Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die neuen Herren und die alten Westviertel

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Wenn man früher wissen wollte, wer das Sagen hat, ging man in die Westviertel. Dort war die lokale Prominenz, das Geld und die Macht, die Reichen und die wichtigen Leute. Heute ist dort immer noch die lokale Prominenz und das Geld. Die Macht ist aber bei den Märkten, die Reichen sind Russen und Chinesen, und die wichtigen Leute kennt keiner mehr, noch nicht mal in den Westvierteln, die damit die eigentlichen Verlierer der Globalisierung sind.

Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.
Karl Marx, Manifest der Kommunistischen Partei

Früher war es vergleichsweise einfach, ein Honoratior zu werden, um dieses antiquierte Wort zu benutzen, eine Stütze der Gesellschaft, ein Reicher oder jemand, von dem das Umfeld sagte, er sei wichtig. Im Kern ging es einfach darum, im eigenen Dorf oder der eigenen Stadt in den richtigen Kreisen geboren zu sein, dann ergab sich das alles ganz von selbst. Kinder von Notaren, Fabrikanten und Apothekern traten die Nachfolge der Eltern an und heirateten die richtigen Partner, und immer kannte man jemanden, der bereit war, ein Kind so zu vermitteln, dass es in einer Seitwärtsbewegung in einem anderen Bereich, aber in der gleichen Schicht tätig werden konnte. Der Umstand, dass die besseren Kreise recht früh Familienplanung betrieben, während schlechtere Kreise und religiöse Kleinbürger die Last des Bevölkerungswachtums trugen, verstärkte bis in die 70er Jahre die typisch deutsche Elitenbildung, an deren Ende das westdeutsche Westviertel mit all seinen Überzeugungen, Strukturen auf Gegenseitigkeit und sogar einer gewissen Egalität seiner Bewohner untereinander stand.

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Heute gibt mir die Word-Tippfehlersuche „Honoratior“ als Verschreiber an, und auch sonst hat sich in Zeiten von Computern und Internet vieles geändert: Die lokalen Eliten sind, gerade weil sie lokal sind, eigentlich keine Eliten mehr, sondern nur noch Globalisierungsopfer; Opfer auf hohem Niveau, weil sie einerseits die Profiteure der Geldströme sind, die um den Globus jagen, aber andererseits in ihrer lokalen Verhaftung eben auch Spielbälle dieses Geldes, dessen Entscheidungen längst nichts mehr  mit ihnen zu tun haben. Und die Entscheidenden wiederum sind nicht mehr lokal anzutreffen; statt dessen hat sich im allgemeinen Verständnis eine neue Oberschicht herausgebildet, die man als „die Reichen“ oder „die Elite“ betrachtet, in der die Notare, Apotheker und Mittelständler keinen richtigen Platz mehr haben.

Dieser Auffaltungsprozess, diese Knautschzone beim Zusammenstoss der Welt mit sich selbst mag vor allem die Armen treffen, die zum Spielball bildungsferner Rechtspopulisten werden, sie mögen die Kleinbürger verunsichern, aber „Unten“ bleibt innerhalb des Landes zumindest unten, und darf sich dabei noch glücklich schätzen. Alles, was nicht zur Elite gehört, erhält mit dem Industrialisierungsopfer in China, den kaputten Näherinnen in Bangladesch und den entindustrialisierten Katastrophenregionen des britischen Peso und der Vereinigten chinesischen Kolonien Amerikas etwas, das darunter angesiedelt ist. Gewinner sehen anders aus als der deutsche Durchschnittsbürger, aber eigentlich steht er im Vergleich gar nicht so schlecht da.  Oben sieht das grundlegend anders aus.

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Nehmen wir beispielsweise eine Bekannte, die etwas älter als 40 Jahre ist, und deren Eltern in einem  südlichen Vorort von München als arriviert gelten dürfen. Wie alle jungen Menschen mit begrenzten Gaben hatte sie nach dem verpflichtenden Abitur die Wahl zwischen Jura und BWL, entschied sich für Zweiteres und wurde danach klassisch versorgt: Ein Nachbar war ein Entschidungsträger in einer mittelkleinen, feinen bayerischen Bank, erleichterte ihr den Einstieg auf einem angenehmen Posten, und nach der althergebrachten Überzeugung wäre sie dort geblieben, hätte ihren Fähigkeiten entsprechend Beförderungen erhalten und sich bemüht, dass ihre bei dieser Bank kleinanlegenden Eltern auch weiterhin reich und geachtet geblieben wären.

Es mag wie eine Ironie wirken, dass dieser konservative Lebenslauf von konservativ denkenden Entscheidern  mit dem Segen einer konservativen Staatspartei zerstört wurde – aber die mittelkleine, feine Bank wurde nach ein paar Skandalen von einer ebenfalls mittelkleinen, aber etwas grösseren bayerischen Bank gefressen. Als noch junges Rädchen durfte sich die Bekannte glücklich schätzen, nicht zu den Synergieeffekten zugerechnet zu werden, und in jenen Tagen galt man schon als gefördert, wenn man nicht entlassen wurde. Die nunmehr mittelgrosse Bank sah sich in Konkurrenz zu globalen Banken und musste effektiver werden; die Titel der Bekannten wurden ab und an besser, während unter ihr die Abteilungen gestrichen und zusammengelegt wurden; Sekretärinnen verschwanden, und allen wurde nahegelegt, in Zukunft noch mehr zu leisten, wollte man vor dem Markt bestehen.

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Ein paar schöne Titel und Konzentrationsprozesse mehr, ist sie immer noch dort, wo sie angefangen hat: Gerade noch so mit dabei, unten in der Hierarchie, und die Zeiten, da sie ab und an mit dem Vorstand im Aufzug stand, sind auch Geschichte. Die Bank war nicht gerade klug und geschickt auf dem grossen Weltmarkt, sie wurde aufgespalten und verkauft, und aus einem Teil wurde ein Haus, das nun als Skandalbank gilt. Sie sitzt im „richtigen“ Haus, aber über ihr haben die neuen Besitzer etliche Hierarchiestufen eingezogen, von denen sich die meisten im Ausland befinden und nur als Kommandogeber ohne Rücksprachemöglichkeit bekannt sind. Nie war sie weiter von der Spitze entfernt als in jener Bank, in der sie laut Titel auf den Visitenkarten eine leitende Stelle haben soll – nur ist darunter niemand ausser einer viertelten Sekretärin, die sie leitet.

Das ist natürlich auch dem Ruf im Viertel nicht zuträglich, wo die meisten den Paradigmenwandel selbst bei ihren Kindern erleben mussten. Der Aufstieg in die höchsten Sphären, die man früher selbst gewesen ist, oder die die Nachbarn waren, ist heute weitgehend verwehrt, und wer dorthin möchte, braucht erheblich mehr als die richtigen Bekannten im richtigen Westviertel: MBA-Titel, die richtige Universität, die richtigen Sprachen, die richtige Einstellung zum Kampf, sicher auch einiges an Zynismus und Verachtung für eine Welt, die es aufzubrechen gilt. Denn wer ganz an die Spitze will, muss eben jenes behäbige Klientel der Westviertel überbieten und ausstechen; er darf sich nicht den Strukturen andienen, die ihm einen gesicherten Platz offerieren konnten, sondern jenen neuen, ortlosen Kommandoebenen, deren wichtigstes Kennzeichen nicht das Bestreben nach einem sicheren Standpunkt ist, sondern die stetige Suche nach besseren Durchstiegen zu jenem Gipfel, der sich mit jeder Krise und jedem Wachstum weiter auffaltet.

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Würde das Westviertel Karl Marx lesen, käme es vielleicht auf den Begriff der „Ursprünglichen Akkumulation“, mit dem Marx eine Voraussetzung der Revolution beschreibt – der Umverteilung, die, auf die Spitze getrieben, den Aufstand der besitzlosen Massen gegen die Besitzenden zur Folge haben wird und muss. Der Kapitalismus hat sich dagegen ein soziales Mäntelchen umgehängt und die schreienden Ungerechtigkeiten auf jene Rohstoff- und Produktionsmärkte ausgelagert, auf denen entschieden wird, in welcher Region der Welt für den Reichtum unserer Gesellschaft geschuftet, gehungert, gemordet und krepiert wird. Das Westviertel jedoch, dessen Vorzug es immer war, bei diesen Prozessen am richtigen Ende der Verteilung zu stehen, sieht sich nun einer ganz ähnlichen Entwicklung ausgesetzt: Akkumuliert wird nicht mehr nur das Geld bei internationalen Oligarchen, sondern auch die Macht. Nicht mehr der Nachbar hat bei der Karriere die Hand im Spiel, sondern eine Abteilung irgendwo in der Welt, die Evaluationsgespräche führt, und Benchmarks verwaltet. Diese Machtakkumulation hat das Westviertel weitgehend ausgeschlossen und abgehängt. Würde man dort Marx lesen, vielleicht auch ein wenig über die Frage der zukünftigen Stellung nachdenken, und sich hinlänglich ungerecht behandelt fühlen, könnte man sich sogar fragen, ob es nicht Zeit für eine Revolution gegen dieses System wäre, bevor es einem die Kinder nimmt und sie zu einer Schicht degradiert, die vielleicht noch eine gewisse Funktion, aber kein Ansehen mehr hat.

Dazu jedoch dürfte man nicht saturiert und ohne echte Bedrohung des eigenen Wohlstandes sein; erst dann regt sich Angst und Widerstand. Nach dem scheinbaren Ende der Finanzkrise jedoch erzählt man sich wieder von neuen Visitenkarten der Kinder und tratscht hintenrum, dass es den Kindern der anderen in Wirklichkeit nicht im Mindesten so gut geht, wie sie selbst behaupten. Marx würde vielleicht lächeln, wenn er sehen könnte, was aus seinen Feinden wurde.

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252 Lesermeinungen

  1. Die Kunst ist es zu...
    Die Kunst ist es zu „Hubschraubern“ um in den aktuellen Strukturen zu bestehen.
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    Es geht darum genügend Wind und Lärm zu veranstalten, um auf sich aufmerksam zu machen.
    Man schwebt über den Dingen; bloß nicht in den Niederungen landen.
    Der Pilot muß gut sein, jedoch nicht zu gut damit er den schwebenden Passagier nicht übertrumpft.
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    Und natürlich muß man sich schnell genug davonmachen können.

  2. Nicht nur Marx lächelt....
    Nicht nur Marx lächelt. Merci.

  3. Im verlinkten Artikel hatten...
    Im verlinkten Artikel hatten Sie ihn noch nicht als das bezeichnet, was er ist. Danke, dass Sie es an dieser Stelle getan haben.
    Ach so, effektiv und effizient – da hab‘ auch ich meine Schwierigkeiten damit.

  4. wie wahr, wie wahr ... leider...
    wie wahr, wie wahr … leider … Ihrer Beobachtungsgabe und Ihrem spielerischen Umgang mit Worten und Gedanken gilt seit Monaten meine volle Anerkennung … auf gut österreichisch „I’m loving it“ ;-))

  5. Wer eine Zeit lang täglich...
    Wer eine Zeit lang täglich mit dem Nachwuchs der Business und Law Schools (ehemals BWL- und Jus-Fakultäten) zu tun hat, den kann das Beispiel ihrer Bekannten nicht erschrecken. Selber schuld sind sie die Abiturienten und Abiturientinnen, wenn sie auf der Suche nach scheinbarer Sicherheit und guten Karriere-Möglichkeiten in ihr Verderben rennen und den Massen in die (Elite?) Schools folgen. Wie sagte letztens der Personalvorstand der Telekom in einem Interview der wiwo:
    *
    „So wie Universitäten haben auch Management-Schulen einen ganzheitlichen Bildungsauftrag. Wir brauchen mehr intellektuellen Tiefgang, um die Welt des Managements zu erfassen. Um Probleme in Unternehmen nachhaltig zu lösen, ist nicht nur Ökonomie wichtig, sondern auch Geschichte, Soziologie,
    Psychologie, Philosophie. Und die Reflexion der eigenen Person.“
    *

  6. Volltreffer, werter Don. Die...
    Volltreffer, werter Don. Die gemütlichen Zeiten sind vorbei. Allerdings nicht nur für die Kinder der Westviertel, sondern auch für die der Leute, die hinter dem Bahnhof leben. Die können sich auch auf nichts mehr verlassen. Der Honoratior mit der kleinen Maschinenfabrik sorgte nicht nur dafür, dass seine Tochter „Karriere“ bei der örtlichen Bank macht, sondern auch dafür, das der Sohn seines Industriemeisters auch wieder bei ihm lernen konnte.Seit der clevere Sohn (der mit dem MBA) des Honoratiors die Mehrheit der Firma an die Konkurrenz aus Frankfurt verkauft hat, um endlich auch zum „Global Player“ zu werden, die dann von dem indonesischen Investor gekauft wurde, der den Sohn erst zum Senior Vice President ernannt und dann kaltgestellt hat, ja seit dem braucht man in der Firma die Söhne der Meister nicht mehr, denn wegen der Synergieeffekte wurden die Patente der Firma an den indonesichen Investor übertragen und die Produktion in ein chinesisches Arbeitslager, heute „Sonderwirtschaftszone“ genannt, ausgelagert. So werden aus Honoratioren leitende Angestellte.

  7. Reiterjunge, aber genau das...
    Reiterjunge, aber genau das ist es doch, was in meinen Kreisen so deutlich verpönt ist. Dazu wird man auch gar nicht erzogen, wie sollte man es später können?
    .
    Muscat, bitte, gern geschehen.

  8. TDTF, gern geschehen, ich...
    TDTF, gern geschehen, ich schreibe halt, wie mir der Schreibschnabel gewachsen ist – im Zweifelsfall rede ich mich auf das Bayerntum hinaus.
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    stola, danke, die Frage ist halt: Wie sorgt man dafür, dass die Wahrheit einen nicht überflüssig macht und ausschaltet?

  9. a13, mit meinen nicht...
    a13, mit meinen nicht vorhandenen Praktika und Volontariaten käme ich theoretisch nicht mal in die Nähe einer Position, wie ich sie ab und an bekleide – irgendwas läuft da falsch, oder auch: Ich war immer zu dumm für gute Zeugnisse, aber nie der Dumme.
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    elbsegler, das wäre in etwa das andere Beispiel einer ehemals gut laufenden Spinnereimaschinenfabrik in der kleinen, dummen Stadt an der Donau gewesen. Wie auch immer: Für die am unteren Ende ist die Leitungsebene unerreichbar geblieben, für die am oberen Ende wird sie es gerade.

  10. Haha, na vielleicht erbarmt...
    Haha, na vielleicht erbarmt sich ja einer der Kapazitäten die Ketten zu sprengen, damit man wieder Herr nicht nur im Westviertel wird. Irgendwas muss sich doch mit den ganzen formalen Qualifikationen anstellen lassen.

  11. @Don Alphonso
    Nun ja, ein...

    @Don Alphonso
    Nun ja, ein schöner Euphemismus: Die Leitungsebene wird für die am oberen Ende gerade erreichbar. Als Durchgangsstation. Auf dem Weg nach unten. Da werden noch ganz andere Ebenen „erreichbar“ werden.

  12. Don, mit dem zugrunde liegende...
    Don, mit dem zugrunde liegende Gedanke ihres Artikels stimme ich überein, aber das Beispiel einer durchschnittlich begabten Frau passt nicht so recht. Die hätte nämlich früher auch keine Karriere gemacht, sondern unter dem Druck der Gesellschaft geheiratet und spätestens nach der ersten Schwangerschaft aufgehört zu arbeiten. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Als meine erste Tochter 3 Monate alt war und ich wieder zu arbeiten anfing, wurde ich vor das Tantengericht gestellt. Formaler Anlass war der Geburtstag der ältesten Tante. Anwesend waren 2 andere Tanten und meine Mutter. Es gab mehrer ausgezeichnete Kuchen. Als ich mich gerade an diesem selbstgebackenen Luxus erfreuen wollte, ergriff die Obertante, die natürlich am Tischende saß, das Wort und erklärte mir mit strenger Miene, dass Frauen sich in unseren Kreisen um ihre Familie kümmern und nicht für Geld arbeiten gehen. Um meine Mutter nicht vor ihren Schwestern bloßzustellen, fing ich weder einen Streit an, noch lief ich wutschnaubernd raus, sondern antwortete nur höflich: ‘Eines schickt sich nicht für alle, siehe jeder wie er’s treibe, siehe jede wo er bleibe und wer steht, dass er nicht falle.’ Und als ich ruhig weiter Kuchen aß, trauten sich die Damen nicht, Goethe in Frage zustellen.

  13. Sozialromantik von oben....
    Sozialromantik von oben. Kindliche Vorstellung von Wirtschaft. Ein blinder Fleck.

  14. Don-nerwetter, die Revolution...
    Don-nerwetter, die Revolution im Anmarsch, und der alte Marx marschiert avanti. Welche Ausgabe seines globalen Bestsellers haben Sie? Doch nicht etwa die in blauer Plaste? Bitte mit Photo antworten!
    Nehmen Sie den alten Marx bei Damenbesuch aus dem Regal? Oder ersetzen ihn sogar? Durch wen?
    Das Westviertel kann einem leidtun.
    Noch eine Frage in eigener Sache: Eine griechische Kollegin fragte mich nach einem Rezept fuer Mohnkuchen. Haben Sie einen guten Link?
    Ihr lächelnder Marx erinnerte mich an den lächelnden Chinesen, der lächelt, weil er die Mauer noch hat. Das nennt man wohl globale Solidarität. Grüße aus Highgate!

  15. Lieber Don Alphoso,
    es scheint...

    Lieber Don Alphoso,
    es scheint doch, dass sich nach langer Zeit nun endlich wieder eine Elite bildet und die Westviertel-Spreu (ob durch Inzest oder „Verunreinigungen“ entstanden, sei dahingstellt) von dem -globalen- Westviertelweizen trennt. Gemäss Darvin kein unerwarterer Vorgang, meine ich.
    Herzlichst,
    Ihre D. C. Erxleben

  16. Driver, alles was man will:...
    Driver, alles was man will: http://www.chefkoch.de/

  17. Der arme Darwin, für was der...
    Der arme Darwin, für was der mittlerweile alles herhalten muss.

  18. D.A., Reiterjunge: Da seh ich...
    D.A., Reiterjunge: Da seh ich nicht so schwarz. Ich vertraue auf die Fähigkeiten
    der Piloten und auf ein Übermaß an „design to cost“ bei den Hubschraubern.

  19. Lieber Don Alphonso, Sie haben...
    Lieber Don Alphonso, Sie haben leider vollkommen recht. Es ist aber nicht nur so, daß die „Beziehungen“ der Westviertel austrocknen und durch die Globalisierung die Entscheidungsebenen abwandern, sondern eben die klassischen Berufe zu keinem vernünftigen Einkommen mehr führen (Mediziner, Anwalt, Notar etc.).
    .
    Das bisher noch nicht bekannte Problem in den Firmen wird sein, daß keiner Mehr Lust hat, wenn’s nicht weitergeht: „Dienst nach Vorschrift durch völlige Demotivation“. Bisher sind wir hier wenigstens noch die großen Käufer des ganzen Chinaschrotts. Und wenn wir das irgendwann mal nicht mehr sind, weil wir selbst nichts mehr verkaufen, dann gehen Don Alphonso und ich eben einfach mehr Rodeln…

  20. @a13: Bei Personalvorständen...
    @a13: Bei Personalvorständen beschleicht mich immer der Verdacht, daß die Herren Wasser predigen und Wein trinken bei solchen Aussagen (oder umgkehrt). Den ein oder anderen unterbeschäftigten Geisteswissenschaftler soll es ja auf den Arbeitsmärkten noch geben, sogar (gerüchteweise) Wirtschaftsstudenten die mehr als ein Nicht-Fachbuch gelesen haben – allein, wer fragt danach schon im Auswahlgespräch. Da geht es ja um Case Studies und Managementmodelle.

  21. a13: " Um Probleme in...
    a13: “ Um Probleme in Unternehmen nachhaltig zu lösen, ist nicht nur Ökonomie wichtig, sondern auch Geschichte, Soziologie, Psychologie, Philosophie. “
    .
    Spricht der Telekompersonaler und wärmt damit nur ganz alten Spinat auf. Das gab es schon einmal, in der 80er, 90er Jahren, als die Banknasen ihrer geistigen Monokultur, an der sie zu ersticken drohten, überdrüssig wurden und gezielt fachfremde Quereinsteiger einstellten. An sich brotlose Künstler wie Germanisten, Philosophen und gar Theologen sorgten dann für ein wenig firmenkulturellen Dünger.
    Hat aber a la longue wohl nicht viel genutzt.

  22. @Don: na, da ist Ihnen jetzt...
    @Don: na, da ist Ihnen jetzt aber mal wieder ein zartes Mürbeplätzchen von Artikel gelungen! –
    In gewisser Weise hubschraubert man schon als Quereinsteiger. Muß man, geht nicht anders. Man muß sich ja in die Intrigenhölle irgendwie einklinken und mit ihr interagieren, ganz praktisch. Und immer schön neutral und freundlich bleiben, denn man sieht sich immer zweimal..

  23. Werter Don , wieder mal ein...
    Werter Don , wieder mal ein Artikel zum Nachdenken! Für viel schwerwiegender und äusserst bedauerlich ist aber auch die Tatsache das die alten Handwerkskünste am Aussterben sind!! Da geht uns eine Menge Kultur (und auch Elite) verloren!!

  24. Lasst euch ja nichts anderes...
    Lasst euch ja nichts anderes einreden:
    http://www.scribd.com/doc/3230173/Story-of-Ferdinand

  25. Manch eine(r) freute sich auf...
    Manch eine(r) freute sich auf eine Zukunft in einer Bank mit Zukunft, welche sich bald als ein Leben auf der Bank & ohne Zukunft entpuppte. Es gilt zu differenzieren, welche von den Honoratioren vermittelten Erfahrungen als allgemeingültig, welche als noch immer gültig, welche als derzeit gültig und welche als überkommen eingestuft werden müssen. Mit der Zeit kristallisiert sich m.E. Machiavelli als allgemeingültig und alles andere überkommen heraus, nur scheinen sich einige nicht recht verortet zu haben.

