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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die oft gefragten Fragen der zu verbessernden Gesellschaft.

| 195 Lesermeinungen

Moderne Internetseiten haben oft so eine Abteilung, in der das beantwortet wird, was jeder vielleicht gerne wissen würde. Bei uns jedoch würde man sagen: Das geht Sie absolut nichts an. So traditionell habe ich es ein Jahr lang gehalten. Ich war nur dort indiskret, wo es mir sinnvoll erschien, und es mich nicht zu sehr in Misskredit brachte. Aber nach einem Jahr Stützen der Gesellschaft ist es nun an der Zeit, nicht nur zu plaudern, sondern auch Rede und Antwort zu stehen, und zwar so aufrecht, ehrlich und zuverlässig, wie es die Stützen der Gesellschaft nun mal sind, wenn sie vorher mit ihrem Anwalt gesprochen haben.

Ich besitze, ich werde nicht besessen.
Aristipp von Kyrene

Vor rund einem Jahr bekam ich die vorsichtige Anfrage, ob ich für die FAZ ein Blog schreiben wollte. Seitdem wurde hier über alles geredet, was mir so eingefallen ist. Ich schrieb irgendwas, was mir in den Sinn kam, die FAZ stellte den Raum zur Verfügung, und eigentlich könnte das immer so weiter gehen, hier ein paar angenehme Luxussorgen, oder ein unklarer Gesellschaftsfinger, und dort eine Steuerhinterziehung in die Schweiz, das Übliche halt, was einem eben so in den Sinn kommt, wenn man nicht mehr ganz jung ist, und das Geld dieses Verlags nicht unbedingt bräuchte. Es lief recht gut, sehr gut sogar, aber es war doch ein wenig einseitig. Vielleicht wollen Leser ja ganz andere Themen. Oder sie haben Fragen. Also fragte ich, und bekam auch Fragen zu hören. Sehr viele Fragen zum Thema Sex, Liebe, Partnerschaft und Fortpflanzung in besseren Kreisen, die ich in spezifischen Beiträgen zu beantworten gedenke. Wenn ich mich traue. Um dem vorerst zu entgehen, hier zuerst all jene Fragen und Antworten, die hoffentlich klug, aber nicht delikat sind.

Bild zu: Die oft gefragten Fragen der zu verbessernden Gesellschaft.

Als jahrelanger Rebellmarktleser frage ich mich, wie Sie auf die Idee für das Thema Ihres FAZ-Blogs gekommen sind? Ist das eine Idee, die Sie schon länger hatten, gibt es eine Geschichte dazu, inwieweit hat sich das Thema beim Schreiben entwickelt?

Nun, die FAZ sagte: Machen Sie einen Vorschlag. Zu der Zeit gingen gerade Vanity Fair und Park Avenue vor die Hunde, mit ihren lächerlichen Versuchen, im Bundeshauptslum eine Society zu erfinden, wo es dort doch nur Politiker, Berater, Rechtsanwälte, Journalisten, Lobbyisten, Galeriebetreiber, Friseure und andere runtergekommene Transferleistungsempfänger des Alten Westens gibt. Gesellschaft, die den Namen verdient, gibt es in Deutschland nur in den Westvierteln und dem Inbegriff des Westviertels schlechthin: Am Tegernsee. Und ich dachte, es wäre eine gute Gelegenheit, mal so über die Gesellschaft zu schreiben, wie sie wirklich ist und wie sie nur jemand kennt, der darin aufgewachsen und privilegiert ist. Was ein gängiger Journalist natürlich niemals könnte.

Wie sehr identifizieren Sie sich mit der Kunstfigur „Don Alphonso“?

Eher wenig. Das Vorbild von „Don Alphonso“, was den bestimmenden, offensiven Teil des Charakters angeht, ist nicht der Verfasser, sondern ein Junge aus der Nachbarschaft, der genau so war, bis er im Alter von 22 Jahren zu viel trank, von falschen Freunden nach Hause gefahren wurde, sich in deren Auto übergab und deshalb vor dem Haus schnell ausgeladen wurde, wo er, hinter den Wagen seines Vaters gekrochen, in der Winternacht erfroren ist. Vieles von dem, was ich schreibe, ist vielleicht das, was er so sagen würde, wenn er inzwischen so alt wie ich wäre. Er war durchaus charmant, witzig und gebildet. Nur eben nicht so schüchtern und höflich wie der Autor, dem es passieren kann, dass er eine Woche intensiv um eine Frau zu werben glaubt, bei der das alles nur als dezenter Charme ankommt.

Stammen Sie wirklich aus einer wohlhabenden Familie oder tun Sie nur so?

Nach dem, was in Deutschland statistisch als „reich“ gilt, sicher. Nach dem, was in Deutschland als „gebildet“ gilt, ebenso. Gehobenes, politisch liberales, moralisch eher konservatives Westviertelbürgertum mit Konzertvereinsmitgliedschaft und Anlageschwerpunkt in Immobilien, die Jahrzehnte und Jahrhunderte lang gehalten werden, und mit dem zufälligen Glück, in einer Stadt festzuhängen, die sehr schnell enorm reich wurde.

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Bis in welches Glied können Sie Ihre Ahnenreihe zurückverfolgen?

Maximal bis ungefähr 1600, aber auch nur in einem Zweig. Ansonsten geht es ungefähr bis 1800 zurück, in einem Zweig aber recht umfangreich bis 1700. Und manchmal findet man Dinge, bei denen eine kürzere Geschichte netter wäre. Habe ich schon mal von der b’suffan Kohla-Mone (hochdeutsch: die beim Erwerbsleben als Kohlengrosshändlerin dem Alkohol und wohl auch Männern zusprechende Monika) erzählt? Oder meinem Urururgrossvater, der sich nach dem Abschluss der Verkaufsverhandlungen für Weizen immer noch einen Hut voller Getreide extra geben liess, nur um das Gefühl zu haben, besser als andere gewirtschaftet zu haben? Oder dem Umstand, dass ich manchen Steinen im Keller entnehmen kann, dass die Geschichten vom Grabsteindiebstahl um 1890 herum keine Legenden sind? Und dass mein Grossvater Sylvester 1928 leicht bezecht dem Nachbarhaus den Kamin hinuntergeschossen hat? Und wir bis heute dafür nicht gezahlt haben?

Würden Sie statt in der Gegenwart eigentlich lieber im England zwischen den Kriegen leben und welche Preziosen sammelten Sie dann? Zeitgenössische Qualität oder „Antiquitäten“?

Nein, keinesfalls. Die real existierende Klassengesellschaft jener Zeit war nicht so lustig wie bei Evelyn Waugh beschrieben und selbst für meine Begriffe viel zu hart. Meine Grosstante kam damit aber noch erstaunlich gut zurecht.

Warum Silberkannen? Warum soviele Silberkannen? (Und viele andere Fragen zu Silber)

Andere rauchen, trinken, besuchen Bordelle, Spielhöllen, Investorenmessen und Kamingespräche der Arbeitgeberverbände. In der langen Liste asozialer Verhaltensweisen und Dummheiten würde ich werthaltige Silberteekannen als reichlich verzeihbare Fehlleistung minderer Bedeutung einordnen, es ist ein kleiner Luxus, den ich mir leiste, weil mir andere Wege der Verschwendung (siehe oben) aufgrund meiner spiessigen Moral versperrt sind. (Habe ich was vergessen? Hm.)

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Haben Sie mehr Spaß an Artikeln, in denen sie diverse Produkte und Verhaltensweisen loben oder die Artikel, in denen sie gefühlt alles, was anders ist als sie, in Grund und Boden verdammen?

Ich habe an allen Artikeln in etwa gleich viel Spass, am liebsten aber sind mir jene, bei denen ich mich selbst hinterfragen muss.

Was halten Sie von den Torten im Cafe Luitpold, München?

Ich bin vor allem im Cafe Arzmiller. Man folge in Sachen Torten stets den fetten Tanten mit gebläuten Haaren.

Bedingen Oberschicht und Bildung einander (Ist die Oberschicht immer gebildet und ist ein Gebildeter automatisch Mitglied der Oberschicht)?

Das hängt von den Definitionen ab. Sowohl Bildung als auch Oberschicht sind hochgradig volatile Begriffe. In der Regel definiert eine Oberschicht die Bildung, die sie für richtig hält. Ich beispielsweise halte Leute für sozial inakzeptabel, die sich vorrangig mit TV beschäftigen. Die können vorgeblich kritisch sein, wie sie wollen: Das ist falsch gebildete Unterschicht.

Wie heiratet man als Tochter aus schlechterem Hause erfolgreich in die bessere Gesellschaft ein?

Das ist eine dermassen spannende Frage, dass ich sie in einem eigenen Beitrag behandeln möchte. Kurz, indem man deren Strategien anwendet: Angenehm lügen, Regeln nicht hinterfragen, Gebote heimlich brechen und die Fassaden respektieren, wenn man schon das Gebäude der Falschheit anzündet.

Bild zu: Die oft gefragten Fragen der zu verbessernden Gesellschaft.

Halten Sie Takt für erlernbar?

Alles ist erlernbar. Auch reiche Neugeborene sind dumm, laut, unerquicklich und in jeder Hinsicht ohne Manieren, ausser den schlechten. Die Frage ist eher: Wann und wie bringt man denen das bei?

Vergeben Sie eigentlich anderen?

Brecht klaute einst bei Villon:
Und wer da redet von Vergessen
Und wer da redet von Verzeih’n
Dem schlage man die Fressen
Mit schweren Eisenhämmern ein.
Ansonsten gehört es zu den erfreulichen Errungenschaften der besseren Kreise, dergleichen nicht nötig zu haben, man ist ja nicht abhängig von ander Leute Meinung. Ausserdem findet heute jeder Freunde minderer Qualität, aber hochwertige Feinde sind schwer zu bekommen.

Wissen Sie inzwischen von Mitgliedern der besseren Gesellschaft aus der dummen, kleinen Stadt an der Donau, die Ihre Geschichten bei den Stützen oder Rebellen verfolgen? Falls ja, gab es aus diesen Kreisen bereits positives oder negatives Feedback?

Nehmen Ihnen die, über die Sie berichten, das übel? Anders gefragt: Bleibt Ihnen die Gelegenheit zur eigenen Anschauung des alltäglichen Verhaltens der „Stützen der Gesellschaft“ ausreichend erhalten?

Sagen wir mal so: Man erzählt mir heute mehr in der Hoffnung, ich könnte es bringen – etwa, bei wem ein Bürgermeister nächtigt, der sonst katholisch tut. Allerdings haben mich manche von der Liste der Angebote des zweiten Heiratsmarktes gestrichen. Aber das passiert immer, wenn es sich herumspricht, dass einer Journalist geworden ist. Journalisten kennt man bei uns vom lokalen Schmarrnblatt, die taugen alle nichts, und ziehen sich schlecht an. Die FAZ gibt es hier natürlich nicht, und Internet benutzt man bei uns auch nicht.

Warum, rein geographisch betrachtet, sind eigentlich immer die Westviertel die „besseren Gegenden“ und nicht die Ostviertel oder Südviertel.

Das hat mit der Windrichtung zu tun, denn der Wind treibt die Abgase und den Gestank der Städte weg. Das war gerade in jener Epoche der aufstrebenden Industrie und Vororte immer ein wichtiges Kriterium für jene, die davon profitierten.Gerade in Zeiten, da man die Elite auch daran erkannte, dass sie mit 70 noch kurte, als andere mit 30 schon an Tuberkulose starben.

Bild zu: Die oft gefragten Fragen der zu verbessernden Gesellschaft.

Warum werden mit dem Begriff „Leistungstraeger“ in der Oeffentlichkeit immer die Personen betitelt, die keinerlei Verantwortung und eigenes Risiko fuer die Folgen ihrer Entscheidungen tragen? Leute die meist nur anderer Leute Geld gassi fuehren.

Erstaunlicherweise gibt es das nur als Bezeichnung von Aussen, oder von Neureichen für sich selbst. Leistungsträger hat so was von „Arme Sau, die nicht weiss, wie man das Leben geniesst“. Bei uns sagt man eher, dass man seit einer Woche die Anlage K bei der Steuer macht.

Werden Sie von Ihrer Familie wegen Ihrer linken Tendenzen eigentlich als „Verräter“ oder gar „Ketzer“ angesehen, oder glaubt sie an eine vorrübergehende Phase?

Ich bin politisch so liberal wie meine Familie seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wenn man aus Bayern kommt, ist man in diesen Kreisen entweder bei der Staatspartei, oder man hat Charakter.

Sind Sie noch zu haben?

Kommt darauf an, für was. Heiraten? Kinder? Niemals. Rodeln? Meran? Immer.

Würden Sie sich zutrauen, die Atmosphäre am Stammtisch einer Kneipe nachzuempfinden? Oder konkreter: Das Niveau dort richtig einzuschätzen?

Ich komme aus Bayern. Und zwar aus der finstersten Ecke. Der Stammtisch ist hier nicht in den Kneipen, sondern in den Hirnen.

Bild zu: Die oft gefragten Fragen der zu verbessernden Gesellschaft.

Wann haben Sie eigentlich angefangen, für die Öffentlichkeit zu schreiben?

1998, im Internet 1999, Texte nur für das Internet 2000.

Was halten Sie von der Revolution, und wie könnte Ihr Beitrag aussehen?

Wenig, nachdem Revolutionäre von beiden Seiten, links wie rechts, wenig Geschmack haben und in mir als Beitrag eine formidable Laternenbeschmückung sehen würden.

Sind Sie eine Stütze der Gesellschaft und wenn ja, warum?

Der Titel ist einem Theaterstück von Ibsen und einem Gemälde von Grosz entlehnt. Ich benutze den Begriff bestenfalls ironisch.

Sind Sie ein Misanthrop?

Aber nein. Misanthropen bilden sich das alles nur ein. Ich bin schlimmer: Historiker. Ich kann es belegen.

Ist es eigentlich in Ihren Kreisen immer noch verpönt, Sänger/in oder Schauspieler/in zu werden?

Das hängt von der Art der Darbietung ab. Je klassischer, desto besser.

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195 Lesermeinungen

  1. ... gibt ja immer u. ueberall...
    … gibt ja immer u. ueberall solche u. solche, lieber Don Alphonso, selbst in der kleinen dummen Stadt an der Donau, u. selbst zu der Zeit, als die heutige Muencher Universitaet noch in Ingolstadt angesiedelt war. Zufaellig drauf gestossen: Sebastian Franck, Freigeist, Pazifist, Mystiker, wie immer das zusammengeht, u. er hat auch in Ingolstadt studiert, es dort aber wohl nicht lange ausgehalten. Sicher haben Sie eine antiquarische Ausgabe seiner „Sprichwoerter“ in Ihrer Bibliothek.
    Gruss
    G.S.

  2. Nein, bedaure, eher seine...
    Nein, bedaure, eher seine Gegner… in der Zeit war es halt so, dass man nicht viele Alternativen hatte. Schon gar nicht im rückständigen Bayern.

  3. Warum schreiben Sie nicht mal...
    Warum schreiben Sie nicht mal eine Spalte über das bessere Bürgertum als einziger Hüter und Hort der Moral? Seit der Biedermeierzeit galt bereits die Überzeugung, dass die adelige Oberschicht unmoralisch ist, und die Unterklasse natürlich per Definition sowieso, weil sie es nicht besser wissen. Die Zahl von Theaterstücken, wo eine tugendreiche Bürgerstochter von einem Adligen verführt wird, ist Legion, z.B. Schillers „Kabale und Liebe“. Nur das christliche Bürgertum wähnte sich im alleinigen Besitz aller Tugenden.

  4. Ich denke, jede Schicht wähnt...
    Ich denke, jede Schicht wähnt sich im Besitz der richtigen Moral, jeder Abschaum tut das, vom afrikanischen Diktator bis zum Betrüger mit einer Call-in-TV-Sendung. Das Bürgertum ist nur insofern anders, als es ein grösseres Gewese darum macht, und sich darin öffentlichkeitswirksam suhlt, selbst wenn es – wenn wir von 2010 reden – dann der Sau vor derlei angebräunter Leitkultur graust. Ansonsten stopft die Scheidugsrate des Nachwuchses dem Bürgertum zuverlässig das moralische Maul, wenn es ohnehin nicht gerade mit Lebensversicherungsfonds auf das Krepieren verarmter Amerikaner wettet. Man sehe mir die harten Worte nach, ich bin da gerade etwas empfindlich.
    .
    Aber natürlich kann ich das gerne mal machen.

  5. Gibt es auch eine Geschichte...
    Gibt es auch eine Geschichte zu der aufmerksamen Auseinandersetzung mit Berlin („Bundeshauptslum“) ?
    Die Kontinuität der bissigen Nebenbemerkungen vermittelt gelegentlich den Eindruck einer etwas komplizierten Verbindung oder einer gescheiterten Beziehung.

  6. Nein, es ist lediglich der...
    Nein, es ist lediglich der einzig mögliche Erklärungsansatz, warum diese elenden Witzblätter nie einen Fuss auf den Boden bekamen: Es gibt in Berlin keine Gesellschaft, keine Upper Class, keine Klasse und auch keine fest gefügte Bürgerlichkeit. Gesellschaftsmagazine aus Berlin funktionieren in Berlin, aber sie verstehen nichts vom Rest. Der Rest aber hat die Deutungshoheit, und lässt sie sich von den Springer-und Ciceromietlingen sicher nicht abnehmen. Nicht der Tegernsee muss sich von denen etwas sagen lassen, die müssen dem Tegernsee die Stiefel lecken. Wenn sie das nicht tun, lässt man sie eben so verhungern, wie man ohne Zwangstransferleistungen auch gern den Rest der sog. Berliner Oberschicht darben lassen würde.

  7. niemals hat berlin verkraftet,...
    niemals hat berlin verkraftet, daß seine einstmals durchaus eleganten salons ausgeräuchert und deren protagonisten in die züge gesteckt oder nach amerika verschifft wurden. wollen wir mal die kuh im dorf lassen. erst diese selbstzerstümmelung hat u.a. den tegernsee vom touristischen flecken zum hoheitsgebiet der besseren gesellschaft erhoben. aus hanseatischer perspektive dennoch: aufsteiger und aufschneider. das lasse ich mir gerne um die ohren hauen.

