein.
    Das relativiert auch wieder die Villonsche Aufklärung von Don,
    daß nämlich nicht nur bei Weiber, Wein und Kartenspiel das Geld der Hautevollee
    draufgeht, sondern Berater, Psychiater, Unterhalter etc auch an ihren fetten Anteil
    kommen.
    Also kurzum der Nassauernde Millionär ist keine Einzel-Spezie mehr,
    sondern heut zu Tage gang und gäbe.
    Erkenntlich oft daran, daß er vorgibt irgendwas zu tun, daß ihm in den Strumpf paßt,
    aber nicht die klassische Laissez-aller-
    die ein Gentlemen auf die Frage, was er denn mache,
    ganz einfach mit einem
    I follow my inclination
    beantworten würde.

  174. Selbstreferentiell
    @Dosto: Sie...

    Selbstreferentiell
    @Dosto: Sie haben da völlig recht, nur habe ich das auch so nicht gemeint. Sondern, dass „man“, d.h. das durchschnittliche Bewusstsein, davon ausgeht, das sozusagen wohlwollend unterstellt. Ein solches „Wohlwollen“ ist natürlich auch selbstreferentiell, denn es rechtfertigt die eigenen ideologisch konnotierten Vorurteile. Man will es so haben, denn es bildet die Grundlage für die Identität. Das ist eine ideologische Matrix, die hält sich noch lange, auch wenn mittlerweile fast Jedermann weiß, dass sie im realen Leben überholt ist.

  175. @devin08:
    So sehr ich Ihre...

    @devin08:
    So sehr ich Ihre sozialphilosophischen Betrachtungen schätze, die hier vorgestellte Argumentation erinnert doch stark an die eines Bankers, der uns versichert eine Bankenkrise habe es nie gegeben, weil Banken in seinen ökonomischen Modellen gar nicht vorkommen. Ich will mit meinem Hinweis auch keineswegs die Alleinerziehenden (erschreckende 40% der Hilfsempfänger) der Faulheit bezichtigen. Meine 3 Kandidaten sind allesamt männlich, Abitur, zwischen 35 und 45 und seit weit mehr als 2 Jahren auf Hartz IV. Dabei keineswegs gefrustet sondern amüsiert, dass der Rest der Gesellschaft dumm genug ist für deren Selbstverwirklichung zu bezahlen! Um zum Thema zurück zu kommen: Selbstverwirklichung setzt m.E. eigene Ersparnisbildung oder Erbschaft voraus.

  176. @devin08:
    So sehr ich Ihre...

    @devin08:
    So sehr ich Ihre sozialphilosophischen Betrachtungen schätze, die hier vorgestellte Argumentation erinnert doch stark an die eines Bankers, der uns versichert eine Bankenkrise habe es nie gegeben, weil Banken in seinen ökonomischen Modellen gar nicht vorkommen. Ich will mit meinem Hinweis auch keineswegs die Alleinerziehenden (erschreckende 40% der Hilfsempfänger) der Faulheit bezichtigen. Meine 3 Kandidaten sind allesamt männlich, Abitur, zwischen 35 und 45 und seit mehr als 2 Jahren auf Hartz IV. Dabei keineswegs gefrustet sondern amüsiert, dass der Rest der Gesellschaft dumm genug ist für deren Selbstverwirklichung zu bezahlen! Um zum eigentlichen Thema zurückzufinden: Selbstverwirklichung setzt m.E. individuelle Ersparnis oder Erbschaft voraus.