  26. Ich vermisse ein paar Worte...
    Ich vermisse ein paar Worte zum Politikerangebot in NRW & Sachsen – z.B. zur Frage ob Kauf oder Miete …

  27. So fuehlt es sich an, wenn man...
    So fuehlt es sich an, wenn man langsam, aber sicher die Kontrolle verliert? Da hilft es auch nicht, ex sehr viel post zu erkennen, dass man ohnehin weniger Kontrolle hatte, als man meinte. Stattdessen nur viele Optionen, wenn’s mal falsch laufen sollte. Meist brauchte man die dann ja gar nicht, weil das Selbstbewusstsein angesichts superiorer Kontrolle/Optionen jegliches Versagen oder Als-Loser-betrachet-Werden verhindert hat. Da hilft nur wuerdevolles Altern und Eingraben der dicken Berthas Bildung und Stand? Finde es allerdings pervers, dass vielen jungen Leuten heute gar nicht erst der Aufstieg davor moeglich ist, jenseits der geviertelten Sekretaerin nach 10 Trainee-/Assi-Jahren.

  28. Werter Don,

    vielen Dank,...
    Werter Don,
    vielen Dank, schon allein für den Ausdruck „bildungsferne Rechtspopulisten“.
    Auch in einer Region der Welt, in der tatsächlich für den Reichtum anderer Gesellschaften geschuftet, gehungert, gemordet und krepiert wird, gibt es solche Figuren. Hier blinken sie nach links und biegen dann doch nach rechts ab.
    Grüsse aus dem ungeschüttelten Südzipfel.

  29. hwollert 15:35
    .
    ...eindeutig...

    hwollert 15:35
    .
    …eindeutig Miete. Die Sanierungs-und Instandhaltungskosten lassen sich derzeit
    nicht einschätzen, die Rendite ist ungewiß und der Wiederverkaufswert: ???

  30. lieber don, blattschuss, ganz...
    lieber don, blattschuss, ganz recht beobachtet, und es fällt auch schon seit einigen jahren auf: auch bei westviertelkindern gehen die lichter allmählich aus …
    .
    sinn und zweck des alten westviertels ist es ja nicht, mit und in seinem leben glücklich zu werden: sondern zu arbeiten.
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    man kann es aber auch lassen, wenn man nicht darauf angewiesen ist – und das ist man als sdg nicht -, als monatslöhner unter joch zu laufen.
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    weswegen man, wenn man einigermassen klug – was selten der fall – ist, auch besser nicht (länger) angestellt arbeitet, auch wenn die eltern den wohlklingenden visitenkarten und dem zunächst abhanden gekommenen sozialprestige lautstark nachweinen.
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    ohne allzuviel gejammer (über berufsverkehr, kollegen, die dümmliche sekretärin und so etwas grässliches wie chefs), geld- und arbeitsaufwand kann man sich auch irgendwie beschäftigen – hat spass dabei und bezahlt seine ausgaben.
    allerdings ist man dann irgendwann selbst chef. und hat wieder sozialprestige. was die eltern freut.
    die alte story von der katze und ihrem hintern, in den sie sich beisst.
    .
    .
    was machen eigentlich die so konditionierten, freigesetzten westviertelkinder mit maloche-hirn den lieben langen tag? geld zählen? modelleisenbahn spielen? marx lesen? revolutionen schmieden? yoga? rodeln? bald im ausland putzen gehen? es ist und bleibt bitter.

  31. @maternus: [1.] und warum hat...
    @maternus: [1.] und warum hat es nichts genutzt? [2.] und wem hat es nichts genutzt? [3.] und wem haben sie was gebracht, die entwicklungen seit den 80er und 90er jahren?
    *
    @Elitesse: ihr verdacht mag durchaus zutreffen. ich finde es aber nicht falsch, was derr herr personalvorstand gesagt hat. ich glaube die richtung stimmt, zumindest wenn man nicht die absicht verfolgt, die absolventen von law und business schools möglichst schnell und reibungslos zu instrumentalisieren.

  32. Sollte ich recht haben, umso...
    Sollte ich recht haben, umso schlimmer. Denn wenn der Erkenntnis, daß nicht alle Weisheit dieser Welt in Managementbüchern steht, keine Taten folgen, kann es mit der Erkenntnis nicht weit her sein. Und Taten sehe ich nicht. Solche Worte sind Blabla für die Presse, ändern aber nichts. Schlimmer noch: wie sollte man jemanden respektieren, der so dreist Unwahrheiten von sich gibt?
    .
    Davon abgesehen: die Personalmanager entstammen ja zunehmend selber einer Generation, die um klassische Bildung weiträumig Bogen geschlagen hat und mit Scheuklappen auf die eigene Materie fokussiert war – wie sollen die noch ein Faible für das ihnen Fremde pflegen können?

  33. Wunderbar.

    Übrigens haben...
    Wunderbar.
    Übrigens haben die Japaner die Chinesen als größter Halter von US-Staatsanleihen wieder abgelöst (zumindest was die direkte Durchrechnung angeht): http://egghat.blogspot.com/2010/02/zahl-des-tages-170210-45000000000.html
    Es müsste also wahrscheinlich eher “ Vereinigte chinesisch-japanische Kolonien Amerikas“ heißen ;-)
    Jaja, ich bin wieder kleinlich heute …

  34. Bravo, verehrter Don Alphonso!...
    Bravo, verehrter Don Alphonso! Sehr gelungen.
    Da viel heiße Luft gewirbelt werden muß, und das ohne Scham, haben doch ein paar Leutchen aus neuen Schichten eine Chance. Gute Kinderstube inhibiert doch mitunter zu sehr.
    Apotheker und Notare seh ich (zumindest hierzulande) nicht in Gefahr. Gebietsschutz, tapfere Abwehr der Konkurrenz aus Drogerie- und Supermärkten und geschützte Treuhänderfunktionen sorgen schon dafür. Bei den Anwälten allerdings ist alles anders, es gibt ja auch schon zu viele.
    @ colorcraze 15:18
    so ist es, Sie sehen scharf (und formulieren doch immer verbindlich)

  35. @a13
    Sicher hat der Herr...

    @a13
    Sicher hat der Herr Personalvorstand recht. Aber haben nicht diese Herren mit iihrem Efiizienz- und Optimierungsgeschwafel nicht den stromlinienförmigen Blitzstudenten gefordert, den uns nun die Bachelor-Schnellbesohlung beschert hat? Wie verträgt sich ein Studium im Schnelldurchgang mit dem Anspruch auf ein studium generale? Nur schwer. Was ist denn vom „ganzheitlichen Bildungsauftrag geblieben? Wer fordert denn ständig, die Ausbildung stärker auf die Bedürfnisse der Wirtschaft auszurichten? Die Studenten würden gerne eine „ganzheitliche Bildung“ genießen. Es ist immer das gleiche Spiel. Jetzt kommen die erdsten bachelors von den Unis und schon stellen die Herren in den Chefetagen fest, dass die ja viel zu schmalspurig ausgebildet sind. Fehlt nur noch, dass einer behauptet, die Absolventen seien zu jung und ohne Lebenserfahrung…

  36. Wie wahr, werter D.A., sind...
    Wie wahr, werter D.A., sind Ihre Beobachtungen aus diesmal wieder. Und doch braucht man nicht ganz so schwarz zu sehen. Die Globalisierung und ihre reizende Krise (vulgo: Finanz-Krise) trennen die Spreu vom Weizen nicht nur so, wie von Ihnen beschrieben, und nicht nur in West-Vierteln, sondern in ganzen Ländern (warum sind es auch hier wieder die West-Länder D & F, denen es besser geht?). Wir in Deutschland und Frankreich als zwei von den ganz wenigen Ländern signifikanten Gewichts bleiben nicht nur weiter oben, die anderen fallen auch noch tiefer. In D hat der größte Schröder aller Zeiten (der Kanzler, nicht die Fam.Min.) (ich mag den Mann nicht, aber wo er recht hatte, hatte er recht) die DM (Verzeihung: den Euro binnen Deutschlands) stark abgewertet: In D steigen die Löhne seit 1999 um 3%, in unseren südlichen Urlaubsländern um 33-38%. Mit dt. Qualität wollte man dort nie mit uns konkurrieren, aber jetzt sind deutsche Lohnstückkosten auf koreanischem Niveau, d.h. die Greichen et alt. können nicht mal mit billigen Löhnen gegen uns konkurrieren. Das Westviertel ist oben, und die Nachbarn hinterm Südbahnhof sind woanders ….
    .
    Und in der kleinen dummen Bank Ihrer Bekannten, nun ja, die meisten Banken können’s halt nicht, haben wir gesehen. Wer als Bank noch Steuern zahlt und nicht zum Volkseigenen Betrieb Finanzkombinat verkommen ist, hat auch wieder eine gesunde Mischung in der Geschäftsleitung, gern und immer lieber wieder auch Deutsche. Wenn Ihre Bekannte was kann, aber nur dann, dann hat sie auch noch eine Chance, und sogar eine gute.
    .
    Nur so gemütlich wie früher wird’s nimmer.

  37. Werter Herr Alphons,
    Sie...

    Werter Herr Alphons,
    Sie hatten es ja schon treffend auf den Punkt gebracht:
    „Wir sind Tote auf Urlaub…“

  38. Wehrter Don,
    jetzt bin ich...

    Wehrter Don,
    jetzt bin ich doch etwas unorientiert,
    werdet Ihr noch zum Revolutionär?
    Oder ist es Euer Mitgefühl für eine langsam aussterbende Art?
    Herzlichst P.

  39. @ elbsegler - zustimmung!...
    @ elbsegler – zustimmung!
    bilden sie mal einen geisteswissenschaftler in sechs semestern aus. und nur die besten ‚dürfen‘ noch den master machen … ach so, stimmt ja, ich vergass: die braucht man ja nicht …

  40. bevor das westviertel...
    bevor das westviertel revolutionaer wird, engagiert es sich den teufel. das ist zwar schon einmal schiefgegangen, doch wie ich hier lesen kann, ist die hoehere intelligenz auch unter den stuetzen ein minderheitenphaenomen.

  41. Die Eltern kommentieren das...
    Die Eltern kommentieren das Westviertelnachwuchshandeln der ganzen kleinen dummen Stadt. Das Kind dem längst entflohen. Als Entflohene ist man verwundert, weshalb die Töchter und Söhne so selten zum Bergbesteigen Lust haben, diese Langweiler. Will denn sonst keiner wissen, wie es da draußen und da oben ist? Dabei hatten wir verdammt lang Zeit geisteswissenschaftlicher zu werden und haben jetzt die Gelegenheit, es allen zu zeigen, wenn wir uns nicht damit beschäftigen wollen, das Erbe zu verbrauchen.
    Gruß von draußen auf halber Höhe. Bitte weiterkommentieren, Monsieur Don, und guten Aufstieg.

  42. Ist das wirklich so? Es...
    Ist das wirklich so? Es kreißte das Westviertel und gebar… Mittelmaß? Woher dann kommen diejenigen, die weniger Stützen als vielmehr Motor der Gesellschaft sind?

  43. Bar, Besitz und Beziehungen...
    Bar, Besitz und Beziehungen sind immer noch wichtig in der Deutschschweiz. Nur … Beziehungen: früher war Beziehungen zu Goldman S., McKinsey und friends wichtig, doch nicht mehr – stimmt oder? Ich wenigstens habe weder GS, UBS, Citi, JP Morgan oder McK auf meinem Lebenslauf. Zu „low-powered“ bin ich…

  44. "Das Westviertel jedoch,...
    „Das Westviertel jedoch, dessen Vorzug es immer war, bei diesen Prozessen am richtigen Ende der Verteilung zu stehen, sieht sich nun einer ganz ähnlichen Entwicklung ausgesetzt:…“
    .
    […]
    .
    „Nicht mehr der Nachbar hat bei der Karriere die Hand im Spiel, sondern eine Abteilung irgendwo in der Welt, die Evaluationsgespräche führt, und Benchmarks verwaltet.“
    Endlich! (Ich weiß, das ist böse von mir…].
    Aber warum soll es dem Westviertlern besser gehen als denen, auf die sie schon immer herabgeschaut haben.
    Und die sie als Konkurrenz mit Vitamin B für ihre Brut zum Teil übel austricksten (Vitamin B: Bruder, Vater, Onkel bei MAN, dann wird die Brut was, auch wenn sie dumm oder faul oder beides ist…).

  45. "er darf sich nicht den...
    „er darf sich nicht den Strukturen andienen, die ihm einen gesicherten Platz offerieren konnten“. Also, das sog. Kapital ist und bleibt konservativ- er muss sich also jenen Strukturen andienen, er darf aber nicht dort stehen bleiben.

  46. donna laura hat mich auf etwas...
    donna laura hat mich auf etwas gebracht, „Die Tugend des Arbeitens“ scheint nämlich nichts mehr wert zu sein. Aus einer Unternehmerfamilie kommend, finde ich es im Prinzip völlig normal viel zu arbeiten. So bin ich aufgewachsen. Während man sich früher dadurch besonders ausgezeichnet hat, wird es heute von den Bürosklaven nach „10 Trainee-/Assi-Jahren“ (Rebound 15:40) als selbstverständlich erwartet bis spät Abends oder länger im Büro zu sitzen – für Witz-Gehälter, die keine Familie ernähren können.
    .
    Am nervigsten wird es dann, wenn sich solche Bürosklaven in ihrer Verzweiflung zu „Selbständigen“ aufschwingen, zu „Ich-AGs“, und ihre Sklavenprinzipien plötzlich mit wirtschaftlich denkenden Unternehmern in Konkurrenz treten. Rund-um-die-Uhr Geschleime beim Kunden, mit Dumping werden die Preise kaputtgemacht, da sie natürlich kalkulationsunfähig und geschäftsuntüchtig sind. Und da steht man nun da als Unternehmer und rauft sich die Haare. Das ist mein täglich Brot.
    .
    Wenigstens ist es so, daß die Altvorderen der „Westviertel“ doch meist zu einem gewisses Vermögen gebracht haben und dies im Gegensatz zu Lottomillionären auch einigermaßen halten können. Das macht einen unabhängig. Und selbst wenn man das nicht hat: irgendwann kommt die Erkenntnis, daß man sich nicht alles gefallen lassen muß.

  47. Sicherlich Don, meine...
    Sicherlich Don, meine Erfahrung mit dem Tantengericht liegt 27 Jahre zurück, aber vor nicht so langer Zeit hat mich die Tochter der Tantengerichtvorsitzenden in meinem Büro (das heißt, während der Arbeit) angerufen, um mir Vorwürfe zu machen, dass ich mich nicht ausreichend um meine alte, demente Mutter kümmere. Als ob ein Tiger sich zur Altenpflege eignen würde! So etwas konnte und kann ich nur delegieren.

  48. Werter Don, was chinesisches...
    Werter Don, was chinesisches Porzellan betrifft, würde ich Sie überall und jederzeit als Autorität anerkennen, Ihre Marx-Kenntnisse allerdings sind, nun ja, nicht ganz auf dem Niveau Ihres kulturgeschichtlichen Wissens.
    Im 24. Kapitel von „Das Kapital“, betitelt „Die sogenannten ursprüngliche Akkumulation“, geht es keineswegs um die Voraussetzungen der Revolution, sondern um die Voraussetzungen des Kapitalismus (insofern natürlich auch um die Vorraussetzungen der Revolution, aber das wäre jetzt doch etwas zu jesuitisch spitzfindig). Der Begriff selbst stammt von Adam Smith und faßt das alte liberale Märchen zusammen, das Marx so paraphrasiert: „In einer längst verfloßnen Zeit gab es auf der einen Seite eine fleißge, intelligente und vor allem sparsame Elite und auf der andren faulenzende, ihr alles und mehr verjubelnde Lumpen.“ Und aus den einen wurden dann die Kapitaleigner, aus den anderen diejenigen, die für diese arbeiten durften. (Kommt einem bekannt vor, oder? Dieses Märchen wird noch heute gepredigt.)
    Marx hält dagegen: „In der wirklichen Geschichte spielen bekanntlich Eroberung, Unterjochung, Raubmord, kurz Gewalt die große Rolle.“ Und auf den folgenden rund 50 Seiten beschreibt Marx dann, wie sich die „ursprüngliche Akkumulation“, das heißt, die Freisetzung von Arbeitern und das Zusammenraffen von Vermögen, in England tatsächlich zugetragen hat. Der brilliante Text ist bis heute großartig zu lesen und auch Gegnern des Marxismus und von Marx als Lektüre zu empfehlen: http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_741.htm
    Diese kleine philologische Krittelei soll jedoch, werter Don, keinesfalls als Kritik an Ihrem ebenfalls sehr schönen und erhellenden Text aufgefaßt werden – wie käme ich dazu, einen Text kritisieren zu wollen, der dem Westviertel Marx-Lektüre empfiehlt. In den heutigen Zeiten ist nichts angebrachter.

  49. Würde man im Westviertel Karl...
    Würde man im Westviertel Karl Marx kennen, wäre man sicher erstaunt, dass er in London ein typischer Westviertelbewohner war, der mit seiner gutbürgerlichen Familie allsonntäglich wie alle englischen Bürger Roast Beef mit Yorkshire Pudding aß.

  50. Wenn aber der Klimawandel...
    Wenn aber der Klimawandel jedes Unternehmertum zu teuer macht und die Umstände alle zur Zusammenarbeit zwingen, wird ein Systemwechsel wohl statt finden müssen. Schliesslich ist es doch klar, dass man in Zukunft aus Steuergeldern nicht mehr viel ins IWF u.ä. einzahlen können wird.
    Danke für den neuen Beitrag, bin gerne bei der erwähnten 20.000, gratulations.

  51. etiterum 19:53
    ...genau das...

    etiterum 19:53
    …genau das hat das sog. Kapital aber gemacht; es ist genau vor der Obertante
    von Der Tiger 13:41 stehengeblieben und verharrt dort.

  52. Ich spüre einen Wandel im...
    Ich spüre einen Wandel im Klassenurteil. Das bestärkt natürlich nur die Sicht, dass es auf Dauer wie in Singapur wird…http://www.complaintschoir.org/singapore/complaintschoir_about_sing.html

  53. Hier ein wütender alter...
    Hier ein wütender alter Westviertelherr der einem globalisierten Florida-Rolf öffentlich heftigst die Leviten liest. Und jener hat eine relativ dünne Haut, mehr rodeln könnte helfen, aber vielleicht schwierig in Florida.
    (Der Spaß beginnt ab Minute 13 circa.)
    http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/3921678?pageId=&moduleId=311210&categoryId=&goto=&show=

  54. Ein sehr interessanter...
    Ein sehr interessanter Artikel, aber mit einer unklaren Botschaft: Was soll eigentlich gesagt werden? Alles war früher besser? Die Zeiten ändern sich? Globalisierung ist gut/schlecht?
    Unter den Strich kommt tatsächlich heraus: Alles ändert sich; alles bleibt beim Alten.
    Persönliche Kontakte, Networking, Einschmeichelung bei den Richtigen, steuert den Erfolg. Nur muss man heute andere Kontakte haben, sich bei anderen Einschmecheln, usw. (Und, ja, Kompetenz und Erfolg sind immer noch sehr unterschiedlichen Sachen.)

  55. elbsegler, donna...
    elbsegler, donna laura,
    .
    „bilden sie mal einen geisteswissenschaftler in sechs semestern aus.“
    .
    das geht durchaus. In den angelsächsischen Ländern ist der Bachelor Regelabschluss. Und mal ehrlich: Sind das wirklich Schmalspurakademiker? Werden britische/amerikanische Firmen wirklich so schlecht geführt? Wenn ja, wären doch beide Volkswirtschaften längst am Ende. Sind sie das? Im ostaiatischen Raum verlässt man die Uni auch mit dem Bachelor. Sind z. B. japanische Firmen den deutschen grundsätzlich unterlegen?
    .
    Hier wird so getan, als wenn das, was an Hochschulen gelehrt wird, sooo wichtig für die Praxis wäre. Ist es das? Oder zählt nicht doch Berufserfahrung mehr als jegliche akademische Bildung?

  56. Wir haben heutzutage ein...
    Wir haben heutzutage ein merkwürdiges Phänomen:
    Gnadenlostester Manchester- Kapitalismus für die Erwerbstätigen und Rundumversorgung für den Parallelgesellschafter meist morgenländischer Provenienz, der seinen Lebensunterhalt mit Zeugung von möglichst vielen Nachkommen bestreitet und auch ansonsten eher antisozial gestimmt ist gegenüber der Mehrheit, die ihn nährt und dabei keinerlei Skrupel hat. Irgendwie fühlt man, daß das nicht gutgehen kann.

  57. ...also da bleibt doch bei...
    …also da bleibt doch bei dieser ganzen (an-)stellungskriegerei nur noch ein erfolgsrezept: ordentlich erben, da kann man so manchen schönen trip mit dem hubschrauber unternehmen.

  58. @Annette: Der Bachelor in...
    @Annette: Der Bachelor in angelsächsischen Ländern dauert häufig vier Jahre. Ebenso in Japan. In Deutschland nach der Reform nur drei. Und ein Jahr kann lang sein. Was den Zustand der beiden fraglichen Volkswirtschaften betrifft: haben Sie im letzten Jahr Zeitung gelesen? Der Wall Street hätten ein paar Personen mit etwas mehr common sense und Weitblick sicher nicht geschadet. Ob da allerdings noch mehr Jahre an der Uni geholfen hätten, bezweifle ich.
    @DA: ich bitte um Verzeihung für zunehmendes off-topic Gespräch. Aber das Kapital habe ich nie gelesen, ich kenne nur Kapitalmarkt.

  59. Oh, nur zu, man tue sich...
    Oh, nur zu, man tue sich keinerlei Fesseln an (das machen dann schon andere in anderen Momenten)

  60. Mittelmässige Kinder in...
    Mittelmässige Kinder in Positionen die sie kaum ausfüllen können sind mir die letzten 20 Jahre reichlich begegnet. Im „Epizentrum“ Frankfurt kann ich die gescheiterten Bankkarrieren täglich verfolgen. Aber es gibt die Ausnahmen hinsichtlich Qualität und Charakter die mich frohgemut stimmen. Allerdings sollten die besseren Kreise sich überlegen den eigenen Spross doch lieber einer Aufgabe zuzuführen, die keine globale Auswirkung im Falle des Scheiterns haben. Prosa und Dünkel verhelfen leider nicht zu einer adäquaten Einschätzung von Risiko.

  61. Dem ein oder anderen würde...
    Dem ein oder anderen würde vielleicht weniger schwülstiges Gebaren und angestrengtere Taten in der schönen neuen Welt nicht schlecht tun. Sonst ist man der Worte irgendwann zu müde, weil die Realität einen zu sehr beschäftigt.