  8. ..."reicher", jedoch "armer"...
    …“reicher“, jedoch „armer“ rainer — wassnu ?? — mach ma butter bei die fische.

  9. Unterstes Foto: Ferrara?...
    Unterstes Foto: Ferrara?

  10. @Don Alphonso: Danke für den...
    @Don Alphonso: Danke für den Tipp: Immer den fetten Tanten mit den bläulichen Haaren hinterher… sehr gut! Und natürlich richtig, dass man sich – will man wahre Qualität finden – sich an die wahren Experten halten sollte. Und die erkennt man zumeist an anderen Dingen als dem wichtigen Auto und dem übertriebenen Habitus und den schlechten Manieren (sofern es beispielsweise um finanzielle Dinge geht). Und herzlichen Glückwunsch zum Jubeläum (sic!) – mir zumindest haben Sie ein Jahr regelmäßiges Vergnügen bereitet.

  11. Eine Frage. Wie schafft...
    Eine Frage. Wie schafft man/frau heute erfolgreich (und schnell) den Sprung aus der Arbeiterklasse in die bessere Gesellschaft? Ich denke an „Pygmalian“ – the film with Audrey Hepburn. Hat Don Alphonso einige Tipps parat?
    Ich kenne hier in der Schweiz ein paar Briten die im Oel- und Rohstoffgeschaft diesen Sprung erfolgreich gemacht haben, doch eher nur oberflächlich – indem sie teuere Anwesen gekauft haben und teuere Autos fahren, aber die Krawatten die sie tragen sind in „the worst possible taste“, und sie stellen Butler und Kochin an, doch sie wissen nicht wie man mit Hauspersonal umzugehen ist. Any comments/advice – gibt’s sogar einige „new rich“ people auf diesem Blog?

  12. lieber Don Alphonso, sie...
    lieber Don Alphonso, sie breiten einen wunderbaren Köcher aus. Und dies bei frischgepresstem Orangensaft, Tee und einer Lektürepause auf weissem Grund. Da liegt das Rodelvergnügen am Tegernsee (?) lediglich Outdoor. Auf Brecht nach Villon such‘ ich noch ‚was ‚raus.

  13. Ich sag nur ein Wort:...
    Ich sag nur ein Wort: Königgrätz.

  14. Don, was schätzen Sie, wie...
    Don, was schätzen Sie, wie hoch der Anteil an Hochstaplern in diesem Blog ist? Der Anteil an Tiefstaplern wäre natürlich auch interessant…

  15. bob, ich halte dagegen:...
    bob, ich halte dagegen: Wagram!
    .
    muscat, ich hoffe, reichlich hoch, der Hochstapler ist ja durchaus eine amüsante Erscheinung.

  16. Interessant werter Don und ein...
    Interessant werter Don und ein wenig wie Big Brother für „Gebildete“ Jeder Blogger ist wohl exhibitionistisch veranlagt. Am besten gefiel mir der Absatz über die Begleitung, die das flirten und werben als dezent charmant ansieht. Ja das fallen gelassene Taschentuch als klare Botschaft wird heute bestimmt nicht mehr verstanden

  17. Liebe Rosinante, von diesem...
    Liebe Rosinante, von diesem Leseensemble schaut man direkt auf den Rodelberg. Das geht hier alles ineinander über.
    .
    ionn, generell besteht die bessere Gesellschaft daraus, sich die schlimmen Familiengeschichten zuzutuscheln – damals, beim Onkel Toni, haben wir bis auf 7 Häuser und 2 Fabriken und ein paar Landgüter wirklich alles verloren – und solche Geschichten muss man einfach haben. Man nennt das in der Geschichte „Herrschaftslegitimation“. Schlimmstenfalls erfinden, oder, wenn es gar nicht anders geht, ostelbische Junker heiraten. Man denke da an Wilders 1,2,3 und Graf von Droste-Schattenburg.

  18. HansMeier555:...
    HansMeier555: Siena.
    .
    Ephemeride, oh, ich habe zu danken für all die tollen gespräche, Kommentare, und die Teilnahme. Ich bin ja nur der Brandstifter. Die Brandschatzer, das sind Sie alle!

  19. Manni1000, ich bin einfach ein...
    Manni1000, ich bin einfach ein schlechterer Sohn aus besserem Hause: Hinter manchen Erwartungen zurückgeblieben, und manche Befürchtung übererfüllt. Nicht ganz arm, ein paar Immobilien, das ist alles.
    .
    beckmesser, man täuscht sich: Als man noch nicht weit reisen konnte, also im Biedermeier bis 1914, war der Tegensee einer der vornehmsten Sommerfrischenorte weltweit. We don’t need no stinkin‘ Berlin.

  20. Es wäre in jedem Fall aus...
    Es wäre in jedem Fall aus taktischer Sicht wünschenswert. Weil dann die Tiefstapler was zum Aufregen haben. Weiter so, werter Don und werte Leser!

  21. Herr Alphons, ist den z.B. ein...
    Herr Alphons, ist den z.B. ein Herr Rupert St. von der Fa. A AG in der Donaustadt bei den echten Westviertlern als Mitglied der Gesellschaft angekommen oder nur bestenfalls geduldet, weil erst in erster Generation dort ?
    Seinem öffentlichen Auftreten nach kann ich mir nicht ganz vorstellen, daß er akzeptiert ist.

  22. "Unter seinem Stand heiraten"?...
    „Unter seinem Stand heiraten“?
    Immer mehr Amerikanerinnen tun das (oder müssen das tun, um einen Ehemann überhaupt zu finden?)
    As bluewin.ch – leider auf französich.
    >>Les hommes profitent financièrement de plus en plus du mariage
    Le mariage, autrefois un moyen pour les femmes d’atteindre la sécurité financière, réussit désormais mieux financièrement aux hommes. Par rapport aux années 1970, davantage d’hommes sont aujourd’hui mariés avec des épouses qui gagnent plus qu’eux et ont plus d’instruction.
    „Au cours des récentes décennies, les gains économiques associés au mariage sont plus grands pour les hommes que pour les femmes“, affirme une étude du Pew Research Center américain.
    En 2007, environ 22% des Américains ont épousé une femme qui gagne plus qu’eux contre 4% en 1970. Si l’on examine la progression des revenus américains entre 1970 et 2007, les hommes mariés, les femmes mariées, les femmes célibataires ont vu leurs revenus grimper de 60%. Pour les hommes célibataires, cette progression n’a été que de 16%.
    L’amélioration des revenus des femmes s’explique par le fait que parmi les adultes en âge d’être mariés (30-44 ans), les femmes diplômées sont plus nombreuses que les hommes, pour la première fois dans l’histoire américaine. << Ich kenne eine Anwältin die mit einem Zimmerman verheiratet ist.

  23. Lieber Don Alphonso!
    Lese Ihre...

    Lieber Don Alphonso!
    Lese Ihre Geschichte regelmäßig mit höchstem Genuß. Ja, sie regen zum Nachdenken an und man beginnt sich auch selbst in Frage zu stellen! Bitte machen Sie so weiter. Da ich doch etliche Kilometer die Donau weiter lebe und es unsere bessere Gesellschaft noch genauso gibt, wie damals, als der Franzl die Sissi holte, das Bürgertum sich oftmals in Plattitüden ergibt, die teilweise unerträglich sind und sich das gebildetere Proletariat den schönen Dingen des Lebens leider viel zu oft aus ideologischen Überlegungen verschließt, ist Ihre Kollumne für mich ein wahrer Lichtblick!
    Etwas mehr von Ihrem Liberalismus, gepaart mit einer Spur Selbstbewußtsein würde auch der Politik gut tun. Haben Sie keine Lust zu kandidieren?

  24. Das dritte Foto fordert die...
    Das dritte Foto fordert die Frage ja förmlich heraus: Wie geht es eigentlich dem Sunbeam?

  25. Hallo Don,
    durch welchen...

    Hallo Don,
    durch welchen Leserbeitrag fühlten Sie sich aus welchem Grund zu welchem Thema besonders bereichert, sodass Sie möglicherweise sogar Ihre Ausgangsthese angepasst oder verworfen haben?
    Beste Grüsse

  26. Das "House-Husband" Phänomen...
    Das „House-Husband“ Phänomen kommt mir im Sinne. Es kommen immer mehr
    Amerikanerinnen (als CEOs, top executives) in die Schweiz, die bei Caterpillar, Proctor & Gamble, US-Banken usw arbeiten. Natürlich kommen die Ehemänner mit – doch die bekommen (automatisch) keine Arbeitsbewilligung, bleiben zuhause, kümmern sich um die Kinder, engagieren sich freiwillig für Sport an den Schulen. Interessant – diese House-Husbands heissen meistens „Greg“ – man trifft sie gelegentlich am Bridge-Tisch nachmittags. AmerikanerInnen spielen gern Bridge (Warren Buffet auch). Tipp – Bridge spielen können ist ein „fast track“ into „die bessere Gesellschaft“ in der Schweiz.

  27. Berlin hat kein Westviertel,...
    Berlin hat kein Westviertel, und darin liegt sein Elend.
    .
    Punker und Pankower hätten darin einen Vorzug gesehen.
    Aber nein: Die klassenlose, egalitäre Gesellschaft – das ist einfach keine Gesellschaft, sondern nur eine stinkende, zähflüssige Masse, die durch die Abfernsehkanäle davongespült wird..
    .
    „Gesellschaft“ und Oberschicht wären Synonyme: ohne Patrizier keine Republik.
    .
    Feudalismus oder Barbarei — meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Ossis: es bleibt dabei.

  28. Woher kommen die manchmal...
    Woher kommen die manchmal schrulligen (Kissen, Gestaltung der Vorhänge, abgespreizte Finger, Rituale, Hierarchien, Fassadismus) und manchmal erschreckenden (na waswohl, die Begeisterung für den Schnurrbart) Gemeinsamkeiten zwischen traditionsreicher Oberschicht und Kleinbürgertum, die schon Proust aufmerksam beobachtete aber meiner Erinnerung nach nicht aufklärte? Ist das Imitation durch Klatschrevuen, evt. sogar ein Nachhall der jahrhuntertelang beneideten verblichenen Aristokratie? Oder bringt jedes gut abgegrenzte Sozialbiotop irgendwann ähnliche Muster hervor?

  29. Werter Don,
    der Tip mit den...

    Werter Don,
    der Tip mit den alten Damen ist gut, in Karlsruhe landet man damit automatisch im Cafe Brenner – ich war dort immer mit meiner blauhaarigen Oma, grandios! Es riecht ein bißchen nach Rheumacreme, aber die Torten sind einfach Weltklasse.
    Gruß aus dem Norden,
    Moritz

  30. Wehrter Don,
    sehr Amüsant Ihr...

    Wehrter Don,
    sehr Amüsant Ihr Artikel, ich hoffe Sie haben noch ein paar
    Zeilen.
    Darf ich auch noch Fragen nachreichen?
    Herzlichst P.

  31. liebe fionn 10::25
    in...

    liebe fionn 10::25
    in Deutschland ist es ein männliches Problem; speziell für die Ü 40. Die Altersgruppe Ü20 ist von Berlin bis Wladiwostok davon betroffen.
    viele Grüße

  32. Ein Blick in die...
    Ein Blick in die Zukunft.
    http://www.tagesanzeiger.ch/

  33. don, anstelle des...
    don, anstelle des nichtssagenden – allenthalben selbstherrlichen – saeulenkapitells, das diese seite schmueckt, haette ich mir einen ausschnitt des grosz-bildes gewuenscht. – es haette das verfassen anfaenglicher, vom adressaten unveroeffentlichter, kommentare erspart.
    eine frage bei der gelegenheit: wieviele der hier kommentierenden sind dem echten herrn meyer persoenlich bekannt, rekrutieren sich aus familie und freundeskreis?
    und besonders interessant: unter welchen pseudonym schreiben mutter und schwestern?

  34. Niggemeier ist 'falsch...
    Niggemeier ist ‚falsch gebildete Unterschicht‘, oder wird bei ihm eine Ausnahme gemacht, oder steht er als Journalist sowieso außerhalb solcher Begriffsbildungen.
    Berlin mag zwar arm sein, voller Alkoholiker, Nazis, Irren und Sozialversagern, Transferleistungsempfängern, Drogendealer, Abgehängten und Legasthenikern, trotzdem ist das Leben hier lebenswerter als in den armseligen Städten des Westens.
    Und zum Glück ist es groß genug, um den potentiellen Westviertlern aus dem Wege zu gehen.

  35. Guten Tag Don Alphonso,
    meinen...

    Guten Tag Don Alphonso,
    meinen Sie wirklich Anlage K oder nicht doch Anlage KAP? Ach ja, und zum obersten Bild: Ein Buch, das ich schätze, würde ich so nicht ablegen. Wenn ich es sehr schätze, packe ich es auch in eine lederne Buchhülle, es sei denn, es ist bereits so gebunden. Die Tischdecke ist praktisch und gefällig, oder – wie man heute sagt – der Rest im Bild ist gut aufgestellt.
    Viele Grüße K

  36. Zum Thema Berliner...
    Zum Thema Berliner Gesellschaft:
    Anlässlich einer Veranstaltung einer Münchner Gesellschaft zwischen Bildung und Politik war ein Berliner Professor für einen Vortrag geladen. Er konnte es schlichtweg nicht fassen, dass an einem Donnerstag abend knapp 300 Münchner in einen der schöneren Säle der Stadt gekommen waren, um ihn und einen Kollegen zu hören. Für derartige Veranstaltungen (und Themen) gibt es in Berlin keinerlei Publikum, sie finden einfach nicht statt.

  37. @Waldeslust
    Auf Niggemeier ist...

    @Waldeslust
    Auf Niggemeier ist der Absatz gemünzt.
    (Viel Feindt, viel Ehr!)
    .
    Mir gefiel es in Berlin ja auch ganz gut, aber diese Debatte langweilt allmählich.

  38. Moritz, so etwas gibt es auch...
    Moritz, so etwas gibt es auch in der Stadt mit Deutschlands meistgeküsster Frau: http://www.cronundlanz.de/
    Im hiesigen Ostviertel (!) befindet sich übrigens eine kleine Dependance.

  39. Fionn 12:41
    danke für den...

    Fionn 12:41
    danke für den Link; das ist die Lösung!
    mfg

  40. "Der Titel ist einem...
    „Der Titel ist einem Theaterstück von Ibsen und einem Gemälde von Grosz entlehnt. Ich benutze den Begriff bestenfalls ironisch.“ Das tat, der ihn zuerst prägte, Paulus, übrigens auch.

  41. @Don: also ein bißchen ist da...
    @Don: also ein bißchen ist da schon ein „Berlin-Komplex“ bei Ihnen. Also, wenn man halt nur 2 Jahre auf den Jugendbolzplätzen (Mitte, Prenzlberg, Pankow, Wedding, Moabit usw.) zubringt, wird man die Westviertler in der 4. Generation in Westend, Zehlendorf, Nikolassee halt kaum kennenlernen.
    @abf: also ich kenne hier niemanden persönlich.

  42. Ich finde es etwas eigenartig,...
    Ich finde es etwas eigenartig, wenn über Berlin fabuliert wird, dass B keine „Westviertel“ habe. Und auch sonst nur aus lebensuntüchtigen Subjekten besteht.
    Es gibt einige Tausend Millionäre in der Stadt, und auch, so habe ich gelesen, eine Milliardärin.
    Eine Berliner Familie (Pietsch) steht kurz davor, der Stadt eine hochrangige Sammlung moderner Kunst zu schenken, was als Ausdruck von bürgerlichem Mäzenatentum verstanden werden kann.
    In besseren Kreisen Zehlendorfs, oder der Berliner Vorstadt in P (wo Joop und Jauch leben), haben wir alle, die wir hier kommentieren, keinen Zutritt, einfach, weil wir eine Nummer zu klein und unbedeutend für jene „Gesellschaft“ sind.
    Also bleiben Sie bitte hier auf dem Teppich. Ihnen gehen manchmal die Gäule durch, was Berlin anbetrifft.

  43. @ Kalchas
    ich glaube, der gute...

    @ Kalchas
    ich glaube, der gute Don Alphonso hat sich verplappert – oder verheimlicht er uns gar etwas?

  44. donna laura, kalchas, nun ist...
    donna laura, kalchas, nun ist es heraus. Wie die Kleinen wohl heißen? Paul und Marie, vermute ich.

  45. Joop und Jauch...
    ... sagen...

    Joop und Jauch…
    … sagen wir mal so: Wen würden Sie denn eher zu sich nach Hause einladen, einen Hohenzollern oder einen Wittelsbacher? Na also.

  46. minna @...
    minna @ 13.03h
    http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Das-Alphorn-war-der-Schluessel-zum-A380/story/19414882?dossier_id=467
    Ich habe auch eine Schwäche für Männer, die Klavier spielen.

  47. Eigentlich ist es sinnlos,...
    Eigentlich ist es sinnlos, andererseits auch Pflicht, gegen die Berlinphobie von Don et al. anzuschreiben. Sinnlos, weil es zum Spiel gehört, Pflicht, weil es auch zum Spiel gehört. Ebenso Pflicht ist es folgendes festzustellen: Was schert es die stolze Eiche, wenn sich der Eber an ihr reibt. Wer allerdings glaubt, Berlin habe kein Westviertel, der muss wohl auf Kaffeefahrt mit einem Heizdeckenverkäufer in Berlin gewesen sein. Das Berliner „Westviertel ist so groß, dass sie dort nicht nur die dumme kleine Stadt an der Donau, sondern auch ihre große Schwester an der Isar verstecken können. Früher galt der Hinweis, sich beim Weltuntergang nach mecklenburg zurückziehen zu sollen,weil dort alles hundert Jahre später passiert. Heute empfiehlt sich aus gleichem Grund auch noch ein Umzug an den Tegernsee.
    @HansMeier555
    Bedauere, mit einer Blanko-Einladung an einen beliebigen Wittelsbacher kann man sich aber auch den Abend versauen, wenn man der Knallpresse glauben darf (darf man natürlich nicht). Das Traurige am Hochadel ist, dass er immer stärker verkommt. Überall treiben sich inzwischen adoptierte Knallchargen rum, die selbst einem in der Wolle gefärbten Monarchisten die Republik als Rettung erscheinen lassen. Der Lauf der Geschichte ist ohne den charakterlichen Niedergang des Adels nicht zu erklären. Auch die Wittelsbacher haben den bayrischen Wagen vor die Wand gefahren.