  177. da muß ich Ihnen nun...
    da muß ich Ihnen nun rechtgeben,
    der Mutterboden wird auch im ideoligischen Sinne erhalten bleiben, die Maske
    als Substitut wurde ja schon mal erwähnt.
    Einer dieser Mutterböden hat ja jene Maske auch vom Stapel gelassen.
    Schauen wir mal nach einer 1 A Lage.
    Als zugereister mache ich ja meine Erfahrungen mit diesen 1 A Lagen,
    selbstredend will ich in einer 1 A Lage wohnen, wo sonst.
    Also werden Miet-Angebote in den Zentren Paris,Rom,London,Zürich,Wien,Kopenhagen, Berlin eingeholt.
    Die Situation ist diese, es gibt keinerlei Problem, ins Flugzeug, ins Taxi und
    ab in die 1A Lage, der under assistent key-men,frau stehen schon an der
    Tür um die Schlüssel zu überreichen.
    Es gibt massig solcher 1A Gelegenheiten, ja es sieht schizophren aus, es
    scheint zuwenige sind überhaupt gewohnt.
    Die Notwendig Einkünfte daraus zu erzielen ist wohl nicht gegeben.
    Diese Appartments-Gebäude stehen wohl als Goodwill unter den Assets der
    Wohlhabenden.
    Selbstredend kann man sie auch kaufen, auch da schlägt dann die Matrix zu,
    es besteht nicht die Notwendigkeit zu verkaufen deshalb bleibt der Preis da wo er ist.
    Man wartet geduldig auf den nachkommenden Millionär der das Velben-Programm noch vor sich hat. Für diesen ist der Marktpreis immer ein guter Preis, er wid dir
    nicht eingestehen, daß er nur den Kanon einhält, denn jetzt ist er ja Teilnehmer
    der Wertstellung und will sie erhalten wissen.
    Nichtsdestotrotz, es gibt massig unbewohnte, ungenützte als hohle Zähne dastehende
    1A Lagen in Europa, in kaum prosperierenden Gegenden, was wiederum heißt, das
    Geld muß von draußen kommen, deswegen sind Paris-Rom-London unheimlich scharf auf ihren Nimbus, der Einheimische profitiert nur noch als Agentur, also
    als Prozente-Diener, aber auch dieser hat schon den Blick in das Abwrackviertel,
    das noch nicht verödet ist, den dort beginnt sein Aufstieg. Diese noch quirligen
    europäischen Gebiete werden gemeinhin Szeneviertel genannt und bilden die Matrix
    für die kommenden Imo-Millionäre, die mit der Zeit und dem Rat ihrer Investmentbanker in 1A Lagen zu heben versuchen.
    Alles das was ich so schreibe, sollte jetzt nicht frustierend herüberkommen,
    ich nämlich in der Ironie verbleiben zu können, vielleicht noch ein bißchen
    Sarkasmus dazu, aber keinesfall Zynik. Aber manchmal wird es mir nicht gelingen,
    diese Schwelle doch nicht zu übertreten.
    Es ist schon interessant was sich auf diesem Erdball so alles abspielt,
    nur Holywood hat dazu nichts mehr zu sagen.
    Es liegt wohl an den Abschreibmöglichkeiten, auch dort 1 A Produktions-Anlagen,
    aber keine Mieter.

  178. ups,

    das Bord ist jetzt wohl...
    ups,
    das Bord ist jetzt wohl abgerutscht?
    Nicht mehr aktuell.
    Wie können beim Gegenlesen, Doppelposts entstehen.
    Wollen wir den Autor und die FAZ ärgern und es sehr lange am Leben halten?

  179. Getreue Kopien der...
    Getreue Kopien der Leistungsgesellschaft
    @Köstlich: Nun ja, ich sagte es ja schon: jeder von uns kennt solche Leute, glaubt sie zu kennen, also ich streite sie nicht ab, sondern nur eine bestimmte Bewertung. Denn was beweist das? Die Tage habe ich mir mal wieder eine Talkshow angesehen, bei wem, weiß ich nicht mehr. Da war ein Berliner HartzIV-Empfänger, der offen zugab, keine Lust zum Arbeiten zu haben. Er war sozusagen, das Vorzeigemodell für den berühmt-berüchtigten Neuköllner Bürgermeister, jenem „Feudalherren“ über mittellose Sklaven, der auch da war, Buschkowsky hieß er, glaub ich. Das geradezu Rührende war, dass diesem Arbeitsverweigerer – man konnte es ihm fast ansehen, dass er einer war -, keine besseren Argumente einfielen, als die, die ihm von den professionellen Stichwortgebern vorgegeben wurden. Er sagte wohl trotzig bis frech: „ich arbeite nicht“!, aber dann gefragt, ob er denn bereit sei zugunsten der Arbeitswilligen auf einen Teil seiner Stütze zu verzichten, bejahte er das, der brave Mensch. Er begriff selber nicht, warum er sich der Arbeit verweigert, er ahnte nur, dass er irgendwie ein Recht dazu habe. Doch muss er schon ein wenig schlechter dastehen, als die, die sich da freiwillig der Tretmühle unterwerfen, das wurde ihm suggeriert, und das schluckte er, ohne sich zu verschlucken. Unsere Arbeitsverweigerer sind keine Revolutionäre, wahrlich nicht, sondern getreue Kopien der Leistungsgesellschaft, nur eben spiegelbildliche.