  62. Gefesselt bin ich ohnehin...
    Gefesselt bin ich ohnehin schon durch äußere Umstände, das Bildungssystem und meinen beschränkten Horizont – da will ich es mir wenigstens mit dem Gastgeber nicht verscherzen. Könnte ich vielleicht noch etwas Tee bekommen, bitte?

  63. Gerne. Trotzdem kann hier...
    Gerne. Trotzdem kann hier weiter der Abschweifung gefröhnt werden.

  64. H. Sulz, Sie schneiden da ein...
    H. Sulz, Sie schneiden da ein Segment an, das der kuehlen Diskussion bedarf, ohne dass man sich als Freund der Sarrazinschen oder Buschkowskischen Verkuerzungen zeihen lassen muss.

  65. @ Elitesse (16:49): ich wäre...
    @ Elitesse (16:49): ich wäre da sehr vorsichtig mit vorverurteilungen. ich bevorzuge eine offene und kritische analyse der ursachen, welche zur derzeitigen lage geführt haben. daneben ist zu bedenken, dass manager auch nur menschen sind, mit spezifischen aufgaben und täglich neuen herausforderungen. auch ihnen steht es zu, dass man fair mit ihnen umgeht. immer, in guten wie in schlechten zeiten.
    *
    @ elbsegler (17:21): [1.] der bologna prozess und die folgenden veränderungen im bildungssystem sind nicht nur das ergebnis von managern. verantwortung dafür haben ebenso politiker (beschluss des systems in bologna 1999) wie auch das lehrende personal in den bildungseinrichtungen.
    *
    [2.] in wirtschaftswissenschaften sehe ich keinen „großen bruch“ zwischen dem alten und dem neuen system. die inhalte sind die gleichen. ich zweifle auch daran, dass die „alten“ dipl.kaufleute oder volkswirte anders „ticken“, oder wesentlich besser ausgebildet sind wie ihre bachelor-nachfolger. mit ganzheitlicher bildung haben weder die alten noch die neuen studien und ihre abschlüsse etwas zu tun und ob ein sich im trend befindendes studium generale etwas ändern wird bezweifle ich.
    *
    [3.] wenn die studenten wirklich alle gerne eine ganzheitliche bildung „genießen“ würden, warum rennen sie dann in die law und business schools?

  66. @a13: Ich glaube, daß in den...
    @a13: Ich glaube, daß in den meisten großen Firmen mit institutionalisierten Strukturen sich niemand mehr die Zeit nehmen kann und will, eigenwillige Kandidaten mit Lebensläufen jenseits der Norm und des formalen Anforderungsprofils nach ihrer Brauchbarkeit zu sortieren – denn das läßt der Effizienzdruck nicht zu und eine solche Auswahl kostet Zeit und Geld. Es ist aber verlogen, wenn der Personalchef eines großen Unternehmens Leitlinien und Wünsche formuliert, die aller Wahrscheinlichkeit nach innen nicht umgesetzt werden und an deren Umsetzung auch kein Interesse bestehen kann (weil das unter Kostendruck nicht zu leisten ist). Für diesen Kostendruck wiederum sind gerade die deutschen Konsumenten mit ihrer extremen Preissensiblität mitverantwortlich – jeder einzelne von uns, oder doch viele.
    .
    Ich stimme Ihnen aber zu, daß die alten BWLer und VWLer auch nicht eben die fleißigsten Besucher philosophischer oder naturwissenschaftlicher Vorlesungen zwecks Allgemeinbildung waren und der Bachelor nur bei einer Minderheit eine Einschränkung der Freiheiten darstellt. Dafür ahne ich aber, warum die Studenten die Law und Business Schools stürmen: weil sie Sicherheit wollen. Sicherheit auf einen Job, auf ein gewisses Ansehen, auf die Befriedigung materieller Bedürfnisse, die solche Abschlüsse in einer unsicheren Welt noch am ehesten zu garantieren scheinen.

  67. Ihr tändelt. Ihr spielt. Ihr...
    Ihr tändelt. Ihr spielt. Ihr glotzt romantisch. Ihr langweilt.

  68. "...und die Zeiten, da sie ab...
    „…und die Zeiten, da sie ab und an mit dem Vorstand im Aufzug stand, sind auch Geschichte.“
    Das Beispiel zeigt, wie wichtig Soft Skills sind. Wahrscheinlich blieb es im Lift beim unverbindlichen Small Talk. Ein ebenso unverbindlicher Blow Job wäre der Turbo Boost für die nächste Stufe auf der Karriereleiter gewesen. Und die Tanten wären vor Stolz über die Visitenkarte der neuen COO schier geplatzt: Chief Oral Officer.

  69. was sich Nachts nicht für...
    was sich Nachts nicht für merkwürdige Blogs finden lassen. Bei Tage sind sie wohl auch noch da? Da lese ich nur die ersten Zeilen des Verfassers und muss schon aufrichtiges Mitleid für die wohl nicht vorhandenen Kinder der „Kunstfigur“ empfinden. Ist die bessere Gesellschaft von gestern in der berühmten dritten Generation und der Niedergang ist bereits unauhaltsam und heute schon in Stein gemeißelt?

  70. Beruhigend zu wissen, in...
    Beruhigend zu wissen, in welchen Dunstkreisen die veritablen Dramen der „Gesellschaftsstützen“ sich offenbar abspielen: Notare, Apotheker, mittelkleine Abteilungsdirektoren, mittelständische Unternehmer et al. Was ich in ihrem Westviertelweltbild schmerzlich vermisse, ist die Berücksichtigung einer Gesellschaftsschicht, in der solche Mittelmenschen schlichtweg uninteressant sind: die Schicht der Gelehrten, d.h. jener Familien, in denen nicht die Heirat mit dem Nachwuchsnotar respektive der Landarzttochter von Bedeutung ist, als vielmehr eine qualifizierte Promotion oder eine möglichst breit rezipierte Habilitationsschrift als Ausweis eines gesellschaftlichen Standings gilt. Und das – selbstredend – nicht in irgendwelchen subalternen Everybody-Fächern wie Jura, Medizin oder BWL, sondern in jenen Fakultäten, in denen die Orchideen trefflich blühen. Denn wie könnte man seine Verachtung der mittelmäßigen „Society“ gegenüber angemessener zum Ausdruck bringen, als durch eine Professur in Vorderasiatischer Archäologie, Musikwissenschaft oder Klassischer Philologie? Offensichtlich vernebeln vierzig (?) Jahre Westviertel den Blick über den Tellerrand: Es gibt sie, jene Sphären der Gesellschaft, in denen man schon aus Prinzip nicht wissen will, wofür die merkwürdige Abbreviatur „MBA“ wohl stehen mag und es schlichtweg als müßig erachtet, sich über derartige Mittelexistenzen zu echauffieren.

  71. Chardin, eines der genannten...
    Chardin, eines der genannten Fächer hatte ich im Nebenfach, und ich hatte nicht im Mindesten den Eindruck, dass Professoren und Studenten mit dem beschriebenen Lebensumfeld ein Problem gehabt hätten.
    .
    elita, vielleichzt sollte man sich das Mitleid für andere aufheben. Wir haben schon so viel überlebt, das wird auch diesmal irgendwie schon gut gehen.

  72. Verraten Sie mir welches...
    Verraten Sie mir welches dieser Fächer das war?

  73. VA unter Hrouda in München....
    VA unter Hrouda in München.

  74. Lieber Don, danke für die...
    Lieber Don, danke für die gelungenen Fotos;
    das 2. zeigt den BETTELWURF, den Hausberg von Hall in Tirol- kennen Sie das hübsche Städtchen?
    Wenn Sie wieder mal dort sind, vielleicht speisen und übernachten wollen, dann sollten Sie im http://www.goldener-engl.at/ einkehren- ich bin mir sicher, dort gefällt es Ihnen; fragen Sie nach dem Dachzimmer!
    Grüße Sie

  75. "wir haben schon so viel...
    „wir haben schon so viel überlebt“… „wir“…
    Ob man darüber wohl morgen noch sprechen wird?
    Und wie man sich morgen wohl noch fühlen darf?
    Das Beständigkeit des „wir“ scheint doch recht relativ…

  76. <p>Sepp Kluibnschedl, gut...
    Sepp Kluibnschedl, gut erkannt!
    .

    .
    Das Bild entstand von der anderen Seite aus, kurz vor Igls.
    .
    Hall ist bestens bekannt, wie auch der Goldene Engl – allerdings nur als Restaurant, zum Übernachten ist die Heimat viel zu nah.
    .
    Karriereberaterin, Sie haben eine überschäumende Phantasie. Ich denke, es geht eher um eine gewisse Gleichheit in der Firma, die dadurch ausgedrückt wird.

  77. Wiesbadener, das Westviertel...
    Wiesbadener, das Westviertel hatte natürlich auch den Vorteil, dass die eigenen Versager regional nur begrenzt schaden konnte; das Investment-Bankstertum zeigt ja, was passiert, wenn eine negative Auslese global das Ruder in der Hand hat.
    .
    elfentanz, erben oder reich heiraten. Zweiteres geht schneller, ersteres ist nachhaltiger.

  78. dunnhaupt, ja, die gute...
    dunnhaupt, ja, die gute bürgerliche Doppelmoral, da kam auch Marx nicht aus.
    ineffable, danke, allerdings bin ich bei Systemwechseln skeptisch: Das macht niemand wirklich gerne oder gar freiwillig.

  79. Verehrter Don Alfonso,

    Das...
    Verehrter Don Alfonso,
    Das Westviertel in Hamburg ist der Slum in Bangkok.
    Hinterm Bahnhof in Ebisu ist wie Westviertel in Karlsruh‘
    Alles ist viel einfacher als wir denken:
    Tegernsee ist nicht der Nabel der Welt !
    (Den gibt es nämlich nicht, Gott sei Dank.)

  80. Don, mir ging es nur darum,...
    Don, mir ging es nur darum, darauf hinzuweisen, dass talentierte, junge Frauen heute noch genauso wie gestern eine blitzsaubere Karriere machen können, wenn sie bereit sind, zu akzeptieren, dass im Bankwesen dieselben Mechanismen dem beruflichen Fortkommen dienen, die gemeinhin eher in anderen Branchen (irgendwas mit Medien) verortet werden. Im Westviertel und auch anderswo hat man aber häufig noch immer die naive Vorstellung, die feine Bank wäre doch ein besonders sauberes Umfeld, mithin ein besonders geeigneter Arbeitsplatz für die Tochter. An diesem Image konnten selbst die Ereignisse der beiden letzten Jahre nichts ändern. Außerdem wollte ich in jedem Satz mindestens einen Anglizismus unterbringen – in Bankerkreisen ebenso ein Must wie bei Telekomikern, und meine hier mitlesenden Tanten sollen auch nicht en détail verstehen, was sich hinter den ihnen nicht unbedingt geläufigen Begriffen verbirgt.

  81. ...was soll schon sein; ein...
    …was soll schon sein; ein heilsamer Schock, ein kleinerer oder auch größerer
    Kater…eine Weile kleinere Brötchen backen …sich auf das besinnen, was
    man kann

  82. Jetzt mal Hand aufs Herz!
    Die...

    Jetzt mal Hand aufs Herz!
    Die von Ihnen beschriebene Handarbeit ist doch eher die Ausnahme als die Regel, oder?

  83. lieber Don Alphonso, Ihr...
    lieber Don Alphonso, Ihr Eintrag bleibt ganz nah am Phänomen, seinen Mechanismen, seinen Personen und seinem Gang am Faden der Geldmaximierung. Die glaubhaft geschilderte Realität erstickt fast den Einspruch. Doch scheinen Sie mir als eine Art Opfer der Westviertel-Gruppenhaft. Gut, das „Westviertel“ und die normative Kraft, die dessen materielle Möglichkeiten haben, ist das Thema dieses Blogs und Teil Ihres Autorenvertrages oder Ihrer Mitarbeitervereinbarung mit dem „Blatt“ im Hintergrund. Aber innerhalb des Westviertels Ihrer Stadt sind Sie selbst ein Exot. Und, wie stark wäre Ihr Nomadismus, der Ihnen ja möglich wäre, wenn der zentrale Immobilienbesitz nicht zur Örtlichkeit zwänge?
    .
    Diese Frage ist mühsam und vielleicht doch nicht, denn die Antwort haben Sie allein im Titel Ihres Buches „Rebellion ohne Markt“ schon selbst gegeben. Die Rattenfänger des Geldmarktes im Zeitalter seiner elektronischen Beschleunigung sind mit Schnelligkeit, Schlauheit und weit mehrheitlich unbelastet von kulturellen Bildungsinhalten eine normative Tatsache. Und im Gegensatz zu jenen bildungsfernen Schichten, die der Rechtspopulismus anspricht (Ihre schöne Formulierung), handelt es hier um eine -auch akademisch gebildete- Schicht, deren kultureller Kanon im Fluss der political correctness so luftundurchlässig versiegelt ist, dass man diese mit banalem Linkspopulismus steuern kann. Und, bitte verstehen Sie mich vor Ihrem religiösen Familienhintergrund nicht wieder falsch: Aber wenn der Rechtspopulismus faschistischen Stallgeruch hat, warum bitte hat der Linkspopulismus dann keinen solchen?

  84. Liebe Rosinante, ich muss ganz...
    Liebe Rosinante, ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich von allen Häusern dieser Erde keines so mag wie mein Geburtshaus, und mir keine Region so schön vorstellen kann wie jene, an dessen nördlichem Tor es steht. Zwischen Donau und Po sehe ich mich daheim. Linkspopulismus, das wird nicht gerade dem komplexen Umfeld gerecht; sagen wir grob, es ist einfach der Frage geschuldet, ob man sich in Bayern oder eben auch der ganzen Region dem konservativ-reaktionären Mainstream unterwarf und anpasste, oder eben rebellierte.

  85. Die besten Zeiten, in...
    Die besten Zeiten, in Deutschland, sind eben vorbei. Deshalb sitze ich jetzt in Kasachstan und habe doch meinen Spass. Aber ich stamme ja auch nicht aus einem Westviertel sondern von Hof. Ein Personalchef sagte mir uebrigens mal, dass er im Zweifelsfall Landwirtskinder bevorzugt. Die koennten noch arbeiten.

  86. Den Absturz einer "besseren...
    Den Absturz einer „besseren Gesellschaft“ (oder was sich eben dafür hielt) konnte man im Osten schon vor 20 Jahren beobachten, als nämlich den parteinahen Kreise den Boden unter den Füßen verloren. Die konnten ihre mittelmäßig begabten Kinder nicht ziwschen Jura und BWL wählen lassen (um in der DDR Jura studieren zu dürfen, musste man schon in der dritten Generation rot sein, wie die Feuerwehr und das waren dann doch nur die Wenigsten), sondern sie wurden Ökonom, Parteisekretär und jene, deren IQ ihrer Schuhgröße glich, wurden Pionierleiter. Manche hatten noch soviel Weitsicht, ihren Kindern einen Medizin-Studienplatz zu versorgen, was sie unbeschadet über die Wende brachte. Der Rest ging (zeitweise) unter.
    Aber keine Angst, wenn es selbst alte Parteifreunde wie Hr. Tillich wieder zum Ministerpräsident bringen können, dann werden auch für die Angehörigen des Westviertels irgendwann wieder bessere Zeiten anbrechen. Einfach 20 Jahre abwarten.

  87. Elitesse,
    .
    "Ich stimme Ihnen...

    Elitesse,
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    „Ich stimme Ihnen aber zu, daß die alten BWLer und VWLer auch nicht eben die fleißigsten Besucher philosophischer oder naturwissenschaftlicher Vorlesungen zwecks Allgemeinbildung waren und der Bachelor nur bei einer Minderheit eine Einschränkung der Freiheiten darstellt. Dafür ahne ich aber, warum die Studenten die Law und Business Schools stürmen: weil sie Sicherheit wollen. Sicherheit auf einen Job, auf ein gewisses Ansehen, auf die Befriedigung materieller Bedürfnisse, die solche Abschlüsse in einer unsicheren Welt noch am ehesten zu garantieren scheinen.“
    .
    das Bild, dass man gemeinhin und nicht zuletzt in diesem Blog von den Vorstandsetagen hat (lauter BWLer, VWLer, Juristen etc.) ist wohl nicht ganz richtig: http://www.karriere.de/beruf/ingenieure-an-die-macht-6813/
    .
    Mal ganz abgesehen davon, dass der MBA eigentlich etwas für diejenigen ist, die zuvor *nicht* Wirtschaft studiert haben: http://de.wikipedia.org/wiki/Master_of_Business_Administration

  88. Tja, die Bekannte mit der...
    Tja, die Bekannte mit der viertel-Sekretärin tut mir nur begrenzt leid. Wir Arbeiterkinder mussten/müssen uns bis heute noch meist ohne Empfehlungen von irgendwelchen Bekannten die irgendwo was zu sagen haben durchbeißen. Wenn die Stelle so schrecklich ist, soll sich die Bekannte doch etwas anderes suchen, das machen normale Leute in meinem Umfeld zumindest so ;-)
    Zum Bachelor/Master-System: So ganz stimmt das nicht mit der Schmalspurausrichtung, zumindest in meinem jetzt umgestellten Studiengang (Ingenieursstudium) sind im im Bachelor 28 Leistungspunkte für Wahlpflichtfächer(da kann man schon eine gewisse Auswahl treffen und die ist breit gefächert) und 7 Leistungspunkte für absolut freie Wahl vorgesehen, da kann man alles nehmen was an der Uni angeboten wird, also meinetwegen auch Einführung in die chinesische Porzellanmalerei oder so ;-). Und es hindert einen auch niemand, sich in Vorlesungen oder Seminare anderer Studiengänge reinzusetzen und die Prüfungen dort abzulegen, auch wenn man sie vielleicht dann nicht mehr im Bachelorzeugnis unterbringen kann (in den Lebenslauf kann mans ja trotzdem später schreiben).
    Dennoch bin ich auch der Meinung, dass 6 Semester Studium arg kurz sind um hinterher ein ordentliche/r Ingenieur/in zu sein… von wegen Studium vs. Beruferfahrung: Ich habe gemerkt, dass ich zwar nur einen Teil des Wissens, das ich im Studium erworben habe als Berufsanfängerin unmittelbar praktisch anwende, dennoch könnte ich den Job den ich jetzt mache ohne das vollständige Studium nicht vernünftig erledigen.

  89. @ ErnstWilhelm: bitte um ein...
    @ ErnstWilhelm: bitte um ein paar argumente zur stärkung ihrer these. bitte erklären sie mir auch was in der vergangenheit so spitze war (das „beste“ der „besten zeiten“ sozusagen), warum es so war und warum dies in der zukunft in deutschland nicht mehr möglich sein wird. viel spass weiterhin in kasachsten.

  90. Der Lebenslauf (auf E, CV). ...
    Der Lebenslauf (auf E, CV). Vor 10 Jahren habe ich einen Lebenslaufentwurf für einen 30 jähriger Banker aus GB, der damals bei einer US-Bank in London tätig war der sich bei einer CH-Bank um eine Stelle bei einer Privatbank in der Schweiz bewerben wollte. Also, ich habe folgendes erwähnt: Bildung, Hobbies (classic cars inkl. die Restaurierungsarbeit, radfahren, skifahren), Sprachen und vor allem „Achievements“, dazu gehört natürlich, und sehr wichtig „Outperforming targets“ sowie Auszeichnungen e.g. „Best Young Banker of 1998“; Junior Member of the Chairman’s Club (typisch amerikanisch…). Er bekam die Stelle.
    Heute ist es – auch in der Schweiz – üblich, sich bei einer Privatstellenvermittlung (Headhunter) zu melden. Geht’s anders oder ähnlich in Deutschland?

  91. Karriereberaterin 1:33
    Da hat...

    Karriereberaterin 1:33
    Da hat man in den Westvierteln wirklich geschlafen, schon Ende der 90er
    war der Wunsch nach einem Ausbildungsplatz in einer Bank bei den Schulabgängern
    „kein Renner“ mehr.

  92. Chardin, somit eine...
    Chardin, somit eine gesellschaftliche Gruppe mehr, der offenbar alles außerhalb ihrer „Sphäre“ vollkommen egal ist? Irgendwie schade.

  93. es wird ausschließlich über...
    es wird ausschließlich über BILDUNG gesprochen. und genau da liegt der haken, denn es fehlt die ERZIEHUNG. an deutschen schulen und universitäten wird nur gebildet. meistens ausschließlich über die vermittlung von faktenwissen. es erfolgt keine vermittlung von geschichtlichen, philosophischen, religiösen, mathematischen, wirtschaftlichen oder politischen zusammenhängen, die erforderlich wären, um zu DENKEN. es ist der allseits beliebten 68er-generation zu verdanken, daß erziehung als reaktionär betrachtet wird und man sich nur noch auf die vermittlung von reinem faktenwissen beschränkt. aber schule/berufsausbildung/studium dienten ursprünglich nicht hauptsächlich der vermittlung von faktenwissen, sondern der sozialisierung für die zukünftige rolle im leben – also im beruf. diese ausbildung bestimmter persönlichkeitseigenschaften zur erfolgreichen ausübung der späteren rolle in der gesellschaft wird den jüngeren generationen vorenthalten. ihre persönlichkeiten werden nicht entwickelt und sie werden gleichzeitig auf die einseitige versorgung mit fakten und damit in ihrer persönlichkeitsentwicklung eingeschränkt. die unzahl der weder methodisch noch didaktisch geordneten fakten, die aufzunehmen sind, führen zu einer völligen auslastung der geistigen kapazitäten und zu starken einseitigkeiten. denn es werden in den prüfungen nur die fakten abgefragt, nicht der stand der erziehung der persönlichkeit. zynischerweise wird den schülern, auszubildenden, studenten und berufsanfängern genau dieser mangel an persönlichkeit, die mangelnde denkfähigkeit und die mangelnde erkenntnisfähigkeit vorgeworfen, die ihnen jahrelang durch das von der wirtschaft gelenkte staatliche bildungssystem abtrainiert wurden. die medien verbreiten diesen käse. ein land würdigt seine junge generation herab. seine zukunft.

  94. @ Don Alphonso 06.43h. ...
    @ Don Alphonso 06.43h. Zwischen Donau und Po. Genau gleich ist es in der Schweiz – nach 20 Minuten durch den Gotthard ist man im Tessin/Ticino, eine andere Welt. Die meisten Ausländer die im Kt Tessin wohnhaft sind, sind Deutschen. Es gibt mehr Porsches pro km2 in Kt Tessin als in Kt Zürich so wird behauptet.