  48. @ Don
    Wagram? Das war der...

    @ Don
    Wagram? Das war der Anfang vom Ende! Man kann sich eben auch zu Tode siegen.

  49. Hans Meier555
    @ 14.44h

    Ich...
    Hans Meier555
    @ 14.44h
    Ich muss Wittelsbacher ergooglen.
    Wissen Sie, HansMeier555 (cc: Don Alphonso), dass heute die ganze Welt sich für Deutschland und die Deutschen interessiert. Im Ausland will man unbedingt wissen, wieso kommt es vor, dass mit nur 82,3M Einwohnern (so steht’s im CIA Factbook online) Deutschland während fast 5 Jahren Exportweltmeister war*. Ich bitte um eine Erklärung – im voraus besten Dank.
    * ¨Seit dem 4.Q 2009 ist China nun die Nr 1.

  50. @Hansmeier: nach Hause...
    @Hansmeier: nach Hause einladen? Muß das denn sein? Es gibt doch Wirtschaften.

  51. @ HansMeier555
    Habe...

    @ HansMeier555
    Habe Wittelsbacher ergoogelt und folgendes herausgefunden:
    >>Franz von Bayern ist ein Nachfahre der Stuarts. Er wird deshalb von den Jakobiten seit dem Tod seines Vaters Albrecht als Inhaber des britischen Thrones angesehen und von ihnen als «Francis II., König von England, Schottland, Irland und Frankreich» bezeichnet. Er hat diesen Titel jedoch niemals öffentlich beansprucht.<< That's fantastic - meine Mutter ist gebürtige Schottin - ich fühle mich schon jetzt mit den Bayern eng verbunden :-))

  52. Liebe Freunde des deutschen...
    Liebe Freunde des deutschen Hauptstadtirrtums, in dieser Zeitung kann man gerade lesen:
    .
    „Den Besuchern der „Mercedes-Benz Fashion Week“ wird einiges geboten: Sogar Alek Wek, eines der bekanntesten Models der Welt, kommt nach Berlin.“
    .
    Das muss man sich mal vorstellen. Sogar (!) ein Kleiderpüppchen kommt zu einer Modewoche in diese Stadt! Sen-sat-ion! Eine Stadt, die mit sowas angeben musss, ist die arme Sau unter den Städten. Altötting könnte nicht vierhartingerischer sein.

  53. Über die Hochstapler in...
    Über die Hochstapler in diesem Kreis macht sich natürlich ein jeder so seine Gedanken. (Deshalb habe ich bei einem der vorletzten Blogs auch nicht mitgeteilt, dass ich einmal an dem Fenster gestanden habe, von dem aus Grey 1914 in den Untergang der alten Welt geblinzelt hatte. – Der Ausblick lohnt sich noch immer nicht. – Es ging, wenn ich erinnere, um das Motto vor dem Blog.)
    Oder über die Viel- und Langschreiber. (Haben die den langen Tag nichts anderes…? usw.)
    Aber beides gehört wohl zur Blog-Subkultur. Die, glaubich, erst neuerdings in die F.A.Z. eingeführt worden ist. Ein Wagnis ohne Zweifel, aber doch sicher ein ganz interessahntes, und wahrscheinlich ohnehin unabwendbar.

  54. abf, haben Sie einen Hinweis...
    abf, haben Sie einen Hinweis für den Verdacht? Firmiert die Mutter des Hausherr unter „elbsegler“? Nennt sich die Schwester „HansMeier555“? Das wäre ja ein Ding! Aber recht glauben mag ichs nicht…

  55. Okay,
    der Befund ist...

    Okay,
    der Befund ist klar,
    aber was kann man da machen?
    Mein Vorschlag wären Zwangsumsiedlungen wie unter Stalin: Die bayerischen Westviertel werden in der Limousine nach Charlottenburg kutschiert, die Berliner Erwerbslosen dagegen kolonnenweise auf dem Autobahn-Seitenstreifen mit der Lederpeitsche nach Süddeutschland getrieben, um die dortige Industrie noch produktiver zu machen.
    Am Ende haben wir die im GG vorgeschriebene „Gleichheit der Lebensbedingungen im Bundesgebiet“.

  56. B.A.H., was heisst schon...
    B.A.H., was heisst schon Subkultur… es ist doch so: Solange man miteinander redet, ist alles fein. Ob einem jeder Beitrag eines Kommentators gefallen muss, ist eine andere Frage, aber vermeidlich ist es durchaus: Die meisten Blogs durch alle Profimedien bekommen den Diskurs, den alle so dringend wollen, absolut nicht hin. Vermutlich, weil die Leute einfach nicht plaudern können.
    .
    fionn et al, eindeutig Wittelsbacher! Einfach gemütlicher, und ausserdem mit den angenehmeren Exzentrikern während der letzten 350 Jahre.

  57. "Mercedes Benz Fashion Week" -...
    „Mercedes Benz Fashion Week“ – eine von vielen Veranstaltungen, die keinen Berliner berühren, ganz gleich ob Frau Wek kommt oder nicht. Der enthusiasmierte Satz stammt ja wohl von diesen hippen Redakteuren, die solche Artikelchen schreiben. München ist natürlich ein anderes Kaliber: „Freiheitsstrafe für Ex-Kassier der Bauernbühne“ titelt der „Münchner Merkur“. Was für eine Stadt!

  58. HansMeier555, mein Vorschlag...
    HansMeier555, mein Vorschlag besteht in der Reichsteilung, dann können die dort machen, worauf sie Lust haben. Von mir auch eine eigene Form der besseren Gesellschaft gründen.
    .
    elbsegler, nun, zuerst bmal war es das Ende der Österreicher, was ich als Bayer nicht gerade bedaure.

  59. donna laura, ich verheimliche...
    donna laura, ich verheimliche hier Unmengen, aber Kinder sind ganz sicher nicht darunter.
    .
    sterne, man kann es eigentlich gar nicht ernst nehmen.

  60. @sterne
    Ich die Mutter des...

    @sterne
    Ich die Mutter des Hausherrn? das wüßten Sie wohl gerne. Ich bin jedenfalls die Mutter der Porzellankiste. Also Vorsicht!

  61. elbsegler, das ist auch gar...
    elbsegler, das ist auch gar nicht zu bestreiten, ja es stimmt sogar: So ist das mit den Städten im Westen. Klein, effiktiv reich, einfach gestrickt und manchmal etwas dumm. Na und? Gross und arm ist auch nicht besser, bei derartig beschränkten Bewohnern, wie Berlin sie hat. Aber generell geht es ja genau um die Frage: Dass man Berliner Entwürfe nicht der Republik des Westens überstreifen kann.
    .
    Tortenfreak, vielen Dank für den Tipp!

  62. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Pygmalion,
    .
    grundsätzlich gebe ich Ihnen als Bewohner des Berliner Westends ja völlig Recht, Berlin entwickelt durchaus Ansätze, wieder eine „Gesellschaft“, wie es sie vor 1933 und vor 1961 gegeben hat, wieder zu erlangen, nur halte ich Jauch und Joop für die denkbar schlechtesten Beispiele…
    Dann doch lieber Siedler, Berggruen und die von Ihnen ja angesprochenen, durchaus hochkarätigen Sammler.
    Leider erkennen das die wenigsten Kommentatoren, teils aus Bräsigkeit, was ihre eigene Umgebung angeht, teils, weil sie schlechterdings nicht dazugehören.
    Und Berlin macht es ihnen ja auch leicht.
    Eine Stadt, deren scheinbare Gesellschaft aus einer ehemaligen Stewardess, einem Friseur und einem nicht eben durch intellektuelle Brillianz hervorstechenden Bürgermeister geprägt wird, die häufig wie die zu grell geschminkte Maitresse eines durchgebrannten Hochstaplers wirkt, obwohl sie in Wirklichkeit ganz anders ist, und die durch zwei verheerende Kriege, die Nazizeit und die Insellage vor der Wende geschunden wurde, hat es natürlich schwer, gegen die jahrzehntelang gewachsene Saturiertheit westdeutscher Mittelstädte und ihrer Protagonisten anzuarbeiten.
    Doch nichtsdestotrotz:
    Berlin ist die einzige Großstadt der Bundesrepublik, die bedeutendste und lebendige Stadt des Landes und das tut natürlich vielen weh.
    Ist halt so, können wir Bewohner dieser Stadt gut mit leben.
    Und das Berlin-Bashing wächst sich irgendwann auch aus.
    .
    Beste Grüße aus Charlottenburg, hs.

  63. @D.A.
    Ja, der Korse hatte noch...

    @D.A.
    Ja, der Korse hatte noch einmal gewonnen. Aber um einen hohen Preis.
    Was haben Sie gegen die Österreicher? Immer noch böse, dass sie sich 1816 Salzburg zurückgeholt haben? Nachdem sie sich 1369 im Frieden von Schärding schon Tirol genommen hatten.

  64. @Don
    Bayern, die keine...

    @Don
    Bayern, die keine Großstädte kennen, sondern nur großgewordene Dörfer, können mit Städten wie Hamburg oder Berlin naturgemäß nichts anfangen. Das führt unweigerlich zu Mißverständnissen, die wieder zu kurzweiligen Gesprächen führen. So hat alles sein Gutes.

  65. elbsegler, das mag ja alles...
    elbsegler, das mag ja alles sein: Aber das Kernproblem ist dann doch, dass der Versuch, aus den grossen Städten heraus den kleinen Orten mit dem Vermögen sagen zu wollen, wie die bessere Gesellschaft aussehen sollte, nicht laufen kann. Das istg ja auch der Grund, warum dieses Blog hier funktioniert und das Zeug von The European (http://www.theeuropean.de/kolumne/wwwedekind) ein abstossendes Namedropping mit der Tiefe einer Bierpfütze on Mitzelhain ist. Hätte diese Frau da recht, dann gäbe es hier nichts, keine Leser, keine Debatte, keinen Diskurs, dann würden hier alle rund um um den Guttenberg schleimen.
    .
    Und gegen Österreicher habe ich gar nichts. Die haben ihr Land auf dem Balkan und versucher nicht, so zu tun, als wären sie in einem Land mit mir.

  66. Don, gern geschehen.
    .
    Für...

    Don, gern geschehen.
    .
    Für einen Norddeutschen ist das C&L allerdings schon lange kein Geheimtipp.
    .
    Was das Ostviertel anbelangt, ist es wahrscheinlich nicht mit süddeutschen Westvierteln vergleichbar, auch wenn immer wieder behauptet wird, hier wohne die bessere Gesellschaft: http://de.wikipedia.org/wiki/Oststadt_%28G%C3%B6ttingen%29 Der Zustand der Straßen, um nur mal auf einem kleinen Detail herumzureiten, dürfte selbst in den Slums süddeutscher Metropolen besser sein.

  67. @Don: ja, das mit dem...
    @Don: ja, das mit dem Plaudern, das stimmt. Das zieht eine gewisse Sorte Leute an. Wobei ich sagen muß, ich lese hier bei der FAZ fast nur Ihren und Frau Dieners Blog, weil das eben gute Unterhaltung ist, so wie desd im Usenet zeitenweise gute Unterhaltung sein kann.
    @hugoservatius: so isses. Aber es muß mit dieser Stadt auch mal wieder aufwärts gehen. So gaaanz allmählich kommt sie sachte aus dem Knick.

  68. @D.A.
    Ich habe den umgekehrten...

    @D.A.
    Ich habe den umgekehrten Eindruck. Das Land möchte der Stadt erkläre, was bzw. wer die „bessere Gesellschaft“ ist. Die bessere Gesellschaft ist ein genauso untauglicher Begriff wie „schönes Wetter“. Jeder glaubt zu wissen, was gemeint ist – damit endet die Gemeinsamkeit dann aber auch schon. und damit beginnt die Diskussion. Der Wortsalat von Frau Wedekind führt bei mir bereits beim Lesen der Eingangszeile zu Unwohlsein und Aufstoßen. „Vornehm und edel gehht es zu an der …“ Ganz gleich was da jetzt noch kommt, ober Spree, Isar, Donau oder Gosse. Es kann nur gequirlter Unfug sein. Hätte man sich aber schon beim Lesen der Autorenzeile denken können. Nehmen Sie mir deshalb bitte nicht übel, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen darauf verzichte, den weiteren Text der Dame optisch zu mir zu nehmen. B.W. ist so ein Zuzug, gegen den sich keine Stadt wehren kann. Noch nicht einmal Berlin.

  69. Lieber Don,
    Gerade wer Ihnen...

    Lieber Don,
    Gerade wer Ihnen zustimmt, wird es befremdlich finden,, daß Sie Ihre Berlinkritik so schrill formulieren müssen — so, als ob man dieses Cicero-Berlin nicht einfach auch ignorieren könnte.
    Ich glaube, Sie könnten Ihre kulturellen Hegemonialansprüche viel wirksamer untermauern, indem Sie Berlin immer so ein bißchen Lob und und Anerkennung zollen:
    „Eine spannende Stadt, so frisch, und viele renovierte Hausfassaden, nicht wiederzuerkennen, wirkt irgendwie doch gemütlicher als Passau… schade, daß ich nicht öfter vorbeischauen kann…“
    Das genügt vollkommen. Es weiß eh jeder bescheid.

  70. @Werter Don,
    auch von mir die...

    @Werter Don,
    auch von mir die herzlichsten Glückwünsche zum Jubiläum und allezeit ein paar gute Textideen im Hinterkopf. Nicht auszudenken, wenn die Ihnen ausgängen. Ich bitte also bescheidenst um (mindestens!) ein weiteres Jahr gehobener Unterhaltung.
    @Abf
    Ob ich hier jemanden persönlich kenne, weiß ich nicht. Den Don sicher nicht. Aber man weiß ja nie, Die Welt ist klein.
    @Berlindebatte
    Der Horizont des Berliners ist längst nicht so groß wie seine Stadt. ( Kurt Tucholsky).

  71. @Don: völlig untergegangen...
    @Don: völlig untergegangen ist bisher das Auf und Ab Ihrer Familiengeschichte, in das Sie oben einen Kurzüberblick gaben. Dabei ist das ganz interessant, weil man erst rückblickend die Katastrophen und Glücksfälle sieht. –
    In meiner Familie kam mal fast eine ganze Generation beim Holzrücken und Holzflößen vorzeitig zu Tode, manche wurden auch von umgestürzten Heuwagen erschlagen. Ich denke, solche Verkehrsunfälle waren früher um einiges häufiger als heute, aber heute wird viel mehr Geschrei drum gemacht. –
    @Hansmeier:
    a) Bayern nach Charlottenburg: nach langem Überlegen denke ich, man könnte sie in die leerstehenden Erdgeschosse lassen, denn als Portiersche wären sie zu gebrauchen, sie sind ja kräftig und können Schneeschippen.
    b) „gemütlicher als Passau“: sowas versteht keiner, denn Berlin kann man nicht ironisieren, weil jede Ironie an irgendeiner Ecke eben nicht Ironie, sondern blanke Realität ist.

  72. Lieber Don Alphonso, wenn es...
    Lieber Don Alphonso, wenn es Sie einmal nach Düsseldorf verschlägt, müssen Sie unbedingt die Torten und Trüffel von Heinz-Richard Heinemann probieren! Köstlich und meines Erachtens von nichts und niemandem zu überbieten! LG

  73. fionn 15:55

    touche
    fionn...

    fionn 15:55
    touche
    fionn 16:21 Versuch einer Antwort:
    Deutschland ist aus Gewohnheit „exportweltmeister“. Früher waren es Könige, Prinzen, Prinzessinnen für alle, heute eben Industrieerzeugnisse – M
    arktanpassung. Die deutsche
    Industrie legt großen Wert darauf ebenso nur für die globalen oberen 10% zu produzieren. Nur für das deutsche Kulturwesen gilt der Vers von den zwei Ameisen,die nach Amerika….

  74. Ich kenne eine Anwältin die...
    Ich kenne eine Anwältin die mit einem Zimmerman verheiratet ist.
    .
    fionn, einer muss das geld verdienen.

  75. @colorcraze
    Sorry, das war ein...

    @colorcraze
    Sorry, das war ein Verschreiber. „Nicht so gemütlich wie Passau“ hätte es heißen sollen. Obwohl auch Berlin, wie Sie richtig andeuten, an manchen Stellen urst gemütlich ist.

  76. Werter Don,
    .
    auch von mir...

    Werter Don,
    .
    auch von mir Glückwünsche zum Jubiläum und ein „weiter so“. Sie haben mich mit den Beiträgen oft bestens unterhalten – vielen Dank.
    .
    Lieber muscat ( 20. Januar 2010, 09:57 ) das habe ich mich auch schon oft gefragt, vor allem, wenn mit Fremdworten um sich geworfen wird, man aber der deutschen Grammatik nicht mächtig ist oder die Groß- und Kleinschreibung nicht beherrscht ( nichts gegen gelegentliche Tippfehler, die jedem passieren ) – hier sinkt nun mal die Überzeugungskraft des Dargebotenen gewaltig. Es ergeht mir so ähnlich, wie wenn jemand mir etwas zwar Richtiges und Nützliches in grober, unhöflicher Art mitteilt. Und auch die langen politischen Tiraden, fast immer am Thema vorbei, nerven gewaltig. Geht es Ihnen auch so? Aber dafür kann der Don ja wohl nichts.
    .
    Gruß Hanskarl

  77. @ Don Alphonso
    ich darf ihnen...