  180. @Dosto: wie suchen Millionäre...
    @Dosto: wie suchen Millionäre wie Ihresgleichen 1A-Lagen? Nur so rein neugierhalber. Nach welchen Kriterien ist etwas eine 1A-Lage (meine Kriterien weichen von Ihren mit Sicherheit ab)? –
    Ich habe da nur als leuchtendes Beispiel den Hamburger Kaufmann vor Augen, der Mitte der 90er die baufällige Moabiter Grotte, in der ich billig zur Miete wohnte, „auf Papier“ für reichlich Geld kaufte. Weder hatte er sich das Haus angesehen noch jemanden hingeschickt – es war mir völlig unbegreiflich.
    Sein Kompagnon ließ sich ein besetztes Haus andrehen. Wahrscheinlich wartet der heute noch auf Mieteinnahmen.
    Das nur als Beispiel für meine starken Zweifel an der Sinnhaftigkeit von hastigen Hausgeschäften.
    Da ist mir der Branson doch lieber, der sich im oberen Stock eines nett gelegenen Fischerhäuschens einquartiert, wenn er denn da ist, und das Stadtbild nicht verschandelt.

  181. tut mir leid, ich verstehe die...
    tut mir leid, ich verstehe die Fragfe nicht.
    Man sucht nicht 1 A Lagen, die ! A Lagen sind in Europa seit 100
    Jahren einfach da. Ich kann nix dafür, sorry.
    Moabit ist keine 1 A Geschaftlage, sondern eher ein Kasernen-Viertel
    für temporäre Studeten und bereitsstehende bald umziehende Menschen
    die ins Justemilleu möchten. Also so was, was man schnellstens einer Hausverwaltung überlaßt um ja nicht mit den Mietern in Beziehung zu kommen.
    1A Lage wäre dort
    , wo du bist Fasanenstraße,etwas wieter oben Mommsen-Leibnitzstraße.
    Für eine Berliner Stadtwohnung mehr als ausreichend. Wohlgemerkt nicht jedes Haus ist standesgemäß, Neubauten mit niederigen Decken fallen flach,
    der Seitenflügel darf noch mitgenutz werden, da ja Personal nicht mehr vorhanden ist, oder in Moabit wohnt. Das hinterhaus sollte man als no go
    aerea gar nicht beachten, sondern Berliner Autoren überlassen. Meist
    sind sie aber seit jahrzehnten von den früheren Rebellen der 68er Szene
    bewohnt und das seit der Studienzeit, damals noch mit Ofenheizung.
    Berufsmäßig stellt heute diese Clique, Lehrer, Erzieher, und alles anderse
    was damals an der FU Soziologie studiert hat.
    Wer dort wohnt ist selber schuld. Diese Lage (Hinterhof) wird wie bei
    Moodys einen notch runtergestuft also A- bis BBB+, durchaus investitionsfähig, aber niemals rentabel. In diesem Sinne dann wieder Moabit, aber wenigstends mit Tiergartenblick.
    In London sucht man auch keine Lagen, in Paris, auch nicht, Madrid hat für
    einen Citoyen auch nur 1 Möglichkeit, Prag hab ich noch nicht festgelst,
    aber da muß0 ich noch hin, genauso wie nach Wien.
    München habe ich auf der Landkarte noch nicht gefunden, es befindet sich an keinen Kreuzwegen innerhalb Europas. Die Nord-Süd-Ausrichtung heißt
    Berlin,Prag, Wien als Abenteuer kann das in der Pampa liegende Budapest herhalten.
    Die West Ost-Ausrichtung ist London-Paris, dann kommt ein großes Loch,
    das man über Nacht mit dem Orient-Express überwinden kann, dann ist
    man wieder in Wien.
    Alles andere hat das Prädikat -Provinz-
    Man besitzt dort Wald, ein Schloß und der Mann von der Post weiß den Weg,
    das reicht.
    Soviel ich weiß hat Sir Branson, schon etliche größere Fischerhütten besessen.Von einer weiß ich sicher. Trotzdem ist es Usus sowohl bei Altgeldnern wie bei Neureichen,
    daß man wenn 1-2 gute Freunde kommen, nicht die 12 Zimmerhütte benützt,
    sondern runter an den See geht, dort steht immer eine Hütte im Sinne einer Hütte. Warum, ganz einfach, man muß da mal gesessen haben, dann kommt man immer wieder zurück.
    PS: Hamburg-soweit ich weiß haben die Pfeffersäcke dort die 1 A Lagen fest in der Hand. Jungfernstieg-Neuer Wall etc.. Man muß dort erben.
    Aber es werden ja per Promotion neue 1 A Lagen geschaffen, bewohnbar
    halte ich diese in ca. 100 Jahren, wenn sie die richtige Patina angesetzt haben.
    Selber wohnen tun aber die Besitzer der 1 A Lagen wiederum wo ganz anders. Viele sehr prächtig in Bugalows, die man jederzeit per Neckermann
    Versandhaus-Katalog bestellen kann. Aber die Gegend stimmt.