  95. Fonsi mein Lieber: einige...
    Fonsi mein Lieber: einige Passagen in diesem Stück sind so verdammt gut, dass ich sie unbedingt in meinem Buch verhackstücken muss. Damit’s mir aber danach nicht so geht wie der Hegemann, werde ich dich selbstverständlich im Text würdigen.

  96. fionn 9:27
    ...in der Schweiz...

    fionn 9:27
    …in der Schweiz läuft die Ausbildungs-und Arbeitzplatzvermittlung m.K.n.
    seit jeher „privat“ in Deutschland ist es eine neue Erscheinung.
    .
    Karriereberaterin, wenn ich heute vor einer Berufswahlentscheidung stehen
    würde, würde ich um alle Berufe und Branchen, in denen es vor Beratern wimmelt,
    einen großen Bogen machen.

  97. @Freier Radikaler: Ist ja auch...
    @Freier Radikaler: Ist ja auch kein Wunder, was die BWL-er an Mathematik in zwei Semestern haben schaffen die Ingenieure in zwei Vorlesungen (die Mathematiker und Physiker in einer ;-)).

  98. lieber Don Alphonso, mit Ihrer...
    lieber Don Alphonso, mit Ihrer Liebe zum Ort meine ich ja gerade ihr Exotentum im Westviertel Ingolstadts (vielleicht genauer: eine seiner Dependancen). Ich wohne nicht mehr dort, wo ich geboren wurde, aber dem Ort, an dem ich lebe, bleibe ich mein Lebtag treu. Jede Abwesenheit ist nur temporär. Und dieses Phänomen hat viel mit Erziehung zu tun. Genau jenes, was Don Carlos gerade in seinem lesenswerten Beitrag formulierte. In der Schweiz gibt es das gleiche Defizit, nur dass die konservativen Strukturen wesentlich intakter sind. Und diese Erziehungsmalaise und -als Resultat- diese Missachtung von Bildung im Allgemeinen und der Historie im Besonderen betrifft weiss Gott alle, von arm bis reich, von Migranten- bis zum Patrizierkind. Und leider auch schon ein Grossteil der Eltern. Auch in allen Westvierteln.

  99. Ihre Sprache finde ich ja wie...
    Ihre Sprache finde ich ja wie fast immer sehr gut Herr von und zu Tegernsee, aber die Inhalte lassen doch erneut wieder genügend Raum für Fragen, wie Sie es denn nun meinen.
    Beispielsweise >Rechtspopulist> Wenn jemand also fordert, dass ein Mensch der arbeitet, mehr in der Lohntüte haben soll, als der, der nicht arbeitet, dann ist er ein Rechtspopulist und somit gezeichnet?
    Ähnlich wie >Autobahn< ? Geht gaaahhr nicht! Sie sollten schon ein wenig mehr unterscheiden. Dann Zitat: .....er darf sich nicht den Strukturen andienen, die ihm einen gesicherten Platz offerieren konnten, sondern jenen neuen, ortlosen Kommandoebenen, deren wichtigstes Kennzeichen nicht das Bestreben nach einem sicheren Standpunkt ist, sondern die stetige Suche nach besseren Durchstiegen zu jenem Gipfel, der sich mit jeder Krise und jedem Wachstum weiter auffaltet. ... Ich dachte, Sie halten es NICHT mit Spengler. Das ist genau das , was ich vor einiger Zeit als Spengler Zitat eingebracht hatte. Nur sind es bei Spengler keine Gipfel, sondern Riesenstädte, aber eben auch >statt der gesamten Welt, ein Punkt< Und dann dieses ZITAT: ...aber "Unten" bleibt innerhalb des Landes zumindest unten, und darf sich dabei noch glücklich schätzen. Alles, was nicht zur Elite gehört, erhält mit dem Industrialisierungsopfer in China, den kaputten Näherinnen in Bangladesch und den entindustrialisierten Katastrophenregionen des britischen Peso und der Vereinigten chinesischen Kolonien Amerikas etwas, das darunter angesiedelt ist. Gewinner sehen anders aus als der deutsche Durchschnittsbürger, aber eigentlich steht er im Vergleich gar nicht so schlecht da.... Was soll mir das hier Unten sagen? Da sitzt ein Herr am Tegernsee, dem es nach eigenem Bekunden sehr gut geht und der erzählt uns hier Unten, so quasi von >hinten durch die Blume<, euch geht’s doch noch gut. Daß ihr hier so nett leben könnt, genügend ordentlich bezahlte Arbeit habt, euren Kindern Schwimmunterricht geben könnt, in Badekleidung, die in Deutschland produziert wurde, habt ihr nur den armen Schluckspechten in China und Bangladesh und wer weiß wo sonst noch, zu verdanken. So, und nun macht euch mal alle ein außerordentlich schlechtes Gewissen, denn IHR seid natürlich an allem schuld. Allein schon die Tatsache, dass ihr Deutsche seit, zu 98% fließend warm Wasser habt und Superaldis, die euch zumindest nicht verhungern lassen, denn die teuren grünen BIO Produkte, werden von uns hier am Tegernsee verfuttert, verpflichten euch dazu, alles was ihr irgendwie entbehren könnt, gefälligst denjenigen zu spenden, auf dessen Knochen euer bequemes Leben gründet. Dazu wird noch etwas Marx serviert, denn der ist natürlich ein GUTER, aber nur solange, wie wir hier UNTEN einsehen, dass wir an allem Schuld sind. Nennt sich das Ökopopulismus, was Sie da betreiben oder ist das humanistisches Geschwätz, nach dem Motto, so lang es euch da Unten nicht mindestens so dreckig geht, wie denen aus Fernost, so lang habt ihr das Maul zu halten. Wissen Sie verehrter Herr: Packen Sie Ihre Koffer, vorher verscherbeln Sie alles was Sie besitzen, worüber Sie gegenwärtig die Verfügungsgewalt besitzen und dann gehen SIE nach China oder Bangladesh und machen dort eine Küche auf, für die von Ihnen bedauerten Menschen. Außerdem ist bei Ihrem sprachlichen Geschick bestimmt eine Möglichkeit vorhanden, die Chinesen zu überzeugen Deutschland mit 3-5 A- bomben niederzumachen, damit diese Schuldigen endlich das erhalten, was sie verdienen.

  100. unellen,
    .
    zum...

    unellen,
    .
    zum Bachelor/Master-System:
    http://www.e-fellows.net/show/detail.php/17162
    http://www.e-fellows.net/show/detail.php/14326
    http://www.e-fellows.net/show/detail.php/17532
    .
    6 Semester können als durchaus berufsqualifizierend sein.
    .
    Was die Möglichkeiten der Bildung außerhalb des Fachstudiums („Einführung in die chinesische Porzellanmalerei“) anbelangt, so war es schon im Diplom schwer (zumindest in den Ingenieur- und Naturwissenschaften), über das Pflichtcurriculum hinaus weitere Fächer zu belegen. 50-60 Stunden pro Woche nur für das Fachstudium (der Don würde jetzt vielleicht wieder über den Leistungsfetischismus klagen, aber den gab es in den genannten Fächern schon immer) waren und sind nicht unüblich. Ich kenne das aus eigener Erfahrung an einer technischen Universität.
    .
    „@Freier Radikaler: Ist ja auch kein Wunder, was die BWL-er an Mathematik in zwei Semestern haben schaffen die Ingenieure in zwei Vorlesungen (die Mathematiker und Physiker in einer ;-)). “
    .
    Das mag sein, aber ist die Härte der Matheausbildung ein Maß für gute Unternehmensführung?

  101. @Freier Radikaler: die von mir...
    @Freier Radikaler: die von mir zitierten Freie-Wahl-Leistungspunkte gehören ja zum Pflichtcurriculum und tauchen auch auf dem Zeugnis auf. Selber habe ich genau nach dem gleichen Stundenplan wie die Bachelors und Masters studiert, nur dass ich noch ein Diplom verliehen bekam; ich kann da also aus eigener Erfahrung sprechen (auch wenn ich meine Freie Wahl für Geologie , Ökologie und Windkraftanlagen verbraten habe und nicht für chinesische Porzellanmalerei). Im Hauptstudium, also für die jetzigen Studenten im Master gibt es in meinem Studiengang auch ein Wahlpflichtmodul, auf dem nicht nur etliche Sprachkurse zur Auswahl stehen sondern auch z.B. Umweltethik, Feministischer Umweltschutz und Internationale Beziehungen. Ich finde, da kann man bei einem Ingenieursstudiengang nicht davon sprechen dass zwangsweise nur Fachidioten ausgebildet werden.

    Meine (nicht allzu ernst zu nehmende) Spitze gegen die BWL-er Mathematik resultiert nur aus meiner permanenten Gekränktheit als Ingenieurin, die sich die schönsten, technisch auf dem neusten Stand stehenden Konzepte ausdenkt nur damit dann so ein Diplom-Kaufmann kommt und sagt „Neee, wir machen das so wir vor 30 Jahren, das genügt immer noch knapp den Vorschriften und ist 0,05% billiger“.
    Ich spreche da zwar nicht aus Erfahrung, glaube aber dass man gute Unternehmensführung weder im BWL-noch im Ingenieursstudium lernen kann.

  102. unellen, was, um Gottes...
    unellen, was, um Gottes Willen, ist „Feministischer Umweltschutz“?

  103. Freier Radikaler, wenn Sie zur...
    Freier Radikaler, wenn Sie zur Karrieretauglichkeit von Abschlüssen efellows zitieren ist das, als würden Sie die Frösche darum bitten, den Teich trockenlegen zu dürfen. Das ist eine BWLer-Karriere-Seite, deren Zitierfähigkeit in meinen Augen noch deutlich hinter Wikipedia zurückbleibt.
    .
    Liebe Unellen, haben Sie sich mal das Mathematik Curriculum eines Amerika-Ostküsten-Economists angeschaut? Oder Quantitative Finance? Ich wage zu behaupten, das schlägt die Anforderungen im Ingenieurs-Studium um Längen – dennoch hat niemand die Finanzkrise kommen sehen. Daraus lernen wir: Mathematik ist im wahren Leben nicht alles. Und mathematische Fähigkeiten sind kein Indikator für Intelligenz, Klugheit oder was auch immer. Nebenbei: ich kann kein Mathe – Jetzt können wir zusammen einträchtig gekränkt sein.
    Davon abgesehen meint Freier Radikaler vermutlich mit Studienfreiheit nicht, ein oder zwei Veranstaltungen in verwandten Fächern belegen zu können, sondern zum Beispiel als BWL-Student flexibel genug zu sein, um parallel noch Archäologie oder Germanistik als Nebenfach zu verfolgen. Das ist im Bachelor schwierig geworden – wurde aber zu Zeiten des Diploms auch nicht unbedingt von der Mehrheit genutzt.

  104. "Ich spreche da zwar nicht aus...
    „Ich spreche da zwar nicht aus Erfahrung, glaube aber dass man gute Unternehmensführung weder im BWL-noch im Ingenieursstudium lernen kann.“
    Oh ja, diesen Glauben teile ich! Ich stelle mir das so vor, daß da nur (weitergegebene) praktische Erfahrung und fleißige Autodidaktik weiterhilft. Das ist doch eine recht hemdsärmlige Sache, keine theoretische.

  105. @ unellen. Was muss ich mir...
    @ unellen. Was muss ich mir unter feministischem Umweltschutz vorstellen?
    @ Elitesse. Bei uns war es zu Staatsexamens- und Diplomstudienzeiten für die meisten Pflicht, fachfremde Vorlseungen zu belegen (z.T. einschließlich Prüfung). Ich fand das sehr unterhaltsam und habe meinen Stundenplan mit Wärmeversorgung, Energieversorgung und Gerichtsmedizin (einschließlich Obduktion) aufgewertet. Dafür habe ich durchaus langweile Pflichtvorlesungen sausen lassen und den Stoff selbst nachgearbeitet. Das geht im Bachelor-Studium praktisch nicht mehr. Wir haben hier Studiengänge, die jedes Semester 20 Klausuren schreiben, da wird nur noch krampfhaft gelernt, was klausurrelevant ist und alles andere bleibtauf der Strecke.

  106. Ariadne, danke für diese...
    Ariadne, danke für diese spannenden Einblicke in eine mir sehr fremde Welt.
    .
    unellen, die einen haben nichst zu verlieren, die anderen sehr wohl – da liesse sich nun trefflich streiten, wer mit welchem Grund mehr Anlass für schlechte Tage hat. Wichtig aber scheint mir eher die Frage zu sein, wie man die Verursacher dieser Probleme ausnimmt und deren Vernögen neu verteilt.

  107. Lieber Thomas, was mein ist,...
    Lieber Thomas, was mein ist, ist Dein.
    .
    fionn, ja, das war die gute alte Zeit. Heute muss man schon weitaus mehr an Fähigkeiten haben, um wenigstens bei der Shortlist zu den Ausgeschiedenen zu gehören.

  108. "Wichtig aber scheint mir eher...
    „Wichtig aber scheint mir eher die Frage zu sein, wie man die Verursacher dieser Probleme ausnimmt und deren Vernögen neu verteilt.“
    .
    @Don Alphons: Das muß jeder Betroffene individuell entscheiden und für sich durchführen. Denn wenn das zentral gemacht wird, sind wir wieder bei Lenin und Stalin. Und davon hat dann fast keiner etwas!

  109. Gut, wie raubt man Goldman...
    Gut, wie raubt man Goldman Sachs aus?

  110. die ganze diskussion ist so...
    die ganze diskussion ist so jämmerlich bemüht…
    „viel lärm um nichts“, wie treffend das hier zu den engagierten feinen herrschaften passt…

  111. Elitesse,
    .
    "Freier Radikaler,...

    Elitesse,
    .
    „Freier Radikaler, wenn Sie zur Karrieretauglichkeit von Abschlüssen efellows zitieren ist das, als würden Sie die Frösche darum bitten, den Teich trockenlegen zu dürfen. Das ist eine BWLer-Karriere-Seite, deren Zitierfähigkeit in meinen Augen noch deutlich hinter Wikipedia zurückbleibt.“
    .
    können Sie diese Behauptung belegen?
    .
    Ariadne und unellen,
    .
    fachfremde Vorlesungen zu besuchen, wurde und wird bei uns selbst von den Professoren nicht besonders gerne gesehen – dementsprechend waren und sind auch die Studiengänge gestaltet. Klar zwingt einen niemand dazu, in Regelstudienzeit fertig zu werden. Aber dann muss man auch mit der Verachtung der Professoren und der Missachtung durch Stipendiengeber rechnen. Mit Bachelor/Master ist das natürlich noch schlimmer geworden.

  112. @Elitesse: Ich brauch' nicht...
    @Elitesse: Ich brauch‘ nicht gekränkt zu sein, ich kann nämlich Mathe ;-) Aber über diese Aussage: „Und mathematische Fähigkeiten sind kein Indikator für Intelligenz, Klugheit oder was auch immer.“ lässt sich denke ich dennoch streiten. Ich denke eher, wer sehr gut in Mathe ist kann nicht ganz blöd sein, was jedoch nicht heißt dass derjenige blöd ist der nicht gut in Mathe ist.
    (Übrigens nochmal für alle: Ein Zwinkersmiley bedeutet gemeinhin, das die davorstehende Aussage nicht bierernst zu nehmen ist. Ich scheine jedoch mit meiner saloppen Mathe-Bemerkung bei einigen einen wunden Punkt berührt zu haben ;-))
    Aber wie ich schon sagte: Es hindert einem im Studium niemand daran, aus Spaß an der Freude in fachfremde Vorlesungen zu gehen. Ich bin zwar auch kein Fan des Bachelor/Master-Systems, denke aber nicht dass es den Untergang unseres Bildungssystems besiegelt.
    @Ariadne: Wer sagt denn, dass das nicht mehr geht? Bei gabs keinerlei Anwesenheitspflicht in den Pflichtvorlesungen, man konnte die durchaus skippen und den Stoff für die Prüfung selber nacharbeiten.
    Ich habe langsam das Gefühl, dass viele der jetzigen Probleme in den Bachelor-Studiengängen auf schlechter Organisation beruhen, nicht auf dem System an sich. Anscheinend hat mans in meinem Studiengang besser gemacht, an den eigentlichen Lehrinhalten und Prüfungsmodalitäten hat sich durch die Umstellung nicht wirklich viel geändert.

    Verzeihung übrigens, das Wahlfach heißt nicht „feministischer Umweltschutz“ sondern „feministische Umweltforschung“ und was darunter zu verstehen ist, sagt einem gerne Tante google.
    @Don Alphonso: „Wichtig aber scheint mir eher die Frage zu sein, wie man die Verursacher dieser Probleme ausnimmt und deren Vernögen neu verteilt.“
    Tja, das war für Leute meiner Klasse ganz eindeutig: Da waren die Westviertler die Problemverursacher, die trotz schlechterer Leistungen wegen ihrer Beziehungen an die Buttertöpfe kommen und deren Vermögen es umzuverteilen gilt… (wie oft habe ich das an meinem hochgeschätzten Privatgymnasium erlebt: Da bekam Söhnchen dann doch noch die Gnadenvier in Mathe, weil Papi mal eben neue Matten für die Turnhalle spendiert hat)

  113. Elitesse, da stimme ich zu....
    Elitesse, da stimme ich zu. Wozu Mathe, wenn man rechnen kann?
    .
    Don (15.15 Uhr, 2. Absatz), mit 20.000 im Rücken kann man ja schon mal Gas geben. Vive la révolution! Werde morgen, wenn ich die Colonne de Juillet wiedersehe, an Sie denken.

  114. Es ist eine Freude...
    Es ist eine Freude festzustellen, daß Don Alphonso mehr kann, als bei seinen aufsteiger-devoten Bewunderern in Sachen Blasiertheit das Vorbild ab- und den Ton anzugeben .
    Sein heutiger Text hat Hand und Fuß und tummelt sich zur Abwechslung mal auf keinem Nebenkriegsschauplatz. Wer als sein Blog-Leser oft parfümierte Plätzchen vorgesetzt kriegt, dem schmeckt eine Kante Schwarzbrot halt um so besser.

  115. @Ariadne, wir sind so...
    @Ariadne, wir sind so unterschiedlicher Meinung nicht. Nach den alten Diplomstudienordnungen konnte man – ähnlich wie bei Ihnen – vieles nebenher machen, wenn man nur wollte. Ich würde nicht bestreiten wollen, daß das im Bachelor schwieriger geworden ist – allerdings nur für jene Minderheit, die das möchte. Ich kenne nämlich nur wenige BWLer, die freiwillig jemals etwas anderes als Management und Kostenrechnung gehört haben. Die gibt es, aber selten.

  116. Einer hat´s doch schon fast...
    Einer hat´s doch schon fast geschafft:
    http://wirtschaftskrise.org/finanzkrise/goldman-sachs-datenklau-und-die-computer-goldesel-der-finanzkrisen-zocker/
    .
    Alternativ, um zunächst mal so was wie Interessengleichheit herzustellen:
    Call-Optionen für das Management und Put-Optionen für die Kunden, Aktionäre und die Zentralbank.

  117. @ Don Alphonso 14.26h Was GS...
    @ Don Alphonso 14.26h Was GS betrifft, handelt es sich hier m.M.n. um einen Fall von Hubris (altgr. = masslose Arroganz). Als Folge davon (so die Altgriechen) ….. Selbstzerstörung!!

  118. OT OT OT
    Klingelt hier was:...

    OT OT OT
    Klingelt hier was: Metatrain GmbH
    Wenn dann bitte kurze Meldung
    Vielen Dank!

  119. Das Problem ist nicht Goldmann...
    Das Problem ist nicht Goldmann Sachs, sondern die EU. Wenn man Statistiken und Zahlen bewusst und zum eigenen Vorteil türken kann ohne Angst vorm Staatsanwalt zu haben, wird das gemacht. Das eigentliche Problem der griechischen Affäre waren die gefälschten Statistiken. Für die EU und die EZB ist keine Polizei und kein Strafgericht zuständig. Deswegen ist es sehr einfach und völlig unriskant, Beamte der EU mit einer kleinen Zusatzzahlung dazu zu kriegen, Statistiken den Wünschen der Auftragsgeber anzupassen.
    ….
    Da kein Amtsinhaber der EZB einen Staatsanwalt fürchten muss, kann er vom Insiderwissen geplanten und nicht geplanten Zinserhöhungen jederzeit persönlich Gebrauch machen und seinen Freunden bei Goldmann Sachs und sonst wo jederzeit ungehindert entsprechende Empfehlungen geben.

  120. @ Elitesse (14:43): einspruch!...
    @ Elitesse (14:43): einspruch! das niemand gewarnt hat vor dieser krise ist falsch. http://www.rug.nl/staff/d.j.bezemer/research

  121. D.A.15:26
    "Gut, wie raubt man...

    D.A.15:26
    „Gut, wie raubt man Goldman Sachs aus?“
    Wo ist das Problem? Goldman Sachs raubt im Auftrag der Erben und zukünftigen
    Pensionisten die Erben und zukünftigen Pensionisten aus. Dafür lassen sie sich
    fürstlich entlohnen. Meinen Segen haben sie.

  122. Meinem Neffen habe das einmal...
    Meinem Neffen habe das einmal so erklärt: Kennst Du das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern?
    Diesem Kaiser erzählt der ganze Hofstaat, daß seine Schneider ihm einen wunderbaren Anzug gemacht haben, der so wunderbar ist, dass nur gescheite Leute ihn sehen können. Irgendjemand hatte die Idee, und für die Schneider war es eine sehr billige Lösung – nämlich die Kleider und Kleideranprobe nur vorzuspielen. Schließlich zog der Kaiser diese eingebildeten Kleider sogar zu einem Staatsumzug an. Alle Bürger standen am Straßenrand und sahen natürlich, daß der Kaiser gar keine Kleider anhatte. Aber keiner wollte es zugeben, um sich nicht zu blamieren, denn jeder fürchtete, vielleicht nur zu dumm zu sein, um die wunderbaren Kleider zu sehen….
    Nur ein paar kleine Kinder, die über allen Bürgern in einem hohen, dicken Baum saßen und der Parade zuguckten, kannten diese Hemmungen noch nicht. Sie lachten frech und schrieen ganz laut: ‚Der ist ja nackt, der hat ja nichts an!’…… Kannst Du Dir vorstellen, wie peinlich das für alle Erwachsenen war?
    Das Märchen von Andersen ist die Geschichte von Europa. Die EU und EZB sind gewissermaßen rechtlich nackt. Die Leute, die dort arbeiten, haben dass durchaus immer gewusst. Aber sie denken wie die Schneider im Märchen: eingebildete Rechte lassen sich leichter einhalten als richtige. Die Politiker – selbst die ganz oben – sind das Volk . Sie wissen nicht recht was im EU-Palast vorgeht und verlassen sich darauf, was ihnen alle sagen, nämlich wie wunderschön die Klamotten der Europäischen Organisationen sind (wenn auch etwas teuer und kompliziert).