    @ Don Alphonso
    ich darf ihnen noch zu ihrem jubiläum von ganzem herzen gratulieren und für viele heitere stunden danken, und hoffen, dass davon noch ganz viele kommen mögen!
    .
    zu ihrem namen – da sie sich selbst als libertin bezeichneten, hätte ich auf sittliche libertinage und auf deren prominentesten vertreter getippt (man betrachte nur den umstand, dass sie recht genau die hälfte seines vornamens angenommmen haben).
    in diesem falle müsste ich abf zurufen – doch, hier wäre verwandschaft, aber vor allem im geiste stattgehabte und daher arg verzweigte (denn sie, lieber don, tragen ja einen selbstgewählten namen, im gegensatz zu meiner wenigkeit, bei der nur die anrede danebengestapelt ist).
    aber man schließt, aus lauter sympathie, ja doch häufiger als genehm von sich auf den anderen. dennoch bleibt ihre begründung für ihre namensannahme die denkbar ehrenwerteste.
    .
    zu den süssen geheimnissen: pater semper incertus est. den satz kann man – mit einigem gegen die lateinischen sprache gerichteten bösen willen – auch umdrehen.
    .
    zur berlindebatte: wäre es nicht sinnvoll, die kriminalität in den griff zubekommen? die hat sich zum negativen verändert. die kriminalität in den u-bahnen liege in berlin 33 mal und in münchen acht mal höher als heutzutage in der new yorks, vor der sich noch immer manche gruseln. ich hörte von einem ingenieur, der – vor allem, aber nicht nur – für südafrika volvos mit auf tastendruck auslösbaren, seitlich angebrachten flammenwerfern entworfen haben soll. wenn ich in berlin bin, bevorzuge ich mittlerweile den wagen oder das fahrrad, letzteres aber aus stabilitätsgründen ohne flammenwerfer. aber dankeschön auch für das lahmlegen wichtiger verkehrslinien in einer sehr weitläufigen stadt. wenn das so weitergeht, bleiben die berliner unter sich, da gibt es dann keinen neid auf die zweifellos zuweilen anregende kultur mehr.
    .
    berlin zum zweiten: wer ist joop? wer ist jauch?
    .
    ich nehme an, es gilt den klassenkampf von oben zu erweitern – gegen die parvenüs der kommerz- und medien“elite“ – die findet sich aber auch in anderen städten.

  78. ...im Wettbewerb um gute und...
    …im Wettbewerb um gute und schöne Torten darf natürlich die Viktoria-Torte aus Eberbach am Neckar nicht fehlen..
    .
    und wer nicht dort hin kommt, was sich jederzeit lohnt, kann sich ein Päckchen nach Hause schicken lassen..
    .
    die Namen der Kreationen…“Liselotte von der Churpfalz, Champagner-Trüffel, Wiener Sacher und Königin Silvia“ verraten, dass sie nicht nur für die Stützen der Gesellschaft, sondern eigentlich für die höchste Schicht der Gesellschaft gut sind..
    .
    http://www.cafe-viktoria.de/

  79. p.s. mir ist aufgefallen, dass...
    p.s. mir ist aufgefallen, dass viele Leute, die es zu etwas gebracht haben, sich öffentlich der Legastenie bezichtigen. Will sagen: ich bin so reich, ich brauche noch nichtmal mehr richtig schreiben und lesen zu können.

  80. Don Alphonso, zu "Brecht nach...
    Don Alphonso, zu „Brecht nach Villon“ muss ich leider forfait erklären. Ich schätze, dass das Gedicht aus dem Frühwerk stammt („Trommeln“, „Dickicht“, „Baal“), und solch expressionistischen Keulen lassen sich nur schwer wiederfinden. Aber ich habe etwas zum heutigen Thema „Berlin“ gefunden und würde mich freuen, wenn HansMeier555 18:54 an Sarah Kirsch etwas Freude hätte:
    Enttarnt
    Eine Pflaume fällt
    Welch ein Getöse
    Wo der Himmel
    Zickzack in die
    Berge hängt da
    Wohnt er ist aber
    Niemand zuhause.

  81. Rosinante, bedaure, es ist in...
    Rosinante, bedaure, es ist in der Dreigroschenoper, und es wird von Mackie messer gesungen, als Ballade, in der er seine Feinde um Verzeihung bittet. Es taucht auch nochmal in der Nachkriegszeit mit Bezug zu den Nazis auf, aber Frühwerk – ist es nicht. So richtig zum Villonplünderer wurde Brecht erst in Berlin.
    .
    JoeKotsch, klingt sehr, sehr fein.

  82. um komplett im bild (torte,...
    um komplett im bild (torte, kirsch) zu bleiben: man steckt mitten in der sahneschicht, darf von schräg unten herzhaft zubeissen und an der kirsche auf der torte knabbern – und nicht nur wie buffetjournalisten sehnsüchtig daraufschauen.

  83. Vielen dank, donna laura,...
    Vielen dank, donna laura, allein, was zählt, ist doch letztlich nicht der Name, sondern das Programm. Und nachdem ich die pikanten Fragen ausgelassen habe, werde ich demnächst ein paar freimütige Texte schreiben, vielleicht findet sich auch jemand, die mir hilft, das im bekannten Stile des Vicomte de Valmont zu tun (allerdngs ohne bezahlung, so reich bin ich dann auch nicht, ausserdem ist das unsportlich).
    .
    Hanskarl, vielen dank, ich werde mich auch weiter bemühen. Ansonsten – ich mache mir nicht so viele Gedanken um die Details der Kommentare, zumal auch ich im Plaudern sehr viel flüchtiger bin.

  84. <p>Nun, donna laura, diesmal...
    Nun, donna laura, diesmal war es nur Topfenstrudel mit Streusseln – aber die Umgebung macht den Unterschied!
    .

    .
    auch-einer, andere Menschen verklagen ist auch nicht mehr das, was es noch im französischen Absolutismus oder im Schwellenland USA war.

  85. Don Alphonso, thanks, man...
    Don Alphonso, thanks, man lernt nie aus.

  86. ebs, ha! da war ich schon mal...
    ebs, ha! da war ich schon mal vor einer Lesung, um mich dann aufs Hotelzimmer zu verabschieden und das Lampenfieber zusammen mit einer anderen Lesenden damit zu ersticken.
    .
    colorcraze, so arg übel waren die Tode meistens nicht, aber es gab natürlich auch noch anderes. Erstaunlicherweise hat sich der Clan aber nach jeder katastrophe erholt – oder aber die Ereignisse wurden erst nachträglich schlimm geredet, um sich selbst eine Leistung zuzuschreiben. Nur die Sache mit dem heruntergeschossenen und nie bezahlten Kamin der Nachbarn, die stimmt und hatte auch keine Folgen.

  87. Auch von mir den herzlichsten...
    Auch von mir den herzlichsten Glückwunsch zum Jubiläum! Weiter so !
    Der link geht nicht.

  88. Rosonante, gern geschehen....
    Rosonante, gern geschehen. (Brecht ist mein Leib, Magen Und Hausdichter, nur den Hof lasse ich mir lieber von Baudelaire bestellen)
    .
    windsbraut, danke, soweit ich das verstanden habe, würde mich die FAZ lieber in den Serverkeller sperren, als mich gehen zu lassen. Bevor ich also im Gallusviertel angekettet werde, belasse ich es bei freiwilliger Leistung, solange halt jemand mitlesen will.

  89. Don Alphonso, Ihre...
    Don Alphonso, Ihre Brecht-Affinität erstaunt mich nicht und freut mich. Und ein klein wenig schäme ich mich auch, dass ich die obigen Zeilen so falsch platzierte (wobei die „Dreigroschenoper“ war etwa 1928 und die frühen Dramen ab 1919), aber im Nachkriegswerk gibt es viel gestanzte Pädagogik. Finden Sie nicht?

  90. Nun, Rosinante, "mein" Brecht...
    Nun, Rosinante, „mein“ Brecht ist der des Stückes mahagonny, besser ist er nie geworden, und es ist schade, dass es so im Schatten steht: Gleichermassen bukolisch und gnadenlos. Es hat ihm meines Erachtens nicht gut getan, am Ende auf Seiten solcher Gewinner zu stehen – aber das war wohl die beste aller möglichen Welten.
    .
    HansMeier555, ich versuche das mal: Eine spannendere Stadt als Tübingen, mit hübschen Fassaden, wenn sie nicht älter als eine Woche getüncht wurden, mit gesprächigen und offenherzigen Bewohnern, die einen für einen Euro unterhalten, wenn sie asoziale Punks sind, und für Millionen, wenn sie asoziale Apparatschiks sind, mit vielen Möglichkeiten, denn man hat die ganzen Westen, um wegzuziehen, und im Springerhochhaus haben sie im Club sogar fast echte webteppiche ausgelegt, alles in allem eine famose Sache, dieses Berlin, wenn man gerade keine Wohnung in Demling oder Böhmfeld oder Grafentraubach bekommt.

  91. elbsegler, ich sehe das...
    elbsegler, ich sehe das anders: Wollte das reiche Land den armen metropolenschluckern erklären, wie das mit der Oligarchie funktioniert, würde sie sich einfach die passenden Medien schaffen. Tut es aber nicht. In der Oligarchie ist der Friseur ein Dienstbote und kein Promi und die Stewardess eine Hilfskraft, aus fertig ende. Oligarchie geht nur, wenn sowas auf den billigen Plätzen bleibt. Derlei Ort sind einfach verloren, uninteresant und obendrein recht armseelig. Natürlich sagt das keiner so laut. Aber denken tut es jeder: Gut, dass die anderen weit weg sind und einem hier nicht in die Quere kommen.
    .
    colorcraze, ich wäre ein schlechter und obendrein auch unsportlicher Mitarbeiter, wenn ich nicht versuchen würde, daran etwas zu ändern. und zwar so, dass es auch Ihnen gefallen mag. Ich denke, man kann da einiges tun.

  92. Mit gelben Birnen hänget das...
    Mit gelben Birnen hänget das Land in den See. Gut, dass Sie so extraordinaire über Brecht Bescheid wissen. Vielen Dank für Ihr vorzügliches Urteil. Sie zu loben ist mir ein echtes Herzensanliegen, da das so selten passiert. Und da sich gleich macht, wer lobt, möchte ich mich an dieser Stelle…Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was Sie eigentlich so schreiben? Das kann nicht schaden. Schreiben Sie bitte mal über Thukydides.

  93. hugoservatius, bedaure, aber...
    hugoservatius, bedaure, aber zuerst mal ist Berlin ein Almosenempfänger. Mir erscheint die Stadt wie ein windiges balg, das seine Eltern dauernd anpumpt und dann ins Bordell rennt, um gegenüber seinen Kumpels aus den Dörfern anzugeben. Die Stadt müsste erst mal zumindest versuchen, die Strukturprobleme anzugehen. Aber solange es immer jemanden gibt, der zahlt, wird das keiner tun.
    .
    Kalchas, das ist mein Feriendomizil, da bin ich etwas leger, und wenn ich dann schnell ein Bild mache, kann es passieren, dass ich ein Buch auch so aufstelle. Das ist ein Buch und keine seidenzarte Kunst aus jahrhunderte alten reispapierblättern. Bücher halten das aus. Man muss das, was man liebt, nicht unter eine Käseglocke stellen.

  94. Und doch ist das eine Frage...
    Und doch ist das eine Frage des Standpunktes.
    .
    Mein Studentendasein hätte ich mir (bzw. meine lieben Eltern für mich) auf gleichem (durchaus bescheidenem) Nivau in München oder Heidelberg einfach nicht leisten können.
    Aus meiner Sicht sprechen niedrige Lebenshaltungskosten durchaus für Berlin, aus der Sicht Ihrer Klasse wohl eher dagegen.

  95. Don, Texte im Stile eines de...
    Don, Texte im Stile eines de Valmont? Kann es kaum erwarten!
    .
    Vorweg noch zwei Fragen, wenn Sie erlauben: Gibt es für uns Kommentatoren eigentlich feste Kategorien, wie z.B. Berlin-Hasser, Besserwisser-Juristen, Hausmänner, Cayenne-Fahrer, gute Schweizer, nervige Schweizer, Tratschtanten, Witzbolde, Schleimer, Adelige (inkl. der, die es gern wären), Nobelpreisträger, Ü70, Donald Duck-Fans, ….? Und erstellen Sie daraus Statistiken (rein für private Zwecke, versteht sich)?
    .
    Hanskarl (und bob, 21.59 Uhr), ganz recht, das sehe ich ähnlich.
    Doch im Großen und Ganzen tut es der Sache hier keinen Abbruch.
    Gruß, m.

  96. muscat, nachdem so oft danach...
    muscat, nachdem so oft danach gefragt wurde, und ich meinen Job im Gegensatz zu vielen Journalisten nicht darin sehe, den Leuten etwas vorzusetzen, von dem es reicht, wenn ich es gut finde – sehe ich mich eben verpflichtet, solchen oft vorgetragenen Wünschen nachzukommen. Und es stimmt natürlich: Dieses Blog entbehrt chronisch eines Unterleibes. Vermutlich wird da mancher konservative Kollege der Presselandschaft stöhnen, aber es wurde gewünscht.
    .
    HansMeier555, als ich die Wahl hatte, was ich tun soll, habe ich mir in Berlin auch ein Loft angeschaut. 40 Meter über der Stadt, durchaus gehoben – aber mit Blick quer durch die Abgase. Der Himmel war gelb. Natürlich ist es in Berlin billig, für die Miete, die ich am Tegernsee zahlen würde, hätte ich in Berlin einen drei mal so grossen Altbau bekommen. Aber die Lebensqualität! Und so schlimm ist es jetzt auch nicht, im Sommer mit dem Roadster nach Innsbruck oder München ins Konzert zu fahren, wenn am Tegernsee mal grad keines sein sollte. Gut, zum Partymachen ist das hier nicht geeignet.

  97. Mich erinnert Ihr Blog immer...
    Mich erinnert Ihr Blog immer ein wenig an den Leoparden von Lampedusa, doch sind dessen Worte ein wenig vornehmer, zurückhaltender und feiner gewählt. Es scheint in der Tat so, als ob sich gewisse Dinge nicht ändern, doch ob oben oder unten: Derjenige, der glücklich ist, ist es hier wie da, der Unglückliche ist es ebenso. Daher darf auch der von ganz unten hier Freude und Genuß beim Lesen empfinden. Vielen Dank dafür!

  98. Demling, Böhmfeld,...
    Demling, Böhmfeld, Grafentraubach …, ein Dankeschoen, verehrter Don Alphonso, dass Sie Stammham nicht erwaehnt haben; vielleicht ist der Ort noch zusehr von Wald umwachsen, dabei faengt das „Holzland“ erst hinter Appertsofen an, wenn ich es recht in Erinnerung habe.
    Vielleicht muss man in solchen Orten aufgewachsen sein, um grosse Staedte zu moegen. Habe mal vor laengerer Zeit in Sankt Petersburg gearbeitet und fand das absolut faszinierend, die Stadt, nicht die Arbeit. Koennte ich mir auch fuer Berlin vorstellen, fuer Paris, London oder New York sowieso.
    Ich wuensche Ihnen am Tegernsee natuerlich alles Gute und werde selber in mich gehen, um zu erforschen, was der Grund dafuer ist, dass nichts auf der Welt mich an einen solchen Ort ziehen koennte.
    Gruss
    G.S.

  99. Auch ich gratuliere zum...
    Auch ich gratuliere zum Jubiläum.
    Bitte weitermachen !
    .
    Darf ich fragen mit was Sie sich vor 1998 beschäftigt haben ?
    Waren Sie als Historiker beruflich tätig ?

  100. Danke, Reiterjunge, und...
    Danke, Reiterjunge, und natürlich dürfen Sie fragen: Ich brachte mein Studium zu einem gesellschaftlich akzeptablen, wenngleich auch etwas späten Abschluss.
    .
    abf, ich denke ja, dass man nicht immer alles ganz plakativ nach vorbe bringen muss. Ausserdem ist mein Ansatz ja weitaus netter, ja mitunter gerade liebevoll, und da wäre Grosz etwas krass.
    .
    Ich kenne die wenigsten Kommentatoren hier persönlich von Angesicht zu Angesicht, wenn man wirklich von „kennen“ sprechen will. Von jenen, die durch die FAZ dazu gekommen sind, genau einen. Es ist aber auch ganz in Ordnung so, und ein wenig Distanz kann ja auch mal nicht schaden. Meine Eltern haben kein Internet, und meine Schwester hat andere Interessen.

  101. Zu den oft gefragten Fragen...
    Zu den oft gefragten Fragen gehört auch “ Ist man was man isst?“
    Don Alphonso trinkt Tee und isst Topfenstrudel mit Streusseln. Ich dachte bisher, die Norddeutschen seien die „tea drinkers“, nicht die Bayern?
    Also „Tell me what you eat and I will tell you who you are“ sagen die Engländer. Was wird in der Besseren Gesellschaft gegessen?
    Gerd Schröder isst gern Currywurst – also was soll das bedeuten?
    Und wer um 12h Zmittag isst (wie 99% der SchweizerInnen), gehört in England zur Arbeiterklasse.