  182. @colorcraze

    ein Gerücht geht...
    @colorcraze
    ein Gerücht geht um:
    Sir Branson soll eine Insel mit Haus oder vice versa im Comer See gekauft
    haben.
    Vielleicht mag das mal einer checken,
    ein Schelm der schmutziges dabei denkt
    Steht er jetzt mit dem Feldstecher hinterm Fester und schaut in
    Richtung Villa d’Este, ob dort vielleicht doch noch ein Gelage stattfindet.
    Würde mich auch interessieren!

  183. @dosto: ok, wenns Patina haben...
    @dosto: ok, wenns Patina haben soll, kann man nach der 100-Jahre-Regel gehen, und wenn die Deckenhöhe über 2,90 sein soll, ist mit 1930 bis jetzt eh Essig (ich gebe zu, ähnliche Kriterien angelegt zu haben). –
    Mommsen/Leibniz/Fasanen: so etwa Giesebrecht, dort bin ich mal durchgelaufen, hat mir ganz gut gefallen. Die anderen, zum Rand hin, sind meist verhunzt. Moabit mit Tiergartenblick, naja, da bleibt das Bundesratsufer, aber die Aussicht von dort ist nicht prickelnd. Da würde ich wohl eher noch in einen 50er-Jahre-Tiergartenturm ziehen, so als Hochhausexperience. –
    Inwiefern sucht man in London oder Paris keine Lagen? Weil Kensington zu teuer ist und vererbt wird? –
    Mit dem Zug Stralsund-Brünn von Berlin nach Prag fahren ist ganz lustig, denn da gibt es einen tschechischen Speisewagen. –
    In Maasmechelen stehen so ein paar Anwesen rum (überhaupt stehen in Belgien immer irgendwelche Anwesen herum), die ganz offensichtlich nur ab und an genutzt werden. Also für mich wärs nichts. –
    Hütte am See hingegen hat was, auch Lage am Fluß zum Schiffe gucken, im Idealfall mit Steg. Ich hab da mal ein Haus an der Spree gesehen, wo ich dachte: hey, das wärs. Nach vorne raus großstädtische Durchgangsstraße, nach hinten raus direkt Flußufer. Da noch ein Bootssteg, das wär lustig. Würde wahrscheinlich sogar Herrn Branson gefallen. Die Comaschi haben sicher nichts dagegen, wenn der eine Inselvilla vor dem Verfall bewahrt, zumindest vor 30 Jahren hatten sie da ein wenig Probleme. –
    Mein Mann und ich würden aber auch mit der Ziegeleibesitzersvilla um die Ecke vorlieb nehmen und einem Bootssteg an der Schloßbrücke. Allerdings ist es dort vorne wohl etwas laut wegen der Feuerwehr, die da öfters durchfährt. Man müßte sich also dann in eins der hinteren Zimmer verkriechen. Das ist dann andernseits etwas grenzwertig. Hier ist es zwar kleiner, aber ruhiger.

  184. von Kensington hab ich schon...
    von Kensington hab ich schon gehört, es soll dort sdchöne Pferdeställe
    gegeben haben.
    Aber es gibt nur 2 Lagen dort, Belgravia und dann durchs Nadelöhr -Park Corner-
    nach Mayfair.
    Nachdem die Engländer ihr Kaufverhalten von 99 Jahre auf 33 Jahre ändern
    (unter dem Motto: You never be the Owner), muß man sich wie ein Oncle Sam Plakat vorstellen, brauchts also richtig Tempo ,mit 33 Jahren muß man drin sein,
    sonst wirds eng.

  185. Da ich mich in London wenig...
    Da ich mich in London wenig auskenne, hab ich mal gegoogelt. Hey, das sind ja Miet/Pachthäuser! Und gehören seit 300 Jahren derselben Familie! Na, wenn das kein Hausbesitzer-Knowhow ist…
    In Knightsbridge habe ich mal übernachtet (vor ca. 26 Jahren). Mit dem Schlafsack im Gebüsch eines bewachsenen Parkstreifens, für den nur die Anwohner Schlüssel haben. Zum Glück stehen die dort nicht gar so früh auf, so daß ich auf ein paar Stunden Schlaf kam (das hatte ich mir schon ganz richtig ausgeguckt). Häuschen sahen nett aus. –
    Ich meine, es war Kensington, wo mein Mann letztes Jahr den Geranienwahn fotografierte, sicher bin ich nicht. Da gibts extra Fassadengärtner für die Häuser, und an den Straßenlaternen hängen Geranienampeln.

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