  123. @Elitesse
    "... haben Sie sich...

    @Elitesse
    „… haben Sie sich mal das Mathematik Curriculum eines Amerika-Ostküsten-Economists angeschaut? Oder Quantitative Finance? Ich wage zu behaupten, das schlägt die Anforderungen im Ingenieurs-Studium um Längen …“
    .
    Äpfel und Birnen? Oder meinen Sie mit Ingenieur-Studium nicht das deutsche, sondern das des MIT. Dann wäre Ihre Behauptung allerdings äußerst gewagt.
    „… dennoch hat niemand die Finanzkrise kommen sehen.“
    .
    Die Blinden nehmen die Einäugigen in Kollektivhaft?

  124. @Freier Radikaler
    "das Bild,...

    @Freier Radikaler
    „das Bild, dass man gemeinhin und nicht zuletzt in diesem Blog von den Vorstandsetagen hat (lauter BWLer, VWLer, Juristen etc.) ist wohl nicht ganz richtig“
    .
    Auch hier gilt, Äpfel und Birnen? In der von Ihnen verlinkten Rekrutierungs-Werbung für das Ingenieur-Studium müsste es wohl besser heißen ‚Ingenieure an DER Macht‘ und nicht an DIE Macht. Als diese älteren Herrschaften vor Jahrzehnten ihre Karrieren begannen, standen ihnen ja auch alle Möglichkeiten offen. Die Zeiten haben sich aber geändert. Für heutige Absolventen gilt hingegen die Lebensweisheit ‚Der Ingenieur/Wissenschaftler ist das Kamel auf dem der Kaufmann zum Erfolg reitet‘.
    .
    Und hier noch ein kleiner Tropfen Realität in diesem Meer voll von Desinformation. Die Gehaltsentwicklung (inflationsbereinigt) von 1990-2008 (Statistika):
    .
    Elektroingenieur -19%
    Forscher/Wissenschaftler -21%
    Informatiker -34%
    .
    Bank-/Anlageberater +29%
    Controller +29%
    Immobilienmakler +62%
    Marketing +63%
    .
    Wenn man bedenkt, daß die Angestellten in Bankfilialen nur noch bessere Drückerkolonnen sind, kann man sich vorstellen, was im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) los ist.

  125. DerTiger 16:43
    In einem...

    DerTiger 16:43
    In einem Interview mit einem südl.Konkurrenzblatt dieser Zeitung bekannte Walter Rademacher-Generaldirektor von Eurostat, daß man schon 2004/05 die griech.
    Zahlen untersuchen wollte; von den europ. Regierungen daran gehindert wurde.
    Er sagte diese Krise hätte verhindert werden können.
    .
    Und bei den neuen Beitittsländern wollte man wohl garnichts mehr wissen.

  126. @ Freier Radikaler. Mein...
    @ Freier Radikaler. Mein Studium ist jetzt 9 Jahre her und ich war nach 9 Semstern fertig, trotz Zusatzveranstaltungen. Und ganz ehrlich, ich hätte den Teufel getan, mich danach zu richten, ob ein Professor meine Interessen billigt oder nicht.
    @unellen. Da ich an einer Universität tätig bin, kann ich das bestätigen. Das ganze Durcheinander beim Bachelor beruht zu großen Teilen auf schlechter Organisation gepaart mit dem Unwillen (bzw. der Bequemlichkeit) vieler Professoren, ihre Vorlesungen den neuen Erfordernissen anzupassen. Obwohl alle wussten, dass das neue System kommt, haben wurde jahrelang gar nichts gemacht, um dann 5 vor 12 in Panik auszubrechen und schnell irgend etwas zusammenzuschustern.
    @Elitesse. Stimmt. Die BWLer die ich kenne, machen das auch nur unter Zwang. Dafür sitzen in meinen Vorlesungen (freiwillig) jede Menge Psychologen, Informatiker, Sozpäds und Ingenieure.

  127. Werter Don,
    .
    es hätte schon...

    Werter Don,
    .
    es hätte schon Wirkung, wenn „man“ sich von Goldman Sachs und Konsorten möglichst fern hält. Wer hat diese Gauner denn groß gemacht? Doch der, der ihnen vertraut hat, oder? Ohne „Mitspieler“ sind sie doch alle Nichts!
    .
    Wäre Ihre Bekannte z. B. Gärtnerin, Wirtin, Änderungsschneiderin oder
    Hundefriseurin geworden, hätte sie ihr Auskommen, wenn sie „gut“ ist – und so ist es eben auch bei „Bangsters“. Im ersteren Falle wäre sie aber nicht „abhängig“, sondern hätte selbst zu sagen.
    .
    Ich finde die von Ihnen geschilderte Entwicklung nicht beklagenswert, sondern sehe darin ein „ehrlicher werden“ der Verhältnisse.
    .
    Gruß Hanskarl

  128. Ach, Hankarl, wie immer:...
    Ach, Hankarl, wie immer: simpel und (!) richtig.
    Gruss F.

  129. Der normale Mensch hat doch...
    Der normale Mensch hat doch mit GS nichts zu tun. Insofern vielleicht doch lieber etwas kompliziert und ein wenig falsch?

  130. @minna In einem rechtsfreien...
    @minna In einem rechtsfreien Raum kann man sich gegen illegitime Anweisung nicht wehren. Das allerdings hat Herr Rademeier nicht zur Sprache gebracht.
    @Karriereberaterin (03. März 2010, 23:48) Sex zu haben, weil es der Karriere förderlich scheint, ist jederfraus Privatangelegenheit. Wenn aber in der EU oder EZB eine Frau vergewaltigt wird, gibt es keine Polizei zu der sie gehen kann, um eine Anzeige zu erstatten.

  131. Hans karl meinte die...
    Hans karl meinte die KONSORTEN. Und von denen kann man sich fernhalten. Ich nenne das die kleine Privatanarchie.

  132. @Freier Radikaler: Lektüre...
    @Freier Radikaler: Lektüre der Seiten genügt. BWLer Karriereseite, für das Stipendium werden wirtschaftliche Interessen vorausgesetzt und dafür erhielt man seinerzeit unter anderem Handlesblatt Junge Karriere als Geschenk. Partner von efellows: große Unternehmen, zu deren Personalpolitik: siehe oben.
    @Unellen: daß Sie Mathe können, wurde bereits deutlich. Ich hingegen ziehe in Zweifel, daß Mathematik ein hinreichender Indikator für Intelligenz ist. Davon abgesehen bin ich noch mißverständlicher: da ich keine Smilies benutze, erkennt man meine Ironie gar nicht mehr.
    @a13: Ich präzisiere: nur eine verschwindend kleine Minderheit hat davor gewarnt. Zum Beispiel Nouriel Roubini. Die ganzen Mathematiker der Wall Street hingegen haben fröhlichen ihren Modellen vertraut, ebenso wie die Mehrheit der Volkswirte weltweit.
    @Ægopodium. Unellen unterstellte Wirtschaftswissenschaftlern pauschal unzureichende Fähigkeiten im Bereich der Mathematik. Dem widerspreche ich: es gibt unter den BWLern (und mehr noch unter Volkswirten) Personen, die durchaus der höheren Mathematik fähig sind, in bestimmten Fächern unter Umständen sogar mehr Mathematik betreiben als Ingenieure. Wenn auch auf andere Art, da haben Sie Recht. Und wieso, bitte sehr, bin ich blind?

  133. Der Tiger, danke für Ihre...
    Der Tiger, danke für Ihre Ausführungen. Das war mir -so- nicht bewußt.

  134. @jumamo Hat der Text das?...
    @jumamo Hat der Text das? Fällt mir nicht auf.. Nur den Teil mit den devoten Bewunderern kann ich nachvollziehen.. Wenn man sich ein wenig durch den Blog liest, wartet man doch immer das endlich irgendwo steht „Ihr naiven Dummköpfe, die Ihr auf all die einfach aufgebauten, nur in große Phrasen verpackten, Gegebenheiten und Argumentationen herfallt, als wäre es nicht allenfalls belustigend wie einfach diese Kunstfigur gestrickt ist und wie tragisch der Schluss ist, den man aus Ihrer logisch hinkenden Darstellung ziehen muss.“ Leider lässt sich das hier nicht finden.
    Wer nicht Macht besitzt- dem bleibt der Blog?
    Es ist wie auf einer gezwungenen Abendveranstaltung bei der sich alle so erhaben geben und man doch die vitae kennt.. Man hört die gestochenen Worte und sieht die feinen Gesten, kennt aber die Hintergründe und möchte einfach mal laut rülpsen, um sich deutlich abzuheben.

  135. Interessant zu sehen, wie sich...
    Interessant zu sehen, wie sich dieses Blog in Teilen zu einem BWLer Forum entwickelt. Die Ratten kommen aus ihren Loechern.
    Diese ganze BA/MA/Bildungsdiskussion geht allerdings am Kern der draengenden Frage vorbei: Was naemlich bietet uns eine ausreichende politische, moralische und meinetwegen auch oekonomische Grundlage fuer das Herbeifuehren von Entscheidungen, die in die Lebenswelten von Millionen von Menschen dauerhaft hineinwirken? Ob das Rechnen ueber das Zaehlen von fuenf Fingern hinaus, die umfassenden Kenntnisse von Pruefstatiken oder das souveraene Rezitieren des Schoenfelders allein ausreichend sind, wage ich einmal zu bezweifeln. Nicht ganz uneigennuetzig wuerde ich u.a. behaupten: Historia docet.

  136. ...D.A. sagen Sie das doch mal...
    …D.A. sagen Sie das doch mal den normalen Griechen. Nein, so geht das nicht.
    Da ist es wieder das Märchen, daß die virtuelle Finanzindustrie doch nichts mit
    der Realwirtschaft zu tun hat und deswegen sich auch keine normaler drum
    kümmern muß. Zuletzt von den deutschen Obermicheln im Sommer 2008 ver-
    kündet.

  137. Ich spreche sehr wohl aus...
    Ich spreche sehr wohl aus eigener Erfahrung, aber vergewaltigt worden bin ich nicht. Als mich Don’s Kollegen von der politischen Abteilung danach fragten, ist mir das Problem überhaupt erst klar geworden. ‘…aber was mich betrifft’, habe ich denen daraufhin gesagt, ‘glauben sie ernsthaft ein Mann würde sich trauen, mich zu vergewaltigen?’

  138. Bitte nicht DAS Klientel,...
    Bitte nicht DAS Klientel, sondern DIE Klientel – an dem Genusgebrauch bei diesem Modewort kann man in der Regel gut erkennen, ob der jeweilige Benutzer seine Sprache an seriöser Lektüre geschult hat, sondern sich mit dem Nachplappern der Torheiten anderer begnügt.

  139. Es ist immer wieder schön,...
    Es ist immer wieder schön, bei Ihrer Teegesellschaft Mäuschen zu spielen.

  140. Ægopodium,
    .
    "Die Zeiten...

    Ægopodium,
    .
    „Die Zeiten haben sich aber geändert. Für heutige Absolventen gilt hingegen die Lebensweisheit ‚Der Ingenieur/Wissenschaftler ist das Kamel auf dem der Kaufmann zum Erfolg reitet‘.“
    .
    woran könnte das liegen und woher stammen Ihre Zahlen?
    .
    Ariadne,
    .
    „Mein Studium ist jetzt 9 Jahre her und ich war nach 9 Semstern fertig, trotz Zusatzveranstaltungen. Und ganz ehrlich, ich hätte den Teufel getan, mich danach zu richten, ob ein Professor meine Interessen billigt oder nicht.“
    .
    OK, Sie haben aber wohl keine Naturwissenschaft studiert, wo mündliche Prüfungen bei Professoren üblich sind. Und im Zeugnis stehen dann *nur* diese Noten (von der Diplomarbeit abgesehen). Wer als „Langzeitstudent“ gilt, wird auch notenmäßig abgestraft.

  141. Werter Don Alphonso, wenn...
    Werter Don Alphonso, wenn regionale Westviertelbanken (Bayern etc.) auf einmal global agieren, werden auch die Westviertelversager global. Die eine oder andere Landesbank gibt hier ein schönes Beispiel.

  142. Werter Don, es gibt Hoffnung...
    Werter Don, es gibt Hoffnung für Deutschland seit ich auf dem Hamburger Rathausplatz (in der Nähe eines sehr noblen Honoratiorenclubs) den schönen Che in Bronze gegossen fand… viva la …

  143. Der Text passt auch gut zur...
    Der Text passt auch gut zur aktuellen Diskussion zur Schulreform in Hamburg (fürderhin 6 Jahre gemeinsame Schulzeit, dann erst soll das Gschwerl segregiert werden), die von hochorganisierten Hamburg-Westviertlern massiv bekämpft wird.
    Je stärker der Relevanzverlust unser gesellschaftlichen Stützen in der Globalisierung, desto verbissener wird um den Erhalt der letzten Distinktionsgräben im Homeland gekämpft.
    Die Kampagnenfähigkeit, die hier zur Abwendung von 2 Jahren zusätzlicher gemeinsamer Schulzeit entwickelt wird, ist schon beachtlich, und steht etwas im Widerspruch zu der hier beschriebenen Müdigkeit des Grossbürgertums in Sachen Aufbegehrerei.

  144. Lieber Filou, danke.
    .
    Ich...

    Lieber Filou, danke.
    .
    Ich liebe das „Einfache“ weil ich ( und viele ) es leicht verstehen können. Es war für mich immer unangenehm in meinem Berufsleben gegen „gesponserte“ Wettbewerber „kämpfen“ zu müssen – um so zufriedener war ich, wenn ich trotzdem gewinnen konnte, wenn ich das „Sponsoring“ bemerkte und daraus Überlegenheit gewann.
    .
    Als unverbesserlicher Optimist bin ich überzeugt, daß wir aus dem Schlamassel ( Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Eurokrise … ) insoweit gestärkt hervorgehen werden, daß es zu etwas mehr Ehrlichkeit kommen wird ( nicht nur in Griechenland ), weil mehr Menschen sie fordern ( weil sie den Akteuren weniger vertrauen ). Und das wäre doch ( sollte ich recht haben ) etwas Positives.
    .
    Gruß Hanskarl

  145. Werter Don,
    .
    was Sie...

    Werter Don,
    .
    was Sie schreiben ist doch nicht falsch – im Gegenteil, ein sehr guter Text, der aus analytischem Denken resultiert. Danke.
    .
    Gruzß Hanskarl

  146. Könnte man das Problem nicht...
    Könnte man das Problem nicht einfach durch ein neues Lastenausgleichsgesetz lösen?
    .
    Das würde so aussehen, daß nur Abkömmlinge der vord em 28. Juni 1914 nachweislich zum Westviertl gehört habenden Personen Grund und Boden besitzen dürfen. Alle anderen müssen bis zum Stichtag 31.12.2010 alles verkaufen — und anschließend mieten.
    .
    Dann kann die Globalisierung von uns aus ruhig im doppelten Tempo weitergehen wie bisher.
    .
    Ist aber nur ein Vorschlag.

  147. @Tiger: das war doch allen von...
    @Tiger: das war doch allen von Anfang an klar, daß Griechenland keine Statistiken hat, nur wildgewordene Schätzeisen (soweit ich weiß, gibts dort auch keine Grundbücher. Wahrscheinlich noch so einiges nicht, was man hierzulande von einer Verwaltung erwartet.). Man wollte sie halt mit dabeihaben. Das war eine bewußte Entscheidung.
    Was die Vergewaltigung angeht: sehr unschön, wenn man derart selber ranmuß. Die belgische Polizei fühlt sich wohl selten für irgendwas zuständig. Erschießen? Erstechen? Gift? Ist das wenigstens zu haben? Schade, daß Genickbrechen sofort nicht gelang.
    @Don: tja, die Frage wurde wohl schon beantwortet – nehmt ihnen die Software, bucht ihre Konten um. Und wer macht sowas, na? – Eben.

  148. @Elitesse
    "... in bestimmten...

    @Elitesse
    „… in bestimmten Fächern unter Umständen …“
    .
    Ich wiederhole mich nur ungerne, aber es bleibt bei Äpfel und Birnen. Diese ‚andere Art von Mathematik‘, die die Pseudowissenschaften VWL und BWL oftmals betreiben, um die Wirklichkeit an ihre festgefügten Ideologien anzupassen, nennt man Esoterik.
    .
    „Und wieso, bitte sehr, bin ich blind?“
    .
    Sie haben es selbst formuliert: „… dennoch hat niemand die Finanzkrise kommen SEHEN [Hervorhebung von Æegopodium].“ Ansonsten empfehle ich, den Kommentar von a13 am 04. März 2010, 16:49 noch einmal zu lesen und sich dann auf die Suche nach ’schwarzen Schwänen‘ zu machen (Nassim Nicholas Taleb).

  149. @Freier Radikaler
    "... woher...

    @Freier Radikaler
    „… woher stammen Ihre Zahlen?“
    .
    Ich bitte, den Tippfehler bei meiner Quellenangabe zu entschuldigen. Es muß Statista heißen und nicht Statistica. Sie auch als ‚Klickstrecke‘ bei der FTD:
    .
    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:einkommensstatistik-die-gehaltsverlierer-unter-den-berufen/50057605.html

  150. Die Griechen. Einserseits....
    Die Griechen. Einserseits. Stimmt schon, die Westvierteleuropäer durchschwammen, Attica suchend, wie weiland Lord Byron in froher Erwartung den Hellespont und fanden doch nur verfallene Hütten und gefälschte Bilanzen. So wurden wir Opfer unseres nostalgischen Festhaltens an der Vorstellung von der Existenz einer Wiege der europäischen Zivilisation. Doch, da bin ich ganz europäischer Humanist, was ist der Wert der paar Kröten, die wir nun hinlegen werden müssen, im Vergleich zu den Kosten von verbrecherischen Obristen und änhlichem Politgesindel? Es ist es wert. Abgesehen davon darf Deutschland, das China Europas, sich nicht beklagen. Wohin mit all unserem Produktionsschrott, wenn nicht in die Empfängerländer am europäischen Subventionstropf?
    Andererseits. In die EWU wollten die Griechen mit aller Macht – und die Aufnahme hat ihnen letztlich ja auch geholfen. Abwertungsnostalgie schön und gut, doch von einer stabilen Wirtschaftslage konnte man auch vor 1999 nur bedingt sprechen. Da kann man heutzutage schon einmal fünfe gerade sein lassen. Wenn sie den Retsina im Lande lassen, soll ihnen natürlich geholfen werden. Eher soll Kalifornien fallen.

  151. @Ægopodium: "Diese 'andere...
    @Ægopodium: „Diese ‚andere Art von Mathematik‘, die die Pseudowissenschaften VWL und BWL oftmals betreiben, um die Wirklichkeit an ihre festgefügten Ideologien anzupassen, nennt man Esoterik.“
    Das war das, was mir auch durch den Kopf ging – wollte nur nicht so unhöflich sein, es so frei heraus zu formulieren (ich glaube ich schrieb schonmal in einem anderen Kommentar was von linearen Angebots- und Nachfragefunktionen für Benzin, die ich im Studium in einer Wiwi-Pflichtveranstaltung hatte).
    Man muss der Gerechtigkeit halber aber sagen, dass auch in anderen Wissenschaftszweigen manchmal gerne vergessen wird, das ein mathematisches Modell zwingend eine Vereinfachung der Realität mit allen Folgen bedeutet und daher die Ergebnisse, die ein jedes Modell liefert stets kritisch zu betrachten sind. Mir ziehts ja auch immer die Schuhe aus, wenn ich z.B. von Klimaverhaltensmodellen lese wo es heißt: „Leben die Menschen auf Weise a, steigt die globale Durchschnnittstemperatur um x°C, leben sie aber auf Weise b, dann steigt sie nur um y°C“. Solche Aussagen kann ich einfach nicht ernst nehmen (wer weiß, vielleicht liegt es ja nur an der Beschränkheit dieser Wissenschaftler auf ihr Fach und sie sind nicht des Konjuktivs fähig…).
    @colorcraze: Machen Sie sich mal keine Illusionen von der deutschen Verwaltung, was Grundbücher etc. angeht. Es gibt z.B. immer noch genug Städte in Deutschland, die keinen blassen Schimmer davon haben wo und welche Abwasserkanäle sie besitzen. Auch der Verlauf Flurstücksgrenzen ist nicht immer so klar, wie man es sich wünschen würde. Hatte neulich erst ein lustiges Erlebnis bei einem Projekt, das in der Nähe eines Naturschutzgebietes geplant war. Nachdem aber niemand Auskunft über die genauen Grenzen des Naturschutzgebietes geben konnte, man uns aber gleichzeitig zu verstehen gab dass es (überspitzt ausgedrückt) schlimme Konsequenzen hätte, wenn der Baggerfahrer auch nur mit der Zehenspitze die Grenze überträte haben wir das Ganze dann großräumig umgeplant…
    .

  152. @colocraze – es dreht sich...
    @colocraze – es dreht sich nicht darum dass die belgische Polizei sich nicht verantwortlich fühlt, sondern das sie nicht eingreifen darf. Die Angestellten der EU und das Gelände sind für die nationale Polizei und Gerichtsbarkeit immun. Ein höherer Frankfurter Richter hat das mir gegenüber mal sehr trocken auf einen Punkt gebracht: ‘Die EZB ist eine Bananenrepublik in der Mitte von Frankfurt’.