  102. Stephan Pockrandt, danke für...
    Stephan Pockrandt, danke für den Vergleich, dem ich leider nur zu schlecht gerecht werden kann – einerseits mangels Fallhöhe, andererseits aufgrund einer fehlenden Umwälzung. Ich denke aber, dass man wenigstens mal erzählen sollte, wie es war, wenn es dereinst nicht mehr so sein sollte. Aber wer weiss, vielleicht halten wir uns ja doch ein wenig länger.
    .
    Zandt, G. Schoenbauer, wäre auch noch so ein Unort in unwirtlicher Landschaft. Ich komme halt aus einer Stadt dazwischen: Klein, dumm, aber immerhin Stadt und nicht Land. Entsprechend finde ich alles grausam, nichts fasziniert mich wirklich, es sind doch nur Menschen und zumeist scheussliche Architktur. Deshalb gehe ich auch so gern an den See. Oder auf den Berg. Es geht nicht um die Verbesserung des Menschen, sondern um seine Entfernung aus meinem Leben. (Ich bin heute etwas menschenfeindlich)

  103. 40 Meter über der Stadt... In...
    40 Meter über der Stadt… In Berlin müssen Sie sich von ihrer südeutschen Gewohnheit verabschieden, immer erhöhte Punkte zu suchen. Das ist halt keine Hügellandschaft. Daß die Luft im industriefreien Berlin schlechter sein soll als in anderen Großstädten, glaube ich nicht.
    Wer so oder so mit wenig Geld auskommen muß und keine familiäre Anbindung hat, auf den wirkt München weitaus kälter und abweisender. Gerade weil dort alles so adrett und so gepflegt ist.
    Kultiviertes, dezentes Publikum gibt es in Berlin zuhauf, man muß nur ein bißchen danach suchen (bitte nicht am Bundespressestrand oder in den Boutiquen der Friedrichstraße). Natürlich sind das keine reichen Leute, und sie haben auch einen gänzlich anderen Bildungskanon — nicht nur wenn sie aus der DDR-Intelligenz stammen.
    Wobei es die gleiche Beschränktheit auch dort gibt. Ich habe Leute kennengelernt, die weiß Gott distinguiert und gebildet sind, sich aber mit Händen und Füßen gegen die Idee sträubten, einmal unvereingenommen nach München, Zürich oder Stuttgart zu fahren. So eine Mischung aus gespielter Herablassung und echten Komplexen. „Diese beschränkten, reaktionären Bayern mit ihrem depperten Dialekt…“

  104. Mein lieber Don,
    ich blicke...

    Mein lieber Don,
    ich blicke beim Frühstück aufs Wasser und höre heute den kunsthistorischen Vortrag einer richtigen Prinzessin. Wirklich wahr. Und das alles mitten in der Provinz! Seit ich das regelmäßig darf, ist mir das Faible der besseren Gesellschaft für Geschichte verständlich. Lieber Don, gewissen Zaungäste Ihres Blogs, Zweitverwerter, Leute in den hinteren Reihen, beschweren sich gelegentlich bei mir über Ihre Haltung – und ich muß Sie dann in Schutz nehmen. Machen Sie eigentlich auch was richtiges? Sport? Spenden? Politische Aktivitäten? Kann man Sie als Vortragenden gewinnen für kunstgeschichtliche Themen? Manche Zweitkonsumenten lesen eine gewisse metternichsche Attitüde in Ihren Zeilen. Vor allem in den Zeilen über Berlin. Da waren wir ja offenbar alle mal, aber mein einziges bleibendes Gefühl ist eher Mitleid als Verachtung. Immerhin gibts in Berlin immer wieder am 1. Berliner in Butter oder Biskin.
    Was tuns Sie, wenn der Tegernsee im neuen Klima verdunstet? Bleiben Sie in Bewegung!

  105. muscat @ 08.14h

    Re: Valmont....
    muscat @ 08.14h
    Re: Valmont. „Les Liaisons Dangereuses“ (1782 von Choderlos Leclos) wurde 2003 als 2-teilige TV drama mit Catherine Deneuve und Rupert Everett, von TF1/Frankreich ausgestrahlt. Eine hochkarätige und unglaublich komplizierte Mischung aus Intrigen und Liebschaften in der Besseren Gesellschaft in Frankreich im 18.Jh.
    Einmalig in der Weltliteratur. Oder gibt’s was gleichbares in der deutschen Literatur?

  106. <p>fionn, ich wurde in der AG...
    fionn, ich wurde in der AG Literatur auf den Geschmack gebracht, und habe mich während des Studiums und all der Stresserei daran gewöhnt. Alkohol trinke ich nicht, Kaffee mag ich nicht, insofern ist diese Wahl nur zu verständlich. Würste finde ich persönlich abstossend, aber das muss jeder selbst wissen – ich bringe sie auch mit, wenn es gewünscht wird. Essen im Stehen ist absolut nicht Meines.
    .
    HansMeier555, Berlion ist vor allem weitläufig. Mag sein, dass es weniger Industrie gibt, aber wenn man von der Seite in eine grosse Fläche hineinschaut, wird es übel. Man sieht in Berlin so gut wie nie die Sterne, der Himmel ist nie wirklich blau. Und bei Gott, ich war dort und habe darauf geachtet: Wenn der Himmel wirklich blau wird, wird alles blau. Das ist blau:
    .

    .
    Und ohne das möchte ich offen gesagt nicht auf Dauer leben müssen. Es macht im Übrigen auch die Menschen freundlich und glücklich.

  107. @D.A.
    Allmählich kommen wir...

    @D.A.
    Allmählich kommen wir dem Mißverständnis auf die Spur. In der Tat zählen Friseure, Köche und Stewardessen zum Personal und nicht zur „besseren Gesellschaft. Sie erklären jedenfalls für Berlin die bessere Gesellschaft mit dem Panoptikum, welches von Beate Wedekind und ihren Mittätern der Unterschicht mit dem Etikett „Promi“ oder „VIP“ verkauft wird. Das, was da in der virtuellen Welt der Knallpresse und des Unterschichtenfernsehens als Prominenz verkauft wird, hat diese Vermarktungsmaschine sich selbst geschaffen. Die echte bessere Gesellschaft ist aber nicht prominent im Sinne dieser Promi-Industrie. Diese Medien-Promis sind Kunstprodukte. Erfindungen der Marketingmaschinen. So wie in der dummen kleinen Stadt an der Donau entgegen aller dröhnenden Werbesprüche des Herstellers keine individuellen und exklusiven Autos gebaut werden, sondern teure Massenware, so handelt es sich bei den Medien-Promis nicht um bessere Gesellschaft, sondern um Schickeria – eine besonders peinliche gesellschaftliche Gruppe, die wohl erstmals in München und Umgebung nachgewiesen werden konnte.

  108. Driver, nun, wenn Sie...
    Driver, nun, wenn Sie schauen, wie andere ihre Kommentatoren pflegen, so sie überhaupt welche haben – nämlich gar nicht – könnte man sagen, ich sei durchaus tätig in der Leserbindung. Das ist zwar nur ein Nebeneffekt, aber ich finde auch, man darf das lesen, um sich zu ärgern. Immerhin ist das mal ein anderer Standpunkt als das Weichgewaschene, das andernorts präsentiert wird. Der Tegernsee ist tief genug, und mir geht es zuerst um Berge – und die verdunsten nicht.
    .
    fionn, nein, gibt es nicht, es gibt ja auch keine deutsche Entsprechung für die Leichtigkeit eines Eric Rohmer. Deutsche können das in aller Regel nicht. Und deshalb gilt den Deutschen die amüsante Plauderei auch nichts. Und deshalb lesen sich auch unsere Medien so, wie sie sich lesen: Leichtigkeit ist in Deutschland keine Qualität, sondern ein Makel.

  109. elbsegler, aber genau auf...
    elbsegler, aber genau auf diese Konstruktion bezog sich meine Antwort da oben: Gerade weil unter „Panorama“ und „Gesellschaft“ diese Unterschichten immer wieder aufgewaschen werden, weil man sich solche Figuren bei Vanity Fair auf das Deckblatt holte, oder eben, um das Elend der Cicero anzusprechen, der reaktionäre Zeitgeist versuchte, sich eine neue Bürgerlichkeit aus dem Schmutz der grossdeutsch-kleinberlinerischen Lobbyistenlandschaft zu schnitzen, war meine Idee, den Gegenentwurf zu zeigen – und das ist nun mal die bessere Gesellschaft des alten Westdeutschlands. Die das alles gar nicht nötig hat und eigentlich auch nicht möchte, dass man darüber spricht.

  110. Re: Mein Beitrag um...
    Re: Mein Beitrag um 09.21h.
    „Oder gibt’s was VERGLEICHBARES…“
    Zur info: The 2-part TV film of „Les Liaisons Dangereuses“ on TF 1 in 2003 was updated to the 21st century (dress, furniture, cars etc…). ZDF or ARD should put it on their channel(s) with German voice-overs. It’s a classic imo.
    P.S. Currywurst nach alemannischer Art besteht aus einem Wurst und Currypulver – stimmt, oder? Um einen richtigen schmackhaften Curry vorzubereiten braucht man auch Curry paste, chutney, und ein bisschen zerkleinerten Apfel – und nicht (wie in der Deutschschweiz leider üblich ist) eine Dose Fruchtsalat —urgggghhh

  111. Don Alphonso, Josef, wenn man...
    Don Alphonso, Josef, wenn man zur Beförderung durch den quakenden Schatten gratulieren kann, macht Bert Brecht jeden Tausch seines Schulbrotes auf dem Pausenhof rückgängig, meldete er gerade.

  112. fionn, Don, habe ich jemals...
    fionn, Don, habe ich jemals etwas anderes behauptet?
    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/01/05/zwang-vernunft-versorgung-und-arrangement.aspx (6.1., 18.47 Uhr)
    Ich fand die Verfilmung mit Glenn Close aber besser.

  113. @D.A.
    Ihren Versuch eines...

    @D.A.
    Ihren Versuch eines Gegenentwurfs kann ich nur voll unterstützen. Nur Ihre Technik, die bessere Gesellschaft gegen die Schickeria zu stellen, an einem künstlichen Gegensatz zwischen Berlin und dem „alten Westdeutschland“ zu demonstrieren, führt nicht weiter. Damit verniedlichen Sie das Problem. Selbst wenn Berlin heute noch mit Mann und Maus im Sand Brandenburgs für immer versinken würde, ginge das traurige Spiel morgen weiter.

  114. Da hat elbsegler allemal...
    Da hat elbsegler allemal recht.
    Die neue Berliner Schickeria speist sich ja zu 95% aus dem westdeutschen Sumpf.
    Die Einheimischen sind viel zu gemütlich-provinziell-kiezfixiert und haben nach so was auch gar kein Bedürfnis.
    Das spannende arm-aber-sexy-Berlin ist eine Erfindung der Zugereisten.
    .
    Ja, es gab auch mal die Fraktion Diepgen-Landowski-Nawrocki, aber das ist schon recht lange her.

  115. Don, zu meiner Schande muss...
    Don, zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zur Zeit zwei Blogs gerne lese: Ihren und….. kaidiekmann.de! Klar, seine doofe Zeitung ist unerträglich. Aber sein Blog ist verblüffend amüsant… Was denken Sie darüber?

  116. Einen großen Dank auf jeden...
    Einen großen Dank auf jeden Fall, Don Alphonso, daß Sie sich so um uns Leser kümmern. Besonders, da es ja schon so lange und intensiv geschieht. Manchmal erschrecke ich vor dem Pensum, das Sie sich aufbürden. Ich bitte Sie aber inständig, dies weiterhin zu tun. Für mich sind die „Stützen der Gesellschaft“ mittlerweile genauso wichtig wie die Druckausgabe der FAZ. Ich würde es der Redaktion ernsthaft übel genommen haben, wäre es nicht zu einer Fortsetzung gekommen.
    .
    Einen Choderlos de Laclos hat es in Deutschland wohl tatsächlich nicht gegeben. Das lag wohl an dem Fehlen des Libertin-Typus. Man war Hofschranze oder Bürgerlicher. Und von den Hofschranzen ist mir keine nennenswerte Literatur erinnerlich. Einzelne adlige Ausnahmen wie Kleist oder Varnhagen von Ense waren Spezialfälle. Der bürgerliche Autor mit dem Stützpfeiler des protestantischen Pfarrhauses hatte kein Interesse an Leichtigkeit, sondern pflegte den Weltschmerz. Kein Wunder, daß manches so bräsig daherkommt. Wieland hat es mit Leichtigkeit und Ironie versucht, ist aber wohl auch deshalb so recht bei den Deutschen nie populär gewesen. Das „Hexameron von Rosenhain“ spielt in diese Richtung. Aber es fehlt ihm natürlich die Frechheit und die Fallhöhe von Laclos.

  117. ... bin zwar seit laengerer...
    … bin zwar seit laengerer Zeit nicht in Berlin gewesen, koennte mir aber vorstellen, dass auch Don Alphonsos Kritik an der dortigen Architektur („scheusslich“) viel zu undifferenziert ist, vor allem wenn man bedenkt, das er ueber eine kleine Feder in einer Shimano-Schaltung einen halben Roman zu schreiben vermag (den ich selber sehr genossen habe). Man muss das ja nicht schoen finden, was Aldo Rossi und wer immer da gebaut haben, aber interessant ist es allemal. Zudem wuerde ich zur Stadtarchitektur auch Ensembles, Plaetze, Stadtviertel, Parks u. dgl. zaehlen und meine, dass sich Berlin diesbezueglich nicht zu verstecken braucht.
    MfG
    G. S.

  118. @HansMeier555
    Diese...

    @HansMeier555
    Diese Arm-aber-sexy-Masche von Herrn Wowereit ist auch so eine dämliche Werbemasche. Die Stadt Berlin ist nicht arm, sie hat nur weniger Geld, als sie gerne ausgibt (diese Angewohnheit teilt sie allerdings mit so gut wie allen Städten). Mit dem Finanzgebaren des Staates und unserer Kommunen wäre auch Theo Albrecht „arm“. Vor allem ist damit nicht gesagt, dass die Berliner „arm“ sind. Nach meinem Verständnis muss die bessere Gesellschaft auch nicht reich sein. Die Bessere Gesellschaft definiert sich nicht so sehr über den Kontostand, als über ihre Haltung. Deshalb kennt man die bessere Gesellschaft auch kaum.
    Berlin hat in der Tat ein Kiez-Problem, vor allem im Westen der Stadt. So mancher träumt da noch den Zeiten nach, als West-Berlin am Finanztropf hing und sich vom kleinbürgerlichen Kiezbewohner bis zum -im Grunde ebenfalls kleinbürgerlichen- links-alternativen Aussteiger ein Sumpf selbstgefälliger Almosenampfänger erstreckte, der nun so langsam austrocknet. Don Alphonso scheint seine Berlin-Erlebnisse überwiegedn in diesen trüben Kreisen gesammelt zu haben. Die Berliner und die zugereiste Schickeria befinden sich zwar im selben Gefäß, halten sich aber wie Essig und Öl fein getrennt. Selbst nach kräftigem Rühren mischt sich da nichts. Es sieht nur so aus.

  119. In der schlechten alten Zeit,...
    In der schlechten alten Zeit, in der ich aus Warschau kommend ein paarmal im Jahr durch Sowjetdeutschland nach West-Berlin gehuscht bin, ellenlange Einkaufslisten im Kofferraum, war die Stadt der Himmel für mich, und das werde ich ihr nie vergessen. Fast tut es mir weh, wie hier manchmal über den Ort geredet wird. Allein die Luft! Seit West-Berlin mit der DDR vereinigt wurde, ist das natürlich ein wenig anders. Die Leute und so. Aber dann: allein die Museumsinsel! Und dass es schließlich doch gelungen ist, Erichs widerwärtigen Plastepalast zu schleifen – einen Kuss der ganzen Welt! Meine ich jedenfalls.

  120. Werte Mitplauderer, mutiert...
    Werte Mitplauderer, mutiert dieses Blog peu a peu zum Glaubenskrieg „Berlin – Himmel oder Hölle“? Immerhin, es entzündet sich an dieser Stadt eine lebhafte Diskussion, die ich mir bzgl. einer süddeutschen Großstadt nicht vorstellen kann (das Aufregendste, was in Stuttgart diskutiert würde: Befinden wir uns momentan in der Großen oder in der Kleinen Kehrwoche?).
    Meine persönliche Erfahrung mit Berlin als jemand, der freiwillig gekommen, dort keine Arbeit suchen musste und nach knapp drei Jahren wieder freiwillig gegangen ist: Alle vom Don aufgeführten Mängel und Widrigkeiten finden sich, aber auch das Gegenteil. Es kann dort, wie ein früherer Landesvater sagte, jeder nach seiner Facon selig werden; der Punk am Kotti, der im TV schwafelnde Friseur und der Partyzeremonienmeister alias regierender Bürgermeister.
    Richtig ist: Eine „bessere“ Gesellschaft wird sich in B. nur schwer finden lassen. Aber noch ist nicht alle Hoffnung verloren; am Prenzlberg hat sich eine neo-bürgerliche Schicht etabliert, die in punto Spießigkeit irgendwann mit München, Stuttgart oder Ingolstadt gleichziehen wird (schließlich kommt ein Großteil auch von dort).
    Zurück zum Thema: Ich wünsche mir ein update zum Sunbeam, die Schilderung einer Fahrt nach Meran mit dem Rennrad sowie Einblicke in das Gefühlsleben der höheren Töchter, deren Erwartungen an eine ihnen angemessene gesellschaftliche Lebensführung nicht erfüllt wurden. Merci beaucoup.

  121. Lieber Don,
    .
    "In der Regel...

    Lieber Don,
    .
    „In der Regel definiert eine Oberschicht die Bildung, die sie für richtig hält.“
    .
    ein Artikel zum Thema Bildung würde mich sehr interessieren. Versteht die Oberschicht unter Bildung wirklich etwas anderes als das, was an guten (die es hoffentlich noch gibt) deutschen Schulen und Universitäten gelehrt wird und was man durch Lektüre von FAZ u.ä., Reisen, Diskussionen etc. lernen kann? Geht es dabei wirklich nur um Silberkannen? ;-)
    .
    „Halten Sie Takt für erlernbar?
    … Die Frage ist eher: Wann und wie bringt man denen das bei?“
    .
    Auch hierbei frage ich mich, ob man ein gewisses Mindestmaß an Takt und Höflichkeit nicht in den meisten deutschen Familien lernt – so zumindest mein Eindruck in meinem Bekanntenkreis, der irgendwo zwischen Arbeiterklasse und Mittelschicht anzusiedeln ist.

  122. Freier Radikaler, ein Artikel...
    Freier Radikaler, ein Artikel über Bildung wäre so etwas wie ein Nesselhemd, und ich weiss nicht, ob ich mir das gerade bei der FAZ anziehen möchte. Zumal ich selbst in manchen Bereichen sehr viel weiss, in anderen gerade mal über den bildungsbürgerlichen Durchschnitt verfüge und in jenen Bereichen, die heute mehr oder weniger wichtig sind – Medizin, Wirtschaft, Journalismus, Promis – absolut keine Ahnung habe, was das ist. Ich kann aber mal was zu dem sagen, was vom Bildungsbürgertum angesichts anderer Möglichkeiten geblieben ist. Ansonsten: Die Familie ist sehr wichtig, was den takt angeht.
    .
    fridericus, der Sunbeam ist geschweisst, jetzt kommt die Warnblinkanlage und eine Dichtung rein, und dann kann ich ihn holen. Hoffe ich. Mit dem Rennrad nach Meran, da müsste ich noch trainieren, dazu bin ich sicher nicht gesund genug, gerade mit meinem angesäuerten Lüngerl, und wenn ich dort wäre, könnte ich gleich in ein Sanatorium.