  153. Elitesse,
    .
    "Lektüre der...

    Elitesse,
    .
    „Lektüre der Seiten genügt. BWLer Karriereseite, für das Stipendium werden wirtschaftliche Interessen vorausgesetzt und dafür erhielt man seinerzeit unter anderem Handlesblatt Junge Karriere als Geschenk. Partner von efellows: große Unternehmen, zu deren Personalpolitik: siehe oben“
    .
    dass es nur BWLer sind, stimmt nicht: http://www.e-fellows.net/show/detail.php/4920
    .
    Und warum ist eine Seite nicht zitierfähig, wenn ihre Nutzer „wirtschaftliche Interessen“ haben? Was ist so schlimm an einer Organisation, die dafür eintritt, dass Studenten ins Ausland gehen, Praxiserfahrung sammeln, Fremdsprachen lernen etc.? Ist das nicht eben die Bildung, die (angeblich) so dringend in den Unternehmen benötigt wird?
    .
    Zu der Personalpolitik der beteiligten Unternehmen: Vielleicht wollen sie die Fehler der Vergangenheit durch Unterstützung dieser Organisation wiedergutmachen.

  154. ... wenn das mit den Griechen...
    … wenn das mit den Griechen allen so bekannt, alles so gewußt war, w-a- r-u-m
    dann dieser berliner „Zwergenaufstand“.

  155. @Unellen und Ægopodium, zwei...
    @Unellen und Ægopodium, zwei kompletten Fachbereichen in toto die Wissenschaftlichkeit absprechen zu wollen, finde ich ziemlich hartherzig von Ihnen, auch wenn ich den Modellwahn mancher Disziplinen genauso kritisch sehe wie Sie. Von schwarzen Schwänen habe ich gehört, die schwimmen bei uns auf dem Dorfteich.
    @colorcraze: fallen multinationale Organisationen (wie EU Organe) überhaupt unter die Verantwortlichkeit der jeweiligen nationalen Polizei?

  156. a13, ich beziehe mich auf die...
    a13, ich beziehe mich auf die besten Zeiten meiner Generation. Diese ergaben aus der Tatsache eines relativ hohen und anstrengungsfreien Einkommens in weiten Teilen der Gesellschaft in der alten Bundesrepublik. Diese Zeiten sind nun vorbei. Ich beklage dies nicht, mache aber Vorschlaege, wie sich mit etwas Anstrengung und gesundem Menschenverstand viel vom Erreichten erhalten liesse. Mehr dazu bei Interesse in meinem Blog.

  157. ... bis gestern war ich der...
    … bis gestern war ich der Meinung, daß Mathematik eine Geisteswissenschaft ist;
    hat sich das geändert?
    Ich erinnere mich an die Aussage eines bekannten Physikers , der den Aus-
    führungen eines berühmten Physikers nicht folgen konnte – weil sein Hirn nicht
    denkt….

  158. Der Tiger (9.18 Uhr)/...
    Der Tiger (9.18 Uhr)/ Elitesse, Immunitäten können auch aufgehoben werden. Außerdem gilt für die Bediensteten der Institutionen im Regelfall nur eine funktionelle Immunität. Bei privaten Vergehen sind dann also schon nationale Polizei und Gerichte zuständig.

  159. ... es muß natürlich heißen...
    … es muß natürlich heißen – weil sein Hirn nicht so denkt…

  160. @Ægopodium +@Elitesse: [zur...
    @Ægopodium +@Elitesse: [zur Wissenschaftlichkeit der VWL und ihren Folgen]
    verlässt man mal die zwei extremen pole (vwl ist eine wissenschaft ja/nein) und wirft einen genaueren blick auf das fach und seine akteure, so sieht man, dass es durchaus ernstzunehmende probleme gibt die weit in die gesellschaft hinein wirken:
    *
    [1.] es gibt in der vwl, wie in anderen fächern verschiedene strömungen. die weltweit dominante strömung („mainstream/orthodox“) versucht dabei kontinuierlich ihr kritisch gegenüberstehende („heterodoxe“) lehren und lehrende klein zu halten. (siehe dazu http://www.thenation.com/doc/20070611/hayes). was das für die „offenheit“ und „qualität“ der ausbildung in den universitäten und für die wissenschaftliche diskussion bedeutet, kann man sich ja leicht ausmalen.
    *
    [2.] dieser kampf um die herrschaft über die in der lehre präsentierten inhalte führte und führt dazu, dass vorsicht geboten ist bezüglich der qualität, positionierung und unabhängigkeit sich äußernder ökonomen. studenten stehen hier vor den gleichen herausforderungen, wie zeitungsleser, politiker und alle anderen.

  161. Freier Radikaler, meine...
    Freier Radikaler, meine Meinung ist folgende: große Unternehmen möchten keine eigenwilligen, unkonventionellen Persönlichkeiten mit umfassender Allgemeinbildung, sondern funktionale Mitarbeiter fürs tägliche Brot, gerne möglichst jung, möglichst formbar und arbeitswillig. Der Bachelor bildet genau das aus. Das, was möglicherweise manchen Studenten beim Bachelor an Freiheit verloren geht, hat für die Unternehmen keinen Wert – folglich wird eine von Unternehmen gesponserte Seite für BWL-Karrieristen ganz sicher nicht den Niedergang der humanistischen Allgemeinbildung im Studium beklagen.
    Und wenn Sie mir nicht glauben, dann lassen Sie sich auf die Liste für deren Newsletter setzen: Woche um Woche BWL-News werden auf Sie niederregnen, nicht Kultur, nicht Politik, keine wirtschaftskritischen Positionen, sondern BWL Mainstream.

  162. "...Tatsache eines relativ...
    „…Tatsache eines relativ hohen und anstrengungsfreien Einkommens in weiten Teilen der Gesellschaft in der alten Bundesrepublik…“
    .
    Ich dachte, sowas nennt man heute „Dekadenz“.
    .
    Wenn ein Hartzer fürs Nichtstun 600 Euro im Monat bekommt, dann ist er ein Schmarotzer, wenn ein Chefarzt, Bangster oder Bürokrat 6.000 Euro monatlich zuviel bekommt, dann ist er ein Leistungsträger.
    .
    Liebe Minna:
    Mathematik ist eigentlich keine Naturwissenschaft, gehört aber trotzdem zu diesen. Darum immer diese Bindestrich-Bezeichung: „Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät“, etc.

  163. HansMeier555 04. März 2010,...
    HansMeier555 04. März 2010, 23:25
    Ihr Vorschlag ist so gut, daß er im Moment keine Chance hat; aber so kommt es,
    verlassen wir uns auf den „Markt“.

  164. @muscat
    (1) Es stimmt, die...

    @muscat
    (1) Es stimmt, die Immunität kann aufgehoben werde, aber es ist die Institution selbst, die Immunität aufheben kann, was sie natürlich nicht tut, wenn es zu ihrem Nachteil ist.
    (2) Es stimmt auch, dass private Vergehen außerhalb der Institutionen wie Verkehrsdelikte etc. im Regelfall von der Immunität ausgenommen werden. Aber abgesehen davon, dass der Regelfall umso weniger zutrifft, je höher der Betroffene in der Hierarchie angesiedelt ist, standen diese Delikte hier nicht zur Diskussion. Worum es geht ist Korruption, Missbrauch von Insiderwissen und kriminelle Taten innerhalb der Behörde.
    Fazit: Glauben Sie vielleicht der Fall Siemens wäre gerichtlich aufgerollt worden, wenn die Entscheidung darüber von Herrn Pierer und seinen Aufsichtsratkollegen abhängig gewesen wäre?

  165. HansMeier555 11:29
    AHA- das...

    HansMeier555 11:29
    AHA- das ist aber praktisch; da kann sich jeder, der mit ein paar math.Formeln/Modellen hantiert einen naturwissenschaftlichen
    Anstrich verpassen.

  166. Cont. 04. März 2010,...
    Cont. 04. März 2010, 17:17
    Natürlich hat mein cleverer Neffe gefragt: „Warum macht Frau Merkel nichts?“
    Was sollte ich ihm schon antworten? In Andersens Märchen findet man keine Antwort, denn das Märchen hört mit dem Announcement der Buben im Blog-Baum auf.

  167. Elitesse,
    .
    "Freier Radikaler,...

    Elitesse,
    .
    „Freier Radikaler, meine Meinung ist folgende: große Unternehmen möchten keine eigenwilligen, unkonventionellen Persönlichkeiten mit umfassender Allgemeinbildung, sondern funktionale Mitarbeiter fürs tägliche Brot, gerne möglichst jung, möglichst formbar und arbeitswillig.“
    .
    ich weiß natürlich nicht, ob da nicht einfach clevere Propaganda dahintersteckt, aber mein Eindruck ist ein ganz anderer:
    http://www.e-fellows.net/show/detail.php/14840
    .
    https://www.e-fellows.net/show/detail.php/19508

  168. Der Tiger 13:08
    Warum sollte...

    Der Tiger 13:08
    Warum sollte sie? Die Buben auf dem Blog-Baum sind machtlose Randfiguren, die
    sind in ihrem Kosmos irrelevant.
    .
    HansMeier555 um nochmal auf Ihren Vorschlag zurückzukommen, ich finde die
    Beobachtung von Frankie Bernankie weist schon die Richtung.

  169. @unellen: Aha, das...
    @unellen: Aha, das Grundsätzliche ist Ihnen also klar (Begrenztheit von Abbildungen und Modellen). Wo man dem Modell folgt und wo man es für unzureichend hält, ist allerdings Chefsache, weshalb sich die angehenden höheren Kassierer halt erstmal auf einen Job als Rechenknecht vorbereiten… oder man versucht sich gleich am Gezeitenkraftwerk als Algotrader. Oder man hat ein sehr, sehr gutes Gespür für Timing und Alternativen, wie der Herr Soros. –
    Ach, die deutsche Verwaltung, ihre museale Einrichtung und Angewiesenheit auf Google kenn ich schon. –
    @Tiger: eingreifen nicht, aber Anzeige aufnehmen wird wohl gehen. Liegt dann halt auf Halde bis mal die Immunität aufgehoben ist – ein zugegebenermaßen nicht wirklich befriedigender Zustand. Aber oben ist halt oben, da gibts dann irgendwo keine Decke mehr drüber.
    @elitesse: ich weiß nur, daß die Stadt New York durchgesetzt hat, auch von UNO-Diplomaten Knöllchen eintreiben zu dürfen und das auch erfolgreich tut, nachdem sich einige im Straßenverkehr lange arg danebenbenommen hatten. Wäre vielleicht ein möglicher Modellfall, daß die beherbergenden Städte sich stärker einmischen und Konditionen vorgeben.
    @minna: Zwergenaufstand ist doch jeden Tag.

  170. @charon: zur Zeit denken die...
    @charon: zur Zeit denken die Kalifornier wohl mal wieder verstärkt über mögliche Subventionen aus Washington nach.

  171. @colorcraze: "Wo man dem...
    @colorcraze: „Wo man dem Modell folgt und wo man es für unzureichend hält, ist allerdings Chefsache“
    genau daran scheint es ja in der Praxis oft zu haken, bzw. denke ich dass in jedem Studium diese Fähigkeit des Urteilens erlernt werden sollte. Und da hakt es meiner Meinung nach schon im BWL-Studium: wie soll man die Realitätsnähe komplexer Modelle verstehen wenn man im Studium z.B. nie gelernt hat mit Differentialgleichungen umzugehen? Ich kenne BWL-ler, die nichtmal den Unterschied zwischen Median und Mittelwert kennen…

  172. Liebe Minna,
    "... da kann...

    Liebe Minna,
    „… da kann sich jeder, der mit ein paar math.Formeln/Modellen hantiert einen naturwissenschaftlichen Anstrich verpassen….“
    .
    Kann auch jeder. Aber das wirkt nur bei Naivlingen. Zynische Sprüche über die Beweiskraft von Statistiken müssen wir hier wohl nicht wiederholen. Auch in den Geisteswissenschaften wird immer wieder die Mathematik zur Hilfe genommen.
    .
    Ansonsten befremdet es, daß für viele Zeitgenossen die Naturwissenschaften offenbar nach wie vor so etwas wie eine Wahrheitsmaschine darstellen.
    .
    Was VWL und BWL betrifft, so handelt es sich um Sozialwissenschaften. Wer die Wirtschaft erforscht, erforscht menschliches Verhalten und menschliche Beziehungen.
    .
    Und das Problem der heutigen WiWis ist eben, dass sie selber das nicht immer wahrhaben wollen. Weil sie blasse junge männliche Nerds sind, die nur vor „harten“ Naturwissenschaften Respekt haben, während sie Geisteswissenschaften auf der Schule als „Schwallfächer“ zu verachten sich angewöhnt haben.
    Darum klammern sie sich an ihre Modelle, Statistiken und Formeln und verlieren den Blick für die einfachsten Realitäten.

  173. @HansMeier: Formeln sind halt...
    @HansMeier: Formeln sind halt so schön greifbar, Formel ausdenken ist mühsamer, und sich mit anderen auf eine Formel einigen müssen ist ganz grausam.
    Meine Beobachtung ist eher: eine Firma ist tot, wenn sie vom Vertrieb beherrscht wird. Die verstehen sich zwar aufs Verkaufen, aber nicht auf Produktion oder gar Entwicklung.

  174. HansMeier555 seien Sie...
    HansMeier555 seien Sie bedankt.

  175. @colorcraze
    Herr...

    @colorcraze
    Herr Oberstaatsanwalt Schaupensteiner hat seinerzeit eine Anzeige bezüglich Korruption im Wert von 10 Millionen Euro nicht angenommen. Stattdessen hat er mir erklärt, dass er nur gegen deutsche Beamte vorgehen kann, die mit einer europäischen Behörde zusammenarbeiten. In dem Fall hätte er allerdings immer noch das Problem, dass er eine europäischen Behörde nicht betreten kann, um belastende Akten zu beschlagnahmen.

  176. Der Tiger 16: 15
    ...mir bricht...

    Der Tiger 16: 15
    …mir bricht der Angstschweiß aus; wieviele EU-und UNBehörden, neben den
    altbekannten üblichen Verdächtigen, haben wir in D?
    Unser „souveräner „Rechtsstaat ist wohl so löchrig wie ein Schweizer Käse.

  177. @minna
    Auf Anhieb fallen mir...

    @minna
    Auf Anhieb fallen mir außer der EZB folgende Behörden auf deutschem Boden ein:
    – United Nations – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS) in Bonn
    – Europäisches Patentamt (EPA) in München
    – Europäisches Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt

  178. @Tiger: schon in Stuttgart,...
    @Tiger: schon in Stuttgart, London oder Spanien versucht?

  179. Nachdem ich zwei Semester...
    Nachdem ich zwei Semester über die extrem banale monetaristische Geldmengengleichung philosophieren musste, war mir endgültig klar, dass ein studium nichts mit der inhaltlichen Vorbereitung auf einen Berufseinstieg zu tun hat….Denken und abstrahieren, darum gehts!

  180. Lieber Freier Radikaler: ich...
    Lieber Freier Radikaler: ich halte das für erfreuliche Ausnahmen und größtenteils Propaganda. Aber beweisen kann ich es natürlich nicht. E-Fellows hingegen ist in seiner Weltsicht wirklich sehr sehr wirtschaftszentristisch, das dürfen Sie mir schon glauben.
    @a13: Was glauben Sie, was andernorts in der Wissenschaft passiert? Da werden Freundschaften gekündigt, wenn der eine des anderen Paper angreift und Ideologien gepflegt, daß es gruselt.
    @colorcraze: ja, so ein blauer Pass ist was Feines im Umgang mit der Staatsgewalt – egal welcher.

  181. @unellen
    "... das ein...

    @unellen
    „… das ein mathematisches Modell zwingend eine Vereinfachung der Realität mit allen Folgen bedeutet und daher die Ergebnisse, die ein jedes Modell liefert stets kritisch zu betrachten sind“
    .
    Sicher, aber das Problem mit den marktradikalen Infallibilisten ist ja, das sie glauben, ihr Modell wäre absolut perfekt und von diesem Standpunkt aus versucht haben, auf politisch-gesellschaftlichem Wege die Realität ihrem Modell anzupassen. Man stelle sich dieses Konzept in der Physik oder Chemie vor – schallendes Gelächter.
    .
    Der zweite elementare Verstoß gegen wissenschaftliche Grundsätze folgte nach dem grandiosen Scheitern des neoliberalen Wirtschaftsmodells, sprich die derzeitige globale Wirtschaftskrise. Selbstkritik, Anpassung des Modells oder gar Neubeginn? Weitgehend Fehlanzeige! Das tote Pferd, auf dem diese Herrschaften sitzen, richt zwar schon etwas streng, wird aber weitergeritten, sowohl innerhalb vieler Fakultäten als auch in der Öffentlichkeit.
    .
    @a13
    Die von ihnen beschriebenen Grabenkämpfe gibt es in allen Fachgebieten. Die Probleme die ich bei VWL/BWL sehe, sind grundsätzlicher Natur (siehe oben).

  182. @minna
    Ich bin deutscher...

    @minna
    Ich bin deutscher Staatsbürger wohnhaft in den Niederlanden. Meine Sprach- und hiesigen Rechtskenntnisse sind nicht so, dass ich hier auf eigene Initiative einen Antrag stellen könnte. Konsequenterweise wand ich mich deshalb zuerst an ein angesehenes niederländisches Rechtsanwaltbüro. Deren Meinung unterschied sich nicht von meinen deutschen Experten. Außerdem besprach ich die Situation auch mit einer respektablen Pariser Anwältin, gleiche Meinung.
    Danach gab ich einen Bericht des Falls und eine Analyse der mangelnden Rechtssituation über den Botschafter in Den Haag an die Deutsche Regierung (Schröder). Dafür, das heißt, dass ich vertrauliche Informationen an den deutschen Botschafter gegeben hatte, wurde ich entlassen. Jetzt exerziere ich (schon seit sieben Jahren) den nicht vorhandenen Rechtsweg als Präzedenzfall.
    Zu Herrn Oberstaatsanwalt Schaupensteiner bin ich übrigens erst gegangen als ich schon entlassen war.

  183. Der Tiger, die in München und...
    Der Tiger, die in München und Bonn sind aber auch“ gute“ Adressen.

  184. Der Tiger, die Empfehlung kam...
    Der Tiger, die Empfehlung kam nicht von mir; ich hätte sie auch nicht gegeben.
    Die Situation scheint klar.

  185. Toll, irklich große Klasse!...
    Toll, irklich große Klasse! Das er es (auch) genau so weiß, konnte man annehmen. Aber es auch so hinzuschreiben: geradeaus, wahr und ohne Schnörkel, dafür gebührt ihm unsere Anerkennung, wie wir finden! Mal wieder unseren Dank und: Chapeau! ( … denn wer schreibt es sonst so hin, heute in Deutschland?)

  186. Oh, bitte, gern geschehen!...
    Oh, bitte, gern geschehen!

  187. @Tiger: nicht vorhandenen...
    @Tiger: nicht vorhandenen Instanzenzug improvisieren ist natürlich ein Bohren besonders dicker Bretter. EUGh? Gibts einen Innenausschuß des EU-Parlaments?

  188. @minna
    Es freut mich, dass die...

    @minna
    Es freut mich, dass die Situation soweit klar ist, der Präzedenzfall bezieht sich allerdings nicht nur auf den legalen Aspekt, sondern auch auf den persönlichen. Mein niederländischer Rechtsanwalt hatte mir gleich zu Anfang gesagt: ‘It’s not enough that you have a good legal case, you also have to be emotionally able to fight it.’
    Als Angehöriger einer europäischen Behörde hat man den Luxus Status eines Expats mit hohem Einkommen und Freunden aus dem selben Milieu. Man hat normalerweise keine Verwandte in der Nähe außer der direkten und vom Gehalt abhängigen Familie einschließlich Kinder, die in verwöhnten Expat Verhältnissen aufwachsen, das heißt internationale Schule und ähnliches. Wenn man entlassen wird, fällt man von heute auf morgen durch jegliches soziales Netz. In meinem Fall, keine Arbeitslosenunterstützung (über HartzXXX kann ich nur lachen), keine Krankenkasse (das ist mittlerweile sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden geändert worden), und die meisten ‘Freunde’, die ja alle auch für die europäische Organisationen arbeiten, wenden sich ab. Andere Arbeit findet man natürlich auch nicht, denn wer würde jemand einstellen, der unter diesen Bedingungen entlassen wurde.
    Fazit, heute verstehe ich aus eigener Erfahrung sehr gut, warum sich die Angestellten der verschiedenen europäischen Behörden nicht wehren, wenn ihnen ihr Boss etwas aufträgt, was nach zivilisiertem Standard unethisch oder illegal ist.

  189. Der Tiger, daß man "gute...
    Der Tiger, daß man „gute Nerven“ braucht um so etwas durchzuziehen hat sich
    sofort aufgedrängt. Zur persönlichen Situation, die Sie beschreiben; mir wurde
    mal gesagt: privater Sozialismus sei schlimmer, als öffentlicher Sozialismus und am
    Beispiel, wie Sie es oben beschrieben haben erläutert.

  190. Lieber Tiger,
    und wie sieht es...

    Lieber Tiger,
    und wie sieht es mit dem Kuendigungsschutz aus, Abfindungen, etc.?
    Hartz IV jedenfalls steht Ihnen als deutschem Staatsbürger wohl zu (wobei ich annehme, daß Ihr Vermoegen einfach zu hoch ist).

  191. @HansMeier: träumen Sie...
    @HansMeier: träumen Sie weiter vom 20. Jahrhundert. Im 21. ist erstmal Bungee-Jumping angesagt. Das wichtige ist das Schwungholen, damit man von ganz unten wieder hochkommt.

  192. Am vergangenen...
    Am vergangenen Mittwochvormittag ab 9:35 im DLF „Tag für Tag, Aus Religion und Gesellschaft- Bedroht und verfolgt – Zur Situation der christlichen
    Minderheit im Irak“ wurde sinngemäß so ungefähr ausgeführt „unter Sadam waren die 1,2 Mio Christen im Irak meist Angehörige Mittelklasse, waren Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure, Journalisten, genossen als solche (und trotz oder wegen ihres besonderen Sozialstatus als Christen) als Leistungsträger Schutz und Anerkennung des Staates (natürlich nur für im Rahmen des üblicherweise in der Diktatur Erlaubtes, p.) , waren anerkannt, konnten das tun, was solche eben machen, sich fürs Zusammenleben und die Mitmenschen einsetzen, sich solcherart positiv entfalten eben, … und auch das ist nun durch den Irakkrieg alles vorüber und vorbei: den Christen im Irak geht es heute vielmehr viel schlechter als damals, sie haben nichts mehr zu melden, mit allen Folgen für sich selbst und die irakische Gesellschaft“, so der Deutschlandfunk vorgestern früh noch sinngemäß.
    .
    Ja, es muss nichts so bleiben. Und tut auch nicht. Nicht für die Westviertel, nicht für die Mittelschichten.
    .
    http://cgi.ebay.de/Spiegel-Nr-50-vom-07-12-2009-Das-verlorene-Jahrzehnt_W0QQitemZ230443213344QQcmdZViewItemQQptZZeitschriften?hash=item35a77c6220 – Und bloß Jahrzehnt reicht meiner Meinung nach noch nicht.

  193. @colorcraze
    (1) Der...

    @colorcraze
    (1) Der europäische Gerichtshof (in Luxemburg) ist für Zivilklagen zuständig, nicht für Strafsachen.
    (2) Was meinen persönlichen Fall betrifft, hätte ich zum EUGH gehen können, wenn ich als EU Angestellter entlassen worden wäre. Ich war aber Angestellter der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) und die ist, wie übrigens auch das europäische Patentamt, von der EU unabhängig. Deswegen ist der EUGH für meinen Fall nicht zuständig.
    (3) der EUGH ist allerdings nicht unabhängig. Die Richter werden auf 4 (6?) Jahre gewählt und können wiedergewählt werden. Damit sind sie von den Länderregierungen, die sie einsetzen und wiederwählen, abhängig. Zum Vergleich, deutsche Richter sind Richter auf Lebenszeit; die Bundesverfassungsrichter habe einen 12-Jahresvertrag (oder bis zum Alter von 67), der nicht erneuert werden kann. Im Anbetracht der Tatsache, dass die EUGH Richter nicht unabhängig sind, hätte ich mit meinem politisch kritischen Fall wenig Aussicht auf ein unabhängiges Urteil von diesem Gericht.
    (4) Es gibt sicher einen Innenausschuß im europäischen Parlament. Aber das europäische Parlament wäre nicht in der Lage die Situation zu ändern. Gewaltenteilung ist eine Frage der Verfassung. Aus eigener Initiative kann das Europaparlament kein Gesetz, geschweige denn eine Änderung des Vertrags von Lissabon initiieren.
    @ HansMeier555
    Ich bin auf Grund eines Disziplinarverfahrens (Weiterleitung vertraulicher Angelegenheiten an Außenstehende) entlassen worden. Da gibt es weder Kündigungsschutz noch Abfindung.
    Sie haben Recht, Hartz4 würde auf mich zutreffen, wenn ich nach Deutschland ziehen würde und mittellos wäre. Meine, zugegebenermaßen etwas sarkastische Bemerkung bezog sich auf die diversen Politiker, die behaupten Hartz4 Empfänger wären automatisch arbeitsscheu. Ich würde durchaus arbeiten. Sie haben allerdings auch mit Ihrer zweiten Bemerkung Recht, um Hartz4/1-Euro Jobs annehmen zu müssen, wäre ich zu vermögend. Da vergnüge ich mich lieber mit Don’s Blog.

  194. Lieber Tiger,
    dass Sie sich an...

    Lieber Tiger,
    dass Sie sich an eine deutsche Botschaft gewandt haben, um dort Ihr Recht zu finden, rührt mich zutiefst. Denn ehrlich gesagt, glaube ich nicht, daß deutsche Botschaften zu irgendetwas nütze sind.
    .
    Mit meiner ewigen Forderung, den Feudalismus wieder einzuführen, komm ich mir langsam nur noch blöd vor.

  195. Wer sind diese "neuen ...
    Wer sind diese „neuen (deutschen) Herren“? KT, z.B??

  196. fionn, ich fürchte nein; auch...
    fionn, ich fürchte nein; auch K.T darf nur so tun als ob. Allerdings ist diese Situation
    für D auch nicht ungewöhnlich.

  197. Dabei, lieber HansMeier, ist...
    Dabei, lieber HansMeier, ist das so eine schoene Idee. Sie haben Sie nur nicht ausfuehrlich erklaert. Ich warte immer noch auf das Feudalistische Manifest, 120 Seiten, Schrift 14 Punkte (ich habe schlechte Augen). Klare Ideen, einfacher Satzbau, guter Verlag, Empfehlung von Denis Scheck, kurzes Interview bei ttt.
    Numachensema.

  198. @Tiger: Hmhm.. allenfalls bei...
    @Tiger: Hmhm.. allenfalls bei (4) meine ich, sie könnten ja trotzdem die Initiative ergreifen, gestaltend auf das Institutionengefüge einzuwirken. Als gewähltes Plenum haben sie die Legitimation dazu (ein bißchen Unverfrorenheit sollten sie auch haben). Sie könnten (2) z.B. (3) unterstellen, und bei (3) Amtsperiode verlängern und Wiederwahl kassieren. Schwierig ist die Ochsentour über die nationalen Regierungen. – Kennen Sie mehr Fälle wie Ihren?

  199. Das Problem der Westviertel...
    Das Problem der Westviertel ist nicht der Machtverlust, die Macht war immer nur regional,es ist der Gesichtsverlust und das Wissen darum.

  200. Lieber Tiger,
    nach meinem...

    Lieber Tiger,
    nach meinem Empfinden wäre das (der Status der EU-Behörden auf Bundesgebiet) ein Fall für eine Verfassungsklage. Aber ich bin nur Laie.

  201. Der Tiger wie wärs Sie...
    Der Tiger wie wärs Sie würden einen Roman schreiben, am besten einen
    Krimi, das scheint mir die bessere Möglichkeit um ein Problem puplik zu machen.
    Zu diesem Themenkomplex findet sich erstaunlich wenig, wenn man es mal mit
    US vergleicht.

  202. ... überhaupt muß man sich...
    … überhaupt muß man sich wundern wieviele interessante Plots auf der Straße
    liegen, stattdessen füllen Romane über unterbegabte junge Frauen meist
    männlicher Autoren die Regale.

  203. Heute dachte ich noch einmal...
    Heute dachte ich noch einmal an das ursprüngliche Thema von Don’s Blog ….. und musste laut lachen. Wie ich schon an anderer Stelle erwähnte, bin ich für diverse Leute meiner Familie persona non grata. Wenn ich jetzt noch mit verlegenen Mann und zwei halbwüchsigen sozial- traumatisierten Töchtern ins Ostviertel meines kleinen dummen Heimatdorfes gezogen wäre, um von Hartz4 zu leben, was hätten sich die Nachkommen des Tantengerichts gefreut!
    HansMeier555
    Ich bin auch nur ein Laie. Die Entscheidung des Rechtswegs liegt uneingeschränkt in den Händen meines Rechtsanwalts. Der allerdings hat auch ein persönliches Anliegen in dem Fall, denn wo es keine Gerichte gibt, haben auch Rechtsanwälte keine erfolgversprechende Funktion.
    Wo kein Kläger, da kein Richter. Ich war in Karlsruhe bei den mündlichen Verhandlungen des Lissabon Vertrags. Keiner der Kläger hat in irgendeiner Weise die rudimentäre Judikative des EU erwähnt. Zumindest von den Linken hätte ich erwartet, dass sie sich für den kleinen Mann in der EU einsetzten. Stattdessen war der Beitrag des Professors, der die Linke vertrat, ausgesprochen oberflächlich in seiner Argumentation.
    @Minna
    Ich habe ein Buch darüber geschrieben, aber es ist weder ein Krimi noch ein Roman, sondern ein Sachbuch. Wenn der Don es zulässt, füge ich das Vorwort als nächsten Beitrag bei.

  204. aus prinzipiellen Erwägungen:...
    aus prinzipiellen Erwägungen: Ich bedaure, aber das geht über die Grenzen der Kommentarfunktion dieses Blogs.

  205. @Der Tiger - Sie entschuldigen...
    @Der Tiger – Sie entschuldigen bitte dieses im Grunde – selbst zum Zwecke beabsichtigter ironischer Überspitzung – unzulässig verkürzende Zitat; es impliziert jedoch sowohl bewusst um der Pointe Willen zum Schein wie auch wohl tatsächlich nur scheinbare Alternativen (1-Euro Jobs annehmen zu müssen/vergnügen), da Erstere aufgrund des Kriteriums „zu vermögend“ (für die Anspruchsberechtigung auf AlG II) ausgeschlossen ist, woraus umgekehrt ein Schuh würde: das Schonvermögen ist so gesehen also zu niedrig, um Gut- oder auch nur Bessersituierten (oder anders: Besser- und auch nur Gutsituierten) qua Leistungsbezug nach SGB wenigstens Gelegenheit zur praktischen Erfahrung real-prekärer Arbeitnehmerbedingungen im jeweiligen Niedriglohnbereich zu geben. Anders formuliert: die Erben der relativ darniedergehenden Honoratioren-Bourgeoisie bleiben vom („marxistisch“-sozialromantisch: vitalen) wirtschaftsordnungskritischen Furor der – so nicht in Billigkonsum und -entertainment quasi protest-verblödenden – „niederen“ Klassen / Unterschichten zu abgekoppelt, um sich als lediglich von Restvermögen Zehrende, also Subsistierende, mit ihnen gemein zu machen, etwa gegen Filz und Klüngel in Vetternwirtschaft und -politik oder „nur“ angesichts von Interessenvertretungen sich globalisierender Oligarchien in Gestalt technokratisch-supranationaler Institutionen ohne hinreichende politische respektive mangelnde demokratische Legitimation, genausowenig wie die „Spielbälle bildungsferner Rechtspopulisten“ „Unten“ = die von nationalstaatlicher (Wirtschafts-)Propaganda umlärmten Angehörigen des Bodensatzes der Gesellschaften in den bislang von Globalisierung profitierenden Staaten, irgendwelche Solidarempfindungen gegenüber „kaputten Näherinnen in Bangladesch“ zu entwickeln sich veranlasst sehen: Nach oben buckeln, nach unten treten eben (wer strampelt, tritt dabei natürlich mehr…). Wobei – concediertermaßen – solch physische Metaphorik wohl nicht recht der in diesem Blog gepflegten Etikette entspricht und auch nur bedingt den daraus resultierenden Erwartungen geneigter (Weiter-)Leser anhängenden Forendiskurses bezüglich Nuanciertheit sozialer Distinktion genügt, schließlich versucht man sich sprachlich in Leichtigkeit zu üben, wo dem feinsinnigen Gemüt das Konkrete als widerwärtig zu erscheinen droht. Dass allerdings ausschließlich unverbindlich luxuriöses amusement auf Dauer Überdruss, bisweilen gar Ekel mit sich bringen kann, sei da nur am Rande und vollständigkeitshalber erwähnt: die vorgebliche ausgleichende Orientierung einiger Foristen an Handfest-Bodenständigem (Rodeln, Reiten, kein Roulette…- Schwarzbrot statt Keksen) muss als Gewähr gegen sonst zu befürchtende Degeneration gelten. – Zurück zur Schlagzeile „Machtakkumulation hat das Westviertel weitgehend ausgeschlossen und abgehängt“: weckte schon des Eingangszitat die Neugier auf. unter dem Blickwinkel wahlweise marxistisch, kommunistisch, anarchistisch, anarcho-syndikalistisch oder von dergleichen weltanschaulichen Spielarten inspirierter Neigungen, interessante (Innen-)Ansichten der so ge- oder auch nur selbst ernannten gesellschaftsstützenden Gesellschaftskreise (sic!), offenbart sich unser blogger mit solchem Vokabular („Zumutungen der Moderne“) als heimlicher, wenigstens versuchsweiser Adept einer – unter Verzicht auf Floskeln wie „Ausweitung der Kampfzone“ oder andere, durchaus neoliberal-schirrmacherFAZismusfähige „post(-post-)moderne“ Termini gerade noch – mit einer neuerlich wieder einmal sich „geläutert“ gerierenden FAZ verträglichen, weil wertkonservativen Spielart der „berüchtigten“ FrankfurterSchule, deren radikaler, später stammheimischer Epheben‘ Aktionismus diese nachhaltig bei allen etwaigen Apologeten „utopischer“ i.e. nicht-macchiavellistischer Gesellschaftsentwürfe diskreditierten. Allenfalls die Richterschaft, deren Angehörige neben den Klerikern und Professoren, obzwar klassische Vertreter des Typus „Honoratiore“ im weiteren Sinne von Bürgern, „die aufgrund ihres herausgehobenen sozialen Status im überwiegend kleinstädtischen Milieu großes Ansehen genießen und dort gegebenenfalls informellen Einfluss ausüben können“, im blog keine Aufzählung darunter erfahren (womöglich wußte man im katholischen und spätindustrialisierten Bayern bürgerlicherseits wohl besser, sowohl „die Kirche im Dorf zu lassen“, wie den Inhabern öffentlicher Ämter mit gesunder Skeptis zu begegnen, anders als in den preußischen Landen mit ihrem im 19. Jhdt. in den großen Städten reichlich vorhandenen Proletariat, dem in guter lutheranischer Tradition notfalls Obrigkeitshörigkeit eingebläut wurde), allenfalls also die Richter an Verfassungs- und Verwaltungsgerichten halten noch mühsam mit dem PrinzipienBanner der Menschenwürde und dem Postulat des Sozialstaats als den Regeln der Kampfzone enthobene Nische Restkernbestände dieser relativ jungen Verfassungstradition aufrecht, und mit ihnen mehr aus Bequemlichkeit denn Überzeugung das Gros der ParteienParlamentarier sowie all jener, deren Pfründe bislang im Schutz des Grundgesetzes vor aufgrund nicht abreißender Verteilungskonflikte allfälligen Änderungen sicher schienen. Verwunderlich mag hier nur auf den ersten Blick das deutsche Bürgertum anmuten: im Zuge fortschreitender Stärkung der Exekutive gegenüber der Legislative mit einhergehend evidenten Verlusten an rechsstaatlicher Demokratie hat dieses sich zwar dialektisch-materialistisch nachvollziehbar zu Lasten der Bildung (Aufklärung) entschieden und -Stichwort „Regierbarkeit“- ein ordoliberales Bekenntnis abgelegt, zugleich jedoch in seiner Stabilitätsorientierung mit dem Verzicht darauf oder im Versagen, historischer Erbe des citoyen zu sein, sich konstitutionell derart geschwächt, dass ihm die Verfügungsgewalt über die langfristige wertmässige Sicherung seines Besitzes auch an sich wandelnden Produktionsmitteln mehr und mehr entglitten ist. Auf den zweiten Blick trifft diese Mutation zur bourgeoisien Existenz eher auf das in seiner Biederkeit zum allenfalls paternalistischen, nicht aber im Wettstreit mit früher Magnaten, heute Investoren notwendig aggressiven Einsatz von Kapital und Kapitalmacht geneigte kleinere Besitz-, in geringerem Maß auf das kapitalärmere und deshalb zur Adaption an wandelnde Produktionsbedingungen und Produkte (die Finanzwirtschaft „schöpft“ Geld: nicht nur ab, sondern bringt es – mit entsprechender, tendenziell entwertender Wirkung auf Selbiges – auch hervor) gezwungene, weniger an Stabilität denn an sozialer wie geografischer Mobilität orientierte (Aus-)Bildungsbürgertum zu: dieses stellt unbelastet von traditionalen Zwängen provinzieller Honoratioren-Erbhöfe zunehmend die neuen Funktionseliten, deren Nachwuchs sich zudem auch über andere Karriere- und Protektionsmuster rekrutiert: nicht, dass die Chancen unserer beispielgebenden Bürgertochter nur von zweifelhaften nebendienstlichen „jobs“ abhingen, vielmehr schadet ihr vielleicht, abgesehen von „begrenzten Gaben“ und dem Habitus „höhere Tochter“, eben jener Stallgeruch altfeudaler Protektion, der sich möglicherweise nur durch besondere Qualifikation ausgleichen lässt – statt der „Wahl zwischen Jura und BWL“ vor dem Hintergrund unterstellter Behütetheit eine ambitionierte Entscheidung für beide Studienabschlüsse (das bisschen BWL…). Immerhin sitzt sie noch „im richtigen Haus“, wurde also noch nicht auf die Reservebank des Finanzwirtschaftsprekariats abgeschoben – oder sind mittlerweile die BadBanks als krisenfester anzusehen? Nun, so schnell darf wohl kaum auf globale – oder nahezu ruinös: auch nur nationale – Strukturveränderungen gehofft werden, dass die mehr und mehr in Zynismus umschlagenden satirischen DonAlphonsoschen Beobachtungen eines identitätskrisengebeutelten ErhabenheitsPartikulariats zu im Nachhinein bitteren Untergangsstudien einer gesamtgesellschaftlich verbreiteten Lebensweltvorstellung geadelt würden. Wenn jetzt der Krähen eine über die andere hintenrum tratscht, demnächst in wechselseitigem Auspicken der Augen die „Strukturen auf Gegenseitigkeit“ sich bewähren und jene (un-)“gewisse Egalität“ zu sicherer und neidverstärkender Gleichheit wird, wie sie „Unten“ bereits mit dem scheinbar unbedeutenden, nichtsdestotrotz segregationsfähigen angeblichen Einkommensunterschied von 109euronen zwischen privaten Lohnsklaven und staatlich alimentierten Frondienstlern besteht – und weiterhin die wie hier versammelten Diskursler ob der Saturiertheit beider genannter Schichten ihre „ach zwei Seelen“ in der Brust in der Rollenverteilung hie öffentliche Praxis, da private Theorie so zufriedenstellen, dass grenzgängerische Missverständnisse noch verschmerzt werden können: da muss niemandem bange sein, in diesem Blog manieristisch gewürzte und mit sakral-bergweltlichen Abbildungen garnierte Humorstückchen als pretiöse Abwechslung zu der ewigen Dissonanz der Gleichklänge „sich glücklich schätzen“ und „nur zufrieden sein“ dereinst zu missen – einerlei, ob der rodelnde Autor (sei´s ihm vergönnt) zunehmend ins Grantln wechselt oder irgendwann „fin de partie“ ruft, als souci de soi wäre beides gleichermaßen…@DA: pikant, prekär, kritisch oder delikat?
    ps @Der Tiger : Wie wäre es mit eigenem blog für das Vorwort?

  206. der Tiger, das finde ich...
    der Tiger, das finde ich schade. Ich weiß nicht wieviel „Gewicht“ man mit einem
    Sachbuch auf die Matte bringt. Wie Sie es beschreiben, werden solche Angelegen-
    heiten offenbar eher „lustlos“ verfolgt. Zudem spielt wohl noch der Gegensatz
    kontinentales Recht vs angelsächsisches Recht in der EU eine Rolle. Da werden
    wohl die Schlachten geschlagen.

  207. naphtalin, versuchen Sie es...
    naphtalin, versuchen Sie es mal mit Absätzen, dann liest das vielleicht auch jemand.

  208. @naphtalin: Gehen Sie da noch...
    @naphtalin: Gehen Sie da noch mal drueber? Bitte! Der Ansatz ist interessant, aber ich verlor mich im Kommawald.

  209. Auch die Schweizer haben ihre...
    Auch die Schweizer haben ihre Problem mit der besseren Gesellschaft.
    Ob ich zu den wahren Schweizer Eliten gehöre wird ich bald wissen.
    http://www.dasmagazin.ch

  210. @naphthalin
    Die Rechte für...

    @naphthalin
    Die Rechte für das Buch und damit auch das Vorwort gehören mir nicht mehr. Das weiß die FAZ. Deswegen habe ich es Don überlassen zu entscheiden, ob er es im Blog veröffentlicht.
    @Minna
    Ich bin kein potentieller Literaturpreisträger. Dazu habe ich kein sprachliches Talent. Außerdem ist das Thema zu Ernst. Aber in der Form habe ich einen lockeren Stil gewählt. Das meiste sind E-Mails, die ich im Laufe der Zeit an verschiedene Leuten geschrieben habe, zum Beispiel an meine Neffen. Außerdem sind die meisten E-Mails sozusagen kleine Cartoons, kurze Dialoge zwischen allen möglichen Leuten, so eine Art Strizz in Worten mit ein paar Hauptfiguren und zum Tagesthema passenden Nebenfiguren.
    Was die Schlacht zwischen angelsächsischen und kontinentalen Recht angeht, darauf gehe ich ein. Erstens erkläre ich in einem passenden Cartoon, dass das angelsächsische Rechtssystem über 1000 Jahre Zeit hatte zu wachsen, und das wir diese Zeit in der EU nicht haben. Zweitens habe ich einen eigenen Verfassungsentwurf geschrieben, der nicht nur eine ausgeglichene Gewaltenteilung vorgibt, sondern auch übersichtlicher und lesbarer ist als der Vertrag von Lissabon. Ich denk, den kann ein halbwegs gebildeter Europäer ohne Rechtsbeistand verstehen. Damit kann sich dann jeder selbst ein Urteil bilden.

  211. Der Tiger
    Ich bin neugerig;...

    Der Tiger
    Ich bin neugerig;
    zu meinem Leidwesen fiel mir Colorcrazes Bemerkung ein:
    „(alte) Formeln sind halt so schön greifbar, Formeln ausdenken ist mühsamer,
    und sich mit anderen auf eine Formel einigen zu müssen ist ganz grausam“.

  212. Verehrter Herr,
    leider habe...

    Verehrter Herr,
    leider habe ich noch kein Buch verfasst, aber für ein Vorwort wird es reichen, auch wenn das Buch in unabsehbarer Zeit herauskommt.
    Gleichzeitig erlauben Sie mir doch bitte, meine Kontonummer zwecks einer Startspende, bekannt geben zu dürfen.
    Bei angenommenen 4000 Lesern Ihres viel beachteten Blogs werden mir sicherlich die Hälfte jeweils 20€ spenden. Bei der deutschen Spendenbereitschaft bestimmt nicht zu viel erwartet.
    Ich hätte dann auch zumindest die Möglichkeit besser für mein Recht zu klagen und gegebenenfalls mehr Zeit für das Buch.
    @ Filou Sie hatten Recht.

  213. perfekt!57, Christen haben...
    perfekt!57, Christen haben nirgendwo in der islamischen Welt eine Zukunft. Das Mittel, sich Respekt oder doch zumindest Einschüchterung der Mehrheit herbeizubomben, steht ihnen nicht offen. Doch das ist ein anderes Thema und passt nicht zum Tegernsee. Bessere Bayern wie Don Alfonso werden es in Bayern sehr wohl noch eine Weile packen.