  123. B.A.H., es kommt halt immer...
    B.A.H., es kommt halt immer auf den Vergleich an. Gestern – das muss ich aber nachher erzählen – sah eine Frau auf den Neureuth in den Himmel, tiefblau und nur durch einen Kondensstreifen entstellt, und nannte das einen „Idiotenstreifen“, weil da Leute sind, die weiter müssen, während sie…
    .
    elbsegler, ich bhabe dank meines Berufes eigentlich ales gesehen, was man da so sehen kann, von der Untergrundparty im Keller der Abbruchhäuser bis zur mässigen Qualität des Buffets in der Bertelsmannstiftung, deren Belobung durch andere nur zeigt, wo Berlin kulinarisch steht: Irgendwo zwischen Nudelschlunz, zu viel Fleisch und schlechter Bedienung.

  124. G. Schoenbauer, ich muss mal...
    G. Schoenbauer, ich muss mal über Gasse schreiben, wenn Sommer ist. Das ist das nächste Dorf am Tegernsee. Dort gibt sich jeder Mühe, sein Haus schön zu machen. Nach Berliner Vorstellungen spiesig schön, aber man gibt sich Mühe. Und diese Mühe, die man sich freiwillig antut, man könnte es auch als „Haltung“ bezeichnen – die gibt es in Berlin nur, wenn man Investoren ködern will. Es gibt Ausnahmen, wo ich wohnte, gab es etwa einen Wettbewerb für den schönsten Balkon, aber das ist eben nicht die Regel. Sondern etwas, über das man in Berlin zynisch redet.
    .
    Savall, meine Arbeit endet exakt mit dem Abschicken des Beitrags, der Rest ist mein Privatvergnügen. Es gibt hier keine Pflicht, auf Leser einzugehen, auch wenn ich persönlich denke, dass es allein die Höflichkeit begietet, wenn ich nicht gerade verhindert bin, so wie letzte Woche. Literarisch, denke ich, sind wir nach jener Epoche aber mit heinrich Heine ganz gut gefahren. Der dann aber zu den Franzosen ging. So ist das. Leider.

  125. Sie schreiben, dass Ihnen...
    Sie schreiben, dass Ihnen Artikel am liebsten sind, bei denen Sie sich selber hinterfragen müssen. Ist es Ihnen denn bei wichtigen Themen schon vorgekommen, dass Sie bei diesen bisher falsch lagen?

  126. Grüß Gott, Don...
    Grüß Gott, Don Alphonso!
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    Vielen Dank für Ihr hervorragendes Blog, das ich schon länger mit großem Vergnügen lese.
    .
    Ein Vorschlag: Es wäre schön, wenn Sie einmal Beiträge zu den Themen
    „Protestanten“, „Höhere Töchter“ und „Stilvoll leben ohne Geld“
    schreiben würden…

  127. Leichtigkeit gab es in...
    Leichtigkeit gab es in Deutschland in der Musik: Mozart, Offenbach, die Johanns und den Richard Strauss.
    .
    Aber es stimmt leider: Die Deutschen mögen Leichtigkeit einfach nicht und verurteilen sie moralisch.
    .
    Leichtigkeit setzt nicht nur sexy feudale Strukturen voraus, sondern auch, daß diese von jedermann als natürlich, selbstverständlich und wünschenswert angesehen werden. Und das ist mit einer Nation nicht zu machen, deren Intellektuelle zu 70 Prozent aus Pfarrer-und-Lehrerkindern bestehen.

  128. Nachtrag zum Kommentar...
    Nachtrag zum Kommentar 21.01.2010 13:30
    Hallo, Don Alphonso!

  129. Sehr geehrte...
    Sehr geehrte NachGoogler,
    sollten Sie mal auf eine Party mit Lufthoheit der akademischen High Society eingeladen werden, müssen sie Gewehr bei Fuss sein, hier wir aus der Sonne geschossen.
    Dort kann es Ihnen passieren, dass, natürlich nur als Gesellschaftsspiel, die Frage auftaucht, wie die Zeile “ vom Rechte , das mit dir geboren ist , von dem ist leider nie die Frage“ zu interpretieren ist, oder was die Frauenkataloge mit dem Ottokatalog gemeinsam haben, oder ob “ sub aqua, sub auqua maledicere temptant“ in etwa dem Zitat“ in der Dämmerung werfen auch Zwerge lange Schatten“ entspricht.
    Da müssen Sie ihre Antworten direkt aus dem Zwischenhirn abrufen und ins Auge des Gegenübers schiessen
    Da können sie sich nicht auf Klo der Gastgeberin zurückziehen und dort auf Nokiablackberrypalm, auf dem sie gerade noch ihr Meeting auf Sachbearbeiterebene nachbereitet haben, wlanmäßig die Braut von Messina googlen, da wir man Ihnen als Quadrupede schon das Tanzen beibringen.
    Zusammenfassung: Das können Sie nicht mehr nachholen , was auf Humgy
    anno 15 vuz LK Dt LAt Basiswissen war.
    Da können Sie nur noch auf Erlösung hoffen oder einen unbemerkten französischen Abgang oder auf 2 Liter Kanisterwein pro Nase, wenn alle wieder auf Augenhöhe sind.

  130. Lieber ABC, ich meide ja eher...
    Lieber ABC, ich meide ja eher wichtige Themen, weil ich gern plaudere. Aber natürlich weiss ich, dass das Leben, das ich hier aufzeige – ein de facto jenseits dieser Plauderei nicht arbeitender, mittalalter Mann mit zwei Wohnsitzen und einem Roadster und einem klassischen Wagen zum dazwischen pendeln, mit der Freiheit, jederzeit rodeln oder bergwandern zu gehen und jenseits allem, was man als „materielle Nöte“ bezeichnen könnte – alles andere als üblich und mitunter auch sehr provozierend ist. Insofern hinterfragt dieses Blog natürlich auch meinen Lebensstil, der angesichts der real existierenden Welt grundfalsch ist. Netterweise ist die FAZ aber so freundlich, in den Berichten darüber wieder einen Wert zu erkennen, und so diesem andere Klassen verhöhnenden Elend Vorschub zu leisten. Wobei mir nichts ferner liegen würde – aber ich weiss, dass dieses Leben nur die beste aller möglichen unter einer Auswahl sehr vieler, sehr schlechter Welten ist.
    .
    Atom, Gott zum Grusse, und danke für das Lob. Die höhere Tochter kommt demnächst mal wieder dran, schliesslich muss man sie auch irgendwie „bekommen“, Protestanten, da muss ich vorsichtig sein, sonst fallen Worte wie lustfeindlich, zu dünn und Butterverzicht, denn nach klassischer Vorstellung kochen die Protestanten alle nur mit Margarine. Stilvoll leben ohne Geld, das ist nicht ganz so einfach, aber ich gehe in mich.

  131. @ D.A., 13:15
    .
    Dann dürfen...

    @ D.A., 13:15
    .
    Dann dürfen wir uns Hoffnung machen, Sie und den Sunbeam bei der Trentino Classic zu erleben?
    http://www.autosieger.de/print.php?sid=19040

  132. Kann denn nun mal ein Jemand...
    Kann denn nun mal ein Jemand den Unterschied zwischen Berlin und München erläutern? Ich lese und lese und lese hier und … nichts!
    Den Unterschied zu Hamburg kann ich jedoch fühlen.

  133. Angenehm ist es hier...
    Angenehm ist es hier mitzulesen und manchmal anregend. Berlin sehe ich ganz anders als der Don (und aus dem Bankettsaal des Kanzleramtes – über dem Kabinettsaal – sieht man im Sommer das Grün der Baumwipfel im Tiergarten).
    Den Unterschied zwischen Esprit und Frivolität, geistvoll literarisch zu Papier gebracht, frnzösisch halt, und deutscher Geistesschwere würde ich am Unterschied zwischen den „liaisons dangereuses“ und den Wahlverwandtschaften festmachen.
    .
    Hauspersonal und der stilsichere Umgang damit – da würde ich ja fast in Don Alphonso Sprech verfallen und „ja mei“ sagen. Da gibt es nur die „zur Familie“ gehörende Köchin, die dem jetzigen Hausherrn als Kind die Knie verpflastert und den Pfannkuchen zum Trost gebacken hat, oder das hochherrschaftliche Verhältnis bei dem Personal halt lebendes und tätiges Mobiliar ist – Rücksicht genommen auf dessen Anwesenheit wird bei Lebensäußerungen aller Art dann nicht. ( Die Rücksichtnahme ist sehr bürgerlich)
    .
    Einladungen mit Prinzessinnen – nunja, auf Burg Hohenzollern mit einer Prinzessin von Preußen am Mittagstisch ließ sich amüsant plaudern. Mit am Tisch sitzend ein Neffe der königlichen Hoheit s. nob. (ohne Titel), der über Studium und Leben in Berlin berichtend allerdings jede (Selbst-) Ironie vermissen ließ.
    Aber auch Wittelsbacher Herzöge und ihren Gattinnen können manchmal eher deftig und erdverbunden sein.
    Bert Brecht als literarischer Hausgott – nunja chacun a son gout.
    Immerhin die Ballade von Mecky Messer mit Lotte Lenya, das mag ich auch. Oder auch den Pflaumenbaum („Im Hof da steht ein Pflaumenbaum,
    der ist so klein, man glaubt es kaum“) mitsamt der Ironie.
    Jedenfalls Glückwunsch und der Fortsetzungen einschließlich der angekündigten D.A. Version von Lust und Last(ern) mit Erwartung harrend
    Ihr
    pM

  134. Werter Don,

    Glückwunsch auch...
    Werter Don,
    Glückwunsch auch von mir zum Jubiläum.
    Ich finde gerade das Provokante in Ihren Beiträgen ist das Salz, nichts ist schlimmer als diese ewige Political Correctness, denn nur durch Provokation bekommt man eine vernünftige Diskussion hin. Wenn ich abends ins Hotelzimmer komme laufen grundsätzlich diese unerträglichen Schwafelshows mit Beckmann, Lanz und Co., eine Gebührenverschwendung par excellence ohne Provokationen, sondern eine einzige Kuschelrunde mit immer den gleichen Langweilern. Wenn man provoziert hat man wenigstens die Möglichkeit die Mitmenschen aus der Reserve locken, schon interessant was da rauskommt wenn der P.C.-Lack abbröckelt.
    P.S. Wieso sollte Ihr Lebensstil grundfalsch sein? Sie haben diesen Lebensstil gewählt, er verletzt nicht die Grenzen irgendeines Mitmenschen – ergo alles gut. Ich habe aufgehört mich für irgendwas zu rechtfertigen – sei es meine Co2-Schleuder, unser Lebensstil oder sonstwas. Ich bin im Rahmen des gesetzlich Erlaubten, den Rest hat niemand zu interessieren.
    Erlauben Sie mir ein Zitat: We are handed a life by peers, parents and society, you can do that or follow your own dreams. (Hugh Hefner)
    Schönen Gruß aus dem Norden,
    Moritz

  135. Zum Thema "Stilvoll ohne Geld"...
    Zum Thema „Stilvoll ohne Geld“ kann ich dieses Büchlein empfehlen:
    http://www.amazon.de/Die-Kunst-stilvollen-Verarmens-reich/dp/3499616688/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1264079660&sr=8-1
    Ich hatte es mir aus gegebenem Anlass selbst (gebraucht) zugelegt.
    Nachdem sich die Verhältnisse besserten habe ich ich es leider weiter verschenkt.
    Ein sehr anregendes und auch amüsantes Buch.

  136. Don A.: Also Sie haben also...
    Don A.: Also Sie haben also Wertvorstellungen und erkennen, dass Ihr Leben grundfalsch ist, dass es also nicht diesen Wertvorstellungen entspricht. Wenn Sie also in der Einleitung schreiben, dass Sie sich hinterfragen, so meinten Sie also nicht das Hinterfragen dieser Wertvorstellungen, sondern das Hinterfragen Ihres diese Wertvorstellungen nicht genügenden realen Lebens. Habe ich das so richtig verstanden?

  137. @Don: oh ja, höhere Töchter,...
    @Don: oh ja, höhere Töchter, die seltsamen Wesen, wären mir als Thema durchaus lieb. In der U-Bahn sah ich mal mutmaßlich angehende solche, aus dem Westend, mit hellblauen und rosaroten Jäckchen und blonden Haaren und .. ach, den Rest hab ich verdrängt, denn es war mir immer ein Graus, so rumlaufen zu sollen, es schaudert mich. –
    Sonst, zu Berlin:
    ich würde dieser Stadt mehr Spirito Milanese wünschen. Was mir an Milan gefällt, ist die Selbstverständlichkeit von Geschäftsgesprächen. Die ganze Atmosphäre fordert diese geradezu heraus. So als Touri hatte ich das Gefühl, ich könnte am Kanal in einer Wirtschaft zum Essen bleiben oder an der Hotelbar hockenbleiben und würde dann nach einiger Zeit bestimmt mit jemandem übers Geschäft sprechen können. Weil die Leute dafür offen sind. In Berlin weiß ich bis jetzt keinen solchen Ort mit einer solchen Atmosphäre, und das ist schlecht für die Stadt.
    Die gute Gesellschaft, naja, die ist in Berlin fragmentiert, und ich meine, daß Sarrazin recht hat damit, daß da ein Teil von außen einwandern wird (wie ja auch hier immer wieder gescherzt wird).
    Elbsegler und HansMeier sehen mMn richtig, daß man die verschiedenen Ausprägungen weniger als Gegensätze denn als Facetten einer Sache betrachten muß.

  138. fridericus @ 12.46h

    Trentino...
    fridericus @ 12.46h
    Trentino Classico? Oder mit dem Roadster bei der Monte Carlo Rallye nächste Woche ? Die Qual der Wahl…
    Ach, so ist das Leben wenn man zur Besseren Gesellschaft gehört.

  139. Werter Don,
    auch von mir die...

    Werter Don,
    auch von mir die herzlichsten Glückwünsche zum Jubiläum.
    Schön, dass auch Sie dem „wirklich“ blauen Himmel so viel Beachtung schenken (10:22).
    Sie beherrschen die Wortmalerei und verstehen es Kleinode der Literatur zu schaffen in denen sich oft das Blau des Himmels spiegelt.
    Ja, und auch ich sage danke dafür! Weiter so

  140. Sehr geehrter Don...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    was halten Sie von der heutigen Politikverdrossenheit und der folgenden Einstellung weiter Kreise der Bevölkerung: Macht ihr da oben, was ihr wollt; wir hier unten machen das auch!

  141. savall @ 11.12h Ich...
    savall @ 11.12h Ich lasse mich auf diesem Blog gern weiterbilden!!
    Hofschranze – a fawning courtier! Musste im Wörterbuch schon wieder nachschlagen.
    In der Tat genoss Goethe ein ganz anderes Leben („wine, women and song“) in Italien zwischen dem 3. Sept 1786 und dem 18. Juni 1788
    Also wahrscheinlich war er – nach seinen Erfahrungen / Eskapaden in Italien – in der Lage, ein Roman im Stil von „Les Liaisons Dangereuses“ zu schreiben. Tat er dies doch nicht. Das Leben in Weimar war zu spiessig/puritanisch, nehme ich an.
    „Das Inkognito“ Goethes ganz andere Existenz in Rom“
    Roberto Zapperi
    C.H. Beck Verlag München
    ISBN 3 406 44587X

  142. Reiterjunge, dieser Autor hat...
    Reiterjunge, dieser Autor hat schon bei der Süddeutschen seine Brötchen verdient (bzw. verdienen müssen) und ist schon alleine deshalb vielleicht kein besonders klug gewählter Berater in Sachen Stil.

  143. "Nur eben nicht so schüchtern...
    „Nur eben nicht so schüchtern und höflich wie der Autor, dem es passieren kann, dass er eine Woche intensiv um eine Frau zu werben glaubt, bei der das alles nur als dezenter Charme ankommt.“
    Das passiert mir auch immer wieder – mein Trost dabei lautet, dass diejenigen Damen welche eine etwas direktere Ansprache benötigen ohnehin keine Damen und damit als potenzielle Partnerinnen sozial inakzeptabel sind.

  144. Ich kann mir die Frage nicht...
    Ich kann mir die Frage nicht verkneifen: Haben Sie eigentlich Groupies ?

  145. O ja, die Antworten des Don...
    O ja, die Antworten des Don auf die Leserfragen!
    .
    Die Präsenz des Autors in der Debatte ist es, die hier so etwas wie amüsantes Geplauder und echte Debatten ermöglicht.
    .
    Da haben sich höchstangesehene Leitmedienredaktionen 100 mal überlegt, wie man die Kommentarspalten in den Griff bekommt, wievel Zensur notwendig und verträglich ist. Da gibt es penetrante Wochenzeitungen, die ihren Kommentatoren freundliche Ermahnungen schicken und ihnen eine politisch korrekte Semantik vorschreiben — und im Ernst glauben, sie könnten auf diese Weise eine Gesprächskultur herstellen, die ihre eigenen Autoren ja gar nicht aufbringen.
    .
    Sicher, es gibt auch anderswo gute Texte, die durchaus gehaltvolle Diskussionen in Gang setzen könnten. Aber die Bereitschaft der klassischen Journalisten, sich der Leserkritik zu stellen und seinen Text persönlich gegenüber den Lesern zu verantworten, ist leider äußerst gering.
    .
    Und viele von ihnen haben nur allzu guten Grund, sich lieber zu verstecken: Ihr Produkt ist einfach unterhalb jeder Kritik. Wenn ich als Leser mich aber von der selbstgerechten Dummheit so einer platt agitierenden „Edelfeder“ schlicht verhöhnt fühle, die es sich zur Regel gemacht hat, in ihren Texten erst sämtliche Anstandsregeln zu mißachten, deren Einhaltung sie dann aber über irgendwelche Büttelredakteure von ihren Kommentatoren anzumahnen – ja,
    dann bringe ich halt auch keine Bereitschaft mehr auf, einen „sachlichen“ oder „ausgewogenen“ Kommentar zu schreiben.
    .
    Wenn es sich die profilierungs- und meinungsbildungswilligen Journalisten der Qualitätsmedien zur Regel machen würden, hin und wieder auf Leserkommentare zu antworten, würde sich deren Nivau gewiß schlagartig erhöhen.

  146. Ich war nie in Berlin, doch...
    Ich war nie in Berlin, doch „Berlin“ sagt mir etwas wie ….Marlene Dietrich …“The Blue Angel“….Christopher Isherwood („Goodbye to Berlin“ 1939)……Dekadenz?
    Doch Berlin heute hat sicher viel mehr anzubieten als nur „The Fan Mile“….

  147. @ elbsegler 12:32
    "Die...

    @ elbsegler 12:32
    „Die Bessere Gesellschaft definiert sich nicht so sehr über den Kontostand, als über ihre Haltung. Deshalb kennt man die bessere Gesellschaft auch kaum.“
    ja, so ist es; allerdings bedarf es zu solchem Leben doch der Polsterung durch Vermögen, auch Reputation, am besten von frühreren Generationen erworben,
    und einer Umgebung, die imstande ist die eigene Haltung als Haltung zu erkennen und nicht vielleicht als mangelnden Ehrgeiz für sich nutzen zu wollen. Finanzielle Polsterung verhindert, daß die Mißversteher einem allzu nahe kommen. Als Berufstätiger ist man zu vielen Anpassungen und Kompromissen genötigt, „vornehm sein“ kann man da fast nur noch zu Hause, vorausgesetzt man hat den richtigen Partner, der einem nicht auch noch Verrenkungen und Verleugnungen abnötigt.

  148. ABC, so einfach wird es nicht...
    ABC, so einfach wird es nicht sein. Denn fast jedes Leben (meines gewiss, Ihres vermutlich) trägt viel Potential zur Hinterfragung in sich. Verschiedene redliche und halbredliche Ziele und Wertvorstellungen können einander widersprechen oder um Ressourcen ringen, und sei es die Ressourcen Zeit, Kraft, Achtung, Muße, Rücksicht, Freude usw.
    .
    Die Kunst besteht wohl darin, einen einigermaßen gut gelungenen Kompromiss zu bewerkstelligen, jedenfalls so weit, wie es einem möglich ist.
    .
    Man könnte die Neigung zu Silberkannen und das Putzen von Silbergeschirr für zwiespältig halten, aber was außerhalb der Welt eines gescripteten Dschungelcamps ist im realen Leben nicht irgendwie zwiespältig, ABC?

  149. @Foersterliesel: hach, ja, Sie...
    @Foersterliesel: hach, ja, Sie sprechen es aus..
    @Troppau: igitt, was soll das, solche Hundehaufen finden Sie doch überall.
    @HansMeier: schließe mich dem Lob an. Ja, mit viel antworten funktioniert sowas. Allerdings wohl nur in Grenzen, wenns zuviel Kommentare werden, kann mans nicht mehr halten.

  150. @ Foersterliesel
    oui. geld ist...

    @ Foersterliesel
    oui. geld ist einfach vorhanden. mit sicherheit hat man auch den richtigen partner. vornehm sein konnte ich während meiner – doch recht kurzen – beruflichen tätigkeit durchaus: es vertrug sich mit dem umfeld aufs beste. man hielt es für selbstironische attitüde. nur musste ich den wagen um die ecke parken. von urlauben und abendessen besser schweigen. wenn die sprache auf die zarten flauschigen pullover kam – etwas von „mit perwoll gewaschen“ murmeln. heute, nach abstreifen jeglichen leistungsbedarfs, ergibt sich die distanz zu anders ausgestatteten personen automatisch – wo sollte man einander begegnen, ausser in der oper? nicht einmal beim festchen meines friseurs (der wirklich ein gott der schere ist), da waren sogar recht wenig parvenüs.
    .
    @ Don Alphonso
    mit freuden sekundiere ich ihnen in literarisch-frivolen belangen – und unterdrücke an dieser stelle den auf der tastatur liegenden kalauer.
    .
    allerdings muss der stil wohl eher ihrem valmont als meinem daf d. s. entsprechen – sonst kollabierten hier noch die techniker.
    .
    allein wenn ich daran denke, dass es unmöglich gewesen sein sollte ***berland sauce zu schreiben … (oder war das beim rebellmarkt? ich habe es vergessen) ich werde es tunlichst, aber schmunzelnd vermeiden, sozusagen ross und reiter zu nennen … damit die gäule nicht durchgehen.
    .
    ich lese, sie meiden den alkohol? das fleisch? den kaffee? nur einen oldtimer? möchten sie nicht gerne noch einen zweiten, sagen wir aus den 30ern? nur konfekt und torte? das, was sie als pasta bezeichnen und ich nudeln nenne? variatio non delectat? gänzlich fern davon, sie irgendwie bekehren zu wollen – ist das nicht etwas zu wenig barock und etwas zu nah am protestantis-mus (gut, ich ziehe schon mal den kopf ein). obwohl sie vermutlich auch das weihwasser meiden.
    .
    warte gespannt darauf, wie sie anderen fleischesfreuden zugeneigt sind.

  151. @Foersterliesel
    Ein...

    @Foersterliesel
    Ein auskömmliches Vermögen ist sicherlich kein Hindernis für ein Leben in besserer Gesellschaft, im Gegenteil. Es ist aber eben nicht das entscheidende Kriterium. Nur die Schickeria definiert sich in erster Linie übers Geld. Welche Art von Prostitution einem zu dem Vermögen, mit dem man angibt, verholfen hat, spielt in diesen Kreisen keine Rolle mehr.
    @fionn
    Berlin hat viel zu bieten. Es ist eine auf den ersten Eindruck rauhe, oft ungehobelte Stadt, die aber auch weiche Züge trägt. Das hängt, wie auch der Don immer mal wieder beklagt, auch vom Wetter ab. Ein naßkalter Wintertag auf dem Alexanderplatz zählt sicher nicht zu den Erlebnissen, die man sich öfter wünscht. Im Sommer vom Schloss Kleinglienicke auf die Havel zu schauen oder sich abends über die Kanäle durch die Stadt schippern zu lassen, schon eher. Berlin ist groß genug, um viele Gegenden zu haben, für die man es hassen kann – aber auch lieben. Berlin ist auch groß genug, dass kaum ein Berliner die Stadt wirklich kennt. Und noch immer wächst Berlin zusammen. Die Mitte war zu DDR-Zeiten kalt und abstoßend, teilweise ruinös, teilweise aufgebaut wie Wladiwostok, der West-Berliner spürte den Phantomschmerz und wollte sich rund um die Gedächtniskirche eine Ersatzmitte bauen. Jetzt strömt das Blut wieder in die abgestorbenen Glieder dieser Stadt und verursacht ein Gefühl irgendwo zwischen Schmerz und Glück.

  152. @fionn
    In Berlin gibt es sogar...

    @fionn
    In Berlin gibt es sogar einen Vierwaldstätter See und eine Rütli-Schule.

  153. @fionn
    Und nicht zu vergessen:...

    @fionn
    Und nicht zu vergessen: Der berühmte Berliner Wein! Allen voran der Kreuz-Neroberger, der am Kreuzberg angebaut wird. Nicht jeder hat den Mut (und die Gelegenheit) dieses seltene Tröpfchen zu kosten. Sauer macht lustig, meint der Volksmund.

  154. Foersterliesel,
    .
    "Als...

    Foersterliesel,
    .
    „Als Berufstätiger ist man zu vielen Anpassungen und Kompromissen genötigt, „vornehm sein“ kann man da fast nur noch zu Hause, vorausgesetzt man hat den richtigen Partner, der einem nicht auch noch Verrenkungen und Verleugnungen abnötigt.“
    .
    inwiefern kann man nicht „vornehm sein“ im Berufsleben? Beziehen Sie sich dabei auf die Kleidung (das hängt natürlich stark von Branche/Firma ab) oder die Gesprächsthemen oder auf etwas ganz anderes?

  155. @Kinder? Niemals.
    Nun denn,...

    @Kinder? Niemals.
    Nun denn, auch die bessere Gesellschaft wird durch Migranten ersetzt. Dass diese Gesellschaft ihre Kultur und damit sich selbst durch andere Kulturen ersetzt, scheint sie nicht ernsthaft zu bekümmern. Man geht dann eben lieber Rodeln. Allerdings muss ich folgendes zugeben. Die Lust auf das Kinderkriegen bekam ich erst, als ich sah, wie verdorben der Rest der Welt im Vergleich zu Deutschland ist.

  156. @elbsegler: Der Kreuzberger...
    @elbsegler: Der Kreuzberger Wein ist wahrlich kein Geschmackserlebnis – bekommt man aber auch nur wenn man Kontakt zur Berliner Politprominenz hat…was man ja auch nicht unbedingt verstärkt haben möchte…

  157. "Armes Bittertränlein...
    „Armes Bittertränlein Spätkommerlese Brut“. Ich trinke ohnehin nur Tee.

  158. Don,
    .
    "Ich trinke ohnehin nur...

    Don,
    .
    „Ich trinke ohnehin nur Tee.“
    .
    sicherlich keinen Fertigbeuteltee. Könnten Sie uns daher vielleicht etwas über Ihre Präferenzen erzählen? Schwarzer, grüner oder Rotbuschtee? Wo kaufen Sie Ihren Tee? Auf dem Wochenmarkt oder im Teeladen?

  159. @moritz
    Allerdings! Man kann...

    @moritz
    Allerdings! Man kann nach so einem Erlebnis aber endlich nachempfinden, was unsere Altvorderen so alles in Ermangelung sauberen Wassers in sich rein schütten mussten. Damals hatte man aber auch keine Skrupel, mit Gewürzen und Honig die Qual zu mildern.

  160. ErnstWilhelm,
    .
    "Nun denn,...

    ErnstWilhelm,
    .
    „Nun denn, auch die bessere Gesellschaft wird durch Migranten ersetzt.“
    .
    das kann ich mir nun wahrlich nicht vorstellen. Wie soll das gehen? Durch Einheiraten? Indem sich der geneigte Migrant eine höhere Tochter aus der U-Bahn schnappt? So wie ich den Don verstehe, wird man in die bessere Gesellschaft geboren.

  161. Donna Laura, jetzt weiss ich...
    Donna Laura, jetzt weiss ich auch, warum sie immer klein schreiben. Sie haben nur eine Hand frei.

  162. Freier Radikaler, "sicherlich...
    Freier Radikaler, „sicherlich keinen Fertigbeuteltee“. Wenn Sie sich da mal nicht täuschen… Schlimm, was ich neulich erst aus einer von Dons zahlreichen Silberkannen habe raushängen sehen.

  163. @fionn: „a fawning...
    @fionn: „a fawning courtier“ hätte ich auch nicht gewußt. Insofern ist es für beide Seiten bildend. Goethe war in Italien sicher ein anderer, obwohl ich manche Schlußfolgerungen Zapperis für zu weitgehend halte. In dieser Stimmung hätte er wohl „Liaisons dangereuses“ schreiben können. Er arbeitete aber lieber an der Iphigenie und am Torquato Tasso. Wie prince Matecki so recht bemerkt, wären aber vielleicht auch nur die „Wahlverwandtschaften“ herausgekommen. Es gibt sehr wenige deutsche Autoren, die mit Esprit schreiben konnten. Don Alphonso erwähnte schon Heine. Ich würde noch Lichtenberg, Jean Paul, E.T.A. Hoffmann (in seinen besseren Momenten) und Fontane beisteuern. So etwas wie Laurence Sterne haben wir leider nicht. Und Laclos auch nicht, but they order, said I, this matter better in France. Immerhin fühle ich mich bei den “Stützen der Gesellschaft” irgendwo zwischen dem Salon der Frau Jenny Treibel und dem Schloß des Dubslav von Stechlin. Und das ist das schlechteste nicht.

  164. In der Tat, das ist ein weites...
    In der Tat, das ist ein weites Feld. Gibt es auch in der Literatur eine tellurische Verbindung zwischen den Regionen und ihren Autoren? Gar eine der erwählten Heimat im Gegensatz zu derjenigen der Geburt? Konnte Thomas Mann nicht nur „München leuchtet…“ nur im Süden schreiben sondern selbst Buddenbrooks zwar in der Erinnerung an Lübeck aber nicht ebendort? Sondern auf einer ausgedehnten Reise mit Heinrich in Italien und anschließend in München? So viele Fragen…..
    Wobei sowohl Thomas Mann als auch Johann Wolfgang von Goethe ja gute Beispiele der Sublimation unterdrückter Begierde oder nicht (mehr) realisierbarer durch schriftstellerische Betätigung wären.

  165. @ etiterum
    sie schelm, sie...

    @ etiterum
    sie schelm, sie glauben vermutlich vieles, was irgendwo geschrieben steht. und sehen vermutlich nicht wenig fern? nein, die hand habe ich nicht mehr an der wiege, die jüngste ist bereits zwei und kann laufen.
    @muscat
    ja, schlimm, was aus der hübschen silberkanne raus hing (nicht was sie denken, etiterum!). ich glaube, es waren anläßlich der feier der bakterien in Don Alphonsos hals zwei kamillenteebeutel und ein pfefferminztebeutel.

  166. donna laura, wie lustig... -...
    donna laura, wie lustig… – was sie ueber fern des bueros geparkte wagen und eine gewisse diskretion bzgl. unterkunft, bevorzugte orte der nahrungsaufnahme und wochenendgestaltung schreiben, kenne ich doch sehr gut. – nicht von mir, ich habe als berufsanfaenger eh alte schrottkarren gefahren, in entsprechend vorzeigbaren miniapartments gewohnt und schon immer den pragmatismus einer nachdienstlichen stehpizza den komplikationen fadenscheiniger gourmettempeltreffen vorgezogen… – nicht so allerdings, die damen, mit denen ich damals ausging. – ihre beinahe schamhafte zurueckhaltung, eigenen hintergrund herunterzuspielen und zu verstecken, hat mir damals schon sehr gut gefallen und hat mich – auf eine durchaus ruehrende weise – auch immer ein wenig amuesiert. – …. sweet memories …. es war eine gute und lustige zeit. – thanks for the reminder.

  167. amuesiert hat mich auch, wenn...
    amuesiert hat mich auch, wenn ich das noch hinzufuegen darf, die dann spaeter regelmaessig ungeheure erleichterung, all das so sorgsam zurueckgehaltene nicht mehr verstecken zu muessen – die unverholene freude am schnack ueber die goetter der schere und ueber urlaubsziele, denen in der regel ein flottes ST. vorgestellt ist etc etc… – fast scheint es mir in rueckschau, dass gerade die damen, die all das am anfang so kunstvoll verbargen, doch schliesslich den meisten spass an all diesem quatsch hatte, ihn in gewisser weise auch am ernstesten nahmen. – wie gesagt: eine durchaus lustige zeit. – thanks for reminding.

  168. Leichtigkeit gab es in...
    Leichtigkeit gab es in Deutschland in der Musik:
    Mozart, Offenbach, die Johanns und der Richard Strauß.
    Die Literatur ist halt eine bürgerliche, und damit ist schon alles gesagt.
    + + +

  169. @ elbsegler 18.05
    gewiß, und...

    @ elbsegler 18.05
    gewiß, und es ist schön daß Sie das so klar sagen, das Vermögen ist kein entscheidendes Kriterium; ganz ohne Vermögen allerdings scheint es mir schwer; nicht so sehr weil man deswegen von der guten Gesellschaft abgelehnt würde, sondern weil man arbeiten muß und sich dabei unter Aufstrebenden und Rücksichtslosen bewähren und behaupten. Man fällt in den Existenzkampf zurück, den Vermögen (es mag auch nur eine kleine Rente sein) einem erspart.
    @Freier Radikaler 18.37
    mit „vornehm“ hab ich nicht so sehr den Habitus gemeint, obwohl man auch Probleme bekommen kann, wenn man z.B. nicht die Frau-Facharzt-rosa-graue-kirschgroße-Südseeperlen-Kette trägt die z.Z. hier de rigeur (und m.M.eben nicht „fein“ sondern „wer ko der ko“ ist), sondern was andres. Mit „vornehm“ meinte ich den Verzicht auf ungezogenes Dominanzgehabe (ich hatte mal eine Vorgesetzte, die sich immer auf meinen Schreibtisch setzte, nach meinen Utensilien grabschte, auch nach der Handtasche und sie außen und innen besah
    und dann so aus erhöhter Position mit mir sprach…) und häßlichen gemeinen Klatsch, Treten nach unten, Buckeln nach oben…

  170. Freier Radikaler
    "...wie soll...

    Freier Radikaler
    „…wie soll das den gehen?“ Das konnte man vor einiger Zeit im Finanzteil der FAZ lesen: “ Durch Veränderung der Eigentumsverhältnisse. “ Es hörte sich nicht nach einem Scherz an.
    Gruss

  171. @fionn 15:00
    .
    Mit der...

    @fionn 15:00
    .
    Mit der Barchetta die Rallye Monte Carlo? Non, non – noblesse oblige.
    .
    Wir möchten (indirekt) an der Oldtimerrallye teilnehmen: Der Sunbeam innerlich und äußerlich auf Hochglanz gebracht, die Copilotin mit dem Roadbook vertraut gemacht – bis Ende August ist für alles noch ausreichend Zeit. Und so fällt für den Don nebenbei eine kulinarische Einkaufstour incl. Tortenverkostung und für uns ein schön bebilderter Reisebericht aus 1. Hand ab. D´accord?
    .
    Wenn die hier geführte Berlindebatte Sie nicht nachhaltig von einem ersten Besuch abhält: Planen Sie diesen bitte für eine angenehme Jahreszeit ein. Im Winter kann ein NO-Wind mit 4 Beaufort schnell sibirische Eindrücke vermitteln. Kombiniert mit dem, nun: eigenwilligen Architekturstil der Stadt kann das schnell zu nachhaltig negativen Ersteindrücken führen. Im Frühling/Sommer ist das natürlich ganz anders …
    .
    Mit (gelegentlich wehmütigen Berlin-) Grüßen
    .
    f

  172. Vornehme Gesellschaft, ich...
    Vornehme Gesellschaft, ich spreche Sie, liebe Kommentatoren (sie wissen, beiderlei Geschlechts), deshalb so an, weil Sie sich vornahmen, in diesem Blog einen Text, ein Link, eine Tirade, Spott, Hymne etcetera zu publizieren. Der Wunsch wurde Wirklichkeit. Ihr Verhalten war vornehm. Wenn Sie dies jetzt auf Ihre Existenz hochrechnen, also all das, was wir armen Menschenkinder wollen, können, erstreben etcetera, und sie können dabei eine zufriedene Bilanz ziehen, führen Sie eine vornehme Existenz. Um nun zu einer vornehmen Person, oder gar einem vornehmen Menschen zu werden, erweitert sich das Anspruchsprofil um die Ökonomie, die Erziehung, die Bildung und die Erfahrung, wobei aus letzterer im Idealfall die Herzensbildung resultiert. Und aus Gründen des Gleichgewichts ist es vorteilhaft, wenn sich diese Faktoren in Hirn, Herz und Portmonaie sorgfätig austarieren. Aber dies muss man und frau sich alles vornehmen. Und, da sich Gleich und Gleich gerne gesellt, ergeben mehrere, viele, ganz viele (?) solcher Biographien eine Gesellschaft. Amen oder Wort zum Sonntag?