  214. Mit Ihrer Erlaubnis Herr...
    Mit Ihrer Erlaubnis Herr (hoffe ich doch) naphtalin kopiere ich mir Ihren Beitrag. Für uns hier unten ist es etwas aufwendiger, das was Sie schreiben sofort zu verstehen. Aber ich weiß mich kundig (einigermaßen) in der Handhabung verschiedener Bücher. In einigen Kreisen hier unten geht der Trend immerhin zum Zweitbuch und nicht nur , wie mir der Verfasser diese Blogs weismachen will, zu Elektronikschrott.

  215. fionn, Das Magazin des...
    fionn, Das Magazin des Zürcher Tages-Anzeigers ist eine journalistisch passabel gemachte Postille für die Schweizer Pseudointelligenz (weit mehrheitlich salonsozialistischer Provenienz). Alleine die Tatsache, dass man sich in der heutigen Nummer eines solchen Themas annimmt, ist -mit Verlaub- anmassend. Es entspräche der Tatsache, wenn in diesem Blog Leitartikel der Frankfurter Rundschau auf ihren geistigen Gehalt abgeklopft würden. Zudem sind morgen im rot-grünen Zürich Wahlen!

  216. Don Au, es wurde schon mal...
    Don Au, es wurde schon mal intelligenter dumme Stimmung gemacht.

  217. Wie steht's mit den neuen...
    Wie steht’s mit den neuen Frauen und die alten Westviertel?
    P.S. Rosinante – eh?
    P.P.S. Die NZZ (Neue Zuger Zeitung) mag ich auch.

  218. Der Tiger, nochmal zu Ihrem...
    Der Tiger, nochmal zu Ihrem Buch
    was mich etwas stört, ist “ das wir diese Zeit in der EU nicht haben“
    das schreit einem aus allen Ecken entgegen; es ist für mich der Ausweis
    von Hysterie und ich hoffe sehr, daß wir viel Zeit für die EU haben und den
    „Zeithabenden“ die Zukunft gehört.

  219. @minna
    (1) ‘(alte) Formeln...

    @minna
    (1) ‘(alte) Formeln sind halt so schön greifbar’, stimmt nicht. Haben Sie einmal versucht den Vertag von Lissabon zu lesen und zu verstehen?
    (2) ‘Formeln ausdenken ist mühsamer’, stimmt auch nicht. Einen Gegenvorschlag zu entwickeln, fiel mir überhaupt nicht schwer. Das Problem verstand ich auf Grund meiner eigenen Erfahrung, und in meinem vorherigen Berufleben hatte ich sicher über 1000 technischen Vertragsseiten selbst geschrieben und ein Vielfaches davon verhandelt.
    (3) ‘und sich mit anderen auf eine Formel einigen zu müssen ist ganz grausam’, stimmt erst recht nicht. Ich brauchte mich mit niemanden zu einigen. Deswegen schrieb ich meinen Vorschlag, bevor die ganze Sache an die Öffentlichkeit gekommen war. Meine Verhandlungserfahrung ist nämlich die, etwas aus einem Guss zu entwerfen, können nur ganz wenige Leute. Wenn man es tut, respektieren es die meisten. Die wenigen professionellen Meckerer stürzen sich auf ein paar Details und sind dann befriedigt, wenn man 2-3 kleine, meist völlig unwesentliche Änderungen übernimmt.

  220. ... und colorcraze: auch das...
    … und colorcraze: auch das 21.Jhdt wird sich mit dem Personal des 20. Jhdt
    behelfen müssen, um auf die Beine zu kommen.

  221. Sicher. Aber erwartenSie nicht...
    Sicher. Aber erwartenSie nicht zuviel von den Bayern.

  222. @minna
    Darf ich Sie darauf...

    @minna
    Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie mein Argument “dass wir diese Zeit in der EU nicht haben “ aus dem Zusammenhang gerissen haben, oder wollen Sie ernstlich behaupten, dass wir 1000 Jahre warten sollen, bis wir in Europa rechtstaatliche Verhältnisse haben?

  223. fionn, "Wie steht's mit den...
    fionn, „Wie steht’s mit den neuen Frauen in den alten Westvierteln?“. Ihrer pressepolitischen Kenntnis der Schweiz nach zu schliessen (die Neue Zuger Zeitung soll 2015 gegründet werden) meinen Sie vielleicht das alte Westviertel Zürichs am rechten Zurichseeufer (für die geographisch Unkundigen: die nord-nordöstliche Seeseite – auch „Goldküste“ genannt). Die neuen Frauen, die dort Morgen wählen dürfen (Tina Turner darf es, glaube ich, nicht), nehmen (und sofern sie nicht brieflich abgestimmt haben) den Zweit-Range-Rover (nicht die Limousine, da der Fahrer frei hat), fahren zum Wahllokal und wählen dort die Partei der Stadtpräsidentin (einer Sozialdemokratin). Danach fahren sie nach Hause und schreiben in der FAZ an einem Blog über ihre Anlagepolitik.

  224. @minna cont.
    Ich habe sogar...

    @minna cont.
    Ich habe sogar noch einen höheren Gang eingelegt. Mein europäischer Verfassungsvorschlag geht noch weiter als die Einführung einer ausgeglichenen Gewaltenteilung. Er hebt Außenpolitik und Militär auf EU Ebene, denn nur dann hat Europa international Gewicht. Natürlich gibt es auch seitenweise Cartoons zu diesem Thema, in denen an Hand von Tagesereignisse die Notwendigkeit eines solchen Schrittes anschaulich illustriert wird.

  225. Der Tiger 15:08
    .
    Sie haben...

    Der Tiger 15:08
    .
    Sie haben mich überzeugt. Im „politischen Raum“ greift man aber erst zu,
    wenn alle ermattet am Boden liegen.

  226. "hebt Militär auf...
    „hebt Militär auf EU-Ebene“…. na sowas, keine Wunder dass es keiner wollte. Mit dem Entsendevorbehalt eines Bundestagsbeschlusses sind wir bisher eigentlich ganz gut gefahren. Wir waren weder 1956 bei den Briten und Franzosen in Suez dabei noch später im Tschad oder wo immer andere EU-Staaten ihre Interessen berührt sehen. Ob es so klug war auf dem Balkan dabei gewesen zu sein (auch für KFOR ist eine Ende absehbar) ist eine andere Frage, aber immerhin eine von deutschen Politikern bestimmte, auch von Joschka. In einer EU mit Mehrheitsentscheidungen ist gemeinsame Außen – und Sicherheitspolitik nur deklamatorisch möglich, alles andere nur im Angesicht unmittelbarer und drohender Gefahr für alle. Ansonsten aber ist du gute alte Bismarck Frage, gestellt im Hohen Haus in Berlin, ob so eine Krise „die gesundne Knochen eines einzigen pommerschen Musketiers wert“ sei, doch durchaus noch heute als Kriterium brauchbar. Diese letztendliche Entscheidung sollten sich deutsche Parlamentarier auch nicht nehmen lassen.
    Übrigens kann man diese Problematik ( Staaten halten nur in der Gefahr zusammen, sobald diese schwindet gewinnen die divergierenden eigenen Interessen deutlich stärkeres Gewicht) bei Clausewitz, Vom Kriege, unter dem Teil über Koalitionen und Koalitionskriege nachlesen. Vielleicht schrieb er nicht immer leicht verständlich (das Buch wurde aus nachgelassenen Papieren von seiner Frau, einer geb. Gräfin Brühl herausgegeben) aber er hatte seine Lektion in den napoleonischen Kriegen doch gut gelernt.

  227. Rosinante, wie kommen Sie...
    Rosinante, wie kommen Sie darauf, daß Sozialdemokratin wählen und Anlagepolitik
    Gegensätze sind.

  228. minna, Sie missverstehen mich,...
    minna, Sie missverstehen mich, dies ist in Zürich und seiner Lokalpolitik ja entsetzlicherweise nicht der Fall. Was keinesfalls bedeuten muss, dass die Wahl anderer Parteien die besseren Lösungen erbrächte. Dies meinten Sie möglicherweise. Aber wer eine wirtschaftsfeindliche sowie kultur-, bildungs-, rechts- und genderpolitisch fragwürdige Politik betreibt, ist für eine selbstbewusste, intelligente, gebildete und wohlhabende Frau -m.E.- nicht wählbar. Es sei denn aus Protest oder Masochismus. Oder aus Dümmlichkeit.

  229. Werter Don,
    .
    was sagt man in...

    Werter Don,
    .
    was sagt man in den Westvierteln eigentlich zu den vielen SCHEINHEILIGEN, die unter uns sind, nicht nur in Ettal?
    .
    Ein Essay und die folgenden Meinungen würde mich interessieren.
    .
    Wenn Sie dieses Thema allerdings für zu dégoûtant halten, habe ich dafür ebenfalls Verständnis.
    .
    Gruß Hanskarl

  230. Ziemliches Entsetzen, würde...
    Ziemliches Entsetzen, würde ich meinen.

  231. Rosinante, die von Ihnen...
    Rosinante, die von Ihnen beschriebene Frau wählt nicht sich selbst, sondern
    die Rendite „auf Sicht“.

  232. Don, da haben sie um 17:45...
    Don, da haben sie um 17:45 aber „blankes Entsetzen“ mitsamt seinen Assoziationen elegant vermieden!

  233. Nicht direkt, weil manche...
    Nicht direkt, weil manche alten Geschichten immer wieder mal kursierten. Was nicht schockiert ist, dass es passiert, sondern vielmehr der Umfang.

  234. Tja, einige alte Freunde, die...
    Tja, einige alte Freunde, die ich, als ich so Mitte 20 war, traf, waren Schueler diverser Internate. Was diese Menschen mir beim dritten Bier erzaehlten, hielt ich fuer postpubertaere Maerchen. Ich konnte das nicht ernst nehmen. Und doch scheint es die Wahrheit gewesen zu sein. Einige der irritierenden Verhaltensformen koennte ich mir jetzt erklaeren. Koennte…

  235. @Tiger: ich traue mich nicht...
    @Tiger: ich traue mich nicht einzuschätzen, ob ein Veröffentlichen im Web (Domain, PDF, Link) ihres Entwurfs die Methode Durchmarsch (ich mußte leise lächeln, als sie die beschrieben, da ich sie auch anwende – ich bin wohl 12 Jahre älter oder jünger als Sie) bremst oder beschleunigt; diskutiert von den richtigen Leuten (jaja, wo findet man die richtigen) gehörts allemal. Den Einwurf von prince Matecki sollten Sie ernst nehmen, für Militärs kommen zu den Problemen, die man etwa bei Außenpolitik und Diplomatie schon hat, noch ein paar in extraverschärfter Form dazu.

  236. Lieber Tiger,
    Ihr Engegement...

    Lieber Tiger,
    Ihr Engegement in Ehren, aber eine EU-Außenpolitik mit einem EU-Militär wäre auch aus meiner Sicht der helle Wahnsinn.
    Es gibt nicht zuwenig Großmächte auf der Erdkugel, sondern zuviel. Ein zweites Amerika wäre das letzte, was die Welt jetzt braucht. Die Vorstellung, „wir Europäer“ wären doch so viel aufgeklärter, vernünftiger, humaner als die Amerikaner am Ende auch nur eitler Selbstbetrug.

  237. Erst einmal möchte ich...
    Erst einmal möchte ich klarstellen, das eine rechtsstaatlich korrekte Gewaltenteilung der EU nicht nur die Judikative betrifft, sondern auch die Legislative. Das europäische Parlament des Lissabon Vertrags hat weder ausreichend legislative Macht, noch ist es eine ernsthafte Vertretung des Volkes. Beides habe ich in meinem Verfassungsvorschlag berücksichtigt.
    …..
    Damit ist es völlig legitim, das Entscheidungen, die bisher der Bundestag traf, an das etablierte europäische Parlament fällt.
    …..
    Zweitens habe ich mir überlegt, welches die Kernaufgabe einer europäischen Außenpolitik wäre, und die ist nicht die Frage, ob man ein bisschen Militär in Afghanistan oder sonst wo einsetzt, sondern die Vermeidung eines dritten Weltkriegs = weltweiten Atomkriegs.
    …..
    Während der Jahre, in denen ich mich mit Politik beschäftigte, waren wir einige Male ganz nah an einem Atom-Weltkrieg, viel näher als es den meisten Menschen klar ist. In meinen keinen Cartoons beschreibe ich die Situationen so wie ich sie beobachtet habe. Konsequenterweise habe ich mich auch in die amerikanische, russische, israelisch, chinesische, iranische, irakisch, koreanische, indische und pakistanische Politik und Denkweise versetzt, um zu verstehen , wie man argumentiert, um die Menschen und Politiker dieser Länder davon überzeugt, dass es auch in ihrem Interesse ist, ALLE Atombomben zu vernichten, wenn wir nicht wollen, dass spätestens unsere Enkelkinder in einem grausamen Atomkrieg umkommen. Damit ist das Buch auch für politisch interessierte Menschen außerhalb der EU.
    ….
    Eine ambitionierte Aufgabe – aber wie ein Kollege mir einmal vor langer Zeit sagte: ‘It’s a dirty job, but somebody has to do it.’

  238. Der Tiger 21:08, der iranische...
    Der Tiger 21:08, der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat heute (laut NZZ-online) im Staatsfernsehen zum wiederholten Mal den 11. September als Lüge und Werk von Iran feindlich gesinnten Geheimdiensten bezeichnet. Da Sie sich mit der iranischen Denkweise befasst haben. Was meint Herr Ahmadinejad damit?

  239. Ich will ja niemanden bremsen,...
    Ich will ja niemanden bremsen, aber es macht keinen Spass, Kommentare freizuschalten, deren Inhalt keiner versteht, weil sie zu verquast sind. Also lasse ich das bleiben.

  240. Machen wir jetzt bei...
    Machen wir jetzt bei Internaten weiter, oder soll ich ein paar Katzengeschichten erzaehlen, oder Seemannsgarn von Segelreisen?
    Ach nee, Seemannsgarn kann rinceMatecki besser. Ich habe gehoert, dass das Marinebeschaffungsamt extra deswegen leere Ueberseekabelrollen ankaufen moechte.

  241. Montag, ok?...
    Montag, ok?

  242. Montag bin ich wieder...
    Montag bin ich wieder nuechtern.

  243. @Rosinante
    Die Tatsache, dass...

    @Rosinante
    Die Tatsache, dass man sich darüber Gedanken gemacht hat, wie ein (möglicher) Verhandlungspartner denkt, bedeutet noch lange nicht, dass es klug ist, das Ergebnis dieser Überlegungen zu veröffentlichen.

  244. ...oder wie es der große...
    …oder wie es der große deutsche Denker Ed.Stoiber ausdrückte: eine Strategie
    hat man, darüber spricht man nicht.

  245. Hoppla, ich kann nur dazu...
    Hoppla, ich kann nur dazu raten, die Interpretation ahmadinejadscher Denkweise nicht in diesem Blog öffentlich zu machen. Eine Fatwa gegen die FAZ, die Stützen der Gesellschaft und gegen den Sarough sowieso wäre unvermeidlich.

  246. @naphtalin
    Ein...

    @naphtalin
    Ein hochinteressanter Ansatz, den Sie da skizzenhaft entworfen haben. Bisher ist aber erst das nackte Skelett Ihres Gedangebäudes sichtbar geworden. Da muss unbedingt noch Fleisch auf die Knochen. Sie sollten das einmal zu einem Essay ausarbeiten.
    Sobald sie es fertig haben, posten Sie es einfach hier in die Kommentare des dann aktuellen Blogs. Egal, ob es dann zum Thema passt oder nicht. Ihre durchaus metasozialistisch-marxistische supra(-super)eskapistische Semantik annihiliert dann möglicherweise die durchaus neoliberal-schirrmacherFAZismusfähige „post(-post-)moderne“ Termini der alphonschen Plauderei, aber wir freuen uns trotzdem. Versprochen!

  247. niemand ist unenbehrlich. ich...
    niemand ist unenbehrlich. ich finde der staat sollte endlich aufhören die banken und die eliten mit eigenem geld zu schützen und zu pflegen. es wird wieder zeit das die kinder der Hartz4 arbeiter („working pur“ auf dekadentisch) dennen endlich mal wieder an die kehle dürfen. ich habe es satt dass irgendein krimmineller und managemint parasit vergessen hat wem er sein reichtum zu verdanken hat. zu vielle „elite“ denken dass man die in „fi’cka auf mal,orka“ bzw in „Kot-azur“ nicht „entköpfen“ kann. ICH HABE ES SATT DASS DER TYP IM 200000 EURO MERCEDES „DIE LÖHNE ETWAS RUNTER“ HABEN WILL!!

  248. wo ist die westkueste...
    wo ist die westkueste amerikas?
    von oben betrachtet?

  249. Don Alfonso ist der alt...
    Don Alfonso ist der alt zyniker in Mozart’s „Cosi fan tutte“ fühlen sie sich mit dem verwandt???????

  250. Guten Tag,
    man hat uns immer...

    Guten Tag,
    man hat uns immer für verrückt erklärt. Wir haben immer alles selbst gemacht, selbst organisiert und ordentlich gekauft. Soll heißen, dass wir nie zur Miete wohnen, kein ge-leastes Auto fahren und nie nie nie in einem Angestelltenverhältnis arbeiteten. Wenn wir irgendwohin in den Urlaub fuhren, mehr regelmäßig denn einmalig haben wir uns nach passenden Unterbringungen umgesehen, die man im Bedarfsfalle auch schnell vermietet oder verkauft bekommt mit ausreichend Platz um selbige Immobilie, damit die Nachbarn nicht zu dicht auf die Pelle rücken. Ein einfaches Auto, nicht zu auffällig wird bar und in einem Stück bezahlt. Kann ich mir ein dreitausendeuroteures Auto leisten, kaufe oder lease ich keines für 20 oder mehr tausend Euro. Eigentlich ganz einfach. Beherrschen anscheinend aber 70 bis 85% der Deutschen nicht. Mehr, größer, Nachbarnbeeindruckend… Pah!
    Nun zum Thema Angestellter spielen dürfen. Ich habe in meinen jungen aktiven Jahren in mehreren großen renommierten Unternehmen gearbeitet. Das „rundschleifen“ und „einpassen“ von Mitarbeitern ist ganz ganz schlimm und der Wechsel dieser immer schneller fortschreitend. Ich musste mir abendelang 20 bis 30 solcher zurechtgestutzten Leute antun und bin verzweifelt. Was sollen solche Leute denn einer Firma bringen? Alle tragen das gleiche, sagen das gleiche und denken leider das gleiche. Schlimm, schlimm, schlimm.
    Wir haben darauf reagiert und haben jedem jungen Menschen der Familie eine Selbständigkeit ermöglicht. Zu 100% immer den Vorlieben und dem individuellen Können angepasst. Jeglicher Versuch ein für beide Seiten erfolgreiches Geschäft mit einer Bank für diese Gründungen hinzubekommen sind fehlgeschlagen. Wie der DON richtig sagte, es sind VERKÄUFER und DRÜCKER. Und niemals sind es BERATER.
    Und diese Entwicklung der Finanzierung und Unternehmensgründung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Welcher Grüder bekommt denn noch von einer „offiziellen“ Institution etwas? Welche Auflagen sind dann daran geknüpft? Welche unverschämten Zinsen sind daran gekoppelt?
    Die Gesellschaftsstrukturen von Westvierteln, Eppendorfern in Hamburg oder jegliches gehobenes Bürgertum mit seinen Finanzmitteln und Ansichten sind den heutigen Gegebenheiten nicht mehr gewachsen. Was soll ein 60 bis 80jähriger Vater für Tipps seinen Kindern und Enkeln geben? Bleibt bei der Bank, die dem Untergang geweiht ist? Bleibt bei Siemens oder VW, das sind solide Unternehmen (mit grausigen hinter Fassaden verborgenen Problemen) und kauft euch Telekomaktien?
    Es gibt kaum noch solide Karrieren wie sie unsere Eltern zustande brachten. Es ist kaum noch möglich, solche Unternehmen wie Siemens, Thyssen oder BMW neu zu gründen. Und die alten Schlachtschiffe werden zu Beutekunst von internationalen Anlegern. Siehe Karstadt, Quelle und oder Arcandor. Vier Leute mit fragwürdigen Hintergründen schaffen innerhalb allerkürzester Zeit ein solches Schlachtschiff mit Mann und Maus zu versenken und niemand dieser vier Verbrecher wird zur Rechenschaft gezogen.
    Also besser: Alles selbst regeln: Haus, Auto, Finanzmittel und Arbeit!
    Beste Grüße aus der Hansestadt
    MvB-B

  251. @tiger: Sie machen mich...
    @tiger: Sie machen mich gräßlich neugierig. Wo kann ich ihr Buch bekommen?
    (Mail an mich auf der Website. Vorsicht, Augenkrebs.)
    @HansMeier: naja, China ist der neue Maßstab, da ist die Antwort Verblockung Europas nicht gerade fernliegend. Großmacht.. naja.. sagen wir mal Regionalmacht.
    @Bentheim: eine sympathische Philippika. Aber daß Kaputtmachen leichter ist als Aufbauen, war eigentlich schon immer so. Es käme darauf an, überschüssiges Geld in Gründungen zu verbraten. Ein paar werden. Nur ob grad die, in die mans Geld steckt.. ist halt Lotto. Sie haben auch keine Telekom-Aktien, oder (je, war das nervig seinerzeit auf der Bank – eine geschlagene halbe Stunde immer „nein“ sagen..)?

  252. @ Don A.

    War ein schöner...
    @ Don A.
    War ein schöner Sonntag-Nachmittag, hier auf Ihrem Blog …
    Die Frage, wie man die Verursacher der Probleme „ausnimmt“, bzw. zur Rechenschaft zieht, könnte ich ihnen sogar beantworten.
    @ Don F.
    „Denn wenn das zentral gemacht wird, sind wir wieder bei Lenin und Stalin.“
    Mit Verlaub, das ist grober Unfug. Es würde ganz demokratisch funktionieren. Mit einem klugen Parteiprogramm, noch klügeren Mitstreitern und einem herzerfrischenden Wahlkampf, zu jeder Wahl.
    @ Charon
    „Diese ganze BA/MA/Bildungsdiskussion geht allerdings am Kern der draengenden Frage vorbei: Was naemlich bietet uns eine ausreichende politische, moralische und meinetwegen auch oekonomische Grundlage fuer das Herbeifuehren von Entscheidungen, die in die Lebenswelten von Millionen von Menschen dauerhaft hineinwirken?“
    Schön auf den Punkt gebracht. Diese Frage sollte uns bewegen …
    „Du bist die Aufgabe. Kein Schüler weit und breit.“ (Kafka)

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