  173. Rosinante, das ist eine nette...
    Rosinante, das ist eine nette Vorstellung, aber sie reicht vermutlich nur bis zur hinteren und rechten Grundstücksgrenze meiner Eltern – warum, wird hier auch noch zu berichten sein.
    .
    fridericus, es muss kein Rennen sein, mir steht der Sinn eher nach Cote d’Azur einfach so mit Hinterland. Wobei die originale Monte Varlo Rallye ja eine Sternfahrt aus vielen Ländern war.

  174. Was die "Migranten" angeht -...
    Was die „Migranten“ angeht – ich glaube, die ersten Schritte sieht man durchaus bei Berufen, die international und kulturlastig sind. Wir studierten neben all den asiatischen Meisterschülerinnen der Musikhochschule, und die wollten alle nicht mehr zurück. Der Löwenanteil jedoch: Ältere Herren auf Suche nach Frischfleisch, wobei ich meine Zweifel habe, ob aus solchen deutsch-russischen Verbindungen viele Kinder kommen werden. Aber auch das ist eine traurige Wahrheit, über die noch zu berichten sein wird.

  175. donna laura, das war eine...
    donna laura, das war eine Ausnahme in einer Ausnahmekanne. Ansonsten trinke ich schwarz ohne alles, mit Vorliebe eher schwere Teesorten, vor allem Ceylon, und ich habe einen Hass auf parfümierte Tees wie Earl Grey.
    .
    Savall, ich kann mir das vor allem so erklären – zumindest aufgrund meiner eigenen Versuche – dass man Abstand braucht, um klarer zu sehen. Zumindest auf die lange Strecke. Die Nähe zum Geschehen zeitigt eher die knappe Reportage oder allenfalls das Reisetagebuch oder die Skizze. Aber nie ist die Sehnsucht und das Gefühl, das man beschreiben möchte, grösser und reiner, als mit Abstand. Abstand zwingt einen, das alles nochmal zu erleben, und das regt an. Dort sein dagegen verfettet den Geist.

  176. Donna Laura, es war und ist...
    Donna Laura, es war und ist hier ein Problem. Generell muss ich, da die Freuden der Körperlichkeit und des unmässigen Lasters für mich doch schon Dekaden zurückliegen, erst ein wenig an die wilden Tage zurückdenken, als das alles noch Praxis und nicht ferne Ahnung war. Zu dumm aber auch, aber, das betrifft auch die Frage von
    P.Seudonym – nein, natürlich gibt es keine Groupies. Nacktes Fleisch bekommt man als Blogger nur zu sehen, wenn man für Wurstwaren recherchiert, habe ich mir sagen lassen. Die Verführung von Lesers gälte zudem vermutlich auch als Vorteilsannahme, und da habe ich eiserne Grundsätze, für die es schon ein starkes Gift bräuchte, um sie aufzulösen. Wenn ich überhaupt in Frage käme, alt und schwächlich, wie ich bin.

  177. HansMeier555, es ist traurig...
    HansMeier555, es ist traurig zu sagen, aber vielen Journalisten gilt das beantworten von Kommentaren nicht nur als Zeitverschwenung, sondern auch als eine Art der Beschäftigung mit einer Unterklasse. Es gibt einfach Leute, die das aus Prinzip nicht tun, und es ist auch nur – die vermutlich angesprochene Zeot ist da eine Ausnahme – ein Schulterzucken wert, wenn ein Beitrag viele Kommentare hat. Kurz, was hier passiert, gilt unter Kollegen oft genug als wertlos. Auch und gerade dann, wenn sie selbst komplett unfähig sind, Kommentare und Gespräche anzuregen. Diese Verachtung ist Teil des beruflichen Leitbildes, und da sehe ich übrigens auch kaum eine Änderung. Manche, wenige denken da anders. Aber so, wie Herr Blau von der Zeit das macht, indem er die Autoren zwingt, zu antworten und Kommentare zuzulassen, ist es heute noch lang nicht üblich. Und die Ausflicht, dass man für sowas Communit Manager einsetzt, hilft auch nicht wirklich weiter. Man kann ja auch nicht in der Realität einen dummen Praktikanten hinstellen und dem sagen, dass er jetzt ein paar Nettigkeiten zu den Gästen sagen soll.
    .
    Troppau, grob gesagt ist das in der besseren Gesellschaft nicht so schlimm: Im Gegensatz zu Putzfrauen kennt doch jeder den ein oder anderen devoten Politiker, der für eine Spende, die sogar ich mir leisten könnte, das tut, was man von ihm erwartet. Ich denke, die Politik tut auch viel, um das Verhältnis zur Unterseite der Stiefel ihrer Herren angenehm zu gestalten. Liegt vielleicht daran, dass es, im Gegensatz zu reinigungskräften, die ihr Handwerk verstehen, so elend viele Politiker gibt.

  178. Lieber Don,
    .
    interessant, die...

    Lieber Don,
    .
    interessant, die bessere Gesellschaft ist wohl demnach doch nicht so geschlossen, wie man nach kursorischer Lektüre dieses Blogs meinen könnte. Ich dachte immer, die Zugehörigkeit zum Stand der Silberkannen-Liebhaber werde quasi vererbt. Soweit ich Sie verstehe, kann wohl beruflicher Aufstieg auch zu einem gesellschaftlichen führen, was in Deutschland eigentlich, so ist es zumindest populär zu behaupten, kaum möglich wäre.
    .
    Ich bezweifle allerdings, dass ein Studium an einer Musikhochschule (von wenigen Ausnahmen abgesehen) eine gute Basis für einen Beruf mit einträglichem Einkommen ist. Es sei denn, man betrachtet das Studium als eine formale Eintrittskarte in den (ersten, zweiten, dritten …) Heiratsmarkt der besseren Gesellschaft. So läuft das nämlich in Ostasien, wo Frauen deshalb studieren wollen/sollen, um sich einen ansehnlichen Mann zu angeln. Warum wollen die Asiatinnen eigentlich größtenteils ihr(en) Leben(sabend) in teutonischen Gefilden verbringen? Stehen sie nicht mehr auf asiatische Männer? Oder konnte der ein oder andere höhere Sohn ihrem (gezielt eingesetzten?) Charme nicht widerstehen?
    .
    Was die höheren Töchter anbelangt, frage ich mich, warum sich nach wie vor nicht wenige für sie interessieren. Hat dieser Beitrag http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/04/22/die-gewollte-unerreichbarkeit-der-hoeheren-tochter-durch-die-niederer-klassen.aspx etwa keinen bleibenden Eindruck hinterlassen?
    .
    Zu guter Letzt wäre auch eine etwas genauere Definition der besseren Gesellschaft in Deutschland angebracht. Wer gehört ihr an? Ist der Besuch bestimmter Schulen/Universitäten Voraussetzung? Werden gewisse akademische Berufsgruppen bevorzugt/ausgeschlossen? Gehört der Professor, der nur sein Fachgebiet beherrscht, zur falsch gebildeten Unterschicht, während die eifrig Opern besuchende Sekretärin, die sich auch noch viel stilvoller kleidet, von den fetten Tanten mit den gebläuten Haaren als eine der ihren angesehen wird? Oder dient die Stellung in der beruflichen Hierarchie (ab Abteilungsleiter/ab Richter am Landesgericht/ab Oberst etc.) als Richtschnur dafür, wie zu diskriminieren ist?
    Foersterliesel,
    .
    achso. In welcher Branche sind Sie denn tätig?

  179. freier Radikaler, das sind ein...
    freier Radikaler, das sind ein paar Fragen auf einmal. Die Sache mit den Asiatinnen habe ich mir von meinen Exüat-bekannten so erklären lassen, dass die Rolle der Frau in Asien nicht unbedingt die allerbeste aller Rollen ist. Um es konkret zu sagen: Es gab auch in meinem Leben einmal ein Geschäftsessen, bei dem ich mich genötigt sah, etwas aus der Rolle zu fallen. Ich kann es, um hier auch rückblickend nicht in Beschimpfungen auszubrechen, nur sagen: Unter solchen Cretins – ups – würde ich auch eher in deutschland bleiben wollen.
    .
    Ansonsten locken natürlich höhere Töchter trotz allem, und der Mann ist generell als nicht lernfähig einzustufen.
    .
    Eine Definition kann meines Erachtens jeder selbst vornehmen; in Deutschland spricht man ja aus Prinzip nicht über solche Fragen.

  180. prince Matecki, gern...
    prince Matecki, gern geschehen, es freut mich, wenn es gefällt.
    .
    Moritz, weil ich, und das muss man noch nicht mal global betrachten, Angehöriger einer kleinen Minderheit bin und hier wiederum jener Minderheit, die, um es einfach zu sagen, davon lebt, so zu sein. Alles, was ich hier erkennbar tue (ich lasse manches andere aussen vor, aber formal könnte es zumindest so sein) ist. mich nur mässig gut zu benehmen, indiskret sein, das dreimal pro Woche laut lachend niederzuschreiben, und dafür genug Geld zu bekommen, dass ich zusammen mit dem Bestand leben könnte wie die Made im Speck. Das ist nicht gerade das, was man als göttliche Gerechtigkeit bezeichnen kann, selbst wenn ich mich bemühe, das amüsant zu beschreiben.

  181. Don,
    .
    die paar Asiatinnen...

    Don,
    .
    die paar Asiatinnen werden sich sicher gut assimilieren. Bei den Herren auf der Suche nach Frischfleisch wage ich mangels Erfahrung kein Urteil zu fällen.
    .
    Bei der Erwähnung des Begriffs „Migrant“ durch ErnstWilhelm dachte ich übrigens eher an jene, die in Deutschland aufgewachsen sind. Der Deutsche mit syrischen Wurzeln, der zum Speckkauf nach Meran fährt, oder der mit senegalesischem Hintergrund im Vorstand eines Konzertvereins? Der asiatisch aussehende Entwicklungsleiter eines süddeutschen Automobilkonzerns im Café zwischen fetten Tanten am schwarzen Ceylon mit abgespreiztem Finger nippend? Ist das vorstellbar?

  182. Ach, warum nicht? Eine Stadt...
    Ach, warum nicht? Eine Stadt weiter lebt ein ausgesprochen beliebter persischer Arzt in einem hübschen Jagdschlösschen. Da denkt sich keiner was.

  183. Werter Don Alphonso, machen...
    Werter Don Alphonso, machen Sie weiter so! Inspirieren Sie Ihre Leserschaft zu Dingen, die in der Hektik des Alltags leider oft übersehen werden. Ich gebe zu, mitunter mit einem Anflug von Neid Ihre Ausflug-Reportagen über die Bergpässe in die Schweiz und nach Italien zu verfolgen. Ich tröste mich dann, dass ich über das Mitlesen und die schönen und stimmungsvollen Bilder (auf denen der blaue Himmel Bayerns und auch das Kulinarische nicht zu kurz kommen) an der entspannten Leichtigkeit Ihrer vorbildhaften Lebensführung teilhaben darf. Vielen Dank!

  184. @ abf - bittedanke!
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    @ Freier...

    @ abf – bittedanke!
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    @ Freier Radikaler
    in der gesellschaft gibt es ausreichend gelegenheiten, den richtigen partner zu finden, und wenn seine familie die wurzeln in einem anderen land hat, ist das eher als positiv zu beurteilen. beispielsweise stammt die familie meines mannes aus – irland und frankreich! von meiner ganz zu schweigen. wobei hier nicht in dekaden gerechnet wird, eher über längere zeiträume hinweg.
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    @ Don Alphonso
    und ich vermutete ob ihrer sehr weit obigen ausführungen (rebellmarkt?), sie blieben mit ihren neigungen auf dem perserteppich, der von ihnen als austrageort gewisser tätigkeiten gerühmt wurde. das klang doch eher rezent, sie armer alter mann. was macht ihr zeh? beste genesungswünsche!
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    wäre das peinlich gewesen, wenn clinton über das praktikantinnenkleid hinaus anlass zu reinigungsaktionen der präsidialen auslegeware geliefert hätte …
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    „und der Mann ist generell als nicht lernfähig einzustufen.“ ist das nicht eine ganz furchtbar faule ausrede? meine herren!

  185. der junge aus der...
    der junge aus der nachbarschaft ist aber nicht ohne zufall teil des don alphonso. sagen wir es so: autoren, zumal jene, die in der biografischen „ich-form“ schreiben, glauben gerne, dass sie dadurch von sich selbst ablenken könnten. und immer, immer nehmen sie topoi dafür. charaktere, die sich nicht mehr wehren können. interessant ist jeweils aber bloß die auswahl. (das ist übrigens manchmal sehr ungerecht gegenüber den vorlagen. so ist sie, die kunst.)
    ich bin übrigens ein „groupie“. ich erkannte es vor kurzem daran, dass ein enttäuschter liebhaber mich zum finale wütend anzischte: „dann werd‘ doch glücklich mit deinen blogs! und deinen DON ALPHONSOS!“

  186. So, jetzt auch noch von mir:...
    So, jetzt auch noch von mir: Herzlichen Glückwunsch! Ich lese hier ziemlich oft mit, und finde den bürgerlich-realistischen Blick sehr interessant.
    Zu Berlin: immerhin gibt es da ja Benjowskis Teeladen, http://benjowskitea.de/,
    also kann da nicht alles schlecht sein (ja, ich wohne da, schon länger, und will auch nicht weg). Oder woher bezieht man im goldenen Süden seinen Tee ?
    — exk

  187. Alles, was in Richtung...
    Alles, was in Richtung Dallmayr Nr. 4 geht

  188. <p>Lieber Don...
    Lieber Don Alphonso,
    Glückwunsch auch von mir. Bitte unbedingt weitermachen.
    Ich bin wieder einige Monate in den USA, und ich habe gerade mit meinem Schwiegersohn gewettet. Gibt es Don Alphonso wirklich – oder handelt es sich eher um eine Kunstfigur, na, Sie wissen schon, wie Dr. Sommer von Bravo?
    Ein einzelner Journalist, meint mein Schwiegersohn, könne es kaum schaffen, all die Fragen in diesem Tempo zu beantworten. Möchten Sie sich outen? Warte gespannt in den USA auf Ihre Reaktion.

  189. Liebe donna laura, lieber...
    Liebe donna laura, lieber Don,
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    also wenn das in Deutschland wirklich so ist, dann ist dieses Land weitaus liberaler als viele andere Länder der westlichen Hemisphäre, wie Frankreich, UK oder die USA.

  190. Ms. Phipps, danke für das...
    Ms. Phipps, danke für das Lob, gerne bin ich auch bereit zuzugeben, dass ich nur ein Journalist und ein Stück Mann bin, wobei das eine Stück Mann sich natürlich erlaubt, den Charakter etwas anders zu formen.
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    Freier Radikaler, so unliberal finde ich Deutschland nicht. Im Gegenteil, angesichts von Promiköchen und anderen Talkshowfüllmaterial geht mir die Liberalität viel zu weit.

  191. itha, gar keine dumme Analyse,...
    itha, gar keine dumme Analyse, aber ich wollte den wirklich auch ein wenig weiter leben lassen, zumindest virtuell. Und der Liebhaber ist immer zu beruhigen, wenn man ihm ein Bild des mittelalten, unterlangen Mannes mit dem kurzen Hals zeigt.
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    donna laura, bedaure, aber Perserteppiche sind in aller Regel zu hart und, falls etwas verschüttet wird, auch ein wenig zu wertvoll. Gerade die Seidenteppiche am Tegernsee sind viel zu dünn für solche Dinge.

  192. Köstlich, das Schöne ist ja:...
    Köstlich, das Schöne ist ja: Die weniger leichten Momente bekommt hier keiner mit, und das ist auch ganz angenehm so. Ich habe mir vorgenommen, hier nicht gross zu jammern, auch wenn es Anlässe gäbe, und ich denke, dem Bild des reichen Webigtuers ist am besten gedient, wenn ich das genau so praktiziere. Vielen Dank für das Lob!
    .
    Paulchen, für Fragen bin ich jederzeit offen.

  193. @John Dean: "Die Kunst besteht...
    @John Dean: „Die Kunst besteht wohl darin, einen einigermaßen gut gelungenen Kompromiss zu bewerkstelligen, jedenfalls so weit, wie es einem möglich ist.“ Ja, ist schon ein schöner Zug der Natur, dass sie Wertvorstellungen an sich einander widersprechen lässt. Ist man dann mit einer gewissen argumentativen Kreativität gesegnet, so kommt man im Leben gut zurecht. Aber vielleicht hat man sich diese Kreativität ja auch verdient, oder sie ist die von Gott geschenkte Gnade. Wie auch immer. Es soll wohl so sein.

  194. Vielen Dank für die Antwort...
    Vielen Dank für die Antwort auf meine Frage zum Feedback der beschriebenen Schichten! Einen kleinen Tadel kann ich mir allerdings nicht verkneifen: „Sylvester“?!

  195. "Und der Liebhaber ist immer...
    „Und der Liebhaber ist immer zu beruhigen, wenn man ihm ein Bild des mittelalten, unterlangen Mannes mit dem kurzen Hals zeigt.“ – lieber DA, das argument würde zählen, wenn es denn so wäre, dass der autor und nicht der liebhaber derlei features für sich vereinnahmt.

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